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Full text of "100 jahre Technische hochschule, Stuttgart. Zur jubiläumsfeier 15.-18. mai 1929"

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1929 


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Digitized  by  the  Internet  Archive 

in  2010  with  funding  from 

University  of  British  Columbia  Library 


http://www.archive.org/details/100jahretechnisc00stut 


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100  JAHRE 

TECHNISCHE 
HOCHSCHULE 

STUTTGART 


ZUR  JUBILÄUMSFEIER   15. -i8.  M  A  I    1929 


INHAL     T      S 


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EICH 


I       S 


1 .  Geleitwort  des  Rektors,  mit  Bild 

\'on  Rektor  Professor  Schmoll  von  Eisenwerth 

2.  Geleitwort  des  Rector  designatus,  mit  Bild 

Von  Rector  designatus  Professor  Dr.  Grammel 

3.  Geschichte  der  Technischen  Hochschule 

\"on  Professor  Veesenmeyer 

4.  Ausblick  in  die  Zukunft 

Von  Rector  designatus  Professor  Dr.  Grammel 

5.  Verzeichnis  der  Rektoren  seit  Einführung  des  Rektorats  . 

6.  Verzeichnis  des  Lehrkörpers  und  der  Verwaltung  einschließ- 
lich Bibliothek 

7.  Verzeichnis  der  Ehrensenatoren  und  Ehrendoktoren    . 

8.  Beziehungen  zwischen  der  Technischen  Hochschule  und  der 
Stadt  Stuttgart 

Von  Oberbürgermeister  Dr.-Ing.  E.  h.  Lautenschlager 

9.  Die  Stuttgarter  Studentenschaft 

Von  cand.  mach.  Sigloch 

lü.  Die  Stiftungen  an  der  Technischen  Hochschule 

Von  Regierungsrat  Dölker 

1  I .  Die  Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule 

Von  Rtgierungsrat  Dölker 

12.  Die  Stuttgarter  Sludentenhilfe,  E.V 

Von  stud.  electr.  Hans  Bunz 

13.  Statistik  über  die  Zahl  der  Studierenden   in  den  einzelnen 
Abteilungen  seit  Bestehen  der  Technischen  Hochschule    . 

14.  Industrie,  Handel  und  Technische  Hochschule        .... 

Von  Dr.  Ernst  Klien,  Erster  Syndikus  der   Handelskammer  Stuttgart  und 
gesrhäftsführ.  Vorstandsmitglied  des  Württ.  Industrie-  und  Handelstages 

15.  Werksbesclireihungcn  und  Gcschäftscmpfehlungcn 


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2.5 

26 
29 

33 
37 
42 
46 


55 
60 

70 


HERAUSGEGi:iii:N  I.MAUFTRAC;  D  ER  TRCHN  ISCHEN  HOCHSCHUI.I',  STUTTGART  VON 
WERBEHILFE  G.M.B.H.  STUTTGART  .  MITTNACHTBAU 

AI.I.EINVERTKI  I.B:   S  T  U  IIX;  A  R  I  E  R  S  EU  DENTlCN  II I  LFE  I  .V.  SIT'irO  AR  T  ■  S  EESTR.XSSE  ü 


Rektor  Professor  Sehnioll  von  Kisenwertl 


/^.  c/^'Wc.^^-^r.  l\^  C^tL-^y^^yiMt^ 


Rector  design.  Prof.  Dr.  R.  Grammel 


Phot.  Ferdy  Dittmar,  Stuttgart 


dxi^dmildt  mn  (uiMUll  tu  h^ÜitlJdklfiiiUUdfsi-  mir 


GESCHICHTE  DER  TECHNISCHEN  HOCHSCHULE 

Von  Professor  E.  Vecsenmeyer 

Gewissermaßen  ein  Vorläufer  der  Technisclien  Hochschule  war  die  glänzende 
Schöpfung  Herzog  Karl  Eugens,  die  Hohe  Karlsschule,  sollte  sie  doch  auch  zu 
einigen  technischen  Berufen  ausbilden.  Gegründet  im  Jahre  1781,  wurde  sie  bereits 
im  Jahre  1794  wieder  aufgehoben,  da  ihre  Kosten  außerordentlich  hoch  waren. 
Um  so  bescheidener  waren  die  Anfänge  der  Technischen  Hochschule.  Die  wach- 
sende Bedeutung  des  Gewerbes,  die  Notwendigkeit  der  Gewerbeförderung,  das 
Bestreben,  eine  bodenständige  Industrie  ins  Leben  zu  rufen,  führten  auch  in  Würt- 
temberg bereits  im  Jahr  1825  zu  Erwägungen  über  die  Errichtung  eines  poly- 
technischen Instituts.  Dabei  sollte  von  vornherein  nicht  etwa  eine  Anstalt  zur  hand- 
werksmäßigen Erlernung  einzelner  Gewerbe,  sondern  ein  auf  wissenschaftlicher 
Grundlage  aufgebautes  Institut  geschaffen  werden,  eine  Schule  vorwiegend  für 
Baumeister,  Berg-  und  Hüttenleute,  Fabrikanten,  Apotheker  und  Kaufleute,  doch 
auch  geeignet  zur  Vorbereitung  auf  die  Kriegsschule  und  zur  Ausbildung  von 
Lehrern.  Die  verfügbaren  Mittel  waren  gering.  So  entschied  man  sich  zuletzt  zum 
Ausbau  der  im  Jahr  181 8  entstandenen  Realschule  durch  Hinzufügung  einer 
achten  Klasse,  in  der  als  Hauptfächer  angewandte  Mathematik,  Mechanik,  Chemie 
und  Technologie,  und  als  Nebenfächer  Buchführung  und  Kunstgeschichte  gelehrt 
werden  sollten.  Von  großem  Interesse  ist,  daß  ,,mehr  auf  eine  recht  solide  Grund- 
lage für  die  technische  Bildung  im  allgemeinen,  als  auf  die  einseitige,  wenn  auch 
vollständigere  Ausbildung  für  einzelne  Gewerbezweige  Bedacht  genommen, 
dabei  aber  die  Möglichkeit,  ja  sogar  Wahrscheinlichkeit  einer  baldigen  Er- 
weiterung der  Anstalt  zu  einem  wahren  polytechnischen  Institut  nie  außer  Augen 
gesetzt  werden"  sollte.  Der  Minister  des  Innern  und  des  Kirchen-  und  Schulwesens 
hat  damit  in  seinem  Bericht  vom  22.  März  1822  an  den  König  einen  bemerkens- 
werten Weitblick  gezeigt.  König  Wilhelm  I.  genehmigte  die  vorgeschlagene  Ein- 
richtung einer  Gewerbeschule  mit  Entschließung  vom  27.  März  1829.  Die  beiden 
vorgesehenen  Lehrstellen  wurden  nach  einer  am  2.  Mai  1829  gehaltenen  Probe- 
lektion, zu  der  vier  Bewerber  zugelassen  waren,  am  13.  Mai  dem  Privatdozenten 
Dr.  Heigelin  in  Tübingen  (darstellende  Geometrie,  konstruierende  Technologie, 
Kunstgeschichte,  Kunstkritik)  und  dem  ,,Berg-Cadetcn"  Dr.  Degen  aus  Stuttgart 
(allgemeine  und  technische  Chemie,  Mechanik,  allgemeine  Maschinenlehre,  Waren- 
kunde) übertragen.  Die  Anstalt  unterstand  dem  Kgl.  Studienral,  den  ein  Schul- 
rat in  den  technischen  Beziehungen  der  Schule  beraten  sollte.  Dieser  Schulrat  be- 
stand aus  dem  Rektor  der  Realschule,  Weckhcrlin,  dem  Lehrer  der  Kunstschule 
Thouret,  den  Hofräten  Scyffer  und  Andre  von  der /entralslclle  des  Landwirtschaft- 


liehen  Vereins,  dem  Direktor  der  Hofbank,  Geheimen  Hofrat  Rapp,  und  dem 
Kaufmann  Jobst;  ferner  aus  den  Lehrern  Heigelin,  Degen  und  Hang.  Der  Unter- 
richt begann  am  i8.  Oktober  1829  mit  34  Schülern  der  neuen  achten  Klasse  im 
früheren  Offizierspavillon  in  der  unteren  Königstraße.  Es  zeigte  sich  sofort,  daß 
ein  Jahr  für  die  höhere  technische  Ausbildung  der  Schüler  nicht  genügte.  So  ent- 
schloß man  sich  bereits  im  Jahr  1832,  die  siebente  Realschulklasse  von  der  Real- 
schule abzutrennen  und  die  achte  Klasse  zu  zwei  Jahreskursen  zu  erweitern:  die 
Anstalt  wurde  als  ,, Gewerbeschule"  eine  selbständige,  drei  Jahreskurse  umfassende 
Anstalt.  Der  erste  Jahreskurs  war  für  sämtliche  Schüler  verbindlich,  im  zweiten 
und  dritten  waren  die  einzelnen  Fächer  je  nach  der  Fachrichtung  zu  wählen.  Der 
Eintritt  erfolgte  im  Alter  von  14 — 15  Jahren;  dabei  war  eine  Aufnahmeprüfung 
in  Deutsch,  niederer  Arithmetik  und  ebener  Geometrie  abzulegen.  Das  Lehrpersonal 
wurde  durch  vier  weitere  Hauptlehrer  (Kieser  für  reine  Mathematik,  Thouret  für 
Architektur,  Weitbrecht  für  Plastik  und  Ornamentik,  Hang  für  Mechanik  und  Ma- 
schinenbau) vergrößert.  Degen  gab  Physik  und  Ghemie,  der  Vorstand  Heigelin  be- 
schreibende Geometrie  und  Baukunde.  Bereits  im  Jahr  1833  starb  Heigelin,  als 
neuer  Vorstand  wurde  Oberbaurat  Fischer  berufen.  Die  Zusammensetzung  des 
Schulrats  wurde  schon  1834  geändert:  seine  Mitglieder  durften  nicht  der  Schule 
angehören,  die  Lehrer  hatten  bloß  beratende  Stimme,  falls  sie  zu  den  Beratungen 
zugezogen  wurden,  eine  Änderung,  die  sich  begreiflicherweise  schlecht  bewährte. 
Auch  der  Aufbau  der  Gewerbeschule  war  noch  ganz  unsicher:  es  zeigten  sich  Be- 
strebungen zur  Erweiterung  des  Unterrichts  für  die  angehenden  Techniker  und 
Kaufleute,  die  sich  im  Jahre  1835  zu  einer  Revision  des  Lehrplans  verdichteten. 
Die  zur  Einführung  eines  weiteren  vierten  Jahreskurses,  für  neue  Unterrichtszweige 
und  Lehrer  nötigen  Mittel  wurden  im  folgenden  Jahre  schon  von  der  Ständever- 
sammlung genehmigt,  aber  wegen  des  Raummangels,  der  von  Gründung  der 
Schule  bis  heute  für  die  Technische  Hochschule  charakteristisch  geblieben  ist, 
koimte  die  Umstellung  erst  im  Jahr  1838  durchgeführt  werden.  Schon  im  folgenden 
Jahre  wurde  durch  Aufstockung  des  Hintergebäudes  mehr  Raum  für  Sammlungen 
und  ein  Hörsaal  gewonnen.  Am  2.  Januar  1840  erhielt  die  so  erweiterte  Gewerbe- 
schule den  Namen  ,, Polytechnische  Schule".  Sie  war  von  etwa  350  Schülern  be- 
sucht, die  mit  141,2  Jahren  eintraten.  Sie  teilten  sich  in  vier  Fachrichtungen,  die 
mechanisch-technische,  die  technisch-chemische,  die  Lehramts-  und  die  Hand- 
lungsrichtung. Alle  besuchten  den  vorbereitenden  ersten  Jahreskurs  (niedere  Ma- 
thematik, Freihandzeichnen,  Deutsch,  Französisch,  Englisch,  Geschichte,  Geo- 
graphie und  Religion).  Im  zweiten,  dritten  und  vierten  Jahreskurs  wurden  Mathe- 
matik fTrigonometrie,  analytische  und  darstellende  (ieometric),  Naturgeschichte, 
Physik,   (Jhemic   und    Mechanik   gelehrt,   dazu    traten   je   nach  Fachrichtung  die 

i] 


technischen  Fächer:  Baukonstruktionen,  Baukunde,  Straßen-,  Brücken-  und  Wasser- 
bau, Maschinenkunde.  Der  Lehrkörper  bestand  aus  sechs  wissenschafthchen  und 
zwei  „artistischen"  Hauptlehrern,  dazu  aus  einer  Reihe  von  Fach-  und  Hilfs- 
lehrern. Ein  großer  Nachteil  war,  daß  die  Schüler  vor  vmd  während  ihrer  Schulzeit 
gar  keine  Berührung  mit  der  Praxis  hatten,  und  daß  sie  mit  1 8  Jahren  viel  zu  jung 
und  unreif  in  ihren  Beruf  hinaustraten.  Es  war  kein  Wunder,  daß  bald  Klagen 
kamen  über  die  zu  geringen  Leistungen  der  aus  der  Polytechnischen  Schule  Her- 
vorgegangenen. Dazu  kamen  die  ständigen  Klagen  über  Raummangel.  Schon  im 
Jahr  1842  wurde  ein  Neubau  angeregt,  aber  wegen  der  ungünstigen  Finanzlage 
zurückgestellt.  Im  Jahr  1845  wurde  der  vorbereitende  erste  Kurs  aufgehoben  und 
an  die  Realschule  verlegt,  wo  nun  eine  Abteilung  der  obersten  Klasse  für  die 
Polytechnische  Schule  vorbereitete.  Die  sogenannten  ,, Winterschüler"  (Bauhand- 
werker) wurden  nicht  mehr  zugelassen,  sondern  an  eine  eigene  ,, Wintergewerbe- 
schule" verwiesen.  Das  Eintrittsalter  wurde  auf  15  Jahre  erhöht  und  der  An- 
stalt zwei  weitere  Kurse  sowie  ein  Kurs  für  Handelszöglinge  angegliedert,  damit  die 
übermäßige  W^ochenstundenzahl  vermindert  und  die  in  der  Staatsprüfung  vom 
22.  August  1843  geforderten  Kenntnisse  an  der  Anstalt  erworben  werden  konnten. 
Durch  Erlaß  des  Ministeriums  des  Innern  und  des  Kirchen-  und  Schulwesens  vom 
3.  März  1847  wurde  die  neue  Einrichtung  endgültig  festgelegt:  Dem  ersten  und 
zweiten  Kurs  wurde  der  Unterricht  in  den  rein  theoretischen,  für  alle  Polytechniker 
ohne  Unterschied  der  Fachrichtung  gemeinsamen  Fächern  zugewiesen,  im  dritten 
Kurs  wurde  Physik,  Chemie,  Mineralogie,  Geognosie,  Mechanik,  praktische  Geo- 
metrie und  Fachzeichnen  gegeben,  im  vierten  und  fünften  Kurs  wurde  in  den  prak- 
tischen Fächern  der  einzelnen  Fachrichtungen  unterrichtet.  Nach  dem  Austritt, 
mit  20  Jahren,  konnte  die  Staatsprüfung  abgelegt  werden.  Die  Schülerzahl  betrug 
etwa  200,  die  Zahl  der  Hauptlehrer  8.  Doch  die  Polytechniker  waren  mit  der  Neu- 
regelung nicht  zufrieden.  Sie  verlangten  im  Jahr  1848  vom  Ministerium  für  Kirrhen- 
und  Schulwesen,  das  inzwischen  vom  Ministerium  des  Innern  abgetrennt  worden 
war,  eine  Reihe  von  Reformen:  die  Erwerbung  der  nötigen  allgemeinen  Kenntnisse 
sollte  in  einer  Vorschule  völlig  getrennt  von  der  Polytechnischen  Schule  erfolgen. 
Die  Polytechnische  Schule  sollte  lediglich  aus  den  eigentlichen  Fachscliulen  fiu-  die 
Berufsausbildung  bestehen,  und  diese  sollten  erst  nach  Ablegung  einer  Maturitäts- 
prüfung besucht  werden  können.  Außerdem  wurde  die  Einführung  der  Einrichtung 
der  Privatdozenlcn  angeregt.  Diese  Bitte  der  Polytechniker  sah  tatsächlich  dir 
kommende  Entwicklung  der  Schule  voraus,  sie  ist  grundlegend  für  die  spätere  Ent- 
wicklung geworden.  Auf  die  eigentliche  technische  Ausbildung  sollte  unter  Zurück- 
setzung des  weniger  Wescntliclicn  mehr  Wert  gelegt  werden.  Die  vcrscliiedenen 
Fachrichtungen  sollten  bei  der  ,\usbikhing  schärfer  getrennt  wcrclcii.  Der  Lehrer- 


konvent  zeigte  sich  nicht  eben  begeistert:  er  stimmte  zwar  im  Prinzip  zu,  betonte 
aber  die  nötig  werdende  Erweiterung  der  Lehrmittel  und  Lehrkräfte,  der  Unter- 
richtsräume, das  Nicht-mehr-Ubereinstimmen  mit  der  Staatsprüfung;  außerdem 
müßte  die  Polytechnische  Schule  ihren  bisherigen  Charakter  als  ,, Schule"  aufgeben 
und  die  freiere  Gestalt  einer  Universität  annehmen.  Er  glaubte,  daß  man  das  Ziel 
nur  allmählich  werde  erreichen  können. 

Trotz  der  Unruhe  der  Zeit,  die  auch  für  die  Polytechniker  mancherlei  Schwierig- 
keiten brachte,  wurde  im  Jahr  1849  ein  Hauptlehrer  für  Maschinenbau  (Müller) 
und  ein  solcher  für  Ingenieurwissenschaften  (Hänel)  bestellt.  Damit  war  wieder  ein 
entscheidender  Schritt  zum  Ausbau  der  Schule  getan.  Ferner  wurden  für  schlecht 
fortkommende  Schüler  Repetenten  bestellt. 

Die  Platzfrage  ruhte  nicht:  am  Stadtgarten  wurde  von  der  Regierung  Gelände  an- 
gekauft und  dort  zunächst  der  Neubau  des  Laboratoriums  für  Chemie  begonnen. 
Dabei  wurde  von  Anfang  an  geplant,  den  schon  im  Jahre  1842  angeregten  Neubau 
des  Hauptgebäudes  dort  zu  erstellen,  trotz  der  Bedenken  des  Lehrerkonvents,  der 
den  Platz  für  zu  abgelegen  hielt:  heute,  wo  man  ernstlich  auch  Ludwigsburg  als 
Platz  für  die  Technische  Hochschule  in  Betracht  zieht,  eine  walnhaft  komisch  wir- 
kende Engherzigkeit! 

Der  Ruf  nach  ausreichender  praktischer  Tätigkeit  wollte  nicht  verstummen: 
der  Verein  für  Baukunde  schlägt  eine  Trennung  der  Anstalt  in  einen  vmteren, 
drei  Kurse  umfassenden  Teil  und  in  einen  oberen,  aus  einzelnen  Fachschulen  be- 
stehenden Teil  unter  Zwi.schenschaltung  eines  Jahres  praktischer  Tätigkeit  vor. 
Es  wird  ein  Versuch  mit  eigenen  Werkstätten  gemacht,  der  sich  gar  nicht  bewährt, 
aber  noch  ist  die  Zeit  der  praktischen  Werkstattätigkeit,  als  Grundlage  und  Er- 
gänzung des  Studiums,  die  uns  heute  so  selbstverständlich  erscheint,  nicht 
gekommen.  Das  Ministerium  will  in  seinen  Grundzügen  vom  Mai  1857  den 
vorbereitenden  Unterricht  in  eine  besondere  Anstalt  verweisen:  die  Vorbildung 
sollte  in  der  Regel  humanistisch  sein,  die  technische  Vorschule  (Realgymnasium) 
dem  Obergymnasium  parallel  laufen.  Nach  einer  Maturitätsprüfung  sollten  ein 
bis  zwei  Jahre  Praxis  folgen  und  darauf  der  Eintritt  in  die  „Technische  Akademie". 
Die  Leitung  der  Akademie  sollte  nach  der  Ansicht  des  sehr  fortschritthchen,  auf 
eine  größere  Selbständigkeit  der  Polytechnischen  Schule  bedachten  Kgl.  Studien- 
rats durch  das  Gremium  der  Hauptlehrer  mit  einem  ans  ihrer  Mitte  periodisch  zu 
wählenden  Rektor  oder  Direktor  erfolgen.  Doch  der  Lchrcrkonvcnl  konnte  sich 
in  seinem  Gutachten  vom  11.  Mai  1857  nicht  entschließen,  in  die  Trennung  der 
technischen  Vorschule  von  den  Fachschulen  zu  willigen.  Er  fürchtete  besonders, 
daß  bei  einer  Trennung  die  eine  Anstalt  zu  theoretisch,  die  andere  zu  empirisch 
werden  könnte.    Kurz,  er  dachte  zunächst  nicht  daran,  durch  Eingehen  auf  die 

ro 


Kgl  Technist  he  Hochschule  im  Jahr  1879 

Vorschläge  den  Ausbau  der  Polytechnischen  Schule  zur  Technischen  Hochschule  zu 
fördern.  Der  Schulrat,  von  dem  man  hier  glücklicherweise  zum  letztenmal  hört, 
lehnte  die  Analogie  mit  der  Universität  bezüglich  des  periodischen  Wechsels  des 
Vorstandes  ab.  Die  für  industrielle  Zwecke  Auszubildenden  müßten  noch  in  der 
Schule  eine  Dressur  haben;  eine  feste  Leitung  (durch  einen  Vorstand,  der  nicht 
Lehrer  wäre,  und  durch  den  Schulrat)  sei  nötig,  um  sowohl  Schüler  als  Lehrer 
streng  zu  kontrollieren.  Die  Anstalt  sei  der  Zentralstelle  für  Gewerbe  und  Handel 
zu  unterstellen.  Der  Studienrat  dagegen  war  der  Ansicht,  daß  der  wissenschaftliche 
Charakter  der  Schule  gewahrt  bleiben  müsse;  der  Industrie  dürfe  nur  ein  anregen- 
der, nicht  ein  direkt  eingreifender  Einfluß  gestattet  werden,  wenn  nicht  der  Zweck 
der  wissenschaftlichen  und  artistischen  Vorbildung  für  das  Gewerbslcben  durch 
wechselndes  Experimentieren  mit  unmittelbar  praktischen  Tendenzen  gefährdet 
werden  solle.  So  wurde  im  Februar  1862  vom  Ministerium  ein  neuer  Entwurf  einer 
Reorganisation  aufgestellt,  der  schließlich  in  folgender  Gestalt  am  16.  April  1862 
vom  König  genehmigt  wurde.  Die  Anstalt  wurde  dem  Ministerium  unmittelbar 
unterstellt  und  erhielt  eine  untere  —  mathematische  —  Abteilung  mit  zwei  Klassen 
und  einer  parallelen  Handelsklasse  unter  einem  ständigen  Rektor,  und  eine  obere 
—  technische  —  Abteilung,  die  in  vier  Sektionen  für  Architektur,  Ingenieurwesen, 
Maschinenbau  und  chemische  Technik  zerhel.  An  die  Spitze  des  Ganzen  trat  ein 


II 


jährlich  zu  wählender  Direktor.  Unter  ihm  stand  ein  Ausschuß  aus  den  vier  Sek- 
tionsvorständen und  einem  der  drei  Klassenlehrer  sowie  der  aus  sämtlichen  (20) 
Hauptlehrern  bestehende  Lehrerkonvent. 

In  der  Zwischenzeit  war  im  Juli  1860  unter  Leitung  und  nach  den  Plänen  von 
Egle  der  Neubau  des  Hauptgebäudes  an  der  Alleenstraße  in  Angriff  genommen 
worden,  der  am  30.  September  und  i.  Oktober  1864  eingeweiht  wurde. 
Der  Ausbildungsgang  des  Technikers  war  nach  den  neuen  Bestimmungen  folgen- 
der: Auf  den  Besuch  der  achtklassigen  Realschule  (niedere  Mathematik)  folgte 
Aufnahmeprüfung  und  Eintritt  in  die  mathematische  Abteilung  der  Polytechn- 
nischen  Schule  mit  16  Jahren  zum  zweijährigen  Studium  von  höherer  Mathematik, 
Mechanik,  Botanik  und  Zoologie.  Darauf  folgte  ein  (freiwilliges)  technisches  Ma- 
turitätsexamen,  das  zu  verkürzter  militärischer  Dienstzeit  und  zu  Stipendien  be- 
rechtigte. Das  Studium  in  der  technischen  Abteilung  dauerte  meist  drei  Jahre, 
so  daß  die  Polytechniker  mit  21  Jahren  die  Schule  verließen. 

Die  richtige  Lösung  war  aber  auch  mit  diesem  Kompromiß  nicht  gefunden.  Die 
neue  Unterrichtsordnung  bewährte  sich  gar  nicht,  bald  traten  Mißhelligkeiten 
zwischen  der  mathematischen  und  den  Sektionen  der  technischen  Abteilung  auf 
Die  Ingenieur-  und  die  Maschinenbaufachschule  wünschten  Einschränkung  des 
mathematischen  Unterrichts,  und  zwar  in  der  ersten  Klasse  bloß  elementare  Ma- 
thematik, in  der  zweiten  bloß  darstellende  und  analytische  Geometrie,  höhere  Ana- 
lysis  und  Mechanik,  während  umgekehrt  die  mathematische  Abteilung  höhere  Ana- 
lysis  und  Mechanik  der  technischen  Abteilung  zuschieben  und  von  einer  Ein- 
schränkung der  Mathematik  nichts  wissen  wollte.  Jedenlalls  wuchs  nun  die 
Neigung  zur  Abtrennung  der  Vorschule  von  der  technischen  Abteilung.  Über  das 
Wie  gingen  die  Meinungen  stark  auseinander. 

Im  Jahr  1869  wurde  die  Handelsklasse  abgetrennt  und  die  Kunstgewerbeschule  als 
Unterabteilung  der  Architekturfachschule  gegründet. 

Am  18.  Juli  1870  wurden  eine  Fachschule  für  allgemeine  Bildung  und  eine  mathe- 
matisch-naturwissenschaftliche Fachschule  eingerichtet.  Die  22  Hauptlehrcr 
wurden  in  neugcbildete  Fachschulkollegien  eingereiht,  die  die  Angelegenheiten  der 
Fachschule  vorzuberaten  hatten.  Der  Vorstand  der  Fachschule  wurde  von  dieser 
gewählt.  Für  die  ordentlichen  Studierenden  (und  bald  auch  als  Zulassungs- 
bedingung  zur  Staatsyniifung)  wurde  die  technische  Maturitätsprüfung  verlangt. 
Außerdem  wurden  l)i|)l()mj)rürungcn  eingclührt,  was  insbesondere  für  die  Maschi- 
nenbaufächschule, für  die  es  keine  Staatsprüfung  gai),  von  Wichtigkeit  war.  Schon 
tauchte  der  Gedanke  auf,  der  später  Wirklichkeit  werden  sollte:  die  Staatsprüfung 
durch  die  Diplomprüfungen,  das  heißt  durch  eine  akademische  Prüfung,  zu  er- 
setzen. Diese  Organisationsänderung  war  von  weittragender  Bedeutung,  war  docii 

12 


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l'/i'il.  C.  iunmü.  Slullgarl 


nun  das  Studium  in  den  neuen  Fachschulen  dem  in  den  technischen  Faclischulen 
gleichgestellt,  und  konnten  sich  doch  die  neuen  Fachschulen  weiter  entwickeln 
ohne  Überlastung  des  technischen  Studiums. 

Der  Krieg  1870/71  brachte  natürlich  eine  bedeutende  Einschränkung  des  Unter- 
richts. Im  Jahr  1871  wurde  eine  obligatorische  Krankenkasse  für  die  Studierenden 
gegründet.  Im  Jahr  1874  wurde  die  Abtrennung  der  mathematischen  Abteilung 
durch  Wegfall  der  ersten  Klasse  ab  Herbst  1875,  der  zweiten  Klasse  ab  Herbst  1876 
beschlossen  und  im  Jahre  1873  die  Abänderung  der  ersten  Staatsprüfung  im  Bau- 
fach in  einer  Verhandlung  zwischen  den  beteiligten  Ministerien  und  der  Polytech- 
nischen Schule  verabredet:  danach  sollte  die  technische  Maturitätsprüfung  durch 
die  Abgangsprüfung  eines  Realgymnasiums  oder  einer  zehnklassigen  Realanstalt 
ersetzt  werden  und  außerdem  für  Ingenieure  eine  Vorslaatsprüfung  eingeführt 
werden,  die  zwei  Jahre  nach  Eintritt  in  die  Polytechnische  Schule  abzulegen  war. 
Auf  Grund  dieser  Vorarbeiten  konnten  am  18.  August  1876  die  ,, neuen  organi- 
schen Bestimmungen  für  das  Polytechnikum  in  Stuttgart"  von  König  Karl  ge- 
nehmigt werden  und  am  i.  Oktober  des  Jahres  in  Kraft  treten.  Mit  der  neuen  Be- 
zeichnung Polytechnikum  war  ausdrücklich  der  Charakter  einer  tcciinisclien  Hoch- 
schule, jedoch  unter  Beibehaltung  der  Direktorialverfassung,  verbunden.  Damit  war 
in  der  Entwicklung  von  der  ,, Anstalt"  zur  ,, Hochschule"  ein  gewisser  Alischluß 


Stuttgart.  Blic:k  \om  Kanon 


l'hol.  L.  Schaller,  Stutlgarl 


eingetreten  nach  einem  unaufhaltsamen,  oft  stürmischen,  aber  immer  durch  die 
Entwicklung  der  Industrie  des  Landes  und  durch  die  Entwicklung  von  Wirtschaft 
und  Technik  zwangsläufig  bedingten  Aufschwung  in  der  kurzen  Zeit  von  nicht 
einmal  50  Jahren.  Für  den  Studiengang  der  ordentlichen  Studierenden  wurde  nun- 
mehr der  Besuch  und  das  Abgangszeugnis  eines  Realgymnasiums  oder  einer  zehn- 
klassigen  Realschule  verlangt.  Humanisten  konnten  in  die  chemische,  mathema- 
tisch-naturwissenschaftliche und  allgemein  bildende  Fachschule  ohne  weiteres,  in 
die  anderen  Fachschulen  nur  nach  einem  Vorstudium  von  einem  Jahr  in  der  ma- 
thematisch-naturwissenschaftlichen Fachschule  eintreten.  Das  Studium  dauerte, 
vom  18.  Jahre  an,  3 — 3V2  bzw.  4 — 4V0  Jahre.  Den  Studienabschluß  bildete  für 
die  Architekten  und  Ingenieure  die  Erste  Staatsprüfung,  für  die  Chemiker  und 
Maschinenbauer  die  Diplomprüfung. 

So  kann  das  5oiährige  Jubiläum,  das  das  Polytechnikum  am  20.  bis  25.  Oktober 
1879  in  Verbindung  mit  der  Einweihung  des  neuen,  von  Tritschler  erbauten  Flügels 
an  der  Scestraße  feiern  durfte,  als  der  Abschluß  der  Entwicklung  zur  Hochschule 
gelten.  Von  nun  an  setzte  eine  ruhigere,  auf  die  Erringung  vollkommener  Gleich- 
berechtigung und  Gleichheit  im  Aufbau  mit  der  älteren  Schwester,  der  Universität, 
hinzielende  Entvvicklungein.  Dagegen  stellte  der  ungeahnte  Aufschwung  der  Technik, 
die  fortschreitende  Industrialisierung,  die  wachsende  wirtschaftliche  und  kulturelle 


H 


Hintergrund  das  Physikal.  Institut     /'/i../  ( ,.  /  uiiN,il,Stutlgarl 


Laboratorium  für  physikal.  Chemie  u.  lUiktr 

Bedeutung  der  Technik  die  Technische  Hochschule  vor  ganz  neue  Aufgaben. 
War  das  Polytechnikum  in  den  ersten  50  Jahren  seiner  Entwicklung  in  der  Haupt- 
sache (vielleicht  abgesehen  von  der  Chemie)  Schule,  so  ist  sie  in  den  folgenden 
50  Jahren  bis  heute  mehr  und  mehr  Forschungsstätte  geworden.  Eine  Technische 
Hochschule  ohne  Forschungsstätten,  ohne  Laboratorien,  ist  heute  nicht  mehr  denk- 
bar. Diese  Forschungsstätten  braucht  sie  ganz  unabhängig  davon,  ob  ihre  Frequenz 
klein  oder  groß  ist.  Technischer  Unterricht,  der  sich  nicht  auf  Laboratorien  auf- 
baut, ist  heute  unmöglich.  Die  Gewinnung  geeigneter  Lehrkräfte  ist  nicht  mehr 
möglich,  wenn  nicht  Laboratorien  zur  Verfügung  gestellt  werden  können.  Bedenkt 
man,  wie  außerordentlich  groß  und  vielseitig  heute  das  Gebiet  der  Technik  ge- 
worden ist,  so  ahnt  man,  welche  Anforderungen  heute  auch  bei  äußerster  Beschrän- 
kung an  eine  Technische  Hochschule  gestellt  werden  müssen.  Die  heutige  Tech- 
nische Hochschule  —  und  das  wird  von  Jaln-  zu  Jahr  schärfer  heraustreten  -  ist 
keine  Schule  mehr,  deren  Bedürfnisse  man  auf  einem  kleinen  Platze  mit  Hör-  und 
Zeichensälen  befriedigen  kann;  das  unabweisbare  Bedürfnis  nach  Laboratorien 
und  Forschungsstälten  zwingt  die  Hochschulen,  ihre  alten  Plätze  aufzugeben,  genau 
wie  die  großen  Lidustriebctricbe  aus  dem  ihnen  zu  eng  gewordenen  Innern  der 
Städte  abwandern  müssen.  Die  lieutige  Hochschule  ähnelt  in  ihren  Bedürfnissen, 
in  ihrem  außerordentlich  großen  Platzbedarf,  in  ihrer  Bauweise  durchaus  einem 


15 


Stuttgart.  151i(  k 


HiüI.  L.  Sthalki,  Slultgaü 


großen  industriellen  Werk.  Dachte  man  früher  in  erster  Linie  daran,  mit  den  Ge- 
bäuden einer  technischen  Hochschule  eine  Stadt  zu  schmücken,  so  wird  man 
heute  suchen  müssen,  die  unbestreitbaren  großen  Ansprüche  der  technischen 
Hochschulen  mit  wirtschaftlich  noch  tragbaren  Mitteln  zu  erreichen.  Dies  zwingt 
die  Hochschulen  als  fabrikähnliche  Bauten  an  die  Peripherie  der  Großstadtgebiete, 
wo  vor  allem  noch  ausreichender  Platz  zu  billigem  Preise  und  doch  ausreichende 
Transport-  und  Wohngelegenheit  zur  Verfügung  steht. 

Imjahr  187g  war  die  Hochschule  von  447  Studierenden,  darunter  33  Maschinen- 
ingenieuren, besuclit.  Ins  Jahr  1880  fallen  die  ersten  Anfänge  eines  Ingenieur- 
laboratoriums. Im  Jahr  1882  wurde,  entsprechend  der  wachsenden  Bedeu- 
tung der  Elektrotechnik,  ein  besonderer  Unterricht  in  der  Elektrotechnik  ein- 
gerichtet und  die  Elektrotechnik  als  Prüfungsfach  eingeführt.  Imjahr  1883  wurde 
als  erste  in  Deutschland  —  eine  ordentliche  Professur  für  Elektrotechnik  errichtet 
und  ein  elektrotechnisches  Laboratorium  mit  nicht  einmal  80  qm  Grundfläche 
eingerichtet.  Im  gleichen  Jahre  wurde  mit  der  Errichtung  einer  Materialprüfungs- 
anstalt begonnen,  die  -  mit  den  bescheidensten  Mitteln  erstellt  im  folgenden 
Jahre  die  Arbeit  aufnehmen  konnte,  im  Jahr  1883  wurde  die  Staatsprüfung  im 
Maschineningeniciiifac  li  eingeführt.  Für  diese  Prüfung  w  uide  (mu  Jahr  Werkstatt- 
praxis gefordert,  ,,iun  den  künftigen  Ingenieur  als  .Arbeiter  ohne  Sonderstellung 

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mit  den  Werkstattarbeiten  und  der  industriellen  Produktion  durch  eigene  An- 
schauung und  eigene  Mitarbeit  bekannt  zu  machen  sowie  ihm  unter  diesen  Ver- 
hältnissen Gelegenheit  zu  bieten,  die  Arbeiter  durch  unmittelbaren  Verkehr  richtig 
beurteilen,  behandeln  und  in  ihrer  Denkweise  verstehen  zu  lernen".  Durch  diese 
wichtige  und  wohltätige  Bestimmung,  die  auch  in  die  Aufnahmebestimmungen  der 
Hochschule  überging,  wurden  alte  Wünsche  endlich  erfüllt.  Im  Jahre  1884  wurde 
ein  später  (1899)  wieder  eingegangener  Studienkurs  für  Kandidaten  des  höheren 
Eisenbahn-,  Post- und  Telegraphendienstes  eingerichtet,  dagegen  wurde  die  Kunst- 
gewerbeschule, die  1881  einen  eigenen  Vorstand  erhalten  hatte,  im  Jahr  1886  ganz 
abgetrennt. 

Seit  1885  konnten  auch  Humanisten,  zum  Teil  nach  einem  Vorstudium  von  zwei 
Semestern,  in  allen  Fachschulen  zugelassen  werden.  Im  Jahre  1886  wurde  auch  für  die 
Diplomprüfung  der  Maschineningenieurfachschule  ein  Jahr  Werkstattpraxis  ver- 
langt und  die  Erwerbung  eines  Diploms  in  Elektrotechnik  möglich  gemacht. 
Am  25.  Februar  1890  erhielt  das  Polytechnikum  durch  König  Karl  die  Bezeich- 
nung ,, Technische  Hochschule",  die  Fachschulen  wurden  durch  Abteilungen  er- 
setzt. Das  Jahr  1900  brachte  eine  Neuordnung  des  chemischen  Unterrichts,  das 
Jahr  1892  neue  Bestimmungen  für  die  Staatsprüfungen  im  Baufach  und  für  die 
Diplomprüfungen  (Vorprüfung  auch  für  Architekten  und  Englisch  für  Humanisten). 
In  den  Jahren  1893  bis  1895  wurde  ein  Neubau  für  das  elektrotechnische  Institut 
und  das  Laboratorium  für  allgemeine  Chemie  ausgeführt,  in  den  Jahren  1898 
bis  1900  der  Neubau  für  das  Ingenieurlaboratorium  in  Berg,  im  Jahr  1904  der 
Neubau  der  Materialprüfungsanstalt,  ebenfalls  in  Berg,  1900  und  1901  das  Haupt- 
gebäude durch  einen  Flügel  an  der  Keplerstraße  von  Gebhardt  erweitert. 
Am  22.  Januar  1900  wurde  der  Hochschule  das  Recht  zur  Erteilung  des  Grades 
eines  Diplomingenieurs  und  das  Promotionsrecht  in  den  technischen  Abteilungen 
verliehen  sowie  die  Bezeichnungen  Rektor,  Senatsausschuß  und  Senat  eingeführt. 
Im  Jahr  1901  wurde  eine  zweite  ordendiche  Professur  für  Elektrotechnik  ge- 
schaflen  und  am  26.  September  1903  eine  neue  Verfassung  gegeben,  nach  der  die 
Hochschule,  der  31  ordentliche  Professoren  angehörten,  in  sechs  Abteilungen  (Ar- 
chitektur, Bauingenieurwesen,  Maschineningenieurwesen  einschließlich  Elektro- 
technik, Chemie  einschließlich  Hüttenwesen  und  Pharmazie,  Mathematik  und 
Naturwissenschaften  und  allgemein  bildende  Fächer)  gegliedert  war.  190G  erhielt 
die  Hochschule  einen  Vertreter  in  der  Ersten  Kammer.  Die  Erste  Staatsprüfung 
kam  1909  in  Wegfall  und  wurde  durch  die  Diplomi)rüfung,  also  eine  rein 
akademische  Prüfung,  ersetzt.  Die  Erweiterung  der  HochsciuiU-  wurde  dunli 
die  Errichtung  des  neuen  physikalischen  Instituts  in  der  Wicderholdstraße  und 
durch  die  Erstellung  eines  Bildhaueratelicrs  in  der  Azenbcrgstraße  lortgesetzl.  Dem 

17 


ll.lt;r  clrs    llicun    Kllipps<  licil    1  Illlle-llWcl  k 


I  im  Xculcii  (In  Slaih  r.sson  (im  Bau; 


Rektor  wurde  191 2  der  Titel  Magnifizenz  und  das  Recht  zum  Tragen  der  Amts- 
kette verliehen.  Schon  1910  waren  \'orlesungen  üy:>er  Luft-  und  Kraftfahrwesen 
eingerichtet  worden;  im  Jahre  19 11  wuide  eine  ordentliche  Professur  für  diese 
neuen  Gebiete  geschafien.  Unter  den  Stiftungen  ist  besonders  die  Robert-Bosch- 
Stiftung  im  Jahre  igio  mit  einer  Million  Mark  zu  nennen. 

Der  Ausbruch  des  Kriegs  im  Jahre  1914  ließ  die  Hoclischule  veröden  und  brachte 
Hemmungen  aller  Art.  Der  Ausgang  des  Kriegs  brachte  der  Hochschule  eine  un- 
geahnte Uberfüllung,  die  seither  wohl  etwas  zurückgegangen  ist,  aber  doch,  da 
weite  Kreise  sich  jetzt  der  Technik  zuwenden,  zu  einer  dauernden  Überlastung 
aller  Hochschuleinrichtungen  geführt  hat.  Hielt  sich  die  Zahl  der  Studierenden  vor 
dem  Krieg  ziemlich  regelmäßig  auf  etwa  800 — 1000,  so  stieg  sie  nach  dem  Krieg 
auf  etwa  2000,  wozu  noch  mehrere  hundert  Gasthörer  treten.  Am  28.  September 
1921  trat  eine  neue  Verfassung  in  Kraft,  nachdem  die  Zahl  der  Abteilungen  schon 
vorher  durch  Zusammenlegung  der  Mathematisch-naturwissenschaftlichen  Ab- 
teilung mit  der  Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften  auf  fünf  vermindert 
worden  war.  Die  Allgemeine  Abteilung  erhielt  1922  das  Promotionsrecht,  allerdings 
in  beschränktem  Umfang.  Die  r.rweitcrung  der  Hochschule  konnte  glücklicher- 
weise auch  nach  dem  Kriege  weitergeführt  werden:  im  Jahre  1922  wurde  das 
Röntgenlaboratorium  gebaut,  im  Jahre  192.1  mußte  wegen  der  durch  die  Über- 

18 


Montage 


48 -juo  PS  Uli  das  Piimpspcicheiwerk  Heixlecke  (Ruhr 


füUung  unhallbai-  gewordenen  Zustände  der  Nevibau  für  den  größeren  Teil  der 
Maschineningenieurabteilung  gebaut  werden,  der  allerdings  auch  heute  nicht  aus- 
reicht. Im  Jahr  1927  wurde  das  Laboratorium  für  physikalische  und  Elektrochemie 
in  der  Wiederholdstraße  gebaut  und  neuerdings  das  Botanische  Institut  soweit 
möglich  erweitert,  das  Laboratorium  für  Luft-  und  Kraftfahrwesen  in  Untertürk- 
lieim  ausgebaut,  ein  Laboratorium  für  Verbrennungskraftmaschinen  in  Berg  ge- 
baut, ein  Institut  für  Hebe-  und  Transportanlagen  im  Hof  des  Hauptgebäudes  er- 
richtet. Ebenso  wurde  das  Elektrotechnische  Institut  wesentlich  erweitert  und  ein 
Wasserkraftmaschinenlaboratorium  in  Angriff"  genommen. 

Die  Not  der  Zeit  führte  zur  Bildung  von  Selbsthilfeorganisationen  der  Studenten- 
schaft. Diese  sind  heute  zusammengefaßt  in  der  Stuttgarter  Studentenhilfe,  E.  V., 
die  weitgehende  Unterstützung  aller  Kreise,  insbesondere  auch  der  Industrie  ge- 
funden hat  und  außerordentlich  segensreich  wirkt.  Sorgt  die  Studentenhilfe,  in  der 
Professoren  und  Studenten  in  freiwilliger  Arbeit  vereint  sind,  für  die  wirtschaftlichen 
Belange  der  Studierenden,  so  unterstützt  die  Vereinigung  der  Freundr  der  Tech- 
nischen Hochschule  Forschung  und  wissenschaftliciie  Arbeit  der  Hochschule. 
Die  Schwierigkeiten,  mit  denen  die  Technische  Hochschule  an  ihrem  gegenwärtigen 
Platze  zu  kämpfen  hat,  zeigen  sich  deutlich  in  der  unerträglichen  Zerstreuung 
ihrer  Anlagen  über  einen  großen  Teil  des  Sladlgebiels.  Es  ist  daher  zu  verstehen. 


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daß  schon  im  Jahre  1925  der  Plan  auftauchte,  sämtHche  Anlagen  der  Hochschule 
allmähHch  auf  einem  Platze  zusammenzufassen.  Die  Entwicklung  drängt  ge- 
bieterisch nach  einer  solchen  Lösung.  Für  eine  neuzeitliche  Hochschule  ist, 
.sollen  Bau  und  Betrieb  billig  sein  und  den  wechselnden  und  heute  vielfach  noch 
gar  nicht  vorauszusehenden  Bedürfnissen  angepaßt  werden  können,  ein  großer, 
ja  ein  sehr  großer  Platz  erforderlich.  Gerade  in  Stuttgart  abci-  ist  es  sehr  schwer, 
einen  solchen  Platz  zu  finden.  Am  seitherigen  Platze  können,  das  zeigen  alle  Unter- 
suchungen, die  unbedingt  nötigen  Laboratorien  nicht  geschaffen  werden,  eine 
Verlegung  muß  also  ins  Auge  gefaßt  werden.  So  steht  die  Technische  Hochschule 
heute,  in  den  Tagen  ihrer  Hundertjahrfeier,  wieder  da,  wo  sie  begonnen  hat: 
Platzmangel  und  Geldmangel  nach  schwerer  Kriegszeit  erschweren  die  Ausführung 
eines  Planes,  der  doch  ausgeführt  werden  muß,  .soll  die  Hochschule  ihren  alten 
Ruf  behalten.  Haben  doch  eine  Reihe  bedeutender  Männer  an-  ihr  gewirkt,  so 
K.  G.  Weitbrecht,  Bildhauer  (von  1832  bis  1836),  von  Manch,  Architekt  (im  Jahre 
1839  berufen),  H.  v.  Fehling,  Chemiker  (1839 — 1883),  dessen  Einfluß  auf  die  che- 
mische Industrie  Württembergs  von  größter  Bedeutung  war,  Gustav  Breymann, 
Professor  der  Baukunde  (1840  berufen),  Dr.  J.  B.  Gugler  (1843 — 1880),  bahn- 
brechend auf  dem  Gebiete  der  darstellenden  Geometrie,  Joseph  von  Egle  (1851 
bis  1857),  der  Erbauer  des  Gebäudes  der  Technischen  Hochschule,  der  Baugewerbe- 
schule und  der  Marienkirche  hier,  Holzmann  (1851  — 1865),  bedeutender  Physiker, 
J.  G.  Fischer  (1856 — 1858),  der  bekannte  Dichter,  Christ,  von  Leins  (1858 — 1892), 
Erbauer  der  Villa  Berg  und  der  Johanneskirche,  Mohr  (1867 — 1873),  bedeutender 
Vertreter  der  Mechanik,  Gustav  Adolf  Gnanth,  Architekt,  besonderer  Förderer  des 
Kunstgewerbes  (1870 — 1877),  Friedrich  Th.  Vischer,  der  bekannte  Ästhetiker,  ehe- 
maliges Mitglied  der  Nationalversammlung  (1848),  seit  1869  an  der  Hochschule, 
Wilhelm  Lübkc,  Kunsthistoriker,  von  1865  bis  1885  am  Polytechnikum  und  der 
Kunstschule  Stuttgart,  Viktor  Meyer,  hervorragender  Chemiker  (1871  — 1872), 
Dr.  J.J.  V.  Weyrauch  (1874 — 1917),  Vertreter  der  Ingenieurkonstruktionen  und 
der  Wärmetheorie,  Adolf  von  Ernst,  bekannter  Vertreter  des  Hebezeugbaus  (1884 
bis  1907J,  Dr.  E.V.  Hammer,  bedeutender  Geodät  (1884-1925),  S.  Neckelmann 
(1892  Nachfolger  von  Leins),  Erbauer  des  Landesgewerbemuscums,  und  nicht 
zuletzt  der  unermüdliche  Förderer  der  Hochschule,  Staatsrat  von  Bach. 
So  steht  heute  die  Technische  Hochschule  in  Wahrheit  an  einem  bedeutsamen 
Wendepunkt.  Es  ist  zu  holl'en,  dal^  ungcachli-t  dci'  schwierigen  wirtschaftlichen 
Verhältnisse  die  Verlegung  besclilossen  und  der  neue  Platz  nicht  aus  Slimnningen 
des  Augenblicks  heraus,  sondern  in  dem  BewuLUsein  gewählt  wird,  dal^  dainil  das 
Scliicksal  der  Hochschule  endgiiltii;  und  ein  für  allemal  entschieden  ist. 
ßci  diescin   ncnzcitlichen   Anl'ban   kdiiunl   es  nach   ühercinsliinmender  Aiiiiassung 

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aller  dabei  Beteiligten  besonders  darauf  an,  die  Bedürfnisse  der  Hochschule  auf  eine 
lange  Reihe  von  Jahren  zu  befriedigen. 


Kgl.  Pulyteclmisrhe  hchule  in  de -r  >iceslralje  imjahr  1864 


AUSBLICK  IN  DIE  ZUKUNFT 

\'on  Professor  Dr.  R.  Grammel,    Rector   designatus  der  Technischen  Hochschule 

Die  Technische  Hochschule  Stuttgart  überschreitet  die  Schwelle  zum  Eingang  in  ihr 
zweites  Jahrhundert  mit  Hoffnungen,  Wünschen  und  Plänen  mannigfacher  Art. 
Das  erste,  was  sie  von  der  nächsten  Zukunft  erwartet,  ist  die  Verwirklichung  der 
Baupläne,  die  sie  seit  Jahren  sorgfältig  erwogen  hat,  und  deren  Durchführung  in 
irgendeiner  befriedigenden  Weise  sie  als  unerläßlich  ansehen  muß.  Die  Hochschule 
ist  überzeugt,  daß  ein  Neubau  von  Grund  auf  die  Vorbedingung  für  ihre  weitere 
Lebens-  und  Entwicklungsfähigkeit  bildet,  und  sie  hofft  für  diesen  ihren  wichtigsten 
Wunsch,  wie  bisher  so  auch  künftig,  auf  das  wohlwollende  Verständnis  ihres  Heimat- 
landes und  ihrer  Heimatstadt.  Nicht  aus  Aufblähungs-  oder  Neuerungssucht  ist 
solcher  Wunsch  geboren,  sondern  aus  der  Erkenntnis  der  Notwendigkeit.  W^ie  alle 
großen  Industriewerke  sich  in  den  letzten  Jahrzehnten  zum  Zwecke  der  Rationali- 
sierung baulich  umgestaltet  und  umgestellt  haben,  so  sind  auch  die  technischen 
Hochschulen,  eine  nach  der  andern,  teils  zögernd,  teils  zielbewußt,  darangegangen, 

21 


das  alte  Gewand  abzustreifen  und  ein  neues  anzuziehen,  ein  ganz  natürlicher  und 
unaufhaltbarer  Vorgang,  der  sich  in  ähnlicher  Form  auch  bei  den  Universitäten 
verfolgen  läßt. 

Das  Ideal  einer  modernen  Hochschule  ist  nicht  ein  prunkhaftes  Lehrgebäude  mit 
kümmerlich  hineingezwängten  Instituten,  sondern  ein  einheitlich  geplanter,  räum- 
lich zusammenhängender  Komplex  von  frei  entwicklungsfähigen,  fabrikartig  or- 
ganisierten Instituten,  die  durch  ein  gemeinsames  Verwaltungs-  und  Lehrgebäude 
zusammengehalten  werden.  Wie  die  Hochschulen  aller  Großstädte,  so  muß,  um 
dieses  Ideal  zu  erreichen,  auch  die  unsrige  danach  trachten,  sich  aus  der  Um- 
klammerung im  Stadtkern  zu  befreien  —  nicht,  wie  bisher,  durch  Zersplitterung 
ihrer  Institute,  sondern  durch  Hinausrücken  in  jungfräuhches  Gelände  am  Rande 
der  Stadt.  Das  erste  und  wohl  auch  das  zweite  Jahrzehnt  des  neuen  Jahrhunderts 
der  Stuttgarter  Hochschule  wird  ganz  unter  dem  Zeichen  dieser  Entwicklungs- 
tendenz stehen;  und  auch  die  finanziellen  Opfer,  die  die  Verwirklichung  dieses 
großen  Planes  erfordert,  werden  sich  tragen  lassen,  wenn  man  bedenkt,  daß  von 
dem  Augenblick  an,  wo  jedes  Einzelbedürfnis  nur  noch  als  Flickwerk  am  alten 
Bestand  befriedigt  werden  kann,  Neuschaffen  noch  immer  auf  die  Dauer  billiger 
gewesen  ist  als  Flicken. 

Dieser  AugenbHck  ist  für  unsere  Hochschule  jetzt  gekommen.  Die  Errichtung  oder 
Erneuerung  vieler  und  gerade  der  wichtigsten  Institute  der  Hochschule  —  zum 
Beispiel  der  maschinen-  und  bautechnischen  —  läßt  sich  nicht  länger  hinaus- 
schieben, ebensowenig  die  kraft-  und  wärmewirtschaftliche  Zusammenfassung  des 
ganzen  Hochschulkomplexes.  Denn  auch  der  Organismus  einer  Hochschule  muß 
heute  die  Grundsätze  der  sachgemäßen  Betriebsführung  beachten,  die  schon  längst 
in  jedem  größeren  Industriewerke  gelten. 

Hand  in  Hand  mit  diesem  äußeren  Neuaufbau  wird  eine  innere  Erneuerung  der 
Hochschule  gehen  müssen.  Ich  meine  hier  weniger  die  viel  erörterten  Fragen  der 
Unterrichtsreform  als  vielmehr  die  Ausgestaltung  zur  wirklichen  ,, Hochschule" 
im  wahrsten  Sinn  dieses  Wortes. 

Wie  die  Technik,  das  rasch  heranwachsende  Kind  des  neunzehnten  Jahrhunderts, 
vom  Standpunkt  reifster  Kultur  aus  sich  immer  ein  wenig  als  Emporkömmling  an- 
sehen lassen  mußte,  so  haftet  auch  den  technischen  Hochschulen,  die  doch  mit 
dem  besinnungslosen  Eilmarsch  der  Technik  Schritt  zu  halten  gezwungen  waren, 
heute  zweifellos  noch  viel  Unausgeglichenes  an,  viel  Einseitiges,  Fragwürdiges. 
Die  Technik  hat  sicherlich  mehr  Kulturgüter  geschafien,  als  ihre  Gegner  zuge- 
stehen; sie  hat  aber,  vom  hastenden  Entwicklungsdrang  getrieben,  im  unablässigen 

22 


wwyr^' 


Mutly.ut.    Nnir.  S,  IiImI; 


/'hm.  Wwit.  BUdstcIle,  ilullgart 


Nlullgart.  Konigsba 


l'liol.  Srhuah.  hunslvtrtag  Hain  Hi' 


23 


Kampfe  mit  sich  selbst  stellend,  nie  bisher  Zeit  gehabt  zui'  kulturellen  Synthese 
ihrer  Leistungen. 

Diese  Synthese  zu  schatten,  die  EinHechtung  der  Technik  in  das  Ciewebe  der 
Kultur  aufzuzeigen  und  weiterhin  führend  zu  leiten,  das  ist  nach  meiner  Über- 
zeugung die  vornehmste  Aufgabe  und  das  edelste  Ziel  der  technischen  Hoch- 
schulen in  der  kommenden  Epoche.  Heute  übermitteln  sie  zwar  Einzel  wissen  in  ui- 
erschöpflicher  Fülle;  und  gewii^  werden  sie  das  auch  künftig  tun,  wenn  sie  ihre 
Schüler  für  den  technischen  Beruf  ausrüsten  wollen.  Aber  sie  sollen  in  zweifachem 
Sinne  über  ihre  Schüler  hinaus  wirken.  Sie  müssen  dahin  wirken,  daß  die  Technik 
und  deren  Hilfswissenschaften  endlich  ebenso  fest  dem  Gefüge  der  kulturellen 
Bildung  eingegliedert  werden  wie  die  Kunst,  die  Literatur,  die  Geisteswissenschaf- 
ten. Und  sie  müssen  dahin  wirken,  daß  die  Technik  nicht  mehr  als  kulturfeindHch 
empfunden  werden  kann,  daß  die  höchste  Technik  wirklich  das  wird,  wozu  sie 
berufen  ist:  die  dienende  Freundin  der  höchsten  Kultur.  Hier  liegt  vielleicht  die 
größte  und  schwerste  Aufgabe  der  Neuzeit. 

Der  Wunsch,  an  der  Bewältigung  dieser  Aufgabe  mitzuarbeiten,  wird  als  Leit- 
stern in  ihrem  zweiten  Jahrhundert  auch  der  Stuttgarter  Hochschule  voranleuch- 
ten. Sie  muß  sich  darüber  klar  werden,  wie  sie  sich  zu  solcher  hohen  Mission  am 
besten  rüsten  kann.  Vor  allem  wird  sie  ihre  Allgemeine  Abteilung  im  Sinne  dieser 
Kulturaufgabe  ausbauen  müssen,  so  ausbauen,  daß  von  da  die  ,,universitas"  der 
ganzen  Hochschule  gleichsam  ausstrahlt.  Ferner  wird  sie  sich  in  Zukunft  nicht 
mehr  bloß  darauf  beschränken  dürfen,  den  Ingenieur,  den  Architekten,  den  Che- 
miker ,, auszubilden",  vielmehr  danach  trachten  müssen,  ihn  bewußt  in  den 
Dienst  jener  Mission  zu  stellen,  ihn  zum  Akademiker,  nicht  nur  dem  Namen, 
sondern  der  Gesinnung  nach  zu  schulen.  Und  endlich  wird  sie  bei  der  Berufung 
ihrer  Lehrer  und  Forscher  zwar  immer  einen  strengen  Maßstab  an  die  fachliche 
Tüchtigkeit,  einen  noch  strengeren  aber  an  die  Persönlichkeit  legen  müssen.  Der 
große  Lehrer  und  Forsc  her  mehrt  das  Ansehen  der  Hochschule,  die  tiefste  Wirkung 
aber  gellt  immer  nur  von  der  IVrs()nli(likeit  aus. 

Deutlich  genug  sind  heute  die  Zeichen  dalür,  daß  die  Technik  und  ihre  Hoch- 
schulen an  einem  Markstein  der  Entwickhmg  stehen.  Lind  so  dürfen  wir  auch  die 
hundertste  Wiederkehr  des  (iründungstages  der  Stuttgarter  1  loclischule  nicht  blol.? 
als  einen  äußerlichen  PLinschnitt  in  ihrer  Lebensgeschichte  auffassen,  sondern  als 
den  Beginn  eines  neuen  Abschnitts  ihrer  Wirksamkeit.  Wir  hoffen,  daß  das  zweite 
Jahrhundert  unserer  Hochschule  vollenden  v\ird,  was  im  eisten  vorbereitet  ward. 

24 


VERZEICHNIS  DER  REKTOREN 
SEIT  EINFÜHRUNG   DES   REKTORATS 

V.  Bach,  Baudirektor i  »»5     1888 

V.  Weyrauch,  Dr.,  Piotcssor 1889-1892 

V.  Lemcke,  Professor 1892— 1895 

V.  Hell,  Dr.,  Professor 1896— 1899 

V.  Weyrauch,  Dr.,  Professor 1899—1902 

Weitbrecht,  Professor 1902—1904 

Fünfstück,  Dr.,  Professor 1904—1905 

Mörike,  Professor i90,5~  '9t>7 

Fünfstück.  Dr.,  Professor 1907-    1909 

Thomann,  Professor     1909— 191 1 

Müller,  Dr.,  Professor     1911  — 191 2 

Bantlin,  Professor 1912-1914 

Sauer,  Dr.,  Professor 1914-1917 

Kubier,  Professor 1917-1919 

Ffechter,  Dr.-Ing.,  Professor 1919  —  1920 

Gutbicr,  Dr.,  Professor 1920-1922 

Maier,  Professor     1922—1923 

Weizsäcker,  Dr.,  Professor 1923—1924 

Grube,  Dr.,  Prolcssor      1924—1925 

Veesenmcycr,  Professor '9-5      19-'' 

Meyer,  Dr.,  Protrssoi 192()      1927 

Sclnnoll  V.  Eiseinverlh,  Professor 1927-1929 

(irammel,  Dr.,  Proles.sor 1929—1930 


25 


VERZEICHNIS  DES  LEHRKÖRPERS  UND  DER  VERWALTUNG 
EINSCHLIESSLICH  BIBLIOTHEK 


Rektor: 

Professor  Sclimoll  \.  Kisctiwcrtli  his  rjim   'fuhilniim  liirsrhlirjlhi  h: 

nach  dem   'Jubiläum  Professor  Dr.  CJraninicI. 


Kleiner  Senat 

I  'orsilzeiidei :   der  Rektor. 

Mitglieder:    der  Prorektor,   die  fihij   Ahteilungs- 

vorstände    (Ott,    Wctz.el,    Ncumann,    Grube, 


Woernlcj,  Jcrncr  der  iiußcroi  deutliche  Prnjcssor 
und  Privatdozent  Schmidt  ah  Vertreter  der  Nicht- 
ordinarien  und  der  Amtmann,  Reg. -Rat  Dölkcr. 


Großer  Senat: 


\'orsitzender:  der  Rektor. 

Mitglieder:  dieordentl.  Profes.wren:  Bantlin,  Wid- 
maicr,  Wesenmeyer,  Weizsäcker,  Schmoll 
\-.  Eisenwerth,  Kriemier,  Maier,  Bonatz,  Jans- 
sen, Fiechter,  Kutta,  Emde,  Häbich,  Morsch, 
Grube,  Schmitthenner,  Maier-Leibnitz,  \on 
Pistorius,  Regener,  Grammel,  Braun,  Pfeiffer, 


Ewald,  Wilke-Dörfurt,  Brauhäuser,  Härder, 
Rothmund,  Doetsch,  Ott,  Wetzel,  Glocker, 
Neumann,  Pirath,  v.  Gruber,  Wocrnle,  We- 
werka,  Herrmann,  der  ao.  Professor  Keuer- 
\cbcv,  ferner  die  ao.  Profes.wren  und  Privatdozenten 
Schmidt  und  Sauer  als  Vertreter  der  Privatdo.zen- 
ten  und  der  Amtmann,  Reg. -Rat  Dölkcr. 


Beamte: 

Amtmann:   Reg.-Rat  K.  Dölkcr.  \'cr\valtungssekretär:    E.  Schmid. 

Kassier:   Oberrechnungsrat  G.  Fanilr.  Oberbibliothekar:  Professor  Dr.  Marx. 

Rechnungsrat:  H.  Donner.  Bibliothek-Obersekretär:  H.  Zielfleiscii. 

01)ersekretärc:  A.  Breuninger,  O.  Hartmann,  A.  Jung. 

I.  Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften 
Vorstand:  Ott,  Dr.,  Professor 


( )i-dcntli(  h(  Professoren: 
Mehmke,  R.,  Dr.,  Dr.-lng.  (von  den  Amtspflich- 
ten enthoben),  Weizsäcker,  H.,  Dr.,  Kutta,  \V., 
Dr.,  Meyer,  Th.,  Dr.  (von  den  Amtspflichten  ent- 
hoben),PislormSjWjTh.,  Dr., Staatsminister  a.D., 
Rcgener,  E.,  Dr.,  Pfeiffer,  F.,  Dr.,  Ewald. 
P.  P.,  Dr.,  Doetsch,  G.,  Dr.,  Ott,  A.  G.,  Dr., 
CJlocker,  R.,  Dr. 

Beauftragte  Dozenten: 
Wölffing,  E.,  Dr.,  Professor,  Gastpar,  A.,  Dr., 
ao.  Professor,  I.  Stadtarzt,  Göz,  K.,  Dr.  jur., 
Rechtsanwalt,  Göllcr,  H.,  Dr.,  Patentanwalt, 
Keller,  H.,  Dr.,  Professor,  Kirchenmusikdirektor , 
Dierlamm,  G.,  Dr.,  Professor  an  der  Wilhelms- 
Realschule,  Wunderlich,  E.,  Dr.,  ao.  Professor, 
S(  hlci(her,  E.,   Vizekonsul,  Hildebrandt,  H., 

26 


Dr.,  ao.  Professor,  Rciiiicn,  NE,  Dr.  med.,  Pro- 
fessor, Lutz,  G.,  Dr.  med.,  ao.  Professor,  Liene- 
wald,  K.,  russischer  Staatsrat  a.  D.,  Giesc,  F., 
Dr.,  ao.  Professor,  Ghenau.x-Repond,  J.,  Pro- 
fessor, Strohekcr,  K.,  Oberregierungsrat,  Rapp, 
A.,  Dr.,  ao.  Professor,  Steidle,  fE,  Dr.,  jur., 
Oberlandesgerichtsrat,  Lotze,  .\.,  Dr.,  Studien- 
rat, Rauther,  M.,  Dr.,  Professor,  Schwcnkel,  J., 
Dr.,  Professor,  Faut,  A.,  /)/•.,  Professor  Lic, 
Rieger,  W.,  Dr.,  Professor  an  der  Universität 
Tübingen. 

Pri\atdozenlen: 
Marx,   E.,  Dr.,  ao.  Professor,  Baum,  J.,  Dr., 
ao.   Professor,   Braunbek,   W.,   Dr.-lng.,   Sak- 
mann,  P.,  Dr.,  Profes.wr  a.  D.,  Eöbell,  F.,  Dr., 
Stiidienasses.wr,  Dehlingcr,  U.,  Dr.-lng. 


Stuttgart.  Landestheater,  Großes  Haus 


Phot.  Schwab.  Kunstverlag  Hans  Böttcher,  Stuttgart 


Stuttgart.  Schloßplatz. 


l'hot.  Württ.  Bildstelle,  Stuttgart 


27 


Die  Ermächtigung  zur  Abhaltung  von  Vorlesungen  haben: 
Mollen,  Th.,  Handelsschulrat,  Dcipser,  Lia,  Lektorin  an  der  Universität  Tübingen. 


II.  Abteilung  für  Architektur 
Vorstand:  Wetzel,  Professor 

Ordenthche  Professoren; 
Jassoy,   H.,   Oberbaurat   (von  den  Amtspflichten 
enthoben).    Schmoll   \'.    Eisenwerth,    K.,    Bo- 
natz, P.,  Dr.-Ing.,  Janssen,  U.,  Fiechter,  E., 
Dr.-Ing.,  Schmitthenner,  P.,  Wetzel,  H. 

Außerordentlicher  Professor: 
Keuerleber,  H. 


Beauftragte  Dozenten: 
Otto,    F.,    Dr.-Ing.,   Stadt.   Oberbaurat,   Burk- 
hardt,    R.,    Regierungsbaumeister,   Jaegcr,    P., 
Berger,  H.  W.,  Maler. 

Frivatdozenten: 
Weigel,  W.,  ao.  Professor,  Seytter,  H.,  Regie- 
rungsbaumeister. 


III.  Abteilung  für  Bauingenieurwesen 
Vorstand:  Neumann,  Dr.-Ing.,  Professor 


Ordentliche  Professoren : 
Kubier,  H.,  Oberbaurat  (von  den  Amtspflichten 
enthoben),  Kriemler,  K.,  Morsch,  E.,  Dr.-Ing., 
Maier-Leibnitz,  H.,  Dr.-Ing.,  Rothmund,  L., 
Neumann,  E.,  Dr.-Ing.,  Pirath,  K.,  Dr.-Ing., 
Gruber,  v.,  O.,  Dr. 


Beauftragte  Dozenten: 
Graf,  O.,  ao.  Professor,  Haller,  H.,  Oberregie- 
rungsrat, Braig,  W.,  Oberregierungsrat,  Fischer, 
T.,  Dr.-Ing.,  Professor,  Hirrle,  W.,  Oberlandes- 
gerichtsrat, Kleinschmidt,  E.,  Dr.,  Professor, 
Oberregierungsrat,  Haußmann,  Dr.-hig.  und 
Dr.  mont.  E.  h..  Geh.  Reg.-Rat,  Professor  a.  D., 
Kuny,  W.,  Regierungsbaumeister. 


IV.  Abteilung  für  Chemie 
Vorstand:  Grube,  Dr.,  Professor 


Ordentliche  Professoren: 
Sauer,  A.,  Dr.,  Dr.-Ing.  (von  den  Amtspflichten 
enthoben),  Grube,  G.,  Dr.,  Wilke-Dörfurt,  F., 
Dr.,  Bräuhäuser,  M.,  Dr.,  Härder,  R.,  Dr. 
Beauftragte  Dozenten : 


Dr.,   ao.   Professor,  Landesgeologe,   Müller,   E., 
0  berregierungsra  t . 

Privatdozenten: 

Schmidt,  J.,  Dr.,  ao.  Professor,  Lakon,  G.,  Dr., 

ao.  Professor,  Sauer,  E.,  Dr.-Ing.,  ao.  Professor, 


Kauffmann,  H.,  Dr.,  ao.  Professor,  Wepfer,  E.,      Simon,  A.,  D 

V.  Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  und  Elektrotechnik 
Vorstand:  Woernic,  Dr.-Ing.,  Professor 


Ordenthche  Professoren: 
%'.  Bach,  C.,  Dr.-Ing.,  Staatsrat  (von  den  Amts- 
pflichten enthoben),  Bantlin,  A.,  Widmaier,  A., 
V'eesenmcyer,  E.,  Maicr,  W.,  Emde,  F.,  Dr.- 
Ing.,  Häbich,  W.,  Grammel,  R.,  Dr.,  Braun, 
E.,  Dr.-Ing.,\^ocrn\c,  R.,  ßr.-/;;,?.,  Wewcrka, 
A.,  Dr.-Ing.,  Herrmann,  J. 

Beauftragte  Dozenten: 
Stückle,  R.,  an.  Professor,  Brctschneider,  E.,     fessor,  Haberer,  O.,  Oberingenieur,  Ulrich,  M., 
Reichsbahnoberrat,    Johannscn,    O.,    Dr.-Ing.,      Oberingenieur. 

28 


Professor,  Schlee,  G.,  Direktor,  Keicher,  G., 
Gewerberat,  Dipl.-Ing.,  Fischer,  W.,  Dr.-Ing., 
ao.  Professor. 

Pri\atdozent: 
Enßiin,  M.,  Dr.-Ing.,  Professor. 

Institutsbeamte: 
Stückle,  R.,  ao.  Professor,  Graf,  O.,  ao.  Pro- 


VERZEICHNIS  DER  EHRENSENATOREN  UND  EHRENDOKTOREN 


EHRE NS E NA  TOREM 


\Aorno,Osknr,(iui.sbi:sitzti\h'<illi'i)her«(()A.Tdl- 
nang) . 

Anhegger,  Eugen,  h'ommerzienrat,  Eßlingi'ii. 

Bauer,  Ludwig,  Infi,  der  Fa.  Ludwig  Bauer,  Eisen- 
beton-Hoch- und  Tiefbau,  Stutigarl. 

Berger,  Louis  Hermann,  Boston. 

Berger,  William  Albert,  Boston. 

Blezinger,   Heinrich,   Dr.  jur.   h.  c,   Fabrikant, 
Stuttgart. 

Boscli,  Robert,  Dr.-Ing.  F.  //.,   Fabrikant,  Stutt- 
gart. 

Bredow,  Hans,  Dr.-Ing.  F.  //.,  Staatssekretär, 
Berlin. 

Breiininger,  Eduard,  Kommerzienral,  Stuttgart. 

Ebei'hardt,  Adolf,  Direktor  der  Siemens-Schuckert- 
Werke,  Stuttgart. 

Egelhaaf,  C,  Dr.,   Oberstudienrat  a.   D.,  Stutt- 
gart. 

Esser,  Karl,  Direktor,  Stuttgart. 

Freytag,  Karl,  Dr.  jur.,  Direktor  der  Fa.  Wayß 
&  Freytag  A.-G.,  Frankfurt  a.  M. 

Furch,  Robert,  Fabrikant,  Eßlingen  a.  .N. 

Grünwald,  Heinz,  Baden-Baden. 

Hahn,  Hermann,  Fabrikant,  Stuttgart. 

Heilner,  Richard,  Dr.  rer.  pol.  h.  c,  Direktor, 
Stuttgart. 

Heyne,  Ernst,  Ingenieur,  Stuttgart. 

Hornschuch,  Konrad,  Fabrikant,  Stuttgart. 

Keller,  Edward,  Dr.,  Los  Angeles,  dolorado. 

Klaii)or,  Rudolf,  /'iilirei/iriisidrnl.  Stuttgail. 


Klecniann,  Hans,  Fabrikant,  Obertürkheim. 

Koch,  Ernst,  Dipl.-Ing.,  Doncaster  Torksh., Eng- 
land. 

Kühler,  Emil,  Inh.  der  Fa.  Karl  Kubier  A.-G., 
Stuttgart-Göppingen. 

Langenbcrger,  Ferd.,  Generalkonsul,  Stuttgart. 

Markel,  A".  E.,  Dr.,  London. 

Marquardt,  Ernst,  Hotelier,  Stuttgart. 

Müller,  Adolf  Dr.,  Deutscher  Gesandter,  Bern. 

Neuhof,  Theodor,  Berlin-Steglitz. 

Pick,  Edgar,  Inh.  des  Bankhauses  Pick  &  Co., 
Stuttgart. 

Reichert,  Karl,  Fabrikant,  Cannstatt. 

Reusch,  Paul,  Dr.-Ing.  E.  lt.,  Konimer.zienrat, 
Oberhausen  (Rheinland). 

Schaber,  August,  Direktor,  Durlach. 

Schill,  Emil,  Dr.,  New  Fork. 

Sommer,  Albert,  Dr.-Ing.,  Generaldirektor, 
Dresden. 

Stettiner,  Wilhelm,  Fabrikant,  Stuttgart. 

Stoz,  Hugo,  Fabrikant,  Weingarten. 

Suter,  Ernst,  Konsul,  Stuttgart. 

Tauchmann,  6'.,  Oberingenieur,  C.harlottenburg. 

Tratz,  F.,  Oberingenieur,  Nürnberg. 

Vischer,  Hermann,  Direktor,  Bietigheim. 

Waibel,  Emil,  Direktor,  Kuchen. 

Werner,  Otto,  Ingenieur,  Stuttgart. 

Winkler,  Gustav,  Berlin. 

Zillingcr,  Hermann,  Direktor  der  .Mauser-Werke 
A.-G.,  Oberndorf  a.  .N. 


FHRE.KDOKTORF.N 

I .  Ahlcihni"  lur  Ak  liiliktiir 


ßruckinann,  Peter,  (jcIi.  Hofrat,  Ileilbronn. 

Eisenlohr,  Ludwig,  Oberbaurat,  Stuttgart. 

Fischer,  Theodor,  Dr.phil.,  Professor  a.  d.  Tech- 
nischen Hochschule  .München. 

(Jurlitl,  Kornelius,  Dr..  Geh.  Hifral  ii.  Professor, 
Dresden. 

Halmluiber,  Gustav,  Pr<fes\or  a.  d.  'I eehnischen 
Hoch  schule  Hannover. 


Hoümann,  Julius,  Verleger,  Stuttgart. 
Jansen,  Hermann,  Architekt,  Berlin. 
Ricmcrschmid,  Richard,  Geh. Rat,  Professor, 

Dihkloi  dei  Kunstgewerbeschule  Köln. 
ScIicLilclcii,  lleinr.,  Fabrikant,  Oberlenningen. 
Steinmetz,  Georg,  Architekt,  Berlin. 
Wicgand,  'Theodor,  Dr.  pliil.. Direktor  der  .Museen. 

Ilerlin. 


'-'9 


Sniit<4arl.    Allt■^  S<  1 


/'/'()/.  /..  S.lulllel.  Sluliil.llt 


IL  Abteilung  für 

Hfinliaici,  kail,  liai/ial,  ^ivilingenieur,  Berlin. 

Deiningei-,  August,  Direktor  der  Eisenhochbau- 
abteilung der  Maschinenfabrik  Augsburg- 
\iirnberg,  Werk  Gustavsburg. 

Fenne),  Adolf.  Seniorchef  der  Firma  Otto  Fennel\ 
Sühne,  Kassel. 

Hensoldl,  Karl,  li'e l.zlar. 

Kapsch,  (•eiirg,  /'rojessar  a.  d.  'ii-chiii'.ihen  llodi- 
schule  Ciraz. 

König,  Albert,  Dr.,  Jena,  J^eißiverke. 

Kuinbier,  Max,  Staatssekretär  a.  D.  und  Direktor 
der  Deutschen  Reichsbahngesellschaft.  Berlin. 


Bauingenieurwesen 

Mörscii,  Emil,  Professor  a.  d.Techn.  Hochschule 
Stuttgart. 

.VIu\',  Oskar,  Direktor  der  Zweigniederlassung 
Halle  a.  d.  S.  der  Wayß  &  Freytag  .1.-6'. 

Scheelhaase,  Franz,  Baurat  und  Direktor  der 
Stadt.  Wasser-  und  Gaswerke,  F'rankfurI  a .  .1/. 

Schwenk,  Karl,  Kommerzienral,  Ulm  a.  d.  I). 

Sigldcli,  Daniel,  Bürgermeister,  Stuttgart. 

Wolman,  Karl  Heinrich,  Direktor  der  (hiihen- 
holzimprdgnierung  G.  m.  b.  H.,  Berlin-Grune- 
wald. 


III.  ,\l)i(ili 


.\I; 


(■iliiiig  liir  .MascniiK'iiingctiieiirwescii  einscli 


lielili 


'klKih 


iiilger,   Heinrich,   Dipl.-Ing.,   Direktoi    und   Wn-  Debacli.  Hugo,  Direktoi  dci  Wiirll.  Metalhcaien- 
stand  der  Deutschen  .Mauhincnfabrik  .1. -("/.,  fabrik,  Geislingen  a.  d.  St. 

Duisburg.  Dick,  Otto,  Fabrikant,  Eßlingen. 

Bühringcr,  Georg,  Kommerzienrat,  Göpjiingcn.  Dion,  Jakob,  Direktor  der  [.(•.  Farbenindostrie 

Bosch,  Robert,  Fabrikant,  Stuttgart.  .l.-C'.,  Bitterfeld. 


3^ 


StulltjaM.    M.iillpl 


Doinici-,  (,'liiiiiliiis,  Diit'klui  da  Duiiiii'i-Mi'litll- 

baiitfii  G.m.b.H.,  Manzell- 
Dürr,   Ludwig,  Direktor  di'\   l.iifhchijjhaiis  .~t/)- 

pelin,  Friedrichshaltii . 
Eckener,  //«i;o,  Direkbir  dt\  /.ii/hdiijllxiiis  ^c/j- 

pelin ,  Friedricksluijfii . 
Fein,  ßerlfwld,  Ingenieur,  Sliittgarl. 
Gminder,  Etnil,  Fabrikbesitzer,  Rei(tlingiii. 
Greiner,  Fritz,  Direktor  der  .ifa.srhi/ieii/abrik 

Eßlingen. 
(niillcaume,  Mti\,  Oberiiigeiiieiir  de\  .[minoniak- 

werks  Merseburg. 
CJutcrmutli,  Ala.x,  Geh.  liuurat,  Proje.wor  iin  dn 

Technischen  Hochschule  Darmstadt. 
Heinkcl,  Ernst,  Direktor,  Warnemünde. 
Hcttlcr,  Alfred,  Dipl.- lug.,  Direktor  der  Siemens 

&  Halske  A.-G.,  Siemensstadt  bei  Berlin. 
Hirlli,   Albert,   Fabrikant,   Ingenienr,   Cannstatl- 

Stuttgail. 
Hol/vviirlli,  /^;//^,  Dijil.-Ing.,  Diisseldotf. 
Hornscluii'li,    Frit.z,    komniei riennit.    kulinbatli 

( Ihiyern ) . 


liial.  \,l„r„h.  fuiinlrnl.io  Ihiin  llol/Jur.  Sliillaarl 

Johannsen,  Otto,  Professor,  Reutlingen. 

Kcrslen,  Wilhelm,  Direktor  der  Telejonapparate- 
fabrik  E.^wietusch  &  Co.,  G.m.b.H.,  Ber- 
lin-Lichter fehle. 

Kiltcl,  Fjigen,  Direktor,  Stuttgart. 

KraulV  .Iddlf,  Direktor  der  L  G.  l-'iubeuindustiie 
A.-G.,  LudwigshaJ'en  a.  Rh. 

Kuhn,  Friedrich  Wilhelm.  Direktor  der  Baum- 
wollj'einspinnerei  Augsburg. 

Maybach,  Karl,  Direktor  des  .\liiybach-.\lutoren- 
baus.  Friedrichshafen . 

Mayl)a.h,  Wilhelm,  Oberbaurat,  Slutlgait-Caun- 
slatl. 

Mcn_nr,  .1.,  Difl.-Ing.,  Laudrshaural  und  Vor- 
standsmitglied der  Bayernwerke  :\.-(>.  und 
Mittlere  Isar  .1.-6'.,  München. 

Oclschlagcr,  Ernst,  Oberingenieur  bei  den  Sie- 
mens-Schuckert-Werken,  Berlin-Siemensstadt. 

Porsche,  Ferd.,  Direktor,  Wien. 

Riilitcr,  Rudolf  Professor,  Direktor  des  Elektro- 
technischen Instituts  an  dei  'hchnischen  Hoch- 
schule h  arlsnihr. 


Roesch,  Karl,  Fabrikant,  AlüUieim  a.  d.  Ruhr. 

Schenkel,  Moritz,  Dipl.-Ing.,  Oberingenieur  bei 
denSiemens-Schuckert-Werken,Charlottenburg. 

Schwarz,  Georg,  Direktor  der  Neckarsulmer  Fahr- 
zeugwerke A.-C,  Neekarsulm. 

IV.  Abteilu 

Biltz,  Wilhelm,  Dr.,  Projessor  au  der  Technisehen 
Hochschule  Hannover. 

Gramer,  Wilhelm,  Dr.,  Generaldirektor,  Dessau. 

Eber,  Albert,  Direktor  der  Germania-Linoleum- 
werke, Bietigheim. 

Erlwein,  Georg,  Dr.,  Chefchemiker  der  Siemens  & 
Halske  A.-G.,  Berlin-Siemensstadt . 

Foerster,  Fritz,  Dr.,  Geh.  Hofrat,  Professor  an 
der  Technischen  Hochschule  Dresden. 

Hauff,  Fritz,  Dr.,  Direktor  der  Firma  ~j.  Hauff  & 
Co.,  G.m.b.H.,  Feuerbach. 

Hundeshagen,  Franz,  Dr.  phil.,  Stuttgart. 

Klein,  Gottfried,  Bürgermeister,  Stuttgart. 

Landmann,  Wilhelm,  Generaldirektor  der  West- 
fälisch-Anhaltischen Sprengstoff- A.-G.,  Berlin. 

Lautenschlager,  Karl,  Oberbürgermeister, 
Stuttgart. 


Stribeck,  Richard,  Professor  an  der  Technischen 

Hochschule  Stuttgart. 
Wieland,  Philipp,  Geh.  Kommerzienrat,  Ulm. 
Wuest,   Friedrich,   Dr.,   Geh.   Regierungsrat  und 

Professor,  Aachen. 

ng  für  Chemie 

Metzger,  Artur,  Direktor  der  Württ.  Kattunfabrik 

Heidenheim. 
Müller,  Erich,  Dr.,  Professor  an  der  Technischen 

Hochschule  Dresden. 
Pfeiffer,  Richard  G.,  Schorndorf. 
Plieninger,    Theodor,  Generaldirektor  der  Chem. 

Fabrik  Griesheim-Elektron,  Frankfurt  a.  M. 
Schlenker,  Georg,  Oberlehrer,  Cannstatt. 
Specketer,    Heinrich,   Dr.,    Direktor   der   Chem. 

Fabrik  Griesheim-Elektron . 
Stock,  Alfred,  Dr.,  Professor,  Direktor  des  haiser- 

Wilhelm-Instituts  für  Chemie,  Berlin. 
Tagliani,  Giovanni,  Farbchemiker,  Basel. 
Tschirch,  Alexander,  Dr.  phil.,  Dr.  med.  h.  c., 

ord.  Professor  an  der  Universität  Bern. 
Wider,  Fritz,  Chemiker  und  Fabrikbesitzer, 

Stuttgart. 


V.  Abteilung  fiü'  Allgemeine  Wissenschaften 


Sautter,  Karl,  Staatssekretär,  Berlin,  Reichspost- 
ministerium. 

Scheel,  Karl,  Dr.,  Geh.  Regierungsrat,  Professor 
an  der  Physik. -Techn.  Reichsanstalt,  Berlin- 
Charlottenburg. 

Springer,  Julius,  Teilhaber  der  Verlagsbuchhand- 
lung J.  Springer,  Berlin. 


Colsmann,  Alfred,  Kommerzienrat,  Generaldirek- 
tor des  Zeppelin- Konzerns,  Friedrichshafen. 

Clranz,  Karl,  Dr.,  Geh.  Regierungsrat,  Professor 
an  der  Technischen  Hochschule  Berlin-Char- 
lottenburg. 

Kauffmann,  Kornelius,  Kommerzienrat,  Stuttgart. 

Mehmke,  Rudolf,  Dr.,  Dr.-Jng.,  Professor,  Stutt- 
gart-Degerloch. 

SänUiiilic  Abteilungen 

von  Bach,  Karl,  Staatsrat,  Di. -big.,  Stuttgart.  \()n  Biilz,  Dr.  jur.,  Präsident,  Stuttgart. 

Bauingenieur-Abteilung  und  Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  einschl.  Elektrotechnik 
(irciner,  Wilhelm,  Dr.  phil.  h.  c,  General  a.  D.,  Reichswehrminister,  Berlin. 

Alitcilurig  für  Maschincinngciiicurwcscn  cnisthliolüich  l^lckli()t<Hluiik  und  Abteilung 
l'üi'  Clhcmie  eins(  lilicfUic  li  1  hitlciiwcscii  und  l'lKUinazie 

Kcu&ch,  Paul,  A'ommerzienrat,  Generaldirektor  der      Scheulelen,  Adolf,  Dr..  Fabrikant.  Kommerzien- 
Gutehoffnungshütte  in  Oberhausen  (Rheinld.).  rat,  Oherlenningen. 


3'^ 


BEZIEHUNGEN  ZWISCHEN  DER  TECHNISCHEN  HOCHSCHULE 
UND  DER  STADT  STUTTGART 

Von  Oberbürgermeister  Dr.-Iiig.  h.  c.  Lautenschlager 

Vor  etwas  mehr  als  hundert  Jahren  war  es,  im  Februar  1828,  als  eine  stattliche  Zahl 
ehemaliger  Zöglinge  der  Hohen  Karlsschule  —  der  Geschichtsschreiber  spricht  von 
235  —  in  Stuttgart  zusammenkam,  um  den  hundertsten  Geburtstag  des  Herzogs 
Karl  Eugen  von  Württemberg,  des  Begründers  der  Schule,  zu  begehen.  In  das 
Leben  der  Stadt  Stuttgart,  das  bis  dahin  fast  geräuschlos  und  einförmig  dahin- 
geflossen war,  begann  zu  jener  Zeit  Bewegung  zu  kommen.  Das  altertümliche  Bild 
der  Stadt  änderte  sich  unter  der  Einwirkung  eines  starken  baulichen  Aufschwungs. 
Dieser  Aufschwung  war  in  erster  Linie  zurückzuführen  auf  den  tiefgreifenden  und 
nachhaltigen  Einfluß,  den  die  von  der  Solitüde  nach  Stuttgart  verlegte  Hohe  Karls- 
schule auf  die  Entwicklung  der  Technik,  der  Kunst  und  Wissenschaft  des  Landes 
und  seiner  Hauptstadt  ausgeübt  hatte.  Neben  der  alles  überragenden  Geistes- 
größe Schillers  zählte  sie  bedeutende  Persönlichkeiten,  wie  Duttenhofer,  der  sich 
um  die  Stuttgarter  Wasserversorgung,  den  Brückenbau,  ja  auch  schon  um  die 
Schiffbarmachung  des  Neckars  große  Verdienste  erworben,  ferner  Dannecker, 
dessen  Denkmal  den  Schloßplatz  schmückt,  Thouret  u.  a.,  zu  ihren  Schülern.  So 
kann  man  in  gewissem  Sinn  die  Hohe  Karlsschule  als  die  Vorläuferin  der  heutigen 
Technischen  Hochschule  ansprechen.  Von  den  ersten  Anfängen  der  zur  technischen 
Schulung  der  Jugend  geschaffenen  Einrichtungen  an  fühlte  man  sich  in  der  Stadt 
mit  Lehrkörper  und  Schülern  verbunden. 

Die  wirtschaftliche  Entwicklung  der  Stadt  und  das  geistige  und  künstlerische  Leben 
ihrer  Bewohner  wurden  von  der  neuen  Bildungsanstalt  befruchtet;  die  Fortschritte 
der  Technik  traten  mehr  und  mehr  in  die  Erscheinung.  Die  Namen  Etzel,  Steinbeis 
und  Thouret,  der  Männer,  die  um  die  Mitte  des  neunzehnten  Jahrhunderts  dem 
Schulrat  des  Polytechnikums,  wie  die  Anstalt  damals  noch  hieß,  als  Mitglieder 
angehörten,  sind  in  Straßen  der  Stadt  verewigt.  Baumeister  Leins,  der  Schöpfer 
des  Königsbaus,  dei- Johanneskirche  und  der  Villa  Berg  -  des  Gebäudes,  das  jetzt 
die  Repräsentationsräume  der  Stadtverwaltung  enthält  -  war  in  den  1840er 
Jahren  Mitglied  des  Stadtrats. 

Wohl  trat  in  den  folgenden  Jahrzehnten  in  der  Entwicklung  der  Landeshauptstadt 
nach  der  künstlerischen  Seite  hin  eine  rückläufige  Bewegung  ein;  aber  schon  gegen 
das  Ende  des  neunzehnten   Jahrhunckrls  vermochte  dii'  Stadt   im  süddeutschen 

33 


Kunstleben  wieder  die  Bedeutung  zu  erlangen,  die  ihr  im  Zeitalter  der  Hohen 
Karlsschule  rückhaltlos  zuerkannt  worden  war.  Durch  Männer,  wie  Halmhuber 
und  ganz  besonders  Theodor  Fischer,  die  als  hervorragende  Lehrer  des  Städtebaus 
und  der  Architektur  an  der  Technischen  Hochschule  gewirkt,  und  durch  eine 
Reihe  ihrer  tüchtigsten  Schüler  und  Nachfolger  trat  ein  neuer  Aufschwung  ein. 
Es  seien  hier  nur  Martin  Elsässer  und  Paul  Bonatz,  Muesmann  und  Schmitthenner 
genannt.  Diese  haben  zusammen  mit  den  an  die  Kunstakademie  berufenen  Lehr- 
kräften die  Stadt  Stuttgart  langsam,  aber  sicher  zu  einer  blühenden  Kunststadt 
gemacht  und  der  Technischen  Hochschule  selbst  zu  dem  Ruf  und  Ruhm  verholfen, 
die  beste  Lehrstätte  für  Baukunst  in  Deutschland  zu  sein.  Vorbildliche  Bauwerke, 
wie  die  Fangelsbachschule,  die  Erlöserkirche,  das  Kunstgebäude,  die  Wagenburg- 
schule, die  Markthalle  und  der  neue  Hauptbahnhof,  die  die  Stadt  heute  zieren, 
sind  Zeugen  des  großen  Reichtums  an  neuen  künstlerischen  Ideen,  die  jene 
Männer  beseelten.  Auch  auf  dem  Gebiet  des  Siedlungswesens  drangen  ihre 
bahnbrechenden  Gedanken  durch.  Und  aus  dem  Kreis  dieser  starken  und  an- 
ziehenden Persönlichkeiten,  von  denen  ein  breiter  Strom  künstlerischer  Betätigung 
ausging,  entwickelte  sich  ein  frischer  Nachwuchs,  der  das  Wirken  der  Meister  in 
einer  für  die  Stadt  überaus  glücklichen  Weise  fortsetzte.  Was  von  den  Fehlern  der 
vergangenen  Zeiten,  von  dem  krassen,  eintönigen  Schematismus,  von  den  Sünden 
der  Gründerzeit  wieder  gutgemacht  oder  verbessert  werden  konnte,  wurde  ge- 
ändert. Das  dem  Menschen  angeborene  natürliche  Empfinden  als  reinste  Quelle 
der  Kunst  wurde  wieder  geweckt;  der  süddeutschen  Baukunst  wurde  ein  selb- 
ständiger, eigener  Baustil  gegeben;  neue  Stadtteile  in  solider  und  geschmackvoller 
Bauart  erstanden;  neue  schönheitliche  und  künstlerische  Werte  wurden  geschaffen. 
Welche  Bedeutung  die  Technische  Hochschule  für  das  Blühen  und  Gedeihen 
unserer  Industrie,  speziell  der  Metallindustrie,  immer  gehabt,  bedarf  wohl  kaum 
näherer  Ausführung.  Es  genügt,  Namen  zu  nennen  wie  Robert  Bosch,  Daimler 
und  B.  Fein,  die  in  der  ganzen  Welt  einen  guten  Klang  haben.  Ihre  Ausbildung 
haben  diese  Männer  auf  der  Stuttgarter  Technischen  Hochschule  erhalten. 
Es  war  nicht  nur  naheliegend,  sondern  ganz  selbstverständlich,  daß  die  Stadtver- 
waltung die  Autoritäten  an  der  Technischen  Hochschule  bei  wichtigen  Fragen 
stets  zu  Rate  zog  und  sich  beispielsweise  zur  Begutachtung  ihrer  Bauplanentwürfe 
einer  Künsllerkommission  bediente,  die  in  erster  Linie  aus  hervorragenden  Lehr- 
kräften der  Anstalt  zusammengesetzt  war.  Auch  große  Bauprojekte  ließ  sie  von 
Männern  der  nach  und  nach  immer  mehr  berühmt  gewordenen  ,, Stuttgarter 
Architekturschule"  überprüfen. 

34 


Auf  der  andern  Seite  nahm  die  Technische  Hochschule  gerne  Gelegenheit,  tüchtige 
Speziahsten,  die  die  Stadtverwaltung  für  bestimmte  technische  Gebiete  in  ihre 
Dienste  berufen  hatte,  teils  dem  Lehrkörper  der  Anstalt  einzugliedern,  teils  sie 
—  mit  Genehmigung  der  Stadtverwaltung  —  mit  Lehraufträgen  zu  betrauen, 
zweifellos  zum  Nutzen  beider  Teile,  der  Hochschule  wie  der  Stadt. 
Die  Stadt  selbst  verdankte  zu  allen  Zeiten  und  verdankt  auch  in  der  Gegenwart 
die  gründliche  Ausbildung  und  die  schönen  Erfolge  ihrer  an  leitender  Stelle  stehen- 
den technischen  Beamten,  insbesondere  auch  der  Leiter  ihrer  großen  Werke  der 
Technischen  Hochschule.  Vor  allem  der  Architekturabteilung  gebührt  das  Ver- 
dienst, alte  Zöpfe  abgeschnitten  und  das  Schwergewicht  der  Ausbildung  —  unter 
Zurückstellung  des  Unterrichts  in  zahlreichen  Hilfswissenschaften  —  auf  die  prak- 
tische Berufsausbildung  gelegt  zu  haben.  Es  entspricht  dem  hervorragenden  Ruf 
der  Technischen  Hochschule  Stuttgart,  daß  auch  in  einer  größeren  Anzahl  an- 
derer Städte  und  im  rheinisch-westfälischen  Industriegebiet  sowie  bei  bedeuten- 
den Unternehmerfirmen  ehemalige  Angehörige  der  Technischen  Hochschule  an 
ersten,  leitenden  Stellen  standen  und  stehen.  Es  braucht  nur  an  Namen  wie  Paul 
Bilfinger  und  Reusch  erinnert  zu  werden. 

Auch  an  äußeren  gegenseitigen  Beziehungen  der  Technischen  Hochschule  und  der 
Stadtverwaltung  fehlt  es  nicht.  Wenn  sie  auch  eine  etwas  untergeordnete  Rolle 
spielen,  immerhin  zeigen  sie,  wie  man  auf  beiden  Seiten  stets  eingesehen  hat,  daß 
man  aufeinander  angewiesen  ist,  und  daß  man  bestrebt  war,  in  friedlichem  Zu- 
sammenwirken gerechte  Lösungen  zu  finden.  Daß  es  dabei  ausnahmsweise  auch 
einmal  zu  einer  kleinen  Disharmonie  kam  wie  im  Jahr  1920,  als  es  sich  um  die 
Gewinnung  eines  anderen  Platzes  für  den  Botanischen  Garten  der  Technischen 
Hochschule  handelte,  ja,  daß  schon  damals  in  den  Verhandlungen  zwischen  Staat 
und  Stadt  das  Gespenst  der  Verlegung  der  Anstalt  von  Stuttgart  weg  die  Gemüter 
erregte,  ist  für  den,  der  öfter  derartige  Verhandlungen  zu  führen  hat,  nicht  ver- 
wunderlich. Stets  aber  war  der  Friede  bald  wieder  hergestellt.  Die  Verwaltung 
der  Stadt  hat  auch  stets,  wenn  es  sich  um  die  SchafTung  größerer  neuer  Einrich- 
tungen der  Technischen  Hochschule  handelte,  Einrichtungen,  aus  denen  sie  viel- 
leicht auch  für  ihre  eigenen  Betriebe  Nutzen  erhoffen  konnte,  es  an  Entgegen- 
kommen nicht  fehlen  lassen,  und  hätte  es  nur  bestanden  in  der  Zurverfügung- 
stellung eines  geeigneten  Platzes  oder  in  der  Gewährung  von  einmaligen  oder  forl- 
laufenden Beiträgen  zu  den  Kosten  des  Betriebs.  Es  seien  hier  nur  zwei  Beispiele 
angeführt:  das  Institut  für  Röntgenforschung  und  die  Glüh-  und  Härteanlage  an 

35 


der  —  unter  Professor  Staatsrat  Dr.  v.  Bach  zu  großer  Bedeutung  emporgestie- 
genen —  Materialprüfungsanstalt  der  Hochschule. 

Im  gesellschaftlichen  Leben  der  Stadt  fühlt  sich  die  Stuttgarter  Einwohnerschaft 
mit  der  Technischen  Hochschule  eng  verwachsen,  mit  dem  Lehrkörper  wie  mit  den 
Studierenden.  Die  Professoren  erfreuen  sich  nicht  bloß  in  den  Gelehrtenkreisen  der 
Stadt,  sondern  auch  bei  den  sehr  zahlreichen  Gasthörern  hoher  Wertschätzung. 
Die  Stadtverwaltung  lädt  ihre  Vertretung  zu  allen  festlichen  Gelegenheiten  von 
Bedeutung  und  Stil  ein,  wie  andererseits  sie  selbst  gerne  an  allen  außerordentlichen 
Veranstaltungen  der  Hochschule  teilnimmt. 

Und  was  den  technischen  Studenten  betrifft,  so  ist  auch  er  in  der  Stuttgarter  Ge- 
sellschaft ein  gern  gesehener  Gast.  Das  Bild,  das  der  Schloßplatz  um  die  Mittags- 
zeit bietet,  wo  Hunderte  und  aber  Hunderte  bei  den  Klängen  der  ,, Parademusik" 
sich  treffen,  ließe  sich  ohne  die  Scharen  frischer,  froher  Studenten  gar  nicht  mehr 
denken.  Der  Stuttgarter  nimmt  stets  auch  freudigen  Anteil  an  den  Festlichkeilen 
der  Studentenschaft,  an  ihren  Fackelzügen,  ihren  Höhenfeuern  und  ähnlichen 
Veranstaltungen.  Überall  gliedert  sich  die  Studentenschaft  der  Technischen  Hoch- 
schule in  den  Rhythmus  der  Großstadt  ein:  im  Theater,  in  den  Konzerten,  bei 
Sport  und  Spiel,  in  der  unmittelbaren  Beobachtung  und  Verfolgung  der  Vorgänge 
bei  der  fortschreitenden  Entwicklung  von  Industrie  und  Handel,  von  Kunst  und 
Wissenschaft.  Dieses  Miterleben  des  großstädtischen  Betriebes,  die  Fühlungnahme 
mit  den  Kreisen  der  Technik  und  der  Wissenschaft,  mit  den  Männern  der  Praxis 
ist  für  das  spätere  Wirken  des  jungen  Studenten  von  größtem  Werl. 
Daß  die  Väter  der  Stadt  dem  Bedürfnis  der  Studentenschaft  nach  Betätigung  in 
Sport  und  Spiel  Rechnung  tragen,  indem  sie  ihr  oben  auf  den  waldumsäumten 
Höhen  Sportplätze  zur  Verfügung  stellen,  sei  nur  nebenbei  erwähnt.  Auch  die 
Sludentenhilfe  erhält  seit  Jahren  tatkräftige  Unterstützung. 

Bis  das  Jubiläum  der  Technischen  Hochschule  gefeiert  wird,  werden  sich  die  Wo- 
gen des  Streits  über  die  Frage  ihrer  Erweiterung  vermutlich  gelegt  haben.  Möge 
die  Entscheidung  so  fallen,  daß  es  allen  denen,  die  an  der  Hochschule  wirken,  auch 
künftig  möglich  ist,  dem  Fortschritt  der  modernen  Feihnik  und  der  weiteren  Enl- 
ialtung  unserer  hochentwickelten  Industrie  zu  dienen!  Möge  das  Jul)iläum  selbst 
aber  allen,  den  Lehrern  und  den  Schülern,  den  Willen  släiken,  ihre  ganze  Kraft 
einzusetzen  für  eine  neue  Blüte  unserer  Wirt.schall! 


3Ü 


DIE  STUTTGARTER  STUDENTENSCHAFT 

Von  cand.  mach.  Sigloch 

Das  hundertjährige  Jubiläum  unserer  Hochschule  wird  in  besonderem  Maße  die 
Aufmerksamkeit  aller  Kreise  des  Volkes  in  Stadt  und  Land  auf  die  Hochschule 
vmd  ihre  Glieder  richten.  Das  Band,  das  früher  Hochschule,  Studentenschaft  und 
Bevölkerung  verband,  und  das  leider  mit  der  fortschreitenden  Entwicklung  Stutt- 
garts immer  mehr  verschwunden  ist,  wird  beim  Fest  der  Hochschule  wieder  enger 
geschlungen  werden.  Der  Zweck  der  nachfolgenden  Ausführungen  über  die  Stu- 
dentenschaft der  Technischen  Hochschule  ist  vor  allem  der,  den  Bürgern  unserer 
Hochschulstadt  und  des  Landes  einen  allgemeinen  Überblick  über  den  Aufbau 
und  die  inneren  Verhältnisse  unserer  Studentenschaft  zu  geben  und  dadurch 
zur  Schaffung  eines  neuen  und  herzliclien  Verhältnisses  zwischen  Bevölkerung 
und  Studentenschaft  beizutragen. 

Die  Hochschule  wird  zurzeit  von  ungefähr  1900  Studierenden  besucht,  die  zusam- 
men die  Studentenschaft  bilden.  Die  auffallendste  Gliederung  der  Studentenschaft 
ist  ihre  Trennung  in  Korporationsstudenten  und  solche  Studenten,  die  keiner  Ver- 
bindung angehören,  die  Freistudenten.  Beide  Gruppen  teilen  sich  ungefähr  zu 
gleichen  Teilen  in  die  Gesamtzahl  der  Studierenden.  Es  mag  wohl  für  manchen 
etwas  überraschend  sein,  daß  die  Freistudentenschaft  die  Hälfte  aller  Studierenden 
umfaßt,  und  er  wird  seine  bisherige  Ansicht,  nur  die  Zahl  der  durch  Band  und 
Mütze  als  Student  Erkenntlichen  bilde  die  Studentenschaft,  korrigieren  müssen. 
Die  Stuttgarter  Freistudentenschaft  hat  seit  dem  4., Juli  1899  eine  lose  Organi- 
sation, die,  ohne  die  persönliche  Freiheit  des  einzelnen  zu  beschränken,  die  \'er- 
tretung  der  Freistudenten  in  den  Organen  der  Studentenschaft  übernimmt.  Die 
Organisation  der  Freistudenten  gibt  als  Ziel  und  Zweck  ihrer  Bewegung  an,  sie 
wolle  die  kulturelle  und  wirtschaftliche  Gemeinschaft  aller  Hochschulangehörigen 
fördern.  Sie  setzt  an  Stelle  der  Korporationserzielnuig  den  (Jiimdsatz  der  Selbsl- 
erziehung  innerhalb  der  (iemeinschall. 

Ohne  näher  auf  diese  Gedanken  einzugrlicn,  sei  hier  nui  kuiz  erwähnt,  dal.<  das 
Maß,  bis  zu  welchem  dieses  Ziel  der  Freistudenten  seither  erreicht  wurde,  bis  jetzt 
sehr  niedrig  blieb,  wohl  deshalb,  weil  bisher  der  Begriff  einer  Gemeinschaft  von 
Hoch.schulangehörigen  in  Kreisen  der  Freistudentenschafl  kaum  ubci  die  (Jrenze 
einer  persönlichen  Freundschaft  einzelner  hinausging. 

Wie  schon  erwähnt,  steht  der  Bewegung  der  Freistudenten  der  Korporations- 
student gegenüber.  Das  Wesen  der  Verbindungen  ist  oft  grundvenschieden,  zum 

37 


Teil  gerade  entgegengesetzt,  jedoch  ein  Ziel  haben  alle  gemeinsam:  sie  suchen 
den  Studenten  durch  das  Korporationsleben  zu  erziehen.  Hauptpunkte  einer 
Korporationserziehung  sind  die  Pflege  eines  geistigen  Lebens  und  einer  warmen 
vaterländischen  Gesinnung,  ferner  die  Erziehung  zu  einem  gewissen  Selbstvertrauen 
und  zur  gesellschaftlichen  Gewandtheit.  Vorträge  und  Bibliotheken,  ferner  ge- 
sellschaftliche Veranstaltungen  verschiedenster  Art  dienen  zur  Erreichung  dieser 
Erziehung.  Das  unbedingte  Muß  der  Fuxenzeit  und  eine  gewisse  Unterordnung 
des  jüngeren  gegenüber  dem  älteren  Bundesbruder  nehmen  jedoch  nie  die  Schärfe 
eines  entwürdigenden  Zwanges  an,  weil  eine  treue  Freundschaft  die  Bundes- 
brüder unter  sich  und  ebenso  den  Alten  Herrn  und  den  jungen  Aktiven  verbindet. 
Welche  Lebenskraft  den  Verbindungen  durch  die  Ideale  der  Freundschaft  und  der 
Treue  innewohnt,  zeigte  sich  in  der  Zeit  von  1880  bis  1885,  in  welcher  die  Zahl 
der  Studierenden  an  der  Hochschule  so  gering  war,  daß  manche  Verbindungen 
nur  noch  zwei  oder  drei  Aktive  hatten.  Aber  die  Treue  und  Liebe  zum  Bund  gab 
diesen  wenigen  die  Energie,  mit  den  Alten  Herren  zusammen  die  Krisis  zu  über- 
dauern und  die  Verbindung  besseren  Zeiten  zuzuführen. 

Die  dreißig  Korporationen  unserer  Hochschule  sind  in  einer  ,, Vereinigung  Stutt- 
garter Verbindungen"  (V.St.V.)  zusammengefaßt  und  suchen  durch  diesen  Zu- 
sammenschluß die  Ziele  des  Korporationswesens  gemeinsam  zu  verfolgen.  Eine 
Einteilung  der  Korporationen  ist  nach  dem  Gesichtspunkt  möglich,  ob  sie  Farben 
tragen  oder  schwarze,  das  heißt  nicht  farbentragende  Verbindungen  sind.  Die 
Gruppe  der  farbentragenden  Verbindungen  umfaßt  zweiundzwanzig  Korpora- 
tionen. Dieselben  sind  die  vier  Corps  des  Weinheimer  Senioren-Convents:  Stauffia, 
Teutonia,  Rhenania,  Bavaria;  die  fünf  Burschenschaften:  Ghibellinia,  Alemannia, 
Hilaritas,  Ulmia  und  Arminia;  ferner  drei  Landsmannschaften:  Saxonia,  Marko- 
mannia,  Borussia;  zwei  Turnerschaften:  Alt-Württemberg  und  Westmark;  die 
Sängerschaft  Akademischer  Liederkranz  Schwaben;  die  akademischen  Verbin- 
dungen Vitruvia  und  Catena;  ferner  die  Wehrschaft  Vandalia.  Alle  diese  Kor- 
porationen haben  den  Grundsatz  der  unbedingten  Genugtuung. 
Farbentragende  Verbindungen  mit  dem  Grundsatz  der  Duellverwerfung  sind  die 
beiden  katholischen  Verbindungen  im  C.V.Alania  und  der  Hohentwiel,  ferner 
der  Stuttgarter  Wingolf,  während  die  Gilde  Widar  der  Deutsch-Akademischen 
Gildenschaft  die  Entscheidung  der  Duellfrage  ihren  Mitgliedern  selbst  überläßt. 
Acht  Korporationen  haben  das  .schwarze  Prinzip,  tragen  also  weder  Band  noch 
Mütze.  Von  diesen  geben  sechs  wiederum  unbedingte  Genugtuung:  die  Aka- 
demische Gesellschaft  Sonderbund,  die  beiden  Verbindungen  des  Rothenburger 

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Verbandes  schwarzer  schlagender  Verbindungen  Gaudeamus  und  Germania,  der 
Akademische  Verein  Hütte  im  Wernigerode- Verband,  die  Akademisch-Wissen- 
schaftliche Verbindung  Markaria  und  die  Akademische  Turnverbindung  Suevia. 
Dagegen  verwirft  die  A.  V.Rheno-Nicaria  das  Duellprinzip,  ebenso  die  Akademi- 
sche  Gesellschaft. 

Die  älteste  Verbindung  an  der  Stuttgarter  Hochschule  ist  das  Gorps  Stauffia.  Es 
wurde  im  Jahr  1847  gegründet. 

Die  starke  Zergliederung  der  Studentenschaft  in  Freistudenten  und  Korporations- 
studenten, in  farbentragende  und  schwarze  Verbindungen,  in  schlagende  und  nicht 
schlagende  Verbindungen,  in  konfessionelle  Korporationen  und  in  Verbindungen, 
die  der  Jugendbewegung  entwachsen  sind,  ist  wohl  eine  Folge  der  Verschiedenheit 
in  der  Weltanschauung  des  jungen  Studenten.  Er  erwirbt  sich,  durch  keinen  Zwang 
gehemmt,  in  voller  akademischer  Freiheit  seine  Stellungnahme  zu  diesen  Fragen 
und  findet  sich  naturgemäß  mit  Gleichgesinnten  zusammen.  Eine  auffallende  Tat- 
sache ist  es,  daß  die  Architekturfachschaft  den  größten  Prozentsatz  Freistudenten 
aufweist,  die  künstlerische  Begabung  des  Architekturstudierenden  verträgt  sich 
offenbar  am  wenigsten  mit  dem  Leben  eines  Korporationsstudenten. 
Es  wäre  nun  falsch,  wenn  diese  Zergliederung  als  ein  treffendes  Beispiel  deutscher 
Uneinigkeit  gewertet  würde.  Soweit  die  Gruppierung  nur  der  Ausdruck  von  ver- 
schiedener Lebenseinstellung  ist  und  letztere  die  Achtung  vor  der  Ansicht  anderer 
bewahrt,  trägt  sie  nicht  den  Charakter  der  Uneinigkeit. 

Beweis  dafür  ist,  daß  trotz  dieser  Zergliederung  der  Wunsch  einer  alle  Studenten 
umfassenden  Organisation  schon  sehr  alt  in  der  Stuttgarter  Studentenschaft  ist. 
Bereits  im  Jahre  1845  oder  1846  wurden  die  ersten  Anfänge  dazu  gemacht.  Es 
muß  zugestanden  werden,  daß  die  Zeit  von  1860  bis  1910  mit  Versuchen  ausgefüllt 
war,  die  nach  einigen  Jahren  oder  Jahrzehnten  immer  wieder  scheiterten.  Der 
Wille  zu  einer  organisierten  Studentenschaft  war  aber  so  stark,  daß  er  die  unver- 
meidlichen Schwierigkeiten  der  ersten  Entwicklungszeit  immer  wieder  überwand 
und  selbst  den  heftigen  Streit  im  Jahre  1906  zwischen  konfessionellen  Verbindungen 
und  Verbindungen,  die  eine  konfessionelle  Einstellung  verwerfen,  wieder  beilegte. 
Seit  dem  Jahre  1910  besteht  die  Studentenschaft  ohne  Unterbrechung.  Die  staat- 
liche Anerkennung  als  ein  Glied  der  Technischen  Hochschule  wurde  ihr  am 
13.  Januar  1921  erteilt. 

Ein  wichtiger  Grundsatz  der  Studentenschaft  ist  die  Vermeidung  jeglicher  Partei- 
politik in  ihren  Organen.  Im  Gegensatz  zu  fast  allen  andern  Hochschulen  wählt 
Stuttgart  seine  Aasschußmitglicdcr  nicht  nach  politischen  Parteien,  sondern  nach 

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Fachschaften.  Durch  dieses  Wahlsystem  ist  die  zersetzende  und  eine  gemeinsame 
Arbeit  hemmende  Wirkung  einer  ParteipoKtik  ausgeschahet.  Die  Stuttgarter  Stu- 
dentenschaft verwirft  besonders  deshalb  ein  W'ahlsystem  nach  politischen  Parteien, 
weil  der  Allgemeine  Studentenausschuß  und  der  Vorstand  der  Studentenschaft 
sich  hauptsächlich  mit  Fragen  der  Selbstverwaltung,  vor  allem  auf  dem  Gebiete  all- 
gemeiner sozialer  Fürsorge,  zu  beschäftigen  und  die  Rechte  der  Studierenden  zu 
wahren  hat  und  kaum  eine  Tätigkeit  findet,  die  durch  politische  Parteieinstellung 
beeinflußt  wird,  somit  also  auch  keiner  Zusammensetzung  nach  politischen  Ge- 
sichtspunkten bedarf. 

Außer  den  schon  aufgeführten  Arbeiten  erstrebt  die  Studentenschaft  insbesondere 
noch  die  Erreichung  folgender  Ziele:  Vertretung  der  gesamten  Studentenschaft 
nach  innen  und  außen,  Teilnahme  an  der  Verwaltung  der  Hochschule  in  allen 
studentischen  Angelegenheiten  und  an  der  akademischen  Disziplin,  ferner  die 
Pflege  eines  geistigen  und  geselligen  Lebens  zur  Förderung  der  kulturellen  und  wirt- 
schaftlichen Gemeinschaft  aller  Hochschulangehörigen,  außerdem  die  Pflege  der 
Leibesübungen.  Zur  Bearbeitung  dieser  Fragen  hat  sich  die  Studentenschaft  fol- 
gende Organe  geschaffen: 

1 .  Die  Allgemeine  Studentenversammlung. 

2.  Der  Allgemeine  Studentenausschuß  (Astaj. 

3.  Der  Vorstand. 

4.  Die  Amter  (Presseamt,  Vortragsamt,  Grenz-  und  Auslandsamt,  Fachamt,  Amt 
für  Leibesübungen  und  Studentenhilfe). 

5.  Die  Fachschaften. 

Mitglied  der  Stuttgarter  Studentenschaft  ist  jeder  immatrikulierte  Studierende 
deutscher  Staatsangehörigkeit  sowie  die  immatrikulierten  ausländischen  Studie- 
renden deutscher  Abstammung  und  Muttersprache  an  der  Technischen  Hoch- 
schule Stuttgart.  Ein  Studierender  fremder  Nationalität  und  Muttersprache  gehört 
also  nicht  zur  Stuttgarter  Studentenschaft. 

Line  wesentliche  Unterstützung  der  Studenlcnschai'l  und  F>rleiclitcrung  ihrer 
'l'ätigkeil  ist  die  schon  seit  1B95  vom  Ministerium  genehmigte  Einziehimg  der  Se- 
mesterbeiträge durch  die  Hochschulverwaltung.  Mit  der  Einziehung  der  Kollcg- 
geldrechnung  erhebt  das  Kassenamt  der  Hochschule  zugleich  den  Beitrag  für  die 
Studentenschaft.  Dieser  setzt  sich  zusammen  aus  Beträgen  für  die  Krankenkasse 
der  Studentenhilfe,  für  die  Darlehenskasse  der  Deutschen  Studentenschaft  und 
die  Tuberkulosenfürsorge,  ferner  für  eine  Unfallversicherung  und  für  dieVerwal- 

40 


Kgl.  I'iilytcilinischc  Sciiulr  in  der  Königslraßc  ini  Jahre   tßjrj 

tungskosten  der  Studentenschaft,  wobei  jedoch  l)emerkt  wird,  daß  die  Tätigkeit 
aller  Ausschuß-  und  Vorstandsmitglieder  der  Studentenschaft  ehrenamtlich  ist. 
Wenn  in  kurzen  Zügen  die  Entwicklung  der  Studentenschaft  gestreift  wurde,  so 
sei  bei  diesem  Rückblick  auch  an  die  schwerste  Zeit  erinnert,  die  unser  Volk  in  den 
jähren  des  Weltkrieges  durchlebte.  Eine  ,, ruhmvolle  Verödung"  der  Hörsäle 
nennt  es  das  Buch  ,,Die  deutsche  Studentenschaft",  wenn  in  den  Kriegsjahren 
nahezu  die  gesamte  deutsche  Studentenschaft  an  allen  Frontab.schnitten  des  Welt- 
krieges kämpfte.  Auch  in  Stuttgart  wurde  in  der  Kriegszeit  der  Semesterbetrieb 
nur  für  wenige  verwundete  Kommilitonen  aufrechterhalten.  Und  als  nach  den 
vier  Jahren  des  Kampfes,  der  Entbehrung  und  Not  die  Studentenschaft  wieder  zu- 
rückkehrte, griff  mancher  Stuttgarter  Student  rasch  entschlossen  nochmals  zu  den 
Wafl'en,  um  zusammen  mit  Studenten  anderer  Hochschulen  gegen  die  Schreckens- 
herrschaft Polens  in  Oberschlesien  zu  kämpfen.  172  Stuttgarter  Kommilitonen 
sind  aus  dem  Ringen  Deutschlands  nicht  mehr  zurückgekehrt.  Ihnen  sei  hier  in 
der  Festschrift  der  Hundcrtjahrlcier  unserer  Hochschule  in  FJirfurclu  und  Hank- 
barkeit  ein  treues  (iedenken  der  Stiideiitensciiaft  gewidmet. 


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DIE  STIFTUNGEN  AN  DER  TECHNISCHEN  HOCHSCHULE 

Von  Regierungsrat  Dölker 

Die  nachstehende  Zusammenstellung  beschränkt  sich  auf  die  an  der  Hochschule 
\erwalteten  Stiftungen,  soweit  sie  erst  seit  der  Stabilisierung  unserer  Währung 
errichtet  wurden  oder  auf  Grund  der  Aufwertungsgesetze  und  der  Bestimmungen 
über  die  Bewilligung  von  Wohlfahrtsrenten  noch  nennenswerte  Erträgnisse  ab- 
werfen. Die  hiernach  in  Betracht  kommenden  Stiftungen  teilen  sich  nach  ihren 
Zwecken  in  zwei  Hauptarten: 

1 .  in  die  kulturellen  und 

2.  in  die  sozialen  Zwecken  dienenden. 

\'on  den  ersteren  kommt  in  erster  Linie  in  Betracht  die  Robert-Bosch-Stiftung,  genannt 
nach  dem  Stifter,  dem  bekannten  Stuttgarter  Großindustriellen;  sie  betrug  bei 
ihrer  Errichtung  im  Jahre  1910  eine  Million  Mark  und  dient  zur  Pflege  und  För- 
derung wissenschaftlicher  Forschungen  im  Maschineningenieurfach  und  in  der 
Elektrotechnik.  Durch  Bewilligung  einer  nicht  unbeträchtlichen  kulturellen  Wohl- 
fahrtsrente seit  1926  ist  die  Stiftung  in  den  Stand  gesetzt,  wieder  Kapital  anzu- 
sammeln und  auch  in  dringenden  Fällen  wieder  Beiträge  zu  Forschungsaufgaben 
zu  bewilhgen.  Nächst  ihr  die  bedeutendste  Stiftung  auf  diesem  Gebiet  ist  die 
Stiftung  der  chemischen  Industrie,  die  sich  die  Förderung  des  Unterrichts  und  der 
wissenschaftlichen  Forschung  auf  dem  Gebiet  der  Chemie  zur  Aufgabe  macht. 
Auch  sie  ist  durch  Gewährung  einer  kulturellen  Wohlfahrtsrente  wieder  in  der 
Lage,  die  drei  chemischen  Laboratorien  der  Hochschule  in  wertvoller  Weise  zu 
unterstützen.  Zwei  weitere  Forschungsgebiete  erfreuten  sich  an  der  Hochschule 
schon  seit  langem  einer  besonderen  Wertschätzung:  die  Luftfahrtechnik  und  der 
Bau  von  Kraftfahrzeugen;  die  hierfür  in  Betracht  kommende  Industrie  sah  sich 
deshalb  schon  früh  veranlaßt,  zur  Pflege  und  Förderung  von  Untersuchungen  auf 
diesen  Gebieten  besondere  Mittel  zur  Verfügung  zu  stellen.  So  kam  die  ^eppelin- 
Gedächtnis-Stiftung  und  die  Stiftung  zur  Förderung  der  Luftschiffahrt,  Flugtechnik  und 
Kraftfahrzeuge  zustande,  an  der  ursprünglich  Oberbaurat  Dr.-Ing.  Maybach  und 
die  Zeppelin-Stiftung  in  Friedrichshafen  beteihgt  waren;  später  erfolgten  noch 
beträchtliche  Vermehrungen  des  Grundstocks  durch  Stiftungen  des  verstorbenen 
Direktors  Gustav  Klein,  der  Neckarsulmer  Fahrzeugwerke  A.-G.,  der  Daimler 
Motoren-Gesellschaft,  der  Robert  Bosch  A.-G.  und  des  Luftfahrvereins,  der  sein 
Vermögen  bei  seiner  Auflösung  der  Technischen  Hochschule  zugewendet  hatte, 

42 


Zwei  weitere  Stiftungen  sind  hier  noch  zu  erwähnen:  die  C. -Bach-Stiftung  und  die 
C. -Bach-Stiftung  an  der  Materialprüfungsanstalt.  Die  erste  ist  am  i.  Oktober  1918,  an 
welchem  Tag  es  fünfzig  Jahre  waren,  daß  Staatsrat  Dr.-Ing.  v.  Bach  seine  Tätigkeit 
als  Assistent  und  Dozent  erstmals  an  der  Technischen  Hochschule  aufgenommen 
hat,  errichtet  worden;  sie  betrug  damals  341  294  M.  und  hat  den  Zweck,  die  wissen- 
schaftliche Ausbildung  der  Maschinen-  und  Elektroingenieure  an  der  Technischen 
Hochschule  zu  fördern.  Die  zweite  C. -Bach-Stiftung  ist  das  Ergebnis  einer  anläßlich 
des  achtzigsten  Geburtstages  des  Staatsrats  v.  Bach  im  Jahre  1927  eingeleiteten 
Sammlung,  die  den  Betrag  von  104684  RM.  ergab  und  deren  Erträgnisse  dazu 
dienen  sollen,  Forschungsarbeiten  in  der  Materialprüfungsanstalt  der  Technischen 
Hochschule  auszuführen.  Unter  die  kulturellen  Zwecken  dienenden  Stiftungen,  die 
infolge  Gewährung  von  Wohlfahrtsrente  wieder  gewisse  Erträgnisse  aufweisen, 
gehören  noch  die  Kriegsstiftung  der  Architekturabteilung,  die  Wieland-Stiftung  und  die  AdolJ- 
V. -Ernst-Stiftung.  Die  erstgenannte  entstammt  einer  von  Freunden  und  Gönnern  der 
Abteilung  für  Architektur  eingeleiteten  Sammlung  aus  dem  Jahre  1917,  die  da- 
mals die  beträchtliche  Summe  von  27850  M.  ergab,  deren  Erträgnisse  dazu 
dienen  sollten,  den  Unterricht  und  das  Studium  auf  dem  Gebiete  des  Hochbau- 
wesens zu  fördern.  Die  Wieland-Stiftung  wurde  von  den  Brüdern  Geheimem 
Kommerzienrat  Dr.-Ing.  E.  h.  Philipp  Wieland  und  Kommerzienrat  Max  Wieland 
in  Ulm  geschaffen,  um  hauptsächhch  die  allgemeinen  Lehrgebiete  der  Technischen 
Hochschule  weiter  auszubauen;  ihre  Höhe  betrug  seinerzeit  20000  M.  Die  letzte 
endlich,  die  Adolf-v. -Ernst-Stiftung,  verdankt  ihre  Entstehung  den  Hinterbliebenen 
des  im  Jahre  1907  verstorbenen  ehemaligen  Professors  Adolf  v.  Ernst;  sie  betrug 
20000  M.  und  hat  den  Zweck,  das  von  Professor  v.  Ernst  vertretene  Lehrgebiet 
,, Hebezeuge"  durch  Stellung  von  Preisaufgaben  und  Erteilung  von  Preisen  zu 
fördern. 

Eine  weitere  Klasse  von  Stiftungen  dient  in  erster  Linie  sozialen  Zwecken;  ihre 
Erträgnisse  sollen  dazu  verwendet  werden,  um  bedürftigen  und  würdigen  Stu- 
dierenden Beihilfen  zu  ihrem  Studium  zu  gewähren.  Hierzu  standen  vor  der  Geld- 
entwertung hauptsächlich  die  Erträgnisse  der  Königin-Olga-Stipendienstiftung  und 
der  Technischen  Stipendienstiftung  zur  Verfügung.  Die  erstgenannte  war  eine  letzt- 
willige  Stiftung  der  verstorbenen  Königin  Olga  von  Württemberg  aus  ihren  Privat- 
mitteln in  Höhe  von  30000  M.,  die  zweite  wurde  zum  Andenken  an  das  im  Oktober 
1879  gefeierte  Fest  des  fünfzigjährigen  Bestehens  der  Technischen  Hochschule  von 
früheren  Studierenden,  Freunden  und  Gönnern  durch  freiwillige  Beiträge  ge- 
sammelt und  betrug  zusammen  63400  M.  Aus  der  Technischen  Stipendienstiftung 

43 


sollten  vorzu,a[sweise  Reisestipendieii,  im  Bediirfnisfalle  aber  auch  Stiidienstipendien 
gewährt  werden.  Beide  Stiftungen  sind  fast  ganz  der  Inflation  zum  Opfer  gefallen, 
doch  besteht  auch  bei  diesen  durch  Verwilligung  von  sozialen  Wohlfahrtsrenten  die 
Möglichkeit,  im  Laufe  der  Zeit  wieder  ein  kleineres  Kapital  zu  sammeln.  Ein 
Ersatz  für  den  Ausfall  dieser  Stiftungen  ist  darin  gefunden,  daß  der  Plansatz  für 
Staatsstipendien,  der  früher  nur  1500  M.  jährlich  betrug,  heute  auf  8000  RM. 
erhöht  ist.  Eine  Reihe  weiterer  Stiftungen,  die  gar  keine  oder  nur  geringe  Erträg- 
nisse abwerfen,  möge  der  X^oUständigkeit  halber  und  zum  Gedächtnis  der  Stifter 
noch  aufgezählt  werden: 

1 .  Stiftung  des  Wasserröhren-Kesselverbands  zur  Unterstützung  bedürftiger  Wit- 
wen und  Waisen  ehemaliger  Dozenten  und  wissenschaftlicher  Forschungen  auf 
dem  Gebiet  des  Maschinenbaus. 

2.  Repräsentationsstiftung  zur  Pflege  und  Förderung  repräsentativer,  geselliger 
Vereinigung  und  \  cranstaltungen  unter  den  Lehrkräften  der  Technischen 
Hochschule. 

3.  Habermaas-Stiftung  zu  künstlerischer  Ausschmückung  der  Hochschule. 

4.  Müller-Amannsche  Stiftung  zur  Verleihung  eines  jährlichen  Stipendiums  an 
einen  würdigen  Studierenden  der  Technischen  Hochschule. 

5.  Eugen-Hartmann-Stiftung  zur  Gewährung  eines  jährlichen  Stipendiums  an 
einen  Studierenden  der  Elektrotechnik. 

6.  Eberhard-Kinzelbach-Stiftung  zur  Verleihung  eines  jährlichen  Stipendiums  an 
einen  unbemittelten  würdigen  Studierenden. 

7.  Bilfinger-KöUe-Stiftung  zur  Verleihung  eines  jährlichen  Stipendiums  an  Stu- 
dierende der  Abteilung  für  Bauingenieurwesen. 

8.  Hensoldt-Stiftung  für  Beihilfen  an  Studierende  der  Abteilung  für  Bauingenieur- 
wesen zum  Zweck  der  Teilnahme  an  größeren  Belehrungsreisen. 

9.  Wendenius-Stiftung  zur  X'erleihung  eines  Reisestipendiums  an  einen  Studie- 
renden der  Abteilung  für  Architektur. 

10.  Josef-Anton-Tod-Stiftung  zur   Unterstützung  eines  fleißigen   und   bedürftigen 
Studierenden  der  Chemie. 

1 1.  Eck-Stiftung  zur  Unterstützung  bei  geognostischen  Exkursionen. 

12.  Emma-Kopp-Stiftung  zur  Unterstützung  bedürftiger  und  würdiger  Studierender 
der  Architektur. 

13.  Leins-Stiftung  zur  Verleihung  von  Reisestipendien. 

14.  Gustav- Veigel-Stiftung  für  Reisebeihilfen  an  Studierende  der  Architektur  bei 
größeren  Exkursionen  in  den  Ferien. 

44 


15.  Dr.-ütto-und-Olga-Kapp-v.-Gültstein-Stiftuug  für  Stipendien  7,11  Studienreisen 
an  würdige  und  fleißige  Studierende. 

16.  Stiftung  Direktor  E.  Kopp  für  Beiträge  zu  Studienreisen  an  begabte  unbe- 
mittelte Architekturstudierende  oder  anderweitiger  Unterstützung. 

Den  Schluß  der  Sozialstiftungen  maclil  die  von  dem  leider  kürzlich  verstorbenen 
Ehrendoktor  der  Hochschule  Senator  Gustav  Fuchs  in  Danzig  errichtete,  auf  Gold- 
währung aufgebaute  Gustav-Fuchs-Stiftung  in  Höhe  von  20000  GM.  Aus  den 
Erträgnissen  dieser  Stiftung  sollen  an  begabte  und  bedürftige  Bewerber  zur  wissen- 
schaftlichen und  praktischen  Fortbildung  und  zur  Erweiterung  ihres  Gesichts- 
kreises durch  Reisen  oder  durch  besonderes  Spezialstudium  Stipendien  verliehen 
werden.  Diese  Stiftung  und  die  schon  erwähnte  C. -Bach-Stiftung  an  der  Material- 
prüfungsanstalt sind  seit  der  Stabilisierung  der  Währung  die  ersten  wertbeständigen 
Stiftungen,  welche  der  Hochschule  gemacht  worden  sind.  Mögen  sie  bald  weitere 
Nachfolger  finden. 

Zur  Klarstellung  soll  ausdrücklich  darauf  hingewiesen  werden,  daß  es  sich  bei  der 
vorstehenden  Aufzählung  nur  um  Stiftungen  im  Rechtssinn  handelt.  Die  sehr  zahl- 
reichen Geschenke  an  Geldbeträgen  und  die  überaus  reichen  Materialstiftungen, 
die  Zuweisungen  seitens  der  Notgemeinschaft  der  deutschen  Wissenschaft,  seitens 
der  Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule  und  der  Gesellschaft 
zur  Förderung  der  Wissenschaften,  die  ganz  beträchtlichen  Schenkungen  an  die 
Studentenhilfe,  die  Förderung  einzelner  Lehrgebiete  durch  Stiftung  von  Lehr- 
mitteln usw.  sind  hier  nicht  berücksichtigt.  Alle  diese  Zuwendungen  im  einzelnen 
aufzuzählen,  würde  zu  weit  führen  und  gehört  nicht  in  den  Rahmen  dieser  Ab- 
handlung. Doch  mag  .soviel  festgestellt  werden,  daf3  die  Technische  Hochschule 
auch  in  dieser  Richtung  sich  äußerst  tatkräftiger  Hilfe  aus  allen  Kreisen  erheuen 
darf;  die  Technische  Hochschule  hofft,  daß  diese  Gebefreudigkeit  anhält  und  durch 
ein  besonders  schönes  Ergebnis  der  Jubiläumsspende  gekröiU  wird. 


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DIE  VEREINIGUNG  VON  FREUNDEN  DER  TECHNISCHEN 
HOCHSCHULE 

Von  Regierungsrat  Dölker 

Der  Gedanke,  eine  Vereinigung  von  Freunden  der  Technisclien  Hochschule  Stutt- 
gart zu  gründen,  geht  bis  in  das  Jahr  1918  zurück.  Im  Herbst  1920  waren  die  vor- 
bereitenden Arbeiten  so  weit  gediehen,  daß  es  nur  noch  einer  Gründungsversamm- 
lung bedurft  hätte,  um  die  Vereinigung  ins  Leben  zu  rufen.  Der  Zweck  dieser  Ver- 
einigung sollte  damals  der  sein,  die  Technische  Hochschule  Stuttgart  hinsichtlich 
der  Ausbildung  ihrer  Studierenden  nicht  nur  auf  den  sachHchen,  sondern  auch 
auf  den  menschlichen  Gebieten  sowie  in  Hinsicht  der  wissenschaftlichen  Forschung 
zu  fördern.  Zu  dieser  Gründungsversammlung  kam  es  damals  nicht,  weil  die  Ver- 
hältnisse einen  unerwarteten  Verlauf  nahmen.  Die  wirtschaftliche  Not  eines  großen 
Teils  der  Studierenden  machte  es  notwendig,  sofortige  Maßnahmen  zu  ihrer  Be- 
hebung in  die  Wege  zu  leiten,  weshalb  der  Senat  in  Übereinstimmung  mit  sämt- 
lichen Beteiligten  beschloß,  die  Zweckbestimmung  in  der  Weise  zu  ändern,  daß 
der  zu  gründende  Verein  sich  in  erster  Linie  mit  der  Linderung  der  wirtschaft- 
lichen Not  der  Studierenden  befassen  sollte.  Aus  dieser  Bewegung  ist  dann  der 
Verein  Stuttgarter  Studentenhilfe  E.V.  entstanden,  von  dessen  segensreicher  Wir- 
kung an  anderer  Stelle  die  Rede  sein  soll. 

Da  die  Studentenhilfe  nach  einigen  Jahren  in  geregelte  Bahnen  kam,  so  lag  der 
Gedanke  nahe,  der  Gründung  einer  Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen 
Hochschule  erneut  nahezutreten.  Es  bildete  sich  unter  Führung  des  damaligen 
Rektors,  Professor  W.  Maier,  im  Wintersemester  1922  ein  kleiner  Ausschuß  aus 
Dozenten  der  Hochschule,  der  sich  zur  Aufgabe  machte,  diese  Vereinigung  ins 
Leben  zu  rufen.  Der  Zweck  der  Vereinigung  sollte  sein,  die  Technische  Hochschule 
in  der  Ausbildung  ihrer  Studierenden  und  in  den  wissenschaftlichen  Forschungs- 
arbeiten zu  fördern  und  zu  unterstützen  und  dazu  für  Geld-  und  Lehrmittel 
sowie  für  Einrichtungsgegenstände  zu  sorgen,  für  die  der  Staat  nicht  aufkommen 
kann.  Die  beiden  Vereine,  die  Studentenhilfe  einerseits  und  die  Vereinigung  von 
Freunden  andererseits,  sollten  Hand  in  Hand,  sich  gegenseitig  ergänzend,  neben- 
einander hergehen.  Am  21.  Dezember  1922  fand  eine  vorbereitende  Besprechung 
zur  Gründung  einer  Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule  in 
der  Aula  statt,  zu  der  zahlreiche  Vertreter  von  Industrie  und  Handel,  Vertreter 
des  Kullminisleriums  und  sonstiger  Behörden  sowie  der  Lehrkörper  der  Hoch- 
schule erschienen  waren.  Einen  besonderen  Wert  erhielt  diese  Versammlung  durch 

46 


die  Anwesenheit  des  damaligen  Staatspräsidenten  Dr.  Hieber,  der  ausführte,  daß 
von  Seiten  des  Kultministeriums  alles  geschehen  werde,  um  der  Aktion  beratend 
und  fördernd  zur  Seite  zu  stehen.  Man  müsse  alles  tun,  um  in  dieser  Zeit  der 
Not,  der  Geldentwertung  und  der  ungünstigen  wirtschaftlichen  Lage  die  Pflege 
der  Wissenschaften  aufrechtzuerhalten  und  der  öfTentlichkeit  zum  Bewußtsein 
zu  bringen,  daß  daran  das  ganze  Volk  ein  Interesse  haben  müsse.  Leider  seien 
der  Regierung,  welche  für  die  Not  der  Wissenschaft  volles  Verständnis  habe,  durch 
die  schlechte  Finanzlage  die  Hände  gebunden,  sie  werde  aber  alles  tun,  eine  frei- 
willige Aktion  zu  fördern  und  zu  unterstützen.  Namens  des  Präsidenten  der  Reichs- 
bahndirektion stellte  der  damalige  Ministerialrat  Honold,  namens  der  Industrie 
Geheimer  Hofrat  Dr.-Ing.  Bruckmann  Unterstützung  der  Bestrebungen  in  Aussicht. 
Es  wurde  ein  vorbereitender  Ausschuß  gewählt,  in  welchem  sowohl  die  Industrie 
als  der  Lehrkörper  der  Technischen  Hochschule  vertreten  waren.  Ein  besonderer 
Arbeitsausschuß,  bestehend  aus  Herren  des  Lehrkörpers  und  den  Herren  Direktor 
Honold,  Dr.  Theurer,  Dr.  Blezinger,  Dr.  Scheufeien  und  Direktor  Dr.  Schivarz,  sollte 
die  weiteren  Vorarbeiten  leisten.  Dank  den  Bemühungen  dieser  Herren  konnte 
am  3.  März  1923  die  Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule 
gegründet  werden.  Die  alsbald  vorgenommenen  Wahlen  ergaben  als  ersten  Vor- 
sitzenden Dr.-Ing.  E.  h.  Robert  Bosch,  als  Stellvertreter  des  Vorsitzenden  Professor 
W.  Maier,  als  Schatzmeister  Kommerzienrat  Albert  Schwarz  und  als  Schrift- 
führer und  zugleich  Geschäftsführer  Regierungsrat  Dölker.  Diese  vier  Herren 
bilden  den  engeren  Ausschuß  (Vorstand  der  Vereinigung).  In  den  weiteren  Aus- 
schuß wurden  eine  größere  Anzahl  Industrieller  sowie  fünf  Professoren  des  Lehr- 
körpers gewählt.  Der  Zweck  der  Vereinigung  wurde  in  dem  obengenannten  Sinne 
festgelegt  und  die  Vereinigung  in  das  Vereinsregister  beim  Amtsgericht  Stuttgart 
eingetragen. 

Damit  war  die  Vereinigung  gegründet,  und  es  galt  nunmehr,  durch  großzügige 
Werbung  Mitglieder  zu  gewinnen,  um  die  in  der  Satzung  festgelegten  Zwecke  in 
möglichst  großem  Umfange  verwirklichen  zu  können. 

In  der  ersten  Mitgliederversammlung  vom  8.  März  1924  konnte  mit  Genugtuung 
festgestellt  werden,  daß  die  Werbung  nicht  ohne  Erfolg  geblieben  war;  243  Mit- 
glieder waren  beigetreten.  Trotz  der  im  Jahr  1923  noch  herrschenden  Inflation 
hatte  die  Vereinigung  ein  Vermögen  von  4724,50  GM.  In  dieser  Mitgliederver- 
sammlung wurde  auch  beschlossen,  die  seitens  der  einzelnen  Lehrstühle  einge- 
gangenen Anträge  auf  Verwilligung  von  Zuschüssen  einem  besonderen  Ausschuß 
zur  Prüfung  zu  überweisen.  Dieser  Ausschuß,  dem  neben  dem  ersten  Vorsitzenden  die 

47 


Herren    Staatsrat    Dr.-Ing.    v.  Bach,   Dr.-Ing.   Emil   Gminder,   Dr.-Ing.   Kommer- 

zienrat  Reusch,  Dr.-Ing.  Dr.  Scheufeien,  Professor  Dr.-Ing.  Stribeck  sowie  der  jeweilige 
Rektor  der  Technischen  Hochschule  angehören,  hat  im  Oktober  1924  zum 
erstenmal  getagt  und  konnte  seither  insgesamt  133800  RM.  zur  Verteilung 
bringen.  Davon  entfielen  auf  die  einzelnen  Abteilungen: 

I  m  J  a  h  r  e   1924: 

Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften     79^)0  RM. 

Abteilung  für  Architektur    500  RM. 

.Abteilung  für  Bauingenieurwesen   3400  RM. 

Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  und  Elektro- 
technik      17440  RM. 

Abteilung  für  Chemie i  980  RM. 

Verwaltung  der  Technischen  Hochschule    -^500  RM.         33720  RM. 

Im  Jahre   i  925: 

Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften     '3^50  RM. 

Abteilung  für  Architektur    i  100  RM. 

Abteilung  für  Bauingenieurwesen   2300  RM. 

Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  und  Elektro- 
technik      10800  RM. 

Abteilung  für  Chemie 4025  RM.        3'  075  RM. 

I  m  J  a  h  r  e   1926: 

Abteilung  für  allgemeine  Wis.senschaften     5 3^0  RM. 

Abteilung  für  Architektur    950  RM. 

Abteilung  für  Bauingenieurwesen    2800  RM. 

Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  und  Elektro- 
technik      9  100  RM. 

.Jibteilung  für  Chemie 2900  RM.        2 1  050  RM. 

I  ni  J  ahre    1927: 

Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften      üooo  RM. 

Abteilung  für  Architektur    600  RM. 

Abteilung  für  Bauingenieurwesen   5000  RM. 

.\bleilung  für  .Vlaschincningcnieurwesen  und   Elektro- 

icciuiik    8100  RM. 

Abl(■ihul^  Im  C^iiemie 2900  RM.         22600  RM. 

4Ö 


Im  Jahre   1928: 

Abteilung  für  allgemeine  Wissenschaften     6500  RM. 

Abteilung  für  Architektur    2  150  RM. 

Abteilung  für  Bauingenieurwesen   3000  RM. 

Abteilung  für  Maschineningenieurwesen  und  Elektro- 
technik      7455  RM. 

Abteilung  für  Chemie 545°  RM.        24555  R^- 

133800  RM. 

Es  ist  daraus  ersichtlich,  in  welch  hohem  Maße  die  Vereinigung  die  Hochschule 
in  der  Ausbildung  ihrer  Studierenden  und  in  den  wissenschaftlichen  Forschungs- 
arbeiten bisher  fördern  konnte. 

Die  einzelnen  Unterstützungsanträge  sind  verschiedener  Art:  Die  meisten  zielen 
darauf  hin,  zur  Durchführung  von  Forschungsarbeiten  Apparate  zu  beschaffen, 
die  wegen  unzureichender  Staatsmittel  nicht  beschafft  werden  konnten.  Weiter- 
hin wurden  Versuchseinrichtungen  geschaffen,  Anschauungsmaterial  wurde  be- 
schaffet, Bücher  für  die  Bibliothek  konnten  gekauft,  Beiträge  zu  Besichtigungsreisen 
gegeben  werden.  Die  Zusammensetzung  des  Prüfungsausschusses  gab  Gew'ähr,  daß 
nichts  Unnötiges  verwilligt  wurde,  und  daß  den  Anträgen  der  Dringlichkeit  gemäß 
entsprochen  wurde. 

Die  Mitgliederzahl  nahm  stetig  zu  und  beträgt  nunmehr  etwa  700;  der  Mindest- 
mitgliederbeitrag  beträgt  schon  seit  längerer  Zeit  50  RM.  für  Firmen  und  10  RM. 
für  Einzelpersonen,  bei  einmaliger  Stiftung  von  500  RM.  kann  die  dauernde  Mit- 
gliedschaft erworben  werden.  Die  Mitglieder  der  Vereinigung  setzen  sich  aus  allen 
Kreisen  zusammen;  in  erster  Linie  sind  es  ehemalige  Studierende  der  Technischen 
Hochschule,  welche  die  Anhänglichkeil  an  ihre  alte  Hochschule  zum  Beitritt  \er- 
anlaßt  hat,  dann  aber  auch  weite  Kreise  der  Industrie  und  des  Handels,  welche 
durch  laufende  Beiträge  und  zum  Teil  wertvolle  Stiftungen  in  Geld  und  Materialien 
ihr  Interesse  am  Wohl  und  Wehe  der  Stuttgarter  Hochschule  bekunden.  Weit 
über  Württemberg  hinaus,  ja  sogar  in  Amerika  und  Asien,  befinden  sich  Mit- 
glieder der  Vereinigung. 

So  ist  zu  hoffen,  daß  der  Aufruf  zu  einer  Jubiläinnsspende,  den  die  X'ereinigung 
an  ihre  Mitglieder,  an  die  allen  Sludierendi-n  und  an  zalilreiilu'  Persönlirhkeilen 
und  Firmen,  von  denen  sie  Verständnis  für  iiuc  Ziele  erhofft,  gesandt  hat,  auf 
fruchtbaren  Boden  fällt  und  reichen  Segen  trägt  zum  Nutzen  und  Frommen  des 
Geburtstagskinds,  der  allen  alnia  mater  Stuttgardicnsis. 

49 


l:rrri^chulIt;M 


.  Hauptgebäude  der  Tedmisclien  Hoi  Ikstliule,  Alleensliaß^ 


DIE  STUTTGARTER  STUDENTENHILFE,  E.V. 

Von  stud.  electr.  Hans  Bunz,  Geschäftsführer  der  Stuttgarter  Studentenhilfe,  E.  \'. 

In  den  durch  die  unmittelbaren  und  mittelbaren  Erschütterungen  des  Weltkriegs 
gezeichneten  Nachkriegsjahren  bildeten  sich  in  fast  allen  deutschen  Hochschul- 
städten studentische  Hilfsorganisationen;  so  geschah  auch  im  Juni  1921  in  Stuttgart 
die  Gründung  des  Vereins  Stuttgarter  Studentenhilfe,  E.  V. 

Diese  —  ebenso  wie  die  organisierte  Stuttgarter  Studentenschaft  —  von  der  nach  Be- 
tätigung drängenden  Kriegsteilnehmergeneration  zusammen  mit  Dozenten  und 
Angehörigen  des  Handels  und  der  Industrie  ins  Leben  gerufene  Organisation  setzte 
sich  die  Wahrung  der  wirtschaftliclicn  Interessen  der  Studierenden  im  allgemeinen 
und  den  Bau  eines  Studentenhauses  im  besonderen  zum  Ziele. 
Das  Studentenhaus,  um  dies  vorwegzunehmen,  soll  die  Stätte  am  Hochschulort 
sein,  die  allen  Studierenden  ohne  Unterschied  der  politischen  und  weltanschau- 
lichen Stellung  als  Zentrum  des  vielgestaltigen  akademischen  Lebens  offensteht, 
nicht  als  behördlich  geleitetes  Institut,  sondern  als  Gemcinschaftsgul,  von  verant- 
wortlichen studentischen  Mitarbeitern  und  Altakademikern  getragen.  Neben  dem 
hohen  ideellen  Wert,  der  dem  Studentenhaus  als  dem  Mittelpunkt  des  gescllschaft- 


5« 


Staatl.  Thermalbad  VVildbad.  Das  Kleinod  des  VV'ürtt.  Schwaizwaldes 


Phol.  A .  Lad,  Freudertstadt 


liehen  Lebens  innerhalb  der  Studentenschaft  und  zwischen  ihr  und  der  Professoren- 
schaft und  Männern  des  öffentlichen  Lebens  zukommt,  treten  sehr  wesentliche,  rein 
sachliche  Vorzüge  hinzu;  denn  neben  Lese-  und  Aufenthaltshallen  sowie  Fest-  und 
Gesellschaftsräumen  verschiedenster  Art  soll  das  Studentenhaus  die  Studenten- 
speisung und  Büroräume  des  Wirtschaftskörpers  und  der  Studentenschaft  sowie  alle 
Räume  für  die  sonstigen  sozialen  Hilfseinrichtungen  aufnehmen. 
An  eine  Verwirklichung  dieser  Pläne  konnte  in  Stuttgart  bis  zum  heutigen  Tage 
noch  nicht  gegangen  werden,  und  zwar  mit  Rücksicht  auf  die  jetzt  schon  lange 
schwebende  Frage  der  Hochschulverlegung,  da  natürlicherweise  die  Lage  in  direkter 
Hochschulnähe  eine  Grundbedingung  für  das  Hochschulhaus  bilden  wird.  Trotz- 
dem konnten  jedoch  bei  der  württembergischen  Industrie  in  den  letzten  Jaluen 
ansehnliche  Mittel  für  den  Hausbau  geworben  werden,  und  die  Stuttgarter  Stu- 
dentenhilfe ist  schon  heute  im  Besitz  zweier  in  immittelbarcr  Nähe  der  derzeitigen 
Hochschulgebäude  gelegenen  Wohnhäuser.  Wenn  es  dahei'  dem  N'erein  gelingt, 
durch  intensive  Werbung  auch  weiterhin  Mittel  zu  sammeln,  st)  tlüi  fle  die  Bauliage 
auch  in  Stuttgart  schon  in  der  nächsten  Zeit  gelöst  werden. 
Ein  großer  Teil  der  Arbeit  der  Stuttgarter  Studentenhilfe  dient  der  ,,\'erbilliguiig 

51 


der  Lebenshaltung".  Zu  diesem  Zweck  unterhält  sie  den  Speisungsbetrieb  (Mensa 
academica),  die  Erfrischungsräume  und  die  Verkaufsabteilung  für  Studienmaterial 
sowie  die  Bücher-  und  Zeitschriftenvermittlung.  —  Die  „Studentenküche",  eine  in 
der  Zeit  der  schwersten  wirtschaftlichen  Not  entstandene  Parallelerscheinung  zu 
den  damals  überall  verbreiteten  Kriegsküchen,  hat  sich  im  Laufe  der  Jahre  jedoch 
mit  der  Veränderung  der  ganzen  wirtschaftlichen  Verhältnisse  in  den  die  Studenten- 
schaft umfassenden  Kreisen  sehr  gewandelt;  aus  der  Notküche  wird  mehi'  und  mehr 
ein  akademischen  Ansprüchen  entsprechender  Speisungsbetrieb.  Durch  diese  Maß- 
nahmen, im  Zusammenhang  mit  dem  Preisniveau  dieses  Großbetriebs  glauben  wir 
nicht  unwesentlich  preisregulierend  auf  private  Betriebe  einzuwirken  und  somit 
eine  fühlbare  Kostensenkung  des  Studiums  über  die  Teilnahme  an  der  Studenten- 
speisung hinaus  zu  erreichen.  —  In  den  vom  \'erein  betriebenen  Erfrischungs- 
räumen im  Hauptbau  und  Anorganischen  Institut  der  Techni.schen  Hochschule 
werden  den  Studierenden  Zwischenmahlzeiten  mit  alkoholfreien  Getränken,  be- 
legten Broten,  Zigaretten  usw.  verabreicht.  Hierfür  wurde  unter  Aufwendung  nicht 
unerheblicher  Mittel  vom  Verein  zusammen  mit  dem  Staatsrentamt  im  Haupt- 
gebäude der  Hochschule  ein  wirklich  gemütlicher  und  geeigneter  Raum  geschaffen. 
Der  Wert  der  Verkaufsabteilung  für  Studienbedarf,  die  auch  die  Bücher-  und 
Zeitschriftenvermittlungsstelle  enthält  und  aus  der  früheren  Studentischen  Bezugs- 
genossenschafl,  R.  G.  m.  b.  H.,  liervorgegangen  ist,  dürfte  ebenso  wie  der  der 
Mensa  über  die  \'orteile  einer  gemeinnützigen,  billigen  Bezugsquelle  hinaus  in 
einem  in  weitem  Maße  preisregulierend  wirkenden  Einfluß  zu  suchen  sein. 
Das  ganz  besondere  Gepräge  gibt  der  Stuttgarter  Studentenhilfe  jenes  Arbeits- 
gebiet, das  die  .\bteilung  für  Sozialfürsorge  im  engeren  Simie  umfaßt,  das  sind  die 
Abteilungen  Krankenka.sse,  Krankenfürsorge,  Tuberkulosenfürsorge,  die  Studien- 
stiftung des  dcut.schen  Volkes  und  die  Darlehenskasse  der  Deutschen  Studenten- 
schaft, die  kurzfristige  Darlehenskasse,  die  Vergünstigungsabteilung,  das  Woh- 
nungsamt sowie  die  Abteilungen  zur  N'ermittlung  von  Freitischen,  Studien-  und 
Straßenbainibeihilfen,  Nebenverdienst-  und  Werkstudcntenstellen. 
Es  ist  bemerkenswert,  daß  in  manchen  Kreisen  in  den  letzten  Jalnen  die  .Vnsicht 
auftaucht,  diese  l",iniicli(ungen  seien  seit  lüiuritl  dcv  W'iihrungsl'esligung  nicht  mein- 
lebcnsberechligt  und  künstlich  aufrechterhalten.  Solche  Meinungen  beruhen  ent- 
weder auf  einer  Unkenntnis  der  laisächlichen  wirtscliaftliclien  Lage  der  Studenlen- 
sciiaft  oder  einer  Verkennung  der  sozialen  Ziele  der  sliKlcntisi  iien  \Virts(  iialtsarbeil. 
Talsache  ist,  daß  heute  mein  als  [^o",,  dei  looooo  deutschen  Studenten  unti-r  dem 
knappsten  E.xislcnznhuiniuni  leben  und  weitere  2o'\,  kaum  darüber.  Ein  Studium 

52 


in  Deutschland  vom  Ende  der  Schulpflicht  bis  zur  Selbständigkeit  des  Berufs  kostet 
im  Durchschnitt  mindestens  13000 — 15000  RM.  Diese  Tatsache  enthält  die  Not- 
wendigkeit, daß  ein  großer  Teil  der  Gesamtbevölkerung  Deutschlands  —  nicht  nur 
die  proletarischen  und  kleinbürgerlichen  Kreise,  sondern  auch  ein  sehr  großer  Teil 
des  Mittelstandes  —  vom  Hochschulstudium  ausgeschlossen  ist.  Abgesehen  davon, 
daß  soziale  Ungerechtigkeiten  und  Härten  stark  erbittern,  können  hier  der  Volks- 
gemeinschaft wertvollste  Kräfte  ungenutzt  verlorengehen.  Die  Grundidee  jeglicher 
studentischen  Sozialfürsorge  ist  es  daher,  dazu  zu  helfen,  daß  neben  das  wertvolle 
Gut  alter  Familientraditionen,  guter  Jugenderziehung  und  gründlicher  Schulbil- 
dung ein  Element  der  starken  menschlichen  Eigenschaften,  bewährt  durch  den 
nicht  aussichtslosen  Kampf  um  den  eigenen  Aufstieg,  tritt.  Diese  Idee  hat  denn 
auch  einen  neuen  Typ  des  Studenten  geschaffen,  nicht  den  Bettelstudenten,  wie 
er  nach  dem  Dreißigjährigen  Krieg  von  milden  Gaben  unter  größter  Demütigung 
lebte,  sondern  den  Werkstudenten  in  seiner  heroisch  harten  Lebensweise,  unter 
der  allerdings  häufig  die  Gesundheit  und  das  Studium  leiden,  die  aber  dem  Cha- 
rakter des  Studenten  etwas  ungemein  Stolzes  und  Aufrechtes  verleihen. 
^Vie  schon  erwähnt,  ist  das  Werkstudententum  —  ganz  abgesehen  davon,  daß 
manchmal  wirklich  ernste  Gesundheitsgefährdung  besteht  —  vom  ökonomischen 
Standpunkt  aus  sehr  wenig  rationell;  denn  bei  ihm  zersplittert  sich  die  Arbeitskraft 
in  verschiedenartige,  nur  selten  den  späteren  Beruf  ergänzende  Verrichtungen.  Hier 
durch  finanzielle  Unterstützung,  sei  es  in  Form  von  Darlehen,  sei  es  in  Form  von 
Stipendien,  vor  Übertreibungen  zu  schützen,  ist  der  Leitgedanke  der  Fürsorge- 
arbeit der  Studentenhilfe. 

Der  Wille  zur  Selbsthilfe,  wie  er  im  Werkstudententum  begründet  liegt,  tritt  auch 
in  weiterem  Sinne  als  die  Idee  der  Selbstverwaltung  in  der  Organisation  des  \'cr- 
eins  Stuttgarter  Studentenhilfe  in  Erscheinung.  Während  die  Führung  des  Vereins 
in  den  Händen  von  Professoren  und  Persönlichkeiten  aus  Industrie-  und  Handels- 
kreisen liegt,  geht  die  eigentliche  Initiative  von  studentischen  ehrenamtlichen 
Mitarbeitern  aus.  Es  war  dies  ein  bemerkenswerte!  Schritt,  um  aus  obrigkeitlicher 
Abhängigkeit  herauszukommen  zu  sclbstverantwortlichcr  Freiheit. 
Wenn  nun  auch  noch  bei  weitem  nicht  all  das  verwirklicht  ist,  was  sich  auf  dem 
Gebiete  der  studentischen  Wirtschaftsarbeit  als  dringend  nötig  erweist,  so  zeigt  die 
bisherige  Arbeit  doch  immerhin  das  Beispiel,  daß  unter  der  akademischen  Scliic  hl 
Menschen  sind,  die  den  Aufstieg  gefunden  haben,  sich  stützend  nicht  nur  auf  in- 
tellektuelle Fähigkeiten,  sondern  zugleich  auf  starke  menschliche  Eigenschaften  des 
Handelns,  der  Tatkraft  und  Weltnähe. 

53 


Schacht  Kochendorf 

STAATL.  SALINE  FRIEDRIGHSHALL 

BEI  JAGSTFELD  (WÜRTTEMBERG) 

MIT  SALINEN  FRI  E  D  RI  C  H  S  HALL   UND  WILHELMS  HALL 

NEBST 
STEINSALZWERK  KOCHENDORF 


Saline  Frirdriclisha 


54 


BESUGHSZIFFERN 

DER  TECHNISCHEN  HOCHSCHULE  STUTTGART 

VON  1829  BIS  1929 

AUSSCHLIESSLICH  GASTHÖRER 

Semester 

Vn.  Klasse  der  Realschule        VIIL  Klasse  der  Realschule 

Gesamt- 
ziffer 

Winter  1829/30    .. 
Winter  1831/32    .. 

Winter  1832  33    .  . 

39 

34 

73 
87 

148 

39 

48 

Berufsklassen 

Mech.techn. 
fArchitekten 
Mechaniker, 
Ingenieure) 

Chem.techn. 

(Berg-  und 
Hüttenleute 
Fabrikanten 

Pharmaz.) 

Kaufieute 

Lehrer 

Sonstige 

Noch 
unbestimmt 

54               15 

12 

9 

58 

— 

Winter  1836/37    .. 

100      1         16 

46 

29 

97 

— 

288 

Winter  1840/41    .. 

134               19 

53 

41 

93 

11 

351 

Winter  1844/45    .. 

173 

24 

19 

40 

72 

6 

334 

In  der 
mathemat. 
Vorschule 

Handels- 
schüler 

Architekten 

Ingenieure 

Mechaniker 

Chemiker 

und 
Hüttenleut« 

Sonstige 
Berufsarten 

Winter  1845/46    ., 

59 

13 

42 

3 

5 

15 

60 

197 

Winter  1849/50    .. 

43 

8 

25 

14 

13 

6 

60 

169 

Winter  1853/54    .. 

33 

31 

14 

4 

19 

23 

41 

165 

Winter  1857/58    .. 

68 

16 

9 

7 

33 

36 

45 

214 

Winter  1861/62    .. 

77 

13 

30 

38 

23 

22 

39 

242 

:)5 


TECHNISCHE  ABTEILUNG 

MAT. 

UNG 

Semester 

Fachschule  für 

3h  nj 

Gesamt- 
ziffer 

Architektur 

Ingenicur- 

Maschinen- 
bau 

Chemische 
Technik 

Mathematik 
und  Natur- 
wissensch. 

Allgemein 
bildende 
Fächer 

<  rn 
S< 

Winter  1862  63    .. 

43 

46 

26 

37 

(1870  gegründet' 

103 

255 

Sommer  1863  .... 

46 

42 

26 

32 

— 

— 

102 

248 

Winter  1867  68    .. 

125 

99 

66 

58 

— 

— 

165 

513 

Sommer  1868  .... 

107 

87 

56 

58 

— 

— 

151 

459 

Winter  1873  74    .. 

143 

109 

30 

54 

35 

12 

133 

1875  bzw. 

1876 

aufgehoben 

516 

Winter  1878  79    .. 

198 

68 

28 

58 

82 

13 



447 

Sommer  1879  .... 

166 

52 

29 

50 

66 

17 

— 

380 

Winter  1883  84    .. 

117 

21 

38 

59 

89 

20 

— 

344 

Sommer  1884  .... 

77 

14 

27 

59 

60 

18 

— 

255 

Winter  1888  89    .. 

52 

15 

61 

72 

14 

36 

— 

250 

Sommer  1889  .... 

45 

12 

46 

57 

17 

23 

— 

200 

Abteilung  für 

Architektur 

Bau- 
ingenieur- 

Maschinen- 
ingenieur- 

Chemie 

Mathematik 

und  Natur- 

Allgemein 
bildende 
Fächer 

Winter  1893  94    .. 

Geodäsie 

518 

121 

94 

176 

67 

19 

41 

Sommer  1894  .... 

106 

81 

150 

55 

17 

29 

438 

Winter  1898  99    .. 

187 

128 

313 

88 

27 

28 

771 

Sommer  1899  .  .  .  . 

148 

105 

259 

65 

26 

24 

627 

Winter  1903  04    .. 

246 

221 

339 

102 

47 

14 

969 

Sommer  1904  .  .  .  . 

183 

185 

263 

87 

40 

9 

767 

56 


Semester 

Abteilung  für 

Ziffer 

Archiicklur 

Bau- 
ingenicur- 

cinschl. 
Geodäsie 

Maschinen- 
ingenieur- 
wesen und 
Elektrotech. 

Chemie 
einschl. 

Hüttenwes. 

u.  Pharmaz. 

Mathematik 
und  Natur- 
wissensch. 

Allgemein 
bildende 
Fächer 

Winter  1908  09    . 

255 

231 

199 

109 

77 

15 

886 

Sommer  1909  . . . 

170 

188 

164 

105 

66 

10 

703 

Wmterl913  14    . 

183 

200 

235 

135 

54 

1 

808 

Sommer  1914  ... 

172 

151 

228 

126 

54 

— 

731 

Wmterl914  15    . 

36 

45 

29 

24 

25 

— 

159 

Sommer  1915  .  .  . 

40 

28 

11 

17 

16 

— 

112 

Winter  1915  16    . 

34 

25 

18 

21 

13 

1 

112 

Sommer  1916  .  .  . 

30 

19 

20 

20 

11 

— 

100 

Winter  1916  17    . 

26 

32 

32 

23 

16 

4 

133 

Sommer  1917  . . . 

12 

10 

4 

15 

8 

1 

50 

Winter  1917  18    . 

34 

20 

6 

30 

17 

1 

108 

Sommer  1918  .  .  . 

37 

15 

16 

34 

12 

— 

114 

Winter  1918  19    . 

146 

222 

392 

196 

78 

10 

1044 

Sommer  1919  .  .  . 

167 

241 

439 

243 

88 

11 

1189 

Winter  1919  20    . 

198 

318 

634 

321 

115 

23 

1609 

Sommer  1920  ... 

188 

307 

685 

307 

127 

17 

1631 

Winter  1920  21    . 

216 

340 

871 

344 

140 

34 

1945 

Sommer  1921  .  .  . 

201 

306 

871 

369 

131 

43 

1921 

Winter  1921  22    . 

207 

336 

1018 

378 

105 

49 

2093 

Sommer  1922  ... 

196 

273 

996 

398 

111 

57 

2031 

Winter  1922  23    . 

225 

331 

1089 

419 

157 

71 

2292 

Sommer  1923  . .  . 

235 

281 

1046 

442 

127 

77 

2208 

Winter  1923  24    . 

199 

284 

1008 

411 

120 

81 

2103 

Sommer  1924  .  .  . 

158 

213 

898 

369 

90 

60 

1788 

Winter  1924/25  . . 

212 

218 

1030 

379 

93 

67 

1999 

Sommer  1925  ... 

182 

198 

951 

350 

78 

61 

1820 

Winter  1925  26    . 

254 

210 

1041 

301 

71 

49 

1926 

Sommer  1926  .  .  . 

236 

209 

937 

281 

92 

43 

1798 

Winter  1926  27    . 

284 

202 

1001 

273 

109 

50 

1919 

Sommer  1927  ... 

245 

202 

900 

251 

143 

30 

1771 

Winter  1927  28    . 

316 

249 

875 

238 

130 

33 

1841 

Sommer  1928  . .  . 

295 

235 

751 

214 

145 

27 

1667 

Winter  1928  29    . 

371 

313 

821 

217 

153 

43 

1918 

57 


Stuttgart,  Hof  im  Allrn  Sclilon 

58 


Phnt.  Schwab.  Kunstverlag  Hans  Dötirlirr.  Slullgarl 


.\eck;irkanal.  Staustufe  Obereßlingen.  Oberkanal  mit  Feldwegbrücke  Phot.  Dr.  Lassen  &  Co.,  Feuerbach-Slutlgarl 

Ausgeführt  von  K.  Kubier  A.-G.,  Stuttgart  und  Göppingen,  Hoch-,  Tief-  und  Eisenbetonbau 


ä:i2£S;K>--  '- 


Stuttgart.  Wcißcnhofsicdlung 


l'liol.  Silmiib.  Kumticilag  Ihini  UötUhcr,  Sliillgarl 


59 


Dir  neue  Kokillensicßerei  des  Metallwcrks  der  Robert  Bosch  A.-G.  in  rcuerljach 


INDUSTRIE,  HANDEL  UND  TECHNISCHE  HOCHSCHULE 

Dr.  Ernst  hlicu,  Erster  Syndikus  der  Handelskammer  Stuttgart 

imd  gesehäftsführ.  Vorstandsmitglied  des  Württ.  Industrie-  und  Handclstagcs 

Wissenschaft  und  Wirtschaft  reichen  sich  in  den  „Technischen  Hochschulen"  die 
Hände.  Theorie  luid  Praxis  stehen  sich  hier  nicht  wie  getrennte  Welten  gegenüber^ 
sondern  finden  in  diesen  Hochschulen  eine  gemeinschaftliche  geistige  Pflegestätte, 
von  der  lebendige  Ströme  ins  praktische  Leben  unmittelbar  ausgehen,  und  zu  der 
andererseits  wieder  aus  den  Werkstätten  industriellgewerblicher  Arbeit  starke 
Kräfte,  wertvolles  Menschen-  und  Sachmaterial,  praktische  Erfahrungen  und  An- 
regungen aus  ständig  wechselnden  Verhältnissen  der  Wirtschaft  im  Austausch 
kommen.  Aus  den  J^edür/nisseii  von  Tcclnnk  und  Wirtschaft  nach  gründlicher  wissenschaft- 
licher Fundicrung  ihrer  Arbeit  und  nach  wissenschaftlicher  Schulung  und  Ausrüstung 
des  Nachwuchses  ist  dieser  moderne  Typus  einer  ,, Hochschule''"  überhaupt  erst  entstanden. 
In  ständiger  Anpassung  und  Auswertung  dei-  wachsenden  luui  weciiselnden  Be- 
dürfnisse von  Technik  und  N'crkehr  sind  die  technischen  Hochschulen  von  heute 
mimitlelbar  zu  einem  wichtigen  Faktor  des  Wirtschaftslebens  geworden.  In  der 

60 


Aufrechterhaltung  und  Pflege  lebendiger  Wechselbeziehungen  zwischen  Wirt- 
schaft, Technik  und  Verkehr  und  ihren  Hauptträgern,  Industrie  und  Handel, 
liegt  zu  einem  erheblichen  Teil  der  gesteigerte  Einfluß  der  technischen  Hochschulen  im 
modernen  Geistes-  und  Wirtschaftsleben  unserer  ^eit.  ,,Non  scolae,  sed  \'itae"  ist  den 
technischen  Hochschulen  über  ihre  Tore  geschrieben.  Die  praktische  Zweckbe- 
stimmung neben  der  wissenschaftlichen  Aufgabe  ist  schon  iin  Namen  ihnen  von 
Anfang  an  mitgegeben,  im  Gegensatz  zur  ,,Universitas".  In  der  weisen  Beschränkung 
auf  dieses  begrenzte  und  doch  so  unendlich  weite,  in  sich  überaus  vielseitige  und 
durch  den  Reichtum  des  schaffenden  Lebens  immer  neugestaltige  Wissens-  und 
Arbeitsgebiet  der  modernen  Zeit  liegen  die  Wurzeln  weiterer  kraftvoller  Entwick- 
lung der  technischen  Hochschulen.  Eine  solche  Vertiefung  des  wissenschaftlich- 
praktischen  Zieles  der  technischen  Hochschulen  enthält  aber  zugleich  auch  Ga- 
rantien für  eine  weitere  kraftvolle  Entwicklung  unseres  industriellgewerblichen 
Lebens,  dem  sie  —  ein  im  internationalen  Wettbewerb  angesichts  unserer  Kapital- 
armut und  unserer  künstlichen  Fesselung  durch  Friedensvertrag  und  Dawes- 
abkommen  doppelt  wichtiges,  ja  unentbehrliches  —  geistiges  und  wirtschaftliches 
Rüstzeug  sichern  und  durch  geistiges  Kapital  das  materielle  Kapital  wenigstens 
teilweise  zu  ersetzen  suchen. 

Es  wäre  eine  reizvolle  Aufgabe,  diese  im  Wesen  der  technischen  Hochschulen  und 
in  ihrer  Sonderaufgabe  begründeten  Wechselbeziehungen  zwischen  Wirtschaft  und  tech- 
nischen Hochschulen  im  einzelnen  darzustellen.  Im  Rahmen  einer  solchen  kurzen 
Studie  können  sie  nur  in  ihren  wesentlichen  Zügen  charakterisiert  werden: 
Die  Technische  Hochschule  Stuttgart  hat  nach  §  i  ihrer  ,, Verfassung"  die  Auf- 
gabe, ,,die  Studierenden  wissenschaftlich  und  künstlerisch  auszubilden  und  durch 
Forschung,  Lehre  und  schöpferische  Tätigkeit  Wissenschaft  und  Künste  zu  pflegen", 
wobei  fünf  Abteilungen:  neben  der  Abteilung  ,, Allgemeine  Wissenschaften"  die 
Abteilungen  Architektur,  Bauingenieurwesen,  Chemie  sowie  Maschineningenieur- 
wesen und  Elektrotechnik  zu  errichten  sind  (§  3). 

^wei  Hauptaufgaben  sind  danach  von  der  Technischen  Hochschule  zu  lösen:  die 
wissenschaftliche  und  künstlerische  Ausbildung  der  akademischen  Jugend  und  die  wissen- 
schaftliche wie  schöpferische  Tätigkeit  auf  den  vorgezeichneten  technischen  und  künstlerischen 
Arbeitsgebieten.  An  der  Verwirklichung  beider  ^iele  sind  Industrie,  Handel  und  Gewerbe  in 
ganz  besonderem  Maße  unmittelbar  wie  mittelbar  interessiert: 

Die  gediegene  wissenschaftliche  Ausbildung  des  akademischen  Nachwuchses  ist  geradezu 
als  ein  Lebensinteresse  der  Industrie  zu  bezeichnen:  Aus  den  Absohenten  der  techni- 
schen Hochschulen  rekrutiert  sich  ein  großer  Teil  der  späteren  Führer  der  Industrie. 
Die  Diplomingenieure  werden  Abteilungsleiter  und  Betriebsingenieure  in  grol3- 
industriellen  Anlagen.  Sie  sind  als   Mitarbeiter    in    den    Konstruktionsbüros    der 

61 


fx^*  V^ 


Stutigan.  Der  neue  Hauptbalinh..! 


/..  Schalter,  Stuttgart 


Maschinenfabriken,  in  den  Laboratorien  der  chemischen  Fabriken  hoch  geschätzt. 
Als  künstlerisch  und  technisch  ausgebildete  Architekten,  im  Hochbau  wie  Tiefbau, 
sind  ihre  Dienste  im  freien  Baugewerbe  wie  bei  städtischen  und  staatlichen  Ver- 
waltungsbehörden notwendig,  ja  unentbehrlich.  Als  Elektrotechniker  dienen  sie  der 
Erstellung  der  großen  Kraftanlagen  und  Krafttransportanlagen  für  Industrie  und 
Gewerbe  wie  der  Konstruktion  elektrotechnischer  Einzelerzeugnisse  aller  Art.  Je 
qualifizierter  eine  Industrie,  je  mehr  ihr  eigener  technischer  Apparat  wie  anderer- 
seits ihre  technischen  Erzeugnisse  auf  wissenschaftlichen  Berechnungen  aufgebaut 
sind  und  Präzisionsarbeit  voraussetzen,  um  so  unentbehrlicher  erscheint  die  sorg- 
fältige akademische  Ausbildung  der  Jugend  auf  den  technischen  Hochschulen  und  in 
den  ihnen  angeghcdcrten  wissenschaftlichen  Instituten.  Schon  von  diesem  Gesichts- 
punkte aus  hat  die  württembergische  Industrie  —  die  weit  überwiegend  den 
Charakter  einer  weiterverarbeitenden  Qualitätsindustrie  und  Feinindustrie  trägt  — 
ein  erhöhtes  Interesse  an  der  Heranbildung  eines  hochwertigen  Stabs  technischer 
Mitarbeiter  und  schuldet  der  einheimischen  technischen  Hochschule  für  ihre  unab- 
lässige Ausbildungsarbeit,  bei  der  sie  den  praktischen  Bedürfnissen  und  beson- 
deren Belangen  der  einheimischen  Wirtschaft  vielseitig  Rechnung  zu  tragen 
sucht,  großen  und  aufrichtigen  Dank. 
Indes  ist  die  Wirtschaft  in  dieser  Beziehung  doch  nicht  nur  die  Nehmende.  Sie 


62 


Tlieatcr-  und  Bühnenbeleuclitungen.  Emil  Niethammer,  Stuttgart 

vermag  auch  ihrerseits  der  Hochschule  und  ihrer  akademischen  Jugend  Wertvolles 
zu  bieten:  zunächst  schon  bei  der  Ausbildung  selbst.  Mit  Recht  erachten  die  tech- 
nischen Hochschulen  für  unentbehrlich,  daß  ihre  Studierenden  nicht  nur  in  Lehr- 
sälen und  in  Laboratorien  wissenschaftliche  Schulung  erhalten  und  theoretische 
Bereicherungen  wie  Belehrungen  erfahren,  sondern  sie  schreiben  unmittelbar  auch 
als  essentiellen  Bestandteil  des  Ausbildungsplanes  eine  bestimmte  praktische  Lehre 
bzw.  Arbeitsbetätigung  des  Studierenden  auf  industriellgewerblichen  Gebieten  für  den  künftigen 
Beruf  eines  Maschinen-,  Elektro-  und  Bauingenieurs,  wie  für  Architekten,  Geodäten  und  Physiker 
vor.  Die  Industrie  öffnet  bereitwillig  der  akademischenjugend  zu  solcher  Unterwei- 
sung und  Einführung  in  praktische  gewerbliche  Arbeit  ihre  Betriebe  und  trägt  da- 
mit auch  unmittelbar  zur  Ausbildung  des  akademischen  Nachwuchses  bei.  Vor  allem 
aber:  Industrie,  Handel  und  Verkehr  bilden  das  große  Reservoir,  in  das  sich  die  Flut  aus- 
gebildeter Akademiker  ergießt,  und  das  der  Jugend  eine  vielfach  lohnende  und  be- 
friedigende praktische  Betätigung  und  malcriellc  Existenzgrundlage  bietet.  Frei- 
lich ist  dieAufnahmefähigkcit  dcrWirtschaft  in  dieser  Beziehung  heute  leider  begrenzt 
und  bedingt  durch  die  eigene  wirtschaftliche  Lage.  Aber  auch  darin  erweist  sich 
die  enge  Verbundenheit  zwischen  Wirt.schaft  und  'I'echnischer  Hochschule:  daß 
mit  der  größeren  oder  geringeren  allgemeinen  Prosperität  von  Industrie  und  Han- 
del auch  die  Aussichten  des  akademischen  Nachwuchses  steigen  oder  fallen,  dal5 


somit  an  der  Ausgestaltung  und  ständigen  Verbesserung  der  technischen  Grund- 
lagen der  Industrie  und  ihren  Erfolgen  die  technischen  Hochschulen  und  ihr  aka- 
demischer Nachwuchs  mittelbar  einen  sehr  erheblichen  Anteil  nehmen! 
Solche  wechselseitigen  Dienste,  solche  lebendigen  Beziehungen  zwischen  Wirtschaft  und  Wis- 
senschaft lassen  sich  aber  auch  bei  Verfolgung  der  zweiten  Hauptaufgabe  der  Technischen  Hoch- 
schule, „durch  Forschung,  Lehre  und  schöpferische  Tätigkeit  Wissenschaft  und  Künste 
zu  pflegen",  im  einzelnen  nachweisen.  Auch  hier  ist  ein  wechselseitiges  Geben 
und  Nehmen  festzustellen,  wobei  aber  freilich  in  sachlicher  Beziehung  die  Tech- 
nische Hochschule  bei  weitem  in  ihren  Leistungen  an  die  Wirtschaft  voransteht: 
In  sachlicher  Beziehung  sind  weite  Kreise  der  Wirtschaft  an  ,, Forschungen  und  schöp- 
ferischer Tätigkeit"  der  Lehrer  von  technischen  Hochschulen  in  hohem  Maße 
interessiert:  Die  wissenschaftliche  Erkenntnis  vmd  Durchdringung  der  Arbeits- 
stoffe bzic-  Arbeitsniaterialien  als  Grundlagen  der  Produktion  wie  die  technische  Über- 
prüfung luid  Diuchbildung  des  Arbeitsprozesses  und  der  technischen  Bearbeitungs- 
methoden sind  für  die  Lidustrie  und  Gewerbe  gleich  wichtig  und  nützlich.  Wie  hoch 
die  deutsche  Lidustrie  den  Wert  der  ,, Forschungen"  einzuschätzen  weiß,  geht  allein 
schon  aus  der  Tatsache  hervor,  dal5  fast  auf  allen  größeren  Wirtschaftsgebieten  die 
Wirtschaft  selbst  Forschungsinstitute  errichtet  hat  und  unterhält,  begreiflicherweise 
in  erster  Linie  hierbei  von  dem  Gedanken  geleitet,  die  wissenschaftlichen  For- 
schungsergebnisse nach  Möglichkeit  sich  praktisch  nutzbar  zu  machen.  Von  den 
gleichen  Erwägungen  aus  verfolgt  die  Wirtschaft  aber  auch  mit  größter  Aufmerk- 
samkeit die  Forschungsergebnisse  der  Lehrer  der  technischen  Hochschulen.  Sie 
unterstützt  diese  Forschungen  vielfach  durch  Stiftungen  aller  Art  für  die  Forschungs- 
institute; sie  sucht  aber  auch  Forschungsergebnisse,  Erfindungen  usw.  — zu  eigenem 
Nutzen,  aber  zugleich  auch  im  Gesamtintercsse  von  Wirtschaft  und  Wissenschaft  — 
unmittelbar  praktisch  zu  verwerten.  Bedeutende  industrielle  Betriebe,  ja  ganze  Spezial- 
zweige  der  Industrie  verdanken  diesen  Wechselbeziehungen  ihre  Entstehung  und  ihre  Blüte: 
Man  braucht  mir  an  vielgenannte  Betriebe  und  Spczialzweige  der  chemischen 
Industrie,  der  Elektrotechnik,  des  Maschinenbauwesens,  des  Bauingenieurwesens 
(Erfindung  und  technisclie  wie  künstlerische  Verwertung  von  neuen  Baustoffen, 
Erfindungen  bzw.  Berechnungen  neuer  Konstruktionen  im  Hallcnbau,  Brücken- 
bau, Schiffsbau  usw.)  zu  erinnern,  die  ihren  Aufbau  und  ihre  Bliüc  letzten  Endes 
der  praktischen  Umwertung  wissenschaldichcr  iMkcnntnissc  und  Forsclumgen 
verdanken. 

Mit  der  Erliiuhnig  wurde  olt  auch  der  l'.rlinder,  mit  dem  Forschungsergebnis  der 
Forscher  von  der  Industrie  gewonnen,  oder  ei"  vertauschte  selbst  den  Beruf  eines  Culehrten 
mit  dem  eines  Industriellen,  imi  selbst  die  praktische  Auswertung  seiner  wissen- 
schaftlichen   Arbeiten    allein   oder    in   Verbindung    mit    Industriellen    zu    über- 

64 


nehmen.  Weltfirmen  der  chemischen  Industrie,  der  optischen  Industrie,  der  Elektro- 
technik usw.  könnten  hier  genannt  werden,  in  denen  Hochschullehrer  und  in- 
geniöse Forscher  Gründer  oder  Träger  industrieller  Anlagen  großen  Stils  waren 
und  sind.  In  diesem  Zusammenhang  ist  im  besonderen  auch  die  Tatsache  hervor- 
zuheben, daß  angesehene  Lehrkräfte  der  Architektur  an  technischen  Hochschulen 
ebensowohl  vom  privaten  Baugewerbe  wie  von  Staat  oder  Kommunen  übernommen 
wurden.  So  hat  die  Technische  Hochschule  Stuttgart,  die  eine  Architektenschule 
ersten  Ranges  darstellt,  zurzeit  zum  Beispiel  die  ersten  Baumeister  und  Baudirek- 
toren von  Köln  und  Frankfurt  a.  M.  aus  jungen  akademischen  Lehrkräften  ge- 
stellt. Nachdrücklich  ist  weiterhin  aus  neuester  Zeit  beispielsweise  auf  die  bedeut- 
same wissenschaftliche  Unterstützung  hinzuweisen,  die  ein  namhafter  Forscher 
der  Technischen  Hochschule  dem  staatlichen  und  kommunalen  Straßenbauwesen 
bei  Modernisierung  des  öffentlichen  Straßenbaues  in  Württemberg  zuteil  werden 
läßt,  oder  auf  die  wertvolle  Förderung  des  Motorenbaues  und  des  Maschinenbaues 
durch  ausgezeichnete  Lehrkräfte  der  Technischen  Hochschule  aufmerksam  zu 
machen.  Gleichem  Ziele  dient  hier  —  im  Mutterlande  des  Luftfahrtgedankens  — 
das  neue  Institut  für  Forschungen  auf  dem  Gebiete  des  Luftverkehrswesens  usw. 
Andererseits  darf  die  einheimische  Industrie  in  aller  Bescheidenheit  darauf  hin- 
weisen, daß  sie  durch  eigene  praktische  Arbeit  wie  auch  eigene  wissenschaftliche 
Versuche  auch  ihrerseits  auf  vielen  Einzelgebieten  Wertvolles  zur  Förderung  und 
Vervollkommnung  der  Technik  beigetragen  hat.  In  Werkstätten  wie  Konstruk- 
tionsbüros, auf  Bauplätzen  wie  in  Laboratorien  haben  fähige  Köpfe  in  Industrie 
und  Gewerbe  —  bei  einem  Volksstamm,  wie  den  Schwaben,  mit  ihrer  vielseitigen 
gewerblichen  Befähigung,  ihrer  Erfindungsgabe  und  schöpferischen  Phantasie,  ihrem 
Grüblersinn  und  unbeugsamen  Energie  nicht  selten!  —  so  Ausgezeichnetes  vielfach 
geleistet,  daß  sie  auf  Lehrstühle  der  Technischen  Hochschule  berufen  wurden,  um  ihre 
wissenschaftlichen  und  technischen  Kenntnisse  bleibend  in  den  Dienst  der  Wissen- 
schaft wie  der  Ausbildung  der  akademischen  Jugend  zu  stellen.  Es  verdient  aus- 
drücklich hervorgehoben  zu  werden,  daß  unter  ihnen  auch  namhafte  Kräfte 
sind,  die  ursprünglich  keine  akademische  Ausbildung  genossen  haben,  sondern  aus 
dem  praktischen  Leben  in  zäher  Lebensarbeit  hervorgegangen  sind. 
Endlich  darf  nicht  unerwähnt  bleiben,  daß  eine  unmittelbare  Zusammenarbeit 
zwischen  Wirtschaft  und  Wissenschaft  auch  insofern  besteht,  als  ein  vielseitiger  Aus- 
tausch von  Erfahrungen  und  Beobachtungen  erfolgt.  Über  Leistungen  und  Verdienste 
namhafter  Vertreter  und  Führer  der  Industrie  geben  die  Begründungen  zu  den 
akademischen  Ehrungen  oft  sehr  interessanten  Einblick.  Aber  auch  in  den  gesteigerten 
systematischen  Besuchen  führender  industrieller  Betriebe  durch  die  Professoren  der  Tech- 
nischen Hochschule  und  ihre  akademische  Hörerschaft  —  die  zugleich  zu  einer  außer- 

^5 


ordentlich  erfreulichen  engeren  Fühlungnahme  zwischen  den  wissenschaftlichen  und  den 
praktischen  Führern  auf  dem  Gebiet  der  Technik  geführt  haben  —  kommen  Wunsch 
und  Bedürfnisse  nach  wechselseitiger  Fühlungnahme  zwischen  Wissenschaft  und 
Wirtschaft,  Zweckmäßigkeit  und  Nutzen  solcher  unmittelbarer  Beziehungen  deut- 
lich zum  Ausdruck. 

Während  so  die  Pflege  lebendiger  Beziehungen  zwischen  Industrie  und  Technischer 
Hochschule  längst  in  ihrem  ideellen  wie  unmittelbaren  praktischen  Werte  erkannt 
ist,  weil  sie  sich  auch  von  unmittelbarem  geschäftlichem  Nutzen  erweisen,  treten 
die  Interessen  des  Handels  —  der  zunächst  mehr  indirekt  an  der  Förderung  der  In- 
dustrie durch  die  Technische  Hochschule  infolge  Erhöhung  ihrer  technischen  Lei- 
stungsfähigkeit und  der  Konkurrenzfähigkeit  ihrer  Produkte  im  innerdeutschen 
wie  internationalen  Handel  interessiert  erscheint  —  an  sich  begreiflicherweise  zurück. 
Aber  auch  er  wendet  sich  in  neuerer  Zeit  den  Vorträgen  und  Arbeiten  der  Tech- 
nischen Hochschule  mit  offensichtlich  erhöhtem  Interesse  zu,  insonderheit  seit 
die  technischen  Hochschulen  mit  Erfolg  bemüht  sind,  auch  die  „allgemeinen  Wissen- 
schaften" mit  in  den  Dienst  der  praktischen  Bedürfnisse  der  Wirtschaft  zu  stellen.  Vielfach 
sind  diese  Beziehungen  in  den  Kreisen  der  Wirtschaft  freilich  noch  nicht  hinreichend 
bekannt  und  gewürdigt;  aber  auch  hier  werden  und  müssen  verstärkte  unmittel- 
bare Beziehungen  zwischen  den  Vertretern  von  Wissenschaft  und  Wirtschaft  Wert- 
volles zeitigen.  So  ist  zum  Beispiel  mit  Nachdruck  auf  die  vortrefflichen  Veröffent- 
lichungen des  Geographischen  Seminars  der  Technischen  Hochschule  Stuttgart 
hinzuweisen,  aus  denen  hervorgeht,  daß  bei  Vorlesungen,  praktischen  Übungen 
und  wissenschaftlichen  Arbeiten  in  dankenswerter  Weise  besonderer  Nachdruck 
auf  Wirtschaftsgeographie  gelegt  und  hierbei  wieder  die  Erforschung  und  Klärung  der 
für  Württembergs  Wirtschaft,  für  deren  ,, natürliche"  Voraussetzungen  und  deren 
,, natürlichen  Aufbau"  wichtigen  Tatsachen  zur  besonderen  Aufgabe  gemacht  wird. 
Lebhaft  wird  man  es  in  den  Kreisen  von  Industrie  und  Handel  begrüßen,  wenn 
künftig  in  verstärktem  Maße  auch  an  der  Technischen  Hochschule  Stuttgart 
die  betriebswirtschaftlichen  Kenntnisse  durch  erweiterte  Vorlesungen  und  Übungen 
in  Privatwirtschaftslehre  gefördert  werden,  wenn  fernerhin  auch  die  theoretische  wie 
praktische  Kenntnis  der  sozialen  Gesetzgebung  und  sozialen  Verfassung  der  Wirtschaft 
erweitert  und  vertieft  und  damit  dem  Stab  künftiger  leitender  Kräfte  in  den 
Fabrikwerkstätten  und  Kontoren  der  Industrie  vielseitiges  soziales  Verständnis 
und  das  erforderliche  sachliche  Rüstzeug  im  Verkehr  mit  der  industriellen  Arbeiter- 
schaft und  Beamtenschaft  nach  Möglichkeit  mit  auf  dcnWegin  die  Praxisgegeben  wird. 
Es  verdient  in  diesem  Zusammenhang  hervorgehoben  zu  werden,  daß  —  außer- 
halb der  einleitend  genannten  Sonderwissenschaftsgebiete  der  Technischen  Hoch- 
schule —  gerade  auf  dem  Gebiete  der  „allgemeinen  Wissenschaften"  auch  einem  weiteren 

66 


Kreise  von  Industrie  und  Handel  Gelegenheit  zu  unmittelbarer  Teilnahme  an  wissenschaft- 
licher Unterweisung  geboten  ist:  Durch  liberale  Handhabung  der  Bestimmungen  über 
die  Zulassung  von  „Hörern"  und  „außerordentlichen  Studierenden"  neben  den 
„ordentlichen  Studierenden"  ist  die  Möglichkeit  erweiterten  Besuchs  von  Vorlesungen 
über  volkswirtschaftliche  und  sozialpolitische  Fragen  sowie  steuerrechtliche  Gebiete, 
über  Kunstgeschichte,  Geschichte  der  Architektur  usw.  gegeben.  Gleiches  gilt  von 
der  Veranstaltung  zahlreicher  Vorträge  wissenschaftlicher  Natur.  Bemerkenswert 
erscheint  dabei  wiederum,  daß  sowohl  für  Vorträge  wie  auch  für  Vorlesungen 
neben  den  Professoren  und  Privatdozenten  der  Hochschule  Vertreter  der  Wirtschaft 
als  Dozenten  gewonnen  werden,  wodurch  auch  Männern  der  Praxis  Gelegenheit 
geboten  wird,  ihre  Erfahrungen  und  Kenntnisse  in  den  Dienst  der  Hochschule 
mit  zu  stellen. 

Endlich  darf  bei  Charakterisierung  der  Beziehungen  zwischen  Technischer  Hoch- 
schule und  Wirtschaft  eine  Seite  nicht  unerwähnt  bleiben,  die  unter  den  heutigen 
wirtschaftlich  harten  Zeiten  für  die  technischen  Hochschulen  von  nicht  unerheblicher 
praktischer  Bedeutung  erscheint:  die  Gewährung  materieller  ^uschußleistungen  der 
Wirtschaft  zur  Förderung  der  Aufgaben  der  Technischen  Hochschule.  In  dank- 
barer Wertung  der  ideellen  wie  praktischen  Bedeutung,  die  heute  der  Technischen 
Hochschule  für  das  wirtschaftliche  Leben  zukommt,  sind  Industrie  und  Handel 
zu  Helfern  in  jenen  wirtschaftlichen  Bedrängnissen  geworden,  denen  auch  diese 
Hochschulen  nach  dem  unglücklichen  Ende  des  Weltkriegs  und  in  der  problemati- 
schen Zeit  des  mühevollen  Wiederaufbaues  der  Wirtschaft  und  insbesondere  während 
der  Inflation  ausgesetzt  waren  und  auch  heute  noch  zum  Teil  ausgesetzt  sind.  Der 
Staat  vermochte  nur  in  begrenztem  Umfange  den  dringenden  Bedürfnissen  der 
Hochschulen  nach  moderner  Ausgestaltung  Rechnung  zu  tragen.  Selbsthilfe  war 
aber  auch  für  die  Studierenden  dringend  nötig,  die  unter  den  Rückwirkungen  des 
Kriegs  und  der  Inflation  ungewöhnlich  zu  leiden  hatten.  Solche  Nothelfer  ent- 
standen der  Technischen  Hochschule  in  Stuttgart  in  dem  „Verein  Stuttgarter 
Studentenhilfe,  E.  V."  und  der  „Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule" . 
Entstehung  und  Entwicklung  dieser  Vereinigungen  wie  insbesondere  auch 
Art  und  Umfang  ihrer  materiellen  Leistungen  in  den  zurückliegenden  Jahren 
wird  mit  Recht  in  gesonderten  Darstellungen  (vgl.  S.  50  ff.  und  46  ff.)  gewürdigt. 
Im  Zusammenhang  mit  der  vorliegenden  Frage  darf  aber  dieTatsache  hervorgehoben 
werden,  daß  bei  beiden  Organisationen  Vertreter  von  Industrie  und  Handel  zu 
einem  sehr  wesentlichen  Teil  Träger  der  notwendigen  materiellen  Leistungen 
wurden  und  darin  ihre  innere  Zugehörigkeit  zu  den  Arbeiten  und  Zielen  der 
Technischen  Hochschule  zum  Ausdruck  brachten  und  bringen.  Von  besonderer 
praktischer  Bedeutung  für  die  Technische  Hochschule  bleiben  —  da  die  Studenten- 

67 


hilfe  nach  den  ungemein  ernsten  Jahren  der  Inflation  und  ihrer  Rückwirkungen 
eine  systematische  Regelung  erfahren  hat  —  Tätigkeit  und  Leistungen  der  als 
dauernde  Einrichtung  gedachten  „Vereimgung  von  Freunden  der  Technischen  Hoch- 
schule^'■ .  Diese  Vereinigung  bezweckt  nach  §  2  und  3  ihrer  Satzungen,  „die 
Technische  Hochschule  Stuttgart  in  der  Ausbildung  ihrer  Studierenden  und  in 
den  wissenschaftlichen  Forschungsarbeiten  zu  fördern  und  zu  unterstützen  und 
dieses  Ziel  nach  Möglichkeit  zu  erreichen,  indem  sie  zur  Ergänzung  der  dafür  vor- 
handenen staatlichen  Mittel  für  Geld-  und  Lehrmittel  sowie  sonstige  Einrichtungs- 
gegenstände sorgt".  Nicht  ohne  sachliches  Interesse  erscheint  angesichts  der  Be- 
deutung des  gesteckten  Zieles  eine  kurze  Charakteristik  der  Mitgliederliste  dieser 
Vereinigung:  Neben  einer  erheblichen  Anzahl  von  Ingenieuren,  Architekten  und 
Regierungsbaumeistern,  die  als  ehemalige  Studierende  der  Technischen  Hoch- 
schule durch  ihre  Mitgliedschaft  Treue  und  weitere  Zugehörigkeit  zu  ihrer  Alma 
mater  zum  Ausdruck  bringen,  stehen  charakteristischerweise  —  und  begreiflicher- 
weise! —  diejenigen  Industriezweige  voran,  der  Zahl  der  beteiligten  Industriellen 
wie  der  Bedeutung  der  Mitgliedsfirmen  nach,  denen  die  Technische  Hochschule  auf 
ihren  besonderen  Forschungsgebieten  wie  in  der  Ausbildung  von  Studierenden 
hervorragende  Dienste  leistet:  nämlich  in  erster  Linie  die  Metallindustrie,  und  in 
ihr  vor  allem  die  Maschinenindustrie,  Motorenindustrie  und  metallverarbeitende 
Industrie,  die  namhafte  industrielle  Unternehmungen  und  Unternehmer  des  ganzen 
Landes  aufweisen.  Ihnen  nahe  stehen  führende  hervorragende  Unternehmungen  der 
elektrotechnischen  Industrie,  Elektrizitätswerke  des  Landes,  ferner  Vertreter  der 
optischen  Industrie,  der  angesehenen  Feinmechanik  und  der  Uhrenindustrie.  Nach 
Umfang  wie  Bedeutung  schließt  sich  unter  den  großen  Hauptindustriezweigen  des 
Landes  der  vielseitige  Mitgliederkreis  aus  der  Textilindustrie  an:  Hier  sind  die 
großen  Spinnereien  und  Webereien,  die  namhaften  Wirkerei-  und  Strickereifabriken 
des  Landes  hervorzuheben.  Von  sonstigen  bekannten  württ.  Industriezweigen  finden 
sich  in  der  ,, Vereinigung  von  Freunden  der  Technischen  Hochschule"  vor  allem 
auch  die  chemische  Industrie,  das  Baugewerbe,  ferner  die  Papier-  und  papier- 
verarbeitende Industrie,  die  Holz-  (Möbel-)  Industrie,  die  Nahrungsmittelindustrie, 
die  Porzellaninduslrie  sowie  die  Leder-  und  lederverarbeitende  Industrie. 
Der  Handel  ist  sowohl  durch  die  Banken  als  auch  durch  einzelne  angesehene  Han- 
delshäuser im  Mitgliederkreise  vertreten. 

Schon  dieser  kurze  Überblick  läßt  erkennen,  wie  vielseitig  auch  in  Württemberg 
das  Interesse  von  Industrie  und  Handel  an  der  Erhaltung  und  Ausgestaltung  der 
einheimischen  Technischen  Hochschule  und  ilucr  Einrichtungen  ist.  Praktisch 
kommt  dieses  Interesse  bekanntlich  zum  Ausdruck  nicht  nur  durch  laufende  Mit- 
gliedsbeiträge und  größere  oder  kleinere  Geldstiftungen,  sondern  vor  allem  auch 

68 


durch  Überweisung  von  Materialien,  Apparaten  und  Versuchseinrichtungen  zur 
Förderung  der  Forschungsarbeiten  der  einzehien  Institute  wie  auch  durch  Über- 
weisung von  Büchern  für  die  Bibliothek,  endlicli  auch  Sonderbeiträgen  für  die 
notwendigen  Besichtigungsreisen  der  Dozenten. 

Wie  in  den  zurückliegenden  Notjahren,  so  wird  diese  ideelle  wie  materielle  Anteil- 
nahme von  Industrie  und  Handel  an  den  Arbeiten  und  Bestrebungen  der  hochan- 
gesehenen einheimischenTechnischen  Hochschule  und  an  ihrer  weiteren  Entwicklung 
und  Blüte  auch  in  Zukunft  lebendig  bleiben,  ja  zweifellos  noch  mehr  sich  vertiefen,  je 
mehr  die  hier  nur  angedeuteten  wechselseitigen  Beziehungen  zwischen  Wirtschaft 
und  Wissenschaft  ausgebaut  werden.  Auch  in  der  heute  noch  heiß  umstrittenen  Frage 
der  , ,  Verlegung  der  Technischen  Hochschule'''  —  bei  der  es  sich  sachlich  um  einen  neuzeit- 
lichen Aufbau  und  allmählichenAusbau  derTechnischen  Hochschule  und  ihrer  Insti- 
tute nach  einheitlichem  Plan  handelt  —  hat  die  Wirtschaft,  obwohl  sie  selbst  unter 
ungewöhnlichen  wirtschaftlichen  Erschwerungen  und  unter  bedenklicher  Kapital- 
knappheit infolge  des  Kriegs,  der  Daweslasten  und  eigener  Wiederaufbausorgen 
sowie  unter  ungewöhnlicher  Steuerüberlastung  schwer  zu  leiden  hat,  zu  erkennen 
gegeben,  daß  sie  hinter  dem  Gedanken  einer  nachhaltigen  inneren  Ausgestaltung 
der  Technischen  Hochschule  und  ihrer  Einrichtungen  steht  und  bereit  ist,  im  Rahmen 
des  heute  wirtschaftlich  und  finanziell  Möglichen  diesen  neuzeitlichen  Aufbau  und 
Weiterbau  der  angesehenen  Technischen  Hochschule  des  Landes  zu  unterstützen. 
Bei  diesem  Aufbau  kommt  es  nicht  auf  die  Erstellung  repräsentativer,  kostspieliger 
Neubauten  an,  sondern  nach  übereinstimmender  Auffassung  aller  beteiligten  Kreise 
einschließlich  der  maßgebenden  Vertreter  der  Technischen  Hochschule  vielmehr 
darauf,  den  Instituten  eine  neuzeitliche,  wissenschaftlich  und  technisch  tunlichst  vollkommene 
innere  Ausgestaltung  zu  geben  und  ihnen  damit  einen  höchstmöglichen  Grad  prak- 
tischer Brauchbarkeit  zu  sichern.  Für  die  systematische  Durchfühi^ung  solcher 
einfacher  Zweckbauten  nach  einheitlichem,  ökonomischem  Plan  bietet  das  enge,  überfüllte 
Tal  Stuttgarts  mit  seinen  äußerst  begrenzten  Raumverhältnissen,  seinem  teuren 
Grund  und  Boden  und  seinen  städtebaulichen  Begrenzungen  schwerlich  mehr  zu- 
reichenden Raum.  Man  wird  daher  versuchen  müssen,  einen  umfassenden  Platz  vor 
den  Toren  Stuttgarts  zu  suchen,  der  einen  allmählichen  Auf  hau  einer  solchen  ncuzeiilichen 
Hochschule  in  den  kommenden  Jahren  unter  vorläufiger  voller  Verwertung  der 
bestehenden  Bauten  und  Einrichtungen  der  Hochschule  in  vertrauensvollem  Zusammen- 
wirken zwischen  den  zuständigen  staatlichen  und  kommunalen  Behörden  ermöglicht.  Auf  diesem 
Wege  planmäßiger,  aber  allmählicher  Überleitung  dürfte  es  möglich  sein,  ohne  un- 
erträgliche Mehrbelastung  der  Wirtschaft  der  angesehenen  Technischen  Hochschule 
des  Landes  nicht  imr  ein  modernes  Gewand,  sondern  auch  weitere  iimcre  und  äul3ere 
Entwicklungsmöglichkeiten  zum  Segen  von  Wissenschaft  und  Wirtschaft  zu  geben. 

69 


WORTTEMB  E  RGISCHE 
NOTEN  BAN  K 

STUTTGART 


HINTERLEGUNGSSTELLE 

FQR 

MQNDELGELDER 


Die  Württembergische  Notenbank,  gegründet  im  Jahr  1871,  ist  eine  der  vier  gesetzlich 
zugelassenen  Privatnotenbanken.  Neben  ihrem  Hauptzweig,  dem  Diskontgeschäft, 
pflegt  sie  besonders  das  Effekten-  und  Devisenkommissionsgeschäft  sowie  den  Über- 
weisungs-  und  Scheckverkehr. 

Das  Grundkapital,  an  dem  der  württembergische  Staat  wesentlich  beteiligt  ist,  beträgt 
7  Millionen  Reichsmark,  die  Reserven  belaufen  sich  heute  auf  über  2  Millionen  Reichs- 
mark. Auf  Grund  ihres  Notenausgaberechts  hat  sie  fast  ständig  bis  zu  27  Millionen  Mark 
ihrer  Noten  im  Umlauf. 

Seit  ihrer  in  den  Jahren  1923/24  durchgeführten  Reorganisation  hat  die  Württembergi- 
sche Notenbank  eine  erfreuliche  Entwicklung  genommen,  welche  zeigt,  daß  es  der  Bank 
gelungen  ist,  ihre  Mittel  in  vollem  Umfange  der  württembergischen  Wirtschaft  zur  Ver- 
fügung zu  stellen.  Im  Jahr  1928  betrug  der  Gesamtumsatz  über  3  Milliarden  Reichs- 
mark, in  den  Jahren  1924  bis  1928  wurden  über  iVa  Milliarden  Wechsel  aufgenommen, 
ganz  abgesehen  von  den  Beträgen,  welche  im  Wege  der  Lombardierung  von  Wert- 
papieren und  Waren  der  württembergischen  Wirtschaft  zur  Verfügung  gestellt  wurden. 
Ein  bedeutender  Zuwachs  ist  bei  den  der  Bank  von  privater  Seite  anvertrauten  Geldern 
zu  verzeichnen. 

Auf  Grund  ihrer  Einrichtungen  ist  die  Bank  in  der  Lage,  allen  Anforderungen  zu  ge- 
nügen, die  ein  Kunde  an  sie  stellen  kann.  Dem  Sparverkehr  widmet  die  Bank  durch  die 
Anlage  von  Sparkonten  ihre  besondere  Aufmerksamkeit. 

Seit  13.  Februar  1928  ist  sie  außerdem  als  zur  Annahme  von  Mündelgeldern  gemäß 
§  1808  BGB.  für  geeignet  erklärt  worden.  Auch  auf  diesem  Gebiet  hat  die  Bank,  ins- 
besondere unter  Berücksichtigung  der  verhältnismäßig  kurzen  Zeitspanne,  schon  er- 
freuliche Erfolge  zu  verzeichnen. 

Weiterhin  befaßt  sich  die  Bank  mit  der  Beratung  bei  Vermögensverwaltungen  sowie 
bei  sonstigen  Geldangelegenheiten  und  endlich  mit  der  Vermittlung  aller  bankmäßigen 
Geschäfte. 


70 


VERBAND 
DER  VEREINE  CREDITREFORM  E.V. 


Die  bedeutendsten  und  angesehensten  Firmen  aus  den  Kreisen  des  Handels,  der 
Industrie  und  des  Gewerbes,  der  Bank-  und  Verkehrswelt  sind  in  dieser  aner- 
kannt großzügigen  Interessengemeinschaft  zusammengeschlossen.  Rund 

80000  MITGLIEDER 

stehen  durch  diese  weltumspannende  Organisation  miteinander  in  engster  Fühlung 
und  mit 

ca.  1000  AUSKUNFTSSTELLEN 

in  direkter  Verbindung.  Dadurch  ist  für  das  In-  und  Ausland  schnelle  und  zu- 
verlässige Bedienung  jederzeit  gewährleistet. 

Wir  besorgen:  Geschäftliche  Kreditauskünfte,  weisen  kreditfähige  Abnehmer, 
leistungsfähige  Lieferanten  und  Vertreter  nach,  ziehen  Ihre  Außenstände  ein  und 
überwachen  Ihre  Schuldner. 


Näheres  durch:   Verein  Creditreform  E.V.,  Stuttgart 

Direktion  P.  Strasser  Kronprinzstr.  9,  Tel.  S.-A.  25431-34 


STAATL.  TECHNIKUM  FÜR  TEXTILINDUSTRIE 
REUTLINGEN 

Höhere  technische  Lehranstalt  für  Spinnerei,  Weberei,  Wirkerei,  Musterzeich- 
nen, Textilchemie,  Bleicherei,  Färberei,  Appretur  und  allgemeine  Maschinen- 
lehre, verbunden  mit  technologischem  und  chemischem  Laboratorium,  unter 
Oberaufsicht  des  Württembergischen  Landesgewerbeamts,  Fabrikationsbetrieb 
für  sämtliche  Abteilungen  unter  Leitung  des  Betriebsvereins  des  Technikums 
für  Textilindustrie  in  Reutlingen,  E.  V. 

Die  Lehranstalt  wurde  im  Jahre  1855  als  Wcbschule  gegründet.  In  rascher  Entwicklung  folgte  die 
Ausdehnung  des  Lehrgebietes  auf  die  Strickerei  und  Wirkerei,  auf  die  Spinnerei,  das  Musterzeichnen 
und  die  Textilveredelung,  so  daß  heute  das  gesamte  Arbeit.sgebiet  der  Textilindustrie  behandelt  wird. 
Die  mechanischen  Abteilungen  haben  je  zweisemestrige  Kurse,  außerdem  einen  halbjährigen  Kursus 
für  Meister,  die  chemische  Abteilung  hat  einen  viersemestrigen  Kursus  für  Betriebschemiker  und 
einen  zweisemestrigen  Kursus  für  Meister.  Das  Ausbildungsziel  der  Fachschule  ist  die  Heranbildung 
von  Tcxtiltechnikern  und  Textilchemikern  als  Fabrikanten,  Fabrikdirektoren  und  Betriebsleiter. 
Musterzeichner  und  Werkmeister  für  alle  Zweige  der  Textilindustrie. 

Durch  das  Deutsche  Forschungsinstitut  für  Textilindustrie,  das  mit  dem  Technikum  verbunden  ist, 
aber  als  wissenschaftliches  Institut  der  Technischen  Hochschule  in  Stuttgart  zählt,  besteht  eine  enge 
Beziehung  zur  Hochschule,  die  eine  Spezialausbildung  von  akademisch  vorgebildeten  Textilingenieu- 
ren und  Textilchemikern  ermöglicht. 

Eine  Kraftzentrale  mit  zwei  Dampfmaschinen  von  zusammen  300  PS.,  eigener  Generatoren-  und  I  ,icht- 
anlagc  vervollständigen  die  fabrikatorisch  betriebenen  umfangreichen  praktischen  l,<lniiTiri(  htungen. 


71 


TRADITION 


^JX 


cu/c/v-  y^y^ 


/'^(iVi^ 


4  Y^t^.  \ 


,  ^u^i>  --^/^' 


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Ei'nc  Seite  aus  Jeiti  allen  ßestellbiicli  der  Firma  P.  ßniclitnann  er"  Söliiie  AG..  Heilhroiiii  /  Gejjr.  1805 

SPEZIALITÄT: 

Editc  und  versilberte  Bruckmann -Besteche 


72 


BilteiiiOtttiii^^*  ^^^^Hk  v|^2 

B^^BBWWs  IIH 

NSU    VEREINIGTE 
FAHRZEUGWERKE    A-G 

Älteste  Motorradfabrik  des  Kontinents 

Gegründet  1873 

Filiale  in  Stuttgart:  Charlottenpla^  6 

NECKARSULM 

FABRIKATION 

von  Motorrädern    /    Fahrrädern    /    Freilaufbremsnaben 
5000  Angestellte  /  152000  qm  Grundbesi^ 

73 


ZEPPELIN 


Bau  von 
Luftschiffen  und 
sonstigen 
Leichtmetall- 
Konstruktionen 


LUFTSCHIFFBAU  ZEPPELIN  G.M.B.H. 
FRIEDRICHSHAFEN 


Personenwagen 

Bootsmotoren 

Omnibusmotoren 

Dieselmotoren 


MAYBACH-MÜTORENBAU  G.M.B.H. 
FRIEDRICHSHAFEN 


74 


KONZERN 


Zahnräder  und 
Getriebe 
in  höchster 
Genauigkeit  für 
den  gesamten 
Fahrzeugbau 


■««i_,„^'  ♦Aaöw.'^*..  i^ 


ZAHNRADFABRIK 
FRIEDRICHSHAFEN 


A.-G 


Ganzmetall- 
Fkigzeuge 
für  jeden 
Verwendungs- 
zweck 


DORNIER-METALLBAUTEN  G.  M.  B.  H. 
FRIEDRICHSHAFEN 


75 


[^m\p\?> 


Tcilimiuht  der  Kruppschen  Cußstahljabrtk  in  Essen  vom  Flugzeug  aus 


Vor  nahezu  120  Jahren,  im  Jahre  1811,  gründete  der  Kaufmann  Friedrich  Krupp  in  Essen  eine  kleine  Fabrik  zur  Er- 
zeugung von  hochwertigem  Tiegclstahl.  Aus  diesem  bescheidenen  Unternehmen  sind  die  in  der  ganzen  Welt  bekannten 
Krupp-Werke  hervorgegangen. 

Friedrich  Krupp  wollte  einen  erstklassigen  Tiegelstahl  herstellen.  Unter  großen  Opfern  an  Gut  und  Gesundheit  hat  er 
dieses  Ziel  zwar  erreicht,  aber  ein  Aufstieg  war  seinem  Werk  unter  seiner  Leitung  nicht  beschieden.  Erst  sein  hoch- 
begabter Sohn  Alfred  konnte,  auf  dem  geistigen  Erbe  seines  Vaters  weiterbauend,  das  junge  Unternehmen  durch  nie 
ermüdende  Tatkraft  und  restlose  Hingabe  an  die  selbst  gestellte  Aufgabe  in  wenigen  Jahrzehnten  zu  einem  der  be- 
deutendsten Edelstahlwerke  emporführen. 

Als  das  Stammwerk  in  Essen  fest  gesichert  dastand,  erfolgte,  den  veränderten  Zeitverhältnissen  entsprechend,  die  Er- 
weiterung der  Rohstoff-  und  Erzeugungsgrundlage  und  ihre  wirtschaftliche  Sicherung  durch  Eingliederung  anderer 
Werke  und  Verbindungen  mit  anderen  Unternehmungen.  Heute  umfaßt  der  Krupp-Konzern  außer  der  schon  ge- 
nannten Gußstahlfabrik  in  Essen  die  Friedrich-Alfred-Hütte  in  Rheinhausen  am  Xiederrhein,  das  Grusonwerk  in  Magde- 
burg-Buckau,  die  Germaniawerft  in  Kiel-Gaarden,  die  Sieg-Lahn-Bergbau-G.  m.  b.  H.  in  Gießen,  in  der  zahlreiche 
Eisensteingruben  des  Unternehmens  vereinigt  sind,  mehrere  Kohlenzechen,  einen  Versuchsplatz  in  Meppen,  auf  dem 
die  von  der  Firma  Krupp  hergestellten  Erntemaschinen  erprobt  werden,  eine  Reederei  mit  einer  Anzahl  Seedampfer 
für  den  Erztransport  und  zusammen  mit  einem  anderen  großen  rheinisch-westfälischen  Werk  ein  Umschlagunternehmen 
in  Rotterdam.  Eng  verbunden  ist  Krupp  mit  einer  Anzahl  weiterer  Kohlenzechen  und  der  ,, Westfälischen  Draht- 
industric"  in  Hamm.  Diese  Vereinigung  von  Werken  mit  gleichstufiger  Erzeugung  ermöglicht  es,  daß  das  Gesamtunter- 
nehmen Teilwirtschaftskrisen  in  sich  selbst  ausgleichen  kann. 

Der  Schwerpunkt  des  Krupp-Unternehmens  liegt  nach  wie  vor  in  der  Erzeugung  und  Verarbeitung  hochwertiger  Edel- 
und  .Sonderstahlc.  Durch  die  Schaffung  und  immer  weitere  Vervollkommnung  des  Gußstahles,  der  der  „Gußstahl- 
fabrik" Name  und  Größe  gab,  wurde  Deutschland  von  der  einstigen  Alleinherrschaft  Englands  auf  diesem  Gebiete  be- 
freit und  die  Entfallung  vieler  Zweige  der  Technik  erst  möglich.  Obwohl  Alfred  Krupp  sich  stark  zum  konstruktiven 
Schaffen  hingezogen  fühlte  und  hierin  Unvergängliches  geleistet  hat,  stand  für  ihn  doch  immer  die  Sorge  um  die  Ver- 
besserung des  Werkstoffes  im  Vordergrund.  Um  die  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  verpflanzte  er  das  Bessemcr- Ver- 
fahren nach  Deutschland  und  legte  so  den  Grundstein  für  dessen  Flußstahlerzeugung.  Der  Stahlformguß  fand  in  ihm 
einen  entscheidenden  Förderer,  mit  den  Gebrüdern  Siemens  zusammen  vervoUkonminetc  er  das  Martin-Verfahren 
und  schuf  1871  das  erste  Martinwerk.  Durch  die  Errichtung  eines  chemischen  Laboratoriums  für  Stahluntersuchungen 
im  Jahre  1864,  aus  dem  die  heutige  große  chemisch-physikalische  Versuchsanstalt  entstanden  ist,  bewies  der  Praktiker 
Alfred  Krupp  sein  Verständnis  für  die  Bedeutung  planmäßig-wissenschaftlicher  Erforschung  des  Stahles.  Der  auf 
diese  Weise  'frühzeitig  eingeleiteten  Verbindung  zwischen  wissenschaftlicher  Arbeit  und  Betriebserfahrungen  ist  es 
zuzuschreiben,  daß  von  den  Kruppschen  Werken  ständig  neue  Einblicke  in  das  Wesen  des  Stahles  und  neue  Anstöße 
für  seine  Bereitung  und  Behandlung  ausgehen.  Nach  Errichtung  der  Friedrich-Alfrrd-Hütte,  [die  mehr  auf  Massen- 


76 


l-'i-ieJruh-MjieJ-llutle,  lilieinlmiucn  (MederrheinJ:  II ' 


-c^i:  und  Hafen 


erzeugung  von  Eisen  und  Stahl  in  Handelsgüte  eingestellt  ist,  konnten  sich  die  Essener  Stahlbctriebe  in  noch  stärkerem 
Maße  der  Herstellung  verschiedenster  Sonderstahle  widmen.  Sie  haben,  wie  einst  der  Tiegelgußstahl,  die  deutsche 
Industrie  vom  Ausland  unabhängig  gemacht.  Die  Kruppschen  Edelstahle  für  hochbeanspruchte  Maschinenteile, 
für  Werkzeuge,  für  Kraftwagen-  und  Flugzeugteile  sichern  dem  Unternehmen  eine  besondere  Stellung.  DasseFbe 
gilt  für  die  nichtrostenden,  säure-  und  hitzebeständigen  Stahle,  die  Krupp  als  erstes  Werk  der  Welt  auf  den  Markt  brachte. 
Schon  dem  Gründer  des  Unternehmens  drängte  sich  die  Weiterverarbeitung  eines  Teiles  seiner  Stahle  in  eigenen  Werk- 
stätten sozusagen  von  selbst  auf.  Sie  brachte  die  Gußstahlfabrik  mit  den  verschiedensten  Erzeugungsgebieten  in  Ver- 
bindung. So  verfertigt  die  Essener  Gußstahlfabrik  heute  außer  Edel-  und  Sonderstahlen  für  alle  Verwendungszwecke 
in  Blöcken,  Knüppeln,  Platinen,  Stangen,  Walzdraht,  Bandstahl  und  fertigen  Stücken  aus  Stahlguß  und  Schmiedestücke 
von  den  kleinsten  bis  zu  den  größten  Abmessungen,  gehärtete  und  geschliffene  Kaltwalzen,  Federn  aller  Art,  Fein-  und 
Grobbleche,  Kessel-  und  Rahmenteile,  gekümpelte  und  gepreßte  Teile  sowie  fertige  Kessel;  weiterhin  Oberbaumaterial 
aller  Art  für  Haupt-,  Neben-  und  Kleinbahnen,  Feld-  und  Industriebahnen,  Radsätze  für  Lokomotiven,  Tender  und 
Wagen,  lose  Räder,  Radreifen,  Zahnräder  und  Getriebe.  Außerdem  werden  fertige  Maschinen,  Geräte  und  Verkehrs- 
mittel mannigfacher  Art  hergestellt,  namentlich  Lokomotiven  für  Normal-  und  Schmalspur,  Güterwagen  normaler 
Bauart  sowie  für  die  verschiedenen  Sonderzwecke,  Lastkraftwagen,  Städtereinigungsfahrzeuge,  Omnibusse,  Bagger, 
Erntemaschinen,  Registrierkassen  sowie  Kleinmaschinen  und  Apparate  verschiedener  Art. 

Die  Friedrich-Alfrcd-Hütte  in  Rheinhausen  am  Niederrhein  ist  eines  der  größten  und  besteingerichteten  Hüttenwerke. 
Ihre  zehn  großen  Hochöfen  und  die  beiden  Schachtöfen,  die  der  Erzeugung  von  Ferrochrom  dienen,  liegen  unmittelbar 
an  den  über  einen  Kilometer  langen,  mit  elf  großen  elektrischen  Ausladebrücken  versehenen  Hafenanlagen,  so  daß 
man  vorzüglich  den  billigen  Wasserweg  ausnutzen  kann.  Die  jährliche  Leistungsfähigkeit  beträgt  rund  i  800000  Tonnen 
Roheisen.  Es  wird  zum  großen  Teil  flüssig  den  Stahlwerken  zugeleitet;  diese  bestehen  aus  einem  Thomaswerk  und  zwei 
Martinwerken  und  haben  eine  jährliche  Gesamtleistungsfähigkeit  von  etwa  I  500000  Tonnen.  Die  Rohblücke  wandern 
im  glühenden  Zustande  in  die  Walzwerke,  wo  sie  in  .Schienen  und  sonstiges  Eisenbahnoberbaumaterial,  Träger,JCnüppel, 
Stabeisen  und  Walzdraht  verwandelt  werden.  Der  Friedrich-Alfred-Hütte  sind  Eisenbauwerkstätten  angegliedert,  in 
denen  Brücken,  Hochofengerüste,  Stahl-  und  Walzwerkhallen,  Fördergerüste,  Schachtanlagen,  Luftschiflf-  und  Flug- 
zeughallen usw.  ausgeführt  werden. 

Daß  der  technische  Ausbau  der  Krupp-Werke  unaufhaltsam  fortschreitet,  zeigen  die  jüngsten  Erweiterungsanlagen 
an  dem  zum  Rhein  führenden  Kanal  am  Nordrande  der  Essener  Fabrik.  Hier  hat  Krupp  in  den  letzten  Jahren  einen 
eigenen  geräumigen  Hafen  angelegt,  so  daß  nunmehr  auch  das  Essener  Werk  unmittelbaren  Wasseranschluß  nach  dem 
Rhein  und  nach  dem  im  ständigen  Ausbau  befindlichen  großen  deutschen  Kanalnetz  hat,  ein  besonders  für  Kohlcn- 
und  Erztransporte  wichtiger  Umstand.  An  diesem  Hafen  hat  Krupp  ein  ganz  neuzeitiges  Hochofenwerk  angelegt,  das 
im  vergangenen  Monat  in  Betrieb  genommen  wurde.  Unmittelbar  hiermit  verbunden  ist  ein  neues  Martinwerk  sowie 
ein  mächtiges  Walzwerk,  in  dem  alles  elektrisch  angetrieben  wird.  Die  Gesamtanlagc  darf  zu  den  vollkommensten  in 
ganz  Europa  gerechnet  werden.  Sie  ermöglicht  es,  daß  jetzt  auch  in  Essen  ebenso  wie  bei  der  Friedrich-.\lfred-Hütte 
das  Eisen  vom  Erz  bis  zum  fertigen  Walzerzeugnis,  ohne  zu  erkalten,  auf  kürzestem  Wege  verarbeitet  wird.  —  Ebenfalls 
in  den  letzten  Wochen  vollendet  wurde  ein  im  Mittelpunkt  der  Fabrik  gelegenes  großes  Schmiedepreßwerk  mit  einer 
Leistungsfähigkeit,  wie  sie  zum  ersten  Male  verwirklicht  wurde.  In  gewaltigen  Ausmaßen  reckt  sich  diese  jüngste 
Kruppsche  Werkhalle  über  alle  Gebäude  der  Essener  Gußstahlfabrik  empor. 


77 


DER  NECKARKANAL 

Zu  Württembergs  wirtschaftlicher  Entwicklung  fehlt  längst  eine  leistungsfähige 
Wasserstraße.  Der  derzeitige  Schiffahrtsbetrieb  mittels  der  Kettenschleppschiffahrt 
leidet  daran,  daß  er  in  Niederwasserzeiten  wegen  zu  geringer  Wassertiefe  oft 
monatelang  stilliegen  muß  und  nur  bis  Heilbronn  herauf,  das  heißt  nicht  bis  ins 
Herz  des  Landes  Württemberg,  möglich  ist. 

Die  jahrzehntelangen  Bemühungen  der  drei  Neckaruferstaaten  unter  Führung  und 
tatkräftiger  Mitwirkung  von  Württembergs  Regierung,  Handel  und  Industrie  um 
den  Ausbau  des  Neckars  zu  einem  Großschiffahrtsweg,  der  mit  den  auf  dem  Rhein 
verkehrenden  Schiffen  bis  zu  1200  Tonnen,  ohne  Leichterung  und  dergleichen, 
möglichst  das  ganze  Jahr  hindurch  bis  Stuttgart-Cannstatt  und  Plochingen  be- 
fahrbar ist,  führten  zu  dem  Ergebnis,  daß  im  Jahr  1921  zur  Ausführung  des  wirt- 
schaftlich und  technisch  bedeutsamen  Unternehmens  vom  Deutschen  Reich,  von  den 
Ländern  Württemberg,  Baden  und  Hessen,  von  Amtskörperschaften,  Städten,  Ge- 
meinden, Banken  und  Elektrizitätsfirmen  unter  Beteiligung  aller  Erwerbsstände  die 

NECKAR-AKTIENGESELLSCHAFT 

gegründet  wurde.  Entwurfbearbeitung  und  Bauausführung  sind  der 

NECKARBAUDIREKTION  STUTTGART 
übertragen,  einer  dem  Reichsverkehrsministerium  unmittelbar  unterstellten,  mitt- 
leren Reichsbehörde,  der  die  drei  Neckarbauämter  Stuttgart,  Heilbronn  und 
Heidelberg  angegliedert  sind. 

Der  Bauentwurf  sieht  den  Einbau  von  26  Staustufen  in  die  rund  200  km  lange 
Strecke  von  Mannheim  bis  Plochingen  mit  160  m  Gefälle  vor;  in  Plochingen  soll 
später  der  Verbindungskanal  zur  Donau  bei  Ulm  abzweigen.  Die  einzelnen  Stau- 
stufen bestehen  aus  dem  beweglichen  Wehr  und  der  SchifTahrtsschleuse  mit  einer 
Nutzlänge  von  1 10  m  und  12  m  Breite.  Ihr  Gefälle,  das  zwischen  2,6  m  und  1 1  m 
schwankt,  wird  fast  durchweg  zur  Erzeugung  von  elektrischer  Energie  ausgenützt, 
deren  Absatz  das  Unternehmen  in  finanzieller  Hinsicht  fördert.  Die  Gesamt- 
erzeugung der  neuen  Kraftwerke  wird  60000  PS.  bei  einer  Jahresleistung  von 
350  Millionen  Kilowattstunden  betragen. 

Fertiggestellt  sind  die  Kanalstrecken  Mannheim — Heidelberg  und  Kochendorf — 
Heilbronn  mit  fünf  Kraftwerken,  die  rund  90  Millionen  Kilowattstunden  erzeugen, 
sowie  «die  Neckarverlegungen  bei  Unter türkheim  und  Obertürkheim.  Vor  der 
Vollendung  stehen  die  Stufen  Heidelberg,  Horkheim  und  Obereßlingen.  Im  Bau 
sind  die  Stufen  Gannstatt  und  Münster  und  seit  kurzem  auch  die  Stufen  Neckar- 
steinach und  Neckargcmünd.  Nach  der  Inbetriebnahme  der  Staustufe  Heidelberg, 
bis  wohin  schon  jetzt  1 200-Tonnen-Schiffc  vom  Rhein  ohne  Leichterung  ver- 
kehren können,  sind  von  der  rund  114  km  langen  Strecke  des  ersten  Bauab- 
.schnitts  Mannheim — Heilbronn  38,5  km  für  GroßschifTahrt  und  Kraftnutzung 
ausgebaut,  während  von  dem  87  km  langen  Bauabschnitt  Heilbronn — Plochingen 
Ende  1929  bereits  22  km  so  fertiggestellt  sein  werden,  daß  später  in  der  Haupt- 
sache nur  noch  die  Großschiffahrtsschlcuscn  einzubauen  sind. 

78 


Die  beiden  Bilder  von  der  Staustufe  Obereßlingen  zeigen  das  Sciiützenwehr 
mit  3  Öffnungen,  je  17,5  m  weit  und  5  m  hoch,  sowie  das  Kraftwerk,  das 
2  Kaplanturbinen  für  je  22,5  cbm/sec.  und  5,9  m  Gefälle  enthält,  ausgeführt 
in  den  Jahren  1927/29  von  der  Firma  Karl  Kubier,  A.-G.,  Stuttgart-Göppingen, 
Hoch-,  Tief-  und  Eisenbetonbau 


Schützenwehr  (Unterwasserseite) 


Fhot.  Dr.  Lassen  &  Co.,  Feuerbach-Sluttgarl 


Kraftwerk   ( l  'nln 


I'hot.  Dr.  Lassen  &  Co.,  Feuerbach-Sluttgarl 


79 


Ernst  Heinkel 

Flugzeugwerke  G.m.b.H. 

DIREKTION  UND  WERK:  WARNEMUNDE,  TEL.  541 
BERLINER  BÜRO:  BERLIN  W35 

FLUGVERBANDHAUS,  TELEFON  LUTZ OW  3573 

KATAPULTE 

KATAPULTFÄHIGE  FLUGZEUGE 

LAND-  UND 
SEEFLUGZEUGE 


IILLNKLL  LUE  1  BILD-  UND  E.  l.ANDERTHALBDECKER 

TYP  H.D.20 


80 


HEINKEL  HOCHSEE-TIEFDECKER 

TYP  H.E.5 

Siegertype  im  Deutschen  Seeflugwettbewerb 


HEINKEL  FLUGBOOT 
TYP  H.D.  15 

nach  dem  Start  von  einem  Kata})uh  „System  Hcinkel' 


81 


VON  DER  RHEINISCHEN  BRAUNKOHLE 

Das  Braunkohlenvorkommen  im  „Vorgebirge"  westlich  von  Köln,  eines  Höhenrückens, 
der  sich  zwischen  den  Tälern  des  Rheines  und  der  Erft  in  nordwestlicher  Richtung  hin- 
zieht, bildet  die  Grundlage  des  rheinischen  Braunkohlenbergbaues.  Das  ,, Vorgebirge" 
lehnt  sich  im  Süden  bei  Bonn  an  das  Rheinische  Schiefergebirge  an  und  läuft  im  Nor- 
den bei  Grevenbroich  in  die  Niederrheinische  Tiefebene  aus.  Die  mittlere  Entfernung 
des  Kernreviers  von  Köln  beträgt  13  km,  die  höchste  Erhebung  des  Höhenrückens  über 
dem  Rheintal  100  m. 

Das  ,, Vorgebirge"  führt  auf  seiner  Ausdehnung  von  45  km  in  der  Länge  und  5  km  in 
der  Breite  ein  ununterbrochen  durchstreichendes  Braunkohlenflöz  mit  einer  Mächtig- 
keit von  30  bis  100  m.  In  38  Gruben  wird  dieses  Flöz  abgebaut. 


(;rs;nnl.msi<lll 


ilien  Hiaunki.lilcM-T.i-cb. 


Das  kaum  20  m  starke  Deckgebirge  gestattet  die  Erschließung  der  Kohle  im  Tagebau. 
Es  werden  im  rheinischen  Braunkohlenrevier  51000  000  t  Kohle  jährlich  gefördert 
und  hieraus  nach  Abzug  der  für  den  Verkauf  und  als  Kesselkohle  bestimmten  Mengen 
12  000  000  t  Briketts  hergestellt.  Die  Herstellung  der  Briketts  erfolgt  kurz  in  der  Weise, 
daß  die  frisch  geförderte  Kohle  zerkleinert,  mit  Dampf  getrocknet  und  in  Strangpressen 
unter  einem  Druck  von  1500  Atmosphären  in  die  bekannte  Form  des  Unionbriketts  ge- 
bracht wird. 
Ein  Zusatz  von  Bindemitteln  erfolgt  nicht;  das  Brikett  erhält  seine  Festigkeit  ckirch  den 

82 


l'resscnhaus  einer  rheinischen  Brikettl'abrik 


hohen  Pressendruck,  über  Kühlrinnen  werden  die  zu  Tausenden  aufeinanderfolgenden 
Briketts  in  die  Eisenbahnwagen  ausgestoßen. 

Das  handliche  Format,  die  gleiche  Stückgröße  und  Qualität,  der  hohe  Gasgehalt  und 
die  schnelle  Entzündbarkeit,  die  leichte  Anpassung  der  Verbrennung  an  den  Wärme- 
bedarf, die  lange  milde  Flamme  und  die  fast  rauch-  und  rußlose  Verbrennung,  der 
geringe  Schwefelgehalt,  die  feinkörnige,  nichtbackende  Asche  sind  Eigenschaften, 
welche  von  den  Verbrauchern  des  Unionbriketts  im  Haushalt,  im  Gewerbe  und  in  der 
Industrie  hoch  geschätzt  werden.  Durch  diese  Eigenschaften  des  Unionbriketts  und 
durch  die  straffe  Organisation  der  Betriebe  und  des  Verkaufs  ist  die  Entwicklung  ver- 
ständlich, welche  der  Absatz  rheinischer  Braunkohlenbriketts  für  alle  erdenklichen 
Verwendungszwecke  im  Laufe  der  Jahrzehnte  genommen  hat. 

Für  den  Abtransport  seiner  Erzeugnisse  steht  dem  rheinischen  Braunkohlenbergbau 
ein  nach  allen  Richtungen  gut  ausgebautes  Eisenbahnnetz  zur  Verfügung ;  hinzu  kommt 
die  unmittelbare  Nähe  des  Rheines.  Die  gunstige  Lage  zu  der  verkehrsreichsten  Wasser- 
straße Deutschlands  ist  für  die  Entwicklung  des  rheinischen  Braunkohlenreviers  von 
größter  Bedeutung  gewesen.  Unter  Nutzung  dieses  Verkehrsweges  fanden  die  Union- 
briketts guten  und  zunehmenden  Absatz  auf  dem  süddeutschen  Brennstoffmarkt.  Die 
nach  Süddeutschland  zur  Verfrachtung  bestimmten  Mengen  gelangen  in  Sonderwagen 
mittels  Sammelbahn  zu  dem  12  km  entfernten  Umschlagsplatz  Wesseling.  Auf  der 
3  km  langen,  mit  10  Kraneinheiten  ausgerüsteten  Verladewerft  werden  täglich  bis  zu 


83 


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Entwicklung  des  Brikettabsatzes  des  Rlieinischen  Braunkohlen-Syndikats 

12  000  t  Briketts  in  Schiffe  verladen.  Der  Scliiffstransport  erfogt  größtenteils  mit  der 
eigenen  Flotte.  In  Süddeutscliland,  in  Mannheim-Rheinau,  Ludwigshafen  und  Karls- 
ruhe befinden  sich  die  mit  Wesseling  korrespondierenden,  vom  Rheinischen  Braun- 
kohlen-Syndikat erstellten  Löschanlagen. 

Die  Verkaufsorganisation  für  die  Erzeugnisse  des  rheinischen  Braunkohlenbergbaues 
ist  das 

RHEINISCHE  BRAUNKOHLEN-SYNDIKAT 

IN  KÖLN 

Für  Süddeutschland  besteht  eine  Zweigniederlassung  in  Mannheim. 


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84 


ARMATUREN  UND 
APPARATE 

Unser  Feuciba<  hrr  Werk  fertigt  hauptsachlich  SpeziaUtaten  l'ur  den  Automobilbau,  wie 
Kugelkompressionsventile,  Benzinfilter,  Benzinhähne,  Federbolzen  usw.,  an.  Ebenso 
werden  Armaturen  aller  Art,  kleine  Apparate  und  Maschinen  nach  Muster  oder  Zeich- 
nung (ahriziert.  Unsere  sämtl.  Erzeugnisse  tragen  den  Stempel  deutsrlier  Qualitätsarbeit. 


PRESSTEILE  AUS  MESSING 

Unsere  gepreßten  Forinstücke  stellen  ein  in  jeder  Hinsicht  erstklassiges  Erzeugnis  dar. 
Hohe  Festigkeit  und  Dichtigkeit,  glatte  Oberflächen,  geringe  Toleranzen  usw.  sind 
die  besonderen  Eigenschaften  unserer  Preßstücke.  Sie  erfordern  keine  oder  nur  eine 
ganz  geringe  Nacharbeit.  Automobil-,  Flugzeug-,  Motoren-,  Autogen-,  Gasherd-,  Ar- 
maturen- und  sonstige  Industrien  decken  seit  vielen  Jahren  ihren  Bedarf  bei  uns.  Außer 
Messing  pressen  wir  auch  Kupfer,  .Muminiuni,  Zink,   Bronzclegierungen  usw. 

ZIEH-UNDSTANZTEILE 

Wir  haben  uns  speziell  auf  die  Herstellung  von  großen  und  schwierigen  Zichteilen  ein- 
gestellt. Unsere  neuzeitlichen  Maschinen  gestatten  es  uns,  neben  kleinsten  Stücken  auch 
Zieh-  und  Stanzteile  bis  zu  goo  mm  Platinendurchmesser  herzustellen.  Wir  fertigen  die 
erwähnten  Artikel  in  Messing-,  Eisen-,  Kupfer-,  Aluminium-,  Tombak-  usw.  Blechen 
in  jeder  beliebigen  Größe  und  für  jeden  Verwendungszweck  an. 


HANSA- 


METALLWERKE  AG.,  MÖHRINGEN-STUTTGART-FEUERBACH 

8r, 


Wrwaltungs-Zcntralc  und  Wrrk  Bieligheini  iWttbg.)  der  Deutsche  Linoleuin-Werke  A.-G. 

J^ie  Deutsche  Linoleum -Werke  A.-G.  ist  im  Jahre  1926  entstanden  durch 
den  Zusammenschkiß  der  5  maßgebenden  deutschen  Linoleumunterneh- 
mungen. Sie  arbeitet  mit  einem  Aktienkapital  \on  40  Millionen  RM.  und 
betreibt  7  Werke,  und  zwar  in  Bietigheini,  Delmenhorst  fWerk  Anker,  Hansa 
und  Schlüssel),  Maximiliansau,  Veiten  (Mark)  und  Cöpenick,mit  einem  über- 
bauten Areal  von  nahezu  V4  Million  Quadratmeter.  Die  Zusammenfassung  der 
Fabrikationserfahrungen  der  angesehensten  und  ältesten  deutschen  Linoleum- 
fabriken sichert  ihren  Produkten  höchste  technische  Vollendung.  Dauerhai'tig- 
keit,  Arbeitsersparnis  beim  Reinigen  und  In gienische  Vorzüge  verbinden  sich 
mit  einer  reichen  Auswahl  von  Mustern,  für  die  her\'orragende  Künstler  die 
Kntwüiie  lielein.  Diese  Eigenschaften  sichern  den  l'.rzeugnissen  dei'  Deutsche 
Lniolcum- Werke  A.-(..  ihren  Wel  tili  fuiidihregroße,raschsteigendeVerbreitung. 


86 


MAUSER 


WERKE 
A.-G. 


OBERNDORF 


A     M 


NECKAR 


ORIGINAL-MAUSER-JAGD-  U.  SPORTGEWEHRE 

MAUSER-PISTOLEN 
M  /\  U  S  E  R  -  S  P  E  Z  I  A  L  -  N  Ä  H  M  A  S  C  H  I  N  E  N    F  Ü  R 

INDUSTRIELLE  ZWECKE 
M  A  U  S  E  R  -  W  E  R  K  Z  E  U  G  -  S  P  E  Z  I  A  L  I  T  Ä  T  E  N 


nie  alte-  Waffeul'aljiik  Mauser  A.-G.,  jetzt  Mauscr-Weikt-  A.-G.,  .sind  die  .Statte,  wo 
die  bahnbrechenden  Erfindungen  des  mit  seltener  Erfindungs-  und  Gestaltungsgabe 
ausgezeichneten  Geheimrats  Mauser  ihre  glänzende  Verwirklichung  fanden.  Zu  Mil- 
lionen gingen  von  dort  die  Mauser-Gewehre  in  alle  Welt  und  brachten  Millionenwerte 
ins  Württemberger  Land.  Durch  den  Versailler  Vertrag  v,  'ie  alte  Waffenschmiede 

besonders  schwer  gctrofTen.  Doch  wurde  allen  Schwierigke.  n  zum  Trotz  der  Betrieb 
mit  der  gleichen  Belegschaft,  wie  in  der  Vorkriegszeit,  aufrechterhalten.  Die  Abteilung 
Wafi'enbau  pflegt  die  alte  Tradition  weiter;  in  nie  rastendem  Fortschreiten  gehen  von 
dort  die  Original-Mauser-Jagd-,  .Sport-  und  Verteidigungswaffen  in  die  Welt.  Mit  der 
Neuaufnahme  der  Herstellung  von  Sperjalnähmasclünen  haben  die  Mauser-Werke  einen 
Fabrikationszweig  bevorzugt,  der  unseren  wirtschaftlichen  Bedürfnissen  entsprach  und 
dauernden  Absatz  im  In-  und  Ausland  verbürgt;  es  gibt  wohl  kein  Land  der  Erde,  wo 
nicht  Mauser-Maschinen  im  Betrieb  sind.  Auch  die  ^auf,ev-Prä.iisiomwerkzeuge,  mit  be- 
sonderen, dem  Werk  patentierten  Vorzügen  ausgestattet,  verleugnen  ilire  Herkunft 
nicht;  der  Ruf  ihrer  Gediegenheit  und  unbedingten  Zuverlässigkeit  hat  ihnen  aul  dem 
Markt  einen  bevorzugten  Platz  gesichert. 


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WESTFÄLISCH- 
ANHALTISCHE SPRENGSTOFF- 
ACTIEN-GES  E  LLSCH  AFT 
CHEMISCHE   FAß  Rl  KE  N 

BerlinWg,  Linkstraße  25  (Fuggerhaus) 


Fabriken  in: 

Reinsdorf  b.  Wittenberg 

Coswig-Anhalt 

Sythen  bei  Haltern 

Sinsen  i.W. 


Dynamite  und  Sicherheits-Sprengstoffe, 
Sprengkapseln  und  sonstige  Zündmittel, 
Trinitrotoluol  und  Pikrinsäure 
Jagdpulver  und  Jagdpatronen 
Kollodiumwolle  für  alle  techn.  Zwecke 
Zelluloid  (Roh)  in  Platten,  Stäben  und 
Röhren 


88 


A.    STOTZ    A.G 


AUS    DEN    WERKSTÄTTEN    DER 

Zu  den  Pionieren  der  in  jahrzehntelanger  Arbeit  zur  heutigen  Größe  entwickehen  wiirttembergischen  Industrie 
darf  sich  mit  Recht  die  im  Jahre  1 860  gegründete  Eisengießerei  und  Maschinenfabrik  A.  Stotz  A.-G.,  Stuttgart,  zählen. 
Die  älteste  Abteilung  des  Werkes,  die  Tempergießerei,  befaßte  sich  ursprünglich  mit  der  Herstellung  kleiner  Han- 
delswaren, wie  Fenster-  und  Türbeschläge,  Nähmaschinenteile  usw.,  späterhin,  dem  Aufschwung  der  deutschen 
Maschinenindustrie  folgend,  mit  den  Erzeugnissen  für  diesen  Kundenkreis.  Heute  steht  zur  Herstellung  von  Serien- 
waren ein  Formmaschinenpark  von  über  100,  zum  Teil  ganz  modernen  Formmaschinen  mit  Hand-,  Preßluft- 
und   Druckwasserbetrieb  zur  Verfügung. 

Einen  iaedeutenden  Platz  nimmt  die  im  Jahre  1908  in  einen  Neubau  verlegte  Graugießerei  ein,  welche  Gußstücke 
von  den  kleinsten  Dimensionen  bis  zum  Stückgewicht  von  loooo  kg  liefert,  ferner  säurebeständigen  Guß  für  die 
chemische  Industrie,  feuerbeständigen  Guß  für  Feuerungs-  und  Glühzwecke,  Spezialguß  mit  hoher  Festigkeit. 
Besonders  leistungsfähig  ist  die  Graugießerei  durch  ihre  hochentwickelte  Formmaschineneinrichtung  zur  Herstellung 
von  Massenartikeln,  fernerhin  durch  ihren  speziell  für  Werkzeugmaschinen  geeigneten  Guß,  welcher  bezüglich 
Dichtheit  und  Reinheit  des  Materials  den  höchsten  Anforderungen  gewachsen  ist. 

Einen  besonders  guten  Namen  haben  sich  die  weithin  bekannten  Stotzschen  Ketten  erworben,  deren  Fabrikation 
infolge  der  großen  Nachfrage  in  eine  im  Jahre  1921  neu  errichtete  Kettenfabrik  verlegt  werden  mußte.  Die  als 
Spezialität  hergestellten  Tempergußketten,  sogenannten  zerlegbaren  Treib-  und  Stahlbolzenketten,  eignen  sich  vor- 
züglich für  Antriebe  und  Fördermittel.  Ihre  Verwendbarkeit  ist  eine  außerordentlich  vielseitige.  Das  Ketten- 
material unterliegt  einer  ständigen  Kontrolle  des  Laboratoriums,  und  jede  Kette  wird  vor  ihrer  Ablieferung  auf 
Prüfmaschinen  erprobt. 

In  richtiger  Erkenntnis  eines  allgemeinen  wirtschaftlichen  Bedürfnisses  hat  die  Stotz  A.-G.  sich  in  ihrer  Abteilung 
Maschinenfabrik  bereits  seit  langem  auf  den  Bau  von  Förderanlagen,  Gießereimaschinen,  wie  Sandaufbereitungen, 
Sandstrahlgebläse  und  sämtliche  Gußputzereimaschinen  verlegt.  In  den  letzten  Jahren  wurde  noch  die  .Anfertigung 
fahrbarer  Förderer,  Anlagen  für  fließende  Fertigung  nach  amerikanischem  System  und  der  Bau  von  Förder-  und 
Sortieranlagen  für  die  Posten  und  Bahnen  aufgenommen.  Die  .Abteilung  ist  mit  den  modernsten  Werkzeugmaschinen 
und  Trans]K)rtanlagen  ausgerüstet  und  dürfte  im  Bau  von  F'ör^lcranlagen  mit  an  erster  Stelle  in  Deutschland  stehen. 
Von  den  größeren  Anlagen,  die  in  den  Werken  der  Aktiengesellschaft  ausgeführt  wurden,  imd  die  sich  infolge  ihrer 
großen  Leistungsfähigkeit  in  der  kurzen  Zeit  eines  Jahres  voll  bezahlt  machen,  sei  nur  erwähnt:  Gipsförderanlagen 
für  stündliche  Leistung  von  320  Tonnen,  Kohlenförderanlagen  für  stündliche  Leistung  von  100  Tonnen,  Schaukcl- 
förderer  für  Ziegeleien,  Brauereien,  Spinnereien  usw.  bis  zu  einer  Einzellänge  von  1200  Meter,  Gesamtlicferung 
über  140000  Meter.  Fernerhin  Förderanlagen  für  die  großen  Schlachthäuser  in  Südamerika. 
Da  in  der  gegenwärtigen  Zeit  jeder  Betrieb,  um  sich  lebensfähig  zu  erhalten,  sein  ganzes  Augenmerk  auf  Einrich- 
tungen lenken  muß,  welche  Zeit  und  Arbeit  sparen  und  die  Leistung  erhöhen,  haben  die  Anlagen  für  fließende 
Fertigung  in  allen  Industrien  guten  Absatz  gefunden.  Die  Stotz  .'\.-G.  hat  sich  mit  ihren  Förderanlagen  nicht  nur 
im  Inland,  sondern  auch  im  Ausland  internationaler  Konkurrenz  gegenüber  Geltung  verschafft. 


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Turbogeneratoren  \"  und  \'I  im  Großkraltweik  Münster 

STADT. 

ELEKTRIZITÄTSWERK 

STUTTGART 

L'iilcr  den  siitldfutsclicn  Elcktriziläiswcrkcn  nimml  das  Städtische  Elcktri/,itäts\Neik  Stutt- 
gart eine  Führende  Stellung  ein. 

Sowohl  nach  der  Zahl  der  abgegebenen  Kilowaltstunden  als  auch  nach  der  Größe  und 
Leistungsfähigkeit  seiner  Erzeugungsanlagen  steht  es  an  der  Spitze  aller  württembergischen 
Werke.  Im  Geschäftsjahr  1928  29  wurden  nutzbar  abgegeben  152  Millionen  Kilowatt- 
stunden; innerhalb  des  \'ersorgungsgebietes  trafen  auf  den  Kopfder  Bc\ölkenmg  294  Kilo- 
wattstunden, eine  Menge,  die  erheblich  über  dem  Rcichsdiuchschnitt  steht.  Dank  einer 
entgegenkommenden  Strompreispolitik  und  dank  eingehender  Aufklärungsarbeil  hat  der 
Prozentsatz  der  an  das  Werk  angeschlossenen  Wohnungen  den  hohen  Satz  \on  85  Prozent 
erreicht.  Der  weitaus  größere  Teil  des  abgegebenen  Energiebedarfs  wird  in  eigenc-n  Kraft- 
werken erzeugt  und  zum  größten  Teil  aus  Kohle,  zum  kleineren  Teil  aus  Wasserkräften 
des  Neckars  gewonnen.  Die  Dampfzentrale  der  Stadt,  das  Großkraftwerk  Münster,  ist  mit 
derzeit  68  000  Kilowatt  ausgebaiilcr  Lcistimg  eines  der  gixißtcn  Ki .iftw fikc  Süddeutsch- 
lands; es  besitzt  außerdem  fanrit  htungen  zum  Fernstromijezug  Itii  eine  Leistung  bis  zu 
25000  kVA. 

Der  stets  wachsende  Bedarf  an  elektrischer  Energie  machl  eine  dun  hgreifende  LJinstelhmg 
der  Stromvcrteilungsanlagen  notwendig,  die  gegenwärtig  iiiul  in  den  nächsten  Jahren 
durchgeführt  wird.  Das  Ziel  dieser  Arbeiten  ist,  die  gesamte  .StioiuN  ei  leilung  au!  eine 
(irbraiu  lisspannmig  \()n  220  \  nli  /u  Illingen. 


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Württembergischc  Porzcllan-Mamilaktur  A.-G. ,  vormals  C.  M.  Bauer  &  PfcilVcr,  Scliorndorf-Stultijart 


l^ic  Würllenibcigischc  Porzellan-Manufaktur  A.-G.,  vormals 
C.  M.  Bauer  &  Pfeiffer,  Schorndort-Stuttgart,  wurde  zu  Beginn 
des  Jahres  1904  in  Schorndorf  gegründet.  Erzeugt  werden  Por- 
zellan-Gebrauchs- und  Luxus-Geschirre  von  der  einfachsten  bis 
zu  der  reichsten  Ausführung.  Etwa  die  Hälfte  der  Produktion  wird 
ausgeführt  nach  allen  Ländern  der  Erde.  Die  Fabrik  ist  in  tech- 
ni.scher  Hinsicht  auf  das  modernste  eingerichtet  und  kann  den 
führenden  Werken  der  feinkeramischen  Industrie  ebenbürtig  an 
die  Seite  gestellt  werden.  Als  einziges  Werk  dieser  Industrie  in 
Württemberg  ist  die  Schorndorfer  Fabrik  zugleich  die  l'rägerin 
der  Überlieferung  der  ehemaligen  herzoglichen  und  später  könig- 
lichen Porzellan-Manufaktur  zu  Ludwigsburg,  deren  Marken- 
rechle  noch  untei-  der  königlichen  Regierung  aul  das  Schorn- 
dorfer Werk  übergegangen  sind.  Schorndorfer  l\)rzellan  ist  nach 
25 jährigem  Bestehen  des  Werkes  nicht  niu'  im  Inland,  sondern 
auch  im  Ausland  ein  "(.'suchter  Markenartikel  iicworclen. 


91 


Unweit  der  altehrwürdigen  früheren  Reichsstadt  Schwab.  Hall  liegt  am 
Kocherfluß  der  Ort  Westheim.  Hier  wurde,  urkundlich  nachgewiesen, 
schon  im  Jahre  1642  eine  Hammerschmiede  betrieben.  Im  Laufe  der  Jahr- 
hunderte hat  sich  mit  dem  Besitzwechsel  auch  die  dort  betriebene  Fabri- 
kation verändert  und  ist  zeitweise  als  Spinnerei,  Diamantschleiferei,  Säge- 
werk und  Gipsmühle  geführt  worden.  Im  Jahre  1895  wurde  an  diesem 
Platze  die  Fabrikation  von 

EISERNEN  BAUBESCHLÄGEN 

aufgenommen  unter  der  Firma  Haller  Industrie,  H.  Faulhaber,  von  welcher 
das  Anwesen  im  Jahre  1899  auf  die  heutige  Firma 

Baubeschlag-  und  Eisenwarenfabrik  Westheim 
G.m.b.H.,  Westheim 

überging.  Dank  der  tatkräftigen  und  umsichtigen  Leitung  hat  sich  das 
Unternehmen  aus  kleinen  Anfängen  heraus  stetig  entwickelt  und  besitzt 
heute  eine  vielseitige  Fabrikation,  bei  der  unter  Verwendung  von  ca.  1 00  PS 
Wasser  und  ca.  200  PS  elektr.  Kraft  230  Angestellte  und  Arbeiter  be- 
schäftigt sind.  In  der  Abteilung  B  a  u  b  e  s  c  h  1  ä g  e  werden  fabriziert : 
Fenster-,  Laden-  und  Türbeschiäge,  Fischbänder,  Kleineisenwaren, 
Kloben  und  Kreuzbänder,  Kistenbeschläge,  Stanzartikel  aus  Eisen, 
Stahl,  Messing  für  alle  Industriezweige. 

In  der  Abteilung  Gesenkschmiede:  Gesenkschmiedestücke 
aller  Art  aus  Eisen,  S.-M.-Stählen  und  Konstruktionsstählen  für  die 
gesamte  Industrie,  insbesondere  für  die  Motorrad-  und  Automobihndustie 
Normal-Schraubenschlüssel,  DIN-Schlüssel,  Hahnschlüssel,  Haken- 
schlüssel, Pflugschlüssel.  Abertausende  solcher  Teile  werden  jahraus 
jahrein  angefertigt,  und  der  treue  Kundenstamm  der  Firma  zeigt  auch, 
daß  ein  ersprießliches  Zusammenarbeiten  zwischen  Lieferant  und  Kunde 
mit  ein  Hauptziel  der  Firma  ist. 

Vollkommen  getrennt  von  vorstehenden  zwei 
Abteilungen  wird  eine  Exportabteilung  schon 
seit  über  35  Jahren  mit  der  Fabrikation  von 

Drahtbörsen  und  Damcntasdien 


Messing  und  Alpacca,  vernickelt,  versilbert 

und  vergoldet,  betrieben,  deren  Erzeugnisse  in    ; 

alle  Welt  gehen.  m^rgm 

Die  Firma  ist  auch  seit  1904  das  Elektrizitätswerk  mit  allen  Kraft-  und 
Lichtleitungen  für  die  Gemeinde  Westheim. 

Mit  der  Belegschaft  wird  von  seilen  der  Geschäftsleitung  jederzeit  ein 
Vertraucnsvcriiältnis  unterhalten,  und  nicht  wenige  der  hiesigen  Familien 
beschäftigen  Ciroßvater,  Vater  und  Sohn  oder  I'ochter  in  der  Fabrik.'  Ein 
weiterer  'Feil  der  Arbeiterschaft  kommt  aus  der  näheren  und  weiteren 
Umgebung.  Die  Firma  hat  bis  jetzt  zur  Unterbringung  eines  Teils  ihrer 
Arbeitskräfte  35,  Werkswohnungen  und  zu  weiterer  Ausdehnung  genügend 
f  irund  und  Hoden  zur  Verfügung. 


92 


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HANDWERK 

UND    FABRIKBETRIEB 

das  schwierige  Problem  der  Vereinigung  dieser  Gegensätze  im  graphischen 
Gewerbe:  Die  Ausstattung  einer  Druckarbeit  muß  individuell  und  von  hand- 
werklichem Geist  durchdrungen  sein,  ihre  Ausführung  rationell  fabrikmäßig  vor 
sich  gehen.  Wir  suchen  eine  Lösung  darin,  daß  wir  die  Aufmadmng  und  Aus- 
stattung in  die  Hände  von  künstlerisch  durchgebildetem  und  reklametechnisdi 
geschultem  Personal  legen,  ivährend  wir  uns  zur  drucktechnischen  Herstellung 
und  Ausführung  der  neuesten  Maschinen  und  Hilfsmaschinen  bedienen,  die  allen 
Anforderungen  und  Fortschritten  gerecht  werden  können.  So  entsteht  ein  ein- 
heitliches Ganzes,  das  vom  Entwurf  bis  zum  fertigen  Produkt  bei  engster  Zu- 
sammenarbeit der  Einzelteile  unter  einheitlicher  Leitung  und  Qberwadning  steht. 
Eine  40jährige  Erfahrung  und  fortschreitende  Entwichlung  ist  Bürge  für  unser 
Können,  und  ein  großer  vielseitiger  Maschinenpark  steht  gut  für  eine  rasche 
Abwicklung.  Unsere  Stärke  sind  ein-  und  mehrfarbige  lllustrationsdruche  für 
Handel  und  Industrie,  Plakate  und  Packungen  nach  eigenen  Entwürfen  und  nach 
eigenen  Verfahren  reproduziert. 

STÄHLE  &i  FRIEDEL,  BUCH-  UND  OFFSETDRUCK 
SÜDDEUTSCHE  TIEFDRUCK  G-M-B-H 
S         T         U         T         T         G         A         R         T 
94 


E.  SCHWENK 

ULM/D 

ZEMENT-    UND    STEINWERKE 

Die  Firma  wurde  im  Jahre  1847  als  eine  der  ersten  Zemenlfabriken  Deutschlands 
von  Heirn  Eduard  Schwenk  ojesjründet  und  gino-  schon  1868  zur  Herstellung  von 

PORT    LANDZEMENT 

über.  Nacheinander  erbaute  die  Firma  E.  Schwenk  Zementfabriken  in  Blaubeuren 
(1872),  in  Allmendingen  (1889)  und  in  Mergelstetten  (1900)  und  hat  dieselben 
stets  und  erst  jüngst  wieder  mit  Öfen  und  Maschinen  neuester  Bauart  ergänzt. 
Ihre  Erzeugung  in  hochwertigem  Zement,  Portlandzement,  Primazement  und 
Zementkalken  wurde  dadurch  immer  weiter  gesteigert. 

Neben  der  Zementfabrikation  ist  die  Firma  E.  Schwenk  1876  in  ihren  Werken  in 
Ulm  und  Blaubeuren  zur  Herstellung  von 

ZEMENT  WAREN 

aller  Art  übergegangen,  insbesondere  auch  von  Treppenstufen  und  Fassadenstemen 
in  den  schwierigsten  Profilierungen  sowie  von  Hartgestein  und  sonstigen  Belag- 
platten, insbesondere  Gehwegplatten  aller  Art.  Ihre  Erzeugnisse  in  Betonwerk- 
steinen wurden  vielfach  durch  Patent-  und  Gebrauchsmuster  geschützt. 
Die  stets  fortschreitende  Entwicklung  verdankt  die  Firma  E.  Schwenk,  die  ein 
reines  Familienunternehmen  der  Familie  Schwenk  in  Ulm  a.  D.  ist,  im  wesent- 
lichen der  Unternehmungslust  und  Tatkraft  ihrer  Inhaber. 

Herr  Kommerzienrat  Dr.  Carl  Schwenk  sen.,  seit  1923  Dr.-Ing.  e.  h.  der  Tech- 
nischen Hochschule  in  Stuttgart,  hat  als  jahrzehntelanger  Alleininhaber  der  Firma 
in  unermüdlicher  Schaffensfreudigkeit  den  Umfang  und  die  Bedeutung  seiner 
Firma  stetig  gehoben.  Im  Jahre  191g  nahm  er  seinen  Sohn,  Dr.  Carl  Schwenk  jun., 
als  Teilliaber  in  die  Firma  auf,  die  seit  1927  Kommanditgesellschaft  ist.  Auch  dieser 
neue  Teilhaber,  Herr  Dr.  Carl  Schwenk  jun.,  hat  mit  der  gleichen  Tatkraft  und 
Unternehmungslust  wie  sein  Vater  viel  zur  Weiterentwicklung  der  Firma  bei- 
getragen, besonders  durch  neuzeitlichen  Ausbau  der  Werke  und  wirtschaftlichen 
Zusammenschluß  mit  bedeutenden  Werken  und  Verbänden. 

So  hatte  sich  die  Firma  F,.  Schwenk,  ausgerüstet  mit  den  neuesten  F,rrungen- 
schaften  der  Technik,  einer  stetig  fortschreitenden  Entwicklung  zu  erfreuen  und 
be.scliäftigt  jetzt  insgesamt  rund  tioo  Angestellte  und  Arbeiter.  Viele  Erzeugnisse 
der  Firma  E.  Schwenk  wurden  bei  großen  Ausstellungen  des  In-  und  .\uslands 
schon  mehr  als  zwöifmal  mit  den  ersten  Auszeichnungen  bedacht. 


95 


EBRBUNINGER  AG 


Die  Firma  E.  Breuninger  A.-G.  ist  mit  dem  Herzen  der  Stadt  Stuttgart  eng  \erbunden. 
Dem  Mittelpunkt  der  Stadt  sind  die  Bauten  der  Firma  sehr  zustatten  gekommen.  Die  Grund- 
risse der  von  ihr  erstellten  Geschäftshäuser  zeigen,  wie  viele  alte  Häuser,  enge  Gäßchen  und 
Winkel  verschwunden  sind.  Dazu  kam  jetzt  das  früher  Schaarschmidtsche  Geschäftshaus 
am  Marktplatz,  und  der  Erweiterungsbau  in  der  Marktstraße  wird  nächstes  Jahr  den  Schluß- 
stein für  lange  Jahre  bilden. 

Die  ganze  Entwicklung  vom  kleinen,  kaum  150  qm  fassenden  ehemals  Ostermayerschen 
Laden  mit  wenigen  Angestellten  ging  vor  sich  unter  der  persönlichen  Leitung  des  Herrn 
E.  Breuninger,  der  nach  wie  vor  an  der  Spitze  des  Unternehmens  steht. 
Kein  Betrieb  in  Süddeutschland  zeigt  einen  so  vielgliedrigen,  eigenartigen  Aufbau  wie  der 
der  Firma  E.  Breuninger  A.-G.  Tausenden  von  Besuchern  der  Geschäftsräume  ist  ihr  Einzel- 
handelsbetrieb wohl  bekannt.  Weniger  bekannt  und  doch  für  die  Leistungsfähigkeit  des 
Unternehmens  von  größter  Bedeutung  ist  der  Großhandelsbetrieb  mit  Tausenden  von  Ab- 
nehmern im  engeren  und  weiteren  Vaterland.  In  den  oberen  Stockwerken  der  Geschäfts- 
häuser, sozusagen  hinter  den  Kulissen  des  Einzelhandelsbetriebs,  sind  eine  Reihe  Fabri- 
kationsbetriebe und  Maß-Werkstätten  untergebracht,  die  einen  großen  Teil  des  Bedarfs 
herstellen.   1200  Angestellte  und  Arbeiter  sind  bei  der  Firma  tätig. 


96 


KRAUSS§  REICHERT 


SPEZIALMASCHINENFABRIK  UND  APPARATEBAU  G.M.B.H. 
STUTTG ART- C ANNSTATT-  ULRICHSTRASSE  20-22 

Der  Zeitpunkt  der  Gründung  der  Firma  Krauß  &  Reiciiert,  G.  m.  b.  H.,  fällt  auf  den  Be- 
ginn des  Jahres  1912,  während  die  Eintragung  in  das  Handelsregister  am  12.  Januar  191 1 
erfolgte.  Gründer  und  zugleich  Gesellschafter  und  Geschäftsführer  waren  die  Herren  Karl 
Krauß  und  Carl  Reichert  und  der  Zweck  die  Herstellung  von  beweglichen  elektrischen 
Stoffzuschneidemaschinen,  welche  in  Deutschland  neu  waren  und  einem  fühlbaren  Bedarf 
der  Textilindustrie  zur  Massenherstellung  von  Kleidern,  Wäsche,  überhaupt  sämtlichen 
in  Stoffen  und  Tuchen  verarbeitenden  Betrieben  hergestellten  Artikeln  abhelfen  konnten. 
Am  Sitz  der  Firma  in  Cannstatt  wurde  in  der  Werderstraße  4  a  die  erste  Fabrikation  auf- 
genommen, wo  von  anfangs  15  Arbeitern  sich  deren  Stand  bald  ständig  erhöhte.  Die  Er- 
zeugnisse der  Firma  hatten  nach  und  nach  größeren  Absatz  gefunden  und  sich  auch  im 
Ausland  Eingang  verschafft.  Mit  Kriegsausbruch  setzten  die  Lieferungen  an  die  Bekleidungs- 
ämter der  deutschen  und  verbündeten  Armeen  ein,  ferner  beteiligte  sich  die  Firma  durch 
Ausdehnung  des  Betriebes  an  der  Herstellung  von  Kriegsmaterial,  so  daß  bis  Kriegsschluß 
über  60  Arbeiter  beschäftigt  wurden. 

Im  Jahre  191 5  schied  Herr  Karl  Krauß  aus  der  Firma  aus,  Herr  Carl  Reichert  wurde  allei- 
niger Geschäftsführer,  und  die  Firma  wurde  in  eine  Familien-G.  m.  b.  H.  umgewandelt. 
Unter  der  neuen  Leitung  des  Herrn  Carl  Reichert  hat  sich  die  Firma  im  günstigsten  Sinne 
weiterentwickelt. 

Bei  der  Umstellung  nach  Kriegsschluß  hat  die  Firma  es  verstanden,  sich  die  inzwischen  ge- 
sammelten Erfahrungen  bestens  zunutze  zu  machen  und  die  Bauart  ihrer  elektrischen  Zu- 
schneidemaschinen durchgreifend  zu  ändern  und  auf  den  neuesten  Stand  der  Technik  zu 
bringen.  Dadurch  ist  es  ihr  gelungen,  der  nordamerikanischen  Konkurrenz,  welche  während 
des  Krieges  den  Auslandsmarkt  beherrschte  und  sich  auf  dem  europäischen  Kontinent  fest- 
zusetzen versuchte,  wirksam  entgegenzutreten  und  deren  weiteres  Ausbreiten  aufzuhalten 
durch  die  Möghchkeit  günstigerer  Preisstellung  und  ein  in  der  Bauart  und  Beschaffenheit 
mindestens  ebenbürtiges,  jedoch  dauerhafteres  Erzeugnis,  das  überall  guten  Absatz  fand. 
Die  seitherigen  Fabrikräume  erwiesen  sich  auch  bald  als  zu  klein,  und  im  Jahre  1924  wurden 
neuerbaute,  helle,  gesunde  Fabrikräume  bezogen,  die  schon  nach  drei  Jahren  wieder  er- 
weitert wurden.  Darin  werden  heute  über  60  Arbeiter  und  Angestellte  beschäftigt. 
Als  Nebenerzeugnisse  wurden  seit  drei  Jahren  elektrische  Haarschneidemaschinen  auf  den 
Markt  gebracht,  die  sich  durch  Dauerhaftigkeit  und  Qualitätsarbeit  ausgedehnteste  Ver- 
breitung sicherten.  Auf  dem  Gebiete  der  Textilmaschinen  hat  die  Firma  ihre  großen  Er- 
fahrungen dazu  ausgenützt,  einen  weiteren,  vielversprechenden  Artikel  auf  den  Markt  zu 
bringen,  die  längst  ersehnte  elektrische  Handschneiderschere,  welche  berufen  sein  wird, 
die  kräfteverzchrende  Schneiderschere  zu  ersetzen  und  damit  eine  große  Lücke  auszufüllen. 
Dank  wertvoller  Erfindungen  und  einer  tatkräftigen,  umsichtigen  Leitung  hat  sich  die  Firma 
in  der  kurzen  Zeit  ihres  Bestehens  zur  größten  Spezialfabrik  elektrischer  Sloffzuschneide- 
maschincn  auf  dem  Kontinent  entwickelt,  und  ihre  Erzeugnisse  haben  sich  als  hochwertige 
deutsche  Qualitätsarbeil  mit  Hilfe  einer  ausgedehnten  Verkaufsorganisalion  unter  der  Fabrik- 
marke ,,Kuris"  Weltruf  erworben. 


97 


MASCHINENFABRIK  AUGSBURG-NÜRNBERG  A-G 


1 


ERZEUGNISSE 

Dieselmotoren,  Dampfkessel,  Dampfmaschinen,  Dampf- 
turbinen, Wärmespeicher,  Kondensationsanlagen,  Groß- 
gasmaschinen und  Gasgebläse,  Gaserzeuger,  Abwärme- 
verwerter,  Laufkrane,  Drehkrane,  Verladebrücken, 
Förderanlagen,Aufzüge,Wagenkipper,  Spille,  Drehschei- 
ben und  Schiebebühnen,  Straßenbahn-  und  Kleinbahn- 
wagen. Elektrische  Lokomotiven,  Lastkraftwagen, 
Brücken,Gründungen,Gedeckte  Bauten, Behälterbauten 
Eisenwasserbauten,  Buchdruckmaschinen,  Material- 
prüfmaschinen, Hydraulische  Pressen,  Absaugungs-, 
Heizungs-  und  Trocknungsanlagen 


Ä 


i 


1 
I 


98 


18     5     3 


WÜRTTE.MBERGISCHE 
METALLWARENFABRIK 
GEISLINGEN  AN  DER  STEIGE 


99 


AKTIENGESELLSCHAFT  DER  MASCHINENFABRIKEN 

ESCHER,  WYSS  &  CIE.,  RAVENSBURG 


Wir  stellen  her: 


WASSERTURBINEN 


seit  1844.  In  langjähriger  Arbeit,  aufgebaut  auf  zielbewußter  Versuchstätigkeit  in  eigenen  Anstalten, 
wurde  der  Bau  von  Wasserturbinen  entwickelt  und  auf  die  heutige  Höhe  geführt.  Mit  allen  Turbinen- 
typen, Freistrahl-,  Francis-,  Propeller-  und  Kaplanturbinen  haben  wir  Höchstleistungen  an  Wirkungs- 
grad und  Betriebssicherheit  erzielt.  Zu  unserem  Arbeitsgebiet  gehören  ferner:  Geschwindigkeits- 
und Druckregulatoren,  Wasserschloßausrüstung,  Rollklappen,  Kugelschieber,  .\usrüstung  für  \oll- 
automatischen  Betrieb,  Rechenreinigungsmaschinen,  Rohrleitungen. 

TURBOPUMPEN 

seit  1903.  Dieses  Tätigkeitsgebiet  erstreckt  sich  auf  Hoch-  und  Niederdruckpumpen  für  alle  Ver- 
wendungszwecke; unter  anderem  auf  Hochdruckpumpen  mit  regulierbarem  Leitapparat  für  Speicher- 
kraftanlagen, Wasserversorgungsanlagen,  Bergwerks-Wasserhaltungen,  Kesselspeisung  usw.;  ferner 
auf  Niederdruckpumpen  für  Bewässerungs-  und  Entwässerungsanlagen,  Kondensationsanlagen,  Bau- 
zwecke und  Fabrikbetriebe  aller  Art.  Die  größten  zurzeit  in  Betrieb  befindlichen  Speicherpumpen 
der  Welt  sind  aus  unseren  Werkstätten  hervorgegangen. 

PAPIERMASCHINEN 

seit  1841.  Vollständige  Einrichtungen  von  Papier-  und  Kartonfabriken  für  alle  Papier-  und  Karton- 
sorten. Komplette  Holz.schleifereien.  .Maschinen  zur  Stolfbereitung;  Kocher,  Holländer,  '/.erfaserer, 
Kollergänge  usw. 

DAMPFTURBINEN 

seit  1903.  Die  ZocUy-Dampfturbine  hat  sich  dank  ihrer  (jberlegonhoit  in  kurzer  Zeit  den  ni-  und  aus- 
ländischen Markt  erobert.  Eschcr  Wyss  allein  hat  bis  heute  nahezu  700  Turbinen  mit  einer  Gesamt- 
leistung von  3,5  Millionen  PS  gebaut. 


100 


BOEHRINGER 

WOLLEN  SIE  RATIONELL  ARBEITEN 
WENDEN  SIE  SICH  AN  UNS 


WIR      LIEFERN: 

DREHBÄNKE 

Kurbelwellendrehbänke 

REVOLVER- 
DREHBÄNKE 


AUTOMATEN 

für  Futter-  und  Stangen- 
arbeiten 


GEBR.  BOEHRINGER  GMBH  •  GÖPPINGEN  (WÜRTT.) 


lOI 


SEIT 


45 


JAHREN 


MOTOREN-  UND 
MASCHINENFABRIK 


SEIT  1908 


Dieselmotoren 

Orip. -Konstruktion 


Älteste  und  gröfjte 
Strafjenbaumaschinen- 
fabrik  Deutschlands 


DIESEL-MOTOR-  W^ALZE 


Export  nach  allen  Welt- 
teilen 

Exprel^zugmaschinen 
Strafjenaufreil^er 


.^^!^mJ^ 


DIESEL-AUTO-STEINBRECHER 


CARL  KAELBLE  Backnang  bei  Stuttgart 

S(-il    J.llll/rlllilrri  I  ,ic-|<l,llll  ill-  II,  ,MI    l:nill.S(,|,|l-l"  hnnhll,  r,l-(llli,llllll  II  II,  I  I('('l(-s\  (■!  \\,illiin^cii 


I02 


JMVoith 

MASCHIKEN  FABRIKEN 


Heiden  heim{Brenz),Württ. 
St.Pölten. Niederösterreich 


VOLLSTÄNDIGE 
MECHANISCHE 
AUSRÜSTUNG  FÜR 

WASSERKRAFTANLAGEN 

MASCHINEN  UND 
BETRIEBSFERTIGE 
EINRICHTUNG  FÜR 

PAPIERFABRIKANLAGEN 


103 


MASCHINENFABRIK  WEINGARTEN 


VORMALS:  HCH.  SCHATZ A.-G. 
WEINGARTEN  (WÜRTT.) 

Eisen-  und  Blechbearbeitungsmaschinen 
jeder  Art  und  Größe  in  modernster 
Konstruktion   und  Ausführung. 

L     I     T     Ä     T     E     N 


e 


Kurven-  und  Fii^furenschere 


S     P     E     Z      I     A 

Blechscheren 

Profileisenscheren 

Kurbeltafelscheren 

Kreisscheren 

Figurenscheren 

Lochmaschinen 

Ausklinkmaschinen 


Exzenterpressen 

Nietpressen 

Ziehpressen 

Spindelpressen 

Blechbiegmaschinen 

Blechrichtmaschinen 

Abkantmaschinen 


1  .instander-lCxzeiitcrprcssc 
mit  Zangen transportapi^a rat 


Uiüvrrsal-Abkant-,  Rund-  mid  Kastenbiegmaschine 


KuilK-ll-lc.lital'c-lsilicn 


\r.M  liicdcnr  Ahkallta.  Ix-ltc 


"M 


KOLB  &  SCHULE  A-G. 

KIRCHHEIM-TECK 

\V       Ü        R      T       r      E       M       B       F.       R       G 
Fernsprecher  ig  und  271   /  Drahtanschrift:  Kolbschüle 

URACH  UND  MITTELTAL  BEI  BAIERSBRONN 

Baumwollbuntspinnerei,   Buntweberei,  Flachsspinnerei,  Leinen-  und 

Tischzeugweberei,  eigene  Flachsrösterei  und  eigene 

chemische  und  Rasenbleicherei 

SPEZIALITAT: 

Säureechtrote,naphtholrote,türkischroteu. indanthrenfarbige 
Inlette,  Atlasbarchente,  Matratzendrelle  in  Baumwolle  und 
Halbleinen,  Jacquarddrelle  in  Baumwolle  und  Halbleinen, 
Cadetts,  Jagdanzugsstoffe,   Monteurköper,   Trachtenlcinen 

ZWEIGNIEDERLASSUNG: 

G.  LANGHEINRICH,  ABT.  DER  KOLB  &  SCHULE  A-G. 

SCHLITZ  IN  OBERHESSEN 

Jacquard-Tischzeuge  und  Scrvictlcn,  glatte  Lciucn,  fcrligc  Bettwäsche,  Hand- 
tücher, kunstseidene  Decken.  Spezialität:  Namenweberei  für  Hotelcinrichtungcn 


105 


Die  von  dem  Stuttgarter  Buuuiitenielnuer  Georg  Sehottle  ins  Leben  gerulene  I'lerde-Kisenlj^ihn- 
gesellschaft  eröffnete  zwiselien  Stuttgart  und  Berg  im  Jahre  1868  ihren  Betrieb.  Trotz  der  Schwierig- 
keiten, mit  denen  das  Unternehmen  zu  kämpfen  hatte,  war  die  EntwicklungsHnie  eine  aufsteigende. 
Es  zeigte  sich  immer  mehr  das  Bedürfnis  nach  einem  Ausbau  der  im  Betrieb  befindhclicn  Strecken. 
Um  dem  gerecht  zu  werden,  schuf  Ingenieur  E.  Lipken  ein  neues,  dem  öffenthchen  V'erkelu'  dienendes 
Unternehmen  mit  der  Bezeichnung  .,Neue  Stuttgarter  Straßenbahn".  Das  Nebeneinander  der  beiden 
Bahngesellschaften  führte  zu  Fusionsbestiebungen,  die  im  Jahr  |8H<|  \ollzogen  wurden.  Die  nunmehr 
vereinigten  Unternehmen  führten  die  Bezeichnung 

STUTTGARTER   STRASS  EN  BAH  N  E  N 

Dil-  in  Stuttgart  besonders  .schwierigen  Geländeverhältnisse  und  das  sich  steigernde  Verkehrsbedürfnis 
luluieu  gegeruiber  .nidern  Städten  unverhältnismäßig  früh  zur  Einführung  des  elektrischen  Betriebs. 
Schon  im  Jahr  i8i)2  konnte  die  erste  elektrische  Versuchsstrecke  in  Betrieb  genommen  werden  und 
bewiihrte  sich  so.  daß  man  sich  entschloß,  sämtliche  Strecken  auf  elektrischen  lielrieb  umzustellen. 
Bis  Ende  des  Jahres  1896  waren  sämtliche  Linien  elektrifiziert. 

Die  Stuttgarter  Straßenbahnen,  eine  der  ersten  elektrisch  betriebenen  Bahnen  in  Deutschland,  be- 
mühten sieh  stets,  der  l^ntwicklung  der  Technik  auf  dem  Gebiet  des  Straßenbahnwesens  Rechnung 
zu   tragen. 

In  den  folgenden  Jahren  des  wirtschaftlichen  .Aufschwungs  entwickelte  sich  das  Unternehmen  in  durch- 
aus befriedigender  Weise.  Das  Innennetz  wurde  ausgebaut  und  benachbarte  (iemcinden  in  das  Be- 
triebsnetz der  Straßenbahn  einbezogen.  Die  Zahl  der  Betriebsmittel  inußte  wiederholt  erhöht  und  ver- 
bessert werden,  um  den  wachsenden  .Xiiforderungen  des  Verkehrs  gerecht  zu  werden.  Im  Jahre  1913 
betrug  die  Zahl  der  beförderten  Personen  rund  54  Millionen  gegenüber  etwa  8  Millionen  im  Jahr  1896, 
während  die  Jahreseinnahmen  \dn  rmid  950000  .Mark  auf  etwa  4800000  Mark  gestiegen  waren. 
Diese  gesunde  Entwicklung  unterbrachen  plötzlich  der  Krieg  und  die  Nachkriegszeit.  Betriebsein- 
.schränkungen,  ersehwerte  Instand.setzungsarbeiten  infolge  Fehlens  des  geeigneten  Materials  ver- 
schlechterten den  Zustand  der  .Anlage.  Mit  der  Ende  des  Jahres  1923  durchgeführten  Stabilisierung 
der  deutschen  Währung  begann  auch  für  das  Unteinehmen  ein  Wiederaufstieg,  so  daß  es  mögli(  h 
war,  den  Verkehr  alhnähli<h  wieder  zu  verdichten  uiul  an  die  so  notwendige  Instandselzimg  der 
Anlagen  heranzugehen.  CJleichzeitig  mußte  dem  immer  mehr  anwachsenden  Nerkehrsbedürl'nis 
Kechmmg  getragen  werden.  Dies  geschah  einerseits  durch  weiteren  Ausbau  des  Vorortuetzes  und 
durch  Beschaffung  neuer,  den  heutigen  Bedürfnis.sen  entsprechenden  Betriebsmittel.  Im  Jahr  i()j!! 
betrug  die  Belriebslänge  etwa  i-,I  km  gegenüber  m  kin  im  Jalir  i!!<)li.  Die  /ahl  der  lulordci  lin  l'cr- 
.sonen  wu<  lis  auf  rund  123  Millionen  an,  und  die  /.ihl  An  grI.iliK  ik  n  \\  ageukii  miu  u  1  1«  luig  luiid 
■j8  .Millionen. 

.Neben  ihrem  eigenen  Unternehmen  sind  die  Stuttgarter  Straßenbalmeii  Betriebslühreriu  dcT  Si.nlt 
Kilderbahn,  der  Eßlingcr  Stadt.  Straßenbahn  und  der  Straßenbahn  Eßlingeu-.Nellingen-DeukrudoTl 
(;.  m.  b.  H.  In  jüngster  Zeit  haben  sich  hierzu  noch  angegliedert:  die  Stuttgarter  Kraftwagc  ulinicn 
(;.  m.  b.  H.  und  der  Autoverkehrsverband  Stuttgart  G.  m.  b.  H.  Die  langsam  einsetzende  uirtschall- 
liche  Besserung  gewährleistet  eine  weitere  gesunde   Entwicklung  des   Unternehmens. 


106 


Gaswerkserweitcnmg.  von  (Jslen  gesehen 

STADTISCHES  GASWERK  STUTTGART 

77500000  cbm  Gas 

wurden  im  Jahre  1928  in  Stuttgart  verbraucht. 

100  000  Gasabnehmer 

in  Groß-Stuttgart  und  51  fernversürgten  Gemeinden  werden  durch  ein  770  Icm 
langes  Rohrnetz  aus  dem  Stuttgarter  Gaswerk  behefcrt. 

186  cbm  Gas  im  Jahr 

verbraucht  im  Duiclischnitt  jeder  Einwohner  Groß-Stuttgarts.  Mit  diesem  Gas- 

\erbrauch  -  auldenKopi'der  Bevölkerung  berechnet  -  marschiert  Stuttgart  ander 

Spitze  aller  deutschen   St  ä  d  t  e . 

Haushah,  Gewerbe  und  Industrie 

verwenden   Gas   zu   den    \  erschiedensten   Zwecken   in  steigendem    Maße.   Um 
diesem  wachsenden  BetlinTnis  Rechnung  zu  tragen,  wird  zmzeil  das  Stuttgarter 

(iaswerk  cru eitert. 

Fertiggestellt    ist    ein    Gasbehälter   Non   rund    100    m    Hohe   und   300000  cbm 

Fa.ssungsraum  -  zurzeit  der  größte  in  I'.uropa  -  kimltig  ein 

Wahr/riehen  der  Stadt    Si  unzart. 


107 


SUMAK 


SÜDDEUTSCHE  MASCHINEN-  U.  METALLWARENFABRIK 

W.    WECKERLE 

ZUFFENHAUSEN- 
STUTTGART 

KÜHL-  UND  EISMASCHINEN 

f.  Schlachthöfe,  Fleischereien,  Brauereien, 
Bierdepots,  Hotels,  Krankenhäuser,  Kon- 
ditoreien, Fisch-,  Wild-  und  Geflügelhand- 
lungen, chemische  Fabriken,  Eisfabriken, 
masch.  Kühlschränke  für  gewerbliche  und 
private  Zwecke  usw.  in  allen  Größen,  auto- 
matisch und  sicher  arbeitend 

Präzise  Ausführungen 
Bewährte  Konstruktionen 

FLASCHENKELLEREI-MASCHINEN 

Flaschenreinigungs-  und  Füll- 
anlagen für  Brauereien,  Bier- 
depots, Weinhandlungen, 
Milchbetriebe  usw.  Vollstän- 
dige Einrichtungen  zur  Her- 
stellung von  Mineralwasser, 
Limonade  usw.  für  Brunnen- 

betriebc,    Mineralwasscr- 
fabrikcn  usw.  für  Hand-,  Halb- 
od.  vollautomatischen  Betrieb 


i 


io8 


\Der3/e4e/ ha/A  ^rsa/z  zer07//- 

■^ijTN ly^~^^^^ 

y^ ^^  Jjaur  nur  mir  ^eorannren    ^^^ -^ix 
r        //lauerj-fe/nen  una  /yacnz/e^e/n,    ^s 

AUSKUNFT 

ERTEILT 

D  E  R 

WORTT.  Z\^G^lUm'inzm 

E.V. 

STUT'l(;.\Rr  .  lRß.\XS'lR.\.SSi:  i,,ii  .   ll'I.l'FON  21G07 
(lern   alle  namliaflcii  Zicoclw  cikc  \Vü  rl  ( (Miihrros  an^oluHTn 


I  10 


ULRICH  GMINDER  G.M.B.H. 

REUTLINGEN 


BaunnsoUspiniicrcicn,  -Webereien, 
Bleiche,  Färberei  und  Appretur 

Gegründet   1814 

2600  Angestellte  u.  Arbeiter  :  Kral'tzentrale   loooo  PS, 

()0  oooSpindeln.  30oo\Vebstühle,  mod.Ausnistungsansialt 

Haupterzeugni.sse : 

Schnittf erliß^e, gebleichte, «rjäihlcjnerci'ii.sierle  usw. 
hniinnvnlinte  Wänbc  and  Fi(llei\t()jj'e 

Sprzialarlikcl.  bcsoiiclcrs 


,(;  M  I  .\'  I)  K  R  H.VLHLINN  EN' 


(aus  Garnen  einer  Mischung  \on  kKlonisici- 
ten  Bastfasern  und  Baumwolle)  l'ür  Wäsche, 
Bekleidung,  Vorhänge, Wandbespannungen, 

Hniularhcitrn  usw. 


,gmIi\i)i:r  ki)i:i..\i.\rki:- 


Wästhelucii  ohne  jede  Appretur, 
also  100",,  BaumwoUfasei- 


I  I  I 


TRINKT 


die  vorzüglichen  einheimischen 

Qual  itä  tsb  ie  r  e 
der  Brauereien 


Dinkeladker 

Engt  Garten 

Leicht 

WuUe 


I  12 


Teilansicht  der  Spinnerei  mit  Arbeiterwohnungen 


KAMMGARN-SPINNEREI  BIETIGHEIM  IN  BIETIGHEIM  (WÜRTT.) 


Die  Gründung  der  Firma  fiel  in  das  Jahr  1856.  Sie  verdankt  ihre  Entstehung  einem  Kreise  angesehener  Württemberger 
Männer  aus  Industrie  und  Finanz.  An  der  Spitze  des  Verwaltungsrats  stand  Se.  Erlaucht  Graf  von  Rechberg  als  Präsi- 
dent. 

Die  Wahl  des  Fabriksitzes  war  jedenfalls  durch  die  Ausnützung  einer  vorhandenen  Wasserkraft  bestimmt.  Unter  Be- 
rücksichtigung heutiger  Verhältnisse  würde  wohl  der  Platz  deshalb  nicht  mehr  gewählt  werden.  Mit  6000  Hand- 
spindeln ins  Leben  gerufen,  vergrößerte  sich  dann  die  Fabrik  allmählich  und  hatte  im  Jahr  1868  17  240  Selfacting- 
spindeln.  1869  erfolgte  die  Gründung  einer  Filiale  in  Worms  am  Rhein  mit  21430  Selfactingspindeln  und  1440  Zwirn- 
spindeln. 

Als  Spezialität  wurden  insbesondere  feine  Schußgarne  auf  Cannetten  zu  Zanella  und  Kaschmir  produziert.  —  Nach 
wechselvollen  Jahren  wurde  dann  im  Jahre  1900  die  Filiale  Worms  wieder  verkauft. 

In  den  Jahren  1911  und  insbesondere  1912  wurde  der  größte  Teil  der  Fabrik  eingeäschert.  Aus  den  Ruinen  entstand 
dann  ein  neues  Werk,  mit  allen  Bedürfnissen  der  Neuzeit  versehen.  —  Seit  1924  beträgt  das  Aktienkapital  1  80Ü000  RM. 
bei  30120  Spinnspindeln  und  5.t20  Zwirnspindeln  sowie  88  Webstühlen. 

Vorhandene  Kraft;  Dampfmaschine  nebst  Reserve  zusammen  1800  PS  sowie  drei  Was.serturbincn  mit  je  150  PS.  — 
Elektrischer  Gruppen-  und  Einzelantrieb  und  elektrisches  Licht  eigener  Erzeugung. 

Es  werden  hergestellt:  Ein-  und  mehrdrähtige  Kammgarngespinste  in  rohweiß  und  beige,  Merinos  und  C^.heviots,  für 
Weberei  und  Wirkerei. 

Jahreserzeugnis  etwa  900  000  Kilo  Garn,  ferner  etwa  600  000  Meter  rohe  Wollmusseline.  Die  Arbeiterzahl  beträgt  zur- 
zeit 464  Personen. 

Die  Firma  besitzt  eine  Beamten-  und  Arbeiterkolonie  mit  95  Wohnungen  mit  je  drei  und  mehr  Zimmern.  Jeder  Woh- 
nung ist  ein  Gemüsegarten  zugeteilt,  insgesamt  etwa  1 6  000  qm.  Außerdem  sind  an  die  Bewohner  der  Kolonie  noch  etwa 
53  000  qm  Felder  und  Wiesen  zu  äußerst  billigen  Sätzen  verpachtet.  —  Die  Zahl  der  Bewohner  der  Kolonie  beträgt 
420  Personen,  wovon  1 70  in  der  Fabrik  beschäftigt  sind.  Es  besteht  auch  ein  Beamten-  und  ein  Arbeiterfonds,  aus  welchen 
invalide  Werksangehörige  unterstützt  werden. 

Das  Werk  unterhält  aus  eigenen  Mitteln  Fortbildungsschulen  für  beide  Geschlechter  mit  unentgeltlicher  Zugabe  der 
Lehrmittel  (Bücher,  Kücheneinrichtung  und  Kochmittel);  ebenso  eine  Kleinkinderschule  mit  schönen  Spielplätzen 
mit  etwa  50  besuchenden  Kindern.  Auch  für  Gottesdienst  und  sonstige  Veranstaltungen  ernster  Natur  steht  ein  Saal  zur 
Verfügung. 

Der  Mädchenbund,  aus  Arbeiterinnen  des  Werks  gebildet,  bekommt  Unterricht  in  Haushaltungsarbeiten  und  wird  von 
einer  Lehrerin  in  Gesang  und  sonstigen,  der  Gesundheit  dienenden  Spielen  unterrichtet. 

Auch  eine  aus  Arbeitern  des  Werks  gebildete  Musikkapelle  hält  ihre  Proben  in  dem  vom  Werk  bereitgestellten  Lokal  ab 
und  wird  von  der  Firma  unterstützt. 

Das  Werk  besitzt  IJadeeinrichtung,  moderne  Lufterneuerung  in  den  Arbeitersälen,  Speisesaal,  Kantine.  Es  liegt  an  der 
Hauptstraße  zwischen  Bictigheim  und  Besigheim,  umrahmt  von  Weinbergen,  Feldern,  Wiesen  und  Wäldern.  Der  Ge- 
samtbesitz umfaßt  etwa  16  Hektar. 


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gen 

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Gersletten)     -^"^ 

WÜRTTEMBERGISCHE 
EISENBAHN- 
GESELLSCHAFT 

Die  Württembergische  Eisenbahn- 
Gesellschaft  in  Stuttgart,  gegründet 
im  Jahre  1899  mit  einem  Aktien- 
kapital von  4000000  Mark,  baute 
und  betreibt  acht  Nebenbahnen  in 
Württemberg.  Die  Bahnen  erschlie- 
ßen landwirtschaftlich  reiche,  indu- 
striell regsame  und  auch  landschaft- 
lich schöne  Gegenden  des  Landes 
Württemberg.  Gleich  die  erstge- 
baute Bahn,  die  Nebenbahn  Nür- 
tingen— Neuffen,  bringt  eine  Perle 
des  schwäbischen  Landes,  die  trot- 
zige Burgruine  Hohen-Neuffen,  dem 
Verkelir  näher,  sie  vermittelt  die 
schönsten  Ausflüge  in  die  mittlere 
.'Vlb.  Ein  anderer,  landschaftlich 
nicht  minder  schöner  Landesteil,  der 
im  Zellerhorn  gipfelt,  wurde  durch 
die  Nebenbahn  Ehingen — Onstmet- 
tingen  erschlossen,  an  der  die  indu- 
striereichen Orte  Truchtelfingen, 
Tailfingen  und  Onstmettingen  mit 
iliren  weltbekannten  Trikotfabriken  und  feinmechanischen  Werkstätten  in  wachsendem  Aufblühen  begriffen 
sind.  Durch  zwei  Bahnen  wurde  die  Alb  an  das  Hauptverkehrsnetz  des  Landes  angeschlossen,  durch  die  von 
der  Reichsbahnstation  .'Vmstetten  an  der  Linie  Stuttgart— Ulm  ausgehenden  Nebenbahnen  Amstetten— Ger- 
stetten  und  Amstetten — Laichingen.  Beide  Bahnen  durchziehen  reiche  landwirtschaftliche,  besonders  durch 
Getreidebau  blühende  Gegenden,  die  aber  auch  Industrieerzeugnisse,  so  die  berühmten  Leinen  Laichingens, 
in  alle  Welt  senden.  Vornehmlich  der  Holzbeförderung  dient  die  Bahn  Gaildorf— Untergröningen  im  wald- 
reichen oberen  Kochertal.  Ackerbau,  Wein-  und  Obstbau  sind  Wahrzeichen  des  Einzugsgebietes  der  Neben- 
bahn Vaihingen — Enzweihingen,  doch  auch  Lederleimfabriken,  Steinbruchanlagen,  Lederwerke  werden  von 
ihr  bedient,  rührige  Gewerbeunternehmen  sind  an  ihr  angesiedelt.  Eine  weitere  Bahn  erschließt  das  untere 
Kochertal,  ausgezeichnet  durch  Lieblichkeit  und  Fruchtbarkeit,  im  Zuge  der  früheren  wichtigen  Verkehrs- 
straße aus  dem  unteren  Neckar-  ins  Main-  und  Taubertal  von  Jagstfeid  nach  Ohrnberg.  Feldfrüchte  jeder  Art, 
vor  allem  Zuckerrüben,  werden  in  Mengen  in  dem  von  der  Bahn  durchfahrenen  Tale  angebaut;  der  Obstbau 
auf  Baumwiesen  steht  in  höchster  Blüte.  Die  elektrische  Überlandbahn  Reutlingen— Eningen—PfuUingen 
vermittelt  straßenmäßig  den  äußerst  starken  Arbeiter-  und  den  auch  sonst  regen  Verkehr  zwischen  der  Stadt 
Reutlingen  und  dem  benachbarten  PfuUingen  und  Eningen;  sie  verkürzt  auch  willkommen  den  Anmarsch 
für  schöne  Ausflüge  auf  die  Alb  nach  St.  Joharm  und  dem  Lichtenstein. 

Mit  diesen  acht  Bahnen  hat  sich  die  Württembergbche  Eisenbahn-Gesellschaft  an  der  Erschließung  der  ver- 
schiedensten Gegenden  des  Landes  kräftig  beteiligt  und  zur  wirtschaftlichen  Hebung  der  von  ihren  Bahnen 
durchzogenen  Landesteile  erheblich  beigetragen. 


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Die  Firma  Gustav  Reisscr,  Stuttgart-Untertürkheim,  gehört  zu  den  Pionierfirmen  der  Branche  und  kann 
auf  eine  nahezu  60jährige  erfolgreiche  Tätigkeit  zurückblicken.  Die  Gründung  erfolgte  im  Jahre  1870  in 
Stuttgart.  Das  stete  Anwachsen  des  Unternehmens  bedingte  schon  vor  dem  Kriege  eine  umfangreiche  Ver- 
größerung, so  daß  im  Jahre  1912  das  große  Lagerhaus  in  Stuttgart-Untcrtürkheim  erstellt  wurde.  Wenige 
Jahre  nach  dem  Kriege  wurde  dann  der  gesamte  Geschäftsbetrieb  dahin  verlegt,  da  eine  Zentralisation  in- 
folge besserer  Wirtschaftlichkeit  notig  wurde.  Wesentliche  Lagcrerweiterungen  und  technische  Neueinrich- 
tungen wurden  in  den  folgenden  Jahren  durchgeführt.  Neben  dem  reinen  Handels-Fachgeschäft  betreibt 
die  Firma  als  Spezialität  den  Zusammenbau  von  sanitären  Einrichtungen,  welche  infolge  ihrer  Güte,  ihrer 
vielfach  gesetzlich  geschützten  und  patentierten  Konstruktionen  unter  dem  Schutzwort  ,,NIAMA"  sehr 
bekannt  sind.  Seit  Jahrzehnten  vertritt  die  Firma  in  Süddeutschland  das  bedeutende  ,,Cimbria"-Badewannen- 
Emaillicrwcrk  und  unterhält  ein  ständiges  Lager  von  mehreren  tausend  Wannen,  in  Weichguß-Verbin- 
dungsstücken die  unübertroffene  Marke  B  S  J  G  der  Bergischen  Stahlindustrie,  Remscheid.  Zweiglager 
unterhält  die  Firma  in  Mannheim,  Vcrbindungskanal,  linkes  Ufer  Nr.  5,  in  eigenem  Hause  (daselbst 
befindet  sich  auch  eine  umfangreiche  Musterausstellung  sanitärer  Einrichtungsgegenstände)  und  in  Pforz- 
heim i.  Baden,  Kronprinzenstraße  28. 


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LAUFWERKE  FQR  SPRECHMASCHINEN  ^-^mui^ 

Mit  dem  Laufwerk  (Antrieb)  steht  und  fällt  die  Qualität  des  Musikapparates,  und  nur  ein 
in  jedem  einzelnen  Teil  durchkonstruierter  Mechanismus  bei  Verwendung  allerbester  Roh- 
stoJJ'e  kann  den  Ansprüchen  gerecht  werden,  die  heute  eine  hochentwickelte  Sprechmaschinen- 
Industrie  stellt.  Seit  über  2§  Jahren  ist  es  das  Streben  der  Firma  Stehle,  mit  ihren  Laut- 
werken etwas  ganz  Ausgesuchtes  zu  bieten;  sie  hat  dabei  mit  der  Entwicklung  der  letzten 
Jahre  Schritt  gehalten  und  ihre  eigenartige  Konstruktion  der^wei-  und  Dreischneckenwerke 
mit  zwei,  drei  und  vier  Federn  immer  mehr  verbessert,  so  daß  heute  der  Mime  „Stehle" 
im  In-  und  Ausland  zum  Qualitätsbegriff  geworden  ist.  Musikapparate  mit  Stehle-Werken 
ausgestattet,  sowie  eine  große  Auswahl  in  Schallplatten  nur  erster  Marken  finden  Sie  im 

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ist  seit  mehr  als  siebzig  Jahren  neben  dem 
Führen  eines  großen  allgemeinen  buclihänd- 
lerischen  Sortiments  meine  besondere  Auf- 
gabe. Seit  diesen  Jahren  stehe  ich  mit  den  In- 
teressentenkreisen in  engster  Verbindung,  und 
ich  bin  gerne  bereit,  neuen  Interessenten  die 
von  mir  herausgegebenen  Kataloge  und  Füh- 
rer durch  die  technisciie  Literatur  kostenlos 
zur  Verfügung  zu  stellen.  Auch  Ansichts- 
sendungen aus  allen  Gebietendes  Wissens  sind 
stets  lieferbar. 

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Gebn  Kühn 


SILBERWARENFABRIK 
SCHWÄBISCH  GMÜND 

Die  Firma  wurde  1860  von  Johann  Kühn  gegründet  und  befaßte  sich  zunächst  mit  der  Her- 
stellung feiner  Goldwaren. 

1885  übernahmen  seine  Söhne  Gustav  und  Emil  Kühn  dieselbe.  Nach  dem  Tode  Emil  Kuhns, 
1 895,  war  Herr  Eugen  Krämer  bis  zum  Jahre  1 91  o  als  Teilhaber  in  der  Firma  tätig.  Der  alleinige 
Inhaber  Gustav  Kühn  wurde  1913  den  Seinen  jäh  durch  den  Tod  entrissen.  Die  Firma  ging 
nun  in  den  Besitz  von  Frau  Johanna  Kühn  und  deren  Söhne  Gustav  und  Max  über.  Seit  dem 
1918  erfolgten  Ableben  von  Max  Kühn  wird  die  Firma  von  Gustav  Kühn  und  dem  Prokuristen 
Karl  Veit  unter  dem  alten  Namen  „Gebrüder  Kühn"  weitergeführt.  Während  dieses  lang- 
jährigen Bestehens  ist  aus  der  kleinen  Goldwarenfabrik  eine  mit  den  modernsten  Maschinen 
ausgestattete  Groß-Silberwarenfabrik  geworden,  die  heute  gegen  300  Arbeiter  und  Ange- 
stellte beschäftigt.  Wenn  auch  das  Hauptabsatzgebiet  der  Firma  die  Kundschaft  der  deutschen 
Juweliere  ist,  so  ist  dennoch  der  E,\port  nach  allen  Ländern  Europas  sowie  nach  Übersee  ein 
ganz  bedeutender.  Gelegentlich  der  Beschickung  von  Weltausstellungen  wurde  die  Firma  1 900 
in  Paris  mit  der  Silbernen  Medaille  und  191 1   in  Turin  mit  dem  Grand-Prix  ausgezeichnet. 


HERMANN  STETTINER  &  CO. 
STUTTGART 


Die  Firma,  gegründet  im  Jahre  1876,  besteht  nunmehr  53  Jahre.  In  den  ersten  40  Jahren 
wurden  nur  Fabrikate  für  die  Wärme-  und  Kältetechnik  hergestellt;  die  Erzeugnisse  der  Kork- 
steinfabrik wurden  rasch  in  ganz  Deutschland  bekannt. 

Die  Abteilung  für  Wärme-  und  Kälteschutz  umfaßt  Herstellung  und  Montage  von  Materialien 
für  Dampf-  und  Kühlanlagen;  den  erhöhten  Anforderungen  der  modernen  Technik  wird  in 
jeder  Weise  Rechnung  getragen.  So  ermöglichen  neue  moderne  Fabrikationseinrichtungen  im 
V'acuumverfahrcn  die  Herstellung  einer  Isolierschale  für  Hochdruck  (Tenotherm),  welche  sich 
infolge  einer  überaus  günstigen  Wärmeleitzahl  und  großer  Wasserbeständigkeit  bewährt. 
Der  zweite,  nicht  weniger  wichtige  Fabrikationszweig  der  Firma  beschäftigt  sich  mit  schall- 
technischen Produkten.  Auf  dem  Gebiete  der  Schallisolierungen  im  Hochbau  und  bei  der 
Aufstellung  von  Maschinen  ist  beratende  Tätigkeit  geboten.  Die  Firma  unterhält  18  über  ganz 
Deiit.schland  verbreitete  Büros  und  Zweigniederlassungen,  deren  Leiter  —  fast  durchweg 
Akademiker  —  Interessenten  beratend  zur  Verfügung  stehen.  Die  in  Stuttgart  hergestellten 
Spezialfabrikate  der  Firma  genießen  erstkla.ssigen  Ruf 


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größte  Buchbinderei  Süddeutschlands  an- 
zusprechen. Zur  Herstellung  kommen  Ein- 
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für  Industrie  und  Handel  Katalogarbeiten, 
Musterbücher,  Mappen,  Angebotschnell- 
hefter. Ein  Sondererzeugnis  ist  der  Stahl- 
stichhochprägedruck  für  Geschäftsdruck- 
sachen aller  Art.  Dieses  Verfahren  hat  wegen 
seiner  Eigenart  als  wirkungsvolles  Werbe- 
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Württemberg  an  elektr.  Strom. 
Jahreserzeugung  einschl.  Bezug 
im  Jahre  1928:  130000000  kWh. 
.Spitzcnbelastung:  3Ü000  kW. 
Die  Gesellschaft  verfügt  über 
eigene  Kraftwerke  mit  einer  Ge- 
samtleistung von  40000  PS.  und 
ist  für  den  Strombezug  vom 
Bayernwerk  und  Badenwerk  für 
imgefähr  die  gleiche  Leistung 
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Die  Firma  ist  aus  kleinen  Anfangen  hervorgegangen.  Inmitten  des  schwäbischen  .Schafzuchtgebietes 
gelegen,  wurde  anfangs  württembergische  Schafwolle  zu  Strumpfgarn  für  die  Landkundschaft  und  zu 
Webgarn  für  die  einheimischen  Tuchmacher  verarbeitet.  Mit  dem  Rückgang  der  Tuchmacherei  und 
dem  Entstehen  von  Großbetrieben  kam  eine  Zeit,  in  der  dann  Lohnspinnerei  für  die  Tuchfabriken 
betrieben  wurde.  Um  das  Jahr  igi  i  wurde  das  Spinnen  von  baumwollenen  und  baumwollgemischten 
N'erkaufsgarnen  für  die  württembergische  Trikotindustrie  aufgenommen,  mit  deren  Herstellung  sich 
die  Spinnerei  jetzt  ausschließlich  befaßt.  Die  jetzigen  Inhaber  der  Firma  sind  Albert  Hoyler  und 
Ernst  Zoeppritz. 


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1838  in  Ulm  die  erste  deutsche 
Zementfabrik  gründete,  hat  an 
der  Jahrhundertwende  mit  der 
.Steinfabrik  Uhn,  die  seit  1907 
nur  noch  Terrazzo,  .Steinsand 
und  Schotter  erzeugt,  zuerst  in 
Deutschland  bearbeiteten  Kunst- 
stein (Betonwerkstein)  hergestellt. 
Otto  Leube  befaßt  sich  heute 
außer  dem  Baumaterialhandel 
mit  der  Herstellung  von  Klein- 
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heim-Dillingen  (Donau),  die  Reutlingen- 
Gönninger  Baim  und  die  Strohgäubahn 
Korntal-VVeissach.  Die  Härtsfeldbalin  steigt 
von  Aalen  aus  220  ni,  bietet  bis  Neresheini 
ein  Panorama  über  schön  bewaldete  Schlucli- 
ten,  Täler  und  Höhen;  in  Neresheiin  Bene- 
diktiner Kloster  und  Abteikirche,  eine  der 
schönsten  Barockkirchen  Europas.  Im  gan- 
zen Härtsfeld  lohnende  Ausflüge.  /  Die  Reut- 
lingen-Gönninger  Bahn  fiihrt  von  der  schon 
gelegenen  Industrie-  und  Handelsstadt  Reut- 
lingen nach  Gönningen.  Während  der  Fahrt 
schöner  Ausblick  auf  Reutlingen  mit  Achalm 
und  ins  Honauer  Tal,  auf  die  ganze  Kette 
der  Schwäbischen  Alb  mit  Roßberg  und  Burg 
HohenzoUern,  ins  Neckartal,  auf  den  Schön- 
buch usw.  Gönningen  liegt  malerisch  am 
Fuße  des  Roßbergs  (869  m). 


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