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Full text of "Beschreibung der Reliefs im kleinen Akropolismuseum in Athen"

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NQIS LIBRARY AT URBANA-CHAMPAIGN 


L161—0-1096 


ÖSTERREICHISCHES ARCHÄOLOGISCHES INSTITUT 


BESCHREIBUNG 
DER RELIEFS IM KLEINEN 
AKROPOLISMUSEUM IN ATHEN 


VON 


OTTO WALTER 


WIEN 


ÖSTERR. VERLAGSGESELLSCHAFT 
EDS HOLZEI  RICOZIGES.! M.IBIH. 


1923 


University of Illinois Urbana- ‚Champaign | 


_ Digitized by the Internet Archive” ® 
in 2022 with funding from RN: | 


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VORWORT. 


In den vorliegenden Katalog sind, von unbedeutenden Bruchstücken 
abgesehen, alle figürlichen Reliefs aufgenommen, die in den Jahren 1908 
bis I9IoO in dem Magazin des Akropolismuseums (dem sogenannten Kleinen 
Museum auf der Akropolis) verwahrt waren. So soll er zusammen mit 
dem von C. Praschniker bereits weit geförderten Katalog der ebenda be- 
findlichen Rundskulpturen eine Ergänzung zu dem von der British School 
of Archaeology at Athens übernommenen ‚‚Catalogue of the Acropolis 
Museum“ bilden und mit diesem ein Gesamtverzeichnis der in den Akro- 
polismuseen verwahrten Skulpturen bieten. Da auch die Vorarbeiten für 
den englischen Katalog, dessen I. Band von Guy Dickins im Jahre 1912 
erschienen ist, in denselben Jahren abgeschlossen wurden wie meine Auf- 
nahmen, so werden sich trotz der in der letzten Zeit erfolgten Übertragung 
einiger Stücke aus dem Kleinen Museum in das Große kaum Wiederholungen 
oder Lücken ergeben. Ausgelassen von der Beschreibung bleiben nur noch 
die im Kleinen Museum befindlichen Architekturstücke und Terrakotten. 

Für den Laien bieten zumal in Athen diese Reliefs kaum größeres 
Interesse. Der vorliegende Katalog ist daher vor allem für den Fachmann 
bestimmt, dem er nicht nur vor den Objekten, sondern auch in der Studier- 
stube dienen soll. Darum mußten den Beschreibungen auch in möglichster 
Vollständigkeit Abbildungen beigegeben werden, die nach eigenen Photo- 
graphien hergestellt sind; nur bei geringwertigen Stücken, bei denen ein 
Bild kaum mehr als die Beschreibung bieten kann, ist von einer Wiedergabe 
abgesehen. 

Die Arbeiten wurden in meinem ersten Stipendiatenjahre 1908/09 
noch unter der Beihilfe R. Heberdeys mit C. Praschniker begonnen und im 
wesentlichen im Sommer I9Io abgeschlossen. Verschiedene andere”Unter- 
nehmungen und all die Hemmnisse des Krieges haben den Abschluß des 
Buches, das bereits im Jahre ı914 in Druck gelegt worden war, immer wieder 
hinausgeschoben. Der durch die Kriegsverhältnisse mir aufgezwungene 
Ortswechsel trennte mich von allen meinen wissenschaftlichen Sammlungen 
und Aufzeichnungen, unter denen sich vieles befand, das ich noch gerne 


381151 


IV 


für die Herausgabe verwertet hätte. Da leider mein ganzes in Athen 
zurückgelassenes wissenschaftliches Material verschollen ist und als ver- 
loren gelten muß, entfällt ein Grund, das Erscheinen des Katalogs länger 
hinauszuschieben. 

Es ist mir eine angenehme Pflicht, den verschiedenen Leitern des 
Akropolismuseums, den Herren A.N. Skias, G. Sotiriadis, A. D. Keramo- 
pullos, sowie den Beamten des Nationalmuseums, Herrn Direktor V. Stais 
und Herrn Ephoros P. Kastriotis, und dem Direktor des Epigraphikon, 
Herrn V. Leonardos, auch hier meinen verbindlichsten Dank zu wieder- 
holen. 

E. Reisch habe ich nicht nur als dem Direktor des Institutes, 
sondern auch als meinem hochverehrten Lehrer zu danken für das Inter- 
esse, mit dem er meine Arbeit verfolgte, sowie für die wirksame Förderung, 
die er ihr, stets mit Kritik und Rat zur Seite stehend, angedeihen ließ. 


Wien, Mai 1921. OTTO WALTER. 


VORBEMERKUNGEN. 


Im allgemeinen — aber doch nicht ausnahmslos — ist bei den im 
kleinen Museum verwahrten Reliefs wie bei allen jetzt auf der Akropolis 
befindlichen Antiken diese als Fundort vorauszusetzen. Nähere 
Fundangaben fehlen auch in dem Inventar fast vollständig. In früheren 
Jahren sind in verschiedener Absicht Steine von anderswoher auf die 
Burg verschleppt worden; aber auch später war der jetzt leitende Gedanke, 
daß alle auf der Burg gefundenen Skulpturen und nur diese dort ver- 
bleiben sollen, nicht immer maßgebend und man schaffte auch Fremdes, 
z.B. Grabsteine, Stücke aus dem Asklepieion und dem Dionysostheater 
hinauf, wie es auch noch in den letzten Jahren mit kleineren, an den ° 
Abhängen gefundenen Bruchstücken geschah. Anderseits wurden, ganz 
abgesehen von den in die Fremde entführten Stücken, auch durch die 
Antikenverwaltung Fundstücke von der Akropolis in andere Athener 
Sammlungen gebracht. Insbesondere kamen nach dem Grundsatze, die 
Inschriftsteine in einer eigenen Sammlung zu vereinen, mit Inschriften 
‘versehene Stücke, auch wenn sie zu Reliefs gehörten, aber keine oder 
nur unwesentlich erscheinende Reste einer figürlichen Darstellung zeigten, 
in das Epigraphische Museum, weshalb auch dort nach Zugehörendem 
zu suchen war. Es war natürlich, daß sich im Laufe der Arbeit eine statt- 
liche Anzahl bisher getrennter Fragmente zusammensetzen und zu den 
Stücken des kleinen Museums auch sonst auf der Akropolis, in anderen 
Athener, ja gelegentlich auch in auswärtigen Sammlungen zugehörige 
Bruchstücke finden ließen; ich habe über eine Reihe dieser Zusammen- 
setzungen bereits in den Jahresheften des Österreichischen archäo- 
logischen Institutes XIV (1911) Beiblatt 57 ff. und XVIII (1915) Beiblatt 
87 ff. berichtet. Ein Blick auf die Verzeichnisse I—-III, wo sie durch den 
Beisatz ‚„zu...‘‘, das Zeichen -+, beziehungsweise ein * kenntlich gemacht 
sind, bietet einen Überblick darüber. 

Da bei der Zusammenfassung der Reliefs zu größeren Gruppen und 
der Einreihung der einzelnen Fragmente in diese vor allem praktische 
Gesichtspunkte berücksichtigt werden mußten, die den Gebrauch des 


VI 


Buches in Museum und Studierstube möglichst erleichtern sollten, konnte 
eine streng systematische Anordnung nicht konsequent durchgeführt 
werden. Maßgebend für die Gruppierung war zunächst die Zweck- 
bestimmung der Reliefs, wie sie aus deren äußerer Form und dem Gegen- 
stand der Darstellung — bei Fragmenten dem tatsächlich Erhaltenen — 
erhellt. Dabei wurden den formellen Gesichtspunkten weitere Zugeständ- 
nisse gemacht, indem z. B. die Doppelreliefs (beiderseits mit Reliefs ver- 
zierte Platten) in eine besondere Klasse neben die Weihreliefs, zu denen 
die hier besprochenen Stücke durchwegs gehören, gestellt wurden. 

Ihrer besonderen Zweckbestimmung wegen erscheinen auch die 
Urkundenreliefs, das sind figürliche Reliefdarstellungen, die zum 
Schmucke der mit öffentlichen oder privaten Urkunden beschriebenen 
Stelen dienen, als besondere den Weihreliefs nebengeordnete Klasse, ob- 
wohl ja auch sie rechtlich Weihreliefs sind. In diese wurden nicht nur 
die Stücke gereiht, für die der erhaltene Teil des Dekretes oder der Über- 
schrift diesen Charakter beweist, sondern auch jene, bei denen äußere 
Anzeichen dies wahrscheinlich machen. Als solche kommen neben der 
Darstellung eine verhältnismäßig größere Dicke der Platte, nicht selten 
auch die Art des unteren Bruches in Betracht, da die Platten der Urkunden- 
reliefs, mit den Inschriftstelen gewöhnlich aus einem Blocke gearbeitet, 
meist an der ober- oder unterhalb der Relief und Stele trennenden Leiste 
brechen. In dieser Klasse werden Reliefs, die Vertragsurkunden, und 
solche, die Ehrendekrete schmücken, geschieden. 

Innerhalb der Weihreliefs erfolgt die Anordnung nach den 
Darstellungen. Begonnen wird mit den Reliefs, auf welchen Darstellungen 
von Gottheiten erhalten sind, wobei, dem Fundort entsprechend, die 
Athene- und Asklepiosdarstellungen den ersten Platz einnehmen, die 
übrigen in der alphabetischen Reihe der Namen der Gottheiten folgen. 
Waren mehrere Gottheiten zugleich dargestellt, so hat Athene, nach ihr 
Asklepios den Vorrang. Die darauf folgenden Bruchstücke, auf denen nur 
mehr Adoranten erscheinen, gehören wohl größtenteils Weihungen an 
Athene und Asklepios an. Die anderen Stücke, auf denen die einst dar- 
gestellte Gottheit nicht mehr erhalten ist, und die, auf denen überhaupt 
keine dargestellt war, habe ich nach dem Hauptinhalt des Erhaltenen 
anzuordnen versucht. Die letzte (10.) Gruppe der Weihreliefs umfaßt die- 
jenigen Stücke, bei denen der Charakter eines Weihreliefs gesichert er- 
scheint, ohne daß man sie auf Grund der erhaltenen Darstellung in eine 
der früheren Gruppen einreihen könnte, 


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Die kleinen Klassen der Grab- und Sarkophagreliefs 
umfassen, wie es sich von selbst versteht, durchwegs Stücke, die der 
Akropolis ursprünglich fremd waren. 

Jene Reliefs, deren Bestimmung selbst zweifelhaft ist, wurden 
in einer besonderen Klasse (X.) vereinigt. 

Die Anordnung der einzelnen Reliefs innerhalb der verschie- 
denen Klassen und Gruppen erfolgt ebenfalls nach äußeren Gesichts- 
punkten, so zunächst nach der Stellung der Hauptfigur (stehend — sitzend, 
Richtung nach rechts — nach links), wodurch die Auffindung der ein- 
zelnen Stücke sowohl als auch der Typen möglichst erleichtert werden soll. 

Von einigen wenigen Stücken abgesehen, ist die Mehrzahl der hier 
besprochenen Reliefs überhaupt nur bei Sybel, Katalog der Skulpturen 
zu Athen (1881), angeführt. Bei der ganzen Art von Sybels in erstaunlich 
kurzer Zeit angelegtem Skulpturenverzeichnisse ist es nur in beschränktem 
Maße möglich, einzelne der jetzt im Akropolismagazin befindlichen Stücke 
mit den von ihm genannten zu identifizieren; in diesen Fällen wurde 
die Nummer seines Katalogs (Sybel ... .) in Klammern beigesetzt, 
eventuell auf die dort angeführte ältere Literatur verwiesen. 

Das Material der in dem Kataloge beschriebenen Stücke ist, 
falls nichts anderes angegeben, durchwegs der als pentelisch bezeichnete 
Marmor. | 


URKUNDENRELIEFS. 


1. Inv. 2449 (Sybel 7033). H. 0'28, B. 0:33, D. 0'095 (Relief- 
erhebung — 0'008). 

Unten Bruch; oben und an den Seiten erhebt sich der Grund all- 
mählich zu Randleisten; oben ein 0'035 tiefes Loch (0'05 : 0'055). Auf 
dem sehr stark verwitterten) 
Relief erkennt man links die 
Konturen einer bis an den 
oberen Rand reichendenFigur 
nach rechtsmiterhobenerLin- 
ken, vielleicht Athenens mit 
der Lanze. Von rechts kommt 
ein etwas kleinerer Mann in 
Mantel, die Rechte nicht ado- 
rierend erhebend, sondern 
wohl der Göttin reichend. 


Wegen der Größe und des 


Gestus des Mannes eher das 


Nr. I 


Bruchstück eines Vertrags- 


als Votivreliefs; vgl. zum Schema z. B. IG II 22 (Svoronos CCX). 


2. Inv. 2980 + Inv. 2431 (Sybel 7137) + Inv. 2981 + das zu IG I 50 
gehörige Bruchstück mit Relief im Epigraphikon (Wilhelm, Jahreshefte I 
Beibl. 43; Svoronos CCVII; Sauciuc, Athen. Mitt. XXXVII 193 f. Anm.); 
Jahreshefte XIV Beibl. 59 und XVIII Beibl. 27 ff. mit Abb. 33. H. ca. 0'74 
(Relief mit Leisten allein ca. 0:62), B. 0'70, D. 0'155 (Relieferhöhung — 
0'015). 

Rechts Bruch, desgleichen fehlt die linke obere Ecke; oben 0'065 
breite, stark bestoßene Leiste. Der Reliefgrund ist nur längs der Konturen 
der Figuren geglättet, sonst fein gepickt; vgl. das Relief am Artemisaltar 
des Friedhofs am Eridanos Svoronos CXXII; ferner Nat. Mus. 3216 und 
Nr. 116. 


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Urkundenreliefs 


Links ruht Zeus, den Unterkörper in Mantel, auf einem Thron nach 
rechts. Die Rechte hängt über die vom Mantel bedeckte Lehne zum Kopf 
eines neben dem Thron sitzenden Adlers hinab, die erhobene Linke hielt 
ein gemaltes Zepter. Rechts von ihm in Schrittstellung nach rechts mit 
zurückgesetztem rechten Fuß eine Frau in Gewand mit Überschlag und 


Nr. 2 


über den Kopf gezogenem Schleiertuch, das die Linke mit Zeigefinger 
und Daumen über der linken Achsel hält. Sie reicht die Rechte einer von 
rechts kommenden gleichgroßen Figur, von der nur ein Teil des rechten 
Unterarms und des Profils erhalten ist. Auf Grund der Urkunde, eines 
Vertrages zwischen Athen und Argos, erkennen wir in der erhaltenen 
Göttin die Vertreterin von Argos, also Hera, die Reste der anderen müssen 
somit Athene angehören. Vor Zeus als öpxtog schließen die beiden Staaten 
den Vertrag, er und die beiden Göttinnen sind die $eoi der Überschriften 
derartiger Urkunden, Zum Schema vgl. Nat. Mus. 1481 (Zeus durch den 


Urkundenreliefs 3 


Blitz charakterisiert), Nat. Mus. 1467 (vielleicht gemalter Adler; Robert, 
Hermeneutik 78 denkt hier an Demos); ferner gehört hieher Epigraphikon 
IG I suppl. 22a; ebenda 2793 (Svoronos CCXXVI); Nat. Mus. 2372. 
Zu Zeus mit dem Adler unter dem Thron vgl. Jahreshefte XIII Beibl. 230 ff. 
(attische Reliefs; sonst z. B. Brit. Museum 1263; ein Relief im Museum in 
Nauplia).. Zum Typus der Hera vgl. die den fremden Staat vertretende 
Göttin auf Nat. Mus. 1467 und 1481; ferner die bei Nr. 3 aufgezählten 
Beispiele. Daß auf Athene rechts keine weitere Figur folgte, ergibt sich 
auch aus der zu ermittelnden Breite der Inschrift. Durch die Nennung 
des Archonten Eöonpog ist das Relief in das Jahr 417/6 datiert; be- 
zeichnend für diese Zeit ist auch das flache Relief und das Fehlen der seit- 
lichen Einfassung. 


3. Inv. 2552; Arndt-Amelung ı284. H. o'20, B. 0'23, D. 0'105 
(Relieferhebung — 0'01I). 
Nur links Rand, Seitenfläche geglättet. 


Dazu gehört nach Marmorbeschaffenheit, Dicke der Platte und Arbeit: 

3a. Inv. 2552 a (Sybel 5216); Schöne, Griech. Reliefs 69. H. 0'22, 
B. 0'1ı8, D. o'ı2 (Profilerhebung 0'025, Relieferhebung — o'0I). 

Rand rechts und oben, Profil mit den Buchstaben ONTOZ; die rechte 
Seitenfläche ist ebenso geglättet wie die linke von Nr. 3. 

Links steht Hermes mit Chlamys und einst in Farbe angegebenem 
Kerykeion in der Linken hinter einer ebenfalls nach rechts gewendeten, 
etwas kleiner gebildeten Figur; diese könnte trotz der auffallenden Tracht — 
sie trägt über einem Untergewand einen Mantel — männlich sein; die 
Linke hat vielleicht hoch einen Stab gehalten, die Rechte ist einer von 
rechts entgegenkommenden, jetzt fehlenden Figur gereicht. Es kann nicht, 
wie Schöne glaubt, die auf Nr. 3 a dargestellte Frau mit Peplos und aufge- 
bundenem Haar sein, da diese mit der Rechten den über den Kopf gezo- 
genen Mantel vor der rechten Schulter hält; wir müssen uns auf dem auf 
der Athener Akropolis gefundenen Urkundenrelief Athene in Handreichung 
mit der den fremden Staat repräsentierenden Figur ergänzen. Aus der 
dadurch ermittelten Breite ergibt sich in der Überschrift [int äpxo]vros 
für den Archontennamen eine Länge von mindest 7 Buchstaben, was für 
die Richtigkeit der angenommenen Ergänzung der Reliefdarstellung 
spricht. Die Erweiterung des einfachen Schemas des Vertragsreliefs (vgl. 
Nr. ı) erfolgt hier in der Weise, daß Hermes den Vertreter des fremden 

ı* 


4 Urkundenreliefis 


Nr. 3 NE238 


Staates Athene zuführt, hinter der eine göttliche Frau steht, die auf 
Grund von Nat. Mus. 1473 (bei voller Übereinstimmung der Tracht; vgl. 
auch Nr. ıı und Epigraphikon 2811; Svoronos CCXIII; Jahreshefte XVIIl 
Beibl. 9ı Abb. 34) als BovAY; zu bezeichnen ist; vgl. Jahrbuch XXVI 
Anz. 70; der Abschluß von Bündnissen fällt ja als Gegenstand der aus- 
wärtigen Politik in die Kompetenz des Rates. Zu Hermes auf Urkunden- 
reliefs vgl. Nat. Mus. 2951 (Svoronos CLXCI); zum Typus Nr. 246. Das 
Stück gehört noch ins V. Jahrhundert; auf dem unteren Profil mag, noch 


zur Überschrift gehörig, der Ratsschreiber genannt gewesen sein. 


4. Inv. 2717 (Sybel 5702). H. 0:25, B. 0'28, D. 0:16 (Reliefer- 
hebung — 0'03). 

Nirgends Rand. Beine eines Mannes nach rechts in kurzem Unter- 
gewand und Panzer, dessen Pteryges noch erhalten sind; rechts von ihm 
der auf den Boden aufgestellte Schild und der Lanzenschaft dahinter; 
links zwei Gewandenden, deren eines, mit einem Gewichtchen an der Ecke, 
von einem über den Panzer getragenen Mantel herrühren kann, das andere 
längere wohl einer folgenden Figur angehören wird. 


Urkundenreliefs 5 


Dazu gehört nach 
Maßen und Arbeit: 

4 a. Inv. 2549 (Sybel 
6416).H.o'25,B.0'37,D.0'16 
(Relieferhebung — 0'03). 

Nirgends Rand. Mittel- 
partie einer nach links 
schreitenden Frau in gegür- 
tetem Gewand mit Bausch 
und Überschlag, die Linke 
hängt an der Seite herab; 
rechts von ihr eine etwas 


kleiner gebildete Frau in 


gegürtetem Gewand und 
Mantel im Rücken, Ober- Nr. 4 

körper fast en face gedreht; 

der rechte Arm ist erhoben, wohl hoch einen Stab haltend, der linke ist 
nach rechts gerichtet und kann den Mantel über der Schulter gehalten 
haben. Vielleicht 
wird man hier 
zwei Fragmente 
eines Urkunden- 
reliefs erkennen 
dürfen, und zwar 
in dem Mann in 
RüstungdenVer- 
treter des frem- 
den Staates, in 
dergrößerenFrau 
Athene und hin- 
ter ihr Bule, vgl. 


zu Nr. ıo und Nr. 4a 

15; allerdings ist 

nichts erhalten, was die Deutung auf Athene bewiese, da Schild und Lanze 
nicht ihr angehören können. Die Arbeit weist in die Zeit um 400 v. Chr. 


5: Inv. 3189 (Sybel 7565). H. 0:41, B. 0'45, D. o‘ı5 (Profil- 
erhebung 0'025). 


6 Urkundenreliefs 


Links Bruch, desgleichen 
fehlt die rechte untere Ecke, 
wo ein Dübelloch ausgebro- 
chen ist; Reste eines zweiten 
am Bruche links. Oben und 
unten 0'06 breite Leisten, 
rechts 0'045 breite Ante. 
Rechts von einem übereck 
gestellten Altar steht ein 
durch seine Größe als Gott 

charakterisierter bärtiger 

Mannin Mantel, dessen Linke 
in die Seite gestemmt ist, 
während die Rechte hoch 
einen gemalten Stab hielt. 


Nr. 5 


Hinter ihm kommen ebenfalls nach links zwei kleine adorierende Figuren, 
sehr verstoßen, anscheinend männlich. Links vom Altar wird noch eine | 
Gottheit gestanden haben; gegen die Annahme, daß mehrere Figuren fehlen, 
spricht die aus den Dübellöchern zu ermittelnde Breite. Wenn die Deutung 
als Urkundenrelief richtig ist, wird wohl links vom Altar Athene zu ergänzen 
sein, der bärtige Gott den mit Athen kontrahierenden Staat vertreten; 
die beiden Adoranten können die etwa anläßlich des Vertrages geehrten 
fremden Gesandten darstellen. 
Zum Schema vgl. Epigraphikon 
2796 (Svoronos CCXXV]); ferner 
Nat. Mus. 1396 (Svoronos L), wo 
allerdings andere Gottheiten dar- 
gestelltsind, wie die Beischriften 


lehren. 


6. Inv. 2566 (Sybel 7173). 
H. 0:24, B. o'20, D. 0'13 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand links, 0'0425 breite 
Leiste; unten 0'0225 breiteLeiste, 
dann wohl zur dünneren Stele 
überleitendes Profil. Unterkörper 


eines nach rechts stehenden 


Urkundenreliefs 7 


Mannes mit. vorgesetztem 
linken Fuß im Mantel, in 
der erhobenen Linken einen 
langen Stab, in der Rechten 
vor sich eine Vase haltend. 
Ähnlich hält Dionysos den 
Kantharos auf der großen 
Dreifußbasis Nat. Mus. 1463 
(Svoronos XXIX), desgleichen 
die weibliche Figur aus dio- 


nysischem Kreis auf dem Nr. 7 

Basisrelief Nat. Mus. 1489 

(Arndt-Amelung 1262), zu dem auch Nat. Mus. 1490 (Arndt-Amelung 1255) 
gehört. Rechts davon noch ein zur Seite gestellter rechter Fuß mit 
Gewandrest einer in Vorderansicht oder nach rechts stehenden Figur. 
In dem Manne mit Stab und Vase werden wir wohl einen Gott erkennen; 
bei Dionysos, wofür der Kantharos spricht, scheint die Tracht unmöglich. 


Die Arbeit weist in den Beginn des IV. Jahrhunderts. 


@.Inv.3289 (Sybel6658). H.o'18, B.0'245,D.o'10(Relieferhebung- o‘o1). 
Links Rand; stark verwittert. Mittelpartie eines nach rechts sitzenden 
bärtigen Mannes mit Mantel auf linker Schulter; die Linke erhoben, hielt 


wohl ein Zepter. Man 


wird hier vielleicht eher 
an Zeus eines Urkun- 
denreliefs als an Askle- 


pios denken wollen. 


8. Inv. 2558 (Sybel 
5224). H. 0'22, B. 0'26, 
D. o'ıı (Relieferhe- 
bung — 0'03). 

Nirgends Rand. 
Mittelpartie eines auf 
einer Terrainerhöhung 
halblinks sitzenden 
Mannes mit Mantel 


über den Beinen; mit 


| 8 Urkundenreliefs 


der Linken stützte er sich auf dem Felsen, der Kopf war wohl herausgedreht. 
Es wird sich hier eher um Zeus oder Kekrops (Svoronos Nat. Mus. 
S. 601 f., Jahreshefte XVIII Beibl. 90) als um Asklepios handeln. 


9. Inv. 4063 4 Inv. 2307 + IG II 300 (ed. min. 646); Jahreshefte XIV 
Beibl. 61. H. 0'54, B. 0:48, D. 0'20 (Relieferhebung — 0'022). 

Das Relief ist oben und unten von 0'05 breiten Leisten, an den Seiten 
von ebenso breiten Anten eingefaßt. Unten ein o'ıo breiter Streifen mit 
InschriftHPOAN... 
Auf der Unterseite 
links ein Dübelloch, 
das andere rechtswar 
die Ursache, daß das 
Relief hier zerbrach. 
Links steht ein Mann 
in Vorderansicht in 
kurzem Leibrock, 
Panzer und Mantel 
über Schulter und 
linkem Arm; rechts 
davon Athene, etwas 
größer gebildet, eben- 
falls in Vorder- 
ansicht, in Peplos mit 
übergürtetem Über- 
schlag, der auf den 
Seiten kleine Bäusche 


bildet, und zweitei- 


Nr. 9 


liger Ägis, Helm mit 
wehendem Busche, die Linke an dem auf dem Boden aufgestellten Schild. 
Ihre Rechte bekränzt den Mann, dessen Kopf später einmal abgemeißelt 
wurde. Durch die Inschrift ist der Name des Geehrten ‘Hpööwpos gesichert, 
dessen zum Relief gehöriges Ehrendekret im Epigraphikon IG II 300 (ed. 
min. 646) erhalten ist. Die Stele (H.ı'68, B.0'27, D.o'20) ist links abgemeißelt, 
doch läßt sich ihre ursprüngliche Breite, zumal auf Grund der otoryndöv-Be- 
schreibung des Steines berechnen: es fehlen in jeder Zeile 13 Buchstaben, 
was einschließlich des linken Randes einer Länge von 0'18 entspricht und 
somit auf eine ursprüngliche Breite von 0'45 schließen läßt. Das Relief 


Urkundenreliefs 9 


ragte also auf beiden Seiten, wie dies ja bei solchen Stücken gewöhnlich 
der Fall ist (bezüglich der älteren vgl. zu Nr. ı5), etwas über. Dicke von 
Relief und Stele und die an beiden vorhandenen Dübellöcher, das rechte 
an der Stele, das linke am Relief, beweisen weiters die Zusammengehörig- 
keit. Die Stele hatte mit dem Relief zusammen eine 
Höhe von 2'22, woraus sich wohl ‘auch erklärt, daß 
beide getrennt gearbeitet wurden. Herodoros erscheint 
als Anhänger des Antigonos und Demetrios Polior- 
ketes und Vermittler zwischen Athen und dem König 
nach dem Sturz der Tyrannis des Lachares (Wilamo- 
witz, Philologische Untersuchungen IV 237 und 239, 
wo er irrtümlich Heliodoros und Hermodoros heißt; 
Niese, Geschichte der griech. u. maked. Staaten I 
361; Pauly-Wissowa, Realencyclopädie IV 2784). 
Die durch das Dekret verfügte Errichtung des 
Ehrendenkmals fiel somit in das Jahr 294. Charak- 
teristisch für jene jüngere Zeit ist auch die auf 
den Beschauer Rücksicht nehmende Komposition 
der beiden Figuren im Gegensatz zu älteren Stücken 
(z. B. IG I, 74, Svoronos CCVII), bei denen der 
Geehrte und die Göttin einander zugekehrt, in 
streng geschlossener Gruppe komponiert sind, eine 
Erscheinung, die ebenso auch bei Weih- und 
Grabreliefs zu konstatieren ist, sowie der geringere 
Größenunterschied zwischen Gottheit und Mensch. 
Zum Schema vgl. z. B. Nat. Mus. 2:60 (Svoro- 
nos CXLI) — Epigraphikon 6885 (Le Bas, Mon. 
Fig. 48, 2) Jahreshefte XIV Beibl. 61, wo der von 
Athene Bekränzte ebenfalls in Rüstung erscheint. 
Die Abmeißelung des Kopfes des Herodoros kann erfolgt sein, als die 
früher dem Antigonos und Demetrios erwiesenen überschwenglichen 
Ehren nach der Befreiung Athens 287 v.Chr. abgeschafft wurden (Niese 
a.a. 0. 378 f.). Eine derartige damnatio memoriae könnte auch der Grund 


Nr. 9 


der Verstümmelung eines, meines Wissens noch unpublizierten, schönen 


Reliefs im Piraeus-Museum (sitzender Mann mit Palmzweig) sein. 


10. Inv. 2663 (Sybel 7ııı) -+ Inv.ohneNr. Jahreshefte XIV Beibi. 60. 
H. 0'29, B. 0:32, D. 0'075 (Relieferhebung — o'o0I). 


Io Urkundenreliefs 


Oben und unten Bruch, desgleichen fehlt die linke untere Ecke; 
an den Seiten 0'035 breite Anten, unten 0'035 breite profilierte Leiste, die 
Relief und Inschrift trennte. Athene in langem Gewand, die Linke an dem 
/ auf den Boden”ge- 
stellten Schild, be- 
kränzt mit der 
Rechteneinenlinks 
von ihr stehenden 
kleiner gebildeten, 
nach rechts ado- 
rierenden Mann, 
von dem nur der 
Oberkörper erhal- 

ten ist. Hinter 
Athene steht eine 
durch ihre Größe 
als Göttin charak- 
terisierte Frau in 
Untergewand und 
Mantel, die Haare 


ineiner Haube auf- 


genommen, die Rechte hielt hoch einen gemalten Stab; in ihr wird man, 
zumal mit Rücksicht auf ihre Stellung hinter Athene, eher BovAy als die 
Stadtgöttin des Geehrten erkennen dürfen. 


11. Inv.2996 + IG 173 + IG I suppl. 1168 (Athen. Mitt. XXVII, 
302) + Epigraphikon 2634 + Epigraphikon 2635 (Svoronos CCVI); Jahres- 
hefte XIV Beibl. 59. Dazu auch IG I 89 (Wilhelm, Beiträge zur griech. 
Inschriftenkunde 7). H. 0:72, B. 0'54, D. 0'085 (Relieferhebung — 0'025). 
Überall Rand, doch fehlt links oben ein größeres, rechts unten ein 
kleineres Stück. Oben eine 0'05 breite profilierte Leiste mit der Inschrift 
$%]eo[t; die untere 0'075 breite profilierte Leiste trägt die Überschrift IIpoge- 
[viö]o(v) Ipofevo(v) To(5) Kvwölio(v)]. Der Beginn der unten gebrochenen In- 
schrift lautet: Apyilves?] "Queds Zypappdrevev’ || &öloyoev ter Boreı Hal Tor 
denor‘] usw. 
Hier ist, wie bei einigen der älteren Stücke, das Relief schmäler als die 
Inschriftstele (vgl. Wilhelm, Anz. d. Wr. Akademie 1909 X 54). Rechts steht 
Athene iin Vorderansicht mitlinkem, zur Seite gesetztem Spielbein in Peplos 


Urkundenreliefs II 


mit übergürtetem Überschlag und im Rücken herabhängendem Mantel; 
von der Agis ist nichts zu erkennen; an den Füßen trägt sie Sandalen. 
Der scharf nach links gewendete Kopf ist sehr stark bestoßen; vom atti- 


Nr. ıı 


schen Helm sind nur noch Bruchkonturen und ein Teil des langen 
Busches erhalten. Die Linke hielt hoch die Lanze aus Metall, deren Einsatz- 
loch in der unteren Leiste noch erhalten ist, die Rechte wohl eine Schale 
nach links. Von links kommt auf sie ein kleiner gebildeter Mann mit 
adorierend erhobener Rechten zu, den Unterkörper in einen Mantel ge- 


12 Urkundenreliefs 


hüllt, an den Füßen Sandalen, im Haar eine Kranzfurche. Weiter links, 
hinter ihm, steht in symmetrischer Stellung zu Athene eine durch ihre 
Größe als Göttin charakterisierte Frau in gegürtetem Gewand und Mantel, 
den die Linke über der linken Achsel hält; die Rechte legt sie dem Manne 
auf das Haupt. Wenn sie den Mann nicht bekränzt, sondern den ihrem 
Schutz Unterstehenden Athene vorstellt, so wird man bei dieser Frau 
nicht an BovAY (vgl. zu Nr. 3 und 10) denken, sondern an die Stadtgöttin 
des Geehrten, also hier Aphrodite, wie dies ja bei anderen derartigen 
Stücken sicher der Fall ist; z. B. IG 1 65 (Svoronos CCVII); IG II5 206 b 
(Svoronos CCVIII); Nr. 16; IG II 70 (Arndt- Amelung 560). In seiner Kom- 
position stellt das Relief eine Weiterführung des Schemas dar, das schon 
in dem berühmten eleusinischen (Nat. Mus. 126) vorliegt. Es gehört 
sicher noch in das V. Jahrhundert. 


12. Inv. 3006. H. 0:53, B. o'52, D. 0'175 (Profilerhebung 0'035; 
Relieferhebung o'oI). 

Unten roh abgemeißelter Bruch, desgleichen fehlt rechte obere Ecke. 
Oben Architrav mit in Relief ausgeführten Stirnziegeln, an den Seiten 005 
breite Anten. Rechts steht, etwas nach links gewendet, Athene in Peplos 
mit übergürtetem Überschlag und schärpenförmiger Ägis, die Linke 
auf dem auf den Boden gestellten Schild; die Rechte bekränzt einen links 
von ihr etwas nach 
rechts gewandt stehen- 
den, kleiner gebilde- 
ten, bärtigen Mann in 
über beide Schultern 


gelegtem Mantel. Wei- 
ter links steht eine 
durch ihre Größe als 
Göttin charakterisierte 
Frau in Untergewand 
und über das Haupt 
gezogenem Mantel, die 
Linke unter diesem in 
die Seite gestemmt, die 
Rechte unterderlinken 


Brust; auch in ihr wird 


man mit Rücksicht auf 


Urkundenreliefs 13 


verwandte Stücke (vgl. zu Nr. ıı) wohl eher BovrXy; als die Stadtgöttin des 
Geehrten erkennen. Zum Schema vgl. Brit. Mus. 772 + das zu IG II 
15 c gehörige Stück mit Relief (Jahreshefte XVIII Beibl. gr). 

Zur Art der oberen Einfassung vgl. Nat. Mus. 2951 (Svoronos CXCI); 
2955 (CXCII); 2960 (CXCIII) + 2949 (CXCI; Jahreshefte.XVIII Beibl. 94 
Abb. 35); 2947 (CXC); 2965 (CXCIV); Brit. Mus. 773; Athen, Epigra- 
phikon Inv. 4390; Nr. 29 u. a. 


13. Inv. ohne Nr. H. 0'345, B. 0'405, D. o'ıı (Relieferhöhung 0'015). 

Unten Bruch, desgleichen rechts oben beschädigt. An allen Seiten 
0'04 breite Leiste, unten mit Kyma. Rechts steht Athene, etwas nach 
links gewandt, in 


Peplos mit über- 
gürtetem Über- 
schlag und mit 
Helm, die Linke 
auf dem auf den 
Boden gestellten 
Schild, die Rechte 
hält nach links 
gestreckt einen 
Kranz. Dort steht 
in Vorderansicht 


ein kleiner gebil- 
deter, bärtiger 
Mann in Mantel, 


der voneinem von 


Nr. 13 


linkskommenden, 
ebenfalls bärtigen und mit einem?Mantel bekleideten Mann bekränzt wird; 
dieser wird durch seine mit Athene gleiche Größe als Gott charakterisiert 
und ist auf Grund des Reliefs im Epigraphikon 2791 (früher 6886; Svoronos 
CCXXVII) + Photographie Postolakkas’, Athen, Privatbesitz 84; Jahres- 
hefte XIV Beibl. 60) und der Analogie mit BovAN Anuog zu nennen. Zum 
Schema vgl. ferner Nat. Mus. 2946 (Svoronos CXC; Jahreshefte XIV Beibl. 
60); bei zwei Bekränzten Nat. Mus. 2952 (Svoronaos CXCII) + 2961 (Svo- 
ronos CXCIII; Jahreshefte XVIII Beibl. gı f. Abb. 34); auch bei Nat. Mus. 
1482 (SvoronosCVIII) möchte ich an den Demos und weder an Zeus Soter 
noch an Asklepios (Svoronos 590) denken; zum Schema dieses Reliefs 


I4 Urkundenreliefs 


vgl. Epigraphikon IG II 55 (SvoronosCCIX); Anıogs ohne Anwesenheit Athe- 
nens nimmt die Bekränzung vor auf Epigraphikon IG II5 173 b (Svoronos 
CCXV) und vielleicht auch auf Epigraphikon 2809 (Svoronos CCXXI); 
über ihn im Verein mit BovAN vgl. zu Nr. ı5. 


14. Inv. 4769. H. 0:38, B. 0'37, D. 0:08 (Reliefgrund 0°065). 

Rand oben und rechts; oben über breiter Leiste und Kyma Giebel; 
auf dem Kyma die Inschrift Y]so[{. Rechts sind die Reste einer etwas nach 
links gewandt stehenden 
Athene zu erkennen, und 
zwar der Helmbusch und 
die nach links gestreckte 
Rechte mit einem Kranz, 
den sie einem links vonihr 
inVorderansichtstehenden 
bartlosen Mann aufsetzt, 
von dem nur Kopf und 
Schultern erhalten sind. 
Links stand noch eine, 
wohl Athene an Größe 
entsprechende Figur, also 
Bovry) oder Anjnog, eventuell 
die Stadtgottheit des Ge- 
ehrten; vgl. die Schemata 


Nr. 14 


zu Nr. ıı-13. Zu der 
Art des oberen Abschlusses, breiter Leiste unter Giebel, vgl. Epigra- 
phikon 2799 (Svoronos CCXXIII) und 658; IG II5 4325. 


15. Inv. 2758 + Inv. 2427 (Sybel 5670 mit älterer Literatur); 
Schöne 81; Friederichs-Wolters 1170; gefunden 1860 beim Erechtheion; 
Jahreshefte XIV Beibl. 60. H. 0'37, B. 0'55, D. o'15 (Relieferhebung — 0'03). 

Rand oben und links; die Randleisten, oben 0'075, links 0'o5 breit, 
sind roh abgearbeitet, desgl. ist die Platte unten abgemeißelt. In gegür- 
tetem Untergewand und Mantel, mit Helm mit langem Busch sitzt Athene 
steil nach rechts, den auf den Boden gesetzten Schild an das Knie gelehnt. 
Die Linke hielt hoch die gemalte Lanze, die Rechte bekränzte eine rechts 
von ihr en face stehende klein gebildete Frau in Untergewand und Mantel, 
die die Rechte adorierend erhoben hat. Weiter rechts, teils von der kleinen 


Urkundenreliefs 15 


Figur verdeckt, steht etwas nach links gewendet eine Frau in Untergewand 
"und Mantel, der Göttin wenig an Größe nachstehend, wohl auch hoch 
einen gemalten Stab haltend und nicht grüßend. Dieser Figur an Größe 
entsprechend steht links hinter Athene nach rechts gewandt ein nackter, 
bartloser Jüngling, gestützt auf einen vor sich gestellten Stab, über den er 
seinen Mantel geschlagen hat, dessen anderes Ende über die linke Schulter 
geworfen ist. Hier liegt der seltene Fall vor, daß die geehrte Figur wie 


Nr. 15 


auf dem Relief Berlin 881 (durch einen großen Schlüssel als Priesterin 
charakterisiert) weiblich ist. Inschriftlich bewiesen ist dieEhrung vonFrauen 
z. B. durch IG II 374 (ed. min. 776) aus der Mitte des IV. Jahrhunderts; 
wahrscheinlich handelt es sich auch bei unserem Relief um eine um den 
Athenekult verdiente Athenerin, etwa eine Priesterin der Polias oder eine 
Arrhephore. Bei den beiden durch ihre Größe als Gottheiten charakteri- 
sierten Zuschauern auf Grund von Epigraphikon 2811 (Svoronos CCXIII) 
+ IG II 182 (ed. min. 367; Jahreshefte XVIII Beibl. gı) an BovAy und Annog 
zu denken, macht die von den gesicherten Demos-Darstellungen ab- 
weichende Gestalt des Jünglings unwahrscheinlich (vgl. Nr. 13); allerdings 
begegnet auch sonst eine ähnliche Frau, in der man am liebsten die BovAY 
erkennen will (Nr. 10), Da der Jüngling nicht die Stadtgottheit der Ge- 


16 Urkundenreliefs 


ehrten (vgl. Nr. ı1), die doch höchstwahrscheinlich Athenerin ist, darstellen 


kann, dürfen wir in ihm vielleicht den Heros ihrer Phyle erblicken; vgl. 


zu seiner Stellung auch einige der als Phylenheroen gedeuteten Männer des 


Parthenonfrieses. Rechts scheint bereits die Randleiste zu beginnen, doch 


ist es nicht ausgeschlossen, daß noch eine Figur folgte, was auch die 
Möglichkeit einer sicheren Deutung des Reliefs beeinträchtigt. Es gehört, 


Nr. 16 


soweit man bei der schlech- 
ten Erhaltung urteilen 
kann, dem Anfang des IV. 
Jahrhunderts an. 


16. Inv. 2972. H.o'25, 
B. 0'29, D. 0'138 (Relief- 
erhebung — 0'03). 

Nirgends Rand, auch 
rückwärts Bruch. In der 
MittestehtinVorderansicht 
mit adorierend erhobener 
Rechten ein Mann in Man- 
tel. Links von ihm ist eine 
auf den Boden aufgestellte 
Keule und der Kontur des 


Oberschenkels einer größeren Figur zu erkennen, rechts die ausgestreckte 


linke Hand einer ebenfalls größeren Figur. Man wird sich hier rechts 


Athene, den Mann bekränzend, und 
links Herakles als Stadtgott des Ge- 
ehrten zu ergänzen haben. Zum 
Schema vgl. IG165 (Svoronos CCVII); 
IG II5 206 b (Svoronos CCVIII); ferner 
ZU INES DWATE 


17. Inv.2591 (Sybel5973). H.o'22, 
B. 0'19, D. 0:06 (Relieferhebung — 
0'005). 

Rand links; unten geht das Re- 
lief ohne trennende Leiste in die 
Inschriftstele über, auf der die Buch- 
staben NN zu erkennen sind; links 


Nr; 17 


Urkundenreliefs 17 


davon ist Raum für 8 bis 9 Buchstaben, so daß man vielleicht Ent 
Apıoro|pävlros 330/29 oder Knypıoo|püvltos 329/8 äpycovros ergänzen darf. 
Rechts nacktes Bein eines Mannes mit Keule, links hinter ihm die 
Beine einer halbrechts stehenden Frau in langem Gewand. Man wird 
auch hier an Herakles denken und das Fragment einem Urkundenrelief 


zuweisen wollen. 


18. Inv. 2429 (Sybel 5938). H. 0:17, B. 0'23, D. 0:08 (Relieferhebung 
— 0'005). 

Rand oben und rechts; oben dreifach profilierte Leiste. In sehr ver- 
riebenem flachen Relief erkennt man links Athene, stehend im Profil nach 
links, in Untergewand und 
Mantel mit Helm auf dem 
Kopf; sie lehnt nach rück- 
wärts an dem auf den Boden 
gestellten Schild, auf den sie 
sich mit dem linken Unter- 
arm stützt; die Rechte hielt 
hoch die gemalte Lanze. 
Rechts steht hinter ihr eben- 
falls imProfil nach links eine 
weibliche Figur, gleich groß 


mit Athene, in Untergewand 
und Mantel, der über den Nr. 18 

linken Unterarm hängt, die 

Haare in einer Haube aufgenommen, die Rechte hängt längs des 
Körpers herab. Am ehesten werden wir wohl das Bruchstück eines 
Urkundenreliefs und BovAY) hinter Athene erkennen; zum Schema vgl. z. B. 
Nr. 10. Zum Motiv der angelehnten Athene vgl. Epigraphikon IG I 5ı 
(Svoronos CCIV); ebenda 2787 (Svoronos CCXXIV); Nat.Mus. 1369 (Svoronos 
XXXVII). Die auf den Schild gestützte Athene suchte Studniczka in seinen 
„Vermutungen zur griechischen Kunstgeschichte‘ 5 ff. auf die Lemnische 
Athene des Phidias zurückzuführen. Statuetten dieses Typus befinden sich 


im Magazin (vgl. Furtwängler in Roscher, Mythologie I 703). 


19. Inv. ohneNr. H.o'28, B. 0'26, D. 0'18 (Relieferhebung — 0'025). 

Rand rechts und oben; oben 0'037 breites Gebälk mit Deckziegeln; 

ob rechts eine Leiste war, ist nicht sicher zu entscheiden. Oberteil einer 
2 


18 Urkundenreliefs 


etwas nach links gewendet ste- 
henden Athene im Typus der 
Parthenos, mit dem mit drei- 
fachem Schmuck versehenen 
Helm. Die Linke hängt am 
Körper herab, der rechte Unter- 
arm war nach links gestreckt, 
vielleicht einer entgegenkom- 
menden Figur gereicht oder sie 


bekränzend. 


20. Inv. 4689. H. o'25, 
B. 0'26, D. 0'16 (Relieferhe- 
bung — 0°03). 


Nur rechts ein kleines 
Stück Rand, so daß Platz für 
eine etwa 0'03 breite Ante ist. Athene stand etwas nach links gewendet 


Nr. 19 


in Gewand mit übergürtetem Überfall und Knüpfärmeln; vgl. Nr. 56. 
Links von ihr der auf dem Boden aufgestellte Schild, auf dem wohl die 


Nr. 20 NI.227 


Linke lag, während die Rechte nach links den Helm zu halten scheint, 
dessen Busch herabhängt; zu diesem Motiv vgl. Nr. 69. 


Urkundenreliefs Io 


21. Inv. 4765 (Sybel 6463). H. 0'27, 
B. 0'18, D. 0'185 (Relieferhebung — 0'07). 

Rand rechts, 0'045 breite Ante; unten 
trennteino‘osbreitesKymaRelief und Inschrift- 
stele. Rechtes Stand- und linkes Spielbein einer 
in Vorderansicht stehenden Athene; der Schild 
ist links neben ihr auf den Boden gestellt. 


22. Inv. 2433 (Sybel 7220) -+ Inv. 
ohne Nr. H. 0'48, B. 0'26, D. o'15 (Relieferhe- 
bung — 0'03). 

Rand oben und rechts, oben 0°04, rechts 
o'osbreitestarkbestoßeneLeiste. Linke Körper- 
hälfte einer halblinks stehenden Athene imlan- 
gen gegürteten Gewande mit Überfall; linkes 


zurückgesetztes Spielbein. Die Linke liegt auf 
dem auf den Boden gestellten Schild. Nr. 22 


23. Inv. 2508. H. 0'20, B. 0'17, D. 0'09 (Relieferhebung — 0°05). 

Nirgends Rand, auch rückwärts Bruch. Füße in Gewand, rechtes 
Stand- und linkes Spielbein einer halb- 
links stehenden Athene, der Schild rechts 
von ihr auf den Boden gestellt. 


24. Inv. 4725. H. 0:17, B. o'ı2, 
D. 0:09 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und oben; oben 0'04 breite, 
ganz bestoßene Leiste, links scheint keine 
Ante gewesen zu sein. Athene in gegür- 
tetem Gewand und mit zurückgeschobenem 
korinthischen Helm steht nach rechts; der 
rechte Unterarm war nach rechts ge- 
streckt. Flüchtige Arbeit. 


25. Inv. 2428 (Sybel 6715). H. 0'225, Nr. 24 
B. 0'17, D. 0'9 (Relieferhebung — 0°005). 
Links Rand mit 0'035 breiter Ante. Athene in Gewand mit über- 
gürtetem Überschlag steht im Profil nach rechts, den Schild zu ihrer 
3* 


20 Urkundenreliefs 


Linken auf den Boden gestellt, die 
Rechte streckt sie nach rechts, sie 
einer gleich großen Figur reichend 
oder eine kleinere bekränzend. 


26. Inv. ohne Nr. H.0'24, B.0'13, 
D. o'ı0 (Relieferhebung — 0'005). 

Rand links; unten 0'0825 breites 
Profil, das den Übergang zur Stele 
vermittelt. Beine einer halbrechts 
stehenden Frau in langem Gewande 
mit linkem Stand- und rechtem 
Spielbein. Das Bruchstück kann etwa 


der Athene eines Urkundenreliefs 
Nr. 25 angehören. Feine flache Arbeit. 


27. Inv. 2539. H. 0'205, B. 0:14, D. 0'075 (Relieferhebung 
— 0'04). 

Rand rechts, 0'03 breite Leiste. Mittelpartie einer nach links zurück- 
gelehnt sitzenden Athene in gegürtetem 
Gewand und Mantel, von dem ein Ende 
über den links 
vor ihr auf den 
Bodengestellten 
Schild fällt; die 
Linke stütztsich 
mit dem ElIlbo- 
gen auf diesen. 
Das Bruchstück 
ist mit Rück- 
sicht auf ähn- 
liche Reliefs, z. 
B. IGI 40 (Svo- 
ronos CCV); IG 
I 65 (Svoronos Nr. 27 
CEYIIW FIGHT 
200 (Jahreshefte XVIII Beibl. 98; Svoronos CCXXVII), eher einem Ur- 
kunden- als Weihrelief zuzuweisen; vgl. Nr. 74. 


Urkundenreliefs | 21 


28. Inv. 2439 (Sybel 7144) + 
Inv. 2967; Jahreshefte XIV Beibl. 


59; Jahreshefte XVIII Beibl. 98. 
H. 0:37, B. 0'26, D. 0'14 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand links und oben; oben all- 
mählich ansteigende Leiste. Athene 
in gegürtetem Peplos ohne Ägis 
und mit zurückgeschobenem korin- 
thischen Helm sitzt im Profil nach 
rechts auf einer Terrainerhöhung. 
Der linke Fuß war vielleicht wo 
aufgestellt, auf den linken Ober- 
schenkel stützt sich der linke Arm 
mit dem Ellbogen, auf dem linken 


Handrücken liegt das Kinn. Die 
ganze Stellung ist die eines nachsin- Nr. 28 

nend in die Ferne Blickenden. Das 

Fragment stammt wohl von einem Urkundenrelief; die von mir vermutete 
Zugehörigkeit zulG138 + 39 a ist nicht möglich. Fein empfundene Kom- 
position, aber nicht besonders sorgfältige Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


29. Inv. 2756 
(Sybel 6353). H. 
0'34, B. 0'40, D. 
0'17 (Relieferhe- 
bung — 0'025). 

Unten Bruch; 
an den Seiten 


- 0'045 breite An- 
ten, oben 0'08 
breiter Architrav 
mit in Relief aus- 


geführten Stirn- 


ziegeln (vgl. zu 
Nroolr2)a Rechts 
steht ein durch 


seine Größe als Nr. 29 


22 


Urkundenreliefs 


Gott charakterisierter bärtiger Mann in Mantel halb nach links gewendet; 
die Linke hängt längs des Körpers herab und scheint auf einem Altar zu 


Nr. 30 


ruhen, die Rechte legt er auf 
das Haupt eines kleinen, von 
links heranschreitenden bär- 
tigen Mannes in Mantel, der 
die Rechte adorierend erhebt. 
Diesem folgen zwei ganz ähn- 
lich gebildete Männer, der erste 
einen unklaren Gegenstand vor 
sich tragend, der zweite die 
Rechte adorierend erhoben. Man 
wird auch in diesemStück wegen 
seiner Form und der Art der 
Adoranten eher ein Urkunden- 
als ein Asklepiosrelief (etwa 
Heilung durch Handauflage, 
siehe Weinreich, Antike Hei- 
lungswunder 32f.) erkennen. 
Zum Schema kann man Nat. 


Mus. 1478 (Svoronos CIX) vergleichen und auf Grund von Nat. Mus. 2964 


(Svoronos CXCIII; IG II 1210) in den drei bärtigen männlichen Adoranten 


Nr. 31 


die drei Epimeleten einer Phyle erkennen, in 
dem Gotte den Heros derselben; vgl. dazu auch 


Nr. 55 sowie Jahreshefte XVIII Beibl. 92 
Abb. 35. 


30. Inv. 2662. H. 0'165, B. 0'14, D. 0'075 
(Relieferhebung — 0'015). 

Nur oben Rand mit scharf vorspringender 
schmaler Leiste. Rechts ist noch die rechte 
Seite einer in Vorderansicht stehenden Frau in 
Untergewand und Mantel erhalten, die mit der 
Rechten einen links von ihr ebenfalls in Vorder- 
ansicht stehenden Mann in Mantel mit Stab in 
der Linken bekränzt. Wegen des geringen 
Größenunterschiedes beider kann man nicht 
sicher bestimmen, ob essich um die Bekränzung 


% 


Urkundenreliefs 23 


eines Menschen handelt, das Fragment also einem Urkundenrelief angehört; 
doch ist auch bei manchen sicheren Stücken der Größenunterschied 
zwischen Gottheit und Menschen nicht groß (vgl. Nr. 9); ebensowenig 
kann man erkennen, ob die Göttin rechts Athene ist. 


31. Inv. 2665. H. 0:17, B. 0:08, D. 0'085 (Relieferhebung 
=— 70'015). 

Nirgends Rand. Ein bartloser nach rechts stehender Jüngling in 
Mantel, wird von einer rechts von ihm stehenden größeren Figur, von der 
nur der rechte Arm erhalten 
ist, bekränzt. Dies kann 
Athene, BovAYjoder Afjnogsein. 


32. Inv. 3304 (Sybel 
GOABIEE HE 0.100. 825028, 
D. o'ıo (Relieferhebung — 
0'015). 

Rand oben und rechts; 


die rechts erhaltene, 0'035 Nr. 32 

breite Ante steht nicht ganz 

am Rande, so daß der Reliefgrund rechts von ihr noch weiterläuft; oben 
0'05 breite Leiste. Oberkörper einer stehenden, etwas nach links gewendeten 
Frau in Untergewand und Mantel, das 
Haar in tiefem Knauf; sie bekränzte mit der 
Rechten eine links von ihr stehende kleiner 
gebildete Figur und ist am ehesten BovAY 
zu benennen. Zum Schema vgl. Nr. ıı. 


33. Inv. 2668 (Sybel 7004). H. 0'19, 
B. 016, D. o'ıı (Relieferhebung — 0'01). 

Rand nur oben, verstoßene 0'06 
breite Leiste. Rechter erhobener Arm 
einer Figur mit Kranz, die vielleicht eine 
links von ihr stehende kleinere be- 
kränzte. Auffallend sind die tiefeinge- Nr. 33 
schnittenen Konturen, wie sie sonst bei 
schlechten späten Stücken begegnen, hier vielleicht auf unfertigen 
Zustand des Reliefs schließen lassen (vgl. Nr. 376). 


24 


Nr. 34 


Urkundenreliefs 


34. Inv. 4764. H. 0'30, B. 030, 
D. o'15 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links, 0'055 breite Ante; 
‘unter der Bildfläche ist eine jetzt 
0'08 breite Leiste erhalten, deren 
Profil auch auf die linke Seiten- 
fläche übergreift. Unterkörper eines 
nach rechts stehenden Mannes in 
Mantel mit vorgesetztem linken 
Fuß. Nach den Größenverhältnissen 


scheint er ein Mensch zu sein, wohl 


allein vor der Gottheit stehend, nach 


der Form der Platte eher als Geehrter auf einem Urkundenrelief denn als 


Adorant auf einem Weihrelief. 


35. Inv. 2796. H. 0'36, B. 0:38, D. o'ı5 (Relieferhebung — 0'003). 
Rand links und oben; linke obere Ecke fehlt. Oben über profilierter 


Leiste Giebel mit Mittelakroter; links ganz wenig erhöhte, 00175 breite Ante. 


Oberteile zweier nach links galoppierender bärtiger Reiter in Untergewand 
und flatterndem Mantel. Zum Schema vgl. Nr. 25; Berlin 882; Brit. Mus. 780 


(Anc. Marbles II 
ı1). Auf Grund des 
Berliner Reliefs mit 
der Inschrift »Yeoi 
ist man berechtigt, 
darin Urkunden- 
reliefs zu erblicken 
und wird bei unse- 
rem Relief am ehe- 
stenaneineEhrung 
der beiden Hippar- 
chen denken, ähn- 
lich wie bei Epi- 
graphikon 2813 
(Svoronos CCXIV), 
wo der Kranz dar- 
auf hinweist, und 
bei dem irrtümlich 


Urkundenreliefs 25 


unter die Grabinschriften eingereihten Stück im Nat. Mus. IG II5 4324 
an ein Ehrendekret für einen Phylarchen. Die Darstellung des Geehrten 
allein ohne Gottheit be- 
gegnet auch sonst auf Ehren- 
reliefs; z. B. Nat. Mus. 
1471 (Svoronos CIV); das 
bei Nr. 9 erwähnte Relief 
im Piraeus-Museum; vgl. 
Nr. 36. 


36. Inv. 2461. H.o'2o0, 
B.:0'35, D.. o'ı2 (Relief- 


Nr. 36 
erhebung — 0'005). 


Nirgends Rand; zwischen Relief und Inschriftstele war wahrscheinlich 
keine trennende Leiste, sondern der Reliefgrund ist nur wenig vertieft. 
Reste zweier nach 
links galoppierender 
Pferde mit Reiter, 
vom zweiten nur der 
linke Vorderfuß er- 
halten; wohl auch 
der Schmuck eines 
Ehrendekretesfür die 


zweiHipparchen; vgl. 


Nr. 35. 


37. Inv. 3703 
(Sybel 5937; Phot.d. 
Deutsch. arch. Inst. 
452) + Epigraphikon 
5322 (IG II/III ed. 
min. 312); Jahres- 
hefteXIV Beiblatt 60; 
JahrbuchXXVII Anz. 
772. 11..0:50,,D.0:A40, 
D. 0'14 (Relieferhe- 
bung — 0'015). 

Randobenrechts 


und links; obere linke 


26 Urkundenreliefs 


Ecke fehlt; oben über mehrfach profilierter Leiste ein Giebel, mittels dessen 
man die ursprüngliche Breite des Reliefs berechnen konnte. 

Im oberen Teil der Reliefplatte waren zwei Kränze dargestellt — 
vom linken sind nur noch ganz geringe Reste erhalten — mit der In- 
schrift 7 BovAN | 5 dnos. 

Unterhalb erkennt man über Wellen das Vorderteil eines Schiffes, 
über dessen Schnabel drei Getreideähren herausragen. Die Kränze weisen 
auf eine Ehrung, das Schiff mit den Ähren auf den Anlaß derselben; das 
Relief bildete somit den Schmuck eines Ehrendekretes für eine Stadt oder 
einen Mann, der sich um Athen durch billige Lieferung oder Schenken von 
Getreide verdient machte. Derartige Ehrendekrete wegen Getreidelieferung 
Larfeld, Handbuch d. griech. Epigraphik II 747f.; Athen. Mitt. XXXVI 
ı ff., 73 ff. Diese Erklärung scheint mir viel wahrscheinlicher als die 
Deutung des Schiffes als Stadtwappen, wie sich solche ja häufig als 
rrpdoyna auf Urkundenreliefs finden; vgl. Perdrizet, Bull. corr. hell. XX 
549 ff. Über Schiffsdarstellungen vgl. Daremberg-Saglio, Dictionnaire 
IV 24; vgl. Nr. 262. 


WEIHRELIEFS. 


ATHENE. 


38. Inv. 2437 (Sybel 5940) + Inv. ohne Nr. (Sybel 5228; Svoronos, 
Journal internat. numism. XIV 271f. Fig. 20) + Inv. 3001 (Schöne 55; 


Sybel 5214); Wiegand, Jahrbuch XI Anz. 40; die Zugehörigkeit von Inv.3001 


läßt sich zwar nicht 
aber sicher. Photo- 
graphie des Deutschen 
archäologischen Insti- 
tuts Nr. 453. H. 0'52, 
B. 0:50, D.0o'10 (Relief- 
erhebung — 0'025). 
Rand oben und 
rechts; oben o’ogbreiter 
Architrav mit Stirn- 
ziegeln, rechts 0'06 
breite Leiste. Rechts 
steht, halb nach links 
gewandt, Athene im 
Typus der Parthenos 
(auch Helm mit auf- 
geklapptem Wangen- 
schutz), an den Füßen 
Sandalen. Von ihr 
schwebt fast in Vor- 
deransicht eine kleine 
Nikeinlangem Gewand, 


durch Anpassen im Bruch beweisen, scheint 


Nr. 38 


mit hoher Frisur und offenem Kranz in den Händen nach links auf 
einen kleiner gebildeten”Mann zu, der links von Athene ihr zugewandt 
steht und von dem nur der bärtige Kopf erhalten ist. Das Fragment 
scheint wegen seiner geringen Dicke und des Randes unten eher einem 
Weih- als einem Urkundenrelief anzugehören, obwohl das Schema sehr 
wohl zu letzterem paßt, vgl. zu Nr. 39, 40, 75; ferner zu Nr. 244; über 


28 Weihreliefs 


ähnliche Vasendarstellungen siehe Svoronos a. a. O. Ähnlich schwebt 
Nike über einem Mädchen auf dem Relief Nat. Mus. 1453 (Svoronos 
LXXV), Eros neben Aphrodite Nat. Mus. 1597 (Svoronos CXXIV). Dieses 


Relief ist wohl, wie dies so oft bei Weihreliefs, die in ihrem Schema 


Urkundenreliefs entsprechen, der Fall ist, zum Danke für einen errungenen 


Nr. 39a Nr. 39 


Sieg oder eine erwiesene Ehrung geweiht; vgl. z. B. Nat. Mus. 1332 (Svo- 
ronos XXXV). Das Stück zeigt gute Arbeit wohl des beginnenden IV. Jahr- 
hunderts. 


39. Inv. 3003 (Sybel 7013 mit älterer Literatur); Michaelis, Par- 
thenon XV 14; Le Bas 47 Il, Reinach, Rep. de rel. II 333 ,. H. 0'55, B. 039, 
D. 0'13 (Relieferhebung — 0'06). 

Links Bruch, desgleichen rechte untere Ecke bestoßen. Unten 
0'04 breite Leiste, rechts 0'065 breite Ante, oben 0'05 breiter Architrav 
mit Stirnziegeln. Athene steht in der Kleidung der Parthenos etwas 
nach links gewendet, die Lanze an den linken Arm vgelehnt, den 
Schild rechts auf den Boden gestellt; auf der nach links gestreckten 


Weihreliefs 29 


Rechten stand eine kleine Nike, von der jetzt nur die linke Flügelspitze 
erhalten ist. Links von der Göttin steht ein Altar, weiter links sind 
noch die Beine einer in Vorderansicht stehenden, etwas kleineren 
männlichen Figur in kurzem Gewand erhalten. Zum Motiv der Nike auf 
der Hand Athenens vgl. Nat. Mus. 2985 (Svoronos CXCVII); 1474 (Svo- 
ronos CV); das verschollene Relief Schöne 58; Berlin 881; vgl. ferner zu 


Nr. 38, 40, 75. 


Dazu gehört nach Maßen, Ausführung und Arbeit: 

39a. Inv. 2413 (Sybel 7164) + Inv. 2515. H. 0'54, B. 0'32, D. o'ı2 
(Relieferhebung — 0'045). 

Rechts Bruch. Unten 0'45 breite Leiste, links 0'05 breite Ante, 
oben 0'05 breites Gebälk mit Stirnziegeln. Links steht, teils die 
Ante überragend, ein Mädchen in Untergewand und Mantel nach rechts, 
mit der Linken die auf dem Kopf getragene, große, runde Ciste stützend. 
Rechts davon der von vorne gesehene lockige Kopf einer größer ge- 
bildeten Figur, wohl eines Mädchens, und ein kleiner Teil ihrer rechten 
Schulter. Wieviel zwischen den beiden Bruchstücken fehlt, läßt sich nicht 
bestimmen. Die Beine auf Nr. 39 gehören vielleicht dem Opferknaben 
an, wozu die kurze Bekleidung passen würde, ausgeschlossen wäre 
auch nicht ein Mann in Panzer. Ist die größere Figur auf Nr. 39a 
wirklich ein Mädchen, so dürfen wir in ihr die vorletzte eines Ado- 
rantenzuges erkennen ; auffallend wäre bei einem Weihrelief an Athene 
die Ciste; doch könnte sie ihre Erklärung darin finden, daß noch 


eine andere Gottheit, der sie zukommt, dargestellt war. 


40. Inv. 4728. H.0'19, 
BE0R301mD8E70:104 \(Reliei- 
erhebung — 0'03). 

Randrechts und oben; 
rechts 0'05 breite Ante, 
oben 0'07 breites Gebälk 
mit Stirnziegeln. Die stark 
bestoßenen Reste des Reliefs 
gehören wohl am ehesten 


einem Helm einer halb links 


gewendet stehenden Athene 
und dem linken Flügel einer Nr. 49 


30 Weihreliefs 


von ihr nach links flatternden oder auf ihrer rechten Hand ste- 


henden kleinen Nike an; zum Motiv vgl. Nr. 38; 39. 


Nr. 4I Nr. 42 


41. Inv. 3010. (Sybel 6975 mit älterer Literatur); Le Bas 45 II; Mi- 
chaelis, Parthenon XV ı5. H. 0:44, B.0'15, D.0°075 (Relieferhebung— o°o1). 
Rand rechts und unten; unten 


0'007 breite Leiste. Linke Körperhälfte 
einer halblinks stehenden Athene in 
Peplos mit übergürtetem Überschlag; 
an den Füßen Sandalen. Die Linke 
liegt auf dem auf den Boden gestellten 
Schild. Linkes zurückgesetztes Spiel- 
bein. Feine Arbeit des ausgehenden 
V. Jahrhunderts. 


42. Inv.2305 (Sybel 7062.) H.0'475, 
B.0'37,D.o'14 (Relieferhebung — 0:06), 


Weihreliefs 3ı 


Links Bruch, desgleichen fehlt 
rechte untere Ecke. Unten 0'03, 
oben o'o5 breite Leiste. Rechts steht 
Athene im Typus der Parthenos 
etwas nach links gewendet, die 
Rechte über einen links vonihr über- 
eck stehenden Altar gestreckt; von 
links kamen wohl Adoranten heran. 


43. Inv. 2541. H. 0'135, 
B. 0'155, D. 0'075 (Relieferhebung 
— 0'03). 

Rechts Rand mit vom Relief 
überragter Leiste. Mittelpartie einer 
halblinks stehenden Athene in Ge- 
wand mit übergürtetem Überfall, 
die Linke auf dem auf den Boden 
gestellten Schild; über diesen Arm 
fällt ein Stück des Mantels. 


Nr. 44 

44. Inv. 2454; Arndt-Ame- 
lung 1276. H. o'25, B. 0'135, D. o'ı2 (Relieferhebung — 0°04). 

Nirgends Rand, auch rückwärts Bruch. Körper einer halblinks 
gewendeten Athene in Unterge- 
wand mit gezackter Ägis mit Gor- 
goneion und Mantel darüber. Die 
Linke hängt längs des Körpers her- 
ab. Gute Arbeit aus der Zeit um4oo. 


45. Inv. 2959. H. 0'235, 
B.o'21ı, D. o'ı0 (Relieferhebung 
— 0'15). 

Rand rechts und oben; rechts 
o'o4breite Ante, oben 0°0475breites 
Gebälk mit Stirnziegeln. Ober- 
körper einer nach links im Profil 


stehenden Athene in gegürtetem 
Gewande und Mantel im Rücken, Nr. 45 
? 


22 Weihreliefs 


_ 


auf dem Kopf attischen Helm mit Nackenschutz und in Voluten endendem 


Stirnbügel, wie ihn auch die Athene des Westgiebels trug (Ath. Mitt. 
XXXVIII 14; Lethaby, Greek buildings 132); vgl. Nr. 66. 


46. Inv. 3030 (Sybel 5121); Schöne 87; Benndorf, Griech. u. sizil. 
Vasenbilder 57; Rouse, Greek votive offerings 256 und Anm. 8. H. 0°66, 
B. 0'42, D. 0'075 (Reliefgrund 
0'05, Relieferhebung — 0'02). 

Rechts Bruch; unten 
0'04, unter den Figuren 0'07 
breite Leiste, von denen die 
erstere wahrscheinlich ganzin 
die Basis eingelassen war. 
Links 0'02 breite, wenig er- 
hobene Ante; oben Giebel mit 
Mittel- und Seitenakroteren. 
Nachden Maßen deserhaltenen 
Unterarmes mit daraufsitzen- 
dem Käuzchen sowie des 
Helmkammes ist anzuneh- 
men, daß rechts Athene nach 
links sitzend dargestellt war. 
Von links schreitet ein nacktes 
Knäblein heran, das die Linke 


erhebt, alsonichtadoriert, son- 


dern, die Händchen erstaunt 
Nr. 46 ausstreckend, zum Götterbild 

aufblickt; hinter ihm ein in 

den Mantel gehüllter bärtiger Mann mit adorierend erhobener Rechten; die 
Figur des Knäbleins zeigt deutlich die für kleine Kinder charakteristischen 
Körperformen, der Kopf des Mannes unverkennbar Porträtzüge. Dies 
sowie das auffallende Vorausgehen des nicht adorierenden nackten 
Kindes weisen darauf hin, daß das Relief für den bestimmten Anlaß 
gefertigt wurde. Ein solcher kann die Darstellung des Kindes vor der 
Gottheit, wie eine solche z. B. anläßlich der Aufnahme in die Phratrie 
erfolgte, gewesen sein; vgl. z. B. Nat. Mus. 2756 (Svoronos CLXXXI) und 
zu Nr. 263 u. 269. Die große, sitzende Göttin mit dem Käuzchen auf 
der Hand war wahrscheinlich einer bekannten Statue nachgebildet; 


wir wissen aus schol. Arist. 
Vögel 5ı5 von einem Bilde 
der Athene Archegetis, das 
sie mit der Eule auf der 
Hand zeigte (vgl. Beule, Mon- 
naies d’Athenes 387; Head, 
Historia num. 325; Schrader, 
Jahreshefte XVI ı ff.); gerade 
sie könnte sehr wohl als 
Phratriegottheit erscheinen. 
Technisch ist das Relief inter- 
essant durch seine geringe 
stilistisch durch 


die gelöste Gruppierung der 


Erhöhung, 


Figuren und die Porträt- 
züge des Mannes. 


Weihreliefs 


33 


Nr. 46 


Zu vergleichen sind Reliefs, die E. Krüger, Athen. 


Mitt. XXVI 126 ff. bespricht und in die letzten Jahrzehnte des IV. Jahr- 
hunderts weist; an solche Stücke reiht sich dann auch das aus späterer 


Zeit stammende, von manchen 
mit Unrecht verdächtigte Re- 
lief Berlin 1462 (Conze, Ath. 
Grabreliefs 1743; M. Bieber, 
Röm. Mitt. XXXII 130 ff.). 


47. Inv. 2432 (Sybel 6929); 
Schöne 89. H. 0:36, B. 0'27, 
D. 0'105 (Relieferhebung — 
0'015). 

Nirgends Rand. Athene 
stehtin Vorderansicht, rechtes 
Stand- und linkes Spielbein, 
in Untergewand mit über- 
gürtetem Überschlag, Ägis mit 
Gorgoneion und im Rücken 
herabfallendem Mantel. Die 
Linke ruht auf dem auf den 
Boden gestellten, von innen 
gesehenen Schild, die Rechte 


3 


34 Weihreliefs 


Nr. 48° 


hielt wohl hoch die Lanze. Zum Typus vgl. Nr. 48, 51, 52. Wegen der 
großen Dimensionen bei geringer Dicke ist das Fragment eher einem 
Weihrelief zuzuweisen. Gute Arbeit um 400. 


48. Inv. 3007 (Sybel 6712 mit Literatur); Le Bas 46; Michaelis, 
Parthenon XV 17; Friederichs-Wolters ıı29. H. 0'54, B. 0'67, D. 015 
(Relieferhebung — 0'06). 

Links Bruch; unten 0°04 breite Leiste, rechts 0'05 breite Ante, oben 
0'06 breiter Architrav mit Stirnziegeln. Rechts steht Athene etwas nach 
links gewendet im Typus der Parthenos, mit Helm mit dreifachem Schmuck. 
Die Rechte streckt die Göttin vielleicht mit einer Schale über den links von 
ihr übereck stehenden Altar, hinter dem ein kleiner, nackter Opferknabe 
mit einer Schüssel steht; links davon wird der Vorderteil eines Schweines 
nach links sichtbar, weiter links schreitet ein Zug von bärtigen Männern 
in Mänteln heran, mehrere die Rechte adorierend erhoben. Es folgten 
dem ersten einzelnen Mann wahrscheinlich vier Paare, so daß man etwa 


Weihreliefs 25 


an die neun Archonten denken könnte; jedenfalls dürfen wir in ihnen ein 
Beamtenkollegium erkennen, das nach Ablauf seines Amtsjahres Athene 
das Weihgeschenk darbrachte; vgl. Nat. Mus. 1419 (Svoronos XXXVII) 
und zu Nr. 29. Zum Typus der Athene vgl. Nr. 47, 51, 52. Sonderbar 
ist die Stellung und auffallend kleine Bildung des Schweines, das hinter 
dem Altar hervorkommt und nicht wie sonst die Opfertiere zur Gottheit 
hingeführt wird; zum Schwein als Opfertier der Athene vgl. Farnell, Cults 
of the greek states I 290; Prott, Archiv für Religionswissenschaft IX 87 
und zu Nr. 120; Jahreshefte XVIII Beibl. 93. 


49. Inv. 2426 (Sybel 5705 mit Literatur); Sybel, Athen. Mitt. V 102 ff. 
Taf. V ı; Arndt-Amelung 1275; Furtwängler, Intermezzi 21, 2; Amelung, 
Jahreshefte XI ı87; Svoronos, Journal 


internat. numismat. XIV 289 eix. 27; 
Hadaczek, Revue des etudes gr. XXVI 
23; Frickenhaus, Jahrbuch XXVIII 356 
ApD2232, 1125.05335,1B.=0:18,°D,0:085 
(Relieferhebung — 0'03). 

Links Bruch, sonst ca.0'025 breite 
Leiste. Athene steht, von vorne gesehen, 
in Peplos mit übergürtetem Überfall 
über dem Chiton, der hauptsächlich am 
rechten hervortretenden Bein sichtbar 
ist; über der Brust trägt sie die zwei- 
teilige latzförmige schuppige Ägis mit 
Gorgoneion und über der linkenSchulter 
den zusammengelegten Mantel; am 
Helm erkennt man dreifachen Schmuck 
und Nackenschutz. Die Linke hält den 
Schild, die Rechte ist nach links ge- 
streckt; zum geschulterten Schild vgl. 
Nr. 58. Links neben der Göttin steht 
ein Ölbaum, in dessen Zweigen ein 
Vogel, der wohl eine Eule sein soll, nach rechts sitzt. Amelung (Jahres- 
hefte XI 194 ff.) führt den hier vertretenen Typus der Athene Medici auf 
die Lemnia zurück, Frickenhaus (Jahrbuch XXVIII 341 ff.) auf die Elische 
Athene, die er nach Plin. hist. nat. XXX 54 Kolotes zuweist. Das Relief 


Nr. 49 


zeigt römische Arbeit, 


3* 


36 Weihreliefs 


50. Inv. 2970. H. o°22, 
B. 0'26, D. 010 (Relieferhebung 
— 0'02). 

Rand rechts und links, 
0'03 breite Leisten. Links steht 
halbrechts eine Göttin in langem 
Gewand mit übergürtetem Über- 
schlag und Mantel im Rücken. 
Links sind Reste, die von einer 


Lanze herrühren können, in der 


Höhe des linken Armes imGrunde 

Nr. 50 vielleicht der von innen gesehene 

Schild oder die über den Arm 

gehängte Ägis erhalten. Rechts davon steht, kleiner gebildet, nach links 

adorierend, ein bärtiger Mann in Mantel; vgl. zu Nr. 13. Die Arbeit 
weist in die Mitte des IV. Jahrhunderts. 


51. Inv. 2435 (Sybel 7096). H. o'28, B. 0'345, D. o'ıo (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Rand nur rechts, keine Leiste. Links steht in Vorderansicht 
Athene im Typus der Parthenos, von rechts kommt ein Mann im 
Mantel mit adorierend erhobener Rechten auf sie zu. Auffallend ist 
die Stellung der 
Göttin in stren- 
ger Vorderan- 
sicht; vielleicht 
war links noch 
eine andere 
Gottheit darge- 
stellt. Zu dem 
auf Reliefs so 
häufigen Typus 
der Athene vgl. 
z. B. Nr. 47, 48, 
s2. Gute Arbeit 
aus dem Anfang 
des IV. Jahr- 

hunderts. 


Weihreliefs 37 


52. Inv. 3361 (Sybel 
7103). H. 0'195, B. 0'315, 
D. 0'175 (Relieferhebung 
-——'0'0I). 

Rand nur unten, stark 
bestoßeneleiste. LinkesBein 
und Gewand einer stehenden 
Athene, der Schild ist zu 
ihrer Linken auf den Boden 


gestellt; rechts von ihr steht 


ein breiter Altar; zum Typus 
vgl. Nr. 47, 48, 51. Nr. 52 


53. Inv. 2424 (Sybel 6974); Schöne 90. H. o'23, B. 0'19, D. 0'095 
(Relieferhebung — 0'045). 

Nirgends Rand. Körper einer von vorne gesehenen stehenden 
Athene in Gewand mit übergürtetem Überschlag und Knüpfärmeln; 
ohne Mantel, vgl. Nr. 20; kurze, symmetrische, ausgezackte Ägis, die 
nur bis an die Brüste reicht, mit brocheartigem, kleinem Gorgoneion; 
vgl. zu Nr. 57. Die beiden 
Unterarme waren frei ge- 
arbeitet und eingesetzt, 
wie die erhaltenen Zapfen- 


löcher zeigen. 


54. Inv. 4740. H. 
0'135, B. o'ı5, D. 0:05 (Re- 
lieferhebung — 0'017). 

Nirgends Rand, auch 
rückwärts Bruch. Rumpf 
einer in Vorderansicht ste- 
henden Athene in Gewand 
mit übergürtetem Überfall 
und latzförmiger symmetri- 
scher Ägis mit Gorgoneion 
darüber. Der rechte Arm 
war nach links gehoben und 


hielt wohl die Lanze. 


38 Weihreliefs 


55. Inv. 3367 + Inv. 2542 + 
IG II 866 im Epigraphikon (linkes 
Fragment: Sybel 7198); JahreshefteXIV 
Beibl.’ 59 1. H.%ca. 0:66; ‚Barca 0°50, 
D. 0'145 (Relieferhebung — 0°03). 

Rechts und unten nach mehreren 
Zeilen der Inschrift Bruch. Links ist 
die 005 breite Ante erhalten sowie das 
Ende des 0'045 breiten Architravs mit 
Stirnziegeln, während der größte Teil 


desselben mit der ganzen rechten Seite 
fehlt. Unter der Fußleiste des Reliefs 


läuft eine zweite profilierte Leiste mit der Inschrift Kexpcnidos npuravers vLın ]Y- 


Nr. 54 


oavres — [&vsdscav]; auf der Stele folgen in kleineren Buchstaben in min- 
destens drei Spalten die Namen der siegreichen Prytanen der Kekropis nach 
Demen geordnet. Links steht von 
vorne gesehen Athene in Unter- 
gewand und straff darübergezo- 
genem Mantel, den korinthischen 
Helm zurückgeschoben auf dem 
Haupt, die Rechte auf dem auf 
den Boden vor die Ante gestellten 
Schild; die Linke hielt wohl hoch 
die Lanze. Rechts davon, etwas 
kleiner, schreitet im Profil nach 
rechts Nike in langem Gewand 
und Mantel darüber. Sie be- 
kränzte wohl einen rechts von 
ihr in Vorderansicht stehenden, 
etwas kleineren Mann, von dem 
nur die nackten Beine bis zu den 
Knien erhalten sind; der Bruch- 


konturläßtaberdarauf schließen, 


Nr. 55 


daß er einen kurzen Leibrock 
und wohl Panzer darüber trug. Rechts von ihm steht auf dem Boden eine 
Hydria, über ihr. ist eine Leiste, die etwa einer Tischplatte oder einem 
Altarprofile angehören kann. Wenn auch in der ersten Hälfte des 
IV. Jahrhunderts in Athen die Sitte bestand, die Prytanen der Phyle, die 


Weihreliefs 39 


sich während ihrer Geschäftsführung nach der Meinung des Volkes 
am besten bewährt hatten, besonders zu ehren, und diese Ehrung 
vielfach als vian oder auch als Bekränzung bezeichnet wird, so wird 
man doch an eine andere Konkurrenz, etwa in der sörafi« denken. In 
dem Bekränzten wird man einen Vertreter der siegreichen Prytanen oder, 
wenn die Beziehung auf einen Eutaxiaagon richtig ist, einen Mann er- 
kennen dürfen, der sich um die Eutaxia dieser Phyle besonders verdient 
gemacht hat und selbst wieder geehrt wurde, worüber ein diesbezügliches 
Dekret unterhalb des Namensverzeichnisses gefolgt sein könnte, wie dies 
z. B. bei IG II 871, 872 der Fall ist; dazu paßt sehr wohl die mili- 
tärische Tracht, wie das sicher auf einem solchen Agon bezügliche 
Relief Nat. Mus. 2958 (Svoronos CLXXXXIII zu IG II/III ed. min. 417) 
zeigt. An eine Personifikation der Prytanen oder Phyle, vielleicht an den 
Phylenheros zu denken — wie ein solcher in Rüstung z.B. auf Nat. 
Mus. 1478 (SvoronosCIX) erscheint — ist hier unzulässig, da bei Kekrops 
diese Tracht unmöglich ist. In der Hydria wird man entweder einen 
Hinweis auf die Abstimmung erkennen, aus der die Phyle als Siegerin 
hervorgegangen war, oder aber das Preisgefäß für die siegreiche Phyle. 
Die Breite des Reliefs und der Inschrift läßt sich mit einiger Sicherheit 
festsetzen; es wird auf die dritte Kolumne keine weitere mehr gefolgt sein, 
so daß wir noch Platz für eine größere Figur, etwa den Demos haben. 
Zur Nike neben Athene vgl. Nr. 75; Athene unbeteiligt neben der 
Bekränzung vielleicht auch Nat. Mus. Aro%rxn 400. Ein ähnliches Gefäß 
steht auf dem Tisch des Reliefs Brit. Mus. 663. Das Relief gehört auf 
Grund epigraphischer Indizien in die Zeit zwischen 390 und 380 v. Chr. 
Folgt auf das Namensverzeichnis kein Ehrendekret, so haben wir, wie 
auch die Inschrift besagt, kein Urkundenrelief vor uns, sondern ein 


bloßes Weihrelief, allerdings ganz in der Form jener. 


56. Inv. 4726. H. 0'33, B. 0'47, D. o'ı2 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und oben; links 0°04, oben 0'075 breite, später abgearbeitete 
Leiste. Damals wurde das Relief auch rechts abgemeißelt und vorne in einer 
Fläche geebnet; unten ist es roh abgearbeitet. Der Grund ist rauh gepickt, 
vgl. Nr. 2. Links sind die Konturen einer Frau im Mantel mit Fackel nach 
rechts zu erkennen; weiter rechts steht eine männliche Gottheit in Vorder- 
ansicht mit Mantel über linker Schulter und den Arm, der auf einem 
Pfeiler oder Stab gestützt scheint. Weiter rechts steht Athene im Profil 
nach rechts mit zurückgeschobenem korinthischen Helm, die Linke hielt in 


46 


Weihreliefs 


Schulterhöhe die Lanze. Trotz der schlechten Erhaltung werden wir wohl 


in dem Gotte Asklepios (zum Typus vgl. Nr. 79), in der Göttin links auf 
Grund der ähnlichen Darstellung z. B. Nat. Mus. 1332 (Svoronos XXXVI) 


Nr. 56 


Kore erkennen 
dürfen. Athene 
erscheint mit 
Asklepios ver- 
eint auf dem 
Relief Nat. Mus. 
1369 (Svoronos 
XXXVII), mit 
den eleusini- 
schen Gotthei- 
ten Nat. Mus. 
2937 (Svoronos 
CLXXXVII), 
letztere mit 
Asklepios Nat. 
Mus. 1332 (Svo- 


ronos XXXVI); vgl. Kutsch, Attische Heilgötter 32. Die Vereinigung der 


dargestellten Gottheiten, wobei wir uns rechts noch Demeter ergänzen 


dürfen, weist auf das Fest der Epidaurien (Kern, Realenzyklop. VI 45f.). 


97. Inv. 2441 (Sybel 7238); 
Arndt-Amelung 1277. H.0'28, 
B220:29,7D20.40 (Relieferhe- 
bung — 0°02). 

Rand oben und links; oben 
stark bestoßene, 0°03 breite, 
profilierte Leiste. Kopf und 
Brust einer nach rechts stehen- 
den Athene; über dem Unterge- 
wand trägt sie eine kurze, nur 
bis zu den Brüsten reichende 
ausgezackte Ägis wie die 
Athene der Aspasiosgemme 
(vgl. zu Nr. 53), auf dem etwas 
nach rechts gesenkten Kopf 


Weihreliefs 41 


den attischen Helm mit hohem Kamm und wohl aufgeklapptem Wangen- 
schutz aus Metall, worauf das große Bohrloch schließen läßt; ein anderes 
an der rechten Schulter diente zur Befestigung der von der gesenkten 
Rechten gehaltenen Lanze. Feine Arbeit des V. Jahrhunderts. Vgl. Nr. 448. 


DS@lnV52425 302271: Bro:L7, 
D. o'ıo (Relieferhebung — 0'02). 

Oben und links Rand; oben 
0'035breite, stark bestoßene profilierte 
Leiste. Oberkörper einerimProfilnach 
rechts stehenden Athene. Sie trägt 
ein brocheartiges Gorgonenhaupt auf 
der Brust und den attischen Helm; 
die Linke hält den Schild geschultert, 
die Rechte war nach vorne gestreckt. 
Zum Typus der Athene mit geschul- 
tertem Schild vgl. z. B. Epigraphikon 
IG ıı22 (Svoronos CCX); Nr. 49. Nr. 58 


59.Inv.2445(Sybel5230).H.o'15, B.0'23,D.o‘og(Relieferhebung — 0°03). 

Rand oben und links; links 0'04 breite, ganz abgestoßene Leiste, 
oben ebenso breites Profil. Kopf mit hohem, zurückgeschobenem Helm 
einer Athene nach links; der 
erhobene linke Arm, über den 
der Mantel fällt, hielt hoch 
die gemalte Lanze. Ob die 
Göttin sitzt oder steht, läßt 
sich nicht sicher entscheiden. 


60. Inv. 2440 (Sybel 
0237)2 °1.20:22,.2B.2.0:25, 
D. o'ıı (Relieferhebung — 
0'05). 

Rand links und oben; Nr. 59 
links 0:04 breite Ante, oben 
Architrav mit Stirnziegeln. Kopf und Schultern einer Athene nach 
rechts mit Helm mit lang herabhängendem Busch; die Linke hielt hoch 


die Lanze. 


42 Weihreliefs 


61. Inv. 2436 (Sybel 5215). H. 0'29, B. 0o'32, D. 0'135 (Relief- 
erhebung — 0'035). 
Rand nur links, 0'06 breite Leiste. Oberkörper einer halb nach 


rechts gewendeten Athene mit Helm mit herabhängendem Busch. Die 
Linke hielt hoch die Lanze; rechts 
davon unklare Reste. 


Nr. 60 Nr. 61 


62.Inv.2960(Sybel5232).H.0'26, B.o'27,D.o'12(Relieferhebung - 0'05). 
Nirgends Rand; auch hinten Bruch. Sehr stark verstoßener 
Kopf mit Helm und Hals einer Athene nach rechts. 


63: 111V2824500.0 H02.0:17; 
B. o'ı5, D. o'10 (Relieferhebung 
— 0'04). 

Rand links und oben; Reste 
des Helmes 
mit Busch 
einer Athene 
nach rechts. 


64. Inv. 
2969 (Sybel 
5212). 
H. 0'40, 
B’22.0:27, 
DEE0-T4 
(Relief- 
erhebung — 

0'04). 


Weihreliefs 


43 


Rand links und oben; links 0'05 breite Ante, oben Architrav und 
Gesims mit Stirnziegeln. Oberkörper und Kopf einer stehenden, etwas nach 
rechts gewendeten Athene. Über dem Untergewand mit übergürtetem 
Überschlag trägt sie eine latzförmige symmetrische Ägis, deren beide Teile 


durch das brocheartige Gor- 
goneion zusammengehalten 
werden; im Rücken flattert 
ein Mäntelchen. Der atti- 
sche Helm zeigt dreifachen 
Schmuck. In der Rechten 
hielt sie hoch die Lanze. 


65. Inv. 2438 (Sybel 
6036). 2H.:.0°145, :B. 0'106, 
D. 0:08 (Relieferhebung — 
055). 

‚Rand links und oben; 
links 0'0325 breite Ante, 
oben 0'055 breites Gebälk 


Nr. 65 


mit Stirnziegeln, auf dem Architrav die Inschrift K]wmaxpirn öür[ep? . 


Kopf und rechte Schulter mit genesteltem Gewand einer halb nach 


rechts gewendeten Athene. Sie trägt einen Helm ohne Busch mit Nacken- 
schutz und in Voluten endendem Stirnbügel, wie ihn auch die Athene des 


Westgiebels trug (Athen. Mitt. XXXIIl 14; 
Lethaby, Greek buildings 132); vgl. Nr. 45. 


G6=21nV28 245022H:200:34, -B. 0:25, 
D. 0'115 (Relieferhebung — 0'o1). 

Nur links oben ein Stück Rand, der auf 
eine bogenförmige Einfassung hinzuweisen 
scheint. Athene in Gewand mit übergür- 
tetem Überschlag und zurückgeschobenem 
korinthischen Helm steht im Profil nach 
rechts, die Rechte nach rechts haltend. 
Flüchtige Arbeit. 


67. Inv. 2421 (Sybel 6115). H. 0'18, 
59017,.D: 0:00. 


Nr. 66 


44 


Nr. 67 


Weihreliefs 


Rand nur oben mit wenig vor- 
springender schmaler Leiste. Hinter- 
kopf und Schulter einer Athene nach 
rechts mit zurückgeschobenem Ko- 
rinthischen Helm. Die gute flache 
Arbeit weist vielleicht noch in das 
V. Jahrhundert; gegen die Zuge- 
hörigkeit zu einem Urkundenrelief 


sprechen die großen Dimensionen. 


68. Inv. 2434. H. 0:37, B. 0'20, 
D. 0'095 (Relieferhebung — 0'015). 
Unten stark bestoßener Rand, 
0'025 breite Leiste. Unterkörper 


einer im langen Gewand mit Über- 


schlag halbrechts stehenden Athene mit gekreuzten Beinen, das linke 
über dem rechten. Rechts steht der auf den Boden gestellte Schild; 
sie stützte sich auf diesen oder die von der Linken gehaltene Lanze. 


Gute Arbeit des anfangenden IV. Jahrhunderts. 


69. Inv. ohneNr. H. 0'23, B. 0'18, 


D. 0'065 (Relieferhebung — 0'025). 


Nirgends Rand. Linker Arm mit 


Mantel und linkes Bein einer nach rechts 
stehenden Athene; die Linke hält nach 


Weihreliefs 45 


rechts den Helm, dessen herabhängender Busch er- 
halten ist; zur Linken der Göttin steht auf dem 
Boden der von innen gesehene Schild. Zum Motiv 
vgl. Nr. 20. 


«0. Inv. 2420 (Sybel 7194). H.0'30, B. 0'23, 
D. 0'13 (Relieferhebung — 0'05). 

Rand nur unten. Über einem Altar der Kopf eines 
Opfertieres, links davon Reste des Schildes der Athene. 


412109220498. 01.1021... B2 0:13, .D.20°I0:(Re& 
lieferhebung — 0'01). 
Nirgends Rand. Mittelpartie einer nach rechts 


stehenden Athene in Gewand mit übergürtetem 


Überschlag; die Linke auf dem auf den Boden ge- 
stellten Schild, die Rechte nach rechts gehalten. Zum 
Motiv vgl. Epigraphikon 2800 (Svoronos CCXXIII). Nr. 73 


@2. Inv. 2308. H. o'42, B. 0'20, D. o'1ı3 (Relieferhebung — 0°04). 

Rand links und unten; Frau in langem Gewand und Mantel darüber 
steht im Profil nach rechts, die Rechte nach rechts haltend; der Schild 
scheint auf dem Boden zu stehen. 


@3. Inv. 2473 (Sybel 7109). H. 0'425, B. o'18, D. o'ıı (Relief- 
erhebung — 0'055). 

Nirgends Rand, auch rückwärts Bruch. Athene in Gewand mit über- 
gürtetem Überschlag en face stehend, die jetzt zerstörte Linke wohl auf den 
rechts auf den Boden gestellten Schild legend; rechts davor wohl ein Altar. 


@4. Inv. 2442 (Sybel 7155). 
H.o'ıı, B. 0'175, D. 0:06 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Nirgends Rand. Athene in 
Untergewand mit kurzer ausge- 
zackter Ägis oberhalb der Brüste 
(vgl. zu Nr. 57) und mit Mantel 


über den linken Arm sitzt halb- | 
links, den linken Ellbogen auf Nr. 74 


46 Weihreliefs 


den an einem Baum oder einer Säule lehnenden Schild gestützt. Vgl. 
zu Nr. 27. 


5. Inv. 2664 + Inv. 2460 (Le Bas 35 I; Schöne 91; Sybel 7077 mit 
älterer Literatur; Friederichs-Wolters 1186; Arndt-Amelung 1278); Jahres- 
hefte XIV Beibl. 59. H. 040, B. 0'20, D. 0:07 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und oben, oben 0'032 
breite Leiste. Auf einer Terrainerhö- 
hung sitzt Athene nach rechts in ge- 
gürtetem Peplos mit Überschlag, ohne 
Ägis, den Mantel um den Unterkörper, 
korinthischen Helm im Schoß; die 
rechte hielt über Kopfhöhe die jetzt 
nicht mehr erhaltene Lanze, die Linke 
ist vorgestreckt. Rechts von ihr ist teil- 
weise verdeckt noch der Kontur des 
rechten Flügels und die herabhängende 
rechte Hand einer in Vorderansicht ste- 
henden Nike zu erkennen. Vgl.Nr. 55; 
Nat. Mus. 2955 (Svoronos CXCII). Zum 
Typus der Athene vgl. die Athene- 
darstellungen der Nikebalustrade und 
Nr. 77. Das Stück zeigt sehr feine Ar- 
beit des V. Jahrhunderts mit auffallend 
starker Betonung der durch das Gewand 


Ney7E verdeckten Körperpartien. 


6. Inv. 4734 + Inv. 2605 (Sybel 5672) + Inv. 2447; Jahreshefte XIV 
Beiblatt 62. H. 0'80, B. 0'47, D. 0'17 (Relieferhebung — 0°05). 

Rand unten, links und oben, auch rechts oben ein Stück, so daß 
das Relief dort eine Breite von 0'32 hatte, während sich weiter unten an 
diese höher geführte Platte eine um zirka 0'16 niedrigere anschloß, deren 
oberen Abschluß wohl ein ähnliches Dachgebälk bildete wie bei der ersteren. 
Unten 0'06 breite Leiste, rechts und links o0'o5 breite Anten, oben 0'09 
breites Gebälk mit Stirnziegeln. Links steht in einer Art Naiskos ein weib- 
liches Götterbild in strenger Vorderansicht in einem Chiton mit Knüpf- 
ärmeln und Mantel darüber, mit beiderseits herabhängenden Locken und 
hoher Stephane oder Polos auf dem Kopfe. Beide Unterarme waren vor- 


Weihreliefs 47 


gestreckt; der linke, der aus dem Mantel hervorkommt, hielt vielleicht ein 
Attribut, etwa einen Apfel, von einem in der Rechten gehaltenem Gegen- 
stand sind Ansatzspuren an der Innenseite der Ante vorhanden; es kann 
dies etwa eine Schale oder ein Vogel gewesen sein. Etwas unter Knie- 
höhe wird das Götterbild durch 
ein davorstehendes Gerät abge- 
schnitten, indem man am ehesten 
einen dreibeinigen Opfertisch er- 
kennen kann, dessen unpaariges 
Bein links gemalt gewesen wäre. 
Rechts sitzt in Tischhöhe mit dem 
Rücken gegen das Götterbild vor 
der den Naiskos abschließenden 


Nr. 76 Nr. 76a 


Ante Athene nach rechts in Peplos mit übergürtetem Überschlag, kurzer 
ausgezackter Ägis oberhalb der Brüste mit kleinem Gorgoneion (vgl. zu 
Nr. 57) und Mäntelchen im Rücken; die Rechte ist auf den Sitz gestützt. 
Man denkt zunächst an das aus antiker Poesie und Kunst, besonders der 
Vasenmalerei, geläufige Motiv der Gottheit bei ihrem eigenen Bild; doch 
haben wir keinen Anhalt, in dem hier dargestellten alten archaischen Kultbild 
eines der Athene zu erkennen; so könnte man an Hekate (vgl. Nat. Mus. 1377, 
Svoronos XLVIII), Artemis Propylaia oder Aphrodite denken. Bei dem Götter- 
bild versuchte der Künstler nur in der Tracht, nicht in der Formengebung zu 
archaisieren. Zu der ganz seltenen Gestalt der Reliefplatte, nicht in der 
Form eines einfachen hoch oder quer gestellten Rechteckes, sondern zweier 


48 Weihreliefs 


aneinanderstoßender mit verschiedenen Höhen, bildet dann gleichsam eine 
Weiterführung das Asklepiosrelief im Nat. Mus. 1377 (Svoronos XLVIII‘, 
das die Götter in ihrer Zella darstellen will; vgl. dazu auch Nr. 263, 316; 
ferner Nat. Mus. 2417 (Svoronos CL), 2519 (Svoronos CLVII). 


Wahrscheinlich gehört auf Grund der Maße, Arbeit und Dar- 
stellung hiezu: 

«6a. Inv. 2306. H. 0'45, B. 0'29, D. 0o'19 (Relieferhebung — 007). 

Rand nur unten, 0'06 breite Leiste. Unterkörper zweier nach links 
schreitender Adoranten; einer Frau in Untergewand und Mantel folgt 
ein Mann im Mantel mit adorierend erhobener Rechten. 


«4. Inv. 4609. H. o'115, 
B. o'21ı, D. 0'065 (Relief- 
erhebung — 0°01). 

Randnurlinks. Körpereiner 
nach rechts sitzenden Athene 
in gegürtetem Gewand ohne 
Ägis, den korinthischen Helm 
im Schoß, darauf die Rechte. 
Zum Motiv vgl. Nr. 75. 


78. Inv. ohne Nr. H. 0'29, B. 0'42, D. o'ıı (Relieferhebung — 0'02). 

Rand links und oben; von oben zwei 0'06 tiefe Bohrlöcher für 
Eisenstifte. Auf dem sehr stark abgeriebenen Relief erkennt man den 
Oberkörper einer nach rechts gewendeten, wohl sitzenden Frau mit zurück 
geschobenem korinthischen Helm, die mit der Linken einer von links 
in großen Windungen 
kommenden Schlange 
eine Schale zu reichen 
scheint. Das Motiv ist 
auf späteren Grabreliefs 
häufig; hier werden wir 


wegen des Helmes am 
ehesten an Athene Hy- 
gieia denken dürfen; 
über Statuentypen dieser 
Göttin siehe Journal of 
hell. stud. XIX 165 ff. 


ASKLEPIOS 


Nr. 79 


reliefs vereinzelt eine 
Jahrbuch IX Anz. 26 


S0. Inv. 2564 + Inv. 
4720. H. 0'27, B. 0'26, D. 007 
(Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und oben; 


Weihreliefs 49 


UND ANDERE HEILGOTTHEITEN. 


@9. Inv. 3005 (Sybel 6714). H. 0'45, 
B. o'18, D. 0'07 (Relieferhebung — 0°03). 

Rand unten und links; unten abgestoßene, 
o'1o breite Leiste. Asklepios steht etwas nach 
rechts gewendet, das linke Bein über das rechte 
geschlagen, mit dem linken Arm auf den Stab 
gestützt, den rechten in die Seite gestemmt. 
Unterkörper, linke Schulter und linker Arm sind 
in den Mantel gehüllt. Rechts von ihm steht 
eine durch die geringe Größe als Mensch charak- 
terisierte Figur in langem Gewande, anschei- 
nend weiblich, ebenfalls nach rechts, also vom 
Gotte weggewendet. Diese für ein Weihrelief 
sehr auffallende Erscheinung kann man viel- 
leicht daraus erklären, daß das Fragment 
einem Krankenbesuchrelief angehört, wo der- 
artige Stellungen vorkommen; vgl. z. B. Athen. 
Mitt. XVII 234 Fig. 5; Nat. Mus. 2441 (Svo- 
ronos CLVI). Auch sonst kommt auf Weih- 
derartige Stellung vor, vgl. z. B. Dresden, 
Nea27 20detä HienSNTDIHLL0,0317,.3330. 


oben vielleicht sehr niedrige, 
0'035 breite Leiste. Asklepios 
steht in ähnlicher Stellung wie 
auf Nr. 88 nach rechts, hinter 
ihm eine Göttin in Unter- 
gewand und Mantel, den die 
Linke vor der linken Achsel 
hält. Rechts vor Asklepios 
Bruchkontur eines Altars. In 


der mit Asklepios vereinigten 


50 Weihreliefs 


Göttin ist auf attischen Reliefs in der Regel Hygieia zu erkennen 
(Kutsch, Attische Heilgötter 31). 


81. Inv. 2570 (Sybel 6093). H. 0'22, B. 0o'22, D. 010 (Relieferhebung 
— 0'015). 

Rand nur links, 0'0375 breite, abgestoßene Leiste. Asklepios in ähn- 
licher Stellung wie Nr. 79 f., aber den linken Arm längs des in die linke 
Achselhöhle gestützten Stabes, blickt 
auf eine von rechts kommende 
Figur, deren rechte, adorierend erho- 
bene Hand erhalten ist. 


82. Inv. 4683. H. 0'28, B. o'12, 
D. 0:08 (Relieferhebung — 0'03). 
Nirgends Rand. Asklepios steht 
in gleicher Stellung wie auf Nr. 81. 


83. Inv. 2997 (Sybel 6938 mit 
Literatur). H. 0'37, B. 0'30, D. 0'13 
(Relieferhebung — 0'055). 

Nr, Rand links und unten; unten 


0'035 breite Leiste, links 0'06 breite 
Ante. Auf dieser spät und ganz schlecht eingekratzt ein ©, was vielleicht 
auf späte Verwendung des Stückes als Grabrelief weist. Links steht, teils 
noch die Ante überschneidend, Asklepios halbrechts mit etwas gespreizten 
Beinen, auf den Stab in der linken Achselhöhe gestützt, in langem Mantel, 
der auch den in die Hüfte gestemmten rechten Arm verhüllt und nur die 
rechte Brust freiläßt; der linke Unterarm ist nach rechts gestreckt, wo 
etwas kleiner gebildet Hygieia in langem Gewande mit Überfall und Über- 
schlag en face steht, ihre Rechte hängt längs des Körpers herab, die Linke 
war gehoben. Weiter rechts wohl die Reste eines stehenden Asklepiaden. 


Dazu gehört wahrscheinlich: 

83a. Inv. 2469 + ohne Nr. H. o'52, B. 026, D. o'14_ (Relief- 
erhebung — 0'055). 

Links Bruch; unten 0'035 breite Leiste, rechts 0'06 breite Ante, 
oben 0'055 breites Gebälk mit Deckziegeln. Für die Zusammengehörigkeit 
spricht außer Maßen, Marmorbeschaffenheit und Arbeit z. B. auch die 


Weihreliefs 5I 


Nr. 83 Nr. 83 a 


Art, wie die Ante auf der Fußleiste aufsteht. Eine durch ihre geringere 
Größe als Mensch charakterisierte Frau in Untergewand und Mantel steht 
adorierend halblinks. Links undeutliche Reste, vielleicht eines Altars, 
Das Relief zeigt feine Arbeit des anfangenden IV. Jahrhunderts. 


84. Inv. 4663. H. 0'23, B. 0'36, D. o'1ı05 (Relieferhebung — 0'01). 
Rand nur oben mit 0'055 breiter Leiste. Oberkörper eines im Profil 
nach rechts stehenden bärtigen Mannes mit Mantel über linker Schulter. 
Rechts davon ist noch ein Gewandrest wohl einer stehenden Frau zu 
erkennen. Man wird in der durch ihre Größe als Gottheiten charakterisierten 


Figuren Asklepios und Hygieia vermuten dürfen. 


85. Inv. 2632 (Sybel 6999). H. o'25, B. o'ı5, D. 0'085 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand links und oben; oben 0:04 breite Leiste. Asklepios steht, die 
Rechtein die Hüfte gestützt, nach rechts, die Linke anscheinend zum Kinn 
erhoben; vgl. die Statue in Florenz, Arndt-Amelung 219. 

. 4* 


53 Weihreliefs 


86. Inv. 2629 (Sybel 7118); Arndt- 
Amelung 1283. H. 0'185, B. 0'18, D. o'ıo 
(Relieferhebung — 0'007). 

Rand nur links, 0'035 breite Ante. 
Mittelpartie eines halbrechts stehenden Askle- 
pios, rechtes Stand- und linkes Spielbein, auf 
den unter die rechte Achsel gestellten Stock 
gestützt. Mantel um Unterkörper und über 
das Stockende unter der Achsel durchge- 
zogen. Asklepios lehnt in dieser Stellung im 
Gegensatz zu der auf Nr. 79 ff. etwas nach 
rückwärts. 


Nr. 85 87. ‚Iny. 2518,24. 202r,uBme020 

D. o'ıo (Relieferhebung — 0'015). 
Rand links und unten, rückwärts gebrochen; unten 0'035 entfernt 
vom Rand 0'0225 breite Fußleiste, links 0'045 entfernt vom Rand 0'04 
breite Ante. Beine eines im Profil nach rechts stehenden Mannes im 
Mantel, das linke zurückgestellt, so daß es vom rechten überschnitten 
erscheint. Es ist nicht sicher zu entscheiden, ob wir hier Asklepios oder 


einen Sterblichen, etwa einen Adoranten, erkennen dürfen. 


SS. Inv. 3009 (Sybel 
7055). H.0'42, B.0'28, D.0'14 
(Relieferhebung — 0'07). 

Rand nur unten; 0'045 
breite bestoßene Leiste. Links 
steht Asklepios etwas nach 
rechts gewendet in Mantel, 
der einen Teil der Brust frei- 
läßt, den linken in die Seite 
gestemmten Arm verhüllt. 
Das Gewicht ruht mehr auf 
dem rechten Bein und auf 


dem sicher unter der rechten 


Achsel zu ergänzenden Stab; 
rechts neben ihm steht Hy- 


Nr, 86 


gieia nach rechts in Unter- 


Weihreliefs 53 


gewand und kurzem Mantel, der die rechte Brust freiläßt; sie streckt die 
Rechte nach rechts. Auffallend ist die schlanke Bildung der Gestalten. 
Das Stück kann wegen seiner Maße 
weder zu Nat. Mus. 1348 (Svoronos 
XXXIV) noch zu Nat. Mus. 1374 (Svo- 
ronos XXXVII) gehören, wo derartige 
Gruppen fehlen. 


Nr. 88 Nr. 89 


89. Inv. 2659 (Sybel 7042). H. 0'22, B. 0'27, D. 0:14 (Relieferhebung 
— 0'05). | 

Nirgends Rand. Links ein Mann in ähnlicher Stellung wie Asklepios 
auf Nr. 96, rechts daneben eine der Kleidung nach weibliche Figur mit 
Schale oder Kranz in der gesenkten Rechten; weiter rechts Reste einer dritten 


Figur. Man wird wohl auch hier an Asklepios mit seinen Kindern denken. 


90, Inv. 4900. H. o'25, B. 0'20, D. 012 
(Relieferhebung — 0'02). 


Rand links und unten; unten 0'03 breite 
Leiste, links 0'045 breite Ante. Links steht ein 
Mann etwas nach rechts gewendet in Mantel, 
die Rechte hängt, die Ante überschneidend, 
längs des Körpers herab. Rechts von ihm die 
Reste einer zweiten stehenden Figur. Wahr- 
scheinlich kann man auch in dieser Gruppe 


Asklepios und Hygieia erkennen. 


54 


91. Inv. 2419. H. 0'135, B. 0'27, 
D. o'ıı (Relieferhebung — 0°05). 

Rand nur unten mit 0'045 
breiter Leiste. Rechts ein rechter 
Fuß, 


halbrechts stehenden Figur in lan- 


links davon die Füße einer 


gem Gewande; weiter links das Fuß- 
profil eines Altars. Zwischen beiden 


Weihreliefs 


Nr. 91 


Figuren das Ende eines Stabes, um den sich eine Schlange windet. 


Vielleicht Asklepios und Hysgieia. 


92. Inv. 2584. H. 0:27, B. 0'30, D. o'ıo (Relieferhebung — 002). 
Rand nur unten, 0°03 breite Leiste. Eine Frau in Untergewand und 
Mantel steht etwas nach rechts gewendet, rechts davon die Füße und das 
Ende der Chlamys eines im Profil nach rechts stehenden Jünglings, links 


die Ecke des Mantels einer stehenden Figur. 


Nr. 93 


Vielleicht darf man in 
den Figuren Asklepios, Hygieia und 
einen Asklepiaden erkennen. 


93. Inv. 2528. H.0'18, B.0'305, 
D. 0:09 (Relieferhebung — 0'035). 
Rand unten, 0'04 breite Leiste; 
Erhalten ist 
der untere Teil zweier Figuren in 
linkes Stand-, 


rechtes Spielbein einer etwas nach 


hinten gut geglättet. 


gleicher Stellung; 
rechts gewendet stehenden, anschei- 
nend weiblichen und einer männ- 
lichen Figur. Man wird wegen der 
Stellung eher an Gottheiten, an Hy- 
gieia und Asklepios, als an Adoranten 
denken. 


94. Inv. 2495. H. 0'24,.B.0:23, 
D. o'ıı (Relieferhebung — 0'02). 
Rand unten, 0'04 breite Leiste. 
Beine eines nach rechts stehenden 
Mannes im Mantel mit vorgesetztem 
linken Fuß. Hinter ihm auf der 


Weihreliefs | 55 


Nr. 94 


Bodenleiste eine omphalosähnliche 
Erhöhung. Man wird wohl auch 
hier Asklepios erkennen dürfen; zum 
Omphalos vgl. Gruppe Griech. Mytho- 
logie II ı451 Anm. 6; Roscher, Om- 
phalos ııo ff. und Neue Omphalos- 
studien 86; Nat. Mus. 1340 (Svoro- 
nos XXXIV); 1388 (Svoronos LIII). 
Daß er sich hinter dem Gott befin- 
det, kann seine Erklärung darin 
finden, daß links weitere Askle- 
piaden folgen. Griechische Arbeit 
des IV. Jahrhunderts. 


95. Inv. 2577. H. o'21, B. 0'285, D. 0:14 (Relieferhebung — 0'04). 
Rand links, ganz abgestoßene, 0'06 breite, allmählich ansteigende 


Leiste. Links steht eine Frau in Untergewand und Mantel nach rechts, 


die Rechte adorierend erhoben, rechts vor ihr ein kleines Mädchen in Mantel 


en face; weiter rechts sind die viel größeren Beine eines in Vorderansicht 


stehenden Gottes im Mantel zu erkennen, wohl des Asklepios. Es zeigt die bei 


späteren Asklepiosreliefs des IV. Jahrhunderts häufige flüchtigere Technik. 


96. Inv. 2589 + Inv. 2402 + Inv. 3008 (Sybel 5701) + Nat. 
Mus. 2938 (Svoronos CLXXXVIII); Jahreshefte XVIII Beibl. 93. H. 0'45, 
B. 0:63, D. o'ı2 (Relieferhebung — 0:04). 


Der Rand ist überall gesichert; oben fehlt in der Mitte ein Bruchstück, 


desgleichen rechts unten; unten ist die ganze Leiste abgebrochen; an den 


Seiten 0:04 breite Anten, oben 0°06 
breites Gebälk mit Stirnziegeln; 
oberden AntenkapitellenBohrlöcher, 
wohl zum Einsetzen metallenen 
Schmuckes. Rechts sitzt Asklepios 
nachlinks, Unterkörper, linkeSchul- 
ter und linken Oberarm im Mantel, 
mit der Linken den an die Beine 
gelehnten Stab oberhalb der Kniee 
haltend, die Rechte erhoben. Links 


davon, teilweise von ihm verdeckt, 


56 Weihreliefs 


steht von vorne gesehen Hygieia in Untergewand und über den Kopf ge- 
zogenem Mantel, die Rechte auf Asklepios’ linker Schulter. Links von den 
Göttern ein Altar, vor diesem steht ein kleines Mädchen in Vorderansicht, 
in Untergewand und Mantel gehüllt. Von links schreiten in typischer 


Nr. 96 


Adorantentracht und -stellung ein Mann, eine Frau und fünf Mädchen 
heran, das kleinste — das zweitjüngste Kind — zwischen den zwei ältesten 
Schwestern. Zur Gruppe von Asklepios und Hygieia vgl. z. B. Nat. Mus. 1362 
(Svoronos XL); zu dem zwischen Göttern und Adoranten stehenden Kind 
vgl. zu Nr. 46, 263, 269. Etwas flüchtige Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


97. Inv. 3644. H. 0'26, B. 0'175, D. 0'075 (Relieferhebung — 0'022). 

Rand nur unten, 0'03 breite Leiste. Beine im Mantel des nach links 
auf einem Thron mit vorgesetztem Schemel sitzenden Asklepios, linkes 
Bein vorgestellt. Von links schreitet auf ihn ein Mann im Mantel heran, 
die Rechte adorierend erhoben; weiter links geringe Reste eines weiteren 
Adoranten. 


98. Inv. 2592 (Sybel 7064). H. 0'27, B. 0'135, D. 0'10 (Relieferhebung 
— 0°03). 


Weihreliefs 57 


Nur unten Rand 
mit 0'04 breiter Leiste. 
Beine mit Sandalen eines 
nach links thronenden 
Asklepios in Mantel; die 
Armlehnen des Thrones 
waren von Sphingen ge- 
tragen, vgl. Nr. 103, 104. 
Die auf einen Schemel 
gestellten Füße sind auf- 
fallend stark unter den 


Thron gezogen, wie es 


häufig auf älteren Re- | 
liefs begegnet. Nr. 97 Nr. 98 


99. Inv. 4714. H. o'ı5, B. 0o'10, D. o0°05 (Relieferhebung — 0°03). 
Rand nur rechts mit einer 0'035 breiten Leiste. Oberkörper eines bär- 
tigen Mannes nach links, Mantel auf der linken Schulter. Wohl Asklepios. 


100. Inv. 4755 (Sybel 6565). 
Bao Ban 7, 2 De0o-T2u(Reliel- 
erhebung — 0°01). 

Oben Bruch, desgleichen die 
Seitenkanten des Reliefs bestoßen und 


Nr. 99 Nr. 100 


abgebrochen; unter dem Relief eine 0'24 hohe Fläche. Rechts erkennt 


man noch die Beine und den rechten Arm des im Mantel auf einem Stuhl mit 


53 


Weihreliefs 


geschweiften Beinen nach links sitzenden Asklepios, links neben ihm steht 


Hygieia in Untergewand und Mantel; von links schreiten adorierend ein 


Nr. 101 


Mann und eine Frau heran. Auffallend 
für ein Asklepios- und überhaupt ein 
Weihrelief ist die Form; die Arbeit ist, 
soviel man bei der schlechten Erhaltung 
sagen kann, griechisch. 


101. Inv. 4718. H. 0'31, 0'28, 
D. o'ıı (Relieferhebung — 0'015). 

Rand unten, 0'04 breite Leiste mit 
Zapfen zum Einlassen. Rechts sind die 
Beine einer nach links im Mantel sitzen- 
denFigur erhalten, der rechtevorgestellte 
Fuß auf einemSchemel; links davon, teils 


verdeckt, ein Altar, zu welchem von links 


ein kleingebildeter Knabe in Mantel einen Widder heranführt. Wegen der 


Kleidung der Gottheit und wegen des Opfertieres werden wir wohl am 


ehesten an Asklepios denken. Schlechte Arbeit, aber wohl griechischer Zeit. 


Nr. 102 


102. inv. 2501 (Sybel 5955). H. 0'26, B. 0'32, D. 0'065 (Relief- 


erhebung — 0'015). 


Weihreliefs 59 


Oben gebrochen, unten und an den Seiten 0'02 breite Leisten. 
Asklepios, den Unterkörper im Mantel, sitzt auf einem Thron mit vor- 
gestelltem Schemel halblinks; die Rechte hat er auf dem Schoß, mit der 
Linken hält er einen Stab. Links vom Gotte steht ein auf Grund des Reliefs 
in Konstantinopel gı (Rev. Arch. 1903 II pl. XIII) wohl als Thymiaterion 
zu deutendes Gerät, vgl. K. Wigand, Thymiateria IV 107, auf dem 
sich eine Schlange ringelt. Weiter links ein Altar mit im Relief ange- 
gebenem Feuer; links davon steht ein Schwein. Das durch seine schlechte 
Arbeit bei nahezu gänzlich mangelndem Abbau in die Tiefe auffallende 
Relief erinnert sehr an das oben | 
erwähnte Konstantinopler Stück, das 
Perdrizet ebenda 2ı1 ff. mit einigen 
anderen zusammenstellt. Ist das 
Relief wirklich attischer Provenienz, 
so wird man es wohl erst spätrömi- 
scher Zeit zuweisen dürfen; in tech- 
nischer Beziehung erinnert es durch 
die Art der Reliefbildung, die nahezu 
nur in einer zum Reliefgrund 
parallelen Ebene arbeitet, an früh- 
christliche Stücke. 


103. Inv. 2976 (Sybel 5706). 
H. 0:46, B. 0'30, D. 0'145 (Relief- 
erhebung — 0'065). 

Rand nur unten, 0'035 breite 


Leiste mit Zapfen zum Einlassen. 
Auf einem Thron, dessen Seitenleh- Nr. 193 

nen von Sphingen getragen werden, 

mit vorgesetztem Schemel sitzt Asklepios nach rechts, den Oberkörper 
nach vorne herausgedreht, den Unterkörper und linken Arm im Mantel. Die 
linke Hand, die einen Stab hielt, liegt auf dem linken Oberschenkel. Rechts 
davon sind die Reste einer stehenden Frau in Untergewand und Mantel 
zu erkennen, die durch ihre Größe als Göttin gekennzeichnet scheint. 
Falls von rechts mehrere Adoranten herankamen, muß, da uns die Mitte 
des Reliefs erhalten ist, links hinter Asklepios noch eine Gottheit ge- 
standen sein. Sphingen als Träger der in Widderköpfen endenden Seiten- 
lehnen auf Nr. 98, 104, sowie häufig auf Grabreliefs, z. B. Conze 306. 


60 Weihreliefs 


104. Inv. 3273 (Sybel 7174). 
H. 0:16, B. 0'195, D. 0:09 (Relief- 
erhebung — 0'05). 

Nirgends Rand. Mittelpartie 
des auf einem Thron nach rechts 
im Mantel sitzenden Asklepios; die 
Armlehne, die in einen Widder- 
kopf endet, wird von einer sitzen- 
den Sphinx getragen. Zur Thron- 


bildung vgl. Nr. 98, 103. 


Nr. 104 


105. Inv. 2517 (Sybel 6364). 
H. 0'315, B. o'15, D. 0'13 (Relieferhebung — 0°05). 
Rand nur links, 0'05 breite Leiste. Oberkörper eines auf einem Thron 


mitRückenlehne nach rechts sitzenden Asklepios mit Mantel um denRücken. 


106. Inv. 2559 (Sybel 7154) + Inv. 3264. H. 0:26, B. 041, D. 0'07 
(Relieferhebung — 0'02). 

UntenBruch; an denSeiten o'o25breiteganz bestoßene Anten, oben 0°05 
breites, bestoßenes Gebälk. Auf dem sehr verriebenen Relief sitzt links Askle- 
pios auf einem Thron nach rechts, den Unterkörper im Mantel, die Linke hält 
hoch den Stab. Rechts vor ihm ein Altar mit 
plastisch in Form einer Pyramide ange- 
gebenem Feuer. Auf ihn schreiten von rechts 
heran ein kleiner Opferknabe mit einem 
Schaf, ein Mann und eine Frau, zwischen 
beiden ein Kind. 


107. Inv. 2973 (Sybel 6350). H. 0'14, 
B. 0:39, D. 0’ 10 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und unten; unten o'o2 breite 
Leiste. Beine eines auf einem auffallend nie- 
deren Stuhl nach rechts sitzenden Mannes 
im Mantel. Der Oberkörper muß herausge- 
dreht gewesen sein, da die Linke, wie die 
erhaltenen Finger zeigen, auf dem rechten 
Knie lag und die Rechte links hoch einen 
Stab hielt, dessen unteres Ende mit Schuh 


Weihreliefs 61 


erhalten ist; sehr 
ähnlich sitzt Askle- 
pios auf dem Relief 
Konstantinopel 91, 
vgl. Nr. 102. Man 
wird wohl auch hier 
lieber an Asklepios 
als an Zeus denken. 


108.Inv.4901; 
Jahreshefte XII 
Beibl. 235 ff. Abb. 


144; Reinach, Rep. Nr. 105 
de reliefs II 366, 5. 
H. 016, B. 0'26, D. 0'08 (Relieferhebung — 001). 


Überall stark bestoßener Rand; rechts oben und in der Mitte unten, 
wo sich ein Zapfen zum Einsetzen befindet, beschädigt. Links steht in 
Schrittstellung nach rechts ein bartloser Jüngling in kurzem, gegürtetem 
Gewand, das auch ein Fell sein kann, mit der Rechten gestützt auf eine 
Keule; in seiner Linken hält er ein großes Horn. Rechts von ihm kniet 
eine Frau in langem Gewand im Profil nach links, die Arme nach links 
abwärts gestreckt. Darüber rechts der Oberkörper einer nackten weib- 
lichen Figur von vorne mit Kopf im Profil nach links, rechts daneben zwei 
nach unten hängende, in den Ellbogen schwach gebogene Arme; unter- 
halb ein weiblicher Unterleib bis zu den Knien und weiter rechts zwei 
Beine nach links. Die einzelnen Körperteile werden töroı, Nachbildungen 
kranker Organe, darstellen, wie man sie Heilgöttern im Altertum wie 
in unserer Zeit zu geloben und darzubringen pflegte (näheres siehe 
Jahreshefte a. a. O.; ferner Kutsch, Attische Heilgötter a. a. O.; Meyer- 
Steinegg, Darstellung 
normaler und krank- 
haft veränderter Kör- 
perteile an antiken 
Weihgaben). Durch de- 
ren Darstellung auf dem 
Relief wird das Kult- 
lokal angedeutet ähn- 
lich wie auf den Reliefs | Nr. 107 


62 Weihreliefs 


im Nat. Mus. 
(Svoronos 
CCXXXVII), 
Epigraphikon 
2777 (Svoronos 
CCXXV),Piraeus 
(Jahresh. XIII 
Beibl. 237) und 
dem Böotischen 
Krater Nat.Mus. 
1393 (Collignon- 
Couve, Cat. 
1926); vgl. auch 
Nr.316.E.Reisch 
Nr. 108 macht darauf 


aufmerksam, 
daß sich die vier dargestellten Körperteile zueiner ganzen Figur zusam- 
mensetzen, vermutlich dem Abbild der Adorantin, das diese in Form 
einer Puppe aus Wachs oder Holz, in Teile zerlegt, geweiht haben 
mag. Man wird also hier an einen Heilheros denken müssen; trägt 
er Fell und Keule, dann ist es Herakles, wahrscheinlich Mnvurig 
(Watzinger, Ath. Mitt. XXIX 241; Gruppe, Griech. Mythologie 453 
mit Anm. 6; Pauly-Wissowa, Realenzykl. Suppl. III 928f.), dessen Ver- 
ehrung im Athener Asklepieion für das IV. Jahrhundert erwiesen 
ist (Judeich, Topographie 288; Kutsch, Attische Heilgötter 23, 32). 
Über kniende Stellung bei der Adoration vgl. Jahreshefte XIII Beibl. 229ff. 


APOLLO. 


109. Inv. 4962. H. 0'40, B. 0'34, D. 0:14 (Relieferhebung — 0:03). 

Gefunden 1910 zugleich mit Nr. 209 und 268 bei Abbruch einer 
späten Mauer auf der Akropolis, vgl. HIpaxtınd IQIO o. 144. 

Nirgends Rand. Oberkörper eines mit vorgesetztem rechten Bein 
nach links schreitenden nackten Mannes mit sorgfältig frisiertem Haar 
und Knoten im Nacken sowie je zwei langen Locken zu beiden Seiten 
des Halses. Um die Arme und den Rücken ist ein streifenförmig zusammen- 
gelegter Schal gewunden. Der rechte Unterarm ist erhoben und trug 
etwas, der linke Arm ist ebenfalls gebogen, so daß die Linke ungefähr in 


Hüftenhöhe zu stehen 
kommt, sie trug einen 
stabförmigen Gegen- 
stand, von dem jetzt 
nur der untere Teil 
erkennbar ist. Weiter 
rechts am Bruch das 
freie Ende eines Män- 
telchens einer folgen- 
den Figur. Das Frag- 
ment zeigt deutlich 
archaisierende Arbeit 
und gehört einem Re- 
lief jener Klasse mit 
der Darstellung einer 
Reihe schreitender 


Weihrelie‘s 63 


Nr. 109 


Gottheiten an; vgl. zuletzt E. Schmidt, Brunn-Bruckmanns Denkmäler 


griechischer und römischer Skulptur Nr. 660. Es wird wohl am ehesten 


Apollo sein; vgl. Hauser, Neuattische Reliefs Taf, I Typus 2, 


110. Inv. 2674 (Sybel 
BOOS)E AHlee 021520 Da20°25) 
D. 0'065 (Relieferhebung — 
0'005). 

Rand links und unten; 
unten 0'o2 breite Leiste. Ar- 
temisin langem Gewand und 
flatterndemMantelimRücken 
eilt auf unebenem Terrain 
nach rechts, wohl in beiden 
Händen Fackeln tragend; 
neben ihr springt, teils von 
ihr verdeckt, eine Hirschkuh. 
Weiter rechts steht nach 


ARTEMIS. 


Nr. IIo 


rechts, so daß er also Artemis den Rücken kehrt, ein kleiner, bärtiger, 


adorierender Mann im Mantel, Die auffallende Stellung des Adoranten 


64 Weihreliefs 


(vgl. zuNr. 79, 3ıI, 330) findet wohl darin ihre Erklärung, daß auch rechts 
Gottheiten dargestellt waren, nach links gekehrt, auf die auch Artemis 
zueilt; diese können Apollo, vielleicht auch Demeter und Kore gewesen 
sein. Zum Typus der eilenden Artemis vgl. das Relief in Kassel, Bieber, 
Antike Skulpturen und Bronzen 74 Tf. XXXII; desgleichen laufende Fi- 
guren an Hekataien, z. B. Nat. Mus. 3187. Die Arbeit ist ziemlich flüchtig. 


111. Inv. 3316 (Sybel 6559) 
+ Inv. 3370 (Sybel 7098). H. 0'60, 
B. 0'32, D. o'ı8 (Relieferhebung 
— 0'02). 

Rechts Bruch; unten 0'o05, 
links 0'07, oben 0'06 breite Leiste. 
Eine Figur in kurzem, bis zu den 
Knien reichendem, gegürtetem Ge- 
wand mit kurzen Ärmeln läuft, weit 
ausschreitend, nachrechts; dieHaare 
scheinen in einer Haube aufgenom- 
men. Die erhobene Rechte schwingt 
einen Stock, wohl ein Aaywßörov. 
Neben ihr, teils vom linken Bein 
verdeckt, läuft ein schlanker Jagd- 
hund oder ein Wild, von dem nur 
das Hinterteil erhalten ist. Wegen 
der Haartracht wird man die Figur 
‚als weiblich und somit als Artemis 


fassen. Zum Typus der kurzgewan- 
deten jagenden Artemis vgl. die 


Nr’e117 


Statuen des Strongylion und Praxi- 
teles; eine am Westabhang der Akropolis gefundene Replik im Typus 
der Artemis von Versailles Athen. Mitteilungen XXI 2721. 


112. Inv. 2576. H. 0:33, B. 0'355, D. o0'15 (Relieferhebung — 0'04). 
Rand links und unten; links 0'05 breite Ante mit profiliertem 
Fuß, unten 0'03 breite Leiste mit den Resten eines zum Einlassen 
bestimmten Zapfens. Links steht, von. vorne gesehen, auf einer 0'04 
breiten Leiste (Basis des Götterbildes?; vgl. dazu Nr. 46 und 292) eine 
Gottheit mit linkem Stand- und rechtem Spielbein in langem Gewand; 


Weihreliefs 65 


die Linke scheint eine Fackel zu halten. Der vertikale Kontur dahinter 
könnte von einem Pfeiler herrühren. Rechts davon erhebt sich, von der 
Figur teilweise verdeckt, ein großer Omphalos; weiter rechts erkennt man 
etwa den Kontur eines 
Altars, hinter dem eine 
Schlange hervorkommt. 
Wenn die Gottheit weib- 
lich ist, so wird man 
wegen Omphalos und 
Fackel am ehesten auf 
Artemis schließen, ne- 
. ben der Apollo gestanden 
haben mag; vgl. das 
Urkundenrelief aus Ere- 
tria 'Ey. dpy. I9II 33f.; 
Roscher, Neue Ompha- 
losstudien 32 ff. Tf. III 2. 
Auf der linken Seiten- Ne. 112 

fläche steht in schlechter 

Schrift spät eingemeißelt die Inschrift: Ayplodilauog | Alpidtos | Apıstoreing | 
Edpvpwvas, vielleicht die Namen von Pyloroi. Ähnliche späte Beschreibung 
zeigt das Relief Epigraphikon 660; Nat. Mus. 2931 (Svoronos CLXXXVII); 


vgl. auch Nr. 212. 


DEMETER, KORE UND VERWANDTE GOTTHEITEN. 


113. Inv. 2456 (Sybel 7010) + Inv. 2575. H. 0:46, B. 0°42, 
D. 0'13 (Relieferhebung — 0'045). 

Nirgends Rand. Von einer nach rechts sitzenden Figur ist die Innen- 
seite des gebogenen vorgestreckten linken Armes erhalten, an dem ein 
Stab oder Zepter lehnt. Die Hand greift nach einer großen Fackel, die ein 
rechts davon en face stehendes viel kleineres Mädchen in Untergewand und 
Mantel in der Linken auf den Boden aufgestellt hält; ihr Mantel ist in 
der Taille gegürtet. Man wird hier wegen des Größenunterschiedes eher 
Demeter mit einer Sterblichen als mit Kore erkennen; zum Motiv 
der Fackelübergabe vgl. Nr. 114; Nat. Mus. 1016 (Svoronos CLXXXIII); 
Ninnionpinax (Collignon-Couve, Cat. 1968); Ermitage, Atlas 1862 III; 

> 


66 


Nr. 113 


Weihreliefs 


Jahresh. XXI/XXI 
Beibl. 248 f. Vgl. zu 
Nr. II4, 296, 301. 


114. Inv. 2661. 
Hr 0:20), °B. 0:24; 
D. 0'065 (Relief- 
erhebung — 0'0I). 

Rand links und 
oben; oben 0'025 
breitesProfil. Links 
sitzt in langem Ge- 
wand und Mantel 
eine Göttin im Pro- 
fill nach rechts, 
die Rechte wohl 
mit Schale vorge- 
streckt, die erho- 


bene Linke hält vielleicht ein Zepter oder sie nimmt von der rechts von 


ihr halblinks stehenden langgekleideten Frau eine Fackel entgegen, die 


diese mit erhobener Rechten und gesenkter Linken hält. Weiter links sind 


noch die Konturen einer nach vorne stehenden kurzgekleideten Figur zu 


erkennen, die wie die Frau mit der Fackel durch die Größe als Gottheit 


charakterisiert ist. In den beiden Frauen wird man Demeter und Kore, in 


Nr, 114 


der dritten Gottheit vielleicht 
Artemis oder Jakchos erken- 
nen dürfen; zur eventuellen 
Fackelübergabe vgl. Nr. 113. 
Trotz der schlechten Erhal- 
tung erkennt man die ge- 
ringe Arbeit. 


115. Inv. 2551 (Sybel 
5931); Photographie des deut- 
schen archäologischen In- 
stituts, Grabreliefs 343. H. 
0'225, B. 0'27, D. 0:08 (Re- 
lieferhebung — 0'01). 


Weihreliefs 67 


Rand unten, links und oben; unten 0'02, links 0'0275, oben 0'035 
breite Leiste. Rechts sitzt wohl am linken Ende einer Kline, den Oberkörper 
nach rechts gedreht, eine Frau, den Mantel über den Kopf gezogen. Rechts 
von ihrem Kopf ist noch ein Teil des Rhytons erhalten, das der auf der 
Kline liegende Mann hielt. Links von ihr steht eine durch ihre Größe 
als Göttin charakterisierte Frau in langem Gewand mit übergürtetem 
Überschlag, mit der Linken hält sie den Schaft einer dicken großen Fackel. 
Weiter links schreiten zwei Männer und eine Frau adorierend heran. 


Nr:2115 


Zu der auf dem Klinenende nach links sitzenden und nach rechts gewandten 
Frau siehe z. B. Berlin 822; Nr. 334. Durch die Vereinigung mit der 
Göttin ist auch das hier dargestellte Paar als göttliches erkennbar; 
wir haben somit wieder den Fall, wo ein Totenmahlrelief sicher als 
Weihrelief an Gottheiten gefaßt werden darf (vgl. zu Nr. 312, 314; 
Svoronos $. 529 ff.); auf Grabreliefs kommt ja eine Vereinigung der Toten 
mit Gottheiten ganz selten vor, z. B. Conze, Att. Grabreliefs 1146; Nat. 
Mus. 756). Wir werden hier wohl am ehesten die auf dem Relief Nat. 
Mus. 1519 (Svoronos LXXXIII) als Yeös und Ye« bezeichneten Gottheiten 
und in der fackeltragenden Göttin Kore erkennen dürfen. 
5* 


68 Weihreliefs 


116. Inv. 2588 (Sybel 6073). 
H. 0'28, B. o'25, D. 0'105 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

NirgendsRand. Oberkörpereiner 
wahrscheinlich sitzenden Frau im 
Profil nach links in Untergewand, 
über das Hinterhaupt gezogenem 
Mantel, mit Reif um die Stirne. Die 
Rechte hielt ein Zepter, das selbst 
Nr. 116 nur in Farbe angegeben war, dessen 


oberer Knauf aber in Relief erhalten 
ist. Man wird am ehesten in ihr Demeter erkennen dürfen. Die Arbeit 
ist nicht besonders fein. 
Der Reliefgrund ist nur längs der Konturen der Figuren geglättet, 
sonst fein gepickt; vgl. Nr. 2. 


Nr. 117 


117. Inv. 2994 (Sybel 6108) + Inv. 2982 + Inv. ohne Nr. Jahres- 
hefte XIV Beibl. 62. H. 0'49, B. 0'70, D. 0'165 (Relieferhebung — 0'15). 
Oben Bruch. Unten 0'055 breite Leiste, in der Mitte 0'14 breiter 
Zapfen zum Einsetzen; an den Seiten 0'07 breite Anten mit Fuß. In der 


Weihreliefs 69 


Mitte sitzt von vorne gesehen auf einem Thron mit etwas schräg vor- 
gestelltem Schemel eine Göttin in langem Untergewand und Mantel, der die 
Schultern freiläßt. Links davon sitzt ebenfalls auf einem halblinks stehenden 
Thron mit vorgesetztem Schemel eine etwas kleinere Göttin in ganz ähn- 
licher Tracht und rechts symmetrisch dazu eine dritte, ganz ähnlich, aber 
wieder kleiner als die zweite. Die Köpfe fehlen, desgleichen die Hände oder 
Reste irgendwelcher Attribute, so daß 
man die Göttinnen schwer benennen 
kann. An einen Dreiverein, etwa Nym- 
phen, Moiren zu denken, verbietet die ver- 
schiedene Größe; nicht unmöglich ist es, 
daß wir Ge Kurotrophos, Demeter Chlo& 
und Kore erkennen dürfen, von deren 
Kult dicht vor dem Eingang zur Akro- 
polis wir aus der Inschrift Asır. &py. 
1889 V 130 Nr. 5 (Paus. 122, 3) wissen. 
Nähere Parallelen zur Komposition des 
Ganzen kenne ich nicht; am liebsten 
möchte man ja an die Nachbildung 
einer Gruppe von Kultstatuen denken. 


118. Inv. 2636 + Inv. 2423 (Sybel 
5976). H. 0:32, B. 0'165, D. 0:08 
(Relieferhebung — 0'015). 


Rand unten und oben; unten 0'025 
breiteFußBleiste, oben 0'035 breitesGebälk 


mit Stirnziegeln. Eine Göttin in langem, 
gegürtetem Gewand mit Überfall und Fi ws 

Mantel im Rücken und über Hinterhaupt 

steht mit rechtem Stand- und linkem Spielbein etwas nach links; die 
Linke hält hoch das Zepter, die Rechte hängt herab. Man wird wegen 
der äußeren Form des Reliefs nicht ein Urkunden-, sondern ein Weihrelief 
annehmen wollen und in der Göttin Demeter erkennen. Die Vertiefungen 


links rühren nur von Beschädigungen her. 


119. Inv. 2553 (Sybel 6560). H. o'22, B. 0'30, D. 0'095 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand nur oben, 0'005 breites Profil. Links ist noch der Kopf einer halb- 
rechts stehenden Frau mit Zepter in der erhobenen Linken erhalten. Rechts 


70 


Weihreliefs 


davon steht ebenfalls halbrechts eine Frau in Untergewand und Mantel, mit 
beiden Händen eine große Fackel nach rechts haltend; weiter rechts endlich 


Nr: 119 


die Reste einer wei- 
teren nach rechts 
stehenden Frau. 
Auchhier wirdman 
in der mittleren Fi- 
gur Kore, in der 
links wohl Demeter 
erkennen dürfen. 


120. Inv. 2497 
— Epigraphikon 
Nr. 2772 (Svoronos 
CCXXII); Jahres- 
hefte XVIII Beibl. 
02.f. H.:0'30,.B, 
0'37,D.o'og(Relief- 
erhebung — 0'025). 


Rand links und unten; unten 0'035 breite Leiste mit Resten des zum 


Einlassen bestimmten Zapfens. Links Unterkörper einer mit zurückge- 


setztem rech- 
ten Fuß halb- 
rechts stehen- 
den Göttin in 
langem Ge- 
wand mitüber- 
gürtetemÜber- 
schlag und im 
Rücken _flat- 
terndem Man- 
tel; sie scheint 
vor sich einen 
jetzt unklaren 
Gegenstand zu 
halten. Rechts 
von ihr ein Al- 
tar, vor diesem 


Weihreliefs 7ı 


einvoneinem Knabeninkurzem GewandherangeführtesSchwein mitBorsten- 
kamm. Weiters kommen von rechts mit adorierend erhobener Rechten drei 
bärtige Männer in Mantel heran, von einer vierten Figur ist noch der 
adorierend erhobene Unterarm erhalten. Die Tracht der Göttin ist die, 
in der Athene auf einer Reihe von Weihreliefs erscheint, doch spricht der 
Mangel von Schild und Speer gegen die Deutung auf diese Göttin, des- 
gleichen das Schwein als Opfertier, wenn dieses auch vereinzelt (z. B. 
Nr. 48) bei ihr vorkommt; da attische Weihungen an Hygieia allein sehr 
selten sind (Kutsch, Attische Heilgötter 32), wird man am ehesten Demeter 
erkennen dürfen, für 
welche ja das Schwein 
als Opfertier typisch ist 
z. B. Nat. Mus. 1016 
(Svoronos CLXXXIII). 
Mäßigere Arbeit des 
IV. Jahrhunderts. 


121. Inv. 2623 
—+ Inv. 2548. H.o'4o, 
B.0'47, D.0'17 (Relief- 
erhebung — 0'09). 

Rand links und 
unten, unten 0'o4brei- 
te Leiste. Links ist 
der Unterkörper einer 


nach rechts stehenden Nr. 121 

Göttin erhalten, in lan- 

gem Gewand mit übergürtetem Überschlag und im Rücken flatterndem 
Mantel. Rechts stehtein Altar, hinter diesem ein Opferknabe mit Schüssel; 
weiters kommt von rechts eine Frau in Untergewand und Mantel adorierend 
heran. Da keinerlei Attribute erkennbar sind, kann man keine bestimmte 
Göttin erkennen; man wird wegen der Seltenheit der Darstellung Hygieias 
allein nicht an diese, sondern auf Grund der Ähnlichkeit mit der Göttin 


auf Nr. ı20 eher an Demeter denken. 


72 Weihreliefs 


HERAKLES. 


122. Inv. 2600 + Inv. 4674 (Sybel 6662) + Inv. 2998 + Inv. 2637 + 
+ Inv. ohne Nr. Jahreshefte XVIII Beibl. 97. H. 0:56, B. 0'75, D. 0'16 
(Relieferhebung — 0'04). 

Überall, unten bestoßen, der Rand gesichert; unten 0'055 breite 
Leiste, an den Seiten 0'045 breite Anten, oben 0'045 breites Gebälk mit 


Nr. 122 


Stirnziegeln. Unten Bruchfläche eines Einsatzzapfens. Links sitzt, teils 
die Ante überschneidend, auf dem über eine Terrainerhöhung gebreiteten 
Löwenfell Herakles nach rechts, die Keule, deren oberes Ende mit dem 
Fell umschlagen ist, in die rechte Achselhöhle gestemmt, von der Rechten 
gehalten; die Linke liegt auf dem linken Knie. Rechts davon steht eine 
durch ihre Größe als Göttin charakterisierte Frau etwas nach rechts ge- 
wendet, mit linkem Stand- und rechtem Spielbein, in langem Gewande 
mit übergürtetem Überschlag und flatterndem Mäntelchen im Rücken. 
Weiter rechts folgt noch eine Göttin oder vielleicht das Bild einer solchen, 
steif in Vorderansicht dastehend, in Untergewand mit Knüpfärmeln und 


Weihreliefs 73 


Mantel darüber, der linke Schulter und Unterkörper verhüllte; auf dem 
‚Haupt, von dem beiderseits lange Locken herabfallen, trägt sie einen Polos 
oder eine hohe Stephane, die Rechte ist, wie ein Bohrloch zeigt, mit 
einem Attribut vor die Brust gehalten. Rechts an der Ante stand 
‚wahrscheinlich eine kleinere Figur nach links adorierend. Die Deutung 
ist, da keine Attribute er- 
halten sind, nur sehr un- 
‚sicher; man könnte an 
Demeter und Kore den- 
ken. Ist dies richtig, so 
würde man dann durch 
die Vereinigung mit He- 
rakles nach Agrai oder 
in das Thesmophorion 
verwiesen, wo dieser der 
Überlieferung nach indie 
Kleinen Mysterien ein- 
geweiht wurde (Judeich, 
Topographie 354 Anm.). 
Zur Göttin mit demPolos 
vgl. Nr. 76. 


123. Inv. 2586 (Sybel 
7175); Friederichs-Wol- 
ters 1204; Frickenhaus, 
Athen. Mitt. XXXVI 123. 
H.o'32, B. 0'33, D.0'09 Nr. 123 
{Relieferhebung — 0'025). 

Rand links und unten; unten 0'°03 breite Fußleiste. Auf einem drei- 
stufigen Unterbau erhebt sich in der linken vorderen Ecke eine unkanne- 
lierte Säule auf jonischer Basis. Darauf sitzt, an die Säule gelehnt, nach 
rechts mit untergebreitetem Löwenfell ein nackter Jüngling, das Schwert 
an einem Riemen über die Brust; die Rechte liegt an der obersten Stufe, 
die Linke wohl auf dem linken Knie. Frickenhaus reiht das Stück richtig 
unter die Heraklesreliefs mit dem im Kult dieses Gottes so oft nachzu- 
weisenden Viersäulenbau ein; die nächste Parallele bietet das Relief aus 
Andros, jetzt in Neapel (Arndt-Amelung, Einzelaufnahmen 527; Sauciuc, 
Andros 120), wenn esauch nicht unmöglich scheint, daß bei unserem Stück 


74 Weihreliefs 


nur die eine Säule dargestellt war. Über die Bedeutung des Viersäulen- 
baues und seine Lokalisierung siehe Frickenhaus a.a.O. ıız3ff.; Jahres- 
hefte XVIII Beibl. 97 f. Zu Herakles mit dem Schwert vgl. z. B. seine Dar- 
stellung in ähnlicher 
StellungaufderMeidias- 
vase mitden Hesperiden 
(Furtwängler - Reich- 
hold I S. 43, Taf. 8/9). 


124. Inv. 2742 (Sy- 
bel 5694). H. 0'23, B. 
0'425, D. 0'09 (Relief- 


erhebung — 0'025). 
Nr. 124 Oben Pruch; unten 
0'04, nachrechtsbreiter 
werdende Leiste. Rechts saß, stark zurückgelehnt, auf einer Terrain- 
erhöhung mit darüber gebreitetem Löwenfell Herakles nach links, von dem 
nur die Füße erhalten sind. Von 
links kommt ein klein gebildeter 
Mann in Mantel, sicher adorierend, 
heran. Zu dem auf dem Felsen 
sitzenden Herakles vgl.Nr. 122 und 
Nat. Mus. Sybel 1605,. Schlechte 
Arbeit. | 


KAIROS. 


125. Inv. 2799 (Sybel 5987 
mit Literatur); Arch. Zeitung 1875 
Taf.Il4; Friederichs-Wolters 1898. 
H. o'ı8, B. 0'18, D.0'06 (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Nirgends Rand. Unterfigur 
eines nackten Jünglings mit Flü- 


geln an den Fußgelenken im Profil 
Nr. 125 nach links schwebend oder laufend. 

Das Glied ist nachher abgearbeitet. 

Das Fragment gehört einer Darstellung des Kairos an, wie uns eine solche 
vollständig im Turiner Relief erhalten ist. Näheres vgl. Sauer, Roschers 
Lex. d. Mythol. II 900 und Durrbach in Daremberg-Saglio, Dict. V 787. 


Weihreliefs 75 


KYBELE. 


126. Inv. 2455 (Sybel 6074). H. o'20, B. 0'275, D. 0'09 (Relief- 
erhebung — 0'085). 

Rand unten und links; unten 0:04 breite Leiste. Links sitzt auf 
einem Thron mit Rückenlehne und vorgestelltem Schemel eine Göttin 
nach rechts in Untergewand und Mantel. Der linke Unterarm ist er- 
hoben und hielt wohl einen nur in Farbe ausgeführten Stab, der rechte 
hält eine Schale. Zur Seite des Thrones sitzt ein Tier nach rechts, in dem 
man wohl am ehesten einen Löwen erkennen darf. Rechts von der Göttin 
stehen ein kleineres und ein 
etwas größeres Mädchen en 
face in bis zu den Knien rei- 
chenden, gegürteten Gewän- 
dern mit Halbärmeln; beide 
halten in der Linken große, 
wie Rundschilde aussehende 
Becken. Diese sowie der Löwe 
zur Seite der Göttin sichern 
die Deutung auf Kybele. Die 
den gewöhnlichen Weihreliefs 


entsprechende Form ist bei 
einer Weihung an Kybele in Nr. 126 

Attika selten (vgl. Berlin 691; 

Svoronos, Nat. Mus. 364 Abb. 192; nicht attisch z. B. die von Keil, 
Jahreshefte XVIII 66 ff. zusammengestellten Reliefs). Die Arbeit ist 
sehr flüchtig. 


127. Inv. ohneNr. H. 0:19, B. 0'30, D. 0:09 (Relieferhebung — 0°05). 

Oben Bruch; unten 0°04, an den Seiten 0'03 breite Leisten. Durch 
eine 0'0375 breite Leiste entstehen zwei Naiskoi, in jedem sitzt Kybele in 
gewöhnlicher Tracht und Stellung; links den Löwen auf dem Schoß, rechts 
sitzt er zu ihrer Rechten. Auf der linken Leiste sind noch die ganz be- 
stoßenen Reste des Hermes Kadmilos zu erkennen; auf der rechten Leiste 
stand wohl entsprechend Hekate; vgl. Nr. 129, 130— 132; 138; Athen. 
Mitteil. III 398. Zur Verdoppelung von Göttergestalten vgl. Usener, 
Dreiheit 190 ff., speziell für die Göttermutter 191 f. Doppelkybelen, z.B. 


76 | Weihreliefs 


Athen, Nat. Mus. 1921, 1950 (Svo- 
ronos CXVIII); Athen. Mitteil. 
280 (Svoronos CCXL ,); andere 
Gottheiten in Athen: z.B. Athe- 
ne Nat. Mus. 82 (Svoronos 
"XXVI); Pan Nat. Mus. 1684 
(Svoronos CXXX), Athen. Mit- 
teil. 275 (Svoronos CCXXXVIII;), 
Nr. 127 München, Glyptothek 301. 


128. Inv. 2682 (Sybel 6139). H. o'20, B. 0'195, D. 0:06 (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Linke untere und rechte obere Ecke fehlen, sonst Rand. Oben 0'035, 
unten 0'03, an den Seiten 0'025 breite Leisten. Durch eine 0'02 breite 
Leiste entstehen zwei Naiskoi, in 
jedem sitzt Kybele in gewöhnlicher 
Tracht und Stellung. Zu Doppel- 
kybelen vgl. Nr. 127. 


Die folgenden zahlreichen Weih- 
reliefs stellen Kybele in der gewöhn- 
lichen Tracht in Untergewand und über 
die Oberschenkel liegendem Mantel 
mit vorgesetztem rechten Bein dar. 
Hinsichtlich der äußeren Gestalt zeigen 
sie entweder wie die meisten Weih- 


reliefs eine Einrahmung in Form 
Nr. 128 eines Naiskos (Nr. 129—147; mit 
Giebel Nr. 146 und 147), oder sie 
entbehren einer solchen und nähern sich durch entsprechenden Zuschnitt 
des oberen Teiles der Grundplatte Rundskulpturen (Nr. 148— 170). Als 
gewöhnliche Attribute hält die Göttin in der Linken das Tympanon, in 
der Rechten die Schale. Der Löwe erscheint entweder auf ihrem 
Schoß nach links liegend (Nr. 129—137 und 148—161) oder zu ihrer 
Rechten sitzend (Nr. 138—ı4ı und 162— 167). Bezüglich der Herkunft 
der meisten Stücke läßt sich nichts mehr ermitteln; doch scheint es 
sehr wohl möglich, daß etliche derselben aus den Häusern des West- 
abhanges stammen. 


129. Inv. 2696 (Sybel 
6080). H. 0'315, B. 0:33, D. 0'14 
(Relieferhebung — 0'06). 

Oben Bruch; unten 0'035 
breite Leiste, an den Seiten 
0°06 breite Anten. Kybele mit 
dem Löwen im Schoß. An der 
linken Ante ist ein halbrechts 
stehender Jüngling mit Chlamys 
und Petasos dargestellt, an der 
rechten ein nach links stehen- 
des Mädchen in langem Ge- 
wand mit übergürtetem Über- 
schlag, in der Rechten eine 


Weihreliefs 77 


Nr. 129 


große Fackel; wohl Hermes Kadmilos und Hekate, wie sie auf dem 


Relief Berlin 691 neben der Göttin stehen; vgl. Nr. 127, 130—1ı32, 138. 


130. Inv. 2695 (Sybel 7019). H. o'21, B. o'22, D. o'ıı (Relief- 


erhebung — 0'09). 


Bruch oben und rechts; links 0'045 breite Ante. Kybele mit 


Löwen im Schoß; an der linken Ante ein Jüngling mit Chlamys 


und Petasos nach rechts; vgl. zu Nr. 129. 


131. Inv. 2694 (Sybel 6078). H. 0'30, B. 0'24, D. 0'125 (Relief- 


erhebung — 0'06). 


Nr. 130 


78 


Weihreliefs 


Bruch oben und rechts; unten 0'025 breite Leiste, links 0'055 breite 


Ante. Kybele mit dem Löwen im Schoß. An der linken Ante ist, nach 


rechts schreitend, ein Jüngling in Chlamys dargestellt; vgl. zu Nr. 129. 


Nr. 132 


132. Inv. 2698 (Sybel 6676). 
H. o'22, B. 0'355, D. 0:09 (Relief- 
erhebung — 0'04). 

Oben Bruch; Breite der unteren 
Leiste und der Ante o'o5. Kybele 
mit dem Löwen im Schoß. Hier 
steht — abweichend von dem ge- 
wöhnlichen Schema (vgl. Nr. 127, 
129— 131, 138) — an der linken 


Ante ein langgekleidetes Mädchen nach rechts, an der rechten an- 


scheinend ein Jüngling. 


133. Inv. 2689. H. o'24, B. 0'195, D. 0'07. 
Oben Bruch. Kybele in Naiskos mit dem Löwen im Schoß. 


134. Inv. 2693. H. 0'175, B. 0'24, D. o'12. 
Oben Bruch. Kybele in Naiskos mit dem Löwen im Schoß. 


135. Inv. 2713. H. 019, B. 0'165, D. 0'095. 
Rand links und unten. Kybele in Naiskos mit dem Löwen im Schoß. 


Nr. 138 


136. Inv. 2714. H. o'21, B. o'2o, 
D. 0'10. 

Oben Bruch. Kybele in Naiskos 
mit dem Löwen im Schoß. 


137. Inv. 2715. H. o'21, B. 0'23, 
D./0'12: 

Oben und rechts Bruch. Kybeie 
in Naiskos mitdem Löwen im Schoß. 


138. Inv. 2697 (Sybel 6119). 
H. 0:24, B. 0'25, D. 0:13 (Relief- 
erhebung — 0:04). 


Weihreliefs 79 


Oben Bruch. Unterteil einer Kybele in Naiskos, links von ihr sitzt der 
Löwe, von vorne gesehen. An der linken Ante steht ein Jüngling in Chlamys 
nach rechts mit Kanne in der Rechten, an der rechten Ante eine lang- 
gekleidete Frau nach links, beide sehr stark verstoßen; vgl.Nr. 127,129 — 132. 


139. Inv. 2700 (Sybel 6122). H. 019, B. 0o'20, D. 0:09 (Relief- 
erhebung —- 0'08). 


Oben Bruch. Kybele in Naiskos mit dem Löwen zu ihrer Rechten; 
in der Linken hielt sie wohl ein Zepter, worauf ein Bohrloch hinweist. 


140. Inv. 2701 (Sybel 6118). H. o'18, B. 0'17, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0'045). 
Oben Bruch. Kybele in Naiskos mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


141. Inv. 2702. H.o'31, B. 0'28, D. 0'135 (Relieferhebung — 0'07). 
Oben Bruch, desgleichen rechts unten. Kybele in Naiskos mit dem 
Löwen zu ihrer Rechten. 


142. Inv. 2712. H.o'35, B.o'31, D. o'12. | 
Kybele in Naiskos. Vom Löwen sind keine sicheren Spuren vorhanden. 


143. Inv. 2643. H. 0'155, B. 0'17, D. 0:06. 
Kybele in Naikos. 


144. Inv. 2710. H.o'20, B. 0'225, D. 0'085. 
Kybele in Naiskos. 


145. Inv. 2711. H. o0'23, B. 0'235, D. o'1o0. 
Kybele in Naiskos. 


146. Inv. 3024. H. 0'45, B. o'22, D. 0'138. 
Kybele in Naiskos mit Giebel. 


147. Inv. 4730. H. 0'20, B. o'ı2, D. 0'07. 
Kybele in Naiskos mit Giebel. 


148. Inv. 2658. H. 0'16, B. o'18, D. 0'16. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


149. Inv. 2683. H. 013, B. 0'115, D. o'1o. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


150. Inv. 2684. H. o'27, B. 0'24, D. o'125. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


80 


Weihreliefs 


151. Inv. 2685. H. o'25, B. o'ı8, D. 0'18. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


152. Inv. 2686. H. 0'255, B. 0'20, D. o'14. 
Oben und links Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


1583..1nv22087..H20:32,78.02:uD20:20: 
Oben und links Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


154. Inv. 2688. H. o'22, B. 0'135, D. o‘10. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


155. Inv. 2690. H.0'20, B. 0'145, D. o'12. 
Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


156. Inv. 2691 (Sybel 6632). H. 0'26, B. o'22, D. 0'13. 
Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


157. Inv. 2692. H. o'25, B. 016, D. 0'095. 
Nur rechts Rand. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


158. Inv. 4731. H. 0'20, B. 0'175, D. o'11ı. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


199,2 1nv: 47327H0306,5B.027.0.023: 
Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


160. Inv. ohne Nr. H. 0'23, B. 0'17, D. o'ı1. 
Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


161. Inv. ohne Nr. H.0'29, B. 0'20, D. 0'13. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen im Schoß. 


162. Inv. 2699 (Sybel 6121). H. 0:26, B. 0'17, D. 0'105 (Relief- 
erhebung — 0°05). 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


163. Inv. 2703. H. 0'31, B. o'21, D. o'2ı (Relieferhebung — 0'15). 
Überall Bruch. Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


164. Inv. 2705. H. 0'33, B. 0'23, D. 0'155 (Relieferhebung — o'12). 
Nur unten Rand. Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


Weihreliefs 81 


165. Inv. 2704. H.0'29, B. o'21, D. 0o'23 (Relieferhebung — 0'20). 
Oben, hinten und rechtsBruch. Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


166. Inv. 2706. H. o'21, B. 0'135, D. o°10. 
Oben Bruch. Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


167. Inv. 2707. H. 0'30, B. 0'19, D. o'ı2. 
Kybele mit dem Löwen zu ihrer Rechten. 


168. Inv. 2708. H. 0'24, B. 0'165, D. 0'165. 
Kybele. 


169. Inv. 2709. H.0'30, B. 0'19, D. 0'13. 
Kybele. 


170. Inv. 2716. H.o'32, B. 017, D. 0'28. 


Kybele. 


NYMPHEN, HOREN, HERMES, PAN. 


171. Inv. 2631 (Sybel 6063). H. o'15, 


erhebung — 0'01). 


B. 0'13, D. 0'05 (Relief- 


Nirgends Rand; unten jetzt 0:06 breite Leiste zum Einlassen. Beine 


des Hermes in kurzem, bis zu den Knien reichendem Gewand, von vorne 


gesehen, nach links schreitend. Rechts 
davon Beine der ersten Nymphe in 
langem Gewand im Profil nach links 
im Tanzschritt. Links vom Hermes 
wohl Reste vom Haupt des Acheloos. 


172. Inv. 2743 (Sybel 6411 
mit Literatur); Schöne 118; Müller- 
Wieseler 3 II 325. H. 0'30, B. 0'23, 
D. o'ıı (Relieferhebung — 0'045). 

Rand links und unten mit un- 
gefähr 0'05 breiten Leisten. Hermes 
in kurzem Gewand und Chlamys dar- 
über von vorn gesehen, in der Rechten 


Nr. 171 


82 Weihreliefs 


Nr. 172 


u a Sue 


das Füllhorn, schreitet nach 
links auf Acheloos zu, von 
dem der bärtige gehörnte 
Kopf und die Vorderbeine 
halbrechts vor der Leiste 
dargestellt sind. Die Linke 
war wohl den rechts folgen- 
den Nymphen gereicht. 


173. Inv. 3704. H. o'ı1, 


B. oıı, D. 0°05 (Relief- 
erhebung — 0'02). 
Links Rand. Hermes 


nackt, von vorne gesehen, 
schreitet nach links; der 
zusammengelegte Mantel 
kommt in der Achselhöhle 
hervor und istüber den nach 
linksgehaltenenrechten Arm 


geschlagen. Die linke Hand 


war wohl der folgenden Nymphe gereicht, von der vielleicht die Reste rechts 


vom Jüngling stammen. Links ist der Kopf des Acheloos mit Spitzbart 


sowie der Anfang der Brust nach rechts im Profil erhalten. 


Die Arbeit 


des Reliefs ist archaisierend, aber griechischer Zeit. 


174. Inv. 2744 (Sybel 6083). 
H. 0'17, B. 0o'1ı5, D. 0'065 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand nur links; anscheinend 
der Rand einer Grotte. Hermes, 
nackt, mit Chlamys über linkem 
Arm und Füllhorn in der Rechten, 
schreitetin Vorderansicht nach links 
auf Acheloos zu, dessen bärtiger 
Kopf und Vorderbeine dargestellt 
sind. Die linke Hand des Hermes war 
wohl der ersten der folgenden drei 


Nymphen gereicht, 


Nr. 173 


Weihreliefs 83 


175. Inv. 2535 + Inv. 
2593 (Sybel 5983); Athen. Mitt. 
Beton 11.7:0:36% 2 B.020727; 
D. 0'05 (Relieferhebung — 
0'01). 

Links Bruch, desgleichen 
fehlt rechte obere Ecke. Unten 
0'025 breite Fußleiste, oben er- 
höht sich der Reliefgrund all- 
mählich zur Leiste. Zweite und 
dritte der nach links tanzenden, 
sich die Hände reichenden Nym- 
phen mit der so häufigen Ab- 


wechslung in ihrer Tracht; die 
zweite in gegürtetem Peplos mit Nr, 174 

Bausch, die dritte in Unter- 

gewand mit Mantel darüber. Der Bruch links unten läuft vielleicht 
längs des Konturs des hier zu suchenden Felsaltars. 


176. Inv. 4625. H. 
0'46, B. o'51, D. o'12 (Re- 
lieferhebung — 0'06). 

Nirgends Rand. Er- 
halten sind zwei ganz in 
Mäntel gehüllte Frauen im 
Tanzschritt nach links; 
links vor der ersten ist am 
Bruch noch das Fußende 
eines Felles erhalten, wohl 
von einer vorausgehenden 
Figur. Zu den Typen der- 
artiger Manteltänzerinnen 
vgl. Hauser, Neuattische 
Reliefs Typus 34—36, 39, 
46; ferner Studniczka, Ka- 
lamis 26 ff. Hier werden es 
wohl die drei Nymphen 
gewesen sein, geführt von 
Pan ss velie zus. N2722170: 

6* 


84 Weihreliefs 


Ähnlich tanzen sie vor dem sitzenden Pan auf dem Relief im Akropolis- 
museum 1345 (Arndt- Amelung, Einzelaufnahmen 1274); vgl. auch 
Nat. Mus. 1879 (Svoronos XCVII). 


Nr. 176 


17%. Inv. 2735 (Sybel 6972). H. 0'125, B. 0'245, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0°0I). 


Dazu gehört sicher: | 

177a. Inv. 2567. H. 0'17, B. 031, D. 0'087 (Relieferhebung — 
0'032). 

Rand unten, rechts und oben, ein Stück aus der Mitte fehlt. 
Unten 0'03 breite Leiste; die rechten Seitenflächen beider Stücke 
zeigen eine feine Pickung. Innerhalb einer Grotte, deren rechte Wöl- 
bung teilweise erhalten ist, steht eine ithyphallische Herme im Profil 
nach links, links von ihr fliegendes Gewand wohl einer tanzenden 
weiblichen Figur. Außerhalb der Grotte stehen auf deren Wölbung 
gegenständig zwei Ziegen, von der linken ist nur Kopf und Hals sicht- 


Weihreliefs 85 


bar; sie weiden an 
einem Sirauch, dessen 
Zweige und Blätter 
auch in Relief aus- 
geführt sind. Die 
tanzende Frau ist die 
letzte der drei in Män- 
tel gehüllten Nym- 
phen, wie diese z. B. 
auch auf Nr. 176; 
Nat. Mus. 1879 (Svo- 
ronos XCVII); Akrop. 
Mus. 1345 (Arndt- 
Amelung, Einzelauf- 
nahmen 1274) erschei- 
nen. Eine derartige Be- 
tonung der landschaft- 
lichen Szenerie, wie 
sie jedenfalls in der 
großen Malerei häufig 


war, findet sich ins- 
besondere bei Nym- Nr. 177 und 177a 

phenreliefs; z. B. Nat. 

Mus. 1879 (Svoronos XCVII); z0ıı (Svoronos CXXXVII); 2012 (Svoronos 
XCVI1II); 1448 (Svoronos LXXIV); ferner zu Nr. 108 und 316; vgl. auch 
Nr. 274— 276. 


178. Inv. 2514 (Sybel 7091). H. 0'285, B. 0'23, D. 0'07 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Nirgends Rand. Links Mittelpartie einer nach vorne stehenden Frau 
in gegürtetem Gewand mit Überfall und kürzerem Überschlag, der linke Arm 
hängt längs des Körpers herab. Rechts daneben steht ebenfalls in Vorder- 
ansicht eine jugendliche Frau in Untergewand und Mantel um Unter- 
körper, Rücken und linke Schulter, gelehnt an die erste, indem sie ihr 
den Ellbogen des rechten Armes auf die linke Schulter legt. Zu diesem 
Motiv vgl. Nat. Mus. 1329 (Svoronos XLIV); 1783 (Svoronos XXVIII); 
es kehrt vielfach auf römischen Grabreliefs wieder. Über die Variationen 
in der Tracht vgl. zu Nr. 175 und 178. Gute Arbeit. 


86 Weihreliefs 


179. Inv. 3693 + Inv. 
2399 (Sybel 5998). H. 0'215, 
B. 0'175, D. 0'075 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand links und unten; 
linkso'035, unten 0'07 breite 
Leiste. Die Platte war be- 
reits früher einmal für ein 
Relief verwendet; daher 
stammt der an der jetzigen 
Unterseite kenntliche Rest 
eines Antenkapitells sowie 
die Glättung der Rückseite. 
Die jetzige linke Seite war 
früher Giebelschräge, wo- 
raus sich das auffallende 
Breiterwerden des Reliefs 


nach oben erklärt. Links 


N “ steht ein Mädchen in langem 
Gewand mit Überschlag im 
Profil nach rechts, die Rechte hängt an der Seite herab. Rechts davon 
steht ein gleichgroßes Mädchen in Untergewand, durch das durchscheinend 
der Nabel stark betont ist, und Mantel über Unterkörper en face mit 
rechtem, zur Seite gestelltem Spielbein. Jedenfalls ist rechts noch eine 
dritte Mädchenfigur zu ergänzen; zur 
Gruppierung dreier solcher Figuren vgl. 
z. B. Nat. Mus. 1329 (Svoronos XLIII) 
und zu Nr. 288. Auf Grund von Nat. 
Mus. 1329 wird man auch hier die drei 
Nymphen erkennen dürfen. Das Stück 


zeigt schlechte römische Arbeit. 


180. Inv. 4064; AsAr. üpx. 1888, 
133 3... 11.00°435,3B 70908, Daner2 
(Relieferhebung — 0'03). 

Nirgends Rand. Pan mit zottigen 


Beinen schreitend nach links, über dem 
linken Arm ein Pantherfell, in der Nr. 179 


Weihreliefs 87 


Linken einen Krumm- 
stab (pedum); die Rechte 
nach vorne gestreckt. 
Wahrscheinlich führt er 
denReigen der Nymphen 
(vgl.Hauser,Neuattische 
Reliefs Taf. I 16 sowie 
zuNr.176). Dielnschrift 
(IG II, 1620 f; Wood- 
ward, Journ. of hell. 
stud. XXX 264 f.)lautet: 
— x]Psiöns | [Aaumt?] 
peds | [tö Hoav?! | [avedm- 
xev]; die Buchstabenfor- 
men weisen in das Ende 
des IV. Jahrhunderts. 


181. Inv. 2801 


(Sybel 5971). H. 0'195, 
B. 0:14, D. 0:07 (Relieferhebung — 0'015). 


Nr. 180 


Rand nur unten mit 0'02 breiter Leiste. Figur eines gedrungenen 
nackten Mannes im Tanzschritt nach links; das Ende eines Mäntelchens 
fällt über den linken Arm, der vor die 
Brust gehalten, während die Rechte 
nach vorn gestreckt ist. Rechts neben 
ihm steht ein brennender Rundaltar. Es 
ist wohl eher ein tanzender Silen alsHer- 


mes,der dieNymphenzumTanze anführt. 


ZEUS. 


182. Inv. 2672 (Sybel 7149) —+ Inv. 
2401 + Inv. 2409 + Inv. ohne Nr.; Jah- 
reshefte XIIIBeibl.230ff. Abb. 141; Rei- 
nach, Rep. de reliefs II 366, 6. H. 0'455, 
B.0'52,D.o’ıı (Relieferhebung — 0'04). 

Links Bruch; unten 0'035 breite 


Leiste, rechts 0'045 breite Ante, oben 
Nr. 181 0°05 breites Profil mit Stirnziegeln. Aus 


88 Weihreliefs 


der Bruchfläche eines ungefähr o‘ıo breiten Einsatzzapfens läßt sich die 
Breite des vollständigen Reliefs auf rund 0°60 berechnen, so daß links 
keine weitere Figur mehr gefolgt sein kann. Links sitzt auf einem Throne 
mit Schemel nach rechts eine langbekleidete Gottheit, durch den Adler unter 
dem Throne als Zeus (in Mantel) charakterisiert; die Linke hielt wohl 
hoch das Zepter, der rechte Unterarm liegt auf dem Schenkel, die Hand 
war nach rechts gestreckt. Hier kniet vor ihm im Profil nach links 


Nr. 182 


eine Frau in gegürtetem Gewand und Mantel, mit der Linken — der frei- 
gearbeitete Arm fehlt — das rechte Bein der Gottheit berührend, während 
die Rechte im Gestus des Darreichens oder Empfangens ausgestreckt ist. 
Als weitere Adoranten schreiten von rechts heran zwei bärtige Männer in 
Mantel, vor dem zweiten ein Knabe, und eine Frau in Untergewand und 
Mantel, vor ihr ein Mädchen in derselben Tracht mit hohem Haarschopf. 
Auf Grund des Reliefs im Epigraphikon IG II 1300 (Svoronos CCXIX) wird 
man Zeus Philios hier erkennen dürfen, dessen Mutter Philia nach Hesych 
auf der Akropolis einen Kult besaß; zum chthonischen Charakter dieses 
Gottes paßt die kniende Adoration; vgl. darüber Jahreshefte XIII Beibl. 


Weihreliefs 89 


229 ff. Zu Zeus mit dem 
Adler unter dem Thron vgl. 
Nr. 2 und Jahreshefte XVIII 
Beibl. 87 ff. 


183. Inv. 4887; Jahres- 
hefte XVIII Beibl. 94. H. 
0'135, B. 0'16, D. 0'095 (Re- 
lieferhebung — 0'015). 

Rand nur oben; Giebel 
über 0'0275 breitem Epistyl 
mit Beischriften oberhalb der 


Figuren Zeds Natos und Arw[ wm. Nr. 183 

Links ist vielleicht ein Rest 

des Antenkapitells erhalten. Bruchkontur des Kopfes des Zeus halbrechts; 
rechts davon wohl oberes Ende seines Zepters. Über diesen Kult auf der 
Akropolis vgl. AsAr. apy. VI 145; IG II, 1550 c; Pauly-Wissowa V 878 f.; 
_ Neue Jahrbücher XXIX 248, 252; er- 
gänzt wurde sein Name auch auf dem 
Relief Nat. Mus. 1779 (Svoronos CXXX); 
über Zeds Naätos vgl. Gruppe, Mythol. 
Literatur 643. 


184. Inv. 2671. H.o'23, B. 0'17, 
D. 0:08 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand rechts und oben; rechts 
0'0425 breite Ante, oben 0'05 breites 


Gebälk mit Stirnziegeln; darauf Reste 
einer nicht mehr zu lesenden Inschrift. 
Auf einem Stuhl mit niederen Arm- 
lehnen, die Rückenlehne war vielleicht 
auf der Ante gemalt, sitzt ein bärtiger 


Mann in Mantel nach links, den Ober- 
körper en face herausgedreht. Der linke 
erhobene Unterarm überschneidet die Ante und hielt wohl ein Zepter, der 
rechte Oberarm ist vorgestreckt. Wir werden in dem Gotte mit Rück- 
sicht auf Nat. Mus. 1405 (Svoronos LIX), 1408 (LXV), 1431 (LXX) wohl 
am ehesten Zeus (Meilichios oder Philios?) erkennen dürfen. 


90 Weihreliefs 


SCHLANGENGOTTHEITEN. 


185. Inv. 2443. H. 0'40, B. 0'30, D. 0:09 (Relieferhebung — o’or). 
Unten Bruch; an den Seiten 0:03 breite, wenig erhöhte Anten, oben 
0:06 breite, weiter vorspringende Leiste. Kopf mit Bart, Hals, Teil des 
Körpers und Schwanz einer Schlange im Profil nach links. Derartige 
Weihgaben finden sich gesichert sowohl für Asklepios als für Zeus 
Meilichios. Das unserem ganz ähnliche Stück Nat. Mus. 1434 (SvoronosLXX) 


Nr. 185 Nr. 187 


ist zöı Yet, das in Berlin 722 Aut Meu\ıyio geweiht; vgl. auch Svoronos 
CCXXXVIII 4; Epigraphikon 3511 (Svoronos CCXXXI). Der vorauszu- 
setzende Fundort spricht hier für Asklepios. 


186. Inv. 3295. H. 0'28, B. 0'165, D. 0'085 (Relieferhebung — 0°01). 
Rand unten. Verschlungene Windungen einer Schlange. Vgl. zu 
Nr. 135. 


187. Inv. 3659 (Sybel 6625). Puchstein, Arch. Zeitung 1884, 216; 
Friederichs-Wolters 1912; Jahreshefte XVIII Beibl. 94. H. 0'235, B. 0'16, 
D. 0'105 (Relieferhebung — 0'015). 

Ein von einer Schlange umwundener Schröpfkopf innerhalb eines 
Kranzes. Was für eine Rolle der Schröpfkopf in der antiken Medizin — 


Weihreliefs 91 


wie in der des jetzigen griechischen Volkes — und im Asklepioskult spielte, 
erhellt aus der Überlieferung (Galen XI S. 321 ed. Kuhn) und aus den zahl- 
reichen Darstellungen. Auf den Grabreliefs von Ärzten erscheint er offen- 
bar als deren wichtigstes medizinisches Gerät (Conze, Att. Grabreliefs 
1898); ferner auf den Weihreliefs Nat. Mus. 1378 (Svoronos XLVII) und 
Nr. 316. Er begegnet auch als Attribut und Symbol des Asklepios auf 
Münzen (Svoronos S. 326 ff.). Nicht zu entscheiden ist, ob das Fragment 
direkt einer Weihgabe an Asklepios angehört oder etwa einem Ehren- 
denkmal eines Arztes. Auch dieses Stück stammt wohl sicher aus dem 
Asklepieion. 


ADORANTEN. 


188. Inv. 2410 (Sybel 7056). H. 0:30, B. 0:44, D. 0'14 (Relief- 
erhebung — 0'05). 

Rand unten, 0'05 breite, bestoßene Leiste. Links von einem etwas 
schief stehenden Altar mit Unter- und Oberprofil wird der Kopf eines 
Schweines mit großen stehenden Ohren nach links sichtbar, weiter links 
Windungen einer 
Schlange. Ober- 
halb des Altars 
ragt ein Pfeiler 
auf und links von 
diesem hebt ein 
Opferknabe eine 
große Platte auf 
den Altar. Von 
rechtsschreiten zu 
diesem heran mit 


vorgesetztem 


rechten Fuß ein 
Mann in Mantel, Nr. 188 

ein in den Mantel 

gehülltes Kind, eine Frau in Untergewand und Mantel, schließlich noch 
eine Figur, von der nur der rechte Fuß erhalten ist. Es wird sich höchst- 
wahrscheinlich um eine Weihung an Asklepios handeln, obwohl Schwein 
und Schlange auch nicht gegen Athene sprechen (vgl. Nr. 118). Zum 
Pinaxträger hinter dem Altar vgl. Nat. Mus. 1398 (Svoronos LVIII),; 1383 
(Svoronos XXXVII); 1384 (Svoronos XXXIX); sonst Nat. Mus. 2557 


92 Weihreliefs 


(Svoronos CLXXI); ’Eynuepis Apx. 1916, 120; Berlin 725 und Nr. 213; 
mit in Relief ausgeführtem Schmuck Nat. Mus. 2354 (Svoronos CXLI): 
wohl auch Nat. Mus. 2508 (Svoronos CLIV). 


189. Inv. 4722 (Sybel 5926). H. 0'165, B. 0:29, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0'02). 
Rand unten und rechts. Opferknabe mit Schwein und drei Ado- 


ranten nach links. 


190. Inv. 2415 (Sybel 6065). H. 0'24, B. 0'26, D. 0'085 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand unten, sehr bestoßene 0'035 breite Leiste. Opfertier und 
Mann in Mantel, Frau in Untergewand und Mantel und noch eine in 
Mantel gehüllte Figur, hinter der noch der adorierend erhobene Arm 


einer vierten erscheint, nach links. 


191. Inv. 2400 (Sybel 6943). H. o'15, B. 0'13, D. 0'07 (Relief- 
erhebung — 0'007). 
Rand unten. Links von einem Altar ist wohl ein Rest einer nach 
rechts sitzenden Gottheit zu er- 
kennen. Von rechts kommt ein 
Schwein, zum Teil verdeckt von 
einem kleinen, in den Mantel 
gehüllten Kind, dem ein größerer 
Adorant folgte, von dem nur 
das rechte Bein erhalten ist. 


192. Inv. 2673 (Sybel 6104). 
H. 0'20, B. 0'24, D. 0'095 (Re- 
lieferhebung — 0'035). 

Nirgends Rand. Zu einem 
Altar führt ein Opferknabe ein 
Schwein von rechts heran. 


Nr. 193 193.Inv.2498.H.0'22,B.o'18, 

D. o'ı1 (Relieferhebung — 0°03). 

Rand unten; 0'03 breite Leiste mit Zapfen zum Einlassen, der uns 
ungefähr die Mitte des Reliefs angibt. Links ist noch die untere Ecke 


Weihreliefs 93 


eines Altars mit Stufe erhalten; rechts davon führt nach links ein kleiner 
Knabe mit bis zu den Knien reichendem Gewand ein Schaf heran. Größten- 
teils davon verdeckt, sieht man nahe beim Altar die Beine eines in 
Vorderansicht stehenden Mannes in Mantel und den rechten Fuß einer 
weiteren, nach rechts schreitenden Figur. 


194. Inv. 4724. H. o'20, B. 0'135, D. o'ıo (Relieferhebung 
— 0'02). 

Rand unten, 0'035 breite Leiste. Hinter einem Altar ein Opferknabe 
mit einer großen Platte. 


195. Inv. 2411 (Sybel 5690) + Inv. 2561. H.0'43, B. 0:48, D. 0'14 
(Relieferhebung — 0'035). 

Rand rechts, 0'057 breite Ante. Es schreiten, adorierend nach links, 
zwei Männer in Mänteln, gefolgt von einer Frau in Untergewand und 
Mantel, weiter rechts, fast in Vorderansicht, ein Mädchen in Untergewand 
und Mantel, mit der Linken die auf dem Kopfe getragene mit einem Tuche 
überdeckte, runde 
Ciste stützend. 


196. Inv. 2489 
(Sybel 6933) + Inv. 
252 IIEH&0-24,2B, 
0'25, D.0'08(Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand rechts und 
oben; oben 0'04 
breites Gebälk, 
rechts 0'035 breite 
Ante. Kopf einer 
nach rechts schrei- 


tenden, adorieren- 


den Figur, gefolgt 
Nr. 195 von einer etwas 
| kleinereninMantel, 
weiter rechts ein Mädchen in Untergewand und Mantel, das mit der 
Rechten die auf dem Kopfe getragene, kreisrunde Ciste stützt, 


94 Weihreliefs 


19%. Inv. 2490 (Sybel 7129); 
Arndt-Amelung 12381. H, 0'17, 
B. 0'275, D. 0'06 (Relieferhe- 
bung — 0'015). 

Rand rechts, 0'0o5 breite 
Leiste. Nach links schreiten, 
die Rechte adorierend erhoben, 
eine Figur im Mantel, der 
Tracht nach eher weiblich, ge- 
folgt von einer Frau in Unter- 
gewand und über das Hinter- 
haupt gezogenem Mantel; ihr 


linker Arm überschneidet die 
Ante. Das flache Relief zeigt 


feine, sorgfältige Arbeit des V. Jahrhunderts, eine dem Parthenon- 


Nr. 196 


fries ähnliche Gewandbehandlung. 


198. Inv. 2546. H. 0'35, B. 0'29, D. o'ıı (Relieferhebung — 0'04). 

Rand unten und rechts; unten 0'035 breite Leiste, rechts 0°05 breite 
Ante. Links steht hinter einem Altar mit Stufe und Oberprofil halbrechts 
ein Opferknabe, den 
UnterkörperinMan- 
tel, derinderLinken 
eine Schüssel, mit 
der Rechten wohl 
das Schaf hält, des- 
sen Vorderteil rechts 
vom Altar sichtbar 
wird. Von rechts 
nahenadorierendein 


Mann im Mantel, 


gefolgt von einer 
Frau in Unterge- No Nor 

wand und Mantel 

und vor diesen, ihre Beine verdeckend, mit vorgesetztem rechten Fuß, 
ein Mädchen in Untergewand und Mantel sowie ein Knabe in Mantel; 
letzterer nur etwas nach links gewendet. Vor der Ante steht noch ein 


kleineres, ganz in den. Mantel gehülltes Kind in Vorderansicht. Auf- 


Weihreliefs 95 


fallend ist bei diesem Relief 
die Stellung des Opferknaben 
und-tieres, nichtder jedenfalls 
links anzunehmenden Gott- 
heit zugewendet, sondern den 
Adoranten, von denen der 
Knabe die Opfergaben in 
Empfang nimmt oder ihnen 
reicht. Vgl. ähnliche Stellung 
des Opfertieres auf Nr. 48. 


199. Inv. 2416 (Sybel 
6022)+4-Inv.4058 (Sybel6707). 
H. 0'29, B. 0'35, D. 0'065 (Re- 
lieferhebung — 0'015). 


Randrechts und unten, 
die rechte untere Ecke fehlt; 
unten 0'03 breite Leiste. Links ist der rechte Fuß einer nach rechts 


Nr. 198 


sitzenden Gottheit in langem Gewand erhalten; rechts davon stand ein 
durch die geringere Größe als Mensch charakterisierter Mann in Mantel 
in Vorderansicht; weiter rechts schreiten nach links, mit vorgesetztem 
rechten Fuß, drei bärtige 
Männer in Mantel mit ado- 


rierend erhobener Rechten. 


200. Inv. 3002 (Sybel 
5688). H.0'45, B.0'33, D.0'ı2 
(Relieferhebung — 0'03). 

Rand nur rechts mit 0'05 
breiter Ante; oben sehr be- 
stoßene 0'04 breite Leiste; 


unten ist die Platte roh ab- 


gemeißelt. Rechts steht, zum 
Nr. 199 Teil die Ante überschneidend, 

halblinks gewandt ein Jüng- 

ling in Mantel mit freier rechter Brust, der rechte Arm hängt frei herab, 
um den linken ist der Mantel geschlagen. Links von ihm steht in ähn- 
licher Stellung eine Frau in Untergewand und Mantel, weiter rechts 


96 Weihreliefs 


Nr. 200 


sind noch Reste einer dritten 
Figur. Wir werden in ihnen trotz 
ihrer Größe Adoranten erkennen 
dürfen, von denen die letzten 
im Zuge ja häufig nicht ado- 
rierend dargestellt sind; auch 
scheint die Frau die Rechte ado- 


rierend zu erheben. 


201. Inv. 2408 (Sybel 6076). 
H. 021, B. 0'17, D. 0'075 (Re- 
lieferhebung — 0'034). 

Rand rechts und "unten, 
hinten Bruch; unten 0'02 breite 
Leiste, rechts 0°03 breite Ante. 
Nach links schreiten adorierend, 
mit vorgesetztem rechten Fuß, 


zwei Frauen, die zweite etwas 


kleiner, sowie ein Mädchen in Untergewand und Mantel, die Rechten 


wohl adorierend erhoben; vor der zweiten Frau steht ein kleines, ganz 


in den Mantel gehülltes Kind. 


Das Mädchen erscheint zwischen 


ihrer Vorgängerin und der Ante eingepreßt, ein Überschneiden der 


letzteren ist vermieden. Die Arbeit 
ist ziemlich roh. 


202. Inv. ohne Nr. H. o'51, 
B. 0'20, D. 0'17 (Relieferhebung — 
0'06). 

Rand unten und rechts; unten 
0'04 breite Leiste, rechts 0'06 breite 
Ante mit Fußprofil, die auch auf 
der Seitenfläche ausgeführt ist. An 
der Ante lehnt eine nach links 
stehende Frau, in Untergewand und 
Mantel gehüllt; links von ihr eine 
andere in ähnlicher Tracht in Vorder- 
ansicht, den Kopf stark nach rechts 
zur Schulter der ersten geneigt. Den 


Nr. 201 


Weihreliefs 97 


Maßverhältnissen des Reliefs nach dürfen wir 
in ihnen sterbliche Frauen erkennen. 


203. Inv. 2417 (Sybel 7171). H. o'19, 
B. 0'235, D. 0'105 (Relieferhebung — 0'03). 

Rand rechts. Nach links schreiten zwei 
bärtige Männer in Mantel heran, die Rechte 
adorierend er- 
hoben. 


204.Inv.2406. 
r20.207D:20;22: 
D. 0'085 (Re- 
lieferhebung — 
0'02). 

Rand rechts 
und oben; oben 


Nr. 202 Nr. 203 


0'05 breite pro- 
filierte Leiste. Von rechts kommen als Adoranten ein Mann in Mantel 
und eine Frau in Untergewand und über das Hinterhaupt gezogenem 
Mantel. Weiter links undeutlicher Rest bis in Kopfhöhe der Adoranten. 


205. Inv. 2414 + Inv. 2453 + Inv. 
2654. H.0'39, B. 0'165, D. o'14 (Relief- 
erhebung — 0'045). 


Nr, 204 Nr. 205 


98 


Weihreliefs 


Nirgends Rand. Reste eines adorierend nach links schreitenden Mannes 


in Mantel, der die Brust freiläßt, hinter ihm eine Frau, in den Mantel gehüllt, 


Einlaßzapfen. Von rechts schreiten, mit 

Nr vorgesetztem rechten Fuß, adorierend, 
zwei Männer in Mantel heran; rechts ist 

noch ein Teil des Fußes einer weiteren Figur kenntlich. Mindere 


der auch über das Hinterhaupt gezogen ist; 
vorn zwischen beiden ein in den Mantel 
gehülltes Kind. Das Fragment zeigt gute 
Arbeit und gehörte einem Weihrelief von 


größeren Dimensionen an. 


206. Inv. 2502 (Sybel 7048). H. o'21, 
B. 0'27, D. 0'09 (Relieferhebung — 0'03). 
Rand unten und rechts. Knabe, Mann 
in Mantel, Frau in Untergewand und Mantel, 


nach links adorierend. 


207. Inv. ohne Nr. H. 0o'25, B. 0:13, 
D. 0'085 (Relieferhebung — 0'015). 


Rand unten, 0'03 breite Leiste mit 


Arbeit, die die Konturen und Faltenlinien einschneidet. 


208. Inv. 2601. H. 0'30, B. 0:34, D. 0:08 (Relieferhebung — 0'015). 
Nirgends Rand. Die Oberfläche ist stark beschädigt; das Loch rührt von 


einer späteren Verwendung 
her. Inkurzemgegürteten Ge- 
wand steht eine anscheinend 
männliche Figur, adorierend, 
nach links mit vorgesetztem 
rechten Fuß. Links 


sind hängende Gewandfalten 


davon 


von einer stehenden, großen 
Figur zu erkennen, jedenfalls 
der verehrten Gottheit. 


209.Inv.2505.H.0'28, 
B. 0'135, D. 0:07 (Relief- 
erhebung — 0'02), 


Nr. 


208 


Weihreliefs 


Rand links und unten. Linkes, 
zurückstehendes Bein eines nach 


links schreitenden Mannes in 
Mantel. 

210. Inv. 4903. H. o'25, B. 
0'185, D. o'ı (Relieferhebung — 
0'08). Gefunden 1909, zwischen 
Herodestheater und Akropolis- 
eingang. 


Nirgends Rand, auch hinten 
Bruch. 


nur 


Vom Reliefgrund sind 


geringe Ansätze erhalten. 
Mittelpartie eines nackten Knaben 
im Profil nach links, der im linken 
Arm einen großen Hahn trug, 
die Ober- 


schenkel des Knaben reichen. Es 


dessen Füße bis auf 


kann sich um die Dankgabe für 


kampf handeln (Pauly - Wissowa, 


eine Weihgabe an Asklepios, als dessen Opfertier 
3ı6B. 


Hahn erscheint, vgl. zu Nr. 


Nr. 2ıı 


in Mantel, 


99 


Nr. 210 


einen Sieg in einem Hahnenwett- 
Realenzykl. VII 22ı1f.) oder um 
ja auch sonst der 


21 LEE 1ny 240552,H.20:.20%,.B20:175, 
D.o’ıı (Relieferhebung — 0'025). 


Rand unten, 0'03 breite Leiste. Rechts 


erkennt man die Beine eines Adoranten 
nach links in langem Gewand mit vor- 
gesetztem rechten Fuß; links davon wohl 
der gewölbte Rand einer Höhle, in der 
eine Schlange haust, wie etwa Berlin 724. 


212. Inv. 2590 (Sybel 6969). H.o'25, 


B. 0'20, D. o'ıı (Relieferhebung — 0'06). 


Rand unten und rechts; unten 0'035 


breite Leiste, rechts 0'05 breite Ante. Beine 


eines etwas nach links stehenden Mannes 


links davon linker Fuß und 


Yh 


100 °  Weihreliefs 


Gewandreste einer vorausgehenden Fi- 
gur in ähnlicher Stellung. Deshalb 
und auf Grund der Größenverhält- 
nisse wird man hier eher an einen 


Adoranten als an Asklepios denken. 


213. Inv. 3012 (Sybel 6930 mit 
Literatur); Le Bas 58; Schöne 66; 
Friederichs- Wolters 1193 mit Lite- 
ratur; Reinach, R£p. de reliefs II 370. 
H. 042, B. 0'25, D. 0'085 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rechts Bruch. 


Nr. 212 Dazu gehört, wenn auch nicht 
sicher unmittelbar anpassend: 
213a. Brit. Mus. 813; Reisch, Griech. Weihg. 52; Rouse, Greek 
votive offerings 176; IG IV ı221; Jahreshefte XVIII Beibl. 94f. H. 0'455, 
B. 0'32, D. 0'085 (Relieferhebung — 0'02). 
Rand oben und unten. Unten Bruchkontur des Einlaßzapfens, wo- 
nach die Mitte des ganzen Reliefs ungefähr gesichert wird. 
Unten 0'035 breite Leiste, an den Seiten 0°0475 breite Anten, oben 
0'05 breites Gebälk mit Stirnziegeln. Auf dem Architrav die Inschrift 
IG II ı221: Asov — Maynadı virjoas Youvaoıapyav —, desgleichen eine auf 
dem linken Pilaster unterhalb des Kapitells: IE OPY|O%. Rechts ist noch 
zur Hälfte ein Altar erhalten, über den ein links daneben stehender Knabe 
in Mantel, der den größten Teil der Brust freiläßt, eine kleine Fackel mit 
Handteller hält. Links hinter ihm steht nach rechts adorierend ein bärtiger 
Mann in gleicher Tracht, das rechte Bein zurückgesetzt. Weiter links folgt 
eine Gruppe von vier nackten, etwas kleineren Männern, die drei, deren 
Köpfe erhalten sind, bärtig; der erste und dritte sind im Gespräch mit- 
einander begriffen, der zweite blickt nach rechts zur Opferszene; vom vierten 
ist auf Brit. Mus. 813 das linke Bein und der rechte Vorfuß erhalten, 
auf Nr. 213 wohl sein Gesäß (‚‚der Baumstamm mit Astloch‘‘ nach Sybel). 
Links folgt eine zweite Gruppe: ein nackter Jüngling gleicher Größe wie 
die eben besprochenen Männer steht vor einem Pfeiler mit Pinax halb- 
links; mit der Linken hält er anscheinend ein kleines Gefäß vor sich, die 
Rechte streckt er nach vorne und muß hier einen Gegenstand getragen 
haben, wie das Bohrloch zeigt. Sein Augenmerk ist auf einen Jüngling 


Weihreliefs IOI 


Nr. 213 Nr. 213 a 


gerichtet, der, den Mantel um die Hüften, über einem anderen mit dem 
Rücken auf dem Boden liegenden kniet, von dem nur die Konturen 
des Kopfes und die emporgestreckte rechte Hand etwas deutlicher sind. 
Zum Teil von den letzterwähnten Figuren verdeckt, schreiten von links 
adorierend eine Frau in Untergewand und Mantel sowie links hinter ihr 
ein Jüngling, auf den wohl der über ihm auf der Ante stehende Name 
zu beziehen ist (vgl. die Namensbeischrift ganz ähnlich auf dem Ärzte- 
relief Nat. Mus. 1332, Svoronos XXXVI 247); er steht in seiner ganzen 
Breite vor der Ante. Durch ihre Größe und Gebärde sind der Knabe und 
der als Hauptperson erscheinende Stifter des Denkmals, der Gymnasiarch 
namens Asoy— sowie dessen Frau und der ihr folgende Jüngling als zu- 
sammengehörig charakterisiert. Unterbrochen wird ihre Reihe durch die 
beiden Athletengruppen; in der linken mit Wolters eine Ringszene anzu- 
nehmen, ist schon wegen der Bekleidung des Knienden unmöglich; eher 


102 Weihreliefs 


könnte man an Massage oder Salbung denken. Jedenfalls illustrieren die 
beiden Athletengruppen sowie die Fackel irn der Hand des Knaben den 
durch die Inschrift angegebenen Anlaß der Weihung: Sieg der dem Asov— 
als Gymnasiarchen unterstehenden Phyle in Fackellauf (vgl. Fackellauf und 
Ringszene auf der römischen Ephebenliste Nat. Mus. 1470, Svoronos (X); 
der Name der siegreichen Phyle wird im Dativ entweder in der Lücke 
hinter dem ihres Gymnasiarchen oder am Schluß. zu ergänzen sein. 
Welcher Gottheit das Relief geweiht war, ist nicht zu sagen, da Inschrift 
und Darstellung früher abbrechen; die Gesamtbreite läßt sich aus den 
Resten des Einlaßzapfens auf ca. 0'90 berechnen. In Betracht kommen 
wohl zunächst Athene und Hephaistos, wenn auch Bendis (Brit. Mus. 
2155), Theseus oder eine andere Gottheit möglich wäre. Kompositionell 
ist die Auflösung des sonst gewöhnlichen Adorantenzuges in einzelne 
Gruppen interessant, in denen sogar einige Figuren der Gottheit den 
Rücken kehren, ferner die deutliche Hervorhebung der Weihenden, die 
die anderen Menschen auch an Größe überragen. Zu der rechten Athleten- 
gruppe vgl. z. B. Nr. 275 B, zum Pfeiler mit Pinax Nr. 188. Inschrift und 
Arbeit weisen das Stück in die letzten Dezennien des IV. Jahrhunderts. 


214. Inv. 4056. 
H20:13,. B20:20#Dr0217 
(Relieferhebung — 002). 

Rand links und 
unten; unten 0'05 breite 
Leiste mit Inschrift 88ö- 
Swpos — | avelin]xelv; links 
0o'045breite Ante mit Fuß. 
Rechts steht ein Altar 
mit Stufe und Unterprofil 


Nr. 214 


etwas schief; links davon 
steht, halbrechts gewendet, ein Mann in Mantel mit vorgesetztem rechten 
Fuß, jedenfalls der in der Weihinschrift genannte Beööwpoz. 


215. Inv. 2398 + Inv. 2529. H. 0'325, B. 0'185, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0°02). 

Links Bruch; unten 0'03 breite Leiste, links 0'03 breite Ante, oben 
0'035 breites Gebälk. Ein bärtiger Mann in Mantel schreitet mit adorierend 
erhobener Rechten nach rechts, den linken Fuß vorgestellt. Gute Arbeit. 


Weihreliefs 4 103 


216. Inv. 2418/(Sybel 6021). H.o'55, 
B. 0'185, D. 0:12 (Relieferhebung — 0'005). 

Rand links und oben; links 0'025 
breite Ante, darauf profilierte Leiste mit 
Giebel und Eckakroter. Links stehen 
adorierend nach rechts ein bärtiger Mann 
in Mantel, gefolgt von einer Frau in Unter- 
gewand und Mantel; beide mit vorge- 
stelltem linken Fuß. Obwohl für ein Weih- 
relief die Dicke ‚und äußere Form des 
Reliefs nicht gewöhnlich ist, so wird man 
wegen der Darstellung mehrerer Ado- 
ranten (darunter einer Frau) doch eher 
an ein solches als an ein Urkundenrelief 


denken. 


217. Inv. 2964 (Sybel 6659). H. 0'295, Nr. 215 
B. 0'20, D. o'ıı (Relieferhebung — 0°04). 

Rand links und unten. Frau in Untergewand und Mantel und 
Mann in Mantel nach rechts. Ob wir hier Asklepios und Hygieia 
oder Adoranten erkennen sollen, ist nicht zu 


entscheiden. 


218. Inv. 2547 (Sybel 6686) + Inv. 
ohne Nr. H. 042, B. 0'30, D. 0'095 (Relief- 
erhebung — 0'03). 

Rechts Bruch; unten 0'03 breite Leiste, 
links 0'04 breite Ante, oben 0'065 breites 
Gebälk. Auf dem stark zerstörten Relief 
erkennt man vier Adoranten nach rechts mit 
vorgesetztem linken Fuß, der erste und dritte 
sicher männlich, im bloßen Mantel, vor dem 
zweiten und dritten je ein Kind in Mantel. 


2192 1nY 30042 Hr 0958B20:35, D: 
0'014 (Relieferhebung — 0'05). 

Rand unten, 0°0475 breite, ganz be- 
stoßene Leiste. Auf dem sehr stark bestoßenen 


104 Weihreliefs 


Relief erkennt man einen Zug von 
sechs bärtigen Männern in Mantel, 
adorierend nach rechts, die linken 
Füße vorgestellt. 


220. Inv. 2403. H. 0'205, B. 
0'175, D. 0:08 (Relieferhebung — 
0'025). 

Rand unten und links, 
hinten Bruch; unten 0'04 breite 
Leiste. Nach rechts schreiten ado- 
rierend vier Figuren mit vorge- 
stelltem linken Fuß, und zwar drei 


Männer in Mantel, gefolgt von 


einer Frau in Untergewand und 
Nr. 218 Mantel. 


221. Inv. 2961. H. 0'33, B. 0'18, D. o'10 (Relieferhebung — 0'06). 

Rand links und unten; unten ganz bestoßen, links 0'04 breite Ante. 
Von links schreiten nach 
rechts, adorierend, eine Frau 
in Untergewand und über 
das Hinterhaupt gezogene- 
nem Mantel, ferner zwei 
Männer in Mantel, der erste 
sicher bärtig. Links oben er- 
kennt man einen Rahmen, 
wie er so oft auf Totenmahl- 
reliefs erscheint, so daß es 
nicht unmöglich ist, daß das 
Bruchstück zu einem solchen 
gehört. 


222.Inv.4910. H.0'16, 
B. 0'175, D. 0'06 (Relief- 
erhebung — 0'015). 


Rand unten. Frau in 


Untergewand und Mantel, 


_ Weihreliefs 105 


gefolgt von zwei Knaben in Mantel nach rechts. Die im Inventar ver- 
mutete Zusammengehörigkeit mit Nr. 324 ist möglich. 


Nr. 220 Nr# 2271 


223. Inv. 2966. H. 0'24, B. 0'27, D. 0'105 (Relieferhebung — 0'015). 
Rand links. Bärtiger Mann, gefolgt von einem Knaben, beide in 
Mantel, nach rechts mit adorierend erhobener Rechten. Gute Arbeit. 


224. Inv. 2963 +4 Inv. 2457. H. 0'28, B. 0'32, D. 0'095 (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Rand links und unten; unten 0'042 breite Leiste, links 0'055 
breite Ante. Erhalten sind die 
Beine zweier nach rechts schrei- 
 tender Figuren in Mantel, die 
erste den rechten, die zweite 
den linken Fuß vorstellend; links 
davon eine etwas größere‘ Frau 
in Untergewand und Mantel en 
face stehend,-am Bruche rechts 
ist ein linker Fuß erhalten. 


225. Inv. 2407. H. 0'195, 
B. 017, D. 0'0425 (Relieferhe- 


bung — o'oI). Nr. 224 


106 Weihreliefs 


Rand oben mit dem beginnenden linken Antenkapitell. Oberkörper 
zweier nach rechts adorierender Figuren. 


226. Inv. 2491 (Sybel 7025). H. 0'215, B. o'22, D. 0'075 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand links und unten. Kleines, in Mantel gehülltes Kind, Frau in 
Untergewand und Mantel und rechts vor ihr ein Mann in Mantel, nach 


rechts adorierend. 


227. Inv. 2404. H. o'21, B. 0'175, D. o'ıo (Relieferhebung — 
0'025). 

Rand unten. Beine einer nach rechts stehenden Frau in Untergewand 
und Mantel, zum Teil verdeckt von einem kleinen davorstehenden Mädchen. 


228. Inv. 2499 (Sybel 6071). H. 0'29, B. 0:19, D. o'10 (Relief- 
erhebung — 0'055). 

Rand unten, 0°04 breite Leiste. Links steht ein bärtiger Mann nach 
rechts, mit vorgesetztem rechten Fuß in Mantel, die Rechte adorierend 
erhoben; diese war frei gearbeitet 
und ist jetzt abgebrochen, doch 
sichert das Ansatzstück des Steges 
am Grunde ihre Haltung. Rechts 
vor ihm steht, ebenfalls nach links, 
stark vorgebeugt, ein Knabe mit 
um den Unterkörper geschlun- 
genem Mantel, wie ihn oft die 
Opferknaben tragen; neben ihm 
ein Schaf nach rechts. Der Knabe 
stellt wohl die Opferplatte auf den 
rechts zu ergänzenden Altar. Auf- 
fallend ist das hohe Relief, bei dem 
etliche Teile, besonders die Glied- 
maßen, ganz frei gearbeitet sind. 
Ähnliche Technik zeigt z. B. von 
derartigen Weihreliefs Nat. Mus. 
2331 (Svoronos CXXXIX). Die auf- 
fallend schlanken Propositionen der 


Figuren weisen in jüngere Zeit. 


Weihreliefs 107 


229. Inv. 2538. H.0'135, B. 0'195, D. 0'085 (Relieferhebung — 0'025). 

Rand links und unten; unten 0'03 breite Leiste, links 0'0475 breite 
Ante. Erhalten sind die Füße 
eines nach rechts stehenden 
Mannes in Mantel, mit zurück- 
gesetztem rechten Fuß, der links 
von sich ein Schaf führt, dessen 
Hinterteil in ganz flachem Relief 
erhalten ist. 


230. Inv. 2500 (Sybel 
A078 )4 H.0:307..B:.0:25,-D.0:12 
(Relieferhebung — 0°055). 


Nr. 229 
Unten Rand. Zwei Männer 


in Mantel und ein Opferknabe mit Platte in der Linken, der mit der 
Rechten ein Schwein heranführt. 


231. Inv. 2496 (Sybel 6070). H. 017, B. 0'32, D. o'ıı (Relief- 
erhebung — 0°05). 

Rand unten; stark bestoßene, 0'025 breite Leiste. Rechts ist der 
Teil eines Altars erhalten, neben ihm Windungen einer Schlange. Weiter 
links kommen von links heran nebeneinander ein Schwein und ein 
Widder, dahinter ein Rind. Hinter diesem erkennt man vielleicht den 
linken Arm des Opferknaben. Hinter den Tieren im Grund steht an- 
scheinend ein Pfeiler (vgl. Nr. 188). Zur Vereinigung dreier Tiere ver- 
schiedener Art beim Opfer (die sog. tpırrög oder zpirrda, Schol. Aristoph. 
Plut. 820) vgl. 
Hermann, Gottes- 
dienstl. Altertümer 
150?; Stengel, 
anche: srhil: 
CXXXII 329. 
Rind, Schaf und 
Schwein erschei- 
nen als Opfertiere 
des Asklepios in 
Titane (Paus. II 
II, 7); später ins- Nr. 231 


108 Weihreliefs 


besondere bei den römischen Suovetaurilia. Die Arbeit ist schlecht, die 
Konturen der Figuren sind mit laufendem Bohrer gearbeitet. 


232. Inv. 2657. H.o'ıo, B.o'ı0, D.o'o5 (Relieferhebung — o'o1). 
Rand links, hinten. Bruch. Rechte Körperpartie eines stehenden 


Mannes in Mantel, nach rechts adorierend. 


233. Inv. 2569. H. 0'14, B. 0'16, 
D. 0:07 (Relieferhebung — 0'015). 

Nirgends Rand. Oberkörper eines 
bärtigen Mannes nach rechts im Mantel, 
die Rechte adorierend erhoben. 


234. Inv. 2493 (Sybel 6992). H. 
0'23, B. 023, D. 0'085 (Relieferhebung 
— 0'035). 

Nr. 233 Rand links und unten. Frau in 


Untergewand und Mantel, ein Mann in 
Mantel, nach rechts adorierend; weiter rechts sind kaum zu deutende 
Reste erhalten. 


235. Inv. 2494. H.o'21, B. o'ı5, D. 0'075 (Relieferhebung — 0:02). 
Rand links; hinten Bruch. Mittelpartie eines nach rechts ado- 
rierenden Mannes in Mantel. 


236. Inv. 2506. H.0'36, B. 028, D. 0'085 (Relieferhebung — 0'03). 
Rand unten und wohl’ auch links. Konturen zweier nach rechts 
adorierender Figuren. 


237. Inv. ohne Nr. H.o'11, B.0'28, D.0'085 (Relieferhebung — 0'015). 
Rand links und unten. Kind in Mantel nach rechts, die Beine von 
zwei Männern in Mantel, einer Frau in Untergewand und Mantel und eines 


Mannes in Mantel, nach rechts adorierend. 


238. Inv. 4723 (Sybel 6932). H. 0o'23, B. o'ı2, D. 0'07 (Relief- 
erhebung — 0'01). 

Rand links und unten. Zwei nach rechts schreitende Adoranten in 
Mänteln. 


Weihreliefs 109 


KÖRPERTEILE. 


239. Inv. 3687 (Sybel 6034). H. 0:16, B. 0'185, D. 0'067 (Relief- 
erhebung — 0'04). 

Männlicher Unterleib ab Nabel mit Teil der Oberschenkel, das Glied 
ist abgebrochen. Über derartige Votive mit Darstellung erkrankter oder 
geheilter Körperteile 
vgl. zu Nr. 108. Die 
jetzt auf der Akropolis 
befindlichen Stücke 
sind wahrscheinlich 
aus dem Asklepieion, 
in dessen Hallen sie 
zahlreich gefunden 
wurden (Athen. Mitt. 
II 253), dahin ver- 
Nr. 239 schleppt worden. Nr. 240 


240. Inv. 3689. H.0'165, B.o'ı0, D. 0'045 (Relieferhebung — 0'012). 

Rand links und oben, rechts anscheinend später abgemeißelt. Rechtes 
Bein, Teil des Unterleibes unterhalb des Nabels mit männlichem Geschlechts- 
teil. Rechts und oben ist der Reliefgrund ganz roh bearbeitet, während 
er sonst wie das Relief schön geglättet ist; vielleicht hat man aus einem 
Relief mit einer nackten Jünglingsfigur eine derartige Votivgabe mit Dar- 
stellung erkrankter Gliedmaßen angefertigt. Vgl. zu Nr. 108, 239. 


241. 1Inv. 3688.H.0'20,B.o'215, 
D. 0:08 (Relieferhebung — 0'02). 

Unten Bruch; an den Seiten 
Leisten, oben giebelartiger Abschluß 
ohne jede Profilierung. Männlicher 
Unterleib vom Nabel an und Bein 
im Profil nach rechts. Vgl. zu 
Nr. 108, 239. 


2422 Inv=74748.07 Hr 70:375; 
B. 0'34, D. o'ı2 (Relieferhebung 
— 0'03). Nr, 241 


| IIo Weihreliefs 


Rand links und vielleicht unten; rechts unten abgearbeitet. In ver- 
tieftem Feld (0'16:0°18°5) zwei Beine in Vorderansicht in kurzem, ober 
den Knien endendem Rock. Nach dem oberen Abschluß des Relieffeldes 
scheint nicht mehr dargestellt gewesen zu sein, so daß man auch hier 
eine Weihung einer Darstellung der Beine eines Kranken annehmen 
muß; vgl. zu Nr. 108, 239; auf- 
fallend ist dabei die Angabe des 
Gewandes von dem rechts auch 
noch ein Zipfel herabhängt. 


Nr. 242 Nr. 243 


243. Inv. 3690. H.o'155, B.0'155, D.0'057 (Relieferhebung — 0'02). 
Überall etwas bestoßener Rand, links unten gebrochen. Vulva; vgl. 
ähnliche Stücke Nat. Mus. 1594— 1596, 1821, 2730 (Svoronos CLXIV). 
Diese könnten von Weihungen an Asklepios oder auch Artemis Brauronia 
stammen; einStück mitInschrift(Sybel2703; IGIIlı569)istAphroditegeweiht. 


PFERDE, REITER UND WAGEN. 


244. Inv. 4688 (Conze, Att. Grabreliefs I ı7 Taf. X 2; Phot.d. 
deutsch. arch. Inst. 1877 a) + Nat. Mus. 2970 (Svoronos CLXXXXV); Le 
Bas 61 II; Schöne 80; Jahreshefte XIV Beibl. 61. H.o'45, B.0'36, D. o'ıı 
(Relieferhebung — 0'01). 

Rand rechts und oben; rechts 0'04 breite Ante, oben 0'045 breites 
Gebälk mit Stirnziegeln; unten noch Reste eines 0'055 breiten Profils. 
Ein nach links galoppierendes Pferd mit kurz geschorener Mähne wird 
von einer kleinen ihm entgegenflatternden Nike bekränzt. Es handelt sich 
hier wohl um eine Weihung zum Dank für einen Sieg im Wettrennen 
mit einem innog xeiyg, ähnlich wie z. B. beim Relief Brit. Mus. 814 im 


Weihreliefs I1I 


Wagenrennen. Ob links etwa noch Athene, bei deren Fest das Wettrennen 
stattfand, dargestellt war, ist nicht zu entscheiden, scheint nach der Form 
des Reliefs aber wahrscheinlich. Auf der mit ihm wohl aus einem Stück 
gearbeiteten Stele kann eine Weihinschrift gestanden haben, vielleicht 
waren auch Kränze dargestellt. Die Arbeit weist in die Zeit um 400. 


Nr. 244 


245. Inv. 3263 (Sybel 7089). H. o'22, B. 0'155, D. 0'10 (Relief- 
erhebung — o0'oI). 


Rand rechts und unten. Hinterbeine und Schweif eines langsam 
schreitenden Pferdes nach links. 


246. Inv. 2760. (Sybel 6928); Le Bas 20 II. H. 0'32, B.’0'29, D. 0°09 
(Relieferhebung — 0°03). 


II2 


Rand unten und rechts, wo die Seitenfläche allerdings rohere 
Arbeit als unten zeigt. Unten 0'03 breite Leiste. Hinterteil eines 


Pferdes im Profil nach links, gefolgt von einem Jüngling, ebenfalls 


Nr. 246 


im Profil nach links schrei- 
tend, nur mit einer Chlamys 
bekleidet; die Linke hängt 
längs des Körpers herab. Da 
der Vortritt des Pferdes da- 


!gegen zu sprechen scheint, 


in dem Jüngling einen Gott 
oder Heros zu erkennen, wer- 
den wir in ihm einen Ado- 
ranten vermuten, der, viel- 
leicht einem Kameraden zu 
Pferde folgend, sich der Gott- 
heit naht, vielleicht auch sein 
siegreiches Pferd derselben 
vorführt. Zum Typus des Jüng- 
lings vgl. z. B. den Hermes 
auf Nr. 3; ‚Hippolytos‘‘ auf 


dem Relief Torlonia Friederichs-Wolters 1073; Blinkenberg, Archäolog. 


Studien 48ff. Tf. I. Die Arbeit weist in die Zeit um 400. 


24%. Inv. 2725. H. 0'265, B. 0'15, D. o'10 (Relieferhebung — 0'035). 


Nirgends Rand. Man erkennt den ganz bestoßenen Kopf, Hals 


sowie vorgesetzten rechten Fuß eines Pferdes nach rechts; rechts davon 


Gewandfalten und Arm eines stehenden Jünglings, der das Pferd am Zügel 


hielt; vgl. z. B. Nat. Mus. 2393 (Svoronos CXLV), 3129. 


248. Inv. 2730. H.o'ıo, B.0'255, D.0'09 (Relieferhebung — 0'022). 


Rand unten. Hinterbeine eines nach rechts schreitenden Pferdes; 


zwischen diesen das Schwanzende. 


249. Inv. 3360 (Sybel 6142). 


erhebung — 0°03). 
Rand rechts und links. 


H. 0'29, B. 0'665, D. 0'07 (Relief- 


Ein Reiter in kurzem gegürteten Gewand 


mit Überfall reitet auf einem langsam im Paßgang schreitenden Pferd 
nach links; an den Füßen trägt er Schuhe, in der Linken hält er die Zügel. 


Weihreliefs 


113 


Es kann sich hier um das Abbild eines Hipparchen oder im Wettreiten 


(vgl. zu Nr. 244) siegreichen Jünglings handeln oder aber um die Dar- 


stellung eines jugendlichen Reitergottes oder Heros, etwa des Hippolytos, 


Nr. 249 


von dessen Verehrung am Südfuß der Akropolis wir wissen (Paus. I 22, I; 


das obenerwähnte Relief Torlonia, Blinkenberg, Archäolog. Studien 48 ff. 
Tf. I, Friederichs-Wolters 1073). Die Arbeit ist fein und gehört vielleicht 


noch dem V. Jahrhundert an. 


250. Inv. 2405 (Sybel 6077). Photographie des Deutschen archäolog. 
Instituts, Grabreliefs 344. H.o0'18, B.0'24, D.0'065 (Relieferhebung — 0'15). 


Rand unten 
und rechts; unten 
0'0I breite Lei- 
ste, rechts 0'03 
breite Ante. Von 
einem nach rechts 
schreitenden Pfer- 
de ist ein gehobe- 
nes Vorderbein er- 
halten, von rechts 
schreiten diesem 
ein Mann im Man- 
tel und eine Frau 
in Untergewand 
und Mantel ado- 
rierend entgegen 


114 Weihreliefs 


vor einem im Verhältnis zu ihnen großen, altarähnlichen Aufbau. Auf 
diesem ist ein Stück eines Gewandes sichtbar, vielleicht von einer darauf- 
sitzenden Figur herrührend. Das Pferd und das eben erwähnte Gewand 
gehören wegen ihrer Größe jedenfalls einer Gottheit an, etwa Dioskuren 
oder einem Heros; der Aufbau könnte das Mal desselben sein; vgl. die 
Dokana im Dioskurenkult, Röm. Mitteilungen XV 23, 43. 


251. Inv. 2988 (Sybel 
6965). H. 0o'22, B. 0'19, D. 
0'058 (Relieferhebung—0'02). 

Rand links und oben; 
links 0'03 breite Ante, oben 
0'045 breites Gebälk mitStirn- 
ziegeln. Ein Mann in kurzem 
Untergewand, Panzer mit 
Pteryges und Mantel über 
Schulter steht halbrechts und 
hält mit der Rechten den Zü- 
gel des Pferdes, das, zum Teil 
von ihm verdeckt, neben ihm 
steht; es war entweder nicht 
ganz dargestellt oder der 
Hinterteil ragte stark über 


die linke Ante. Inihm werden 

Nr. 251 wir wegen seiner Größe nicht 

einen Adoranten, sondern 

einen Gott oder Heros erkennen müssen, sei es mit anderen vereint oder 

selbst allein verehrt, wie etwa auf Brit. Mus. 712; Nat. Mus. 1412 (Svo- 

ronos LXV), sachlich wohl nicht verschieden von jenen Darstellungen, 
die den Reiter zu Pferde zeigen. 


252. Inv. 2729 (Sybel 7124). H. 0:36, B. 0'195, D. o'12 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand links und unten; links 0'03 breite Ante, unten ganz bestoßene, 
0'05 breite Leiste. Ein im Schritt dahinschreitendes Pferd wird von einem 
bärtigen, ganz in den Mantel gehüllten Mann mit der Linken, deren Bruch- 
kontur am Bug des Pferdes erhalten ist, am Zügel nach rechts geführt. 
Tracht und geringe Größe des Mannes und seines Pferdes beweisen, daß 


Weihreliefs II5 


wirinihm einen vor die jedenfalls rechts 
dargestellte Gottheit hintretenden Men- 
schen zu erkennen haben; der Dar- 
stellung nach könnte das Fragment 
auch einem Urkundenrelief (vgl. z. B. 
Nat. Mus. 1475, Svoronos CV; 1476, 
Svoronos CVI; 1482, Svoronos CVIII) 
angehören; doch wird es wegen seines 
unteren Abschlusses eher einem Weih- 
relief zuzuweisen sein. ; 

BihB IV. 2707211025. 02030, 
D. o'ı8 (Relieferhebung — 0:06). 

NurobeneinStück Rand. Erhalten 
ist der Vorderteil eines nach rechts sich 
bäumenden Pferdes mit dem Ober- 
körper des Reiters in kurzem Leibrock 
und Lederkoller darüber; mit der 
Linken hält er die Zügel, die Rechte 
liegt auf dem rechten Oberschenkel. 
Von rechts ragt noch der rechte Unterarm einer stehenden Figur 


Nr. 252 


herein, die anscheinend den Kopf des Pferdes bekränzt. Eine derartige Be- 
kränzung von Pferden findet sich z. B. 
Nr. 244; Brit. Mus. 814. Das Fragment 
könnte auch von einer Basis stammen. 


254. Inv. 2724 (Sybel 6993). 
H220:35795 B24021.0:.1D720:T727 (Relies 
erhebung — 005). 

Rand oben, o'10 breite profi- 
lierte Leiste. Hinterteille von vier 


nach links galoppierenden Pferden 


eines Viergespanns mit auffallend 


Nr. 253 


langen Schwänzen. Zu Weihungen 
von Reliefs mit Darstellungen von Quadrigen vgl. zu Nr. 244, 256. 


2355. Inv. 3317. H. o'22, B. 0'33, D. 0'155 (Relieferhebung — 0'035). 
Rand rechts mit 0'055 breiter, ganz abgestoßener Leiste. 
Dazu gehört, wenn auch nicht unmittelbar anpassend: 

g* 


116 Weihreliefs 


255 a. Inv. 2519. H. 0'16, 
B. 0'23, D. o'ı5 (Relieferhebung 
— 0'035). 

NirgendsRand. Aufeinem Wa- 
genkorb, dessen Vorder- und linker 
Seitenbügel noch erhalten ist, steht, 
stark vorgeneigt, eine langgewan- 
dete Figur; die Arme in kurzen Är- 
meln halten, der rechte vorgestreckt, 
die Zügel; vgl.ähnliche Armhaltung 
z. B. Brit. Mus. 814. Arbeit des 
beginnenden IV. Jahrhunderts. 


256. Inv. 2732 (Sybel 5682) 
7 1nVu017230.80H.00:747 mEB200015 
D. 0:16 (Relieferhebung — 0'06). 
Rand unten, 0'025 breite 


Leiste. Beine und Körper von vier 
Nr. 254 nach links schreitenden Pferden 
und rechts davon Teile eines Wagen- 
rades und -kastens. Zur Weihung von Reliefs mit Darstellungen von 
Viergespannen für Siege im Wagenrennen vgl. zu Nr. 244 und 254. 

257. Inv. 4707. H. 016, DB. 0'43,, D. o'ı15 (Relieferhebung 
— 0'05). 

Rand rechts und unten. Drei Hinterfüße von ruhig nach links 
stehenden Pferden und rechts davon der untere Teil eines Wagenrades. 
Das Fragment kann 
einem Zwei- oder Vier- 
gespann angehören. 
Inner- und außerhalb 
desRades ist der Relief- 
grund rauh gepickt 
stehen geblieben, was 
aber nicht auf Un- 
fertigkeit hinweisen 
muß, sondern vielleicht 


zwecks der Bemalung 
Nr. 255 a Nr. 255 beabsichtigt war. 


Weihreliefs 117 


258. Inv. 2462. H. o'27, B. 0'20, D. o'12 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand oben und links. Kopf und Hals eines Pferdes nach links in 
rascher Bewegung mit fliegender Mähne; das Maul wird durch die an- 
gezogenen Zügel aufgerissen. Wegen der Nähe des oberen Randes und 
der Richtung der Zügel wird man eher an das erste der an einen Wagen 
gespannten Pferde denken, als an ein Reitpferd mit Reiter. Vgl. Reliefs 
für Siege im Wettrennen Nr. 244, 254, 256; Brit. Mus. 814. 


DREIFÜSSE. 


259. Inv. 2995 (Sybel 6619); Schöne 82; Wiener Vorlege- 
blätter Ser. VIII Taf. X 4; Friederichs-Wolters 1196; Reisch, Griech. 
Weihgeschenke 56 f. 70, Fig. 5; Reinach, Rep. de reliefs II 366, 5. 
H. 0:46, B. 0'27, D. o'ıı (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand rechts und oben; rechts 
0'05 breite Ante, oben 0'06 breites 
Gebälk mit Giebel mit Eckakroter. 
Rechts steht ein bis an den oberen 
Rand des Reliefs reichender Dreifuß 
mit Kessel mit haibkugeligem Deckel, 
dreigroßen RingenundStephane.Links 
davon steht in Vorderansicht, mit dem 
Kopf bis in Kesselhöhe reichend, ein 
bärtiger Mann in Mantel, die Linke 
unter dem Mantel in die Seite ge- 
stemmt. Der Dreifuß wird durch seine 
Größe als choregisches Anathem, der 
Mann als Sterblicher oder als die 
Statue eines solchen charakterisiert; 


jedenfalls ist in ihm ein siegreicher 


Chorege oder Dichter zu erkennen. 


Nr. 259 


Da zumindest noch die Hälfte des 

Reliefs fehlt, ist vielleicht links die verehrte Gottheit zu ergänzen. Zum 
Mann neben dem Dreifuß ist insbesondere zu vergleichen der sogenannte 
Hesiod auf der Apotheose Homers Brit. Mus. 1291 und Nat. Mus. 1490 
(Svoronos CXIV), das mit Nat. Mus. 1409 zu einer Basisumkleidung gehört, 
sowie der Aryballos im Athen. Nat. Mus. Inv. 12961. Das Fragment könnte 


118 


Nr. 260 


Weihreliefs 


auch einem Urkundenrelief angehören; 
vgl. Nat. Mus. 2958 (Svoronos CXCIII). 
Es zeigt gute Arbeit des beginnenden IV. 
Jahrhunderts. 


260. Inv. 2855 (Sybel 3912 mit Lite- 
ratur); Benndorf, Jahreshefte Il268; Reisch, 
Weihgeschenkes57!. H.o'42, B.0'29, D.0'17 
(Relieferhebung — 0'02). Hymettischer Mar- 
mor. Gefunden 1862 im Dionysostheater. 

Rand oben, 0'055 breite profilierte 
Leiste; rechts scheint eine ebenso breite, 
beiderseits schräg profilierte Leiste ange- 
arbeitet zu sein, doch ist weiter rechts Bruch. 
Auf einer ganz abgestoßenen kleinen Basis 
steht ein Dreifuß mit dorischer Mittelsäule, 


drei großen Tragringen mit Stephane. Benndorf (a. a. O.) deutet die 
Möglichkeit der Zugehörigkeit zur Basis IG II ı298 an. An ein Bruch- 
stück eines Triglyphenfrieses mit plastisch geschmückten Metopen zu 


denken, schließen die Maße — das Triglyphon würde viel zu schmal — 


sowie die Art der 
Profilierung aus. 
Ähnliche seitliche 
Einfassung zeigt 
Nat. Mus. 1423 
(SvoronosXLVIII). 


261. Inv. 4792. 
51.7027 5B 70:30, 
D. 0'26 (Relief- 
erhebung — 0'04). 

NirgendsRand. 
An dem oberen Teil 
der Rückseite, die 
sich nach vorne 
überwölbt, ist der 
Fels knollenartig 


angedeutet, der 


Nr. 261 


Weihreliefs 119 


untere Teil fein gepickt. Teil einer sich vorwölbenden Grotte; innen links 
ein Kopf nach rechts, dann ein Baumstamm mit zwei Ästen, weiter rechts 
ein Dreifuß, hochgestellt mit drei großen aufrecht stehenden Ringen und 
Masken an dem Kessel. E. Reisch erblickt in dem in der Grotte auf- 
gestellten Dreifuß einen Hinweis auf Apollo und denkt an eine Dar- 
stellung der Pythion-Höhle der Akropolis. Vgl. zu Nr. 177. 


SCHIFFE. 


262. Inv. ohne Nr.; Jahreshefte XVII Beibl. 96. H. o'25, B. 0'30, 
D.o'ıı (Relieferhebung — 0:06). 

Rand unten. Erhalten ist ein Bruchstück eines Vorderteiles eines 
Schiffes nach rechts über Wellen. Das Fragment gehörte vielleicht zu 
jenem als verschollen 
geltenden Original, von 
dem uns bei Pozzo 
(darnach Archäolog. 
Zeitung N. F. Bd. VII 
1875 Taf. 7 A und 

Baumeister, Denk- 
mäler III Abb. 1690) 
eine Zeichnung erhal- 
ten ist, obwohl man 
einige Abweichungen 
konstatieren muß. Eine 
ausführliche schiffs- 
technische Erklärung 


gibt Assmann bei Bau- Nr. 262 

meister a.a.0.1630 ff.; 

sonst vgl. über Schiffsdarstellungen Daremberg-Saglio, Dictionnaire IV 24. 
Das Pozzosche Relief ist mit Rücksicht auf die Hauptdarstellung 

wohl als Grabrelief anzusprechen (vgl. z. B. München, Glyptothek 276a), 

bei dem die Schiffsdarstellung gleichsam als Sockelbild erscheint. Bildete 

diese hier aber ein selbständiges Relief, so dürfen wir in ihm am ehesten 

ein Weihgeschenk für einen Sieg im Trierenwettkampf erkennen; vgl. das 

Lenormantsche Schiffsrelief (Akropolismuseum 1339 mit zugehörigem 

Stück im Nationalmuseum, Jahreshefte XVIII Beibl. 96). 


120 Weihreliefs 


BRUCHSTÜCKE UNKLARER BEDEUTUNG. 


263. Inv. ohne Nr. H. 0'60, B. 0'76, D. 0'105 (Relieferhebung 
— 0'02); stand bisher beim Beuleschen Tore. 

Links Bruch, desgleichen fehlt die rechte obere Ecke; unten 0°05 breite 
Leiste. Die ganze Oberfläche ist sehr stark verwittert. Im Grunde rechts 
erhebt sich in der ganzen Höhe des Reliefs eine Fassade, bestehend aus 


vier mit Kapitellen versehenen Säulen, auf denen mindestens noch der 


Nr. 263 


Architrav dargestellt war; die äußerste Säule rechts dient zugleich 
als Randleiste (vgl. z. B. auch das Relief Barracco Taf. LI bis; Venedig, 
Athen. Mitt. XXXV Taf. III 2; Theben, Friederichs-Wolters 1153; 
Roscher, Lex. d. Mythol. I 2188). Vor der ersten und zweiten Säule. 
von rechts steht ein Altar, hinter diesem, zwischen den Säulen, erhebt 
sich eine anscheinend weibliche Herme. Weiter links steht, fast so hoch 
wie die Säule, eine Göttin in langem Gewand und Mantel halblinks, den 
rechten Unterarm wohl mit Attribut nach links streckend, entgegen einem 
von links heranschreitenden, etwa um halbe Kopflänge kleineren Mann, der, 
anscheinend mit einem Mantel bekleidet, die Rechte adorierend erhebt. 
Vor ihm, also zwischen ihm und der Göttin, eine ungefähr halb so große, 
ähnliche, männlicheFigur im Mantel, sicher dieRechte adorierend erhebend. 


Weihreliefs 121 


Weiter links endlich die Reste einer der Göttin mindestens gleich großen Figur 
in Gewand im Profil nach rechts. Trotz der schlechten Erhaltung kann 
man in dem Mann zwischen den beiden Gottheiten einen Adoranten 
erkennen, der seinen kleinen Sohn der Göttin vorführt (vgl. z. B. Nr. 46). 
Bezüglich der Gottheiten kann man nur Vermutungen aufstellen; ist die 
Herme wirklich weiblich, so wird man mit E. Reisch in der Göttin 
rechts vielleicht Aphrodite, in der links Peitho erkennen dürfen. Interessant 
ist das Relief vor allem durch die Angabe des Heiligtums; vgl. außer 
den Heraklesreliefs (Frickenhaus, Athen. Mitt. XXXV 113 ff.) insbesondere 
Nat. Mus. 2417 (Svoronos CL), 2519 (Svoronos CLVII) und das Relief 
Torlonia (Friederichs-Wolters 1073). In anderer Weise löst dieses Problem 
Nat. Mus. 1377 (Svoronos XLVIII) und Nr. 76; wieder anders Nr. 316. 
Die schlechte Erhaltung läßt keine genauere Datierung zu, doch scheint 
das Stück noch der ersten Hälfte des IV. Jahrhunderts anzugehören. 


264. Inv. 4700. H. 0'375, B. 024, D. 0:09 (Relieferhebung — 0'03). 

Links Bruch; unten 0'045 breite Leiste. Auf dem Relief, dessen Ober- 
fläche sehr stark zerstört ist, erkennt man links eine auf einem Stuhl mit 
geschweiften Beinen und Rückenlehne nach rechts sitzende Figur, die den 
rechten Arm auf die Lehne gelegt 
hat. Rechts davon steht eine ihr 
zugewandte Figur in etwas größeren 
Dimensionen nach links. Eine Deu- 
tung bleibt zumal bei der schlechten 
Erhaltung ganz unsicher. 


265. Inv. 2459. H. 0'33, 
B. 0'285, D. 0'082 (Relieferhebung 
— 0'065). 

Rand links und unten; unten 
0'032 breite Leiste; links 0'03 breite 
Ante. Links sitzt auf einem Stuhl 
mit gedrehten Beinen, teils vor der 
Ante, im Profil nach rechts eine 
Frau in Untergewand und Mantel, 
die Füße unter dem Stuhl, den 
Oberkörper auffallend nach rechts 
vorgebeugt, die Rechte ebendahin Nr. 264 


122 


Weihreliefs 


Nr. 265 


266. Inv. 2582 (Sybel 7120). 
erhebung — 0'025). 


streckend. Dort stehtnachvorne 
mit linkem Stand- und rechtem 
vorgesetzten Spielbein eine ihr 
ungefähr gleichgroße Figur in 
Mantel; ihr linker Fuß wird 
durch eine unregelmäßige Er- 
höhung an der Fußleiste ver- 
deckt. Rechts daneben der 
rechte Fuß einer weiteren, wohl 
auch in Vorderansicht stehen- 
den, ebenso großen Figur. Eine 
Deutung des ganzen Fragmen- 
tes vermag ich nicht zu geben; 
gegen ein Grabrelief spricht die 
geringe Größe sowie die lebhafte 
Bewegung der sitzenden Frau. 


H. 0'205, B. 0'35, D. 012 (Relief- 


Rand links; oben und unten später abgearbeitet, um das Relief als 


Baustein herzurichten; die Oberfläche ist stark verwittert. Rechtssind wohl 


die Beine eines nach links sitzenden nackten Gottes erhalten, daneben die 


einer nach vorne stehenden langgekleideten Göttin mit linkem Stand- und 


rechtem Spielbein; ein Zipfel ihres Mantels hängt links herab. Links am 


Rande steht ein durch seine Größe als Mensch charakterisierter Mann im 


Profil nach rechts 
mit vorgestelltem 
linkenFuß imMan- 
tel, die Rechte ado- 
rierenderhoben. An 
AsklepiosundHygi- 
eia zu denken, ver- 
bietet die Nacktheit 
des Gottes; diese, 
sowie die sitzende 
Stellungwürdeeher 
zuHeraklespassen; 
vel,uNT. 122011. 


Ä 
x 


Weihreliefs 123 


267. Inv. 2504 (Sybel 7107). H. 
0'35, B. 0'215, D. 0'08 (Relieferhebung 
= 01077): 

Links Bruch; unten 0'03 breite Leiste, 
oben 0'042 breites Profil. Links von einem 
übereck stehenden Altar auf Stufe erkennt 
man Reste des Gewandes und den über 
den Altar gestreckten linken Arm einer 
Gottheit. Von rechts nähert sich dem Altar, 
die Rechte adorierend erhebend, eine klei- 
nere Frau in Untergewand und Mantel, 
halblinks stehend mit vorgesetztem rech- 
ten Fuß. 


268. Inv. 3362 (Sybel 6983). H. 0'30, 
B. 0:37, D. 0'13 (Relieferhebung — 0°05). 
Oben roh abgearbeitet; desgleichen 
ist die untere rückwärtige Kante schräg Nr. 267 
abgearbeitet. Unten 0'03, an den Seiten 
0'02 breite Leisten. Die weiter herausragenden Teile des Reliefs sind ganz 
roh abgeschlagen. Links stehen zwei Männer in Mantel en face, mit 
linkem, respektive rechtem Spielbein, zwischen ihnen ein Knabe in Mantel 
halblinks. Weiter rechts zwei kleinere Männer in Mantel im Profil nach 
links mit vorgesetztem rechten Fuß; zwischen ihnen Knabe in Mantel, 
ebenfalls nach links; die letzteren 


scheinen Adoranten zu sein; die 
Deutung der ersteren bleibt un- 


gewiß. 


269. Inv. 2574 (Sybel 6010); 
Schöne 68. H. 0'235, B. 0'22, D. 0'10 
(Relieferhebung — 0'027). 

Rand unten; 0'07 breite Leiste, 
die Hälfte zum Einsetzen abgearbei- 
tet. Links ragt aus einem zylinder- 
förmigen, 0°06 hohen Gegenstand mit 


niedriger Basis, dessen ursprünglich 


Nr. 269 glatte Fläche infolge Beschädigungen 


124 Weihreliefs 


gegliedert erscheint, der Oberkörper eines nackten Knaben hervor. Er 
streckt beide Arme nach rechts oben einer großen Figur entgegen, von 
der nur rechts daneben der linke bloße Fuß mit Gewandende erhalten ist. 
Man dachte meist an eine Darstellung der Szene, wie Erichthonios aus 
der von den Kekropstöchtern geöffneten Ciste Athene die Arme entgegen- 
streckt; vgl. z. B. das Vasenbild Brit. Mus. E 372 (Roscher, Lex. d. 
Mythol. I 1307; VI 444). Auch an die auf lokrischen Terrakottareliefs 
(Ausonia III 192 f.) begegnende Darstellung wird man erinnert, auf der eine 
wohl Demeter zu benennende Göttin einen vor ihr auf einem Tisch 
stehenden runden Korb öffnet, in dem ein Knäblein sitzt. Der erhaltenen 
Darstellung nach könnte man am ehesten an ein Auftauchen aus einer 
Brunnenöffnung denken, wofür aber keine Belege zu finden sind. Die 
nächste Parallele bietet das Relief der Sammlung Este Arndt- Amelung 47, 
wo ein Knabe in ganz ähnlicher Stellung erscheint. Man darf wohl am 
ehesten an die Darstellung kleiner Kinder, die man in derartigen runden 
Gefäßen zu halten pflegte, vor einer Gottheit denken. Diese könnte, wie 
auf dem Estenschen Relief Demeter gewesen sein — der erhaltene nackte 
Fuß würde dann wohl Kora angehören — oder auch Athene. Vgl. zu 
Nr. 46; 96 und 263. Das Bruchtück zeigt feine Arbeit guter Zeit. 


270. Inv. ohneNr.H. o'21, B. 0'21, D. 0'13 (Relieferhebung — 0'025). 

Oben stark bestoßener Rand; 0:09 breite Doppelleiste. Die obere ist 
ganz bestoßen, auf der unteren Reste einer Inschrift IYAMLPO; links 
im Relieffeld in zwei Zeilen TRIKOPYZIO//| ///&. Vom Relief selbst 
sind nur noch die ganz bestoßenen Konturen eines Kopfes einer nach 
rechts stehenden Figur erhalten, in der man nach der Größe eine Gottheit 
erkennen darf. Auf der Rückseite trägt das Fragment in drei Zeilen 0'04 
hoher Buchstaben eine Inschrift: //] APIZ|3)YATTT|XCN. Zuden 
Inschriften vgl. Woodward, Journal of hell. stud. XXX 264. 


Dazu gehören: 

270 a. Inv. 4062. H. o'ı2, B. o'12, D. o'1o0. 

Oben stark bestoßener Rand; auch hinten Bruch. Oben 0:09 
breite Doppelleiste; auf der oberen die Buchstaben OX ); auf der un- 
teren AIKP. 


270 b. Inv. 4054 (Sybel 7158 mit älterer Literatur). H.0'28, B. o'22, 
D. o'ı2 (Relieferhebung — 0'045). 


Weihreliefs 125 


Nirgends Rand. Nach links adorierend steht eine der Kleidung 
nach wohl weibliche Figur. Rechts von ihr sind fünf Zeilen einer In- 
schrift erhalten, die erste in viel größeren Buchstaben (IG III 1292): 
-z\2 | AIMIA|ZA/ |ATTOA|AAM. Auch dieses Fragment trägt 
sowie Nr. 270, auf der Rückseite eine Inschrift in vier Zeilen, die Wood- 
ward a.a. O. erwähnt: ANI| \HZ| DZ | //////I | - 

Die ungefähre Stellung der drei Fragmente zueinander wird uns 


durch die Darstellung sowie die Inschriften gegeben. Wir haben ein 


Nr. 270 Nr. 270a und b 


Weihrelief griechischer Zeit vor uns, das später, ähnlich wie Nr. ıı2, 
Epigraphikon 660, Nat. Mus. 2931 (Svoronos CLXXXVII) von Pyloroi 
zur Aufzeichnung ihrer Namen benutzt wurde. Auf der Reliefseite kann 
man etwa lesen —]og 2 [ — ]| Hvrwpoli art Kdrlıxplariöov Zuvöpönov] | 
Tprnopuotclv | &pyovro]s. Und rechts von der Gottheit: —Mva ?Joexs[-] | Aint[Arog 
Kngpıoedz;] | saAlmıxing] | Anoaiwviog] | Axp[ntpeds]. Zu Koddınpariöng Zuvöpönov 
Tpwmopbstog vgl. IG III 648—650, 1019. Zu Alnittos Kyprorsdg IG III 1235. 
Ist die Beziehung auf Kaddıxpariöng richtig, so werden wir für die Inschrift 
in den Beginn des ersten nachchristlichen Jahrhunderts verwiesen, wozu 
auch der Schriftcharakter und die Art der Bezeichnung für das identische 
Patronymikon paßt. Auf der Rückseite kann man versuchsweise ergänzen: 


126 Weihreliefs 


IvAwpor Er] Aprolrsdipnov Jod Anlo AMwvltov &plxovlros | Mina — | — og. Diese 
Inschrift rührt von einer noch späteren Verwendung her. 


271. Inv. 3172 (Sybel 7017). H. 0'46, B. 0'33, D. o'105 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand oben und links; oben Reste einer 0'03 breiten Leiste. Auf dem 
stark verriebenen Relief erkennt man links einen nackten Krieger, wenig 
nachrechts gewendet, mitlinkem 
Stand- und rechtem Spielbein; 
den Kopf mit Helm mit Busch 
im Profil nach rechts etwas ge- 
senkt, die Rechte wohl adorie- 
rend in Brusthöhe erhoben, die 
gesenkte Linke hält eine Keule 
oder Fackel; amlinken Arın ruht 
eine lange Lanze. Rechtsvon der 
Figur scheint der Reliefgrund be- 
schrieben gewesen zu sein, ein- 
zelne Buchstabenreste sind noch 
kenntlich; zuder Artder Beschrei- 
bung des Reliefgrundes vgl. z. B. 
Nr. 439 und Nat. Mus. 2408 (Svo- 
ronosCXLVIII);vielleichtwerden 
: wir auch hier an eine Inschrift 
Nr. 271 der Pyloroi denken; vgl. Nr. 270. 


272. Inv. 2718 (Sybel 6711). H. 0o'20, B. 0'40, D. 0:12 (Relief- 
erhebung — 0'03). 

Rand oben und rechts; oben 0'55 breites Profil mit Resten einer 
Inschrift, von der jetzt nur noch P An als erste Buchstaben mit Sicherheit 
zu erkennen sind. Die Oberfläche des Reliefs ist stark verwaschen. Links 
ist der Kopf eines Kriegers mit attischem Helm nach links erhalten; in 
der Linken hält er den Schild, in der Rechten das Schwert, mit dem er 
zum Schlag ausholt. Rechts davon steht, nach rechts gewandt, ein anderer 
Krieger ohne Helm in flatterndem Mantel; in seinem Rücken steckt, wie 
das Bohrloch zeigt, ein Pfeil, den er mit der Rechten herauszuziehen sucht, 
während er mit der ins Kreuz gestemmten Linken dagegen drückt; der 
Kopf ist, der Haltung entsprechend, stark vorgeneigt. Vor ihm anscheinend 


Weihreliefs 127 


der Oberteil des etwa auf den Boden gestellten Rundschildes. Sybel, der 


eine Breite von 0'50 angibt, sah links noch einen ‚Heimbusch nach rechts‘‘, 


Fr Be 2 ae ; 
BR > 
EF 


us 
a 


Nr. 272 


offenbar vom Gegner des Kriegers mit dem Schwert. Das interessante 


Motiv des Verwundeten findet sich ähnlich bei der Niobide der Banca 


commerciale (Ausonia II 7), wo es sich aber um ein bloßes Greifen nach 


der schmerzenden 
Stelle handelt. Die 
Buchstaben wei- 
sen wohl noch 
in das IV. Jahr- 
hundert. 


273.  Inv. 
2990 (Sybel 6944); 
Les Bass 18 il. 
H20:275,..8.0:37, 
D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0'02). 

Rand oben, 
0'045 breites Pro- 
fil. Oberkörper 


Nr. 273 


eines Kriegers nach links, von hinten gesehen, mit Visierhelm mit Busch, 


Gürtel mit kurzem Schurz um die Hüften, in der Linken oblongen Schild 


mit Grat, am rechten Handgelenk eine schützende Stulpe, in der Rechten 


128 Weihreliefs 


das Schwert stoßbereit nach links. Rechts folgt ein ganz ähnlicher Krieger, 
von dem der Kopf mit dem Helm sowie der rechte Arm mit erhobenem 
Schwert erhalten ist. Zur Schildform vgl. Daremberg-Saglio, Dictionnaire I 
ı254 ff. Durch die Tracht und Bewaffnung werden die Krieger als Nicht- 
griechen charakterisiert. Die Arbeit ist hellenistisch oder frührömisch. 


Nr. 274 


274. Inv. 2556 (Sybel 6069); Petersen, Archäol.-epigraph. Mitt. 
IV 1682; V 63; Jahrbuch VII Anz. ıo4f.; Pauly-Wissowa, Real- 
enzyklopädie III21ı59. H.o'41, B. 0'31, D. 0'135 (Relieferhebung — 0'005). 

Oben Rand, o'ıı breites Profil mit Stirnziegeln. Links oben eine 
kreisrunde Scheibe mit etwas erhöhtem Rand; darunter vielleicht die Reste 
einer zweiten. Rechts davon der Oberkörper einer Athene bis etwas unter 
die Taille, von vorne gesehen, in gegürtetem Gewand und zweiteiliger Ägis; 
auf dem Kopf trägt sie einen Polos oder ein hohes Diadem, in der erhobenen 
Linken wohl einen Granatapfel, in der nach der Seite gehaltenen Rechten 
eine Schale. Weiter rechts sind im Reliefgrund untereinander zwei weitere 
Schalen, ähnlich der links, aber mit deutlich erhaltenem Omphalos dar- 
gestellt. Weiter rechts, etwas höher als Athene und kleiner als diese, 


Weihreliefs 129 


ebenso wie Athene etwas unter der Taille abgeschnitten, die Oberkörper 
dreier ganz gleich gebildeter Mädchen in gegürteten Gewändern, mit Polos 
oder hohem Diadem auf dem Kopf, von vorne gesehen, die Hände vor die 
Brust haltend, und zwar die Linke unter die Rechte, die Handrücken nach 
unten, die Daumen abgestreckt; in ihnen werden wir wohl am ehesten 
die drei Chariten erkennen dürfen. Der erhaltene Teil des Reliefs enthält 
nichts von der Hauptdarstellung, sondern die erwähnten Gottheiten und 
Gegenstände sind im Hintergrund gedacht, woraus sich auch die sonder- 
bare Art ihrer Darstellung erklärt; es ist ebenso, wie wenn sie durch eine 
Terrainlinie abgeschnitten wären, wie dies auf Vasenbildern häufig vor- 
kommt (vgl. P. Kurth, Neapolis I 2). Auf Reliefs sind derartige in 
Relief ausgeführte Busti sehr selten, doch mögen bloß gemalte, die jetzt 
für uns verschwunden sind, häufiger gewesen sein; vgl. Berlin 709; 
Nat. Mus. 1459 (Svoronos LVIII); ferner zu Nr. 177; Nat. Mus. 1351 
(Svoronos XLIX); 1358 (Svoronos XLVI); 1455 (Svoronos LXXVI); Argos, 
Photographien des Deutsch. Arch. Inst. in Athen 5961/2. Ähnliches gilt 
auch von den Schalen und anderen den Ort bezeichnenden Gegenständen; 
vgl. dazu Nr. 108, 316. Hier muß der den unteren Teil der Figuren ver- 
deckende Gegenstand, wohl eine Mauer, ebenfalls nur gemalt gewesen sein; 
vgl. Nr:276. Über den Gegenstand der Hauptdarstellung ist aus diesem Relief 
nichts zu entnehmen; vgl. Nr. 275, 276, 458. Ein Standbild der Athene 
mit Granatapfel und Schale ist uns literarisch nicht bezeugt; über den Gra- 
natapfel bei Athene vgl. Furtwängler, Meisterwerke 213. Dürfen wir auch 
hier aus der Art der Darstellung Athenens und der Chariten auf einen 
Hinweis auf lokale oder topographische Verhältnisse erkennen (vgl. Roden- 
waldt, Athen. Mitt. XXXVII 146 ff.), so sind wir versucht, die Stellen 
Tzetz. schol. Arist. Nub. 773 Zwxgärmns... ...Aydiuara Tüv Tpıöv Xapicwv 
Epyäoato... zal Toay ... dniode Tng Adyvas Eyyaykonneva zo voixo und andere 
Schol. z. d. St. örxiow ij; Ayyväs Tsav YAuzeloa al Xapıres Ev To Tolxw, üs 
aleysto 5 Zwarpdtng yAbbaı heranzuziehen und in den Chariten die des 
Sokrates (Paus. IX 35, 7) und in Athena mit Benndorf (Arch. Zeitung 
1869, 50) und Robert (Pausanias als Schriftsteller 100) Athena Hygieia 
zu erkennen. E. Reisch möchte eher an eine Darstellung der Athena Nike 
in Anlehnung an ein altertümliches Kultbild denken. Das Relief gehört 


noch dem IV. Jahrhundert an. 


275. Inv. 2555 (Sybel 6346). Jahrbuch VII Anzeiger 105. H.o'25, 
B. 0'30, D. o'17 (Relieferhebung — 0'12). 


130 


Nr. 275 


Weihreliefs 


Oben Rand, 
o'ııbreitesProfil 
mit Stirnziegeln. 
Erhalten sind 
noch drei Köpfe 
von Frauen in 
Vorderansicht 
mitgescheiteltem 
Haar und Polos 
oderhohemKopf- 
schmuck, Das 
flache Relief und 
die kleinen Di- 
mensionen wei- 
sen darauf hin, 
daß sie, ähnlich 


wie auf Nr. 274, nur klein im Hintergrund gedacht sind. Als Teil der Haupt- 
darstellung ist das Ende eines großen Flügels erhalten, der die dritte der Fi- 
guren teils verdeckt, so daß von ihrem Kopf nur die linke Hälfte sichtbar ist. 


Dazu kann nach Maßen, Arbeit und Darstellung gehören: 
275 a. Inv. 2644 (Sybel 7034). H. o'2ı, B. o'2ı, D. o'10 (Relief- 


erhebung — 001). 


Nirgends Rand. Erhalten ist der von vorn gesehene Oberkörper einer 


Frau in gegürtetem Gewand mit Schulterlocken; sie hält in der Rechten 


Nr. 2754 


eine Schale, der linke Unterarm war 
gehoben. Unter ihr, ihren Unter- 
körper verdeckend, ist ein großer 
rechter Flügel in höherem Relief dar- 
gestellt. Wenn die beiden Fragmente 
zu verbinden sind, so wäre 275 a 
links von 275 anzuordnen und es 
müßten die beiden Flügel einer nach 
links schwebenden, fast von vorne 
gesehenen Figur angehören. Bei der 
Frau links wird man, obwohl eine 
Ägis nicht im Relief angegeben ist, 
am ehesten auf Grund des Reliefs 
Nr. 274 an Athene denken; die flie- 


Weihreliefs 131 


gende Gestalt könnte Nike sein; vgl. im übrigen das zu Nr. 274 Gesagte. 
Auch dieses Stück gehört dem IV. Jahrhundert an. 


276. Inv. 2554 (Sybel 5960). H. 0'27, B. 0'20, D. 0:07 (Relief- 
erhebung —- 0'005). 

Oben ein Stück Rand, vielleicht 0'027 breite Leiste; unten mindestens 
0'055 breiter Streifen, aber nicht Rand. Links steht, von hinten ge- 
sehen, mit dem Kopf nach links 
gewendet, ein Mädchen in lan- 
gem, gegürtetem Gewand, mit 
beiden Händen etwa in Kopfhöhe 
an einem Querbalken beschäftigt, 
der von einem aufrecht stehenden 
getragen wird [Türstock?, Web- 
stuhl?, vgl. Nat. Mus. 1914 (Svoro- 
nos CXXXIV); Reliefs vom Nerva- 
forum Monumenti X 41]. Rechts 
oben, eine eventuell vorhandene 
Abschlußleiste überschneidend, ist 
eine runde Scheibe, wohl eine 
Schale, dargestellt. Daruntersteht, 
von dem unteren Streifen etwa in 


Kniehöhe abgeschnitten, eine von 
vornegeseheneFrauingegürtetem Nr. 276 

Gewand, mit Schulterlocken und 

Polos oder hohem Diadem auf dem Kopf; mit der Linken hält sie wohl 
einen Apfel vor dieBrust, in der gesenkten Rechteneine Schale. Rechtsdavon 
in selber Höhe, ebenfalls vom unteren Streifen abgeschnitten, ist die linke 
Seite einer ähnlichen, aber etwas kleineren Figur erhalten, die die Linke vor 
die Brust hielt. Auch hier wird man auf Grund vonNr. 275 in der Frau mit 
der Schale und Apfel Athene erkennen wollen und die Ägis bloß gemalt an- 
nehmen; rechts davon folgten, diesmal in gleicher Höhe, die drei Chariten. 
In dem Mädchen links, das eine Erweiterung der Darstellung bietet, wird 
man wohl eine Sterbliche zu erkennen haben; vgl. dazu vielleicht Nr. 458. 
Auch hier wird unter dem unteren Streifen, der hier höher im Relief 
stehen blieb (vgl. Berlin 709), die Hauptdarstellung gefolgt sein. Die Arbeit 
dieses Reliefs ist viel schlechter als von Nr. 274, 275. Der Reliefgrund 
ist zum Teil nicht einmal vollkommen abgearbeitet, z. B, unter der Schale. 

9* 


Nr. 277 


Weihreliefs 


277. Inv.2511 (Sybel 6937) + Inv. 
3307 (fehlt in der Abbildung). H. 0'235, 
B.0'20,D.0'475(Relieferhebung —0'01). 

Randunten und rechts, untenganz 
abgesprungene Leiste. Unterkörper und 
Beine eines in Vorderansicht stehenden 
Jünglings, rechtes Stand-, linkes Spiel- 
bein, stark ausgebogene Hüftlinie. Im 
Rücken trägt er dieChlamys, deren Ende 
über den rechten Arm geworfen ist. 
278. Inv. 2527 (Sybel 6378). 
H. 0'205, B. 0'21, D. 0:08 (Relieferhe- 
bung — 0'015). 

Rand rechts und oben; oben und 
rechts von der Ecke 0'06 entfernt je 
ein Bohrloch, vielleicht zum Befestigen 
des Reliefs. Rechts steht weit nach 


links vorgeneigt auf einen langen Stab 


gestützt, auf den er seine Rechte und darauf sein Kinn gelegt hat, ein 


anscheinend bartloser Mann; auf dem stark. verriebenen Relief ist die Art, 


wie er den Mantel umgelegt hat, nicht mehr mit Sicherheit zu erkennen. 


Vielleicht können wir in ihm einen 
Asklepiaden oder Heros erkennen. 
Zu den Löchern vgl. Nr. 78. 


279.Inv.2641.H.o'18,B.o'28, 

D. 0'075 (Relieferhebung — o'oI). 
Nirgends Rand. Rechts 

ein Baumstamm erhalten, um den 


ist 


und um dessen Nebenast sich eine 
Schlange ringelt, nach links zün- 
gelnd. Daneben steht ein vielleicht 
bärtiger, nackter Mann in Vorder- 
der linke 


ansicht; Arm hängt 


am Körper herab, der rechte ist 


erhoben, im Ellbogen stark gebeugt, die Hand geschlossen. 


Nr. 278 


Eine sichere 


Deutung ist zumal bei der schlechten Erhaltung unmöglich; man könnte 


Weihreliefs 133 


an Poseidon in einer 
Gruppe mit Athena 
denken. Zum Typus 


des Mannes kann 


man vielleicht auch 

Nat. Mus. 1226 und 
1370 (Svoronos 

XLVII) vergleichen. 


280.Inv. 2962. 
H#02052 B#o01T3,8D: 
0'075  (Relieferhe- 


Nr2 279 
"bung — 0°03). 


Rand oben und wohl rechts; oben 0'07, rechts 0'04 breite Leiste; 
ganz verstoßen. Erhalten ist der Oberkörper eines in Vorderansicht 


stehenden, anscheinend nackten, bartlosen Mannes. 


281. Inv. 2647 (Sybel 6048). H. 017, B. 017, D. o'o5 (Relief- 
erhebung — 0'005). 

Rand links. Mittelpartie eines mit dem rechten Arm an einen 
Baumstamm gelehnten Jüng- 
lingsmitMantelum den Unter- 
körper; hinter ihm steht, zum 
Teilverdeckt,einkleinesRind. 


Sa InyıaA407s4.:H. 
0'455, B.0'23, D.o'ı05 (Re- 
lieferhebung — 0'035). 

NirgendsRand. Auf dem 
stark bestoßenen Relief er- 
kennt man einen in Vorder- 
ansicht stehenden Jüngling, 
die Linke unter dem Mantel 
in die Seite gestemmt. Rechts 


daneben Gewandreste einer 


folgenden Figur. 


283. Inv. ohne Nr. H. 0'38, B. 0'275, D. o'10 (Relieferhe- 
bung — 0'03). 


134 Weihreliefs 


Rand links und oben; oben 0°045, 
links 0'04 breite Leiste. Sehr stark 
bestoßener Oberkörper eines nackten 
Jünglings, halbrechts; der rechte Arm 
ist an den Kopf gelegt, der linke vor- 
gestreckt. 


284. Inv. 4729 (Sybel 7135). 
H. 028, B. 0:37, D. o'ı0 (Relief- 
erhebung — 0'04). 

Rechte obere Ecke eines Reliefs; 
rechts 0'07 breite Ante, oben 0'07 
breites Gebälk. Vom Relief sind 


nur mehr sehr geringe Reste vor- 


Nr. 283 a handen; wohl ein Bruchkontur eines 

Kopfes und der Ansatz eines weiter 

unten freigearbeiteten Gegenstandes, etwa ‚einer Fackel. Gute grie- 
chische Arbeit. 


285. Inv. 4727 (Sybel 6580). H. o'22, B. 0'43, D. o'22 (Relief- 
erhebung — 0'065). 

Rand links und oben; links 0'065 breite Ante, oben 0'08 breites 
Gebälk. Links ist ein undeutlicher, bis an das Gebälk reichender 
Gegenstand erhalten, an den eine rechts davon stehende, ebenso 
hohe Figur”den rechten 
Arm legt. 


2836. Inv. ‘ 3211. 
H. 0°205, B, 0'115, D, 
o'ıı (Relieferhebung — 
0'03). 

Nirgends Rand. 


Körper einer von vorne 


gesehenen Figur in Man- 
tel, linkes Stand-, rechtes 
Spielbein. Die Linke 
scheint etwas vor die 


Nr. 284 


Brust zu halten. 


Weihreliefs 135 


287. Inv. 2544. 
H. 0'29, B. 0:26, 2; 
o'1ı4 (Relieferhebung 
— 0'035). 

Rand oben mit 
007 breitem Profil. 
Oberkörper eines im 
Profil nach links 


sitzenden bartlosen 


Mannes mit Binde im Nr. 285 

Haar, das in Locken- 

bündeln herabfällt, wie es sonst häufiger bei bärtigen Köpfen er- 

scheint; seine Rechte hält hoch einen Stab oder ein Zepter. Man 

wird am ehesten an einen Heros, eventuell Theseus denken; Herakles 

ist wegen des Stabes ausgeschlossen. Nicht gerade häufig ist bei Weih- 
reliefs die Art der Profilierung der 


oberen Leiste. 


Nr. 287 Nr. 288 


288. Inv. 4751 (Sybel 6543). H. 0'205, B. 0'255, D. o'ıı (Relief- 
erhebung — 0'04). 

Nirgends Rand; auch hinten Bruch. Mittelpartie eines sitzenden 
oder liegenden nackten Jünglings mit untergebreitetem Mantel. Der 
Gegenstand, auf welchem er ruht, ist nicht ganz klar. Unterhalb desselben 
sind verschiedene undeutliche Reste zu bemerken. Vielleicht darf man 
dazu vergleichen Nat. Mus. 2012 (Svoronos XCVIII); 2zoıı und 2013 
(Svoronos CXXXVII) und an einen jugendlichen, über der Grotte ge- 


lagerten Pan denken. 


136 Weihreliefs 


289.- Inv. 2639. H. 0'255, 
B. 0'19, D. o'ıos5 (Relieferhebung 
—: 0'025). 

Rand unten und rechts; rechts 
oben später abgemeißelt. Unten 
0'03 breite Leiste. Beine einer nach 
links im Profil stehenden Frau in 
Untergewand und Mantel mit San- 
dalen an den Füßen. Ob wir eine 
Göttin oder Adorantin eines Weih- 
reliefs zu erkennen haben, bleibt 


fraglich. 


290. Inv. ohne Nr. H. 0'31, 
B. 0'24, D. 0'145 (Relieferhebung 
—10'035), 
Gefunden 1910 bei Abbruch einer späten Mauer auf der 


f2 280 


Akropolis (IHpaxrtınd& 1910 c. 144); vgl. Nr. 109 und 310. 

Rand unten und rechts. Unten o'ıo breite Leiste zum Ein- 
lassen, dann 0'022 breite Fußleiste. Erhalten sind die Beine einer 
en face mit rechtem Stand- und linkem Spielbein dastehenden, 
wohl weiblichen Figur in langem | 


Gewand. 


29 1,Inv. 2534. H.0'20, B0:2A; 
D. o'ıo (Relieferhebung — 0'02). 

Nirgends Rand. Mittelpartie 
einer etwas nach links stehenden 
Frau mit rechtem Stand- und linkem 
Spielbein in langem, gegürtetem Ge- 
wand mit Überfall, im Rücken an- 
scheinend den Mantel. Die Rechte 
ist nach vorne gesenkt, die Linke in 
Taillenhöhe vor den Körper gehalten. 


292. Inv. 2633 (Sybel 6359). 
H. 032, B. 0o'23, D. o’ıı (Relieferhe- 


bung — 0'03). Nr. 290 


Weihreliefs 137 


Rand links und unten. Links 
0:04 breite Ante mit profiliertem 
Fuß, unten 0'125 breite, teilweise 
zum Einlassen bestimmte Leiste. 
Auf einer profilierten Basis eine 
langgekleidete Frau, linkes Stand- 
und rechtes Spielbein, nur bis zu 
den Knien erhalten. An der Innen- 
seite der Ante sind zwei Ansätze 
zu erkennen. Wahrscheinlich war 
hier das Bild einer Göttin auf seiner 
Basis dargestellt; vgl. Nat. Mus. 
2417 (Svoronos CL); 2519 (Svc- 
ronos CLVII) und Nr.76. Die Arbeit 


scheint in spätere Zeit zu weisen. 


293.Inv.2537.H.0'16,B.o'‘15, Nr. 292 
D. o'ı0 (Relieferhebung — 0'035). 
Rand oben; 0'045 breites Profil. Kopf einer jugendlichen Frau im 
Profil nach rechts; das Haar ist in einer Haube aufgenommen. Der Größe 
und Tracht nach dürfte er 


zu einer Göttin gehören. 


294. Inv. 2536 (Sybel 
ASBONEH 0136820173, DD, 
0'055 (Relieferhebung— 002). 

Rand links und oben; 
oben 0'0475 breites Profil. 
Oberkörper einer jugendli- 
chen, durch ihre Größe als 
Göttin charakterisierten Frau 
in Peplos, im Profil nach 
rechts. Das Haar ist rundher- 


um aufgebunden. Gute Arbeit. 


295. Inv. 2492. H.0'19, 
B. 0'26, D. 0'08 (Relieferhe- 
bung -——- 0'032). 


138 Weihreliefs 


Nr. 294 


Rand rechts und oben; 
rechts 0'042 breite, ganz be- 
stoßene Ante, oben 0'035 breites 
Gebälk mit Stirnziegeln. Der 
Oberkörper einer Frau in Vor- 
deransicht in Untergewand und 
über das Hinterhaupt gezo- 
genem Mantel, den die Rechte 
ober der linken Achsel hält. 
Rechts von ihr ist Kopf und 
Hals eines Rindes erhalten, 
links, das Gebälk berührend, 
anscheinend der eines Pferdes; 
jedenfalls kann rechts nicht ein 
ganzes Rind dargestellt gewesen 


sein. Die Deutung ist nicht sicher: man könnte an das Fragment eines Toten- 


mahlreliefs denken, dagegen scheint aber 


die Größe der Frau zu sprechen. 


Nr. 295 


296. Inv. 2581. H. 0'24, B. 0'30, D 
Nirgends Rand, auch hinten Bruch. 


. 020 (Relieferhebung — 0'045). 
Kopf und Brust einer jugend- 


lichen Frau nach rechts mit im Nacken herabfallendem Haar in Peplos; 
der rechte Oberarm ist gesenkt. Aus der Größe der Figur und ihrer Haltung 
kann man wohl auf eine Göttin schließen. Es ist möglich, daß das 


Weihreliefs 139 


Fragment zu demselben Re- 
lief gehört wie Nr. 301, viel- 
leicht auch Nr. 113. 


DU TEElInvsw25062H. 
0'185, B. 0:16, D. 0'07 (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Nirgends Rand. Ober- 
körper einer nach rechts 
stehenden Frau in gegür- 
tetem Gewand mit Über- 


fall und kürzerem Über- 
Nr 296 

schlag sowie Mäntelchen 

im Rücken. Sie hält in der Rechten einen jetzt undeutlichen Gegen- 


stand, der wie ein Stab aussieht. Gute Arbeit. 


298. Inv. 4876. H. 0'375, B. 0'20, D. o'12 (Relieferhebung — 0°05). 
Gefunden 1909 unterhalb des Nikepyrgos. 

Nirgends Rand. Eine Frau steht in Vorderansicht mit linkem Stand- 
und rechtem Spielbein in langem Gewand und 
Mantel, den die Linke weit vom Körper weghält. 


SS) PEN Va 2672000 112220:34080.7.0:26, 
D. 0'20o (Relieferhebung — 0'08). 

Rand links; 0'o5 
breite Ante, die auch 
auf der Seitenfläche 
0'045breitangegeben 
ist. An der Ante steht 
halbrechts eine Frau 
in gegürtetem, bis zu 
den Knien reichen- 
dem Gewand mit 


kleinen seitlichen 


Bauschen und Män- 


Nr. 297 


telchen im Rücken. 
In der gesenkten Rechten trägt sie einen jetzt ganz undeutlichen 
Gegenstand; die ebenfalls unklaren Reste rechts davon scheinen von 


einer zweiten Figur herzurühren. 


140 Weihreliefs 


300. Inv. 2472. H. 0'295, B. 0'175, D. 0:09 (Relieferhebung 
— 0:06). 
Rand nur unten, 0'03 breite Leiste; hinten gebrochen. Beine 


einer halbrechts stehenden Frau in langem Gewand mit über- 


Nr. 299 Nr. 300 


gürtetem Überschlag, rechts wohl der Kontur eines Altars; am 


ehesten werden wir hier Athene erkennen. 


301. Inv. 3881. H. o0'o2, 
B. 0:38, D. 0'19 (Relieferhebung 
— 0'09). 

Nirgends Rand. Mittelpartie 
einer etwas nach rechts ge- 
wendet stehenden Frau in lan- 
gem, gegürtetem Gewand und 
Mantel um Unterkörper; linkes 
Stand- und rechtes Spielbein. 
Gute Arbeit. Vgl. zu Nr. 296. 


302. Inv.4716. H.0'30, B.0'37, 
D. o'ı2 (Relieferhebung — 0'04). 
Rand rechts; 0'045 breite 


Leiste. Beine und Mittelpartie 


Weihreliefs I4I 


einer auf einer Terrainerhöhung, zurückgelehnt nach links, sitzenden 
Frau in langem Gewand und Mantel. Trotz der schlechten Erhaltung 


erkennt man besonders in den Gewandpartien feine Arbeit. 


Nr. 302 


303. Inv. 2397 (Sybel 6966). H. 0'16, B. o'21, D. 0'085 (Relief- 
erhebung — 0'03). 

Rand unten; 0'015 breite Leiste mit Resten eines 0'09 breiten Zapfens, 
durch den das Stück ungefähr in die Mitte des Reliefs gewiesen wird. 
Beine einer im langen Gewand und 
Mantel nach links sitzenden Göttin; 


links vor ihr ein Altar. 


304. Iny. 2634. H. 0'165, 
B. 0'190, D. 0'09 (Relieferhebung 
— 0'025). 

Rand rechts; scheinbar dop- 
pelte, 0'035 breite Leiste. Nach 


vorne gedrehter Oberkörper einer 


nach links sitzenden Frau. Sie 
trägt Untergewand und Mantel Nr. 303 

über Unterkörper, Rücken, linke 

Schulter und wohl auch Hinterhaupt. Der rechte Arm scheint nach 
links gestreckt zu sein, in der linken Hand hält sie vor sich einen runden 


Gegenstand, vielleicht einen Granatapfel. Ist die Deutung richtig, dann 


142 Weihreliefs 


wird man wohl an Aphrodite 
denken dürfen, die als Pan- 
demos vor dem Eingang zur 
Akropolis ein Heiligtum besaß. 


305. Inv. 2543. H. 0'17, 
B. 0'125, D. 0'045 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Nirgends Rand. Rechter 
erhobener Arm mit Stab, Lanze 
oder Zepter und Falten des 


we Gewandes, die auf eine nach 
er links hin sitzende Göttin, wohl 
Athene, weisen. Flache Arbeit; auffallend ist, daß der Reliefgrund 


nicht in einheitlicher Fläche durchgeführt ist, 


306. Inv. 3286. H. 0'31, B. 0'145, D. 0'ı0 (Relieferhebung — o'1o0), 

Nirgends Rand; desgleichen hinten Bruch, auch vom Reliefgrund 
ist nichts erhalten. Oberkörper einer sitzenden Frau in langem Gewand, 
auf deren Schoß sich ein Gegenstand befindet, 
der in der jetzigen schlechten Erhaltung am 
ehesten wie ein Füllhorn aussieht, wozu aber 
die Haltung nicht paßt. Vielleicht ist es der Rest 
eines kleinen auf dem 
Schoß der Frau sitzen- 
den Kindes, dessen 
Oberkörper später ab- 
gemeißelt wurde. In 
diesemFall dürften wir 
in der Göttin Ge Ku- 


rotrophos erkennen. 


307. Inv.4919. 
203172 .Br0:10eD, 
0'08 (Relieferhebung 


Nr. 305 Nr. 306 


— 0'005). 
Nirgends Rand. Rechter erhobener Unterarm einer weiblichen Figur, 


deren Finger graziös das Ende eines Tuches halten, das im Winde zu 
flattern scheint, 


Weihrelie‘s 143 


308. Inv. 2667. H. o'15, B. o'ıı, D. o0'05 (Relieferhebung — 0'005). 
Nirgends Rand. Linker erhobener Unterarm einer Gottheit, 
die Lanze oder Zepter hielt. Griechische Arbeit. 


309.1nv.2736(Sybel5130). 
H2n0°1508B10'145, XD.70:055 
(Relieferhebung — 0'015). 

Rand links, 0'017 breite 
Leiste. Stark gesenkter Nacken 
und Oberteil des Kopfes mit 
kurzen Hörnern sowie Teil der 
Wamme eines Rindes nach links. 
Die Stellung des Rindes scheint 
die Annahme, daß das Frag- 
ment von einem Opfertäfelchen 
mit bloßer Darstellung eines 


Opfertieres herrühre, [vgl. z.B. 
Epigraphikon IG Vı 1218 (Svo- Nr. 309 

ronosCCXIX 71) und Athen.Mitt. 

XXVII 224] auszuschließen. Gegen ein Urkundenrelief, wo eine derartige 
Darstellung als Wappentier des betreffenden Staates begegnet (Perdrizet, 
Bull. corr. hell. XX 549 ff), spricht die geringe Dicke der Platte. Vielleicht 
darf man an eine Darstellung des Theseus im Stierkampf denken. Zur 
Haltung des Rindes vgl. z. B. die auf dem Relief in Sammlung Barracco (Taf. 
LI bis); Athen, Epigraphikon 2070; Delphi, Bull. corr. hell. XX 558 fig. 6. 


DOPPELRELIERFS. 


310. Inv. 4915. H. 0:61, B. 0:38, D. 0'187 (Reliefgrund 0'052). 
Gefunden 1910 bei Abbruch einer späten Mauer auf der Akropolis 
(IHpaxtınd I9IO 9.144); vgl. Nr.109 und 290; American Journal ofarch. 
1912 XVlı22; Netoliczka, Jahres- 
hefte XVII ı21 ff. 

A. Relieferhebung — 0'12, 

Links ein Stück Rand, sonst 
Bruch. Athene steht genau in Vor- 
deransicht, die Beine symmetrisch 
gestellt, da. Sie ist mit einem Peplos 
mit Überschlag, kragenförmiger 
Ägis, die über der Brust durch ein 
Gorgoneion geschlossen wird, und 
einem Mantel im Rücken beklei- 
det. Vom Haupte hängen auf 
jede Schulter zwei Locken herab. 
Die bis in den Faltenwurf streng 
durchgeführte Symmetrie ist auch 
in der Armhaltung bis zu einem 
gewissen Grade gewahrt; beide 
sind nach unten, etwas vom 


Körper weggehalten; die Linke 

Nr. 30A hält in der bei den archaischen 

Frauenfiguren gewöhnlichen Art 

einen Zipfel des Gewandes, die Rechte in derselben Höhe einen jetzt ver- 
brochenen Gegenstand, eher einen Krug als einan Helm. 

B. Relieferhebung — 0'015. 

Rechts ein Stück Rand. Eine geflügelte Athene schreitet mit vor- 
gesetztem rechten Bein im Profil nach links. Sie trägt über einem Chiton 
einen nur auf der rechten Schulter gehefteten Peplos mit Überschlag und 
darüber eine kragenförmige Ägis, die über der Brust durch ein Gorgoneion 
zusammengehalten wird und teilweise in den Peplos hineingezogen ist. 
Zwei kurze gedrehte Locken fallen auf die linke Brust. Die Armhaltung 


Doppelreliefs 145 


ist die, wie sie auf archaistischen Reliefs häufig vorkommt (vgl. z. B. 
Nr.. 109). Die Linke trägt mit schwach gebogenem Arm einen attischen 
Helm an dem Visier, die Rechte war erhoben und hielt wohl die Lanze. 
Zur Beflügelung Athenens vgl. Roscher, Lex. d. Myth. I 704; Gruppe, 
Griech. Myth. 41210. Savignoni, Ausonia V 69 ff.; Netoliczka, a. a. O. 126; 
zum Typus selbst Netoliczka a. a. O. ı25 ff. 

Durch die Relieferhebung scheint die Seite A als Hauptseite charak- 
terisiert. Da wir auf beiden Seiten Athena, auf B als Nike, dargestellt 
finden, werden wir wohl kaum 
eine Darstellung einer Reihe von 
Gottheiten, wie so häufig auf ar- 
chaistischen Reliefs (vgl. zuletzt 
E. Schmidt, Brunn-Bruckmanns 
Denkmäler Taf. 660), annehmen 
dürfen, sondern wohl nur Athe- 
nens allein auf beiden Seiten. 
Entwurf und Ausf ührung scheinen 
darauf hinzuweisen, daß es das 
archaistische Werk eines Neu- 
attikers ist. 


311. Inv. 2452 (Sybel 6127). 
H. 0:38, B. 0'23, D. 0°08. 

A. Relieferhebung — 0'025. 

Rand unten, 0'03 breite 
Leiste. Links ist das Ende eines 


Tisches erhalten, von dem rechts 
ein bärtiger Mann in Mantel mit Nr. 310B 

vorgesetztem rechten Fuß und 

eine Frau in Untergewand und über das Hinterhaupt gezogenem 
Mantel, nach links adorierend, stehen; zwischen beiden ist noch 
der Kopf einer ähnlichen Frau am Reliefgrund dargestellt. Der Tisch 
kann entweder auf ein Totenmahl weisen oder ein Opfertisch sein 
(vgl. z. B. Nr. 86; Brit. Mus. 633, wo wir wohl Asklepios erkennen 
dürfen, in dessen Heiligtum ein Opfertisch auch inschriftlich und lite- 
rarisch gesichert ist; Judeich, Topographie 288). Für die Annahme 
eines Totenmahles sprächen die ähnlichen Darstellungen auf anderen 
Doppelreliefs (vgl. Nr. 3ı2ff.), doch wäre es auffallend, daß von der 

10 


146 Doppelreliefs 


Kline nichts erkennbar ist. Die gedrängte Darstellung von Adoranten 
ist gerade nicht häufig. 


B. Relieferhebung -—- 0'01. 

Rand unten, 0'055 breite Leiste. Links ist noch die linke Körper- 
seite eines in Mantel nach links schreitenden Mannes mit zurückgesetztem 
linken Fuß erhalten. Rechts von diesem ein viel größerer Mann — sein 


Nr. 3ıı A Nr. 3ıı B 


Nabel ist ungefähr in Schulterhöhe des ersten — in Mantel halblinks, 
mit vorgesetztem rechten Fuß, den rechten Unterarm zum Kopfe des 
kleinen erhoben. In dem großen Mann müssen wir einen Gott, wohl 
Asklepios, erkennen; zur auffallenden Stellung des Adoranten mit dem 
Rücken gegen die Gottheit vgl. Nr. 79; Nat. Mus. 2441 (Svoronos CLVI); 
speziell bei Asklepiosreliefs findet es Erklärung, z. B. bei Darstellung des 
Krankenbesuches. 

Durch die größere Relieferhöhung ist die Seite A als Hauptseite 
kenntlich; beide trugen wohl Asklepiosdarstellungen, 


Doppelreliefs 147 


312. Inv. 3013. H.0'46, B.o'55, D. 0'13. 


A. Relieferhebung — 0'035. 

Rand rechts und unten; unten 0'05 breite, rechts 0'07 breite Ante. 
Eine Familie schreitet adorierend nach links, alle Figuren bis auf den 
letzten Knaben haben das linke Bein zurückgesetzt. Auf einen unklaren 
Rest links folgt rechts ein kleinesMädchen, wohl das jüngste Kind, in langem 
Untergewand und Mantel, dann der Vater in Mantel, die Mutter in Unter- 
gewand und über das Hinterhaupt gezogenem Mantel, die älteste Tochter 
inUntergewandund 
Mantel, die Haare 
in einen Schopf 
aufgenommen, ein 
Sohn, nicht adorie- 
rend, nach vorne 
gewandt und nach 
rechts zu seinem 
Bruder blickend, 
beide in Mantel; der 
zweite Jüngling hat 
die Rechte adorie- 
rend erhoben; zum 
Vortritt des kleinen 
Kindesvgl.zuNr.96. 


B. Relieferhe- 
bung —- 0:02. 

Randlinksund Nr. 312 A 
unten; unten 0'°05 


breite Leiste, links 0'07 breite Ante. Diese ganze Seite des Reliefs ist noch 
mit einer gebrannten Kalkschicht, von einer späten Einmauerung stammend, 
überdeckt, darunter aber die alte Oberfläche des Reliefs erhalten. Rechts 
ist das linke Ende einer mit einem Teppich bedeckten Kline und eines 
länglichen Tisches davor zu erkennen. Von links naht ein Zug von 
Adoranten: eine Frau mit dem Mantel über das Hinterhaupt, ein bärtiger 
Mann in Mantel, ein Mädchen, alle die Rechte adorierend erhoben, 
und wohl ebenfalls ein Mädchen, mit runder Ciste auf dem Kopf, mit 
der Rechten sie haltend. Der Unterkörper der ersten Frau wird verdeckt 
von einem Altar, über den sich der Opferknabe, mit einer Schüssel in der 
ı07 


148 Doppelreliefs 


Linken, beugt und zu dem er ein Schaf herbeiführt; weiter links stehen 
im Vordergrunde drei kleine Kinder in Mänteln. 

Keine der beiden Seiten des Doppelreliefs wird als Hauptseite hervor- 
gehoben; in B ist sicher ein ‚„Totenmahl‘‘ dargestellt; vgl. mit Altar und 
Adoranten z. B. Nat. Mus. 1538 (Svoronos XCIV); 1539 (Svoronos XCIII). 
Welche Gottheiten auf den beiden Reliefs zu ergänzen sind, läßt sich 
nicht sicher entscheiden, doch wird man bei B an eine Asklepiosweihung 
in Form eines Totenmahls denken dürfen. Die Inschrift IG II, 453 b 
berichtet von der heroischen Verehrung des Asklepios durch die im Athener 
Asklepieion gefei- 
erten Heroa (Rc- 
scher, Lex, d. My- 
thol. I 620 f.), wo 
wir auch von einer 
otpßcrg der Klinen 
durch einen Askle- 
piospriester hören. 
Auch andere To- 

tenmahlreliefs 

stellen sich auf 
Grund ihres Fund- 
ortes oder ihrer 
Darstellungen als 
Weihungen an As- 
klepios dar (Milch- 
höfer, Jahrbuch II 
Nr. 312 B 26ff.; Svoronos, 

Nat.Mus.S.533 ff.), 

wie solche auch anderen Gottheiten geweiht waren (Eitrem, Realenzyklop. 
VIII 1142ff.); dagegen Malten, Jahrbuch XXIX 2ı9". Es ist möglich, daß 
auch auf A Asklepios und Hygieia dargestellt waren, so daß wir also 


vielleicht auf beiden Seiten Weihungen an Asklepios annehmen können: 
auf A in Form eines gewöhnlichen Weihreliefs, auf Bin Form eines Toten- 
mahls; vgl. Nr. 313, 314. Auf beiden Seiten naht adorierend dasselbe 
Ehepaar mit seinen vier — nicht vollkommen entsprechend dargestellten — 
Kindern (vgl. Nr. 315); auf B noch zwei Diener; auf A hat der Mann, 
auf B die Frau den Vortritt. Auf beiden Seiten ist die Gottheit an dem- 
selben Ende der Platte dargestellt; vielleicht schreiten die dargestellten 


Doppelreliefs 149 


Adoranten in derselben Richtung wie der vorbeigehende, ins Heiligtum 
tretende Beschauer. Arbeit des jüngeren IV. Jahrhunderts. 


313. Inv. 
2451 (Sybel 6128). 
Photographie des 
Deutschen archäo- 
logischen Instituts, 
Grabreliefs 341. 
He0nrr2B209388 
D. o'ıı. 

A.  Relief- 
erhebung —- 0'08. 


Rand unten 
und rechts; unten 


0'Cc35 breite Leiste, : . 
Links steht ein Nr. 313 A 
Altar, zu dem ein 

Opferknabe in Schurz von rechts ein Schaf heranführt. Dann zwei Frauen 
in Untergewand und Mantel nach rechts und ein Mädchen in derselben 
Tracht, zum Teil vor der Ante stehend, etwas nach links gewendet. Vor 
ihm und der zweiten Frau stehen, deren Beine teilweise verdeckend, je ein 
kleines, in den Man- 
tel gehülltes Kind. 
Links vom Altar ist 
noch die Ferse einer 
nach rechts sitzen- 
den Gottheit, über 
ihm sind undeutliche 
Reste erhalten. 


B. Relieferhe- 
bung — 0'007. 

Rand links und 
unten; unten 0'06 
breite Leiste; links 


ist die Kante abge- 
schrägt, so daß die Nr. 313 B 


156 Doppelreliefs 


Relieffläche ca. 0'05 (mal 2) schmäler ist. Rechts ist das Ende einer von 
einem Teppich überdeckten Kline und eines länglichen Tisches davor mit 
Opferkuchen erhalten. Von links kommt, adorierend, ein Mann in Mantel 
heran mit vorgesetztem rechten Fuß. 

Durch die größere Relieferhebung ist hier deutlich A als Haupt- 
seite des Reliefs charakterisiert. Wir werden vielleicht auch hier auf beiden 
Seiten Asklepiosdarstellungen vermuten; auf A in Form eines gewöhn- 
lichen Weihreliefs an diesen Gott, in B in Form eines Totenmahls; 
vgl. Nr. 312, 314. 


314. Inv. 2550. H. 0'24, B. o'ı2, D. o'11. 


A. Relieferhebung — 0'023. 
Nirgends Rand; unten eine mindestens 0°03 breite Leiste. Beine 
eines etwas nach rechts stehenden Mannes in Mantel. 


B. Relieferhebung 
— 0'015. 

Nirgends Rand; 
unten eine mindestens 
0'055 breite Leiste. Rechts 
Ende einer Kline und 
des davor stehenden 
Tisches. 

Auch hier wird es 
sich vielleicht beiderseits 


um Asklepiosdarstellun- 

Nr. 314 A Nr. 314B gen gehandelt haben und 

wir werden wohl in A 

den stehenden Gott oder einen Adoranten erkennen dürfen; vgl. 
NL5312, 9218: 


319.r.1ny..4738. 82 0:.326,2B.0:38,.DaoıTr. 


A. Relieferhebung — 0'03. 

Rand links und unten, doch fehlt die linke untere Ecke. Unten 
0'05 breite Leiste, links 0'05 breite Ante. Links ist ein Teil eines etwas 
schräg stehenden Altars erhalten; dazu führt von links her ein Knabe 
ein Schwein. Zum Teil von diesem Knaben verdeckt, steht ein Mann 
in Mantel nach rechts, von dem nur der Rücken erhalten ist; weiter links 


folgt, nach rechts 
adorierend, ein 
bärtiger Mann in 
Mantel, das linke 
Bein vorgesetzt, 
und eine in den 
Mantel gehüllte 
Frau. 


B.  Relief- 
erhebung — 0'025. 

Rand unten 
und rechts; doch 
fehlt die rechte 
untere Ecke; un- 
ten 0°05 breite 
Leiste. Links ein 


Altar, zu dem ein Knabe 


Doppelreliefs ® 151 


Nr. 315 A 


in kurzem Gewand, eine Schüssel mit der 


Linken auf den Altar stellend, von rechts ein Schwein heranführt. Zum 


Teil von Altar und Knaben verdeckt, zwei Männer in Mantel, adorierend 


nach links, weiter 
eineFrau in Unter- 
gewand und Man- 
tel, hinter ihr ein 
Mädchen in lan- 
gem Gewand mit 
einer runden Ciste 
auf dem Kopf. 
Keine der 
beiden Seiten wird 
als Hauptseite her- 
vorgehoben. Wir 
werden wohl beide 
Male dieselbe Fa- 
milie, die Stifter, 
dargestellt erken- 
nen, was durch die 
nicht gewöhnliche 


8 
152 "Doppelreliefs 


Verbindung — zweier Männer und einer Frau — noch wahrscheinlicher 
gemacht wird; zugleich zeigt ein solches Stück, daß es für den speziellen 


Fall verfertigt wurde (vgl. auch Nr. 312). Erweitert ist die Darstellung 


auf B nur durch die Dienerin mit der Ciste. 


316. Inv. 2530 (Sybel 6697) + Nat. Mus. 2477 (Sybel 4691), 
Svoronos CLIV; Roscher, Lex. d. Myth. I 630; Jahreshefte XVIII 
Beibl. 93, H707275gBR2 
0'32, D. 0'08. 


A. Relieferhebung 
— 0'023. 

Rand oben; ganz 
bestoßene, 0'05 breite 
Leiste, die mit plastisch 
ausgeführtem Eierstab 
verziert war. Rechts 
oben vertikales Loch. 
Rechts erkennt man, 
ganz bestoßen, den 
Kopf eines stehenden 
bärtigen Gottes nach 


links, links daneben 
Nr. 316 A den Kopf und Ober- 

körper einer ihm zu- 

gewendeten etwas kleineren Frau in feinem Gewande mit erhobenem 
linken Unterarm. Hinter ihr im Reliefgrunde erhebt sich ein Pfeiler 
mit Antenkapitell, auf dem dann als Architrav die obere Einfassungs- 
leiste liegt. Von dieser hängen ein Schröpfkopf, eine Binde (?) 
und eine Zange herab; vgl. das Asklepiosrelief im Capitolinischen 
Museum, Helbig 3 I 470 Nr. 846; Jones, Cat., Stanza dei Filosofi 


I73,DLr03. 


B. Relieferhebung — 0'004. 

Rand oben, 0:03 breite Leiste mit plastisch ausgeführtem jonischen 
Kyma. Fassade eines Antentempels mit geschlossenen Türen, Eck- und 
Mittelakroteren, im Giebel Schlangen als Füllung. Auf der linken Dach- 


seite sitzt, im Profil nach links, ein Hahn. 


Doppelreliefs 153 


Die Darstellungen auf den beiden Seiten der Platte stehen in innigem 
Zusammenhang: auf B sehen wir den geschlossenen Tempel von außen, 
in A werden wir gleichsam in sein Inneres vor die Götter geführt. Wir 
werden jedenfalls in diesen Asklepios und Hygieia erkennen. Die auf- 
gehängten Weihegaben, durch die das Lokal charakterisiert wird (vgl. 
Nr. 108, 274), sind uns auch sonst aus dem Asklepioskult geläufig: zum 
Schröpfkopf vgl. zu Nr. 187; zur Zange Pauly-Wissowa, Realenzykl. II 
1680; Nat. Mus. Aro- 
Yyan 401. Zum Athe- 
ner Asklepiostempel 
paßt auch die auf B 
dargestellte Fassade 
und ihr Schmuck; 
Hähne wurden eben- 
falls im Asklepieion 

gehalten (Roscher, 
Lex. d. Myth. I 630; 
Gruppe, Griech. Myth. 
4547, 7957, 1443; Svo- 
ronos, Nat. Mus. II 
296 ff., vgl. auch Nr. 
210). Das Stück zeigt 


gute Arbeit. Originell 
ist die Art, wie die Nr. 316 B 

Gottheiten in ihrem 

Heiligtum dargestellt sind, vgl. Nr. 76. An dem einen Ende — rechts auf 
A — wird die Platte bald geendet haben, links könnte ein größeres Stück, 


etwa mit herankommenden Adoranten, fehlen. 
317. Inv. 3368 (Sybel 6882). H. 0'35, B. 0'28, D. o'2o. 


A. Relieferhebung — 0:06. 

Rand links und unten, doch ist die linke untere Ecke ab- 
gebrochen; unten 0'045, links 0'065 breite Leiste; die innen an- 
schließende 0'025 breite, 003 niedrigere Leiste gehört wohl auch zur 
Einrahmung und nicht zu Darstellung. Beine einer mit linkem Stand- 
und rechtem Spielbein nach vorne stehenden Frau in Untergewand und 
Mantel. 


154 Doppelreliefs 


B. Relieferhebung — 0°04. 

Rand rechts und unten; 
rechte untere Ecke ist abge- 
brochen; unten 0'042, rechts 
0'065 breite Leiste. Unter- 
körper zweier nackter, nach 
vorn stehender Jünglinge, der 
rechte mit übergeschlagenen 
Beinen an die linke Ante ge- 
lehnt, der mittlere mit rechtem 
Stand- und linkem Spielbein. 

Welche der beiden Seiten 
die Hauptseite ist, ist nicht zu 
entscheiden; die Frau ist be- 
deutend größer gebildet als 


die Jünglinge, also eine Göttin. 

Nr. 317 A Die Jünglinge können viel- 

leicht Epheben sein; vgl. 

z.B. Nr. 213. E. Reisch möchte in ihnen unter Hinweis auf Nat. 
Mus. 1367 (Svoronos XL) Asklepiaden erkennen. 


318. Inv. 3692. H. 0'18, 
BFNOALFLUNOST 
A.Relieferhebung — 0'015. 
Nirgends Rand. Mittel- 
partie eines nach links schrei- 
tenden Satyrs oder des Pan. 
B. Relieferhebung — 0°02. 
Nirgends Rand. Vorder- 
teile und Beine zweier nach 
rechts galoppierender Pferde. 
Ob und wasfüreininhaltii- 
cher Zusammenhang zwischen 
den Reliefs der beiden Seiten 
bestand, ist nicht klar; doch 
findet sich auch beim Echelos- 
relief Nat. Mus. 1783 (Svoronos 
XXVIII) eine ähnliche Vereini- 
gung (Nymphen-Wagenfahrt). Nr. 317 B 


Doppelreliefs 155 


Nr. 318 A Nr, 318 B 


319. Inv. 3649. H. 0'24, B. o'22, D. 0'13. 

A. Relieferhebung — 0°035. 

Nirgends Rand. Mittelpartie einer nach links schreitenden Frau in 
gegürtetem Gewand mit Überfall; der rechte Unterarm ist vorgestreckt. 


Nr. 319 A 


An der linken Seite hängt eine Schwertscheide oder ein Köcher; man wird 
somit an Artemis oder eine Amazone (vgl. Sybel 5992) denken. 

B. Relieferhebung — o'o1s. 

Ganz unklare Reste. 


156 Dopgpelreliefs 


Nr. 320 A 


320. Inv. 2627. H.o'20, B. 0'14, D. 0°09. 


A. Relieferhebung — 0'015. 

Rand oben und rechts; rechts 0'04 breite Ante, oben 0'05 breites 
Gebälk mit Stirnziegeln. Oberkörper eines bärtigen Mannes in Mantel nach 
links, durch seine Größe als Gott, somit Asklepios, charakterisiert. 


B. Relieferhebung — 0'01. 

Rand links und oben; die Lei- 
sten sind ganz abgestoßen. Kontur 
des Hinterhauptes einer Figur nach 
rechts. 


321. Inv. 2656. H. 0'165, B. 
0,13m1)2.0:07: 


A. Relieferhebung — 0°01. 

Rand rechts und oben; rechts 
0'04 breite Ante, oben 0:04 breites 
Gebälk. Teil des Kopfes einer Frau 
nach links mit aufgebundenem Haar- 
schopf. 


B. Rand links und oben. 
Nr. 321 A Oben ein dem auf A gleiches 


Doppelreliefs 157 


Profil, die linke Leiste 
ist ganz abgestoßen. Vom 
Relief selbst ist kein Rest 
erhalten, doch scheint 
auch diese Seite sicher 
mit einem Relief ge- 
schmückt gewesen zu 
sein; es ist wohl der Teil 
des Reliefgrundes ober- 
halb der Köpfe der Ado- 
ranten. Nach dem obe- 
ren Profil zu schließen, 


war dieses Relief flacher 


als das auf A. 


Ba Inws. 2562, .,H: 20:23, 7B2°0.22...D70977, 


A. Relieferhebung — 0'035. 

Nirgends Rand. Mittelpartie eines halblinks stehenden Mannes in 
Mantel, die Rechte nach abwärts gestreckt. Hinter dieser im Grund 
ein dicker, nicht von ihr gehaltener Stab. 


B. Ganz verbrochene, unklare Reste, 


TOTENMAHLRELIEFS. 


323. Inv. 4908. H.o'215, B. 0'175, D. 0'075 (Relieferhebung — 0'005). 

Rand rechts, 0'027 breite Leiste; unten mindest 0'07 breite Leiste. 
Auf einer Kline mit gedrehten Beinen und Kopfkissen liegt ein bärtiger 
Mann in Mantel nach links, dessen aufgerichteter Oberkörper nach vorne 
gedreht ist. Davor steht ein kleiner, runder Tisch mit drei Tierbeinen, auf 
der Platte Äpfel und Kuchen. Links beim Klinenende sitzt eine Frau nach 
rechts, deren Beine in Gewand 
auf einem Schemel erhalten 
sind. Schlechte Arbeit. 


324. Inv. 4909. H. 0'14, 
B. 013, D. 0'045 (Relieferhe- 
bung —- 0'015). Gefunden 1909 
zwischen Herodestheater und 
Akropoliseingang. 

Rand rechts und oben; 
rechts 0'025 breite Leiste, oben 
0'03 breites Gebälk. Aufgerich- 
teter Oberkörpereinesnachlinks 
liegenden bärtigen Mannes, den 
Unterkörper in Mantel, auf dem 
Kopf Polos. Mit dem linken 

Nr. 323 Arm stützt er sich auf ein Kis- 
sen, die erhobene Rechte hält 
ein Trinkhorn; die Linke hielt vielleicht eine Schale. Die im Inventar 


vermutete Zusammengehörigkeit mit Nr. 222 ist möglich. 


325. Inv. 4699. H. o'ı0, B. o'ı5, D. 0'05 (Relieferhebung — o’or). 

Rand rechts. Erhalten ist ein nach links liegender Mann, den Unter- 
körper in Mantel, die Linke wohl mit dem Becher vor der Brust, die Rechte 
mit dem Trinkhorn erhoben. 


326. Inv. 2565. H. 0:30, B. o'23, D. o'ıo (Relieferhebung 
— 0'035). 


Totenmahlreliefs 159 


Nirgends Rand, auch hinten 
Bruch. Erhalten ist, stark bestoßen, 
der nackte, aufgerichtete Oberkörper 
eines sitzenden oder liegenden Jüng- 
lings, der sich auf den linken Arm 
stützt; der rechte Arm ist vorgestreckt. 


327. Inv. 3353. H. 0'36, B. 0'34, 
D. 0'16 (Relieferhebung — 0'02). 

Rand rechts und unten, die 
Oberfläche ist stark zerstört. Man er- 


kennt links eine nach links sitzende 
männliche Figur, deren Oberkörper Nr. 324 

en face herausgedreht ist; sie trägt 

anscheinend ein mit breitem Gürtel gegürtetes Gewand; der rechte Arm 
liegt im Schoß, der linke auf einem kleinen Altar, der rechts von der 
Figur steht; auf diesem ein undeutlicher Gegenstand, vielleicht eine 
zusammengeringelte Schlange, die den Kopf erhebt; vgl. Nr. 102. Man 
wird eher an ein Totenmahl- als an ein Asklepiosrelief denken. 


328. Inv. 4696 
(Sybel 6576). H. o'31, 
B. 0'22, D. 0'075 (Re- 
lieferhebung — 0'015). 

Rand rechts und 
unten. Rechtes Ende 
einer mit einem Tep- 
pich überhängten Kli- 
ne: Auf ein Kissen ge- 
stützt, erhebt sich der 
Oberkörper eines auf 
ihrnachlinksliegenden 
Mannes, der den Unter- 
körper mit einem Man- 
tel bedeckt hat. Vor der 
Kline steht ein langer 
Tisch, mit Kuchen ver- 


schiedenerFormbelegt. ENt. 327 


160 | Totenmahlreliefs 


329. Inv. 2579. H. 0'29, D. 0'345, D. 0:06 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand nur oben, 0:06 breite, ganz bestoßene Leiste. Rechts ist die 
Bruchkontur eines Frauenkopfes im Profil nach rechts erhalten, das Haar 
rückwärts in einem Knauf aufgebunden. Links hinter ihr, ebenfalls im 
Profil nach rechts, die 
obere Leiste berüh- 
rend, ein verhältnis- 
mäßig kleiner Pferde- 
kopf mit stehender 
Mähne. Die Stellung 
sowiediegeringeGröße 
des Pferdekopfes paßt 
gut zur Annahme, daß 
das Fragment einem 


Totenmahlrelief ange- 

Nr. 329 hörte, also nur der 

Kopf des Pferdes dar- 

gestellt war. Zum Pferd auf Totenmahlreliefs vgl. Malten, Jahr- 
buch XXIX 219. 


330. Inv. 4697. H. 0'23, B. 0'375, D. 0:08 (Relieferhebung — 0'015). 
Rand rechts und unten; unten stark bestoßene, 0'032 breite 
Leiste mit Resten des Einlaß- 
zapfens. Auf der mit einem 
Teppich überhängten Kline 
erkennt man Teile des auf 
ihr nach links liegenden 
Mannes in Mantel: vor der 
Kline steht ein langer Tisch, 
belegt mit Kuchen verschie- 
dener Form. Vor dem rechten 
Bein des Tisches steht der 
Mischkrug, die Reste daneben 


Nr. 330 


gehören wahl einem kleinen 
nackten Mundschenk nach links an. Hinter dem linken Bein des Tisches 
kommen, auf einem Schemel stehend, die Beine einer nach rechts 
sitzenden Frau in langem Gewand zum Vorschein. Weiter kommt von 
links ein Knabe in kurzem Gewand; er hebt mit der Linken eine Platte 


Totenmahlreliefs 161 


auf den Tisch, mit der Rechten führt er vorgebeugt ein Tier, etwa ein 
Schaf heran. Von links kommen wohl weitere Adoranten. Auch bei 
anderen Reliefs kommt es vor, daß eine der verehrten Figuren den 


Adoranten den Rücken kehrt; vgl. Nr. 79, 110, 311. 


331. Inv. 4698. H. o'22, B. 0'20, D. 0'0725 (Relieferhebung 
— 0'012). 

Rand unten und rechts. Auf der mit einem Tuch überhängten Kline 
sind noch Falten des Mantels des auf ihr nach links liegenden Mannes 
sowie das Kissen zu erkennen. Vor der Kline ein Tisch, von dem zwei 
vierkantige Beine, in Tierfüßen endend, erhalten sind; darauf liegen Opfer- 
kuchen zweierlei Form. 


332. Inv. 4715. H. 0:31, B. 0'26, D. o'13 (Relieferhebung 
— 0'03). 

Rand unten. Linkes Ende der mit einem Teppich überdeckten 
Kline, darauf die in den Mantel gehüllten Beine des nach links 
liegenden Mannes; desgleichen das linke Ende eines langen, vor der 
Kline stehenden Tisches mit Speisen verschiedener Art. Links endlich 
erkennt man noch die Beine der am Klinenende nach rechts in langem 
Gewand sitzenden Frau. 


333. Inv. 4638. H. 0'29, B. 0'27, D. 0:08 (Relieferhebung — o’or). 

Nirgends Rand. Teil der Kline, die mit einem mit Troddeln ver- 
sehenen Teppich überdeckt ist, darauf Falten des Mantels über den Beinen 
des nach links liegenden Mannes; rechts davor ein Teil eines Tischchens 
mit drei Tierfüßen, links etwa das Gewand einer stehenden oder sitzenden 
Figur. 


334. Inv. ohne Nr. H. 0'19, B. o'2r, D. o'ıı2 (Relieferhebung 
— 0'012). 

Randrechts. Erhalten ist links das rechte Ende der mit einem Teppich 
überhängten Kline, rechts davon die Beine der auf dem Klinenende nach 
rechts sitzenden Frau in langem Gewand; ihr Oberkörper wird stark 
herausgedreht, ihr Gesicht nach links auf den auf der Kline liegenden Mann 
gewendet gewesen sein. Zu dem von den meisten Totenmahlen abwei- 
chenden Schema der auf der Kline selbst sitzenden Frau vgl. z. B. Nat. 
Mus. 1503 (Svoronos LXXXIV); 1504 (Svoronos LXXXI); Nr. 115. 

11 


162 Totenmahlreliefs 


335. Inv. 2512. H.0'29, B. o:21ı, 
D. 0'115 (Relieferhebung — 0'025). 
Rand rechts und unten. Rechts 
steht ein Mann in Mantel, nach links 
adorierend, wo vor hängenden Falten 
ein runder Tisch mit drei Tierbeinen 
zu erkennen ist. 


336. Inv. ohne Nr. H. 0:23, 
B. 0:18, D. o'ıı5 (Relieferhebung 


— 0'03). 
Nirgends Rand, auch hinten 
Nr. 335 Bruch. Erhalten ist das linke Ende 


einer mit einem Teppich überhängten 
Kline, daran lehnt der kleine Mundschenk. 


337. Inv. ohneNr. H. 0'50, B. 0'27, D. 0:17 (Relieferhebung — o'10). 

Rand rechts und unten; unten 0'035 breite Leiste. Rechts steht, 
etwas nach links gewandt, ein Knabe, den 
Unterkörper in den Mantel gehüllt; in der ge- 
senkten Rechten hält er einen Krug, mit dem 
linken Unterarm stützt er sich auf einen rechts 
von ihm befindlichen Rundaltar. Weiter links 
sind unklare Reste. 


338. Inv. 4597. H. o'10, B. o'ıı, D. o'o5 
(Relieferhebung — 0'0I). 

Rand unten. Stück der mit einem Teppich 
überhängten Kline sowie die auf einen Schemel 


gestellten Beine einer am Klinenende nach links 


sitzenden Frau in langem Gewand. Nr. 337 


339. Inv. ohne Nr. H. 0'23, B. 0'185, D. o'ı5 (Relieferhebung 
— 0:03). 

Rand links und oben. Konturen des Kopfes einer Frau etwas nach 
rechts mit Schleiertuch oder Mantel über dem Hinterhaupt. Schlechte 
Arbeit, 


GRABRELIEFS. 


340. Inv. 4825. H.0o'55, B. 0'42, D. 0o'17 (Relieferhebung — 0'09). 

Nirgends Rand. Unterteil einer auf einem Stuhl mit gedrehten 
Beinen und vorgestelltem Schemel nach rechts sitzenden Frau in Unter- 
gewand und Mantel. Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


341. Inv. 4852. H.0o'72, B. 0'26, D. 0'08 
(Relieferhebung — 0'025). 

Rand links und unten; unten 0'08, links 
0'085 breite Leiste. Grabrelief einer auf einem 
Stuhlmitgeschweif- 
ten Beinen nach 
rechts sitzenden 
Frauin gegürtetem 
Chiton mit Über- 
schlag, der rechte 
Arm ist auf die 
Rückenlehne ge- 
stützt, 


342. Inv. 4822 
(Sybel 6613?). H. 
DAN BAEO: 27 DD: 


Nr. 349 0'135 (Relieferhe- Nr. 341 
bung — 0'06). 
Unten Rand, sonst Bruch. Beine einer auf einem Stuhl mit ge- 
drehten Beinen und vorgestelltem Schemel nach links sitzenden Frau in 
Untergewand und Mantel. Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


343. Inv. 3279. H. 0'238, B. 0'205, D. o'ı2 (Relieferhebung — 0'06). 

Nirgends Rand. Rechter Fuß mit Sandale und Gewandresten einer 

auf einem Thron nach rechts sitzenden Frau. Arbeit des IV. Jahrhunderts. 
Lie 


Nr. 342 


Grabreliefs 


344. Inv. 4819. H. 0:48, B. 0'26, D. 0:09 
(Relieferhebung — 0'02). 

Rand unten, 0'17 hohe Fläche. Auf einem 
Stuhl mit geschweiften Beinen sitzt eine Frau in 
Untergewand und Mantel nach rechts; die Linke 
liegtim Schoß, die Rechte ist nach rechts gestreckt, 
vielleicht einer gegenüber stehendenFigur gereicht; 
zur Form vgl. z. B, Nr, 100, 


345. Inv. 4812. H.o'25, B. 0'385, D. 0'07 
(Relieferhebung — 0'035). 

Oben Bruch, sonst Rand. Auf einem 
Stuhl mit geschweiften Beinen, der mit einem 
Teppich überhängt ist, sitzt nach rechts eine 


Frau in Untergewand und Mantel, 


346. Inv. 4816. H. 0'36, B. 0'38, B. 0:09 (Relieferhebung — 0'015). 


Oben Bruch. 


Unten, von Rand o'07 entfernt, 0'02 breite Leiste. 


Dargestellt war rechts eine nach links auf einem Stuhl mit vorge- 


setztem Schemel sitzende, weibliche Figur, auf welche von links her 


eine andere in 
Untergewand und 
Mantel zutritt. 


347. Inv. 
ALTE Hesen 2, 
B.:0721, Da0:125 
(Relieferhebung 
— 0'005). 

Rand rechts 
undunten. Rechts, 
0'035 vom Rand 
entfernt, eine 
0'045 breite Lei- 
Ste, unten 017 
hohe Fläche. Er- 
halten ist ein Teil 
einer in Unterge- 


Grabreliefs 165 


wand und Mantel nach rechts sitzenden Frau, die Füße auf einem Schemel, 
und rechts davon der Unterkörper einer ihr zugewendet stehenden Frau. 


348. Inv. 3303 (Sybel 5980 ?). Conze, 
Att. Grabreliefs 522. H. 0'123, B. o'21, D. 0'08 
(Relieferhebung — 0'005). 

Rechts Rand, 0'035 breite Leiste; oben 
der Rest einer mindestens 0'025 breiten Leiste; 
von der darauf befindlichen Inschrift ist nur 
eine Haste zu erkennen. Erhalten ist rechts 
der Oberkörper eines nach links stehenden 
bärtigen Mannes in Mantel; die Linke am 
Bart, die Rechte einer links von ihm nach 
rechts sitzenden Figur gereicht, von der nur 
die Knie und der rechte Unterarm erhalten 
sind. Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


349. Inv. 2975. H. 0'46, B. 0'14, 
D. o'ı15 (Relieferhebung — 0'02). Nr. 347 

Rand rechts, vielleicht auch oben; oben 
mindestens o'ıI breite Leiste. Ein Mann in Mantel, der die rechte Brust 
freiläßt, steht mit etwas gesenktem Kopf nach links, die Rechte einer 
kleineren oder sitzenden Figur reichend; über ihm in drei Zeilen undeutliche 


Reste einer Inschrift. Man wird wohl links eine sitzende Frau vermuten. 


350. Inv. 3183 (Sybel 59483?). 
Be 0.279, RG 275% D. 01725, [Relief 
erhebung — 0'005). 

Überall gebrochenes Fragment 
einer mit Relief verzierten Grableky- 
thos. Dargestellt ist eine aufeinemStuhl 
nach links sitzende Frau in Uhnter- 
gewand und Mantel, die Linke zur 
linken Schulter erhoben, die Rechte 
einem ihr gegenüberstehenden ju- 
gendlichen Mann in Mantel gereicht. 
Durchschnittsarbeit des IV. Jahr- 
Nr. 348 hunderts. 


I 66 Gräbreliefs 


351. Inv. ohne Nr. H. 0'30, B. 019, D. 0:14 
(Relieferhebung — 0'04). 

Rechts Rand. Teil des Oberkörpers und 
linken Armes eines nach links auf einem Stuhl 
mit gebogener Lehne sitzenden Mannes in Mantel. 
Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


352. Inv. 2563 (Sybel 6631); Conze, Att. 
Grabreliefs 695e mit älterer Literatur. H. 0'23, 
B. 0:34, D. 0'09 (Relieferhebung — 0°o2). 

Rand rechts und unten; unten 0'04, rechts 
0'03 breite Leiste. Auf dem stark verriebenen Relief 
erkennt man rechts auf einem Stuhl mit gedrehten 
Beinen einen Mann in Mantel nach links sitzend, 
den rechten Fuß auf einem Schemel, den linken 
zurückgezogen, der Oberkörper fehlt. Links von ihm 
steht ein kleiner nackter Knabe mit übergeschla- 
genem linken Bein, der sich mit den Armen an die 
Knie des Mannes lehnt. Arbeit desIV. Jahrhunderts. 


393::5 Iny2 4784.12, H. 2020,02 B.7037; 
bung — 0'03). 


D. 


0'13 


Nr. 349 


(Relieferhe- 


Grabreliefs 167 


Rand links ein kleines 
Stück. Rechts sind die Beine 
einer auf einem Stuhl mit ge- 
schweiften Beinen nach links 
bloßen 
Mante! erhalten, links davon 
Reste des 


von zwei stehenden Personen. 


sitzenden Figur im 


Gewandes wohl 


Gutes flaches Relief griechi- 
scher Zeit... 


354. Inv. 3354. H. 048, 
— 0'015). 


Nr. 352 


0'385, D. 0'095 (Relieferhebung 


Rechts und links Rand. In Vorderansicht stehende Frau in Chiton 


und über das Hinterhaupt gezogenem Mantel, die Rechte vor der Brust. 


Arbeit römischer Zeit. 


355. Inv. 4863. H. 0'27, B. 0'19, D. 0:09 (Relieferhebung — 0°02). 


Gefunden 1908 außerhalb des Beul&eschen Tores. 


Rand rechts und links. In Vorderansicht stehende, ganz in den 


Mantel gehüllte Frau. Arbeit römischer Zeit. 


356. Inv. 3194; (Sy- 
bel 6275). Conze, Att. Grab- 
reliefs IV 1972 n. 26. H.0'40, 
B. 0o'23, D. 0'14 (Relief- 
erhebung — 0'14). 

Nirgends Rand, auch 
hinten Bruch. Teil des 
Vorderkörpers einer Frau 
in der Tracht der so- 
genannten Isispriesterin- 
nen mit Girlande; vgl. 
Conze, Att. Grabreliefs IV 
1954 ff.,. über die Gir- 
lande 1957 ff. Arbeit römi- 
scher Zeit. 


Nr. 353 


168 Grabreliefs 


Nr. 354 Nr. 356 


357. Inv. 4806 (Sybel 3906); Conze, Att. Grabreliefs 846 (mit Abb. 
im Text) mitälterer Literatur. Gefunden 1902 im Dionysostheater. H. o'25, 
B.0'36, D. o'ıı (Relieferhebung — 0°03). 

Oben Bruch, sonst Rand; unten 0'055 breite, zum Einlassen be- 
stimmte Leiste. Beine eines nach links mit vorgesetztem rechten Fuß 
schreitenden Mädchens in langem Chiton, bis zu den Knien reichendem 
Mantel und Schuhen. Links von ihr ein nach links aufspringendes 
Hündchen, das sich 
nach dem Mädchen 
umblickt. Hand- 
werksmäßige grie- 
chische Arbeit. 


358. Inv. 4800. 
H50:317 uB: 2018: 
D. 0'08 (Relief- 
erhebung — 0'035). 

Links Rand, 
0'06 breite Leiste. 


Rechte Hand einer 


wohl stehenden Fi- 
Nr. 357 gur, die anschei- 


Grabreliefs 169 


nend ein Vögelchen hält, 
nach dem ein Hund empor- 
springt. 


359. Inv. 3899. H. 
0'19, B.0'47, D.o'20 (Relief- 


erhebung — 0:03). 
Links und untenRand; Nr. 359 

sonst, auch hinten, Bruch. 

Hinterteil und langer Schweif eines nach rechts aufwartenden Hundes. 

Das Fragment zeigt sehr schlechte Arbeit später. Zeit. 


360. Inv. 4815 + Inv. 4813. H. o'5ı, B. 0:62, D. 0:13 (Relief- 
erhebung — 0'035). 

Bruch oben, in der Mitte unten fehlt ein Stück; unten o'14, 
an den Seiten 0°08 breite Leiste. Beine einer mit linkem Stand- und 
rechtem Spielbein in Vorderansicht stehenden Frau in Untergewand und 
Mantel; links daneben Unterkörper eines nach rechts ihr zugewendet 
mit rechtem Stand- und linkem Spielbein 
stehenden kleineren Mädchens in langem 
Gewand. Zum Typus vgl. Conze, Att. 
Grabreliefs 870 ff. 


361. Inv. 4823. H. 0'58, B. 0'24, 
D. 0'115 (Relieferhebung — 0'06). 


Nr. 360 Nr, 361 


170 Grabreliefs 


Rand links und oben. Links 0'05 breite Ante, oben o‘os breiter 
Architrav mit Inschrift Anwoxparls:« und darüber Giebel. Erhalten ist 
der rechte erhobene Unterarm einer wohl stehenden weiblichen Figur mit 
Ansatz des Gewandes und unklarem Objekt in der Hand. Rechts sind die 
Bruchkonturen des Kopfes und der 
Schultern einer viel kleineren, vor der 
Ante stehenden Figur zu erkennen. 
Das Bruchstück gehört wohl noch grie- 


chischer Zeit an. 


362. Inv. 3383. H. 0'585, B. 0'225, 
D.0o'19 (Relieferhebung, — 0'007). Blauer 
Marmor. 

Überall Rand, nur links fehlt der obere 
Teil; an den Seiten und oben 0°03, unten 


Nr. 362 Nr. 36; 


0'175 breiter Rand. Bärtiger, in Vorderansicht stehender Mann in Mantel, 
dessen Ende er in der gesenkten Linken hält. Arbeit römischer Zeit. 


363. Inv. 3372. H. 0'67, B. 0'345, D. 0:18 (Relieferhebung — 0°08). 

Rand rechts, 0'08 breite Leiste. Mittelpartie eines in Vorderansicht 
stehenden, in Untergewand und Mantel gehüllten Mannes, die Rechte vor 
der Brust; die Linke in die Seite gestemmt. Arbeit römischer Zeit. 


Grabreliefs 


364. Inv. 3021. H. 0'532, B. 0'28, 
D. 0:13 (Relieferhebung — 0:08). 

Körper eines mit linkem Stand- 
und rechtem Spielbein in Vorderansicht 
stehenden Mannes in Mantel, dessen Ende 
über linke Schulter und linken Arm fällt; 
die rechte Hand ragt vor der Brust aus 
dem Mantel heraus. Arbeit römischer Zeit. 


365.Inv.2520.H.o'20, B.0'14,D.o'ıo5 
(Relieferhebung — 0'015). Grauer Marmor. 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. 
Erhalten ist der Oberkörper und der 
Kopf einer etwas nach rechts gewandten 
Figur in Mantel, der die rechte Brust 
freiläßt; mit der Linken zieht sie das 
Mantelende über die linke Schulter. Arbeit 
römischer Zeit. Rechts ist ein wenigstens 


171 


Nr. 364 


0'03 breiter, vertiefter Streifen, wo wohl der Antenpfeiler des Naiskos Kernen 


366. Inv. 4883. H. 0'225, B.0o'25, D.0'09 (Relieferhebung —- 0°05). 
Nirgends Rand. Unterkörper und linke Hand eines in den Mantel 


gehüllten, in Vorderansicht stehenden Mannes. 


Arbeit römischer Zeit. 


172 Grabreliefs 


367. Inv. 3182. H. 0'27, B.0'36, D.0'135 
(Relieferhebung -- 0'005). 

Überall gebrochenes Fragment einer mit 
Relief verzierten Grablekythos. Dargestellt ist 
ein bärtiger Mann in Mantel in Schrittstel- 
lung nach rechts mit vorgesetztem linken Fuß, 
die Linke am Bart, die Rechte reicht er einem 
ihm gegenüber stehenden Jüngling in Mantel 
um Unterkörper. Links hinter dem bärtigenMann 
steht halbrechts ein Jüngling in kurzem Leibes- 
rock, Panzer und Chlamys über der linken Schul- 


ter, in der erhobenen Linken wohl eine Lanze 
Nr. 368 haltend. Mäßige Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


368. Inv. 4709 (Sybel 7191). H. 029, B. 0'20, D. 0'13 (Relief- 
erhebung — 005). 

Links Rand mit mindestens 0:07 breiter Ante, von deren Kapitell 
ein Teil erhalten ist. Erhalten ist noch der Kopf eines an dieser Ante in 
Vorderansicht stehenden Knaben mit lockigem Haar, hinter ihm ragt der 
Ast eines Weinstockes empor. Rechts davon sind noch die Falten des Ge- 
wandes einer größeren Figur zuerkennen. Das 
Fragment stammt wohl von einem Grabrelief 
römischer Zeit, von dem uns nur der Kopf 
der Nebenfigur erhalten ist. Zum Weinstock 
auf Grabreliefs vgl. z. B. Nat. Mus. 2655. 


369. Inv. 2640. H. 0:28, B. 0:18, D. o'12 
(Relieferhebung — 0'07). 

Rechts Rand mit o’o5 breiter Leiste. 
Erhalten ist die Büste mit Oberteil des 
Büstenfußes eines etwas nach links gewen- 
deten Knaben mit Kraushaar. Zu derartigen 
Darstellungen auf Grabreliefs römischer Zeit 
vel.72.-BiöNat2 Mus:27231: Nr. 369 


370. Inv. 2650 (Sybel 5695?). H. 0'14, B. 0:16, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — 0'125). 

Rechts Rand; nach einem 0'035 breiten Rand erhebt sich rechts ein 
0:04 breiter Pfeiler, anscheinend mit Kapitell. Hinter diesem erscheint 


Grabreliefs 173 


ein bekleideter Jüngling, von dem 
nur der Oberkörper erhalten ist. 
Geringe Arbeit. 


371. Inv. 4672. H. o'25, B. 0'22, 
D. 0'085 (Relieferhebung —- 0'005). 
Rand links und oben mit ca. 
0'07 breiter Einfassung mit niederem 
Profil. Oberes Ende und untere 


Ecke eines Priesterschlüssels. Vgl. EN 
darüber Daremberg-Saglio, Diction- Nr. 370 

naire VIII ı241. Die meisten der- 

artigen Darstellungen finden sich auf Grabreliefs; vgl. Conze, Attische 
Grabreliefs IV 19 zu Nr. 1796—1799. Zu den erhaltenen Exemplaren von 
Priesterschlüsseln kommt jetzt noch einer aus dem Artemisheiligtum 
in Kombothekra und ein im Metroon von Olympia gefundener; vgl. Diels, 
Antike Technik 34 ff. 


372. Inv. 4826. H. 0'285, B. 0'255, D. 0:08 (Relieferhebung — 0'03). 


Nr. 371 Nr. 372 


Fragment des Halsstückes einer Grabvase, Lutrophore, mit zwei- 
seitigem Henkel. Auch hinten ist der Hals in Relief, aber ohne Schup- 
pung ausgeführt. 


SARKOPHAGRELIEFS. 


373. Inv. 3357 4 Inv. 3358 (hier getrennt abgebildet). H. 0'41, B.1'16, 
D. 0:13 (Relieferhebung — 0°06). 

Das Relief ist nicht fertig, die Konturen nicht scharf ausgeführt, 
sondern nur skizziert. Oben stark bestoßener Rand, sonst Bruch. Links die 
Vorderteille meh- 
rerer nach rechts 

galoppierender 
Pferde, wohl eines 
Gespanns, dem von 
rechts ein nackter 
Jüngling mit im 
Rücken flatternder 
Chlamys entgegen- 
trittze won zuähm 
ist nur der Ober- 
körper erhalten; 
die Rechte ist viei- 


leicht mit einem 


Nr. 373 (Inv. 33:7) 
Schwerte gesenkt, 


die Linke erhoben, wohl mit dem Mantel zum Schutze umwickelt. 
Weiter rechts folgt der Oberkörper eines bärtigen Mannes nach 
rechts, mit im Rücken flatterndem Mantel und Binde im Haar. 
In der erhobenen Rechten hält er einen Speer zum Stoße nach 
rechts unten, in der vorgestreckten Linken wohl etwas zum Schutze. 


Dazu gehört nach 
Maßen und Ausfüh- 
rung: 

373 a. Inv. 3359. 
H: 0'30, B. 0'45, 
D. o'ı0o5 (Relieferhe- 
bung — 0'04). 

Nirgends Rand; 
Mittelpartie eines heftig 


nn nach rechts bewegten, 
Nr. 373 (Inv. 3358) nackten Mannes. 


Sarkophagreliefs 


Die beiden Bruchstücke gehören wohl zu 
einer Darstellung des Gigantenkampfes. 


374. Inv. 3305. H. 0'450, B. 019, D. 0'14 
(Relieferhebung — 0°045). 

Rand oben, 0'07 breiter Perl- und Eierstab; 
Oberteil einer lebhaft bewegten, nach rechts etwas 
vorgeneigten Frau in Untergewand und Mantel. 
Die linke Schulter ist entblößt, der Mantel wird von 
der Linken vor die Brust gehalten und ist um den 
rechten, über den Kopf erhobenen Arm geschlagen; 
an diesem Armband; der rechte Zeigefinger abge- 
streckt. Die Haltung ist den vorhandenen Resten 
nach nicht klar. Zur Art der oberen Profilierung 


175 


VERNZEB.aLe>Bas > XVTIIb:1 9% Nat, Mus22275rt. Nr. 374 


375. Inv. 3384. H. o0'55, B. 0'24, D. 0'19 (Relieferhebung — 0'14). 


Nirgends Rand. 


Lebhaft bewegte, wohl tanzende weibliche Figur 


nach links mit zurückgeworfenem Kopf und vorgestrecktem linken Arm; 


sie trägt gegürteten Peplos. Die Figur erinnert an die von Treu, Melanges 


Nr. 375 


Perrot 319 ff. auf Skopas zurückgeführte Mänade 
(zuletzt Six, Jahrbuch XXXII 38 ff., wenn auch 
die Entblößung eine weniger weitgehende ist), 
was auf eine dionysische Darstellung hinwiesc; 
doch könnte man auch an eine Amazone 
denken. Die Arbeit ist römisch. 


376. Inv. 3385 (Sybel 64109). H. o'42, 
B. 0'34, D. 0:13 (Relieferhebung — 0'05). 

Nirgends Rand, Rückseite fein gepickt. 
Mittelpartie eines mit ausschreitendem rechten 
Bein in Vorderansicht stehenden jugendlichen 
Mannes, um dessen rechte Hüfte ein Gewandstück 
zur linken Brust hingezogen wird; indergesenkten 
Rechten hält er eine Keule oder Fackel. Links da- 
von sind Gewandreste, die einer neben ihm ste- 
henden Frau angehören können. Zwischen den 


Beinen des Mannes erscheint der Kopf eines 


176 Sarkophagreliefs 


nach rechts hin wohl auf der 
Erde sitzenden Knaben. Die 
Arbeit ist dekorativ, mit einge- 
rissenen Umrißlinien. Man darf 
vielleicht an einen späten römi- 
schen Sarkophag mit einer 
Darstellung denken, wo kleinere 
Figuren zwischen den größeren 
verteilt erscheinen. E. Reisch 
erinnert an eine Darstellung 
von Herakles und Amphitryon 
ähnlich wie Nat, Mus, 1547 
(Svoronos LAXV]), 


377. Inv. 2999. (Sybel 
6146) H. 0'34, B. 0'16, D. 0'255 
(Relieferhebung — 0'06). 
Nirgends Rand, auch hinten Bruch. Erhalten ist der Oberkörper einer in 


Nr. 376 


Vorderansicht stehenden Frau inGewand mit Überschlag, das auf der rechten 
Schulter gelöst, die rechte Brust freiläßt; der rechte Arm ist um die Mitte 
gelegt, der linke El!bogen auf die rechte Hand gestützt, der Unterarm er- 
hoben,so daß dieHandan dem Gesicht lag. Von 
rechtsherzücktderrechte ArmeinesMannesein 
Schwertgegensie. DasMotivstelltwohleinevon 
den Siegern bedrohte Gefangene dar; vgl. z.B. 
Arndt- Amelung 1946/7undzuNr.381.E.Reisch 
denkt an eine Darstellung von Iphigenie und 
Orestes und weist auf das Sarkophagrelief 
Roscher, Lexikon der Mythologie II 304 hin. 


378.: Inv. 3175. »H. 0:33, .B.:0'47, 
D. 013 (Relieferhebung — 0°05). 
Nirgends Rand. Rechts ist auf dem stark 
verstoßenem Relief noch der Rücken eines 
Kriegers sowie sein linker Arm mit Schild 
und die Schwertscheide kennbar. Links da- 
von, von ihm teilweise verdeckt, der "Ober- 


körper eines zweiten im Profil nach links; Nr. 377 


Sarkophagreliefs ' 1277 


er hält in der Rech- 
ten anscheinend eine 
lange Trompete, ia 
die er bläst. Weiter 
links eine Erhöhung, 
die dem Bug einessich 
nach rechts bäumen- 
den Pferdes angehö- 


ren kann. 


379. Inv. 3379. 
H20205B20:20,.D. 
0'19 (Relieferhebung 
— 0'06). 


Nirgends Rand. 
Bug und Anfang der Vorderbeine eines Pferdes nach rechts, mit dem 
rechten Bein eines Reiters in Panzer, von dem noch ein Teil der Ptery- 
ges über kurzem Leibrock erhalten ist. Unter dem Bauch des Pferdes 
erscheint eine rechte Hand, offenbar 
mit einer Waffe; sie gehört wohl 
einem auf dem Boden am Rücken 
liegenden Gefallenen an, der nach 
oben sticht. Das Bruchstück ist somit 


einer Kampfszene zuzuweisen. 


380. Inv. 3373. H2:0:36,.B, 0:42, 
D. 0'20 (Relieferhebung — 0°09). 


Nirgends Rand. Erhalten ist links 

. der Körper eines Jünglings, mit Mantel 
im Rücken, von vorn gesehen, im 
Kampf mit einem rechts von ihm 


befindlichen Giganten, von dem der 


nackte, nach vorne gewendete Ober- 
körper und der Anfang der Beine 


erhalten sind, die, wie Nr. 380a zeigt, schlangenförmig gebildet waren. 


Dazu gehören: 
380 a. Inv. 2762. H.o'28, B.0'33, D.0'19 (Relieferhebung — 0'10). 
12 


178 z Sarkophagreliefs 


Nirgends Rand. Erhalten ist der Oberkörper und die schlangen- 
förmigen Beine eines wohl nach linkskämpfenden Giganten. Linkserscheinen 
Gewandfalten und 
Reste, die man am 
ehesten für Flügel 
halten möchte. 


380b. Inv. 2719. 
H. 0'195, B. 0'195, 
D. 0'10 (Relief- 
erhebung — 0'04). 

Nirgends Rand, 
auch hinten Bruch. 
Erhalten ist die 
Mittelpartie einer 


männlichen Figur 


in Muskelpanzer, 

Nr. 380 von vorne gesehen, 

den rechten Arm 

nach links gestreckt; darunter wieder flügelartige Reste, weiter links 
Gewandfalten. 

Die drei Fragmente zeigen ganz ähnliche Arbeit römischer Zeit, be- 
sonders tief eingearbeitete Gewandfalten, und gehören zur Darstellung 
eines Gigantenkampfes; vgl. 
z.B. Robert, Sarkophagreliefs 
III Taf. XXV1. 


Nr. 3801 Nr. 380 b 


Sarkophagreliefs 179 


BBM12.111V.2300,.2H.2000,%B. 0.18,: D0:18 
(Relieferhebung — 0'05). 


Nirgends Rand. Körper eines mit geschlossenen 
Beinen en face stehenden nackten Knaben, er 
hat den linken Arm über den Bauch gelegt, so 
daß die Linke in die Hüfte zu liegen kommt; 
darauf ist der Ellbogen des rechten Armes ge- 
stützt, der rechte Unterarm erhoben, so daß in 
die rechte Hand wohl Kinn oder Wange ge- 
schmiegt war. Dorthin langt auch die Hand 
eines links davon stehenden Kindes, von dem 
nur der eine Unterarm erhalten ist. Römische 
Arbeit. Dargestellt war wohl eine Genreszene 
von Kindern oder Eroten, wie sie sich auf römi- 
schen Sarkophagen häufig finden; vgl. zuletzt 
Sauciuc, Andros 26 und Anm. 17. Zur Stel- 


lung des Knaben vgl. z. B. auch Philostrats 
(A 8° 2) Beschreibung der Stellung des Komos. Nr. 381 


382. Inv. 4746. H. 0:40, B. 0:36, 
D. 017 (Relieferhebung — 0'06). 


Nirgends Rand. Unterkörper und 
Beine eines nackten Knaben, der mit 
dem rechten Fuß über den linken tre- 
 tend nach rechts schreitet. Über seine 
Schultern läuft, um die Arme ge- 
schlungen, ein langer, in Falten ge- 
legter Schal, der zwischen ihm und 


einer rechts zu ergänzenden weiteren 


Knabenfigur in großem Bogen bis fast 
zum Boden herabhängt. 


Dazu gehören wohl auch: 


382 a. Inv. 4694. H. 0'45, B. o'21, 
D. o'ı2 (Relieferhebung — 0'03). 


Rand unten, 0'04 breite Boden- 
Nr. 382 a leiste, 
ı2* 


180 Sarkophagreliefs 


382b. Inv. 2375. H.0'46, B. 0'44, 
D.o'2ı (Relieferhebung — 0°08). 

Nirgends Rand. Links neben der: 
Figur unklare Reste. 

Dasselbe Motiv des über Schultern 
und Arme geschlungenen Mantels ist 
häufig auf archaisierenden Reliefs, be- 
reits griechischer Zeit, vgl. Nr. 109. 
Das Motiv des Übertretens, das da- 
durch gegeben ist, daß die nach rechts 
schreitende Figur mit dem rechten, 


also dem nicht im Reliefgrund be- 


findlichen Bein vortritt, findet sich 
Nr. 383 oft auf römischen Reliefs, z. B. Nat. 

Mus. 1183, 1185. Ähnlichen Schmuck 

trägt z. B. der Sarkophag Nat. Mus. ı180, 1188, 1190, 1191. Die 


Arbeit weist sicher in römische Zeit. 


383. Inv. 2800. H. o'31, B. 0'24, D. o'ı2 (Relieferhebung 
— 0'035). 

Nirgends Rand. Erhalten ist ein stehender nackter Knabe, über 
dessen Arme und Rücken eine Girlande läuft; vgl. Nr. 382. Römische Arbeit. 


384. Inv. 2749 (Sybel 6865). 
H. 0'28, B. der linken Fläche o’ı2, 
der rechten o'22, D. der Seiten 0°07 
(Relieferhebung — 0'07). 

Seitenkante eines Sarkophags 
mitvorgestellter Eckfigur; einnackter 
Knabe, der in der gesenkten Linken 
einen geflochtenen Korb, inder Rech- 
ten anscheinend Trauben hält; rechts 
davon Reste einer weiteren Figur. 
Ein Eisenstift an der Unterseite weist 


auf antike Ausbesserung. 


385. Inv. 3186 (Sybel 5951). 
H ..0:33, B. 0‘23, D. 0'185 (Relief- 


erhebung — 0'003). Grauer Kalkstein. Nr. 384 


Sarkophagreliefs 181 


Bruchstück — nur oben Kante — des 
Polsterbezuges eines römischen Sarkophages. 
Dargestellt ist ein nackter Knabe im Kampf 
mit einem Seehirsch; er steht mit dem 
linken Fuß auf dessen Rücken, mit dem 
rechten auf dem Schweif; mit der Linken 
packt er das Geweih, in der Rechten 
schwingt er wohl einen Speer. Zu ähnlichen 
Matratzen, bei denen das Relief deren Sticke- 
rei nachahmt, vgl. z. B. Jahrbuch XVIII 
1003FAnz238: 


886. Inv. 220832 H.20:37, B. 0:21, Nr. 385 
D. 0:13 (Relieferhebung — 0'03). 

Nirgends Rand. Erhobenes Vorderbein eines Raubtieres und rechts 
davon Stamm und Blattkelch einer Pflanze. Das Fragment gehört einer 
Nat. Mus. 1177, 1178, ı185, 1187, 2018 ähnlichen Darstellung an: rechts 
und links von einem Kandelaber oder einer ornamental gestalteten Pflanze 
sitzen oder stehen wappenartig zwei Greifen oder Sphingen; seltener 
Löwen (Nat. Mus. 1183, 1186). Vgl. 387— 389. 


387. Inv. 3663. H. 0'27, B. 019, D. 0'85 (Relieferhebung — 0'01). 

Die Lage des Fragmentes läßt sich nicht 
mit Sicherheit bestimmen. Erhobenes Vorder- 
bein eines Raubtieres und Rest eines großen 
Blattes. Das Fragment stammt von einer Nr. 386, 
388, 389 ähnlichen Dar- 
stellung. 


388. Inv. 4750 (Sybel 
3916 mit älterer Literatur). 
H20:3725BX0:25...D.0318 
(Relieferhebung — 0°03). 
Gefunden 1862 im Dio- 
nysostheater. 

Oben Rand mit o'12 


breitem Profil, das zu einer 


0:04 breiten Leiste ansteigt. 


_ 


182 Sarkophagreliefs 


Das Relief scheint, mindestens was den Grund betrifft, noch unfertig. Er- 
halten ist der Kopf und das Stück des Halses eines Greifen nach links; 


vgl. zu 386, 387 und 389. 


389. Inv. 2642 (Sybel 6200). H. 0'325, B. 0'13, D. o'ı2 (Relief- 
erhebung — 0'025). 

Nirgends Rand. Hinterbeine, Schwanz und Teile der Flügel eines 
nach rechts stehenden Greifen. Das Fragment gehört wohl einer 
Nr. 386—388 ähnlichen Darstellung an, doch ist das Bruchstück für 


einen Sarkophag gewöhnlicher Größe zu klein. 


BASENRELIEFS. 


390. Inv. 3014 (Sybel 6434 mit älterer Literatur); Schöne 100; 
Friederichs-Wolters 1183; Arndt-Amelung 1285. H. 0'42. Gefunden bei 
den Ausgrabungen des Theaters des Herodes Attikos 1857/58. 

Die Basis ist ungefähr in der Mitte 
durchgebrochen; jetzt erscheinen zwei an- 
einanderstoßende Flächen, mit Reliefs ge- 
schmückt, die dritte glatt, so daß man 
wohl auf drei Seiten Reliefschmuck an- 
nehmen und in der der ungeschmückten 
gegenüberliegenden Seite mit dem Relief 
der sitzenden Frau die Hauptseite er- 
kennen darf. An der Oberseite sind Dübel- 
löcher vorhanden (Schöne, Hilfsfigur 
100 A), um die darüberliegende Platte zu 
befestigen. 


A. Vorderseite: B. o'2I (Relief- 
erhebung — 0'017). 

Rand unten und rechts; unten 0'055 
breite Leiste, rechts 0'025 breite Ante. Auf 


einem Stuhl mit gedrehten Beinen und Arm- 
lehnen sitzt eine Figur nach rechts, den Nr. 390 A 
Unterkörper im Mantel, der auf dem Schoß 

in Falten liegt. Die Linke ist ausgestreckt und auf ihr sitzt flatternd, 
den Kopf umwendend, ein Vogel, der sicher keine Eule ist. Man 
dachte hier meist an Aphrodite mit der Taube; mit nacktem Ober- 
körper nach rechts sitzend erscheint sie auch auf der Parthenon- 
metope Nord 31. | 


B. Rechte Nebenseite: B. 0'435 (Relieferhebung — 0'017). 
Nur links oben etwas beschädigt; unten 0'055 breite Leiste, an den 
Seiten 0'025 breite Anten, oben 0'04 breite profilierte Leiste. Die Buch- 


184 Basenreliefs 


staben NA auf der Fußleiste sind eine späte Kritzelei. Auf einem Fels- 
block sitzt ein bärtiger Mann mit Mantel über Unterkörper nach links, 
also dem vor der Hauptseite der Basis stehenden Beschauer zugewandt. 
Die Rechte ist in ganz ähnlicher Weise erhoben wie bei der erstbesprochenen 
Figur und hält einen Kranz; die Linke ruht auf dem Schoß; er erinnert 
in seiner Haltung an den letzten der drei Männer auf der Platte B des 
Frieses vom llis- 
sostempel (Jahrb. 
XXXI ı1721#.). Vor 
ihn: lehnt an der 
linken Ante ein 
Schild, auf den der 
Mann, vorgeneigt, 
hinblickt. Manwird 
wohl eher an ‚‚De- 


“ als an He- 


mos 
phaistos denken. 
Die Arbeit er- 
innert in der Art 
der Gewandbe- 
handlung in fla- 
chem Relief an den 


Parthenonfries; die 


Zeichnung scheint 
Nr. 390 B allerdings nicht 

überall sehr ge- 

schickt und gut in der Erfindung. Charakteristisch für den älteren 
Reliefstil ist die Art, wie die im Grund befindlichen Teile heraus- 


gedreht sind, um möglichst viel zu zeigen. 


391. Inv. 4069 (Sybel 6740 mit älterer Literatur); Schöne 109. H.o'28, 
B. 0'545, D. 0:54 (Relieferhebung — 0'007). 

Quadratische Basis, im rechten Teil oben und unten beschädigt; oben 
rechteckige, 0'05 tiefe Einarbeitung von 0'205 zu 0'275. Gefunden 1839 
östlich vom Parthenon. 

Von der Inschrift sind zwei Zeilen der Weihung erhalten: in der 
ersten nur eine Haste, in der zweiten äv&dya und über den ersten beiden 
Figuren Reste der erklärenden Beischriften Ayadös Aaliuo],, [AyJaLIn] Toxn- 


Basenreliefs 185 


Links steht, nach rechts gewandt, Agathos Daimon als bärtiger Mann 


mit zurückgesetztem rechten Fuß und langem Haar mit einer Binde, 


Nr. 391 


in langem Gewand und Mantel darüber, in den Händen ein Füllhorn. 


Rechts davon, in der Mitte der Basis, in Vorderansichi Agathe Tyche als 


Frauinärmellosem Unter- 
gewand und Mantel, der, 
über das Hinterhaupt ge- 
zogen, vonder Rechten in 
Achselhöhegehalten wird; 
die Linke ist in die Hüfte 
gestemmt. Weiter rechts 
eine Gottheit en face in 
gegürtetem Untergewand 
und Mantel, der über den 
linken Unterarm geschla- 
gen ist, der rechte Arm 
mit dem Handrücken in 
die Hüfte gestemmt. Zu 
ähnlicher Komposition 
von Basenreliefs, freies 
Hinstellen der einzelnen 


Figuren im Grund, vgl. 


186 Basenreliefs 


z. B. die Basis von Mantinea Nat. Mus. 215— 217; darüber Hauser, Neu- 
attische Reliefs 150 f. Über die Verbindung von Ayadög Aatıwv und Ayayıı 
Töxn vgl. Weinreich, Stiftungen und Kultsatzungen eines Privatheiligtums 
in Philadelphia 31ff.; über ihren Kult in Athen vgl. Gruppe, Griech. Myth. II 
1087 f.; eine Gruppe .bei- 
der stammte von Praxi- 
teles (Plin. N.H. XXXVI 
23). Über Ayadn Toyxn 
und ihre Darstellungen 
vgl. Svoronos, Athen. 
Nat.:Mus. 261 ff. zu dem 
Relief Nat. Mus. 1343, 
das wohl von einer Ur- 
kunde stammt (ähnliche 
Darstellung auf IG II 59, 
Wilhelm, Anz. d. Wr. 
Akademie 1909, 58; Svo- 
ronos CCXVI). Da die 
Gottheit rechts, nach 
der Tracht zu schließen, 
weiblich ist, werden wir 


in ihr am ehesten ®iulia 


erkennen dürfen, die als 

Nr. 393 Mutter des Zeus Philios 

mit dessen Gattin ‘Ayadn 

Töxn auch sonst vereint vorkommt (Jahreshefte XIII Beibl. 232 f.) und, 

wie wir aus Hesych wissen, auf der Akropolis einen Kult besaß. Griechische 
Arbeit des IV. Jahrhunderts. 


392. Inv. 4736 + 4717. H. 0'335, B. 0'32, D. 0:09 (Relieferhe- 
bung — 0'03). 

Rand unten und rechts; an der Seitenkante bog die Platte ungefähr 
in derselben Dicke nach rechts, so daß wir wohl eine ausgehöhlte Basis, 
vielleicht aber auch ein vierkantiges Gefäß annehmen dürfen. Vom 
unteren Rande 0'03 entfernt, ist eine dazu parallele Linie vorgerissen. Auf 
einer Terrainerhöhung sitzt eine Frau in langem Gewande nach links, 
etwas zurückgelehnt, auf den linken Arm gestützt, in der Linken ein 
Attribut, dessen Bohrloch erhalten ist. Feine Arbeit bester Zeit. 


Basenreliefs 187 


393. Inv. 3355. H. 0'38, B. 0'31, D. 0:26 (Relieferhebung — 0'075). 

Rand oben und rechts, auch hinten Bruch; oben 0'095 breite, stark 
bestoßene Leiste. Auf der Oberseite ist der Bruchkontur eines linken Fußes 
und des Reliefgrundes erhalten, der 007 weiter hinten als der des unteren 
Reliefs liegt. Dieses zeigt den 
Oberkörper eineshalblinks ge- 
wendeten Jünglings mit Man- 
tel über linker Schulter und 
Arm, Petasos im Rücken; der 
rechte Unterarm ist emporge- 
hoben und hieltwohl einenlan- 
genStab. Gute ArbeitdesIV.Jh. 


394. Inv.2985.H.o'265. 
Untere Ecke einer vier- 
kantigen Basis, mindestens auf 
zwei aneinanderstoßenden Sei- 
ten mit Reliefs geschmückt. 
A. B. o'185 (Relief- 
erhebung — 0'015). 
Rand rechts und unten; 


unten 0'025 breite Leiste. 
Rechts sitzt auf einem lehnen- Nr. 394 A 

losen Stuhl mit vorgesetztem 

Schemel ein anscheinend bärtiger Mann mit Mantel über Unterkörper und 
Rücken nach links. DieLinke liegt auf dem Schoß, die Rechte hält er über den 
Kopf einer kleinen, von links auf ihn zuschreitenden männlichen Figur in 
Mantel, mit vorgesetztem linken Fuß; sie streckt den rechten Arm dem Gotte 
entgegen. Man denkt wohl am ehesten an Asklepios und einen Adoranten, 


B. B.0'27 (Relieferhebung — 0'015). 

Rand links und unten; unten 0'02 breite Leiste. Rechts sind noch 
die Beine eines etwas nach rechts gewendet stehenden Jünglings in kurzem 
gegürteten Leibrock sowie sein herabhängender rechter Unterarm erhalten. 
Von rechts kommen, kleiner gebildet, eine Reihe von Adoranten heran, alle 
die Rechte adorierend erhoben und den linken Fuß vorgestellt. Zunächst 
ein Mann in Mantel, gefolgt von einem zweiten, etwas kleineren in gleicher 
Tracht, dann eine Frau in Untergewand, ganz in den Mantel gehüllt; 
zwischen den beiden letzteren ein Kind in Mantel. Weiter rechts muß noch 


188 Basenreliefs 


eine weitere Gott- 
heit dargestellt ge- 
wesensein, wieins- 
besondere aus der 
Stellung des ju- 
gendlichen Gottes 


gefolgert werden 


kann. Wir werden 
wohl in diesem am 
ehesten einen der 
imAsklepieion ver- 
ehrten jugendli- 
chen Heilgötter 
oder Hippolytos er- 
kennen. Die Ar- 


beit weist ins IV. 
Nr. 394 B Jahrhundert. 

395. Inv. 4869. H.0'19, B. o'ı2, D. o'ı2 (Relieferhebung — 0°01). 
Gefunden 1908 außerhalb des Beul&schen Tores. 

Das Fragment zeigt vielleicht oben Rand und stammt von einer 
Rundbasis von ca. 030 Durchmesser. Vom Reliefschmuck erkennt man 
noch den Oberkörper eines inVorder- 
ansicht stehenden Jünglings mit 
Mantel um die Beine und Kranz (?) 
in der herabhängenden Rechten. 
Links davon sind noch die Umriß- 
linien einer nackten Figur nach 
rechts kenntlich. 


396. Inv. 2971. H. 0:21. 

Vierkantige Basis; eine Seite 
abgebrochen, auf den anderen drei 
Reliefs; desgleichen oben gebrochen. 
Unten, 0'045 von der Unterkante 
entfernt, ein 0'03 breites Profil, das 


als Fußleiste für die Darstellung 
dient. Nr. 395 


Basenreliefs 189 


A.Langseite. 
B. 0'34  (Relief- 
erhebung — 0'01). 

Drei en face 
stehende Mädchen 
in langen Gewän- 
dern mit Über- 
schlag, sich die 
Hände reichend. 

B. Linke Ne- 
benseite. B. o'ı10. 


Rechts ist Nr. 396 A 
der Stamm eines 
Baumes erkennbar, links daneben, aufrecht stehend oder sitzend, ein 
kleines Tier, das mit der Schnauze die eines von links kommenden 
größeren, wohl ähnlicher Art, berührt. 

C. Rechte Nebenseite. B. 0'14. 

Vorderteile wohl derselben beiden Tiere in eilendem Laufe nach 
links auf einen Baum zu, von dem nur der untere Teil des Stammes er- 
halten ist. Das klei- 
nere Tier auf B sieht 
wie einBär aus, wäh- 
rend die galoppie- 
renden auf C eher 
Wieseln ähneln. Mit 
Bezug auf die Tier- 
darstellungenauf den 

Nebenseiten wird 
manin den dreiMäd- 
chen wohl Nymphen 


erkennen dürfen. 
Durch die Art „Ne. 396 B Nr. 396 C 

der Darstellungen und 

die Bewegungsrichtung der Figuren erscheint die mit den drei Mädchen 

geschmückte Fläche als Hauptseite. Die Arbeit ist sehr schlecht und spät. 


397. Inv. 2739 (Sybel 6404). H. 0'32, B. 0'185, D. 0'42 (Relief- 
erhebung — 0'005), 


190 Basenreliefs 


Nr. 397 a Nr. 397 


Oben Rand, sonst Bruch, auch hinten; oben hinten tiefes längliches 
Dübelloch. Oben o'15 breites, 0'035 hohes Profil. 


Dazu gehört sicher 

397 a. Inv. 2738. H.o'20, B.0'16, D.o'255 (Relieferhebung — 0'005). 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. 

Die Basis trug eine sich wiederholende Darstellung von je zwei 
bärtigen, nackten Silenen, die in Ausfallstellung gegeneinander, jeder den 
Arm gegen die Stirne des anderen stemmend, sich gegenseitig von einem 
zwischen ihnen auf Ranken aufsitzenden Krater wegzudrängen suchen; 
mit der freien Hand stützen sie sich an einer hinter ihnen befindlichen 
Ranke. Doch ist das ganze Motiv wappenartig komponiert und dem 
tektonischen Prinzip untergeordnet. Eine ganz ähnliche Gruppe auf dem 
Relief im Nat. Mus. (Sybel 962) und einer Marmorvase Notizie degli scavi 
1895 S. 427 f. Fig. 3; verwandt das Relief im Vatikan (Amelung, Kat. II 
Taf. VI 27; Helbig-Amelung I Nr. 133); Berlin 939. Die Arbeit scheint 
noch griechischer Zeit anzugehören. Vgl.E. Löwy, Kunstchronik 18935. 178 fx 


Basenreliefs I9I 


398. Inv. 3173 (Sybel 6418 mitälterer Literatur); Schöne 97; Wiener 
Vorlegeblätter Ser. IV Taf. XII 2; Arndt-Amelung 1279 und 1280. H. 0'30, 
(Relieferhebung -- 0'007). 


Vierseitige Marmorbasis, unten gebrochen, oben 0'14 breites, besonders 
an den Ecken bestoßenes Profil. Eine Lang- und die beiden Schmalseiten 
tragen Reliefschmuck, 
die andere Langseite 
ist glatt. 


A. Vorderseite: 
B. 0'255 (Relieferhe- 
bung — 0'007). 

Rechts ist der 
Oberteil eines Tropai- 
ons erhalten, aus 
einem Stamm mit 
Seitenasterrichtet, der 
an der Stelle des rech- 
ten Armes herausragt: 
er.ist mit einem Koller 


mit  Achsenklappen 


und einem auf der 
linken Schulter ge- Nr. 398 A 

knüpften Mantel be- 

kleidet, trägt links einen runden Schild, oben eine Helmkappe. Von 
links kommt ein bärtiger Krieger in Muskelpanzer mit Mäntelchen im 
Rücken und attischem Visierhelm auf dem Kopf heran. In der Linken 
trägt er Schild und Lanze, an einem Gurt ein Schwert. Nur der Ober- 
teil der Figur ist erhalten. 


B. Rechte Nebenseite: B. 0'18 (Relieferhebung — 0'007). 


Links ist ein ähnliches Tropaion dargestellt, bei dem noch der um 
das Koller gelegte Gürtel sichtbar ist. Der Mantel ist noch nicht daran 
befestigt, sondern eine rechts davon stehende Nike in Peplos, von der nur 
der Oberkörper erhalten ist, ist eben im Begriff, ihn dem Tropaion umzu- 
legen; auch der Schild fehlt noch. Die Nike trug, wie ein Bohrloch zeigt, 
Ohrschmuck. 


192 


Nr. 398 B 


Basenreliefs 


C. Linke Nebenseite: B. o'15 
(Relieferhebung —- 0'006). 


Hier sind Reste eines ganz 
ähnlichen Reliefs symmetrischer 
Darstellung erhalten, von dem 
rechts das Tropaion mit Schild, 
aber noch ohne Mantel, deutlich 
erkennbar ist, während links da- 
von nur unklare Reste vorhanden 
sind, die wohl sicher einer Nike 
Die beiden Neben- 
seiten zeigen also 


angehören. 
in gleicher 
Weise die Figuren auf den Be- 
schauer der Hauptseite zugewen- 
det, diese selbst die Figur nach 
rechts gerichtet, ein Prinzip, wie 
es sich z. B. schon bei der archai- 
schen Basis aus Koropi, Nat. Mııs. 
41 (Conze Taf. XI), nachweisen 


läßt. Zum Schema der Haupt- 


seite, des bärtigen Kriegers vor dem Tropaion vgl. Brit. Mus. 750, Nat. Mus. 


Arodyan roı undähnliche. Zu den Tropaia errichtenden Niken das sechsmal 


wiederkehrende Motiv auf der Nikebalu- 
strade (Heberdey, Jahreshefte XIII Beibl. 
85); Nr. 399; ferner Nat. Mus. Anodyan 
101. Im Übrigen vgl. Woelcke, Geschichte 
des Tropaions, Bonner Jahrbücher, Heft 
120. Die Arbeit weist, wenn sie auch im 
einzelnen etwas flüchtig ist, wohl noch an 
die Wende des V. und IV. Jahrhunderts. 


399. 


älterer 


Inv. 4078 (Sybel 6743 mit 
Friederichs-Wolters 
1184; Reisch, Griech. Weihgeschenke 92; 
Steiner, Athen. Mitt. XXXI 328. H. 0'53. 


Gefunden 1838 östlich vom Parthenon. 


Literatur); 


Bruchstück einer vierkantigen Ba- 
sis, unten und links Bruch. Oben eine 


Basenreliefs 193 


Nr. 399 A 


flache Einarbeitung, innerhalb‘ dieser eine tiefere, ebenfalls rechteckige. 
Auf der Lang- und rechten Schmalseite trug die Basis Reliefs, wohl 
auch auf der jetzt fehlenden linken. 


A. Langseite: B. 0'75 (Relieferhebung — 0'015). 


Oben 0:08 breite Leiste mit Resten von zwei Zeileneiner InschriftLeBas, 
Inser. 1ı34 (Buchstabenhöhe o’o1ıı); Woodward (J. H. St. XXX 265) liest: 


slorepavngpölpor ayrlavss] . - - 


2... orsgavov... Auf dem schlecht erhaltenen 
Relief erkennt man links eine in langem gegürteten Gewand nach rechts ge- 
wendete Nike, diemitbeiden Händen einen Helm einem linksvorihrstehenden 
Tropaion mit vorgehängtem Rundschild aufsetzt. Rechts davon eine zweite 
nach rechts stehende Nikeundeinander KantebefindlichesSiegeszeichen; sie 
scheint die Rechte mit einem Hammer zu erheben, um einen anscheinend in 
der Linken gehaltenen Nagel einzuschlagen. Da links noch die Flügel einer 
nach links stehenden Nike erhalten sind, wird man mindestens noch eine 
Göttin und ein Tropaion annehmen müssen, wofür auch die Dimension der 
oberenEinarbeitung spricht; die Nike mit dem Helm scheint in der Mitte der 


13 


194 Basenreliefs 


Basis zu stehen. Zum Motiv der 
Nagel einschlagenden Nike vgl. z. 
B. Athen. Nat. Mus. Anchyan 101. 
Über Tropaia vgl. zu Nr. 394. 


B. Rechte Seitenfläche: B. 
0o'42 (Relieferhebung — 0'015). 

Eine Nike in langem Ge- 
wand und Mantel darüber steht 
halbrechts und trägt einen Drei- 
fuß an den Beinen vor sich, 
den eine andere ihr gegenüber- 
stehende sicher weibliche Figur 
in Empfang nimmt, indem sie 
ihn unter dem Kessel faßt. Daß 
dies keine Nike sein muß, zeigt 


das an der Athener kleinen 
Nr. 399 B Metropolis eingemauerte Relief 
Athen. Mitt. XXXI 325ff. Nr. ı 
auf Quader O 55; zu diesem Motiv und der Deutung vgl. ebda. 


400. Inv. 4071. H. 0'325. 
Bruchstück einer vierkantigen Basis, links und oben später abge- 
arbeitet; unten 0'05 breiter Streifen zum Einlassen. Relief an Vorder- 


und rechter Seite. ; 


A. Vorderseite: B. 0'725 (Relieferhebung — 0'08). 

Rand rechts und unten. Rechts steht eine Frau in Untergewand und 
Mantel um die Beine in der Vorderansicht, mit der Rechten an einem links 
von ihr stehenden Tropaion beschäftigt, indem sie an ihm den rechts 
erkennbaren Schild und den Helm befestigt. Links davon sitzt eine Frau in 
gegürtetem Chiton und Mantel um den linken Oberschenkel auf einem Stoß 
von Waffen nach rechts, die Linke zu einem ganz ähnlichen’ Tropaion 
erhebend. Vor den Gruppen ein großer Haufen von Waffen. Links hinter 
der sitzenden Frau der Stamm eines Tropaions und ein Teil eines daran 
hängenden. Schildes. Links davon sitzt ungefähr symmetrisch zur eben 
besprochenen Frau eine ebensolche nach links, die sich mit der Rechten 
an einem Tropaion zu schaffen macht. Weiter links stand wohl, wie die 


Bruchkonturen erkennen lassen, 


Basenreliefs 


Nr. 400 A 


195 


hinter einem Haufen von Waffen ein 


weiteres Tropaion, so daß man auch hier eine der rechten Darstellung 


symmetrische annehmen darf. Über Tropaia vgl. zu Nr. 394 u. 395. 


B. Rechte Seitenfläche: B. 0'425 (Relieferhebung — 0'03). 
Rand links und unten. Unten 0'055 breite Leiste. Rechts steht eine 


langgekleidete geflügelte Nike nach links, die mit der Rechten nach dem 


Kessel eines links von ihr stehenden hohen Dreifußes greift; weiter links 


sind noch die Kon- 
turen eines ganz ähn- 
lichenDreifußes zuer- 
kennen. Vgl.Nr. 399. 


401. Inv. ohne 

Nr. (Sybel 6154 mit 
älterer Literatur) 

Furtwängler,Der Säe- 
mann I 1905 S. 317; 
Wolters, Münchner 
Jahrbuch der bilden- 
den Kunst ı19ı2 Il 
109;Photographiedes 
Deutschen archäol. 


Nr. 400B 


196 Basenreliefs 


Nr. 401 A 


Instituts Kat.-Nr. 449 und 1876; Reinach, Rep. de reliefs II 369, ı; Jahr- 
buch XXXI 98 und Anm. 2. Inv.3176. Gefunden 1839 auf dem nordwest- 
lichen Teil der Akropolis. H. 0:48, L. 162, B. 0'91. 

Vierkantige längliche Basis, die auf einer Lang- und den beiden 
Schmalseiten Reliefdastellungen trug, während die andere Langseite un- 
verziert war, wodurch sie als Rückseite gekennzeichnet ist. 


A. Linke Schmalseite: B. 0'91 (Relieferhebung — 0'02). 

Überall ist der Rand gegeben, die Ecken fehlen. Oben 0'045 
breites Profil, unten 0'045 breite Fußleiste mit Inschriften (vgl. zu- 
letzt Woodward, Journal of hellenic studies XXX 264 mit Anm. 8): 
unter dem dritten Jüngling von links: Avuyrsvng Aanıdöng, unter dem 
vierten: ’Iöonevebs ’ONnYev, unter dem fünften: Avv.... Ayapvebs. Das 
Relief zeigt nebeneinander sechs nackte jugendliche Athleten, in ver- 
schiedenen Posen der körperlichen Reinigung, zu allerdings auch losen 
Gruppen von je zwei verbunden. Der erste Jüngling von links steht im 
Profil nach rechts mit vorgesetztem linken Bein, die Arme hängen am 
Körper herab, in der Rechten hält er die Strigilis. Er scheint zu dem 
rechts folgenden zweiten Jüngling zu sprechen, der nach links stehend, vor- 
gebeugt, die Strigilis oberhalb des rechten Knies ansetzt, um den Ober- 
schenkel zu reinigen. Der dritte Jüngling steht halbrechts mit gebeugten 
Knien und schabt seinen linken Unterarm; ohne Beziehung, wie so oft auf 


Basenreliefs 197 


Basenreliefs (vgl. zu Nr. 391), steht neben ihm in Vorderansicht der vierte 
mit rechtem Stand- und linkem Spielbein, den linken Arm erhoben, 
um sich die linke Seite zu reinigen. Der fünfte steht mit rechtem Stand- 
und linkem Spielbein im Profil nach rechts, in der Rechten die Strigilis, 
faßt er mit der Linken den sechsten 
an dem Gelenk der rechten Hand; 
dieser steht nach links gewendet 
und hält in der Rechten die Stri- 
gilis, um sich die Brust zu reinigen; 
die Linke hat er in die Hüfte ge- 


stemmt. 


B. Langseite, zugleich Haupt- 
seite: °H. 020, B. 0'37 (Relief- Nr. 401 B 
erhebung — 0'02). 

Das obere Profil ist ganz abgestoßen. Auch hier sind jugendliche 
nackte Athleten dargestellt, wohl auch zu zweit, aber, wie es scheint, in 
enger geschlossenen Gruppen als auf der linken Schmalseite. Erhalten sind 
die Oberkörper von drei Jünglingen. Der erste von links, halb nach rechts 
gedreht, scheint mit beiden Armen 
vor seiner Brust beschäftigt; der 
zweite ist im Profil nach links ihm 
zugewandt; der dritte steht halb- 
rechts, die Rechte zum linken Ober- 
arm erhoben. Es läßt sich, zu- 
mal bei der schlechten Erhaltung, 
nicht entscheiden, ob auch hier 
Athleten bei der Reinigung darge- 
stellt waren. 


C. Rechte Schmalseite: H. 0'37, 
B. 037 (Relieferhebung — 002). 


Nur oben ist der Rand gegeben; 
oben 0'045 breites, ganz bestoßenes Nr. 401C 
Profil. Vom ersten Jüngling, der 
nach rechts steht, ist nur das rechte Knie erhalten. Der zweite steht 
halblinks mit zurückgestelltem linken Fuß und hat die Linke in die 
Hüfte gestemmt. 


198 Basenreliefs 


Dazu gehört auch 

401 a. Inv. 2635 (Sybel 6109); Woodward, Journal of hellenic stu- 
dies XXX 264. Es ist die rechte untere Ecke, entweder der Lang- oder 
rechten Schmalseite. H.o'ı2, B.o'ı4, D.o'ıı (Relieferhebung — 0°02). 

Auf der 0'045 breiten Fußleiste steht die Inschrift: 
Arovborog Aauuadng. Erhalten sind noch die Füße eines 
nackten Jünglings, der mit rechtem Stand- und linkem 
Spielbein halblinks steht. 

Die Darstellung des jugendlichen, athletisch durch- 


gebildeten Körpers in den verschiedenen dabei einge- 


Nr. goıa 


nommenen, oft gesuchten Stellungen, z. B. des dritten 
Jünglings auf A, hatte für den Bildhauer besonderen Reiz; vgl. die Vase 
Gerhard, Auserl. Vasenbilder 277. Die Proportionen der Figuren und 
ihre Motive scheinen lysippisch zu sein; die Inschriften weisen uns 
etwa in die Wende des IV. und Ill. Jahrhunderts. 


402. Inv. ohne Nr. H. 0'46, B. 0'32, D. 0'20 (Relieferhebung 
— 0°02). 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. Oben ist noch der Rest 
einer Weihinschrift in 0022 hohen Buchstaben erhalten: av]edmxe[v. Vom 
Relief ist links das Ende eines flatternden Helmbusches einer Figur nach 
links zu erkennen, rechts der Oberteil 
eines Helmes mit flatterndem Busch 
einer Figur nach rechts. 


Das Bruchstück gehört sicher 
zur Basis 

40%a.Sybel6569. H.o'85, B.0'57, 
D. 0'60 (Relieferhebung — 0'025), die 
jetzt nördlich der Nordwestecke des 
Parthenon steht. Lolling, Asır. üpy. 
1889 97; IG Il, 1305 d. 

Rechts Bruch. Dargestellt ist ein 
Waffentänzer (Pyrrhichistes) nach links, 
mit vorgestelltem rechten Bein; auf dem 
linken Arm den Schild, auf dem Kopf 


den Helm mit langem _ flatternden 


Busch, ganz gleich den auf Nr. 402 er- Nr. 402 


Basenreliefs 199 


haltenen. Er entspricht in 
Stellung und Tracht voll- 
kommen dem Jüngling auf 
dem Relief im Vatikan 
Helbig 3 I, 285. Oberhalb 
der Rest der Weihinschrift 
(Buchstabenhöhe 0'022) in 
Formen der 2. Hälfte des 
IV. Jahrhunderts (IG II, 
1305d): Zevox.... Da das 
Bruchstück nicht unmittel- 
bar an die Basis anpaßt, 
werden noch weitere Paare 
zu ergänzen sein. Die In- 
schrift ist nach E. Reischs 
Vorschlag Zsvor[Ans Eslvedog 
Iopytrog Avjedmnev zu lesen 
und in ihm der auch 
sonst bekannte Gymna- 
siarch (346/5) und Agono- 
thet (noch 307/6) zu er- 
kennen; Kirchner, Pros. 


r.. 402 a 


Att. 11234. Es werden so- 

mit mindestens 3, vielleicht aber, wenn die Inschrift weitere Zusätze ent- 
hielt, 4 oder 5 Paare von Pyrrhichisten dargestellt gewesen sein. Vgl. 
die Atarbosbasis im Akropolismuseum 1338 (Friederichs-Wolters 1330/1). 
Vgl. Löwy, Kunstchronik 1893, S. 179. 


403. Inv. 2468 (Sybel 6328). H. 0'27, B. 016, D. 0'43 (Relief- 
erhebung — 001). | 

Rand nur unten, auch hinten Bruch, oben ist eben die Boden- 
fläche der Einarbeitung erhalten, die etwa 0'08 vom Rand begann; unten 
eine 0'025 breite Leiste. Vorderteile zweier ruhig dastehender Pferde nach 


rechts. 


Dazu gehört höchstwahrscheinlich: 
403 a. Inv. 2979 (Sybel 6739). H. o'32, B. 0'20, D. 0'385 (Relief- 
erhebung — 0'0I). 


200 Basenreliefs 


Rand oben und unten, hinten Bruch; ein Eisenstift weist auf 
antike Stückung; unten 0'025 breite Leiste. Die obere Einarbeitung (0'14 


Nr. 403 


vom Rande entfernt, mindestens 0°06 tief) weist das Stück an die rechte 
Ecke einer Basis. Hinterteile zweier nach links langsam schreitender 


Nr. 404 A 


Pferde. Sie sind in einen Wagen gespannt, von dem Teile eines Rades 
und des Wagenkorbes erhalten sind. Die Fragmente gehören ihren Maßen 
nach sicher einer Basis an; vgl. Basen mit ähnlicher Darstellung z. B. 
Nat. Mus. 1464 (Svoronos LXVII); vgl. zu Nr. 404. 


Basenreliefs 201 


404. Inv. 4072 (Sybel 6152). H. o'30. 

Bruchstück einer vierkantigen Basis. Oben eine rechteckige Ein- 
arbeitung, die von der Kante der Fläche A o'ı5, der Fläche B o'ıı und 
der Fläche C 0'09 entfernt ist. Die ganze Basis ist horizontal in zwei 
Teile gespalten; rechts ist Bruch. 


A. B.0'58 (Relieferhebung — 0'017). 
Oben, rechts und unten Bruch. Ruhig stehendes Pferd nach links mit 
geschorener Mähne und langem, bis auf den Bodenreichenden Schweif. Rechts 


an der Kante Erhöhung wie der Teil eines nicht kreisrunden Schildes. 


Nr. 404 B 


B. Linke Seite. B. 0:58 (Relieferhebung — 0'015). 

Oben ein Stück des Randes erhalten. Links nahe dem Rande steht 
ein Jagdhund nach rechts; rechts, ebenfalls nahe dem Rande, ein zweiter 
derselben Rasse, sich duckend, so daß der Hals den Boden berührt; in 


der Mitte zwischen beiden Hunden Reste eines Kranzes. 


C. Rückseite war wohl unverziert. 

Gute griechische Arbeit des IV. Jahrhunderts. 

Es ist möglich, daß Nr. 403 und 404 zu derselben Basis oder zu 
Gegenstücken gehören. 


BRUCHSTÜCKE 
ARCHITEKTONISCHER FRIESE. 


405. Inv. 2430 (Sybel 5665 mit älterer Literatur, dazu Förster, Archäol. 
Zeitung, 1875, 102). H. 0'27, B. 0'335, D. o'2ı (Relieferhebung — 0°065). 
Gefunden unterhalb des Nikepyrgos. 

Links Rand, an der linken Seitenfläche 0'025 breiter glatter Rand- 
streifen. Mittelpartien zweier nach rechts bewegter Figuren; die linke in bis 
zu den Knien reichen- 
dem, um die Mitte ge- 
gürtetem Gewand; auch 
das der rechten Figur 
scheint um die Mitte ge- 
gürtet zu sein, in der Lin- 
ken trägt sie einen Rund- 
schild. Dieses Stück, das 
Köhler (Archäol. Zei- 
tung, 1866, Anz. 167) 
zum Fries des Niketem- 


pels bezogen hatte, ge- 


hört nach Förster und 


Nr. 405 Kekule nicht dazu. 


406. Inv. 2571. H. 0'27, B. 0'26, D. 0:13 (Relieferhebung — 0'06). 
Aus zwei Fragmenten zusammengesetzt. 

Rand rechts und unten, hinten Bruch. Beine eines stark nach 
links ausschreitenden Mannes in kurzem, flatterndem Gewand; das linke 
zurückgestellte Bein war größtenteils frei gearbeitet; der rechte Fuß steht 
auf einer kleinen Erhöhung; vgl. zu Nr. 408. 


406 a. Inv. 2759. H. 0'22, B. 0'27, D. 0'145 (Relieferhebung — 0'04). 
Rand nur unten, auch hinten Bruch. Männliche Figur nach 


rechts in faltigem, gegürtetem Gewand, in die Knie gefallen; rechts davon 


Bruchstücke architektonischer Friese 203 


das Bein einer Figur n&ch rechts, 
links davon das Bein einer an- 


deren nach links. 


406 b. Inv. 2422. H.o'23, 
B. 032, D. 0:17 (Relieferhebung 
— 0'04). 

Rand nur oben, auch 
hinten Bruch. Oberkörper zweier 
nach rechts vorgehender beklei- 
deter Figuren mit Rundschilden 
an den linken Armen. 


406 c. Inv. 2989. H. o'25, 
B. 0'35, D. o'ıı (Relieferhebung 


— 0'04). 


Nr. 406 


Rand nur oben, auch hinten Bruch. Oberkörper und ganz be- 
stoßener Kopf eines nach rechts bewegten Mannes in um die Mitte ge- 
gürtetem Gewand, das auf der linken Achsel genestelt, die rechte Brust 


ganz freiläßt; am linken Arm ein Rundschild, der rechte war mit einer 


Waffe erhoben. 


Die Stücke 406—406 c gehören nach Praschniker, Bulil-Festschrift, 
zum Fries des Niketempels; 406a paßt links an die Platte C (Le Bas- 
Reinach, Voyage, Architecture, pl. 9), 406b an das Bruchstück E links (eben- 


da, pl.ıo). SoweitdieUnterseiten 
erhaltensind, zeigensie dieglei- 
che Bearbeitung, wie die sicher 
zum Fries gehörigen Stücke. 


40%. Inv. 3652. H. 0'26, 
B. 0'31, D. 0'19 (Relieferhe- 
bung — 0'04). 

Rand links und unten, 
hinten Bruch. Beine einer 
lebhaft nach rechts bewegten 
langgewandeten Figur; rechts 
davon die Reste einer zweiten 


ebensolchen; beim abgebro- 


204 Bruchstücke architektonischer Friese 


chenen rechten Fuß der ersten ein Bohrloch.*Das Stück zeigt an 
der Unterseite dieselbe Bearbeitung wie die des Nikefrieses (vgl. 


Nr. 406 b 


Nr. 406), doch läßt sich seine Zugehörigkeit nicht beweisen; sonst 
könnte es einem Fries mit einem Reigen von Tänzerinnen (vgl. z. B. 


Akropolis-Museum Nr. 3363 und 3366) angehören. 


408. Inv. 2572. H. 
0'115, B. 0'205, D.0'08 
(Relieferhebung — 0'015). 

Unten Rand, auf 
der Unterseite ein 0'02 
breiter Randschlag wie 
an den Stücken des Nike- 
frieses; die Zugehörigkeit 
zum Fries ist aber trotz 
übereinstimmender Arbeit 
wegen der größeren Di- 
mensionen nicht wahr- 
scheinlich. Rechter nack- 
ter Fuß eines nach links 


Nr. 406 c schreitenden Mannes, oben 


Bruchstücke architektonischer Friese 205 


Kontur des Gewandes; 
rechts davon kleine plin- 
thenartige Erhöhung, 
wohl für den linken Fuß 
derselben Figur, wie sich 
derartiges auch sonst z. 
B. beim Fries des Parthe- 
non und Niketempels 
findet; Studniczka, Jahr- 
buch XXXT 1832. 


409. Inv. 2624 (Sy- 
bel 6102) + Inv. 3177 
-- Inv. 3178. .H. 0:40, 
B. 0'675, D. 0'125 (Relief- 
erhebung — 0'035). 


Nr. 407 


Rechts Bruch; wo Inv. 2624 und 3177 aneinanderschließen, fehlen 
oben und unten größere Stücke. Auf der Oberseite, 0'38 vom linken 
Rand entfernt, das Ende des Loches einer Schwalbenschwanzklammer. 
Die ‚ Rückseite ist grob gepickt. Oben 0'035 breite Leiste. Links 
sprengt ein Reiter in kurzem Gewand und nachflatterndem Mantel 
nach rechts und stößt die jetzt un- 
sichtbar gewordene Lanze gegen einen 
vor ihm zusammengebrochenen Kfrie- 
ger in kurzem, gegürtetem Gewand, 
dersich mitder Rechten auf den Boden 
stützt, mit der Linken den Mantel 
schützend vorhält. Weiter rechts 
stürmt ein bärtiger Mann in kurzem, 
gegürtetem Gewand und im Rücken 
flatterndem Mantel nach rechts, in der 
erhobenen Linken wohl den Schild, in der Rechten die zum Stoß bereite 


Waffe, von der nur noch ein Ansatz an der Hüfte erhalten ist. 


Nr. 408 


Dazu gehören: 

409 a. Inv. 2727. H.0'36, B.0'47, D.o'125 (Relieferhebung — 0'035). 

Nur unten, und zwar bestoßener Rand. Die Rückseite, mit Aus- 
nahme eines Streifens unten und rechts, grob gepickt wie die der zu Nr. 409 
gehörenden Stücke; hinter dem Reiter rechts wird also Anschlußfuge 


206 Bruchstücke architektonischer Friese 


Nr. 409 


gewesen sein. Auf dem stark zerstörten Relief erkennt man rechts einen 


nach links sprengenden Reiter, der über dieLeiche eines Gefallenen hinweg 


Nr. 409a 


mit der Lanze gegen einen Mann zu Fuß kämpft, der in ähnlicher Stellung 
wie jener auf Nr. 409 mit erhobenem Schild in der Linken auf ihn eindringt, 


Bruchstücke architektonischer Friese 207 


409b. Nat. Mus. 2973 (Svo- 
ronos CXCV). FL.?0°40,2B..0%30, 
D.0'135 (Relieferhebung — 0'035). 

Oben ein Dübelloch. Rand 
oben und unten; oben 0'035 breite 
Leiste. Auf dem Boden liegt die 
Leiche eines Gefallenen mit dem 
Kopf nach rechts auf der Seite, 
die Arme über dem Kopf. Über 
dieser kämpfen von links ein 
Reiter, von dessen Pferd nur die 
beiden Vorderhufe erhalten sind, 
und von rechts ein Jüngling zu 
Fuß; von ihm sind der Kopf und 
der mit dem Mantel umwickelt 
schützend vorgehaltene linke Arm 


erhalten. 


Nr. 409 b 


409 c. Die von Chandler nach Oxford gebrachte Platte Michaelis, 
Anc. marbles in Great Bretain 561 n. 84 (Reinach, Rep. de reliefs, II, 525), 
dürfte, worauf mich E. Reisch hinweist, auch zu diesem Friese gehören. 
Die Zusammengehörigkeit aller Stücke (Jahreshefte XVIII Beibl. 98) 
ist durch die Maße, Bearbeitung der Rückseite und die Darstellung gegeben; 


die anscheinend verschiedene 
Arbeit auf Nr. 409 b findet ihre 
Erklärung wohl in dem besse- 
ren Erhaltungszustand dieses 
Stückes, so daß man nicht an 
eine Reparatur des Frieses in 
späterer Zeit denken muß. Man 
möchte die Fragmente am lieb- 
sten dem Fries eines kleinen 
Gebäudes (etwa in der Größe 
des Niketempels) zuweisen. E. 
Reisch denkt an den Tempel 
der Artemis auf der Burg. Die 
einzelnen Motive finden ihre 
oft genauen Parallelen in an- 


208 Bruchstücke architektonischer Friese 


deren Schlachtendarstellungen, wie denen des Niketempelfrieses, Alexander- 
sarkophags. Die Arbeit der sicher zusammengehörenden Stücke weist noch 
in gute Zeit 
des IV. Jahr- 
hunderts. 


410. Inv. 
4752.H.o'26, 
B. 0'30 (Re- 

lieffläche 
0'18),D.0°36 
(Relieferhe- 

bung — 
0'025). 
Rand nur 


Nr. 40a unten; auch 
hinten 
Bruch. Erhalten ist ein auf dem linken Knie kniender Bogenschütze 


in gegürtetem Gewand, nach links einen Pfeil abschießend. 


Dazu gehören nach Arbeit und Maßen: 

410 a. Inv. 4754. H. 0'20, B. 0'38, D. 0:26 (Relieferhebung — 0:03). 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. Erhalten ist der Rücken 
eines Pferdes mit dem Oberkörper des Reiters in gegürtetem Gewand und 
Mantel nach rechts, mit beiden Hän- 
den die Zügel haltend. 


410b. Inv.4708.H.0'17,B.o'2o0, 
D. 0'145 (Relieferhebung — 0'025). 

Nur rechts Rand, sonst, auch 
hinten Bruch. Oberkörper eines 
Kriegers in Gewand mit Ärmeln und 
Tuch um den Kopf, etwas nach links 


gewendet, mit der Rechten, die offen- 
bar ein Schwert hielt, zum Schlage 


Nr. 410b 


ausholend. 
Diese Bruchstücke zeigen sehr schlechte späte Arbeit und staminen 
wohl von einem Fries mit Barbarenkämpfen her. 


MASKENRELIEFS. 


411. Inv. 2293. H. 0'24, B..0'27; .D. 0'27. 

Rand unten und links, hinten Bruch. Vorder- und Unterfläche 
der Platte stehen nicht rechtwinklig zueinander, so daß das Relief etwas 
überhing, was, der 
Form der Maske selbst 

entsprechend, hier 

wohlvielleichtauf eine 
architektonische Ver- 
wendung in größerer 
Höhe hinweist. Männ- 
liche tragische Maske 
mit langen Locken 
und Bart. 


Dazu gehört Nr. 4ıı Nr. 4ııra 
sicher auch: 
Eu Hameln v 22820 112 0:22,% B..0.317 DL 022. 
Überall Bruch. Nur unten sind Ansätze der Platte erhalten. Unter- 


teil einer ganz gleichen Maske. 


Nr. 412 Nr. 412 a 


412. Inv. 2291 (Sybel 3877 mit älterer Literatur). H. 0'40, B. 0'63, 
D. o'22 (Relieferhöhung — o'15, Plattendicke 0'097). Gefunden 1862 im 
Dionysostheater. 
14 


210 Maskenreliefs 


Rand unten. Die Platte ist unten rechtwinklig geschnitten. Zwei 
unbärtige tragische Masken nebeneinander. Oben sind Ansatzspuren der 
Platte erhalten. 


Dazu gehört: 

412a. Inv. 2298 (Sybel 6566). H. 0'28, B. 0'29, D. o'2o. 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. Oberteil einer ganz ähn- 
lichen Maske. Links oben und rechts sind Ansätze der Platte erhalten. 
Der Mund der Maske ist durchbohrt, 
was wohl auf die Verwendung als 


Wasserspeier hinweist. 


413. Inv. 2292. H. 0'40, B. 0'36, 
D. 0o'20 (Relieferhebung — 018, 
Plattendicke 0°08). 

Unten Rand. Die Platte ist unten 
schief geschnitten, so daß das Re- 
lief etwas überhing; vgl. Nr. 411. 
Bartlosetragische Maske mit langem 
gescheitelten Haar. LinksdieLocken 


einer zweiten unmittelbar anschlie- 
Nr. 413 Benden Maske. Rechtsunter der voll- 
ständigerhaltenen Maske Resteeiner 

zweizeiligen Inschrift AP | NAY, die nach den Buchstaben noch dem 


IV. vorchristlichen Jahrhundert angehören könnten. 


414. Inv. 2296. H. 0:16, B. o'2ı, D. 0:09 (Relieferhebung — 0'12, 
Plattendicke 0°08). 

Nirgends Rand. Unterteil einer tragischen bartlosen Maske. Sie 
sitzt nicht rechtwinklig auf der Platte auf, sondern in 
einem Winkel von 45 Graden, so daß das Fragment 
etwa von einer einspringenden Ecke herrühren könnte; 
vgl. den Ochsenkopf, Forschungen in Ephesos III 48 f. 
Die Abbildung gibt die Seitenansicht. 


415. Inv. 2294. H.o'25, B. 0'33, D. 0'238 (Re- 
lieferhebung — 0'27, Plattendicke 0'05). 

Rand links und rechts oben. Die Platte ist 
Nr. 414 nicht rechteckig, sondern rechts oben schief ge- 


Maskenreliefs 211 


schnitten, so daß sie rechts niederer wird. Tragische weibliche Maske 


mit starken Stirnfalten. 


416. Inv. 2299. H. 018, B. 0'25, D. o'12 (Relieferhebung — o'12). 
Nirgends Rand. Oberteil einer 
tragischen Maske mit Stirnfalten. 


Nr. 415 Nr. 417 


417. Inv. 2367 + Inv. 2353. H. 0'30, B. 018, D. 0:18 (Relief- 
erhebung — 0'13). 

Nirgends Rand. Am Kinn Ansatzspuren derPlatte. Weibliche tragische 
Maske mit hochgezogenen Brauen (vgl. npöswnov Euvwgpvwnevov Eurip. 
Alc. 777; Poll. II 50 usw.). 


418. Inv. 2297. H. 0'30, B. 0:36, D. 0'14 (Relieferhebung — 0'14). 
Die Maske zeigt oben Rand, von einer Platte ist nichts vorhanden. 


Komische männliche Maske; vgl. Nr. 419. 


Nr. 418 
14* 


212 Maskenreliefs 


419. #1nv.’2301.7H. 0'206, Bi0:30,..D20,32 
Nirgends Rand. Oben vor der Piatte o'o5 breite Leiste mit Dübel- 
loch. Oberteil einer bärtigen komischen Maske ähnlich Nr. 418, vielleicht 


dazugehörig. 


420. Inv. 2295 (Sybel 6903). H. 0'490, B. 0'30, D. o'15. 

Nirgends Rand. Es ist nicht sicher, ob das Stück einem Relief an- 
. gehört. An der Rückseite unten ein Loch mit einem Metalldübel darin. 
Auf einer Konsole, die vielleicht 


den oberen Rand eines Dreifußes 
darstellt, steht eine tragische un- 
bärtige Maske mit langem herab- 
hängenden Haar. 


421. Inv. 2370. H.o'21ı, B. 0'18, 
D. o'15. 

Nirgends Rand; unten sind 
noch Ansatzspuren der Platte er- 
halten. Maske eines alten Weibes. 
Auch diese Maske scheint nicht 
gleichmäßig auf der Platte auf- 
gesessen zu sein; vgl. Nr. 415. 


422. Inv. 2165 (Sybel 3863). 
Nr. 420 ED. GEYESETINZO EZFEHFO ZB EB, 
0o'2I, D. 0'07. 

Nirgends Rand. Es ist nicht sicher, ob dieses Stück einem Relief 
angehörte, eine Maske scheint es wohl zu sein. Kopf eines alten 
Mannes, Reif um die langen spärlichen Haare; der Bart war frei ge- 
arbeitet, das auffallend größere linke Ohr scheint auf seitliche An- 


sicht berechnet. 


423: -1Inv.22337.-H.00:30,.B. 018, ,.D%0,28: 
Oben Rand des Kopfes. Oberteil einer tragischen Maske. 


424. Inv. ohne Nr. H. 0'22, B. 0'27, D. o'27. 
Nirgends Rand. Oben Spuren des Plattenansatzes. Oberteil einer 
tragischen Maske, 


Maskenreliefs 213 


425. Inv. 2300. H. o'22, B. o'25, D. 0'16. 
Nirgends Rand. Oberteil des Gesichtes einer tragischen Maske. 


426. Inv. 3318. H. 0'22, B. 0o'22, D. o'14. 
Nirgends Rand. Oberteil einer Maske. 


427. Inv. 2382 + Inv. ohne Nr. H.o'19, B. o'21, D. o'12. 
Nirgends Rand. Links unten Ansatzspuren der Platte. Gesichts- 


partie einer tragischen Maske. 


428. Inv. 2350. H. o'31, B. 0'22, D. 0:24. 
Nirgends Rand. Unten rechts wohl Ansatzspuren der Platte; im 
Hals Dübel. Bärtige Maske. 


BRUCHSTÜCKE UNKLARER BESTIMMUNG. 


429. Inv. 2317 (Sybel 6774). H. 0'425, B. 0:30, D. 0'24 (Relief- 
erhebung — 0'10). 

Überall, auch rückwärts Bruch. Mittelpartie eines reifen Mannes 
en face, um den Unterkörper Mantel, dessen Ende um den linken Arm ge- 
wickelt ist. Er ist auf eine auf 
den Boden gestellte Keule ge- 
stützt. Der rechte Arm mit Brust- 
und Mantelstück war angestückt. 
Die Arbeit ist nicht besonders 
sorgfältig, kann aber doch wohl 
griechischer Zeit angehören; das 
Bruchstück scheint in Größe und 
Arbeit einer Gruppe von Re- 
liefs im Nat. Mus. (bei Svoro- 
nos auf den Tafeln CLXVI— 
CLXVIII) zu entsprechen und 
gehörte vielleicht mit diesen zu 
einer größeren Friesdekoration. 


430. Inv. 2580. H. 0'30, 
B. 0'265, D. 0'165 (Relieferhebung 
— .0'04). 


Rand links und unten; 

Nr. 429 unten 0'052 breite Leiste. Linker 

Fuß eines nach rechts schrei- 

tenden Mannes in Mantei. Das rechte Bein war zurückgesetzt 
und frei gearbeitet. 


431. Inv. 2540 (Sybel 5129). H. 0'175, B. o'2ı, D. 0:08 (Relief- 
erhebung — o'or). 

Rand links. Mittelpartie eines Mannes mit Muskelpanzer über Leib- 
rock und großem Ovalschild in der Linken, nach halbrechts eilend; rechts 
davon undeutliche Gewandreste. 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 215 


Nr. 430 Nr. 431 


432. Inv. 2628 (Sybel 5999). H. 0'135, B. 0'24, D. 0'08 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Links Rand mit 0'028 breiter Leiste. Oberkörper eines etwas 
nach rechts stehenden nackten Jünglings, der über die linke Schulter 
eine Chlamys geworfen hat. Rechts davon undeutliche Bruchkonturen 
mit den in Relief angegebenen Enden von Zweigen. Die Arbeit weist 
noch in griechische Zeit. 


"433. Inv. 2763. H. 0:28, 
B. 0'205, D. 0:16 (Relieferhebung 
= 70514): 

Nirgends Rand, auch hinten 
Bruch. Erhalten ist der Oberkörper 
eines stehenden Jünglings, von 


vorne gesehen, der die Linke in 


Nr. 432 Nr. 433 


216 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


die rechte Armkehle legt und sich da wohl 
auf einen Stab stützt. Die Leistenlinie ist 
stark betont, die Schamhaare im Relief aus- 
geführt. Die Arbeit scheint römisch, am 
Reliefgrund ist sie sehr unsauber; vgl. Nr. 442. 


434. Inv. 2768. H. 0'285, B. 0'18, 
D. o'ıı (Relieferhebung — o'11). 

Nirgends Rand, auch der Reliefgrund ist 
ganz abgesprungen. Torso einer männlichen 
Figur mit erhobenem rechten Arm. Das Glied 


war eingesetzt, unten die Figur wohl später 
Nr. 434 | einmal gestückt und zu diesem Zweck bear- 

beitet und mit einem Eisenstift verbunden. 

Die Arbeit ist sehr gut und zeigt feine Durchbildung der Muskelpartien. 


435. Inv. 2315. H. 0'41, B. 0'29, D. 0'13 (Relieferhebung — 0'13). 

Nirgends Rand, auch rückwärts Bruch, wo nur der Bruchkontur 
des Reliefgrundes erhalten ist. Oberkörper eines en face stehenden 
nackten Mannes, linkes Stand- und 
rechtes Spielbein; der linke Unter- 
arm ist auf eine Stütze gelegt, 
um die Gewand herabfällt. Römische 
Arbeit. 


436. Inv. 2965. H.0'27, B.0'245, 
D. 0'105 (Relieferhebung — 0'04). 

Nirgends Rand. Mittelpartie einer 
nackten männlichen Figur nachrechts; 
im Rücken scheint ein Mantel zu 
hängen; unter dem vorgestreckten 
linken Arm erscheinen Reste, die 
von einem Flügel herrühren könnten; 
vgl. 380 a und 380b. Darunter Reste 

_ wie von Blättern. 


437. Inv. 4695. H. 0'215, B.0'34, 
D. 0:14 (Relieferhebung — 0'06). 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 217 


Nirgends Rand. Erhalten ist der Oberkörper eines nackten Mannes 
mit Mütze auf dem Kopf, von der die beiden Bänder herabhängen; er 
steht in Vorderansicht da, hat in lebhafter Bewegung den linken Arm 


„Nr. 436 Nr. 437 


nach rechts unten gestreckt, den rechten erhoben. Neben letzterem erscheint 
ein unklarer Rest, wohl der Arm einer anderen Figur. Mäßige Arbeit. 


438. Inv. 3298 (Sybel 6173). H. 0:30, B. 0:26, D. 0'095 (Relief- 
erhebung — 0'03). 

Nirgends Rand. Nackter, von vorne gesehener Oberkörper eines 
Kriegers nach rechts. Er trägt in der Linken den von innen sichtbaren 
Rundschild mit Bügel und Handhabe, 
in der nicht erhaltenen Rechten eine 
schräg gehaltene Lanze. Spätere Arbeit. 


218 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


439. Inv. ohne Nr. H. 0'235, B.o'ı7, D. 0'095 (Relieferhebung 
— 0'03). 

Nirgends Rand. Linker nackter Unterarm einer Figur nach rechts 
mit von innen gesehenem Schild. Rechts davon im Felde Reste einer In- 
schrift: spe | ep... |. %o. | 
e.|...; zu solchen In- 
schriften im Relieffelde 
vgl. Nr. 271. 


440. Inv. 4760 (Sybel 
3816 mitältererLiteratur). 
H. 0'238, B. 0:49, D. o'21 
(Relieferhebung — 0'09). 

Rand links und unten; 


links auf Anschluß gear- 
Nr. 440 beitet, unten 0'05 breite 

Leiste. Körper eines nach 

rechts liegenden Mannes in Silenskostüm; er drückt mit dem rechten Unter- 
arm einen auf dem Boden liegenden Schlauch, aus dem Wein in ein in der 
Linken gehaltenes Horn fließt. Das Fragment gehört römischer Zeit an. 


441. Inv. 2604. H. 0'25, B. 0:44, D. 0'165 (Relieferhebung — 0'10). 

Nirgends Rand, 
auch hinten Bruch. 
Erhalten ist der Kör- 
per eines mit er- 
hobenem Oberkörper 
nach links liegenden 
Mannes in Muskel- 
panzer über Leibrock 
mit kurzen Ärmeln; 
er stützt sich auf 


den linken Arm, das 


rechte Bein ist im 


Nr. 441 


Knie gebogen. Die 
Stellung ähnelt der auf Totenmahlreliefs. Die Figur könnte etwa eine 
Personifikation oder eine Lokalgottheit darstellen; die Arbeit weist in 
römische Zeit. 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 219 


442. Inv. 2769. H. o'25, B. 0:19, D. o'22 (Relieferhebung 
— :0'15). 

Nirgends Rand. Oberkörper eines wohl halblinks sitzenden nackten 
Mannes; der linke Arm gesenkt, der 
rechte erhoben. Der linke Unter- 
arm war eingesetzt, die Figur unten 
mittels eines Eisenstiftes repariert. 
Die Arbeit ist flüchtig und am Relief- 
grund sehr schlecht und unsauber. 


443. Inv. 2557. H. 0'275, 
B. 0'195, D. o'ıo (Relieferhebung 
==2.0.025): 

Rand rechts. Brustpartie einer 
nach links gewendeten Frau in Pe- 
pios und mit Schleiertuch. Sehr 
gute Arbeit. Vgl. zu Nr. 448. Nr. 442 


444. Inv. 4814. H. 0'44, B. 0:37, D. 0:18 (Relieferhebung — 0:12). 

Rand unten und rechts; unten 0°08 breite, bestoßene Leiste. 
Erhalten sind rechts die Beine einer mit vorgestelltem rechten Fuß nach 
links schreitenden Frau in langem Untergewand und Mantel darüber. 
Links ist am Bruch noch der Rest des Mantels einer andern, wohl 
nach rechts stehenden Figur erhalten. 
Gute griechische Arbeit. 


Nr. 443 


220 


Nr. 445 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 


445. Inv. 2646 (Sybel 5975). 
H. 0:19, B. 015, D. o0'20 (Relief- 
erhebung — 0'15). 

Nirgends Rand. Oberkörper einer 
jugendlichen Frau von vorne, in dün- 
nem Gewand mit Kniüpfärmeln, dar- 
über Schulterbänder. Der Kopf wurde 
wohl anläßlich einer Reparatur mit 
dem Hals durch einenStift verbunden. 
Auffallend ist, wie die Figur teilweise 
ganz vom Grunde gelöst und fast 
als Rundskulptur ausgeführt ist. 


446. Inv. 2578; Arndt-Ame- 
lung 1237. H. 0'40, B. 0o'25, D. 0'165 
(Relieferhebung — 0°09). 


Nirgends Rand. Oberkörper einer halbrechts stehenden Frau in 


weichem enganliegenden Untergewand, das auf den Schultern genestelt ist, 


und Mantel darüber, der den größten Teil der Brust freiläßt und durch den 


auf die Hüfte gestützten rechten Arm vom Körper weggehalten wird. 
Linkes Stand- und rechtes Spielbein. Sehr gute Arbeit, die in der Gewandbe- 


die Figuren 
der Nikeba- 
lustrade er- 
innert. Ge- 
gen eine Zu- 
gehörigkeit 
zu den Par- 


metopen, wo 
auch ähn- 
liche Arbeit 
begegnet, 
sprechen die 


Dimensionen 


der Figur. 


handlung an 


thenon- 


kleinen 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 


zum Einlassen. 


448. Inv. 2840 (Sybel 6640). H. 0'145, B. 


erhebung — o'or). 


Rand unten, auch hinten Bruch; unten 
Rechter Fuß mit Sandale einer langgekleideten, 


stehenden Frau. Gute griechische Arbeit; das 
Fragment kann zu Nr. 57 oder 443 gehören. 


449. Inv. 4849. H. 0'125, B. o'12, 
D. 0:08 (Relieferhebung — 0'025). 

Nirgends Rand, auch hinten Bruch. 
Teil eines Thrones, Gewandreste und rechte, 
darauf gestützte Hand einer sitzenden Figur; 
das Fragment zeigt gute griechische Arbeit 
des IV. Jahrhunderts. 


450. Inv. 3376. H. 0:37, B. 0'165, 
D.0'13 (Relieferhebung — 0'075). 

Rand nur rechts, als Einfassung dient 
ein 0'02 breiter Perlstab. Nur der rechte 
untere Teil des Reliefs ist erhalten. Über 
einem Kelch von Akanthusblättern, aus dem 
Ranken mit Früchten aufsprießen, schwebt 
ein Mädchen in dünnem, sich anschmiegen- 
dem flatternden Gewand mit Überschlag, 


(Relieferhebung —- 0'13). 


sondern eine Abarbeitung 


einer mit vorgesetztem 
linken Fuß nach rechts 
schreitenden Frau 
langem Untergewand und 
Mantel darüber. Gute Ar- 
Nr. 448 beit griechischer Zeit. 


221 


44%. Inv. 3023. H.0o'50, B.0'28, D.0'30 


Rand links und unten; linke untere Ecke fehlt. 
Die linke Seitenfläche ist auf Anschluß bearbeitet, 
unten ist keine Fußleiste, 


Nr. 449 


D. o'ıı (Relief- 


0:02 breite Fußleiste. 
nach rechts gewendet 


Nr, 450 


= 


222 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


vermutlich Schleiertuch über dem Kopf. Mit der Linken hat sie die 
rechte Ranke gefaßt. Rechts unten liegt ein kleiner Löwe, auf einer 
Ranke sitzt ein Schmetterling. Das Stück diente wohl sicher dekorativen 
Zwecken. Vgl. z. B. das Relief Sammlung Campana LXXXVII; Antike 
Terrakotten IV 2 Taf. LXII ı; die Mädchen des Vettierhauses in Pompeji; 
auch das Grabrelief Nat. Mus. 
744 (Conze 852 Taf. CLXV). 
Die Arbeit scheint hellenistisch 
zu sein. 


451. Inv. 3356 (Sybel 5038 
mit Literatur); Kieseritzky, An- 
nali 1882, 261 Taf. V; Hauser, 
Neuattische Reliefs 39 Nr. 53; 
Reinach, Rep.de rel. II 352, 4. 
H. 0'425, B. 0'30, D. 0'065 (Re- 
lieferhebung — 0°02). Fundort 
Dionysostheater. 

Rand überall gesichert, 
doch fehlt rechts und links 
ein Stück; nach Hauser ist 
die Platte für Ansatz zuge- 
richtet. Unten 0'03 breite 


Leiste. Dargestellt ist, wie 
Nr. 451 | man trotz der starken Ver- 

scheuerung der Oberfläche er- 

kennen kann, ein mit,vorgesetztem rechten Fuß nach rechts tanzender, 
nackter Hermaphrodit, der sich zugleich umwendet, so daß sein 
Kopf im Profil nach links unten blickt. Er trägt über Schultern und 
Arme ein zusammengefaltetes Mäntelchen. Der linke Arm ist gehoben 
und hält einen mit Bändern geschmückten Thyrsos, der rechte ist 
gesenkt. Links oben unklare Reste, die vielleicht von einer links fol- 
genden Figur herrühren. Auf Grund einer Reihe von Darstellungen, die 
in Relief oder Rundskulptur denselben Typus zeigen (Arndt-Amelung zu 
Nr. 1381, dazu Esperandieu IV p. 28 u. Pergamon, Skulpturen 346; 
kleine Bronzestatuetten Reinach, Rep. de la stat. II 176, 306, 
IV 2797), darf man in der Linken des Hermaphroditen einen geöffneten 


ie kur 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 223 


wird auch die ganze Haltung motiviert. Der Typus selbst findet sich 
einigemal auf ‚‚neuattischen‘‘ Reliefs (Hauser a. a. OÖ. Typus ı8 Taf. I) 
und dankt seine Erfindung wohl hellenistischer Zeit; die Arbeit zeigt 
sichere archaistische Merkmale, z. B. die in Schwalbenschwänzen 
endenden Bänder am Thyrsos, doch läßt sich über die Zeit wegen 
der schlechten Erhaltung kaum etwas Sicheres sagen. 


452. Inv. 3174. H.0'435, B.0'24, 
D. 0'085 (Relieferhebung — 0'03). 

Rand rechts und unten; unten 
0'045 breite Leiste. Die Oberfläche ist 
stark verwaschen. Unten und rechts ist 
Terrain und Felsen angegeben, in der 
unteren Ecke undeutliche Gegenstände 
und darüber ein Ring, von dem ein 
doppeltes Band herabhängt. Links vom 
Felsen sind nur die Beine einer lang- 
gekleideten Frau erhalten; sie scheint 
den linken Fuß vorzustellen, der Kör- 
per ist zurückgelehnt, wie um herab- 


zusteigen, in den Hüften gebeugt. Das 
Gewand rechts von ihren Beinen ist in 


lebhaften Falten bewegt wie sonst bei 


tanzenden Figuren. Die ganze Haltung 
stimmt nicht so recht zu der einer Nr. 452 

Tänzerin, auch fänden die Gegenstände 

rechts unten dann kaum eine Erklärung. Heberdey dachte an eine 
Darstellung der Befreiung Andromedas durch Perseus oder Hesionens 
durch Herakles, im Gegensinn komponiert wie die auf dem berühmten 
kapitolinischen Relief (Schreiber, Hellenistische Reliefbilder XII a); das 
Band rechts wären die gesprengten Fesseln, unter den Gegenständen 
unterhalb desselben erkennt E. Reisch einen Kalathos und erinnert, daß 
Andromeda Totengaben mitgegeben wurden; vielleicht sind die Reste 
auch mit dem abgeschlagenen Kopf des xfjtog in Verbindung zu bringen. 
Soweit das stark verscheuerte Relief eine genauere Datierung zuläßt, will 


man es dem IV. Jahrhundert zuweisen. 


453. Inv. 2257. H. o'22, B, o'20, D, 0'18 (Relieferhebung 
27013). 


224 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 


Nirgends Rand. Oberschenkel und Knie eines im Knie gebogenen linken 


Beines mit Bruchkontur des Gewandansatzes und Falten des flatternden Ge- 
wandes. Das Relief zeigt gute Arbeit, besonders die Behandlung des Nackten 


Nr. 453 


ähnelt der bei der 
Nikebalustrade; 
vgl. das Bein der 
Nikeaufderneuen 
Platte mit dem 
Stieropfer, Jahres- 
hefte XXI/XXI 
Tafel I rechts. 


454. Inv. 
4680 (Sybel6650). 
H.0'43, B. 0'23, 
D. o'1ı5 (Relief- 
erhebung -0'08). 


Randunten, 


Leiste ganz ab- Nr. 454 


gestoßen;;hinten 


Bruch. Unterkörper einer nach links tanzenden Frau in halber Rück- 
ansicht; auf beiden Seiten von ihr wallendes Gewand. Das Fragment 
gehört wohl einer sich auf den Fußspitzen im Tanzschritt drehenden 
Mänade an; vgl. etwa Nat. Mus. 1150; Berlin 924. Römische Arbeit. 


455. Inv. 3654 (Sybel 6945). 
H. 0'305, B. 0'33, D. 0'095 (Re- 
lieferhebung — 0°05). 

Rechts und links Rand mit 
0'025 breiten Leisten, oben min- 
destens 0'08 breite Leiste. Ober- 
körper einer en face stehenden 
Nike in auf den Schultern ge- 
heftetem Peplos. Die großen 
Flügel mit deutlich unterschie- 
denen Deck- und Schwungfedern 
füllen den Grund rechts und links 
der Figur, Das Bruchstück ge- 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 225 


hörte wohl einem antifixähn- 
lichen dekorativen Aufsatz an. 
Soweit die stark beschädigte 
Oberfläche eine Entscheidung 
zuläßt, möchte man auf rö- 
mische Arbeit schließen. 


456. Inv. 3655. H.o:21, 
B. 0:30, D. o'ı2 (Relieferhe- 
bung — 0'02). 

Nirgends Rand. Oben 
ist der untere Teil eines Pal- 
mettenbandes erhalten, unter- 


Nr. 456 


halb die ausgebreiteten Flügel und ein Teil eines Kopfes mit langem 


fliegenden Haar. Das Fragment gehört zu Nat. Mus. 2032 und könnte 


somit von einem römischen Sarkophag stammen. 


45%. Inv. 4744. H. 0'42, B. 0'18, D. 0:13 (Relieferhebung — 0°08). 


Nirgends Rand. Erhalten ist der Oberkörper einer fastin Vorderansicht 


stehenden Frau in langem gegürteten Gewand und Mantel, der vorne 


nur über die Unterschenkel hängt; sie ist 
in lebhafter Bewegung. Hinter ihrem Hals 
und jetzt fehlenden Kopf erscheint ein 
Rest, der am ehesten dem Arm einer an- 
deren Figur angehören kann. 


Dazu gehört nach Maßen und Arbeit: 


45% a. Inv. 2977. H. 0:40, B. 0'34, 
D. 0'18 (Relieferhebung — o'I1). 

Nirgends Rand. Erhalten ist der Ober- 
körper einer etwas nach rechts stehenden 
Frau in lebhafter Bewegung, in langem Ge- 
wande und fliegendem Mantel. Vor ihren 
Unterbeinen erscheint ein runder Gegen- 
stand, der etwa die Antyx eines Wagens sein 
könnte; zu der Annahme, daß die Frau auf 
einem Wagen steht, paßt auch ganz gut ihre 
Haltung und die Bewegung des Mantels, 


Nr. 457 


15 


226 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


Nr. 457 4 


Die beiden Fragmente 
könnten der Darstellung eines 


Frauenraubes angehören. 


458. Inv. 3306 (Sybel 
5943). H. o'20, B. 0'20, D. 0'28 
(Relieferhebung — 0'015). 


Oben Rand, 0'07 breite, 
ganz bestoßene Leiste. Rechts 
ist der Oberkörper einer Frau 
en face erhalten in gegürtetem 
Gewand mit Schulterlocken, 
den rechten Arm mit einem 
Attribute, etwa einer Schale, 
nach links streckend. In Tail- 
lenhöhe wird die Figur durch 
eine Erhöhung im Relief an- 
scheinend abgeschnitten, am 


ehesten eine Terrainlinie oder 


Felsenbildung, die in dem Kontur links am Bruch vielleicht ihre Fort- 
setzung findet; vgl. z. B. Nr. 177; Nat. Mus. 1351 (Svoronos XLIX). Links 


davon ist der Oberkörper eines 
nach rechts stehenden Mäd- 
chens in gegürtetem Gewand 
erhalten, stark zurückgeneigt 
und mit beiden Händen an- 
scheinend einen Stock erhe- 
bend. Dahinter ist im Relief- 
grund eine Girlande mit Blät- 
tern und einer daran hängen- 
den Binde dargestellt. Viel- 
leicht darf man auch die 
Darstellung dieses Reliefs mit 
Nr. 274— 276 in Verbindung 
bringen; das Mädchen links 
fände dann seine Parallele in 
dem auf dem Relief Nr. 276. 
‚ Esscheint die Annahme nicht 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 227 


unmöglich, daß das Mäd- 
chen eine weitere Binde 
ander Girlande befestigt, 
was auch die zurückge- 
neigte Haltung erklären 
könnte; vgl. die Mäd- 
chen auf dem Rundaltar 
in Delphi, Bourguet, Rui- 
nes de Delphes 325. Die 
Arbeit weist noch ins IV. 
Jahrhundert. 


459. Inv. 2978. 
H.0'41, B.0'28, D.o0'175 
(Relieferhebung —0'12). 

Nirgends Rand. 
Teile der Oberschenkel 


eines nackten, en face 


Nr. 459 


stehenden Jünglings und dicht daneben Gewandpartie einer nach rechts 
gewendeten Frau in gegürtetem Gewandäund Mantel über linker Schulter, 


Nr. 460 


sie hält den linken Arm gehoben, 
den rechten nach abwärts. Gute 
Arbeit. 


AGOFEINVHET730REHTIM 0:50, 
B.0'41, D. o'25 (Relieferhebung 
— 0'16). 

Nirgends Rand. Gruppe zweier 
wohlringender nackter männlicher 
Figuren. Der rechte, en face ge- 
sehen, ist gebeugt, hält mit beiden 
Armen den links davon stehenden 
um die Mitte umschlungen und 
zieht ihn zu sich. Der linke Arm 
des letzteren liegt auf Schulter 
und Nacken des ersteren. Man 
könnte an einen Sarkophag mit 
der Darstellung einer Herakles- 
tat denken. 

15* 


228 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


Nr. 461 


461. Inv. 2602 (Sybel 6776). 
H. 0'36, B. 0:36, D. 0:16 (Relief- 
erhebung — 0'10). 

Nirgends Rand. Oberkörper 
zweier mit dem Rücken gegen- 
einander sitzender, anscheinend 
männlicher nackter Figuren. Die 
rechte hat auf dem Schoß einen 
Helm mit Bügel liegen, bei der 
linken ist ein Gewandstück um 
die linke Schulter und den 
linken Unterarm geworfen; zwi- 
schen den Schultern beider 
undeutliche Reste. Römische 
Arbeit. 


462. Inv. 2747. H.o'25, B. 0'35, D. 0'14 (Relieferhebung — 0'06). 
Nirgends Rand. Erhalten ist links der Oberkörper eines Mannes nach 


rechts, mit Mantel im Rücken, der einen toten oder schwer verwundeten 


nackten Mann, den er mit beiden Armen um die Taille faßt, vor sich trägt; 


Kopf und linker Arm des Getragenen hängen herab. Römische gute Arbeit; 


gehört möglicherweise zu Nr. 380, sicher auch zu einer Kampfesdarstellung. 


463. Inv. 2780 (Sybel 7059). 


erhebung — 0'08). 


H. 0:30, B. 0'34, D. o'ı5 (Relief- 


Nirgends Rand. Die Oberfläche des Reliefs ist stark verwaschen und 


beschädigt. Erkennbar 
ist noch rechts der 
Oberkörper eines nack- 
ten Jünglings von vor- 
ne, der in der Linken 
vielleicht einen Schild 
trug; links davon der 
linke Arm und ein 
Teil des Körpers einer 
anderen nackten Figur, 
die tiefer steht als 
die erste. Römische 
Arbeit. 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 229 


464. Inv. 2797 (Sybel 
6176). H.o'20, B. 0'21, D. 0'175 
(Relieferhebung — 0'085). 

Nirgends Rand. Erhalten 
ist die Mittelpartie einer nackten 
männlichen Figur, durch die 
Richtung des Gliedes derselben 
wird die Lage des Fragmentes 
annähernd gesichert. Diese Fi- 
gur scheint von einer anderen 
gehoben oder getragen zu wer- 
den, der vielleicht ein links unten 


erscheinender Arm von größeren * 


Dimensionen angehört, so daß Nr. 463 

man bei der getragenen Figur 

am ehesten an ein Kind denken möchte. Hinter ihr erscheinen im Grunde 
hängende Falten und vielleicht ein Stab. Gute, aber wohl spätere Arbeit. 


465. Inv. 2753. H. 0'30, B. 0:29, D. 0'20 (Relieferhebung — 0'075). 


Nirgends Rand. Bug und Ansatz der Vorderbeine eines Pferdes 
nach rechts mit einem Fragment des rechten Beines und dem Gewandkontur 
eines Reiters. Rechts neben dem Halse des Pferdes erscheint die linke 
Hand einer jenseits des Pferdes stehenden Figur mit einem Schild. Zum 
Reiter vgl. z. B. Nr. 249. Gute 
Arbeit. 


466. Inv. 2603. H. 0'33, 
B. 0'25, D. 0:16 (Relieferhebung 
— 0'07). 

Nirgends Rand. Erhalten 
sind der Bug und die Vorderbeine 
zweier nach links galoppierender 
Pferde. Die nächsten Parallelen 
dazu bietet der Parthenonfries, 
zu welchem das Bruchstück aber 
wegen seiner Arbeit und geringen 


Dicke nicht gehören kann. 


230 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


Nr. 465 Nr. 466 


46%. Inv. 2737 (Sybel 6654). H. o'21, B. 0'23, D. 0'12 (Relief- 
erhebung — 0'015). 

Rand nur oben, 0'095 breites Profil. Vom Relief sind die Köpfe 
zweier an einen Wagen gespannter Panther nach links, der rückwärtige 
mit umgewendetem Kopf, der Deichselkopf sowie der vorgestreckte linke 
Arm mit Kranz und ein Teil des auf dem Wagen stehenden Lenkers er- 
halten. Rechts über den 
Pantherköpfen ist eine 
kleine Vase im Relief 
dargestellt. Späte deko- 


rative Arbeit. 


468. Inv. 2733. H. 
0'30, B.0'35, D. 0'10 (Re- 
lieferhebung — 0'025). 

NirgendsRand, auch 
hinten Bruch. Erhal- 
ten ist ein Rad und der 
Teil der Antyx eines Wa- 


gens nach links, der durch 
Nr. 467 oder über Wasser fährt, 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 


dessen Wellen deutlich 
Man 


wird also vielleicht an 


erkennbar sind. 
das Gespann des Posei- 


don denken dürfen. 


469. Inv. 3374. 
H. 0'70, B. 0'26, D. 010 
(Relieferhebung — 0'04). 
Rand unten, 0'095 
Erhalten 
ist ein Teil des Körpers 


breite Leiste. 


eines Kentauren nach 


231 


Nr. 468 


links, der offenbar in den Vorderfüßen zusammengebrochen ist, und der 


wohl sicher dazugehörige, nach rechts sich umwendende Kopf mit eigen- 


tümlicher Mähne. 


Auf seinem Rücken, auf dem ein Stück Gewand er- 


scheint, das auch den Reliefgrund zwischen den Beinen des Kentauren füllt, 


kniet mit dem rechten Bein ein von vorne gesehener nackter Jüngling, den 


rechten Arm nach links streckend; vgl. die im 


Gegensinn komponierte Parthenonmetope Süd 


II. Links unten 
links schreitenden 
Figurerhalten. Das 
Bruchstück gehört 
der Darstellung 
Kentauren- 
Die 


Arbeit ist römisch. 


eines 


kampfes an. 


470. Inv. 2741 
(Sybel 6060). H. 
0772,2B0.075WD! 
0'047 (Relieferhe- 
bung — 0'005). 

Randnurunten, 
0'022 breite Leiste; 
hinten Bruch. 
Rechtes Hinterbein 


ist noch ein Fuß einer nach 


Nr. 470 


232 Bruchstücke unklarer Bestimmung 


und peitschender Schweif eines nach rechts schreitenden Löwen oder 
Greifen; vgl. Nr. 475, zu dem das Fragment aber wegen der 
schmäleren Fußleiste und 
nach der Arbeit nicht ge- 
hören kann. 


471. Inv. 3661. H. 0'33, 
B. 0:30, D. o'1ı5 (Relief- 
erhebung — 0'035). 

Oben stark bestoßener 
Rand mit 0'055 breitem Pro- 
fill. Halspartie eines nach 
links stehenden Raubtieres, 
etwa einer Löwin. Das Frag- 
ment stammt nach der Art 


des oberen Abschlusseskaum 
Nr. 472 von einem Sarkophag. 


442. Inv. 3645. ;,H. 0o'20, B. 0'30, D. o'ı2 (Relieferhebung 
——.0°07). 

Nirgends Rand. Erhalten ist das linke, im Knie stark abgebogene 
Bein einer wohlaufdem Rücken liegenden menschlichen Gestalt mit Tierkopf; 
zu erkennen sind noch die Kon- 
turen des rechten gestreckten 
Beines, des Halses und Kopfes, 
der wohl am ehesten dem eines 
Rindes gleicht. Das Relief ist 
zum Teil ganz frei gearbeitet und 
zeigt hinten ein Loch, das mit 
seiner Bohrung vorne ungefähr 
in Augenhöhe mündet. Die Deu- 
tung und Bestimmung des Ganzen 


Nr. 473 bleibt unsicher. 


443. Inv. 3656 (Sybel 6786). H. 0'26, B. 0'31, D. 0'185 (Relief- 
erhebung — 0'035). 

Rand unten und rechts, sonst Bruch; unten 0'045 breite Leiste. 
Das Stück ist vertikal durchbohrt und ein Bleirohr durchgezogen, 


Bruchstücke unklarer Bestimmung 233 


was für die Verwendung als Brun- 
nenrelief spricht. Auf die Erde nie- 
dergedrückt, sitzt, flügelschlagend 
und nach oben schreiend, ein Adler. 


474. Inv. 4762. Photogra- 
phie des Deutschen archäolog. In- 
stituts, Grabreliefs 352. H. 0'325, 
B. 0'205, D. 0'16 (Relieferhebung 


20.03) 

Rand unten und rechts; unten 
0'045 breiter Rand mit Palmetten- 
Lotosband, darunter di: Inschrift IG 
III 1334 ımp od ade navıa, rechts 
eine 0°04 breite Ante. Auf dem er- 
haltenen Stück des Reliefs erkennt Nr. 474 
man Gewandfalten über einem 
Felsen oder einer Muschel; vgl. zur Inschrift die ähnliche Wendung in 
der Grabschrift des Herodes Attikos (Philostr. vit. soph. II 566 Kayser). 


RELIEFS AN GERÄTEN. 


(Relieferhebung — 


6029), H. :0°18572B. 0:12... DE20:.085 
Hymettischer Marmor. 

Rand oben und unten; unten 0'03 
breite Leiste, oben 0'055 breites, stark 
bestoßenes Profil. Ein Mann mit Spitz- 
bart in Hosen, gegürtetem kurzen Leib- 
rock mit Ärmeln und mit einem Band 
umwundener phrygischer Mütze kniet 
nach rechts. Mit der Linken packte er 
wohl am Hals ein ihm entgegenstehen- 
des Raubtier mit Löwenkörper, von dem 
nur die Vorderbeine erhalten sind; die 
Rechte war nach rückwärts erhoben 
und hielt jedenfalls eine Waffe. Die 
Darstellung scheint identisch mit der 
auf der unteren Randleiste des Thrones 
des Dionysospriestersim Athener Theater 

 (Dörpfeld-Reisch, Griechisches Theater 
46 Fig. ı5; Risom, Melanges Holleaux 


287). Das Bruchstück kann seiner Arbeit nach einer Wiederholung 


dieses Thrones aus römischer Zeit angehören. Ein weiteres Werk jener 


archaisierend orientalische Teppichmuster 
nachahmenden Richtung Nat. Mus. 1487 
(Svoronos CXIII). 


4%6. Inv. 3665 (Sybel 3913). H. 037, 
B. 0'32, D. 018 (Relieferhebung — 0'07). 

Rechts, unten und oben Rand, links 
und hinten Bruch. Oben erhebt sich 
der Reliefgrund zu einer 0'075 breiten 
Leiste; darauf der Rest einer Inschrift ®&, 
sicher nicht Versatzmarke. Auf einer 
Plinthe sitzt eine Eule in Vorderansicht. 


Reliefs an Geräten 235 


Dazu gehört 
auch: 


476 a. Inv. 
3666 (Sybel 6320). 
Hr207035, .B0.24 
D. 0'155 (Relief- 
erhebung — 0'07). 


Obenundrechts 


Rand, sonst, auch 
Non hinten Bruch. Oben Nr. 476 b 
0'075 breite, stark 
bestoßene Leiste. Auf einer Plinthe sitzt eine Eule in Vorderansicht. 
.s Vielleicht auch: 
4%6 b. Inv. 4741. H.0'36, B.0'31, D.0'27 (Relieferhebung — 0'07). 
Unten und rechts Rand, sonst Bruch, auch hinten. Auf einer 


Plinthe sitzt eine Eule in Vorderansicht. 


Nr. 478 


Kastriotis (Epnu. &px. I9I4 160 f.) erkennt in ganz Ähnlichen Stücken 
(Nat. Mus. 3215) Fragmente von Marmorsitzen des Odeion (vgl. Sybel 2510), 


236 Reliefs an Geräten 


wozu auch diese Stücke gehören mögen. Das ® auf Nr. 476 mag von 
einer Törog-Inschrift oder einer anderen Platzbezeichnung herrühren. 


4@%. Inv. 3667 (Sybel 6025). H. o'20, B. 0'105, D. o'ıı (Relief- 
erhebung — 0'07). 

Nirgends Rand. Nur links ist noch eine Spur des Reliefgrundes er- 
halten. En face sitzende Eule. Wegen der auffallend kleineren Maße 
ist es nicht wahrscheinlich, daß das Fragment zu Nr. 476 gehört, doch 
mag auch dieses Stück ähnlich verwendet gewesen sein. 


478. Inv. 3187 (Sybel 6763). H. o'25, einstiger Durchmesser 
unten 0'39 (Relieferhebung — 0'005). 

Fuß eines Kandelabers, Beckens oder ähnlichen Gerätes, unten aus- 
gehöhlt und Eisenstift zur Befestigung. Dargestellt ist auf einer sich 
spiralig nach aufwärts windenden Bodenlinie von links nach rechts: Ein 
Erote in fliegendem Mantel mit einem Hund an der Koppel nach rechts, 
einem Hasen nachjagend; jenseits des Hundes ein Baum. 


429. 1Inv.3184 (Sybel7o51); 
Arndt-Amelung 1282. H. 0'355, 
B. 0'24,D. o'ıı (Relieferhebung 
— 0'0I). 


Überall Bruch, nur hinten 
ist an einer Stelle eine kleine 
gebogene Fläche der ursprüng- 
lichen Rückseite erhalten, wo- 
raus man erkennen kann, daß 
das Bruchstück einem Mar- 
morkrater angehörte. Auf der 
gekrümmten Relieffläche er- 
kennt man die Mittelpartie einer 
etwas nach rechts gewendeten 
Frau in Untergewand und 
Mantel um Unterkörper, dessen 
freies Ende um den linken 
Unterarm geworfen, von den 


Fingern der linken Hand zierlich 


Reliefs an Geräten 237 


gehalten wird. Den rechten Arm er- 
hebt sie nach rechts zum Kopf einer 
rechts von ihr stehenden, wohl männ- 
lichen Figur, von der nur der herab- 
hängende rechte Arm erhalten ist. 
Letztere wird wohl von der Frau be- 
kränzt. Gute Arbeit des beginnenden 
IV. Jahrhunderts. 


480. Inv. 4898. H.o'225, B.o'21, 
D. 0'045. | 


Bruchstück eines kreisrunden Nr. 480) 
Tellers mit etwas erhöhtem Rand; 
in dessen Nähe ist ganz roh ein nach links laufendes nacktes Weib 
eingekratzt. 


I. ZUSAMMENSTELLUNG DER INVENTAR- UND KATALOG- 


NUMMERN. 
Inventar: ZAHN SEIHL 24307 32 2.2 ER BAU 
1236 + 2732. . . 256 2401 +4 2672 + 2431 +4 2980 + 
ZIOR ELENA 2Z 2409 + ohne 2981 + IG 
ZINT EN ASEN . 453 NEIERBEIL EN TTSZ IAB0 7 we 2 
2283 zu 2293 . . 4IL a| 2402 + 2589 + BA3ZE AMER By 
2291 zu 2298 . . 412 3008 + Nat. 2433 + ohne Nr. 22 
2202 WI VE ALS Mus. 2938 . 06 ZAZUN EMI EEE N08 
2203 2172283 0.0. ATI 2AOZT ale ea 220 ZA35 ana naaa 
220 EEE EATLE DAOARIER SE a 0 227 ZA3O mE FE 61 
2208 BA RILE U ABNFAZO ZAON Ela An) E25O 2437 + 3001 kehyter: 
2200 GE AL A 24006 Bea ee OA Nr. Baer TS 
2207 BEL IE m ALS 2AOT EN 225 2438 2: a a SEO 
2208. ZU 22010 SRH LATLZ 283) 72408 00, 0. ee 20r 2439 + 2967. . . 28 
2ZOG RE MTIET 78: LALO 2409 + 2401 + ZAAO. 2 TE RA ED 
BZ3OO LIEGT ES REN HAZE 2672 + ohne ZAAT SE EN BRENNT 
2F3OT I EI AH Nee ET 82 ZNAZ A TA 
2305 ua at, 42 ZALOE EB ARLBO ZAASC Pre trSs 
2306 zu 2447 ui DALIL-LIZEOT 0.200108 AA BE BR ERO 
2605 + 4734 . 76 a| 2413 + 2515 zu 2447 + 2605 + 
2307 + 4063 + BOOSmEr.E E30 4734 zu 2306 76 
IG II 300 (ed. 2414 + 2453 + PIERRE EN: I 
min. CIl/1I8 DORAT A NN 205 2450 NE IREROD 
646) nn 9 A ee 0) ZABT RAN EA 373 
2308 Won re] 2 2416 + 4058. . . I99 DAB ESGTASTT. 
2300. 2006 AOL DAL SE OR 2453 + 2414 + 
231 TEN SRIHRAZS ZAIBE FD 0 2 2054 205 
237 EEE a ZH ZATOL EB 0 ET BASANN EN EEG 
233 TIERE EA 2E 2A20 BE EEE 2455 45) 
2350 ZB 2421 67 2456 ee er. 
2353 N RAT T 2422 zu er Br 2457 + 2963. . . 224 
2367 + 2353. . . 417 und#2989 ,02.400. bi] 241502 Ei Eee 7205 
2370 Ahr 421 2423 + 2636 . 118 2460 + 2664 . 75 
2375 zu 4694 ah 2424 53 2461 36 
ATAOTeE 382 2425 58 2462 258 
2382 + ohneNr. . 427 2426 ; 49 2468 zu 2979 403 
2397 303 2427 + 2758. 15 2469 + ohne Nr. 
2398 + 2529. 215 2428 25 zu 2997 83 
2399 + 3693 . 179 2429 . , 18 2472 300 


2473 

2489 + 2521. 
2490 
2491 
2492 
2493 
2494 
2495 
2496 


2497 + Enier. 2772 
. 193 
. 228 
. 230 
. 102 
. 206 
. 267 
. 209 
. 236 


2498 

2499 

2500 

2501 

2502 

2504 

2505 

2506 

A 

2511 4 3397. . 

2512 

2514 

2515 
3003 

2517 

2518 

2519 zu 13317 . 

2520 BR 

2521 4 2489. . 

2527 

2528 

2529 + 2398. 
2477 - 

ZESMRER. Se. 

2535 + 2593 . 

2536 

2537 

2538 

2539 

2540 

2541 


2542 “ 3367 8 


IG II 866 


„277 
. 335 
Ey Le 
+ 2413 zu 


. 255 
. 365 
. 196 
2 


n2rE 
2530 + Nat. Mus. 

216 
. 299 
207 
. 175 
. 294 


. 293 
1229 


MEAZT 


73 


. 196 
07 
226 
. 295 
. 234 


235 
94 


231 - 


I20 


23 


39 


. 105 


87 


93 


27 
43 


55 


2543 
2544 
2546 


2547 + ohneNr... 


2548 + 2623. 
2549 zu 2717. 
2550 

2551 

2552 zu 2552. 
2552 a zu 2552 
2553 

2554 

2555 zu 2644 
2556 

2557 

2558 

2559 + 3264 . 
2561 +4 2411. 
2562 

2563 “ 

2564 + 4720. 
2565 

2566 

2567 zu 2735 
2569 

2570 


2571 zu 2422, = 


und 2989. 
2572 
2574 
2575 + 2456 . 
2576 
2577 
2578 
2579 
2580 
2581 
2582 
2584 
2586 
2588 
2589 


Mus. 2938 
2590 


+ 3008 + 
2402 + Nat. 


96 


‚, 212 


2591 
2592 
2593 + 2535 . 
2596 


2600 + 2637 IE 
2998 + 4674 
+ ohne Nr.. 


2601 
2602 
2603 
2604 


2605 = 2447 A 
4734 zu 2306 


2623 + 2548. 


2624 + 3177 + 
3178 zu 2727, 


Nat. Mus. 


2973 und Mi- 
chaelis Anc. 
marb. 561 .n. 


84 
2627 
2628 
2629 
2631 
2632 
2633 
2634 


2635 zu 3176 + 


ohne Nr. . 


2636 + 2423. 
2637 


2639 

2640 

2641 

2642 

2643 

2644 zu 2555 
2646 

2647 

SORGEN TE: 
26 SONNE, 


+ 2600 + 
2998 + 4674 
—+ ohne Nr.. 


240 


2654 


2656 
2657 
2658 
2659 
2661 
2662 


+ 2414 + 
2453 


. 205 
32T 


232 
. 148 


89 


METTA 


2663 + ohne Nr... 
2664 + 2460. 


2665 
2667 
2668 
2671 
2672 


2673 


2674 
2682 


2683 
2684 
2685 
2686 
2687 
2688 
2689 
2690 
2691 
2692 
2693 
2694 
2695 
2696 
2697 
2698 
2699 
2700 
2701 
2702 
2703 
2704 
2705 
2706 
2707 


. 308 


. 184 


-..24017 + 
2409 4 ohne 
Nr. 


30 
Io 


75 
31 


33 


"Er132 


. 192 
Er IO 
128 
. 149 
. 150 
“15T 
PRLS 2 
153 
. 154 
. 133 
. 155 
. 156 
1157 
. 134 
ERIZT 
#130 
PEr20 
138 
#132 
22702 
. 139 
‚7140 
Tat 
2103 
22105 
24104 
. 166 
. 167 


2708 

2709 

2710 

2711 

2712 

2713 

2714 

2715 

27 LO ER IR 

2717 zu 2549 

27100 Be 

2719 zu 2762 und 
3373 - 

2724 

2 

2727 zu 2624 + 
3177 +3178, 
Nat. Mus. 
2973 undMi- 
chaelis, Anc. 
marb. 561 
n. 84 

2729 

2730 

DT ZIRLANNERT 

2732 + 1236. 

27330 a 

2735 zu 2567 

2736 

Dale nn 

2738 zu 2739 

2739 zu 2738 

2740 

2741 

2742 

2743 

2744 

2747 

2749 

215300: 

ET re 

2758 + 2427. 

2759 zu 2422, 2571 
und 2989 

2760 


2762 


2763 
2768 
2769 
2780 
2796 
2797 
2799 
2800 


2801 
2840 
2855 
2959 
2960 
2961 
2962 


zu 2719 und 
3373 


2963 + 2457. 


2964 
2965 
2966 


2967 + 2439 . 


2969 
2970 
2971 
2972 
2973 
2975 
2976 
2977 
2978 
2979 
2980 


2981 


2932 


2983 
2985 
2988 


zu 4744 - 

zu 2468 . 

+ 2431 + 
2981 + IGI 
SON FR 
1er 24330205 
2980 + IG I 
BON Re 
+ 2994 + 


ohne Nr. . 


2989 zu 2422, 2571 


und 2759. 


2990 
2994 


2995 
2996 


2997 


2998 


2999 
3001 


3002 
3003 


3004 
3005 
3006 
3007 
3008 


3009 
3010 
3012 


3013 
3014 
3021 
3023 
3024 
3030 
3172 
3173 
3174 
3175 
3176 


+ 2982 + 
ohne Nr... 
16: 17377: 
IG I suppl. 


116° -+ Epigr. 
2634 + Epigr. 


2635 zulG I 
SO . 
zu 2469 + 
ohne Nr... 

+ 2600 + 


2637 + 4674 
+ ohne Nr.. 


u ZzA37 
ohne Nr... 
zu 2413 + 
2515 


60273 


Kir? 
. 259 


II 


83 


I22 


I3hR 


38 


. 200 


39 


. 219 


+ 2589 + 
2402 + Nat. 
Mus. 2938 . 


zu Brit. Mus. 
872. 


79 
12 


48 


96 
88 
41 


4207 


312 
. 390 
364 
. 447 
. 146 


46 


271 
. 398 
. 452 


+ ohne Nr. 
zu 2635 


378 


. 401 


SITZ 20200 
3178 zu2727, 
Nat. Mus. 
2973 undMi- 
chaelis, Anc. 
marb. 561 n. 
SAU SEHEN. 
+ 2624 + 
3177 zu2727, 
Nat. Mus. 
2973 undMi- 
chaelis, Anc. 
marb. 561 .n. 


84 


3178 


3182 

3183 

3184 

3186 

3187 

3189 

3194 

3211 

3263 

3264 F2559.. 
3273 

3279 

3286 

3289 

3295 

3298 

3303 

3304 

3305 

3306 
330701.2517. 
3316 + 3370. 
3317 zu 2519. 
3318 


3357 a 3358 . zu 
3359. 


. 409 


3372 


+ 3357. zu 
3359 


zu "3357 1° 
3358 . 


3360 
3361 
3362 


3367 + 2542 HG 
II 866 . 


3358 


3359 


3368 a 
3370 + 3316 . 
zu 2719 und 
2762 


3373 


3374 
3376 
3379 
3383 
3384 
3385 
3644 
3645 
3649 
3652 
SOBARE 
3655 zu Nat. Mus. 
2032. 
3656 
3659 
3661 
3663 . Sie 
3665 zu 3666 und 
4741. 
zu 3665 und 


A7AL. 


3666 


3667 
3687 
3688 
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. 243 
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16 


242 


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3736 
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3899 
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4063 


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4069 
4071 
4072 
4078 
4590 
4597 
4609 
4625 
4638 
4655 
4663 
4672 
4674 


4675 
4680 
4683 
4688 


4689 
4694 


(IG II/III ed. 
min. 312). 


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2.773 
. 460 
. 301 


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II/III ed. min. 


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2637 + 2998 
+ ohne Nr. 


+ Nat. Mus. 
2970 


zu 2375 und 
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4696 
4697 
4698 
4699 
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4797 
4708 


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4714 
4715 
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4728 
4729 
4730 
4731 
4732 


. 437 
27328 
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2331 
15325 
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. 238 
. 194 


. 285 


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4740 
4741 


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4751 


2605 
2306 


zu 3665 


3666 


zu 2977 
zu 2375 
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und 


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.. 388 
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4752 zu 4708 und 
. 410 


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4754 zu 4708 und 
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4760 
4762 
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4765 
4769 
4784 
4792 
4800 
4806 
4812 
4813 + 4815. 
4814 , 
4815 + 4813. 
4816 
4817 
4819 
4822 
4823 
4825 
4826 
4849 
4852 
4863 
4869 
4876 
4883 
4887 
4898 
4900 
4901 
4903 
4908 
4909 
4910 
4915 
4919 
4962 


333 
. 261 
. 358 
0357 
. 345 
. 360 
. 444 
. 360 
. 346 
. 347 
. 344 
342 
367 
. 340 
372 
. 449 
341 
355 
. 395 
. 298 
. 366 
. 183 
. 480 


. 410 
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. 440 
. 474 


34 
21 


14 


90 


.. 108 
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. 324 
20: 
320 
. 307 
. 109 


243 


ll. ZUGEHÖRENDE, NICHT AUF DER AKROPOLIS 
BEFINDLICHE RELIEFS. 


Athen, Nationalmuseum: | Athen, Epigraphikon (ver- | London, British Museum: 
gleiche IG): 


DOmeee nn. 2,2. AR6 BIO SE ee DER 
BE ve I RE IE 2OFNE ec. ee RH 

Basen rer 2,000 ZORR RAN a ee IL Oxford, Michaelis, 

BOTO RI FENE 7. 248 ZITEN A ee SERELED Anc. marb, 
Zoe) 72.277:.400.D5 11 5322,°,. mean 97 561 n. 84*. 409 c 


III. BISHERIGE VERÖFFENTLICHUNGEN. 


Arndt-Amelung, Einzel- T 2048 ua. 20127 Michaelis, Ancients mar- 
aufnahmen: BORN RE LOS bles: 
2/53 2 ae 48 ET S. 561 n.84* . . 409 c 
BO EN nA 
Da ee Inscriptiones Graecae: | 
2a ge ea 2 Reinach, Repertoire de 
TenO ee 2,208 EEE RT: reliefs: 
Tann 2,2 0.2308 GOF Ser. LE II 352, 4 . 451 
Parma. 222107 siuppl. 1I03#. . Orr 366, 5. Fe 
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I Pe) IIEST 202.9 20h 
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reliefs: 646* 9° liefs: 

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Friederichs-Wolters, BERANTLDTUTANH IE Bee 

Gipsabgüsse: | AB In a, vAR ir N N 
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16* 


244 


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3863 
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3906 
3912 : 
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5121 
5129 
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5214 *. 
5215 
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5224 
5228 *. 
5230 
5231 
5232 
5665 
5670 *. 
56728. 
5682 *. 
5688 
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6060 
6063 
6065 
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6070 
6071 
6073 
6074 
6076 
6077 
6078 
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6083 
6093 
6102 
6104 
6108 
6109 
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SACHREGISTER. 


Acheloos auf Nymphenreliefs 171-—— 173 

Adler, unter Thron des Zeus 2, 182; 
als Brunnenrelief 473 

Adoranten, kniend 108, 182; im Rücken 
der Gottheit 79, IIOo, 3II 

Agathos Daimon und Agathe Tyche, 
Kult auf der Akropolis 391 

Agrai, Mysterien 122 

Altar auf Urkundenreliefs 5 

Amazone 319, 375 

Andromeda, von Perseus befreit 452 

Aphrodite von Knidos ıı; mit Apfel 
304; sitzend mit Taube 390 A; ar- 
chaische Statue 76 

Apollo 109, ıı2; Pythion an der Akro- 
polis 261 

Archaisierende Reliefs 76, 109, 173, 310, 
451 

Archonten: Apıoröönnos An-AAwviov (?) 
270; Apıorolpav (330/29) (?) 17; 
Eöpnnos (417/6) 2; Kardınpariöng 
Zuvöpönov Tpinopboros 2705 Kypt- 
oo]püv (329/8) (?) 17 

Argos, durch Hera vertreten 2 

Artemis 110, III, II2, II4, 319; ar- 
chaische Statue der Propylaia 76 

Asklepios, stehend 29, 56, 79-—-95; 
sitzend 96—107, 3II, 313, 314, 
316 A, 320 A, 394; heroisch verehrt 
312; mit eleusinischen Gottheiten 
verehrt 56; Schlangenweihungen 185 
bis 187; Hahn 210, 316 B; Trittys 


231 
Athen, Fries des Artemistempels auf der 
Burg 409; Thron des Dionysos- 


priesters 475; Fries des Niketempels 
406; Odeion, Marmorsitze 476, 477 
Athene auf Urkundenreliefs I, 2, 3; 
auf Weihreliefs stehend 38—73, 310; 
sitzend 74—78; geflügelt 3120; an 


den Schild gelehnt 18; Lemnische 
A. 18; Typus der A. Medici 49; 
Typus der Parthenos 38, 39, 42, 48, 
51; A. des Kolotes in Elis 49; Ar- 
chegetis 46; Hygieia 78, 274; Nike 
274; A. und Asklepios 56; A. und 
eleusinische Gottheiten 56 
Athletengruppen 213, 401 


Barbarenkämpfe 4Io 

Basenreliefs 390—404; Komposition 391, 
398 

Basis von Götterbildern auf Reliefs 
dargestellt I12, 292 

Baum auf Reliefs dargestellt 279, 281 

Becken, im Kybelekult 126; an der 
Wand befestigt 274, 276 

Binde, als Weihgabe 316 

Bogenschütze 410 

Bule auf Urkundenreliefs 3, Io, 12, I5, 
10,232 

Büste auf Grabrelief 369 

Busti 274—276 


Chariten 274—276 

Ciste 195, 196; auf Athenerelief 39 a; 
als Kinderkorb 269 

Choregisches Anathem 259 


Darstellung der Kinder vor der Gottheit 
46, 263, 269 

Demeter ı13—ı2I, 122; Chlo@ 117 

Demos auf Urkundenreliefs 13 

Dione, auf der Akropolis verehrt 183 

Doppelreliefs 310— 322 

Dreifuß als choregisches Anathem 259; 
in Grotte 260, 261, 399 B, 400 B, 420 


Epidaurien 56 
Erichthonios 269 
Eroten 381 


Eule, auf Ölbaum neben Athene 49; 
auf der Hand Athenens 46; an den 
Marmorsitzen des Odeion 476, 477 

Eutaxia-Agon 55 


Fackellauf 213 a; -übergabe 113, I14 

Feuer, auf Altar plastisch dargestellt 
102, 106, I81 

Frau, als Geehrte auf Urkundenreliefs ı5 

Frauenraub 457 

Friese, architektonische 405—41I0 


Ge Kurotrophos 117, 306 

Gebäude, auf Reliefs dargestellt ı23, 
250, 263, 316 

Geehrter, allein auf Urkundenreliefs 
dargestellt 35 

Getreideähren 37; -lieferung als Grund 
einer Ehrung 37 

Giebel auf Urkundenreliefs 14 

Gigantenkampf 373, 380 

Götterbild 76, ı22; auf Basis II2, 292 

Gottheit bei ihrem Bild 76 

Grablekythos 350, 367 

Grabreliefs 340— 372 


Greifen 386°—389, 470, 471, 475 
Grotte mit Herme 177; mit Dreifuß 261 


Hahn als Opfertier des Asklepios 210; 
auf Asklepiostempel sitzend 316 B 

Heilgottheiten 79—108 

Hekate, archaische Statue 76; auf Ky- 
belereliefs 127, 129, 132, 138 

Helm, attischer 19, 38, 45, 48, 49, 64, 
65; Korinthischer H. bei Athene 55, 
56, 66, 67, 75, 77; Helm im Schoß 
75, 77; in der Hand gehalten 20, 69 

Hephaistos 390 B 

Hera, als Vertreterin von Argos 2 

Herakles 16, I7, 122—ı124, 266, 460; 
mit Schwert 123; Menytes 108; H. 
und Amphitryon 376 

Hermaphrodit ası 

 Herme, auf Relief dargestellt 177 a, 
263 | 


247 


Hermes 3; auf Nymphenreliefs 171 bis 
174; Kadmilos auf Kybelereliefs 127, 
12041302.137,.7132)7138 

Heroa, Fest des Asklepios in Athen 312 

Herodoros, Anhänger des Antigonos und 
Demetrios Poliorketes 9 

Heroon auf Heraklesreliefs 123 

Hesione, von Herakles befreit 452 

Hipparchen 35, 36 

Hippolytos 249, 394 

Hirschkuh, neben Artemis ıIo 

Hund 404; auf Grabreliefs 357—359 

Hydria, auf Reliefs dargestellt 55 


Jakchos 114 

Inschriften im Relieffeld 180, 270, 271, 
439 

Iphigenie und Orestes 377 

Isispriesterin auf Grabrelief 356 


Kairos 125 

Kampfszenen 272, 273, 378, 405, 406, 
409, 410, 462 

Kekrops auf Urkundenrelief 8 

Kentaur 469 

Kind, der Gottheit vorgeführt 46, 263, 
269; zwischen Gottheit und Adoran- 
ten 46, 96, 198, 312 A; Kinderszenen 
auf Sarkophag 381 

Knidos, durch Aphrodite vertreten ıı 

Kniende Adoranten 108, 182 

Kore 56, 113, I14, II5, II7, IIQ, 122 

Körperteile als Weihgaben 239—243 

Krankenbesuchreliefs 79, 3I1 

Kränze auf Ehrendekreten 37; Be- 
kränzung auf Urkundenreliefs 9— 12, 
30—33; sonst 55; eines Pferdes 244 

Krater aus Marmor 479; von Silenen 
umstritten 397 

Kybele 126--170; Doppelkybelen 127, 
128; Becken im Kult 126 

Kultstatue, auf Relief nachgebildet 76, 
112, 117 


Lagobolon ııı 
Landschaftliche Szenerie auf Relief 177 


248 


Löwe 470, 471 
Lutrophoros, aufGrabrelief dargestellt372 


Mänade 375, 454 
Manteltänzerinnen 176 


Maskenreliefs 411—428 
Mysterien, kleine 122 


Nacktheit kleiner Kinder 46 

Nike 275, 455; groß neben Athene 55, 
75; klein neben Athene 38, 39, 40; 
244; ein Tropaion errichtend 398, 
399; einen Dreifuß tragend 399, 400 

Nymphen 175—179, 396 A 


Ölbaum neben Athene 49 

Omphalos 94, Iı2 

Opfertier, von Gottheit abgewandt 48, 
198; Rind, Schaf und Schwein 231; 
Hahn 210 

Opfertisch 76; im Asklepioskult 312—314 


Pan 180, 318 

Panther, in Wagen gespannt 467 

Panzer 4, 9, 39a, 55, 251, 253, 367. 
379, 380 b, 398, 431, 441 

Pfeiler als Pinaxträger, auf Reliefs dar- 
gestellt II2, 188, 213 a, 231, 316 

Pferde 244—258, 318, 403, 404, 465, 
466; bekränzt 244, 253; Protome 
295, 329 

Philia, Kult auf der Akropolis 391 

Phratrie, Aufnahme 46 

Phyle, Heros ı5, 29; Phylarch 35; Epi- 
meleten 29 

Polos 76, 122 

Poseidon, mit Athene 279; Gespann 468 

Priesterin 15 

Priesterschlüssel 371 

Prytanen als Weihende 55 

Pyloroi ıI2, 270, 27I 

Pyrrhichisten 402 

Pythiongrotte 261 


Ranken, ein Mädchen umgehend 450; 


einen Krater tragend 397 


Reiter auf Urkundenreliefs 35, 36; auf 
Weihreliefs 249, 250, 253; auf Sar- 
kophagreliefs 379; 
409, 465 

Rind 309; Protome 295 

Rundaltar 181 


auf Friesreliefs 


Satyr 318 

Sarkophagreliefs 373—389, 456 

Schiffe 37, 262 

Schild Athenens, an Baum oder Säule 
gelehnt 74; geschultert 49, 58 

Schlange 185, 186; von Athene getränkt 
78; neben Asklepios 9I, 102, 327; 
um einen Baumast 279; in einer 
Höhle 2ı1; um einen Schröpfkopf 
187; im Giebel des Asklepiostempels 
316 B 

Schlangengottheiten 185—187 

Schröpfkopf 187; als Weihgeschenk im 
Asklepiostempel 316 A 

Schwein als Opfertier an Asklepios 102; 
an Athene 48; an Demeter 120 

Seehirsch 385 

Silen 181; wappenartig neben Krater 
397; Kostüm. 440 

Sphingen als Armstützen am Thron des 
Asklepios 98, 103, 104 

Strauch, auf Relief dargestellt 177 

Stückungen, Unterarme eingesetzt 53 

Suovetaurilien 231 


Tänzerinnen 176, 177 a, 407 

Tempelfassade, im Relief dargestellt 
316 B 

Theoi als Überschrift 2; Theos 185; 
Th. und Thea ııs5 

Theseus 287, 309 

Thesmophorion 122 

Thron des Dionysospriesters 475 

Thymiaterion 102 

Totenmahlreliefs 221, 295, 323—339; 
auf Doppelreliefs 31I— 314; sichere 
Weihreliefs 115; Frau sitzt auf der 
Kline 334 


Trierenwettkampf 262 
Trittys 231 

Tropaion 398—400 
Typoi 108 


Urkundenreliefs I—37 


Verdopplung von Göttergestalten 127 

Vertragsreliefs 1—5 

Viergespann, als Weihung für Wagen- 
siege 254, 256, 258 

Viersäulenbau auf Heraklesreliefs 123 


Waffen, aufgehäuft 400 A; Waffen- 
tänzer 402 


249 


Wagen, über Wasser fahrend 468 
Wappen von Städten 37, 309 
Webstuhl 276 


- Weihreliefs im Schema von Urkunden- 


reliefs 36, 55 
Wiederverwendung von Reliefs 83, 179 
Wiesel 396 


Zange, als Weihgeschenk im Asklepios- 
tempel 316 A 

Zeus 2, 7, 8, 182— 184; als öpxıog auf 
Urkundenreliefs 2; Meilichios 184; 
Naios 183; Philios 182; Schlangen- 
weihungen 135 

Ziegen, über einer Grotte weidend 177 a 


EPIGRAPHISCHES REGISTER. 


[Ayle[%] Toxn 391 

Ayados Aulinw]v 391 

AlnifAros Krpiseds] (oarnınıng) 270 
Aliduog II2 

Avuıyevng Auxıdöns 401 A 

Avt - - - Ayapveds 401 A 
Arorliovog]) Aanlnıpebs 270 
Apıolröönnos] Anlor Awvliov (äpxwv?) 270 
Aptoroteing 112 

Arıoro]pov (äpywv 330/29)? 17 
Apxilvss?) Qarsbs (Ypannarebg) II 
Agyplodt]ouos 112 


Anpoxpatlsıa 361 
Arovbarog Aurıdöns 401 a 


Awlvn 183 


Eöpugpwvag 112 
Eöpnpnos (dpxwv 417/6) 2 


Zedsg Ndtos 183 
Hpödwl[pos 9 


Bsödwpos.214 


"Idoneveds ’ONYev 401 A 


r 


Kar]ırplariöns Zuvdponou] Tprropdarsis 
(äpxwv) 270. 

Kexponis 55 

Knyıso]z@v (Kpywv 329/8)? 17 

Klımsmpitn 65 


Asov — yvuvasıapy@v 213 a 


M]no-? 270 
Mva?]oeag 270 


Bevox[Anig Zeividog ZpYjtrios] 402 
[Nav]? 180 


Ioo&s[viö](ng) Hpogevo(v) Kviölıos ıı 
mpurdvers, Kexrponidos rn. vlım moavrss 55 


" mvAwWpot 270 


otepavopölpor: arlöves 399 
— x]esidns [Arunt?)peds 180 


Außerdem finden sich Reste von In- 
schriften auf 213a, 349 402a, 439, 
474 


INHALTSÜBERSICHT. 


I. Urkundenreliefs . 
II. Weihreliefs . 


- 


JA HH FA FA A FH 
Or Or a WEI NDZEHT SO 


. Reliefs an Geräten 


oo au» w MN 


. Athene ae BIETE. 
. Asklepios und andere Heilgottheiten . 
. Apollo 


Artemis . 


. Demeter, Kore und verwandte Gottheiten ; 
. Herakles 

. Kairos 

. Kybele 

. Nymphen, Horen, Hermes, Pan 

azeuser ee 

. Schlangengottheiten. 

. Adoranten.. 

. Körperteile A 

. Pferde, Reiter und Wagen. 

. Dreifüße. 

. Schiffe 

Er 
. Doppelreliefs. 


Bruchstücke unklarer Bedeutung 


. Totenmahlreliefs . 

. Grabreliefs 

. Sarkophagreliefs . 

. Basenreliefs . 

. Bruchstücke architektonischer Friese . 
. Maskenreliefs . 


. Bruchstücke unklarer Bestimmung 


«7.00 ers 


Nr. 

IR, 
38—309 
38— 78 
79—108 
109 

. IIO—II2 
. 113—121 
. 122—124 
125 

. 126—170 
. 171—181 
. 182—184 
. 185—187 
. 188—238 
. 239-243 
. 244—258 
. 259 —261J 
262 

. 263— 309 
. 310— 322 
. 323-339 
. 340—372 
. 373—389 
« 390—404 
. 405—4IO0 
. 411—428 
. 429-474 


. 475—480 


2 
x u a