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Full text of "Beiträge zur assyriologie und semitischen sprachwissenschaft"

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BEITRAGE 

ZUR  . 

üffjmofogte 

UND 

SEMITISCHEN  SPRACHWISSENSCHAFT 

HERAISGEGEBEN  VON 

$neörtc$  ©«ft^fc#  un>  (pauf  l^aupf 


MH'  UNTERSTÜTZE' N G DER  JOHNS-Hi  iPKINS-UNTVERSITAT  ZL  BALTIMORE 


FÜNFTER  BAND 

MIT  154  AUTOGRAPHIERTEN  SEITEN 
22  ABBILDUNGEN  IM  TEXT  UND  16  WEITEREN  AUF  2 TAFELN 


Be  tpjtg  1906 

J.  C.  HINRIGHS  schi  BUCHHANDLUNG 

Qßaftimorc 

THE  JOHNS  HOPKINS  PRESS 

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Alle  Rechte,  insbesondere  das  der  Übersetzung,  werden  für  jeden  Aufsatz  Vorbehalten. 


Druck  von  August  Pties  iu  Leipzig. 


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INHALT  DES  FÜNFTEN  BANDES. 

Seile 

Bork,  F.,  Zur  Erklärung  der  elamischen  Briefe 401 — 404 

Friedrich,  Thomas,  Altbabylonische  Urkunden  aus  Sippara.  (Mit  42  auto- 
graphiertcn  Seiten,  21  Abbildungen  im  Text  und  16  dcsgl.  auf  zwei 

Tafeln) 4 «3-53° 

Hehn,  Johannes,  Hymnen  und  Gebete  an  Marduk.  (Mit  16  autographierten 

Seiten) 279—400 

Hüsing,  G.,  Semitische  Lehnwörter  im  Elamischen 405—412 

Macmillan,  Kerr  D.,  Some  Cuneiform  Tablets  bearing  on  the  Religion  of 

Babylonia  and  Assyria.  (Mit  96  autographierten  Seiten)  ......  531 — 712 

Meissner,  Bruno,  Neuarabische  Geschichten  aus  dein  Iraq.  (Mit  Glossar.)  I— LVIIIu.  1 — 14S 
l'ngoad,  A.,  Über  Analogiebildungen  im  hebräischen  Verbum.  (Mit  einer 

Figur  im  Text) 233 — 278 

— Die  Partikel  •wu  im  Babylonisch-Assyrischen 713 — 716 

Völlers,  Karl,  Die  Geschichte  des  Mutalammis 149— 23k 


Inhaltsverzeichnis  für  Band  t—IV  sie/te  im  4.  Heft. 


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(JUuaraßtfcße  (Befcßtcßfen 

aus  bem  Jraq 


GESAMMELT,  ÜBERSETZT,  HERAUSGEGEBEN  UND  MIT 
EINEM  ERWEITERTEN  GLOSSAR  VERSEHEN 


VON 


Q|3runo  QYleißner 


£ctp3t$ 

J.  C.  HINRICHS’sche  BUCHHANDLUNG 
1903 

Qßaffimort  fionöon.  w.  c. 

THE  JOHNS  HOPKINS  PRESS  I.UZAC  & CO.,  orrat  russrli.  str. 


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INHALT 

Seite 

Einleitung I 

Grammatischer  Abriß VII 

Lautlehre:  Die  Konsonanten.  Die  Vokale.  Der  Akzent  .......  VII 

Formenlehre:  Die  Pronomina.  Die  Nomina.  Die  Zahlwörter.  Die 

Partikeln.  Das  Verbum XIV 

Tabellen  der  Verba I.II 

Texte  in  Transkription  und  deutscher  Übersetzung  . i 

Exkurse:  Pflanzen.  — SKen.  — Heirat.  — Männer*  und  Fraueimatnen.  — Schimpf- 
worte. — Die  Monatsnamen  102 

Glossar 112 

Nachträge  und  Verbesserungen LV1 


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(Heuaraßtfc#e  (Befcßtc^fen  aue  fcem 

Von 

Bruno  Meissner, 
ßinfeifung. 

5 Die  von  mir  hier  bearbeiteten  Erzählungen  lassen  sich  fast  sämt- 
lich auch  sonst  in  der  Literatur  nachweisen.  Bei  diesen  Nachweisen 
hatte  ich  mich  der  freundlichen  Unterstützung  des  Herrn  Professor 
CHAUVIN  zu  erfreuen,  der  mir  aus  dem  reichen  Schatze  seiner  folklori- 
stischen  Sammlungen  äusserst  wichtige  Mitteilungen  zukommen  Hess, 
io  Seine  Beiträge ' sind  durch  Anführungsstriche  („  “)  gekennzeichnet 
Mehrfach  verweist  er  auch  auf  noch  ungedruckte  Bände  seiner  BibUo- 
graphie.  Für  die  Mitarbeit  dieses  ausgezeichneten  Gelehrten  kann  ich 
ihm  nicht  dankbar  genug  sein. 

Spezifisch  iraqisches  Gepräge  hat  m.  E.  die  Erzählung  von  der 
■ 5 Verlobung  des  Mannes  aus  Mohammara  mit  der  Frau  aus  Hit  (Nr.  21) 
zur  Erklärung  der  Anlage  des  alten  Kanales.  NlEBUHft,  Zinsen  II,  223 
kennt  sie  ebenfalls.  Auch  die  Verspottung  des  Meidanarabers  (Nr.  25), 
der  die  türkische  Sprache  kaufen  will,  halte  ich  für  genuin.  Die 
Mee’eidis  galten  immer  als  besonders  thöricht  (s.  Min.  des  Sem.  f. 
20  orient.  Spr.  IV,  151).  Die  Form  Zyrfct  (Z.  29,  30)  soll  übrigens  Meidan- 
arabisch  sein.  Mein  Gewährsmann  sprach  und  betonte  bei  der  Er- 
zählung der  Antworten  der  Frau  immer  ganz  besonders,  sodass  man 
merkte,  dass  er  ihren  Dialekt  kopieren  wollte.  Ebenfalls  lässt  die 
genaue  Lokalisierung  auf  Babil  bei  Nr.  20  darauf  schliessen,  dass 
25  wir  hier  eine  iraqische  Erzählung  vor  uns  haben.  Grosse  Kostbar- 
keiten glaubt  man  in  jedem  Ruinenhügel  verborgen,  meist  ein  goldenes 
Schiff  oder  drgl.  Aber  die  Beschreibung  der  Vorbereitungen  zur 
Schatzhebung  hat  so  grosse  Ähnlichkeit  mit  dem  Anfang  der  Ge- 
schichte Aladins  mit  der  Wunderlampe  („CHAUVIN,  MN.  Nr.  19"), 
3°  dass  man  auch  literarische  Überlieferung  annehmen  kann.  Vielleicht 
ist  auch  Nr.  19,  wozu  man  „Chauvin,  MN.  Nr.  430  und  431  (noch 
nicht  erschienen)-'  vergleiche,  eine  wirkliche  Ragdader  Geschichte. 

Beitrage  zur  semit.  Sprachwik»co>chaft.  V.  \ 


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Qßtt(räg<  ;ur  r.'mitifäScn  J&pra<9ntff<nfc6aft. 


Nr.  27  ist  der  Typus  der  langweiligen  Beduinenerzählung,  wie 
wir  sie  aus  den  von  Wetzstein  im  22.  Bande  der  ZDMG  gegebenen 
Beispielen  kennen.  Merkwürdig  ist  auch  hier  die  Häufigkeit  der 
Wortspiele.  Aus  dem  seiner  Bedeutung  nach  unsicheren,  und  viel- 
leicht des  Wortspieles  halber  gebildeten  Adjektiv  kätima  erkennt  5 
das  Mädchen  sofort,  dass  der  Jüngling  Durst  hat  (häti  tnä  — bring 
Wasser).  Sie  nennt  als  ihren  Namen  „Griff  deines  Schwertes“  und 
meint  „I'itne"  (d.  i.  Aufstand,  Kampf),  er  „Backenknochen  deiner 
Wange“  und  meint  „Hassan“  (d.  i.  schön).  Dieses  Verstehen  von 
leicht  hingeworfenen  Andeutungen  bildet  auch  den  Inhalt  der  viel-  10 
leicht  ebenfalls  beduinischen  Geschichte  Nr.  26.  Auf  dem  Gleich- 
laut von  (f)ljiiir  „Gurken“  und  „gute“  und  hass  „Salat“  und  „Geiz“ 
beruht  Nr.  23.  Zuerst  will  der  Gast  seinen  Wirt  nicht  heleidigen, 
als  er  aber  nach  den  Gurken  nur  noch  Salat  zu  essen  bekommt,  giebt 
er  die  zweite,  grobe  Antwort.  Ähnlich  geistreich  sind  die  Sprach-  15 
Verdrehungen  in  Nr.  12. 

Die  Nrn.  I — 4 sind  Erzählungen  zu  meist  bekannten  Sprichwörtern. 

Zu  Nr.  1 vgl.  Jewett,  JA  OS  15. 50,  Nr.  54;  Spitta  Nr.  40;  Tantavy 
S.  1 16.  Nr.  2 findet  sich  bei  „La  Fontaine,  Contes,  2,  Nr.  10  (Ed. 
Rec.NIF.R,  IV,  366 — 372).  Bei  La  Fontaine  ist  ausdrücklich  gesagt,  20 
dass  der  Mann  alle  Listen  der  Frauen  aufgeschrieben  hat  und  nur 
diejenige  nicht  kennt,  womit  er  betrogen  wird.  Der  Mann,  der  die 
Listen  der  Frau  aufschreibt  auch  CHAUVIN,  Jiibl.  Syntipas  Nr.  34 
(noch  nicht  erschienen)".  Nr.  3 habe  ich  noch  nicht  anderweitig  nach- 
weisen  können.  Nr.  4 ist  „die  bekannte  Geschichte  Fridolins  (SCHILLER,  25 
Der  Gang  nach  dein  Eisenhammer);  vgl.  „ClIAUVIN,  Syntipas  Nr.  145 
(noch  nicht  erschienen)“.* 

Die  nächsten  Geschichten  behandeln  zum  grössten  Teil  Ver- 
fehlungen gegen  das  sechste  Gebot.  Zu  Nr.  5 vgl.  „ClIAUVIN, 

La  Recension  egyptienne  des  Mille  et  nne  Nuits  Nr.  63.  Auch  in  3° 

QALYUBI  ( The  book  0/  aneedotes ed.  by  W.  NASSAU-LEES  1856) 

pp.  75 — 76 ; Contes  arabes  par  E.  UE  Lorrae,  pp.  45  ssq.;  CLOUSTON, 
Populär  Tales  and  Fictious  I,  177 — 180;  G.  Paris,  Poimes  et  Legen- 
des du  Moyen-äge  136;  vgl.  WUNSCHE,  Midrasch  Pemidbar  148—149 
u.  634".  Dass  bei  Streitigkeiten  beide  Parteien  sich  zum  Heiligtum  3S 
eines  Heiligen  aufmachen  und  dort  einen  Schwur  thun,  ist  auch  heute 
noch  eine  im  Iraq  beliebte  Sitte.  Der  Heilige  bestraft  dann  den 
Frevler.  So  züchtigt  auch  Ali  in  Nr.  50  den  Dieb,  der  einen  falschen 
Schwur  gethan,  und  zwingt  ihn,  den  gestohlenen  Gegenstand  dem  recht- 
mässigen Besitzer  zurückzugeben.  Zu  den  Nrn.  6 7 vgl.  „CHAUVIN,  40 

* I)ic  von  mir  Mitt.  des  or.  Sem.  IV,  151  erwähnte  Geschichte  /.u  Sprichwort  Nr.  16 
wird  in  dieser  Form  auch  er*:ihit  Qatä’if  ellatä’if  12b. 


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dll<i^n«r,  (tttuara6ifcB.’  ßcfcBidlKn  au«  itm  3ra^- 


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Bibi  arabe  Mille  et  wie  Nuits  Nr.  338";  zu  Nr.  10  „La  FONTAINE, 
Contes  II,  Nr.  II  (ed.  Reonier  IV,  373—375)“.  Nr.  11  ist  die  bekannte 
Erzählung  Boccaccios  (6,  9).  Die  weiteren  Nachweise  s.  bei  „CHAUVIN, 
MN.  Nr.  332  und  Syntipas  Nr.  69". 

5 Zum  Kapitel  der  Weiberstreiche  gehört  Nr.  13;  „s.  Chauvin,  MN. 
Nr.  185;  vgl.  Nr.  329“.  Die  Antwort  der  Frau:  „Der  Fisch  ist  nicht 
tot,  aber  du  bist  tot“,  soll  natürlich  eine  Aufforderung  an  die  Gross- 
würdenträger sein,  sich  ihr  zu  nähern.  Als  ihr  Mann  vom  Markte 
zurückkommt,,  fängt  er  absichtlich  einen  Streit  mit  ihr  an,  um  einen 
10  Grund  zu  haben,  auf  den  Kasten  schlagen  zu  können.  Das  ist  der 
Sinn  der  Zeilen  30  ff.  aufS.  19.  In  eine  ähnliche  Kategorie  fällt  Nr.  15, 
„die  bekannte  Geschichte  von  Dalila;  CHAUVIN,  MN.  Nr.  147“.  In 
Nr.  16  ist  „nur  der  Anfang  wie  oft;  s.  Chauvin,  I'ierre  Alphonse 
Nr.  13  (noch  nicht  erschienen)“.  Der  stark  obscöne  Schluss  ist  ver- 
15  schieden.  Die  Erbschaft  (Nr.  18)  ist  aus  1001  Nacht  XI,  4 bekannt; 
vgl.  ZDMG  1894,669  und  näheres  „MN.  Nr.  438  (wird  bald  erscheinen)“. 
Die  Unterhaltung  des  klugen  Knaben  mit  dem  Greise,  der  seine  klugen 
Fragen  nicht  versteht  (Nr.  22),  findet  sich  in  ähnlicher  Form  auch 
TALLQVIST,  Arabische  Sprichwörter  1 16;  IBRAHIM  SERK1S,  Kitäb 
20  eddurre  eljatime  43;  „QALYUBI,  109—110“.  Für  die  Tierfabel  Nr.  24 
s.  „CHAUVIN,  Bib.  ar.  III,  49,  Nr.  1“.  Die  Anschauung,  dass  Schlangen 
um  so  giftiger  werden,  je  länger  sie  kein  Wasser  trinken  (Nr.  28), 
wird  auch  sonst  vorgetragen;  z.  B.  MAI.TZAN,  Reise  in  die  Regent- 
schaften Tunis  u.  Tripolis  II,  134;  PRYM-SOCIN,  Der  neuaramäische 
25  Dialekt  des  Tiir-Abdin  II,  386;  SOCIN,  Diwan  aus  Centralarabien  Nr. 
69,  42  (deutsche  Übersetzung).  In  Nr.  29  wird  die  Midassage  sehr 
geschickt  auf  Alexander  den  Grossen  übertragen.  Die  Hörner  des 
Zweigehörnten  spielen  hier  dieselbe  Rolle  wie  dort  des  Midas  Ohren. 
Sonstiges  s.  ZDMG  52,  383  und  Chauvin,  Bibi.  ar.  II,  183,  Nr.  23.  Für 
30  die  Geschichte  des  w'eisen  Loqman  (Nr.  30)  ist  auf  „CHAUVIN,  Bibi, 
ar.  II,  148,  Nr.  2;  III,  70  und  145  und  KNUST,  Juan  Manuel,  El 
libro  de  los  Enxiemplos  del  Conde  Lucanor  299—304“  zu  verweisen. 
Nr.  14  ist  eine  Art  arabischer  Oedipusgeschichte.  Das  Fatum,  dem 
man  nicht  entrinnen  kann,  spielt  hier  eine  ähnliche,  furchtbare  Rolle. 
35  Sehr  sinnig  ist  hieran  Mohammeds  Weinverbot  angeknüpft.  „Die 
Weinlegende  ist  auch  sonst  bekannt;  vgl.  z.  B.  WILHELM  VON  TRIPOLIS 
(PRUTZ,  Kulturgeschichte  der  Kreuzzuge,  1883,  p.  577);  Revue  des  trad. 
populäres  XI.4I7."  Die  Antargeschichte  (Nr.31)  wird  wohl  dem  grossen 
Sagenkreise  des  Helden  entstammen,  doch  kann  ich  sie  darin  bislang 
ao  nicht  nachweisen.  Sein  Ausspruch:  Das  Eisen  ist  verdorben  u.  s.  w.,  ist 
auf  die  Sage  zurückzuführen,  dass  er  an  Händen  und  Füssen  gefesselt 
begraben  wurde,  weil  er  noch  im  Grabe  furchtbar  war.  Nach  arabi- 
scher Ansicht  soll  er  übrigens  nicht  in  die  Hölle  gekommen  sein, 

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IV 


$<iträg<  jur  f»tmüfc8««  ü|>racfltiMfr<iif<iafl. 


sondern  sich  in  einer  Art  Zwischenstadium  befinden  ebenso  wie  Hatim 
und  Kisra,  der  erste  wegen  seiner  Tapferkeit,  der  zweite  wegen  seiner 
Freigebigkeit,  der  dritte  wegen  seiner  Gerechtigkeit. 

Nach  der  Schnurre  von  Nasr-eddin  (Nr.  32),  die  einem  andern 
Kreise  entstammt  (s.  S.  1;  vgl.  „MCli.ENDORK,  Die  Schwänke  des  5 
Nassr-ed-din  Nr.  30")  folgt  die  lange  Reihe  der  Märchen,  in  denen 
der  Chalifa  Harun  al  Raschid  die  Hauptrolle  spielt.  Der  Parallel- 
bericht zu  Nr.  33  findet  sich  „Chauvin,  MN.  Nr.  269.  Hier  will 
Harun  seiner  ungetreuen  Geliebten  verzeihen,  wenn  ihr  Geliebter  wirk- 
lich so  schon  ist“.  Die  Erzählung  auf  S.  6i  ist  etwas  dunkel.  Der  10 
dritte  Freund  geht  nach  dem  Palaste  des  Chalifa,  um  ihn  zu  toten, 
weil  er  seinem  Freunde  das  Geld  abgenommen  hatte  und  ihm  das 
Leben  nehmen  wollte.  Alles  das  geschah,  wahrend  die  anderen 
meinten,  er  bände  sich  den  Gürtel  um.  Die  drei  Fragen  Haruns  an 
den  alten  Mann  erzählt  auch  „Roda  Roda,  Die  drei  Fragen  {Wiegende  >5 
Bliitler  117.  Bd.,  1902,  158 — 159)“.  Die  Verbindung  roter  Kleider 
mit  Zorn  behandelt  „Chauvin,  MN.  Nr.  18  p 47“.  Die  Teilung  (Nr.  35) 
ist  in  der  Sagengeschichte  weit  verbreitet.  CHAUVIN  giebt  mir 
folgende  Nachweise:  „Zcitschr.  d.  Vereins/.  Volkskunde  in  Berlin  VI, 

59;  IX, 87 — 88;  Ifa/bat-al-Knmeit,  1299  9t — 92;  F lam-annas,  1300, 122;  20 
HAMMKK,  Rosenöl  II,  138;  Gai/.I,  Kt  tob  el-adkija,  1 277,  77 — 78; 
WUNSCHE,  Midrasch  Echa  rabbati  47 — 48;  BACHER,  Monatsschrift  fitr 
Gesch.  n.  Wissensch.  d.  Judentums  XXII,  334 — 336;  Joi.owkz,  Poly- 
glotte der  oriental  Poesie,  1856,  310—312;  Pot.ANO,  The  Talmud 
304  — 306;  CaRMOLY,  Les  Mille  et  un  contes,  34—38;  CI.OUSTON,  25 
Pof>.  TalesU,  493;  CI.OUSTON,  Flowers  front  a fersian  garden,  231—235, 
276—278:  Revue  des  trad.  ftop.  XIV,  59fi;  Jahrb.  f.  rom.  n.  engl.  /.//.VII, 
383;  Siiakksi'KAR  Fest-books  I,  95 f.,  II.  62  f. . III,  14  f.;  Paui  1 (Lit.  Ver. 

Nr.  85)  480“.  Interessant  ist  die  Anschauung,  dass  jeder  Körperteil  des 
Tieres  eine  Beziehung  auf  eine  Person  hat.  Mein  Lehrer  Reschid  be-  3° 
merkt  dazu:  eddebtba  kill  lahftijmha  asami  uki/l  uus/e  lala  is/e/m  fared 
ädamt.  Ein  Stück  bekommt  z.  B.  der  Hirt,  eins  der  Fischer,  eins  der 
Tischler  u.s.w.;  dieses  einem  andern  zu  geben,  ist  leib  lungehörig).  Nr.  37 
ist  die  arabische  Fassung  des  deutschen  Märchens  von  der  Prinzessin 
mit  der  Erbse.  Hier  merkt  der  Sohn  der  Sitte  Zobeide  nicht  die  35 
Veränderung,  die  mit  seinem  Bette  vorgenommen  ist,  während  der 
Sohn  der  Sklavin  sogar  durch  ein  untergelegtes  Blatt  Papier  beun- 
ruhigt wird.  Die  Schlussnotiz  geht  auf  eine  andere  Erzählung,  worin 
Sitte  Zobeide  ihren  Gemahl  selbst  auffordert,  die  Negerin  zu  heiraten. 
(MN.  Nr.  244.)  CHAUVIN  bemerkt  hierzu:  „Schon  gelesen,  weiss  aber  40 
nicht  wo“.  Die  Nrn.38— 40  haben  als  Haupthelden  Abü-Nuwas,  der  als 
Spassmacher  Haruns  in  vielen  Geschichten  fortlebt.  Mein  Lehrer  Re- 
schid  erklärte  seinen  Namen  als  baiiöl—  Schlaukopf.  Über  seine  Person 


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QRnfttur,  Jlcuaraßtfcßc  ßcfcßicQttn  auo  öfm  Jraq. 


V 


vgl.  „CHAUVIN,  MN.  Nr.  296".  Die  merkwürdige  Geschichte  Nr.  39  wird 
auch  Freytag,  Meidani III,  1968;  Tantavv  p.  1 18;  Socin,  Sprichw.  381 ; 
JEWETT,  JAOS  XV,  87  erzählt  Nr.  40  ist  „die  Aventure  de  Hakem  in 
der  Grammaire  arabe  vulgaire  parCAUSSlN  DE  PERCEVAL,  1833,  167  ff." 

5 Neben  Abu-Nuwas  ist  auch  der  legendäre  Neffe  Haruns,  namens  Behlul 
(Nrn.4!— 45),  als  sich  dumm  stellender,  aber  in  Wirklichkeit  kluger  Tyll 
Eulenspiegel  eine  Hauptfigur  in  den  Märchen  des  Iraqs.  Speziell  Liebes- 
angelegenheiten  soll  er  in  Ordnung  bringen  (MSOS  V,  103).  Sagen  von 
ihm  hat  schon  NlEliUIlR  in  Bagdad  vorgefunden  (Krisen  II,  286).  Seine 
10  Gestalt  ist  aber  viel  älter.  Wie  mich  Dr.  Kern  belehrt,  erwähnt  schon 
Ibn  ZljLÄQ  (f  387  d.  H.)  in  seinen  A/jbär  Stbaweihi  el Misrt  (s.  d.  Kairiner 
Cat.  V,  7)  den  Behlul  als  eine  altbekannte  Persönlichkeit.  Im  30.  Kapitel 
seines  Buches  Kitab  cfadkijä  erzählt  auch  Ibn  EL(jAUZI  einige  Schnurren 
von  ihm,  undJÄFE'i  giebt  imKitäb  erreja/iin  Nr. 56  eine  Lebensbeschrei- 
15  bungvonihm.  Hieraus  hat  auchü'HERBELOT  seine  Nachrichten  über  ihn 
geschöpft  (s.  v.  Balialul);  vgl.  auch  „CHAUVIN,  MN.  Nr.  393“.  Auch  als 
Eigenname  ist  er  häufig;  vgL  Lexicon  syriacum  auctore  Hassano  bar 
Buh/ule  ed.  DüVAL,  Prooem.  X.  Der  nicht  sehr  feine  Vergleich  in  Nr.  42 
will  besagen,  alle  Richter  seien  bestechlich,  und  auch  er  würde  sich  nicht 
20  von  Ungerechtigkeiten  freihalten  können.  Hier  auf  Erden  würde  er  wohl 
ein  grosser  Mann  sein,  aber  am  Gerichtstage  wie  Mist  im  Feuer  bren- 
nen. Musa  ibn  Dja'far  ist  der  bekannte,  in  dem  Wallfahrtsorte  Kadhu- 
men  bei  Bagdad  beerdigte,  schi'itische  Imam,  den  Harun  enthaupten 
liess  (vgl.  V.  OPPENHEIM,  Vom  Mittelmeer  II,  242).  Der  Erzähler  der 
25  Geschichte  ist  eben  Schi'it,  und  Harun  erfreut  sich  bei  ihnen  keiner 
grossen  Sympathien.  Zu  Nr.  43  ist  zu  bemerken,  dass  bis  zum  heutigen 
T;ige  der  Vetter  auf  seine  Cousine  ein  Recht  zur  Heirat  hat  (MSOS 
IV,  149),  das  ihm  vom  Bräutigam  durch  ein  Geschenk  abgekauft  wird. 
Hier  erlaubt  Behlul  die  Ehe  mit  einem  andern  nicht  Die  Ausdrücke 
30  „zwicken,  schwärzen,  ohrfeigen"  kommen  auch  sonst  in  obcönem  Sinne 
vor;  vgl.  z.  B.  Landberg,  Prov.  383.  Nr.  44  erzählt  auch  Niebuhr 
a.  a.  O.  II,  286)  von  unserm  Helden ; sonst  vgl.  „CHAUVIN,  Syntipas  Nr.  163 ; 
MN.  in  Bibi.  ar.  VI,  39,  201".  Nr.  45  ist  das  weit  verbreitete 
Märchen  aus  rooi  Nacht  (IV,  170),  das  als  Libretto  zur  Oper  Abu 
3S  Hassan  auch  weiteren  Kreisen  bekannt  geworden  ist.  Zur  Literatur 
vgl.  „Chauvin,  MN.  Nr.  155“.  Zum  Streit  um  die  beiden  Koranverse 
(Nr.  46)  Sur.  51,22  und  67,  15  vgl.  „Revue  des  traditions  popul.  IV,  530, 
Hier  handelt  es  sich  um  einen  Mann,  der  immer  Pech  hat:  Dreimal 
schenkt  man  ihm  ein  Brot,  in  welchem  ein  Goldstück  versteckt  ist, 
40  aber  er  findet  es  niemals".  Die  sonderbare  Geschichte  der  Tochter  des 
Arztes  tritt  uns  bei  „RadLOKK  (Gott.  gtl.  Anseig.  1872,  1512 — 1514)  in 
türkischer  Fassung  entgegen.  Über  wunderbare  Schwangerschaft  han- 
delt „CHAUVIN,  MN.  Nr.  18  p.  43".  Zu  dem  Kapitel  „übertriebene 


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VI 


qßtifrägt  jur  fttntiiftJtTi  SprajSwifTtnfcSafl. 


Schamhaftigkeit  gewöhnlich  mit  dem  Zuge  von  lachenden  Tieren“ 
verweist  Chauvin  auf  „Bibi.  arabe  II  Nr.  47;  Knust,  Ijtcanor,Af& — 409; 
Rosen,  Tuti-Nameh  II,  71—82.  90—91;  Tawnev,  The  Kathd  Sarit 
Sägara  .1 , 24 — 25;  Gotting,  ge/  An:.  1S68,  1383;  GRIMM,  Märchen. 

2.  Ausg.  1822,  III,  248".  Das  Märchen  vom  Jüngling,  der  träumt,  5 
zwei  Granatäpfel  zu  halten,  und  in  Erfüllung  des  Traumes  eine  Prin- 
zessin und  ein  anderes  Mädchen  zur  Trau  erhält,  ist  „häufig  in  ver- 
schiedenen Formen". 

Da  das  ganze  südliche  Iraq  schi'itisch  ist,  so  ist  es  nicht  zu  verwun- 
dern, dass  von  Ali  und  den  Imarnen  viele  Legenden  erzählt  werden.  10 
Speziell  zur  Zeit  des  Aschurafestes  werden  viele  Klagelieder  (na. finge) 
auf  Hossein  gesungen  und  die  Geschichte  seines  Todes  erzählt.  Es 
existiert  dariiber  auch  gedruckte  Literatur,  die  die  Volkssagen  ge- 
sammelt hat  (vgl.  Archiv  f.  Reiigionsw.  1902,  231).  Ali  insonderheit 
spielt  in  den  Erzählungen  die  Rolle  eines  starken,  gewaltigen  Helden,  15 
der  die  Seinen  schützt,  die  Ungläubigen  und  Übelthäter  bestraft.  Zu  49 
bemerkeich:  Hosse  ist  ein  Kriegsgesang.  Unter  dem  „richtigen  Anteil"  ist 
Ali  selbst  zu  verstehen;  denn  er  teilt  nach  Recht  und  Gerechtigkeit. 

Zu  ahl  cl  Djereibäi  bemerkte  Reschid,  dass  sie  „weit“  wohnten. 
Ihren  Namen  leitet  er  von  geräb  — lederner  Sack  ab.  Der  in  Nr.  51,  25  20 
vorkommende  Name  Ghschemschem  ist  nach  Reschid  einer  der  72 
Beinamen  Alis.  Nr.  52  ist  die  Geschichte  des  mir  persönlich  bekannten 
Seijid  Djasim.  Seine  Beschreibung  des  Paradieses,  des  Brunnens  Kl- 
kauthar,  des  Jujubenbaumes  u.s.w.  geht  im  wesentlichen  auf  koranische 
Anschauungen  zurück;  vgl.  Weit,  ßib/.  /.cg.  67 ff.  Auf  S.  99,  27  25 
ist  unter  dem  Ahnen  natürlich  Mohammed  zu  verstehen.  Zur  An- 
schauung „des  vor  seiner  Geburt  oder  ganz  jung  redenden  Kindes 
(Nr.  53)  vgl.  Cor.  3,  41;  19,  24";  Beidhawi  ed.  Fleischer  2,457;  „ Melu- 
sine 4,  228-232.  272-277.  297.  323-324.  405.447-448;  5,  36.  257— 
258;  6,  92—93;  7,  7a  141 ; MlCNE,  Dict.  des  Apocryphes  1,  983;  JÜLO,  30 
Mungo t.  Märchcnsamml.  2ioff.;  MA(,oudi  ed.  B.  DF.  Mevxari»  i,  130; 
Iun-ai.-Atik  ed.  Tornbero  1,311;  Antar  1,51;  Damiki  I,  51-  52; 
Bullet,  de  corrcsp.  africaine  III,  94;  JüNOD,  /.cs  chants  et  /es  contes  des 
Baronga  204  ff.  u.  175;  d’Herbei.ot,  cc1.de  Maestric irr  373;  Hammer, 
Gesch.  d.  schönen  Redekünste  Persiens  167  f.;  Sitzungsberichte  der  35 
Wiener  Acad.  VII,  644.  705.  739.  790:  DuNLOP-LlEBRECHT,  Gesch.  d. 
Prosad.  65. 100;  Landau,  Die  Quellen  des  Dekameron  238 f.;  LlEBRECHT, 
Zur  Volkskunde  21 1;  DE  PUYMAIiiRE,  Romanceiro  233;  Legende 
dorce  ed.  BRUNFT  i,  191.  354;  GUEULETTE,  Contes  chinois.  Cabinet 
des  fees  19,  19;  Bulletin  du  Folklore  II,  376".  40 


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(Jtlttgntt,  (TliuaraBifcEt  (ß<f(£ic6(tn  aus  5cm  Jraq. 


VII 


(Brammafifcder 

In  folgendem  gebe  ich,  um  das  Studium  der  neuarabischen  Ge- 
schichten zu  erleichtern,  einen  kurzen  grammatischen  Abriss.  Er 
will  im  wesentlichen  praktischen  Zwecken  dienen  und  auch  Nicht- 
5 arabisten  die  Möglichkeit  geben,  sich  in  den  Bauerndialekt  des  nörd- 
lichen Iraqs  einzuarbeiten.  Deshalb  habe  ich  arabische  Typen  und 
Literaturnachweise  vermieden.  Der  Gelehrte  wird  ohne  Schwierig- 
keiten merken,  wo  ich  von  meinen  Vorgängern  abhängig  bin  und 
wie  viel  ich  ihnen  verdanke.  Vollkommen  aber  habe  ich  der  Be- 
10  Ziehung  auf  «las  Schriftarabische  nicht  entraten  können. 


Erster  Teil:  Lautlehre. 

I.  Die  Konsonanten. 

§ L Das  Arabische  besitzt  folgende  Konsonanten: 

’ Llif  oder  Hamze,  umschrieben  in  In-  und  Auslaut  durch  (im 
.Anlaut  nicht  immer  umschrieben),  ist  ein  schwacher  Stimm- 
ansatz, der  zuweilen  durch  einen  vorhergehenden  Vokal,  ja 
sogar  Konsonanten  ganz  aufgehoben  wird:  magdar  für  uni 
njgiiur  ich  kann  nicht;  ras  für  ras  Kopf;  ii/ara  für  tnara  Frau. 
Im  Anfang  eines  Wortes  fällt  es  zuweilen  ganz  fort;  z.  B.  sas 
für  asiis  Fundamente,  bill  für  ibil  Kamele,  oder  es  verwandelt 
sich  in  u resp.  /;  z.  B.  uolem  = 'alam  Krankheit,  (asir  für 
' tssir  Gefangener. 

fi.  Dü  ist  deutsches  b.  / findet  sich  selten  in  persisch-türkischen  Lehn- 
wörtern, auch  mehr  nur  im  Stadtarabischen:  pähi  Hammelfuss. 

/.  Xä  ist  deutsches  t. 

/_  Xä  ist  hartes  englisches  t/i.  • 

g.  Oim  ist  italienisches  g vor  i und  e.  In  diesem  Buchstaben 
sind  zwei  Konsonanten  zusammengefallen.  Neben  dem  eigent- 
lichen Gim  wird  auch  g häufig  g gesprochen  (Palatalisierung), 
wird  gesprochen  wie  italienisches  c vor  i und  e.  Es  ist  die 
palatalisierte  Form  des  k. 

/,_  | Iä  ist  ein  starker  Hauchlaut,  der  hervorgebracht  wird,  indem 
man  die  Zunge  an  den  unteren  Gaumen  legt  und  durch  den 
verengten  Kehlkopf  ein  rauhes,  fast  heiseres  h hervorstüsst. 
In  //  verwandelt  sich  der  Laut  in  i/idai(c)l  für  ibdai(e)i  elf. 


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VIII 


QSWftäg«  ;ur  (Spt«c6irin'fnf4«f<. 


h.  Hä  ist  das  rauhe,  schweizerische  ch. 
d.  Dal  ist  deutsches  d. 

</.  Dal  ist  weiches  englisches  th.  Der  Druck  der  Zunge  gegen 
die  Zähne  ist  häufig  so  schwach,  dass  man  kaum  den  Unter- 
schied von  <{  merkt;  so  klingt  häda  dieser  meist  wie  häda ; 5 
Sädt  Affe  wie  iädl. 

r.  Rä  ist  das  Zungen-/-. 
z.  Zä  ist  weiches  s. 

s.  Sin  ist  scharfes  s,  das  in  der  Aussprache  von  y kaum  unter- 
schieden wird,  ln  der  Nähe  von  emphatischen  Lauten  hört  10 
man  mehr  s,  sonst  s.  Ganz  konsequent  ist  man  auch  hier  nicht. 

i.  Sin  ist  = sch. 

s.  Säd  ist  emphatisches  hartes  s (s.  o.). 

d.  Däd  ist  emphatisches,  weiches  englisches  th.  Man  spricht  es, 
indem  man,  die  Zunge  an  die  oberen  Zähne  gelegt  und  einen  15 
halben  Centimeter  hervorgestreckt,  ein  ganz  weiches  s spricht. 

Hs  ist  in  der  Aussprache  mit  z zusammengefallen. 

t.  Tä  ist  emphatisches  /. 

z.  Zä  wird  von  d nicht  mehr  unterschieden. 

i.  Ain  ist  ein  durch  Kehlpressung  entstandener  Laut,  inir  I’enis  20 
für  'air  scheint  auf  einer  Volketymologie  zu  beruhen. 
r.  Rein  ist  Zäpfchen-r. 

/ Fä  =/ 

</.  Qäf  ist  emphatisches  k.  Ks  kommt  nur  in  der  literarischen 
oder  städtischen  Sprache  entnommenen  oder  Fremdwörtern  25 
vor:  qadar  Geschick;  qur an  Koran;  qaraqivte  eine  Schüssel. 

In  allen  anderen  Fällen  wird  etymologisches  q wie  g oder  g 
(s.  o.)  gesprochen. 

k.  Käf  = k.  Über  die  palatalisierte  Form  c s.  o. 

/.  Läm  — /.  30 

///.  Mim  — ui. 
n.  Nun  — //. 
h.  Hä  = h. 

11.  Wau  ist  englisches  w , ein  Halbvokal.  Fis  wird  häufig  zu  /, 
wenn  i vorhergeht  und  a folgt:  f/t/im  Fasten,  dt  ihr  Gegenden;  35 
ebenso,  wenn  u und  /'  zusammenstossen;  z.  B.  aiiam  für  a(ij<vn 
Tage;  tai  für  fayi  Falten. 

{.  Jä  ist  englisches  y,  ein  Halbvokal. 


Besondere  Bemerkungen. 

§ 2.  1)  Verdoppelung.  Verdoppelte  Konsonanten  werden  stets  40 
deutlich  als  zwei  gehört.  Auch  am  Schlüsse  eines  Wortes  oder  einer 


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(pUtftner.  (n«uata6ifd)«  aue  6<m  ]raq.  IX 

Silbe  glaubte  ich  die  Verdoppelung  immer  hören  zu  können.  Für 
uu  und  (i  hört  man  tut  und  i(:  gälte  für  guuije  Kraft,  taiiib  für 
tafffi  gut 

2)  Mouillierung.  Einzelne  Konsonanten,  nämlich  d,  z,  /,  ///,  «, 
5 können  vor  i,  e(i)  mouilliert  ausgesprochen  werden:  tte(i)l  Schwanz, 

zefijn  schön,  te(i)le  Nacht,  mez  Tisch,  tlhe(i)t  du  hast  erwartet. 

3)  Palatalisierung,  q,  g und  k können  palatalisiert  als  g und  c 
ausgesprochen  werden.  Im  allgemeinen  lässt  sich  folgendes  konsta- 
tieren: In  der  Nähe  eines  /-Vokales  geht  g und  k meist  in  g und  c 

10  über;  in  der  Nähe  eines  «-Vokales  kommt  die  Aufrechterhaltuug  des 
g und  k und  die  Verwandlung  in  g und  c vor,  doch  so,  dass  beim 
Silbenschluss  der  ursprüngliche  Konsonant  meistens  beibehalten,  bei 
Silbenanfang  die  Verwandlung  stattfindet;  in  der  Nähe  eines  «-Vokales 
erhält  sich  g und  k gewöhnlich:  gir  Pech;  qügif,  tjäguf  stehend; 
>5  sandüg  PI.  senadig  Kiste;  lagrüg  PI.  iagarig  Frosch;  iälig  PI. 
iyHäg  verliebt.  Ganz  fest  sind  diese  Regeln  aber  nicht.  Zuweilen 
erhält  sich  z.  15.  der  ursprüngliche  Konsonant  auch  bei  einem  /-Vokal: 
kiteb  er  hat  geschrieben,  zuweilen  kommen  beide  Formen  neben  ein- 
ander vor:  Allah  (fgaiujik  und  iegatjqik  Gott  stärk  dich;  manink  und 
20  maniitc  koitiert. 

4)  Assimilierung.  Es  scheint,  dass  emphatische  Konsonanten 
speziell  q sich  vor  einer  folgenden  Tenuis  in  die  entsprechende  Tenuis 
verwandeln  können.  So  erkläre  ich  mir  kitel,  cetel  für  qitel  töten, 
utik(i)/  für  yäqfejl  Zeit.  Ob  auch  d vor  einem  emphatischen  Buch- 

25  staben  in  den  entsprechenden,  d.  h.  d,  verwandelt  werden  kann,  ist 
noch  unsicher.  Ich  hörte  und  sali  geschrieben  dic(e)r  für  dii(e)r 
Gedächtnis.  Indes  scheint  der  ganze  Stamm  dakar  nicht  dikar * zu 
lauten. 

5)  Differenzierung.  Auf  Differenzierung  beruht  vielleicht  die 
30  Form  tute  für  tüte  Maulbeerbaum.** 

6)  Wechsel  von  Konsonanten.  Die  Liquiden  r,  l,  n wechseln 
zuweilen  unter  einander:  qonfur  für  qa/tfitl  Konsul;  Isinaliu  für  hmalil 
IsmaeL 

7)  Assimilation  von  Konsonanten.  Am  häufigsten  werden  die  Li- 
35  quiden  / und  « dem  folgenden  Konsonanten  assimiliert.  Regelmässig 

wird  das  / des  Artikels  und  der  Präposition  ial  mit  dem  Artikel  dem 
folgenden  t,  t,  g,  c,  d,  d,  r,  z,  s,  l,  },  d,  t,  l und  « assimiliert.  Aber 
auch  in  anderen  Fällen  findet  sich  die  Assimilation:  bitt  fiir  bin!  Tochter; 
qe(i)r^rah  für  ue(iju  rü(t  wohin  ist  er  gegangen,  ketenm  für  kitelnl  er 


40  * Das  / in  teskere  Rillet  ist  auf  türkische  Rechnung  zu  setzen. 

**  Möglich  auch,  weil  cs  Lehnwort  aus  «lern  Aramäischen  ist,  wo  das  / aspiriert 
gesprochen  wurde. 


X 


jur  funtttfc8«n  j&pracfSwifftnfcSaft. 


hat  mich  getötet,  gittjak  ich  sagte  dir.  Sonst  merke  uudd  für  ijotcd 
Zeltpflock;  miff  für  mif/  Hälfte,  gedd  für  qadar  Betrag. 

8)  Metathese  von  Konsonanten.  Zuweilen  zeigen  die  Konso- 
nanten einer  Wurzel  eine  andere  Reihenfolge  als  im  Schriftarabischen. 
Doch  sind  die  Fälle  der  Metathesis  im  ganzen  selten:  ftfcäuuez  für  5 
und  neben  trzamitg  sich  verheiraten;  gadhe  für  gahde  Griff;  'nies  für 
jais  verzweifeln* 


II.  Die  Vokale 


§ 3.  Man  unterscheidet  im  Arabischen  im  wesentlichen  folgende 
Vokale:  i° 


n reines  a, 
ii  zwischen  a und  c, 

a zwischen  a lind  o, 

n zwischen  n und  i, 

e reines  c, 
e zwischen  e und  i, 
i reines  /, 


y zwischen  i und  ii, 
ii  reines  ii, 
n reines  o, 
ii  zwischen  e und  o, 
o zwischen  o und  u, 
n reines  n. 


'5 


<(i)  ==  r mit  nachklappendem  i, 
of ii)  — p mit  nachklappendem  n. 
fijr  — e mit  vorklappendem 

it,  n u.  s.  w.  lang  und  betont,  d,  ii  u.  s.  w.  kürzeste,  unbetonte 

a,  ii  u.  s.  w.  lang  und  unbetont,  Vokale, 

A,  ii  u.  s.  w.  kurz  und  betont,  (n),  (ii)  u.  s.  w.  kiirzeste,  zufällige 

n,  ii  u.  s.  w.  kurz  und  unbetont,  Vokale.  25 


11  i = n + /', 

ei  = e -f- 

11 11  = 11  + 11, 

ui  — o -)-  /', 


Die  \"okale  spielen  im  Arabischen  lange  nicht  die  Rolle  wie  in 
den  europäischen  Sprachen.  Das  Feste  im  Worte  sind  die  Konso- 
nanten, auf  deren  Aussprache  es  besonders  ankommt.  Die  Vokale 
sind  viel  fliessender  und  gehen  viel  leichter  in  einander  über.  Be- 
sonders auffällig  ist  die  Beeinflussung  der  Vokale  durch  die  Natur  30 
der  daneben  stehenden  Konsonanten. 

Im  Schriftarabischen  unterscheidet  man  nur  drei  Vokale,  11,  i,  11, 
die  auch  wir  als  Grundvokale  ansehen  wollen. 

1)  A-Vokale.  a)  kurze,  a)  Reines  kurzes  a erhält  sich  besonders 
bei  Gutturalen  (einschliesslich  r),  die  überhaupt  eine  ausgeprägte  Vor-  .35 
liebe  für  den  tf-Vokal  zeigen,  allen  voran  i,  und  einigen  emphatischen 
Lauten  (speziell  g):  ah  ad  einer;  har(c)h  Krieg;  iag(e}d  Knoten; 
Sarah  trinken;  ga/(u)b  Herz.  — b)  Als  n erscheint  es  besonders  vor  r: 


* Diese  Metathese  findet  sieh  auch  schon  im  Schriftarahischcn. 


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gnttßtur,  (U{uara6tf4<  ßifdhcSfin  aue  itm  3^aq. 


XI 


bär( e)d  Kälte.  — c)  Ein  Zwischenvokal  zwischen  a und  i erscheint  vor  h : 
{ahffr  er  gräbt  — d)  Als  6 zuweilen  im  Imperfekt  der  Verba  prim,  i\ 
l'ö3(ö)byr  er  überschreitet,  und  im  Verbum  öntit  er  hat  gegeben.  — 
e)  Nach  o hin  (a  und  o sind  nicht  immer  leicht  zu  unterscheiden) 
trübt  sich  a unter  dem  Einflüsse  der  emphatischen  Huchstaben 
s , t,  d und  «:  hält  setzen;  (qbah  kochen;  uäruar  Revolver.  — f)  Meist 
verwandelt  u den  «-Vokal  aber  in  reines  o oder  «:  tjo/ed  Sohn, 
yos(e)t  Mitte,  tjuga/i  Gesicht.  So  erklärt  es  sich  auch,  dass  aus  der 
Silbe  atja,  aui  immer  üa,  ut  wird:  niuitir  Wächter,  (i)bdul  Beduine, 
io  guauid  Kuppler.  — g)  In  reines  « verwandelt  sich  auch  das  a der 
Verba  nach  tler  Form  falal  (s.  u.),  wenn  ein  Labial  (»/,  f auch  b) 
oder  ein  emphatischer  Laut  auf  eine  kurze,  offene  Silbe  folgt:  ditfar 
stossen,  l er üb  au  sie  haben  getrunken,  (e)hlüset  sie  ist  beendigt. 
Hei  Nominalformen  findet  sich  häufig  dieselbe  Erscheinung,  sogar  auch, 
15  wenn  der  «-haltige  Konsonant  die  Silbe  schliesst:  gusab  Rohr;  mutar 
Regen ; mitgasf  Scheere;  rtnn&d  Asche;  tnürrib  Westen,  mugbera  Kirch- 
hof, aber  gabiaSr  Grab.  — b)  In  allen  anderen  Fällen  erscheint  a als  <•: 
senc  Jahr,  iebir  gross.  — i)  Treffen  zwei  solche  e zusammen,  so 
wird  der  erste  gern  in  / oder  f differenziert:  sfbeb  Grund;  bi  Ul  töten. 
20  Zuweilen  ist  dieser  Vokal  sogar  beim  Verbum  stehen  geblieben, 
wenn  die  zweite  Silbe  a,  nicht  e hat:  dikar  erwähnen,  rikab  reiten, 
signl  wegtragen. 

bi  lange,  a)  I-anges  a bleibt  meist  unverändert.  — b)  In  der  Nahe 
eines  y oder  emphatischer  I-aute  nimmt  es  eine  Färbung  nach  0 an: 
25  uarim  angeschwollen,  hallin  legende. 

2)  I-Vokale.  kurze,  a)  Kurzes  i bleibt  gewöhnlich  stehen.  — 
b>  Vor  emphatischen  Lauten  geht  es  gern  in  « über:  lüiniit  (das 
Schwert)  ziehend;  (tämud  sauer.  — c)  Hei  h und  r wird  es  als  f,  u, 
sogar  a gehört:  r<bhän  gewinnend;  dauuar  suche.  — d)  Vor  i wird 
-,o  es  immer  zu  11:  näfai(a)  nützlich,  häufig  auch  nach  i:  itirag  Iraij ; 
iagäl  Strick  um  das  Kopftuch;  lau  an  Zügel;  laneb  Weintrauben.  — 
6)  Wenn  das  i bei  //  und  i stehen  bleibt,  wird  es  mehr  nach  o,  y 
gesprochen:  iyl(i)m  Wissenschaft;  h'önfa  Weizen,  iydde  Zahl;  hyss 
Stimme. 

35  b)  lange,  a)  Langes  i bleibt  meist  unverändert  bestehen.  — 
b)  Vor  Labialen  wird  es  etwas  dunkler  (y)  gesprochen:  <fa iyf  schwach. 
— C)  Bei  emphatischen  Lauten  bekommt  es  eine  Schattierung  nach 
e{e)'.  len  Lehm;  tis  l’odex;  zeta  Bachstelze.  — d)  Vor  r wird  cs 
häufig  als  reines  i gehört:  tera  türkisches  Pfund. 

4 o 3)  U-Vokale.  a)  kurze,  a)  Kurzes  u wird  meist  in  ; verwandelt: 
ki/l  jeder;  iäkil  er  isst.  — b)  Es  hält  sich  nur  -bei  Labialen  und 
emphatischen  Lauten:  kub(ä)r  Grösse;  i?nuf(  er  bespringt.  g nimmt 
eine  Mittelstufe  ein;  es  erhält  den  «-Vokal  und  verwandelt  ihn  auch 


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XII 


Qßtürägc  ;ur  (Vmütfdittt  JäpratHwifrtnfcäoft. 


in  i:  ifdugg,  Iedigg(gg)  er  schlägt;  nigra,  nugra  Loch.  — C)  Bei  h 
und  r klingt  es  nach  v\  hybb  Liebe;  dyrre  Perle.  — d)  Bei  ü nach 
o oder  y:  iom(ii)r  Leben;  iyrfejs  Hochzeit.  — e)  Merkwürdig  ist  die 
Form  'ahif  tausende  für  ’u/üf  wo  das  ’ den  </- Vokal  hält. 

bl  lange,  a)  Langes  //  bleibt  stehen.  — b)  Nur  geht  es  vor  r 5 
manchmal  in  i>  über:  sbr  Mauer;  sbra  Bild. 

4}  4.  Diphthonge,  a)  Reine  Diphthonge  haben  sich  selten  er- 
halten, zuweilen  bei  ’ und  i:  ’auräg  Blätter;  iein  Auge.  — b)  Ständig 
aber  bei  Verdoppelung  \ai{,  eil,  all!iY-  fai/ib  gut;  meilit  tot;  ’aiiijai 
Anfang.  — c)  Der  Diphthong  oi  findet  sich  in  tttoi  Wasser,  das  eigent-  10 
lieh  ein  Deminutiv  von  >nii  ist.  — d)  Im  allgemeinen  werden  die 
Diphthonge  als  c und  o mit  nachklappendem  1 und  u gehört:  ge(i)d 
Sommer;  mb(u)t  Tod.  — e)  e mit  vorklappendem  / kommt  bei  mouil- 
lierten Konsonanten  vor:  t(i)c(i)/e  oder  ie(i)le  Nacht;  d(i)c(i)l  oder 
de(i)l  Schwanz.  15 

§ 5.  Quantität  der  Vokale,  a)  Hinsichtlich  der  Quantität  der 
Vokale  kann  man  unterscheiden:  lange,  kurze  und  kürzeste.  Hierzu 
kommen  dann  noch  die  sogenannten  Hilfsvokale,  die  euphonischen 
und  furtiven  (s.  § 7). 

b)  Lange  Vokale  werden  meist  in  doppelt  geschlossener  Silbe  20 
verkürzt:  h'gii/ah  du  sagst  ihm.  — c)  In  einfach  geschlossener  Silbe 
bleibt  die  Länge  bestehen;  doch  wird  die  lange,  unbetonte  Endsilbe 
eines  Wortes  verkürzt,  wenn  es  mit  dem  folgenden,  mit  einem  Konso- 
nanten beginnenden  Worte  zusammengesprochen  wird:  inäi(a)na 
hnc hi  der  Sinn  des  Sprichwortes;  mfjrith  gehst  du  nicht?;  häda 25 
llirkttd  derjenige,  welcher  läuft;  aber  ma^lhuui  was  ist  ihnen?  — 
d)  Neigung  zur  Verkürzung  zeigen  lange  Vokale  auch  in  der  unbe- 
tonten Endsilbe:  kitclma  für  kitebna  wir  haben  geschrieben,  und  un- 
mittelbar vor  einer  langen,  betonten  Silbe:  baramiie  für  barawiir 
Räuber;  Da  üd  für  Da' yd  David.  — 6)  Unregelmässig  ist  die  Ver-  30 
kürzung  von  ri,  ii ' was?  aus  ’ai  iefij. 

I)  Kurze  Silben  können  eventuell  verlängert  werden,  wenn  ein 
besonderer  Ton  darauf  gelegt  wird,  z.  B.  beim  Rufen:  (ä  Fatma 
o Fatrne.  — g)  Sonst  merke  besonders  hit  a für  hu' a er,  hi' a für 
hi  a sie.  35 

h)  Kurze  Vokale  werden  aber  häufig  noch  weiter  zu  kürzesten 
verkürzt,  wenn  eine  lange  betonte,  oder  wenigstens  betonte  Silbe  vor- 
hergeht oder  folgt:  ijä/irak  dein  Gemüt;  Irgiim  er  steht.  — i)  Zu- 
weilen hört  sich  die  Vorsatzsilbe  if  beim  Verbum  fast  wie  ein  Vokal 
an:  nid  er  will.  40 

§ 6.  Wegfall  von  Vokalen,  a)  Kürzeste  Vokale  können  aus- 
fallen,  besonders  wenn  eine  (lange  und)  betonte  Silbe  vorhergeht  oder 
folgt,  sofern  durch  den  Ausfall  nicht  zwei  vokallose  Konsonanten  zu- 


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QTUißner,  (Tt«uara8ifc$<  <B«(c8k8<<n  au*  8tm  3'aq.  XIII 

sammentreffen.  hältak  für  und  neben  hä/i'tak  deine  Tante,  biitäb  für 
und  neben  bicetäb  mit  einem  Briefe.  — b)  Wenn  zwei  Silben  mit 
kürzesten  oder  kurzen  Vokalen  auf  einander  folgen,  können  sie  so 
stehen  bleiben,  oder  in  eine  Silbe  zusammengezogen  werden:  fttfbah- 
5 har  oder  (i/bahhar  er  ist  erstaunt;  shnce  aus  setnece  ein  Fisch. 

$ 7.  Annahme  neuer  Vokale,  a)  Wenn  kürzeste  Vokale  aus- 
fallen  und  dadurch  ein  Zusammentreffen  zweier  vokalloser  Konso- 
nanten herbeigefiihrt  würde,  treten  Hilfsvokale  ein:  (i)itibuu  für  Irtibau 
sie  haben  geschrieben;  i?d(i)fnwt  für  lidftnün  sie  beerdigen. 

IO  b)  Wörter,  die  auf  zwei  verschiedene  Konsonanten  ausgehen, 
schieben  fast  ausnahmslos  einen  euphonischen  Hilfsvokal  ein:  si/bfajh 
Morgen;  gal(u)b  Herz;  kiteb(c)t  du  hast  geschrieben.  Die  Annahme 
eines  Hilfsvokales  hinter  dem  Nomen  ist  seltener:  iand(e)hum  bei 
ihnen  * 

>5  C)  Einige  Buchstaben,  fast  ausnahmslos  Gutturale,  nehmen  furtive 
Hilfsvokale  an.  i ruft  immer  einen  a -Vokal  hinter  sich  hervor: 
rabi(a)  Genossen;  näfai(a)  nützlich.  — d)  b (auch  d)  schiebt  zuweilen 
zwischen  sich  und  vorhergehendes  i und  n ein  furtives  a ein:  asi(a)h 
ich  rufe;  t/bi(a)4  sie  legt  Eier.  — 6)  Viele  Verba  prim.  gutt.  schieben 
oo  im  Jmperfectum  auch  ein  furtives  a ein,  das  sie  dann  merkwürdiger- 
weise sogar  betonen  («$  58):  i?h(a)(ub  er  sucht  Holz;  fei(d)byr  er 
überschreitet;  jjfift tiiui  er  heult. 

Der  Akzent. 

§ 8.  Abschliessende  Regeln  über  den  Akzent  zu  geben,  ist  sehr 
15  schwierig.  Einige  Unregelmässigkeiten  und  Analogiebildungen  werden 
bei  der  Lehre  vom  Nomen  und  Verbum  erörtert  werden  müssen. 
Ebenso  wie  in  anderen  Sprachen  kann  natürlich  ein  Wort  je  nach  der 
Wortstellung  und  Bedeutung  im  Satze  verschieden  betont  werden. 
Hei  vielen  Formen  schwebt  der  Ton,  sodass  es  geradezu  unmöglich 
30  ist,  die  betonte  Silbe  anzugeben;  man  hört  lehclak  nach  Hause,  bald 
därfujbml,  bald  diirfujbna  unser  Weg.  Ich  glaube,  nach  meiner  Er- 
fahrung sagen  zu  können,  dass  in  der  Sprache  des  gewöhnlichen 
Lebens  die  Tendenz  herrscht,  bei  der  Wahl  zwischen  der  vor-  und 
drittletzten  die  Pänultima  zu  betonen.  Im  allgemeinen  merke  man 
35  sich  folgendes: 

a)  Einsilbige  Worte  haben  den  Ton:  bc(i)t  Haus;  am  sein; 
lait(e)tn  Fleisch.  Ohne  Akzent  sind  nur  kurze  Wörter,  die  sich  eng 
an  ein  vorhergehendes  oder  folgendes  betontes  Wort  anschliessen: 
i/tcü  lt  erzählt  mir;  mtjgül  sagst  du  nicht? 

40  * Im  allgemeinen  werden  diese  Ililfsvokale  hei  der  Silben/ählung  ignoriert,  zu- 

weilen haben  es  abcT  doch  verstanden,  sich  Geltung  zu  verschaffen. 


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XIV 


Qßrifrügt  ;ur  ftmittfcßcn  l&pracSwtffrnfcSaff. 


b)  Die  letzte  Silbe  hat  den  Ton,  wenn  sie  lang  und  durch  einen 
Konsonanten,  oder  kurz  und  durch  zwei  Konsonanten  (zwischen  denen 
dann  ein  Hilfsvokal  steht)  geschlossen  ist:  cebir  gross;  kitebfejt  du 
hast  geschrieben. 

C)  Sonst  geht  der  Akzent  zurück,  bis  er  eine  lange  oder  ge-  5 
schlossene  Silbe  findet;  ist  das  nicht  der  Fall,  so  wird  die  von  der 
Kndung  aus  letzte  Silbe  betont:  iebirt  grosse  (Fern.);  siifaret  sie  reiste; 
mürrebi  Westlander;  hinam  Schafe;  idmale  Arbeiter. 

Ausnahmen:  a)  Wenn  die  vorletzte  und  drittletzte  Silbe  offen 
und  kurz  sind,  hält  sich  der  Ton  auf  der  drittletzten  nur  selten  (es  10 
scheint  das  mehr  städtische  Sitte  zu  sein):  'ümard  Fürsten;  tigere 
ein  Baum,  ubledi  mein  Sohn.  — b)  Gewöhnlich  wird  dann  (nach 
beduinischer  Sitte)  die  vorletzte  Silbe  betont:  (e)ktibau  sie  schrieben; 
inmdlet  sie  that;  (e)htibe  ein  Stück  Holz;  (c)lbiie  ein  Netz;  ( ijbdni 
Beduine;  ranlml  mein  Schaf;  dcrubitäh  sie  schlug  ihn  (und  aus  Ana-  15 
logie  auch  hotjitäh  sie  legte  ihn  u.  s.  w.).  — c)  Dieses  Prinzip  ist  so- 
gar so  mächtig,  zu  veranlassen,  dass  bei  Imperfektbildungen  von 
Verben  prim.  gutt.  der  eingeschobene  Hilfsvokal  betont  wird:  tfi(d)byr 
er  überschreitet  (s.  o.  § 6).  — d)  Eine  weitere  Unregelmässigkeit  ist 
es,  dass  bei  dem  Perfectum  der  VII.  und  VIII.  Form  (s.  u.  § 56)  die  20 
vorletzte  Silbe  betont  wird:  inhesem  er  ist  entflohen;  i/tihem  er  hat 
verstanden.  — 6)  Im  Imperfectum  und  den  davon  abgeleiteten  Tem- 
pora wird  zwar  regelrecht  die  drittletzte  Silbe  betont,  aber  auch  hier 
macht  sich  immer  mehr  die  Gewohnheit  geltend,  den  Ton  auf  die 
vorletzte  Silbe  zu  legen:  iiftehim  er  versteht;  minhizim  fliehend;  25 
ninhddär  wir  treten  ein*  — f)  Merkwürdig  ist  die  Sitte,  bei  «lern 
Imperativ  der  I.  Form  im  Singular  die  drittletzte,  im  Plural  die  vor- 
letzte Silbe  zu  betonen:  ilrab,  iirabi,  aber  isrdlnt,  ilrdben  trinke, 
trinket. 


Zweiter  Teil:  Formenlehre  30 

(mit  syntaktischen  Bemerkungen). 

I.  Die  Pronomina. 

1.  Pronomina  personalia. 

§ 9.  Die  Personalpronomina  lauten: 

a)  Singular  Plural  35 

3.  Pers.  m.  hua,  h/ja  er  htnnma  sie  (Männer) 

3.  Pers.  f.  lu  a,  hie  sic  kenne  sie  (Frauen). 

* Ich  bin  meiner  Sache  in  betreff  dieses  Punktes  allerdings  nicht  ganz  sicher. 
Möglich  ist  es  auch,  dass  sich  in  diesen  Formen  der  oben  erwähnte  schwebende 
Ton  bemerkbar  macht.  4° 


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(Tllnfjner,  (JUuaraSifeflc  0t|c8t4(«n  au«  6cm  Jux). 


XV 


Singular  Plural 

2.  Pers.  m,  inte  du  intum,  intu  ihr  (Männer) 

2.  Pers.  f.  inti  du  (Frau)  inten  ihr  (Frauen) 

l.  Pers.  äni  ich.  eh  net  wir. 

5 b)  Die  abgekürzte  Form  hu,  hl,  hum,  hinn  nimmt  das  Pronomen 
an,  wenn  es  einigen  Wörtern  zur  Verstärkung  angehängt  wird:  min/itt 
wer?;  ha ifäldhi  sie  noch;  hadentü  iinhinn  was  sind  sie?,  und  selten, 
wenn  es  in  der  Bedeutung  eines  Demonstrativpronomens  steht:  hi 
nö(n)be  dies  Mal,  jetzt;  ///",  hin  so.  — C)  Die  obliquen  Casus  der 
ic  Personalpronomina  werden  durch  Suffixe,  die  dem  Nomen  oder  Ver- 
bum angehängt  sind,  ausgedrückt.  Näheres  darüber  s.  in  §§  41  und  80. 
- d)  Die  im  Schriftarabischen  häufig  vorkommende  Verbindung  von 
i/'lä  mit  Suffixen  zum  Ausdruck  des  pronominalen  Objekts  hat  sich 
nur  noch  bei  der  Präposition  yifä  (s.  § 47)  und  bei  Verben  mit  zwei 
■5  Objekten  erhalten:  uiiäkum  mit  euch;  ontamiahinn  er  gab  sie  mir. 

2.  Pronomina  demonstrative 

§ 10.  a)  Die  auf  einen  näher  liegenden  Gegenstand  hinweisenden 
Pronomina  lauten: 

Singular  Plural 

20  Masc.  hä  da  dieser  hadö/e  diese  (Männer) 

Fein,  /lädt,  hä’i  diese.  hadcnnt  diese  (Frauen). 

b)  Diese  Formen  verschmelzen  mit  dem  Artikel  häufig  zu  hat, 
hei.  hat ädamt  dieser  Mensch;  heggihäd  dieser  Krieg;  het  auädim 
diese  Menschen.  — c)  Das  auf  entferntere  Gegenstände  hinweisende 
25  Pronomen  lautet:  däk,  dälik  jener,  die  jene.  Meist  wird  es  durch 
vorangestelltes  ha  verstärkt  und  lautet:  hadäk  jener,  ha  die  jene, 
hetdöläk  jene.  — d)  Das  zum  Pronomen  demonstrativum  gehörige 
Substantiv  hat  immer  den  Artikel,  wenn  es  nicht  anderweitig  deter- 
miniert ist:  Iteidei^rreggeil  dieser  Mann;  ha  die  ehnara  jene  Frau; 
50  hä  da  eelämak  diese  deine  Rede. 

3.  Pronomina  interrogativa. 

« 11.  a)  Die  substantivischen  Pronomina  interrogativa  waren 
ursprünglich  men  wer?,  mä  was?  Das  zweite  Wort  ist  aus  der  direkten 
FYage  wohl  ganz  verschwunden,  men  wird  alleinstehend  hauptsächlich 
35  in  obliquen  Casus  gebraucht:  inti  bitt  men  wessen  Tochter  bist  du?; 
(i)hnen  häda  wem  gehört  das?  — b)  Im  Nominativ  wird  men  fast 
durchgängig  mit  hu,  hi  u.  s.  w.  (s.  § 9b)  verbunden:  minhtt  heida  wer 
ist  das?  — C)  Das  neutrale  Fragepronomen  hat  gewöhnlich  die  Form: 
,i  ii  1 (vor  Vokalen)  und  sehr  selten  iii:  iftrrid  was  willst  du? 


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XVI 


Qßd'Iräg«  jur  fmitifcSoi  ^pra^iriff<nrcEaf(. 


iäku  iandak  was  hast  du?;  oder  mit  hu,  In  u.  s.  w.  erweitert  Huhu, 
iiiiln*  u.  s.  w.:  hadcnnt  linhinn  was  sind  jene? 

a)  Das  adjektivische  Pronomen  welcher?  ist  ai,  aiie  (für  das  Mas- 
culinum,  Femininum  und  Plural):  in/a  ai  shfha  nach  welcher  Seite?; 
ai  Mfltamnud  welcher  Mohammed?  — b)  Auch  hier  werden  gern  5 
die  mit  hu,  hi  u.  s.  w.  verlängerten  Formen  aihu,  ni[ähu  oder  in/tn 
gebraucht. 

4.  Pronomina  relativa. 

§ 12.  a)  Das  Relativpronomen  lautet  dlädt  für  das  Masculinum, 
Femininum  und  den  Plural.  — b)  Häufiger  sind  die  abgekürzten  10 
Formen  clh  uiul  eh  elh  resp.  einstig  czzumitl  derjenige,  welcher  den 
Esel  antreibt.  — C)  In  Verbindung  mit  hitda  lautet  die  Form  hdl, 
derjenige,  welcher,  mit  in  leih  o du,  der.  — d)  Daneben  werden  zu- 
weilen die  ursprünglich  interrogativen  Pronomina  nun  derjenige, 
welcher,  tun  dasjenige,  was  relativ  gebraucht:  nun  iigiti  wer  sagt.  — 15  ' 

e)  Das  Relativpronomen,  welches  auf  ein  indeterminiertes  Nomen 
folgt,  wird  gar  nicht  ausgedrückt,  sondern  ausgelassen:  knffar  mit 
icl(a)refim  tn  Allah  ualä^l'nul’i/n  Ungläubige,  welche  weder  Gott 
noch  die  Propheten  kennen.  Ausnahmen  von  dieser  Regel  sind  sehr 
selten;  kommen  solche  Falle  vor,  so  steht  das  Nomen,  von  welchem  so 
der  Relativsatz  abhängig  ist,  im  Status  constructus  (s.  § 38):  iaht 
sa/hat  clh  mii  bi  ha  tjib/n  nach  einer  Seite,  wo  nicht  die  Gebets- 
richtung ist.  — f)  Steht  das  Relativpronomen  in  einem  obliquen  Casus 
oiler  ist  es  von  einer  Präposition  abhängig,  so  muss  die  Beziehung 
im  Relativsatz  durch  ein  Suffix  resp.  durch  die  Präposition  mit  dem  25 
Suffixe  aufgenommen  werden,  sei  es,  dass  er  mit  oder  ohne  c//,n/i 
gebildet  wird:  crriggul  eilt  /izan(c)t  idah  der  Mann,  dessen  Hand 
ich  erfasste;  cttahfejt  clh  au(e)t  gä lad  la/ifijh  der  Thron,  auf  dem 
ich  sass;  (obbe(i)t  bibistän  bi/t  algär  ketirc  ich  betrat  einen  Garten, 
in  dem  viele  Bäume  sind.  3o 

5.  Pronomina  reflexiva  und  reciproca. 

§ 13.  a)  Das  reflexive  Pronomen  wird  selten  durch  das  einfache 
Suffix,  meist  durch  die  Substantiva  nef  ejs  (Seele),  ruh  (Geist)  gebildet: 
sautjn  nefsäh  (rit/tah)  mciiit  er  stellte  sich  tot.  — b)  Um  das  Wort 
„selbst“  auszudrücken,  wendet  man  dieselben  Substantiva  bei  Per-  3; 
sonen,  lein  (Auge)  bei  Sachen  an,  alleinstehend  oder  mit  der 

* //,  ist  aus  klassischem  «/;'«  letin  welche  Sache?  entstanden.  Die  Verkürzung 
des  Vokales  ist  sehr  merkwürdig;  als  lang  ist  er  nur  noch  selten  erhalten:  fe( t) 
lalayc(i)i  warum?;  b(( i)l  wie  teuer?  Das  n in  der  Form  sinhu  ist  das  der  Kunation 
(s.  § 39)  von  letin.  4o 


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(JtUißtur,  (JUuara6ifc8<  ßtfdjtdiön  au«  6<m  3taq.  XVII 

Präposition  bi:  inte  nefsak  du  selbst;  elcis  (i)bSein(ut  der  Beutel 
selbst.  — c)  „Einander"  wird  ausgedruckt  durch  baS(ä)tjhum  bai(a)d: 
gälau  baSfdJtjhum  bai(a)4  sie  sagten  einander. 

6.  Unbestimmte  Pronomina. 

s § 14.  a)  „Man"  wird  ausgedrückt  durch  die  3.  Pers.  PI.  oder  die 
2.  Pers.  Sing,  des  Verbums:  jeguhin  man  sagt;  ya ' iJajnlid(e)t  und 
wenn  man  fragt;  oder  durch  ennäs  (die  Menschen).  — b)  „Jemand, 
einer"  ah  ad',  yähfd\  fär(e)d\  fär(e)d  uähfd.  — Die  beiden  letzten 
Formen  dienen  auch  als  unbestimmter  Artikel;  färfejd  allein  wird 
10  zuweilen  den  Zahlen  abundierend  vorangesetzt,  drückt  aber  auch  „un- 
gefähr“ aus:  farlejd  rejdgil  etRe(i)n  zwei  Männer;  färed  ialrin  näs  un- 
gefähr 20  Leute.  — c)  „Niemand"  mahad,  mämiS  ah  ad.  -d)  „Einige" 
fern,  Herrn,  mit  dem  Singular  verbunden:  Herrn  qir(e)S  einige  Piaster.  — 
6)  „Jeder"  kill  ahad,  kill  yähfd,  eddinje  (die  Welt).  — kill  ist  eigent- 
1 5 lieh  ein  Substantiv  mit  der  Bedeutung  „Totalität“.  Deshalb  wird  es  so 
konstruiert,  dass  entweder  ein  Genitiv  davon  abhängt,  oder  dass  es  mit 
einem  Suffix  appositioneil  dahinter  gestellt  wird:  kill  eddinie  oder 
eddinje*  kil/ha  die  ganze  Welt.  — f)  „N.  N."  filän,  filän,  Fern. 
ff/äne.  Davon  ein  Adjektiv  ftlani,  ftUanije  zu  N.  N.  gehörig.  Im 
20  gewöhnlichen  Leben  wird  dafür  häufiger  sismiiü,  sisntak  (wie  ist  sein, 
dein  Name?)  gebraucht:  gibh  badet  iismä/t  bring  mir  das  Dings  da; 
inte  Sisntak  du  da  N.  N.  Sonst  wählt  man  in  der  Anrede  an  eine 
dem  Namen  nach  unbekannte  Person  irgend  einen  Titel:  ja  Stimmt, 
ja  (taggt,  oder,  speziell  bei  Niedrigerstehenden:  ttä/ak  Fern,  ualic.  — 
25  g)  „Etwas“  Se(ij\  ic(i)  (taga\  Sueije  ein  wenig.  — h)  „Nichts"  mit . . . 
Ie(i);  maku,  ntaktt  fär(e)d  le(i):  mä  Sandl  ie(i)  ich  habe  nichts;  ahsan 
min  miikti  besser  als  nichts.  — i)  „Alles"  kill  Se(iJ\  gemil(a) _iie(i). 
Für  die  Konstruktion  dieser  Nomina  s.  o.  unter  e. 

II.  Die  Nomina. 

jo  1.  Die  Formen  der  Nomina. 

i 15.  Die  eigentlichen  Nomina  werden  in  Substantiva  und  Ad- 
jectiva  eingeteilt.  Sie  haben  sehr  mannigfache  Formen,  die  entweder 
durch  Veränderungen  der  Vokale  und  Konsonanten  des  Stammes 
oder  durch  Präfixe  und  Affixe  gebildet  werden.  Die  Wurzeln  dieser 
35  Formen  sind  in  der  überwiegenden  Mehrzahl  dreiradikalig,  zwei- 
oder  vier-  bis  fünfradikalige  sind  selten.  Als  Paradigma  wird  nach 

♦ tddinje  dient  zuweilen  auch  zum  Ausdruck  fiir  „cs“:  eddinie  mutar  „die  Welt 
ist  Reuen“  für  „es  regnet“. 

Beiträge  zur  itnil.  Sprachwissenschaft.  V.  |S 


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XVIII 


QSJ/ttrig/  ;ur  ftmiftfcßfn  SpradSwifftnfySafl. 


dem  Vorgänge  der  arabischen  Grammatiker  der  Stamm  fl!  (thun) 
genommen,  und  man  bezeichnet  z.  B.  eine  Form  mit  einem  kurzen  u in 
erster  Silbe  als  fu  il,  eine  Form  mit  präfigiertem  tu  und  zwei  kurzen 
«-Vokalen  als  mafial. 

Bildung  durch  innere  Mittel.  5 

§16.  a)  Nomina  kürzester  Bildung,  d.  h.  mit  weniger  als  drei 
Radikalen  sind  selten:  ab  Vater,  ah  Bruder,  bin t Tochter.  — b)  Alte 
zweiradikalige  sind  meist  in  dreiradikalige  verwandelt:  is(e)nt  Name 
aus  sim ; deinm  Blut  aus  dcm\  ieffc  Lippe  aus  Sc/e\  id  Hand  aus  (cd. 

— c)  Einige  triliterale  Nomina  pr.  Harnz.  werfen  ihr  Hamza  weg,  io 
machen  dann  aber  aus  dem  biliteralen  Nomen  auf  irgend  eine  Weise 
ein  triliterales:  säs  Fundamente  aus  asäs ; bi//  Kamele  aus  ibil.  — 
d)  Auch  bei  tihft)/  Familie  ist  die  erste  Silbe  häufig  kaum  hörbar, 
ebenso  bei  äbai/ak,  tl/jat/ak  dein  Väterchen,  Brüderchen.  — e)  Merke 
auch  hcle  willkommen  für  und  neben  a/t/an.  15 

§ 17.  Bildungen  dreiradikaliger  Nomina,  a)  Ein  Unter- 
schied zwischen  Formen,  deren  zweiter  Radikal  im  Schriftarabischen 
vokallos  oder  mit  einem  Vokal  versehen  ist,  kann  ohne  weiteres 
nicht  gemacht  werden,  da  die  ersten  in  der  zweiten  Silbe  fast 
immer  einen  llilfsvokal  einschiehen.  So  sind  Formen  fall,  fit/,  20 
fuil * gleichlautend  mit  fa/a/  u.  s.  w..:  därfiiji  Weg,  tib(c)tt  Stroh, 
knb(ä)r  Grösse,  aber  qa/am  Griffel,  bnfal  Zwiebel,  joled  Sohn.  — 
b)  Auf  den  llilfsvokal  verzichten  nur  Nomina  von  Stämmen  med. 
infirm,  (3  ein  Auge;  jn(n)w  Tagei,  med.  gern,  (murr  bitter),  tert.  in- 
firm. (weil  gehen;  iafu  Verzeihung)  und  einige  wenige  andere 
Wörter  (bin/  Tochter).  — C)  Die  Feminina  dieser  Formen  werden 
gebildet  durch  Antritt  eines  a,  c,  wobei  dann  der  zweite  Vokal  ent- 
weder ausfallt,  oder  beibehalten  und  dann  meist  betont  wird  (s.  o. 

§ 8):  nah/e  Palme;  sinne  Fisch ; (e)hiibe**  Stück  Holz;  (e)gliife  Vorhaut. 

§ 18.  a)  Nomina  mit  langem  a zwischen  dem  1.  und  2.  Radikal  30 
(fäiil,  fä  3a/).*  Neben  der  gewöhnlichen  Verwendung  der  Form  für 
das  Part  Act.  kommt  sie  auch  bei  Substantiven  vor:  Snrib  Schnurr- 
bart; /drei  Bote;  iä’fb  Greis;  hä/tir  llerz;  bäcer  morgen;  kärid  Papier; 
sä/i  Ufer;  sd/ife  Geschichte.  — b)  Im  Femininum  verkürzt  sich  das 
a zuweilen  zu  a:  uähde  eine.  35 

* Die  Vokale  der  kurzen  Silben  sind  me'ist  zu  unsicher  und  von  den  klassischen 
Formen  zu  abweichend,  um  eine  genaue  Scheidung  vorzunehmen;  so  steht  bufal  Zwiebel 
für  ba\a1\  ru$H. r Blei  für  rasHf  u.  s.  w.  Die  daneben  stehenden  Konsonanten  beein- 
flussen die  Vokale  sehr  erheblich. 

**  Daneben  kommt  auch  die  Form  frisbe  vor.  — Bei  Masculincn  ist  eine  solche  40 
Verschiebung  des  Akzentes  auf  die  nächste  Silbe  sehr  selten:  (man  hört  ( e)ftirr ) 

Pilz  für  fufr. 


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QTlofjner,  Jl«uata8if4«  <f5cfe8i'c8ffn  aus  bim  (Jraq.  XIX 

§ 19.  Nomina  mit  langem  ä zwischen  2.  und  3.  Radikal  (faläl, 
filäl,  fttläl).  Bedeutung:  Meist  Substantive  und  Infinitive  der  3.  Form 
(cl.  filäl):  ge  re hei  Heuschrecke;  (e)hläl  grüne  Datteln;  iabä  Mantel; 
rus eis  Blei;  (e)lräl(a)  Segel;  litäl Pflanzen;  zumal  Esel ; /a»w<r/<7  Tomate; 
5 am  inte  Depositum;  senäla  Handwerk;  hatauc  Süssigkeit. 

§ 20.  a)  Nomina  mit  langem  / zwischen  2.  und  3.  Radikal 
( falil).  Bedeutung:  Meist  Adjektive  oder  Substantive  mit  adjekti- 
vischer Grundbedeutung,  selten  Infinitive:  ketir  viel;  rabis  billig; 
iamin  rechts;  gutfl  stark;  lalir  Gerste;  (e)rrif  Brotfladen;  stbil  Pfeife; 
to  seric  Compagnon;  setim  ein  Dornstrauch;  sefi/e  Strick;  sefine  Schiff. 

— b)  Von  Stämmen  med.  infirm,  lauten  die  Formen  selten  regel- 
mässig, wie  laut/  lang,  sondern  meist  mit  retrogressiver  Assimilation 
meifit  tot;  deifig  eng;  reifis  Anführer. 

§ 21  Nomina  mit  langem  ü zwischen  2.  und  3.  Radikal  ( fa  lül, 
<5  fuiül).  Bedeutung:  Adjektive  und  Substantive  (cl . falül)  oder  Infini- 
tive (cl.  fuiül):  lag  uz  alte  Frau;  buhür  Weihrauch;  rajieg  Frühstück; 
tulül(a)  aufgehen',  (e)nzül  herabsteigen;  rufübe  Feuchtigkeit;  bamüle 
Familie;  (e)dhiebe  ein  goldenes  Schmuckstück;  murüue  Liberalität. 

§ 22.  a)  Nomina  mit  e(i)  zwischen  2.  und  3.  Radikal  {f uleil l. 
20  Bedeutung:  Fast  ausschliesslich  Deminutiva:  (e)gle(ijb  Herzchen; 

ule(t)el  Knäbchen;  tnirrefijr  Löwenzahn;  (u)gbe(i)/e  ein  Schmuck- 
gegenstand. — b)  Die  Deminutiva  der  Formen  mit  langem  Vokal 
zwischen  2.  und  3.  Radikal  lauten  (e)gleiiil  von  qa/il  wenig;  (e)zreifir 
von  zerir  klein;  (e)mcciiin  von  tnecän  Örtchen.  — c)  Unregelmässige 
25  Bildungen  sind  Steife  von  iei  ein  wenig;  möie  von  tnä  Wasser. 

$ 23.  Nomina  mit  zwei  langen  Vokalen,  a)  Mit  langem  a in  der 
ersten  und  langem  ü in  der  zweiten  Silbe  ( falül ).  Hauptsächlich 
Fremdwörter  in  substantivischer  Bedeutung:  barüd  Pulver;  mal  im 
Schüssel;  baiüb  Hagel;  setbün  Seife;  letrül  Arbeiter;  sdlüel  Herauf- 
30  steiger;  faules  Lampe;  babüra  Stecken;  relzüne  Fenster;  ma  fiele  Pfeife. 

— b)  Mit  langem  et  in  der  ersten  und  langem  / in  der  zweiten  Silbe 
(falil):  sabine  Falke.  — c)  Mit  langem  n in  der  ersten  und  langem 
ei  in  der  zweiten  Silbe  (falül):  eluläb  Wandnische;  bttlad  Stahl.  — 
d)  Mit  langem  i in  der  ersten  und  langem  a in  der  zweiten  Silbe 

35  f filäl ):  ditfän  Ministerium;  ei  mär  Goldstück. 

§ 24.  Nomina  mit  verdoppeltem  zweitem  Radikal,  a)  Mit  zwei 
kurzen  Vokalen  ( fallat , fillil  u.  s.  w.):  timmen  Reis;  si//ib(i)  Reis- 
pflanze; hummus  Kichererbse.  — b)  Mit  langem  a zwischen  2.  und 
3.  Radikal  ( falläl , filläl,  fullät).  Bedeutung:  Hauptsächlich 
40  Gewerbenamen  und  seltener  Adjectiva  mit  intensiver  Bedeutung 
(cl  .falläl,  nicht  aber  filläl,  fulläl):  fclläh  Bauer;  eeeggär  Zimmer- 
mann; nggäl  Mann;  dikkän  Laden;  sikbän  Steuer;  tuffäb  Apfel; 
rummän  Granatapfel;  laiiäl  Mastbaum;  beileibe  Haken;  libbäta  Streich- 

11* 


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XX 


QPdftägt  jur  f«iitif4o>  Hptac6wtfTenf4«ft. 


hölzer;  tyrräde  ein  Boot;  märrctze  Egge.  — c)  Mit  langem  / zwischen 
2.  und  3.  Radikal  (faiii/):  battih  Melone;  keiiii  christlicher  Priester; 
siccine  Messer.  — d)  Mit  langem  ü zwischen  2.  und  3.  Radikal 
(faiiiti):  tannur  Ofen;  dcijüs  ein  Schimpfwort;  kammitn  Kümmel; 
lihhit^e  Spitzname.  5 

§ 25.  Nomina  von  mehrradikaligen  Stammen  kommen  teils 
von  altarabischen,  häufig  reduplizierten  Wurzeln,  dann  auch  des  öfteren 
von  Fremdwörtern  vor.  — a)  Mit  zwei  kurzen,  meist  gleichen  Vokalen: 
ingrab  Skorpion;  lelram  Rübe;  hjandar  rote  Rübe;  sefergcl  Quitte; 
gurunful Gewürznelke;  idfir*  Nagel;  m ihm 's  Aprikose;  simsirn  Sesam;  io 
bnrbn/j  Loch  in  der  Mauer;  U/h  für  lulu  Perle;  bibi  für  hu' hu'  Pupille. 

— b)  Mit  langem  a vor  dem  letzten  Radikal:  su/fäf  Pappel;  Jingan 
Tasse;  sindan  Ambos;  nisnäs  Lüftchen;  fca/ljäl  Fussspange;  kindär 
Flintenkolben;  (o/jmä/j  Hammer;  hor/emanW  afer;  iynberäne  Raupe  (?) 

— C)  Mit  langem  / vor  dem  letzten  Radikal:  ihrig  Kmg;  gisgis  Kern;  15 

hanzir  Schwein;  zengin  reich;  egtin  für  / agfin  Kürbis;  iifnine  Ringel- 
taube; fnntisa  Aas.  — d)  Mit  langem  « vor  dem  letzten  Radikal: 
be/biil  Nachtigall;  bai(a)rur  Kern;  sa/büb  Feuerstein;  ziirdum  Kehle; 
zai(a)tiit  Knabe;  ia/jlür  ein  Schiff;  gamüs  junger  Löwe.  — e)  Demi- 
nutiva:  dihdetje  Abhang.  ao 

Nomina  mit  Präfixen. 

§ 26.  Mit  präfigiertem  Alif  a)  Die  Form  af  in/.  Bedeutung:  Elativ- 
forrn  der  Adjektive  (Komparative  und  Superlative):  ahsan  schöner; 
akbar  grösser;  aqall  weniger;  einten  rechts;  eisar  links.  — b)  Die 
F'ormen  des  Komparativs  lauten  für  Masculin  und  Feminin  gleich;  25 
„als“  wird  durch  die  Präposition  min  ausgedrückt:  inte  akbar  minnl 
du  bist  älter  als  ich.  — c)  Als  Superlativ  gilt  der  determinierte  Elativ 
(durch  Artikel  oder  Status  constructus- Verbindung):  <■/’ ahsan  der 
schönste;  ahsan  ennas  der  schönste  der  Menschen.  — d)  Das  Feminin 
zu  dieser  Form  lautet  fnila : e/kubra  die  grösste;  (iinna  rechts  (Fern.);  3° 
iisra  links  (Fern.).  — e)  Dieselbe  Form  afial  bezeichnet  ausserdem 
Adjectiva  von  Farben  und  Gebrechen:  ahdar  grün;  ab/ad  weiss; 
ai(a)ma  blind.  — f)  Das  Feminin  dieser  Form  lautet  faihv.  banint  rot; 
befijda  weiss;  ib(u)ra  einäugig.  — g)  Ausserdem  werden  mit  präfigiertem 
Elif  die  Infinitive  des  IV.,  VII.,  VIII.,  X.  Stammes  gebildet  (s.  § 65  ff.).  35 

§ 27.  Mit  präfigiertem  m.  a)  Bildungen  mit  präfigiertem  m sind 
sehr  häufig.  So  werden  alle  Partizipien  der  abgeleiteten  Formen,  wie 
auch  das  Partizip  Pass,  der  ersten  (§61),  ferner  der  eine  Infinitiv  der 
III.  Form  (§  64)  dadurch  gebildet.  — b)  Dann  aber  dienen  diese 

* CI.  t{i/r.  Die  Form  ist  entweder  eine  Rückbildung  nach  dem  Plural  atfnßr  oder  4° 
eine  Analogiebildung  nach  efbti$(u)  Finger. 


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(JlWtßiut,  (Jl«uara8tfe$t  ®«fc8'c8(m  au«  6<m  3ra4-  XXt 

Formen  auch  für  Nomina  loci  und  instrumenti.  Im  Schriftarabischen 
werden  die  ersten  durch  präfigiertes  ma,  die  anderen  durch  präfigiertes 
mi  gebildet,  in  der  modernen  Sprache  sind  diese  Unterschiede  meist 
aufgehoben,  und  der  Vokal  richtet  sich  nachdem  folgenden  Radikal: 
S nntdif  Gasthaus;  mugafs  Scheere;  rnurzel  Spinnwirtel;  mi/tcäl Schleu- 
der; muguär  Keule;  mishä  Schaufel;  nibbele  Misthaufen;  megane 
ausgehöhlter  Baumstamm,  in  dem  das  Getreide  zerstossen  wird; 
migriie  Reismühle;  murkäie  Stange  zum  Zerstossen  des  Getreides. 

§ 28.  Mit  präfigiertem  n und  t gebildete  Formen  sind  durch- 
10  gängig  Infinitivformen,  die  beim  Verbum  behandelt  werden  (§  63,  68). 

Nomina  mit  Affixen. 

§ 29.  a)  Durch  Anhängung  von  a (ä,  e,  i)  wird  ganz  gewöhnlich 
das  Feminin  gebildet  (§  32).  — b)  Durch  Anhängung  von  an.  Bedeu- 
tung: Meist  Adjektive,  die  eine  vorübergehende  Stimmung  bezeichnen, 
'S  seltener  Infinitive  oder  Substantive:  qurän  Koran;  defiän  warm;  gttiivi 
hungrig;  nalfajsan  schläfrig;  basrän  verlierend;  hebarän  Bambusstock; 
hosiän  Hode;*  herein  Exkremente.  — c)  Durch  Anhängung  von  t wer- 
den Adjectiva  und  adjektivische  Substantiva  gebildet,  die  eine  Zuge- 
hörigkeit, Herkunft  von  dem  Worte,  von  dem  sie  abgeleitet  sind,  be- 
=0  zeichnen  (Nisbe):  ßardädi  Bagdader,  mttrrebi  Westländer,  (i)bdijt 
Beduine;  iaräbi  arabisch;  (e)slugl  Windhund.  Das  Femininum  hat 
häufig  abstrakte  oder  kollektivische  Bedeutung:  iahriff  monatliches  Ge- 
halt; bargiic  Taschengeld;  iadeltle  Jurisprudenz;  ralijje  Heerde;  sini(e 
Tablet;  tuOie  Maulbeerstock.  — d)  Durch  Anhängung  von  ai/i  wird  die- 
25  selbe  Bedeutungsnuance  hervorgebracht.  Bei  Femininen  auf  a ist  diese 
Form  allein  im  Gebrauch,  und  auch  bei  Masculinen  erobert  sie  sich 
immer  mehr  Feld:  rarbayi  fremd;  Hasräut  Basrenser;  Jllef/äul  Mosu- 
laner.  — e)  Durch  Anfügung  von  am  werden  Adjectiva  gebildet: 
fofujgäni  oberer;  gaunäni  unterer.  — f)  Durch  Anfügung  des  türki- 
3°  sehen  Bildungselementes  et  werden  Nomina  opificum  gebildet:  gdhyeci 
Cafebesitzer;  mtsäfircl  Reisender;  muteiiärci  Vogelhändler;  kebdbet 
Garkoch.  — g)  Durch  Anfügung  der  türkischen  Endung  sh  werden 
negierte  Adjectiva  gebildet:  adebsh  unartig;  haiiasb  unverschämt 

§ 30.  Zusammengesetzte  Nomina  sind  selten  und  fast  durchweg 
3$  Fremdwörter:  lard(e)häl  Eingabe;  iambärbiu  nach  Ambra  duftend 
(eine  Reisart);  kirhäne  Fabrik;  adebhdne  Abtritt;  iamiadän  Leuchter; 
bnikätib  Oberschreiber. 

Zum  Schlüsse  möchte  ich  noch  bemerken,  dass  in  diese  Über- 
sicht der  Nominalformen  nicht  alle  Fremdwörter  aufgenommen  sind, 

40  * Dieses  Wort  ist  vielleicht  ursprünglich  eia  Dual. 


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XXII 


QPttftägt  3ur  fcmittfcflen  $ftac9<vi|Tn<fcSi>ft. 


sondern  nur,  soweit  sie  sich  den  genuin  arabischen  anpassen.  Merk- 
würdig ist,  dass  einige  ursprünglich  arabische  Nomina  als  Fremd- 
wörter ins  Türkische  gewandert  und  von  dort  wieder  zurücküber- 
nommen sind.  So  wird  aSifijii  Rebell  (eigentlich  Plural)  als  Fremd- 
wort empfunden,  und  auch  a/rär  Deserteur  wurde  mir  ausdrücklich  5 
als  türkisch  bezeichnet,  trotzdem  das  Wort  in  dieser  Form  sich  im 
Türkischen  nicht  nachweisen  lässt. 

2.  Das  Genus  der  Nomina. 

$ 31.  a)  Das  Arabische  unterscheidet  zwei  Genera,  ein  Mascu- 
linum  und  ein  Femininum.  — b)  Das  Neutrum  wird  entweder  durch  10 
die  beiden  anderen,  oder  mit  Zuhilfename  von  iefi),  (täga  (Sache) 
ausgedrückt.  — c)  Das  Genus  ist  übrigens  nicht  immer  feststehend; 
es  giebt  eine  Reihe  Nomina,  die  nebeneinander  männlich  und  weib- 
lich gebraucht  werden;  z.  H.  Intt  Fluss;  gäi(a)  Erde. 

$ 32.  Feminina  sind:  a)  Alle  Nomina  propria  und  Appellativa,  15 
wie  Adjectiva,  die  weibliche  Wesen  oder  solchen  eigentümliche 
Eigenschaften  bezeichnen:  Ze(i)tiab  Zeinab;  nmm  Mutter;  faras  Stute; 
iaqir  unfruchtbar;  tnurtfai(a)  Amme;  tnigiil  läufig.  — b)  Die  Namen 
der  Länder  und  Städte:  eliArng  Iraq,  (e)Stanbnl  Konstantinopel; 
el' Ondra  London.  — c)  Die  meisten  paarweis  vorhandenen  Glieder  20 
des  menschlichen  Körpers:  e/iein  e/'öf u)ra  das  blinde  Auge;  efid(e)n 
cccebire  das  grosse  Ohr.  Ebenso  bot/ejn  Bauch.  Dagegen  ist  biss 
Vagina  Masculinum.  — d)  Die  gebrochenen  Flurale  (g  35).  — e)  Ein- 
zelne Nomina  (teilweise  gen.  comm.);  z.  B.  ruh,  ncf(e)s  Geist,  Seele; 
näs  Menschen;  iatt  Fluss;  gcii(a)  und  ard  (liter.)  Erde;  ieut(e)s  *5 
Sonne.  — f)  Die  meisten  Nomina,  welche  auf  a (nach  emphatischen 
und  gutturalen  Konsonanten,  häufig  nach  r ) und  c ausgehen:  faitia 
Handwerk;  sefine  Schiff.  — fl)  Diese  Endung  wird  auch  gebraucht, 
um  Feminina  von  Masculinen  abzuleiten:  ce!(i)be  Hündin  (von  cel(i)b)’, 
mutiie  Eselin  (von  mutt).  — h)  Ausserdem  dient  die  Endung  dazu,  30 
sowohl  von  Kollektiven  Nomina  unitatis:  tarn  re  Dattel  von  tatn(a)r 
Datteln;  simce  Fisch  von  sitnec  Fische;  als  auch  von  Einzelworten 
Collectiva  resp.  Plurale  zu  bilden:  mat/bic  Eselvermieter  (PI.)  von 
mattai\  faiiime  Lehmträger  von  (aiian.  — i)  Einzelne  Nomina  auf 
a,  e,  die  männliche  Personen  bezeichnen,  sind  masc.  gen.:  hatfa  Ge-  3s 
seile;  halifa  Chalifa;  iarife  Sachverständiger,  und  die  Fremdwörter 
baln  Pascha;  hra  Agha.  — k)  Zu  erwähnen  sind  hier  noch  die  Femi- 
ninformen /ui/a  (von  Elativen;  s.  § 2ö)  und  faila  (von  Adjektiven, 
die  Farben  oder  Gebrechen  bezeichnen;  s.  § 26».*  Diese  Bildungen 
werden  im  Schriftarabischen  von  den  gewöhnlichen  Femininformen  40 

* Dazu  kommt  tar/e  Tamariske  filr  (ar/a. 


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QlWtßntr.  Qt<uaro6ifc$«  SeftBicKtcn  aut  im  3raq. 


XXIII 


unterschieden,  im  Vulgärarabischen  sind  sie  aber  von  ihnen  nicht 
mehr  zu  trennen.  — 1)  Irrtümliche  Feminina  nach  Form  und  Genus 
sind  einige  Bildungen  der  Form  filfil,  faläl  von  Stämmen  tert.  infirm.: 
iniii  Abendbrot;  iita  Winter;  laba  Mantel.* 

5 3.  Der  Numerus  der  Nomina. 

§ 33.  a)  Das  Arabische  hat  drei  Numeri:  Singular,  Dual,  Plural. 
— b)  Der  Dual  wird  gebildet  durch  Anhängung  von  e(i)n  an  die 
masculinen  Formen:  idef i)n  zwei  Hände;  föfn)be(i)n  zwei  Seiten,  und 
durch  die  Anhängung  von  te(i)n  an  die  auf  a,  e ausgehenden  femi- 
10  ninen  Formen:  nofu)bete(i)n  zwei  Mal.  — c)  Die  Nomina  der  doppelt 
vorhandenen,  menschlichen  Körperteile  können  den  Dual  auch  als 
Plural  verwenden:  iaira  idefijn  10  Hände.  — d)  Im  allgemeinen 
kommen  Duale  selten  vor  und  bezeichnen  meist  zwei  zusammen- 
gehörige Dinge;  sonst  gebraucht  man  lieber  den  Plural:  etficfijn  as/fwt 
'S  zwei  Menschen;  miatir  etficfijn  zwei  Wächter. 

§ 34.  Bei  dem  Plural  unterscheidet  man  einen  durch  Anhängung 
einer  Endung  entstandenen  (äusserer  oder  gesunder  Plural),  und 
einen  durch  innere  Umbildung  entstandenen  (innerer  oder  ge- 
brochener Plural).  Der  äussere  Plural  wird  gebildet,  indem  man 
20  a)  an  Nomina  masculinischer  Form  in  oder  jjn  (wenn  sie  auf  l aus- 
gehen s hängt:  muslitnin  Moslime;  Bardadifin  Bagdader;  birljin  unschul- 
dige;  fofujgamiin  obere.  — b)  Bei  Nomina  auf  a,  e wird  diese  Endung 
in  fit  verwandelt:  rummänät  Granatäpfel;  du  d fit  Medizinen;  half  ixt 
Gesellen.  — C)  Der  gesunde  männliche  Plural  ist  selten,  häufiger 
25  der  weibliche.  Der  erste  findet  sich  hauptsächlich  bei  Adjektiven, 
Formen  auf  /,  äfft,  am,  bei  fai ^//-Formen,  bei  den  Zehnern  der 
Kardinalzahlen  und  im  stat.  constr.  beni  fidfrn  die  Söhne  des  N.  N. 
in  Stammesbezeichnungen.  — d)  Von  Unregelmässigkeiten  merke 
man:  Das  Feminin  sene  Jahr  bildet  den  masculinen  Plural  senin.  — 
30  6)  Umgekehrt  bilden  auch  einige  Nomina  masculiner  Form  den  Plural 
auf  ät:  1.  die  Infinitive  der  abgeleiteten  Formen:  imtihanät  Proben, 
2.  viele  Fremdwörter:  heg  fit  die  Beys;  tchraffit  Depeschen,  3.  einzelne 
Wörter:  sugfit  Strassen;  hamtnamät  Bäder.  — f)  Einige  Feminin- 
formen von  wirklichen  oder  scheinbaren  Stämmen  tert.  infirm,  schieben 
35  im  Plural  ein  u ein:  senaufit  Jahre  (neben  senin) ; samanfit  Himmel; 
fa/af/ät  Gebete;  ahauat  Schwestern;  balauät  Paschas.  — g)  Ein  4 
schieben  ein  äbahät  Väter,  ummahät  Mütter. 

§ 35.  Der  innere  Plural  wird  gebildet  durch  innere  Umbildung, 
seltener  durch  Präfixe,  Infixe,  Affixe.  Er  ist  eigentlich  weiter  nichts 
40  als  eine  Neubildung  mit  Kollektivbedeutung,  wie  etwa  deutsches  Ge- 

* Andere  dagegen  sind  Masculina  geblieben:  md y(a)nä  Sinn. 


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XXIV 


Q(J»tttä$e  }ur  fraiHfci«»  fiprddSwifT<nf4afL 


büsch  von  Busch,  Gebirge  von  Berg.  Das  Geschlecht  ist  das  femi- 
nine. Die  Formen  sind  sehr  mannigfach  und  können,  da  es  keine 
festen  Regeln  giebt , nur  aus  dem  Wörterbuche  gelernt  werden. 
Häufig  hat  ein  Wort  mehrere  Plurale,  zuweilen  in  verschiedener  Be- 
deutung: utniir  Sachen,  auhtncr  Befehle,  beide  von  atnfäjr.  5 

$ 36.  Die  Formen  des  gebrochenen  Plurals  dreiradikaliger  No- 
mina sind  folgende:  a)  Die  mit  einem  oder  zwei  kurzen  Vokalen  ver- 
sehenen Plurale  (eigentlich  full,  fulal,  füllt/,  fila!)  sind  meist 
zusammengefallen  und  voneinander  nicht  zu  unterscheiden:  sifin 
Schiffe;  lug(a)f  Stücken;  ty/fajf  läufige;  fuuar  Bilder;  shd  schwarze,  io 
Sie  werden  abgeleitet  von  Singulären  fulla,  fall»,  falala,  filla,  fiil, 
aflal  (Adjectiva  von  Farben  und  Gebrechen),  filhl,  faiil.  — b)  Plurale 
mit  langem  </  zwischen  2.  und  3.  Radikal  ( filhl,  fu  ihf).  Von  1 .fall, 
fiil:  (ijbhar  Meere;  difitb  Wölfe;  (i)biar  Brunnen,  2.  fat/a,  filla ; 
tnirar  Male;  hihi  Flaschen,  3.  fatal,  fatale:  gib  hl  Berge,  atraf  Seiten,  >5 
4.  faiil'.  (u)kbhr  grosse;  (e)zrär  kleine,  5 .ful,  fulla : gubhb  Zimmer, 
(u)kuhb  Hütten.  — c)  Plurale  mit  langem  i zwischen  2.  und  3.  Radikal 
(faiil)  sind  selten:  labid  Sklaven;  naliil  Palmen.  — d)  Plurale  mit 
langem  ii  zwischen  2.  und  3.  Radikal  (füllt/).  Von  1 .fall,  fiil,  full', 
ntihltd  Brüste;  llhth  Greise;  bub  Thore;  a/ltf  tausende;  deiltk  Hähne,  *0 
2.  faiil,  fhlil,  falil\  mulitk  Könige;  tiiriii  Boten;  (e)cdhs  Getreide- 
haufen. — 6)  Plurale  mit  verdoppeltem  2.  und  langem  a zwischen 
2.  und  3.  Radikal  (full hl).  Von  faiil'.  bykkäm  Gouverneure;  Ijdttär 
Gäste,  sinnälfa ) Lehrlinge;  suuär  Pilger.  — f)  Plurale  mit  Feminin- 
endung und  drei  kurzen  Vokalen  (fatale).  Von  faiil : idmale  Ar-  25 
beiter.  — g)  Plurale  mit  präfigiertem  Vokal  und  kurzem  //-Vokal  der 
zweiten  Silbe  (aflul).  Von  fall,  fiil;  fatal;  filäl'.  infus  Seelen;  iS/mr 
Monate;  idrut  Ellen.  — h)  Plurale  mit  präfigiertem  Vokal  und  langem 
d der  zweiten  Silbe  (aflhl).  Sehr  häufig  von  verschiedenen  Formen: 
asbäb  Freunde;  a/hf  tausende;  aiihtn  (für  aiyäm,  wofür  im  gewöhn-  30 
liehen  Leben  häufiger  i{hm)  Tage;  auläd  Kinder.  — i)  Plurale  mit 
präfigiertem  Vokal,  kurzem  /'-Vokal  der  zweiten  Silbe  und  Feminin- 
endung (es  sind  in  dieser  Form  die  schriftarabischen  Formen  aftila 
und  aftila  zusammengefallen).  Von  verschiedenen  Formen,  meist 
von  faiil : agil/a  vornehme;  aiibba  Ärzte;  a'imme  Imame.  — k)  Plurale  35 
mit  eingeschobenem  ua  zwischen  1.  und  2.  Radikal  und  kurzem 
/'-Vokal  der  letzten  Silbe  ( fauhlil).  Von  faiil,  fhli/c:  f (ihres  Reiter; 
kitärid  Papiere;  lauarif  Sachverständige;  duixbb  Tiere.  — 1)  Plurale 
mit  langem  <i  und  Vokalanstoss  hinter  dem  2.  Radikal  und 
kurzem  /'-Vokal  der  letzten  Silbe  ( falail ).  Von  1.  faiil,  fatile:  gerh’/b  40 
Verwandte;  mazaiq  Musikinstrumente;  fetjajl  Wohlthaten ; * 2.  fallt/, 

* Auch  falail  Thatcn  wird  auf  einen  nicht  nachweisbaren  Singular  fai'Ue  zurück- 
gehen. 


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(Tlttißnfr,  (JleuataBiftfi«  Cffcttdiftn  au«  bim  Jraq.  XXV 

falüte'.  3aga  is  alte  Weiber.  3.  fuläi.  zttma  ll  Esel.  — m)  Plurale 
mit  angehängtem  an  (fillan,  full  an).  Von  1 . fall  meist  med.  infirm.: 
Uran  Stiere;  deran  Häuser,  firän  Mäuse,  2.  fa id:  ridran  Pfützen, 
$idgän  Freunde,  3.  faläl,  filäl'.  riz/än  Gazellen,  nistian  Frauen  (PI.  des 
5 Plurals  nisä).  — n)  Plurale  mit  kurzem  «-Vokal  der  1.,  «-Vokal  der  2. 
und  langem  <1  der  dritten  Silbe  (fülald).  Von  fallt  gesunder  Wurzeln: 
üinarci  Fürsten,  iitsard  Gefangene.  — 0)  Plurale  mit  langem  11  der  zwei- 
ten und  angehängtem  langen  i in  der  dritten  Silbe  ( faläh );  leiall  Nächte; 
ä hält  Familien.  — p)  Plurale  mit  langem  a in  der  zweiten  und  ange- 
10  bängtem  langem  a in  der  dritten  Silbe  (faläla).  Von  falile  und  fältle 
von  Wurzeln  tert.  infirm.:  hedaifl  Geschenke;  becäfa  Geschichten.* 

$ 37.  Die  Formen  des  gebrochenen  Plurals  vier-  oder  mehr- 
radikaliger  Nomina  sind  folgende:  a)  Plurale  mit  langem  it  zwischen 
dem  2.  und  3.  Radikal  ( falälil ; tefalil,  mafälil).  Von  vierradikaligen 
'S  Nomina  und  kurzen  Vokalen:  lasäbar  Soldaten;  tesabär  Billets; 
defütär  Bücher;  beiäbi  Pupillen.  — b)  Plurale  mit  langem  et  zwischen 
dem  2.  und  3.  Radikal  und  Femininendung  ( falälile ).  Von  vier- 
radikaligen Nomina  mit  kurzem  und  auch  langem  Vokal  in  letzter 
Silbe,  besonders  von  Nisben  vierradikaliger  Nomina:  mela/bc  Engel 
20  (von  me lec  für  mal' ab);  mi'räribe  Maghrebiner.  — c)  Plurale  mit  langem 
a nach  dem  2.  und  langem  i nach  dem  3.  Radikal  (falälil;  tafalil; 
mafälil;  faudlif).  Von  mehrradikaligen  Nomina,  die  in  der  letzten 
Silbe  einen  langen  Vokal  haben,  besonders  von  y«ii«/-Formen: 
iasdfir  Spatzen;  gudmis  Büffel;  mefettil  Türme;  Ittaril  Arbeiter; 
25  hamamil  Träger;  nttd/ir  Wächter.  Unregelmässig  sind  deuauin  Divans 
von  dttjän,  denanir  Denare  von  dinär  und  baldrin  Kamele,  der  Plural 
eines  Plurals  btt  Iran. 

4.  Die  Casus  des  Nomens. 

§ 38.  a)  Während  das  Schriftarabische  gewöhnlich  drei  Casus, 
30  Nominativ,  Genitiv,  Akkusativ  unterscheidet  und  sie  meist  durch  an- 
gehängtes //,  a ausdrückt,  kennt  das  Vulgärarabische  keine  Casus 
in  unserem  Sinne.  — b)  Im  Nominativ  und  Akkusativ**  erscheint 
das  Nomen  in  seiner  gewöhnlichen  Form,  der  Dativ  wird  durch  die 
Präposition  (i)l,  der  Vokativ  durch  vorgesetztes  ft  ausgedrückt.  — 
35  C)  Für  den  Genitiv  ist  folgendes  zu  merken.  In  der  Genitivverbindung 
(Annexion  oder  Status  constructus-Verbindung)  erhält  nur  der 

* Die  Pluralfonn  (*)r£ulc  Männer  spex.  Ehemänner  steht  allein  und  ist  meines 
Erachtens  za  unsicher  überliefert,  um  eine  Pluralbildung  fuiüle  annehmen  zu  können. 
Eine  Bestätigung  bleibt  abzu warten. 

40  ♦♦  Im  Schriftarabischen  wird  der  Akkusativ  auch  zum  Ausdruck  der  Zeit,  des  Orts, 

de*  Grundes.  »1er  Spezifikation  und  des  Zustandes  gebraucht.  Auch  in  diesen  Fällen 
wird  im  Vulgärarabischen  fast  immer  nur  das  Nomen,  ohne  Akkusativbezeichnung  gesetzt. 


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XXVI 


Jßrilrägt  }«t  rtmififcSfti  ®ptacJwi(T<nfc6af<. 


abhängige  Genitiv  den  Artikel:  bint  essultän  die  Tuch t er  des  Königs. 

Ist  das  regierende  Nomen  ein  Feminin  auf  <i,  e,  so  verwandelt  sich 
die  Endung  in  nt,  et:  mediuet  esse/äm  die  Stadt  des  Friedens;  Nomina 
auf  iie  können  die  Endung  auch  in  it  verwandeln:  gadit  elgaled  die  Ge- 
schichte des  Knaben.  — d)  Die  Duale  und  Plurale  masc.  und  fern.  gen.  s 
bleiben  unverändert,  wenn  ihnen  ein  Genitiv  folgt:  ulefijn  elmalä'lke 
die  Hände  der  Engel;  benät  essultän  die  Töchter  des  Königs.  — 
e)  Ausgenommen  ist  die  Form  benin  Söhne,  die  in  beni  verkürzt  wird, 
wenn  ein  Genitiv  darauf  folgt:  beni  ädam  die  Söhne  Adams,  d.  i.  Men- 
schen. — f)  Daneben  wird  der  Genitiv  häufig  umschrieben,  und  dann  10 
bleibt  der  Artikel  beim  determinierten  Nomen  im  ersten  Gliede  stehen; 
dazu  dient  hauptsächlich  das  Nomen  mal  (eigentlich  Vermögen).  Bei 
Femininen  und  Pluralen  steht  meist,  doch  nicht  immer  malet',  malät 
zuweilen  bei  femininen  Pluralen:  e/liäfnli  mal  lOmrän  der  Hof 
des  Omran;  cddagäfce  malet  l/abib  die  Henne  Habibs;  rummanät  15 
malät  deheb  goldene  Granatäpfel.  Selten  tritt  für  mal  gei  Fern,  geile 
ein.  — g)  Statt  der  Annexion  wird  selten  auch  die  Apposition  ge- 
braucht: es furre  elfnhis  der  Beutel  Geld;  gj'rfe  habt ej:  ein  Stuck  Brot 
h)  Die  oben  angegebene  Ausdrucksweise  für  den  Genitiv  findet  nur  statt, 
wenn  sowohl  das  regierende  Nomen,  als  auch  der  Genitiv  determiniert  20 
sind.  Wenn  beitle  Nomina  indeterminiert  sind,  erhält  keins  den  Artikel: 
bint  sultän  eine  Tochter  eines  Sultans.  — i)  Ist  nur  das  regierende  Nomen 
indeterminiert,  so  tretenUmschreibungen  ein:  bint  lissultän  eineTochter 
des  Sultans,  oder  bint  min  benät  essultän  eine  Tochter  von  den  Töch- 
tern des  Sultans.  — k)  Der  zweite  Bestandteil  der  Annexion  drückt  i$ 
nicht  nur  den  Genitiv  aus,  sondern  auch  Stoff,  Maass  und  Gewicht: 
ijustet  bubfejs  ein  Stück  Brot;  m/iiet  lab(e)m  eine  Ogga  Fleisch.  — 

1)  Der  zweite  Bestandteil  der  Annexion  kann  unter  Umständen  ein 
ganzer  Satz  (meist  Zeit-  und  Ortsbestimmung)  sein:  tef'ii/et  igäni  in 
der  Nacht,  wo  er  zu  mir  kam;  muddet  eän  (e)hnä  die  Zeit,  wo  er  30 
hier  war.  — m)  Eine  Reihe  tropischer  Ausdrücke  wird  gebildet  durch 
ab  (im  stat.  constr.  ahn)  umm\  ib(e)n\  bint ; alt  (im  stat.  constr.  a/ni); 
ib(ejt ; dir,  dät  (mehr  literarisch)  rält  mit  einem  Genitiv:  abü  inii/itän 
Vater  des  Schnaubens  = Nase;  iiiiiiu  temanie  Mutter  von  8=8  kleine 
Piaster,  ein  Geldstück;  rä’i_ssi(i)f  der  Besitzer  des  Schwertes.  35 

5.  Determination  der  Nomina. 

§39.  a)  Ein  Nomen  wird  determiniert  durch  den  Artikel,  die  An- 
nexion und  Suffixe  (s.  § 41).  Eigennamen  sind  an  und  für  sich  determi- 
niert. — b)  Der  Artikel  lautet  el,  al,  / (wenn  ein  Vokal  vorhergeht  oder 
folgt),  und  wird  mit  dem  zugehörigen  Worte  eng  verbunden.  Das  40 
/ wird  folgendem  /,  /,  g,  c,  d,  d,  r,  z,  s,  i,  4,  d,  t,  l und  n assimiliert. 


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(fflnftnfr,  QUuaraJiMt  45<(<Jict(«n  au«  5<m  Jraq.  XXVII 

— C)  Der  unbestimmte  Artikel  wird  entweder  gar  nicht,  oder  durch 
fär(e)d,  färed  uä/nd  ausgedrückt.  — d)  Noch  demonstrative  Kraft 
besitzt  der  Artikel  in  der  Verwandschaftsbezeichnung  Mühamtned 
eiSQmrän  Mohammed,  der  Sohn  des  Omran.  — e)  Die  Nunation, 
5 d.  h.  das  Ausgehen  eines  Wortes  auf  die  Endungen  tut,  in,  an,  welche 
im  Schriftarabischen  gewöhnlich  die  Indetermination  eines  Nomens 
anzeigt,  hat  sich  auch  im  Dialekt  des  Iraq  erhalten,  aber  nur  in 
einigen  ständigen  Redensarten:  rtisban  mit  Gewalt;  äbadan  niemals; 
marhaban  guten  Tag;  ftybban  uakiräman  herzlich  gern.  Auch  das  tt 
io  in  linhtt  was?  ist  als  Nunation  zu  erklären  (s.  $ 1 1 ).  Ausserdem 
kommt  die  Nunation  aber  nur  in  gehobener  und  poetischer  Sprache 
vor.  Ich  habe  die  Bemerkung  gemacht,  dass  in  für  Nominativ  und 
Genitiv,  an  für  den  Akkusativ  steht. 

6.  Beiordnung  der  Adjectiva. 

>5  § 40.  a)  Das  Adjektiv  tritt  hinter  das  Substantiv,  zu  dem  es 

gehört;*  vorangestellt  kann  es  nur  werden,  wenn  ein  sehr  starker 
Ton  darauf  ruht.  — b)  Das  Adjektiv  richtet  sich  nach  dem  Sub- 
stantiv in  Determination  und  Indetermination:  e/tnara^J/eipbe  die  gute 
Frau;  rcggäl  gut  ein  kräftiger  Mann.  — c)  Was  Übereinstimmung  von 
20  Genus  und  Numerus  anbelangt,  so  ist  zu  bemerken: 

i)  Bei  Singulären  masc.  und  fern.  gen.  richtet  sich  das  Adjektiv 
nach  dem  Substantiv  im  Genus  und  Numerus. 

21  Bei  gesunden  Pluralen  masc.  gen.  und  bei  gebrochenen  Pluralen 
und  Kollektiven,  die  männliche  Personen  bezeichnen,  steht  das  Ad- 
as jektiv  meist  im  gesunden,  oder  auch  gebrochenen  Plural:  nefcgarin 
iaqilin  kluge  Tischler;  si lim  ga iiidin  sitzende  Menschen;  reiagil 
mit  hi iannidin  streitende  Männer;  inis  ktibitr  grosse  Leute. 

3)  Bei  gesunden  Pluralen  fern.  gen.  steht  das  Adjektiv  gewöhn- 
lich im  PL  fein.:  nahlät  taudiit  lange  Palmen. 

30  41  Bei  gebrochenen  Pluralen  steht  das  Adjektiv  im  Fern.  Singl.,  im 

gebrochenen  Plural  oder  Plur.  fern.:  aigt'tr  ketire  viele  Bäume;  Uran 
miiammamät  beturbante  Stiere;  hudiun  qabilät  prächtige  Kleider.  — 
d)  Das  zu  einer  Annexion  gehörige  Adjektiv  tritt  hinter  die- 
selbe: iabd^essultan  el’asyod  der  schwarze  Sklave  des  Königs.  — 
35  e)  Bemerkenswert  ist,  dass  anstatt  der  Beiordnung  Substantiv  und 
Adjektiv  durch  die  Annexion  verbunden  werden  kann.  Statt  Mitdittn 
elftum(ä)r  kann  man  auch  sagen  hudütn  elhum(ä)r  die  roten  Kleider; 
ebenso  si(t)  elfulaiti  die  zu  N.  N.  gehörige  Sache.  So  ist  auch  das 
bekannte  iäm  el' auttal  vergangenes  Jahr,  serielle/' i/tre  künftiges  Jahr 
40  zu  erklären. 

* Eine  Ausnahme  macht  das  persische  Fremdwort  Jjo3  gut:  fiel  ryti'ih  schöne  Lüfte. 


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XXVIII 


(grilräg«  jut  ftmitifdStn  J&praciiri|Tt"f<$<ift. 


7.  Die  Nominalsuffixe. 

§ 41.  a)  Das  Pronomen  possessivum  wird  ausgedrückt  durch 
folgende  Suffixe,  die  unmittelbar  an  das  Nonien  herantreten: 


Singular 

Plural 

3- 

m.  -ah*  -äh,**  -h*** 

-hum 

3- 

fern.  -Im 

-heim 

2 

nt.  -ak,  -k*** 

-kum 

2 

fein,  -ic,  -£*** 

-cettn 

I. 

■i,  -K,t  -/«ft 

-na. 

b)  Bei  den  Nominalformen  mit  ruhendem  2.  Radikal  fallt  bei  10 
Antritt  der  vokalisch  anlautenden  Suffixe  der  Hilfsvokal  der  zweiten 
Silbe  gern  aus:  darbt  mein  Weg.  Bei  konsonantisch  anlautenden 
Suffixen  geht  das  natürlich  nicht,  zuweilen  erhält  der  Hilfsvokal  so- 
gar den  Akzent,  oder  der  Akzent  schwebt  wenigstens:  därfujbna 
unser  Weg;  nef(e)sha  ihre  Seele.  — c)  Die  dreiradikaligen  Nomina  15 
mit  zwei  Vokalen  (falal,  fiiil,  fttiul  etc.)  ziehen  den  Akzent  immer 
auf  die  vorletzte  Silbe;  der  letzte  Radikal  klingt  infolgedessen  wie  ver- 
doppelt: qalhnmi  mein  Schreibrohr;  bltfäl/ak  deine  Zwiebel;  (ejfrüssak 
deine  Stute.  Ausgenommen  ist  ttoled  Sohn,  das  behandelt  wird,  als 
wenn  die  Form  uo!(e)d  lautete.  — d)  ab  Vater  und  ah  Bruder  lauten  10 
vor  Suffixen  abii  und  ah/t : abitic  mein  Vater;  ahük  dein  Bruder.  — 

0)  Feminina  auf  a,  c nehmen  vor  den  Suffixen  ein  t an:  nigrftäh 
sein  Loch;  sorctha  ihr  Geschenk.  — f)  Feminina  auf  i[e  verwandeln 
die  Endung  vor  vokalisch  anlautenden  Suffixen  in  it:  gadrtt  meine  Ge- 
schichte; harfcitak  dein  Taschengeld;  aber  gadtictkum  eure  Geschichte.  35 
— g)  Beim  Antritt  der  Suffixe  an  Duale  fällt  das  Schluss  -//  aus: 
rifcle(i)k  deine  beiden  Füsse;  tda'ia  meine  beiden  Hände.  — h)  Bei 
Substantiven  mit  vokalisch  .anlautenden  Suffixen  treten  häufig  wie 
beim  Verbum  (s.  § 59)  sogenannte  aufgesprengte  Formen  auf,  d.  h. 
der  2.  Radikal  erhält  einen  Vokal,  der  3.  wird  vokallos:  mehcbsi  mein  30 
Ring;  qaztmti  meine  Hacke;  iatübtak  deine  Gerte.  — i)  Merkwürdig 
ist,  dass  in  einigen  Fällen  das  Nominalsuffix  durch  Verbalsuffixe 
(s.  § 80)  vertreten  werden  kann.  Man  hört  baifajdni  ich  noch  (nicht); 
Hsml  oder  lis(e)tnni  wie  ist  mein  Name?  — k)  Neben  den  einfachen 
Suffixen  werden  die  Possessivpronomina  häufig  durch  mal,  male,  malat  35 
mit  den  entsprechenden  Suffixen  ausgedrückt:  eddegäge  wällt  meine 

* Wenn  der  Vokal  der  vorhergehenden  Silbe  <*-  und  «-haltig  ist. 

**  Wenn  der  Vokal  der  vorhergehenden  Silbe  i-haltig  ist 
***  Wenn  ein  Vokal  vorhergeht. 

t Wenn  u,  i,  nicht  aber,  wenn  a vorhergeht;  also  dmia  i meine  Welt.  40 

ff  Wenn  c(i)%  ai  vorhergeht. 


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QtWiftntr.  {TUuamBtfd!«  <£5«fc8t4(«n  au«  &<m  3*aq.  XXIX 

Henne.  Das  substantivische  Possessivpronomen  wird  immer  auf  diese 
Weise  bezeichnet:  häda  mäh  das  ist  meins. 

§ 42.  a)  Einige  Unregelmässigkeiten  sind  zu  erwähnen  bei  der 
Verbindung  einiger  Präpositionen  mit  Suffixen,  bi  mit  (s.  £ 47):  bih\ 
5 biba  oder (i)bhd\bik\  bic\  biß ; bihutn  oder  (i)bhum',  bi/iinn  oder  (i)bhinn\ 
bikum\  biienn;  bina.  — b)  li  für  (s.  §47):  i/äh ; tl/uV,  ilak\  ilic\  Ui  oder  i/iß', 
Uhnnr,  Uhenn ; Ukum\  Ucenn ; innä.  Die  ursprünglichen  Formen  ohne 
den  Vorschlagsvokal  finden  sich  nur  in  naher  Verbindung  mit  Verben. 
Wenn  die  Verbalformen  auf  einen  Vokal  ausgehen,  können  ausnahms- 
10  los  die  kurzen  Präpositionsformen  angehängt  werden;  wenn  sie  auf 
einen  Konsonanten  ausgehen,  nur  dann,  wenn  die  erste  Silbe  mit 
dem  Suffix  lang  ist:  galößt  sie  sagten  mir;  gi/ti^lha  du  (Frau)  hast 
ihr  gesagt;  gaßläh  er  sagte  ihm;  aber  gä/ß/ha  er  sagte  ihr;  gal^ 
in  na  er  sagte  uns.  — c)  Die  Präpositionen  min  von,  lau  von  (s.  § 47) 
15  verdoppeln  das  n vor  vokalisch  anlautenden  Suffixen:  tninnak  von 
dir;  tannl  von  mir.  — d)  Die  Präposition  ialä  auf  (s.  § 47)  nimmt 
vor  Suffixen  die  Form  iale(i)-  an:  ia/e(i)h  auf  ihm;  la/e(i)hinn  auf 
ihnen.  — e)  Hei  der  Präposition  tand  bei  (s.  § 47)  wird  das  n dem 
<i  gern  assimiliert,  wenn  das  Suffix  mit  einem  Konsonanten  beginnt: 
20  täddnä  bei  uns;  läddkum  bei  euch;  aber  iitndl  bei  mir;  landab 
bei  dir. 

III.  Die  Zahlwörter. 

1.  Die  Kardinalzahlen. 


§43.  a)  I . fiired,  färed  nährd  Fern,  uähde 


*5 

2.  e/iiifijn 

«9- 

tistataißjl 

3.  te/äte 

20. 

•talriii 

4.  arbaia 

21. 

lfähfd  u lat  rin 

5.  harnst 

22. 

etüe(i)n  11  la  Irin 

6.  sittt 

30. 

telätin 

30 

7.  sebta 

40. 

ar baiht 

8.  temänie 

50. 

hamsin 

9.  tisia 

60. 

sittin 

10.  talra 

70. 

sabtin 

1 1.  i/uiaifejl 

«So. 

U man  in 

35 

12.  etnaißji 

90. 

l ist  in 

13.  teltal(e)l 

IOO. 

»die 

14.  arbattaifejl 

IOI. 

miß  nif  äh  cd 

1 5.  hamstdt(e)l 

200. 

mitc(i)n 

16.  si/taifeß 

300. 

Ulalmiß 

40 

17.  sebaitai(e)l 

400. 

arbaimiß 

18.  temantaifeß 

500. 

hamsmiß 

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XXX 


Qßeilrägt  jur  ftimfiföoi  Syrac4!rt(T7nfc6aft. 


600.  sittmiie 
700.  sebaimije 
8cx).  temnnmiie 
900.  tislfnjmiie 
1000.  a!(e)f 
2000.  alje(i)u 


3000.  ttltjalhf 
4000  arbalt^nlnf 
5000.  hamst^nlnf 
1 1 000.  ihdnl(r)t  nl(e)f 
100000.  mi'tt  al(e)f  5 

I 000  000.  tu e/iüu  PI.  titeln  {in. 


b)  Die  Stellung  der  Zahlen  entspricht  genau  der  deutschen:  zu- 
erst die  Tausender,  dann  Hunderter,  dann  Kiner,  dann  Zehner.  Einer 
und  Zehner  müssen  immer  durch  ne  verbunden  sein.  — c)  Das  ge- 
zahlte Nomen  steht  bei  den  Zahlen  von  3—10  ini  Plural,  bei  den  10 
übrigen  im  Singular.  — d)  Die  oben  angegebenen  Formen  haben  die 
Zahlen  von  3 — 10  hauptsächlich,  wenn  sie  allein  stehen  oder  appo- 
sitionell  hinter  das  Nomen  treten:  nisunn  telüte  3 Frauen.  Steht  die 
Zahl,  und  das  ist  das  gewöhnliche,  vor  dem  Substantiv,  so  werfen 
die  Zahlen  gewöhnlich  die  Femininendung  <7,  e ab,  wenn  der  Plural  15 
mit  einem  Konsonanten  beginnt,  und  nehmen  eine  Status-constructus- 
form  auf  t*  an,  wenn  der  Plural  mit  einem  Vokal  beginnt.  Fest  sind 
diese  Regeln  aber  nicht;  es  gehen  alle  Formen  durcheinander:  telet 
humid  3 Lasten;  hnn/es  seunynt  5 Jahre;  sitt  cefij/nt  6 Kugeln;  te/tishur 
3 Monate;  lairat  liiiiu  10  Tage;  aber  tele!  atdnd  3 Söhne;  Int  nies  20 
nunditu  5 Menschen;  sit/et  no(n)büt  6 Mal.  — 6)  Die  Zahlen  von  1 1 
an  bleiben  unverändert  beim  llerantritt  der  gezahlten  Nomina,  nur 
tnije  100  nimmt  gewöhnlich  dann  die  Status-constructnsform  auf/  an: 
hamsttii  et  grau  500  Kran. 


2.  Die  Ordinalia.  35 

§ 44.  a)  Die  Ordinalzahlen  haben  nur  besondere  Formen  für 
Zahlen  von  1 — 10,  nach  «1er  Form  fiiil  (mit  Ausnahme  von  1). 

erster  et uual\  attuali  Fern,  nnnn/iie 
zweiter  tnni  Fern,  tiiuie 

dritter  tidit  Fern,  tidite  30 

vierter  rnbnlfa)  Fern,  r Übeln 

fünfter  hntuis  Fern,  hntuise 

sechster  südis  Fern,  südise 

siebenter  snbnt(a)  Fern,  säbeln 

achter  fatnitt  Fern,  tü/uiue  35 

neunter  tnsal(a)  Fern.  Inseln 
zehnter  Uder  Fern.  Intern. 


* Ir»  beiden  Fällen  erleiden  die  Formen  allerlei  Veränderungen,  so  laufet  die 
Form  ohne  Endung  von  3 fe/et,  mit  /-Endung  (eit. 


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QtWifjiur,  JttuaraBifcgt  auc  tcm  3«q. 


XXX! 


b)  Die  Ordinalia  werden  entweder  wie  Adjectiva  behandelt,  d.  h. 
sie  werden  dem  Substantiv  nachgestellt,  richten  sich  nach  ihm  in  der 
Determination  und  Numerus,  oder  vorangestellt  und  die  Substantiva 
indeterminiert  nachgesetzt:  auual  tcfijle  die  erste  Nacht;  auual  suälab 
5 seine  erste  Frage;  tälit  {ö(ujm  der  dritte  Tag. 


3.  Die  übrigen  Zahlwörter. 

145.  a)  Die  Bruchzahlen  von  2 — 10  werden  gebildet  nach  der 
Form  fuil\  */2  nufs  (aus  nisf)\  */3  1il(i)t\  '/<  rvbi(a)',  '/s  hum(e)s\  */u 
sidfejs-,  ’/j  subi(a)\  ’/s  (um(e)n\  '/*  tisi(a)',  ’/j«  tyl(e)r.  — Die  Plurale 
10  lauten  afiäl:  arbäi(a)  Viertel.  — b)  Die  Zahladverbia  „einmal,  zwei- 
mal“ werden  gebildet  mit  Zuhilfenahme  der  Substantive  no(u)be  und 
marra:  hamstai(e)i  nö(u)be  15  Mal,  oder  durch  den  feminisclien  Infinitiv 
des  betreffenden  Verbums:  degg  tieggetefi)n  er  schlug  2 Mal.  — c)  Die 
Distributiv«  „je  einer,  je  zwei“  werden  durch  die  Wiederholung  derKar- 
15  dinalzahl  gebildet:  arbaia  arbaia  je  4.  — d)  Die  Multiplicativa  „zwei- 
fach, dreifach“  werden  durch  das  Participium  Pass,  der  II.  Form  des 
Verbs  (s.  § 63)  gebildet:  murabbai(a)  vierfach  oder  viereckig.  — 
6)  Die  Wochentage  lauten:  (0(11)1/1  cl'ahad Sonntag;  /<; (u)/u  et  elhe(i)n 
Montag;  iö(n)m  ettcläte  Dienstag;  io( //)///  et arbaia  Mittwoch;  fo(n)m 
20  elhatnis  Donnerstag;  (iö(u)m)  elgumia  Freitag;  esscbet  Sonnabend.  — 
I)  Die  Zeit  wird  ausgedrückt  durch  essäia  mit  bi:  essäia  bilualnie 
urnbi(a)  I1,  Uhr;  essäia  bi/'e/fltf iju  /muff  21/,  Uhr;  essäia  bit arbaia 
tlla  rnbi(a)  •’/j 4 Uhr. 


IV.  Die  Partikeln. 

zs  $ 46.  Die  Partikeln  haben  nur  zum  kleinen  Teil  wirklich  be- 
sondere F'ormen,  sondern  meistens  haben  ursprüngliche  Nomina  (auch 
Verben)  den  Sinn  einer  Präposition,  eines  Adverbiums  oder  einer 
Konjunktion  angenommen.  So  kann  es  kommen,  dass  dieselbe  F'orm 
mit  einem  abhängigen  Genitiv  als  Präposition,  alleinstehend  als  Adverb 
30  und  in  Verbindung  mit  dem  verallgemeinernden  mä  als  Konjunktion 
gebraucht  werden  kann. 

1.  Die  Präpositionen. 

$ 47.  a)  1)  bi,  (i)b  in,  bei,  durch,  um,  auch  beim  Schwur.  Wenn 
ein  Vokal  darauf  folgt,  erscheint  es  häufig  ohne  Vokal:  bi  utmnak, 
35  (i/b'utnmak  oder  bummak  in  deiner  Mutter.  Für  die  Verbindung  mit 
Suffixen  s.  S 42.  Die  Präposition  fi  ist  mehr  literarisch  und  kommt 
in  der  Sprache  des  gewöhnlichen  Lebens  kaum  vor. 


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XXXII 


qptifrdgc  ;ur  f(mi(ifc6on  Spra^wifTofciafl. 


2)  //',  (i)l  zu,  nach,  Dativbezeichnung.  Der  Vokal  kann  wieder 
wegfallen,  wenn  das  folgende  Wort  mit  einem  Vokal  beginnt:  laltidia 
ihrem  Bruder.  Für  die  Verbindung  mit  Suffixen  s.  §42.  Die  Präpo- 
sition i/a  ist  mit  ti  vielfach  zusammengefallen  und  findet  sich  selb- 
ständig nur  noch  höchst  selten,  z.  B.  in  Verbindungen  wie  Ha  an  bis  5 
dass;  i/a  saiate(i)n  bis  zu  2 Stunden,  d.  h.  2 Stunden  lang. 

3)  ia/a,  .hl!  auf,  über,  nach,  gegen.  Ks  kann  eng  mit  dem  fol- 
genden Worte  verbunden  werden:  iattali(e)t  auf  dem  Throne;  s.  § 2. 
Über  die  Verbindung  mit  Suffixen  s.  § 42. 

4)  min  von  (zeitlich,  örtlich,  kausal),  „als"  beim  Komparativ,  min  10 

wird  häufig,  wenn  das  nächste  Wort  mit  einem  Vokal  beginnt,  in 
zwei  Silben  zerlegt,  derart,  dass  das  m einen  Vorschlagsvokal  erhält, 
das  i ausfallt  und  das  n zum  nächsten  Worte  gezogen  wird;  man 
spricht  also  statt  min-idi  dann  (i)in-ni-di  von  meiner  I fand.  Zur 
Verbindung  mit  Suffixen  s.  §42.  15 

5)  hm  (weg)  von.  Zur  Verbindung  mit  Suffixen  s.  g 42. 

6)  ui  in  * mit.  Das  schriftarabische  mäht  wird  in  der  Umgangs- 
sprache kaum  jemals  gebraucht. 

7)  ne,  na  und  / bei  Schwüren:  uällalt  ubd/ah  ntillah  bei  Gott;  nbagg 

e/(i)lfsi(i)n  bei  Hussein.  20 

8)  ( ijbddl  an  Stelle  von,  für. 

9)  barrit  ausserhalb  von. 

10)  bai(a)d  nach  (zeitlich). 

1 1 ) bi/a,  bi/aiia  ohne.  Aber  bah) l umsonst. 

12)  bc(i)n,  und  bei  mehreren  Personen  meist  bifilu/it  zwischen.  25 

13)  gauua  unter,  unterhalb  von  {Iaht  ist  unbekannt),  und  innerhalb. 

14)  (e)hlaf  nach  (zeitlich). 

15)  dun  ausser;  unmittelbar  vor;  dun  c/ri/ib  unmittelbar  vor  dem 
Sonnenuntergang. 

16)  iibfej/t  wie.  30 

17)  t/d  während,  — lang:  toi  iomri  mein  Leben  lang. 

18)  3ag(u)b  nach  (zeitlich). 

19)  3 and  bei,  neben.  Für  die  Verbindung  mit  Suffixen  s.  S.  42. 

20)  refijr  äusser. 

21)  f/>(u)g  über,  obenauf.  35 

22)  gab(c)/  vor  (zeitlich). 

23)  (ujgbäl  gegenüber. 

24)  giddätn  vor  (örtlich). 

25)  medajr  um  ....  herum. 

26)  mit(e)!  wie.  40 


♦ (Entstanden  aus  dem  sog.  Waw  des  Mittseins  und  iiii 1,  das  mit  Suffixen  zuin  Aus- 
druck des  pronominalen  ( »bjekts  gebraucht  wird. 


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(tll«ißiUT,  Qlcuarfl6ifcg(  45tfe$t<#<m  au«  6<tn  Jraq. 


XXXIII 


27)  yarä  hinter  (örtlich). 

28)  iemin  bei:  ttugaf  iemmak  bleib  stehen! 

b)  Durch  Zusammensetzung  zweier  Präpositionen,  oder  einer 
Präposition  mit  einem  Substantiv  entstehen  Doppelpräpositionen.  Die 
5 hauptsächlichsten  sind  folgende: 

1)  Mit  bi  zusammengesetzte:  (i)bre(i)r  ausser,  ohne;  (i)byos(ejt 
mitten  in;  bimügib  gemäss. 

2)  Mit  li  zusammengesetzte:  lefcel,  lihäter  um  . . . willen;  /elften  um 
. . . willen  (pour  les  beaux  yeux  de);  lilatui  bei,  nach  . . . hin;  lifemtn  bei. 

10  3)  Mit  min  zusammengesetzte:  min  &auya  von  unterhalb;  min 

fün\g  von  oben;  min  uära  von  hinten;  min  re(i)r  ausser;  min  taraf 
von  seiten,  wegen;  fö(u)g  min  oberhalb  von  u.  s.  w. 


2.  Die  Adverbia. 

$48.  Die  Adverbien  zerfallen  wieder  in  ursprüngliche  und  solche, 
15  die  ursprünglich  Nominal-  oder  Verbalformen  waren.  Dazu  kommt 
eine  Anzahl  Fremdwörter.  Die  hauptsächlichsten  sind: 

1)  abadan  niemals. 

2)  idii  bi  da  plötzlich  (zur  Einführung  eines  unvorhergesehenen 
Ereignisses).  S.  a.  Nr.  28. 

jo  3)  Mit  dem  Fragewort  ZS  wird  gebildet:  ZSkit(e)r\  ZSgedd,  ZSqadar 
wieviel?;  Zllo(u)n  wie?,  eigentlich:  auf  welche  Art?;  ZSuak(e)t  wann?, 
ZSmal(a)na,  IZdZlfäjua  warum?,  und  indefinit  ZScem  einige  (mit  dem 
Singular):  ZScem  qir(e)S  einige  Piaster. 

4)  Mit  dem  Artikel  el  oder  hei  (s.  § 39)  werden  Zeitbestimmungen 
*5  gebildet:  et auyat,  min  etanyal  anfangs;  clbareh,  autial  elbarelt  ge- 
stern, vorgestern;  elfb(u)m  heute;  es$ub(a)h  morgens;  edifuh(ä)r  mit- 
tags; e/iaffujr  nachmittags;  helid(u)m  heute;  hessai  jetzt  (eigentlich 
hessaia  diese  Stunde). 

5)  Mt,  allä  ausser;  ualla , tja  Mt  sonst.  Auch  zur  Einführung 

30  eines  Hauptsatzes:  Hin  tZrtdt  tZgibäh  du  musst  gehen  und  es 

bringen. 

6)  e(i)  ja;  häufig  verstärkt  e(i)  naiam;  e(i)  ttallith. 

7)  e(i)n  nur  noch  in  Verbindung  mit  der  Präposition  min : ( i)mn _ 
e(t)n  woher?  erhalten,  sonst  sagt  man  yc(i)n. 

35  8)  barra  draussen. 

9)  bess  nur;  genug! 

10)  beskiet  heimlich  (■=  bisukiet  in  Schweigen). 

11)  bai(a)d  noch.  Für  die  Form  balfdjdhn,  bal(d)dni  s.  § 41. 
bai(a)d  dä/ik  darauf. 

40  12)  baqi(e  übrigens;  schliesslich. 

13)  bäcer  morgen. 

Beitrüge  sur  »«mit.  Sprach wittcnschaft.  V.  C 


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XXXIV 


Qßtiltdgt  ;ur  fjmiltfcjt*  öprJifiwifftnfcCjft. 


14)  bellt,  bellen  vielleicht. 

1 5)  bell  ja. 

16)  baläS,  bilba/äS  umsonst. 

17)  terä,  teränl  (eigentlich:  du  siehst  mich)  häufig  in  der  Rede  ein- 
geschoben, wie  bei  uns  „siehst  du“.  5 

18)  tatnäm  vollkommen,  richtig,  fertig. 

19)  tauft  mit  Suffixen:  jetzt  tauut,  tauuak,  tau /tu  tu  ich,  du,  sie  jetzt. 
Das  poetische  istau : istauuah  fät  jetzt  ist  er  vorübergegangen,  erkläre 
ich  als  essa Sa  tattu. 

20)  fcesmatt  notwendigerweise.  10 

21)  hytte  sogar. 

22)  (te(i)l  schnell. 

23)  haläf  genug! 

24)  liäfujb  natürlich,  notwendigerweise, 

25)  de*  zur  Aufforderung:  deru/t  geh;  denruh  wir  wollen  gehen.  15 

26)  dä'iman  immer. 

27)  saSfa/m,  zaS(a)ma  d.  h.  (*=  fal(a)ni). 

28)  sä/a,  sä  Sa  ida,  sä  Sa  ttä’tda,  da  plötzlich;  ItessaS  s.  o.  Nr.  4; 
lissaS  bis  jetzt;  noch  (nicht). 

29)  sua  zusammen.  20 

30)  aSn  (aus  aSitf  ich  sehe)  wie  terä  abundierend  hinzugesetzt. 

31)  Snci  Säei  allmählich,  langsam. 

32)  Sa/a  Seitti  (11  räsi)  ganz  gewiss  (auch:  um  meinetwillen). 

33)  Säd,  laSäd  also,  nunmehr. 

34)  iä  So(u)n  o wenn  doch.  25 

35)  fit  red  nur;  ungefähr. 

36)  faqat  nur. 

37)  giddäm  vom. 

38)  ce/ir  viel,  sehr. 

39)  kedä/ik  so.  30 

40)  killiS  (aus  kill  Se(ij)  in  jeder  Beziehung. 

41)  cent  (mit  folgendem  Singular)  wieviel? 

42)  ce(i)f  wie?  (selten,  häufiger  ist  ISlö(u)n). 

43)  lä  nein.  In  der  Bedeutung:  nicht  kommt  lä  beim  Verbum 
fast  nur  in  der  Verbindung  lä  . . . yä/ä  weder  ....  noch  vor;  sonst  35 
ist  es  durch  tnä  verdrängt.  Mit  dem  Imperfekt  steht  es  zum  Aus- 
drucke des  Prohibitivs. 

44)  läzim  notwendigerweise. 

45)  lernt  mit  Suffixen  lennt  u.  s.  w.  (wohl  entstanden  aus  la'inna ) sieh 

da;  da  plötzlich.  4° 

46)  tefiJS,  Salaye/ijS  warum? 


* Die  Entstehung  dieses  tU  ist  mir  noch  unklar. 


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QTXeifjtur,  (tUuara8ifc6e  ßtfdStcdfen  au«  5<m  3104. 


XXXV 


47)  »in  nicht  (bei  Verben);  mit,  seltener  mul  nicht  (bei  Adjektiven 
und  Substantiven). 

48)  helbett  gewiss;  natürlich. 

49)  hätn  auch. 

5 50)  (e)hna  hier. 

51)  hä  sieh  da;  hak  da  sind. 

52)  hat  gieb  her. 

53)  (e)hyäi  sehr. 

54)  hic,  ktei  so. 

10  55)  hei /tat  niemals  mehr. 

56)  ttähfii  mit  Suffixen  uäkdak,  t/ähdi  du,  ich  allein. 

57)  min  yäkfrjt  früh;  fa  0 yak(r)t  spät. 

58)  ue(i)n  wo?  wohin? 

59)  ui  ja  zusammen. 

1 5 60)  inllah  sehr  häufiger  Ausruf,  besonders  zum  Antreiben  u.  s.  w., 

der  aber  auch  ohne  Grund  abundierend  hinzugesetzt  wird;  vgl.  Gesch. 
46,  20,  24;  54,  28. 

61)  iemta  wann? 

62)  ial(a)ni  d.  h. 

20  63)  latfiü  langsam. 

64)  irfijct  (Erklärung  noch  nicht  ganz  sicher)  genug. 

3.  Die  Konjunktionen. 

§ 49.  Die  Konjunktionen  zerfallen  in  beiordnende  und  unter- 
ordnende. 

2}  a)  Beiordnende  Konjunktionen. 

a)  i)  ye,  uä,  uu,  u und.  Es  verbindet  Nomina  und  ganze  Sätze, 
kann  aber  auch  fehlen,  wo  wir  im  Deutschen  ein  „und"  erwarten.  — 
Dann  dient  es  besonders  dazu,  um  sog.  Zustandssätze  anzufügen,  die 
im  Deutschen  durch  „indem,  während"  eingeleitet  werden:  ivii  ttiigif 
30  bilbäh  uinti  gäliide  (nlho(u)l  ich  stehe  an  der  Thür,  während  du  im 
Hofe  sitzest  Übrigens  kann  auch  in  dieser  Verbindung  das  ye  fehlen. 

2)  fa  und,  da  ist  selten,  und  in  der  gewöhnlichen  Rede  fast  ganz 
durch  ue  verdrängt.  S.  aber  4}  49b. 

3)  an,  und  häufiger  /öfu)  oder,  uelö(u)  steigert  „und  sogar". 

35  4)  immd,  ammd , uaimma  oder,  ammtt  ....  (ue/amtm  ent- 

weder ....  oder. 

5)  /äiin,  tje/äein  aber,  dagegen. 

b)  Unterordnende  Konjunktionen. 

b)  1)  in,  idä  wenn,  zur  Einleitung  der  realen  Hypothesis.  Negiert: 
40  ida  tttä\  ine  im  mh\  Uta,  al/a.  Die  Partikeln  haben  im  Vordersatz 

c* 


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XXXVI 


QPrilräge  ;ur  fjmtlifc?«*  JJpTacBreifFnfcSoft. 


fast  regelnlässig  das  I’erfectum  im  Sinne  eines  Präsens,  im  Nach- 
sätze steht  meist  das  Imperfectum,  aber  auch  das  Perfectum  (Gesch. 

6,  10;  12,  12;  14,  12  u.  s.  w.).  Statt  des  alleinstehenden  in  kommt 
häufiger  incän  vor,  das  im  Vordersatz  meist  das  Imperfectum  hat 
(Gesch.  26,4;  44,8;  74,  12).  Bisweilen  kann  auch  die  Partikel  ganz  5 
wegfallen  (Gesch.  42,9)  oder  durch  Prononomina,  die  konditionale 
Kraft  haben  (Gesch.  68,  18,  wo  tili  derjenige,  welcher,  d.  i.  wenn 
jemand  bedeutet),  ersetzt  werden.  — Die  im  Schriftarabischen  be- 
stehende Regel,  dass  ein  Nominalsatz,  der  Nachsatz  eines  Bedingungs- 
satzes ist,  mit  fa  eingeleitet  werden  muss,  ist  zwar  nicht  mehr  bindend  10 
(Gesch.  28,  5;  30,  7),  zuweilen  steht  aber  fa  doch  noch  in  solchen 
Fällen  (Gesch.  32,  40;  68,  18). 

2)  lö(u)  wenn,  zur  Einleitung  der  irrealen  Hypothesis.  Negiert: 

lö(u)mä,  lö(u)läj>nä.  Im  Vordersatz  steht  meist  das  Imperfectum, 
im  Nachsatz  das  Perfectum  mit  vorangehendem  cän  (negiert  mä  cä n)  15 
(Gesch.  8,  28;  10,  21;  70,  5;  76,  24).  — Ganz  streng  geschieden  ist  die 
Bedeutung  der  beiden  Partikeln  in  und  lö( 11 ) nicht;  bisweilen  steht  lo(u) 
auch  in  der  realen  Hypothesis  (Gesch.  54,  5;  96,  2),  und  umgekehrt 
(Gesch.  56,  10).  — in,  ida  und  lö(tt)  werden  auch  zur  Einleitung  der  in- 
direkten Frage*  gebraucht;  iöfu) lo(u)  ob oder.  20 

3)  an,  dass  kommt  allein  nicht  mehr  vor,**  sondern  nur  in  Ver- 
bindung mit  einer  Präposition:  ila  an  bis  dass;  bi' an  dass;  li'an  weil. 
Auch  die  Form  cenn  (mit  Suff,  cennä/i)  ist  entstanden  aus  ka' an, 
ka’anna.  Sie  bedeutet  a)  als  ob  b)  wie  eben. 

4)  hatta  dass,  damit  ist  selten  und  mehr  literarisch.  *5 

5)  litmman  (aus  cl.  lamma  verderbt)  hat  mehrere,  verschiedene 
Bedeutungen:  a)  nachdem,  b)  bis  dass  (für  litna),  c)  damit. 

6)  madäm  a)  so  lange  als,  b)  da,  weil,  c)  wenn. 

7)  mä  toi  solange  als. 

8)  Durch  die  Verbindung  von  dem  indefiniten  mä  mit  Präposi-  30 
tionen  und  Adverbien  entstehen  viele  Konjunktionen,  mä  allein  wird 
auch  in  konjunktionaler  Bedeutung:  da,  weil  (Gesch.  40,  3)  gebraucht. 
iamä,  ialmä  bis  dass;  ce( ijtnä  a)  als  ob;  b)  da,  weil,  au^aljmä  so- 
bald, als;  befijnama  während;  toi  via  solange  als;  ba l(a)djmä, 
lag(u)b_jna  nachdem;  giddätnma  bevor;  killma  jedesmal  wenn.  — 35 
Dieses  mä  kann  auch  fehlen,  sodass  dann  die  Präpositionen  und 
Adverbien  allein  konjunktionale  Kraft  haben:  min  und  min  auual 
seitdem;  min  taraf,  min  sfbeb  weil;  lii,  lege / weil;  färed  so- 
bald als. 

* Die  direkte  Frage  wird  ebenso  wenig  wie  im  Deutschen  durch  eine  Partikel  40 
eingeleitet;  man  hört  cs  am  Ton,  wenn  eine  Frage  gemeint  ist:  uhdti(e)thinn  hast  du 
sie  genommen? 

*♦  Cher  afjo/en  s.  § 53. 


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(niitfj"«.  (JLuar«8tf<8c  <5«Mt4<«  au«  btm  Jraq. 


XXXVII 


V.  Das  Verbum. 

§ 50.  a)  Die  Verben  werden  eingeteilt  in  starke  und  schwache. 
Schwache  sind  solche,  welche  in  der  Wurzel  ein  Waw,  Je  (und  Hamze) 
haben,  oder  deren  2.  und  3.  Radikal  identisch  ist.  — b)  Das  Verbum 
5 ist  entweder  drei-  oder  mehrradikalig.  Mehrradikaligc  Verben  werden 
gebildet  entweder  durch  Verdoppelung  einer  zweiradikaligen  Wurzel 
(salcal\  dendel),  durch  Hinzufügung  eines  Radikals,  meist  einer  Liquida 
oder  eines  Schins  (iag/eb),  durch  Ableitung  von  einem  vierradikaligen 
Nomen  ( ntärgah  von  mergäha) , und  durch  Einschiebung  eines  Waw 
10  zwischen  den  I.  und  2.  Radikal  (meist  Denominativa):  icmäfujfil  er 
pfeift  auf  der  mä$üle\  i?hb(u)rib  er  singt  den  Kriegsgesang  (tö(u)räb', 
l?sö{u)lif  er  erzählt  eine  Geschichte  ( salife ). 

$51.  a)  Das  arabische  Verbum  besitzt  folgende  Tempora  resp. 
Modi:  1)  Das  Perfectum  für  die  vollendete  Handlung  (die  3.  und 
*5  2.  Pers.  Sing,  und  Plur.  unterscheiden  Maskulin-  und  Feminin- 
formen). 2)  Das  Imperfectum  für  die  unvollendete  Handlung  (die 
3.  und  2.  Pers.  Sing,  und  PI.  unterscheiden  Maskulin-  und  Feminin- 
formen). 3)  Der  Imperativ  (mit  Maskulin-  und  Femininformen  im 
Sing,  und  Plur.).  4)  Das  Partizip  Akt.  und  Pass.  5)  Der  Infinitiv 
20  (der  eigentlich  eine  Nominalform  ist).  — b)  Das  Schriftarabische  be- 
sitzt noch  ein  Passiv,  das  aber  bis  auf  das  Partizip  aus  der  Sprache 
des  gewöhnlichen  Lebens  verschwunden  ist  Ebenso  sind  die  Modi 
des  Konjunktivs,  Apocopatus  und  Energicus  (bis  auf  wenige  Reste) 
verloren  gegangen.  Auch  von  den  Dualformen  bat  sich  keine  Spur 
25  erhalten;  sie  werden  jetzt  durch  solche  des  Plurals  ersetzt. 

§52.  Die  deutschen  Tempora  und  Modi  werden  auf  folgende 
Art  ausgedrückt:  a)  Das  Präsens  durch  a)  das  Imperfectum  oder 
b)  Partizip:  jjtfiU  oder  fä%t  er  tritt  ein.*  — b)  Das  Imperfectum  und 
Perfectum  durch  a)  das  Perfectum;  b)  Partizip  (in  der  Erzählung); 
30  c)  cän  mit  dem  Imperfectum;  d)  cän  mit  dem  Partizip:  iarab ; iärib; 
ein  iilrab\  cän  iärib  er  trank.  Zuweilen  steht  sogar  das  Imperfekt 
in  der  lebendigen  Erzählung  (Gesch.  2,  25;  6,  19;  32,4).  — gäm  mit 
folgendem  Imperfectum  bezeichnet  den  Eintritt  einer  Handlung:  gäm 
iäkil  er  begann  zu  essen.  — c)  Das  Plusquamperfekt  durch  cän  mit 
35  dem  Perfekt:  iän  mät  er  war  gestorben.  — d)  Das  Futurum  durch 
das  Imperfectum:  timii  du  wirst  gehen.  — e)  Das  Futurum  exactum 
durch  iekän  mit  dem  Perfectum:  nfkim  rihmi  wir  werden  wegge- 
gangen sein. 

* Beachte  auch  die  Hedeutungsnuanccn,  welche  die  Varti/ii>icn  ,;,i 7 (kommend! 
40  und  gäiäd  (sitzend)  bei  den  Verben  hervorbringen:  tahUen  gA'i  kommt  her;  küV'i iäd 
l<~ tautit  was  thust  du)  Ji’i  amüt  ich  liege  im  Sterbeu. 


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XXXVIII  ®fi»räg«  ;ur  JJpracJnnflfufiiaf*. 

§ 53.  Zum  Ausdruck  der  Modi  ist  zu  merken:  a)  Der  Konjunktiv 
hat  keine  besondere  Form,  sondern  wird  durch  das  Jmperf.  und  Perf. 
ausgedrückt.  — b)  Der  deutsche  Infinitiv  wird  meist  nicht  durch  den 
Infinitiv,  sondern  durch  das  Jmperfectum  wiedergegeben:  arid  aruh 
ich  will  Weggehen.  — C)  Der  Prohibitiv  ist  nicht  durch  den  negierten  s 
Imperativ,  sondern  durch  lä  mit  dem  Imperfekt  zu  übersetzen:  lii 
tillabin  spiele  nicht  (Mädchen).  — d)  Der  Voluntativ  wird  ausgedrückt: 
a)  durch  die  i.  Person  Sing,  und  Plur.  von  irrid  (er  will)  mit  einem 
Imperf.:  arid  asä/fr  ich  will  verreisen;*  b)  hallt  (lass)  mit  dem  ent- 
sprechenden Suffix  und  der  3.  resp.  1.  Pers.  Sing,  oder  Plur.  des  10 
Imperfects:  ha/lih  jgi  er  möge  kommen;  hal/iha  !igt  sie  möge  kommen; 
ha/lina  tifruh  wir  wollen  Weggehen;  c)  in  der  Poesie  wird  der  Volun- 
tativ der  l.  Pers.  Sing,  durch  präfigiertes  la  gebildet:  lartst/blak 
if  bcc  ich  will  dir  Netze  stellen;  d)  ebenfalls  in  der  Poesie  haben  sich 
noch  Energicusformen  (s.  o.)  auf  en  erhalten:  j (i(i)n  anämen  wo  soll  '5 
ich  schlafen;  lilmu(u)t  asiren  gär  ah  dem  Tode  will  ich  benachbart 
sein.  Ob  freilich  die  auch  in  der  Prosa  vorkommende  Form  ahä/rn 
ich  furchte  hierher  zu  ziehen,  oder  vielmehr  als  ahä/'an  ich  fürchte, 
dass  zu  erklären  sei,  ist  noch  nicht  sicher  auszumachen.  — 6)  Die 
Admirativform  ma  mit  dem  Perfect  der  IV.  Form  ist  auch  nur  20 
poetisch:  mahla  für  mä  ah/a  wie  süss  ist  es.  - f)  Das  Verbum  des 
Wunschsatzes  steht  im  Perfekt  oder  Imperfekt;  im  ersten  Falle  steht 
das  Verbum  vor  dem  Subjekt,  im  zweiten  umgekehrt:  Allah  ifgattuik, 
gauyäk  Allah  Gott  stärke  dich;  arhamkum  Allah  Gott  erbarme  sich 
eurer;  Allah  itrhamah  Gott  hab  ihn  selig.  — g)  Erwähnen  möchte  25 
ich  an  dieser  Stelle  noch  die  merkwürdigen  Formen  wie  a/ärl,  Icbbäll, 
labälak,  hashälah,  die  „ich,  du,  er  meint“  bedeuten,  aber  eigentlich 
Nominalformen  mit  Suffixen  (von  iter  Spur,  bäl  Gemüt  mit  den 
Präpositionen  li  und  lala  und  hasb  meinen)**  sind. 

§54.  Bei  der  Verbindung  von  Verbum  mit  einem  Substantivum  30 
zum  Satze  gelten  hinsichtlich  der  Übereinstimmung  von  Genus  und 
Numerus  folgende  Regeln: 

Das  Verbum  stimmt  mit  dem  Subjekt  gewöhnlich***  überein  im 
Genus  und  Numerus,  wenn  dieses  im  Singular  oder  gesunden  Plural  steht: 
rähat  ellabde  die  Sklavin  ging  fort;  milen  clbenät  die  Töchter  gingen.  35 
Ist  das  Subjekt  ein  gebrochener  Plural,  der  männliche  Personen  be- 
zeichnet, steht  das  Verbum  gewöhnlich  im  Plural:  e/’ihyc  { itlarakün 

* S.  auch  tle  in  § 48. 

**  Sicher  ist  diese  Erklärung  nicht.  Merkwürdig  besonders,  dass  bei  lebhaft  das 
b verdoppelt  wird.  40 

***  Wenn  das  Verbum  voranstcht,  kann  es  eventuell  ncutrisch  in  der  3.  Pers.  Singl. 
stehen  und  braucht  sich  nicht  nach  dem  Subjekt  im  Genus  und  Xumerus  1 u richten. 
Doch  sind  diese  Fälle  selten. 


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QTWifjntr,  (Tbuaraßifcljf  ®tfc6ic6i<n  aus  btm  3raq. 


XXXIX 


<iie  Brüder  streiten.  Sonst  steht  beim  gebrochenen  Plural  das' Verbum 
entweder  im  Sing.  fern.  gen.  oder  im  Plur.  fern,  gen.:  titlauifa/}  hudumt 
meine  Kleider  werden  beschmutzt;  inlahan  huditmha  ihre  Kleider 
wurden  beschmutzt  Von  diesen  Regeln  giebt  es  viele  Ausnahmen, 
5 insofern  vielfach  Konstruktionen  xaxa  avvtoiv  Vorkommen:  nuff  iigu- 
tiin  die  Hälfte  sagt;  i&en  gemii(a)  rnä  äku  haiie  es  kam  alles,  was 
Schlange  war. 

§ 55.  Über  die  Stellung  der  Satzglieder  ist  zu  bemerken,  dass 
entweder  das  Verbum  voransteht,  dann  das  Subjekt  und  das  Objekt 
i»  (oder  umgekehrt)  folgt,  oder  dass  das  Subjekt  den  Satz  beginnt  und 
dann  das  Verbum  und  das  Objekt  kommt.*  Ausnahmen  kommen 
nur  vor,  wenn  auf  einem  Wort  ein  besonderer  Ton  liegt,  sodass  es 
vorangestellt  wird. 

§56.  a)  Von  dem  einfachen  Verbum  können  neue  Stämme  ab- 
15  geleitet  werden,  welche  seine  Bedeutung  verändern.  Man  zählt  IO 
solche  Stämme;  der  IX.,  welcher  Farben  und  Gebrechen  bezeichnet, 
ist  in  der  Sprache  des  gemeinen  Mannes  wohl  nur  noch  selten  erhalten. 

I.  Stamm.**  Das  Schriftarabische  unterscheidet  drei  Formen  des 
I.  Stammes:  faial,  faiil,  faiul,  von  denen  die  beiden  letzten  meist 
zo  Intransitiva  bezeichnen.  Diese  Unterschiede  sind  im  gesprochenen 
Arabisch  fast  vollständig  verschwunden.  Gewöhnlich  verwandeln  sich 
die  beiden  kurzen  Vokale  in  r-Laute,  sodass  die  Grundform  lautet: 
difen  beerdigen,  nisel  herabsteigen.  Enthält  die  Wurzel  I oder  2 
«-haltige  Konsonanten,  so  werden  die  dabeistehenden  Vokale  in 
*5  rf- Vokale  verwandelt:  hadern  dienen;  ha/aq  zu  Ende  sein;  dikar  er- 
inneren; dibah  schlachten;  dagg klopfen.  Steht  an  3.  Stelle  ein  «-haltiger 
und  an  2.  Stelle  ein  «-haltiger  Konsonant,  so  wird  der  erste  Vokal 
noch  in  o,  u verwandelt:  tobah  kochen;  tufar  überspringen;  dufar 
stossen;  rutttd  werfen.*** 

3°  5)  Der  II.  Stamm  wird  gebildet  durch  Verdoppelung  des  2.  Radikals 

( faiial ).  Die  Vokale  richten  sich  wieder  nach  den  danebenstehenden 
Konsonanten.  Er  hat  folgende  Bedeutungen:  a)  Eine  verstärkende: 
kessär  in  kleine  Stücke  zerbrechen;  rauuah  Weggehen,  b)  Eine  kau- 


* Diese  SaUstcllung  ist  im  Modcruarabischcu  viel  häufiger  als  im  Schriftarabischen. 

35  Man  ist  dazu  schon  genötigt,  weil  die  Substantiva  keine  C&susendungcn  mehr  haben 
und  bei  der  ersten  Möglichkeit  häufig  Subjekt  und  Objekt  nicht  unterschieden  werden 
können. 

♦*  Die  Grundform,  d.  h.  die  kürzeste  Form  des  Verbums,  nach  welcher  es  im 
Wörterbuch  aufgeführt  wird,  ist  die  3.  Per*.  Masc.  Perf. 

40  ***  Die  Verwandlung  geschieht  nicht,  wenn  an  3.  Stelle  nicht  ein  Ölhaltiger  Konso- 

nant steht:  difen  beerdigen;  kifel  bürgen.  Sie  unterbleibt  auch,  wenn  an  I.  Stelle 
ebenfalls  ein  a-haltiger  Konsonant  steht:  Zabar  Überschreiten;  hafar  graben:  saba'r 
färben.  In  futag  trennen  bewirkt  der  erste  u-haltige  Radikal  die  Verwandlung  in  u. 


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XI. 


$<ittÄgc  jur  ftmtlifiBfn  ^pracSwiITtnMufl. 


sative:  i allem  lehren;  fehhim  verstehen  machen;  yuggaifa)  fallen 
lassen;  halluf  zurücklassen;  räicib  reiten  lassen,  c)  Eine  denominative: 
sr/lim  grüssen  (d.  h.se/äm  sagen);  kabbar:  Allältu  akbar  rufen,  d)  Eine 
ästimative:  fäddag  für  wahr  halten,  glauben;  ceddib  für  unwahr  halten, 
e)  Eine  in  transitive,  mit  dem  V.  Stamm  übereinstimmende,  die  ich  5 
mir  durch  zu  supplierendes  nefsäh  erkläre:  Ijaiiiir  besser  werden; 
keiief  sich  freuen;  yenitit  abwarten,  verständig  sein. 

C)  Der  III.  Stamm  wird  gebildet  durch  Dehnung  des  Vokals  der 
1.  Silbe  zu  a (fälal).  Er  drückt  aus  die  Beziehung  auf  eine  Person, 
d.  h.  eine  gegenseitig  unternommene  oder  versuchte  Handlung.  Die  10 
Person  steht  immer  im  Akkusativ:  Ijälaf  jem.  zuwiderhandeln;  yäga/t 
jem.  vors  Antlitz  treten;  Sara  jem.  begleiten;  liäcd  mit  jem.  sich  unter- 
halten. 

d)  Der  IV.  Stamm  wird  durch  präfigiertes  a und  Vokalverlust 
des  1.  Radikals  gebildet  (a/lal).  Die  Bedeutung  ist  eine  kausative;  15 
as/am  zum  Moslim  machen;  au$af  beschreiben;  akram  belohnen. 
Die  Form  wird  im  Vulgärarabischen  selten  mehr  gebraucht,  da  sie 
fast  ganz  von  II.  verdrängt  ist  Wegen  der  Unbeliebtheit  gehen 
eigentlich  IV.  Formen  auch  in  I.  über,  und  es  ist  besonders  im  Im- 
perfekt nicht  immer  leicht,  beide  auseinander  zu  halten.  Eigentliche  20 
IV.  Formen  von  Verben  med.  Waw  werden  zuweilen  wie  neue  Verba 
nted.  Je  behandelt:  rad  Impf.  {Irid  wollen. 

6)  Der  V.  Stamm  wird  von  II.  gebildet  durch  Prafigierung  von 
lt\  tä,  tu,  (i)t,  fejt  (tafallal).  Die  Bedeutung  ist  das  Reflexivum  oder 
Passivum  der  II.:  tekel/em  sprechen,  sich  unterhalten;  täna/j/jat  sich  25 
schneuzen. 

f)  Der  VI.  Stamm  wird  von  III.  gebildet  durch  Präfigierung  von 
te,  tä,  tä,  ( i)t , (e)t  ( tafälal ).  Die  Bedeutung  ist  das  Reflexiv  von  III.: 
tf  ln  rad  sich  jem.  entgegenstellen;  ßiarak  sich  mit  jem.  bekämpfen. 

Q)  Der  VII.  Stamm  wird  von  I.  gebildet  durch  Präfigierung  der  30 
Silbe  in  (infalal).  Er  hat  fast  durchgängig  passive  Bedeutung:  inkesar 
zerbrochen  werden;  in  lata  gegeben  werden* 

h)  Der  VIII.  Stamm  wird  gebildet  durch  Einschiebung  der  Silbe 
tä,  te  hinter  dem  ersten  Radikal  ( iftdlal ).  Die  Bedeutung  ist  das 
Reflexivum  oder  auch  Passivum  von  I.:  lmtdlum  geprüft  werden;  35 
iltäral  sich  beschäftigen,  arbeiten;  iltifet  sich  umdrehen;  iitika  sich 
beklagen. 

i)  Der  X.  Stamm  wird  gebildet  durch  präfigiertes  isla  und 
Vokalverlust  des  1.  Radikals  (istafial).  Die  Bedeutung  ist  ursprüng- 
lich das  Reflexivum  des  Kausativstammes,**  dann  aber  bezeichnet  er  40 

* Formen  wie  inhddär  cintTeten,  inhitem  fliehen  sintl  nur  Susscrlich  Activa. 

**  Das  j der  Silbe  hi*  hat  kausative  Bedeutung.  In  einigen  semitischen  Dialekten 
wechselt  s mit  a (IV.  Stamm)  in  der  Kausativierung  der  Stämme. 


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QTUtßntr.  (U«uara6if4f  ®<f4icßftn  au«  btm  Jfoq.  XI.I 

auch  „um  das  bitten,  was  I.  bedeutet":  istd/ta  sich  selbst  schämen 
machen,  d.  i.  sich  schämen;  istarfär  um  Verzeihung  bitten. 

157.  a)  Die  Bildung  der  eigentlichen  Verbalformen  geschieht 
durch  Affixe  und  Präfixe.  Perfekt  und  Imperativ  haben  nur  Affixe, 
5 Imperfekt  Präfixe  und  Affixe. 

Die  Affixe  des  Perfekts  sind: 


Singular  Plural 

3.  m.  — — -au  (u) 

3.  f.  -at,  -et  (-at)*  -en  (na) 

10  2.  m.  -fejt  (-ta)**  -tu  (-tum) 

2.  f.  -ti  (-ti)  -ten  (-tunna) 

1.  -fejt  (-tu).**  -tut  (-na). 


b)  Hat  das  Perfekt  die  Form  faial,  fn  ia/***  und  ist  dabei  der 
letzte  Radikal  «-haltig, f so  wird  das  kurze  d in  offener  (nicht  aber 
1$  in  geschlossener)  Silbe  in  « verwandelt:  iardb(c)t  ich,  du  trankst,  aber 
(e)iriibet  sie  trank;  (u)thibet  sie  verlangte;  (e)rmüdet  sie  blinzelte; 
(e)bfütet  sie  schlug;  iarüfau  sie  wussten;  (e)driiben  sie  schlugen. 

C)  Was  die  Betonung  anbelangt,  ist  zu  bemerken,  dass  sämtliche 
Formen  auf  der  vorletzten  Silbe  betont  werden:  kiteb,  ( i)ktibet,f\ 
kitebjejt.ff t kitebtt*\  ki/ebfejt.fff  fijitibau,**f  (i)ktiben*\  kitebtu, 
kitebten*j  kiteb  tut. 

«58.  a)  Die  Präfixe  und  Affixe  des  Imperfekts  sind: 
Singular  Plural 

3.  nt.  ii-,  /'<?-,*  &*•  (Ja-)*  {i-  u.  s.  w.5  -im s (Ja-  üna) 

*5  3.  f.  ti-  u.  s.  w.5  (ta-)  ii-  u.  s.  w.s  -en  (Ja-  na) 

2.  m.  ti-  u.  s.  w.5  (ta-)  ti-  u.  s.  w.-'  -««  (ta-  üna) 

2.  f.  ti-  u.  s.  w.s  -in  (ta-  ina)  ti-  u.  s.  w.5  -en  (ta-  na) 

1.  d-, 6 a-1  (a)  ni-  u.  s.  w.s  (na-). 

l)  Selten  vor  h und  i.  — 2)  Vor  h.  — 3)  Zuweilen  vor  i.  — 4)  Zuweilen  vor  3 (*.  u.) 
30  und  wenn  eine  lange,  betonte  Silbe  folgt,  ln  diesem  lebten  Falle  verflüchtigt  sich 

• Die  in  Klammern  beigefUgtcn  Affixe  sind  die  schriftarabischen  Formen. 

**  Die  Meidanaraber  bilden  die  2.  Fers.  Masc.  und  die  1.  Pers.  Sing,  jedenfalls 

nach  Analogie  die  Verba  tert.  infirm.,  auf  <(i)t\  3yrß(i)t  ich  habe  erfahren;  gryse(i)tnt 
du  hast  mich  gekneipt.  Diese  Formen  hörte  ich  auch  in  Kuweirisch  zuweilen  von  kleinen 
33  Jungen.  Keschid  verwarf  sie  aber  als  mcidanisch  (s.  auch  (lesch.  42,  20  f.)  und  spricht: 
3arä/( t)t,  gerds(e)tni. 

***  Das  Ist  nötig,  sonst  sagt  man:  (e)ktibet  sic  schrieb. 

f Das  ist  nötig,  sonst  sagt  man:  (e)frilet  sic  machte  das  Bett. 

ff  Im  Stadtarabischen  spricht  man  kitbet,  fiu/fet. 

40  fff  Der  Hilfsvokal  in  der  3.  Silbe  rechnet  nicht. 

Diese  Femininformen  kommen  im  Stadtarabischen  nicht  vor. 

*+f  Im  Schriftarabischen  spricht  man  kitbü. 


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xr.n 


Q^nträßc  $ur  j&präcBirtfftnfcBaft. 


häutig  das  /?  fast  /u  y.  ifrolif\  ufir\  jgvt.  — 51  !>ie  Vokale  verändern  sich  ebenso  wie 
in  der  3.  Per».  Masc.  unter  den  gegebenen  Bedingungen.  — 6}  Wenn  in  2.  Silbe  1 folgt.  — 

7)  Wenn  in  2.  Silbe  a oder  u folgt.  — 8)  Das  n von  ün  kann  eventuell  abfallcn,  be- 
sonders wenu  ein  Suffix  oder  eine  Präposition  mit  einem  Suffix  folgt:  tfhutfi^lhä  sie 
legen  für  sie  hin.  $ 

b)  Der  Vokal  der  zweiten  Silbe  lautet  im  Schriftarabischen  «,  i 
oder  a.  Welcher  Vokal  steht,  muss  das  Lexikon  lehren;  nur  gilt  als 
Kegel,  dass  die  Perfektform  faiil  fast  ausnahmslos  lafial  bildet. 
Dieselbe  Willkür  der  Formen  tritt  uns  im  Vulgärarabischen  entgegen, 
sodass  es  unmöglich  ist,  feste  Kegeln  zu  geben,  und  man  ebenfalls  to 
gut  thut,  in  jedem  Falle  das  Lexikon  zu  befragen.  — c)  Im  einzelnen 
merke  man:  Verba  der  Form  fi itl  lauten  im  Imperf.  iifiil:  iidfin  be- 
erdigen; iiktib  schreiben.  — d)  Verba  der  Form  faial,  ftiial  lauten 
meist  iijiul'.  iikrub  pflügen;  (idrub  schlagen;  iidfur  stossen.  Auch 
i'gtyd  sitzen  steht  für  (igittd.  Eine  Ausnahme  ist  iigdar  können.  — 15 
6)  t,  f,  d haben  faial,  fiial  und  /«/(//-Formen  (letzte  besonders,  wenn 
der  3.  Radikal  ein  r ist):  iihdem  dienen;  iidker  erwähnen,  iqhmed 
preisen;  iqbf-r  graben;  fihsdr  verlieren.  Wegen  des  letzten  «-haltigen 
Radikals  lauten  die  Imperfecta  von  hakem  und  habt z iqftkum  ent- 
scheiden; iahbuz  Brot  backen.  — f)  a haben  a)  diejenigen  Verba,  20 
die  an  2.  oder  3.  Stelle  ein  i (oder  //)  haben:  iirgai(a)  zurückkehren; 
iillai(a)  herausreissen ; / itiab  müde  sein;  jtzial  zürnen;  iidba/t 
schlachten;  b)  die  auf  klassische  /«//'/-Formen  zurückgehenden  Verba: 
{ibrad  frieren;  (irkab  reiten;  (iirab  trinken;  jidhak  lachen;  iiqba / an- 
nehmen; ii/hag  erreichen.  Auch  die  Formen  iih/af  zu  Ende  sein,  25 
iidrak  mannbar  werden  scheinen  intransitive  fa  //'/-Formen  wider- 
zuspiegeln. — fl)  Die  Verba,  deren  erster  Radikal  ein  i ist,  bilden 
das  Imperfectum  auf  zweierlei  Weise:  a)  die  erste  Silbe,  welche  den 
Vokal  ö erhält,  wird  betont,  und  hinter  dem  i wird  derselbe  Hilfs- 
vokal eingeschoben:  ioi(ö)byr  überschreiten,  b)  Der  Hilfsvokal  a 30 
wird  betont,  und  der  Vokal  der  ersten  Silbe  verkürzt:  iti(a)byr  über- 
schreiten; i<fi(d)yl  heulen;  iii(ä)gib  gefallen.  Ausnahmen  sind  die 
schriftarabischen  Formen  iaifajmi  blind  werden;  j (di(a)ßt  verzeihen. 

- h)  Zu  beachten  ist  noch,  dass  auch  die  Verba  prim,  h und  h 
Imperfecta  mit  einem  zwischen  1.  und  2.  Radikal  eingeschobenen  35 
Hilfsvokal  a bilden  können,  die  dann  vielleicht  keine  II.  Formen  sind 
(wie  teilweise  im  Glossar  bemerkt  ist),  sondern  I.,  obwohl  der  2.  Ra- 
dikal verdoppelt  gehört  wird:  / rhdltib  melken;  ffhdttub  Holz  sammeln; 
jl/uissib  rechnen;  ilhdbbei  Korn  zerstossen;  ilhärruf  laufen;  (Ihdzzär 
die  Bäume  beschneiden.  40 

§ 59.  a)  Die  regelmässigen  Formen  sind  bei  dem  Antritt  von 
Affixen  selten.  Fast  durchgängig  werden  in  diesem  Falle  die  soge- 
nannten aufgesprengten  Formen  angewandt,  d.  h.  der  vokallose  erste 


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Jllfiftntr.  JUuataßifcBo  (BcfdJidSlen  du«  öcm  Jra^.  XI, III 

Radikal  wird  mit  einem  Vokal  versehen,  der  2.  wird  vokallos:  /i/ibsiiu 
aus  und  neben  ii/besün  sie  kleiden  sich  an;  jrbuftün  aus  und  neben 
lib$utim  sie  schlagen.  Die  Aufsprengung  unterbleibt,  soweit  ich  sehe, 
häufiger,  wenn  an  2.  oder  auch  i.  Stelle  der  Wurzel  ein  r (und  «)  steht: 
5 fikrubnn  sie  pflügen;  iirkudüti  sie  laufen;  jjSrabün  sie  trinken;  dgrysak 
ich  kneipe  dich;  nitfrubak  wir  schlagen  dich;  {ignusiut  sie  jagen.  — 
b)  Die  Betonung  der  Imperfektformen  liegt  auf  der  vorletzten  Silbe, 
mit  Ausnahme  deijenigen  Formen,  deren  letzte  Silbe  lang  und  in- 
folgedessen den  Ton  hat:  für  ab,  tiirab,  tiirab,  tiirabin,  dSrab,  iiirabttn, 
io  jj iSraben,  tilrabiin , tiirdben,  niirab. 

§ 60.  a)  Der  Imperativ  hat  in  der  2.  Silbe  denselben  Vokal  wie 
das  Imperfectum,  und  als  Präfix  wohl  durchgängig  /'*:  iktib  schreib; 
tsrab  trink;  irkud  lauf.  Die  Präfixe  und  Affixe  des  Imperativs  lauten: 

Singular  Plural 

15  2.  m.  1-,  u-  (u-,  »-)**  i-fl  (»-«,  i-u) 

2.  f.  i-t,  u-i  ( u-t,  i-i ) i-en  («-«<?,  i-na). 

b)  Merkwürdigerweise  wird,  so  weit  meine  Beobachtungen  reichen, 
im  Singular  die  erste,  im  Plural  die  vorletzte  Silbe  betont.  Doch 
schwebt  der  Akzent  hier  vielfach:  iktib,  iketbl,  iktibu  (ikitbu),  iktiben 
20  ( ikitben ). 

§ 61.  a)  Das  Partizip  Act.  schiebt  zwischen  den  I.  und  2.  Ra- 
dikal ein  d ein  ( fn li/) : kdteb  schreibend;  mdnai(a)  lindernd;  gaiäd 
sitzend.  — b)  Das  Partizip  Pass,  wird  gebildet  durch  das  Präfix  ma, 
me,  tnä  und  Einschiebung  von  ü zwischen  den  2.  und  3.  Radikal 
25  ( niafiül) : mektiib  geschrieben;  mai(a)züm  eingeladen;  tnärsül  gesandt. 

§ 62.  a)  Der  Infinitiv,  der  eigentlich  ein  Nomen  ist,  hat  eine 
Anzahl  verschiedener  Formen;  die  häufigsten  sind  fail  und  fuh'il 
(für  Verben  der  Bewegung  und  Ruhe).  — b)  Anstatt  der  Form  fait 
wird  in  unserm  Dialekt  öfters  die  F’emininform  faile  gesetzt:  gb(u)!e 
30  sagen;  ntgujme  schlafen;  därta  pfurzen;  tal(n)be  ermüden;  dägge 
schlagen;  dehce  lachen;  gcije  kommen.  — c)  Neben  der  infinitivischen 
und  substantivischen  Bedeutung  wird  der  Infinitiv  vom  Verbum  des 
Satzes  gebraucht,  um  ein  Mass  oder  eine  Beschreibung  auszudrücken: 
i/jd/t  Saut  er  röstete  ihn  ein  Rösten,  d.  h.  tüchtig;  degg  deggetefijn 
35  er  klopfte  zweimal. 

§ 63.  a)  Das  Perfekt  der  II.  Form  wird  wie  das  von  I.  abge- 
wandelt, nur  wird  die  3.  Pers.  Fern.  Sing,  und  die  3.  Pers.  Masc.  und 

• leb  hörte  auch  Imperative  ohne  Präfixe,  z.  II.  rikuij  neben  irkutf  lauf.  — Über 
de  vor  dem  Imperativ  und  Voluntativ  der  i.  Person  Plur.  s.  $ 4S. 

40  **  Die  in  Klammem  beigefügten  Prifixe  und  Affixe  sind  die  schriftarabischen 

Formen.  Dxs  Präfix  lautet  * (vgl.  irkud , ikrub),  u,  wenn  der  erste  Radikal  «-haltig 
ist  \u(fur). 


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\T.IV 


J^/ilrajc  ;ur  f/wtttrcß/n  f&pracöirtfT/nrdlaft. 


Fern.  PL  auf  der  i.  Silbe  betont:  sellinut  sie  grösste;  cettefau  sie 
fesselten.  — b)  Das  Imperfekt  wird  durch  präfigiertes  /<*  gebildet: 
fjfcittif  er  fesselt.  — C)  Der  Imperativ  lautet  wie  das  Imperfekt  ohne 
Suffixe:  cettif  fessele.  Wenn  das  Wort  hinten  wächst,  ist  die  Ver- 
doppelung des  2.  Radikals  häufig  nicht  mehr  merkbar:  cefnih  für  ctfftnik  5 
lege  ihm  das  Totenhemd  an.  — d)  Die  Partizipien  werden  durch 
präfigiertes  Mt,  mii  gebildet  Das  Partizip  Act.  hat  in  der  letzten 
Silbe  gewöhnlich  ein  i,  das  des  Passivs  ein  a oder  e.  Ist  der  2.  oder 
3.  Radikal  ein  /»-haltiger  Konsonant,  so  sind  vielfach  die  Partizipien 
nicht  zu  unterscheiden.  — 6)  Der  Infinitiv  hat  gewöhnlich  die  Form  10 
tafiil:  tiirtib  aufstellen.  Zuweilen  tritt  an  Stelle  des  langen  Vokals 
der  letzten  Silbe  eine  Femininendung  ein:  tcgruba  Versuch;  tcskcrc 
Billet* 

$ 64.  Die  III.  Form  wird  genau  analog  der  II.  behandelt;  nur 
lautet  der  Infinitiv  nach  Form  tnüf&iaU,  müfäiaJe,  seltener  fiiiii.  15 
mügämaia  mit  einer  Frau  zusammen  sein;  munngtiha  vors  Angesicht 
treten. 

§ 65.  a)  Das  Perfekt  der  IV.  Form  schliesst  sich  in  Abwand- 
lung und  Betonung  der  II.  Form  an:  aüsufet  sie  beschrieb.  — b)  Das 
Imperfekt,  das  im  Schriftarabischen  die  Form  iufiil  hat,  ist  in  den  20 
wenigen  vorkommenden  Fällen  von  I.  nicht  zu  unterscheiden:  iifiaifa) 
er  bringt  in  die  Höhe.  — C)  Der  Imperativ  ( afiil ) und  das  Partizip 
(mufiil)  der  IV.  sind  in  der  Sprache  des  gewöhnlichen  Lebens  sehr 
selten:  mumkin  möglich;  mislim  Moslim.  — d)  Die  Infinitivform  ist 
ifiä /:  ikräm  schenken,  daneben  auch  aflal'.  aslätn  Islam.  25 

i 66.  a)  Das  Perfekt  der  V.  Form  richtet  sich  ganz  nach  der  II. 

— b)  Das  Imperfekt  wird  durch  präfigiertes  je  gebildet  ( iatafaiial \ 
Zuweilen  werden  die  beiden  kurzen  Vorschlagsilben  in  eine  lange 
Hit)  zusammengezogen:  icttlagga,  iitlngga  er  trifft.  — c)  Der  Infinitiv, 
der  im  Schriftarabischen  die  Form  tafaiiul  hat,  wird  in  unserm  30 
Dialekt  wohl  kaum  gebraucht,  sondern  wird  durch  den  Infinitiv  der 
II.  vertreten. 

i 67.  a)  Die  VI.  Form  wird  analog  der  III.  abgewandelt.  Das 
Imperfekt  lautet  entsprechend  der  V.  (in/afn  ia/).  Der  Infinitiv  nach 
der  Form  tafäiul  ist  ebenfalls  ungebräuchlich.  35 

$ 68.  a)  Die  durch  präfigiertes  in  gebildete  VII.  Form  ver- 
wandelt im  Imperfekt  die  Vorschlagssilbe  in  (in.  Im  Schriftarabischen 
lautet  die  Form  iinfaiil.  Die  Vorliebe  für  den  /-Vokal  in  der  letzten 
Silbe  hat  sich  auch  im  Vulgärarabischen  erhalten.  — b)  Das  Perfectum 

* In  dieser  Form  gewiss  Lehnwort  aus  dem  Türkischen.  — Unsicher  ist  die  Form 
tai(a)lumat  t bungen.  Ist  das  ein  Infinitiv  der  II.  oder  der  V.  Form?  Unsicher  ist 
auch  tcriüia  rülpsen. 


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(jnttßiwT,  (TUuaraBifcfSe  <ß<fc8ic6(m  au«  Sem  Jraq.  XLV 

betont  die  Pänultima:  inkesär\  Imperfekt,  Imperativ  und  Participium 
auf  der  Antipänultima:  iinkesir.  Jedoch  macht  sich  das  Bestreben 
bemerkbar,  auch  diese  Formen  auf  der  Pänultima  zu  betonen:  fijt/iä- 
kutn  es  wird  entschieden.  — c)  Der  Infinitiv  hat  die  Form  infiial, 
5 § 69.  Die  VIII.  Form  bildet  das  Imperfekt  entsprechend  der  VII. 

ifaftaiif).  Die  Betonungsverhältnisse  sind  auch  dieselben  wie  in  VII. 
Der  Infinitiv  hat  die  Form  iftiial. 

§ 70.  Die  X.  Form  bildet  das  Imperfekt  wie  die  VII.  (jastafiif). 
Doch  wird  hier  im  Imperfekt,  Imperativ  und  Partizip  fast  durchgängig 
io  die  Pänultima  betont,  wenn  die  Silbe  geschlossen  ist:  fistdrf(r\  mistär- 
ffr,  wenn  das  nicht  der  Fall  ist,  zeigt  sich  wieder  das  Schwanken  der 
Betonung:  iistchi  und  fisteln  er  schämt  sich.  Die  Infinitivform  ist 
istifiäl. 

Die  Verba  mediae  geminatae. 

■s  §71.  a)  Die  Verba,  deren  2.  und  3.  Radikal  der  gleiche  ist, 
kontrahieren  diese,  mit  Ausnahme  der  Fälle,  dass  ein  langer  Vokal 
zwischen  dem  I.  und  2.,  oder  2.  und  3.  Radikal  steht,  oder  der  2.  Ra- 
dikal verdoppelt  ist.  — b)  Für  die  Kontraktion  gelten  folgende  Regeln : 

1)  Haben  die  beiden  ersten  Radikale  je  einen  (kurzen)  Vokal,  so 
jo  wird  der  3.  Radikal  dem  2.  assimiliert,  und  der  2.  Vokal  fällt  aus: 

medd  für  madad  ausstrecken;  iadd  für  ladad  zählen. 

2)  Wenn  der  erste  Radikal  eigentlich  vokallos  sein  sollte,  zieht 
er  den  Vokal  des  2.  Radikals  auf  sich  zurück,  und  dieser  assimiliert 
sich  dem  3.:  iihutt  für  /«///«/  er  setzt 

j$  3)  Treten  an  den  letzten  vokallosen  Radikal  konsonantisch  anlau- 
tende Affixe,  so  schiebt  man  als  Hilfslaut  die  Silbe  (eji  ein,  sodass  die 
Verba  wie  Verba  tert  infirm,  aussehen:  hotti(i)t  für  (lätat(e)t  ich  setzte; 
hotte(i)net  für  hätatnet  wir  setzten.  — c)  Das  Partizip  kann  unkontra- 
hiert  und  kontrahiert  gebildet  werden:  /tätet  und  ha(t  setzend.  Wächst 
30  es  hinten,  so  haben  die  kontrahierten  Formen  den  Vorzug:  liattm 
setzende. 


Verba  hamzata 

§ 72.  1)  V erba  prim.  hamz.  a)  Die  Verba,  deren  erster  Ra- 
dikal ein  Ilamza  ist,  bieten  allerlei  Unregelmässigkeiten.  Perfekt, 
35  Imperfekt,  Infinitiv  und  Imperativ  sind  meist  regelmässig:  akal,  iäkt/, 
acfejt,  ikil  iss;  i/jid  nimm*  — b)  Zuweilen  wird  das  n der  ersten 
Silbe,  um  es  zu  stützen,  gedehnt,  sodass  die  Formen  wie  III.  aus- 
sehen: ämar  Impt.  Atnir  befehlen;  äfes**  verzweifeln.  Das  Im- 

• So  lautet  «1er  Imperativ  int  Unterschied  von  dem  klassischen  Arabisch,  wo  das 
40  Ham/n  ausfallt. 

••  Transponiert  von  iah.  Diese  Form  kommt  schon  im  Schriftarabischen  vor. 


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XLV1 


#<itra«r  ;u»  ftmiKf4<n  $prac8wt|Ttnfc8aft. 


perfekt  (timir  zeigt  aber,  dass  es  eigentlich  I.  Formen  sind.  — c)  Das 
Partizip  Act.  wird  mit  präfigiertem  m gebildet:  tttäcil  essend,  mä/jid 
nehmend,  verheiratet.  — d)  In  den  abgeleiteten  Formen,  besonders 
II.,  V.  und  VII.  wird  das  Hamza  gern  in  u und  / verwandelt*:  iiuociil 
zu  essen  geben;  ttahhar  wegtreten;  uetina  verständig**  sein;  friedlich  5 
sich  verständig  benehmen;  (inuöcei  gegessen  werden.  — e)  Daneben 
kommen  aber  auch  Formen  mit  erhaltenem  Hamza  vor:  ammen*** 
deponieren;  aiiarf  ein  Zeichen  machen,  fast  durchgängig  die 
X.  Form:  istanes  sich  amüsieren;  istahel  verdienen.  — f)  Der 
VII.  Stamm  kann  ausser  auf  die  eben  angegebene  Weise  noch  nach  10 
Analogie  der  Verba  med.  Waw  gebildet  werden  (§  76k  inbad  ge- 
nommen werden;  finail  gegessen  werden. 

§ 73.  2)  a)  Verba  med.  hamz.  sind  ausser  sei al  fragen  selten. 
Dieses  wird  ganz  regelmässig  gebildet.  — b)  Die  VI.  Form  frtä  ab 
gähnen  hat  sein  Hamze  in  ein  « verwandelt  (tttaffab).  15 

§ 74.  3)  Verba  tert.  hamz.  sind  im  Perfekt  von  Verben  tert. 
infirm.  ({$  77)  nicht  zu  unterscheiden.  Im  Imperfekt  haben  sie  in  der 
2.  Silbe  immer  einen  <1- Vokal:  iiqra  er  liest. 

Verba  mit  Waw  und  Je. 

S 75.  1)  a)  Die  Verben  prim.  Waw  sind  im  Perfekt  von  I.  20 
regelmässig,  doch  verwandelt  sich  der  erste  Vokal  unter  dem  Ein- 
flüsse des  Waw  in  u:  uugaf  stehen;  uugai(a)  fallen,  wofern  er  nicht 
durch  einen  «-haltigen  Konsonanten  an  2.  Stelle  gehalten  wird:  uaiad 
versprechen.  — b)  Das  Imperfekt  bilden  sie  auf  drei  verschiedene 
Arten.  Bei  der  ersten  wird  n beibehalten,  bei  der  2.  ausgestossen,  25 
bei  der  3.  in  a verwandelt:  i«(u)gaf  i'igaf ff  er  steht,  föftijgai(a) 
iigaifa)  er  fällt.  Die  ersten  beiden  Arten  sind  gleich  häufig;  die  3. 
ist  selten:  tagid  du  brennst;  (äfft  er  tritt;  Ulhltn  du  bist  leer.  — 

C)  Dieselbe  Auflösung  des  Waw  in  a findet  sich  auch  beim  Partizip 
Pass.:  mag&dfff  vorhanden;  niasüf  beschrieben.  3° 

d)  Von  den  abgeleiteten  Stammen  werden  II.,  III.,  V.,  VI.  regel- 
mässig  gebildet  — e)  Von  dem  IV.  Stamme  lautet  das  Perfekt  auch 
regelmässig:  aufaf  beschreiben;  das  Imperfekt  ist  von  I.  (mit  Waw) 
nicht  zu  unterscheiden:  (ö(u)nd  er  führt  zur  Tranke.  — f)  Die 
VII.  Form  kommt  nicht  vor;  in  der  VIII.  assimiliert  sich  das  y dem  35 

* Auch  in  Nominalformen  uolrm  Krankheit  flir  'alam ; jasir  Gefangener  für  ns/r. 

**  Das  Verbum  tena  warten  »st  eine  Neubildung  von  ta  annä  (V.  von  'an«\. 

***  Die  erste  Person  Imperf.  lautet  : ammin  fiir  uammin. 
f Eine  Neubildung  von  aSara  Zeichen,  das  von  einer  Wurzel  $<ir  herkommt. 
t+  Der  2.  Radikal  klingt  dann  wie  verdoppelt:  jigga/,  Vggoi(a).  40 

fff  D’e  schriftarabische  Form  maufcuti  ist  bekannt,  aber  mehr  literarisch. 


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(PrigiMr,  (Tttuara6if{$t  Üit[cfiti8l«n  au«  hem  Jraq.  XI.VII 

/:  ittifaq  Übereinkommen.  — fl)  In  X.  löst  sich  das  u wieder  ge- 
wöhnlich in  a auf:  istäret  erben;  istäged  anzünden. 

h)  Die  Verba  prim.  Je  behalten  das  ( im  Imperfekt:  (abes  Im- 
perfekt ie(i)bes  trocken  werden. 

s § 76.  2)  a)  Verba,  deren  2.  Radikal  ein  Waw  oder  Je  ist, 
verwandeln  im  Perfekt  von  I.  die  Silben  aya,  aia  in  n,  wenn  die  Silbe 
offen  oder  am  Wortende  einfach  geschlossen  ist:  galau  sie  sagten; 
gäm  er  stand,  in  /'  oder  «*,  wenn  sie  doppelt  geschlossen  ist  oder 
auf  eine  einfach  geschlossene  Silbe  ein  konsonantisch  anlautendes 
lo  Affix  folgt:  gim(e)t  ich  stand;  gilfejt**  du  sagtest;  gi/tn  ihr  sagtet. 
— b)  Im  Imperfekt  wird  aus  uw.  «,  ua.  ä (von  Verben  fa  iil),  (i:  i kon- 
trahiert. Diese  Vokale  verbinden  sich  mit  dem  ersten,  eigentlich 
vokallosen  Radikal,  und  der  Vokal  des  Präfixes  wird  in  e verkürzt; 
so  wird  aus  iigiiul : iegül  er  sagt;  iinyfam : tfnäm  er  schläft,  [ir/td:  ierid 
»5  er  wilL  — c)  Die  langen  Vokale  werden  verkürzt,  wenn  auf  die  ein- 
fach geschlossene  Silbe  eine  eng  dazu  gehörige,  mit  einem  Konso- 
nanten beginnende  Präposition  mit  Suffix  folgt:  tigil^läh  du  sagst 
ihm.  — d)  Vom  Verbum  räh  Weggehen  wird  meist  auch  ohne  diesen 
Grund  das  Imperfekt  und  der  Imperativ  icridf,  ruh  für  tfrüh,  ruh 
30  gesprochen.  — 6)  Bei  Verben  med.  Je  fällt  das  ursprünglich  lange 
/ sogar  manchmal  aus,  wenn  eine  lange  und  betonte  Silbe  folgt: 
terdin  für  teridin  du  willst;  literdün  für  ilteridün  was  wollt  ihr?  — 
f)  Der  Imperativ  lautet  entsprechend  dem  Imperfekt:  gül  sag,***  näm 
schlaf,  sir  reise.  — fl)  Beim  Partizip  Act.  löst  sich  der  2.  Radikal  in 
25  Hamze  auf;  das  i der  2.  Silbe  wird  aber  meist  als  Halbvokal  (/)  ge- 
sprochen: gä'il  sagend;  na/m  schlafend;  ia’fb  Greis.  — h)  Das  Par- 
tizip Pass,  hat  die  Formen  megiül  gesagt,  mchiul(a)  verkauft;  miirjfid 
gewollt. 

i)  Zu  einer  Radix  med.  Waw  gehört  auch  nach  meiner  Ansicht 
30  äku  er  ist,  maku  er  ist  nicht.  Ich  halte  äku  als  entstanden  aus  }?kitn. 

Der  Wegfall  des  « am  Schlüsse  hat  sein  Analogon  in  dem  Flick- 
wort aiti  sieh,  das  übereinstimmend  als  aiüf  erklärt  wird,  und  das 
ä der  ersten  Silbe  halte  ich  für  eine  Analogiebildung  nach  makn  aus 

* Ursprünglich  wird  in  diesen  Fällen  aya  in  u,  ayi,  a/a,  aji  in  # kontrahiert.  Jetzt 
35  sind  diese  Formen  aber  meist  zusammcngefallen,  und  i hat  ganz,  entschieden  die  Ober- 
herrschaft über  u gewonnen,  selbst  wenn  an  letzter  Stelle  ein  «-haltiger  Konsonant  steht: 
ki/(e)t  ich  fürchtete;  ich  sah;  gim(e)t  ich  stand;  nim(e)t  ich  schlief,  u hat  da- 

gegen bug(e)t  ich  stahl. 

**  Wenn  auf  diese  Form  eine  eng  damit  verbundene  Präposition  folgt,  assimiliert 
40  sich  das  I dem  t\  gitt^lak  ich  sagte  dir. 

***  Daneben  kommt  speziell  von  diesem  Verbum  gü(u)lUtn  im  Sinne  eines  Impe- 
rativs vor.  Ich  erkläre  diese  Form  als  qaulatan  ein  Sagen  mit  zu  ergänzendem  gül 
sag.  Z.  15.  gö(u)lt<n  best  sag,  genug;  gb (u)lten  abük  mü  /infik  hub(c)z  sag,  dein  Vater 
giebt  tlir  nicht  Itrot. 


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XLVI1I  Qßnftigf  5«  Spra(4i»t(ftnfdlaf<. 

ma^jkifn)*  Dialektisch  scheint  daneben  auch  die  Form  ahm 
vorzukommen. 

k)  Die  II.,  III.,  V.  und  VI.  Form  wird  regelmassig  gebildet.  Bei- 
spiele von  IV.  sind  mir  nicht  bekannt.  — I)  In  der  VII.  und  VIII.  Form 
wird  at/a,  ani,  ajja,  aii  ausnahmslos  in  ä kontrahiert:  irr  ad  für  inräd  5 
gewollt  werden;  pnbäi(a)  er  wird  verkauft;  if/äd  jagen.  Im  Infinitiv 
wird  aus  iuä : i(ä : ibtipif  bedürfen.  — m)  In  der  X.  Form  wird  aus 
na,  ia : ä,  aus  t/i,  p:  i:  istar&h,  pstarth. 

S 77.  3)  a)  Verba  tertiae  infirmae.  Zu  den  Verben  tert. 
infirm,  gehören  die  Verba,  deren  3.  Radikal  ein  Waw,  ein  Je  oder  10 
Hamze  ist.  Alle  werden  im  Perfekt  gleich  behandelt,  und  zwar  hat 
das  Je  die  Oberhand  über  die  anderen  Laute  bekommen.  — b)  Steht 
an  2.  Stelle  ein  «-haltiger  Radikal,  so  wird  der  vorhergehende  Vokal 
in  « verwandelt:  ruma  werfen,  anderenfalls  ist  er  i:  liga  finden,  bica 
weinen.  — c)  Unregelmässig  ist  die  Form  önta,  pntt**  geben,  die  ge-  15 
wiss  nur  eine  Nebenform  von  aifa  (IV.  Form)  ist,  trotzdem  sie  auch 
im  Schriftarabischen  vorkommt.  — d)  Die  Endungen  des  Perfekts, 
die  sich  direkt  an  den  2.  Radikal  hängen,  sind: 


Singular 

Plural 

3.  m.  -a 

-au 

3.  m.  -et 

-en 

2.  m.  -e(i)t 

•e(i)tu 

2.  f.  -e(i)tl 

-efijten 

1.  -i(i)t 

-e(i)n<1. 

6)  Betont  wird  die  Pänultima  mit  Ausnahme  der  2.  und  1.  Pers.  35 
Sing.:  mila,  rnilet,  milefi)/,  müf(i)ti,  milc(i)t,  tniiau,  ntilen,  miic(i)tn, 
miii(i)ten,  milefijna. 

f)  Während  das  Perfekt  die  im  Schriftarabischen  vorhandene 
scharfe  Scheidung  zwischen  Verben  faial  und  faiil  aufgegeben  hat, 
tritt  sie  im  Imperfekt  entsprechend  dem  klassischen  Arabisch  wieder  30 
zu  Tage:  das  -ipi  der  Verba  faial  wird  /,  das  aiu  der  Verba  faiil 
in  a aufgelöst:  firmt  aus  (irtnipt  er  wirft,  iilgä  aus  (ilgaiu  er  trifft. 
Ebenso  bilden  die  Verben  tert.  hamz.  das  Imperfekt  immer  auf  a\ 
iiqra  er  liest.  — g)  In  beiden  Bildungen  fällt  beim  Antritt  von  Suf- 
fixen der  letzte  Vokal  aus:  tirrnin  du  wirfst;  prdlm  sie  stimmen  zu;  35 
iibcen  sie  weinen.  — h)  Der  Imperativ  richtet  sich  nach  dem  Im- 
perfekt: irtm  wirf;  irda  stimm  überein.  Neben  iinh  geh  fort,  kommt 
auch  die  Form  itnii  vor.  — i)  Im  Partizip  Act.  vereinigt  sich  der 
letzte  Radikal  wieder  mit  dem  Vokal  i zu  i:  malt  gehend.  Das  Je 

* Es  ist  nicht  heisst  auch  noch  mamis , entstanden  aus  m‘i  min  ie(i).  40 

**  Andere  Stamme  kommen  davon  nicht  vor;  in  VII.  sagt  nian:  (iniatt. 


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(TUftftiKr,  (P<uara8tftf5<  (Bifcfitcfifoi  au«  btm  3ra1' 


XLIX 


erscheint  jedoch  wieder  im  Feminin  und  Plural:  iiniiie,  mäiifin ; 
metSt/iif.  — k)  Im  Partizip  Pass,  wird  aus  üi:  I Fern.  tfe:  marmt, 
marmife  geworfen.  — 1)  Der  Infinitiv  hat  die  Formen  »teil  gehen; 
deri  wissen;  (läcl  erzählen. 

s m)  In  den  abgeleiteten  Formen  gilt  auch  als  Regel,  dass  ein  dem 
j:  vorangehendes  a die  Silbe  ti,  ein  dem  / vorangehendes  i die  Silbe 
i hervorruft:  rabbä  erziehen;  teldggä,  fithigga  treffen;  (fkeffi  genügen; 
münädi  Ausrufer;  mtyaliä  farciert.  — n)  Es  ist  noch  zu  merken, 
dass  der  Infinitiv  der  II.  Form  femininisch  lautet:  tärbijg  erziehen; 
io  tai(a)ziie  kondolieren. 

Doppeltschwache  Verba. 

§ 78.  a)  Doppeltschwache  Verba  sind  solche  Verba,  die  zu 
gleicher  Zeit  ein  Hamza  und  Waw  oder  Je,  oder  einen  dieser  Laute 
2 mal  als  Radikale  haben.  — b)  Ein  Verbum  med.  Je  und  tert.  hamz. 
!5  ist  ga  kommen.  Es  kommt  in  seiner  ursprünglichen  Gestalt  aber 
nur  noch  vor,  wenn  ein  Wort  vorhergeht,  das  auch  den  Ton  von 
gn  trägt:  mii^gä  er  ist  nicht  gekommen.  Im  allgemeinen  wird  es 
als  vermeintliche  biliterale  Wurzel  durch  ein  präfigiertes  i zu  einer 
triliteralen  umgewandelt:  ifcrt,  iget,  i£c(i)t,  ige(i)h,  igefijt,  igau,  igen, 
20  igefijtii,  i£e(i)ten\  igc(i)ua.  — C)  Das  Imperfekt  lautet  entweder  regel- 
mässig iigi  oder  (igi.  — d)  Als  Imperativ  wird  ta  ial  (VI.  von  3a/ä) 
gebraucht;  Partizip:  fiä {.  — e)  Ähnlich  wird  klass.  rda  in  nrä  ver- 
wandelt (nur  vom  Sehen  eines  Traumes  gebraucht;  selten).  — f)  Ein 
Verbum  prim.  hamz.  und  tert.  infirm,  ist  eddit  Impf,  fiddi  (aus  inaddi) 
25  geben  (II.  Stamm).  — g)  Von  der  V.  Form  taannd  warten  ist  ein 
neues  Verbum  terni,  iitmi  gebildet  worden.  — - h)  Der  Ausruf  fcfijzt 
genug,  der  gewöhnlich  als  aus  iifczt  entstanden  erklärt  wird,  ist  noch 
dunkel. 

i)  Verba  prim.  Waw  und  tert.  infirm,  sind  häufig:  uufä,  iöfujft 
3°  erfüllen;  uufd,  uita  treten;  ljusd  auftragen;  ualht  zum  Vali  machen; 
yAddä  führen. 

k)  Auf  einen  Stamm  prim.  Waw  und  med.  Je  geht  die  Form 
/ga/jf  spähen,  sehen  (VI.  Stamm)  zurück.* 

l)  Verba  med.  Waw  und  tert  infirm,  behalten  ihr  y und  be- 
35  handeln  es  wie  einen  Konsonanten:  [isyd  wert  sein;  ibifdjin  heulen. 

Der  Infinitiv  lautet  entweder  iayl  rosten,  oder  (mehr  literarisch)  fei 
falten;  bei  brennen. 

m)  Von  Verben  mit  doppeltem  Je  merke  die  unregelmässige 
X.  Form:  istdJul,  fistebi  sich  schämen. 

40  * Der  I.  Stamm  dieses  Verbs  kommt  in  derselben  Bedeutung  auch  in  den  von 

Soci.v,  Pruwn  aus  Centralarabien  publizierten  Gedichten  vor 

Bettrafe  iur  Spf»chwi*scn»chaft.  V,  O 


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L 


jur  SpracSwtffoifclaff. 


Die  Quadrilitera. 

§ 79.  Von  den  Verben  mit  vier  Radikalen  kommen  nur  zwei  For- 
men häufiger  vor,  nämlich  die  der  II.  und  V des  regelmässigen  Verbums 
entsprechenden.  Sie  werden  auch  ebenso  wie  diese  behandelt,  nur 
dass  eben  2 Konsonanten  an  Stelle  eines  verdoppelten  stehen:  dendel,  5 
ifdendil  baumeln;  iMmärgabün  sie  schaukeln  sich;  teruiifejt  du 
hast  gerülpst* 

Die  Verbalsuffixe. 

§ 80.  a)  Der  Akkusativ  des  Pronomen  personale  wird  meist  als 
Suffix  an  das  Verbum  angehängt.  Die  Suffixa  sind  dieselben  wie  »0 
die  zum  Ausdruck  des  Possessivpronomen  an  das  Nomen  ange- 
hängten, nur  lautet  das  Suffix  der  1.  Pers.  Sing,  nt,  nicht  /.** 

b)  Die  Formen  des  Perfekts  werden  durch  den  Antritt  der  Suffixe 
nur  wenig  verändert  Die  3.  Pers.  Masc.  verwandelt  beim  Antritt 
der  Suffixe  das  au  in  <5:  dfrubö/ia  sie  schlugen  sie.  — c)  Ungewöhn-  15 
lieh  ist  die  Dehnung  des  kurzen  e in  der  3.  Pers.  Fern,  von  Verben 
tert.  infirm,  in  i vor  vokalisch  anlautenden  Suffixen:  iuetab  sie 
briet  es. 

d)  Die  Regeln  für  die  Betonung  sind  nicht  ganz  fest;  vielfach 
schwebt  der  Ton.  Die  auf  einen  Konsonanten  ausgehenden  Formen  10 
(3.  Pers.  Sing.  Masc.  und  Fern.;  3.  und  2.  Pers.  Plur.  Fern.)  haben  den 
Akzent  meist  auf  der  Pänultima  (e)hlltniih  er  träumte  es;  (e)fbdrah 
er  färbte  ihn;  j turbufethd  und  sie  band  sie  fest;  (iiufifarMä/i  sie 
brachte  ihn  herbei.  Auf  der  Antipänultima  halt  sich  der  Ton  nur,  wenn 
er  hier  durch  einen  verdoppelten  Radikal  gehalten  wird,  gdiiadah  er  25 
setzte  ihn;  hbttetäh,  aber  auch  frotfitäh  sie  legte  es.  — e)  Die  auf 
zwei  Konsonanten  ausgehenden  Formen  (2.  Pers.  Masc.  und  1.  Pers. 
Sing.)  betonen  eigentlich  auch  die  Pänultima;  aber  entweder  fallt  bei 
vokalisch  anlautenden  Suffixen  der  Hilfsvokal  aus:  dardbtah  ich 
schlug  ihn,  oder  er  bleibt  stehen  und  wird  betont:  (e)rlub(i)täh  ich  habe  30 
ihn  besiegt;  bei  konsonantisch  anlautenden  Suffixen  bleibt  er  stehen, 
und  wird  entweder  nicht  gezählt  oder  betont:  Za rdf(e)thil  und 
Zaraf(c)tha  ich  kannte  sie.  — f)  Die  auf  einen  Vokal  oder  Diphtong 
ausgehenden  Formen  (2.  Pers.  Fern.  Sing.;  3.  und  2.  Pers.  Masc.  Plur.; 

I.  Pers.  Plur.)  betonen  immer  diese  Silbe:  derabtik  du  hast  ihn  ge-  35 
schlagen;  düruböh  sie  haben  ihn  geschlagen;  ridttäk  wir  wollten  dich. 

* Von  tiirjüla  rülpsen  denominiert. 

**  Auf  ni  bei  Substantiven  (6ai(ti)tlui%  Sis(t)mm)  ist  schon  $ 41  hingewiesen  worden. 

1 tagegen  halte  ich  das  Suffix  ni  in  der  Redensart  edrini  „ich  weiss  nicht'1  für  ein 
wirkliches  Verbalsuffix.  Eigentlich  „was  belehrt  mich“?  40 


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QTltißntr.  (TUuarafitfc^t  tötfcjiciittn  aue  6«m  3ta1-  1.1 

g)  Die  I'ormen  des  Imperfekts  gehen  alle  auf  einen  Konso- 
nanten aus.  Die  3.  und  2.  Pers.  Masc.  Plur.  können  allerdings  die 
Suffixa  an  die  auf  ü verkürzten  Formen  anhängen:  tfhuttülut  sie  legen 
sie.  — b)  Sind  die  Formen  hinten  nicht  durch  Affixe  verlängert,  so 
5 wird  bei  konsonantisch  anlautenden  Suffixen  die  Pänultima,  bei  voka- 
lisch  anlautenden  Suffixen  die  Antipänultima  betont:  iahidni  er  nimmt 
mich;  dgrysah  ich  kneipe  ihn;  nidrttbak  wir  schlagen  dich.  — i)  ln 
den  meisten  Fällen  werden  aber,  wenn  vokalisch  anlautende  Suffixe 
herantreten,  die  .Verben  „aufgesprengt"  (§  59):  itkUliih , tfkit/ak  er 
10  tötet  ihn,  dich.  — k)  Die  übrigen  Formen  betonen  alle  die  Pänul- 
tima: ickitlüniih  sie  töten  ihn;  i idrubinnl  sie  schlagen  mich. 

1)  Zwei  Suffixe*  werden,  soweit  ich  sehe,  nicht  an  ein  Verbum 
gehängt.  Hat  das  Verbum  zwei  pronominale  Akkusative,  so  werden 
die  Formen  des  allein  stehenden  akkusativischen  Pronomen  person. 
<S  mit  Suffixen  (ijjnh,  tiahtt,  iifthiim,  lihhinn ) eng  mit  dem  Verbum  und 
dem  ersten  Suffix  verbunden,  aber  nur,  wie  es  scheint,  die  3.  Personer : 
dntam-iahhin  er  gab  mir  sie;  hutuufntijih  zeige  mir  ihn. 

* Mit  doppeltem  Akkusativ  werden  konstruiert  die  kausativen  Formen,  die  Verba 
des  Mächens,  Xcnncns,  Haltens  fiir  etwas,  des  Gebens,  Füllens  u.  s.  w. 


D* 


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Infinitiv.  Partie.  Imperativ.  J Imperfectum.  Perfectan. 


Lll 


$(ilragt  ;ur  ffimlifc6<n  £jr>rac6n-t|T<nfcßafl. 


Tabelle  des 


I 1 I II  III 

i t 


S.  3 p.  m. 

kiteb 

hirab 

titfar 

erlief 

säfar 

3P-f. 

(i)klibct 

i'eritbet 

tüfiret 

eettefet 

säfaret 

2 p.  m. 

kitebfejt 

saräb(e)t 

(ufdr(e)t 

eettef(e)t 

safdr(e)t 

2p.f. 

kitebtt 

iaräbti 

tufarti 

eettefti 

safdrti 

ip. 

kitebfejt 

iaräbfe)/ 

tiifarfejt 

irttif(e)t 

safdrfcjt 

PI-3p.ni. 

(i)ktibau 

sfritbatt 

tiifarau 

eettefau 

säfarau 

3P-f- 

(i)ktiben 

kitebtu 

ierüben 

tiifären 

icttifen 

säfiren 

2 p.  m. 

snrabtu 

tufärtu 

eetteftu 

sdfirtu 

2p.f. 

kitebten 

saräb/en 

tufärten 

ietteften 

safirten 

■ p. 

kitebna 

iaräbna 

tufarna 

if tief  na 

safarna 

S.  3 p.  m. 

iiktib 

iisrab 

iitfur 

iieettif 

ff  safer 

3 P-  f- 

tiktib 

tiirab 

titfur 

tiiettif 

tisaffr 

2 p.  m. 

tiktib 

tiirab 

titfur 

tiiettif 

tf safer 

2 p.  f. 

tf  kitbin 

tiirubin 

titfurin 

tfeettif  in 

tisafirin 

I p. 

aktib 

dlrab 

titfur 

aiettif 

asäffr 

Pl.3p.n1. 

{fkilbitn 

firabitn 

litfurun 

ifeettefim 

iisafirün 

3 P-  f- 

\ . 

Itkitbcn 

fi haben 

ptfüren 

Iieettif  eit 

iesäf freu 

2 p.  m. 

tikitbim 

tiSrabun 

titfurün 

tfeettif itn 

tisaffrun 

2p.f. 

tfkitben 

niktib 

tisrnben 

titfüren 

Iieettif  eil 

tf  seif  freit 

tp- 

niirab 

nitfur 

nfeettif 

nfsaffn 

S.  2 p.  m. 

iktib 

iirab 

iitfur 

iettif 

fäfr 

2p.f. 

ik(e)tbi 

iirabt 

utfuri 

cittvft(eetft) 

säffrt 

P.  2 P.  m. 

iktibu 

iirtibli 

utfürU 

iettif u 

säfirn 

2 P.  f. 

iktibcu 

ilrdben 

uffitren 

icttifen 

säfiren 

act. 

kiitib 

liirib 

täfr 

mfeittif 

<*T 

's 

pass. 

mektiib 

inelrüb 

maffür 

mf'eettef 

misäfar 

kat(c)b 

hir( ejb 

teitif 

mügämaia , 
gimäi(a) 

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(nUifjntr,  (U<uatü6ifcB{  ®cfc$ic8l«n  aus  öcm  Jraq. 


I.III 


starken  Verbums. 


" 'V ' ! 

V 

VI 

VII 

VIII 

1 

X 

ausaf  1 tekessär 

teiärak 

iuhesär 

iftcnem 

istarfar 

aüsufet 

tikessärct 

ttiäraket 

inki'säret 

iftihemet 

istärfaret 

ausaf (e)t 

tikessar(e)t 

tfiaräk(e)t 

inkesär(c)t 

iftehcm(e)t 

istarfar(e)t 

aufäftt 

tekessärt/ 

ttiarakti 

inkesarti 

\ iftehcmtl 

istarfar ti 

ausaf (ejt 

tekessarfejt 

tüiaräk(e)t 

itikesiirfejt  1 iftehem(c)t 

istarfär(e)t 

ausufau 

tekessär  au 

teiärakau 

inkesärau 

! if tit>  man 

istärfarau 

aüsufen 

ttkessärcn 

te  Säraken 

inkesären 

j iftihemen 

istärfaren 

ausäftn 

tekessär  tu 

tü Sarah  tu 

inkesärta 

j iftehemtn 

is/arfartu 

aufäften 

tekessärten 

teSaräkten 

mkes  arten 

iftchemten 

istarf  arten 

ausafna 

tekessärmt 

ti'Särdkna 

inkesarna 

iftehemna 

istarfanul 

l'is/tm 

it'tikcsscr 

{ itSärak 

iinkesfr 

\ Iftehim 

iistärfr 

tis/im 

titekesser 

titiärak 

tinkesfr 

tiftehim 

tistärfr 

tislim 

tetikessfr 

/itiärak 

tinkesfr 

1 tiftehim 

tistärfer 

tislemin 

tütfkesserin 

titiarakin 

tinkesärin 

i tiftühimin 

t istarf  bin 

äslim 

ätikesser 

atSärak 

änkesfr 

äftehim 

astärfr 

fislemitn 

täte  kesse- 

litSärakün 

linkesärun 

iiftiht'mün 

iistarfäritn 

iisUmen 

fctckesse- 

lit  Säraken 

linkesären 

liftehemen 

listärfären 

tislemün 

tetekesse- 

titSarakün 

tinkesärün 

tiftchemün 

tistärfärnn 

rün 

tislemen 

teU kesseren 

titSäraken 

linkesären 

tiftehemen 

listärfären 

nis/im 

nitekess/r 

nit  Sarah 

ninkesfr 

niftehim 

nistärfer 

ausif 

tekessär 

tf Sarah 

inhadfr 

iftehim 

istarf  er 

ausufi 

tikessäri 

tiSärakl 

inhddäri 

if/ihemi 

istärfärt 

ausufu 

t Ükessäru 

tiSäraku 

in/tddäru 

iftihümu 

istärfäru 

ausufen 

tekessären 

ttSäraken 

tnhädären 

iftihemen 

istärfaren 

tnumktn 

wetekessfr 

niftiärek 

minkeser 

miftehim 

mistärfer 

j 

m? tekessär 

mftSärak 

ikräm, 

inkisär 

\ iftihäm 

istirfär 

asläm  1 

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UV 


q$<i(tÄgt  jur  r<initifc(<n  SpratSirtncnftSaf*. 


Tabelle  des 


il 


Med.  gern. 

Prim.  hamz. 

Prim.  Waw 

" 1 

I 

1 

1 

I’erf.  (taff,  (taf(cfi)l  Perf.  'akut  f'amnr) 
l P.,  hättuu  3 PI. 

1 i 

Perf.  ttugaf,  yaiad, 
tfiigii/et  3 P..  ungd- 
f(e)t  2.  I P. 

1 

Impf,  ichutt 
Impt  butt 

Impf  (tibi/,  itinifr 
Impt.  ihil,  ii mir 

Impf.  io(u)gaf  iigaf 
iägid 

Impt  uiiguf 

Part,  hall 
mahtiit 
Inf.  hält 

Part,  mäci/,  mäh  ui 
uiii  hhl 
Inf.  acfeji 

Part,  uägtf 

masitfniangud 
Inf.  uäg(u)f 

II 

Perf.  iantmem 
Impf  iZiammcm 

Perf,  ’n  muten,  uoccel 
Impf  iauiuicn,ii  ijoc- 

:-n 

Perf.  uugg<tj(a) 
Impf,  icuoggalfa) 

Impt.  iannnem 
Part,  mf  jammern 
niejammam 
Inf  tal(a)mint 

ai 

Impt  ’ammen,  i/occil 
Part  me auimcn 
nie  uutuuvi 
Inf  tamin 

Impt  uoggai(a) 
Part  mcyässef 
mi'yäffiif 

Inf.  läufig 

III 

Perf  blies 
Impf,  (e  äiit's 
Inf.  mfänase 

Perf.  ijäiad 
Impf,  ityäiad 
Inf,  miiyäjfaia 

IV 

Perf.  aured 
Impf.  io(u)rid 

V 

Perf.  tibtllel 
Impf,  iftebellfl 

Perf.  tiieddcb 
Impf,  iitfieddcb 

Perf.  tcuonues 
Impf,  ic tcuonues 

VI 

! 

VII 

Perf.  inkabb 
Impf  iinkahh 

Perf.  iiiiföcel,  tncäl 
Impf,  (iuuoie/,  iiniäl 

VIII 

Perf.  iftiirr 
Impf,  iiftärr 

Perf.  ittifaq 
Impt  iattdfiq 

\ 

X 

l'erf.  isteledd 
Impf,  iiste/edd 

Perf.  istähel 
Impf,  iistähil 

Perf.  istäret 
1 Impf,  fistärit 

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Jllriftittr,  (TUuaraBifdJ«  <5tf*8'dSlen  ««*  »*m  Jroq. 


I.V 


schwachen  Verbums. 


Med.  VV'aw  Med.  Je 

Tert.  inf. 

Perf  gäl,  g il(e)t , Perf.  sär,  sir(e)t 

Perf.  biea , liga, 

bug(e)t  I P,^«-  I P.,  sä  rau  3 PI. 

liget  3 P.  f,  U- 

lau  3 PL 

gc(i)t  1 P.,  ligau 

3 PL 

Impf iegitl, unäm  Impf  iesir 

Impf,  iibcl,  i i/gii , 

lilgün  3 PI. 

Impt.  gitl,  gbfujl- 1 Impf,  sir 

Impt.  irml,  irda 

len,  näm 

Part  ga  il,  nä’/m  Part,  sä' ir 

Part.  mall 

megiül  mebinl(a) 

mannt 

Inf. gäfu)/,nä(ujm  Inf  sei ijr 

Inf.  mell,  fidel 

Perf  gaunern  Perf  raii&r 

Perf.  mella 

Impf  iegauuem  Impf  jjfraiifr 

Impf.  (Irabbi 

Impt  gauyem  Impt.  railär 

Impt.  rabbi 

Part  megauuem  Part,  meraiier 

Part,  mel/alll 

megauuam 

me/talia 

Inf.  teguid  Inf  tarier 

Inf.  tiirbiie 

Perf  iänar 

Perf.  bald 

Impf,  ff  lauer 

Impf,  fl  hä  Cl 

Inf.  müläi/are 

Inf  mukafat 

Perf.  adäir 

Impf  iedir 

Perf.  le  lauued  Perf.  te/jaiidr 

Perf.  tfldgga 

Impf,  iete  lauued  Impf,  ietebaifär 

Impf,  iitlagga 

Perf.  tfdäien 

Perf.  tfhäca 

1 Impf.  { f tfdäien 

Impf,  fi/bäid 

Perf.  indär  Perf.  inbäl(a) 

Perf.  Indern 

Impf,  (indär  Impf,  linbäl(a) 

Impf,  lindert 

Perf  ir/äli  Perf  istäd 

Perf.  Ultra 

Impf  iirtäh  Impf,  üstäd 

Impf,  i Uteri 

Inf.  ihtiiäg 

Perf  istaqäm 

Impf  iistaqim 

Quadril. 


Perf.  dendel 
Impf,  iidendil 

Impf,  dendil 
Part,  mtdendil 
m!  dendel 


Perf.  trmärga/i 
Impf  ietemärgah 


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I.VI 


Qßttfräg«  }ur  f(mtf<fc6<n  fäprac8irtfTenfc8aft. 


Q?erße(Terungen. 

Der  Druck  der  Arbeit  hat  sich  i '/,  Jahre  hingezogen.  Daher 
haben  sich  allerlei  Inkonsequenzen  eingeschlichen,  die  ich  zu  ent- 
schuldigen bitte.  Vor  allem  ist  die  von  Bogen  2 ab  eingeftihrte 
Abteilung  des  Textes  durch  lateinische  Buchstaben  im  ersten  Bogen 
noch  unterblieben.  Dann  lauten  die  Kolumnenüberschriften  für  einige 
Seiten  fälschlich  „Neubabylonische  Geschichten“  anstatt  „Neuarabische". 
Und  auch  sonst  sind  im  Texte,  bei  dessen  Korrektur  ich  mich  leider 
keiner  Unterstützung  zu  erfreuen  hatte,  mehr  Druckfehler  stehen 
geblieben,  als  mir  lieb  ist.  Die  hauptsächlichsten  habe  ich  in  folgendem 
V erzeichnis  zusammengestel  1t. 

S.  i,  21  lies:  52  für:  55. 

S.  2,  27.  29  lies:  hammäm  für:  ), ’iatniim .* 

S.  4,  20  lies:  hyrmftak  für:  hyrmftak. 

S.  6,  13  lies:  gfditak  für:  gffitak. 

S.  6,  14  lies:  ä ktil  für:  aktil. 

S.  6,  25  lies:  utinfi/u  für:  ulönfi/ia. 

S.  8,  16  lies:  riihi  für:  rü/ii. 

S.  IO,  5 lies:  (u)gijade  für:  (ujgffiide. 

S.  10,  II  lies:  iinftc  für:  jintic. 

S.  IO,  22  lies:  udllah  für:  Kalla. 

S.  14,  7 lies:  majihdlif  für:  ma^ilidlif. 

S.  14,  27  lies:  fignl  (liimä  für:  (e)lgat  u(e)imä. 

S.  16,  3 lies:  flcem  für:  (e)icem. 

S.  16,  13  lies:  /V?  für:  in. 

S.  16,  24  lies:  bit  arbaia  für:  biliar  ho  da). 

S.  16,  25  lies:  ffmtdig  für:  finadig. 

S.  16,  33  lies:  taiiil  für:  tanil. 

S.  18,  5 lies:  ifdfifdjya  für:  lfdefajua. 

S.  18,  13**  lies:  filö(n)n  für:  (e)ltö(u)n. 

S.  18,  17  lies:  bit  arbaia  für:  bit drbai(a). 

S.  21,  20  lies:  der  Pauken  und  der  Flöten  für:  der  Pauke  und  der  Flöte. 
S.  22,  26  lies:  lilhammam  für:  lilliamäm.* 

S.  2 6,  18  lies:  Igirgi  für:  Igirgi. 

S.  26,  24  f.  lies:  d/tclak,  dheh  für:  ( ajhetak , (a)heh. 

S.  28,  9 lies:  önfefi)ikiiä/tn  für:  öntr(i)tknäha. 

S.  28,  19  f.  lies:  rninti  für:  minti. 

S.  30,  29  lies:  $a/t  für:  sah. 

* Man  hört  allerdings  auch  die  türkische  Aussprache  hamum. 

**  Und  auch  sonst. 


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c/i  c r. 


(JlWißnM,  (Tl«uara6ifc8(  45«|cÄit$ftn  au«  ö»m  Jraq.  I.VII 

S.  32,  4 lies:  gamau  für:  gamau. 

S.  32,  6.  16  lies:  liliarlfe  für:  llliärtfe. 

S.  32,  6 lies:  lifär(e)d  für:  ltfär(e)d. 

S.  32,  29  lies:  eliärife  für:  eliarife. 

S.  32,  34  lies:  min  äddkum  für:  iäddkum. 

S.  32,  41  lies:  etile( ijnhum  für:  e(He(i)nhum. 

S.  33,  14.  18.  38  f.  lies:  Fett  für:  Mais. 

S.  34,  7 lies:  ri/igäh  für:  reßgiih. 

S.  34,  8 lies:  Igfi  für:  iga. 

S.  36,  12  lies:  häda  für:  hada. 

S.  39,  30  lies:  der  euch  verbunden  ist(i)  für:  der  euch  für  tüchtig  hält. 
S.  40,  25  lies:  rnutl  für:  muH. 

S.  46,  30  lies:  rtihah  für:  rufjah. 

S.  48,  6 lies:  ue  arbai(a)  für:  'arbai(a). 

S.  48,  13  lies:  eddai(a)n  für:  eddaifajn. 

S.  48,  20  lies:  uufriii't  für:  uufruiet. 

S.  50,  2 lies:  mütauuaifa)  für:  mütauuai(a). 

S.  50,  9 lies:  tqllui  (i)btöl  für:  tofujlhä  (i)btö(u)/. 

S.  52,  15  lies:  sö{u)te(i)n  für:  $ö(u)hc(i)n. 

S.  52,  29  lies:  mis/im  für:  mislim. 

S.  56,  4 lies:  kyt(ii)r  für:  kyt(e)r. 

S.  58,  27  lies:  uugiän  für:  uuginn. 

S.  60,  7 lies:  räs  für:  res. 

S.  Co,  8 lies:  esffdaga  für:  essfditga. 

S.  64.29  fr.  lies:  hantmam  für:  hamäm. 

S.  68,  32  lies:  ganuak  für:  gauua/i. 

S.  70,  29  lies:  (htul  für:  (Und. 

S.  74,  18  lies:  läh  für:  Iah. 

S.  78,  20  lies:  tiste/eddin  für:  tistelezzin. 

S.  80,  21  lies:  uvntetäh  für:  uönte/äh. 

S.  80,  33  lies:  uöntef i)täh  für:  uönte(i)hah. 

S.  82,  5 lies:  iitsannat  für:  jitsannat. 

S.  82,  11  lies:  uefcuiän  für:  uegttian. 

S.  84,  24  lies:  jfuirabfejt  für:  uuirüb(e)t. 

S.  94,  22  lies:  (a)srär  für:  asrär. 

S.  96,  16,  35  lies:  (i)slähah  für:  islähah. 

S.  96,  34  lies:  ffägal(a)  für:  uagaifa). 

S.  98,  8 lies:  zai(a)läne  für:  za(i)läne. 

S.  102,  17.  Ich  habe  an  dieser  Stelle  hadira  notiert;  vermutlich  habe 
ich  mich  aber  geirrt.  Es  wird  hafira  zu  lesen  sein. 

104,  22  lies:  litflt  für:  lifflt. 

115,  18  a lies:  idak  für:  idak. 

S.  118,  32  b.  Es  ist  jedenfalls  hasira  (s.  zu  S.  102,  17I  zu  lesen. 


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LViH 


QPüftagt  jur  ftmiftfcfi««  J^pracSwifTrnf^afl, 


S.  119,  I/b  lies:  iqhmfl  für:  iahmal. 

S.  119,20b  lies:  him(i)l  für:  hitn(i)!. 

S.  119,25b  lies:  tfhammn  für:  U'hamuia. 

S.  1 19,  41  b lies:  ahual  für:  ahual. 

S.  126,  7b  lies:  Jujubenbaum  für:  Injubenbaum. 

S.  131,29a  lies:  $e(i)fl  für:  se(ijfi. 

S.  132,  18a  lies:  fyrräde  für:  tyrrade. 

S.  132,  24a  lies:  tiir(e)i  für:  tdr(e)}. 

S.  134,  2b  lies:  iytfajf  für:  iytaf 
S.  139,  32b  lies:  (i)guag  für:  igqag. 

S.  141,  29a  lies:  celätn  für:  ce/am. 

S.  142,  22b  lies:  libbade  für:  libbade. 

S.  X,  5 lies:  tfgauqez  für:  tegtUtqez. 

S.  X,  22  lies:  a für:  ä. 

S.  XXIV,  30  lies:  ’aläf  für:  alAf 
S.  XXXIV,  23  lies:  ieinl  für:  irini. 

S.  XLIII,  10.  Die  femininen  Pluralformen  können  auch  auf  der  dritt- 
letzten Silbe  betont  werden:  i ilraben , tilraben. 


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(Jleuaraßtfcße  (ßefcßtc §itn  aue  bm  3*oq. 

Von 

Bruno  Meissner. 

Die  auf  den  folgenden  Blättern  veröffentlichten  Geschichten  habe 
$ ich  während  meines  Aufenthaltes  auf  den  Ruinen  Babylons  gesammelt. 
Sie  stammen  fast  ausschliesslich  von  Rciid  ecCäh * her.  Bei  der 
Feststellung  des  Textes  verfuhr  ich  gewöhnlich  so,  dass  ich  mir  zu- 
erst die  betreffende  Geschichte  von  ihm  erzählen  und  dann  schrift- 
lich fixieren  liess.  Nach  dieser  Niederschrift  machte  ich  meine  Um- 
10  schrift  und  Übersetzung,  richtete  aber  nachträglich  durch  Rückfragen 
mein  Augenmerk  darauf,  etwaige  literarische  Wendungen  und  Aus- 
drücke durch  vulgäre  zu  ersetzen;  denn  es  kostete  grosse  Mühe, 
meinen  Gewährsmann  dazu  zu  bewegen,  so  zu  schreiben  wie  er  sprach. 
Aber  ich  hoffe,  dass  ich  alle  rein  schriftarabischen  Bestandteile  aus 
■ 5 den  Erzählungen  getilgt  habe. 

Alle  Geschichten  rühren  natürlich  nicht  von  Reschid  selbst  her; 
er  hat  sie  teilweise  von  Bekannten  oder  Arbeitern  sich  erzählen  lassen. 
So  halte  ich  Nr.  27  für  die  Geschichte  eines  Beduinen.  Von  einigen 
kenne  ich  auch  die  Gewährsmänner:  Nrn.  15.  40  rühren  von  Hamse 
2°  ettayil  (aus  Musiiiib) , Nr.  19  von  ( e)M/tammed  eliOmran,  Nm.  6.  7. 
16  von  (1  abr  (beide  aus  Kueirii ) her,  und  Nr.  55  ist  die  Lebens- 
geschichte des  mir  persönlich  bekannten  Seiiid  Gasim.  Da  ich  sie 
aber  alle  aus  Reschids  Munde  habe,  haben  sie  wenigstens  eine  ein- 
heitliche Diction  und  sind  für  sprachliche  Studien  besonders  geeignet. 
35  Weil  die  anderen  Erzähler  auch  alle  aus  derselben  Gegend  stammen, 
so  kann  man  die  Sammlung  auch  in  literarischer  Beziehung  als  ein- 
heitliche ansehen.  Eine  Ausnahme  macht  nur  Nr.  32,  die  auf  den 
kurdischen,  aus  der  Gegend  von  Kerkuk  stammenden  Unterofficier 
Uheiiid  zurückgeht.  Die  Figur  des  Nasr-eddin  ist  bei  den  Arabern 
3°  des  Iraq  sonst  unbekannt. 

* S.  Mitteilungen  d.  Sem.  f.  Orient.  Spr.  IV,  137. 

Beiträge  xur  lemit.  Sprachwissenschaft.  V.  I 


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Zum  Schlüsse  noch  ein  W ort  der  Erklärung  dafür,  dass  diese 
Sammlung  in  den  Beitragen  Jur  Assyriologie  abgedruckt  wird.  Es 
geschieht,  weil  der  hier  behandelte  neuarabische  Dialekt  gerade  für 
Assyriologen  unter  Umständen  nicht  ganz  unwichtig  werden  kann. 


5 I. 

niete/  jegtt/ün  e/tii/rt  jtdrt  lu  hnii  jtdrt  gailbet  iadfejs  hicäjet  häda w 
hnetel  fär(e)d  uälied  i and  ah  zarifaj  iadfejs  hija  umartah  gdifä  din 
jiSlaiün  bi/t  fa  iagfujb  dältk  sar  ha/eän  ezzäfttjg  farcth  lilmo j jiSrab 
nälntoj  gfrib  ialefijh  fa/umman  Sar  ab  uaradd  faSäf  färfejd  reggäl 
»°  rarib  lintc  (ijbmartah  fahimmati  Säfa/t  iandah  sefijf  faSumat  essefiif 
tjd/tädd  iarreggäl  elrarib  ha  da/;  erreggal  lunintan  Säfa/t  Säniuf  si( ijfäh 
ttitiga  ialef ijh  gänt  min  ial/tyrme  nah  ad  gadbet  iadfejs  ttfnhezem 
faSäfa/t  reggä!  fintSt  biddar(u)b  fagälläh  ja  reggäl  teS  tirkud  fagäl  ja 
a/jitje  ahadfejt  gadbet  iadfejs  min  zarifaj  häda  Jjirkud  uärä'i  nehija 
*5  Imnat  sef ijfäh  ia/eiia  uälhagul  nlti/nt  min  taraf  el iadfejs  fa  tim 
arkinf  ne/tita  firknd  hädt  ga./itl  ja  a/jtije  falumman  S(uialfa)  häda _ 
Ikeläm  radd  iala  sä/tib  ezzari(a)  fagä/^/a/t  ieib  ialef ijk  tirkud  t/ärä 
rf&gä/  netriii  tekitlah  mm  taraf  gadbet  iadfejs  fagäl  sä/tib  ezzärifa) 
elfidrl  jidrl  uelma  jidrl  gadbet  iadfejs  faradd  ia/a  martah  faktel/ia 
20  min  sfbeb  näc/td  erreggäl  elrarib  fahäda  maifajna  ha/mete/. 


II. 

niete!  kil/iih  ketebtah  biluärag  il/a _zze/eg  ntaifajna^lntefel  jfgtllün 
färfejd  reggä/  cän  iandah  ntara  t/äh  zäfujga  uäeän  t ’iäeint  ialefijha 
min  taraf  je/täf  ialefijha  ma/tad  jenieha  läcitt  i/ha  färfejd  refig  tfär- 
»5  ragt/  mal  el/iyrme  kill  uäkfejt  hu  a jegib  getni i( a j^zzaitzay ät  bidäh 
fabäqa  ntudde  iala  halbäl  fajäfujm  nun  et aijäm  galet^lah  el/tyrnte 
niältah  bäcer  äni  arid  arith  li/bamäm  fagal Jllhd  äni  arith  ntjäc  gälet 
/alt  rautja/t  (/tjäj  fabaifajd  dä/ik  dezzet  half  lirefighd  bi an  bäcer 
äni  itraglt  niritli  lilbamäm  yäne/iit  min  jentm  bäbkum  läcin  inte 
3°  läzim  ft'rttSS  e/bäb  mal  ItäfttjSak  uätehalliha  iabära  ian  mot  u äni 
urag/t  agi  h/bäb  u azlag  u aggaifaj  iiätit/aiiua/i  liudiinii  ten  fabaifajd 


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(TleuBaBgfomfcge  au«  t>«m  3ta1-  3 

Den  beiden  Herausgebern  und  dem  Verleger  gebührt  mein  Dank 
für  die  Bereitwilligkeit,  mit  der  sie  meinen  Wünschen  entgegenkamen, 
ebenso  wie  der  Deutschen  Orient-Gesellschaft,  die  die  Erlaubnis  zu 
dieser  Veröffentlichung  nicht  verweigert  hat. 


I.  5 

Wer  es  weiss,  weiss  es,  und  wer  es  nicht  weiss,  (sagt):  Eine 
Linsenstaude. 

Jemand  hatte  ein  Linsenfeld,  und  er  und  seine  Frau  waren  dabei, 
dort  (Stauden)  auszureissen.  Darauf  wurde  der  Mann  durstig  und 
ging  zum  nahen  Wasser,  um  zu  trinken.  Ab  er  getrunken  hatte  und  io 
zurückkam,  sah  er,  wie  ein  fremder  Mann  seine  Frau  umarmte.  Wie 
er  das  sah,  zog  er  sein  Schwert  und  stürzte  sich  auf  den  fremden 
Mann.  Dieser  nun,  der  den  Mann  mit  dem  gezogenen  Schwerte  auf 
sich  zusammen  sah,  stand  von  der  Frau,  ergriff  eine  Linsenstaude  und 
entfloh.  Ihn  sah  ein  Mann,  der  des  Weges  kam,  und  redete  ihn  an:  15 
Weshalb  läufst  du?  Er  antwortete:  Mein  Bruder,  ich  nahm  eine  Linsen- 
staude vom  Felde  dessen  da,  der  mir  nachläuft,  er  aber  zog  sein 
Schwert  gegen  mich  und  verfolgte  mich,  um  mich  wegen  der  Linsen 
zu  töten.  So  laufen  wir  beide.  Das  ist  meine  Geschichte,  mein 
Bruder.  Als  er  das  hörte,  kehrte  er  zum  Besitzer  des  Feldes  zu-  so 
rück  und  sagte  ihm:  Schäm  dich,  du  läufst  einem  Manne  nach,  um 
ihn  einer  Linsenstaude  wegen  zu  töten.  Der  Besitzer  des  Feldes 
antwortete:  Wer  es  weiss,  der  weiss  es,  und  wer  es  nicht  weiss,  (sagt): 
Eine  Linsenstaude.  Dann  kehrte  er  zu  seiner  Frau  zurück  und  tötete 
sie,  weil  sie  der  fremde  Mann  umarmt  hatte.  Das  ist  der  Sinn  dieses  *5 
Sprichwortes. 


II. 

Alles  habe  ich  auf  das  Papier  aufgeschrieben,  nur  nicht  das  Aus- 
gleiten. 

Ein  Mann  hatte  eine  Frau,  die  er  streng  hielt,  aus  Furcht,  es 
könnte  sie  ihm  jemand  abspenstig  machen.  Aber  sie  hatte  doch  30 
einen  Liebhaber.  Der  Ehemann  der  Frau  brachte  ihr  immer  allerlei 
Leckerbissen  mit.  So  blieb  es  einige  Zeit.  Eines  Tages  sagte  seine 
Frau:  Morgen  will  ich  ins  Bad  gehen.  Er  antwortete:  Ich  gehe  mit. 
Sie  sagte:  Komm  mit  mir.  Darauf  sandte  sie  ein  Billet  an  ihren 
Liebhaber  des  Inhalts:  Morgen  werde  ich  und  mein  Mann  ins  Bad  35 
gehen,  und  wir  werden  bei  eurer  Thüre  vorbeikommen.  Du  musst 

1» 


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4 


$i\trä*<  }ur  f<mi(ifc6cn  &|;rjc6irifrf'fc6af(. 


dätik  ähid  min  iandah  rnhsa  In'an  dtthadar  li/häfuil  mä/ak  ftäia- 
ifajtini  rnhsa  uänhadar  utfäk  fabaifajd  dn/ik  rifigha  raii  elbäb 
näha/lä/ta  moi  fa/nmman  ifajrragil  hu  a umartah  zeliget  ethyrme 
uinlhhan  hudümha  (in  u ahndet  rnhsa  min  iiidd  ragt' ihn  bi  an  tirsil 
hudiimha  uänhädaret  / i rifigha  na  nid  ha  uätald  iet  tiragfthd  baifajd  5 
dä/ik  rähau  libefijthum  nägä/et  bei  mir  tigitz  min  iandi  gat/tha  mit 
agü z giilct  inte  tülurmint  gal /Uta  aha  mit  girtet  ida  mir  arid  asir 
binfejt  attädim  mir  tigdar  ia/aia  gib  agdar  gälet  lir  in  mnhabbal 
änt  rififejt  lirfßft  nänäint  riinte  fit  lad  bribiib  faiäd  iwl  alitr  ia/e;  i k 
fitz  (Ima  {ishgah  halibah  mäßigt  bissäfug  gilt  ragftha  kitlnh  ketib-  io 
täh  bi/ttärag  illa^zzeleg. 


III. 

fdrfejd  me fet  mir/  dihfijk  etflefijn  azlätn  näh,  d ß'gitl  ti/ähar  ttä/tfd 
figitl  aksir  sam/ugak  uäl'ähar  light  aksir  (ijsdäntak  iign/ün  irkit 
fiir(e)d  uähed  landab  fdrfejd  mara  zäfujga  Halt  ttältu  a kill  uäkffit  15 
filtiiel  bisshg  näßdizz  leheiah  eUahfejtn  uzzauzanät  ijijassäna  Ifa) 
fär(e)d  ji(u)m  essänaifaj  sär  ung  Hin  ginn  hu  a (i)bnefsäh  naahad 
cllahfejm  uäzzaitzauät  näräh  /i/befijt  mir  Iah  iagfujb  ma  nasal  dahhag 
min  tighg  elbäb  lir/  tttia  vrartah  fdrfejd  reggirl  iagfujb  ma  tirfatr  degg 
etbirb  fagirtet  hyrmitah  min/111  eilt  ßdttgg  elbäb  gal //ha  ivrt  ft  Um  20 
iget  ia/a  riß/ltd  näga/it /alt  (Ir  mfsahham  tief ijn  attaddik  gal/lha 
(ijbkefijfic  gälet  taiäl  adutnmak  bissattditg  uähätfetdh  bissandtig  ttä- 
fakket  elbäb  hragilha  /dein  hiia  läfha  htmman  hättetdh  bissattditg 
fabalfajd  dälik  Itäcd  ne/säh  gäl  (e)llofttjn  agib  iatefijha  hyrfe  fagaß 
ilha  äni  i/a  saiatefijn  qägtf  (ijäguf)  bilbäb  uinti  gäiade  bilhöfttjl  25 
ict  mit  tifukkin  elbäb  gälet  äni  mä  semäifajtak  gal  fl  lut  jä  Ityrme 
inti  tä/iq  gdlet/ah  fei  fä  f Ulan  tftalliqnl  gäl  ethyrme  eilt  mä  tähid 
läfujr  erragil  läzim  titatallaq  fagdUt/dh  (ijbkefifak  gal fl/ta  ge- 
tniifa)  mä  hii/tif u)l  i/tidi  i/ie  fdrfejd  essanditg  tlife  galet/äh  mä_ist'r 
hitdä  bih  rarädt  mä  dntih  gal /Utd  ähidii/i  häi/a  äni  iltarefijtdh  min  30 
fü/üsi  fabicet  uältammdt  ennits  ia/rfijhtim  uäsähan  iatefijha  nägä/ati 
maditm  mintic  e/höfujl  ijinnä  bih  essanditg  litt  tut  öntihifäh  ttä’ahadah 
errfggäl  uäta/laq  ethyrme  uägäb/dh  fdrfejd  habfej!  uäiedddh  btssan- 
ditg  ttäiä/ah  iala  dahrah  näräh  bih  min  bcled  hbe/ed  i/an  ttityal 


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(Bliifjntr.  {TUuSaßpfomfcSf  <ß.'fcßu8t<n  aus  btm  Jraq.  5 

nun  vor  deiner  Hausthüre  sprengen  und  das  Wasser  stehen  lassen. 
Ich  und  mein  Mann  werden  dann  kommen,  und  ich  werde  ausgleiten 
und  hinfallen,  sodass  meine  Kleider  vom  Strassenkot  schmutzig  wer- 
den. Dann  werde  ich  ihn  um  Erlaubnis  bitten,  ins  Haus  zu  gehen, 
5 und  wenn  ich  sie  erhalten,  zu  dir  kommen.  Darauf  sprengte  ihr  Lieb- 
haber und  liess  das  Wasser  stehen.  Dann  kam  der  Mann  und  seine 
Frau,  die  Frau  glitt  aus  und  ihre  Kleider  wurden  schmutzig  von  Kot 
Sie  nahm  nun  Urlaub  von  ihrem  Manne,  ihre  Kleider  zu  waschen, 
und  trat  bei  ihrem  IJebhaber  ein,  der  sie  umarmte.  Darauf  kam  sie 
10  zu  ihrem  Manne,  und  beide  gingen  nach  Hause.  Da  sagte  sie:  Warum 
lässt  du  nicht  ab  von  mir?  Er:  Nein,  ich  thue  es  nicht.  Sie:  Kannst 
du  mich  denn  bewachen?  Er:  Jawohl.  Sie:  Wenn  ich  keine  anstän- 
dige Frau  sein  will,  vermagst  du  nichts  gegen  mich.  Er:  O doch! 
Sie:  Nein,  du  Thor!  Ich  ging  zu  meinem  Liebhaber  und  er  umarmte 
15  mich,  während  du  am  Thor  sassest.  Und  noch  einen  Rat  will  ich  dir 
geben:  Lass  ab.  Wen  nicht  seine  Natur  antreibt,  der  geht  auch  nicht 
wenn  man  ihn  antreibt.  Da  sagte  ihr  Mann:  Alles  habe  ich  aufs 
Papier  geschrieben,  nur  nicht  das  Ausgleiten. 

III. 

20  Von  zwei  Leuten  sagt  einer  zum  andern:  Ich  zerbreche  deine 
Kiste.  Der  andere  sagt:  Ich  zerbreche  deine  Thontruhe. 

Man  erzählt,  ein  Mann  hatte  eine  Frau.  Da  er  immer  auf  dem 
Markt  beschäftigt  war,  schickte  er  seiner  Familie  Fleisch  und  Lebens- 
mittel durch  den  Lehrling.  Eines  Tages  wurde  dieser  aber  krank, 
25  und  so  machte  er  sich  selbst  auf,  nahm  das  Fleisch  und  die  Lebens- 
mittel und  ging  nach  Hause.  Dort  angekommen,  sah  er  durch  die 
Thürspalten  und  erblickte  einen  Mann  bei  seiner  Frau.  Darauf  klopfte 
er  an  die  Thür,  und  seine  Frau  fragte:  Wer  ist’s,  der  an  die  Thür 
klopft?  Er:  Ich,  der  NN.  Da  kam  sie  zu  ihrem  Liebhaber  zurück 
30  und  sagte  ihm:  Du  Unglücksmensch,  wo  soll  ich  dich  lassen?  Er: 
Wo  du  willst.  Sie:  Komm  her,  ich  will  dich  in  die  Kiste  stecken. 
Das  that  sie  auch  und  öffnete  ihrem  Manne  die  Thür.  Der  hatte  sie 
aber  gesehen,  wie  sie  jenen  in  der  Kiste  versteckte  und  überlegte 
sich,  wie  er  sie  hineinlegen  sollte.  Er  fuhr  sie  an:  Ich  stehe  hier 
35  zwei  Stunden  lang  vor  der  Thür,  während  du  zu  Hause  bist.  Warum 
öffnest  du  die  Thür  nicht?  Sie:  Ich  hörte  dich  nicht.  Er:  O Weib, 
du  bist  von  mir  geschieden.  Sie:  Warum,  du  NN.,  verstösst  du 
mich?  Er:  Ein  Weib,  das  nicht  den  Rat  des  Mannes  annimmt,  muss 
verstossen  werden.  Sie:  Wie  du  willst.  Er:  Nimm  alles,  was  im 
40  Hause  ist,  fiir  dich,  nur  die  Kiste  bleibt  für  mich.  Sie:  Das  geht 
nicht.  Da  sind  meine  Sachen  drin.  Ich  gebe  sie  nicht.  Er:  Ich 


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6 


®«i<räg«  }iit  fonitiftjtn  rac6rtitTfnfc8af(. 


lifär(e)d  ulä/a  nähit  a ln' jl  ef sandig  na' iga  lifiir(e)d  hi  tt/l  iä/t  ubäb 
e/hifuji  mafknke  inhädär  hü  a ntssanditg  uägaiad  (i)b\tos(e)t  el/nVuJi 
iget  la/efijh  e/hyrtne  nägaUtßii/t  ietesannt  giiliid  (eihnä  ga/J/ha  am 
hättar  gälet  eh  na  mä  nedei/tf  galtlha  am  ginje  muritne  tim  da  if 
läßt  mä  iit/ai/a)  darf u)b  min  landab  rähet  lala  rißg/ul  nägaUtßäh  5 
fä  mfsahham  uefijn  anaddik  gälßlha  (i)bke(i)fie  giilet  taläl  adum- 
mak  bissdäne  nädnmmetah  fabaifajd  dii/ik  iga  snhib  elbefijt  ragt'/ 
elhyrme  fagä/ßäh  fä  reggäl  li/t f sannt  (ej/tnä  gälad  gä/ßnh  am 
hättär  gälßäh  am  mä  ädeifif  elhättär  gä/lah  abus sandig  äm  mä 
drith  min  /ta/mfbäii  gä/_/a/t  säibib  ehnfcän  ida  mä  gninfelt  ttäl/äh  10 
aksir  sanditgak  fagäl  fähib  essandtig  äm  harn  aksir  (i)sdäntak  fa- 
bal(a)d  ma  semal(a)  kiläm  abu  ssanditg  abn  Iho/  u l sikit  nagälßäh 
ihcißt  g/si/ak  gä/ßä/i  reßg  marh  btssandng  nreßg  martak  bissdäne 
gäl  erräi  gäl  äm  aktil  refig  martak  u inte  iktil  reßg  marti  faketa- 
lähum  fabai(a)d  dälik  tfräfagau  etffe(i)nkum  nä/btsau  httditm  deranii  15 
umiiatt  bilbn/dän  iegiddün  kil/äh  min  taraf  e/rira  näilehäma  eliara- 
biie  faba  If ajd  dälik  gä/aii  el niete/. 


IV. 

fär(e)d  nähed  ii1  saunt  lärbet  mä/  zt'bib  tiki/l  (bfnim  ffrüh  iebilah 
la/a^nnäs  fabäqa  la/a  halhäle  mudde  farfetd  fäfttjiu  iga  ßbilfaj  ei-  20 
lärbet  nähii’a  iesih  iärbet  fä  zebib  nännädib  Al/äh  mä  f/hib  f ä häfir 
nigrat  essii  läzirn  mä  tiggai(a)  bi/ia  min  gerib  ßtrfejd  näher/  gäl 
häda  kill  fö( u)m  iesih  femmna  dannahm  arid  asauuißäh  fär(e)d  ehre 
hatta  ifmut  uunha/as  min  landab  fasähjdh  ugä/ßdh  hädl  teskerc 
t/ruh  li/mieän  e/fe/äm  utontihd  li  osta  fe/än  gal/ah  mä^tljä/if  faki/eb  25 
bitteskere  hin  unstil  hämil  etteskere  li  iandak  tebut/ah  (ijbtjos(e)t  elkitra 
zalfalma  fedibbiih  binnär  ahad  etteskere  uerä/l  fate/aggäh  ahn  elh 
ferid  i emanuit  ahn  larbet  ngälßah  hä  fä  lammt  la/a  he(i)r  rä’ih 
gal  /ah  altük  t/ezz  ntfäi  hatteskere  ttgä/  Jt  näddiha  H fe/än  n äm  mä 


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(Wlttfjner.  {TUuBaBpfonifcä«  StfcBtcBftn  nua  6tm  3r4ll-  7 

werde  sie  nehmen;  denn  ich  habe  sie  für  mein  Geld  gekauft.  Als 
sie  weinte,  versammelten  sich  die  Menschen  um  sie  und  schrieen  sie 
an:  Wenn  er  dir  das  Haus  und  die  Habe  giebt,  was  liegt  an  der 
Kiste?  Gieb  sie  ihm.  Da  nahm  sie  der  Mann,  verstiess  seine  Frau, 
5 und  verschaffte  sich  einen  Strick,  um  die  Kiste  zuzuschniiren.  Er 
lud  sie  auf  den  Rücken  und  trug  sie  von  Ort  zu  Ort,  bis  er,  immer 
die  Kiste  schleppend,  in  einer  Landschaft  zu  einem  hochgelegenen 
Hause  kam.  Da  die  Hausthür  offen  stand,  ging  er  mit  dem  Kasten 
hinein  und  setzte  sich  im  Hofe  hin.  Die  Frau  des  Hauses  kam  zu 
10  ihm  und  fragte:  Was  machst  du  hier?  Er:  Ich  bin  Gast.  Sie:  Wir 
nehmen  keine  Giiste  auf.  Kr:  Unter  allen  Umständen  bitte  ich  um 
Unterkunft.  Als  sie  sah,  dass  er  nicht  wegging,  wandte  sie  sich  von 
ihm  zu  ihrem  Liebhaber  und  sagte:  Du  Unglücksmensch,  wo  soll  ich 
dich  hinthun?  Er:  Wohin  du  willst.  Sie:  Komm  her,  ich  werde  dich 
15  in  der  Thontruhe  verstecken.  Das  that  sie  auch,  und  darauf  kam 
der  Hausbesitzer,  der  Mann  jener  Frau,  und  sagte:  O Mann,  was  thust 
du  hier?  Er:  Ich  bin  ein  Gast.  Der  andere:  Ich  nehme  keine  Gäste 
auf.  Der  Kistenträger:  Ich  geh  nicht  fort  von  diesem  Platze.  Der 
Hausbesitzer:  Wenn  du  nicht  aufstehst,  bei  Gott,  so  zerschlage  ich 
zo  deine  Kiste.  Der  Kistenträger:  Ich  zerbreche  dann  deine  Thontruhe. 
Als  der  Hausbesitzer  die  Worte  des  andern  vernommen,  schwieg  er 
und  sagte  ihm:  Erzähle  mir  deine  Geschichte.  Der  erste:  Der  Lieb- 
haber meiner  Frau  ist  in  der  Kiste,  und  der  Liebhaber  deiner  Frau 
ist  in  der  Thontruhe.  Der  zweite:  Was  ist  zu  thun?  Der  erste:  Ich 
25  werde  den  Liebhaber  deiner  Frau  töten,  und  du  töte  den  Liebhaber 
meiner  Frau.  Da  töteten  sie  sie,  und  darauf  thaten  sich  die  beiden 
zusammen,  zogen  Derwischkleider  an  und  zogen  in  den  Ländern  um- 
her, indem  sie  alles  von  dem  Edelmut  und  den  guten  Charakter- 
eigenschaften der  Araber  erbaten.  Dann  sagten  sie  das  Sprichwort. 

jo  IV. 

Jemand  machte  Weintraubenscherbet  und  ging  alltäglich  hin,  um 
ihn  an  die  Leute  zu  verkaufen.  So  blieb  es  eine  Zeit  lang.  Eines 
Tages  ging  er  auch  aus,  um  den  Scherbet  zu  verkaufen,  indem  er 
ausschrie:  Weintraubenscherbet!  wer  Gott  preist,  wird  nicht  zu 
35  schänden.  Der  du  eine  Grube  des  Unheils  gräbst,  du  musst  selbst 
in  Bälde  hereinfallen.  Jemand  sagte:  Der  schreit  hier  tagtäglich 
bei  uns  aus  und  belästigt  mich.  Ich  will  ihm  etwas  besorgen,  dass 
er  stirbt,  und  wir  von  ihm  befreit  werden.  Da  rief  er  ihn  und 
sagte  zu  ihm:  Nimm  dieses  Billet  und  geh  da  und  da  hin  und  gieb 
40  es  dem  Meister  NN.  Er  sagte:  Schön.  Jener  hatte  aber  in  dem 
ßillct  geschrieben:  Wenn  der  Träger  dieses  Bidets  zu  dir  kommt. 


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g 


Qgtiltägt  ;ur  fbf raiimtfloifciaff. 


ande/läh  gäl  Ja/t  elyoted  am  ändellah  aruh  ayäddih  t gäl_/ah  ihidha 
fd  ahadha  Jyoled  uräh  h/'ifta  uoiitäh  ctteskere  l um  man  qeräha  in/ 
c/yoled  ttdebbäh  (i)byos(e)t  e/küra  uradd  abü  larbet  la/a  lärbetäh 
ttgänt  iesi/t  gal  ftäda  asüfa/t  mä  sär  lalc(i)h  far(e)d  iefij  sa/t  lalefijh 
ga/^/a/t  aiüf  mä  ri/tfejt  yäddefijt  ctteskere  gä/_lalt  ri/tfejt  ayaddiha  5 
utllaggäni  altük  u altädha  min  landi  ttgälj/i  am  ayaddiha  uräddc(i)t 
hessal(a)  fagäl  eilt  räd  fcmanyit  abü  iarbef  e!h  tna  ta  _lläh  Al /äh 
mal  äh. 


V. 

jjtgül  fiir(e)d  uältfd  fär  landah  mal(a)/üm  bi  an  rnartah  i/ha  10 
rtfig  negäl  h rnartah  in/t  ilii  rffijg  uhfi  (e)tgül  mä  landi  rffig  yega /w 
i/ha  änl  arid  ahalUfie  biggebel  bi  an  mä  na'/iie  a/ttul  galet^lah  mä 
thä/if  fafär  ehnurrib  farähät  lirefigka  uegalet _lah  bä'eer  rag/t  {eltal- 
lifnt  biggebel  läettt  errät  inte  thid  Hak  far(e)d  mutt  ychallih  bilyägfe 
mäl  e/mfcari/e  y’ehna  bäeer  nigt  liluägfe  uamsticri  elmtiti  min  landak  15 
n inte  (e)trith  yt/ätia  y’äm  ayaggal(a)  rtilti  min  e/miifi  ud äfarlat 
lalefijk  hatta  iesir  e/ ja  min  mäidnrrm  falamalau  halhact  kt  Halt 
yäli/i/att  biggebel  uamä  sär  lale/ijha  fared  ie/i). 


VI. 

fär(e)d  uältfd  landah  hyrmc  yehüa  fcllält  elhyrme  läddhei  säbtb  20 
kill  ib(it)m  litmman  (früh  ragi/lut  li/keräb  iigt  sabibhä  yäienie/ta 
fä/uim  min  e/'ijäm  rage/  elhyrme  nisa^ssicee  mäl  elkcräb  rädd  la/a _ 
ssicee  iäf  fär(e)d  yältfd  lala  hyrmetah  litmman  läfah  itflal  biha 
libcd  yära  ssira  iäf  hyrmitah  lagt tt  ib  ma  fatal  bi  lut  gämet  udf bähet 
fär(e)d  die  tlegäg  usattye/^läh  simsim  utam(d)r  hatta  tesir  medgitgiftc  25 
ialfajm  haläue  säla  hü  a talal(a)  min  yärä  essire  gdlltjläh  hyrme- 
täh  hä  jä  fl/ätt  gdljllhd  ;ä  J Hätte  tflaggänt  fär(e)d  gefiji  (iibkytfe)r 
essimsim  ellahamtih  lo(u)ld  mä  sc(i)f t bidt  cätn  ha t/äf  11/111  tmt(e)l  eddie 


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QTlefjntt,  (UcuBaßjjfomfcßc  CcfiüicBien  au*  acm  ]raq.  g 

wirf  ihn  mitten  in  den  Ofen.  Er  nahm  das  Billet  und  ging  weg,  da 
traf  ihn  der  Bruder  dessen,  der  den  Scherbetverkäufer  töten  wollte, 
und  sagte:  Heda,  Oheim,  wohin  des  Wegs?  Er  antwortete  ihm:  Dein 
Bruder  gab  mir  dieses  Billet  zur  Bestellung  und  trug  mir  auf,  es  dem 
5 NN.  zu  übergeben,  aber  ich  weiss  nicht,  wo  er  wohnt.  Der  Knabe 
sagte:  Ich  weiss  und  werde  es  abgeben.  Jener  antwortete : Nimm  es. 
Da  nahm  es  der  Knabe  und  ging  zu  dem  Meister  und  gab  es  ihm. 
Als  der  es  gelesen,  nahm  er  den  Knaben  und  warf  ihn  mitten  in  den 
Ofen.  Der  Scherbetverkäufer  ging  zu  seinem  Scherbet  zurück  und 
io  schrie  wieder  aus.  Der  andere  aber  sagte:  Wie  ich  sehe,  ist  ihm  nichts 
passiert.  Er  rief  ihn  heran  und  sagte  zu  ihm:  Du  bist  ja  nicht  ge- 
gangen, das  Billet  zu  bestellen.  Der  antwortete:  Ich  wollte  es  be- 
stellen, aber  dein  Bruder  traf  mich;  der  nahm  es  mir  ab  und  ver- 
sprach mir,  es  zu  besorgen.  So  bin  ich  jetzt  zurückgekommen.  Da 
15  sagte  der,  welcher  den  Scherbetverkäufer  hatte  töten  wollen:  Wer 
mit  Gott  ist,  mit  dem  ist  auch  Gott. 

V. 

Jemand,  der  die  Überzeugung  hatte,  seine  Frau  habe  einen  Lieb- 
haber, sagte  zu  ihr:  Hast  du  einen  Liebhaber?  Sie:  Nein,  ich  habe 
10  keinen.  Er:  Ich  will  dich  auf  dem  Berge  schwören  lassen,  dass  dich 
niemand  (ausser  mir)  umarme.  Sie:  Schön,  meinetwegen.  Als  es 
Abend  geworden  war,  ging  sie  zu  ihrem  Liebhaber  und  sagte  ihm: 
Morgen  will  mich  mein  Mann  auf  dem  Berge  schwören  lassen.  Ich 
habe  aber  einen  Plan.  Nimm  dir  einen  Esel  und  lass  ihn  am  Halte- 
15  platze  der  Vermieter.  Morgen  werden  wir  dann  zum  Halteplatze 
kommen  und  den  Esel  von  dir  mieten.  Wenn  du  nun  mit  uns  gehst, 
lass  ich  mich  von  selbst  von  dem  Esel  fallen,  sodass  ich  vor  dir  ent- 
blösst  werde,  damit  der  Eid  mir  nichts  schadet.  Sie  thaten,  wie 
verabredet,  und  es  geschah  ihr  nichts. 

30  VI. 

Ein  Mann,  ein  Bauer,  hatte  eine  Frau,  und  diese  hatte  einen 
Freund.  Jeden  Tag,  wenn  ihr  Mann  zum  pflügen  ging,  kam  ihr  Freund 
zu  ihr  und  umarmte  sie.  Einst  hatte  der  Mann  der  Frau  die  Eisenspitze 
zum  Pfluge  vergessen.  Er  kam  also  zurück,  um  sie  zu  holen,  und  sah 
35  jemand  bei  seiner  Frau.  Als  er  sah,  wie  er  es  mit  ihr  machte,  ver- 
steckte er  sich  hinter  der  Einfriedigung  und  sah  sich  seine  Frau  an. 
Sachdem  jener  es  ihr  gemacht  hatte,  stand  sie  auf  und  schlachtete  einen 
Hahn  und  bereitete  ihm  aus  Sesam  und  Datteln  eine  süsse  Speise. 
\un  kam  der  Bauer  hinter  der  Einfriedigung  hervor,  und  die  Frau 


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IO  Qßttträgt  $ur  ftmitifcß;n  SpracgwtlTtnfcÄafl. 

el/uitastih  3ag(u)b  ditlik  fit  3a/a  hynnctak  ukUcl/ta  ukitel  fahib/td 
uänhizem  yitsselitm. 


VII. 

fiir(e)d  ttähed  tflärak  hita  unältfd  tumntan  teSärakau  ttithad 
ntinkutn  gitl  IU  A/jar  lä  iit  gattttad gitl _/ä/i  ya/ak  itnl  nlattdt  (u)gultde  5 
gitflah  iandak  (u)guitde  gitllah  f flaue  mit  tfnaiiil  gal  lält  tfrid 
aianuefak  (i)bleiuak  gitllah  euällith  /Vi  ah  nie  gitllah  ru/t  Umartak 
ugil^illta  iit  f flaue  äni  arid  aruh  t ItriS  satttji  h (e)mtäi(a)  sauuat^lah 
(e)mtai(a)  a/jad  e/mftitlfa)  uta/a3(a)  hrafgiil  eilt  laiierah  git/^lah 
ruh  yiie/mnrrih  /ihi/ak  udumm  rithak  rith  lalta/ah  ttdiimm  nefsä/t 
ugälet  liyrmetali  lilabdatha  ritht  littäfir  elf  flaut  ugittjiäh  jintic  täga 
nfft  essitla  bilttahde  rähat  e/labde  uga/at^/ith  nautä/ia  tilget  eftära 
n tfet  cl3abde  Hautet  ettäge  Hlhyrme  ttba3(a)d  ditlik  gäbet  liliabde 
ritht  /ilmittciierli  ugibt  min  landab  tu  ihr  uha/lt  ift  essaSa  bit etilefiln 
ontäha  efitiitr  ufabat/iinn  lilhyrme  ugä/et  li! labile  ritht  lilkebabll  '5 
nltal/t  iintic  hibitb  uha/lt  igt  essä  3a  bitte/äta  rähat  el  labile  rt färbet  min 
3andah  ki'bäb  outitah  i/ha  uraffl/ta  iftfsannat  3alc(i)hä  min  auual 
essä/ife  litaliha  lumman  Sftna3(a)  eilt  alt  ta/a If a)  ttdegg  elbäb  ga/at _ 

Iah  minhtt  galJUha  ivti  galitjah  häh  iit  ff  lim  gitl f Hut  iit  ff lit  ne 
tf/aggimi  fär(e)d  sehn  IfaJ  dahrah  (e)mSattab  mit(e)!  taget  eil  Ultra  eilt  20 
lit/a^/habf'ejl  läiin  (ä  ffläne  Hfnila  mit  äsir  altaff  min  elhamamat 
eilt  la/a^rraff  yit/la  lim  ha  Hit  nt  mit(e)/  elkfbäb  eilt  gauua^sselle. 


VIII. 

fär(e)d  yithad  HmSt  uiandah  /ifttjr  u3alajtti(u)r  3iiife)l  bih  ia  3ir 
ttiafl  bidiih  (e(i)r  dffäf  u3a/a  räsah  laf/  fid(a)r  ufär(e)d  hyrme  25 
bl( ijn/ta  ttbe(i)n  erraffäl  fär(e)d  Satt  u3and  elhyrme  eilt  (i)bditk  a.t- 
säfttib  firbe  mal  moi  (ijtrysatha  u ta/a  1 et  min  e/mai  uSäfet  erraff ät 
näsithal  hl!  iit  iininia  hadäk  errafft)/  ltassa3  ifhntf  attqijr  addfgäf 


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QTWißiur.  (H.-u6;i6pfonir<ß>‘  <5if£®,c$(in  au«  itm  Jraq.  1 1 

rief  aus:  Ha,  du  da!  Er  antwortete:  Du,  ich  traf  einen  Haufen  Men- 
schen. so  viel  wie  du  Sesam  gegessen  hast,  und  wenn  ich  nicht  mein 
Schwert  bei  tnir  gehabt  hätte,  hätten  sie  mich  behandelt  wie  den 
Hahn,  den  du  gerupft  hast.  Dann  ging  er  auf  seine  Frau  los  und 
5 tötete  sie  samt  ihrem  Freunde  und  entfloh.  Adieu. 

VII. 

Jemand  stritt  mit  einem  andern,  und  bei  dem  Streite  sagte  er 
ihm:  Nein,  du  Kuppler!  Er  antwortete:  Du  da,  ich?  Ich  soll  eine 
schlechte  Frau  haben?  Der  erste:  Jawohl,  du  hast  eine  schlechte 
<o  Frau.  Der  zweite:  Die  NN.  ist  mir  nicht  untreu.  Der  erste:  Wenn 
du  willst,  werde  ich  es  dir  mit  deinen  Augen  zeigen.  Der  zweite: 
Bei  Gott,  mein  Bruder.  Der  erste:  Geh  zu  deiner  Frau  und  sage 
ihr:  Du  NN.,  ich  will  über  Land  verreisen.  Mach  mir  Essen.  Sie 
machte  ihm  Essen,  er  nahm  es  und  ging'zu  dem  Manne,  der  ihn  be- 
1 5 leidigt  hatte.  Der  gab  ihm  den  Kat,  um  Sonnenuntergang  nach  Hause 
zu  gehen  und  sich  zu  verstecken.  Er  ging  nach  Hause  und  ver- 
steckte sich.  Da  sagte  die  Frau  zu  ihrer  Sklavin:  Geh  zu  dem  Kauf- 
mann NN.  und  sag  ihm,  er  solle  dir  eine  Lage  Stoff  geben  und  er 
solle  um  l Uhr  herkommen.  Die  Sklavin  richtete  den  Befehl  aus, 
zo  und  er  gab  ihr  eine  Lage  gestreiften  Seidenzeuges.  Dann  kam  die 
Sklavin  zurück  und  gab  den  Stoff  der  Frau.  Darauf  sagte  sie  zur 
Sklavin:  Geh  zum  Vogelhändler,  und  bringe  ein  paar  Vögel,  und  lass 
ihn  um  2 Uhr  kommen.  Er  gab  ihr  die  Vögel,  und  sie  brachte  sie 
der  Frau.  Dann  sagte  sie  zur  Sklavin:  Geh  zum  Garkoch,  er  soll  dir 
s;  Röstfleisch  geben,  und  er  möge  um  3 Uhr  herkommen.  Die  Sklavin 
ging  und  brachte  ihr  Röstfleisch  von  ihm.  Ihr  Mann  aber  hörte  alles 
von  Anfang  bis  zu  Ende.  Als  er  nun  die  Geschichte  gehört  hatte, 
kam  er  hervor  und  klopfte  an  die  Thür.  Sie  fragte:  Wer  ist  da? 
Kr:  Ich.  Sie:  Hah,  was  willst  du  NN.?  Er:  Du  NN.,  ich  traf  einen 
5°  Löwen,  dessen  Kücken  war  gefleckt  wie  die  Lage  gestreifter  Seide 
auf  der  Leine.  Aber,  NN.,  wenn  ich  nicht  schneller  gewesen  wäre 
als  die  Tauben  auf  dem  Taubenschlage,  wahrlich,  so  hätte  er  mich 
zu  Klopffleisch  gemacht  wie  das  unter  dem  Korbe. 

VIII. 

35  Ein  Mann  ging  des  Weges  und  hatte  einen  Stier  bei  sich,  der 
eine  Last  Gerste  trug;  in  der  Hand  trug  er  ein  Huhn  und  auf  dem 
Kopfe  einen  Kessel.  Da  war  nun  eine  Frau,  zwischen  beiden  aber  be- 
fand sich  ein  grosser  Fluss.  Die  Frau,  welche  sich  auf  jener  Seite 
befand,  hatte  einen  Wasserschlauch  mit  bei  sich,  den  sie  gefüllt  hatte. 


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12 


Qßtiträa«  ;ur  ftmitifc6«n  ^pcucSwiffcnfcSaff. 


fatt(ta^fgid( e)r  uiirmt  eliid(e)l  min  fö(u)g  ettAfuJr  uiirbut  ettb(u)r 
bi/tid(e)l  uieifäjbir  Ha/eiia  hit  a daliliag  Ha/efidta  uilif/td  ithntt  eddic 
gattttafgid(  ejr  ttritma^lHidfed  min  fö(u)g  cttoi  u r narbiittiA  biliidfe  / 
ntisa/lab  tjA inbtir  Halefilha  tiltlhyrnie  ginnet  tesauui  /V i iimma  igitni 
ii)  [innna  igitttt  uähi'a  mabtüha  iaggirbe  ijamiettife  ritblta  bissefife  s 
mal  sitf  tjatisaitui  in  iimma  l/imman  ign  Ha/efitha  nAcha  urädd  lira- 
riujah  tjtikit  a rarib  näht  a raribe  itriibaii  killmen  Ha/a  mahatlah. 


IX. 

far(e)d  reiagil  e/flei  i)n  iimiint  btddär(u)b  faiit  fau  fär(c)d  hyrtne 
tebattib  batab  ttAbmlha  ftitbed  min  erreingil  gal  lirefignh  äm  agdar  io 
ante  ha/byrme  t/At  Altar  gälJUih  mit  tigdar  gal  Jäh  agdar  gAf  Inh 
taHAl  tirAhen  tjtiitt  ida  niefejtha  öntini  i/jtak  tjti  tda  mit  niefejthä  antik 
i/jti  teritdau  etfie(i)nhum  uralt  eilt  gitl  Ani  agdar  anie/ut  litmman  ifcd 
hie  mm  ha  ttsitb  Ha/ef ijhit  mit(e)l  itiä  iisltal  e/btisin  ttahit  a (e)msallab 
timfian/är  Hnirah  ugdlit  lah  ttufaH(a)  utjttfaH(a)  ritbem  litrib  el-  15 
gitbak  usA/t  Ha/ef i/ha  ennAfuib  uräddet  Halefi/h  itttgai(a)  uyttgefiJHfaJ 
ttsitb  Ha/ef ijha  ennpfttlb  ttiigalit  Jak  utigefiJHfaJ  ttsitb  ialefijlul  en- 
ttif n'tb  uähi'a  ha  tu  siibat  tnit(e)/  mit  Iisltal  eifaras  uit/iit'a  fät  Ha/ef i)ha 
utiAcha  urädd  lirifiga/t  tt  abad  ntinttäk  errahfejn. 


färfejd  uitbed  rA  i(t  Jäh  fiirfejd  muß  ttaritb  bif  ulaiiit  fjfdauuir 
Halc(i)h  färfejd  ( afujitt  min  et  nt  ihm  ifa  lifär(e)d  tt/itia  tuiaf  Hand 
eiief i)h  mAl  et ttlitia  ftiiailatt  utäHa/le/au  lissAHa  bitte/Ate  tjarit/iau 
ff  na  mini  utemm  el/jaffAr  bi/mttdif  ytrid  ii’nitm  ttieltassib  min  taraf 
elmuti  sä  Ha  tja  idaJm/Hazzib  tnltlah  iAHal  ellappa  uginn  (etüHAras  25 
tjtia  byrmitäh  ginn  abujhnuß  iedahbif  Haiti  Jmeiazzib  hü a ttbyrme- 
täb  gam  einte  Hazztb  fhtie  ( ilbb ) ■rmeftt/i  tt/tii a edditiaHfa)  elmuti  iedah- 
big  HAlefijhum  ehtte  Hazztb  gitl  Umartah  eilt  (enie  bihä  Am  aiitf  be/ed 


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QUuBaSgfonifdle  ®<f4ic8l«n  aus  itm  13 

Als  sie  vom  Wasser  in  die  Höhe  kam  und  den  Mann  sah,  schrie  sie 
laut:  Ums  Himmels  willen,  dieser  Mann  wird  jetzt  das  Huhn  in  den 
Kessel  thun,  die  Last  vom  Stier  abwerfen,  den  Stier  an  die  Last 
anbinden  und  zu  mir  herüberkommen.  Er  schaute  nach  ihr  und  sah 
5 sie  nun.  Dann  setzte  er  den  Huhn  in  den  Kessel,  warf  die  Last 
vom  Stier  ab  und  band  ihn  daran  fest.  Darauf  entkleidete  er  sich 
und  ging  zu  ihr  herüber.  Die  Frau  begann  nun  wieder  zu  machen: 
Herr  Gott,  er  ist  zu  mir  gekommen;  Herr  Gott,  er  ist  zu  mir  ge- 
kommen. Sie  lag  aber  mit  dem  Rücken  auf  dem  Schlauche  und 
io  schlang  um  ihre  eignen  Schultern  ein  Hand  aus  Wolle,  während  sie 
immer  dabei  machte:  O Gott,  o Gott!  Als  er  zu  ihr  kam,  umarmte  er 
sie  und  ging  dann  zu  seinen  Sachen  zurück.  Er  war  ein  Fremder 
und  sie  eine  Fremde.  Dann  gingen  beide  ihres  Weges. 

IX. 

• 5 Zwei  Männer  gingen  fürbass  und  sahen  eine  Frau,  die  allein  Holz 
sammelte.  Da  sagte  einer  von  den  Männern  zu  seinem  Freunde:  Ich 
kann  diese  Frau  verführen.  Der  andere:  Das  kannst  du  nicht.  Der 
erste:  Doch.  Komm,  wette  mit  mir.  Wenn  ich  sie  verführe,  gieb  mir 
deine  Schwester,  und  wenn  ich  es  nicht  thue,  gebe  ich  dir  meine 
ao  Schwester.  Beide  waren  einverstanden,  und  derjenige,  der  gesagt  hatte: 
Ich  kann  sie  verfuhren,  ging  fort.  Als  er  in  ihre  Nähe  kam,  schrie  er 
ihr  entgegen,  wie  ein  Hengst  wiehert.  Er  war  aber  nackend  und  in  er- 
regtem Zustande.  Die  Frau  rief  nun:  Krankheit  treffe  dich,  Krankheit 
treffe  dich,  und  verflucht  sei  der  Schnurrbart  deines  Erzeugers.  Dann 
»5  schrie  er  sie  nochmals  an,  und  sie  antwortete:  Krankheit  treffe  dich 
und  ein-  bischen  Krankheit  treffe  dich.  Darauf  schrie  er  sie  nochmals 
an,  und  sie  erwiderte:  Ein  bischen  Krankheit  treffe  dich.  Schliesslich 
schrie  er  sie  nochmals  an,  und  nun  schrie  sie  selbst,  wie  eine  Stute 
wiehert.  Kr  ging  auf  sie  zu  und  umarmte  sie.  Dann  kehrte  er  zu 
30  seinem  Freunde  zurück  und  nahm  von  ihm  den  Wettgewinnst. 

X. 

Jemandem  war  ein  Esel  weggekommen,  und  deshalb  ging  er  in 
den  Landschaften  umher,  um  ihn  zu  suchen.  Eines  Tages  kam  er 
in  eine  Ortschaft  und  war  Gast  bei  dem  Ortsschulzen.  Als  sie  zu 
35  Abend  gegessen  und  sich  die  Zeit  vertrieben  hatten  bis  um  3 Uhr, 
gingen  sie  schlafen.  Der  Gast  blieb  im  Gastzimmer,  da  er  auch 
schlafen  wollte,  und  dachte  über  den  Esel  nach.  Nun  zündete  sein 
Wirt  die  Lampe  an  und  fing  an  mit  seiner  Frau  zu  scherzen.  Der 
Besitzer  des  Esels  aber  kuckte  auf  den  Wirt  und  seine  Frau,  und 


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>4 


Beiträge  ;ur  ffimttfc6<n  &prac$wi(Ttnrc$«f<. 


(e)Stanbiil  uaiüf  et  Ondra  uaiüf  Masfejr  rädd  la/efijh  eilt  dä/alfa) 
eltnull  gal  iä  lammt  (e)lhäter  Allah  mä  tflüfji  etil  bäg  elmult  gäj 
läh  hallet  elbarahc  adahhig  bellen  allt/ah. 


XI. 

fiir(e)d  tfähed  lattdah  mara  ni/mara  liiddha  ( landein! ) refig  5 
gälet  tirefigha  agdar  ahallik  tiflal  Nie  uraglt  ielüftk  (i)bleindh  gal 
illui  mit  tigdärtn  gä/el  he/iäfujm  tigt  lilbistän  galjlha  mäthahf 
gälct  liragf/ha  raun  ah  ne  ruh  lilbistän  nehattib  ha  lab  galjdha  rau- 
ne ht  /um man  rähau  gälet  liragf/ha  iä  filän  arid  änt  aslad  l annah le 
uaahatlib  uinte  limm  min  gannäi  ga/_ilha  isladl  lutntnan  fa  ladet  10 
galitjäh  (ä  felän  änt  alltfak  fiir(ejd  nnhed  ilnie  bik  gäl  sidfijg  gälet 
fidfijg  faida  mä  tesaddig  iflad  inte  lannahlc  harn  tlliif  fär(e)d  uäh(d 
linic  Nie  galjlha  ntäjlhälif  lumman  salad  gälet  hnfigha  iä  fllän 
taläl  lumman  iga  gäm  ieuie  biha  galjlha  iä  ffläneänl  alitf  färfejd 
nähfd  ieuie  Mc  gälet  Jäh  mäktt  ahatt  iä  filäti  gäl  änt  gä  lad  aliifah  1 5 
(i)bleint  ga/et  Jäh  iä  felän  mit(e)l  mä  iinfejt  alltfak  inte  hätn  tfl&fni 
galjlha  fidfijg  iä  bin!  lammt  lumman  h alias  refigha  min  ennefiji 
räh  limieänah  u/ti'a  gämet  tegül  lirage/ha  iä  felän  (ejllö(u)n  halmu- 
sihe  galj/ha  änt  tnbahharfejt  bihalhaiu 


XII.  20 

fiir(e)d  ytähfd  bentut  istäd  ugälad  fibnl  u landab  finnäl(a)  läiin 
landab  reftge  sär  landab  fiir(e)d  räi  bi  an  iirid  fidizz  färfeid  färil 
la/a  refigtah  uhua  fo(u)g  essatfejh  ulandah  fär(c)d  fänal(a)  i indel! 
ahljeUtyrme  gäl  et  istäd  lissänal(a)  i<t  fllän  ruh  giljäh  uida  Ugefil- 
täh  lä  tfgiljäh  e/tfo/ed  semal(a)  (i)hcäiet  istädah  uralt  säla  ftä'iga  25 
gäl  et  istäd  hält  gäl  Jäh  essänal(a)  rihfejt  gilt  Jäh  ugäl  agt  ida  iga 
ntttä  igäl  läiin  lala  ha/ke/ätn  ettnäs  mä  (a)laritfau  (e)lgäl  ufejimä 
gäl  läiin  äkti  fär(e)d  sänal(a)  fädtg  etyoled  e/li  dezzäh  gäl  Jäh  (ä 
ahuie  mä  tela/limnl  mal(a)nä  haggeyäb  eilt  gälak  Mit  et  istäd  gäl w 
läh  gälji  rillt  lilhymte  ugiljlha  hal/ilut  tigi  landl  rihfejt  lilhyrme  30 
ugittJUut  ugaletjt  agt  läiin  ida  iga  rag/l  mä  agt. 


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(Trtftfjnfr,  (J1tu6a8yfonif4«  ß«fc$t4t«n  au«  6cm  3>aq.  1 5 

sah  ihnen  auch  zu,  als  er  seine  Frau  umarmte.  Dabei  sagte  der  Wirt 
zu  seiner  Frau:  Ich  sehe  Constantinopel,  und  ich  sehe  London  und 
ich  sehe  Cairo.  Da  rief  ihm  derjenige,  welcher  den  Esel  verloren 
hatte,  zu:  Mein  Oheim,  um  Gottes  willen,  kannst  du  nicht  auch  den 
5 sehen,  der  den  Esel  gestohlen  hat?  Der  andere  entgegnete:  Mit  Freu- 
den, ich  werde  nachkucken,  vielleicht  sehe  ich  ihn. 

XI. 

Jemand  hatte  eine  Frau,  und  die  Frau  hatte  einen  Liebhaber. 
Sie  sagte  zu  ihm:  Ich  kann  dich  es  bei  mir  machen  lassen,  während 
10  mein  Mann  dich  mit  eignen  Augen  sieht.  Er:  Das  kannst  du  nicht. 
Sie:  Komm  heute  in  den  Garten.  Er:  Meinetwegen.  Sie  sagte  darauf 
zu  ihrem  Manne:  Mach  dich  auf,  wir  wollen  in  den  Garten  gehen, 
um  Holz  zu  holen.  Er  meinte:  Mach  dich  auf  Auf  dem  Wege 
sagte  sie  zu  ihrem  Manne:  Du  NN.,  ich  werde  auf  die  Palme  steigen 
15  und  Holz  abschneiden,  und  du  sammle  es  unter  mir.  Er  sagte:  Steige 
herauf.  Als  sie  oben  war,  sagte  sie  zu  ihm:  Du  NN.,  ich  sehe,  wie 
dich  jemand  umarmt.  Er:  Wirklich?  Sie:  Ja,  wirklich.  Und  wenn 
du  es  nicht  glaubst,  steig  du  auf  die  Palme,  und  du  wirst  auch  sehen, 
wie  mich  jemand  umarmt.  Er:  Meinetwegen.  Als  er  oben  war,  rief 
20  sie  ihren  Freund  heran,  und  als  der  bei  ihr  war,  umarmte  er  sie.  Ihr 
Mann  rief  ihr  zu:  Du  NN.,  ich  sehe,  wie  dich  jemand  umarmt.  Sie: 
Es  ist  niemand  da.  Er:  Ich  sehe  ihn  aber  mit  eignen  Augen.  Sie: 
Du  NN.,  wie  ich  dich  sah,  so  siehst  du  mich  auch.  Er:  Ja,  wirklich, 
meine  Base.  Als  ihr  Freund  fertig  war,  ging  er  auf  seinen  Platz  und 
25  sie  sagte  zu  ihrem  Manne:  Was  ist  das  für  eine  Geschichte?  Er:  Ich 
bin  ganz  ausser  mir  über  diese  Sache. 

XII. 

Ein  Baumeister  war  auf  einem  Bau,  wo  er  Lehrlinge  bei  sich 
hatte.  Er  hatte  aber  auch  eine  Geliebte.  Da  fasste  er  einen  Plan, 
30  einen  Boten  zu  der  Geliebten  zu  schicken,  während  er  oben  auf  dem 
Dache  war.  Er  hatte  einen  Lehrling,  der  die  Familie  der  Frau  kannte, 
und  sagte  zu  ihm:  Du  NN.,  geh  hin  und  sag  ihm,  und  wenn  du  ihn 
findest,  so  sag  ihm  nicht.  Der  Junge  hörte  die  Rede  seines  Meisters 
und  ging  fort.  Als  er  zurückkam,  fragte  der  Meister:  Nun?  Der  I.ehr- 
35  Ung  erwiderte:  Ich  ging  und  sagte  es  ihm,  und  er  sagte:  Ich  werde 
kommen,  wenn  er  kommt,  kommt  er  nicht.  Aber  die  Leute  verstan- 
den diese  Worte  nicht,  was  er  gesagt  und  was  er  nicht  gesagt  hatte. 
Nun  war  aber  ein  Lehrling  da,  ein  Freund  des  Jungen,  den  er  ge- 
schickt hatte,  der  sagte  ihm:  Mein  Bruder,  kannst  du  mir  nicht  den 


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i6 


XIII. 

äku  fiir(e)d  reggäl  yehyrmetah  fiirfejd  io(ii)in  Ute  hau  essimee 
iakelitnah  outet  Uragf/ha  (e)leem  qir(e)i  yeräh  lisstig  mäl  essimee 
yistara  fiirfejd  simee  yefäbha  yä  igd  /ehe Iah  yätilaggäh  elqädi  y al- 
bt) Sa  yä/mufti  lieget  tan  befijnäthum  ha/lina  neqeSmar  heida  abu  ssimie  5 
yäne/tal/ih  iedibbha  gal  elqädi  leih  la  {/  es  simee  uälak  aliif  hadi  ^ 
ssimie  meiste  u esnliau  Ja/e/ijh  te/a  te/hum  yegäz  min  ieiddha  yedebbha 
yeräh  limartah  yegdlet Jah  martall  yefijn  essimee  gd/J/Ad  tilaggänl 
elqädi  uä/bäSa  yälmuftl  yegälan  hä  dt  ^ssimie  meiiite  yedebbef  ijthet 
yaifefijt  gälet  qaSmaräk  (ä  bäme  läein  Jandl  erräi  äni  rä'fbe  allen  10 
simee  rähat  lisstig  yiStärat  simee  ya  igat  yä/elaggäha  elqädi  yegaj 
ilha  hädi _ssimee  meiiite  yeht a mfraSSie  yogähhil  yeyalj/jarat  e/riSye 
min  yogählul  uurmizet  (iJbJeinha  uegaletjah  mit  meiiite  (a  qädt 
läein  inte  meiiit  Jaraf  maräm  baeiba  yegaljlba  e ualläh  (ä  bin/ 
gdletjäh  inte  e/iä(u)m  essäJa  bi/yähde  maJfaJzittn  Jandl  galjilha  Ja/a  15 
Jeinl  yätilaggäha  elbäla  yegaljlba  iä  hyrme  hädi^ssimee  meiiite 
galetjah  iä  bäla  essimee  mit  meiiite  läein  inte  meiiit  (a)Jaraf  ma- 
räm/ta  ga/Jl/ta  eya/läh  iä  bin t galetjah  inte  e/iä(n)m  maJfaJzüm 
Jandl  essäJa  bit fthef i)n  ga/J/lut  bybban  yäkiräman  yä/elaggäha^ 
Intuftt  ueget! JUhä  mitfejl  mä  gä/au  rabJah  yeraddet  Jalefijh  mitte)/  20 
mä  yä  ladet  elqädi  yälbäSa  aktin  hg  Hut  essäJa  bitteläte  yegdlj/ha 
bybban  yäkiräman  Ja/a  mä  dmärtl  yeräbat  lehe/ha  yegälet  lirafcctlui 
iä  /bläu  eth  (i)nkitan  uljäk  änl  in  hi  Allah  aJ(a)milha  bi/iitm  läein 
inte  tlruh  bissitg  i/a^ssäJa  bilJarbaJ(a)  yätigl  tedigg  elbäb  yä  inte 
hessdJ  tHruh  hnnaggär  yätehal/ih  (esanyi  sandiig  näbih  ti/et  senadig  25 
yähfd  jJauya  ttäf ä/jar  fofujgah  yattäUt  fäfnjghinn  läein  kill  yähfd 
iatldh  iähid  zilme  yet ’fttlefijn  e/fäfuiganiiät  yähfd  mezrtif  Ja/aj  ä/jar 
yefibah  ltetaJäl  rält  erragil  yesanya  essandüg  yegäbah  ue  igd  yebät- 
tah  bilbofuji  yefär  elmurrib  tiefala  Jf a)  ragil  e/byrme  mitfejl  yd  Jadetäh 
hyrmetäh  ue  särat  essäJa  bilyältede  yä  iga  elqädi  yedegg  elbäb  uefak-  30 
ketjäh  elbäb  yega/etjäh  ah/an  bik  iä  qädijt äsläm  yegaJ Jadetäh 
Jaddä(ti)l(i)me  uegarr  e/byrme  jlrid  hfJal  bi  ha  uegaletjah  iä  qädt 
eite!  tauil  ue'  änl  btdak  Jäd  eh  na  nitJalht  yeJag(u)b  dälik  eilt  tfridah 
ihidiih  gäljlha  eJfaJfh  elJa'sa  galetjah  ballet  e/barake  yegämet  tesubb 
btlJaht  bieeidfijb  särat  essäJa  bi/'ftFlefiJn  ueida  indegget  elbäb  gdj  35 
ilha  elqädi  hädä  minha  galetjah  hä  da  rage/i  ga/J/lul  (e)Slä(ujn 


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(JTlctgncr,  (Jl«u6a6gfomf4<  ßtfäiiSitm  au»  &em  3raq.  *7 

Sinn  der  Antwort  sagen,  die  der  Meister  dir  gesagt  hat?  Der  er- 
widerte: Er  sagte  mir:  Geh  zu  der  Frau  und  sag  ihr,  sie  möge  zu 
mir  kommen.  Ich  ging  zu  der  Frau  und  bestellte  es  ihr,  sie  aber 
entgegnete:  Ich  werde  kommen;  aber  wenn  mein  Mann  kommt,  werde 
5 ich  nicht  kommen. 


XIII. 

ia)  Ein  Mann  und  seine  Frau  hatten  eines  Tages  Appetit  auf  Fische. 
Sie  gab  ihrem  Manne  einige  Piaster,  und  der  ging  auf  den  Fisch- 
markt und  kaufte  einen  Fisch.  Als  er  ihn  nach  Hause  trug,  trafen 
■ ° ihn  der  Kadi,  der  Pascha  und  der  Mufti.  Sie  sprachen  untereinander: 
Wohlan,  wir  wollen  mit  diesem  Manne  einen  Scherz  machen  und  ihn 
veranlassen,  dass  er  den  Fisch  wegwerfe.  Der  Kadi  sagte  also  zu 
dem  Manne  mit  dem  Fische:  Du  da,  wie  ich  sehe,  ist  dieser  Fisch 
tot.  Alle  drei  schrieen  nun  auf  ihn  ein,  bis  er  von  ihm  abliess  und 
• 5 ihn  wegwarf.  ( b)  Als  er  zu  seiner  Frau  kam,  fragte  sie  ihn,  wo  der 
Fisch  wäre,  und  er  musste  antworten:  Der  Kadi,  der  Pascha  und  der 
Mufti  trafen  mich  und  sagten:  Dieser,  dein  Fisch  ist  tot.  Deshalb 
habe  ich  ihn  weggeworfen  und  bin  hierhergekommen.  Sie  meinte 
nun:  Diese  da  haben  sich  mit  dir  einen  Scherz  erlaubt,  du  Eule,  aber 
20  ich  weiss  einen  Rat  Ich  gehe  und  kaufe  einen  Fisch,  (c)  Sie  ging  auf 
den  Markt,  kaufte  einen  Fisch,  und  als  sie  daher  kam,  traf  sie  der 
Kadi  und  sagte  ihr:  Dieser  Fisch  ist  tot.  Sie  hatte  ihr  Gesicht  ver- 
schleiert, lüftete  aber  nun  den  Schleier,  blinzelte  mit  dem  Auge  und 
sagte  ihm:  Er  ist  nicht  tot,  aber  du  bist  tot  Er  verstand  die  Ab- 
35  sicht  ihrer  Worte  und  sagte  ihr:  Bei  Gott,  Mädel.  Sie  antwortete: 
Du  bist  heute  um  I Uhr  bei  mir  eingeladen.  Er  sagte  zu.  (d)  Dann 
traf  sie  der  Pascha  und  sagte  ihr:  Frau,  dieser  Fisch  ist  tot  Sie 
antwortete:  O Pascha,  dieser  Fisch  ist  nicht  tot,  aber  du  bist  tot. 
Er  verstand  ihre  Anspielung  und  sagte:  Bei  Gott,  Mädel.  Sie  ant- 
30  wortete:  Du  bist  heute  um  2 Uhr  bei  mir  eingeladen.  Er  sagte  auch 
erfreut  zu.  Dann  traf  sie  der  Mufti;  der  sprach  zu  ihr  wie  seine 
Freunde,  und  sie  antwortete,  wie  sie  dem  Kadi  und  dem  Pascha  ge- 
antwortet: er  solle  um  3 Uhr  zu  ihr  kommen.  Auch  er  nahm  von 
Herzen  gern  an.  (e)  Sie  ging  dann  nach  Hause  und  sagte  ihrem  Manne: 
35  Du  NN.,  denen,  die  sich  mit  dir  einen  Scherz  erlaubt  haben,  werde 
ich  es  hoffentlich  anstreichen.  Du  geh  nun  auf  den  Markt  bis  um 
4 Uhr,  dann  komme  zurück  und  klopfe  an  die  Thür.  Geh  aber  so- 
fort jetzt  zum  Tischler  und  lass  ihn  einen  grossen  Kasten  machen 
dergestalt,  dass  drei  kleinere  Kästen  in  ihm  stehen,  einer  unten,  der 
40  andere  darüber,  und  der  dritte  über  beiden.  Jeder  muss  einen  Men- 
schen fassen  und  die  beiden  oberen  müssen  Löcher  nach  dem  untern 

Beiträfe  aur  senil.  Sprachwissenschaft.  V.  2 


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>8 


galet^läh  ginn  adumntak  bissattdüg  uehua  näzil(a)  g>mi  i( a)  hitdit- 
tua/t  uebäqt  lalefi/h  fiir(t)d  fiflt  b ttä/ibäs  ljefakkct  essanditg  uehättet 
elqädi  bih  nugfcUtha  Sale;  ijh  räliat  uefakket  elbäb  lilbäla  uehadda- 
retäh  (h) lumman  inhadar  tteläfha  ihtell  lag/ah  negabitäh  uegaliadetäh 
laddo(tt)l?me  galttd  ttega/^tlha  talä/i  ga/it^läh  iit  bäla  tcd?(a)ua  5 
diel  tatjil  irml  hudinnak  bissel/e  uenitlalla  uebal(a)d  dä/ik  eilt  teri- 
da/t  hü d bidak  gal^il/ut  elglt  ellala  ginnet  //gib  ellala  bilhite  säla 
tja  ida  elbitb  indegget  gat^i/ha  min/tit  eilt  degg  elbäb  gä/et  rafcfit 
galj/ha  ttefijn  tldummint  (i)  gütttjläh  bissanditg  fa  ahadetäh  ttefakket 
essanditg  nehättetah  bi/hinte  e/fitnie  ungfaletha  lall;  tjh  rilltat  hf  ähar  >° 
tjesauuet  bih  mit'ejl  r ab  Iah  tjefakket  el/jäue  ettii/ite  lalc(i)h  ttinhadar 
ragf/ha  tjega/_il/ia  jit  hyrttte  ä nt  arttlt  agcddt  min  esfubfajh  Iil- 
mttrrib  tja  int t hatte  sattditg  lattdie  gä/et  laläd  (eJSlifujn  ja  fr/än 
ga/_ilhtt  bitler  bntiui  essanditg  ab! Iah  gälet  mit  äntih  gal_i//ta  etgittn 
akessirah  bihattntije  ga/it^lah  (ejlhaddak  (kl  ginn  erratet  ncdarab  es-  15 
sanditg  bi/lasa  ha  dl  Utk  eilt  bissanditg  ginnau  jezarribim  ttiiiilnthin 
nihed  lalaj ähar  yebaqau  lala  ha/häle  min  essäla  btf  arbal(a)  lif- 
SubfaJ/t  lumman  asbah  essub{a)/t  gab  hammäl  tieiäl  cj sanditg  listig 
hereg  ttegämau  jeflhitn  bih  htm  man  uojal  hum  sin  qrätt  bä  loh  lata 
abit  h am  sin  qrätt  negitl  eilt  ah  ad  lilbälah  hassanditg  mä^Jäh  niiftäh  20 
(I)  gal  Jäh  hadennt  mifatihäh  htm  man  ginn  jefukk  essanditg  e££autjäni 
laut  illitf  bih  elqädi  tjätn  flaunah  bi/herjän  gä/Jah  litthi  hädi  (ä 
qädi^t aslättt  gal J ah  istir  laleiia  Al/äh  jistir  lalefijk  öntäh  labith 
uegäljah  inhizim  lehilak  gabtjtna  teiüfak  enttäs  uät ahar  ki'dähk 
ijat ithar  haut  keda/ik  lumman  hezzemhum  ki/l/ntm  'ahad  essanditg  25 
lehi Uih  tteräh  (m)  balfajd  dä/ik  ingiin  tau  elqädi  uä/bäSa  uähnufti  gälau 
hädi  jhyrtnc  (ijnkitet  uijäna  läcin  ( e)llh(tt)n  errät  gälau  ehna  ki/lmen 
icrtt/t  /ehe lall  tteji/bes  ( e)zuc( i)nt  mäl  haramiie  tjcnesti  la!e(i)hum  tte- 
nidbälihinn  e/tnara  neragilha  ittifqau  lata  harräi  uesärat  essäla  bih 
hatnse  min  eitel  uerältatt  Iaht  häfitji/tum  ttegämau  jesattuitn  bäg(e)r  bih  30 
ihianj tjbgeröh  hassatt  bihutn  ui/zimet  elmara  far(c)d  miss  (n)  tje’ah- 
dar  räsah  elmuftt  mm  cl/nigfejr  lumman  talal(a)  räsa/t  jemm  elhyrme 
lizemet  halrnah  uegassetah  biltnits  riidd  hrablah  ttega/J/htnn  (ä 
rabli  hatli/e  mlsattttin  lir(e)s  uclkit(e)r  rilta  altetnm  iandhum  tjin- 
häditr  elbäla  uegasset  idänah  etfte(i)nhinn  tterädd  Hrablah  negaljih  35 
hum  jä  rabli  inseddet  idäni  min  hyss  ehnaza  jq  nättäb(c)/  uäsfirtinii 
(0)  gitl  elqädi  änl  ätthader  la/a  rig/eija  uiiabqa  bilir(e)s  hi_ni(ujbe 
lumman  inhadar  hie  mm  ( ijhzämiih  lizemet  leirah  tte/thsauijHh  t/egas- 
Sit/nnn  fatitdd  hrablah  yega IJUhttm  kill  ha/iir(e)s  lituhitri  yerähau 
lehilhum  ttesseläm  /lädt  ulket  ennistjän.  4° 


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(nUigntr,  (Ucu6a8yfomr<£t  0tfc6ic$<<n  au*  bcm  Jtaq.  ig 

haben,  (f)  Bring  ihn  her  und  nun  los!  Der  Mann  ging  fort,  liess  den 
Kasten  machen,  brachte  ihn  her,  und  man  stellte  ihn  in  den  Hof. 
Als  es  Abend  war,  verliess  der  Mann  seine  Frau , wie  sie  es  ange- 
ordnet hatte.  Um  1 Uhr  klopfte  der  Kadi  an  der  Thür,  sie  öffnete 
5 ihm  und  begrüsste  ihn:  Willkommen,  du  Richter  des  Islams.  Sie 
liess  ihn  sich  auf  das  Polster  setzen,  er  aber  zog  die  Frau  an  sich 
und  wollte  es  mit  ihr  machen.  Sie  sagte:  Die  Nacht  ist  lang,  und 
ich  bin  in  deiner  Hand.  Nun  wollen  wir  zu  Abend  essen,  und  darauf 
nimm,  was  du  willst,  (g)  Er  riet  ihr,  sich  mit  dem  Abendbrot  zu  be- 
10  eilen,  und  sie  versprach  es.  Sie  that  zum  Schein  so,  als  ob  sie  sich 
mit  dem  Abendbrote  beschäftigte,  bis  es  2 Uhr  wurde.  Da  wurde 
an  der  Thüre  geklopft,  und  der  Kadi  fragte:  Wer  ist  das?  Sie:  Das 
ist  mein  Mann.  Er:  Was  thun?  Sie:  Ich  werde  dich  in  der  Kiste 
verstecken.  Er  legte  alle  seine  Kleider  ab,  dass  er  nur  das  Hemd 
1 5 und  die  Unterhosen  anbehielt,  sie  aber  öffnete  den  Kasten,  steckte  den 
Kadi  hinein  und  schloss  hinter  ihm  ab.  Dann  ging  sie,  die  Thür  dem 
Wali  zu  öffnen,  und  liess  ihn  eintreten.  (hi  Als  das  geschehen  war,  und 
er  sie  sah,  wurde  er  ganz  verwirrt.  Sie  brachte  ihn  in  das  Zimmer 
und  liess  ihn  sich  auf  das  Polster  setzen.  Dort  sitzend  sagte  er  dann 
jo  zu  ihr:  Komm  her.  Sie:  O Pascha,  warum  denn?  Die  Nacht  ist  lang. 
Lege  deine  Kleider  in  den  Korb,  und  dann  wollen  wir  erst  zu  Abend 
essen.  Dann  ist  alles,  was  du  wünschst,  zu  deiner  Verfügung.  Er  bat 
sie,  sich  mit  dem  Abendessen  zu  beeilen,  und  sie  that  nun  so,  als 
ob  sie  das  Abendbrot  brächte.  Da  wurde  plötzlich  an  der  Thür 
25  geklopft.  Er:  Wer  klopft  an  der  Thür?  Sie:  Mein  Mann.  Er:  Wo 
kannst  du  mich  verstecken?  (i)  Sie:  In  dem  Kasten.  Sie  nahm  ihn, 
öffnete  den  Kasten,  steckte  ihn  in  die  zweite  Reihe  und  verschloss 
ihn  hinter  ihm.  Dann  ging  sie  zu  dem  letzten  Manne  und  verfuhr 
mit  ihm  wie  mit  seinen  Kameraden  und  öffnete  ihm  die  dritte  Reihe. 
3°  Nun  kam  ihr  Mann  herein  und  sagte:  Weib,  ich  gehe  von  Morgen 
bis  Abends  betteln,  und  du  stellst  einen  Kasten  bei  dir  hin?  Sie: 
Nun,  was  soll  das  heissen,  du  NN.?  F.r:  Morgen  gieb  mir  den  Kasten, 
ich  werde  ihn  verkaufen.  Sie:  Nein,  ich  gebe  ihn  nicht.  Er:  So  zer- 
schlage ich  ihn  mit  diesem  Maulbeerstock.  Sie:  Was  fallt  dir  ein? 
35  (kl  Der  Mann  fing  an,  den  Kasten  mit  dem  Stocke  zu  schlagen;  die 
drinnen  aber  besudelten  (vor  Angst)  einer  den  andern.  In  dieser 
Verfassung  blieben  sie  von  4 Uhr  bis  zum  Morgen,  dann  aber  holte 
der  Mann  einen  Lastträger,  der  den  Kasten  nach  dem  Auktionsmarkt 
brachte.  Man  schrie  um  ihn  herum,  und  als  er  50  Kran  brachte, 
4°  verkaufte  man  ihm  dem  letzten  Bieter.  Der  Käufer  fragte  den  Ver- 
käufer: Hat  dieser  Kasten  keinen  Schlüssel?  (I)  Darauf  gab  er  ihm  die 
Schlüssel,  und  als  er  den  untersten  Kasten  öffnete,  siehe,  da  erschauteer 
drinnen  den  Kadi,  mitUnrat  beschmutzt.  Erfragte:  Was  ist  das,  Richter 


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20 


®«i(räg<  ;ur  fjmilifcStn  j&pra<$ivtff(nf4of(. 


XIV. 

(a)  cän  äku  fär(e)d  yähed  iandah  yo/cd  ubint  iäfuhn  min  et ifinn 
gäm  icmut  yoffa  ibnäh  bi' an  amyäli  Hak  uif i/jtak  mät  lumtnan  mätabu _ 
htolcd  uilbint  gäm  fiirab  elyoled  iarag  lumman  gäm  i ilrab  iarag 
läcin  i/jtäk  letir  liclye  iä(ii)m  igtf  sakra  n ufä'itiata  ihtäh  ufäiäl  biha  5 
lumman  afba/i  esfubfajb  laf  ihtäh  miisahhame  bishätn  astfad  gal^Hha 
ia  ihH  elib(u)m  tii  (e)msahhame  galet^hih  inte  elbarfha  faiä/fe)t  biie 
ninte  sakrän  gal^Hhä  fid(i)g  galet^läh  fidfijg  (b)  gäm  uahad  siccine 
udarab  ucfsii/t  umät  ginnet  elbint  (i)bfäret  lahiiha  gab(e)r  uudfenetäh 
bitbö(u)S  utemmet  eitel  yunnc/iär  tibci  fatemmet  ntudde  iala  halbäle  io 
fo(u)m  min  et  iiäm  iä/et  ncf(e)sha  yä'ida  fä'ire  bib/e  iyddet  iihurha 
litisiatjiihur  gäbet  fär(c)d  ytoled  ginnet  uiagget  bot(e)n  e/yoled  udeb- 
bitä/t  iala^lmisbele  utemmet  tibci  iala  gab(e)r  aluiha  (c)  läcin  e/yo/ed 
lumman  debbitäk  ia/a^lmisbc/e  äku  fär(e)d  battäb  kill  iö(u)m  icru/i 
{ cbattib  bat  ab  nii’biia/i  hadäk  elpYu/m  cän  /crid  f er  uh  lilbatab  Ufa-  15 


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QTWtgntr,  (TUuSaSpfomCcfSe  <f?tfc$idSfen  au»  6cm  3ra<|.  21 

des  Islams?  Er  antwortete:  Bedecke  mich,  so  wird  Gott  dich  be- 
decken. Er  gab  ihm  also  seine  Abaje  und  sagte:  Mach,  dass  du 
nach  Hause  kommst,  bevor  dich  die  Leute  sehen.  Mit  den  beiden 
anderen  passierte  dieselbe  Geschichte.  Als  er  alle  hatte  entwischen 
5 lassen,  nahm  er  die  Kiste  nach  Hause,  (m)  Später  versammelten  sich 
der  Kadi,  der  Pascha  und  der  Mufti  und  sagten:  Diese  Frau  hat  uns 
einen  Streich  gespielt  Was  thun?  Sie  kamen  überein,  sie  wollten 
nach  Hause  gehen,  dort  ein  Räuberhemd  anziehen  und  dann  jene 
überfallen  und  die  Frau  samt  dem  Manne  abschlachten.  Auf  diesen 
io  Plan  einigten  sie  sich.  Um  5 Uhr  nachts  zogen  sie  nach  ihrem  Hause 
und  begannen  ein  Loch  zu  machen;  bis  sie  es  fertig  hatten,  merkten 
die  drinnen  es  aber,  und  die  Frau  nahm  ein  Rasiermesser,  (n)  Als  der 
Mufti  seinen  Kopf  hereinsteckte,  ergriff  die  Frau,  sobald  sein  Kopf 
neben  ihr  erschien,  seine  Nase  und  schnitt  sie  mit  dem  Rasiermesser 
15  ab.  Der  kehrte  nun  zu  seinen  Kameraden  zurück  und  sagte  ihnen: 
Kameraden,  jene  feiern  dort  eine  Hochzeit,  und  wieviel  Wohlgerüche 
rieche  ich  noch  von  ihnen.  Dann  ging  der  Pascha  hinein;  dem  schnitt 
sie  beide  Ohren  ab.  Der  kehrte  nun  zu  seinen  Kameraden  zurück 
und  sagte  ihnen:  Kameraden,  meine  Ohren  sind  ganz  voll  von  den 
20  Tönen  der  Musikinstrumente,  der  Pauke  und  der  Flöte.  (0)  Der  Kadi 
sagte:  Ich  gehe  mit  den  Füssen  zuerst  hinein,  und  werde  diesmal  auf 
der  Hochzeit  bleiben.  Als  er  bis  zu  seinem  Gürtel  drin  war,  ergriff 
sie  sein  Glied  und  seine  Hoden  und  schnitt  sie  ab.  Dann  kehrte  er 
zu  seinen  Kameraden  zurück  und  sagte  ihnen:  Die  ganze  Hochzeit 
25  fand  nur  meiner  Beschneidung  wegen  statt.  Darauf  gingen  sie  nach 
Hause.  Das  sind  Weiberstreiche. 

XIV. 

IS)  Jemand  hatte  einen  Sohn  und  eine  Tochter.  Eines  Tages  legte 
er  sich  hin  und  starb,  seinem  Sohn  aber  legte  er  ans  Herz,  dass  sein 
3°  Vermögen  ihm  und  seiner  Schwester  gemeinsam  gehören  sollte.  Nach 
seines  Vaters  Tode  fing  der  Sohn  zu  trinken  an,  und  als  er  einmal 
betrunken  heimkam,  ging  er  zu  seiner  Schwester,  die  sehr  schön  war, 
und  umarmte  sie.  Am  Morgen  sah  er,  dass  seine  Schwester  sich  mit 
Kuss  geschwärzt  hatte  und  fragte  sie:  Weshalb  hast  du  dein  Gesicht 
3;  geschwärzt?  Sie:  Gestern  hast  du,  als  du  betrunken  warst,  es  mir 
gemacht  Er:  Wirklich?  Sie:  Wirklich,  (b'  Da  nahm  er  ein  Messer  und 
tötete  sich  selbst.  Darauf  grub  das  Mädchen  eine  Grube  und  be- 
erdigte ihn  im  Hofe  und  weinte  Tag  und  Nacht.  So  blieb  es  eine 
Weile,  eines  Tages  aber  bemerkte  sie,  dass  sie  schwanger  sei.  Nach 
40  neun  Monaten  gebar  sie  einen  Knaben.  Sie  schnitt  seinen  Bauch  auf 
und  warf  ihn  auf  den  Misthaufen ; sie  aber  weinte  weiter  auf  dem  Grabe 


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22 


IJßttträgt  jur 


lal(ti)  libüb  e/'u/ii/a  udahhag  lataJhnisbeU  nläf  fiir(e)d  zalfajlüt  iibet 
falülah  urädd  llhcläh  luinman  rädd  lehe/äh  gübäh  lihyrmetah  uiüfau 
botnah  meigtige  ra/iau  li/hakim  ulüfah  elhakim  uhaiiet  bo/nah  uhatt _ 
illut  du  a utaijebah  ugümet  hyrmet  el halt  üb  tirdalah  lumman  für 
sil(i)me  lücin  lala  leinah  für  elhattüb  iitir  fühib  amuül  (d)  lumman  für  5 
sil(i)me  ubelar  gal  li/ha{tüb  iü  abü(e  ünt  äridli  mara  güllah  {ü 
uoledt  mü  _ihülif  güman  iedauuerünßah  lala  mara  lumman  igau 
lala^lhyrmt  eilt  hl  a utntnah  ugalü  lha  fhna  läddna  uoled  uneridic 
i/äh  mara gület  müjtfyülif fd ahadoha  i/äh  lumman  füt  la/ef ijha  utfgü- 
mal(a)  ul/üha  unüm  bilicl  uht  a gülade  uhit’a  (e)msallah  und  im  lüfet  >o 
botnah  ua  ida  meigtige  (a)larufetäh  bi' an  hüda  uo/edha  gümet  utfsahha- 
met  ugümet  tibcl  liffub(a)h  (8)  galad  elyoled  gäljlha  tel  tib'cin  gület 
äbcl  lala  kitbet  Al/üh  galJUhet  fei  gä/etßäh  bissa/ife  min  auuclha  lila- 
liha  fdahad  essiccine  udarab  nefsäh  umat  lumman  müt  (i)hfarct ßäh 
gab(e)r  intim  gab(e)r  abith  yudfiuctäh  ugümet  tibei  lala  (ejtfle(i)nhum  15 
iü(u)m  min  eliiüm  ennibl  (e)Mhammed  falayüt  Al/üh  lale(i)h  biltcl 
talal(a)  iimü  bittebdil  sfinai(a)  e/hyrme  tibci  farüh  lale(i)ha  yen- 
ledhä  min  sfbeb  becilut  usölefetßäh  clgadiie  min  auuclha  lita/iha 
faharram  ennebt  eliarag  min  hadük  eliofn  im  utelil  utis/em  yessa/üm. 


XV.  20 

(aj  fär(e)d  yühfd  melik  ahyülah  z(i)ene  yasür  faqir  yegüm  iiglid 
bilgahütfi  ktllmen  iißl  iintih  iefij  iiiteri  amtna  /jubfeja  uü'amma  ielär- 
ribäh  cüi  iibqa  litmurrib  yaifbüg  hafira  min  elgahue  yüi?bil(a)ha 
bi'arbal(a)  quriel  yeiiltcn  lihyrmetah  laia  baqä  lala  ha/hü/e  mudde 
(b)  gümet  hynnctäh  geltet _liih  he/iofujm  lü  tlruh  tilg  ahne  hi  e rühat  25 
(u)tlübet  (u)hdüm  min  ennüs  eilt  ia  1( ajrej  linhum  uerühat  lilhatnüm 
uu/biset  e/hndüm  yefürat  he/ye  ya rühat  lissüg  uefütet  min  iemm  ßir(e)d 
yoled  qübil  min  ettuggür  uegalßlha  elyoled  liblüzlmic  (ä  hyrme  mü 
räddet  la/ef i)h  geyüb  /dein  sauyet  alüra  biluiunha  li/yoled  yämilet  bis- 
siig  (e)iyeiie  (c)  yeräddct  lale/ijh  lumman  räddet  la/efijh  güm  elyoled  30 


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23 


Qtl<if$n<r,  (p«u6a6jfonirc®t  <0tfc$i41ltw  aus  itm  3rail- 

ihres  Bruders,  (c)  Als  sie  das  Kind  auf  den  Misthaufen  geworfen,  kam 
ein  Holzsammler,  der  täglich  Holz  sammelte  und  es  verkaufte,  aus 
dem  Thore  der  Ortschaft,  um  nach  Holz  auszugehen,  und  sah  den 
Misthaufen  und  darauf  das  weinende  Kind.  Er  nahm  es  und  brachte 
5 es  nach  Hause.  Dort  gab  er  es  seiner  Frau,  und  nun  sahen  sie,  dass 
sein  Bauch  aufgeschnitten  war.  Sie  gingen  nun  zum  Arzt;  der  unter- 
suchte ihn,  nähte  den  Bauch  zusammen,  legte  Medizin  auf  und  machte 
ihn  gesund.  Die  Frau  des  Holzsammlers  nährte  ihn,  bis  er  gross 
wurde.  Der  Holzsammler  aber  wurde  um  seinetwillen  sehr  wohl- 
10  habend,  (d)  Als  der  Knabe  erwachsen  war,  sagte  er  zum  Holzsammler: 
Vater,  ich  will  eine  Frau  haben.  Er  war  damit  einverstanden,  und 
sie  suchten  nun  eine  Frau  für  ihn;  als  sie  zu  jener  Frau  kamen,  die 
seine  Mutter  war,  sagten  sie  zu  ihr:  Wir  haben  einen  Sohn  und  wollen 
dich  für  ihn  als  Frau.  Sie  war  damit  einverstanden,  und  sie  nahmen 
15  sie  für  ihn.  Als  er  zu  ihr  eingegangen  war  und  sich  mit  ihr  begat- 
tete und  dann  in  der  Nacht  einschlief,  während  sie  wach  war,  sah  sie, 
wie  er  unbedeckt  schlief,  dass  sein  Bauch  aufgeschnitten  gewesen 
war,  und  so  erkannte  sie,  dass  es  ihr  Kind  war.  Da  schwärzte  sie 
sich  und  weinte  bis  zum  Morgen,  (e)  Als  der  junge  Mann  aufstand, 
20  sagte  er:  Weshalb  weinst  du?  Sie  meinte:  Ich  weine  wegen  der  Be- 
stimmung Gottes.  Auf  seine  Frage  nach  den  näheren  Gründen  er- 
zählte sie  ihm  die  ganze  Geschichte  von  Anfang  bis  zu  Ende.  Da 
nahm  er  ein  Messer  und  tötete  sich  selbst.  Nach  seinem  Tode  grub 
sie  ihm  ein  Grab  neben  dem  Grabe  seines  Vaters  und  beerdigte  ihn. 
*5  Dann  weinte  sie  um  beide.  Einstmals  ging  der  Prophet  Mohammed 
zur  Nacht  in  Verkleidung  aus  und  hörte  die  Frau  weinen.  Elr  ging 
deshalb  zu  ihr  und  fragte  sie  nach  dem  Grunde  ihres  Weinens.  Da- 
rauf erzählte  sie  ihm  die  Geschichte  von  Anfang  bis  zu  Ende.  Des- 
halb verbot  der  Prophet  den  Arak  von  diesem  Tage  an.  Du  aber 
30  lebe  und  bleib  gesund.  Adieu. 


XV. 

(ai  F.in  König,  dessen  Verhältnisse  gut  gewesen  waren,  wurde  arm 
und  sass  nun  in  den  Cafes.  Jeder  Ankömmling  gab  ihm  etwas,  in- 
dem er  ihm  Brot  kaufte  oder  Thee  zu  trinken  gab.  Dort  blieb  er 
35  bis  Sonnenuntergang  und  stahl  dann  eine  Binsenmatte  aus  dem  Cafe, 
um  sie  für  vier  Piaster  zu  verkaufen  und  für  seine  Frau  Abendbrot 
zu  kaufen.  So  blieb  es  eine  Zeit  lang,  (b)  Eines  Tages  sagte  seine  Frau 
zu  ihm:  Heute  geh  nicht  ins  Cafe.  Sie  ging  aus  und  bettelte  sich 
Kleider  von  Leuten,  die  sie  kannten.  Dann  ging  sie  ins  Bad,  zog 
*°  die  Kleider  an  und  wurde  schön.  Darauf  ging  sie  auf  den  Markt 
und  kam  bei  einem  schönen,  jungen  Kaufmanne  vorbei.  Der  sagte 


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24 


i<5<  jut  ftpra£$»tfftnfc$af(. 


uegafoUha  tlfaddall  (ä  forme  mä  riiddct  iale(i)h  yäfätet  bissttg  uela- 
get/ut  forme  (ijbdaiie  bin t le(i)h  läcin  müqannaia  biddeheb  yälhudum 
elfähire  min  e/(i)briscm  lurnman  Safetha  (i)lzemetha  min  id/ut  uega- 
tetUha  änt  iandl  halyoled  yehättef ijt  halt  yemält  yesauyefijtäh  tägir 
hetan  lä’ (fii  yemutlailiq  bil  ye  hur  bau  lad  arid  min  AUäh  umin  5 
iandii  Umhin  yi(äi  lalefijh  bellen  (foir  ke(i)fah  z(i)en  (i)dumman  se- 
mdlet  elbint  ha/hdet  rähat  yljfiha  yäugüfet  ytiä/ut  (u)gbälah  lu  e 
ui/bint  bal(a)d  dä/ik  haltet  elbint  yäglfe  yerähat  li/yoled  uegalltlah 
änt  hatte  hält  yemält  la/a  halbint  ah'tf  min  läfltak  färat  läilqe  bik 
iäd  läzitn  tlruh  ul;äi  iale(i)ha  bellen  tlfir  zfijene  lurnman  semaifa)  10 
elyoled  ha/hall  gäm  ye/ibes  flmila  hiidümah  e/fahlra  yeiät  (ejflüs 
letire  tjehätt  (i)bge(i)bäh  yegädet  e/’etäefiin  yerähat  libäb  dikkän 
f abbür  uegdlltfoäh  fhna  (u)trül  zuyuär  tiämä  nalfajrif  ahad  nlrid 
min  landab  fär(e)d  (e)mcei(in  eilt  niglid  änt  ye’au/ädt  bih  yegalfolha 
esfabbär(ä  ihtt  hadil  e/hifre  ruht  iglidt  bihet  int I ye’ du/ädil  (e)  bai(a)d  15 
dälik  inhidrau  ette/äte  yifelddau  bi/hifre  yegälet  lilbint  elhyrme  irtnt 
hüdümie  yäffire  hattet  lä  iitkesseren  yegälet  lilyolcd  haut  trml  It/tdü- 
mak  uesälatak  yäfläsak  yur/iget  bäb  e/hifre  iale(i)hum  ue  ahadet 
glmil(a)  rarädhum  yerähat  yöutet  tifsabbär  megidt  yegalefo/dh  Uteri 
min  elmcgidl  ra((üg  yälbaqi(e  ihidha  Hak  kerue  min  taraf  elhigre  20 
ye’ änt  ilt  läzim  rä'ihe  lissäg  äsauyl  farfcjd  lur(e)l  agdih  ue  a ft  ye- 
rähat yemarrat  iaddikkän  mät  ettägir  yä’a/jädet  gemii(a)  mä  biffan- 
düg  min  elfülüs  uafufde  yedeheb  rah(e)n  iand  ettägir  ye  ahadet  ntin 
ettyä’ig  elfähire  ueräddlthinn  liragflha  lilhäfujl  mä/hum  (I)  ueräddet 
laffabbär  yeliget  fänai(a)_ffabbär  (ingul  möi  yegälet  Jäh  istädak  ta-  25 
tai(a)  afrär  lasker  yäuussani  bi  an  llkesstr  elhubüb  mal  ennil  uäte- 
fellii  etbäb  mal  eddikkän  ueräddet  lehe/htl  sä!a  ifa^fsabbär  ueliga w 
ffä nalfa)  iffellii  bi/bäb  yugkessir  g'mi V a)J hubüb  mäl  ennil  lurnman 
iäfah  gäm  (iltem  lala  räsah  yegäl  lissänal(a)  yäläk  tei  gätjäh  iget 
forme  la/eifo  yegälet  yufsäni  istädak  bi’ an  hua  afrär  yä/aziminäh  3° 
el lasker  yegäl  läzim  tfgulin  lissänal(a)  ( Ikessir  elhubüb  mäl  ennil 
yä(ife/lii  eddikkän  ye’ änt  bimügib  amrak  sauyl(i)/  ig)  yebal(a)d  dä/ik 
essabbär  inliddär  laibint  uäluoled  uegetljilhum  uefi)n  ummkum  gätlau 
lissabbär  hädi  mä  hi ä urumna  ahadet  rarädtta  yerähat  lag(n)b  dä/ik 
gärrhum  essabbär  etfte(i)nhum  yeta/lal(a)hum  bissttg  uerähau  (Idau-  35 
yerün  lalhyrme  eilt  a/jädet  rarädhum  elhyrme  gäliide  yeiafethum 
(im tun  etüefijnhum  inhddaret  latefijhum  min  füfujg  essatjrjh  yciäfha 
elyo/ed  uelettemha  yäht  a Jhyrme  lettimetäh  yegäl foHui  ye(i)n  rarädna 
gälet  mä  iattdi  rarätfak  gäfoilha  landie  galitjläh  imli  li/qädi  (h)  ye- 
rähau  lilqädi  lurnman  igau  libe( i)täh  hal/ethum  uaglfin  bi/bäb  uänhd-  40 
daret  elhyrme  libe(i)t  elqädi  yeliget  Iand  elqädi  uul(e)d  etHefiJn  yöntet 
li’auläd  elqädi  kill  yähed  fera  yosliddau  (irkudun  li’abühnm  elqädi 
yegälau  li’abühum  (äbeh  hädi  iammetna  dntltna  fi/ltis  timen  ge- 


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(jtljtfjnir,  Qliu6n6ffcmfcii<  «B.Tdjußlm  aus  itm  Jtaq.  25 

ihr.  Was  brauchst  du,  o Frau?  Sie  antwortete  ihm  nicht,  gab  ihm 
aber  mit  den  Augen  ein  Zeichen  und  ging  dann  ein  bischen  auf 
den  Markt,  (c)  Später  kehrte  sie  zu  dem  jungen  Manne  zurück,  der  ihr 
zurief:  Bitte  schön,  o Frau.  Sie  antwortete  ihm  nicht  und  ging  vor- 
5 über  nach  dem  Markte.  Dort  begegnete  ihr  eine  Beduinenfrau,  die 
Tochter  eines  Scheichs,  die  mit  goldenen  Sachen  behängen  war  und 
schöne  Kleider  von  Seide  anhatte.  Als  sie  sie  sah,  fasste  sie  sie  bei 
der  Hand  und  sagte  ihr:  Ich  habe  diesen  Sohn,  auf  den  ich  alle  Mühe 
und  Geld  verwendet  habe,  um  ihn  Kaufmann  werden  zu  lassen.  Jetzt 
10  sah  er  dich  und  hat  sich  in  dich  verliebt  und  ist  ganz  zu  Grunde 
gerichtet  Nunmehr  wünsche  ich  von  Gott  und  dir,  dass  du  mit  mir 
zu  ihm  gehst;  vielleicht  wird  sein  Befinden  besser,  (d)  Als  das  Mädchen 
diese  Geschichte  gehört  hatte,  ging  sie  mit  ihr,  und  beide  stellten 
sich  ihm  gegenüber  hin.  Die  Frau  Hess  dann  das  Mädchen  stehen, 
<5  ging  zu  dem  jungen  Manne  und  sagte  ihm:  Ich  habe  alle  meine 
Mühe  und  Geld  auf  dieses  Mädchen  verwendet,  aber  wie  ich  sehe, 
hat  sie  sich,  nachdem  sie  dich  geschaut,  in  dich  verliebt  Nunmehr 
musst  du  mit  mir  zu  ihr  gehen,  vielleicht  geht  es  ihr  besser.  Als  der 
junge  Mann  diese  Geschichte  gehört  hatte,  zog  er  alle  seine  besten 
20  Kleider  an,  nahm  viel  Geld  mit  und  steckte  es  in  seine  Tasche.  Sie 
leitete  nun  die  beiden  und  ging  zur  Thür  eines  Färberladens,  wo  sie 
zu  dem  Färber  sagte:  Wir  sind  Fremde,  Pilger,  und  kennen  hier 
niemand.  W’ir  wollen  von  dir  ein  Plätzchen,  wo  wir,  ich  und  meine 
Kinder,  uns  hinsetzen  können.  Der  Färber  antwortete:  Meine  Schwester, 
*5  geh  in  diese  Stube  und  setz  dich  mit  deinen  Kindern  hin.  (e)  Dann 
traten  die  drei  ein  und  setzten  sich  ins  Zimmer.  Die  Frau  sagte  zu 
dem  Mädchen:  Leg  deine  Kleider  und  deinen  Schmuck  ab,  dass  er 
nicht  zerbreche.  Zu  dem  jungen  Manne  sagte  sie:  Leg  auch  du  deine 
Kleider,  deine  Uhr  und  dein  Geld  ab.  Dann  verschloss  sie  die  Zimmer- 
30  thur  vor  ihnen,  nahm  alle  ihre  Sachen  und  ging  fort.  Dem  Färber 
gab  sie  einen  Medjidi,  indem  sie  ihm  sagte:  Kaufe  von  dem  Medjidi 
Frühstück  und  den  Rest  behalt  für  dich  als  Miete  für  das  Zimmer. 
Ich  muss  auf  den  Markt  gehen,  ein  Geschäft  zu  besorgen.  Wenn  ich 
es  erledigt  habe,  werde  ich  wiederkommen.  Sie  ging  fort,  und  als 
35  sie  an  dem  Laden  des  Kaufmanns  vorbeikam,  nahm  sie  alles  Geld 
aus  der  Kasse,  Silber  und  Gold,  das  als  Pfand  bei  dem  Kaufmann 
sich  befand,  ferner  nahm  sie  die  feinsten  Stoffe  und  brachte  alles 
ihrem  Manne  nach  Hause,  (f)  Dann  ging  sie  zu  dem  Färber  zurück 
und  fand  den  Lehrling  Wasser  tragend  vor.  Sie  sagte  ihm:  Dein  Meister 
40  »st  von  den  Soldaten  desertiert.  Er  hat  mir  aufgetragen,  du  sollst 
die  Bottiche  mit  dem  Indigo  zerschlagen  und  die  Thür  des  Ladens 
zerhauen.  Nun  ging  sie  nach  Hause.  Dann  aber  kam  der  Färber 
an  und  fand  den  Lehrling  vor,  wie  er  die  Thür  zerstörte  und  alle 


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26 


Qßtiträgc  ;ur  ffmitifcScn  @ pracBirtITf nfcßoft. 


ttagil  yebaifajd  dälik  gälet  hlbauuäb  änt  arid  muyügehat  e/qädt  räb 
e/bauuäb  lilqädt  uegäl  _lab  hädi  Jbyrme  terid  muyagihtak  ua  iga^/qädi 
lilhyrme  tiegälet  landt  uo/cd  ubint  arid  abii(a)hum  killtiul  abilfajhum 
iala  tjähfd  mb  iir/tamün  ntiä/tnm  läd  an:  gib(e)thum  ligfnäbak  ineän 
tirham  ntiäi  batta  abilfajhum  lälefijk  (i)  uälumman  semal(a)  elqadi  5 
hathaci  tnäiig  min  elbäb  uetäfhum  sfijenin  ueqabelhum  min  elhyrme 
tjeläl  sittin  fern  uontyt  lilhyrme  timen  et auläd  uegä/et  lilqädt  änt 
ummhum  ida  ridfejt  atlal(a)  bihiidüml  hadennt  ialfajrlfünt  uama 
lirdün  iigün  landab  inan  ätnir  ialbaram  iegibün  hiidüm  min  Jand- 
ln m batta  atlal(a)  uama  ielfajrtfünl  tjädiss  elJabde  udäi  tegib  hiidüm  10 
martak  öntä/ut  hudüm  mart^e/qadt  uedezzau  elJabde  uiiä/ta  (kl  uegälet 
UlJabde  tagirkum  eilt  tahedün  minnäh  elhudüm  aiiäha  ga/etilha 
malfajläntt  häila  tagirna  marret  ia/etijh  läfha  läblse  hiidüm  tnart _ 
e/qädt  Jabäla/t  martelqädl  galet^lah  gttfs  hudüm  min  ettuä  ig  el/ä- 
hlre  uilteret  min  landab  hudüm  bihamsmt et  qrän  uegä/et  lillabde  1 5 
rühi  änt  agifi  elhudüm  ue’agi  iget  elJabde  lehe/ha  tumman  Safha_lqäi/i 
ta/aifa)  Ja/glrägt  iibdir/tnut  (I)  uegäl  lilnoled  iä  girgt  fe/än  tifaddal 
uegäl  Iah  e/yoled  min  hu  Igirgt  iä  eel/ijb  ihn  eceetfijb  gäl^läh  e/qädt 
läbeh  inte  ibn  men  gäljah  am  ihn  tagir  elfelänt  e/qädt  gäl  iä  gir- 
gi/e  inbädert  gä/et  iä  ce/fijb  ibn  eelfijb  minhi  clgirgiic  galj/ha  inli  20 
bitt  men  yegalet^läh  änt  biut  iefijlj  Sarnmar  lumman  sfmalfa)  hal- 
häci  min  bürget  ga/bah  Sät  lissüg  min  et ibtisär  min  fät  bissüg  säb 
lalefijh  ettägir  gäl  Jäh  e/qädt  änt  Itessal  mä  ilt  hnlfujg  (m)  gä/  la/t 
taläl  bi/güue  £äbah  uegäl ladah  gäl^/äh  (a)helak  e/iofttjm  ui/labde 
a/jädau  hiidüm  bihamsmt  et  qrän  yämä  ridti  e/qädt  gätjäh  (a)helt  J5 
mä  igait  baqiie  hellt  iget  ahndet  min  laudak  elhudüm  /lädt  saunet 
biie  nikta  ye/taeä  Jäh  bilgadt'ie  min  et nuyal  littä/i  ettägir  gäl  lilqädt 
(e)uruh  änt  tttiäk  lissiufejf  ueräbau  lifsinfeif  uäuügal(a)  elhagg 
lalqädl. 


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ijriftfjnft.  (Tlcu6a6jfomfc8<  ßcfcßicStot  aus  6cm  3ra^-  2 7 

Bottiche  für  den  Indigo  zerwarf.  Als  er  ihn  sah,  schlug  er  ihn  auf 
den  Kopf  und  schrie  ihn  an:  Junge,  warum?  Er  antwortete:  Es  kam 
eine  Frau  zu  mir,  die  sagte:  Dein  Meister  hat  mich  beauftragt  (dir 
zu  sagen),  er  sei  desertiert  und  man  wolle  ihn  greifen.  Ferner  sagte 
S er:  Bestelle  dem  Lehrling,  er  solle  die  Indigobottiche  zerwerfen  und 
den  Laden  zerstören.  Ich  habe  nun  in  Gemässheit  deines  Befehls  ge- 
handelt. (g)  Darauf  trat  der  Färber  bei  dem  Mädchen  und  dem  jungen 
Manne  ein  und  fragte  sie,  wo  ihre  Mutter  sei.  Sie  antworteten  ihm: 
Das  ist  nicht  unsere  Mutter.  Aber  sie  hat  unsere  Sachen  genommen 
10  und  ist  verschwunden.  Darauf  zog  der  Färber  beide  heraus  und  trieb 
sie  auf  die  Strasse.  Sie  gingen  nun,  sich  nach  der  Frau  umzusehen, 
die  ihre  Sachen  genommen  hatte.  Die  Frau,  die  (in  ihrem  Hause) 
sass,  sah  beide  herumgehen  und  zeigte  sich  ihnen  oben  vom  Dache 
aus.  Der  junge  Mann  sah  sie  und  schmähte  sie,  die  Frau  aber 
15  schimpfte  auf  ihn.  Er:  Wo  sind  unsere  Sachen?  Sie:  Ich  habe  deine 
Sachen  nicht.  Er:  Jawohl.  Sie:  Komm  zum  Richter,  (h)  Sie  gingen 
nun  zum  Richter,  als  sie  an  seinem  Hause  angekommen  waren,  liess 
die  Frau  die  anderen  am  Thore  stehen  und  ging  in  das  Haus  des 
Kadi.  Dort  fand  sie  seine  beiden  Söhne.  Sie  gab  jedem  von  ihnen 
20  ein  Pfund,  und  die  liefen  zu  ihrem  Vater  nach  oben  und  sagten  ihm: 
Vater,  das  ist  unsere  Tante.  Sie  hat  uns  Geld  gegeben,  dass  wir 
uns  Ketten  kaufen  können.  Die  Frau  selbst  aber  sagte  zum  Pförtner: 
Ich  will  den  Kadi  sehen.  Der  Pförtner  ging  zum  Kadi  und  sagte: 
Diese  Frau  wünscht  dich  zu  sehen.  Da  kam  der  Kadi  zu  der  Frau, 
2 5 und  diese  sagte  ihm:  Ich  habe  einen  Sohn  und  eine  Tochter,  die  ich 
verkaufen  will.  Immer  aber,  wenn  ich  sie  an  Leute  verkaufe,  stim- 
men sie  mit  ihnen  nicht  überein.  Nun  habe  ich  sie  Eurer  Hoheit 
gebracht,  um  sie,  wenn  du  mit  mir  übereinstimmst,  dir  zu  verkaufen, 
(i)  Als  der  Kadi  das  vernahm,  guckte  er  um  die  Ecke  des  Thores  und 
jo  sah,  dass  sie  schön  waren.  Er  nahm  sie  also  von  der  Frau  an,  holte 
sechzig  Pfund  und  gab  sie  ihr  als  Preis  der  Kinder.  Darauf  sagte 
sie  dem  Kadi:  Ich  bin  ihre  Mutter.  Wenn  ich  in  diesen  meinen 
Kleidern  herausgehen  wollte,  werden  sie  mich  erkennen  und  nicht  da- 
mit zufrieden  sein,  zu  dir  zu  kommen.  Aber  befiehl,  dass  man  aus 
35  den)  Harem  die  Kleider  deiner  Frau  bringe,  damit  ich  unerkannt  von 
ihnen  weggehe.  Sende  auch  eine  Sklavin  mit  mir,  die  dann  die 
Kleider  deiner  Frau  wiederbringt.  Man  gab  ihr  die  Kleider  der  Frau 
des  Kadi  und  sandte  die  Sklavin  mit  ihr.  (k)  Die  Frau  fragte  die  Sklavin: 
Wo  wohnt  der  Kaufmann,  von  dem  ihr  die  Kleider  kauft?  Sie  ant- 
40  wortete:  Herrin,  das  ist  unser  Kaufmann.  Als  sie  bei  ihm  vorbeikam, 
sah  er  sie  in  den  Kleidern  der  Frau  des  Kadi  und  hielt  sie  für  die- 
selbe Sie  befahl  ihm,  Kleider  von  den  besten  Stoffen  abzuschneiden, 
und  kaufte  von  ihm  für  500  Kran.  Zur  Sklavin  aber  sagte  sie:  Geh, 


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28 


QP<tfräjt  jur  ftmififcSen 


XVI. 

(a)  fär(e)d  tjähcd  iandah  fär(e)d  Hs  mäl  fiiliis  räd  j/ruh  jitril  li- 
fiir(e)d  mecän  lacht  Ita' jr  bitfiilüs  ucfijn  jldummhinn  gäl  (i)bnefsäk 
aruh  amminhinn  iand  elqädl  a/jadhinn  uralt  lilqädi  ugäl^lah  jä 
qädit  asläm  änl  iattdl  amäne  ue’ arid  aruh  lifär(e)d  mecän  faida  5 
mit  et  elfitlüs  Hak  uä’ida  ifefijt  tiridd  elfillus  i/ije  gällah  elqädl  mä__ 
ihähf  ja  ihm  önta^lfiUüs  lilqädi  iteräh  liltnecän  e/jeridäh  (b)  falumman 
räh  däll  mugdär  senete(i)n  iga  lilqädi  ttgäl^lah  öntinl  et atnätne  eilt 
iandak  gäl^läh  elqädl  minhü  mintini  gäl  Jäh  änl  önte(i)tkijäha 
gäl  Jäh  ruh  jä  munäfiq  inte  Sinhu  ut intim  amäne  lä  inte  yälä  re( ij-  10 
rak  ammait  Iattdl  amäne  räd  min  iandah  vtä  öttfä/i  räh  lehe/äh  ugäl 
ligiränalt  hädajqädt  akal  fitlüsi  tti/tä  öntänijähinn  (e)ilö(u)n  errät 
yijajqädt  (c)  räddet  ia!e(i)h  hyrme  ugalltjäh  ruh  ttdibb  iardfejhäl 
iand  eltfäll  windeil  bina  bi  an  iattdi  nisyän  teläte  jii/ieden  bi’ an  ön- 
(e(i)täh  amäne  faräh  ttdebb  iardfejhäl  li/ttäli  fadess  e/uä/t  ialajqädl  15 
uia/a  sähib  elfiilüs  ugäl  lilqädi  jä  qädij asläm  fär(e)d  yähcd  mit am- 
men  iandak  amäne  uämä  mintihtjäha  inte  ttdebb  iardfejhäl  ialefijk 
iäd  inte  iltlghl  (d)  gäl  elqädl  jä  uälij'  arqäb  malt  ad  m tarn  men  iattdl 
amäne  läcin  ida  hua  jinde  t bi’ an  mintl  amäne  ilije  hallth  jegib  iu- 
hied  fä/t  e/qält  lisähib  elfillhs  ugäl  Jäh  ida  inte  mintl  ftilits  lilqädi  20 


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!J(lti(jn«t,  |Tl(»8«6jfonif4«  ««•  &«n  3rfl8' 


29 


ich  bringe  die  Kleider  und  werde  nachkommen.  Die  Sklavin  ging 
nun  nach  Hause.  Als  der  Kadi  sie  sah,  trat  er  zu  den  Sklaven  heraus, 
um  sie  hereinzubringen.  (I)  Er  sagte  zu  dem  jungen  Manne:  Du  Sklave 
NN.,  bitte  schön.  Der  fuhr  ihn  an:  Wer  ist  hier  Sklave,  du  Hund, 
5 Sohn  eines  Hundes?  Der  Kadi  fragte:  Wessen  Sohn  bist  du  denn? 
Der  Jüngling:  Ich  bin  der  Sohn  des  Kaufmanns  NN.  Dann  sagte  der 
Kadi  zu  dem  Mädchen:  Du  Sklavin,  tritt  ein.  Das  Mädchen:  Du 
Hund,  Sohn  eines  Hundes,  wer  ist  hier  Sklavin?  Er:  Wessen  Tochter 
bist  du  denn?  Sie:  Ich  bin  die  Tochter  des  Scheichs  der  Schammer. 
10  Als  er  das  hörte,  lief  er  aus  Zorn  auf  die  Strasse,  weil  er  zu  aufge- 
regt war.  Während  er  dort  herumlief,  rief  ihn  der  Kaufmann  an, 
der  Kadi  aber  antwortete:  Ich  bin  heute  zu  schlechter  Laune,  (m)  Der 
Kaufmann  aber  nötigte  ihn  mit  Gewalt.  Als  er  ihn  zu  sich  gebracht 
und  zum  Sitzen  eingeladen  hatte,  sagte  er:  Deine  Familie  hat  heute 
15  mit  der  Sklavin  für  500  Kran  Stoff  gekauft.  Der  Kadi  leugnete  und 
sagte:  Meine  Familie  ist  heute  gar  nicht  ausgegangen,  aber  schliess- 
lich diejenige,  welche  dir  die  Kleider  abgenommen,  hat  mir  einen 
schlechten  Streich  gespielt  Dann  erzählte  er  ihm  die  Geschichte 
von  Anfang  bis  zu  Ende.  Der  Kaufmann  schlug  darauf  dem  Kadi 
20  vor,  zur  Zunft  zu  gehen.  Sie  gingen  zur  Zunft,  und  der  Kadi  wurde 
verurteilt,  zu  zahlen. 


XVI. 

(t)  Jemand  hatte  einen  Beutel  Geld.  Da  er  über  Land  irgendwohin 
gehen  wollte,  aber  im  Ungewissen  war,  wohin  er  das  Geld  thun  sollte, 
25  sprach  er  bei  sich:  Ich  werde  es  beim  Kadi  deponieren.  Er  nahm 
es  also,  ging  zum  Kadi  und  sagte  ihm:  O Richter  des  Islams,  ich  habe 
ein  Depositum  und  will  irgendwohin  gehen.  Wenn  ich  sterbe,  gehört 
das  Geld  dir,  und  wenn  ich  wiederkomme,  giebst  du  mir  das  Geld 
zurück.  Der  Kadi  war  damit  einverstanden.  Jener  gab  ihm  also  das 
30  Geld  und  ging  dorthin,  wo  er  hinwollte.  ( b)  Da  blieb  er  zwei  Jahre, 
dann  kehrte  er  zum  Kadi  zurück  und  sagte  ihm:  Gieb  mir  das  De- 
positum, das  du  hast.  Der  Kadi:  Wer  gab  es  mir?  Der  Mann:  Ich 
gab  es  dir.  Der  Kadi:  Geh  hin,  du  Betrüger!  Was  bist  du,  dass  du 
ein  Depositum  geben  könntest?  Weder  du  noch  jemand  anders  hat 
35  etwas  bei  mir  deponiert.  Der  eine  wollte  das  Depositum  nun  haben, 
der  andere  es  nicht  herausgeben.  Dann  ging  der  Mann  nach  Hause 
und  sagte  seinen  Nachbarn:  Dieser  Kadi  hat  mein  Geld  gefressen 
und  giebt  es  mir  nicht  wieder  heraus.  Was  soll  ich  mit  ihm  thun? 
(c)  Da  gab  ihm  eine  Frau  folgenden  Rat:  Geh  und  mach  eine  Eingabe 
4°  beim  Wali  und  behaupte  von  uns,  du  habest  drei  Frauen,  die  be- 
zeugen können,  dass  du  ihm  das  Depositum  gegeben  habest.  Er 


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30 


Qßtiltäge  jut  fmilifcEtn 


gib  iuhiuiak  gal  Jäh  räiijfiilüs  iandi  lulmd  nisuän  i aqiläl  gäl  ruh 
gibhinn  räh  gab  ennisuän  ufäliau  litt  ah  de  min  iandfejhinn  ugdlojhd 
ja  hyrme  (e)Ueihedin  ialajqädi  gälet  ja  uälij arqäb  iiffe)t  (i/bieinl 
hat  ädami  önta  lilqädi  eis  mal  ham  abjad  umetrhs  fiilus  umeldud  fial- 
gah  bigeitän  (ijbrisem  ahmar  amäne  öntäh  hlqadi  (e)  farädd  elqädi  ne-  5 
gäl  lila  äh  ja  uäh  madäm  ht  e (i)ihedet  iäd  äni  arid  alidcihd  fär(e)d 
fiieä je  fa'ida  zaiälet  lehadetha  fäseha  uaida  mä  caiälet  iehadcthä 
maqbu/e  galJUhd  elqädi  jä  Ityrme  arid  äniedie  fiir(e)d  su’äl  gi/iji 
intl  akbar  lö(u)  kissie  akbar  ga/et  Jäh  jä  qädij  asläm  äni  akbar 
gäl  JUiä  fejfma  ifajnä  ga/et  Jäh  hu d i/a  heljöfuhn  mä  fären  (u)snun  10 
Hält  ü äni  fären  li  (u)snün  fadehäkau  iala  ee/ämltd  ugälau  riihl  le- 
hädetic  maqbu/e  ian  arbai(a)  iuhitd  fasähau  lirefigethä  ugä/äjha 
(ejltelhedin  jä  hyrme  faWhedel  tnitfejl  riffigellut  uga/äjhd  nfrid  nin- 
ledie  fär(e)d  sh  äl  in/i  akbar  Ufu)  kissie  akbar  galet  läh  lä  jä  qädi _ 
t asläm  mäh  akbar  li  an  ui  jäh  firna  sü  a äni  talä  ietji  ( ujsnun  uhü  a 1 5 
sär  adred  fadehäkau  killhum  qegälau  riibi  jä  hyrme  lehädtftic  maq. 
bäte  ian  arhaifa)  ufähait  litihra  falfhedet  mit(e)l  (i)lhiden  rifa'jgha 
ugdlöjhä  nfrid  niniedie  fär(e)d  su  äl  inti  akbar  löfuj  kissie  akbar 
gälet  kissi  akbar  jä  qädij asläm  ga/äjhd  (e)hnai(a)nä  jä  hyrme 
gälet  li' an  sirna  su  a läein  hü  a i/ah  lihja  ü äni  mäjli  lihja  fade - 20 
hä  kau  killhum  ugdlojhd  lehädftie  ian  arbaia  ferähat  ugäl  et  uäh  lil- 
qädi jä  qädi  läizim  t in  tili  amätn/ah  fegäm  elqädi  uä'onta  eleis  bi  i einah 
ucrähau  killmen  iala  häl  sebi/äh  uissaläm. 


XVII. 

(a)  fiir(e)d  uähfdgäl  lifär(e)d  lahfujs  elqib/a  ijefijn  gäl  Jäh  iala  25 
hassäfha  gäl  Jäh  isir  abitl  iala  ai  fäflta  gäl  Jäh  iala  säfhät  eilt 
mä  bi/ul  qibla  räd  jebül  sah  ialefijh  eiiah (ii)s  gäl  Jäh  hädi  qibla  lä 
tebül  ia/efijhd  sädd  iala  refijr  meeän  uräd  jfbtil  fäh  qegä/Jiih  /lädt 
ham  qib/a  lä  ttfbiil  ialefijhd  sädd  iala  refijr  fäfha  ugäm  jfbül  fäh  ia- 
lefijh  hädi  ham  qibla  lä  tebül  ialefijlut  (b)  gäl  haijar  Al/äh  elhaijaröna  3° 
gäm  ullsem  iairah  bidäh  ujiftcrr  11 jebül  läein  gaiädin  affädtm  aihäs 
ytjä  hadäk  eiia/jfujs  uhü a uägif  (i)bnusshum  ugäm  jifterr  ujebül 
ia/efijhum  dahäkau  ialefijh  üakremöh  gegdlojäh  es  säe  mä  min 
iandak  cssiie  min  e/ladi  gäiäd  jciallemak  uerä/i  leheiah  uisse/äm. 


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QTWtfjnfr,  !ll;u8ü6j)fcmfc6(  ScfcfilcfStzn  äUO  btm  Jraq. 


31 


ging  fort  und  machte  eine  Eingabe  an  den  Wali.  Der  schickte  nun 
nach  dem  Kadi  und  dem  Besitzer  des  Geldes  und  sagte  zu  dem 
ersteren:  O Richter  des  Islams,  jemand  hat  bei  dir  ein  Depositum 
gemacht  und  du  giebst  es  ihm  nicht.  Nun  hat  er  eine  Eingabe 
5 gegen  dich  gemacht.  Was  sagst  du  dazu?  (d)  Der  Kadi  antwortete:  O 
Gouverneur  der  Nacken,  niemand  hat  bei  mir  ein  Depositum  ge- 
macht. Aber  wenn  der  da  behauptet,  mir  ein  Depositum  gegeben 
zu  haben,  lass  ihn  Zeugen  bringen.  Der  Wali  rief  den  Besitzer  des 
Geldes  und  sagte  ihm:  Wenn  du  dem  Kadi  das  Geld  gegeben  hast, 
10  bring  deine  Zeugen.  Der  antwortete,  er  habe  als  Zeugen  (3)  kluge 
Frauen.  Auf  den  Befehl,  sie  herzubringen,  that  er  es,  und  man  rief 
eine  von  ihnen  und  fragte  sie:  O Frau,  was  bezeugst  du  gegen  den 
Kadi?  Sie  antwortete:  O Gouverneur  der  Nacken,  ich  sah  mit  eigenen 
Augen,  wie  dieser  Mann  dem  Kadi  einen  Beutel  aus  weissen  Linnen, 
15  der  mit  Geld  gefüllt  und  oben  mit  einem  roten  Seidenfaden  zuge- 
bunden war,  als  Depositum  übergab,  (e)  Der  Kadi  erklärte:  O Wali, 
da  sie  Zeugnis  abgelegt  hat,  will  ich  ihr  eine  Geschichte  erzählen. 
Wenn  sie  böse  wird,  ist  ihr  Zeugnis  nichts  wert,  wenn  sie  nicht  böse 
wird,  soll  es  gelten 

o (Der  Schluss  der  Geschichte  ist  als  zu  obseön  unübersetzt  geblieben.) 


XVII. 

fa)  Jemand  fragte  einen  Mann:  Wo  ist  die  Gebetsrichtung?  Der  ant- 
wortete: Nach  dieser  Richtung.  Der  erste:  Nach  welcher  Seite  hin  kann 
ich  urinieren?  Der  zweite:  Nach  der  Seite,  wo  die  Gebetsrichtung  nicht 
15  ist.  Als  er  nun  urinieren  wollte,  schrie  die  Person  ihn  an:  Da  ist  die 
Gebetsrichtung,  uriniere  nicht  dorthin.  Da  wandte  er  sich  nach  einem 
andern  Ort,  als  er  aber  urinieren  wollte,  rief  jener:  Das  ist  auch  die 
Gebetsrichtung;  uriniere  nicht  dorthin.  Nun  wandte  er  sich  wieder 
nach  einer  andern  Seite,  aber  als  er  urinieren  wollte,  schrie  ihm  jener 
30  zu:  Das  ist  auch  die  Gebetsrichtung,  uriniere  nicht  dahin,  (b)  Jetzt  rief 
er  aus:  Gott  verwirre  diejenigen,  die  uns  verwirrt  haben,  fasste  sein 
Glied  mit  der  Hand  und  urinierte,  während  er  sich  im  Kreise  herum- 
drehte. Aber  es  sassen  noch  andere  Leute  mit  jenem  Manne  zusammen, 
und  der  erste  stand  in  ihrer  Mitte.  Er  drehte  sich  nun  immer  herum 
35  und  urinierte  auf  sie.  Da  lachten  sie  über  ihn  und  beschenkten  ihn 
und  sagten:  Der  Felder  lag  nicht  auf  deiner  Seite,  sondern  auf  der 
Seite  dessen,  der  dich  belehrte.  Dann  ging  er  nach  Hause.  Adieu. 


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32 


Qßcifrig«  jur  ftmififcfo«  £pra<(lm(r<nfc{Saff. 


XVIII. 

(a)  fär(e)d  yähfd  landab  te/et  au h'td  min  fär(e)d  ttrntn  [äfujm  min 
et ifätn  gärrt  ffmüt  gilt  liccebir  min  au/ädah  faida  änt  mitet  etfiefijn 
iistaretün  uyähed  mä  fistärit  lumman  mät  gamau  et ihye  fit  laraktin 
kühnen  ffgitl  <>ni  i/t  hagg  bimäl  abitie  balfajd  dä/ik  gdläjhum  rithu  5 
hl  Tarife  (b)  gamau  umilau  Itllärlfe  i/au  lifär(e)d  mecän  bi//esire  ubih 
ditd  tt  mecän  bi/t  dibban  ye Intel- än  bi/t  halil  u mecän  min  elhaiil  makitl 
yähfd  min  et ihye  gal  hiuia  mecän  baiir  na  jm  bi/t  ulein  elbalir 
lä(u)rti  udcfijlhti  magfüf  yät  ähar  gäl  fofujgah  himfijl  yät ähar 
gäl  elhimfijl  eilt  fä(u)g  elbalir  girrte  dihen  ugirtte  dibfejs  (C)  umilau  10 
sä  la  tilaggähum  fär/ejd  (i)bditi  nHidhum  ga/Jthum  mä  lifttt  färfejd 
baiir  gäl  yähfd  min/tum  balirak  alfajnar  yät ä/jar  gäl  Jäh  balirak 
abtar  yettä/it  gäl  balirak  mf/iammäl  girrte  dibfejs  ugirtte  dihen 
gdljilhum  laläd  balirt  landkum  gälojäh  mit  läddna  gäl  änt  äridä/t 
min  landkum  ga/o  Jäh  eh  tut  ra (bin  lillär/fe  tiinte  rau  nah  yi/äna  ga/_  1 5 
t/ltutn  mäjhä/if  (d)  rä/tau  Itllärlfe  gäl  ellärlfe  ätncrtt  ugät  abujba  lir 
änt  rafhji  baiir  uhe/ayädim  auf  a/äh  i/t  gä/au  sahih  (ä  lärife  yäfsaf- 
nä/t  läcin  mit  liiddrut  gäl  ellärlfe  tirräd  min  Jäddkunt  gäl  et attua/t 
änt  legefijt  trienärn  baiir  btmicän  bi/t  darfejl  gäl  (eji/äfujn  laräffejtha 
gäl  laräffejtha  min  e/balfajritr  tttäl/ta  ularäffejt  leittha  läfujra  It  an  20 
säfhet  eltnaiül  min  eddarfejl  lein  es  sä  Urne  ulein  el läfujra  hta  mä 
mäcitl  min  eddarfejl  gäl  el  lärife  hä  da  tamäm  ugäl  et  lärife  inte 
(e)lläfujn  yäfäffejt  dcfiJHtd  gäl  It an  eddarfejl  elli  fernm  defij/ha  mä 
malfajtüs  ue/li  i/ha  defijl  läsim  tehaffi  bi/t  itmin  haftaraf  laräffejtha 
batra  ugäl  litäljar  inte  (ejilöfujri  laräffejt  elhimfejl  girne  dibfejs  25 
ttgirne  dihen  gäl  Jäh  /tan  girrtet  eddihen  tut  Herum  la/efijh  dibban 
ugirnet  eddibfejs  miltemm  lalefijh  ditd  iirniri  hattaraf  laraftah  (el  gäl 
el  lärife  elhagg  (i)btaräfkum  elbalir  mit  läddkurn  ruh  fä  abü  baiir 
dattyar  balirak  faräh  abü  baiir  gäl Jlhuttt  el  lärife  intü  fejlterdünflj 
/dlojäh  fhna  abitna  uässäna  bi  an  etfiefijn  tninkum  ilhum  yirit  30 
yät  ähar  mä  i/äh  yirit  läd  fhna  mä  nelfäjrif  elli  mä  iäkil  min  läddtta 
ga/J/hum  istarihu  hessal  ualif  elli  mä  / akil  uifäkum  bi/rrtä!  (f  l räh 
milgär  ui/a  ugäl  liccebir  taläl  lumman  t/a  gäl  Jäh  elli  mä  iäkil 
läddkum  inte  läcin  taläl  i/jid  i/jtak  tttara  Hak  uäni  agiljlhum  fülän 
Hält  hagg  yifäkunt  gäl  Jäh  ida  änt  sahih  mä  Hi  ytiä  ahüti  mit  läsim  35 
räd  min  landab  la/a  a/jdet  ihtäh  mä\qabel  yitähar  kcdä/ik  (g)  lumman 
i/a  littälil  gäl  Jäh  mäjhälif  änt  ähid  ihti  gül  it ahüti  bi’ an  fülän 
Hält  hagg  ttifäkutn  t/a  J lärife  galjlhutn  fä  hättärna  eilt  mä  i/äh 
hagg  uifäkum  ahükum  ezserir  fülän  galojäh  (e)llä(ujn  laraff ejtah 
galjlhurn  madätrt  färfejd  yähfd  iiqbal  (itsauya/  ihtäh  fahiia  narfejl  40 
gamau  urähau  tt/issetnati  e/mäl  lala  etfiefijnhum  yät  ähar  mä  irntäh. 


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(JTItifjnfr,  (TtcuBaiigfemfc#«  6<f<BicSf«n  au«  &tm  Jroq. 


33 


XVIII. 

(a)  Jemand  hatte  drei  Söhne.  Eines  Tages  legte  er  sich  hin  zu 
sterben,  sagte  aber  vorher  seinem  ältesten  Sohne:  Wenn  ich  ge- 
storben bin,  sollen  zwei  erben,  und  einer  soll  nicht  erben.  Nach  seinem 
5 Tode  fingen  die  Brüder  Streit  an,  indem  jeder  behauptete,  ein  An- 
recht auf  das  Vermögen  des  Vaters  zu  haben.  Man  riet  ihnen  darauf, 
zum  Sachverständigen  zu  gehen,  (b)  Sie  machten  sich  also  zu  ihm  auf 
und  kamen  an  einen  Platz  in  der  Wüste,  wo  sich  auf  einer  Stelle 
Ameisen,  auf  einer  andern  Fliegen,  auf  wieder  einer  andern  Gras 
10  befand,  von  dem  ein  Teil  weggefressen  war.  Einer  von  den  Brüdern 
sagte:  Hier  hat  ein  Kamel  übernachtet;  es  war  auf  einem  Auge 
blind  und  sein  Schwanz  war  abgeschnitten.  Der  andere  meinte:  Es 
trug  eine  Last.  Der  letzte  sagte:  Von  der  Last,  die  es  trug,  bestand 
eine  Hälfte  aus  Mais,  die  andere  aus  Dattelhonig,  (c)  Als  sie  weiter 
'5  gingen,  trafen  sie  einen  Beduinen,  der  sie  fragte,  ob  sie  nicht  ein 
Kamel  gesehen  hätten.  Der  erste  antwortete:  Dein  Kamel  war  blind. 
Der  zweite:  Dein  Kamel  war  schwanzlos.  Der  dritte:  Dein  Kamel 
trug  eine  Last,  eine  Hälfte  Dattelhonig,  die  andere  Mais.  Der  Beduine 
sagte:  Also,  mein  Kamel  ist  bei  euch.  Die  Brüder:  Es  ist  nicht  bei 
20  uns.  Der  Beduine:  Ich  verlange  es  von  euch.  Die  Brüder:  Wir 
gehen  jetzt  zum  Sachverständigen;  komm  also  mit  uns  mit.  Der  Be- 
duine: Meinetwegen,  (d)  Sie  gingen  nun  zum  Sachverständigen,  und  der 
fragte  sie:  Was  steht  zu  Diensten?  Der  Beduine:  Mir  ist  ein  Kamel 
weggekommen,  und  diese  Leute  haben  es  mir  beschrieben.  Die 
25  Brüder:  Das  ist  richtig,  Sachverständiger,  wir  haben  es  beschrieben, 
aber  es  ist  nicht  bei  uns.  Der  Sachverständige:  Es  wird  aber  von 
euch  verlangt.  Der  erste  Bruder:  Ich  fand  die  Schlafstelle  eines 
Kamels,  wo  Gras  war.  Der  Sachverständige:  Wie  habt  ihr  das  wissen 
können?  Der  erste  Bruder:  Ich  habe  das  aus  dem  Miste  erkannt, 
;,o  und  ich  wusste,  dass  ein  Auge  blind  sei,  weil  die  Seite,  wo  das  Gras 
abgefressen  war,  ein  gesundes  Auge,  die  Seite,  wo  das  Gras  nicht 
abgefressen  war,  ein  blindes  Auge  anzeigte.  Der  Sachverständige: 
Das  ist  richtig.  Aber  du,  wie  konntest  du  seinen  Schwanz  be- 
schreiben? Der  zweite  Bnider:  Weil  das  Gras  neben  dem  Schwänze 
35  nicht  zerwühlt  war;  wenn  das  Tier  einen  Schwanz  hat,  wedelt  es  mit 
ihm  notwendigerweise.  Daher  erkannte  ich,  dass  es  schwanzlos  war. 
Der  Sachverständige:  Wie  wusstest  du,  dass  die  Last  zur  einen  Hälfte 
aus  Dattelhonig,  zur  andern  Hälfte  aus  Mais  bestand?  Der  dritte 
Bruder:  Weil  bei  der  Maisiadung  sich  Fliegen,  bei  der  Dattelhonig- 
4°  ladung  sich  Ameisen  gesammelt  hatten.  Daher  wusste  ich  es.  (e)  Nun 
verkündete  der  Sachverständige:  Das  Recht  ist  auf  eurer  Seite.  Das 

Dei'triije  iur  «emlt.  flpracliwii'tntchafl.  V.  ja 


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34 


3$ft(rai3?  $ur  (Vmittfcflm  £pracßnMft<nfc&aft. 


XIX. 

(*)  far(e)ä  uetbfd  Hasränt  meftdig  tjähed  Bahlitdt  e/Hasränt  fcäb 
söra  IHRardadt  nc/liah/adt  gab  söra  li/Hasrüiji  e/Hasräni  mihi  ia/a^ 
l/iardadi  tjälRardadi  mihi  iafa_lRasrani  /muss  eddär(u)b  (i)tlägau 
ct!tc(i)nhmn  el/iafräni  bnUt  siretah  lifädigah  e/ßardädt  nä/Rarditdi  5 
öntn  sbretah  lilRasraui  kühnen  ahad  sbretah  ijernh  lehe/ah  lumman 
nasal  e/Rasritni  lehe/äh  iltf  essöra  malet  rlfigäh  uitglse  filse(i)n  riidd 
liRardad  c/Rardtidi  lumman  igä  leheiah  iltf  sarat  e/Rasrani  safte 
biha  filsefijn  (b)  gal  lehe/ah  ani  ra  ft  asattui  liefst  weift  Inniwan  Uni- 
kum e/Rasräui  gith_lah  elf>(u)m  mal  refigak  iga_/Rasräui  lihöfn )l  10 
elBardadi  ttedegg  e/bab  geilau  minhn  eilt  degg  clbltb  gal  an!  refig 
(e )fl an  geilau  (ejflau  mit!  /uw man  semaifa)  bi’ an  rtfigah  weift  gäm 
fitem  ia/a  räsa/t  uafsib  aue(i)lali  ft  ahttie  ga/  il/mm  t/adilitni  3a- 
le(i)h  htm  man  tiaddöh  ialefj/t  gal  lehe/ah  ibmitlt  min  harr  hatta 
tirassHah  hatta  adifeuiih  (c)  ab  mau  min  uc'öntöh  Halt  gab  e/mii  uegenn  1 5 
fsttbb  ia/a  rasah  gät_/ah  na/ak  teräni  amaunetak  (i)bhitda _lmii 
/kein  fei  mit  tintini  e/ftlse(i)n  hatta  aguz  min  iandak  gal_/äh  mit 
antik  gal  gtbit/i  min  ga/nf/ah  e/mii  lumman  gt/nf/ah  elmin  gam 
fsubb  ia/a  rasah  negesit/ah  ki/lah  Ha  an  hjhh  Sani  bihnbi  eiharr 


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{Wlcifjntr,  (Tt.-ußaBpfomfcISc  Ctfci)u$<en  aus  6m  Jraq. 


35 


Kamel  ist  nicht  bei  euch.  Geh  du  und  such  dein  Kamel.  Der  Be- 
duine ging  fort,  und  der  Sachverständige  fragte  sie  nach  ihrem  Be- 
gehr. Die  Brüder  antworteten:  Unser  Vater  hat  uns  im  Testament 
geboten,  dass  zwei  von  uns  erben  sollen,  der  dritte  aber  nicht.  Wir 
S wissen  nun  nicht,  wer  von  uns  nicht  am  Erbe  teilhaben  soll.  Der 
bat  sie,  sich  jetzt  ein  wenig  auszuruhen;  dann  wolle  er  sehen,  wer 
nicht  erben  würde,  (f)  Er  ging  ein  Weilchen  weg,  kam  dann  wieder, 
rief  den  ältesten  der  Brüder  zu  sich  und  sagte  zu  ihm:  Derjenige, 
der  nicht  erbt,  bist  du;  aber  komm,  nimm  deine  Schwester  zur  Frau, 
io  so  werde  ich  ihnen  sagen:  NN.  hat  das  Recht  mitzuerben.  Der  ant- 
wortete: Wenn  ich  wirklich  mit  meinen  Brüdern  nicht  erben  soll, 
geht  es  auch  so.  Er  versuchte  noch  mehrmals  ihn  zu  überreden,  die 
Schwester  zu  heiraten,  aber  jener  stimmte  nicht  zu.  Der  zweite  that 
desgleichen.  (9)  Als  er  zum  dritten  kam,  antwortete  er  ihm:  Meinet- 
'5  wegen,  ich  werde  meine  Schwester  heiraten.  Sag  aber  zu  meinen 
Brüdern:  NN.  hat  das  Recht  mitzuerben.  Dann  kam  der  Sachver- 
ständigezurück und  verkündigte  ihnen:  Meine  Gäste,  deijenige,  welcher 
kein  Recht  hat,  mitzuerben,  ist  der  jüngste  NN.  Als  sic  ihn  fragten, 
wie  er  das  herausbekommen  habe,  antwortete  er:  Wenn  jemand  da- 
ro  rauf  eingeht,  seine  Schwester  zu  heiraten,  ist  er  ein  Bastard.  Dann 
gingen  sie  zurück,  teilten  das  Vermögen  in  zwei  Teile  und  gaben 
dem  dritten  nichts. 


XIX. 

(«)  Ein  Basrenser  war  mit  einem  Bagdader  befreundet.  Der  Bas- 
25  renser  brachte  ein  Geschenk  für  den  Bagdader,  und  der  Bagdader 
brachte  ein  Geschenk  für  den  Basrenser.  Deshalb  ging  der  Basrenser 
zu  dem  Bagdader,  und  der  Bagdader  ging  zu  dem  Basrenser.  Auf 
dem  halben  Wege  trafen  sich  die  beiden.  Der  Basrenser  gab  sein 
Geschenk  seinem  Freunde,  dem  Bagdader,  und  der  Bagdader  gab 
\o  sein  Geschenk  dem  Basrenser.  Jeder  nahm  sein  Geschenk  und  ging 
nach  Hause.  Als  der  Basrenser  zu  Hause  angekommen  war,  sah  er, 
dass  das  Geschenk  seines  Kollegen  zwei  Fils  weniger  wert  war,  des- 
halb ging  er  nach  Bagdad  zurück.  Als  der  Bagdader  nach  Hause 
kam,  sah  er,  dass  das  Geschenk  des  Basrensers  zwei  Fils  mehr  wert 
35  war.  (b)  Deshalb  sagte  er  zu  den  Seinen:  Ich  werde  mich  totstellen. 
Wenn  der  Basrenser  zu  euch  kommt,  sagt  ihm:  Heute  ist  dein  Freund 
gestorben.  Der  Basrenser  kam  auch  wirklich  zum  Hause  des  Bag- 
daders  und  klopfte  an  die  Thür.  Sic:  Wer  ist's,  der  an  die  Thur 
klopft?  Er:  Ich  bin  der  Freund  des  NN.  Sie:  NN.  ist  gestorben. 
30  Als  er  hörte,  dass  sein  Freund  gestorben  sei,  schlug  er  sein  Haupt 
und  schrie:  O weh,  mein  Bruder!  Dann  bat  er  sie,  ihn  zu  seinem 

3* 


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36 


Q^tifrägc  ;ur  fcmttifcßcn  ^pracBrrifTcnfcSaft. 


ubaSfajdah  gabä  Iah  ccfen  tjeee/fenah  ijähafär_lith  gabfirjr  nenitm 
hü  a nt  jäh  bi/gabfiijr  neia  S,  tl  fanits  fabaqan  Sala  halhüle  min  elmnr- 
rib  linttss  elicfijl  sä  ht  nit  ida  harämije  ba’jgin  Itazne  (d)  negämati  jttq- 
simünha  gerib  ilhnm  fabäqa  Saddhum  sc'ijf  za  Id  Sa/i  ijhttm  ki/lhnm 
tiSärakan  bcfijnäthnm  kühnen  jegül  tim  arid  csscfijf  Innnnan  (cjs-  5 
maSihttm  clmeij.it  gäl  lil/lasränt  jit  ahitjc  fnkknt  min  ecccfen  gätjnh 
mä^thätif  fakkah  ufa/aSja)  e/h  satt  na  rithah  mcijit  htmman  igtt  la- 
Sand  elltarämijc  ttcgaljilhnm  (taggna  la  Süd  uefijnäh  el/taramije  htm- 
man  semaSan  bi/talke/äm  hallatt  c/haznc  ttinhr.emait  ucsith  lircfigah 
tjegäl  Iah  taSäl  jit  ahitjc  inte  tit/nbni  filse'iin  taiiil  nnqsim  hiida  /miü  10 
nbai(a)d  ditlik  antik  cl/i/si  tat  (e)  ginn  an  jegismitn  lumman  gismäh  ktl- 
Uth  ta/d  Set  ttlja  jf n/its  farfcjd  Saraqiin  gäl  hilt  jit  ahitjc  hitda^l Saraqiin 
bcditl  c/filsefijn  neki/hnen  ahad  haggah  tjerä/t  leheiah  utaiii  utislcm. 


XX. 

fa'i  fiir(e)d  nähed  mnrrebi  jegnlitn  git  j li Habil  niit  jf  jemm  Habil  15 
fiir(c)d  riiSt  mit/  rannm  e/mttrrebi  sä  jit  lirräSt  gajljläh  taSitl  änt 
aqrit  jak  nahall t e/gitSfa ) tinfakk  hessaS  teluf  ain/jäl  cetir  Sein  dcheb 
fa’ida  Siftäh  inte  isbir  farfcjd  misnär  htmman  teiüf  jjcmtS(a)  hajäja 
nlarabid  ji  t/äScn  Sa/ei  ja  inte  tfrnh  Sa/mal  nteSil  min  Sattdah  c/h 
tigdar  Saiefijh  ntit/aSah  ban  n fa  ida  änt  setemet  änt  nijäk  Seräka  20 
tjn'ida  mit(c)t  inte  ihidiih  gäljah  erritSt  mä_ihä/if  baSfaid  ditlik  ta- 
lA3(a)Jläh  fiir(e)d  Sile  ngiiji  iirräSt  taSitl  idhinnl  biha  gemiSfa)  git- 
titi  gäl  Jäh  mäjhähf  di  hen  getni  ~t(a)  gittetnh  (b^  ngärn  jiqrti  htmman 
infakket  elgäi(a)  ttiaf  eddeheb  eilt  (i)bqas(e)t  Bibi/  sä  Sa  nitida  talaSät 
Saiefijh  hajäja  uSarabid  Sa/eJ/t  jiqrti  tigämen  jiitemmen  bih  errät  St  25 
inhadär  Sahnäl  n’sälah  Selil  ntälaS(a)  sä  Sa  ttii idaJSarabid  nolhajäja 


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(Plci^ncr,  (ncu6a6jfonifc?e  ®cfc6ic8<c»  au«  fco«  3r4<)'  37 

Freunde  zu  fuhren,  und  als  das  geschehen  war,  befahl  er  ihnen: 
Macht  mir  heisses  Wasser,  dass  ich  ihn  wasche  und  dann  begrabe, 
(cl  Sie  machten  ihm  das  Wasser  warm  und  gaben  es  ihm.  Er  nahm 
das  Wasser  und  goss  es  ihm  auf  den  Kopf,  wobei  er  sagte:  Du  da, 
5 du  sielest,  ich  töte  dich  mit  diesem  Wasser.  Aber  warum  giebst  du 
mir  nicht  die  beiden  Fils,  dass  ich  von  dir  ablasse?  Der  Bagdader: 
Ich  gebe  sie  dir  nicht  Der  Basrenser  befahl  nun  (neues)  Wasser  zu 
bringen,  und  als  man  es  ihm  gebracht,  begoss  er  damit  seinen  Kopf 
und  seinen  ganzen  Körper,  bis  er  ihn  mit  dem  heissen  Wasser  ganz 
io  geröstet  hatte.  Darauf  gab  man  ihm  ein  Totenhemd,  das  er  ihm  an- 
legte. Dann  grub  er  für  ihn  ein  Grab  und  schlief  mit  ihm  in  dem 
Grabe,  nachdem  er  vorher  eine  Lampe  angezündet.  So  blieben  sie 
von  Sonnenuntergang  bis  Mitternacht  Da  kamen  Räuber  an,  die 
einen  Schatz  gestohlen  hatten,  (d)  Sie  verteilten  die  Sachen  in  ihrer 
15  Nähe;  aber  es  blieb  ein  Schwert  bei  ihnen  übrig,  über  das  zwischen 
ihnen  ein  Streit  ausbrach,  da  jeder  das  Schwert  haben  wollte.  Als 
sie  der  Tote  hörte,  sagte  er  zum  Basrenser:  Mein  Bruder,  mach  mir 
das  Totenhemd  auf.  Der  war  damit  einverstanden,  öffnete  das  I lemd, 
und  der  vermeintliche  Tote  kam  heraus.  Wie  er  bei  den  Räubern 
so  war,  fragte  er  sie:  Wo  ist  denn  unser  Anteil?  Als  sie  das  hörten, 
Hessen  sie  alles  im  Stiche  und  flohen.  Der  Tote  aber  rief  seinen 
Freund  und  sagte  ihm:  Komm  her,  mein  Bruder,  du  willst  von  mir 
zwei  Fils.  Komm  her,  wir  wollen  dieses  Geld  teilen;  dann  werde  ich 
dir  die  zwei  Fils  geben,  (e!  Sie  teilten  alles  und  als  sie  ganz  fertig 
2;  waren,  kam  bei  dein  Gelde  auch  ein  Sch weisskäppchen  zum  Vorschein. 
Da  sagte  er  ihm:  Mein  Bruder,  nimm  dieses  Schweisskäppchen  an 
Stelle  der  zwei  F'ils.  Jeder  nahm  nun  seinen  Teil  und  ging  nach 
Hause.  Du  aber  bleib  wohl  und  gesund. 

XX. 

30  (a)  Fän  Westländer,  sagt  man,  kam  nach  Babil  und  sah  dort  bei 

Babil  einen  Schafhirten.  Der  Westländer  rief  den  Hirten  und  sagte 
ihm:  Komm!  Ich  werde  dir  Beschwörungsformeln  vorlesen  um!  die 
Erde  sich  öffnen  lassen.  Dann  wirst  du  viel  Schätze,  lauter  Gold, 
sehen.  Wenn  du  das  siehst,  warte  ein  Weilchen.  Sobald  du  aber 
35  wahrninunst,  dass  lauter  Schlangen  und  Vipern  gegen  mich  heraus- 
kommen, geh  zu  dem  Schatze  und  nimm  soviel,  als  du  kannst,  und 
bring  es  heraus.  Wenn  ich  am  Leben  bleibe,  teilen  wir  beide,  wenn 
ich  sterbe,  nimm  du  alles.  Der  Hirt  war  damit  einverstanden,  darauf 
zog  der  Westländer  eine  Flasche  heraus  und  befahl  jenem,  ihm  da- 
40  mit  seinen  ganzen  Körper  zu  salben.  Der  that  das  auch,  (b)  Darauf 
begann  der  Westländer  die  Beschwörungen  zu  lesen,  und  als  sich  die 


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&vitrdgc  ;ur  fcmitifcBcw  ^ptac$iviffcnfi$dff. 


3« 

radden  liliäbil  elgäi(a)  intübget  ttliga  refigah  tncii.it  Säfah  gemii(a) 
geS(e)däh  tncdhiin  i/ia  iir(e)g  lisänah  tämm  mt)  medhütt  (c)  iStemmcnnäh 
e/haiäiä  u/igeuuäh  tun  bik  dihen  uäldarannah  bih  bai(a)d  dälik  erräit 
difen  chnurrebt  u’a/tad  eddeheb  dli  ( ijtla  iah  urä/t  lire(i)r  tneeän  bil- 
iqrbän  hat/a  mit  iistuaiitn  bik  eilt  uh  Urne.  5 


XXI. 

(a)  far(e)d  tjähed  min  ahlJUMoliatnmara  Ijatäb^/ith  far(e)d  hyrme 
min  a/tl  Hit  udess  ialcfijha  mcSie  ugalet  ida  /tu  a ieridnt  jjfsau$Jli 
fär(e)d  Satt  min  Hit  lilA/ohammara  uiesaitui  ia/efij/t  Ufer  tt/gsir 
bi/t  fei  uättliadar  (i)bfyrräde  lumnian  ämaret  halfinfejs  galojläh  elh  io 
rähatt  meSSäic  ttgäl  hybban  ytäkirätnan  a sau  ui  läcin  hü  a ce/ir  iandah 
fü/üs  u ämar  iala^Jiorbän  u öntähum  fiilüs  nsattnvha  bisetu  uiStc/au 
Sifcr  iale(i)ha  (b)  ttsär  muddet  ham(e)s  senattat  lumm  an  sär  eiliger 
Mfär  iala^tttialf a)r fei  dezs  ialefijha  iesuffttn/td  /um mau  faboltei  baqat 
iandah  muddet  seue  läcin  mä  teharraS  bi  lut  ttmaqfüdah  ieStifha  /um - 1 5 
man  Säfet  nef(e)sha  temmet  seue  udesset  ia/efiflt  täriS  ugalctfah  rith 
gilt  lirafit  tegiil  fitläne  Säg^lah  mä  Säg.Jt  etteirig  hyss  eddnält  tjitt- 
nahil  (i)bHit  rä/t  e/tärii  gäl^lah  tga  hu  a ialefijha  uga/JUhä  hasrän 
killmen  jetedommed  bieen  uhasäfa  Salti Jttai(a)b  eilt  taiab/nh  tjUfulits 
e/lt  öntefijtha  leget  häteric  udezzha  tc/ie/ha  udim  sä/im.  20 


XXII. 

(a)  färfejd  Sä' ib  tjäntiäh  uolcd tifrüfugau  uciimiitn  biddiirfujb  elttoled 
ezzeiir  gäl  liSSä’/b  iammi  in  Sä’ ib  taiäl  lö(u)  teSi/nl  lä(tt)  aSilak  ei- 
Sä’ib  tlarab  czzerir  gäl^Jiih  feS  tidrnbni  galjliih  iä  ttarfejl  äni  agdar 
aSilak  läcin  inte  ncfijn  tigdar  teSi/ni  elttoled  Säf  cSSä'ib  mä  iftchein  25 
siket  (b)  ifntt  iimlitn  Säfatt  fiirfejd  särai(a)  gä/fith  iä  iammi  hazzä- 
rai(a)  ahe/äh  macclinäh  gäl^läh  iä  tncliün  ehjatldcfijn  czzärai(a) 


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(TUtifjnfr,  (Jlou6a6pfon»rdä»-  <RofcRi;Bfon  au«  Rem  ilraq. 

Erde  geöffnet,  sah  der  Hirte  das  Gold,  das  inmitten  von  Habil  lag. 
Dann  kamen  die  Schlangen  und  Vipern  gegen  den  Beschwörer  heraus 
und  rochen  an  ihm  hemm.  Der  Hirte  ging  zu  dem  Schatze  und 
schleppte  eine  Abaje  voll  weg,  und  kam  dann  heraus.  Die  Schlangen 
5 und  Vipern  kehrten  nun  nach  Habil  zurück,  und  die  Erde  schloss 
sich.  Seinen  Gefährten  aber  fand  er  tot  vor.  Er  bemerkte  dabei, 
dass  sein  ganzer  Körper  gesalbt  war  ausser  der  Zungenwnrzel,  die 
ungesalbt  geblieben  war.  (c)  Die  Schlangen  hatten  es  gerochen  und 
gefunden,  dass  kein  Öl  daran  sei,  und  dort  hineingestochen.  Der 
<o  Hirte  beerdigte  den  Westländer  und  nahm  das  Geld,  das  er  heraus- 
geschleppt, ging  aber  in  eine  andere  Gegend  zu  den  Wüstenarabern, 
damit  die  Regierung  nichts  davon  höre. 

XXI. 

(a)  Jemand  aus  Mohammara  verlobte  sich  mit  einer  Frau  aus  Hit. 
15  Als  er  eine  Gesandtschaft  zu  ihr  schickte,  antwortete  sie:  Wenn  er 
mich  will,  soll  er  mir  einen  Fluss  von  Hit  nach  Mohammara  machen 
und  daneben  Bäume  pflanzen,  dass  dort  Schatten  ist  und  ich  zu 
Boot  hinkommen  kann.  Ihren  Befehl  überbrachten  ihm  die  Boten 
und  er  war  gern  damit  einverstanden,  denn  er  war  sehr  reich.  Er 
20  hiess  nun  den  Arabern,  den  Kanal  zu  bauen  und  gab  ihnen  Geld. 
Sie  brachten  ihn  in  einem  Jahre  fertig  und  pflanzten  Bäume  daran, 
(b)  Nach  fünf  Jahren  waren  die  Bäume  gewachsen  und  gaben  Schatten, 
so  schickte  er  dann  zu  ihr,  um  sie  einzuholen.  Darauf  blieb  sie  ein 
Jahr  bei  ihm,  er  Hess  sie  aber  ganz  in  Ruhe;  denn  sein  Zweck  war, 
25  sie  auf  die  Probe  zu  stellen.  Als  sie  nun  sah,  dass  ein  Jahr  zu  Ende 
sei,  sandte  sie  einen  Boten  zu  ihm  und  sagte  ihm:  Geh  und  sag 
meinem  Manne:  NN.  lässt  dir  sagen:  Er  liebt  und  ich  liebe  nicht  den 
Osten,  sondern  das  Geräusch  der  Schöpfräder  und  die  Palmen  von 
Hit.  Der  Bote  ging  hin  und  bestellte  es;  der  Mann  aber  Hess  ihr 
30  bestellen:  Verlieren  muss  jeder,  der  euch  für  tüchtig  hält,  und  Schimpf 
über  die  Mühe,  die  ich  gehabt,  und  über  das  Geld,  das  ich  ausge- 
geben um  deinetwillen.  Dann  schickte  er  sie  nach  Hause.  Bleib  gesund. 

XXII. 

fa)  Ein  Greis  und  ein  Knabe  waren  Reisegefährten  und  gingen  zu- 
35  sainmen  fürbass.  Der  Jüngling  sagte  zu  dem  Alten:  Mein  Oheim, 
lass  uns  sehdh,  ob  du  mich  trägst  oder  ich  dich  trage.  Der  Greis 
schlug  den  Knaben,  aber  der  fragte  ihn:  Weshalb  schlägst  du  mich? 
Der  Alte:  Du  Bastard,  ich  kann  dich  tragen,  aber  du,  wo  kannst  du 
mich  tragen?  Der  Junge  sah,  dass  der  Alte  ihn  nicht  verstand  und 


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40 


(gciträgc  jut  fctmtifc$cn  Sfracßrei^infcBofi. 


ba3(ä)dhet  mit  (i)hsidäh  (c)ilb(u)n  akaläh  siket  cluoled  räddau  iä/au 
fiir(e)d  (iJg’nüzegälJäA  i<t  iamtui  hagfcinäce  iadle  lä(u)  meiiite  gäl__ 
lieh  fä  tuet  Hin  nn)  hi  c meifi/e  (ejUö(u)n  iadle  darab  ehioled  utrtdäh 
(Cl  ba  i(a)d  dä/ik  ign  sä/cf  libin/äh  essielife  min  auuiiha  litaliha  galet  _ 
leih  bintäh  Mi  tereeh  tegibäh  rieh  abiihn  udauufrah  legäbah  Mut  geilet^  5 
tati  i<)  nälide  ient  äridiih  raget  i/iie  galilha  fejimaifajna  tahedin 
häda  _szai(a)tiit  in/i  tu  am  cebire  ga/et  Jäh  h an  Aua  Uftelüm  gät 
abii/ta  iinhu  fih(c)m  (d)  gute! Jäh  /<•?  tjälidi  anual  su  älah  min  tarn/ 
(f)tiilni  Ib(tt)  alilak  li  an  asölifjak  lö(u)  (c)tsidifli  gnletjah  usu  Mali 
min  tnraf  ezzärai(a)  maeilinä/i  lä(u)  mit  maeelinäh  zaiam  mahidin  io 
iale( ijh  dc(i)n  lä(et)  tun  mahidin  nssu  itl  ettäll  min  taraf  e/meifi t gielak 
sa  iam  i/äh  antird  li/fnj  mä  ilah  gäl  abiihn  madäem  iandah  hie  fih(e)m 
häda  tistahelinäh  ahadha  tesarel Jtäh  mara  ufssaläm. 


XXIII. 

färed  i vifl/fd  ign  hättär  iand  nahfd  (a)iariebl  u gab  Jäh  hub(e)z  «5 
uh/är  gämau  {äkele'en  etiie(i)nhum  ui/meiazzib  gäeei  iin.fid  e/hät/är 
niigiljäh  iaddkum  (i)hijer  mi/el  (ijljärna  gäl  Jäh  In  tenl/äh  bai(a)d 
dä/ik  gab  Jäh  hass  legal  Jäh  hassna  mit(c)l  hass  kam  gilt  Jäh  hassten 
ah snn  min  (f)ljiärkitm  ;a  3( a)nt  ainjal  essu’äl  ( egi/äh  li/ljal/är  iiidel- 
kiem  ayädim  kerimin  haiierin  gäl  Jäh  lä  nrndd  (i)nüdäh  ian_elba-  20 
hi/in  gä/Jah  e/hasis  jai(a)ne  e/bahil  et  leid  1 3and(e)na  ah  satt  min  et 
ahfär  eilt  iandfcjknm  ubai(a)d  dltlik  killmen  rieh  limeeänah  uisselätn. 


XXIV. 

(a)  äkn  fiir(e)d  säge  malet  bai(a)rän  umn/äj  ra’ihin  Ufär(e)d  Me- 
rlin nass  eddär(n)b  bnrak  fiir(e)d  ba  iir  ninnti  min  eelefui;  ie)f  ttubriken  2$ 
bemeeim  hält  u Allah  saniea  mie/ar  cetir  nesärct  elgäi(a)  dar(e)l  eetir 
bi  ha  uegämen  fäke/en  biddar( c)l  In  m man  iadalcn  Heien  eddär(u)b  gerib 
eddar  n)b  iale(i)hinn  metgdär  sä 3a  läein  einen/:  säer  meiaeldel  ejcki/l  ua- 


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(HUt(?n«r,  QttuBaBjfontfdlt  I0(fc$ic$(«i  au«  ttm  Jmi). 


4« 


schwieg,  (b)  Dann  gingen  sie  weiter  und  sahen  ein  Feld.  Der  Junge 
fragte:  Haben  die  Besitzer  dieses  Feld  aufgegessen?  Der  Alte:  Du 
verfluchter,  das  Feld  ist  doch  noch  nicht  geschnitten,  wie  können  sie 
es  gegessen  haben?  Der  Junge  schwieg,  und  man  kehrte  zurück;  da 
S sahen  sie  ein  Leichenbegängnis.  Der  Junge  fragte:  Mein  Oheim,  ist 
die  Leiche  gesund  oder  tot?  Der  Alte:  Du  verfluchter,  da  sie  tot  ist, 
wie  kann  sie  gesund  sein?  Er  schlug  den  Jungen  und  trieb  ihn  fort 
(c)  Dann  kam  er  nach  Hause  und  erzählte  seinerTochter  die  Geschichte 
von  Anfang  bis  zu  Ende.  Die  aber  verlangte,  er  solle  gleich  fort- 
io  gehen  und  den  Knaben  herbringen.  Der  Vater  ging  auch  fort,  suchte 
ihn  und  brachte  ihn  ihr.  Sie:  Mein  Vater,  ich  will  ihn  zum  Manne. 
Er:  Wie  kannst  du  diesen  Jungen  heiraten,  während  du  ein  erwach- 
senes Mädchen  bist?  Sie:  Weil  er  so  klug  ist.  Er:  Was  heisst  Klug- 
heit? (d)  Dann  erklärte  sie  ihm:  Mein  Vater,  seine  erste  Frage:  Sollst 
■ S du  mich  tragen  oder  soll  ich  dich  tragen?  bedeutet:  Soll  ich  dir  eine 
Geschichte  erzählen  oder  willst  du  mir  eine  Geschichte  erzählen? 
Seine  Frage  ferner,  ob  sie  das  Feld  gegessen  oder  nicht  gegessen 
hätten,  bedeutet,  ob  sie  Schulden  darauf  aufgenommen  hätten  oder 
nicht  Und  seine  letzte  Frage,  die  er  dir  vorgelegt,  nach  dem  Toten, 
jo  bedeutet,  ob  er  Söhne  habe  oder  nicht.  Da  sagte  ihr  Vater:  Da  er 
so  viel  Weisheit  besitzt,  thust  du  recht  daran,  ihn  zu  nehmen.  Dann 
heiratete  er  sie,  und  sie  wurde  seine  Frau.  Adieu. 

XXIII. 

Jemand  kam  als  Gast  zu  einem  Araber;  der  brachte  ihm  Brot 
J5  und  Gurken.  Als  sie  beide  assen,  fragte  der  Wirt  den  Gast:  Sind 
bei  euch  die  Gurken  wie  unsere  Gurken?  Er  antwortete:  Nein,  bei 
Gott  Dann  brachte  er  ihm  Salat  und  fragte:  Ist  unser  Salat  so  wie 
euer  Salat?  Er  antwortete:  Unser  Salat  ist  besser  als  eure  Gurken. 
Die  erste  Frage  an  den  Gast  bedeutet:  Giebt  es  bei  euch  vornehme 
30  und  hervorragende  Menschen?  Er  verneint  die  Frage.  Als  er  ihn 
aber  dann  nach  den  Geizigen  fragt,  antwortet  er  ihm:  Die  Geizigen 
bei  uns  sind  besser  als  die  hervorragenden  Menschen  bei  euch.  Darauf 
ging  jeder  seines  Weges.  Adieu. 


XXIV. 

35  (■)  Ein  Trupp  Kamele  und  Esel  gingen  irgendwohin.  Auf  der  Hälfte 

des  Weges  sanken  ein  Kamel  und  ein  Esel  vor  Schwäche  um.  Das 
geschah  an  einem  w’iisten  Orte,  aber  Gott  Hess  kräftig  regnen,  und 
die  Erde  bedeckte  sich  mit  Grünkraut.  Sie  frassen  nun  Gras,  bis  sie 
sich  wieder  erholten.  Der  Weg  war  nicht  weit  von  ihnen , ungefähr 

31* 


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42 


$<itr<Sgt  ;ur  ftmihfcStn  Sp rac6iriff.'iirc8af(. 


k(i)t  jeianfitf  uejirkud  yljedarrut  igalbaiir  ialalmuti  yegäl ß ah  jä 
ahn  je  ici  mä  tigiid  raha  lä  Allah  jtbzilhä  hi  na  ne’ ahäfen  jismaiün 
liiiui  eilt  jimlitn  biddärfu)b  geil  elmuti  halhaei  mäjlfir  il/a  äfih  fbf u)t 
eddaha  soll  (b)  lumman  fäll  igau ^Imecarije  ue  ahadvhum  lumman  alta- 
do/tum  iaddhum  rnutäja  barleät  lälau  (i)hmülhinn  yedebbähtnn  iala_  5 
/mutt  yilbaiir  elbaiir  läcin  elmuti  lumman  hat  tau  ialefijh  elhimfe)/ 
gäm  jedarrut  galla/t  mit  gittjak  lä  tefih  gälßah  tiskit  lb(u)  abar- 
ric  ne/si  alt  al/i/t  11  t/t  jehuttünt  aut  u/nnilt  fö(u)gak  gtil  elbaiir  yälak 
rid(e)t  t>  saunt  halhicäje  aut  haut  äsautti  bik  nikta  ye’akalli  tinkesir 
(i)rgubtak  elmuti  barrak  nefsä/t  gainau  Imicdrije  hatlau  elmuti  uel-  >° 
himfejl  ia/alba  iir  lumman  hättähum  ialefijh  gäm  jeianfuf  elbaiir 
yeuügaifa)  elhimfejl  u tim  uh  uä  ida  maksüre  (i)rgubtah. 


XXV. 

(a)  äktt  fär(e)d  uäjtfd  (i)Micidt  gäl  änl  mä  agdar  astaqim  ia/a 
ha/tnügib  belaijajlurkt  itä/ma murin  mal  elhukiane  kill  jöfujm  jigün  15 
ialefijna  yä mä  jaifajrlfün  iaräbl  läzim  ätiallam  turki  feiahad 
'arbai(a)  gtiamis  uabäifajhinn  ue'ahad  fülüshiun  yeräh  liBardäd 
jilterijtturkl  lumman  tfibb  lisUgät  Bardäd  iäf  fär(e)d  uähfd  gälla/t 
ja  ahiije  jä  rfggäl  gälßah  lltirid  gälßäh  arid  änlidak  uef i)n  jebt- 
iün  ctturki  gälßiih  äni  e/lt  äbii(a)  etturki  (e)ikit(ejr  gä’jb  uijäk  (ejflits  20 
gäl _la/t  jesau  yt  ha  ms  intet  beilyr  gäl^Jäh  (ijgle(t)le  gälläh  igiä/ha 
// _ sehi/i  Hält  gäl  mä  w thähf  lege/  IjäferAl/a/j  (b)  ahad  min  ianda/t  e/fil- 
tns  yegällah  gib  möjü  bit türkt  galßäh  äni  iaräf(e)t  häda  eelämak  gäl 
gib  uär  bitturki  gäl  elM Heidi  eua/läh  iaräffejt  etturki  gälßält  gib 
icfi)  e fei  äni  yäfilän  iefi)  gä/_/ah  uälläh  jä  ahiije  änl  iaräf(e)t  et-  25 
turki  gäl  lah  ahi  ihet  häat  yegäl  gib  Ijubfejz  gib  möil  gib  när  yekill 
lefi)  jcgiil  gib  lc(i)Jflläni  bitturki  yälmiiallim  jegil  jah  inte  teial/a- 
infe)t  etturki  gäm  yerädd  leheläh  yegäl  lihyrmeliih  gibt  ffräl  bitturki 
gälel  jajtitje  äni  iyrfet  etturki  yegäl  limartah  gibi  hubfejz  bitturki 
äni  guiän  bitturki  gä/et  euil(i)Hse(i)n  jäßtüje  äni  iyrfet  etturki  yehüa  30 
gäl  lihyrmetäh  aiü  ihet  lumman  hacct  uegälet  hat  eltnöje  bitturki  gäl 
tl/ta  int t teifajrejin  etturki  (C ) jbfujm  min  et ijänt  igau  ma  marin  ia/a 
tyähfd  min  eliarab  läcin  ma' marin  mä  jei(ä)rifiin  iaräbi  illa  ja  h'citn 
bitturki  uegälau  baifäjdhum  bai(a)d  felän  räh  liBardäd  iitärajtturki 
gibiih  jehaeihum  farä/t  ialefijh  uähed  yegabah  yegal  ilhum  (e)lterdim  35 


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(JTltifjntr,  (Pf»8«6ffo»if4f  aue  tm  3ta<). 


43 


eine  Stunde.  Der  Esel,  der  sich  erholt  hatte,  hopste  immer  umher, 
lief  und  pfurzte.  Da  kam  das  Kamel  zum  Esel  und  sagte:  Weshalb 
bleibst  du  nicht  ruhig  liegen,  damit  Gott  das  Gute  nicht  abwende? 
Ich  fürchte  nur,  dass  die  auf  dem  Wege  gehenden  uns  hören.  Der 
S Esel  erwiderte  dem  Kamel:  Das  geht  nicht  (anders);  ich  muss  nur 
mein  Vormittagsgewieher  anstimmen.  Er  schrie,  (b)  Darauf  kam  eine 
Karawane  und  nahm  sie  mit.  Da  bei  ihr  sich  auch  umgefallene  Esel 
befanden,  nahmen  die  Leute  denen  die  Lasten  ab  und  luden  sie  auf 
den  Esel  und  das  Kamel.  Als  der  Esel,  während  man  ihm  die  Last 
•o  auflud,  wieder  pfurzte,  sagte  das  Kamel  zu  ihm:  Hab  ich  dir  nicht 
gesagt:  Schrei  nicht?  Er  antwortete:  Schweig!  Wenn  ich  mich  hin- 
fallen lasse,  veranlasse  ich,  dass  sie  mich  samt  der  Last  dir  aufladen. 
Das  Kamel  drohte:  Du  da,  wenn  du  so  an  mir  handeln  willst,  mache 
ich  auch  einen  Kniff  mit  dir,  dass  du  dir  den  Hals  brichst.  Der 
'5  Esel  knickte  sich  ein;  da  legten  die  Reisenden  ihn  samt  der  Last 
auf  das  Kamel.  Nachdem  sie  das  gethan,  tänzelte  das  Kamel,  sodass 
die  Last  mit  dem  Esel  zusammen  herunterfiel,  und  dabei  brach  er 
sich  den  Hals. 


XXV. 

20  (a)  Es  war  einmal  ein  Meidanaraber,  der  sagte:  Ich  kann  nicht  mehr 

ohne  Türkisch  bestehen.  Tagtäglich  kommen  die  Beamten  der  Re- 
gierung zu  uns,  und  die  verstehen  nicht  arabisch.  Ich  muss  also 
türkisch  lernen.  Da  nahm  er  vier  Büffel  und  verkaufte  sie,  nahm 
das  Geld  dafür  und  ging  nach  Bagdad,  um  das  Türkische  zu  kaufen. 
25  Als  er  auf  den  Strassen  Bagdads  umherging,  sah  er  einen  Mann,  den 
fragte  er:  Mein  Bruder,  o Mann!  Der  Bagdader:  Was  willst  du?  Der 
Araber:  Ich  möchte  dich  fragen,  wo  man  das  Türkische  verkauft. 
Der  Bagdader:  Ich  bin  derjenige,  der  das  Türkische  verkauft  Wie- 
viel Geld  hast  du  bei  dir?  Der  Araber:  Fünfhundert  Beschlik  sind 
30  es.  Der  Bagdader:  Das  ist  ein  bischen  wenig.  Der  Araber:  Thu  es 
um  Gottes  willen.  Der  Bagdader:  Meinetwegen,  um  Gottes  willen, 
(b)  Dann  nahm  er  ihm  das  Geld  ab  und  sagte  ihm : Bring  Wasser  auf 
türkisch.  Der  Araber:  Ich  habe  deine  Worte  verstanden.  Der  Bag- 
dader: Bring  Feuer  auf  türkisch.  Der  Araber:  Bei  Gott,  ich  habe  das 
35  Türkische  verstanden.  Der  Bagdader:  Bring  dies  und  jenes.  Der 
Araber:  Bei  Gott,  mein  Bruder,  ich  habe  das  Türkische  verstanden. 
Der  Bagdader:  Nun  rede  du.  Da  redete  er  und  sagte:  Bring  Brot, 
bring  Wasser,  bring  Feuer,  indem  er  jedesmal  hinzufügte:  Bring  dies 
und  das  auf  türkisch.  Dann  sagte  sein  Lehrer  zu  ihm:  Du  hast  tür- 
4°  Irisch  gelernt.  Nun  stand  er  auf  und  kehrte  nach  Hause  zurück. 

Er  sagte  zu  seiner  Frau:  Bring  das  Bett  auf  türkisch.  Sie:  O Bruder, 


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44 


Qßnlräjc  ;ur  ffmiltfcßin  J6f'UU‘8wi(Tci>f4af*- 


bitturki  aSu/knm  tahcitn  cä/d  bitturkl  Maliah  bitturki  amassab  ab  Kal- 
kum bitturki  iä  güanid  bitturki  gümu  bitturki  yerauyeha  bitturki  li- 
mceänkum  bitturki  tiräni  absntkum  bitturki  (d)  elma  murin  Sa/äh  labil 
ui, mit  iiifäjrifini  clbac/ie  gl, mau  Sale(i)b  tcUt  nux  murin  uuäbfd  min- 
hum  gaiad  Sala  räsah  uat ä/jar  gaiad  lala  riglef ijh  uat äitar  ginn  5 
iibsut  bib  uiihita  (csih  dabil  Allah  änt  tnü  fitbib  elbctijt  uitmäji  lä- 
sim  ui,  bum  /bsutün  bib  t/a  Jan  mauite tob  iag(u)b  dähk  fakkok  um- 
bczent  uegäl  ettofu  br  in  Jim  bakfajd  agt  iala  färfejd  uäbfd  iasker 
für  tamärn. 


XXVI.  .O 

fa)  /ärfejd  Scfiih  mal  iArab  kcrim  cetir  misattyt  iemm  bc(i)t  eliajal 
lasar  bi  an  nia/tad  } fbt  min  iemm  clbaram  uminti  tenbib  lil iArab  ei- 
le/ut  min  giddiim  elbefijt  mal  e/iaihl  iinbiid  räsah  fär(e)d  i«(ujm 
min  el'ifinu  äku  azläm  etflefijn  iimibn  gal  uäbfd  minhnm  bi  an  änl 
agdar  a/nt  min  giddhm  elbcfijt  mal  e! bar  am  mal  Hamcd  elHumiul  15 
rifigab  gäl  Jäh  mit  tigdar  gäl  fall,/  (i)ntfrähen  ant  yifäk  ida  fit(e)t 
tintinl  ibtak  u'ida  mit  fit(e)t  antik  ihtt  gäl  Jäh  mäjhäli/  tfrädau 
etne(i)nbum  u eilt  gäl  änt  agdar  a/itt  min  giddäm  eliaiäl  /l,t  min 
gerib  lilbefijt  (b)  Hamcd  etlfnmnd  eint  gäiäd  billajil  uSäf  erreggäl  fät 
min  giddäm  eliaiäl  gäl  (ijbue/säb  hüt/a  be/kin  rarib  yäitnma  ml,  20 
iidri  bittenbih  eilt  sä/r  erreggäl  Sä/  mahad  fällt  Salc(i)h  umä/tad 
iarydäb  säb  biia  ugäl  /</  Hamcd  elHumtid  i<i  Hamcd  eH/umüd  iä 
Hamcd  elHumüd  gäl  Jab  Säfujnak  gäl  lä  Sänak  Allah  untii fallet 
uahdcfijk  um,  ifaj/et  fä/bat  umvtak  liabtik  ( C ) rädd  ialefijh  Hamcd 
cll/umnd  ugäl  lab  uä/ak  (i)guini  löfu)  (e)rbitn  gäl  Jab  (e)rhän  gä/_  25 
lab  Hamcd  et l ln  mitd  änt  Serieak  rädd  Sa/cfijb  ugäl  Jab  bäda  Sefii 
eilt  ml,  ieteSärak  bib  gäl  Jab  Hamcd  elHumtid  uä/ak  ia/ciia  cgga- 
häs  yä/befijt  ugcmii(a)  ml,  taifajtäz  min  cttaiäm  amarjäh  bigge- 


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(TfUifjiur,  (TUuBafiffomfcfk  6<ft4tt®ltn  aus  6(m  Jraq.  45 

ich  habe  das  Türkische  verstanden.  Er:  Bring  Brot  auf  türkisch, 
ich  bin  hungrig  auf  türkisch.  Sie:  Bei  Hussein,  mein  Bruder,  ich  habe 
das  Türkische  verstanden.  Er:  Nun  rede  du.  Sie  fing  nun  an  zu 
reden  und  sagte:  Bring  Wasser  auf  türkisch.  Er  meinte  darauf,  sie 
5 verstünde  jetzt  türkisch,  (c)  Eines  Tages  kamen  zu  einem  Araber  Be- 
amte, die  nicht  arabisch  verstanden,  sondern  nur  türkisch  sprachen. 
Ua  meinten  die  Bauern  unter  sich:  Der  NN.  ist  doch  in  Bagdad  ge- 
wesen und  hat  das  Türkische  gekauft.  Bringt  ihn  her,  dass  er  sich 
mit  ihnen  unterhalte.  Deshalb  ging  ihn  jemand  holen.  Der  fing  nun 
10  an:  Was  wollt  ihr  auf  türkisch?  Ich  sehe,  dass  ihr  viel  schwatzt  auf 
türkisch.  Bei  Gott  auf  türkisch,  ich  will  euch  ordentlich  traktieren 
auf  türkisch,  ihr  Kuppler  auf  türkisch.  Steht  auf  auf  türkisch,  und 
macht,  dass  ihr  nach  Hause  kommt  auf  türkisch.  Warte,  ich  will 
euch  durchprügeln  auf  türkisch,  (d)  Als  die  Beamten  sahen,  wie  er 
15  darauf  losredete,  ohne  dass  sie  es  verstanden,  gingen  sie  auf  ihn  zu, 
drei  Mann;  einer  setzte  sich  ihm  auf  den  Kopf,  der  andere  auf  die 
Beine,  und  der  letzte  stand  und  verprügelte  ihn,  dass  er  schrie:  Um 
Gottes  willen,  ich  bin  gar  nicht  der  Besitzer  des  Hauses  und  brauche 
es  nicht.  Sie  schlugen  aber  auf  ihn  los,  bis  sie  ihn  halb  tot  ge- 
20  schlagen  hatten.  Dann  Hessen  sie  ihn  los,  und  er  lief  fort.  Er  ver- 
schwur sich  aber,  niemals  wieder  zu  einem  Soldaten  zu  kommen.  Schluss. 

XXVI. 

(a)  Ein  Araberscheich,  der  sehr  freigebig  war,  hatte  das  Verbot 
erlassen,  dass  jemand  an  seinem  Harem  vorübergingc,  und  hatte  die 
25  Araber  angewiesen,  demjenigen,  der  vor  dem  Harem  vorbeiginge, 
das  Haupt  abzuschiagen.  Eines  Tages  waren  zwei  Männer  unter- 
wegs. Da  sagte  der  eine  zum  andern:  Ich  kann  bei  dem  Harem 
des  Hamed  elHumüd  vorübergehen.  Der  zweite:  Nein,  das  kannst 
du  nicht.  Der  erste:  Komm,  wir  wollen  wetten  mit  einander.  Wenn 
3°  ich  vorübergehe,  giebst  du  mir  deine  Schwester,  und  wenn  ich  nicht 
vorubergehe,  gebe  ich  dir  meine  Schwester.  Der  andere  war  damit 
zufrieden,  und  beide  waren  mit  den  Bedingungen  einverstanden.  Der- 
jenige, der  sich  gerühmt  hatte,  am  Harem  Vorbeigehen  zu  können, 
ging  nahe  am  Hause  vorüber,  (bl  Hamed  elHumüd  sass  im  Harem  und 
35  sah  den  Mann  vorübergehen.  Da  dachte  er  bei  sich:  Das  ist  viel- 
leicht ein  Fremder,  oder  er  kennt  nicht  die  bestehende  Vorschrift. 
Als  der  Mann  sah,  dass  ihn  niemand  anschrie,  und  ihm  niemand 
wehrte,  rief  er  selbst  laut:  Hamed  elHumüd,  Hamed  elHumüd.  Der 
Scheich:  Zu  Diensten.  Der  Mann:  Gott  diene  dir  nicht,  sondern  ver- 
40  flucht  seien  deine  Eltern  und  verflucht  sei  die  Seite  deiner  Mutter 
und  deines  Vaters.  (C)  Der  Scheich:  Du  da,  verrückt  oder  gewettet? 


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46 


®«<räg<  jur  fmiftfcfcii  #|jrad}wt[Tenfc8aft. 


häs  Hamcd  elHumitd  uälbcfijt  mal  lalar  yättaläm  urädd  lala  refi- 
gäh  uahad  min  landab  i/tlä/t. 


XXVII. 

(a)  fär(e)d  le(i)h  uclandah  uoled  e/yoled  kill  yäk(i)t  f früh  liffi(i)d 
yi/genis  ftlfeiied  razät  iö(u)m  min  et ifätn  rah  liffe(i)d  uilgenif  läf  5 
fär(e)d  rasäle  hedd  lale(i)ha  ftufür  yulehägha  lumman  lehaghd  ferid 
filsemhd  mä  figdaren  lali(i)haftufiir  läcin  $är  muträdah  li/razä/e 
min  essub(a)h  li/murrib  lumman  gäm  ma  fclüflid  gäz  minhd  läf  ncf- 
siih  ua ’ida  hu  ä bigäl(a)  mä  l<l  ff  hä  hu ä räcib  faras  uiiiddäh  fejs- 
Itigife  yetefijr  hyrr  ette(i)r  uissclugife  taifahhinn  mä  i idrl  uefijn  fären  IO 
(b)  yehii  a dahhag  lala  gemilf a)fyugtih  mä  findell  yef i)n  früh  gäl 
linefsiih  arid  ähidd  ( ejsrü  1( a jffaras  ye ähallihd  (i)bke(ijfhd  timli 
ha/läha  (i)bke(i)fha  timli  säla  yaida  gä’if  lala  fär(e)d  be(i)t  cebir 
ubiti  fär(e)d  bint  (i)tlälet  elbint  lilyoled  ye’ahddet  eifaras  yurbutctha 
yufrilctfah  fejfräi  uegämct  tisauyifäh  gahye  (c)  lumman  sauyet  el-  '5 
gähne  gämet  tCrid  tldirfäh  ialfajni  tintih  gahye  läcin  hu  a cän  hel- 
cän  galjlha  fä  bint  marret  la/efi)c  nägtflhätime  räddet  lale(i)h 
uegdletläk  marret  unstamarret  ttfä  hallet  elbarake  bil/i  frid  mä  ue- 
gämet  uegabct  fah  möf  uegabct  fäll  rädä  lag(u)b  dä/ik  temm  mug- 
där  teltffäm  lege!  elqälade  iand  ellarab  Ha  ttltffäm  ia/ldh  f inledim  xo 
elhättär  (d)  ubal(a)d  etteltjifärn  (i)nlidöh  yegalf/hum  ä nt  ihn  le(i)h 
fclän  ushnäl(e)t  (i)bbintak  yc  ife(i)t  ahidhä  min  landab  ue älüfak  !?- 
tcgiil  gäl fiih  laläd  ihnen  arid  äntiha  ahsan  minnak  läcin  ruh  gib 
telet  humül  min  deheb  ia/ldh  äntikifihd  gäl f äh  mäjihälif  ulag(u)b 
dälik  gäm  (Md  früh  Ichcläh  gäl  mäh  ad  tfribfi  eifaras  gämet  *5 
elbint  uegabct  f äh  eifaras  uegdlfUui  ähclii  uc( i)r~ rähau  alitf  äsbahan 
mahn  gdlctfäh  rähau  fisrahün  biha/ä/hum  uinledhd  uegäl  lismic  jä 
bint  gdlctfäh  gadbet  sefijfak  ueräddet  (i)nlcdctäh  uegdlltfäh  inte 
lismak  galf/hd  yufnet  haddic  (e)  ukillmen  laraf  suäl  rifigäh  yeräh 
e/yo/ed  lehe/ah  yesauud  ruh  ah  uugiän  yentä  fhäci  uegäibau  femil(a)^  3° 
ll/ukamä  landab  hatta  fteifibimah  mä  täb  yegälel  fär(e)d  lagiiz 
ida  änt  fei f bläh  (e)ltintimi  gdlofhd  ki/Imd  Uridin  nindc  färfejd  hallih 
iqhci  uclauycfih  lefrid  yulmä  frid  uesfbeb  yuga  Ifajtah  linht  raffet 
lale(i)h  el  lagiiz  uugc  ladet  iemrn  räsah  uegdlltfäh  fä  yo/ed  elldlifin 
ketre  u inte  äni  al(ä)rcfak  lälig  läcin  inte  gilft  hi  ai fällt  eilt  tcridha  35 
ti  äni  agibha  bilcinhd  galflhd  refijr  cid(i)b  galetfäh  lä  ualläh  mit 


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JTWifjjiM.  (njuSaßjfonifcfij  6ffc$tcJ(<n  au«  im  Jraq. 


47 


Der  Mann:  Gewettet.  Der  Scheich:  Ich  partizipiere  daran.  Der 
Mann:  Es  ist  etwas,  wobei  es  keinen  Compagnon  giebt.  Der  Scheich: 
Junge,  ich  bezahle  die  Ausstattung  und  das  Maus  und  alles  Essen, 
das  nötig  ist.  Hamed  elHumüd  befahl  also,  ihm  die  Ausstattung 
5 und  ein  härenes  Zelt  und  das  Essen  zu  geben.  Der  Beschenkte 
kehrte  dann  zu  seinem  Freunde  zurück  und  empfing  von  ihm  seine 
Schwester. 


XXVII. 

(a)  Ein  Scheich  hatte  einen  Sohn,  der  immer  auf  die  Jagd  und 
IO  Pürsche  ging,  um  Gazellen  zu  erlegen.  Eines  Tages  ging  er  auch 
auf  die  Jagd,  und  als  er  eine  Gazelle  sah,  liess  er  die  Falken  los,  und 
eilte  ihr  nach,  um  sie  zu  fassen.  Aber  die  Falken  konnten  sie  nicht 
einholen,  obwohl  die  Jagd  vom  Morgen  bis  zum  Abend  dauerte.  Als 
der  Jäger  sie  aus  den  Augen  verloren  hatte,  liess  er  ab  von  ihr,  aber 
• 5 als  er  sich  umsah,  da  war  er  in  einem  fremden  Lande,  das  er  vorher 
noch  nicht  gesehen.  Er  ritt  auf  einer  Stute,  und  hatte  Windhunde 
und  Falken  bei  sich.  Diese  verlor  er  auch,  ohne  dass  er  wusste,  wo 
sie  waren,  (b)  Er  blickte  sich  nach  allen  Seiten  um,  aber  er  wusste 
nicht,  wohin  er  gehen  sollte.  Da  dachte  er  bei  sich:  Ich  will  den 
20  Zügel  meiner  Stute  loslassen  und  sie  gehen  lassen,  wohin  sie  will. 
Er  that  so  und  die  Stute  ging  voran,  bis  sie  plötzlich  an  ein  grosses 
Haus  kam.  Daraus  kam  ein  Mädchen  hervor  zu  dem  Jüngling,  nahm 
seine  Stute,  band  sie  an  und  breitete  ihm  ein  Bett  aus;  dann  machte 
sie  ihm  Kaffee,  (c)  Als  sie  den  Kaffee  bereitet,  wollte  sie  ihn  ihm 
2 s vorsetzen;  er  war  aber  durstig.  Er  sagte  zu  ihr:  Mädchen,  ist  nicht 
an  dir  die  Kamelstute,  die  sich  verlaufen  hat,  vorbeigekommen?  Sie 
antwortete  ihm:  Sie  ist  vorbeigekommen  und  wieder  vorbeigekommen, 
aber  willkommen  sei  derjenige,  der  Wasser  will.  Dann  brachte  sie 
ihm  Wasser  und  setzte  ihm  Mittagessen  vor.  Er  blieb  drei  Tage 
30  dort  nach  der  Sitte  der  Araber;  am  dritten  Tage  frägt  man  dann 
den  Gast  (d)  Nach  drei  Tagen  fragte  man  ihn,  und  er  sagte:  Ich 
bin  der  Sohn  des  Scheichs  NN.  Ich  habe  von  deiner  Tochter  ge- 
hört und  bin  gekommen,  sie  zu  heiraten.  Ich  will  nun  sehen,  was 
du  sagst.  Der  Vater:  Wem  könnte  ich  sie  besser  geben  als  dir? 
35  Aber  geh  und  bring  drei  Lasten  Gold,  so  will  ich  sie  dir  geben.  Er 
war  damit  einverstanden;  dann  machte  er  sich  auf  nach  Hause  und 
sagte:  Bringt  mir  niemand  die  Stute?  Da  brachte  sie  ihm  das  Mäd- 
chen, und  er  fragte  sie:  Wo  sind  die  Deinigen  hingegangen?  Wie  ich 
sehe,  sind  sie  nicht  da.  Das  Mädchen:  Sie  sind  gegangen,  das  Vieh 
40  zu  weiden.  Er:  Wie  heisst  du  Mädchen?  Sie:  Knauf  deines  Schwertes. 
Wie  heisst  du  aber?  Er:  Backenknochen  deiner  Wange,  (e)  Jeder 


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QP<iträgt  jur  ftprac8irifft*fdiaft. 

cid(i)b  /nein  Itessad  abitk  [igt  üinte  fär(e)d  yntig  gidddmah  ytt/tei  ttellt 

(e) tridäh  dm  mitdahhide  ilnk  bigemid(a)  elh  tfridäh  yeld(u)  da/a  ceth 

(f)  gal  Jlha  mdjhdlif  iga  abith  yegdtm  iahet  ftiddämah  fakram  abith 
eldagitt  ikrdm  sd'/d  uegdl  h'  abith  bilbint  eilt  fridha  yegdljäh  ;d 
yolcdl  fei  md  gittji  min  et auttal  gdm  abith  yedezz  yt[äh  ayddim  5 
meiid/e  ne' 'arbäi(a)  humid  de/teb  y erd  hau  li  abtt Jbint  yi/yoled  ytid- 
kttm  lumntan  ignu  limecivthum  llga  edddr  gafra  uilmezdr  (i)biid  ia- 
i(a)m  edddr  halte  yiddär(u)b  bedid  gdl  e/noled  uerädd  eilt  ignu  yfdh 
yehüa  mihi  bidddr  Inf  fär(e)d  mö(tt)ged  mal  ttdr  ye’iga  li/mi(u)ged 
uuftfärnh  yeligä  bi/t  gyrse  hub(e)z  nein/  fiir(c)d  (i)htubat  ye/igtt  10 
ga  nun  ff ijhtubnt  färfejd  gltd  mal  »toi  yeldf  kürid  mektiib  faqarit 
elhatt  iitfa/i  mektitb  Inh  (g)  bi  an  fhna  ra (hin  lidiret  fnq-ljdq  nitida 
Unk  rdde  bif  taihl  yärdna  iaht  der  eddadfajn  ueki/l  mecän  el/i  ttebnl 
bi/t  aha  Utk  gyrse  bt/mi’f itjged  negitd  min  hü a htm  man  Idf  elhatt  ttqif- 
rdh  yerikab  (efritsah  uerdh  data  diirfujb  ettärfiß  yekill  ( bfujm  fi/ga  >5 
gyrse  hubfejz  tjegitd  mäi  i/a  an  uusat  lil  dar  ab  e/li  humtua  bi/ta  ye'igti 
dala  fiir(e)d  dag  dz  uentzel  yegaletjäh  et  dag  dz  (d  yoledi  dni  (e)ldandt 
antik  tdkil  uegd  ( dandt  me  früh  dala  hatte/uh  tttedd  tdäh  dala  gefi)- 
bäh  yöntdha  mttgddr  daifejr  terdt  lumman  untäha  galet  Jäh  Ziele 
iabttl  yuitnn  terid  dmir  ytfruiel  Jäh  uegadad  tjegdl  hldagüz  (h)  (d 
ydlide  asmad(a)  hyss  dyr(e)s  galet  Jäh  eydl/d/t  jabnl  bint  f?lan  ddatni 
abithä  mit  iirda  iintiha  liibn  damm/ut  yinhezem  biha  li/dArdg  yegd’i 
da/efij/t  fär(e)d  yoled  ihn  lef i)h  dArab  Hasan  yertl  idhä  min  dandah 
yinhezem  min  daddhum  negal Jlha  elbint  lis(e)mhd  ga/et  Jäh  eldagüz 
is(e)mhn  Fi  tue  gal Jlha  (d  ydlide  md  bic  teydddin  mehebsi  i/ha  gdtet _ 25 
Iah  mdjhdlif  lumman  yäddet  etmahbes  Ulm  yeiafetäh  Fitne  yegd/et 
liliagitz  rühi  gilt  Jäh  ha'/ih  ii/bes  (i)sldhah  ye(Ubes  (u)hditm  ntsndn 
yejigi  iilbid  be(i)n  essitfejr  ui/be(i)t  yeiehaddfr  (e)früsah  yitfiidd 
dalefijhä  daddetha  (i)  halyoled  min  Sfmai(a)  ha/keläm  iedd  da/a _ 
früsak  ue iga  lildyr(e)s  yelibed  bitneedn  eilt  nässet  Jäh  bi/t  lumman  30 
faddet  ennds  uUidarau  Um  dammha  da/e(i)ha  gdm  ftimdznb  ytidha 
lumman  za  dal  uegaljlha  (d  bö(tt)le  ( d umm  eldujiira  (e)mdallimi'c 
Hasan  ihn  le(i)h  Asdad  da/a  halmezäh  galet  Jäh  laddd  inte  ahsan 
min  Hasan  gal  Jlha  laddd  iult  tirdinäh  ga/et  Jäh  äridäh  gdm  yädd- 
rdb/ta  hiiiatfujb  elh  iiirab  bih  tiitiin  yegd/et  äh  ue(i)rjrdh  Hasan  35 
yefeguss  rdsak  fä  melditn  elyä/idefi)n  talad(a)  Hasan  ueiumat  essef i)f 
nchaff  räsah  famdt  (kl  nein  e galet Jäh  Irkttd  dala^früsak  gibha 
rikad  gab  (e)früsah  yd' ida  hi  a räclbe  fär(e)d  faras  ue/dblse  (u)hditm 
zitim  yemiiatt  ettiefijnhum  lumman  igatt  li  ahl  eluoled  /dein  ahl_el- 
yoled  cdnau  ( c)m  a tfsin  min  Hasan  yegd/au  mdt  lumman  idf  au  4° 
Hasan  sauyan  dyrfejs  ueke(i)f  uumhiait  elbint  data  Hasan  ue  aha d ha 
iitedii  utis/em  uisseldm. 


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QTltifjncr,  {TUu8a6j)fonifc6«  <ß<ft$u8tcTi  aus  tim  Jraq.  49 

verstand  die  Frage  seines  Freundes.  Der  Jüngling  ging  nach  Hause 
und  stellte  sich  krank  und  sprach  nichts.  Man  brachte  ihm  alle  Ärzte, 
ihn  zu  heilen,  aber  er  wurde  nicht  besser.  Da  sagte  eine  alte  Frau: 
Wenn  ich  ihn  heile,  was  gebt  ihr  mir?  Sie  sagten:  Was  du  willst, 
5 geben  wir  dir;  nur  lass  ihn  sprechen  und  anzeigen,  was  er  will  und 
was  er  nicht  will,  und  was  der  Grund  seiner  Krankheit  ist.  Die  alte 
Frau  ging  weg,  setzte  sich  ihm  zu  Häupten  und  sagte  ihm:  Mein 
Sohn,  es  giebt  viele  Verliebte,  und  du  bist,  wie  ich  sehe,  auch  ver- 
liebt Aber  sag  mir  nur,  wen  du  willst,  so  will  ich  sie  dir  in  Person 
«°  bringen.  Der  Jüngling:  Ist's  auch  keine  Lüge?  Die  Alte:  Nein,  bei 
Gott,  es  ist  keine  Lüge,  aber  jetzt  wird  dein  Vater  kommen;  rede 
du  nur  vor  ihm  und  trag  ihm  deine  Wünsche  vor,  und  ich  garantiere 
dir  alles,  was  du  willst,  und  wenns  mein  Tod  wäre,  (f)  Der  Jüngling: 
Meinetwegen.  Dann  kam  sein  Vater  und  er  trug  ihm  seine  Wünsche 
'S  vor.  Die  alte  Frau  aber  wurde  reich  beschenkt  Er  erzählte  nun 
seinem  Vater  von  dem  Mädchen,  das  er  haben  wollte,  der  aber  ant- 
wortete: Mein  Sohn,  warum  hast  du  mir  das  nicht  zu  Anfang  erzählt? 
Der  Vater  sandte  nun  mit  ihm  Leute  als  Gesandtschaft  und  vier 
Lasten  Gold.  Sie  zogen  zum  Vater  des  Mädchens,  der  Jüngling  mit 
20  ihnen,  als  sie  aber  an  ihrem  Platze  ankamen,  fand  er  „das  Haus  leer 
und  die  Strasse  weit".  Der  Jüngling  sandte  seine  Begleiter  zurück, 
er  selbst  ging  in  das  Haus  hinein  und  sah  eine  Feuerstätte.  Als  er 
dazu  kam  und  darin  wühlte,  fand  er  einen  Laib  Brot  und  sah  einige 
Stücken  Holz  und  unter  ihnen  ein  Schlauch  mit  Wasser.  Schliess- 
25  lieh  fand  er  ein  beschriebenes  Papier,  das  er  las;  darin  stand  ge- 
schrieben: (g)  Wir  reisen  nach  dem  Lande  Waq-Waq,  und  wenn  du 
mich  willst,  komm  uns  nach  auf  den  Spuren  der  Karawane.  An 
jedem  Orte,  wo  wir  übernachten,  werde  ich  dir  einen  Laib  Brot  und 
einen  Schlauch  Wasser  in  der  Feuerstätte  zurücklassen.  Nachdem 
30  er  das  Papier  gesehen  und  gelesen,  setzte  er  sich  auf  seine  Stute 
und  zog  den  Tieren  nach.  Jeden  Tag  fand  er  einen  Laib  Brot  und 
einen  Schlauch  Wasser,  bis  er  zu  den  Arabern  kam,  wo  jene  sich 
befanden.  Er  traf  eine  alte  Frau  und  stieg  ab.  Die  sagte:  Mein 
Sohn,  was  kann  ich  dir  zu  essen  geben,  dass  du  zu  mir  kommst? 
35  Gehst  du  nicht  lieber  zu  diesen  Scheichs?  Er  steckte  seine  Hand  in 
die  Tasche  und  gab  ihr  zehn  Pfunde.  Als  er  ihr  das  gegeben,  sagte 
sie:  Wällkommen,  mein  Sohn!  Befiehl  nur,  was  du  willst.  Sie  machte 
ihm  ein  Bett  zurecht,  er  setzte  sich  hin  und  sagte  ihr:  (h)  Meine 
Mutter,  ich  höre  den  Lärm  einer  Hochzeit.  Die  alte  Frau:  Ja,  mein 
40  Sohn,  das  ist  die  Tochter  NN’s.  Ihr  Vater  wollte  sie  nicht  ihrem 
Vetter  geben  und  floh  mit  ihr  nach  dem  Iraq.  Da  kam  ein  Jüngling 
zu  ihr,  ein  Sohn  eines  Scheichs,  namens  Hassan,  der  wollte  sie  von 
ihm  zur  F'rau.  Da  floh  er  von  ihnen.  Der  Jüngling:  W ie  heisst  sie? 

Beiträge  *ur  Sprach »it  letuchaft . V.  4 a 


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®ti(räg*  31«  £i?nicJirt|Tfnf4aft. 


SO 


XXVIII. 

(a)  fär(e)d  yä/ifd  mutauua  i(a)  ki/l  uäk(i)t  iiktil  elhaiäie  ila  'an 
r allen  USu/eimän  ihn  Da' In!  iiitiken  dess  la/efit/t  Su/eimän  gälßii/i 
(ä  tfoled  fei  mit  tegüz  min  elhaiäie  /ä  iikit/ennak  gä/Jiih  elhaiäie 
iitiltn  uiekitlenm  gä/Ja/i  alauye/ak  elhaiäie  gäl/a/t  iaurjifniiä/iiun  5 
dezz  Su/eimän  la/a  gemiif a)^lliaiäic  tilgen  gemil/a)  mä  äkn  haiie 
ttgäm  fis'dlhinn  Su/eimän  la/a  iirfijb  eltnoi  u/tenne  näh/de  (f)tgül  i/i 
iahfejr  mä  Hf(e)t  eltnoi  uuähide  (f)tgul  i/i  sene  uuähide  (f)tgul  i/t 
laira  senin  i/a  'au  iga  la/a  fär(e}d  haiie  tö(u)l!ia  (i)bto(ujl  edderäl(a) 

(b)  u/'ijnSedha  lau  eltnoi  uga/etjah  bi' an  änt  min  firfe)/  htielii>( ujm  10 
mä  iaräb(e)/  moi  umä  lißejt  moi  umä  setnäi(e)/  bis(e)m  eltnoi  ga /_ 
il/ta  Su/eimän  iä  haiie  änt  ahuttßic  halhadid  u'inli  tnfaht  ia/e(i)h 
fa'ida  (a)hragtih  intt  Icmätn  mä  lärlba_ltnöi  tjä’ida  mä  (a)hragtih 
inti  Särlba  ga/et/ah  mä  jhä/if  hat/  elhadid  ilhä  uunfähet  la/efißt 
tjä’ida  raditäh  mitfe)/  errumäd  gä/_/äh  teilt/  fä  t/o/ed  gä/ßah  lif(e)t  is 
iä  seiiidt  et än  että(u)be  lala  id  Allah  u'idak  uisse/äm. 


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QTUifjner,  (JUuBaBgfontf#*  <Bffc§ic6<tn  aus  btm  3raq.  51 

Die  alte  Frau:  Fitne.  Der  Jüngling:  Meine  Mutter,  willst  du  nicht  so 
gut  sein,  ihr  meinen  Ring  zu  bringen?  Die  alte  Frau:  Meinetwegen. 
Als  sie  ihr  den  Ring  brachte,  und  Fitne  ihn  sah,  sagte  sie:  Geh,  sag 
ihm,  er  möge  seine  Waffen  anthun  und  sich  zwischen  dem  Vorhänge 
5 und  dem  Hause  verbergen.  Er  soll  auch  seine  Stute  gesattelt  bereit 
halten,  (i)  Als  er  das  hörte,  sattelte  er  seine  Stute  und  ging  zur 
Hochzeit,  wo  er  sich  an  der  Stelle,  die  sie  ihm  angegeben,  verbarg. 
Die  Gäste  zerstreuten  sich  allmählich,  und  man  schickte  den  Vetter 
zur  jungen  Frau.  Dort  fing  er  an  mit  ihr  zu  scherzen,  schliesslich 
10  wurde  er  aber  zornig  und  schrie  sie  an:  Du  schlechtes  Frauenzimmer, 
hat  dich  so  zu  scherzen  Hassan,  der  Sohn  des  Scheichs  As'ad,  ge- 
lehrt? Die  Braut:  Bist  du  etwa  besser  als  Hassan?  Der  Bräutigam: 
Willst  du  ihn  etwa?  Die  Braut:  Ja,  ich  will  ihn.  Da  schlug  er  sie 
mit  dem  Holzrohr  der  Tchibukpfeife.  Die  Braut:  O weh,  wo  ist 
15  Hassan  hingegangen,  dass  er  dir  den  Kopf  abschlägt,  du  verfluchter 
Mensch?  Nun  kam  Hassan  hervor,  zog  das  Schwert  und  hieb  ihm 
den  Kopf  ab,  dass  er  sofort  starb,  (kl  Sie  trieb  ihn  an,  nach  dem 
Pferde  zu  laufen  und  es  herzubringen.  Als  er  mit  ihm  wiederkam, 
hatte  sie  auch  schon  eine  Stute  bestiegen  und  Männerkleider  angelegt, 
so  Sie  eilten  beide,  bis  sie  zu  der  Familie  des  Jünglings  kamen,  die 
seinetwegen  schon  ganz  verzweifelt  war  und  ihn  für  tot  hielt.  Da 
sie  ihn  nun  wiedersahen,  veranstalteten  sie  die  Hochzeit  und  aller- 
band Lustbarkeiten  und  vermählten  ihm  das  Mädchen,  und  er  nahm 
sie  als  Frau.  Leb  wohl  und  bleib  gesund.  Adieu. 


*5  XXVIII. 

1 a)  Ein  Schlangenbeschwörer  tötete  immer  die  Schlangen,  bis  sie 
zu  Soliman  ibn  Daud  gingen,  sich  bei  ihm  zu  beklagen.  Da  Hess 
ihn  Soliman  holen  und  sagte  ihm:  Mein  Sohn,  warum  lässt  du  nicht 
von  den  Schlangen  ab?  Sie  möchten  dich  sonst  töten.  Der  Be- 
30  schwerer:  Wo  sind  die  Schlangen,  die  mich  töten  könnten?  Soliman: 
Soll  ich  dir  die  Schlangen  zeigen?  Der  Beschwörer:  Ja,  zeige  sie  mir. 
Da  Hess  Soliman  alle  Schlangen  holen,  und  es  erschien  alles,  was  es 
an  Schlangen  gab.  Darauf  fragte  sie  Soliman  nach  dem  Wassertrinken. 
Eine  von  ihnen  sagte:  Ich  habe  seit  einem  Monat  kein  Wasser  ge- 
35  sehen,  eine  andere:  Ich  ein  Jahr  nicht,  wieder  eine  andere:  Ich  zehn 
Jahre  nicht,  bis  er  zu  einer  Schlange  kam,  die  etwa  armeslang  war.  (b)  Er 
fragte  sie  nach  dem  Wasser,  sie  antwortete:  Seit  ich  geworden,  bis 
heute  habe  ich  weder  Wasser  getrunken,  noch  Wasser  gesehen,  noch 
den  Namen  Wasser  gehört.  Soliman:  O Schlange,  ich  werde  dir 
40  dieses  Eisen  aufstellen,  und  du  blas  es  an;  wenn  du  es  verbrennst, 
hast  du  wirklich  kein  Wasser  getrunken,  wenn  du  es  nicht  verbrennst, 

4* 


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52 


üßiiirägc  ;ur  ftmtttfc$<n  £}:rflcf>irifTfn[c§aft. 


XXIX. 

(a)  bizrmän  Iskender  duJqarRe(i)n  cän  kill  (ö(u)m  (t'seiienä/i 
fär/ejd  yithfd  lumman  ichallesah  (f)zian  iähid  räsah  läcin  mäh  ad 
jjdri  ilah  güritn  fär(e)d  (äfu)m  iäf  färfejd  müzcntn  gal  Jäh  tfruh 
nt(äi  za  ihm  t gäl  Jäh  arnh  räh  uijäh  ehnüzetiin  lumrnan  ha/lcsah  5 
(f)siän  gäm  (Md  iähid  räsah  gäl _läh  lb)  fei  tä/jid  räsi  [ä  Iskender 
gilt  Jäh  li  an  inte  iif(e)t  giirüni  tte  ahäf  (f)tgül  ltnnäs  ugablak  killmen 
i ezciiinnt  ‘ ah  ad (e)t  räsah  gäl _läh  äm  fä  ha  Ufa  sä/tib  ai(a)iäl  u atfäl 
umäjhum  refiir  Allah  uäni  eilt  tneiaifiShunt  gäl  Jäh  laiäd  (e)ilö(tt)n 
gäl  cl(i)mzeiiin  äm  ätiähad  titiäk  ida  shnäi(t)l  min  hat  uläia  bi  an  10 
Iskender  ilah  gernef i)n  ai(a)rifha  min  iandl  udiss  ialeifa  näsln  bin 
gäl  Jäh  mäjihälif  häda  _ l(i)mzeiim  räh  leheläh  utemm  e/f'ijmzeifin 
(alias  ( erid  (egal  hfär(e)d  uähcd  läcin  [iVjäf  (in/jäd  räsah  fatemm 
muddet  iah/ejr  uma^gdar  (ismah  (c)  (öfujm  räh  (e)tbarra  J uläia 
iäf  fär(e)d  bir  denneg  bilbir  tisäh  fnlu)he(i)n  Iskender  ilah  gürtin  et-  'S 
fte(i)n  Iskender  tlali  güritn  etüefijn  tträh  sä  3a  yä' ida  ja  irät  ( ijgfttbäf 
e/ilefijn  min  qtidret  Al/äh  ugämen  i esi/ten  Iskender  ilah  (u)gritn  etfte(ijn 
uiälat  bit uläia  lumrnan  scmal(a)  bi/t  Iskender  dezz  ia/aj( ijmzeifn 
ttgä/Jäh  lei  (f)tgüt  gäl  Jäh  äm  tnä  gil(e)t  gäl  Jäh  laläd  minhu 
gäl  Jäh  äktt  bir  ttbih  (ijgsttbäl  etHe(i)n  (tqihen  Iskender  i/äh  (u)gritn  xo 
etHe(i)n  gäl  Jäh  fid(i)g  ld)  gäl  Jäh  ey  Allah  iä  hatifa  räh  Iskender 
lilbir  uiäfhintt  (i)bieinah  ttdezs  ialaj(i)mzei(in  ugäljä/t  ta.iäl  ihctjt 
e/qadije  gäl  Jäh  äm  i/la  tintim  haddak  ubahtak  ia/lah  ähcijak  gäj 
/äh  i/ak  e/hadd  uc/bahf e)t  ma  isir  färfcjd  iefij  lumrnan  öntäh  et antän 
hacäjäh  bt/qadiie  min  auye/htt  Hta/iha  ttgäl  Iskender  sttbhän  Allah  25 
eilt  ifnettiq  e/lädt  mit  Jäh  lisän  ue dkram  ia/a  /(i)mzeiiin  ikritm  za  id 
ycsselam. 


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JHeifjnsr,  (n.*u6a6yfomf4t  ®(fc6tc6((l<  aus  6<tn  3taq.  53 

hast  du  Wasser  getrunken.  Die  Schlange:  Meinetwegen.  Er  stellte 
das  Eisen  auf,  sie  blies  es  an,  da  wurde  es  zu  Asche.  Soliman:  Siehst 
du,  mein  Sohn.  Der  Beschwörer:  Ich  habe  gesehen,  mein  Herr;  jetzt 
gelobe  ich  Busse  bei  Gott  und  bei  dir.  Adieu. 


5 XXIX. 

(ai  Zur  Zeit  des  Iskender,  des  zweigehörnten,  rasierte  ihn  täglich 
jemand.  Wenn  er  das  Rasieren  beendet,  Hess  er  ihn  köpfen;  denn 
niemand  wusste,  dass  er  Hörner  hatte.  Eines  Tages  sah  er  einen 
Barbier  und  sagte  ihm:  Komm  mit  mir,  rasiere  mich.  Der  sagte  zu 
i°  und  ging  mit  ihm.  Als  er  das  Rasieren  beendet,  wollte  Iskender  ihm 
den  Kopf  abschlagen  lassen,  er  aber  fragte:  (b)  Weshalb  willst  du 
meinen  Kopf?  Iskender:  Weil  du  meine  Hörner  gesehen  hast,  und 
ich  fürchte,  dass  du  es  den  Leuten  sagst.  Vor  dir  habe  ich  jedem, 
der  mich  barbierte,  den  Kopf  abhauen  lassen.  Der  Barbier:  O Chalifa, 
'5  ich  habe  Familie  und  Kinder,  und  die  haben  nur  Gott  und  mich  zum 
Ernährer.  Iskender:  Was  nun?  Der  Barbier:  Ich  will  einen  Pakt  mit 
dir  schliessen:  Wenn  du  von  der  Stadt  hörst,  Iskender  habe  zwei 
Homer,  so  wisse,  dass  das  von  mir  herstammt,  sende  nach  mir  und 
kreuzige  mich.  Iskender:  Meinetwegen.  Dieser  Barbier  ging  nun 
jo  nach  Hause,  aber  er  litt  darunter,  da  er  es  jemandem  mitteilen  wollte, 
nur  fürchtete  er,  es  könnte  seinen  Kopf  kosten.  So  blieb  er  einen 
Monat,  bis  er  es  nicht  aushalten  konnte  (c)  Er  ging  aus  der  Stadt 
heraus  und  sah  einen  Brunnen,  beugte  sich  über  den  Brunnen  und 
rief  zweimal:  Iskender  hat  zwei  Hörner,  Iskender  hat  zwei  Hörner. 
JS  Nachdem  er  weggegangen,  wuchsen  durch  Gottes  Macht  zwei  Rohr- 
stengel, und  die  wisperten  nun:  Iskender  hat  zwei  Hörner.  Das  Ge- 
rücht verbreitete  sich  in  der  Stadt,  und  als  auch  Iskender  davon  hörte, 
Hess  er  den  Barbier  holen  und  sagte  ihm:  Weshalb  plapperst  du? 
Der  Barbier:  Ich  habe  nichts  gesagt.  Iskender:  Wer  denn?  Der 
jo  Barbier:  Es  giebt  einen  Brunnen  und  dabei  zwei  Rohrstengel,  die 
rufen:  Iskender  bat  zwei  Hörner.  Iskender:  Wirklich?  (d)  Der  Bar- 
bier: Bei  Gott,  o Chalifa.  Da  ging  Iskender  zum  Brunnen  und  sah 
das  Rohr  mit  eigenen  Augen.  Darauf  Hess  er  den  Barbier  holen 
und  sagte  ihm:  Komm  her  und  erzähle  mir  die  Geschichte.  Der 
35  Barbier:  Ich  erzähle  die  Geschichte  nur,  wenn  du  mir  dein  Wohl- 
wollen schenkst.  Iskender:  Du  hast  meine  Verzeihung  und  mein 
Wohlwollen;  dir  wird  nichts  geschehen.  Als  er  die  Verzeihung  er- 
langt, erzählte  er  ihm  die  Geschichte  von  Anfang  bis  zu  Ende,  Isken- 
der aber  sagte:  Preis  sei  Gott,  welcher  Wesen  ohne  Zunge  bat  reden 
4°  lassen.  Dann  beschenkte  er  ihn  reichlich.  Leb  wohl. 


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54 


(gfiftige  jut  f?mifif4«n  f£|)tAc6wtff>nfc0af<. 


XXX. 

(a)  fiir(c)d  fö(u)m  min  et t/ärn  Loqmän  elhakim  sär  iebir  essinn 
Ufri/t  ibnäh  ugälftäk  i<i  ihn  änt  ingitid  Somrt  läcin  änt  äuafsik  lä 
ttlsauui  ftr(c)d  Surfe)/  bike(t)f  ennäs  i/Ul  (i)bke(i)fak  li' an  ennäs  mä 
iirdün  Sa/a  uälu  d elyoled  gal  labti/i  teS  tgiil  e/mete/  lö(u)  rid(e)t  te-  5 
saunt  fär(e)d  Seit ) Siir  et akbar  tninnak  uat äzrar  tninnak  ida  für 
ritfak  yärd'ihum  sua  leS(d)ma/ä/t  ua  ida  mä  für  sua  lä  teS(ä)ma/ah 
teSänedau  ethe(i)nhum  htm  man  teSänidau  gäl  Loqmän  /ibnäh  rüh 
gtbftnnä  fär(e)d  zumal  u änt  aSauttefak  (b)  rä/t  eluoled  gab  zitmäl 
lä  ein  bi  t[äm  harr  miSau  biddärfujb  uhumma  / itnSün  uälmii/i  iimSt  10 
hält  mdhad  räctbah  tllaggohum  (u)trttS  gät/au  baS(d)dhum  bäS(a)d 
Stifts  hadö/e  Umhin  etbe(i)nhum  utnä  yähcd  iirkab  elmutt  uuddin/e 
hätrre  gälftäh  )ä  yoledi  semäSfeJt  gälftäh  semaS(e)t  farikab  eluoled 
ute/aggohuin  (u)trtiS  gä/an  Stift 1 ha/yoled  räcib  udSSa  fb  iimSt  (c)  gäl^ 
lall  iä  yoledi  scmaS(e)t  gälftäh  semäS(e)t  nizel  eluoled  urikab  eSSä’ib  'S 
ute/aggähum  (u)trüS  ugälau  Sitfu  haSSäi’fb  hii’a  räcib  uä/yo/ed  iimSt 
uhti  a gähil  in  ä ft  ah  qabl/i(e  lilmcSi  gälftäh  sfmäi(e)t  iä  yoledi  gäl w 
läh  semdSfeJt  räddau  (i)rkübau  cthe(i)nhum  u/elaggähum  (u)trüS  ugä- 
lau Stifts  hadä/e  mä  iehajtin  min  Allah  elmutt  (e)Skubrah  urdcÜbinäh 
ctfic(i)nhum  gäljläh  slmäi(e)/  lä  yoledi  gätjläh  semdS/e)/  (d)  gälftäh  20 
Sif(e)t  färfejd  uät/ted  rida  Sale  filmt  gälftäh  mä  Sifte)/  gäl  ft  äh  is- 
tnaS(a)  ke/äml  i ä yo/ldt  u imSt  (i)bkefijfak  yä/ä  tismaS(a)  Söfujr  ennäs 
yisseläm. 


XXXI. 

(a)  fär(e)d  iofujm  min  eft/ärn  sär  gihäd  yfeftkuffär  uinnebi  25 
(e)Mhammed  gäl  US  Alt  (ä  SAH  lief  gihäd  ida  mä  rihfe)t  inte  yä'il/d 
ftntiSf a)  eilt  lertt/i  fncetil  gälftäh  SAH  ärid  SAntar  ihn  Zebiba  ut/ät 
ialläh  aruh  gälftäh  enncbt  sä  SAH  ruh  Hlmugbera  usih  SAntar  SAntar 
uehit  a ieridd  Salefijk  uihciftäh  bi/qadi/e  yesauyih  mislim  t/ihidäh 
yitäk  räh  SAH  Hlmugbera  uesäh  SAntar  SAntar  yaidaftntugbera  3° 
aktdrha  tiridd  Sa/a  SAH  hält  (b)  rädd  SAH  liälfhammed  ugä/ftah 
aStif  elmugbera  kil/ha  teridd  Saleiia  hält  mä  (a)Saraf(e)t  aifähu  SAntar 
gälftäh  (e)Mhammed  iä  SAU  rith  sih  lah  SAntar  ihn  Zebiba  uehit  a 


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QftWtgntt,  (tttu8a6gfomfc$e  (gjfc8«t8l«n  aus  Um  Jraq. 


55 


XXX. 

(a)  Eines  Tages  rief  der  weise  Loqman,  der  schon  hoch  betagt 
war,  seinen  Sohn  und  sagte  zu  ihm:  Mein  Leben  geht  zu  Ende,  aber 
ich  will  dir  einen  guten  Rat  geben:  Handle  nicht,  wie  die  Leute  es 
5 wollen,  sondern  nur  wie  du  es  willst;  denn  die  Leute  sind  mit  keinem 
zufrieden.  Der  Sohn:  Warum  sagt  das  Sprichwort:  Wenn  du  etwas 
thun  willst,  frag  die  älter  und  die  jünger  sind  als  du  um  Rat,  und 
wenn  deine  Ansicht  mit  ihrer  übereinstimmt,  tliue  es,  wo  nicht,  so 
lass  es?  Sie  gerieten  in  Streit  und  schliesslich  sagte  Loqman  zu  seinem 
10  Sohne:  Geh,  bring  uns  einen  Esel,  und  ich  werde  dich  überzeugen, 
(b)  Der  Knabe  ging  und  brachte  den  Esel,  aber  es  war  damals  heiss. 
Sie  gingen  fürbass,  liefen  aber  beide  zu  Fuss,  während  der  Esel  leer 
ging  und  niemand  ritt.  Da  trafen  sie  Reisende,  die  zu  einander 
sagten:  Sieh  die  da,  beide  gehen  und  keiner  reitet  den  Esel,  während 
15  es  doch  so  heiss  ist.  Loqman:  Hast  du  gehört,  mein  Sohn?  Der 
Sohn:  Ja.  Dann  stieg  der  Knabe  auf,  und  sie  trafen  Reisende,  die 
sagten:  Seht  diesen  Knaben,  der  reitet,  während  der  Greis  zu  Fuss 
geht  (c)  Loqman:  Mein  Sohn,  hast  du  gehört?  Der  Sohn:  Ja.  Dann 
stieg  der  Knabe  ab,  und  der  Greis  stieg  auf.  Es  trafen  sie  Wan- 
20  derer,  die  sagten:  Seht  diesen  Greis,  der  reitet,  und  der  Junge  geht, 
und  er  ist  doch  noch  klein  und  hat  nicht  die  Fähigkeit  zum  laufen. 
Loqman:  Mein  Sohn,  hast  du  gehört?  Der  Sohn:  Ja.  Dann  schliesslich 
stiegen  sie  beide  auf,  und  es  trafen  sie  Reisende,  die  sagten:  Seht 
diese  Leute,  die  fürchten  sich  nicht  vor  Gott;  wie  klein  ist  der  Esel, 
25  und  beide  reiten  auf  ihm.  Loqman:  Hast  du  gehört,  mein  Sohn? 
Der  Sohn:  Ja.  (d)  Loqman:  Hast  du  einen  gesehen,  der  mit  uns  zu- 
frieden war?  Der  Sohn:  Nein.  Loqman:  Also  hör  auf  mein  Wort, 
mein  Sohn,  und  geh  nach  deinem  Belieben  und  höre  nicht  auf  den 
Rat  der  Menschen.  Adieu. 


30  XXXI. 

( a 1 Einmal  war  Krieg  mit  den  Ungläubigen,  und  der  Prophet 
Mohammed  sagte  zu  Ali:  Ali,  wenn  du  nicht  ausziehst,  werden  alle 
Krieger  getötet.  Ali:  Ich  will  Antar  ibn  Zebiba  haben,  dann  werde 
ich  ausziehen.  Der  Prophet:  Geh  zum  Friedhof  und  ruf:  Antar,  Antar! 

35  Er  wird  dir  antworten,  erzähle  ihm  dann  die  Geschichte,  mach  ihn 
zum  Muslim  und  nimm  ihn  mit  dir.  Ali  ging  also  zum  Kirchhof  und 
rief;  Antar,  Antar!  Aber  die  Mehrzahl  der  dort  Ruhenden  antwor- 
tete; Hier!  (bi  Ali  ging  nun  zum  Mohammed  zurück  und  berichtete; 

Der  ganze  Kirchhof  antwortete  mir  mit  Hier,  und  ich  habe  nicht  in 


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$«tträge  ;ur  ftimlifcj«  £prac(StrifT<nf4afl. 


56 

ieridd  ialefijk  räh  iAH  u /alt  Jäh  mit(e)l  mä  gal  Jäh  ennebt  uerädd 
ia/e(i)h  ugä/Jäh  itlat(a)  ialriia  falal(a)  iale(i)h  uegäl  iAntar  auual 
mä  talal(a)  min  elgab(e)r  bete  Jhadid  ulä  bele(i)na  iai(a)ni  elhadid 
akah täh  elgäi(a)  flutet  mä  akaletnä  min  kyt(e)r  feräsetnd  (C)  farädd 
iate/ijh  iAH  uhaiä  Jäh  bissälife  yegäljäh  tfsähed  iä  IAntar  u/ir  5 
mishm  gäljiih  aihadu  annajhagg  bisse(i)f  uiliägiz  O'rid  (e)lhüd 
uegäl  Jäh  uätak  gt'd  aihadu  an  lä  iläha  illajläh  t/a  aihadu  antia 
Muhammed  rasü/ujläh  gätjäh  IAntar  aihadu  anna  lmcrf ejz  ladäl 
elgäi(a)  gäljäh  iAH  jä  IAntar  tel  mä  tftelähfd  yttlsir  mishm 
(d)  gäljäh  iä  IAH  ida  ridfejt  ä/eiähfd  ti a/ir  mishm  u a/ir  teii.ib  >° 
baifald  ham  ami/t  gäljäh  IAH  e iä  iAntar  gäljäh  hallini  ärtdd 
ia/a  meeänt  ahsänji  min  eddinie  uräddeh  limtcänah  ueräh  yisseläm. 


XXXII. 


(a)  qufli/e  lihauäga  Nasr-edditl  fär(c)d  fi>(u)m  igä  liddttjän  uegäl 
selämun  ialef ijkum  gälau  uäiale(i)kum  esseläm  gäljlhum  iandt  < 5 
fär(e)d  hicäie  tei(a)refänha  lö(tt)  mä  tei(a)rifüuha  gälau  ezzilitn  mä 
neifajrtfha  gäl  äni  ham  mä  aiallem  biha  räh  limZcänah  (e)hläf  mä 
räh  tehäean  ezzilitn  bi' an  uns/  ifgnlün  nei(a)riflui  uenu/s  /egt/lun  mä 
neiarifha  fasärau  ia/a  harräi  ft'igä  Na/r-edditt  l/egäl  iandt  far(e)d 
hicäie  teifajrifünhä  aulä  (b)  nu//  gälau  nei(a)rifhä  unitss  gälau  mä  20 
nci(a)rifha  gäl  eilt  iei(a)reftinha  ieiallfmün  eilt  mä  iei(a)refünhd 
ueriidd  leheläh  uetälit  {ö( u)m  tgä  liddiuän  uegäl  iandt  hicäie  tei(a)re- 
fünhd  aulä  gälau  nei(a)rif  gäl  tnadäm  intu  tei(a)rlfün/ta  äm  mit 
läzim  ä/teihd  t/eräh  leheläh  yih/ü/et  e/hieäie. 


XXXIII. 

i ä)  fär(e)d  t/ähed  i/iih  sädig  mäl  gähne  kill  mä  Ogi  lilgahue 
Ogilditn  sit  a ubc(i)näthum  seläm  ii'(u)m  min  efi/äm  galöjäh  sädi- 
gak  sär  uttgiän  gäljlhum  sid(i)g  galäjäh  sidfijg  läcin  hä  die  eti/ärn 


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(JTUifjiKt,  (Jl«u6a6jfonift8c  ®efc3t<6(<n  au»  Sem  3™q. 


57 


Erfahrung  bringen  können,  wer  Antar  sei.  Mohammed:  Geh,  Ali, 
und  ruf  ihn:  Antar  ihn  Zebiba,  so  wird  er  dir  antworten.  Ali  ging 
hin  und  rief  ihn,  wie  der  Prophet  ihm  gesagt.  Antar  antwortete  ihm 
und  Ali  forderte  ihn  auf,  zu  ihm  heraufzukommen.  Er  that  das  auch 
S und  sagte,  bevor  er  aus  dem  Grabe  stieg:  Das  Eisen  ist  verdorben, 
aber  wir  sind  nicht  verdorben  (d.  h.  das  Eisen  hat  die  Erde  verzehrt, 
aber  uns  hat  sie  nicht  verzehrt  wegen  der  Grösse  unserer  Tapferkeit), 
(c)  Ali  antwortete  ihm,  erzählte  ihm  die  Geschichte  und  sagte  ihm: 
Leg  Zeugnis  ab,  Antar,  und  werde  Muslim.  Antar:  Ich  bezeuge,  dass 
io  das  Recht  beim  Schwert  ist,  und  der  Schwache  wünscht  Zeugen. 
Ali:  Du  da,  sage:  Ich  bezeuge,  dass  es  keinen  Gott  ausser  Allah 
giebt,  und  ich  bezeuge,  dass  Mohammed  sein  Prophet  ist.  Antar: 
Ich  bezeuge,  dass  das  Eggen  das  Ebnen  der  Erde  ist.  Ali:  Antar, 
warum  legst  du  nicht  Zeugnis  ab  und  wirst  Muslim?  (d)  Antar:  O 
>5  Ali,  wenn  ich  Zeugnis  ablegte  und  Muslim  würde,  und  dann  wieder 
auflebte,  müsste  ich  später  doch  sterben?  Ali:  Ja,  Antar.  Antar: 
Dann  lass  mich  lieber  an  meinen  Ort  zurückkehren.  Der  ist  mir 
besser  als  die  Welt.  So  brachte  ihn  dann  Ali  zurück  und  ging  seines 
Weges.  Adieu. 


XXXII. 


(a)  Eine  Schnurre  vom  Chawadja  Nasr-eddin. 

Eines  Tages  kam  er  in  den  Diwan  und  sagte:  Guten  Tag.  Sie: 
Guten  Tag.  Er:  Ich  habe  eine  Geschichte.  Kennt  ihr  sie  oder  kennt 
ihr  sie  nicht?  Sie:  Wir  kennen  sie  nicht.  Er:  Dann  will  ich  euch 
auch  nicht  darüber  belehren.  Dann  ging  er  nach  Hause.  Nachdem 
er  weggegangen  war,  besprachen  sich  die  Leute,  eine  Hälfte  sollte 
sagen:  Wir  wissen  es,  die  andere  Hälfte:  Wir  wissen  es  nicht.  Als 
sie  diesen  Entschluss  gefasst  hatten,  kam  Nasr-eddin  und  sagte:  Ich 
habe  eine  Geschichte.  Wisst  ihr  sie  oder  nicht?  (b)  Die  eine  Hälfte 
30  antwortete:  Wir  wissen  es,  die  andere  Hälfte:  Wir  wissen  es  nicht. 
Er:  Diejenigen,  die  sie  kennen,  mögen  die  belehren,  die  sie  nicht 
kennen.  Dann  kehrte  er  nach  Hause  zurück.  Am  dritten  Tage  kam 
er  in  den  Diwan  und  sagte:  Ich  habe  eine  Geschichte.  Wisst  ihr  sie 
oder  nicht?  Sie:  Wir  wissen  sie.  l'.r:  Wenn  ihr  sie  wisst,  brauche 
35  ich  sie  euch  nicht  zu  erzählen.  Dann  ging  er  nach  Hause.  Schluss. 

XXXIII. 

(a)  Jemand  hatte  einen  Freund  aus  dem  Cafe.  Wenn  er  nach 
dem  Cafe  kam,  sassen  sie  zusammen  und  begrüssten  sich  freund- 
schaftlich. Eines  Tages  sagte  man  ihm:  Dein  Freund  ist  krank  ge- 

4b 


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5« 


Jpnlrijt  3ur  f«mtifc£<n  jäp ra dSirtlTfnfdSafl. 


elhalifa  Harun  erreliit  nthmtr  gentilfaj  eilt  (imil  biltil  iahldün  rasah 
gal  linefsäh  uhl/ah  arid  aruh  ne  aitif  fädigl  ida  (i)bemonl  hallt  (a- 
Ißdiin  rast  leget  hhter  refigi  uh  ida  mit  (ijbemhm  zftjeit  lala  zfijett 
llicitt  hita  mit  lall  lalefijh  fudfail  ref  ijr  esselhm  hitgahne  (b)  ba  Ifajd 
dltlik  ginn  uralt  shtla  hü  a itmit  uaidaj/ltilifa  ftaddaurije  ut(hh  laghh  5 
sadfejr  (tjbsadfejr  (i)betnhh  ugalhjäh  inte  mit  sltttti  ifejt  ettenbih  gaf 
ilhum  he/t  sema  !(e)t  gilt  Jäh  fejlma  iäjtta  timil  ga/ilhum  i/t  färfejd 
sadig  kill  uhkfijt  agt  äglid  hitgahne  ttliit  a (iglid  tttiai  mnhjah  fttdfajl 
la/eifa  ttmlt  ih  fuetfajl  late  i)/t  /nein  lege/  hhter  esselhm  ualttnnsa 
eilt  niglid  nnisthnis  hiha  ughljäh  elltalifa  am  asautjl  lalefijh  färfejd  i° 
lefij  ida  refigak  iisna  ahdet  rhsak  hm  äifafu  laiinak  ya ida  mit 
fistja  Itut  hhid  rtiskum  eine  t aikttm  gh/Ja/t  hmir  (c)  gal  elhalifa  hm 
aruh  tjtfhk  bittebdil  lisadigak  na  ida  uasa/tah  leg»/  hre/igak  elhalifa 
rhd  {hhid  rast  muh  fakkni  Hin  bi  leid  ( (jcflts  lein  tera  uh  Uni  ida 
önfäklihhinn  älf a Jft  lankuni  etflrfijnkum  tja  ida  mit  sahn  hik  uattth  'S 
önth  hhid  rtiskum  gal  Jäh  hybban  nakirltman  gamau  rhhau  hu a 
uü/halifa  lumntan  igatt  li/bhb  deggau  gltlatt  minhu  galjlhum  hm 
fiiUtn  (d  ) galjlhum  fukktl  elbhb  Halt  fäkkau  e/bhb  ultnhader  tteselU- 
mau  lalefijh  utfiafhjäh  ughl_/äh  min  taraf  ettelet  fejefhs  gal  Jäh 
sehle  ll(tt)  iitlnb  laira  (t'Jeihs  äntihinn  leget  hhter  esselhm  nalgalfajde  *> 
lunar  la/a  ahe/a/t  bi  an  bullt  telet  (f)ij_hs  lein  fern  u bntühinn  lifadigt 
btt  tau  ettelet  (cJe/hs  ughljäh  {ä  ahitfe  lim  aruh  ulfikum  ga/hja/t 
inte  nnglhn  muh  tigdar  timil  nt{hna  galjlhum  ahhf  elhhlift  mit 
firda  bi/elet  f(Jc{hs  nitida  rhd  balfajd  antik  banale  igau  lifiirfejd 
meehii  na/meelui  ilhum  hik  esshdig  etthlit  ugh/att  last  tu  nenturr  lala  25 
Sadigna  (e)  mnarrau  lalefijh  use/limaii  lalefijh  iiga/J/hutii  ledeifn Jua 
(i)bhaHel  galhjith  fei, in  ihn  tjugilnt  ti hm  rihfejt  lalefijh  aiitfah  tjäl- 
zemlnii  findiiii  {ahednn  rast  ubalfajd  dii/ik  lunar  ialcifa  (ijbte/et 
((Je Jas  lein  tera  ttgh/Jt  ida  öntefijt  le/et  (fjcias  dlfajfn  latinak  na- 
’ida  mh  bntefijthinn  hhid  rhsak  urihfejt  liffHtn  cluitgihn  uhaie(i) J 30 
lii/t  bi/gadiie  uaigefijna  Itnl  yiilth  neitifak  galjlhum  hessal  linefijtt 
(ijtruhun  ga/o  Jäh  tieriih  in  tut  fiirfejd  tthhed  iaditnä  lltzim  »fruit 
nekit/ah  gbl  hui  haut  aruh  ulfhkmn  galhjäh  mit  nfhitgak  gaj 
ilhum  hnt  rlt  ihata  hazzim  ga/hja/t  mh  (f)  rhlt  f (Jthazzam  uralt  li- 
beftjl  elhalifa  11/igä  fiirfejd  lahfnf  ghtiiid  iemm  elhazne  ferid  / ebtigha  35 
f it  lalefijh  ngass  rasah  ugltbah  hrablah  galhjäh  iiuhfl  hltda  gaj 
ilhum  hltda  rlts  elhalifa  ubtuja  landkum  eilt  teridnn  tertlhiui  lalefijh 
ladükmn  /mit  tun  11  sentaifajjhalifa  gal  Jäh  tjefijn  legefij/äh  gal  Jäh 
bilhazne  malet  e Ihn  Ufa  lumm  an  dahhag  ia/e;ijh  elhalifa  älfajrüfith 
ttgal J/hmn  hm  nalasfejt  mtu  nihu  laje/lt  (cjmladikum  galhjäh  40 
ruh  (g)  rhlt  limeehnah  uhumma  ettelhte  rhhatt  lala  ladtihum  uketflöh 
ft  e' igau  tum  man  flrr  efsuhfaih.  dezz  elltalifa  la/a^sshr  ttezir  yaffhl 
tjtezir  nngutua  ifajhmu  ttgal J/hum  dizztt  lala  fiillnt  ufüllut  ufnlltn 


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(JTUifjntr,  Ql<u6a8gfonif4<  ßdcRuflljn  aus  4<m  3r>M- 


59 


worden.  Als  er  fragte,  ob  das  wahr  sei,  bestätigte  man  es  ihm.  In 
diesen  Tagen  aber  hatte  der  Chalifa  Harun  alRaschid  befohlen,  jeden, 
der  sich  des  Nachts  sehen  liesse,  zu  köpfen.  Er  sprach  nun  bei  sich: 
Wirklich , ich  möchte  meinen  Freund  besuchen.  Wenn  sie  mich 
5 fassen,  lass  sie  mir  den  Kopf  abschlagen  um  meines  Freundes  willen, 
wo  nicht,  um  so  besser.  Der  andere  hatte  sich  aber  sonst  nicht  be- 
sonders um  ihn  verdient  gemacht,  nur  dass  man  sich  im  Cafe  grösste, 
(b)  Er  machte  sich  nun  auf  den  Weg;  da  erschien  plötzlich  der  Cha- 
lifa mit  der  Nachtwache,  die  ihn  an  der  Brust  packten.  Sie:  Hast 
io  du  die  Ankündigung  nicht  gehört?  Er:  Jawohl,  ich  habe  sie  gehört. 
Sie:  Warum  gehst  du  denn  aus?  Er:  Ich  habe  einen  Freund.  Wir 
kommen  immer  ins  Cafe  und  sitzen  zusammen;  aber  sonst  haben  wir 
beide  nicht  besonders  nahe  Beziehungen,  nur  dass  wir  uns  grüssen 
und  uns  beim  Aufenthalt  dort  amüsieren.  Der  Chalifa:  Ich  will  dir 
<5  etwas  aufgeben.  Wenn  dein  Freund  das  Kopfabschlagen  wert  ist, 
will  ich  dir  verzeihen,  wo  nicht,  lasse  ich  euch  beide  köpfen.  Er: 
Befiehl  über  mich,  (c)  Der  Chalifa:  Ich  gehe  in  Verkleidung  mit  dir  zu 
deinem  Freunde.  Nach  deiner  Ankunft  sage  zu  ihm:  Der  Chalifa  will 
meinen  Kopf  und  will  mich  nur  loslassen  für  drei  Beutel  blanker 
20  Pfunde.  Nun,  wenn  er  sie  dir  giebt,  verzeihe  ich  euch  beiden;  wenn 
er  dir  aber  nicht  aushilft  und  sie  dir  nicht  giebt,  lasse  ich  euch  köpfen. 
Er:  Recht  gern.  Sie  beide  machten  sich  also  auf  den  Weg,  und  als 
sie  an  die  Thür  kamen,  pochten  sie.  Auf  die  Frage:  Wer  ist  da? 
sagte  der  Freund:  Ich,  NN.  (d)  Der  Kranke  befahl  nun,  die  Thür 
25  zu  öffnen,  und  sie  traten  ein,  grössten  ihn  und  erkundigten  sich  nach 
seinem  Befinden.  Dann  erzählte  er  ihm  von  den  drei  Beuteln.  Der 
aber  erwiderte:  Das  ist  nicht  schwer,  und  wenn  er  zehn  Beutel  ver- 
langt, gebe  ich  sie  dir,  weil  wir  uns  kennen  und  zusammen  verkehren. 
Dann  gab  er  seiner  Familie  Befehl:  Nehmt  drei  Beutel  blanker  Pfunde 
30  und  gebt  sie  meinem  Freunde.  So  geschah  es.  Darauf  sagte  er:  Ich 
gehe  mit  euch.  Sie:  Du  bist  doch  krank  und  kannst  nicht  mit  uns 
gehen.  Er:  Ich  fürchte,  der  Chalifa  giebt  sich  mit  den  drei  Beuteln 
nicht  zufrieden;  wenn  er  nun  mehr  will,  gebe  ich  ihm  einen  Schuld- 
schein. Sie  kamen  schliesslich  zu  einem  Platze,  wo  ein  anderer  Freund 
35  von  ihnen  wohnte,  und  sagten:  Wir  müssen  bei  unserm  Freunde  vor- 
sprechen. (e)  Sie  gingen  also  zu  ihm  und  begriissten  ihn,  er  aber 
fragte:  Was  ist  denn  heute  Nacht  los?  Nun  erzählte  der  eine:  NN. 
war  krank,  und  ich  ging  zu  ihm,  um  ihn  zu  besuchen.  Da  nahm 
man  mich  fest  und  wollte  meinen  Kopf.  Darauf  gab  man  mir  auf,  drei 
4°  Beutel  blanke  Pfunde  zu  besorgen  und  sagte:  Wenn  du  die  drei  Beutel 
giebst,  wird  dir  verziehen,  wo  nicht,  so  kostet  es  deinen  Kopf.  Dann 
ging  ich  zu  dem  kranken  NN.  und  erzählte  ihm,  was  mir  passiert 
sei.  Nun  sind  wir  beide  gekommen,  dich  zu  besuchen.  Der  dritte 


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6o 


Q$<ifräg<  ;ur  fcmitifcScn  £prai$iviffcn[<$aft. 


tumman  dezzau  3ale(i)hum  galjlhum  ihehji  gadijjetkum  e/lt  eint u 
bi  ha  etbäreha  halb  Jäh  salifethum  min  aunelha  litaliha  fciddäm  ei- 
nteg/is  (h)  baifajd  dä/ik  gut  elhalifa  lilmeglis  iemäfajtti  halhdet  gälau 
semd.fajua  gal  hat auädim  !ui  (a)iamdlau  leget  häter  efsedäga  eilt 
be(ijnäthum  laiäd  am  iimsauni  tjiiäkum  utehunüni  ga/öjäh  etmeglis  5 
ja  heilifa  eh  na  mit  hinuäk  gal_  i/hum  lut  da  räs  men  galdjäh  hiida 
res  essär  uezir  gäm  uämar  3a/  elh  ga ladin  bilmeglis  killhum  u ahad 
riishitm  uhott  etazläm  essedäga  befijnäthum  te/atethmn  uähed  fär 
uezir  uäl'ahar  sät  uezir  uättälit  sedr  aifajdam. 


XXXIV.  ,o 

(a)  i<‘>( u )m  min  etijäm  elhalifa  Harun  errelid  tatai(a)  jtseijir 
iäf  fär(e)d  uähed  cebir  iomrah  sä  ir  lä  jb  lallatt  firsil  gytin  iga 
3ale( i)h  elltalifa  tt  inlidäh  ngä/Jäh  et/isla  mä  ha  Hufen  te/äte  ritdd 
iale(i)h  eilt 7 jb  gä/_ Iah  ja  mai(a)/änt  cl  itne(i)n  utelatin  mä  hallen 
udrähinn  lefi)  gäljäh  elhalifa  mä  harraf(e)t  gal  Jäh  sären  (i)b-  15 
bah(e)t  etwas  gäljäh  belidak  (ejllä(n)nah  gäljäh  sär  gcrib  gäljäh 
(e)ilä(njuhinn  etflefijnak  gatjiih  sären  tcläte  gäljäh  (f)tbii(a)  hat- 
gö(u)s  gäljah  iigik  bire(i)r  timen  (b)  Ittmman  (e)s  ä/ah  elhalifa  urädd 
3ale;i)h  eggetjäb  elhalifa  iftehem  (e)lgäl  eilä’ib  uuilä’ib  haut  iftehem 
su  äl  elhalifa  rädd  gäljäh  elhalifa  lä  tebii(a)  rahis  gäljah  lä  tunasfi  20 
haris  ithalläh  tträh  elhalifa  lehe/äh  ulibes  hildüm  elhnm(e)r  zalfajma 
sär  zai(a)!än  tumman  ji/bes  hfiditm  clhum(e)r  usfbeb  zaifajlah  la/a^ 


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(JTlafjncr,  (Jti-ußaßgfonifcfic  ©cfcßußftn  aue  Sem  ]r«i).  6l 

Freund:  Wo  wollt  ihr  jetzt  nun  hin?  Die  beiden  anderen:  Wir  haben 
einen  Feind,  den  müssen  wir  töten.  Der  dritte:  Ich  gehe  mit  euch. 
Die  beiden:  Wir  brauchen  dich  nicht  Der  dritte:  Ich  gehe  mit;  ich 
binde  mir  nur  den  Gürtel  um.  Die  beiden:  So  geh.  (f)  Dann  ging 
5 er  fort,  band  sich  den  Gürtel  um  und  eilte  zum  Palaste  des  Chalifa. 
Dort  fand  er  beim  Schatzhause  jemanden,  der  einen  Diebstahl  aus- 
fuhren  wollte.  Er  ging  auf  ihn  zu,  schnitt  ihm  den  Kopf  ab  und 
brachte  ihn  seinen  Freunden.  Sie:  Was  ist  das?  Er:  Das  ist  der 
Kopf  des  Chalifa.  Nun  bleibt  euch  noch  euer  Feind  zu  töten  übrig. 
10  Als  der  Chalifa  das  hörte,  fragte  er:  Wo  hast  du  ihn  gefunden?  Er: 
Im  Schatzhause  des  Chalifa.  Als  der  den  Kopf  sah,  erkannte  er  ihn. 
Er  sagte  nun  zu  den  anderen:  Ich  bin  schläfrig  geworden.  Geht  ihr 
zu  euerm  Feinde.  Sie:  Schön,  geh  nur.  (gl  Er  ging  nun  nach  Hause, 
die  drei  aber  machten  sich  auf,  töteten  ihren  Feind  und  kamen  wieder. 
15  Am  andern  Morgen  liess  der  Chalifa  den  ersten  und  zweiten  Vezier 
holen  und  veranstaltete  eine  Versammlung.  Dann  befahl  er:  Lasst 
den,  und  den,  und  den  holen.  Als  alle  drei  angekommen  waren,  be- 
fahl er  ihnen  zu  erzählen,  was  ihnen  gestern  passiert  sei.  Sie  er- 
zählten nun  ihre  Geschichte  von  Anfang  bis  zu  Ende  vor  der  Ver- 
20  Sammlung,  (h)  Darauf  sagte  der  Chalifa  zu  den  Mitgliedern  des 
Rates:  Habt  ihr  diese  Geschichte  gehört?  Sie:  Ja.  Der  Chalifa:  Diese 
Leute  haben  so  gehandelt  nur  wegen  der  Freundschaft,  die  zwischen 
ihnen  besteht.  Was  soll  ich  aber  mit  euch  machen?  Ihr  betrügt 
mich.  Sie:  Nein,  wir  betrügen  dich  nicht.  Der  Chalifa:  Wessen 
25  Haupt  ist  das?  Sie:  Das  ist  das  Haupt  des  ersten  Veziers?  Da  befahl 
er,  dass  man  allen,  die  im  Rate  sassen,  den  Kopf  abschlüge.  Von 
den  drei  Freunden  aber  machte  er  den  einen  zum  ersten,  den  andern 
zum  zweiten  Vezier  und  den  dritten  zum  Oberpräfekten. 

XXXIV. 

3°  (a)  Eines  Tages  ging  der  Chalifa  Harun  alRaschid  aus  spazieren 

und  sah  einen  alten  Mann,  der  am  Flusse  Baumwolle  wusch.  Der 
Chalifa  trat  zu  ihm  und  fragte  ihn:  Haben  die  neun  den  drei  nichts 
zuruckgelassen?  Der  Greis:  O Herr,  die  zweiunddreissig  haben  nichts 
hinter  sich  gelassen.  Der  Chalifa:  Hast  du  dich  nicht  beeilt?  Der 
35  Greis:  Sie  sind  im  Glücke  der  Menschen.  Der  Chalifa:  Wie  ist  dein 
weiter?  Der  Greis:  Er  ist  nahe  geworden.  Der  Chalifa:  Wie  sind 
deine  beiden?  Der  Greis:  Es  sind  drei  geworden.  Der  Chalifa:  Ver- 
kaufst du  diesen  Bogen?  Der  Greis:  Du  wirst  ihn  umsonst  bekommen. 
>: b)  Als  der  Chalifa  ihn  gefragt,  und  er  ihm  geantwortet,  und  der  Cha- 
♦o  Ufa  verstanden,  was  der  Greis  ihm  gesagt,  und  der  Greis  verstanden, 
was  ihm  der  Chalifa  gesagt,  verabschiedete  sich  der  Chalifa  mit  den 


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Cl2 


Qgntra«<  5«  ftm  ttt  fcBcti  jäprjcBirinVnrcßaff. 


Ißerämike  li  an  ffrid  minhuvi  ruh  halhäct  hatta  (irteni  ellä  jfi  (c)  baifajd 
dälik  tga  ttdezz  iala^ l Berämike  ugaljlhum  arid  tuinkum  halhäct 
ida  gibläh  zfijen  iala  zfijen  uaida  via  gibtu  teränt  ähid  ritskum 
bai(a)d  dälik  killuten  räh  iidattfifr  (ijbfär(e)d  viel  an  i/a  an_gau 
ialla ifi  u ott/äh  kill  tjä/tfd  vii'et  dchcb  ite/avimä  i( ajhuvt  ki/lhum  ttsö-  5 
Itf/id  ilhuvi  ugä/J/huvi  (d)  aiiual  suä/a/t  cttis  int  iihur  via  hatte/ i)t 
cefijl  te/tjlhnr  hatta  tigiid  gäl  tt'ä/tl  räddi(i)t  ialefijh  e/'ctnefijn 
ute/atin  sinn  ki/lvta  haräsfejt  akalennäh  ugaljlhum  uät ihra  gälji^ 
Ihalifa  vtä  harrafet  gilt  Jäh  \igennt  benät  n ahnden  (i)r/äle  ugälji 
beiidak  (ejl/äfttjnah  (aifaini  löfttj/ak  (ejl/äf ttjnah  gittjäk  sären  gerib  10 
ugtil  etäifijnak  (eji/äfujnhinn  iaifajni  ri/tefijk  (ejltöfujnhinn  gilt  Jäh 
fären  te/äte  iaifäjut  äntlt  iala  iakkäze  (e)  ugälji  (c)tbii(a)  göfujsak 
iai(a)ni  bei  dahrak  aifajna/  gittjäh  figik  birefijr  timen  li'an  häda 
AH  äh  mesauuih  lei  teicifib  ugälji  lä  tebiifa)  rahis  gittjäh  la  tnuassi 
harif  iaifajni  äm  hessai  ädizz  ia/efijk  auädim  ia/a  halke/amät  lä  '5 
tUgilJlhum  bi/ba/äi  ti’äni  gittjäh  mäjhälif  ubai(a)d  dälik  hu  a räh 
tiänt  temmefijt  bitntfcänl  uisseläm. 


XXXV. 

la)  fiir(e)d  yältfd  cän  tägir  zettgen  iö(n)m  min  el  tiänt  lennäh  tä- 
lai(a)  kesir  uaida  hu  a viaflüb  teinm  viudde  na  ida  iaia  vtä  iandah  20 
gäl  /ihynnftah  viä  tigdarin  tcgibinh  tefijr  degäg  galetjäh  iflak 
bi/t  galjlhä  arid  äuäddih  It/halifa  rähet  ligiräu/ta  utedäianet  (e)ilevt 
qirfejl  ncltärat  tefijr  degäg  gatilha  rage/ha  ilnih  luitäh  hutntna  vtä 
iäddhtttn  hnbfejz  räh  lissüg  uahad  biddefijn  ( (Jrrlfe(i)n  hubfejs  uhätf 
tefijr  degäg  bilfjnbzät  uhätthinn  (i)bmäiltn  (b)  11  räh  Hlha/ifa  iga  lil-  25 
häfttjl  lä/  elquuauis  uagfin  gdlojäh  ia/a  hefijr  gäl  arid  artth  IH- 
ha/ifa  änaddijäh  raiäg  gab// ah  fät  min  fät  gäl  Jäh  clhalifit  laktt 
iattdak  (ä  uoled  gäl  Jäh  iandi  raiäg  Hak  jä  Italifa  gäl  Jäh  Hi  ttä- 
hedi  uä’il/a  i/i  uelll  gäiädin  utfä'i  gäl  Jäh  Hak  ijellt  gaiädin  yt/äk 
gäl  Jäh  laiäd  iqsirn  ia/efijnä  faral  iabätah  uhätf  elhubzät  ufefijr  3° 
eddegäg  ia/a  iabätah  tigäm  jiqsini  läüin  hti'a  cän  gniän  cetir  tc)  lunt- 


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(tll«tf}n«r,  ({lju6«8jf«i>ifc?t  fitfeBiiBftn  auo  btm  3*oq.  63 

Worten:  Verkaufe  nicht  billig.  Der  Greis:  Mach  einem  klugen  Manne 
keine  Vorschriften.  Der  Chalifa  verliess  ihn  und  ging  nach  Hause. 
Er  zog  rote  Kleider  an,  d.  h.  er  war  zornig,  denn  er  grollte  den 
Barmekiden  und  wollte  sie  nach  dem  Sinne  dieser  Geschichte 
5 fragen,  damit  der  Greis  reich  würde,  (c)  Dann  kam  er  und  liess 
die  Harmekiden  holen  und  sagte  zu  ihnen:  Ich  will  von  euch  diese 
Geschichte;  wenn  ihr  die  Erklärung  bringt,  ist’s  sehr  schön,  wo  nicht, 
so  lasse  ich  euch  köpfen.  Darauf  gingen  sie  fort,  und  jeder  suchte 
an  einem  Orte  nach  der  Lösung,  bis  sie  zu  dem  Greise  kamen.  Jeder 
to  von  ihnen  gab  ihm  hundert  Goldstücke.  Dann  versammelte  er  alle 
und  erzählte  ihnen:  (d)  Seine  erste  Frage  bedeutet:  Hast  du  in  den 
neun  Sommermonaten  nicht  Speise  für  die  drei  Wintermonate  ge- 
spart, um  feiern  zu  können?  Ich  antwortete:  Die  zweiunddreissig 
Zähne  haben,  was  ich  aufbewahrt,  aufgegessen.  Die  andere  Frage, 
>S  die  mir  der  Chalifa  vorgelegt:  Hast  du  dich  nicht  beeilt?  habe  ich 
ihm  beantwortet:  Mir  wurden  Töchter  geboren,  aber  sie  haben  sich 
verheiratet.  Seine  Frage:  Wie  ist  dein  weiter?  bedeutet:  Wie  ist 
deine  Sehkraft?  Ich  antwortete:  Sie  ist  gering  geworden.  Und  seine 
Frage:  Wie  sind  deine  beiden?  bedeutet:  Wie  sind  deine  Füsse?  Ich 
30  antwortete:  Es  sind  drei  geworden,  d.  h.  ich  gehe  am  Stocke,  (e)  Seine 
Frage:  Verkaufst  du  deinen  Bogen?  bedeutet:  Warum  ist  dein  Rücken 
krumm?  Ich  antwortete:  Du  wirst  ihn  umsonst  bekommen;  denn  das 
macht  Gott.  Weshalb  spottest  du  also?  Und  seine  Worte:  Verkaufe 
nicht  billig,  und  meine  Antwort:  Gieb  einem  klugen  Manne  keine 
3$  Lehren,  bedeutet:  Ich  werde  jetzt  Leute  zu  dir  zur  Erklärung  dieser 
Unterhaltung  senden,  sage  sie  ihnen  aber  nicht  umsonst.  Ich  war 
damit  einverstanden,  und  der  Chalifa  ging  weg  und  ich  blieb  hier.  Adieu. 

XXXV. 

(a)  Es  lebte  einst  ein  reicher  Kaufmann,  aber  eines  Tages  da 
30  war  er  Bankrott  geworden  und  verschuldet  dazu.  So  blieb  er  eine 
Weile  lang,  da  er  aber  nichts  zum  Abend  zu  essen  hatte,  sagte  er 
zu  seiner  Frau:  Kannst  du  mir  nicht  ein  Huhn  bringen?  Sie:  Was 
willst  du  damit?  Er:  Ich  will  es  dem  Chalifa  bringen.  Sie  ging  zu 
ihren  Nachbarn,  borgte  von  ihnen  einige  Piaster  und  kaufte  ein  Huhn. 
35  Ihr  Mann  befahl  ihr,  es  zu  braten.  Das  that  sie  auch.  Da  sie  kein 
Brot  hatten,  ging  er  auf  den  Markt  und  kaufte  auf  Borg  zwei  Fladen 
Brot,  legte  das  Huhn  darauf  und  that  alles  auf  eine  Schüssel,  (b)  Dann 
ging  er  zum  Chalifa;  als  er  zum  Hofe  kam,  sah  er  die  Kawassen 
stehen,  die  fragten  ihn:  Wohin  willst  du?  Er:  Ich  will  zum  Chalifa 
40  gehen  und  ihm  Frühstück  bringen.  Sie:  Tritt  ein.  Als  er  eingetreten 
war,  fragte  ihn  der  Chalifa:  Was  hast  du.  Junge?  Er:  Ich  habe  Früh- 


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64 


®ci(rägt  jur  fcmiltMfn  jBprJc6rcifrcnfc8afl. 


man  gäljäh  iqsirn  ial  erräs  mal  eddegäge  uhättah  Zahl  uoflet  hubfejz 
uöntäh  lilhalifa  uiäl  ( ijgnäh  uhättah  Zahl  uqs/et  hubfejz  uöntäh  hsnf 
uezir  uiäl  eggenäh  e/'ähar  uhättah  Zahl  hubze  ue'öntäh  hsäl  uezir 
uälbaqiie  hättah  ugäm  fähil  bi/i  (d)  elhalifa  gäljäh  fä  uoledi  (ejl- 
Iö(u)h  saune fijt  gal  Jäh  iä  ha/ifa  inte  erräs  mal  gemiZfa)  _nuäs  uäl-  5 
uezir  hit’a  Zahl  cetfak  el  ebnen  yäluezir  el  äl/ar  Zahl  cetfak  e/’aisar 
uälbaqiie  mä  bi  ha  mesme  häult  teridd  iliie  uäl' än  ä/ii  iä  ha  Ufa  meiiit 
min  cggitZfa)  ämar  elhalifa  blhamsmi' et  dehcb  uäluuzarä  kill  yähfd 
hamsmt  et  deheb  ahädhinn  mikeiiff  limartah  (ei  uräh  lissüg  yfZtära 
(cjtläm  iaZ(a)m  honta  utimmen  inlihen  ugcmii(a)  adäret  elbefijt  ugäb  io 
clbcnnäfe  nhätthum  bilhifujl  iibnün  lumman  kemme/ah  Zala JqäZ ade 
gähnt  eggträn  hä  da  cän  maksitr  imnj(i)l Jäh  halfu/its  benii  clhöfuji 
nu/bäriha  bä  ft  birefijr  Zala  rähat  farfejd  hyrme  limartah  ttga/el w 
i/ha  iqhti  fijmnjfijn  Hk  um  hatfü/ns  u in  tu  e/bärlha  dallefijtu  birefijr 
Zala  galetj/ha  martettägir  iqhti  e/bärelta  rag/i  ycdda  riidii  lilhalifa  15 
(c(i)r  degäg  ttakram  ZalefiJh  halfiiltts  (f|  ruhet  el  hyrme  eilt  (e)s'älet 
martettägir  liragf/ha  ugaMJäh  tägir  elfuhiui  e/bäreha  bä  ft  birefijr 
Zala  uräh  uedda  riidii  tefijr  degäg  lilhalifa  uöntäh  ftilits  eetire  Zäd 
intf  sauyt  riidii  unäddihjiih  bellen  fikrlmak  gäm  yiitära  sfbZa  de- 
gagät usauuähinn  usattita  uifähinn  timmen  umarag  ttleiie/äh  li/hama-  20 
mit  uueddäh  li/lja/ifi  (g)  gäljiih  elhalifa  hä  da  iinhtl  gäljiih  häda 
riidii  Hak  gäljiih  i/ife  yahedi  amma  inna  killna  gäljiih  ilkum  kill- 
ktttn  gäljiih  elhalifa  (find  mä  näkil  killna  sit'a  i/hl  killmen  uähfejdäh 
gäm  {igsim  ilhum  öntet  lilhalifa  feiet  degagät  uäluuzarä  killuähfd  el- 
fte fiju  galojiih  (ejlläfu)n  gesemfejt  gäl  lilhalifa  häiht  eilt  aZfäJrifih  25 
ämartl  ZalefiJh  kill  uähfd  hamsjmi et  Zasa  lumman  hal/au  tezäh  iigrt 
demm  räh  lihyrmetah  ugalj/hd  lehagti  Zaleifa  (ä  melZitnet  eludli- 
defijn  galjlhd  rültl  gibijijhakim  rähet  ugabetjiih  elhakim  ugäm 
iedanih  ( h)  fafujt/t  min  eltfäm  cnnisuän  rähen  ti/hamärn  uhyrmet  e/h 
mectül  hum  ebnet  bilhamäm  uhyrmet  elhalifa  sitte ^zZobef ijde  harn  3° 
eintet  bilhamäm  martjebnatfrüb  gämet  tidli  Zalajhalifa  utegul  fä 
rabbt  aZfaJmi  lilhalifa  ua’imma  tuuaggaZ(a)  ZalefiJh  belife  feJsmaZet 
sitte  duZä  ethyrme  yäblde  mä  fcjtZärif  uählde  sähet  li/mara  ugalet___ 
i/ha  fei  tidZin  Zalajhalifa  galelf/ha  fiirfejd  uähfd  yädda  lilhälifi 
tefijr  degäg  ttakram  ZalefiJh  a/fijf  uhamsmi  et  deheb  urag/t  uädda  35 
SfbZa  degagät  ufofujg  essebZa  degagät  ämar  ZalefiJh  tjitbsitfäh 
lumman  ha/lau  tezäh  iigrt  demm  fhnd  Unna  ra'fdin  el  ikräm  hcs- 
saZ  girnna  niddt  mesärif  lilhakim  uhäda  sebeb  duZä  i (i)  lumman 
(e)smäZet  sitte  cetir  (fJzZälet  yulhesct  (tt)hdümha  urähet  lilhalifa  uga- 
letjäh  (e)imäZ(aJna  färfejd  uähfd  ge  gib  Jak  tefijr  degäg  utikrimdh  40 
alfijf  uhamsmi’ et  deheb  uuä/tfd  fegibjak  SfbZa  degagät  tiuifähinn 
timmen  udi/ten  umarag  tidrubitnah  alfijf  uhams  mi'et  Zasa  galjlha w 
l/jalifa  H an  abit  degäge  uählde  hü  a cän  jfftehim  tjel/t  gäb  SfbZa 


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(JTWifjiur,  (Tl<u8a6jfontTc8<  <8(fc8id}l<n  au«  6cm  3»<).  65 

stück  für  dich,  o Chalifa.  Der  Gialifa:  Für  mich  allein  oder  auch 
für  meine  Freunde?  Er:  Für  dich  und  deine  Freunde.  Der  Chalifa: 
Also  teile  unter  uns.  Da  breitete  er  seinen  Mantel  aus/  legte  das  Brot 
und  das  Huhn  darauf  und  fing  an  zu  teilen.  Er  selbst  war  aber 
5 furchtbar  hungrig.  (0)  Auf  den  Befehl  zu  beginnen,  riss  er  den  Kopf 
des  Huhnes  ab,  legte  ihn  auf  ein  Stück  Brot  und  gab  es  dem  Chalifa. 
Dann  riss  er  einen  Flügel  ab,  legte  ihn  auf  ein  Stück  Brot  und  gab 
es  dem  ersten  Vezier,  darauf  riss  er  den  andern  Flügel  ab,  legte  ihn 
auf  das  Brot  und  gab  es  dem  zweiten  Vezier.  Den  Rest  nahm  er 
10  selber  und  begann  selbst  zu  essen,  (d)  Der  Chalifa  fragte  ihn:  Mein 
Sohn,  wie  hast  du  es  gemacht?  Er:  O Chalifa,  du  bist  das  Haupt 
aller  Menschen,  und  der  eine  Vezier  ist  an  deiner  rechten  Schulter 
und  der  andere  Vezier  an  deiner  linken  Schulter.  Der  Rest  hat  keine 
Beziehung,  der  kommt  also  zu  mir  zurück.  Überdies  sterbe  ich  vor 
15  Hunger,  o Chalifa.  Da  befahl  der  Chalifa,  ihm  fünfhundert  Gold- 
stücke zu  geben,  und  jeder  von  den  Vezieren  die  gleiche  Summe. 
Er  nahm  das  Geld  und  eilte  erfreut  zu  seiner  Frau,  (e)  Dann  ging 
er  auf  den  Markt  und  kaufte  Essen,  Weizen,  Reis,  Fett  und  allerlei 
Hausgerät.  Er  brachte  auch  Bauleute  und  liess  an  seinem  Hause 
«>  bauen.  Als  er  es  fein  vollendet  hatte,  sagten  die  Nachbarn:  Der  da 
war  bankrott  Von  woher  hat  er  dieses  Geld,  um  ein  Haus  zu  bauen, 
wahrend  er  noch  gestern  ohne  Abendmahl  übernachtete.  Da  ging 
eine  Frau  zu  seiner  Frau  und  fragte  sie:  Meine  Schwester,  woher 
habt  ihr  das  Geld,  wo  ihr  doch  gestern  noch  ohne  Abendbrot  bliebt? 
25  Die  Frau  des  Kaufmanns  erklärte  ihr:  Meine  Schwester,  gestern 
brachte  mein  Mann  als  Frühstück  ein  Huhn  dem  Chalifa,  und  der 
hat  ihm  dieses  Geld  verehrt,  (f)  Dann  ging  die  Frau,  die  die  Kauf- 
mannsfrau ausgefragt  hatte,  zu  ihrem  Manne  und  sagte  ihm:  Der 
Kaufmann  NN.,  der  gestern  ohne  Abendessen  übernachtete,  brachte 
30  dem  Chalifa  ein  Huhn,  und  der  schenkte  ihm  viel  Geld.  Nunmehr 
bereite  du  Essen  und  bring  es  ihm;  vielleicht  verehrt  er  dir  auch 
etwas.  Da  machte  er  sich  auf  und  kaufte  sieben  Hühner  und  machte 
sie  zusammen  mit  Reis  und  Sauce  zurecht.  Er  liess  das  Gericht 
durch  last  träger  fortschaffen  und  brachte  es  dem  Chalifa.  (g)  Der 
35  Chalifa  fragte:  Was  ist  das?  Der  Kaufmann:  Das  ist  Mittagessen  für 
dich.  Der  Chalifa:  Für  mich  allein  oder  für  uns  alle?  Der  Kaufmann: 
Für  euch  alle.  Der  Chalifa:  Wir  essen  nicht  alle  zusammen,  sondern 
jeder  für  sich.  Da  begann  er  zu  teilen  und  gab  dem  Chalifa  drei 
Hühner  und  jedem  Vezier  zwei.  Da  fragten  sie:  Wie  hast  du  ge- 
+0  teilt?  Der  Kaufmann:  Das  ist,  was  ich  weiss  (mehr  weiss  ich  nicht). 
Da  befahl  jeder,  ihm  fünfhundert  Prügel  zu  geben,  und  als  sie  seinen 
Hintern  losliessen,  lief  Blut.  Dann  ginger  zu  seiner  Frau  und  schrie 
sie  an:  Das  hast  du  mir  besorgt,  du  verfluchtes  Weib.  Dann  befahl 

fWirrige  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  5.1 


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66 


QPoträgf  j»r  f<mittfc8«n  jäprac?»i|fttif£8af*. 


defrafrät  htia  mit  fifiehim  gälet  (eßmai(a)na  galilha  dizzi  ia/cfijhttm 
etRe(i)nhum  usattut  fär(e)d  imtihän  uiitfi  essiti  min  iandt  löfu)  min 
iandic  (k)  dezzet  ia/e'ijhnm  üifrau  gäl  elhalifa  /issitte  onti  halbe(i)dät 
li abit  de  frage  sitte  fähet  li’abtt  defräfre  ugalet_läh  häk  halbefijdät 
qassimhinn  ia/efi/tta  te  lat  et  na  uhenne  hamicjs  befijdät  ahad  elhams _ 5 
be(i)dät  üonta  lisitte^zZqbel i)de  teläte  üonta  H/halifa  uählde  üonta 
HGai(a)far  uahlde  gäl^läh  elhalifa  (ejilö(u)n  fresemfejt  halbe(i)dät 
gal  (ä  hali/a  öntefijt  /issitte  telet  befijdät  lt  an  mit  iandfej/td  uälä  befitda 
üöntefijtak  ucthlde  h an  landab  etliefijn  üöntefijtak  ttählde  fä ren  te- 
läte u/iGaifaJfar  uahlde  u landab  etüe/ijn  saren  teläte  hessai  tfsa-  10 
ue/ijtn  (I)  galjlha  shnäifajtt  iä  Sitte  galet^lah  elhagg  uiiäk  änt 
akramtah  hatns  tnf  et  deheb  yälha/ifa  ham  akramah  hamsjmi  et  «6a- 
i( ajfar  hatnsmi’ et  deheb  ü ahädhinn  uralt  fähau  leih  (i)ktelöh  bit au- 
ual  u öntdh  elbefijdät  önta  lilhalifa  teläte  uhsitte  ynhide  ultGaif ajfar 
uahlde  gäl  elhalifa  lissit/e  (e)tlufin  (e)lli>(u)n  frisetn  häda  galetlah  15 
üftäh  läein  min  iandt  hamsjmt  et  lasa  ukillhum  ämarau  ialefijh 
kill  uähfd  hatnsmi  et  Iasa  uodrttboh  luntman  hallait  tezüh  azfad  min 
et auyal  uräh  leheiah  (ifih  ufibct  utflil  utislem  yesseläm. 


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(pittßner.  (Tltußaßjifomfiflt  <8tfc$tc6icn  aus  (m  3raß 


67 


er  ihr,  ihm  einen  Arzt  zu  holen.  Sie  brachte  den  Arzt;  der  gab  ihm 
Medizin,  (hl  Eines  Tages  gingen  die  Frauen  ins  Bad,  und  die  Frau  des 
Geprügelten  war  auch  im  Bade.  Die  Frau  des  Chalifa,  Sitte  Zobeide, 
war  ebenfalls  im  Bade  anwesend.  Da  fing  die  Frau  des  Geschlagenen 
5 an,  den  Chalifa  zu  verwünschen:  O Herr,  schlag  den  Chalifa  mit 
Blindheit  oder  sende  ihm  Krankheit.  Sitte  hörte  die  Schmähungen 
der  Frau,  aber  beide  kannten  einander  nicht.  Da  rief  sie  die  Frau 
und  fragte  sie:  Weshalb  schmähst  du  den  Chalifa?  Die  Frau:  Jemand 
hat  dem  Chalifa  ein  Huhn  gebracht,  und  er  hat  ihm  1 500  Goldstücke 
10  verehrt,  und  mein  Mann  hat  ihm  sieben  Hühner  gebracht,  aber  ab- 
gesehen davon,  hat  er  ihn  noch  durchprügeln  lassen,  sodass  Blut 
lief,  als  sie  seinen  Hintern  losliessen.  Wir  wollten  ein  Geschenk  von 
ihm,  und  jetzt  müssen  wir  noch  Kosten  für  den  Arzt  bezahlen.  Das 
ist  der  Grund,  weshalb  ich  schimpfe,  (i)  Als  Sitte  das  hörte,  wurde 
•5  sie  sehr  böse,  zog  ihre  Kleider  an  und  lief  zum  Chalifa  mit  den 
Worten:  Weshalb  verehrst  du  einem,  der  dir  ein  Huhn  bringt,  15c» 
Goldstücke  und  einem  andern,  der  dir  sieben  Hühner  und  dazu  Reis, 
Fett  und  Sauce  bringt,  lässt  du  1500  Stockschläge  geben?  Der  Cha- 
lifa:  Weil  der  Mann  mit  einem  Huhne  verständig  war,  aber  der,  wel- 
20  eher  mir  die  sieben  Hühner  brachte,  unverständig.  Sitte:  Wieso? 
Der  Chalifa:  Lass  beide  holen  und  stelle  sie  auf  die  Probe,  so  wirst 
du  sehen,  ob  ich  Unrecht  habe  oder  du.  (k)  Sie  liess  beide  holen, 
und  die  kamen.  Der  Chalifa  zur  Sitte:  Gieb  diese  F.ier  dem  Manne 
mit  einem  Huhn.  Sitte  rief  ihn  und  sagte:  Nimm  diese  Eier  und  verteile 
*5  sie  unter  uns  drei.  Es  waren  aber  fünf  Eier.  Da  nahm  er  die  fünf 
Piier  und  gab  der  Sitte  Zobeide  drei  und  dem  Chalifa  eins  und  dem 
Dja'far  auch  eins.  Der  Chalifa:  Wie  hast  du  diese  Eier  verteilt?  Der 
Mann:  O Chalifa,  ich  habe  der  Sitte  drei  Eier  gegeben,  weil  sie  kein 
Ei  hat,  und  ich  habe  dir  eins  gegeben,  weil  du  zwei  hast,  dadurch, 
30  dass  ich  dir  eins  gegeben,  sind  es  drei  geworden,  dem  Dja’far  auch 
eins,  zwei  hat  er,  macht  also  drei.  Nun  habt  ihr  alle  gleich  viel. 
(I)  Der  Chalifa  zur  Sitte:  Hast  du  gehört,  Sitte?  Sitte:  Du  hast  recht. 
Ich  habe  ihm  fünfhundert  Goldstücke  verehrt,  und  der  Chalifa  ver- 
ehrte ihm  auch  fünfhundert  Goldstücke  und  Dja'far  ebensoviel.  Da 
35  nahm  er  das  Geld  und  ging  fort  Dann  riefen  sie  den,  der  zuvor 
Prügel  bekommen  hatte,  und  gaben  ihm  die  Eier.  Er  gab  dem  Cha- 
lifa drei,  der  Sitte  eins  und  Dja'far  auch  eins.  Der  Chalifa  zur  Sitte: 
Siehst  du,  wie  dieser  geteilt  hat?  Sitte:  Ich  habe  es  gesehen,  aber 
von  mir  kriegt  er  fünfhundert  Stockschläge;  und  die  anderen  liessen 
40  ihm  ebenfalls  je  fünfhundert  Hiebe  geben.  Als  sie  ihn  durchgeprügelt 
und  sie  seinen  Hintern  losliessen,  war  es  schlimmer  wie  zuvor.  Er 
aber  lief  schreiend  und  weinend  nach  Hause.  Bleib  wohl  und  ge- 
sund. Adieu. 

5* 


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68 


® eifrige  ;*r  feimtifdlrn  #pta4«’'(Tn'f4«f<- 


XXXVI. 

(a)  fär(e)d  iäfujrn  min  ef tt'äm  gä/et  hyrmet  I In r im  errelid  situ _ 
zZqbefijde  liHitrim  (ä  llarün  alüfak  mit  talyzz  uolidt  alüfak  talyzz 
tjoled  tliabde  a/isan  min  uolidt  gal  fl  ha  iä  sitte  uo/fdic  mä  iiftehim 
mit(e)l  ibn^e/labde  ga/et  (e)lmalfajna  galjilka  fit  situ  inti  dahhegt  5 
lalefijhttm  fäh  Harun  errelid  attlädah  uegal flhum  [ä  an/ädt  rühti 
lissüg  tjegtbüft  kill  tjtähfd  arbalin  täfitjr  ml  lamm  am  rähau  ethefijn- 
hum  (b)  ihn  sitte  räh  litmeidän  e/li  iibilün  fih  e/höfnjl  uiltara  ar- 
balin tö(u)r  tjiltära  arbalin  toi  hä  tu  yeiammam  et  t trän  bihinn 
ult  tbn _el labde  räh  lissüg  tjegäm  i inlid  cfayädim  lala  hisäb  et tiäm  io 
yässibulät  Aasseite  uaddin  yaddiptne  uäffdfujm  uäfsalä  ai/äha  eilt  tnä 
ielfäjrif  hasst! äl  [ähidah  lumman  gimalfa)  arbalin  reggäl  uäddähum 
(i)t abit/t  (c)  tjegäl  Harun  (i)t ibnjessitte  iä  ibnt  (e)lgib(e}t  gälfäh  intf 
dezzefijtnt  la/a  hrän  milammamät  y(ltarefi)thinn  ueltarefijt  Jlhinn 
lama  gm  uegibfejthinn  Hak  ttägäl  li‘ibn^e! labile  iä  ibnt  dezzefijtak  '5 
iata  tträn  milammamät  alüfak  gibt e)t  auädim  gal  fäh  iä  uälid't  eilt 
mä  ielfäjrif  ttmür  di  nah  uföftt  )mäh  u salbt  ah  u hisäb  ef ifätn  tt  hisäb 
essibnlät  tthisäb  essene  fahü  ajttä(u)r  (d)  fagäl Hdrün  hsitte^zZqbef i)de 
tismalin  (ä  sitte  galitjläh  fär  malfajlüm  (ä  ha/ifa  äni  cinfejt  tnä 
adri  Itel'ätn  sär  mal(a)lüm  balfajd  mä  änlidak  esfüt  min  iandi  uäs-  20 
kitau  kill/tttm  ttäkillmen  räh  lata  häl  sebi/a/t  y isse/äm . 


XXXVII. 

(a)  färfejd / ofujm  talänadet  sitte ^zZobef i)de  ye  Harun  errelid  tigül 
uolidt  iiftehim  läein  inte  iä  Harun  mä  tfdir  bäl  lala  uolidt  gäli/lut 
t/o/edic  mä  iiftehim  gä/et  iiftehim  galjlha  eh  na  nisaityi  tefruba  ttä-  25 
'intf  tilnfin  eliiftehim  minha  ga/et  fäh  sauyi  galjilka  eliäfujm  huttt 
gatt tja  ibnic  tclft  dnttälic  uegauyta  f lab(i)d  färfejd  tabaqa  kärid  (f)fri- 
latt  (ejfräi  ihn  situ  uehallau  tf/et  dttuälic  yefrilau  (e'fräi  ihn  el labde 
uehattau  tabaqa  kärid  (i)bfräiah  (b)  lumman  für  eitel  yäfär  mahatl 
ennäfujm  ifcatt  uenämau  ihn  sitte ^ sZobef i)de  auual  ma  debb  rühah  näm  30 
j (ä  ibn^ellabde  gäl  jä  yälidi  eliäfujm  imma  elgäl(a)  mutä lal/ife  uä- 
’ itntnafqafr  näzil  yaitnma  (ejfrält  gauuah  färfejd  iefij  gäl  Harun 


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QTUtfjntr.  (ntuSafigfcmftgc  <?«fc8ic6(«n  au*  in«  jraq. 


69 


XXXVI. 

ia)  Eines  Tages  sagte  die  Frau  Harun  alRaschids,  Sitte  Zobeide, 
zu  ihm:  Harun,  ich  sehe,  dass  du  meinen  Sohn  nicht  liebst,  sondern 
den  Sohn  der  Negersklavin  mehr  schätzest  als  den  meinigen.  Harun: 
5 Sitte,  dein  Sohn  ist  nicht  so  klug  wie  der  der  Sklavin.  Sitte:  Warum? 
Harun:  Sitte,  sieh  du  sie  dir  an.  Da  rief  Harun  alRaschid  seine 
Söhne  und  sagte  ihnen:  Meine  Kinder,  geht  auf  den  Markt  und  bringt 
je  vierzig  Stiere  mit  Turbanen.  Die  beiden  machten  sich  auf  den 
Weg.  ib)  Der  Sohn  der  Sitte  ging  auf  den  Platz,  wo  man  das  Rind- 
10  vieh  verkauft,  kaufte  vierzig  Stiere,  kaufte  dann  vierzig  Stück  Kattun- 
zeug und  machte  den  Stieren  Turbane  davon.  Der  Sohn  der  Negerin 
ging  auf  den  Markt  und  fragte  die  Leute  nach  der  Rechnung  der 
Tage,  Woche  und  des  Jahres,  nach  der  Religion,  dem  Kultus,  nach 
dem  Fasten  und  Gebet.  Wer  diese  Fragen  nicht  beantworten  konnte, 
15  den  nahm  er  mit.  Als  er  vierzig  Leute  beisammen  hatte,  brachte 
er  sie  zu  seinem  Vater,  (c)  Harun  fragte  nun  den  Sohn  der  Sitte: 
Mein  Sohn,  was  hast  du  gebracht?  Der  Sohn  der  Sitte:  Du  hast 
mich  nach  Stieren  im  Turban  ausgeschickt;  so  habe  ich  sie  nun  ge- 
kauft, habe  für  sie  Turbane  gekauft  und  sie  dir  gebracht.  Zum  Sohn 
20  der  Negerin  sagte  er:  Mein  Sohn,  ich  habe  dich  nach  Stieren  mit 
Turban  ausgeschickt.  Wie  ich  sehe,  hast  du  mir  Menschen  gebracht. 
Der  Sohn  der  Negerin:  Mein  Vater,  wer  nicht  die  Angelegenheiten 
seiner  Religion,  sein  Fasten,  sein  Gebet  noch  die  Rechnung  der  Tage, 
Wochen  und  Jahre  kennt,  der  ist  ein  Stier,  (d)  Harun  zur  Sitte: 
25  Hörst  du,  Sitte?  Sitte:  Jetzt  ist  es  mir  klar  geworden,  o Chalifa; 
ich  wusste  es  nicht,  aber  jetzt  ist  es  mir  klar  geworden.  Ich  werde 
dich  nicht  mehr  fragen.  Die  Schuld  Ist  auf  meiner  Seite.  Da  schwiegen 
alle  still,  und  jeder  ging  seines  Weges.  Adieu. 


xxxvn. 

30  (ai  Eines  Tages  stritt  sich  Sitte  Zobeide  mit  Harun  alRaschid. 
Sie  meinte:  Mein  Sohn  ist  verständig,  aber  du  kümmerst  dich  nicht 
um  ihn.  Harun:  Dein  Sohn  ist  nicht  klug.  Sitte:  Doch.  Harun:  So 
wollen  wir  eine  Probe  anstellen,  damit  du  siehst,  wer  verständig  ist. 
Sitte:  Wohlan,  mache  die  Probe.  Harun:  Heute  lege  deinem  Sohne 
35  drei  Hettkissen  ins  Bett  und  unter  den  Neger  einen  Bogen  Papier. 
Sie  machten  nun  das  Bett  des  Sohnes  der  Sitte  und  legten  drei  Bett- 
kissen hin,  dann  machten  sie  das  Bett  des  Sohnes  der  Negerin  und 
legten  ein  Blatt  Papier  in  sein  Bett,  (b)  Als  es  Nacht  wurde  und 
die  Schlafenszeit  kam,  kamen  die  Söhne  und  legten  sich  schlafen. 


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70 


®«trägt  ;ur  ftmififcgtn  ftj*rac$icifffnfc(5<ift. 


erreiid  libn  el labile  {ä  uolltll  inte  mein  uahhim  fabaqd  lala  ka/bäl 
iftdgallab  lifsub  a)h  iiegäl  Hä  rhu  er r ei  hl  lisitte^zZobcf ijde  tismalin 
iä  sitte  gälet  sfmalfajna  iä  Harun  /nein  in  na  lil/äb  uä'inna  ilefijb 
rdgilhn  esshc  min  landt  iä  Harun  (c ) gd/^i/hd  fei  iä  Sitte  gal  et  Iah 
löfuj/d  tnä  abasrah  lala  mugämalat  ellabde  can  tnä  fär  hallt  alt  gal^  5 
ilhä  efshe  min  landic  iä  sitte  äni  cinfejt  lätib  lalefijc  latabic  lala 
nefsic. 


XXXVIII. 

(a)  iegulitn  can  fi  zernan  Htlriin  erreiid  can  landab  färfejd  iiähed 
ismä/t  Abu^nNuuäs  farfeid  iofujm  elhalifa  deiiig  kn /gab  gä/^läh  iä  10 
ha/l/a  aiitfab  deiiig  hui  gab  gä/^lab  e/balifa  he!ib(u)tn  atba  letl/äm 
hyrmeti  sitte  ^zZqbefijdc  lalcfaba  utnhr  enuisä  alüfni  cefijmä  ffdga- 
l(d)tha  sär  hulgi  deiiig  gä/^lah  iä  sidi  fei  mä  tf  lädil  gäl^ldb  im/ru 
Imclädel  gäf/ab  za  Ifajma  tPnii  min  uärä  (b)  igd  Harun  erreiid 
lassitte  gäl  J/lut  äni  iirid  ätticic  gd/et^luh  äni  la/ei  ja  umür  ennisä  15 
gali/ba  iegi/^li  Abu  nNnuäs  lädil  galet/db  iinlta  lädil  gdl^illui 
ial(a)ni  nie  min  ettez  galetlak  yälläb  ida  baqa  Abu _nNuuäs  (i)bbeled 
Bardäd  äni  tlränl  tä/iqa  min  landab  uaamma  tähid  räsah  Harun 
erreiid  ielyzz  sitte _zZabr( ijde  dezz  Ijabar  h‘A bu^ n Nuuäs  bi' an  bäcer 
min  rubie  intf  timii  lirefijr  be/etl  li  an  sitte  zalä/et  la/efijb  läzim  timii  20 
inte  udhelab  min  Bardäd  (C)  dezz  lah  liabar  bi' an  bäcer  äni  ämli  fa- 
länd  dälib  talalfa)  min  essubfajb  yegäb  farfeid  däbbe  ialfajnl  mutfie 
ue landab  färfejd  raJiha  ucgäbha  uegäb  elmntiic  gauya^/qasr  mal 
sitte  ^zZobcf i)de  yehatt  ellydfejl  lalmufiie  yeiäl  täg  min  er r ab  ha  uebätt 
(i)bgimäh  yegäb  e/'ähar  uehättah  fü(u)gah  uäuugälen  min  lalmufiie  2$ 
yebaqä  lala  halhäl  min  essubfajb  i/a  ^ddaha  Jiält  yebha  iihutfbinn 
lalmufiie  yafigälen  (d)  yesitte^sZobefijde  tchifah  uetidbab  la/efijb 
galetjäb  iä  Abu^nNuyäs  lädil  gäljlhd  feji/äfujn  a lädil  galct  läh 
butt  bill  täg  min  errabba  (i)bgirnäb  min  ellydfejl  gali/ba  (lind  bu- 
farna  min  gilnd  liHarhn  erreiid  lädil.  30 


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(Tltdßtitr,  (H»u6aßj>fontfc6<  Ceftflicßfen  au«  bem  Jraq.  71 

Sobald  der  Sohn  der  Sitte  sich  hingelegt  hatte,  schlief  er  ein.  Der 
Sohn  der  Negerin  aber  sagte:  Vater,  heute  ist  die  Erde  entweder  zu 
hoch  oder  das  Schloss  hat  sich  gesenkt,  oder  es  ist  etwas  in  meinem 
Bette  los.  Harun:  Mein  Sohn,  das  bildest  du  dir  nur  ein.  Aber  er 
5 blieb  dabei,  indem  er  sich  bis  zum  Morgen  wälzte.  Da  sagte  Harun 
zur  Sitte:  Hörst  du,  Sitte?  Sitte:  Wir  haben  es  gehört,  Harun;  aber 
wir  sind  Gottes  und  kehren  zu  ihm  zurück.  Der  Fehler  liegt  an  mir. 
(c)  Harun:  Warum,  Sitte?  Sitte:  Wenn  ich  dich  nicht  gedrängt  hätte, 
die  Negerin  zu  heiraten,  wäre  das  alles  nicht  passiert.  Harun:  Ja,  der 
IO  Fehler  ist  auf  deiner  Seite,  Sitte.  Habe  ich  dir  etwa  Vorwürfe  ge- 
macht? Mach  dir  also  selber  Vorwürfe. 

XXXVIII. 

(a)  Man  erzählt,  zur  Zeit  Harun  alkaschids  befand  sich  ein  Mann, 
namens  Abu-Nuwas,  bei  ihm.  Eines  Tages  war  der  Chalifa  schlechter 
•5  Laune,  da  sagte  jener  zu  ihm:  O Chalifa,  ich  sehe,  dass  du  heute 
schlechter  Laune  bist.  Der  Chalifa:  Heute  ist  meine  Frau,  Sitte  Zo- 
beide,  seit  vier  Tagen  unwohl,  und  da  ich  nicht  bei  ihr  gewesen  bin, 
bin  ich  schlechter  Laune.  Abu-Nuwas:  O Herr,  warum  machst  du 
nicht  gleich?  Harun:  Was  ist  das  gleich  machen?  Abu-Nuwas:  D.  h. 
*0  coi  eam  per  anum.  (b)  Dann  kam  Harun  alRaschid  zur  Sitte  Zobeide 
und  sagte:  Ich  will  dich  umarmen.  Sitte:  Ich  bin  unwohl.  Harun: 
Abu-Nuwas  sagte  mir,  ich  solle  gleich  machen.  Sitte:  Was  ist  das? 
Harun:  Das  ist  der  coitus  per  anum.  Sitte:  Bei  Gott,  wenn  Abu- 
Nuwas  in  Bagdad  bleibt,  so  wirst  du  sehen,  ich  lasse  mich  von  dir 
*5  scheiden,  es  sei  denn,  du  liessest  ihn  köpfen.  Harun  alRaschid  liebte 
die  Sitte  Zobeide  sehr  und  schickte  deshalb  den  Befehl  an  Abu- 
Nuwas:  Morgen  in  aller  Frühe  verlass  die  Stadt;  denn  Sitte  Zobeide 
ist  böse  auf  dich.  Deshalb  musst  du  und  die  Deinen  Bagdad  ver- 
lassen. (c)  Abu-Nuwas  schickte  ihm  Antwort:  Morgen  werde  ich 
3°  fortziehen.  Am  Morgen  machte  er  sich  alsbald  auf  und  nahm  ein 
Lasttier,  eine  Eselin,  mit.  Er  hatte  aber  auch  eine  Mühle  bei  sich. 
Diese  samt  der  Eselin  brachte  er  in  den  Hof  des  Schlosses  der  Sitte 
Zobeide.  Dort  legte  er  die  Last  auf  die  Eselin,  trug  einen  Mühlstein 
und  legte  ihn  in  eine  Tasche,  dann  nahm  er  den  andern  und  legte 
35  ihn  darauf,  sodass  beide  von  der  Eselin  herunterfielen.  Das  wieder- 
holte er  vom  Morgen  bis  zum  Mittag,  indem  er  die  Mühlsteine 
immer  auflud  und  sie  dann  herunterfielen,  (d)  Sitte  Zobeide  sah 
ihm  lachend  zu  und  sagte  ihm:  Mach  (die  Lasten)  gleich.  Abu-Nuwas: 
Wie  soll  ich  gleich  machen?  Sitte:  Lege  jeden  Mühlstein  in  seine 
40  Satteltasche.  Abu-Nuwas:  Wir  haben  uns  versündigt,  als  wir  Harun 
alRaschid  sagten:  Mach  gleich! 


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7 2 


Qgjthräg«  ;ur  f>mi<tfc6cn  SpracBiriflenfcBafl. 


XXXIX. 

(a)  fär(e)d  idfujm  min  et  ifäm  Harun  erreiid  gd!  !i  Abu^nNuuas 
arid  min  iandak  fär(e)d  ie(i)  iydrah  azjad  min  fel(a)/äh  amrna  fi- 
saunih  nd’amma  dhid  rdsak  gäljäh  ma  jhälif  famiia  Hariin  libefij- 
tii/i  yd'  Abu  ^n  Nu  u äs  irmii  ttdrüh  ydtäbb  hbefijtah  uSAbujnXuyds  5 
medd  idä/i  lata  tiz  Harun  ueba  las  eihalifa  (b)  gdl  Jäh  Harun  errfiid 
(d  AbujnXuyas  ilsauuef ijt  gdljä/t  iä  sidi  iabdlt  Sitte _zZobe( ijde 
gdl  Jäh  el ha  Ufa  linhtt  labdlak  Sitte  _zZqbe( i)dt  gdl_  Iah  genäbak  terid 
min  iandi  fiir(e)d  ie(i)  Iydrah  azjad  min  fei(a)idh  udhdda  iefi)  iydrah 
aziad  min  fei(a)ldh  uddahak  Hartin  erreiid  ya'  a kram  Abu  nNuuds  io 
ikrdtn  za  id. 


XL. 

(a)  fär(e)d  idfujm  min  e/l/ldm  eihalifa  Hariin  erreiid  li Abu 
nXuuds  rdhau  li/qasr  mal  Hariin  ye  Ahu^n  Xuuäs  mit/iid  ntid/t  rafugah 
tam(a)r  Abn^nXurtds  sdr  guldn  gdm  ( dkil  fär(e)d  tamre  iltifet  ia-  i$ 
lefijh  eihalifa  uegdl  It  Abu^nXuyds  iigdiäd  t/sauul  Abu^nNuuds  debb 
et  tamre  min  ha/gah  yegdl  md  asauul  killma  jthutt  fär(e)d  nah  de 
blhalgah  iiltafet  lalefijh  ydhii a [edibb  cttamre  min  ha/gah  lumm  an 
Italaf  ettamrdt  uehita  killma  (ihutt  udltde  iiltafet  lalefijh  Hawaii 
uusalau  li/^qafr  mal  Hariin  ydnhddär  eihalifa  hlgurgt'ie  indltah  gdl  ao 
Abu  nXuyds  maildm  md  halldnt  dkil  tamfajr  elljalifa  dni  ahyrremäh 
min  migämalat  elgurgife  (b)  halldh  lumman  inhädär  yehiia  Idzim  el- 
hefijl  uäfakk  elhefijl  AbujnNuuds  ydrdli  lilbdb  uädeggha  gdl  eihalifa 
minim  gdl  Jäh  dnt  AbunXnyäs  yäsiket  ydhal/äh  fär(e)d  cdrak  sdia 
yddegg  elbdb  udgdljäh  minhu  gdl  dnt  AbujnNuuds  ydbdqa  lal/talhdl  *5 
(Idigg  elbdb  Hawaii  tdlafajjha/ifa  yemd  gdmalf ajjgurgiye  malt  ah 
gdl  eihalifa  iHtäci  ruh  ah  hä  da  mit(e)l  md  ulket  ytidi  dni  änkit  uiidh 
lumman  ta/alfa)  J/jalifa  gdl  li  Abu  nNuyäs  ruh  gib  eifaras  mdltt 
(C)  rdh  Abu  nNuyäs  Jgib  eifaras  ud'igaJ/jahfa  tidgäb  fär(c)d  sicein 
uegass  berdtim  eifaras  mal  Abu jnNuyäs  AbujnXuyäs  idf  ((Jfrüsah  30 
magfl/sät  bfrdtimha  gdl  el/ialifa  niket  uifdi  fardh  lifaras  eihalifa 
uega-ff  def ij/ha  uerikab  (e)fritsah  AbujnXuyäs  udmiiau  hit'a  ydlha/ifa 
iltifet  iala  AbujnXuyäs  eihalifa  uegdl  Jäh  aiitf  (ejfrüsak  (e)mkeiiere 
gdl  Jäh  id  ha/ifa  tidhak  lala  defijl  (e)früsak  lumman  i/tefet  eihalifa 
idf  (ejfrüsah  rnagsüq  defijlha  gdl  Jäh  id  AbUjiiXuyds  Hsauyefijt  gäl^  35 
läh  id  sidi  inte  fisauuef ijt  fadahak  Hariin  erreiid  yä’akram  Abu w 
niYuyäs  ikrdrn  zd'id.  / 


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Jllnftn.T.  (TUuara6if(8c  ß<fc8ic8(<n  aua  ton  Jraq. 


73 


XXXIX. 

(a)  Eines  Tages  sagte  Harun  alRaschid  zu  Abu-Nuwas:  Ich  will 
etwas  von  dir,  dessen  Entschuldigung  schlimmer  ist  als  die  Sache 
selbst.  Entweder  thust  du  es  oder  ich  lasse  dir  den  Kopf  abschlagen. 

5 Jener  war  damit  einverstanden.  Harun  ging  nach  Hause,  und  Abu- 
Nuwas  folgte  ihm  nach.  Als  er  ins  Haus  getreten  war,  steckte  Abu- 
Nuwas  seine  Hand  an  den  Hintern  Harun  alRaschids  und  kitzelte 
den  Chalifa.  (b)  Harun  fragte:  Abu-Nuwas,  was  hast  du  gethan? 
Abu-Nuwas:  Ö Herr,  ich  dachte,  es  sei  Sitte  Zobeide.  Der  Chalifa: 
10  Was  soll  das  heissen,  du  dachtest,  es  sei  Sitte  Zobeide?  Abu-Nuwas: 
Eure  Hoheit  wollte  etwas  von  mir,  das  durch  seine  Entschuldigung 
noch  schlimmer  wird  als  die  That  selbst  Und  das  ist  etwas  der- 
artiges. Da  lachte  Harun  alRaschid  und  beschenkte  Abu-Nuwas 
reichlich. 


■5  XL 

(a)  Eines  Tages  begaben  sich  der  Chalifa  Harun  alRaschid  und 
Abu-Nuwas  nach  dem  Schlosse  des  ersteren,  während  Abu-Nuwas 
sein  Frühstück,  bestehend  in  Datteln,  bei  sich  trug.  Da  er  hungrig 
war,  begann  er  eine  Dattel  zu  essen.  Da  wandte  sich  aber  der  Cha- 
20  Ufa  zu  ihm  und  fragte,  was  er  thäte.  Abu-Nuwas  spuckte  die  Dattel 
aus  und  sagte,  er  thue  nichts.  Jedesmal,  wenn  er  eine  Dattel  in  seinen 
Mund  steckte,  drehte  sich  der  Chalifa  um,  sodass  er  sie  ausspeien 
musste.  Als  die  Datteln  zu  Ende  waren,  indem  der  Chalifa  sich 
immer,  wenn  jener  eine  Dattel  in  den  Mund  steckte,  umdrehte,  kamen 
25  sie  zum  Schlosse  Haruns  und  er  ging  zu  seiner  georgischen  Kebs- 
frau  hinein.  Abu-Nuwas  dachte  bei  sich:  Da  mich  der  Chalifa  nicht 
hat  Datteln  essen  lassen,  werde  ich  ihn  verhindern,  mit  der  Sklavin 
zusammen  zu  sein,  (b)  Er  Hess  ihn  hineingehen,  dann  hielt  er  die 
Pferde  und  Hess  sie  los.  Darauf  ging  er  an  die  Thür  und  klopfte. 
30  Der  Chalifa:  Wer  ist  da?  Abu-Nuwas:  Ich,  Abu-Nuwas.  Dann  schwieg 
er  und  Hess  ihn  eine  kleine  Viertelstunde  in  Ruhe,  darauf  klopfte  er 
wieder  an  die  Thür.  Der  Chalifa:  Wer  ist  da?  Abu-Nuwas:  Ich,  Abu- 
Nuwas.  Damit  fuhr  er  fort,  bis  der  Chalifa  heraus  kam,  ohne  mit 
seiner  Sklavin  zusammen  gewesen  zu  sein.  Der  Chalifa  dachte  nun 
35  bei  sich:  So  wie  er  mich  geneckt  hat,  will  ich  ihn  necken.  Als  er 
heraus  gekommen  war,  befahl  er  dem  Abu-Nuwas,  ihm  seine  Stute 
zu  bringen,  (c)  Nachdem  der  den  Befehl  ausgeführt,  kam  der  Chalifa 
hinzu,  nahm  ein  Messer  und  schnitt  damit  die  Lippen  der  Stute  des 
Abu-Nuwas  ab.  Der  sah  nun,  dass  seiner  Stute  die  Lippen  abge- 
40  schnitten  waren  und  dachte  bei  sich:  Der  Chalifa  hat  mich  zum  besten 

Sü 


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74 


Qß<ttrd$<  ;u?  fmtlifcjtn  n fc^a f(. 


XLI. 

fär(e)d  %äh(d  Idf  e/ßehlül  gdSad  lieedl  uinkil  uietefeHe  gdl  Jäh 
ln  Behlii / alhfak  gdSäd  lieedl  utdkil  utftffelle  e/ßehlul  gdl  Jäh  bil- 
'nk(e)l  äiifitt  (fje/d't  ubilffle  iiktil  aS(a)dai  ubilhära  anfud  bald' t. 


XLII.  s 

(a)  färlejd  fi>( u)m  Harun  errelid  gdl  UlBehlül  taSdl  fir  qddi  räh 
elBchlul  lieedl  ugdm  itharrl  ul, alt  hardh  gidddmah  ugdm  /bei  rd/iau 
hl  Harun  errelid  gatöjäh  elBe/t/ül  /dSäd  hat!  hardh  gidddmah  u/bei 
rdh  Htiritn  Ht  Behl  hl  ugd/Jäh  fl/dSäd  tesainji  gdl  Jäh  intf  terid  tf- 
sauniui  mitfejl  hdda  Jhara  Ib)  gdl  Jäh  fei  gdljäh  li'an  heida  hei-  io 
löfujtn  tdkflah  fsldf u)n  ak(e)l  latif  ubdeer  luniman  tfghm  tfharrih 
bih  gife  faSdd  inebn  tfridni  afir  bilqäda  ahkum  Sa/a  hyk(e)m  Müsa 
ibn  Gai(a)far  gal  Jäh  hdda  ie(i)  mbjsir  gdljäh  u dni  mb  äsir. 


XLIII. 

(a)  fiir(e)d  {d( u)m  elBehlül  gdl  liSammah  Harun  errelid  arid  15 
bintak  änieha  gdm  Sa/efijh  elha/ifa  udmar  Sa/efijh  iebustünah  (i)b- 
sutdh  qdtriddh  räh  gdm  killma  ffridha  fär(e)d  udlred  mb  (ehal/ih 
id(u)m  min  e/'tfdm  dezz  Sa/ajßehlul  elha/ifa  gdl  Jäh  taSdl  i/jid  bin/ 
Sammak  gdm  ahädha  inhadär  Sa/c(i)ha  ucettefha  uhallüha  min  el- 
murrib lissub(a)h  (b)  iget  umm/ui  libintha  gälet  flld(u)nie  gdl  et  fl-  20 
löfujni  elbdrfha  min  elmurrib  lisfubf a)h  dni  (e)meettffe  iget  SalBehlü! 
gal  ft  Jäh  i a ibni  fei  (e)mcettif  bi  nt  Sammak  laSibha  garrifha  rdhat 
gdm  elBchlul  (fgarris  biha  min  elmurrib  lixsubfalh  i/et  ummha  ym- 


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anctfc««,  (neuaradtfcfSt  0ffc8i4<«>'  au«  fcem  Jraq. 


75 


gehabt  ; er  ging  also  zur  Stute  des  Chalifa  und  schnitt  ihr  den  Schwanz 
ab.  Darauf  bestieg  er  seine  Stute,  und  beide  ritten  zusammen.  Dabei 
drehte  sich  der  Chalifa  zu  Abu-Nuwas  um  und  sagte:  Ich  sehe,  dass 
deine  Stute  Grimassen  schneidet  Der  antwortete:  Sie  lacht  wohl 
5 über  den  Schweif  deiner  Stute.  Als  der  Chalifa  sich  umwandte,  sah 
er,  dass  seiner  Stute  der  Schwanz  abgeschnitten  war,  und  sagte:  Was 
hast  du  gethan?  Er  entgegnete:  O Herr,  was  hast  du  aber  gethan? 
Da  lachte  Harun  alRaschid  und  beschenkte  Abu-Nuwas  reichlich. 

XLI. 

10  Jemand  sah  den  Behlul,  wie  er  seine  Notdurft  verrichtete,  dabei 
ass  und  sich  Läuse  fing.  Er  sagte:  Wie  ich  sehe,  verrichtest  du  deine 
Notdurft,  isst  dabei  und  fängst  zugleich  dir  Läuse.  Behlul  antwortete: 
Durch  das  Essen  bringe  ich  mein  Inneres  in  Ordnung,  durch  das 
Lausen  töte  ich  meine  Feinde  und  durch  das  Verrichten  der  Notdurft 
•5  entledige  ich  mich  meiner  Schlechtigkeiten. 

XLII. 

tat  Eines  Tages  sagte  1 Iarun  alRaschid  zu  Behlul:  Du  sollst  Richter 
werden.  Da  ging  Behlul  in  die  Wüste,  verrichtete  seine  Notdurft  und 
legte  seinen  Kot  vor  sich  und  weinte.  Die  Leute  gingen  nun  zu 
Harun  und  meldeten  ihm:  Behlul  sitzt,  hat  seinen  Kot  vor  sich  ge- 
legt und  weint.  Harun  ging  zu  Behlul  und  fragte  ihn:  Was  thust  du? 
Behlul:  Du  willst  mich  wie  diesen  Kot  machen,  (b)  Harun:  Warum? 
Behlul:  Heute  isst  du  es  als  schöne  Speise,  und  morgen,  wenn  du 
aufstehst,  giebst  du  es  von  dir  mit  stinkendem  Geruch.  Wenn  du 
*5  nun  willst,  ich  soll  das  Richteramt  übernehmen,  würde  ich  jedoch 
entscheiden  wie  Musa  ibn  Djafar.  Raschid:  Das  geht  nicht.  Behlul: 
Dann  werde  ich  nicht  Richter. 


XLIII. 

a Eines  Tages  sagte  Behlul  zu  seinem  Oheim  Harun  alRaschid: 
30  Ich  will  deine  Tochter  umarmen.  Da  erhob  sich  Harun  gegen  ihn 
und  Hess  ihn  durchprügeln.  Darauf  wurde  er  vertrieben.  Er  ging 
weg.  und  immer,  wenn  sie  jemand  heiraten  wollte,  Hess  er  es  nicht 
zu  Eines  Tages  Hess  ihm  der  Chalifa  sagen:  Komm,  heirate  deine 
Cousine.  Er  nahm  sie,  als  er  aber  zu  ihr  (ins  Hochzeitsgemach)  ein- 
35  trat,  fesselte  er  sie  und  Hess  sie  so  vom  Abend  bis  zum  Morgen, 
bl  Als  die  Mutter  zu  ihrer  Tochter  kam  und  sie  nach  ihrem  Befinden 
fragte,  antwortete  sie:  Wie  soll  es  mir  gehen?  Ich  war  gestern  vom 


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Anträge  $ur  ffmililcSoi  J&pvacBre t(Tti»rc6aft. 


76 

lidctha  ga/et  Jl/ut  mm  chnurrib  lissubfaih  Jgarrif  bi/c  giilet  lilBch/üt 
Um  gilt  Jak  garrisha  galj/ha  laläd  ciläfujn  (C)  gäbet  gilt  Jak  sah- 
htmhagitm  la/e( ijha  usahhamha  bisst 'hätu  asnad  iget  lall,  i dt  ugälit 
bah  itni  gilt  Jak  sahhimha  gal J! ha  laläd  cili/iijn  galitjäh  gilt  Jak 
lattimha  gäm  jclattnn  fi/ta  min  chnurrib  Itssub  ab  igct  lalc(i)h  galt! _ 5 
Iah  am  gilt  Jak  lattimha  ga/J/ha  änt  mit  alfäjrtf  (d)  ra/tat  unim/ia 
hlhalifa  nga/ctjäh  hädaJBch/ü/  mannet  bintak  lad  rl/li  lalefiih  ugil 
Iah  hal/ih  iähid  uoglhha  rillt  elhalifa  ugä/Jäh  /<}  Bchlül  intf  mit 
tcl(ä)rif  gilt  Ja  h mit  alfäjrif  ga/Jäh  elhalifa  iträhha  nttilhä  gal  Jäh 
taiäd  äui  knfärfejt  htm  man  gilt  Jak  arid  bintak  ä nie  ha  dahak  c/ha- 
Ufa  ugätn  el Bchlül  lala  bin t lammah  uniiiha  uhädaJBehlül  ( iftchim . 


XLIV. 

lat  fär(e)d  uährd gät  äkrt  farfeid  ttälifd  {igdar  icbät  eitel (c)msal- 
Iah  ( ijbnttff  ellatt  laggezre  gät  Jäh  am  agdar  gilt  Jäh  mit  t igdar 
galjäh  agdar  gal  Jäh  ida  gidir(c)t  antik  ihtt  u ida  mit  gtdar(e)t  «s 
äntini  ihtak  galjäh  mit  _ i/tä/if  tirädau  bc(i)nitthum  uktibau  sened 
ulchhedan  bih  ayädim  usär  chnurrib  eth  gilt  itni  agdar  ttsallah 
ttlabar  liggesre  utemm  biggezre  ( cjmsa/lah  (b)  11  nmmah  mlgabiltäh 
(ijbhassä(u)b  utillyn^tiär  ntcgül  hessa  l ibni  Jtthamma  lau  mir  uhiia 
da//  lissubf a)h  biggezre  lumm  an  labar  gal  Jäh  taläl  äntini  ihtak  gal ^ 20 
Iah  itni  mit  antik  ihtt  gal  Jäh  tel  gilt  Jäh  nmmak  (c)llalctjak  när 
u inte  t?hammc(i)t  la/cfijha  gal  Jäh  itni  (i)bditk  csfäf  ujb  uhfe  (ijb/taf- 
säfujb  tislynjnär  iShifuJn  tesdhn  gä! Jäh  mit  min  taraf  uitfül  ennär 
Hak  läcin  min  taraf  tlsir  lak  girla  li(tt)  mit  tiilä/Jak  när  mit  eint 
gidär(e)t  tfbät  näs  tigul  e/hagg  leih  bat  biggesre  uttäs  trgül  e/hagg  25 
leih  hasrän  räddau  auädint  la/efihum  ga/öjhnm  rithu  lilBchlül  hiia 
{ilral(a)ha  ilkum  (c)  gähnt  ethc(i)nhum  inajhi/if  rithau  hl  Bchlül ' 
el Bchlül  gab(c)l_ma  figim  laraf  geiethinn  la/ayll  gätn  uhätt  tim  men 
tt/ahfejm  biggtdfcjr  näggid(e)r  lebir  ulitf  farfejd  nah  litt  ethe(i)n  tä- 


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QTlti|jntr,  (Tttuara6if<$e  <5(fdMc#<en  aut  btm  (Jrdq.  77 

Abend  bis  zum  Morgen  gefesselt.  Die  Mutter  ging  nun  zum  Behlul 
und  sagte:  Mein  Sohn,  warum  fesselst  du  deine  Cousine?  Spiel  mit 
ihr  und  zwicke  sie.  Als  sie  weggegangen  war,  zwickte  sie  Behlul 
von  Abend  bis  Morgen.  Dann  kam  ihre  Mutter  wieder  und  fragte 
5 sie  nach  ihrem  Befinden,  und  sie  klagte:  Vom  Abend  bis  zum  Morgen 
zwickt  er  mich.  Die  Mutter  wandte  sich  nun  an  Behlul:  Ich  sagte 
dir  doch,  du  sollst  sie  zwicken.  Behlul:  Wie  soll  ich  es  denn  noch 
machen?  (c)  Die  Mutter:  Ich  sagte  dir,  du  sollst  sie  schwärzen.  Da 
schwärzte  er  sie  mit  schwarzem  Russ.  Als  die  Mutter  zu  ihm  kam, 
10  sagte  sie:  Ich  sagte  dir  doch,  du  sollst  sie  schwärzen.  Behlul:  Was 
willst  du  denn  sonst  noch?  Die  Mutter:  Ich  meinte,  du  sollst  sie  ohr- 
feigen. Da  ohrfeigte  er  sie  vom  Abend  bis  zum  Morgen.  Als  die 
Mutter  zu  ihm  kam,  sagte  sie:  Ich  habe  dir  doch  gesagt,  du  sollst 
sie  ohrfeigen.  Behlul:  Ich  weiss  nicht  (was  du  willst),  (d)  Dann 
'5  ging  sie  zum  Chalifa  und  klagte  ihm:  Dieser  Behlul  wird  deine  Tochter 
noch  zu  Grunde  richten.  Also  geh  du  zu  ihm  und  sag  ihm,  er 
möge  ihr  Gesicht  (d.  i.  Jungfernschaft)  nehmen.  Da  ging  der  Cha- 
lifa zu  ihm  und  sagte:  Behlul,  du  weisst  nicht  (worum  es  sich  han- 
delt). Behlul:  Ich  weiss  nicht  (was  ihr  wollt).  Der  Chalifa:  Leg  sie 
20  hin  und  umarme  sie  Behlul:  Was  habe  ich  also  (früher)  Übles  gc- 
gethan,  als  ich  sagte,  ich  wolle  deine  Tochter  umarmen?  Da  lachte 
der  Chalifa,  und  Behlul  ging  zu  seiner  Cousine  und  umarmte  sie. 
Das  ist  eine  Geschichte  vom  klugen  Behlul. 

XLIV. 

25  lal  Jemand  fragte,  ob  einer  nackt  in  der  Mitte  des  Flusses  auf 
der  Insel  übernachten  könne.  Ein  anderer  meinte,  er  könne  es.  Der 
erste  glaubte  das  nicht  und  der  zweite  blieb  bei  seiner  Meinung. 
Der  erste:  Wenn  du  es  kannst,  gebe  ich  dir  meine  Schwester,  und 
wenn  du  es  nicht  kannst,  gieb  mir  deine  Schwester.  Der  andere  war 
3°  einverstanden,  und  beide  waren  mit  den  Bedingungen  zufrieden, 
schrieben  einen  Kontrakt  und  brachten  Zeugen  dazu  herbei  Nach 
Sonnenuntergang  entkleidete  sich  der  eine,  ging  nach  der  Insel  her- 
über und  blieb  dort  nackend.  ( b)  Seine  Mutter  aber,  die  ihm  auf 
dieser  Seite  gegenüber  stand,  machte  Feuer  an,  indem  sie  dachte: 
35  Jetzt  wird  sich  mein  Sohn  am  Feuer  erwärmen.  Kr  blieb  bis  zum 
Morgen  auf  der  Insel,  und  als  er  ans  Land  gekommen  war,  sagte  er 
seinem  Gegner:  So,  nun  gieb  mir  deine  Schwester.  Der  wollte  es 
aber  nicht  thun  und  erwiderte  auf  die  Frage  nach  dem  Grunde: 
Deine  Mutter  hat  dir  ein  Feuer  angemacht,  und  du  hast  dich  daran 
40  erwärmt.  Der  erste:  Ich  war  auf  jener  Seite,  und  sie  hat  auf  dieser 
Seite  Feuer  gemacht,  wie  kann  es  zu  mir  kommen?  Der  zweite:  Es 


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7» 


Qßcitraqc  ;u r ftmitifdSot  Spr  j;ßwtfT<»|cli<'f<. 


utlät  uledd  eggidfejr  (t/bräs  ennahlät  ugäm  filiynjnär  gauyäh  galä ^ 
lii/t  j (ä  Bchlül  häda  Hi  hin  sauuefijtah  gal f /hum  häda  atbu/j  ilkum 
bih  rädli  galä  Jäh  häda  iluäk(i)t  tisal  ennär  Halt  uittäkf i)t  fintobah 
tt/sir  misti/t  ttnäkil  min  iaddäk  (d)  galtlhum  fimaifaina  gälau  li  an 
ennär  mä  tisal  laiadd  eggidfejr  hatta  iistui  galjlhttm  laiäd  ei/öfujn  5 
hü'a  biggezre  uännär  tisälah  gä/au  ma^tsir  galJUtum  antu _lhyrme 
U lli  däll  (i)biatt  kill  eitel. 


XLV. 

(a)  fär(e)d  fo(u)m  elhalifa  Harun  errclid  gäbjah  girgi/e  ilii/t 
ußehhil  iand  elhalifa  fäkil  ttiiirab  färfcjd  fbfu)m  e/girgiie  iäfha „ 10 
IBehlitl  ugäl  (i)bnefsäh  ha/girgi(e  arid  ältidha  min  el/jali/a  ili/e  läcin 
aiitf  asauui  /i  hyrfe  gäm  uralt  lifiir(e)d  mccän  e/li  kill _uäk(i)t  teruh 
ttfigt  minhtt  Jgirgi/e  t/älmecän  bih  rdzüne  ialrarbi  iigl  minha  haua 
latif  gäm  uliätt  tezäh  birrasine  utö(u)bez  temm  säia  t/  a idajgirgiie 
iget  iäfet  elBekhil  hält  tezäh  birrazüne  uumtöfujbez  (b)  gälet  lilRehlül  <5 
(ä  Behlül  iigäsad  tesauui  galjlha  gä  iäd  ähid  ritä'ih  e/sef i)f  galet_ 

Hill  äni  harn  arid  ähid  ri/ä'ih  esfefiif  gal  jlha  taiäh  iget  lirrdsüne 
ufäkket  tezha  birrazüne  u(ö( ujbezet  mitfeil  e IBehlitl  iäfet  mäktt  fär(e)d 
iefi)  ga/et  Jäh  (ä  Beh/itl  alüf  mä  tigini  ri/a  i/t  eff  ff i)f  gdljlhd  int 1 
i/ic  (u)zritf  et  tief i)n  11  mä  tistelezsin  liri/ä’(lt  essef if  li'  an  rnatsir  a/ld  20 
bifiir(e)d  ziir(u)f  gälet  laiäd  eilöfttin  (c)  gdljlhd  äni  astddjie  t/ährd 
tta/'ähar  iibqa  mafkitk  fähid  ri/ä’ih  essef if  gälet  taläl  siddith  tga _ 
IBehlitl  uh  ätt  leirah  (i)bkiss  e/girgiie  ugäm  ff  nie  bilui  ugälet  lilBchlül 
atäri  rüä'/h  essefif  bihinn  ledde  gdljilhd  mäktt  mit(e)l  leddet  ryä’ih 
essef if  iagfujbjmd  (tallas  min  enhc(i)c  elltalifa  iäfha  bittet  gdljlhd  J5 
tief i)n  cintl  galetjäh  fä  ha/ifa  rihfejt  lilhofuji  u/igefijt  elße/dül  tnf- 
täfujbez  uiäliid  ri/ä'ih  essefijf  min  errdstine  u äni  häm  töfu)bez(e)t 
ttridfe jt  ähid  ri/ä'ih  essef t)f  tttiiä  sär  (d)  uniedet  elBehhil  ugäljt  inti 
i/ic  (u)zrtif  ctiicf ijn  mä  tigdiirin  tähedin  rüä’ih  essefif  gilt  Jäh  laiäd 


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(HlciftiMr,  (TltuaraßtfcBc  ®ffcBic8f(n  auß  6<m  Jfaq.  Jt) 

bandelt  sich  nicht  darum,  ob  du  das  Feuer  gespürt  hast,  sondern 
darum,  dass  du  dadurch  Courage  bekamst.  Wenn  sie  dir  nicht  ein 
Feuer  angemacht  hätte,  hättest  du  nicht  übernachten  können.  Einige 
sagten,  der  hätte  Recht,  der  auf  der  Insel  übernachtete,  andere  wieder, 
5 der,  welcher  (die  Wette)  verlor,  noch  andere  gaben  den  Rat,  zu  Behlul 
zu  gehen  und  ihn  um  einen  Entscheid  zu  bitten,  (c)  Beide  waren 
damit  einverstanden  und  gingen  zum  Behlul.  Der  aber  wusste  schon 
vor  ihrer  Ankunft  den  Grund  ihres  Kommens.  Er  that  Reis  und 
F'leisch  in  einen  Kessel,  und  zwar  nahm  er  einen  grossen  Kessel; 
io  dann  suchte  er  sich  zwei  hohe  Palmen  aus,  band  den  Kessel  in  den 
Kronen  der  Palmen  fest  und  machte  darunter  ein  Feuer  an.  Sie 
fragten  ihn:  Behlul,  weshalb  hast  du  das  so  gemacht?  Behlul. ' Ich 
koche  euch  darin  Mittagbrot  Sie:  Wann  wird  das  Feuer  bis  dahin 
kommen,  und  wann  wird  das  Essen  gar  sein,  dass  wir  es  essen 
15  können?  (dl  Behlul:  Wie  meint  ihr  das?  Sie:  Weil  das  Feuer  nicht 
nach  oben  zum  Kessel  kommt,  sodass  es  gar  wird.  Behlul:  Was 
wollt  ihr  nun?  Den  auf  der  Insel  sollte  das  Feuer  erreichen?  Sie: 
Das  ist  unmöglich.  Behlul:  Dann  gebt  also  die  Frau  dem,  der  die 
Nacht  auf  der  Insel  geblieben  ist. 

XLV. 

(a)  Eines  Tages  besorgte  sich  der  Chalifa  Harun  alRaschid  eine 
georgische  Sklavin.  Behlul  lebte  aber  bei  dem  Chalifa.  Als  der 
eines  Tages  die  Sklavin  sah,  sagte  er  bei  sich:  Diese  Sklavin  will  ich 
dem  Chalifa  wegnehmen  und  selber  heiraten.  Aber  ich  muss  mir 
25  eine  List  ausdenken.  Er  ging  nun  zu  einem  Platz,  wo  die  Sklavin 
immer  hinkam,  und  dort  befand  sich  ein  Fenster  gegen  Westen,  um 
den  kühlenden  Wind  durchzulassen.  Dort  steckte  er  seinen  Hintern 
zum  Fenster  heraus.  So  blieb  er,  bis  die  Sklavin  kam  und  ihn  sah, 
wie  er  seinen  Hintern  zum  Fenster  heraussteckte,  (bl  Sie  fragte 
3°  ihn:  Behlul,  was  machst  du  da?  Behlul:  Ich  fange  die  Sommerlüfte 
auf.  Sie:  Ich  will  auch  die  Sommerlüfte  auffangen.  Behlul:  So 
komm  her.  Sie  kam  nun  zum  Fenster,  entblösste  ihren  Hintern 
und  steckte  ihn  auch  zum  Fenster  heraus  wie  Behlul.  Wie  sie  sah, 
es  sei  nichts  dabei,  meinte  sie:  Wie  ich  sehe,  kommen  zu  mir 

35  die  Sommerlüfte  nicht.  Behlul:  Du  hast  zwei  Löcher  und  kannst 
die  Sommerlüfte  nicht  schön  finden,  weil  das  nur  mit  einem 
Loche  geht.  Sie:  Was  nun?  (c)  Behlul:  Ich  werde  dir  das  eine  ver- 
schliessen,  und  das  andere  bleibt  geöffnet,  um  die  Sommerlufte  auf- 
zufangen. Sie:  Komm,  schliess  es.  Da  kam  er  und  umarmte  sie. 
4°  Sie:  Behlul,  ich  glaube,  die  Sommerlüfte  haben  etwas  sehr  Ange- 
nehmes. Behlul:  Es  giebt  nichts  so  Angenehmes  als  die  Sommer- 


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So 


3p.'iträ*(  $at  (Vmilifdijn  jä  i'r.'^hiv;  r.-nf.tvi*! 


el/öfttjn  gälji  äni  asiddjic  tjnhfd  uät ähar  ihldt  bih  rin)' ib  esset i)f 
gittjläh  majihälif  usedd/t  uähcd  min  zilrüft  ttätahar  ahadfejt  bih 
rüä'ih  l, Min  hoi  rüa ih  ledidät  (el  galjlha_ thalifa  qälmaric  elBehlid 
unätcic  /(}  meliünet  e/yalidefijn  läcin  elhalifa  ketir  illyzzha  ätnar  e!ha~ 

Ufa  lalaJlBehlitl  tjälgurgiie  bi' an  ida  rid(e)t  alüf  elBehlid  uälgttr-  5 
giie  bit nläia  teräni  li/jid  ritshtim  gämau  uätridöhum  min  el’uläia 
läcin  elBehlid  landab  fii/its  tjälgurgiie  ham  landhet  fü/üs  ketire  gäm 
iga  lifar(e)d  iiän  Iah  u säumt  bih  far(e)d  serdäb  täuil  ugalad  hü  a 
tjälgurgiie  bih  ttkill  iäfujm  / früh  hl' nläia  icgib  ai(e)l  Halt  tjälgurgiie 
min  refijr  der i^lh  ali/a  bi/böfn  ge  Inein  bil(e)d  esserdäb  min  et  nläia  io 
elh  bihajhalifa  mugdär  td(i)t  säila  bal(a)d  dälik  temmau  mugdär 
sitt^ilhur  bihadäk  elmicän  Inminan  iäfujm  min  e/'iiäm  (fjhütset  frdns • 
hum  kil/ha  umä  landhum  fartejd  qirfejl  iiiterim  bih  httbfejz  tchäca _ 
l Behüt ! hü a yalgurgige  ugä/au  illöf u )n  ncsattyi  liel iäfujm  tnä  läddna 
ffdits  (f)  gal^Uha  JBehüd  iä  fftläne  äni  telyzzm  Sitte ^zZobefiJde  üintl  <5 
ieiyzzic  elhalifa  in/t  lumtnan  (früh  elhalifa  lisscräi  mal  elhukitme 
ttritht  lisitte  _zZqbe(i)dc  ugili^llUl  (ä  sitte  elBehlid  mal  umä  landi 
fttlüs  asaujilah  cifen  ttä/ä  rasitl  ttä/ä  kerne  lilhafär  galctjUhd  sitte 
fidfijg  galetf/ha^/girgiie  sidfijg  iä  sitte  gämet  uontctha  mugdär 
hafne  berät  uga/et  J/ha  zlijcu  idtfnih  yerasselih  ucefttih  ttsattuijah  20 
Itjäb  g galetjillut  ma  Jlhä/if  rät  hat  tilBehlid  uöiitetah  e/terät  läcin 
sitte .zZobefiJde  ketir  telyzz  elBehlid  udäg  htdfejgha  lala  f Behüt/ 
bal(a)d  dälik  gäm  elBehlid  uralt  Iilhalifa  ttgä/^/ah  iä  /ja/ifa  e/gttr- 
gife  mätet  umä  landi  farfejd  lefi)  asanui _/ha  zahäb  gäl^Jäh  sidfijg 
gäl  sidfijg  iä  sidt  gäm  elhalifa  ttöida  li/Bchütl  mugdär  tc/rt  hafnät  25 
berät  läcin  elBehlid  iibit  uii/tem  lala  yqghah  ahad  e/fuüts  elBehlid 
uräh  läcin  ketir  däg  htt/gah  la/a  fgurgije  /tan  iclyzzlui  ttbalfajd 
dälik  gäm  elBehlid  ualteret  acfejl  tdtiiditm  zfijeuät  kil/il  ugalad  hü a 
ltä/gttrgijc  martah  lumm, tu  sär  elmurrib  elhalifa  rä/t  lelteläh  ttläf 
sitte ^zZqbefiJde  ketir  tfcifig  halft  jg/ta  la/Behütl  (h)  galjlha  elhalifa  3 o 
iä  sitte  alitftc  deifg  httlgic  galetjiih  etgurgiie  iget  la/eiia  ugälet^li 
bt an  elBehlid  mät  u äni  ketir  deiiig  hu/gt  lalefijh  gal^Jlha  hessal 
el  Behüt  l cän  landi  ugäl^li  etgurgiie  mätet  nontcfijhah  fttlüs  uräh 
gd/et^lah  sidfijg  gdljdhet  sidfijg  galet  jah  äni  tnä  asaddig  bik  gal w 
i/ha  dizzr  la/efijhutn  gälet  dizz  lalefijhum  dezz  lalefijhum  täril  uralt ^ 35 
i/hum  ugäbhum  tiiget  etgurgiie  rät  hat  li/befijt  mäl  elhalifa  hü a rä/t 
li/meg/is  mäl  elhalifa  läcin  elmeg/is  mäl  elhalifa  cetir  zilittt  ga  ladin 
bih  iga ^IBeh/itl  ttgäl  lizi/im  selämttn  lalefijkttm  (i)  galä  jah  ulale(i)- 
kum  esseläm  iä  Behüt/  amär^ldh  biggulüs  ttgäl^läh  iä  Behüt/  cUäfttjn 
ttgäl  e/girgiie  mätet  uä/girgiie  tcruh  lisitte ^zZobefiJde  tcgfilj/ha  mitfejt  40 
gä/Jah  iä  halifa  inte  täkil  min  gemilfaj^t atuän  11  äni  afukk  balgt 
lala^lhaua  mä  äkil  fiirfejd  lefi)  dahak  elhalifa  ü dmar^lah  bi’ikräm 
zä  i<i  ttgäl  Jah  taläl  bil  it/äia  (ajlafcfi)t  lannak. 


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QlUißntr,  (gl<uar<t6tf<0<  C<fc$tctffn  aus  im  Jraq.  8l 

lüfte.  Abends  aber  bemerkte  der  Chalifa,  dass  sie  sich  verspätet 
hatte,  und  fragte  sie:  Wo  warst  du?  Sie:  O Chalifa,  ich  ging  nach 
dem  Hause  und  fand  dort  Behlul,  wie  er  seinen  Hintern  heraussteckte 
und  die  Sommerlüfte  auffing.  Ich  machte  es  nun  ebenso  und  wollte 
5 die  Sommerlüfte  auffangen,  aber  es  ging  nicht  (d)  Da  fragte  ich 
Behlul  und  er  sagte  mir,  ich  habe  zwei  Löcher  und  könne  die  Sommer- 
lüfte nicht  auffangen.  Auf  meine  Frage,  was  zu  thun  sei,  meinte  er, 
er  wolle  mir  eins  verschliessen  und  mit  dem  andern  könne  ich  die 
Sommerlüfte  auffangen.  Ich  war  damit  einverstanden,  und  so  schloss 
io  er  eins  von  meinen  Löchern,  und  mit  dem  andern  fing  ich  die 
Sommerlüfte  auf.  Aber  ich  sage  dir,  die  Sommerlüfte  sind  doch  etwas 
sehr  Angenehmes.  Der  Chalifa:  Behlul  hat  mit  dir  gescherzt  und  hat 
dich  umarmt,  du  verfluchtes  Weib,  (e)  Da  der  Chalifa  die  Sklavin 
sehr  liebte,  befahl  er  inbetreff  beider:  Wenn  ich  Behlul  und  die  Sklavin 
15  in  der  Stadt  sehen  sollte,  schlage  ich  ihnen  die  Köpfe  ab.  Man  ver- 
trieb sie  also  aus  der  Stadt;  aber  Behlul  hatte  viel  Geld  bei  sich  und 
ebenso  die  Sklavin.  Er  ging  nun  zu  einem  hohen  Hügel  und  grub 
dort  einen  tiefen  Keller  und  wohnte  mitsamt  der  Sklavin  darin.  Jeden 
Tag  ging  er  in  die  Stadt,  Essen  für  sich  und  die  Sklavin  zu  bringen, 
20  heimlich,  ohne  Wissen  des  Chalifa.  Der  Keller  war  von  der  Stadt, 
wo  der  Chalifa  wohnte,  '/j  Stunde  entfernt.  So  blieben  sie  sechs 
Monate  an  diesem  Platze,  als  aber  eines  Tages  alles  Geld  alle  ge- 
worden war  und  sie  keinen  Piaster  mehr  hatten,  um  sich  Brot  zu 
kaufen,  beriet  sich  Behlul  mit  der  Sklavin:  Wie  sollen  wir  es  jetzt 
25  machen?  Wir  haben  kein  Geld,  (f)  Da  verfiel  Behlul  auf  folgenden 
Ausweg:  Du,  mich  hat  die  Sitte  Zobeide  recht  gern,  und  dich  liebt 
der  Chalifa.  Wenn  der  Chalifa  ins  Serail  geht,  eile  du  zur  Sitte  Zo- 
beide und  sag  ihr:  Sitte,  Behlul  ist  gestorben,  und  ich  habe  kein 
Geld,  ihm  ein  Totenhemd  zu  machen,  ihn  waschen  zu  lassen  und 
30  das  Begräbnis  zu  bezahlen.  Als  Sitte  sie  fragte,  ob  das  wirklich  so 
sei,  und  jene  es  ihr  bestätigt  hatte,  gab  sie  ihr  eine  Hand  voll  Lira- 
stücke und  trug  ihr  auf:  Bestatte  ihn  schön.  Wasche  ihn,  leg  ihm 
das  Totengewand  an  und  gieb  ihm  das  Totengeld,  (g)  Das  ver- 
sprach sie  ihr,  dann  ging  sie  zu  Behlul  und  gab  ihm  die  Pfunde. 
35  Da  aber  Sitte  Zobeide  Behlul  sehr  liebte,  war  sie  sehr  betrübt  um 
ihn.  Darauf  ging  Behlul  zum  Chalifa  und  meldete:  O Chalifa,  die 
Sklavin  ist  gestorben,  und  ich  habe  nicht,  wovon  ich  sie  begraben 
soll.  Als  der  Chalifa  sich  erkundigt,  ob  das  wirklich  so  sei,  gab  er 
dem  ßehlul  drei  Hand  voll  Pfundstücke.  Behlul  weinte  und  schlug 
40  sein  Antlitz,  nahm  aber  das  Geld  und  ging  weg.  Der  Chalifa  aber 
war  sehr  betrübt,  weil  er  die  Sklavin  sehr  liebte.  Behlul  kaufte  nun 
Essen  und  sehr  schöne  Kleider  und  blieb  mit  seiner  Frau  zusammen. 
Nach  Sonnenuntergang  ging  der  Chalifa  nach  Hause  und  sah,  dass 

Beiträge  lur  *etnit.  Sprachwi**en§chaft.  V.  6.1 


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82 


Qßfiträgc  ;ur  ffmittfcßcn  ^pradjTnflfnfcflaft. 


XLVI. 

(a)  fär(e)d  iö(u)m  reiagil  ethe( i)n  mutalanidin  yähfd  iegitl  rizqa- 
kttm  fi^ssemä  uämä  tuladuna  uät ahar  iegitl  famiu  fi  nianakibiha 
uakuln  min  risqiha  ttä  ilaßläh  ennuiür  be(i)namd  hum  muta  lanidin 
uStdaJhalifa  iitsannat  lalefijhttm  fabaqau  lat halb  öle  eilt  gal  rizqa-  5 
kam  fi^ssemä  uämä  tuladuna  ttä  t/t  nel/l  gal  famltl  ß manäkibihd 
uäku/u  min  risqiha  uailaßlah  ennuiür  gäm  iimit  medä  (r  elbistän 
min  elfiil(a)  tteläsitn  e/'äie  ytällialifa  iitsannat  lalefijhum  gäm  ueämar 
elhalifa  bi' an  ßsauynn  fär(e)d  qüzi  uäßballünah  uäßhuttu  (i)bbof(e)n 
e/qitzi  surret  fAlüs  uäuliajqüzi  bircet  timmcn  (b)  ue'  ä mar  elläbfijd  io 
ßhutthinn  giddäm  eilt  iimit  yeguian  falumman  hü a { imli  ttä  icht  (e- 
iitf  elbiree  uäfäfujghd  qüzi  mfhaiia  gal  ad  lale(i)hd  ue'akal  min  d- 
qtizi  e/liie  yagcmilf a )ßlah( e)tn  ef/eijib  ubal(a)d  min  ettimmen  lumman 
ifbal(a)  farädd  Unna  im  yunddtah  uegälßah  iglyd  ikil  (f)fdä/ti  läcin 
elfü/its  mä  ligähinn  el'auuah  enna im  gal  ad  uegäm  iäkil  ueiäf  ch/itzi  15 
bot  nah  (e)mhaiiete  ftfäkk  botn jelqüzi  uaida  bihti  surret  elfillüs  ttä- 
'a/jad  essurre  elfülus  uähätthd  (i)blybbah  lumman  ifbal(a)  uegäm  ue- 
h all  au  elmaltin  (i)bntccanah  säla  tjedezs  lalefijhttm  elhalifa  yega/_ 
i/hum  ih'cüli  sa/ifetkum  (C)  uegäm  iahet  eilt  gäm  iimit  min  efgül(a) 
uegäl_läh  änt  qäri  fißqttr  an  famiu  fi  nianakibiha  uakuln  min  risqiha  20 
nä’ilaßläh  ennulüru  säla  ue'äni  ämil  len  ha/biree  mälet  ettimmen 
ijeß>( u )gha  qüzi  akä!(e)t  gemil(a)  mä  bih  lahfejm  teifb  qilbaqiie  gal- 
lädfejt  ennät'im  uegäm  iäkil  billadänt  yälfedäla  min  ettimmen  fa/um- 


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JHUtfjn«,  (ttiuaraBifcßf  <B(fc8ic6t<n  aus  itm  Jraq.  83 

Sitte  Zobeide  um  Behlul  sehr  traurig  war.  (h)  Der  Chalifa:  Wie  ich 
sehe,  Sitte,  bist  du  traurig.  Sitte:  Die  Sklavin  kam  zu  mir  und 
meldete,  Behlul  sei  gestorben;  darum  bin  ich  so  traurig.  Der  Cha- 
lifa: Jetzt  eben  war  Behlul  bei  mir  und  sagte,  die  Sklavin  sei  ge- 
5 storben.  Ich  gab  ihm  Geld  und  er  ging  weg.  Sitte:  Ist’s  wirklich 
so?  Der  Chalifa:  Wirklich.  Sitte:  Ich  glaube  dir  nicht  Der  Chalifa: 
So  lass  sie  doch  holen.  Sitte:  Lass  du  sie  holen.  Da  sandte  er 
einen  Boten  nach  ihnen,  der  brachte  sie.  Die  Sklavin  kam  und  ging 
in  des  Chalifa  Haus,  er  aber  war  ins  Conseil  gegangen,  wo  sich 
10  viele  Menschen  befanden.  Da  kam  Behlul  und  sagte  zu  den  Leuten: 
Guten  Tag.  (i)  Sie  erwiderten  den  Gross.  Da  befahl  der  Chalifa 
ihm,  sich  zu  setzen  und  fuhr  ihn  an:  Behlul,  wie  kannst  du  sagen, 
die  Sklavin  ist  gestorben?  Und  die  Sklavin  geht  zur  Sitte  Zobeide 
und  sagt,  du  seist  gestorben!  Behlul  antwortete:  O Chalifa,  du  isst 
15  von  allen  möglichen  Sachen  und  ich  soll  meinen  Mund  nach  der  Luft 
aufsperren  und  nichts  essen?  Da  lachte  der  Chalifa  und  befahl 
ihm  schöne  Iihrengeschenke  zu  geben  und  sagte:  Komm  wieder  in 
die  Stadt,  ich  habe  dir  verziehen. 

XLVI. 

10  (a)  Eines  Tages  stritten  sich  zwei  Männer.  Der  eine  sagte  (Sur. 

51,22):  Eure  Nahrung  ist  im  Himmel,  und  das,  was  euch  verheissen 
ist.  Der  andere  sagte  (Sur.  67,  15):  So  wandert  auf  ihren  bewohnten 
Gegenden  und  esset  von  ihrer  Nahrung;  und  zu  Gott  ist  die  Auf- 
erstehung. Als  die  beiden  sich  stritten,  da  hörte  der  Chalifa  sie,  die 
35  Streitenden  blieben  aber  bei  ihrer  Meinung.  Derjenige,  der  sagte: 
Eure  Nahrung  ist  im  Himmel,  und  das,  was  euch  verheissen  ist, 
legte  sich  schlafen,  der  andere  aber  ging  im  Garten  herum  vor 
Hunger,  indem  er  an  seinem  Spruche  festhielt.  Der  Chalifa,  der 
sie  gehört  hatte,  befahl,  ein  Lamm  zu  bereiten,  es  zu  füllen  und  in 
jo  den  Bauch  einen  Beutel  mit  Geld  zu  legen,  daneben  aber  eine 
Schüssel  Reis  zu  setzen,  (bi  Er  befahl  dann  dem  Sklaven,  die 
Sachen  vor  den,  der  hungrig  umherging,  zu  stellen.  Der  Umher- 
gehende sah  nun  plötzlich  die  Schüssel  und  darauf  das  gefüllte 
Lamm.  So  setzte  er  sich  hinzu  und  ass  vom  Lamm  das  Fettpolster 
35  am  Schwanz  und  alles  gute  Fleisch,  auch  etwas  Reis.  Als  er  satt 
war,  ging  er  zu  dem  Schlafenden  zurück,  rief  ihn  und  sagte  zu  ihm: 
Steh  auf  und  iss,  was  ich  übrig  gelassen  habe.  Aber  das  Geld  hatte 
der  erste  nicht  gefunden.  Der  andere  setzte  sich  nun  hin,  ass  und 
sah,  dass  der  Bauch  des  Lammes  zugenäht  sei.  Deshalb  öffnete  er 
40  ihn,  und  da  war  plötzlich  der  Geldbeutel.  Er  nahm  also  den  Beutel 
und  das  Geld  und  steckte  ihn  in  seinen  Busen.  Als  er  satt  war, 

6» 


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84 


Oßtifriigt  ;ur  fcmitifcSfn  ^prjc6tri4(nfcß^if(. 


man  sftnaJ(a)  kelänt  erreggäl  gülfäh  halläs fejt  gäl^fah  hal!äs(e)t 
gal _täh  ihct  i<i  reggäl  ef  a/jar  ihct  yegäm  ialicl  uegäl^/ah  (ä  ha  Ufa 
ani  qärt  filqur  an  rizqakum  fi^ssemä  qainä  tüJadüna  uämeiaqqen 
bil  äfe  (d)  yenä  {tu  sä  Ja  uä'ida  (igi  Ja/eiia  rifigi  uundehni  lumman 
gaJäd(e)/  yä  Ufa  buqäfa  min  elqitzi  yäbuqä[a  min  tttimmen  yeiif(e)t  5 
botn^elqüzi  mlljaiie/c  uäfäkke(i)t  botn^elqüzi  na  Ufa  Inh  surret  fu/üs 
ahdd(e)t  elfiilüs  yedommefijthinn  (i)bJybbl  ue’akä/fejt  min  mä  razaq 
Allah  lumman  ifbdJ(e)t  uehamadfejt  rabbi  yeiakartah  Ja/a  mä  qasam 
ye' inte  sä  lim  fagäl  el/jalifa  e/fah(e)r  teilt  liga  elfiilüs  yisse/äm. 


XL  VII.  io 

(a)  färfe)d  ttähfd  hakim  (öfu)m  hua  (itnii  bimfcän  läf  fär(e)d 
güge  mä/et  ädamt  umektüb  Ja/e/ijha  bi' an  min  baJ(a)d  metnä/1  äktil 
arbaJin  neffejs  lumman  läf  ha  f hakim  ttbahhar  gäl  arid  ähid  halgüge 
uadigghd  u'adummha  Ja/a  idt  u'aiüf  filä(u)n  tiktil  arbaJin  nef(e)s 
Jagf u)b  dälik  ahadha  udeggha  lumman  sätet  nä  tarne  ki/lii  hält/ut  15 
(ijbiile  udommha  bissag(u)f  (ö(u)m  min  effärn  sär  yäk(i)t  el/t  je  ril- 
lt litt  bih  lilhagg  gäl  libintäh  äni  rä’/h  li  Mekka  Jäd  gemiJ(a)  eifäi 
iitirli  bihittn  Ufa  hädi_JJiie  lä  tilJabin  biha  (b)  galet^läh  md/hä/tf 
gäm  uräh  (e)hläfah  elblneifä  säret  uugJäne  (e)irübet  min  gemiJfa 
ddu  a(ät  malät  abüha  mä  säret  z( ijene  uälrübet  min  eiiiSe  eilt  biha  20 
e/güge  eilt  medgüge  säret  sfijene  / öfujtn  min  et'lj[äm  läfet  nef(e)shd 
tja  Ufa  sä’ire  hible  lumman  igd  abüha  min  elhagg  ligäha  gäJdde  tit- 
uo/led  gäbet  uoled  niied  bi  nt  ah  gal f Hut  (i)mne(i)n  habel/i  gdlltläh 
iä  uälidi  sir(e)t  yu glätte  uulrubf ejt  gcrniJfaJ^ddn  a{ät  mälätak  mä  tei- 
iebennt  ugi/fejt  hädijidü  a eilt  yäfsäni  abüie  Jale(i)h  ilfa  hua  s(i)en  25 
hellt  uässänt  Jalefijh  gim(c)t  ugib(e)t  minnah  bilntöi  uiarabtah  alüfah 
babbeln)  hua  (C)  abüha  lumman  haiet^läh  bi/qadfe  sär  Jandah  ma- 
Jfajlüm  min  taraf  elkitäbe  eilt  Jafajgüge  hat  tau  elyoled  Jand  e/rne- 
räbi  lumman  sär  ihn  hamstäi  sene  iöfnjtn  hua  JaiJatt  gäJäd  iit- 


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Qfyltigncr,  (JUuaraBtfcJ«  tf5<f($tc$ten  au«  6cm  Jraq.  85 

stand  er  auf,  und  sie  liessen  die  Schüssel  an  ihrem  Platze.  Darauf 
Hess  sie  der  Chalifa  holen  und  forderte  sie  auf,  ihm  ihr  Abenteuer  zu 
erzählen,  (c)  Da  erzählte  der,  der  vor  Hunger  herumgegangen  war:  Ich 
habe  im  Koran  gelesen:  So  wandert  auf  ihren  bewohnten  Gegenden 
5 und  esset  ihre  Lebensmittel;  und  zu  Gott  ist  die  Auferstehung.  Als 
ich  umherging,  da  stand  plötzlich  diese  Schüssel  mit  Reis  da  und 
oben  lag  ein  Lamm.  Ich  ass  nun  alles  gute  Fleisch,  dann  liess  ich 
den  Schläfer  sich  an  den  Rest  setzen,  und  er  ass  die  Knochen  und 
die  Überbleibsel  vom  Reis.  Als  er  diese  Worte  des  Mannes  gehört, 
10  fragte  er,  ob  er  fertig  sei,  und  da  dieser  bejahte,  forderte  er  den  an- 
dern auf,  seine  Geschichte  zu  erzählen.  Der  berichtete:  O Chalifa, 
ich  habe  im  Koran  gelesen:  Eure  Nahrung  ist  im  Himmel,  und  das,  was 
euch  verheissen  ist,  und  ich  bin  überzeugt  worden  von  der  Richtigkeit 
dieses  Spruches,  (dl  Als  ich  schlief,  kam  mein  Gefährte  zu  mir  und  rief 
15  mich.  Ich  setzte  mich  zum  Mahle,  und  da  waren  Überbleibsel  von 
einem  Lamme  und  von  Reis.  Ich  sah,  dass  der  Bauch  des  Lammes 
zugenäht  war,  öffnete  ihn  und  fand  darin  einen  Beutel  mit  Geld.  Ich 
nahm  es  und  steckte  es  in  meinen  Busen.  Dann  ass  ich,  was  Gott 
mir  beschert,  und  als  ich  satt  war,  lobte  ich  Gott  und  dankte  ihm 
jo  für  das,  was  er  mir  zugeteilt.  Und  du  bleib  gesund.  Da  sagte  der 
Chalifa:  Der  Vorzug  gebührt  dem,  der  das  Geld  gefunden  hat. 

XLVII. 

(•)  Ein  Arzt  ging  an  einem  Orte  spazieren  und  sah  einen  Menschen- 
schädel, auf  dem  geschrieben  stand:  Nach  meinem  Tode  werde  ich 
15  vierzig  Leute  töten.  Als  der  Arzt  ihn  sah,  erstaunte  er  darüber  und 
sagte:  Ich  will  diesen  Schädel  nehmen,  ihn  zerstossen  und  so  ver- 
stecken, dass  nur  ich  es  weiss.  Ich  will  doch  sehen,  wie  er  vierzig 
Leute  töten  wird.  Dann  nahm  er  ihn,  zerstiess  ihn  und  als  er  ganz 
fein  pulverisiert  war,  füllte  er  ihn  in  eine  Flasche  und  versteckte  sie 
30  in  der  Decke.  Eines  Tages  zur  Zeit,  wo  man  zur  Pilgerfahrt  geht, 
sagte  er  zu  seiner  Tochter:  Ich  gehe  nach  Mekka.  Du  arbeite  nun 
mit  allen  Flaschen,  nur  mit  dieser  Flasche  hier  spiele  nicht,  (b)  Sie 
versprach  es,  und  er  machte  sich  auf  und  ging  fort.  Nachher  wurde 
die  Tochter  krank  und  trank  von  allen  Medizinen  ihres  Vaters,  aber 
35  sie  wurde  nicht  gesund.  Schliesslich  trank  sie  auch  von  der  Flasche, 
in  der  der  zerstossene  Schädel  war,  und  wurde  gesund.  Eines  Tages 
bemerkte  sie,  dass  sie  schwanger  sei,  und  als  ihr  Vater  vom  Pilgerzuge 
zurückkam,  fand  er  sie  gerade  bei  der  Geburt.  Sie  gebar  einen 
Sohn,  und  ihr  Vater  fragte  sie,  woher  sie  schwanger  geworden  sei. 
40  Sie  antwortete:  Mein  Vater,  ich  war  krank  und  trank  alle  deine  Ar- 
zeneien,  ohne  gesund  zu  werden.  Schliesslich  sagte  ich  mir:  Nur 


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86 


(gtiltäg«  )Mt  ftntittfcjfn  j&Ftac$wifr«rt$aff. 


ttonnas  säla  uä'ida  fär(e)d  sä'fs  mal  elhalifa  bida/t  fär(e)d  faras 
gäläd  föfu)ridha  esset is  dar  ab  eifaras  lala  bo((e)nha  (i)biatbe  etuoled 
sah  lasset fs  gäljah  fei  daräb(e)t  haifaras  uhi  e älfa/iara  ufär 
(u)^tfäbak  (i)blein  elmuhra  eilt  (i)bbot(e)nha  usäret  lb(u)ra  u/ti'a  rnu/tra 
sab/ta  hagle  min  et arbala  hol  muhra  lälin  hasäfe  färet  löf u)ra  es-  5 
sä'fs  halläha  (i)bgalbah  lumman  gäbe/  eifaras  lafha  lala  halijuoted 
mit(e)l  mä  gal  (d)  fofujin  äktt  fiir(e)d  saifäd  mal  simec  $ad  fär(e)d 
simce  min  deheb  u lumman  fitläl(a)ha  min  elmin  ma  thnüt  gäl  has- 
sirnle  arid  auäddiha  lilhalifa  hedife  bellen  fintinl  färfejd  lefij  min 
bidn/ha  räh  uäddäha  lilhalifa  onfäk  hamsin  deheb  udebbö(u)ha  usau-  10 
uäjha  fär(e/d  hä(u)d  uhättöha  bilhä(u)d  lumman  liattöha  gämet 
essimce  lumman  figi  lhalifa  fcdahhig  lalajhä(u)d  ti/lalf a)__ssimce 
utidhak  uteridd  terutt  uhlida  lur(e)Uui  lälin  lumman  tigl  bint  elha- 
lifa iitfarrag  lale(i)/ui  titrallä  min  essimce  lt an  tistehi  min  essimce 
(e)  elhalifa  gäl  lincfsäh  hassimle  mä  tidhak  il/a  lan  Sfbeb  gimalfa)  'S 
gemil(a)  (u)kbär  el/t  bif  uläfa  ugaljlhum  talä/a  lalllminn  Sfbeb  (feh- 
let essimce galojäh  mä  nel(ä)rif  sfmal(a)  essä’fs  bilhaci  gäl  lilhalifä 
äku  fär(e)d  tja/ed  cetir  fiftehim  usölffjäh  salifet  eifaras  gäljah  hu  a 
ilm  men  gäljah  ihn  fiilän  ädami  des  sau  lale(i)h  u’iga  u gälladah 
elhalifa  (t)bstffth  lumman  igajuo/ed  gämet  essimce  mä  titlal(a)‘umä  20 
tidhak  (f)  gäl  elhalifa  fä  tjaledt  ihciji  scbeb  dehlet  hassimce  gäljah 
äntinl  et amän  yforräi  u arid  haltje  ämar  elhalifa  gemilfajjga  ladin 
1 egntuun  gämau  killhum  utemm  hu  a tjoluoled  ubint  elhalifa  gäl  el- 
halifa gilji  fajni  gäljah  tidhak  lalefijk  utcgiil  fei  bintak  tistehi 
min  landi  utitfaiia  län  titfaiia  min  efarba  sin  iabfijd  gäljah  inte  25 
tinde/lhum  gäl Jäh  ändel/hum  gäljah  de! Uni  bihum  ig)  gäljah  gibji 
se(i)f  itäni  ädellik  bihum  a mär  Jäh  lala  sc(i)f  ugäm  hi/’a  uälhalifa 
itigau  lala  fiir(e)d  fahra  iä/hajuo/ed  usäret  gauyäha  bäb  sfrdäb 
inhädär  e/noled  uälhalifa  temm  uägif  lala  bäb  essfrdäb  uudbähhum 
killhum  et ’arbalin  lab(i)d  ugäl  lilhalifa  äni  märsul  lala  hat arbalin  3° 
nef(e)s  läd  esse(i)f  idbah  bintak  ahad  esse(i)f  elhalifa  undlbaft  bintäh 
udcbbha  mfejarbalbi  uhätt  fä(u)ghum  nuf(u)t  uulalälhum  uutclii 
utislem  yisseläm. 


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QTlttßmr,  (JltuaraBtfdJf  au»  a>'m  3»aq. 


«7 

diese  Medizin,  die  mir  mein  Vater  verboten  hat,  ist  gut;  deshalb  hat 
er  sie  mir  verboten.  Ich  that  also  etwas  davon  in  Wasser  und  trank 
es.  Sieh,  das  hat  mich  schwanger  gemacht,  (c)  Nachdem  sie  ihm 
diese  Geschichte  erzählt,  wusste  ihr  Vater,  dass  die  Inschrift  auf  dem 
5 Schädel  recht  habe.  Den  Knaben  gab  man  in  Pflege.  Als  er  fünf- 
zehn Jahre  alt  war,  sass  er  eines  Tages  am  Flusse,  sich  zu  amüsieren. 
Da  kam  ein  Pferdeknecht  des  Chalifa,  eine  Stute  führend,  um  sie  zu 
tränken.  Der  Pferdeknecht  schlug  die  Stute  mit  einer  Gerte  auf  den 
Bauch.  Da  schrie  der  Knabe  den  Pferdeknecht  an:  Warum  hast  du 
10  diese  Stute  geschlagen,  wo  sie  doch  im  zehnten  Monate  schwanger 
ist?  Dein  Schlag  traf  das  Auge  des  Füllens  in  ihrem  Bauche,  so  ist 
es  blind  geworden.  Es  hat  eine  Blässe  auf  der  Stirn  und  an  allen 
vier  Füssen  einen  weissen  Ring;  ein  schönes  Füllen,  nur  schade,  dass 
es  blind  geworden  ist.  Der  Pferdeknecht  behielt  diese  Worte,  und 
15  als  die  Stute  warf,  sah  er,  dass  es  sich  so  verhielt,  wie  der  Junge 
gesagt  hatte,  (dl  Eines  Tages  fing  ein  Fischer  einen  goldenen  Fisch, 
der  nicht  starb,  als  er  ihn  aus  dem  Wasser  zog.  Er  meinte:  Diesen 
F'isch  will  ich  dem  Chalifa  als  Geschenk  bringen,  vielleicht  giebt  er 
mir  etwas  dafür.  Er  brachte  ihn  also  den»  Chalifa,  und  der  schenkte 
io  ihm  fünfzig  Goldstücke  dafür.  Man  machte  nun  für  das  F'ischchen  ein 
Bassin  und  setzte  es  hinein.  Jedesmal,  wenn  der  Chalifa  kam  und  in 
das  Bassin  guckte,  kam  es  hervor,  lachte  und  tauchte  dann  wieder  unter. 
Sothatesimmer,  aber  wenn  dieTochterdes  Chalifa  kam,  sich  an  ihm  zu  er- 
freuen, verhüllte  sie  sich  vor  dem  Fischchen,  weil  sie  sich  vor  ihm  schämte. 
25  ie'  Der  Chalifa  sprach  bei  sich:  Das  Fischchen  lacht  aus  einem  be- 
stimmten Grunde.  Er  versammelte  also  die  Vornehmen  in  seiner 
Stadt  und  sagte  ihnen:  Kommt  her  und  belehrt  mich  über  den  Grund, 
weshalb  der  Fisch  lacht.  Sie  antworteten,  sie  wüssten  es  nicht.  Als 
der  Pferdeknecht  diese  Geschichte  hörte,  sagte  er  zum  Chalifa:  Es 
30  giebt  einen  Knaben,  der  sehr  klug  ist.  Dann  erzählte  er  ihm  die 
Geschichte  mit  der  Stute.  Der  Chalifa  erkundigte  sich  nach  dem 
Namen  seines  Vaters,  und  als  er  ihn  erfahren,  Hess  er  den  Knaben 
holen  und  hiess  ihn,  sich  neben  sich  setzen.  Nun  aber,  wo  der 
Knabe  gekommen  war,  tauchte  der  Fisch  nicht  empor,  noch  lachte 
35  er.  (f)  Der  Chalifa:  Mein  Sohn,  erzähle  mir,  weshalb  dieser  Fisch  lacht. 
Der  Knabe:  Gewähr  mir  Verzeihung  und  das  Versprechen,  mir  nichts 
zu  thun,  ausserdem  will  ich,  dass  niemand  bei  uns  bleibe.  Da  befahl 
der  Chalifa  allen  aufzustehen,  und  als  das  geschehen,  blieben  nur  der 
Chalifa,  der  Knabe  und  die  Tochter  des  Chalifa  zurück.  Der  Cha- 
40  lifa:  Sag  mir  nun,  mein  Sohn.  Der  Knabe:  Er  lacht  über  dich  und 
sagt:  Warum  schämt  sich  deine  Tochter  vor  mir  und  verhüllt  sich? 
Wenn  sie  sich  lieber  vor  den  vierzig  Sklaven  geschämt  hätte.  Der 
Chalifa:  Kennst  du  sie?  Der  Knabe:  Ich  kenne  sie.  Der  Chalifa: 


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88 


jur  ftmitifcStn  j&pracfiri!T<*f4«f<- 


XLvm. 

a äktt  färfejd  yoled  kill  jöfujm  jelitf  bilmenäm  lennah  bidalt 
rummanät  ettlefijn  um  tat  deheb  iöfujm  min  dt  ihm  elhalifa  iimar 
iala  tjähed  ugäl  Jäh  arid  min  nah  tflft  tilbät  fdida  ontefijt  geuäbhinn 
inte  tt'fir  halifix  t/a  ida  mä  ontefijt  fetjäbhinn  ähid  räsak  räh  lehe/äh  5 
eilt  gäl  Jäh  elhalifa  mehmüm  marmitm  ib)  tf/aggäh  et  yoled  gäl  Jäh 
/a  kämmt  gäl  Jäh  errjggäl  hält  gäl  Jäh  aiufak  mäjak  hulfejg  gäl ^ 

Iah  e ja  kämmt  elhalifa  talab  ialeija  tflft  tilbät  äni  mä  aifajrifhtnn 
gäl  Jäh  eltjoled  ihcijijähinn  gäl  Jäh  irid  min  nt  elhalifa  uosfejt  el- 
gäifa)  ujirid  tninni  iadad  enneffejm  ujerid  minni  aihujiäll  min  10 
ennäsi  gal  Jäh  eltjoled  hädijhämmttak  gäl  Jäh  ifijtjälläh  jä  kämmt 
gäl  Jäh  eltjoled  ruh  gibji  huditm  qabilät  ugib^lt  rumfajh  kagftjd 
min  fudde  ukagfijd  min  deheb  ufärfejd  mutt  uänt  arüh  li/ljalifa 
tiäntih  fetjälthinn  (c)  gäl  Jäh  majhä/if  räh  gäbjah  gern!  da)  eilt 
ta labhi nn  min  kandah  usdlemhtnn  u/ibes  elhtidüm  eluoled  uhätt  er-  15 
rumfajh  iala  cetfäh  tjerikab  eimitt  1 ueräh  lilhalifa  uetjugaf  giddäm 
elhalifa  gäl  Jäh  elhalifa  hält  ja  tjo/ed  gäl  Jäh  eltjoled  genäbak  mämir 
iala  tjätlidi  tflft  tilbät  ti äni  ifefijt  min  bedäl  abüie  äntt  geuäbhinn 
gäl  Jäh  e jä  ibnt  gilji  bihinn  gäl  Jäh  mä  agil  Jak  ilUf  (fjtgiim  min 
iattahfejt  jeti/zem  elmuti  yärrumfajh  gäm  elhalifa  untzel  min  iat-  20 
tahfejt  ttlizem  elmuti  yärrumfajh  bai(a)d  dä/ik  ttizel  eltjoled  ugäl  lil- 
/ta/ifa  jä  ha  Ufa  iniedni  (d)  gäl  Jäh  aijähtl  uosfejt  elgäi(a)  gäl  eltjoled 
ha/gubbe  tjosf ejt  e/gäifa)  gäl  Jäh  elhalifa  jä  uoled  lllöf tt)n  Jfir  gäl 
läh  ida  mä  tesaddig  hädajrrumft ajh  bidak  ye  rillt  idral(a)  gäl  Jäh 
jä  tjo/ed  ennegfejm  llkitf e)r  gäl  Jäh  bidak  hazziimä!  ettnetf c)m  (i)b-  2 5 
kitfejr  laifajrah  ya' ida  mä  tejaddig  fltisbäh  gäl  Jäh  jä  uoled  aihu _ 
l'al(a)/ä  min  ettnasis  gäl  Jäh  hattahfejt  eilt  cinfejt  gäiäd  ialefijh  läf 
hessai(a)  äni  lumman  gaiädfcjt  ialefijh  illöf u)n  sirfejl  iäli  uinte 
na  fit  (e)  gäl  Jäh  jä  uoled  antik  bintt  gäl  Jäh  maqbüle  min  saiädet 
elhalifa  räh  leih  cän  tälib  min  iandah  ettilbe  elhalifa  ugäl  Jäh  el-  30 
ha  Ufa  öu  tänl  binta/t  gäl  Jäh  ti  äni  antik  bintt  gäl Jäh  maqbüle  baifajd 


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(Jdfifjntr,  (Utuara6ifc$e  4B>efc0tc$f<n  au«  tim  Jtaq.  89 

7,eig  sie  mir.  (g)  Der  Knabe:  Gieb  mir  ein  Schwert,  und  ich  werde 
sie  dir  zeigen.  Dann  liess  er  sich  ein  Schwert  geben,  und  er  samt 
dem  Chalifa  machte  sich  aut  Sie  kamen  an  einen  Stein;  den  nahm 
er  weg,  und  darunter  befand  sich  die  Thür  zu  einem  Keller.  Der 
5 Knabe  ging  hinein,  während  der  Chalifa  draussen  an  der  Thüre 
wartete.  Er  schlachtete  sämtliche  vierzig  Sklaven  und  sagte  zum 
Chalifa:  Ich  bin  gesandt  für  diese  vierzig  Leute;  da  nimm  das  Schwert 
und  schlachte  deine  Tochter.  Nun  nahm  der  Chalifa  das  Schwert, 
schlachtete  sie  und  warf  sie  zu  den  übrigen.  Dann  goss  er  Petro- 
10  leum  auf  sie  und  verbrannte  sie.  Leb  wohl  und  bleib  gesund.  Adieu. 

XLVIII. 

(■)  Es  war  einmal  ein  Jüngling,  der  träumte  jede  Nacht,  er  hielte 
in  seinen  Händen  zwei  goldene  Granatäpfel.  Eines  Tages  befahl  der 
Chalifa  einem  Manne:  Ich  will  von  dir  drei  Auskünfte;  wenn  du 
'5  mir  die  Antwort  darauf  giebst,  wirst  du  Chalifa,  wo  nicht,  lasse  ich 
dir  den  Kopf  abschneiden.  Der,  zu  dem  der  Chalifa  das  gesagt, 
ging  in  Sorgen  und  Gram  nach  Hause,  (b)  Da  traf  er  den  Jüngling, 
der  ihn  begrüsste:  Guten  Tag,  mein  Lieber.  Der  andere:  Ah!  Der 
Jüngling:  Wie  ich  sehe,  hast  du  keine  gute  Laune.  Der  andere:  Ja-. 
10  wohl,  mein  Lieber,  der  Chalifa  will  drei  Auskünfte  von  mir  haben, 
die  ich  nicht  weiss  Der  Jüngling:  Erzähle  sie  mir.  Der  andere:  Der 
Chalifa  will  von  mir  die  Mitte  der  Erde,  die  Zahl  der  Sterne  und 
schliesslich  will  er  noch  wissen,  was  hoch  im  Vergleich  zu  niedrig 
ist.  Der  Jüngling:  Ist  es  das,  was  dir  Sorgen  macht?  Der  andere: 
*5  Jawohl,  mein  Lieber.  Der  Jüngling:  Gieb  mir  passende  Kleider,  und 
bring  mir  eine  Lanze,  deren  Glieder  abwechselnd  aus  Silber  und 
Gold  bestehen,  und  ferner  einen  Esel.  Ich  werde  zum  Chalifa  gehen 
und  ihm  Rede  und  Antwort  stehen,  (c)  Jener  war  damit  einver- 
standen, ging  fort  und  brachte  alles,  was  er  verlangte,  und  übergab 
3°  es  ihm.  Der  Jüngling  zog  die  Kleider  an,  nahm  die  Lanze  auf  die 
Schulter  und  bestieg  den  Esel.  So  ritt  er  zum  Chalifa  und  hielt 
vor  ihm.  Der  Chalifa:  Was  ist  los,  mein  Junge?  Der  Jüngling:  Ho- 
heit hat  meinem  Vater  drei  Auskünfte  befohlen,  und  ich  bin  an  Stelle 
meines  Vaters  gekommen,  um  die  Antwort  zu  geben.  Der  Chalifa: 
35  Ja,  mein  Sohn,  sag  sie.  Der  Jüngling:  Ich  sage  sie  nur,  wenn  du  von 
dem  Throne  aufstehst  und  den  Esel  und  die  Lanze  hältst  Der  Cha- 
lifa stand  auf,  stieg  vom  Throne  herab  und  hielt  den  Esel  und  die 
Lanze.  Darauf  stieg  der  Jüngling  vom  Esel  ab  und  bat  den  Chalifa, 
die  Fragen  an  ihn  zu  richten,  (d)  Der  Chalifa:  W’as  ist  die  Mitte 
40  der  Erde?  Der  Jüngling:  Dieses  Zimmer  ist  die  Mitte  der  Erde.  Der 
Chalifa:  Mein  Sohn,  wie  geht  das  zu?  Der  Jüngling:  Wenn  du  es 

6b 


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9° 


Q$>iträgc  51U  femiti  fcfttn  J&^racßrr ifTcnfc6aft. 


dälik  sauyn^/nh  iyrfejs  ia/a  bmt  elhalifa  uiala  bint  el'ihra  baqa 
escem  iah(a)r  hu  a nesib  eddofuj/e  lumtnan  iö(u)m  min  et  ahm  len  el- 
ha/ifa  ga  im  iemüt  füll  linesibah  ugäl^/ith  inte  sie  bimUkäni  halifa 
(f)  gal'Jäh  ma_llib/if  ubal(a)d  dälik  mit  elhalifa  usär  hüa  halifa 
uehäda  sebeb  elhyl(i)m  eilt  (f)ltlimah  ueiäf  errummantefijn  kenne  el-  5 
harim  etHc( ijnhum  utliii  utislcm  uisseläm  iala  men  ittäbaif a)^lhudä. 


XLIX. 

(a)  Sara  Hi  Alt  ihn  Abi-Talib  äktl  auädim  islejmhum  ah/_el(iere(ij- 
bät  iigün  (cstlnin  etafimme  kilthum  fär(e)d  sene  igau  ftsttrun  liSAli 
ihn  Abi-  ’/'ä/ib  äku  auädim  gumrukciic  saddin  e/bäb  mal  et uläia  uämä  10 
faiä/an  iifukkün  e/bäb  i/hum  gämau  jfhauuesiin  mutaianniiin  e/ge- 
säm  e/hagg  (b)  säia  t/äida  gäi  haiiäl  elMeimün  SAH  daba^lbäb 
(i)brigläh  uä'idalbab  mafküke  nittalläge  mäl  e/bäb  rä/tal  tnä  iindera 
ue(i)n  rähat  yäbaifajd  dälik  killjmd  iigün  ahl  e/Gert  ( ijbät  mä  iign- 
lünflhum  uämä  icsiddün  e/bäb.  15 


L. 

fa)  far(e)d  jtältfd  rä'ih  iezftr  efimäm  SA/i  ibn  Abi-  fälib  iäcin 
Uhclah  beitdin  mugdär  mentie  iairatjtiäm  lumman  garab  lit uläia 
mäl  emir  elmaminin  igau  Sale(i)h  azlärn  etfiefijn  uälzembh  ue  ahadau 
gemii(a)  hargitah  ueheddäh  ezzäfr  räh  litimäm  uegäm  iibii  uäiegül  20 
iä  SAlt  arid  har  fit l min  Sandak  fabät  leie  Sand  SA/i  faräh  iale(i)- 
hum  SA/i  Sallädi  ahadau  elfü/üs  uegal J Ihn m (b)  hädajssä' ir  mäh 
bäcer  min  essnbfa)//  ida  mä  rädde(i)ta  hargitah  Halt  uh’ il/a  äut  aifaj- 


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QTlfifjncr,  (Ucuara6tpftc  (ßifcBuBtoi  au«  im  3™*)-  Ql 

nicht  glaubst,  so  geh  und  miss  mit  der  Lanze  in  deiner  lland  nach. 
Der  Chalifa:  Wie  viel  Sterne  giebt  es?  Der  Jüngling:  Du  hast  den 
Esel  in  deiner  Hand;  Sterne  giebt  es  so  viel,  wie  der  Esel  Haare  hat 
Wenn  du  es  nicht  glaubst,  so  zähle  sie.  Der  Chalifa:  Was  ist  hoch 
B im  Vergleich  zum  niedrigen?  Der  Jüngling:  Sieh,  diesen  Thron,  auf 
dem  du  gesessen  hast,  wenn  ich  mich  darauf  setze,  wie  bin  ich  dann 
hoch  und  du  niedrig  geworden,  (e)  Der  Chalifa:  Mein  Sohn,  ich 
gebe  dir  meine  Tochter  zur  Frau.  Der  Jüngling:  Angenommen  von 
seiner  Majestät  dem  Sultan.  Dann  ging  er  zu  dem,  von  dem  der 
io  Chalifa  Auskunft  haben  wollte,  und  berichtete  ihm,  dass  er  ihm  seine 
Tochter  gegeben  habe.  Darauf  bot  dieser  ihm  auch  seine  Tochter 
an,  und  der  Jüngling  nahm  sie.  Darauf  machte  man  ihm  seine  Hoch- 
zeit für  die  Prinzessin  und  das  andere  Mädchen.  Nachdem  er  einige 
Monate  Kronprinz  gewesen  war,  legte  sich  der  Chalifa  hin,  zu  sterben. 
'5  Er  liess  seinen  Schwiegersohn  rufen  und  trug  ihm  auf,  an  seiner 
Stelle  Chalifa  zu  werden,  (f)  Das  nahm  er  an  und  nach  seines 
Schwiegervaters  Tode  wurde  er  Chalifa.  Das  war  der  Grund  seines 
Traumes,  den  er  geträumt,  und  die  beiden  Granatäpfel  bedeuteten 
seine  beiden  Frauen.  Bleib  gesund  und  glücklich,  und  Friede  über 
20  den,  welcher  dem  rechten  Wege  folgt. 

XLIX. 

(ai  Ein  Zeichen  des  Ali  ibn  Abi-Talib.  Es  giebt  Leute,  die  Ahl 
elDjereibat  heissen.  Diese  pilgern  jedes  Jahr  zu  allen  Imamen.  Als 
sie  einmal  zu  Ali  ibn  Abi-Talib  kamen,  hielten  die  Leute  des  Octroi 
25  das  Thor  der  Stadt  verschlossen  und  schickten  sich  nicht  an,  es 
ihnen  zu  öffnen.  Sie  fingen  nun  an,  eine  Hosse  zu  singen,  indem  sie 
sich  an  ihren  richtigen  Anteil  wandten,  (b)  Da  plötzlich  kommt 
der  Reiter  des  Meimuns,  Ali,  stösst  mit  seinem  Fusse  gegen  die 
Thür.  Die  ist  plötzlich  offen,  und  der  eine  Thiirflügel  ist  verschwunden, 
3°  niemand  weiss,  wohin.  Von  nun  an  sagt  man,  wenn  die  Ahl  elDjc- 
reibat  kommen,  gegen  sie  nichts  und  verschliesst  ihnen  nicht  mehr  die 
Thür. 

L. 

(a)  Jemand  pilgerte  zum  Imam  Ali  ibn  Abi-Talib;  seine  Familie 
35  wohnte  aber  ungefähr  zehn  Tagereisen  weit  entfernt.  Als  er  der 
Stadt  des  Herrschers  der  Gläubigen  nahe  war,  kamen  zwei  Leute  über 
ihn,  ergriffen  ihn  und  nahmen  all  sein  Geld  weg.  Dann  Hessen  sie 
ihn  laufen.  Der  Pilger  ging  zum  Imam,  weinte  und  sprach:  Ali,  ich 
will  mein  Geld  von  dir  wieder  haben.  Dann  verbrachte  er  die  Nacht 
4°  bei  Ali.  Ali  aber  ging  zu  denjenigen,  die  das  Geld  genommen  hatten, 


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9- 


$ttträg«  Jur  fimmfcfion  £pra4w>fTt"fc£afl. 


rif  teklifi  ljuhkum  ftafbah  essubfajh  uaida  bellt  ahadau  el/uirgi{e 
efhelijn  ga'fbin  elfttlüs  qeghmau  iidauuerün  iazza fr  lutntnan  ligö/t 
uaöntoh  fu/üsah  qathbau  min  famii(a)  elharam  uhraddau  lehe/hum. 


LI. 

(a)  Sara  liSAlt  Um  Abt-  falib  fär(e)d  io(u)m  min  et lihm  lumman  5 
clm  iAlt  biddinie  iadil  ifat  fiir(e)d  yhhfd  Salti  SAlt  qeghl  hm  medptn 
galjah  SAlt  Hkitfejr  matlüb  galjah  al(i)f  dtnhr  galjah  güm  rauttah 
ttii hi  libe/ed  elf u! hm  laiin  ah(e)l  lutdhk  elbeled  kuffhr  mh  ieS(d)rlfün  la 
Allhh  uälajt anbiitt  nhlaj' a jjmme  farhhau  hu  a yhSAli  ueghl  SAlt 
li/matlüb  güm  usbarnt  asuod  iaSfaJni  Sabfijd  ueghl  Jäh  idä  fabdrfejtni  io 
asir  hm  Sabfijd  na  inte  iljidnl  lissüg  ue,<ih  \te( i)n  e/iiitert  Sab(i)d  en- 
nhffS(a)  (b)  lumman  Ufa  Salefijk  ahad  iiniidak  bei  (f)tridäh  gül  arid 
bi’alfijf  dtnhr  bellen  fiir(e)d  uhhfd  (igt  iahidnt  qeiintik  et a!(i}f  dtnhr 
na  inte  antini  uaahadah  lisfabbhr  qusfbdrah  ast/od  tta  ahadah  lissüg 
Itäfhh  bih  mit(e)l  mh  galjah  fadezz  Salefijh  einte lik  tnh/^el  ulhja  15 
qhStcrhh  bitalfi)/  dtnhr  e/mat/üb  ah  ad  e/ftilus  tja  SAlt  a/jadah  essult  an 
mal  etbelde  geilau  Sismak  (h  Sab(i)d  gal  hni  ismi  ReSemSem  ghlau 
fit  na  mh  tidri  Salauei  ahadnhk  gal  mh  adrl  (c)  ghlau  Sandeltet  fär(e)d 
zhr  na  bih  fär(e)d  sebaS(a)  niridak  tekitläh  gal  hybban  uhkirhman  gal 
de/lüni  Salefijh  ghlau  nihaf  ihkilak  ghl  (i)bke(iifkum  ghlau  ihbe  rüh  20 
fabjnna  hat  ab  farhh  ((‘gib  il/tum  hatab  Allhh  fai  bah  Sazzör  eilt  bih 
essebaS fa ) ueghl  SAlt  lissebaSfa)  i a abü  fe) hütet Rs  taShl  qaifai  esse- 
ba(a)  itaSAlt  gab  hatab  qahamal  essebafa)  uefaibah  lilbelde  (d)  fa/um- 
man  (f)smhSau  ahl  elbelde  seddatt  elbttb  min  IjofuJ/hum  min  esse- 
baSfa) ft ifat  SAlt  uhtlufar  elbhb  (i)brifaäh  t/onhidemet  e/iiefijn  usl-  25 
baiin  qafr  min  elqusür  elfhhire  ubaS(a)d  dhlik  ghnt  SAU  ytaltzem 
sefijfth  dht  elfuqhr  ueghm  iidbah  bihum  eilt  fisteslim  iegüz  min 
Sanda/t  u'el/i  mh  jjsteslim  iidbehah  ttahhdt  min  faSh'/l  Seih  tjhSarh- 
tah  lumman  aslamhum  killhum  uahhtt  reis  bihum  yhmiSa  limahallah 
l/adhrah  uisselhm.  30 


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(nWtfjnfr,  (TlfUdraSifcS*  <3«fc8te8f«n  au*  Stm  Jraq. 


93 


und  sagte  zu  ihnen:  (b)  Dieser  Pilger  gehört  mir.  Wenn  ihr  ihn 
morgen  früh  das  Geld  nicht  zurückgebt,  so  werde  ich  mein  Geschäft 
mit  euch  besorgen.  Als  der  Morgen  anbrach,  siehe,  da  brachten  die 
beiden  Diebe  das  Geld  und  sahen  sich  nach  dem  Pilger  um.  Nach- 
5 dem  sie  ihn  gefunden  hatten,  gaben  sie  ihm  das  Geld  und  ver- 
schworen sich,  niemals  wieder  Unrecht  zu  thun.  Dann  kehrten  sie 
nach  Hause  zurück. 


LI. 

(a)  Ein  Zeichen  des  Ali  ibn  Abi-Talib.  Eines  Tages,  als  Ali  noch 
io  lebendig  auf  der  Erde  weilte,  kam  jemand  zu  ihm  und  sagte:  Ich 
habe  Schulden.  Ali:  Wie  viel  denn?  Der  andere:  Tausend  Denare. 
Ali:  Komm  mit  mir  zu  der  und  der  Stadt.  Die  Einwohner  dieser 
Stadt  waren  aber  Heiden,  die  weder  Gott,  noch  die  Propheten,  noch 
die  Imame  kannten.  Als  die  beiden  unterwegs  waren,  sagte  Ali  zu 
•5  dem  Verschuldeten:  Färbe  mich  schwarz,  dass  ich  ein  Neger  werde. 
Wenn  du  das  gemacht  hast,  bring  mich  auf  den  Markt  und  rufe: 
Wo  ist  der,  der  einen  tüchtigen  Sklaven  kauft?  lb)  Wenn  dann  je- 
mand zu  dir  kommt  und  dich  nach  dem  Preise  fragt,  antworte:  Ich 
will  tausend  Dinare.  Vielleicht  kommt  jemand,  kauft  mich  und  giebt 
*>  dir  die  tausend  Dinare.  Mich  gieb  dann  weg.  Darauf  brachte  er  ihn  zu 
den  Färber,  der  ihn  schwarz  färbte,  und  brachte  ihn  dann  auf  den 
Markt,  indem  er  dort  ausschrie,  wie  Ali  ihm  gesagt  hatte.  Da  sandte 
der  König  der  Stadt  nach  ihm  und  kaufte  ihn  für  tausend  Dinare. 
Der  Verschuldete  nahm  das  Geld,  und  den  Ali  nahm  der  König  der 
*5  Stadt  Die  Leute  fragten  ihn:  Wie  heisst  du?  Ali:  Gheschemschem. 
Die  Leute:  Weisst  du  auch,  warum  wir  dich  gekauft  haben?  Ali: 
Nein.  (Cf  Die  Leute:  Bei  uns  ist  ein  Wald,  und  darin  befindet  sich 
ein  Löwe.  Wir  wollen  von  dir,  dass  du  ihn  tötest  Ali:  Gern,  mit 
Freuden.  Zeigt  mir  nur  den  Weg  zu  ihm.  Die  Leute:  Wir  furchten, 
3°  er  könnte  dich  fressen.  Ali:  Wie  ihr  wollt.  Sie  befahlen  ihm  aber, 
sich  aufzumachen  und  ihnen  Holz  zu  bringen.  Er  machte  sich  auf, 
ihnen  Holz  zu  bringen,  Gott  aber  führte  ihn  in  den  Wald,  wo  der 
Löwe  sich  aufhielt  Ali  rief  nun  den  Löwen:  Du  Löwe,  komm  her! 
Da  kam  der  Löwe,  und  Ali  legte  ihm  das  Holz  auf,  und  er  trug  es 
35  und  brachte  es  nach  der  Stadt  f d)  Als  das  die  Bewohner  der  Stadt 
hörten,  verschlossen  sie  die  Thore,  weil  sie  sich  vor  dem  Löwen 
fürchteten.  Ali  kam  und  stiess  mit  dem  Fuss  an  das  Thor,  so  heftig, 
dass  zweiundsiebzig  hervorragende  Schlösser  einfielen.  Darauf  ergriff 
Ali  sein  Schwert  Dhat  elfukar  und  richtete  ein  Blutbad  unter  ihnen 
<0  an  Wer  Moslim  wurde,  den  liess  er  frei,  wer  nicht  Mosüm  wurde, 
den  schlachtete  er  ab.  Das  ist  eine  der  Heldenthaten  und  Zeichen 


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94 


;ur  &prac8«t(T<nfc8aft. 


Ln. 

(a)  äku  fär(e)d  uähfd  ismäh  seiiid  Gäsim  gab(e)l  cän  alqiia  yäl- 
hukitme  outet  la/e/ijh  amr  biccet(e)l  uähüa  na  (m  bibistän  uuiiäh  sittet 
azläm  tefifig  uckitlhum  na  Imin  bi/bistim  useiiid  Gäsim  uiiähum  nä  im 
uehüa  na  pn  arä  tefijf  illitf  nefsäh  yaidä  hü a bibistän  yälbistän  5 
bih  min  ganil(a)j‘ algär  ubih  sinfijs/e  mal  ianeb  (e)mseddiie  la/a^ 
lkutre(i)n  yälgäl(a)  eluosti  mal  ef algär  (e)mtabbaqe  min  marmar 
(bl  yegäm  hü ä iimli  (i)buos(e)t  et algär  lumman  iga  lifär(e)d  mecän 
ubih  fär(e)d  höfujd  mal  mbi  uämtabbaq  bimarmar  uiemm  elhb(u)d 
uägif  far(c)d  lahfujs  seiiid  Gäsim  lumman  läf  elhb(u)d  hii  a cän  lat-  io 
hin  medd  idäh  lallärbe  ierid  / ilrab  mbi  min  elhb(u)d  el/i  uägif  lal- 
hb(u)d  manal(a)  sciijd  Gäsim  tan  ellir(i)b  mä  halläh  / iirab  yähalläh 
ufät  ueräh  iimli  (ijbuos(e)t  et  algär  säla  yaidä  tc/aggbh  tflet  alhäs 
läcin  iegitl  (c)  lumman  bcdägfejt  ialaj alhäs  uii  idajinür  biyugiih(a)- 
hum  umä  aläf  uugäh/ajhnm  min  kittet  ennitr  faräh  seiiid  Gäsim  >5 
lit auyalt  ua  ahad  idäh  uhebbhd  uägäl  Useiiid  Gäsim  marhaban  ue- 
riidd  lalat ähar  eilt  biinninäh  ua  ahad  idäh  uhebbhd  uägäl  Useiiid 
Gäsim  marhaban  uerädd  lalaj'ähar  eilt  lala  idäh  elfisra  ua  ahad 
idäh  uhebbhd  falumman  hebblut  da  hak  ellahlujf  biuugf a)h  seiiid  Gäsim 
Uägäl  Jäh  ia  sidi  alitfak  dahak(e)t  gäljäh  fei  tistehi  min  eddahke  20 
bäcer  ida  mitfejt  yähättbk  binnär  mä  tistehi  faha/lähum  yeräh  iimli 
Ha  an  ta/al/a)  min  elbistän  (d)  läf  fär(e)d  ard  kil/ha  hasil  azrär  uä- 
hadii  ef  ard  kil/ha  auäditn  ugalädin  lala  irkäbhum  üeidihum  läcin 
et  ard  killhä  labäre  lan  auädim  ubnos(e)/  ef  ard  fär(c)d  sidre  läcin 
essidre  cebire  faräh  seiiid  Gäsim  lissidre  uläf  bilta  fär(e)d  fei  z(i)en  25 
lala  Jqä lade  fagalad gauya^ssidre  ngerib  lala  seiiid  Gäsim  fär(e)d 
uähfd  tu  in  eilt  galädin  lala  irkäbhum  üeidihum  gäljäh  seiiid  Gäsim 
iä  ahitie  mä  tahciji  gadiictkum  gäl  Jäh  iä  seipd  lasäna  (ijbbahfe)t 
geddak  mä  tigüz  min  ennilde  gäljäh  bit/äh  la/e(i)k  illa  tcsö/tfji 
salifetkum  gäljäh  iä  seiiid  eilt  lut  ard  hädi  killhum  harämiie  u eh  na  30 
häda  habfijsnd  min  he/i<>(u)m  i/a  iäfujm  elqaiäma  gäljäh  arid  änll- 
dak  (e)  änt  tobbe(ijt  bibistän  bih  algär  kctire  uliffejt  bih  fär(e)d  hö(u)d 
u uägif  lalhb(u)d  fär(e)d  lahfujs  urid(e)t  äni  alrab  mbi  uämä  hal- 
läni  alrab  tninnäh  linha  hädajrrfggäl  uälhb(u)4  Huhn  gäljäh  iä 
ahüie  häda  höfujd  e/kautar  ulalefijh  lA/i  yektl  lumman  iirid  ierüh  35 
lAlt  ibn  Abi-'fä/ib  lifär(e)d  mecän  iehutt  yektl  min  (Iritfah  lala _ 
Ihbfujd  Habib  ibn  Mcdähir  gäljäh  bal(a)d  dä/ik  igefijt  iimli  ya  ida 
tfli’t  al/jäs  nt  ui  hin  ( ijbuosf ejt  ef  algär  näh  cd  tninhum  hebbefijt  idäh 
uegä/Jt  marhaban  yafähar  hebbefijt  idäh  uehiim  gä/Ji  marhaban 


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QTtftfjiur,  (JlfuataBiftße  ßtMicSün  aus  btm  Jraq.  95 

Alis.  Als  er  alle  zum  Islam  begehrt  hatte,  setzte  er  einen  Statthalter 
über  sie.  Er  ging  dann  seines  Weges  nach  Hause. 

Ln. 

(a)  Es  war  ein  Mann  namens  Seijid  Djasim,  der  war  früher  ein 
S Räuber,  und  die  Regierung  hatte  den  Befehl  gegeben,  ihn  zu  töten. 
Einst  schlief  er  in  einem  Garten,  während  sechs  Leute,  mit  Flinten 
bewaffnet,  bei  ihm  waren.  Alle  schliefen  im  Garten,  und  Seijid  Djasim 
schlief  mit  ihnen.  Im  Schlafe  hatte  er  einen  Traum. -Er  sah  sich 
selbst  in  einem  Garten,  in  dem  sich  allerlei  Bäume  befanden.  Darin 
1°  stand  auch  eine  Hecke  von  Weintrauben,  die  in  zwei  Linien  verlief. 
Der  Boden  zwischen  den  Bäumen  war  mit  Marmor  gepflastert,  (b)  Er 
ging  nun  mitten  unter  den  Bäumen  spazieren,  als  er  an  einen  Ort 
kam,  da  war  ein  Wasserbassin,  das  mit  Marmor  gepflastert  war.  Neben 
dem  Bassin  stand  eine  Person.  Als  Seijid  Djasim  das  Bassin  gesehen, 
>5  streckte  er,  da  er  durstig  war,  die  Hand  nach  den»  Becher  aus,  um 
Wasser  aus  dem  Bassin  zu  trinken.  Der  aber  an  dem  Bassin  stand, 
verwehrte  dem  Seijid  Djasim  das  Trinken  und  liess  ihn  nicht 
schöpfen.  Daher  verliess  er  ihn,  ging  fort  und  spazierte  mitten 
unter  den  Bäumen.  Da  trafen  ihn  drei  Personen,  von  denen  er  selbst 
20  erzählte:  (c)  Als  ich  die  Personen  ansah,  da  war  Glanz  auf  ihren  Ge- 
sichtern, sodass  ich  ihre  Gesichter  vor  der  Gewalt  des  Lichtes  nicht 
sehen  konnte.  Da  ging  Seijid  Djasim  auf  den  ersten  zu,  ergriff  seine 
Hand  und  küsste  sie.  Der  sagte  zu  Seijid  Djasim:  Willkommen. 
Dann  kehrte  er  zu  den  andren  zurück,  der  zu  seiner  Rechten  war, 
2$  ergriff  seine  Hand  und  küsste  sie.  Auch  der  sagte  zu  Seijid  Djasim: 
Willkommen.  Dann  ging  er  zu  dem  andern,  der  zu  seiner  Linken 
stand,  ergriff  seine  Hand  küsste  sie.  Als  er  ihn  geküsst  hatte,  lachte 
die  Person  dem  Seijid  Djasim  ins  Gesicht.  Er  bemerkte:  Mein  Herr, 
ich  sehe,  du  lachst.  Der  andere  antwortete:  Warum  schämst  du  dich 
jo  vor  dem  Lachen?  Wirst  du  dich  morgen,  wenn  du  tot  bist  und  man 
dich  ins  Feuer  wirft,  nicht  schämen?  Da  verliess  er  sie  und  ging,  bis 
er  aus  dem  Garten  herausgekommen  war.  (d)  Dort  sah  er  ein  Stück 
Land,  das  ganz  mit  kleinen  Steinen  bedeckt  war;  das  Land  aber 
war  voll  lauter  Menschen,  die  auf  ihren  Knieen  und  ihren  Händen 
35  hockten.  Das  Land  war  ganz  von  Menschen  überschwemmt.  In  der 
Mitte  des  Landes  stand  ein  Jujubenbaum,  und  zwar  ein  grosser. 
Seijid  Djasim  ging  zu  dem  Baume  und  sah  dort  ein  schönes,  schat- 
tiges Plätzchen.  Er  setzte  sich  unter  den  Baum , dicht  neben  Seijid 
Djasim  aber  befand  sich  einer  von  denen,  die  auf  ihren  Knieen  und 
40  Händen  sassen.  Seijid  Djasim  sagte  ihm:  Mein  Bruder,  willst  du 
mir  nicht  eure  Geschichte  erzählen?  Der  andere:  Ich  bitte  dich  um 


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9 6 


Qgfnftägt  ;ur  ftmihMJoi  ®);roe6irtfr<nfc8aft. 


uat  hhar  hum  (tebbe(i)t  idii/t  yadahak  (ijbyughi  uncicdtah  hm  eddahke 
gh/Ji  (n  seiiid  heIio(u)m  eddinie  cfbire  uß(u)m  elqaiame  azrar  min 
sär(u)f  et  ihre  ihd  in  seiiid  fei  uni  tcguz  (f)  ghl  Jäh  seiiid  Gäsim 
in  tnaulai  minefijn  hkil  umine(i)n  nirnb  u hnt  matlüb  lithuküme  gal_ 

Inh  inte  güs  min  elharam  uhnl  ahalllsak  min  gemii(a)  iefi)  min  hu-  5 
i bunte  ure/ijrha  u hm  in  n/jiiie  et  feinte  mh  3araf(e)thum  hurnmn  ye(i)n 
chnau  ye asamihum  lis(e)mhum  ghl  Jäh  et  auyall  hu  a 3 Ali  uht hhar 
eilt  iata  idäh  eliimnn  hii  a JHasan  yatthlit  e//i  (i)nSedak  huajlij- 
Hse(i)n  falummnn  Sftnai(a)  seiiid  öhsim  halkelhm  gnl  yefijn  chnau 
ghl  hku  fiir(e)d  yhhfd  gtiboh  tfridün  iihuttünah  binnhr  Ufhh  bisöfujt 
ihli  in  3 Ah  ah  dar  nt  ye' adriknt  hua  iA/l  scmai(a)  füf ujt  errfgghl 
yerh/t  iale(i)h  uahäda/t  min  tde(i)n  elmntn  ike  (g)  uetällaiah  min  ennär 
uhättah  bigennc  yehhda  sebeb  rayhltah  uassa/hm  lummnn  semai(a) 
seiiid  Ghsim  hathaci  fezz  min  ennö(u)m  mariüb  yaida  rabiah  na  imin 
iemmnh  yeghl (i)bnefsäh  mädhm  el(i)Hse(i)n  hua  taiahhädji  bil/talhs  '5 
agütn  aritb  lehcli  ueghm  uralt  lehlläh  ttgaiad  urltma  islhhah  sh  in 
yaida  iidiggün  elbhb  galjlhum  minho  gh/an  (hna  nirid  seiiid  Ghsim 
/nein  seiiid  öalitn  gh'i  iehutt  tib(c)n  lifrusah  ttfrüsah  iemnt  elbhb 
yhua/ämhum  sedr  Ji)bsedr  Ihfhutn  (h)  uh'idtl  zhbut  uayiihh  Intra 
dabtJie  galjlhum  seiiid  öhsim  arhadaiiie  mh  teguzitn  min  iattdi  uän-  20 
tikum  tflft  mcgtdiihl  galojäh  mh  niqbal  it/aifa)  nhlö(u)  mh  1aläi(e)t 
nidrubak  seiiid  öhsim  gurr  yaryarah  udaräbhum  sitt  cefij/ht  humma 
lumman  darabhum  (i)rtigau  elbhb  uinhizemau  hua  täräs  uaruarah 
udhr  iaggiran  yäggtran  iei(a)r?fimah  ihfnh  sältib  elhofujl  ghl  Jäh 
tu 3 hl  adummak  (i)bhadajbe(i)t  lumman  halt  bilbe(i)/  ttrilig  elbhb  2S 
3ale(i)h  udall  seiiid  öhsim  iismai(a)  häct^el iasker  yannhs  hasbhläh 
igau  iale(i)h  Ihcin  iigi  ia/bhb  tfjgirrhd  icrid  iefukk/ut  mh  tinjakk 
(i)  Ihcin  elbe(i)t  mh  bih  re(i)r  rdzüna  yerräzitne  mesnuyin  Wut  iibbhl 
min  hainb  qayt  iigi  3alajrratsüne  mh  i/äh  där(u)b  iitlai(a)  ieridd 
ialbhb  häm  mhjläh  där(u)b  temm  ha  ir  ghl  (i)bnefsäh  hnt  eilt  ghbnt  3° 
hit  n Ihzim  ictalläi(a)nt  usödd  iala  iAlt  ihn  Abi-Thlib  yeghl  3 All  in 
hal/hl  elmiihktl  mhjlt  re(i)r  Allah  urahmetkum  u hin  iala  idkum 
gizfejt  ihd  arid  min  Allah  umin  iandak  tesauuijt  därfujb  ughm 
iib’ci  (k)  sh  in  ya  idajiibbac  mal  erräzüna  yhgai(a)  bilghi(a)  ghm 
utalai(a)  min  errazitne  uralt  libes  islhhah  uralt  lifär(e)d  gahuc  ht e 3S 
barraj’u/hia  ugaiad  biha  lumman  fhr  elmttrrib  uerhh  libälkhtib 
mal  etadeliie  utobb  ia/efijh  bilhb(u)}  usellem  ialefijh  urädd  3ale(i)h 
esse  Ihm  ueghl Jäh  hnt  helihfujm  mhjlt  re(i)r  Allah  ugenhbak  ihd 
hädl  Hak  tcrate(i)n  u arid  min  Allah  umin  iandak  tUcdliiJl  min  taraf 
elhuk(u)m  ubaifajd  dhlik  mh  Jisauyt  fär(e)d  ie(i)  utibfejt  iala  id  4° 
3 All  ihn  Abi-Thlib  (I)  ghl  Jäh  leget  Italer  geddak  yalljhter  iAll  ihn 
Abi-Thlib  elicrate(i)n  minni  Hak  ya  in  ih  Allah  mh  ialefijk  fär(e)d 
lei i)  farhlt  min  essub(a)//  ttdezz  int aurhq  mal  seiiid  öhsim  eilt  iin- 


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Jltcifjncr,  (TUuaraBtfdk  tfS'fcBüßlcn  au«  Sem  Jrai).  97 

deines  Grossvaters  willen,  willst  du  nicht  lieber  davon  abgehen,  mich 
zu  fragen?  Seijid  Djasim:  Gott  straf  dich,  wenn  du  mir  nicht  eure  Ge- 
schichte erzählst  Der  andere:  O Seijid,  die  in  diesem  Lande  sind, 
dass  sind  alles  Diebe,  und  dies  ist  unser  Gefängnis  von  heute  bis 
5 zur  Auferstehung.  Seijid  Djasim:  Ich  will  dich  etwas  fragen:  { e i Ich 
betrat  einen  Garten,  in  dem  viele  Bäume  sind,  und  sah  darin  ein 
Bassin.  An  demselben  stand  eine  Person.  Als  ich  Wasser  trinken 
wollte,  erlaubte  sie  mir  das  nicht.  Was  ist  das  mit  dem  Manne  und 
dem  Bassin?  Der  andere:  Mein  Bruder,  das  ist  der  Brunnen  Kauthar, 
'o  bei  dem  Ali  Aufseher  ist  Wenn  Ali  ibn  Abi-Talib  irgendwohin 
gehen  will,  setzt  er  als  Stellvertreter  am  Bassin  Habib  ibn  Mudhahir 
ein.  Seijid  Djasim:  Darauf  ging  ich  fort,  und  da  gingen  drei  Personen 
mitten  unter  den  Bäumen.  Einem  von  ihnen  küsste  ich  die  Hand, 
und  er  sagte  mir:  Willkommen.  Dem  andern  küsste  ich  die  Hand, 
'5  und  auch  er  sagte  mir:  Willkommen.  Dem  dritten  küsste  ich  eben- 
falls die  Hand,  aber  er  lachte  mir  ins  Gesicht.  Als  ich  ihn  nach  dem 
Lachen  fragte,  sagte  er  mir:  Seijid  Djasim,  heute  ist  ein  grosser  Tag, 
und  der  Tag  der  Auferstehung  ist  kleiner  als  ein  Nadelöhr.  Nunmehr, 
Seijid  Djasim,  warum  hörst  du  nicht  auf  (Übles  zu  thun)?  (f)  Seijid 
20  Djasim:  O Herr,  woher  soll  ich  essen  und  woher  soll  ich  trinken? 
Ich  bin  der  Regierung  verschuldet.  Die  Person:  Lass  ab  vom  Dieb- 
stahl, und  ich  werde  dich  von  allen  Verpflichtungen  gegen  die  Re- 
gierung und  andere  befreien.  Mein  Bruder,  die  drei  habe  ich  nicht 
gekannt,  weder  wo  sie  waren,  noch  wie  sie  hiessen?  Der  andere:  Der 
*5  erste  ist  Ali,  der  zweite  zu  seiner  Rechten  ist  Hassan,  und  der  dritte, 
der  dich  gefragt  hat,  Hussein.  Als  Seijid  Djasim  das  hörte,  fragte 
er:  Wo  waren  sie?  Der  andere:  Es  war  jemand,  den  brachte  man 
und  wollte  ihn  ins  Feuer  werfen.  Er  schrie  aber  mit  lauter  Stimme : 
O Ali,  komm  her  und  steh  mir  bei.  Die  Stimme  dieses  Mannes 
3°  hatte  Ali  gehört,  war  zu  ihm  geeilt  und  hatte  ihn  aus  den  Händen 
der  Engel  befreit,  (g)  Er  hatte  ihn  aus  dem  Feuer  gezogen  und  ihn 
ins  Paradies  gesetzt.  Das  ist  der  Grund  seiner  Wanderung.  Leb 
wohl.  Als  Seijid  Djasim  das  gehört  hatte,  wachte  er  vom  Schlafe 
erschreckt  auf,  während  seine  Kameraden  bei  im  schliefen.  Er  sprach 
35  aber  bei  sich  selbst:  Da  Hossein  mir  versprochen  hat,  mich  zu  retten, 
will  ich  nach  Hause  gehen.  Er  ging  nach  Hause,  setzte  sich  hin 
und  warf  seine  Waffen  weg.  Da  plötzlich  klopft  man  an  die  Thür. 
Er  fragte:  Wer  ist  da?  Man  antwortete:  Wir  wollen  Seijid  Djasim. 
Seijid  Djasim  streute  gerade  Stroh  für  seine  Stute,  die  neben  der 
4“  Thür  stand,  und  stand  den  Ankömmlingen  gerade  gegenüber  und  sah 
sie.  (h)  Da  war  ein  Offizier  und  bei  ihm  zehn  Gendarmen.  Er  fragte: 
Freunde,  wollt  ihr  mich  nicht  verlassen,  wenn  ich  euch  drei  Medjidi 
gebe?  Sie  antworteten:  Wir  nehmen  nichts  an.  Komm  nur  heraus, 

R«ilr*ge  *ur  temit.  Sprathwisteuftchaft.  V.  7 a 


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98 


Qßtiträge  ;ur  ftmitifcStn  §pracStnlT>'nfc8afl.  - 


hdkum  bihinn  nesam/a  mcg/is  yelaggohinn  ycgfidlau  gcmil(a)^ddab- 
tiic  uc  öntbhum  habar  bi' an  mabad  jjitlarrad  sci/id  Gäsint  cliAmidi 
ncdczzan  ialefijh  ihr  iS  nabbcrhb  (mi  in  mm  an  ahbfrhh  rah  lehclä/t 
nelibcs  hudümah  yerah  lilgahne  yedczz  lala  rab  Iah  ugaiddau  yi/hh 
nmabad  jigdar  jitlarradhnm  hhda  min  fadä  H amir  clmtnninin  nis-  5 
selam. 


UW. 

(a)  /lichte  la/a^/1  Abbas  hkn  far(c)d  yhbfd  mabid  fär(e)d  byrme 
ib(u)m  min  efiiam  talbrak  yi/a  Ibyrme  e! hyrme  rhbat  zaUJa/bne 


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JUciftn«,  (lleuarii6if^.'  ©.•rc8it8t>'i>  auo  »,-m  3ra<)- 


99 


wenn  du  nicht  herauskonimst,  schiessen  wir  auf  dich.  Nun  zog  Seijid 
i >jasim  seinen  Revolver  und  schoss  sechs  Kugeln  auf  sie.  Als  er 
auf  sie  geschossen,  verriegelten  sie  die  Thür  und  flohen.  Er  lud 
seinen  Revolver  und  eilte  zu  seinen  Nachbarn,  die  ihn  kannten.  Der 
5 Eigentümer  des  Hauses  sah  ihn  und  sagte:  Komm  her,  ich  werde 
dich  in  dieses  Haus  stecken.  Als  er  das  Haus  betreten  hatte,  ver- 
riegelte er  die  Thür  und  Seijid  Djasim  hörte  das  Gerede  der  Soldaten. 
Er  glaubte,  die  Leute  kämen  zu  ihm.  Wie  er  aber  an  die  Thür 
ging  und  sie  rüttelte,  um  sie  zu  öffnen,  blieb  sie  zu.  (i)  Das  Haus 
io  hatte  nur  eine  Öffnung  und  in  diese  war  ein  Fenster  aus  festem  Holz 
eingelassen.  Er  geht  zur  Öffnung,  aber  da  ist  kein  Weg,  der  heraus- 
führt. Er  geht  zur  geschlossenen  Thür  zurück,  aber  auch  da  ist 
kein  Ausweg.  So  blieb  er  unschlüssig.  Er  sagte  zu  sich:  Der  mich 
hierher  gebracht  hat,  muss  mich  auch  wieder  herausbringen.  Er 
'5  wandte  sich  nun  an  Ali  ibn  Abi-Talib  und  gelobte:  O Ali,  du  Löser 
von  Schwierigkeiten,  ich  habe  nur  Gott  und  eure  Gnade.  Ich  habe 
mich  auf  eure  Hand  hin  bekehrt.  Nunmehr  verlange  ich  von  Gott 
und  dir,  mach  mir  einen  Weg.  Er  fing  an  zu  weinen,  (k)  Da  plötz- 
lich fiel  das  Fenster  aus  der  Öffnung  auf  die  Erde.  Nun  verliess  er 
20  das  Haus  durch  die  Öffnung,  legte  seine  Waffen  an  und  begab  sich 
in  ein  Caföhaus  ausserhalb  der  Stadt.  Dort  blieb  er.  Am  Abend 
ging  er  zu  einem  Justizrat,  trat  in  sein  Haus  und  begrüsste  ihn;  jener 
dankte.  Dann  sagte  er:  Ich  habe  heute  nur  Gott  und  Sie,  mein 
Herr.  Diese  zwei  Pfund  gehören  dir.  Ich  bitte  Gott  und  dich,  mir 
*5  ein  Geschäft  mit  der  Regierung  abzuwickeln.  Nun  werde  ich  nichts 
mehr  thun;  ich  habe  Busse  gethan  bei  Ali.  |J)  Der  Justizrat  ent- 
gegnete:  Um  deines  Ahnen  willen  und  um  Alis  willen.  Die  zwei 
Pfund  will  ich  nicht  von  dir,  aber  so  Gott  will,  wird  dir  nichts  pas- 
sieren. Dann  ging  er  fort.  Am  Morgen  schickte  er  nach  den  Pa- 
30  pieren  des  Seijid  Djasim,'  die  zur  Verhandlung  nötig  waren,  und  berief 
eine  Versammlung.  Dort  zerriss  man  sie,  und  den  versammelten 
Gendarmen  gab  man  Nachricht,  dass  sich  niemand  dem  Seijid  Djasim 
elAmidi  entgegenstellen  sollte.  Dann  sandte  man  einen  Boten  zu 
ihm,  der  ihn  von  dem  Vorgefallenen  in  Kentnis  setzte,  (m)  Darauf 
3>  g'ng'  er  nach  Hause,  zog  seine  Kleider  an  und  ging  ins  Cafe.  Er 
liess  seine  Genossen  holen,  und  sie  blieben  bei  ihm,  ohne  dass  je- 
mand ihnen  etwas  anhaben  konnte.  Das  ist  eine  Geschichte  von  den 
hervorragenden  Thaten  des  Fürsten  der  Gläubigen. 

LIII. 

»o  (a)  Eine  Geschichte  von  Abbas.  Ein  Mann  hatte  eine  Frau  ge- 
nommen. Eines  Tages  zankte  er  sich  mit  der  Frau,  und  diese  ging 

7* 


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lOO 


$<ifräg<  ;ur  fmtlifcitn  öpracflirifTfnftÄaft. 


iand  ährt  ha  fabaqat  muddet  sene  unuff  föfujm  min  cf  iiärn  rthyrme 
räbat  lilbutab  uäräb  yäräha  ragelbn  ucgamälfniba  ingfujb  dä/ik  cl- 
byrme  flirrt  bilde  ga/ä/ha  n he  Ihn  in  hyrmc  min/m  habt  die  gä/d 
babbeln!  rag/i  dessau  liragilhn  gäl  am  mä  Ußejtha  yämä  adri  biln) 
tiimnefijn  (i)bbdct  (b)  gämau  jeridun  jgkitlünhn  galdilhutn  fhna  5 
nerüh  liliAbbäs  am  yezöfujgi  nablif  amma  äni  qhlif  ucamma  zö(u)gi 
iqh/if  luminan  räban  liliAbbäs  fär  diamin  iarragel  halaf  lumman 
halaf  (cjftarah  dl  Abba  s yä’ida  hü  a mciiit  (i)bqudrat  At /äh  taiäla 
sn  in  ua  ida  /ijo/cd  yehh’a  f iibbof(c)n  nmmah  iahet  uäiegiU  am  ismt 
fü/än  ihn  fü/än  abitic  labag  ummt  li/batab  uegama  i<  a dia  u äni  ( i/b - 
qndrat  A/lah  sid eit  min  hadäk  diidu  ,m  fär  tamäm. 


LIV. 

(a)  lära  liliAbbäs  ihn  lA/t  ihn  Abt-  ’fä/ib  fär(c)d  uä/jed  ign  lin/a- 
halta  ijäbät  yua  nnyatir  mä/  ezzari(n)  nainndab  sefif  lumman  as- 
ba/t  effnb(a)h  lernt  esset  i)f  mahn  fäbib  esse(i)f  gäl  linnün/ir  intu  bugtu  15 
essefijf  mäh  gä/au  mä  bugna  sc(i)fak  gäl  arid  abat/ifbum  biliAbbäs 
gälan  imii  ibidna  ua/ba/iie  biriigübtak  gäl  imin  räban  li/iAbbäs 
uählifau  (b)  lumman  tijb/ifiu  uäuiyihum  räii  cssc;  ijf  säia  yefida  _ 
l/Abbäs  sutar  fäbib  essefif  lumman  iimii  iaht  räsah  säia  iltemntau _ 
clgnuäm  uägauudnidt  iaht  riglcfij/t  yeriidd  ialefijh  diAbbäs  ijäiä/ah  20 
min  ridfe)n  töfujbah  yedebbäh  fö{u)g  eff andügmäl  eddarih  uäbaqil  säia 
Zämme  iallab  fükkah  yä/tttn  qarr  bissefif  bi' an  hu  a dämmah  yäbäuh 
min  Inrät  diAbbäs  yissc/äm. 


LV. 

fiir(e)d  hyrmc  bä' ige  ccfcir  ya  ahadidia  liliOmrän  ihn  iA/i  ihn  25 
iAbt-Tä/ib  lumman  b alleföhn  (f)tzärrib  gir  bädt  min  in  rät  c/’a’immc. 


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JWnfjntr,  (TUuara6tfüS(  <Bffi8uBl<n  uuo  icm  ]rai).  101 

zornig  zu  ihrer  Familie.  Dort  blieb  sie  ein  und  ein  halbes  Jahr. 
Eines  Tages  ging  sie  Holz  suchen;  ihr  Mann  kam  aber  hinter  ihr  her 
und  umarmte  sie.  Als  die  Frau  darauf  schwanger  wurde,  sagte  ihre 
Familie  zu  ihr:  Wer  hat  dich  geschwängert?  Sie  antwortete:  Mein 
3 Mann  hat  mich  geschwängert.  Da  sandten  sie  zu  ihrem  Manne,  der 
aber  sagte:  Ich  habe  sie  nicht  gesehen  und  weiss  nichts  davon,  von 
wem  sie  geschwängert  ist.  (b)  Jene  wollten  die  Frau  nun  töten,  aber 
sie  sagte  ihnen:  Wir  wollen  zuni  Abbas  gehen,  ich  und  mein  Mann, 
und  wollen  dort  schwören,  sei  es,  dass  ich  schwöre,  oder  dass  mein  Mann 
<°  schwört  Als  sie  zum  Abbas  gekommen  waren,  war  der  Kid  an  dem 
Manne.  Er  schwur;  darauf  aber  schlug  ihn  Abbas,  und  er  starb 
durch  die  Macht  Gottes,  des  Höchsten.  Plötzlich  fing  das  Kind  im 
Mutterleibe  zu  reden  an  und  sagte:  Ich  bin  N.  N.,  Sohn  des  N.  N. 
Mein  Vater  traf  meine  Mutter  beim  Holzsammeln  und  umarmte  sie, 
'S  und  von  diesem  Tage  bin  ich  durch  die  Macht  Gottes  geschaffen. 
Schluss. 


LIV. 

a Ein  Zeichen  des  Abbas  ibn  Ali  ibn  Abi-Talib.  Jemand  kam  zu 
einem  Getreidestapelort  und  übernachtete  mit  den  Wächtern  des 
Getreides.  Er  hatte  ein  Schwert  bei  sich,  als  er  aber  am  andern 
Morgen  aufwachte,  war  das  Schwert  weg.  Der  Mann  warf  den 
Wächtern  vor,  dass  sie  das  Schwert  gestohlen  hätten.  Da  sie  aber 
leugneten,  machte  er  ihnen  den  Vorschlag,  sie  bei  Abbas  schwören 
zu  lassen.  Sie  meinten:  Wohlan,  nimm  uns,  aber  die  Sünde  falle 
■>5  auf  dich.  Der  andere  kommandierte:  Los,  und  sie  gingen  zum  Abbas 
und  schwuren,  (b)  Als  sie  das  im  Beisein  des  Besitzers  des  Schwertes 
gethan  hatten,  da  plötzlich  schlug  ihn  Abbas,  sodass  er  auf  seinem 
Kopfe  stand,  bis  die  Diener  kamen  und  ihn  wieder  auf  die  Füsse 
stellten.  Daun  kam  Abbas  zu  ihm  zurück,  trug  ihn  am  Ärmel  seines 
3°  Hemdes  fort  und  legte  ihn  auf  einen  Grabkasten.  Dort  blieb  er  eine 
volle  Stunde,  dann  Hess  er  ihn  los,  nachdem  er  versichert,  dass  er 
das  Schwert  versteckt  hätte.  Das  ist  eins  von  den  Zeichen  des 
Abbas 


LV. 

35  Eine  Frau  stahl  einen  grossen  Löffel.  Man  nahm  sie  zum  Omran 
ibn  Ali  ibn  Abi-Talib.  Als  man  sie  hatte  schwören  lassen,  da  fing 
sie  plötzlich  an  Pech  zu  kacken.  Das  ist  eins  von  den  Zeichen  der 
fmame. 


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102 


Qß<tträa<  $ur  (VmitiCcticn  racÄnMfTrnfcfiaft. 


<S  r R u r fe. 

A. 

ia)  i itäl  ennahal. 

annal  ma  usla  ihn  ettäl  min  elf  hi!  bai(a,d  dä/ik  iqhferhn  bil- 
gäi(a)  nngre  mugdär  (f)dräl(a)  uifgibün  ettäl  qeifhntfünha  binnngre  5 
tfäifhnt/ün  (t)irdb  tihaUnn  min  ennugrc  nmgdnr  iibfiijr  uiagfnjb  dä/ik 
ifhntth  J/ut  moi  miigdiir  lairat  i/ärn  ttbai(a)d  kill  iairat  tfätn  iin- 
fniiha  moi  tibi/ii  sene  iinthnha  moi  ntfsir  il/nt  innig  ijä/inzelen  in- 
ritg/ui  bilgäi(a)  tumma  iiguzhn  min  iandfha  (bi  auna/ma  tfsir  että/e 
ijätfgnm  tahmil  ui/ösir  bihtt  fa/a  da)  iibqa  mugdär  iairat  t/lun  na-  10 
bal(a)d  dä/ik  ifgibhn  farlcid  giiie  min  elf  aha!  mal  ennahal  niisiad 
essa ihd  bittebil/e * Unis  ennahal  n/ifiad  bigalb**  ennah/e  uäiehntt 
kill  tat -i(a)  larmnhe(i)n  mal  fahal  min  e/giiie  el/t  la'il/ut  tftiäh  (c)  uba- 
lfa)d  dä/ik  iibqa  mugdär  iahfejr  zfmän  niisiad  efsaind  niegmaifa/ 
gcmil(a)Jiuthg ***  iaht  färfeid  sa/he  nbaifaid  dä/ik  iibqa  mugdär  >5 
/elf  ifhnr  nifgnsshnah  nändibbitnah  min  fö(n)g  ennah/e  lilgäi(a)  nä- 
iflimmunah  bi/hadira  gemiifa)  ttamar  nbaifajd  dälik  iigi  c/mel/äc 
ttfähib  eliug(e)r  sähib  e/iugf e)r  iähid  rnbai(a)  tjä/bäqi  fögismünah 
binnuss. 


aluän  eit a mar.  20 

1)  zehedl  2)  histäni  3)  decqänt  4)  snltäm  5)  barban  6)  digal  as- 
tannag  12)  iirst  13)  göOtJzt  141  itegi/i  15)  iitnl  16)  mektinni  17)  (f\> 
cäb  23)  hösänilbaffe)/  24  t asäbii/aj^/iarhs. 


B. 

ia)  zäri(aj^iiaiir  uälhynta.  *5 

anqa/ma  iigi  eiii/a  iingima  ihn  clfelalih  ifflnin  amma  hamfeJs 
•tt/ädim  uä  amma  sebia  miau  hamse  arbaia  minhnm  kill  ijähfd 

* tebiltc  ist  eine  Art  l'olster  samt  einem  Stricke,  der  um  den  ..Hinaufsteiger41  und 
i'alme  gelegt  wird.  So  klettert  er  bequem  hinauf,  indem  die  Stümpfe  der  abge- 
s°hnittfi  en  Zweige  als  Stützpunkte  für  die  l itsse  dienen.  Alle  Frühjahr  findet  das  Ab-  3° 
schneiden  iefcriets  der  vertrockneten  Zweige  mit  der  sin' ine  malet  ettefrrid  statt. 

**  ga/\u)/t  nennt  man  die  noch  zusammen  klebenden,  noch  nicht  völlig  entwickelten 
Rätter.  Ein  andrer  Name  dafür  ist  libhet  erwähle 


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(JVUt||tur,  (n«uara6tfc$f  <0efcß»c6tcn  aue  öctn  3r<H- 


03 


(ßrgurfe. 

A. 

Das  Pflanzen  der  Palmen. 

a)  Zuerst  reisst  man  die  junge  Palme  aus  den  Schösslingen  her- 
5 aus.  Darauf  gräbt  man  in  der  Erde  ein  Loch,  eine  Elle  tief.  Darauf 
bringt  man  das  Pälmchen  und  setzt  es  in  das  Loch  und  wirft  Erde 
darauf,  lässt  aber  oben  von  dem  Loche  circa  eine  Spanne  offen.  Nun 
begiesst  man  es  zehn  Tage  lang  mit  Wasser,  darauf  nur  alle  zehn 
Tage  einmal.  Ein  Jahr  lang  fährt  man  fort,  es  mit  Wasser  zu  be- 
10  giessen,  schliessluh  aber  bekommt  es  Wurzeln,  die  in  das  Erdreich 
reichen.  Dann  uberlässt  man  es  sich  selbst,  ib)  Wenn  das  Pälmchen 
gross  geworden  und  tragfähig  ist,  kommt  die  weibliche  Blüte  heraus. 
Nach  zehn  Tagen  bringt  man  ein  männliches  Blütenconvolut,  und 
der  „Hinaufsteiger“  steigt  mit  der  Tebellije  in  die  Höhe  in  die  Mitte 
i>  der  Palme  und  hängt  bei  jeder  weiblichen  Blüte  zwei  männliche 
Rispen  von  dem  Blütenconvolut,  das  er  bei  sich  trägt,  auf.  So  bleibt 
es  einen  Monat  lang,  dann  steigt  der  „Hinaufsteiger"  hinauf  und  ver- 
einigt alle  Aste  auf  eine  Stelle,  (c)  So  bleibt  es  drei  Monate  lang, 
dann  schneidet  man  sie  ab  und  wirft  sie  von  oben  auf  die  Erde, 
»o  Nun  bringt  man  alle  Datteln  auf  einen  Platz,  und  es  kommt  der 
l’ntcrnehmer  und  der  Besitzer  des  Bodens  Der  Besitzer  nimmt  ein 
Viertel,  das  Übrige  teilt  man  zur  Hälfte. 

Dattelsorten. 

ijiul  71  tiigal  as/ar  8)  hamränt  9)  ibrcthiml  IO)  (ajijcntie  11)  (fjm- 
35  /’(  i b fttjtiyt  18)  mclgüti  191  ickkar  20)  (e)ljiirräui  21)  tiberr.c!  22 1 ab- 


B. 

Das  Säen  von  Gerste  und  Weizen. 

a Sobald  der  W’inter  kommt,  vereinigen  sich  die  Bauern,  ent- 
weder fünf  oder  sieben  Mann.  Wenn  es  fünf  sind,  so  haben  vier  von 


30  **»  Der  DatteUweig  ohne  Datteln  nach  der  Ernte,  der  unter  andenn  als  lteseu  ge- 

braucht  wird,  beigst  tflife.  Da«  Zusammenbinden  an  eine  Stelle  findet  nach  Re&chid 
>UÜ.  damit  nicht  soviel  unreife  Datteln  [(*$/<//  ajfar\  vom  Winde  heruutergeworfen 
Herden. 


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104 


jß.'ittjgf  }ur  f;mt(tfc6in  ^pracRtrifTdifcBaft 


landab  (ä  u r uä/bämis  sägt  auual  mit  Hgim  iacierft/d  iist/im  ge- 
mii(a>  Jteu  lumman  ittlaiim  clmoi  uäiisaunitn^Jäb  rät  lumman  iiltal- 
lisim  cnni:.äh  tjiomddim  {isituyun  (f)b!äl*  uäifgibitn  gidi(a)  mal  uabal 
lisammimab  hedef  ii/mttimab  faltig  ebt/biäl  yäiigtbhn  (ejSmäl(a)** 
uäiiliuttun/iiun  lala^lhtdef  bi  ubal(a)d  dälik  ifgeiieritn  e/ltofujd  5 
/’iggir  ijaicbutlim  rniräzi /***  gamjamiät  u/irujganiiät  eggauuamiät 
iefircn  bitte/e\  uä/fäf >t  iga miät  bisstdär\  uäicbuttim  e!(i)bkärYt  bilie- 
mäifai  iiäUgibim  al(ayen\\i  n miät  särt  lisammimab  iamcl  uäiiiel- 
Ubitn  eddelu  bi! tarne/  uäiibuttim  hobt  eil  isi/mb  migdab  birrid(t)n  mäi 
eddelu  tjäiib  uttim  färfcd  fr  hsibe  batta  cddelu  iinfakk  botnah  iesam-  i° 
mim  ha  (e)glädc  uäiibuttim  hilbät  bitgläde  cttlifrn  is(e)mhinn  (f)biitc*  t 
iC)  uäiibuttim  ( f)bbäi **+  » miät  särt  biddeiu  uäitiiddimbmn  bil(f)biiic 
uäddi/u  ijäli  buttim  cggä/e  la/a  rugbet  ettäfur  uäggä/e  bi im  raräd 
i//m  (fjbsäin  iiliddün  (i)bbotn  cttä(u)r  ulH/m  (c)buäge  iibuttimha  (i)b- 
sudr  (ttä(n)r  bat ta  mit  tirub  cggä/e  min  että(u)r  uäraräd  cggäle  genäht  >5 
iÜiiddimhinn  bi/gäfujs  uälgä(n)s  meidüd  biliamel  ualiame!  meidüd  bid- 
deht  uäddeiü  {isir  (i)bbotimb  nun  ijäiigirrab  ***f  et/äfujr  IHbäfuJd  ijiiit- 
lat(a)  min  errid(e)n  uätfrith  bissägief*  (d)  uräli  ttä(u)r  (in/mdar 
uiifiad  uiiejtä(u)r  ijä/itzcm  sttäge  bidait  uäiibutt  bi/m  bismär  iisam- 
mimah  zibf e)t  uäiibutt  eieifäie  (i)bdahrah  uäieduritu  min  essttbfab  2° 
h<lduh(e)r  (e)  amja/^ma  iisauuitn  ezzarifa)  iigumim  [etarbrsün  tarbis 
htjitnäm  uäiigumim  itbrubitn  biifidän  elfidätn  Hab  miiäuf\*  iinbatt 
bitfidän  näitbuttii^iäh  ins  ihr  ubaiijät  batta  mä  iitlai(a)  e/miiän  mm 
c/Jidän  uäiibuttim  sieic  mit l badid  biräs  effidän  batta  iinzel  bHgätfai 
uaicsaunim  ieddc  iilfidän  batta  ii/zcmba  eireggid  ubidab  bä  ns  iisitg  25 
c/tiran  bib  lumman  iibrnbimyxy*  [ egibitn  (trän  etbciijn  uäiibuttim  3a- 
le  Ultimi  cnnir  ubih  guä  ii  uieiiddim  cgguli H la/tirän  uärreggäi  lihern 
rlfidäu  näicgitm  b sattir  batt  iemrn  halt  Ha  au  batlisiin  elkirüb  (f)  iib- 
ijim  t(U  isbur  0 Hur  im  3azzäri(a)  faba  i( a)d  dälib  iisir  bib  basiS  uäii- 

* Sing,  heile.  30 

**  Sing,  iemia.  Meistens  vier  an  der  Zahl,  filr  zwei  Stiere. 

***  Sing,  nnrizil.  Sie  bestehen  aus  Miscn,  worin  die  Stricke  des  Schopfgefässes 
laufen. 

j ftfe  und  (e)fiiiir  die  Italken  an  den  beiden  lüngsseiten  des  llassins. 
ff  Sing,  bnkra.  Grosse  hölzerne,  aussen  asphaltierte  Rollen.  Die  eiserne  Walze,  uni  35 
die  sich  die  Rolle  dreht,  heisst  metigi'w , die  Höhlung,  in  der  sich  die  Walze  bewegt, 
re  läge  PI.  reiitgAt, 

*H"f  Sing.  So(u)iie. 

*T  Sing.  heu. 

Die  Stricke  speziell,  um  den  Dein  zu  öffnen,  heissen  ly  Amts  Sing.  <dmü{.  40 
***t  Vor  tlern  Schöpfgerät  befindet  sich  eine  schiefe  Ebene  mlfijdon  , die  der  Stier 
herab-  und  hinaufsteigt. 

t*  Der  Graben  leitet  das  Wasser  in  die  meist  von  Mauern  umgebenen  Gärten.  Das 
Loch  in  der  Mauer,  wo  das  Wasser  durchflicsst,  heisst  httrhuh  Dein.  herl(i)hih.  Das 


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{JTlcifjn«,  Qlcuar»6ifc6r  <3cf;fiic6u-n  aus  öcm  105 

ihnen  je  einen  Stier,  und  der  fünfte  ist  der  Wassermann.  Sobald  sie 
tum  Schöpfgerat  kommen,  nehmen  sie  alle  Erde  weg,  und  wenn  sie 
ans  Wasser  kommen,  machen  sie  für  es  einen  Graben.  Sowie  sie 
mit  dem  Graben  fertig  sind,  bauen  sie  die  Ziegelmauern,  bringen 
5 einen  Palmstamm,  den  man  hedef  nennt,  und  legen  ihn  auf  die  Ziegel- 
mauern.  Dann  bringen  sie  die  Querbalken  und  legen  sie  auf  den 
hedef.  b)  Nun  asphaltieren  sie  das  liassin  und  bringen  die  unteren 
und  oberen  „Spindeln“  an,  die  unteren  am  vorderen  unteren  Balken, 
die  oberen  am  hinteren  unteren  Balken.  Darauf  legt  man  die  Rollen 
10  in  die  Querbalken  und  bringt  Stricke  aus  Palmbast,  iamel  genannt, 
und  bindet  das  Schöpfgefäss  mit  den  Stricken  fest,  legt  auch  einen 
Strick,  namens  Midjdhab,  an  den  Schwanz  des  Schöpfgefässes.  Man 
steckt  ein  Holz,  namens  gläde,  hinein,  damit  das  Innere  des  Schöpf- 
gefasses  sich  öffne,  und  steckt  an  die  gläde  zwei  kreuzförmige  Hölzer, 
15  butjütj  genannt,  (c)  Dann  legt  man  Palmstricke  ans  Schöpfgefäss, 
die  man  an  die  Querhölzer  und  das  Schöpfgerät  festbindet,  und  legt 
auf  den  Nacken  des  Stieres  die  djäle.  Zur  djäle  gehören  allerlei 
Sachen:  der  Gürtel,  den  man  am  Bauche  des  Stieres  festbindet,  die 
henige,  ein  Strick,  den  man  über  die  Brust  des  Stieres  legt,  damit 
20  die  djäle  nicht  vom  Stier  herabfallt.  Ferner  die  beiden  Zügel,  die 
man  am  Bogen  festbindet.  Der  Bogen  ist  den  iamel  verbunden  und 
die  iamel  mit  dem  Schöpfgefäss.  In  das  Innere  des  Schöpfgerätes 
kommt  nun  Wasser,  und  der  Stier  zieht  es  zum  Bassin  in  die  Höhe, 
es  kommt  aus  dem  Schwanz  hervor  und  läuft  in  den  Graben,  (di  Der 
2?  Stierhirt  geht  mit  dem  Stiere  herab  und  herauf  und  hält  einen  Stecken 
in  der  Hand,  an  dem  ein  Nagel,  namens  ziehet,  steckt,  und  hat  dabei 
einen  Gürtel  um  seine  Brust  gelegt.  Sie  sind  von  Morgen  bis  Mittag 
thatig.  te  Wenn  man  an  die  Feldbestellung  geht,  wird  drei  Tage 
lang  die  Feldbestellung  vorgenommen,  dann  pflügt  man  mit  dem 


30  behopfgerät  <|uicUcht  heisst  (e)tiaiia/.  Der  Hesit/er  des  Gartens  lässt  dieselben  immer 
•juictschcn,  um  die  Arbeiter  kontrolicren  m können,  ob  sic  bei  der  Arbeit  sind.  Die 
Schöpfmaschinen  [ndSüra],  wie  sie  in  Syrien  und  Ägypten  gebräuchlich  sind,  findet  man 
im  Ira<j  noch  selten. 

ff*  Von  der  Deichsel  geht  das  Joch  (nir)  ab,  das  auf  den  Hälsen  der  Stiere  liegt. 
35  Darunter  liegen  wieder  Polster  (fd/*). 

rff*  Das  bestellen  des  Ackers  geht  auf  folgende  Weise  vor  sich:  Zuerst  wird  der 
I^jdcn  bewässert,  dann  werden  mit  dem  Pfluge  Striche  [a3(a)läm\  gezogen,  wo  gesät 
werden  soll.  Es  folgt  dann  das  Säen,  ein  zweimaliges  Piliigcn  und  Eggen  [ iemärrhün 
mit  der  m>irra*f.  Dazu  gehören  zwei  Menschen,  einer  hält  die  Egge  am  Stiel,  der 
40  andere  zieht  das  untere  Ende  an  einem  Stricke.  In  der  Wüste  soll  inan  nicht  eggen. 
Dann  wird  das  I^and  [mit  der  mämUe  in  rechteckige  Felder  die  von  kleinen 

Wällen  umgeben  sind,  eingeteilt,  und  die  He  Wässerung  beginnt  von  neuem.  Gedüngt 
wird  das  Getreide  gar  nicht,  jedoch  lässt  man  den  Hoden  ein  bis  zwei  Jahre  ruhen. 

7b 


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io6 


Qßtifriac  jur  ftmt(tfc$<n  SpräcftaifftnfcSafl. 


hillün*  neiintunah  littträn  ug emil(a)  _ t(är( ejl  eilt  land(e)hum  ubalfajel 
e/balil  i?fir  bi/t  simbil  uh/eftr  ibbes  ueiahstditnah  uaicsauijitntih  (e) e- 
dns **  ttbal'ajd  dblik  ln  mm  an  iehalli'fün  elblfbtl  tfgumim  iingulhnah 
(esuuuiniah  bifarfe/d  tttelbn  htm  man  iÜ/immitnah  kii/äit  ügtbitn  tär(S*Ji 
naiegumftn  iedusnnah  lumman  ifsir  ki/lah  nälam  iigtbitnah  nnrhiiih  5 
uai^dirrftnah  ttbüsir  ettib(e)n  näh  ad  ulialir  uahad  i/fir  liäsal  sa- 
üajma  i?fir  kbfnlm  ttblnd  ellaiir  balfald  dblik  iegismitna/t  lala__ 
hnfn  yalfe/a/ih  ehnirt  iäbid  min  ellalra  nah  cd  tttilbaqne  ilsir  ti/- 
felalih  kühnen  iäbid  liugga/t  yäifrnb  leheläh. 


a Inan  siirl(a)  mal  eilita.  10 

1 1 sa  l!r  2)  hynta  3)  Indes  4)  hortanhn  5 ) bnsal  6)  lelram  7)  gt- 
zfe/r  8)  luandar  9)  hass  10)  ti hätte  1 1)  bagil/a  12)  kurefijt  13)  (e)k- 
räfes  14)  simsim  151  kammltn  161  fig(e)l  (ittzeralfa)  billita  nbilgefijd. 


a/nbn  esse/ijfi  min  elmuhaddarht. 

I fi  ({)hi.är  mbi  (2)  (ij/t/hr  latrüzi  3)  battih  4)  raggi  5)  (am  ata  '5 
6)  bedingan  71  (e)gtin  al(a)ragi  8)  (e)gtin  riimih  91  (e)g(in  laslej/t 
10)  guten  n ) lemtnbm  121  lauefijn  13)  mal  14)  i:re  15)  dibfejn. 


C. 

ai  lyr(c)s. 

hon  man  terid  färfejd  yblifd  iäbid  mara  il-lüf  fartetd  liyrrne  eUl  so 
'ejtlng  jah  üdizz  la/a  ahe/ha  bil  aitttal  harim  iehbien  ttnttnha  tt a- 
bitha  uh  ida  cänati  radiijn  e/ki/l  hatta^lbyrme  eilt  { erid  iahidha  icgib 

* Jedoch  nur  bei  der  Gerste,  nicht  beim  Wci/.cn. 


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SjTlnfjntr,  (Jt<uara6trt$<  ßff4'dl(<n  au#  ton  JrO'i-  IO/ 

Pfluge.  Der  Pflug  hat  eine  Deichsel,  die  in  den  Pflug  gesteckt  wird. 
Hinten  steckt  man  einen  Pflock  und  Holzstückchen  an  die  Seite 
hinein,  damit  die  Deichsel  nicht  aus  dem  Pflug  herausgehe.  Man 
steckt  eine  eiserne  Spitze  auf  die  Spitze  des  Pfluges,  damit  es  besser 
5 in  die  Erde  eindringt.  Ferner  macht  man  an  den  Pflug  eine  Hand- 
habe für  den  Mann,  der  in  der  Hand  einen  Stecken  trägt,  womit  er 
die  Stiere  antreibt.  Zum  Pflügen  bringt  man  zwei  Stiere  und  legt 
auf  sie  das  Joch,  daran  sind  die  Polster,  die  man  auf  den  Stieren  be- 
festigt. Der  Mann  hält  den  Pflug  und  macht  eine  Furche  neben  der 
io  andern,  bis  das  Pflügen  beendet  ist.  (f)  Drei  Monate  machen  sie 
sich  mit  der  Saat  zu  schaffen,  dann  kommt  das  Grünkraut.  Das 
schneidet  man  ab  und  giebt  es  den  Stieren  und  allem  andern  Vieh, 
das  man  hat.  Nach  dem  Grünkraut  kommen  die  Ähren,  und  wenn 
das  Korn  reif  geworden,  schneiden  sie  es  ab  und  legen  es  in  Haufen 
15  hin  Nach  Beendigung  der  Ernte  schafft  man  es  fort,  alles  an  einen 
Ort.  Wenn  man  alles  dort  hat,  bringt  man  Vieh  und  drischt  es; 
nachdem  alles  zerkleinert  ist,  bringt  man  Worfschaufeln  und  worfelt 
es,  sodass  das  Stroh  und  die  Gerste  abgesondert  zu  liegen  kommen, 
und  ein  Haufen  Gerste  wird.  Dann  wird  es  zwischen  der  Regierung 
10  und  den  Bauern  geteilt;  die  Regierung  nimmt  ein  Zehntel,  das 
Übrige  gehört  den  Bauern.  Jeder  nimmt  dann  seinen  Teil  und  gebt 
nach  Hause. 


Wintersämereien. 

ti  Gerste  2)  Weizen  3)  Linsen  4)  Hafer  51  Zwiebeln  6)  weisse 
Rübe  7)  Mohrrübe  8)  rote  Rübe  91  Salat  10)  Kohl  11)  Saubohne 

12)  Schnittlauch  13)  Sellerie  141  Sesam  15)  Kümmel  161  Rettig,  wird 
im  Winter  und  Sommer  gesät 

Sommergemüse. 

l)  Wassergurken  2)  ? 31  grüne  Melone  41  gelbe  Melone 

30  5 Tomate  6)  Eierpflanze  7)  lraqkürbis  8)  türkischer  Kürbis  91  Honig- 
kurbis  10)  Baumwolle  11)  kleine  gelbe  Melone  12)  grüne  Bohnen 

13)  Wicke  14)  Mais  15)  Hirse. 


C. 

Heirat. 

a Wenn  sich  jemand  verheiraten  will,  sieht  er  sich  zuerst  nach 
einer  Frau  um,  die  ihm  passt,  und  schickt  zu  ihrer  Familie.  Zuerst 
reden  Frauen  mit  ihrer  Mutter  und  ihrem  Vater,  und  wenn  sie  alle 

**  Sing. 


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($uträ4<  ;ur  fcmilifcßin  fbf  rücßtvtfTfnfcISaft. 


10S 

aijndim  agilln  (ti  i(a)nl  inqi/in  uiluäddihuin  li’ahlyl/iyrine  ueiqhcim 
üiia  ä hei  ha  tm  ida  ridau  iiiämelimhum  ialaysiäg  ua’  ida  (f)gtdiau 
ess(äg  iin/ihum  elfülits  ubai(a)d  da  Hk  [ früh  hiia  dumm  elhyrme  Ht- 
tdgir  itiaheditn  huditm  li/mnra  ibi  ubaifajd  dälik  lumman  iehaiielhn 
e/huditm  mal  elmarn  ifsiffünha  min  befijtha  Hbe(i)t  errfgfcül  uiim-  5 
Heim  elhyrme  uiim  Heim * erreggnl  uifia/lfmünah  ialaytHe(i)e  ida  mä 
iei(d)rif  uiehidrünah  ia/efiha  uiibqä  uiiahn  sebiatjtidm  fd  idn  yreg- 
gtil  i/ah  gern  {!>  iin/ihum  »ins  inifa/m  hediie  /nrfejd  iczma  un'amma 
icimnr  qaamma  tlarijte  lilbyrme  iesanuitn  ke(i)f  uiaiinr  ubai(a)d 
dälik  cl/t  miniall  ilhum  niäs  fiu/ujah  fülits  mugdhr  qiämhn  sittet  10 
näfujbät. 


n. 

ns  n m i _ rreitigil 

l)  iAgitl  2)  Sö(u)ke  3)  farfe  41  Hiti  51  Dauijnh  6)  i Her  iS 
1 1 ) iAbfeJd  er  Ri  da  12)  Abfijd  iÄh  13)  iAbfeJd  elHamse  14)  Gerad  15 
20)  iAliflm  21)  iAbdim  22)  iÖfii/de  23)  Se/mdn  24)  Ddrib  25)  l Obei  ns 
31)  Ge(i)tnn  32)  Ze(i)dnn  33)  (’oli  34)  iliidnn  35)  Gum  in  36)  Hu- 
43)  lins  mit/  44)  Näfir  451  llärit  46  Mfheimid  47)  Siresah  48)  Gfhen- 
54)  Kiihcfijl  551  iAlnqi  561  i.i/eqi  5 7)  Dn/tir  581  Sü/ir  59)  iOmriin 

asnmi^nnisijän.  20 

1)  Hasite  2)  Hassane  31  Dihne  4)  (e)Nfe(ijle  51  Ratijc  6)  Kai  Ultimi 
13)  Raft  14)  Negtne  1 5)  Neiia  16)  Gedile  17)  (ujljme(i)se  18)  Uäsfnjf 
251  fällt  26)  iEiie  27)  Saifajde  28)  Hattine. 

E. 

ic/mnt.  25 

1)  änial  abitk  labil _ ggäbak  2)  ätiial  nbiikum  Inbit  zfijeukum 
3)  änial  nbitk  Uibn ^Ihallffök  4)  änial  molujta  nw(u)teik  5)  änial 
snfhnt  mcitak  6)  änial  rigfejl  mcitak  7)  harn  (ijbrith  mcitak  81  lii 
(ä  eelfejb  ilm  eceet(()b  9)  lä  in  ganijnd  ihn  elyamjnd  (resp.  /eres, 
deiiits)  IO)  nätak  (ä  menilil  elunlidefijn  ida  igefijtak  1 1 ) ahutt  räsak  30 
bitmmak  12)  unhnrn  (i)bie(ijb  nbitk  13)  ln  /<»  hausir  ibnjelhanzir 

* Kin  Mumm  unternimmt  diese  Ccrcniunien,  bekommt  aber  die  Frau  dabei  gur- 
iiicht  /u  sehen,  sondern  spricht  von  weitem  zu  ihr.  Fr  fragt  sie  beide,  ob  sic  sich 


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QMttfttxr.  (lltuaraSifcB«  ÄrfdlidUfn  aus  Sem  3raq.  io 9 

einwilligen,  dass  er  die  Frau,  die  er  will  heiraten,  nimmt  er  kluge 
Leute  und  schickt  sie  zur  Familie  der  Frau,  um  mit  ihr  zu  reden. 
Wenn  sie  zustimmen,  verhandeln  sie  mit  ihnen  über  die  Kaufsumme, 
und  wenn  sie  davon  etwas  abgehandelt  haben,  giebt  der  Bräutigam 
5 ihnen  das  Geld.  Darauf  geht  er  mit  der  Mutter  des  Mädchens  zum 
Kaufmann,  und  sie  kaufen  Kleider  für  die  Frau,  (b)  Wenn  die  Kleider 
fertig  genäht  sind,  führt  man  die  Braut  von  dem  väterlichen  Hause 
in  das  Haus  ihres  Mannes.  Dann  unternimmt  man  mit  der  Frau  und 
dem  Manne  die  Ceremonien  der  Heirat,  und  man  giebt  dem  Manne 
10  Ratschläge  in  betreff  des  Coitus,  wenn  er  ihn  nicht  kennt.  Dann 
schickt  man  ihn  zu  ihr  hinein  und  er  bleibt  sieben  Tage  bei  ihr. 
(c)  Wenn  der  junge  Ehemann  Verwandte  hat,  giebt  er  ihnen  ein 
Präsent,  z.  B.  einen  Schleier,  ein  Kopftuch  oder  ein  Frauenhemd.  Man 
vergnügt  sich  dann  und  lässt  tanzen,  und  darauf  geben  die  Beschenkten 
>5  ihm  Geld,  ungefähr  den  sechsfachen  Betrag  des  Wertes  des  Präsentes. 

D. 

Männernamen. 

7 ejtjdeiiir  8)  Cedi  ennegejm  91  (i)She(i)/  ennegfeim  ioi  Satt 
15)  (iäsim  16)  (jue(i)sim  17)  Kadutn  18)  (i.Kdc(i)m  191  (e)Snäue 
20  26)  Dfgün  271  j Oyeiiid  281  Uheiiid  29)  ( Sir  Allah  30)  Mal  Allah 
nieit'is  37)  Fcdäla  38)  Nä£t  391  iAbiid  40)  Lall  41)  kalt  421  (e)Rheiiis 
neun  49)  iAsfhr  50)  kazal  51)  Sfbai(a)  52)  iAntar  53)  Hindi/ 
60 1 iAdnb  61)  iAh(i)d  62)  (ejS/äi  63)  i Anbar. 

F rauennamen. 

71  J'y/be  8)  Frzzime  9)  Mandate  ioi  Santa  111  Riine  12)  (f)S/ne/i)ee 
19'  Zc/ti/  20)  Hadd  ezzFi)n  21 ) Mitra  221  iAiura  23)  Nisi  me  241  Site 


Fl 

Schimpfworte. 

1 ) Verflucht  sei  dein  Vater,  der  dich  erzeugt  hat.  2)  Verflucht 
jo  sei  euer  Vater,  der  gut  mit  euch  ist  3)  Verflucht  seien  eure  Väter, 
die  euch  zurückgelassen  haben.  4)  Verflucht  seien  eure  Vorfahren 
in  den  Gräbern.  5I  Verflucht  sei  die  Seite  deines  Toten.  6}  Ver- 
flucht sei  der  Fuss  deines  Toten.  7)  Fäkalien  in  den  Geist  deines 
Toten.  8)  Nein,  du  Hund,  Sohn  eines  Hundes.  9)  Nein,  du  Huren- 

35  wollen,  worauf  sie  mit  Ja  antworten.  Er  spricht  in  klassischem  Arabisch  ankdhtuki 
netzattvfi&tuki  ctc. 


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I IO 


Qßolrägt  $ur  ffmififdlcn  fSyr.idiit'iflViifySiJft. 


14)  ah  ult  jeir^ezzumal  (iibkiss  umtnak  15)  ahutt  lein  (i)bkiss  ihtak 
161  ‘ein  (i)btesak  1 7)  uanj'e  ;./  auic  ahauatak  18)  ihn  ^ezzefir  19)  ihn 
e^i/ä!  mal  elmiiti. 


F. 

iaded  el'ilhur.  5 

11  lAiitr  2)  Sefer  3)  Rebii(a)  ai/yal  4)  Rebii(a)  lä/u  5)  Gemad 
am/al  11)  Futfejr  tänl  12)  Dahlie . 

G. 

Bei  den  grossen  Festen  kommen  die  Leute,  küssen  Höherstehen- 
— = seien  deine  Tage  glücklich.  Man  antwortet  uaiiämak  = deine  10 
bisse/Ame  utebct  elljä/er  — deine  ebenfalls,  und  hoffentlich  wird  (das 

H. 

Wenn  jemand  niest  [i?i(dj(is],  sagt  man  ihm  arhamkum  Allall 
rabmet  Atläh  lala  ualide(i)kum  = Gott  vergelts  euch,  die  Gnade 


I.  '5 

Wenn  man  bei  jemanden  vorüberkommt,  der  einen  zum  Aus- 
wenn man  keine  Zeit  hat  und  den  betreffenden  nicht  beleidigen  will 


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JHiiftiur,  (Jtcuaraßifcßc  <ß t T-ß t cß C < n aus  6cm  1 r .1 ."] 


I I I 

makler,  Sohn  eines  Hurenmäklers.  10)  Warte  nur  du  da,  du  ver- 
fluchter Kerl,  wenn  ich  zu  dir  komme  (werde  ich  dich  prügeln). 
11)  Ich  stecke  deinen  Kopf  in  deine  Mutter.  12)  Ich  kacke  auf  das 
weisse  H aar  deines  Vaters.  1 3)  Nein  du  Schwein,  Sohn  eines  Schweines. 
5 14)  pono  penem  asini  in  vaginam  matris  tuae.  15)  pono  penem  meum 
in  vaginam  sororis  tuae.  16)  penem  meum  in  anum  tuum.  17)  si 
venis,  coiio  sorores  tuas.  18)  Du  Stinkender.  19)  Sohn  des  Eselsattels. 

F. 

Die  Monatsnamen. 

10  nuual  6)  Gttnnd  tarn  7)  Re  geh  8)  Saifajbän  9)  Rnmdim  10)  Fut(e)r 


G. 

den  die  Hand,  unter  sich  das  Gesicht  und  sagen  aiiämak  saiidf 
ebenfalls,  oder  länger  u aiiämak  in  iä  Alläli  (find  in/e(i)mt  nia/efi  k 
Festi  uns  und  dich  in  Gesundheit  und  Wohlsein  noch  öfter  antreffen. 

.5  H. 

= Gott  sei  dir  gnädig.  Der  Niesende  antwortet  atabakuin  Allah 
Gottes  über  eure  Eltern. 

1 

ruhen  einlädt  mit  dem  Worte  istarih  — ruh  dich  aus,  antwortet  man, 
» hiiadüuak  rih  = dein  Feind  bekomme  versetzte  Winde. 


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Qßnträgt  ;ur  fonitifcflfn  j&prdcBwtffcnfcBaff. 


112 


«ßfoffa  r. 

Es  enthalt  nicht  nur  < Iie  in  den  Geschichten,  sondern  auch  die  häufig- 
sten im  gewöhnlichen  heben  verkommenden  Wörter. 


(s.  auch  //  und  />. 

'ihre  Nadel. 

‘ihrig  Wasserkrug. 

' ihtein  PI.  bi’ni  fti/än  Sohn. 

'ah,  'ahn  PI.  ’iihahät,  bahät  Vater. 
In  der  Anrede:  jä  iahe,  ’ahit 
muh  tan  Nase  (eigentlich : Vater 
des  Schnaubens;  ein  unfeiner 
Ausdruck),  'aha  (f)hineijis  e. 
Name  d.  Löwen. 

' Her  Spur,  ’atän  ich  meine. 
feget  auf  dass;  deshalb  weil;  um 
. . . willen. 

’ i.iÖ'i'  Weste  mit  Ärmeln. 
megane  dünner  Baumstamm  zum 
Zerkleinern  des  Getreides  im 
gälten. 

’ ahad  einer,  mahad  keiner. 

'äh  weh! 

'ahad  Impf  jähid  nehmen. 

VII.  inhäd  genommen  werden. 
ähar  Fern,  'ihm  anderer. 

'ah,  ’ahii  PI.  ’ihuän,  ’ihne  Bru- 
der. 

'ih(e)t  PI.  ’ahanät  Schwester. 
’dh.  V.  trjeddeh  sich  anständig  be- 
nehmen. 

'adeh  gute  Erziehung. 

’adehsic  unartig. 

'ädaint  PI.  ’auädint,  heui  ’ädam 
Mensch. 

‘dj.  II.  ‘eddti  Impf,  jiddi  geben. 
’ida  wenn;  sieh  da. 

'id(e)n  Du.  'idnefiht  PI.  'idän  Ohr. 


idni  e tsih  ich  habe  Ohren- 
klingen. 

arhadai ' Bruder. 

’ard  Erde,  Land  i literarisch  i. 
’izre  Mais. 

'asäs  Fundament. 

'is/äd  PI.  ’istadije  Meister.  Auch 
die  Nebenformen  ‘ ifta,  ’ns/a. 
’isfejin  PI.  ’asänit  Name. 

’ir.  II.  ’aiSar  ein  Zeichen  (’aüära) 
machen. 

’aiära  Zeichen;  Wunder.  S.  a. 
iär. 

eihära  Feld. 

Hält  Zeichen;  Hügel.  S.  a.  niiärt. 
' ushfda)  PI.  'asähet(a)  Finger. 

’as  e)t  Ursprung. 

asil  edel  (vom  Pferde). 

'aha/  Impf,  jäkil  essen. 

II.  tjäkhal  zu  essen  geben. 

VII.  ineal,  inyoee/  gegessen  wer- 
den. 

'ac(e)/  Essen. 

ahn  es  ist.  mahn  es  ist  nicht. 
'i/a  für,  nach,  zu. 

'il/a,  'a//a  ausser;  oder;  es  sei  denn 
dass. 

’e/hidi.  'e//t,  'e/  derjenige,  welcher. 
’a/fijf  PI.  ’a/iif  tausend. 

’ i/äh  ein  Gott,  ’a/lä/t  Gott:  uälläh 
bei  Gott,  ja/tah  Ruf  zum  An- 
treiben; häufig  auch  in  der 
Rede  ohne  besondern  Sinn. 

’ um  in  PI. ' ummahät  Mutter.  In  der 
Anrede:  jä  jumma,  ja  jitntna. 


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QTl<iftntr.  (ILuaraSiffSf  <ß<fcBicßlfn  au«  itm  3ra<l  113 


'iimm  temanu  ein  Zweipiaster- 
stück (weil  der  grosse  Piaster 
in  vier  Piaster  raig  einge- 
teilt ist). 

'irnätn  PI.  'a'imme  Imam. 

'imma,  ' arnma  oder,  ’amtna  .... 

’amma  entweder  ....  oder. 
'ambar  Scheuer,  Vorratsraum. 

’ amar  Impf,  (ä mir  befehlen. 

III.  ätnar  befehlen. 
amlejr  PI.  umitr  Ding;  Befehl. 
umitr  ennisä  Unwohlsein  (d. 
Frau). 
emir  Fürst 
ma'mür  Beamter. 
amen  Impf,  iämin  vertrauen. 

II.  ’ammen  deponieren. 

‘arnin  vertrauenswürdig. 

’amän  Straflosigkeit,  Sicherheit. 
’amäne  Depositum. 
mitmin  Gläubiger;  Priester 
an  dass,  i/a  an  bis  dass. 

'in  wenn. 

'ns.  X.  istänes  sich  vergnügen. 

'hl.  X.  istähel  verdienen. 

’dh(e)l  Familie,  lehtläh  nach 
Hause. 

' ahlan  willkommen;  auch  hlle, 
wovon  hella  willkommen 
sagen. 

'au  oder. 

'auual  Anfang,  auual  ma  sobald 
als.  ef  auual  anfangs. 
auuall  erster. 

'an  Zeit  het an  jetzt 
'ai  welcher?  Mit  Pron.  'aiiähu, 
iähu,  ’ai/at.  /},  St,  iinhu  was? 
lSlö(u)n  wie?  fimalfajna 
warum? 

’e  ja.  e na  Sam  ja. 

' is.  III.  ’ä ies  verzweifelt  machen. 
’e(ijn  wo,  wohin?  (i)mne(ijn  woher? 
’äft  Koranvers. 

Beitrage  zur  teniit  Sprachwissenschaft.  V. 


b,  p 

bi,  (ib)  in.  bei  um  wie  viel,  wie 
theuer?  ba/äS  umsonst. 
babitg  Pantoffel. 
bäSa  Pascha,  Gouverneur. 
bäikatib  erster  Schreiber. 
abtar  schwanzlos. 
baft(ä)r  PI.  (i)bhar  Meer. 
bah(e)t  Geschick,  Glück. 
bu/jür  Räucherung. 
bahil  geizig. 

bedag  Impf,  iibdig  ansehen. 
bdl.  II.  beddel  verändern,  tebdil 
Verkleidung. 
bldäl  an  Stelle  von. 
bedn  Beduinen. 

(i)bditi  Beduine. 
barra  ausserhalb. 

bärri(e  PI.  berärt  Wüste. 
burbuh  Loch  in  der  Mauer,  wo- 
durch das  Wasser  des  Grabens 
in  die  Gärten  fliesst. 
elbariha  gestern. 

! hared\m\i(.iibradk3.\x.  sein,  frieren, 
sich  erkälten. 
bärdän  frierend. 
bär(e)d  Kälte. 

barräde  hoher,  hölzernerStänder, 
in  den  die  Wasserflaschen  zur 
Kühlung  gesetzt  werden. 

| bärdi  Schilf. 

bäritd  Pulver. 

[ (e)brisem  Seide. 

! bäriS  Stecken  zum  Antreiben  der 
Tiere. 

bärfüm(i)  PL  berälim  Lippe. 
barritt  PI.  berarit  Floh. 
burgaS(a)  Gesichtsschleier;  Kappe 
überden  Augendesjagdfalken. 
barak  Impf,  itbril  einknicken,  um- 
sinken. 

II.  barrak  umsinken  lassen. 

Sa 


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H4 


Qffciträgc  ;ur  ftmififükn  ftpra4n,i!f«'f4«f< 


III.  barak  seinen.  mübärak 
sagt  man  zujem.,  der  ein  neues 
Kleidungsstück  an  hat 
barake  Segen,  hallet  elbarake 
mit  Freuden,  gewiss. 
birce  Schüssel. 
bärnüti  Schnupftabak. 
bin  Fl.  biniin  unschuldig. 
barie  PI.  bijärt  Schilfmatte. 
bizel  Impf.  (ib:il  durchbohren ; weg- 
nehmen. 

bfcsune  PI.  besäsin  Katze. 
bistätt  PI.  besä tin  Garten. 
biset,  meist  bqsat  geschr.  Impf. 
iibsut  schlagen. 

(ejbsät,  büsät  Teppich,  Kelim. 
pesküle  Troddel  am  Fez. 
bismär  Nagel  (für  mismär). 
bellyr  Beschlik,  fünf  grosse  Piaster. 
bitf/il  Zwiebel. 
basma  gedruckt. 

tnabfiili  auf  dem  Rücken  liegend. 
btl.  II.  battal  aufhören  lassen. 
bot(e)n  Bauch,  bot  nt  töfujpa  ifajm 
ich  habe  Bauchschmerzen. 
bn/nt  i Uteri/  ketir  ich  habe 
Durchfall. 

buht  sich  verspäten. 
bal(a)d  nach;  noch.  bal(a)d rühi, 
bal(a)d  be(i)h  d.  h.  ich  schätze 
dich  höher,  als  mich  selbst 
oder  mein  Haus  und  trete 
für  dich  ein. 
balid  weit,  entfernt. 
bil(e)d  Entfernung. 
balle  PI.  bal(a)rän  Kamel. 
bal(a)rur  Kerne;  Mist  (von 
Schafen,  Kamelen). 
balas  kitzeln.  Es  wurde  erklärt 
als  lial/a  ifbelah  (i)btes  fiilän. 
bal(a)d  ein  Teil,  einiges.  bal(d)<l- 
hutn  l>al(a)d  gegenseitig. 
barfei/  PI.  berät  Maultier,  barie 


auch  Name  eines  grossen 
Schiffes  (Dhau). 
bagg  Moskitos. 

(i)bgiir  Impf,  [ibgnr  durchlöchern, 
ein  Loch  machen. 
bägfejr  Loch. 
abgal(a)  grau. 
bag(g)ille  (Sau)bohnen. 
bugtue  grosser,  kupferner  Wasser- 
krug. 

bat/a  Impf,  iibqa  bleiben. 

baqiie  Rest.  Adverb  übrigens, 
schliesslich. 
bttqäia  Rest 

beec  PI.  (t)betic  Name  eines  Holz- 
kreuzes bei  dem  Schöpfgefass. 
bäktr  jungfräulich. 

bäcer  morgen;  lagfujb  bäier 
übermorgen. 

bakra  PL  (i)bkär  Rollen  an  der 
Schöpfmaschine. 
biea  Impf,  fibei  weinen. 
bill  Kamele  (aus  ibil). 
btl.  II.  belle/  nass  machen. 

V.  tebellel  nass  werden. 
meblul  nass. 

mibel/e  Ort  am  Fluss,  wo  das 
Viehfutter  angefeuchtet  wird. 
be/bttl  PI.  be/abfl  Nachtigall. 
beled  PL  butdän  Land,  Ortschaft. 

beide  dass. 
ba/ta  Beil. 

bei  hi  la  Abzugsloch,  Kloakenloch. 
behir  envachsen  sein. 
bele(k)i,  bell(k)en  vielleicht. 
be/em  PI.  (ejb/äm  schmale  Gondel 
(in'  Basra). 

be/a  verzehrt  werden,  verderben. 
he  Ute  PL  belaia  Unglück;  ver- 
dorbene Bestandteile. 
btlai,  bi/ai/a  ohne. 
beh  jawohl. 
balfbs  Konsul. 


N 

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iJTUtfjntr.  ({Icuata6ifc$<  ß/fcliicflün  aus  tcm  Jtaq. 


"5 


binn  Kaffeebohnen. 
bi  nt,  bentiiaj  PL  benät  Tochter, 
Mädchen,  Jungfrau,  bin t nf/ä- 
dim  anständige  Frau. 
bintaiia  die  Mundstücke  bei  der 
Doppelflöte. 
he  na  Impf.  \ (ibni  bauen. 

bennd  PL  bennäie  Baumeister, 
Maurer. 

b/tr.  V.  tübahhar  ausser  sich  sein 
vor  Staunen. 

behär  Frühling;  wohlriechende 
Blume. 

bäb  PL  bub  Thüre. 

bauuäb  Thürhüter. 
ba(r  ungewollt,  unbenutzt  (vom 
Lande,  alten  Jungfern). 
bas  Impf,  ilbits  küssen,  abüs  tdak 
antwortet  der  Niederstehende 
dem  Höherstehenden  auf  die 
Frage  nach  dem  Befinden. 
bäg  Impf,  iifbüg  stehlen. 

VII.  inbäg  gestohlen  werden. 
bauuiig  Dieb. 
bä/  Impf,  ijbül  urinieren. 

bö(u)le  Urin;  auch  Schimpfwort. 
bäl  Herz,  Gemüt  Hiervon  auch 
wohl  iabä/i,  lebbäli,  hasbäll, 
labält  = ich  meine  abzuleiten. 
biimt  Eule;  auch  Schimpfwort. 
bibt  PL  beläbi  Pupille. 
bat  Impf,  {/bat  übernachten. 

be/ijt  PL  buiüt  Haus. 
bedingän  Eierpflanze. 
bir  V\.(e)biiir  Brunnen  (eigentl.&V). 
befijrar,  be(i)raq  Fahne. 
bäd  Impf.  ilbi/a)d  Eier  legen. 

II.  beiied  dass. 
be(i)da  Ei. 

b/d,  II.  beiied  weiss  machen;  ver- 
zinnen (Gefässe). 
ab/ad  weiss. 
be(ijtär  Hufschmied. 


bäi(a)  Impf,  icbil(a)  verkaufen. 
VII.  inbäi(a)  verkauft  werden, 
verkäuflich  sein. 

bek,  bec  hoher  Titel;  häufig  auch 
als  Anrede  bei  Europäern  ge- 
braucht. 

bin,  II.  beiien  hervorkommen,  sicht- 
bar werden. 

V.  tibeiien  klar  werden. 
bc(i)n  zwischen.  be(i)namä  wäh- 
rend. 

t 

tbl.  vm.  ittäbai(a)  folgen  (litte- 
rarisch). 

tebe/ie  Instrument,  um  an  den  Pal- 
men in  die  Höhe  zu  klettern. 
tib/ejn  Stroh. 
tii tun  Tabak. 

tägir  PL  tu  £ gär  Kaufmann. 
ta/jfajt  Bettgestell;  Thron. 
tiräb  Staub,  (trockne)  Erde. 
täres  Impf.  {Uris  füllen. 

VII.  intäres  angefüllt  werden. 
teres  Schimpfwort. 
turkt  türkisch. 
tirciie  PL  teräct  Ohrringe. 
taiab  Impf,  iitlab  müde  sein,  sich 
abmühen. 

tai(a)b  Mühe,  Müdigkeit. 
tai(a)bän  müde. 

(e)trär  (etwa)  Centner  = 20 (/ernte. 
1 f/csne  = 24  Hogga\  1 Hogga 
= 24  Rubia. 
tefugga  Flinte. 

tuffäg  PL  tefafig  Flintenträger. 
tikki  d.  Frucht  des  Maulbeer- 
baumes. 

teil  PL  tülül  Hügel. 
täli  letzter;  Schluss. 
temm  Impf,  i/timm  bleiben. 
tämm  vollkommen, 
/«///«///vollkommen,  richtig,  fertig. 

8* 


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(golrägj  jur  fimitifcücn  SpracJwilTfnftlaft. 


1 16 

timmen  Reis. 
tamfäfr  Datteln  Verschiedene 
Dattelsorten  s.  S.  102  f. 
tannitr  Ofen. 

tun(e)g  schmale  Wasserflasche. 
teua  Impf,  iitna  erwarten,  warten 
auf. 

tbb  Impf,  iftub  Busse  thun 
tb(u)be  Busse. 
tut  Maulbeerbaume. 

tutiie  Maulbeerstock. 
ttil  junge  Palmen. 
töfu)m  Zwilling. 
tin  Feigen. 

t(h.  II.  tai iah  verlieren,  sich  ver- 
irren lassen. 

t 

tillin  dick,  stark  (/..  B.  von  d.  Tinte). 
tegil  schwer. 
tigel  Schwere. 
mitgäl  Lot 
telfejg  Schnee. 
tumma  dann,  darauf. 
timen  Preis. 

tub(t'b).  VI.  ii/tithuab  gähnen. 
tyb.  IV.  nt  ah  vergelten  (litterarisch). 
töfujb  PI.  tiäb  Hemd. 
tuäb  frommes  Werk. 
tar  Impf,  iftür  zischen,  knattern. 
tb(u)r  PI.  tirän  Stier. 

g 

(s.  auch  q und  g). 

gamüs  PI.  güdtnis  Büffel. 
gibel  Impt.  igbil  machen,  formen. 

gebe!  PL  gibb!  Berg. 
gifte  Körper. 
geht/  Plis. 

gedd  PI.  (e)gdiid  Grossvater,  Ahne. 

gedid  neu. 
gidre  Blattern. 
gdf.  II.  gedda  betteln. 


galt  Böckchen;  auch  Sternname. 
migdab  Name  eines  Strickes  am 
Schöpfgefass. 

gidi(a)  V\. gudüi(a)  Balken,  Palm- 
baumstamm. 

gurr  Impf,  iegirr  ziehen. 

^■arre  grosser  Krug. 
tegruba  Probe. 

garah  Impf,  iigrah  verwunden. 
gerf a)h  Wunde. 
gerb /ja  Wunde. 

grd.  1 1.  gar  r ad  beschneiden,  putzen 
(der  Dattelpalmen). 
gerbd  Heuschrecke. 

! gere(i)dl  Ratte. 
garas  Glocke. 

i/tignie  eine  Mühle  für  den  Reis 
(nur  dafür). 

gard  Impf  itgrt  laufen,  fliessen. 

II.  gärrd  laufen  lassen. 
gi:(e)r  gelbe  Rüben. 
ge:  re  Insel. 
ge:ire  Wüste. 

1 gesed  Körper. 
gisfejr  Balken;  Brücke. 
grsfejm  Körper. 
griff  Gips. 

ga/a/  Impf,  trgital  machen,  thun. 

migiil  läufig  (von  der  Hündin). 
gifen  PI.  agfbn  Augenlid. 
gighra,  iigbra  Pl.rtfw’/rCigarrette. 
gelit  PI.  agillb  vornehm. 

gilbl  Packsattel. 
gil(t)d  PI.  gii/üd  Haut. 
gulüs  sich  setzen. 

meg/is  Versammlung. 
guma/fa),gima/(a)\mp{.iigma/(a) 
versammeln. 

II.  gammai(a)  dass. 

III.  gbmai(a)  sich  fleischlich 
vereinigen. 

VI.  tfgämai(a)  sich  vereinigen 
(Mann  und  Frau). 


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Jtlcißntr,  TUuaraßifd;;  <8ffc8ic$lcn  au«  (tn  3ra^  1 1 ^ 


VII.  ingimai(a)  sich  versam- 
meln. 

gämei(a)  Moschee. 
gemii(a)  Gesamtheit. 
gunün  Verrücktheit. 

me  ff  nun  verrückt. 
genne  Paradies. 
genäb  Hochwohlgeboren. 

genäht  zwei  Zügel  des  Stieres,  der 
die  Schöpfmaschine  in  Be- 
wegung setzt. 

gingit{})  PI.  genagil  Kette,  die  als 
Brustschmuck  getragen  wird. 
(e)gnäh  Flügel. 

genäse  Leichenzug,  Begräbnis. 

gin/e)s  PI.  egnäs  Art 

gihäd  Krieg  (mit  Ungläubigen). 

gahäs  Ausstattung. 

ffähil  Knabe. 

geheimem  Hölle. 

geuäb  Antwort. 

gäd  Impf,  ilgitd  besser  werden. 
II.  tegyid  den  Koran  vortragen 
in  näselndem  Gesänge. 
güd  kleiner  Schlauch. 
gä(u)de  Geschenk,  Wohlthat. 
gär  PI.  girän  Nachbar. 
gürt  (nor(e)d  gurlj  Rose. 
gäs  Impf,  t eff  äs  ablassen,  ver- 
zichten auf  [min), 
gus.  V.  tegauyes  heiraten. 
güi(a)  Hunger. 
güiän  hungrig. 

gäbe  PI.  gifä'il  Polster  (beim  Esel, 
d.  Stieren  am  Pfluge). 
gäuen  ausgehöhlter  Baumstamm, 
um  Getreide,  Reis  etc.  darin 
zu  zerstossen. 
ffauua  innen;  unten. 

gautfäni  unterster. 
gä,  igt)  Impf  {igi  kommen  Part, 
als  Inchoativ,  gebraucht  ffä't 
amät  ich  liege  im  Sterben. 


gab  Impf,  tegib  bringen;  gebaren, 
erzeugen. 
gef ijb  Tasche. 
ge(i)i  Haufe  von  Menschen. 
gä'if  stinkend. 
gife  Aas,  Gestank. 

h 

hebb  Impf.  { ehibb  lieben;  küssen. 
hubb  Liebe,  hybban  yäkiräman 
herzlich  gern. 
mahabbe  Liebe. 

hybb  PI.  hübüb  grosses  thönemes 
Wasserfass. 
hyb(e)r  Tinte. 
hab(e)s  Gefängnis. 

inahbcs  (schmaler)  Siegelring. 
hbi  II.  iehabbel  zerstossen  (des 
Getreides  im  gäyen). 
habet  Impf,  icthbel  schwanger  sein. 
II.  habbel  schwanger  machen. 
hab(e)l  Schwangerschaft. 
hible  schwanger. 
hab(e)l  PI.  (c/hbäl  Strick. 
hatta , hytte  dass,  damit;  bis  zu; 
sogar. 

hagg  Pilgerfahrt. 
haggi  Pilger. 

hägib  PI.  hiiägib  Augenbrauen. 
hagar  PL  (c)hgar  Stein. 
higre  Zimmer. 

mühaggar  durchbrochenes  Ge- 
länder aus  Ziegelsteinen. 
higfijl  der  dünne  Fussring. 

hagle  der  weisse  Ring,  der  unten 
um  den  Pferdefuss  herum- 
läuft. 

hdd.  II.  hadded  dem  Pferde  die 
eisernen  Fussfesseln  anlegen. 
hadd  PI.  hüdäd  Grenze,  ilhad- 
dak  wie  kommst  du  dazu? 
warum? 

hädd  scharf  (vom  Messer). 


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8 


hadid  Eisen. 

Jtaddäd  Schmied. 
hdr.  II.  haddar  eintreten  lassen. 
IV.  a/tdar  hereinstecken,  herein- 
bringen. 

VII.  inhadär  eintreten. 
hidrife  Schweisskäppchen. 
hiddäfe  ein  kleines  Netz. 
hida  Schuhe. 
harr  Hitze. 

harr  heiss;  streng,  stark  (vom 
Araq.  d.  Radieschen  etc.). 
(e(i)r  h yrr  Falke. 
har(e)b  Krieg. 

harbe  PI.  aJträb  lange  Lanze. 
haraz  aufbewahren. 

hir(e)s  Amulett. 
hri.  II.  harrai  herausfordern. 
har/f  habgierig;  gerissen,  schlau. 
hyrfe  List 

harag  Impf,  fahrig  brennen,  ver- 
brennen, z.  B.  eHemfejs 
(e)hräget  räsi  die  Sonne  ver- 
brannte meinen  Kopf. 

IV.  ahrag  verbrennen. 

VII.  ihlereg  verbrannt  werden. 
hurge  Hitze,  Brand(auch  bildlich). 
hrm.  II.  harr  aut  verbieten,  ver- 
hindern. 

har  am  verboten  (Gegensatz 

ftaläl). 

harätni  PI.  haramife  Dieb,  Übel- 
thäter. 

harant  Harem. 
hyrme  PI.  harim  Frau. 
hazzöra  Rätsel. 

hztn.  V.  tehazzem  den  Gürtel  um- 
legen. 

h/zäm  Gürtel. 
hisen  Trauer. 
hazi/i  traurig. 

hass  Impf,  fe/tiss  merken;  einen 
Ton  von  sich  geben. 


hyss  Stimme. 

, hiseb  Impf,  iqhsib  zahlen. 

II.  jehasstb  nachdenken. 
hisäb  Rechnung. 
hasäfe  Schimpf,  Schande. 
ahsan  Klat  schöner,  besser. 

his(e)n  Schönheit. 
haii  Impf.  If/tiii  eintreten. 
haii  Impf.  fehiU  das  Grünkraut 
abschneiden. 
haiii  Grünkraut. 

hin.  II.  haiia  füllen,  farcieren. 

... 

hahje  Holzstückchen  (z  B.  zum 
Befestigen  des  Eisenteils  der 
Schaufel  oder  des  Pfluges). 
(ij/tfed  Impf,  iqh-fid  schneiden, 
ernten. 
hifäd  Ernte. 

hasar  Impf,  iqhsar  zwingen 
VIII.  ihtasar  aufgeregt  sein. 

I hastr  Matten  aus  Rohr. 
ha$al  Impf.  iqhfal  erreichen. 

II.  iehasfil  gewinnen. 
häfal  Niederlage.  Haufe. 
htifan,  (c)hfan  Hengst, 
j hafte  Kieselsteine. 

hasya  Gegend  mit  Kiesgrund. 
hadd  Geschick,  Glück. 
hadar  Impf,  iqhder  zugegen  sein. 
II.  haddar  bereit  machen. 
hadre  Gegenwart;  Heiligtum. 
hadira  Platz,  wo  alles  zusammen- 
kommt. 

halt  Impf,  tfhutt  legen,  stellen; 
sich  setzen  (von  Vögeln). 
VII.  inhalt  gelegt,  gestellt 
werden. 

htb.  II.  hatlab  Brennholz  suchen. 
hatab  Brennholz. 
hattäb  Holzsammler. 
hafar  Impf,  iqhfir  graben. 
hafär  Graben,  Begraben. 

| //«/arPl.Ag<i/r7-Huf(des  Pferdes). 


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(JTlctf^ncr.  Jltuaraßtfc^.-  <ß<fc$ic$(<n  aus  itm  3raq. 


'9 


kuf(e)d  Bewachung. 
hafna  eine  Hand  voll. 
kä/i  barfuss. 

kagg  Recht;  Anteil;  als  Schwur- 
partikel uhagg  el(i)Hse(i)n , 
uhagg  iujünii  bei  Hossein,  bei 
deinen  Augen. 
mihcäl  Schleuder. 
hakem  Impf,  iqhkum  entscheiden. 
VII.  inkakum  entschieden  wer- 
den. 

häcim  eifersüchtig. 
kakim  PI.  hukamä  Arzt. 
hykfejm  Richterspruch. 
kuküme  Regierung. 
hactl  Impf,  iqkci  reden. 

III.  häcd  dass. 

VI.  tehäcd  sich  gegenseitig  unter- 
halten. 

halt  Rede,  Geschichte,  Sache. 
haciie  Rede,  Geschichte. 
hiläfe  PI.  Iticdyit  Geschichte. 
hell  Impf.  i?hill  lösen,  auflösen. 
haläl  erlaubt;  (reinesi  Vieh, 
Herde. 
halläl  Loser. 

halle  Pause,  Aufhören  der  Ar- 
beit, wofür  auch  paidds  ge- 
braucht wird. 

helle  PI.  'fjhlal  Ziegelmauer  am 
Schöpfgerät. 
mahall  Ort,  Platz. 
mahalle  Ort,  wo  Getreide  auf- 
geschüttet wird. 

ha/eh  Impf,  iqli/ib,  flhä/ib  melken. 
ha/ib  Milch;  Naturanlage. 
hd/üb  Hagel. 
ha! labe  Milchkuh. 
hilef  Impf,  iqhhf  schwören. 

II.  halle/  schwören  lassen. 
hilft)/  Schwur. 

ha/fa  Gefass  aus  Baumzweigen. 
hal(e)g  Maul:  Öffnung. 


(i)hlern  Impf,  iqltlitn  träumen. 

hylfijm  Traum. 
h(ln  süss;  angenehm,  schön. 

(talätfe  Süssspeise. 
hamäm  Tauben,  hamämet  el(i)- 
Hscfijn  Schmetterling. 
hammäm  d.  Warmbad. 
hamad  Impf.  ( ahrned  loben,  prei- 
sen. 

ham(e)d  Lob,  Preis. 
ahmar  rot. 

Inns.  II.  hammes  braten. 

mehammis  Röstpfanne  (für  den 
Kaffee  I. 

h ummus  Kichererbse. 
hämud  sauer. 

hamei  Impf,  fahmal  tragen  (auch 
von  d.  Frucht). 

II.  hdtnmel  tragen  lassen. 
him(i)l  PI.  (tjlnnnl  Last. 
hammäl  PI.  hamamil  Lastträger. 
hamule  feine  Familie. 

(a)hmd  Impf.  j ahmt  heiss  machen. 

III.  häma  schützen,  bewachen. 
V.  Mamma  sich  wärmen. 

kenne  Henna,  Färbemittel. 
hönta  Weizen. 

häni  läufig  (vom  Lamme  nal(a)fce). 
hä g Impf,  iehiig  nötig  haben. 
häfujl  Hof. 

käs  Impf,  ylkits  unruhig  sein. 
käfujd  Bassin. 

käl  Impf,  tlkül  nicht  schwanger 
werden,  die  Zeit  der  Läufig- 
keit  vorüberlassen. 
liäl  PI.  ahifäl  Zustand. 
hä/e  dass. 
ki/e  List. 
häfujli  Kalb. 
hauäle  Wechsel. 
a/tnal  schielend. 

har  Impf,  fffrfr  ungewiss,  zweifel- 
haft sein. 


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1 20 


qßöträgt  ;ur  fmiitifcStn  &prat$ict|Tfnfc$aff. 


IL  hai(ar  verwirren. 

V.  tähaiiar  ungewiss  sein,  auf- 
geregt hin-  und  hergehen 
he(i)d  Menstruation.  Auch  de- 
nta'iie,  urnitr  ennisti  genannt. 
Menstruierend  ha  {de,  la/ef i)ha 
eddemm. 

hef i)f  Schimpf,  Schande. 
he(i)l  Kraft.  Adv.  schnell  (vom 
Laufen);  laut  (von  der  Stimme). 
hin  Zeit 

hii.  X.  istäha  Impf,  iistehi  sich 
schämen. 
hai(a  Scham. 
haiiasiz  schamlos. 
hai{e  Schlange,  hatte  so/efij- 
nianiie  Eidechse. 

h 

halüga  Löffel. 
hält  Chan. 

/jä'ie  Reihe,  Stockw'erk. 

/ihr.  IV.  ahhar  benachrichtigen. 

habar  Nachricht 
habe:  Impf.  / ahbu z Brot  backen. 
hnbfejs  Brot. 
habbäz  Bäcker. 

muhabbal  Fl.  tnahabil  verrückt 
hadd  Fl.  hüdftd  Wange. 

mehadde  Fl.  mehadid  Kopf- 
kissen; auch  Name  der  kleinen 
babylonischen  Thontäfelchen. 
hadern  Impf,  ithdem  dienen. 

hidtne  Dienst. 
haräb  verwüstet. 

hurbän  zu  Grunde  gerichtet. 
harbäf  verwirren,  zu  Gru  nde  richten ; 

unvernünftiges  Zeug  reden. 
hir(e)g  Satteltasche. 

hargiie  Taschengeld. 
hurda  Kleingeld. 
harnitb  Frucht  des  Schokestrau- 
ches. 


hara  Impf,  iihra  cacare. 

II.  harra  dass. 
hara  Exkremente. 
heriän  dass. 
hizzäme  Nasenring. 
hazrte  Schatz;  Schatzhaus. 
hass  Salat 
hasis  geizig. 

has/a  krank.  Davon  hastahäne 
Krankenhaus. 

hasar  Impf,  ithser  verlieren. 

hasrätt  verlierend. 
hol  schön,  gut  Es  wird  immer 
vor  das  zugehörige  Nomen 
gesetzt;  also  hol  faras  eine 
schöne  Stute. 

hall  Impf  iehill  klappern,  klirren 
(mit  den  Fussspangen). 
halab  (Nutz)holz. 
hil(i)f  Fl.  (e)hlüf  (junge)  Gazelle. 
> 'iah nt  Nase. 

hass  Zaun  aus  Rohr  oder  Palm- 
blattem. 

häsätji,  hofiän  Hode. 

ha$i  Eunuch. 
ahdar  grün;  feucht. 
hudra  Gemüse. 
muhaddarät  Gemüse. 
hode(i)ri  ein  grüner  Vogel. 
halt  PI.  (u)htüt  Linie;  Brief. 
hat/  el(idd  ein  eigenhändig  ge- 
schriebenes Schriftstück. 
ha/ab  sich  verloben. 
hatib  Verlobter. 
hi(be  Verlobung. 
hatiir  Gefahr. 

hat  er  Gemüt  leget  hätfri  um 
meinetwillen.  (e)Hjäter  allah 
um  Gottes  willen. 
ha/i{c  Sunde,  hatife  birügubtak 
die  Sünde  falle  auf  dich. 
hafif  dünn;  leicht;  schnell. 
hll.  VIII.  ihtall  verwirrt  werden. 


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QTltifjntr,  {JltuaroSifdlt  ©<fi8i;6ion  au»  öcm  j r a q 1 » I 


(e)hlül  unreife  Datteln. 
ba/bäl  der  hohle,  breite  Fussring. 
Ita/ttf  Impf,  iih/tis  aufhören,  fertig 
sein. 

II.  bailas  fertig  machen 
blf.  II.  bal/af  zurücklassen 

III  ba/af  zuwider  handeln.  m<) ^ 
\bitlif  meinetwegen,  jawohl. 
'ejlj/äf  nach;  z. B. tfläf  eddtt/t(, ii jr 
nach  Mittag. 
halft  PL  balfül  Geselle. 
bal/fa  Chalifa,  Sultan. 
hul(u)g  Naturell,  Charakter;  Be- 
finden. 

h/it.  II.  ballet  Impf,  iihallt  lassen. 
ba/ltb  iigi  er  möge  kommen. 
hält  leer. 

haltet  Leere,  Alleinsein. 
hamtn  Impf,  jehumm  probieren, 
nachfühlen. 

II.  hantmtm  nachdenken. 
'(fmeiiis  in  abü  (fjltmeifis  ein 
Name  des  Löwen. 
haugar  Dolch. 
hatizir  PI.  hamtzir  Schwein. 

banzlr  harrt  Wildschwein. 
htnfcr  kleiner  Finger. 
bättjb  natürlich,  doch. 

Ujhyärde  freigebig. 
büs  Palmenblatter. 

hü  fr  PI.  hu  ns  breiter  Ring. 
medtüefa  Furt. 

hnf  Impf,  ie/täf  sich  furchten. 

hüm  Leinenzeug. 

hält  Impf,  (thün  verraten. 

hüb  I mpf.  (i’hih  zu  schänden  werden. 

Air.  II.  haiiar  sich  v erbessern. 

V.  (f/thaiiar  wählen. 
hc  ’iir  PI.  a/tiür  gut.  iala  befijr 
wohin  gehst  du  \ — ye(i)u  rä'/b  1. 
baiier  gut,  vorzüglich. 
mulitür  Dorfschulze. 
tf  hiür  Gurken. 


beizaräu  (Rambus  istock. 
hjt.  II.  bai/el  nahen. 
hcfijl  Pferde. 
haiiüt  Reiter. 

d 

dänag  PI.  düäuig  e.  Boot. 
däbbe  PI.  düübb  Tier,  bei  den 
Meidanarabern  spez.  Büffel. 
dibfejs  Dattelhonig. 
dibii  Melone  (==  tiiggi). 
degüg  Hühner. 

dbg.  II.  dabbag sehen,  hinschauen. 
daba  stossen. 

daJtal  in  die  Hochzeitskammer 
eintreten,  heiraten,  tele!  tddu- 
hül  I lochzeitsnacht. 
dabil  Schützling. 
dih(e)n  Hirse. 

dttbän  Rauch. 
dyrre  Perle. 
där(u)b  Weg. 
diireg  Treppe. 
adred  zahnlos. 
drk.  IV.  adrak  erreichen. 
darak  Gefahr. 
däric  erwachsen. 

dirhem  silbernes  Geldstück;  Flin- 
tenloch. 

daruii  PI.  derauii  Derwisch. 
dem  Impf,  iidrl  wissen. 

VII.  indera  gewusst  werden. 
dezz  Impf,  iedizz  schicken. 
dein  verwünschen. 

VII.  iudeitt  behaupten. 
du  iü  Verwünschung. 
dei(ä)ua  Angelegenheit  ie- 
dfifä/ya  warum? 
dar(e)l  Gras. 
deftär  PI.  di  führ  Heft. 
i/jtfar  Impf,  iidfur  (mit  dem  Fussel 
stossen. 

difen  Impf,  (idfin  beerdigen;  in 

St, 


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;ur  f,-mi(ik6cn  ^rrjcßirtThnfdlaft. 


Ordnung  bringen  (?  durch 
iaddel  erklärt). 
dfi  (,//').  II.  io/ejfi  wärmen. 
defiän  warm. 

däggi  Impf.  ledttgg,  /‘''beklo- 
pfen; zerklopfen,  zerstossen; 
spielen  auf  einem  Musikinstru- 
ment; kitzeln  (wofür  auch 
degdegY,  tätowieren  (ebenso 
degdeg). 

VII.  indtgg  geklopft  werden. 
medgngiie  eine  süsse  Speise, 
bestehend  aus  zerstossenem 
Sesam  und  I fatteln. 
niedere  d.  Ladestock  beim  Gewehr. 
dikkän  I’l.  dekakin  Laden.  Man 
hört  auch  tikkan. 
de//  Impf.  itdiU  zeigen. 

II.  de/lel  verwohnen. 

VII.  inilell  Impf  /in  de//  kennen. 
tinde/l  e/be  i,t  kennst  du  das 
I laus? 

de/te  PL  dt/,)/  Kaffeekanne. 
de/läl  Ausrufer. 

de/cg  Säule  (aus  Holz,  um  die 
I tecke  zu  tragen,  in  den  Zim- 
mern und  bei  der  Veranda 

\/arma\). 

dein  Schöpfgef iss. 

t/äl/a  I’l  tfüi'ili  Schöpfrad. 
demm  Blut 

ab/t  demre  eine  Kopfkrankheit. 
dimfejn  Dung. 

mtdemmen  gedüngt 
denbns  eiserne,  grosse  Keule 
t/ng.  II.  deuneg  sich  überbeugen. 
dinie  Welt 

dihdeue  abschüssiges  Terrain, 
Halde. 

dt /ich  Impf  iid/tin  einfetten. 
di/ten  Fett. 

dü/t  Impf . (edit/j  betäubt  sein,  rast 
(td/t/t  ich  bin  betäubt. 


II.  dauunh  betäuben. 
t/itd  Würmer,  speziell  Ameisen. 

ditd  taiiär  Schmetterling. 
dar  Impf.  i<d/tr  herumgehen. 

II.  daititar  suchen  jem.  (ia/a). 
I\'.  adar  Impf,  //dir  herum- 
reichen. it'dir  blt/ak-  er  küm- 
mert sich  um  dich. 

VII.  iitdür  sich  drehen,  sich  be- 
eilen. 

dar  PI.  t/erän  Haus,  Wohnung; 

PL  teu/itir  Gegend.  I and 
dire  Gegend,  Land. 
dariie  Frauenhemd. 
dattriie  Nachtwache. 
adäret  c/bei  t Hausgerät. 

Hicda  ir  um  . . . herum. 
das  Impf,  fci/tts  treten,  dreschen. 
düfit/se  Querstab  am  Griffe  der 
Schaufel,  um  den  Fuss  beim 
Graben  darauf  zu  setzen. 
midäs  Schuhe. 

die tt  in g PI.  t/f/älig  Unterbett. 
döuHlme  Polster. 
di" ttde  Herrschaft. 
dam  Impf  / ed/tm  bleiben. 
da  /man  immer. 

dtta  ri  Impf,  [iditi  tonen  (von  allen 
Geräuschen  z.  B.  vom  Summen 
der  Insekten  wie  Getöse  des 
Donners). 

du/.  III.  di, tja  Medizin  geben. 

,/tta.  PI.  du'a/ät  Medizin. 
di  he  Dattelzweig  ohne  Datteln, 
häufig  als  Besen  benutzt. 
dei/tts  resp.  dcijjit  Schimpfwort. 
die  Hahn. 

dpt.  VI.  tedäien  entleihen. 
de(i)n  Schulden. 
medptn  verschuldet. 
diu  Religion. 
diiane  Kultus. 

dlilär  PI.  denanir  Goldstück. 


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(nttiftticr,  (n<uara6ifc6c  <ß..fc$tcßf<n  aus  im  3ra4' 


123 


dujün  PI.  ilcuai/hi  ( Rats  1 Versamm- 
lung; Ministerium. 

d 

dük,  diilik  jener,  kcdülik  ebenso. 
dtbb  Imp  .jfdibb  werfen,  fortwerfen ; 

ausspeien. 
dibbün  Fliegen. 

dibah  Impf,  iidbab  schlachten. 
dura  i(a)  Impf,  iidru  i(a)  messen. 

dfrai(a)  Arm;  Elle. 
dri.  II.  derra  worfeln. 
dikar  Impf.  ( idker  erwähnen. 
dakar  Männchen. 
teskere  Billet. 
dtlitl  Reitkamel. 
dcmm  Impf.  { editmn  tadeln. 
deneb  PI.  dunüb  Sünde. 
drficb  Gold,  Goldstück. 

(u)dhübe  goldener  Schmuck,  an 
den  Schläfen  getragen. 
du  Fern,  du!  Besitzer  von  (litte- 
rarisch). 

dag  Impf,  u düg  schmecken. 
dih  PI  di nb  Wolf  (eigentl.  di'b). 
de(i)l  Schwanz. 

r 

rat  die  Wasserrinne  von  der 
Schopfmaschine  zum  Flusse. 
arü  (eigentlich  rdd)  schauen  (e. 
Traum),  terü,  terünl  häufig 
in  der  Rede  und  Poesie 
abundierend  hinzugesetzt. 
riii  Ansicht,  Ausweg. 
rttje  Fahne.  Flagge  (z.  B.  zum 
Verjagen  der  Vögel  aus  den 
Pflanzungen). 

rnbb  Herr,  Gott,  rabbl  o Gott. 
rebübe  beduinische  Geige.  Das 
entsprechende  städtische  In- 
strument ist  die  krmüne.  san- 
für  und  qanün  haben  vier- 


eckige mit  Blech  (das  erste) 
resp.  Leder  (das  zweite)  über- 
zogene Resonanzböden,  die 
mit  zwei  Klöppeln  geschlagen 
werden,  naqqürc  ist  ein  in 
Mosul  und  Bagdad  gebräuch- 
liches ähnliches  Instrument, 
nur  dass  es  aus  Thon  her- 
gestellt ist.  duff,  fab(c)/ , dun- 
bug  sind  Pauken  verschie- 
dener Konstruktion. 
rcbbün  gewinnend. 
rabat  Impf,  firbuf  anbinden. 

rab(i)t  der  Stock  der  Schaufel. 
rabk(a)  Genossen. 

rebik(a)  Frühling. 
mürabblie  PI.  merübi  Pflegerin, 
Erzieherin. 
mär  gab  schaukeln. 

mirgühn  Schaukel;  Wiege. 
rigfej/  Du.  riglcfijn  Fuss. 
rag?/  PI.  (i)rgüle  Ehemann. 
rcfzgül  PI.  rciagil  Mann. 
regaifaf  Impf,  firgai(a)  zurück- 
kehren (litterarisch). 
rabba  PI.  rah/jat  Mühle. 
marbaban  willkommen. 
rhm.  IV.  arbam  Barmherzigkeit 
schenken. 

rabem  ein  Fluch  bei  den  Be- 
duinen = meliünft) 
rühme  Barmherzigkeit. 
rahas  Intpf.  jurhus  billig  lassen. 
X.  istarhas  um  Urlaub  bitten. 
rnbis  billig. 
rutdejs  Billigkeit. 
rubsa  Erlaubnis,  Urlaub. 
rädd  Impf,  uridd  zurückkehren; 
zurückbringen  (eigentlich  IV); 
antworten;  abhalten. 
ridfcju  Ärmel;  auch  der  ärmel- 
artige Fortsatz  des  Schöpf, 
gefasses. 


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124 


jur  gpradJirtfroifcSaft. 


mirzetb  Dachrinne. 

razaq  Impf,  firzttq  ernähren. 

rizq  Nahrung. 
razüne  Fenster. 
rasitl  Bote,  Prophet. 

tniirsül  gesandt  (litterarisch). 
rasi  Impf./<V«ii  sprengen  Wasser). 
rälidi  Ohrfeige. 
miriäg  hölzerne  Keule. 
refäf  Blei. 

mur$ai(a)  Kreisel  (Spielzeug  der 
Kinder). 

redai(a)^)  Impf.  ttrda  ö,?,  saugen. 

murdai(a)  Amme. 
rida  Impf,  iirda  zustimmen. 

VI.  tfrätja  gegenseitig  einver- 
standen sein. 
riitib  feucht,  frisch. 

rutübe  Feuchtigkeit. 
mariüb  erschreckt,  entsetzt. 
rif.  III.  räia  weiden. 
raii  Hirte;  Besitzer  von. 
raiiie  Herde. 

(e)rrif  Brotfladen. 

raff  Taubenschlag. 

rifegff)  Impf,  iirfig  begleiten. 

III.  räftft  dass. 

VI.  tfräfag  gegenseitig  sich  be- 
gleiten. 

rlfft PI. rifgän Begleiter;  Freund, 
Geliebter. 

reffte  PI  rtfaift  Freundin. 
regge  Schildkröte.  Fine  grössere 
Art  heisst  raf(e)i. 
räggi  (gelbe)  Melone. 
rngbe,  ruqbe  PI.  arqäb  Nacken. 
ragas  Imp.  iirgttd  tanzen. 
rikab  Impf,  ijrkab  reiten,  fahren. 
II.  rakkab  reiten  lassen;  (den 
Topf  ans  Feuer)  setzen;  oku- 
lieren (einen  Baum). 
rieab  Steigbügel. 
rikbe  l'l.  (i)rkab  Knie. 


merkab  Schiff;  Dampfer. 
marke z Centrum. 
mttrkäie  Holzstange  zum  Zer- 
stossen  des  Getreides  im 
gälten. 

rikatf  Impf,  iirknd  Impf  irkttd 
laufen. 

rukfejn  PI.  arbalt ffrkän  Ecke. 
rnmt'ajb  Speer. 
armad  augenkrank. 
rumäd  Asche 
rumädt  grau. 
randejl  Sand. 
arma/e  Witwe. 
rnmmän  Granatapfel. 
ruma  Impf,  ftrnii  werfen. 
rann  Impf,  ftrinn  klirren. 
rhz.  II.  rahhaz  schnell  coitieren. 

rabze  <1.  schnelle  Coitus. 
rahetn  Impf,  iirham  iiberein- 
stimmen,  sich  anschliessenl? 
rhu.  VI.  terähcn  wetten. 

rah(e)n  l’l.  (e)rhün  Pfand. 
rafft  reif:  vom  Gelde;  kleiner 
(Piaster). 

rab  Impf,  ftrttb  gehen;  verloren 
gehen. 

II.  rau  ff  ab  gehen. 

X.  istaräh  sich  ausruhen. 
rith  Seele;  zum  Ausdruck  des 
Pron.  recipr. 
räba  Ruhe. 
ra/jäb  Wandern. 
riba  PI.  rya’t'b  Wohlgeruch; 

Lüftchen;  versetzte  Winde, 
miruä/t  PI  w/mty/V/Worfschaufel. 
maräm  Sinn. 

räd  Impf,  ftrid  wollen;  werden 
wollen  z.  B.  arid  tnarrar  ich 
will  Hackenarbeiter  werden; 
verlangen  z R.  ehnudif  ftrid 
masraf  das  Gasthaus  verlangt 
Ausgaben. 


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Qtltißiur,  (TLuarafiifdSt  6<fc8't?l«n  au»  6tm  Jraq. 


'-5 


VII.  irrad  gewollt,  verlangt  wer- 
den 

räde  Wunsch. 

märfüd  gewiinscht;  verantwort- 
lich. 

räs  PI.  rus  Haupt,  ia/a  räsl  ge- 
wiss, zu  Diensten  (eigentl.r<r*.r  >. 
reiiis,  re'is  Anführer,  Kapitän. 
riS  Federn, 
r/'i.  teriai(a)  riilpsen. 

terijt  1a  Rülpsen. 
rig.  V.  tiraiiag  frühstücken. 

ratftg  Frühstück. 
rim  Gazellen. 

z 

zibb  Penis. 
zebib  Weinbeere. 

:ib(e)d  Butter. 

zäbut  Gendarmerieoffizier. 

zib'ed  Mist. 

tnizbele  Misthaufen. 

(f)zbün  langes  Ubergewand,  Kaftan. 
zahme  Unannehmlichkeit. 
zih/e  t Nagel  im  Stocke  zum  An- 
treiben der  Tiere. 
zahme  Weste. 
zirr  Oberschenkel. 
zerär  PI.  zirarät  Knopf. 
zrb.  II.  ziirreb  cacare. 
zardüm  Kehle,  Adamsapfel. 
zarzitr  Staar. 

zera  ifaj  Impf,  iizrai(a)  säen. 

VII.  m zera  da)  gesät  werden. 
zdra  <(a)  PI.  züarii(ai  Sämann. 
zärHa)  Feld. 
zärftuf  PI  züruf  Loch. 

«r^r/i/durchbohrt,  durchlöchert. 
azrag  blau. 

zirrefijg  Vergissmeinnicht. 
zeräntah  Schnecke. 
za  i/a jtiit  PI.  zaiatit  Knabe,  Junge. 
zaial  Impf,  tizial  zürnen. 


zaifaj/än  zornig. 
zai(a)m,  saifajma  d.  h. 

(ejzrir,  (e)zrei(ir  klein. 

zeff  Impf,  iezuff  geleiten  (e.  Braut). 

ziffejt  Pech. 

mezaffat  gepicht. 
zefir  stinkend. 

mezigfän  eiserne  Walze,  um  die 
sich  die  Rolle  des  Schöpfge- 
fässes  dreht. 

zi/(i)f  PI.  ziilitf  (Seiten)locke. 
zeieg  Impf,  iiz/ig  ausgleiten. 
zilim  PI.  azläut  Menschen. 
zumal  PI.  zttma  U Esel. 
zeman  Zeit. 
mitziinger  verrostet. 

(e)znäd  Eisen  zum  Feuerschlagen. 
zettgin  reich. 

za/täb  Provision,  Ausstattung. 
zäd  Impf,  jezüd  zunehmen. 

II.  zautjed  vermehren,  viel  neh- 
men. 

za  {d  zu  viel,  überschüssig,  az- 
ffätl,  az(ad  mehr  als. 
zauzauät  Lebensmittel , Lecker- 
bissen. 

zär  Impf,  (ezitr  wallfahrten,  be- 
suchen. 

za  ir  PI.  zauär  Wallfahrer. 
tnezar  Ort  der  Wallfahrt;  Weg 
(poetisch!. 

zör  Gestrüpp,  Wald. 
zyg.  V.  trzauuag  sich  verheiraten. 
zäfu)g  Ehemann. 
zö(u)ga  Ehefrau. 

zni.  II.  zauuafa)  vomieren,  aus- 
werfen. 

zn/ije  (breiter)  Teppich. 
fejzueftjni  e.  Kleidungsstück,  eine 
Art  Aba. 

ze(i)tün  Ölbaum;  Olivenöl. 
zeta  Bachstelze. 

zig  Uf  PI.  (f)ziäg  lif  der  noch 


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Jkitrogc  ;ur  ffimhr4«n  &rrac6trifftnrc8afl. 


126 


frische  Palmbast  oben  in  der 
Krone,  aus  ilem  man  Stricke 
macht. 

sin.  II.  sei  int  rasieren 
s(i)en  schön;  gesund. 

(e)siän  Rasieren 
mhseiiin  Barbier. 

s 

sattl  Impf,  (is  0/  fragen. 
sn  Ai  Frage. 

sebeb  Grund,  min  sfbeb  deshalb 
weil. 

sebte  ein  Strick,  den  die  Meidan* 
und  auch  andere  Araber  um 
den  blossen  I.eib,  wohl  als 
Amulett,  tragen. 

sabah  Impf  iisbeih  sich  baden 
schwimmen. 
snb/iAn  Preis. 

sebai(a) Löwe;  tüchtiger,  fleissiger 
Mann. 

stbiiia  PI.  sebniAl  Woche. 
(e)subbAg  Fiedelbogen  der  Rebabe. 
sebii  Weg;  Pfeife. 
sebdiie  fromme  Stiftung,  die  Gott 
oder  einem  Heiligen  geweiht 
ist 

silär  Impf,  (istir  bedecken. 
sitfejr  Vorhang. 
sitre  (europäischer)  Rock. 
mestitr  bescheiden. 
mestnre  Hebamme,  wofür  auch 
gidde  vorkommt. 
sf£j 'äde  PL segefßid  Gebetsteppich. 
sigfejn  Gefängnis. 
mishet  Schaufel. 
sh  tu.  II.  sahham  schwärzen. 

V.  tesahham  sich  schwärzen. 
seit  Am  Russ. 

(e)shime  Fieber. 

sähet  (auch  sähet  geschrieben)  aus- 
helfen,  freigebig  sein. 


sedd  Impf,  (esidd  schliessen. 

VII.  iiisedd  verschlossen  werden. 
set/de  Hamm. 

e sd 'Ar  Schnur,  die  um  den  Hals 
des  Pferdes  geht,  um  die  mu- 
i(a)raga  festzuhalten. 
sidre  Injubenbaum. 

(c)sdAnc  Truhe  aus  Thon. 
sdu.  II.  stddtf  ausstrecken,  folgen 
lassen. 

sr/vJ/J.uft  Spiegelung, Fata  Morgana. 
sarah  Impf,  iisrah  weiden,  beauf- 
sichtigen. 
sArah  Hirt. 
serdAb  Keller. 

srsh.  V.  lesersah  von  oben  {min 
fö(u)g  eHAli  1 herunterrutschen. 
’ejmsiirgen  verbannt. 

I serAi  Serail. 
saffej/i  PI.  (e)sliih  Hach. 
sntar  (auch  ftt/etr geschrieben  1 Imp. 
jistnr  schlagen. 

II.  siit/ar  Linien  ziehen. 
satjnil  Eimer. 

| seiet  (auch  sein  geschrieben)  Impf. 
t'isti  losziehen,  überfallen. 
sei iid  glücklich. 

sahide  Majestät 
saiaf  Palmzweig. 
saii  Eilbote  (Gl.:  lAr/i  min  taraf 
tli  et  geilt). 

1 sefife  Rand. 

sfr.  III. sAfitr  reisen,  nn  safer  Reisen- 
der, Gast,  tnesaf ereile  Rei- 
sende, Reisegesellschaft 
sefergel  Quittenbaum. 
sef/ne  PI.  sifin  Schiff. 
seigtif  Impf,  iisguf  bedecken,  ein 
Dach  legen. 
sag(u)f  Decke. 
inesginn  krank. 

segm Ani  Fusssoldat  (Gl  : SA  //  htf- 

Ar)- 


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Jttdfjner.  (TUuaraBifiSi  (RtfcBicBlcn  aus  &,m  3t«q. 


12 


sägr  der  /Arbeiter,  welcher  das 
Wasser  des  Grabens  auf  die 
Felder  leitet. 
säfcie  Tränkrinne. 
siete  Weg,  dann  aber  auch  das,  wo- 
durch ein  Weg  hergestellt  wird 
z.  B.  eine  Eisenbahnschiene, 
die  eiserne  Spitze  am  Pfluge. 
siket  Impf,  iiskit  schweigen. 
besküt  heimlich, 

sikär  Impf,  iisker  betrunken  sein. 

sakritn  betrunken. 

(e)skemh  Stuhl. 
siken  Impf,  ijsktn  wohnen. 
sikkän  Steuer. 
siciine  Messer. 
seile  Korb. 

slb.  II.  sel/eb  plündern. 

'7 isläli  Waffen. 

slb.  (auch  slb  geschrieben)  II.  sa/la/t 
d.  Kleider  ablegen. 

V'.  tesaUab  sich  entkleiden. 
snitan  Sultan. 
e/shtgi  Windhund, 
si/em  Impf,  iis/etu  ganz,  unver- 
sehrt sein. 

II.  se/lem  grüssen;  untergehen 
ivon  der  Sonne),  eigentlich: 
sich  empfehlen. 

IV'.  aslam  zum  Moslin  machen. 
X.  isteslem  Moslim  werden. 
sälim  gesund. 
sehun  Friede,  Gruss. 
seläme  Wohlbefinden. 
asläm  Islam. 
mislim  Moslin. 
semm  Gift. 
simbil  Ähren. 
simsitn  Sesam. 
timet  Fische. 
su/{.  II.  stmntit  benennen. 

mesme  Benennung,  Beziehung. 
semä  Himmel. 


sinn  PI.  (u)snun  Zahn;  Alter. 
sened  Kontrakt. 
sindan  Ambos. 
sin(i)sle  Kette;  Hecke. 
sehil  leicht,  nicht  schwierig. 
sahlein  willkommen. 

(i)sbe(ijl  Canopus. 
tuishi/  Purgativ. 
sene  PL  seni/i,  seuauät  Jahr. 
su  Schlechtigkeit. 
a^tfäd  schwarz. 
söfujden  verdreht  machen. 

V.  tl söfujden  verdreht  sein. 
sör  Mauer. 

söra  Strudel. 

(cjsuär  Armband. 
sus  Süssholzbaum,  lirfejg  essüs 
Süssholz. 

sät  Impf,  iisiit  umrühren  (mit  d 
Löffel). 

säia  PI.  salät  Stunde;  Uhr.  Auch 
beim  Eintritt  eines  unerwar- 
teten Ereignisses  gebraucht: 
da  plötzlich,  bessa  i(a)  jetzt. 
ffl^Impf.  iesltg  treiben;  vertreiben, 
verbannen. 
säg  Unterschenkel. 
süg  PI.  stlgät  Strasse,  Markt. 
säge  Trupp  (Tiere). 

(e)s(äg  Brautgeld. 
sijäge  Stecken  zum  Antreiben. 
mesiüg  verbannt. 
söfujlef  Geschichten  erzählen. 

sälife  PI.  sTiälif  Geschichte. 
sua  (?)  Impf,  (isun  wert  sein,  kosten. 
II.  sauua  machen. 

VI.  tisäua  gleich  sein. 

VIII.  Impf,  iistyt  gar,  reif  werden. 
sua  Zusammensein;  Überein- 
stimmung. 
mistui  reif;  gar. 

seifid,  j/V/  Herr;  Titel  von  Personen 
aus  der  Familie  des  Propheten. 


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128 


Jpttltä«.-  $ur  ftmitifdoi  ßrratSirtütnfiJaft- 


sor  Impf,  tesir  gehen,  reisen. 

II.  seiiiir  spazieren  gehen. 
sa  is  Pferdeknecht. 
sefijf  PI.  f, H)siiif  Schwert.  sefijf 
Allah  Regenbogen.  Davon: 
seifefet  = es  hat  einen  Regen- 
bogen gegeben. 

s 

ii/ifujr  Spanne. 

$<’■ baifa)  Impf.  itSba l( a)  sich  sät- 
tigen. 

Sfbiän  satt 

ibk.  VI.  ttSäbak  mit  verschränkten 
Fingern  ringen. 

(e)Sbiee  PI.  Sebee  grosses,  breit- 
maschiges  Netz  zum  Fischen 
sowohl,  wie  zum  Transport 
von  Sachen. 

Sibbae  PI.  Sebabie  Fenster. 

Sibfe)h  wie,  gleich. 

Icba  Impf,  (i'ibl  bespringen  (vom 
Pferde  etc.). 

Site!  Impf,  iiitil  pflanzen. 

lital  Pflanzen. 

Stm.  II.  Settern  schmähen,  beschim- 
pfen. 

lehne  Schimpfwort. 

.tigere  PI.  alghr  Baum. 

Sitgütii  Tapferkeit. 

Sibhäta  Schwefelholz. 
maShpf  e.  Art  von  Booten. 
lahh  Impf,  ietihh  urinieren. 

Sa/jtur  grosses  Boot. 
ti/jär  Impf,  itl/ier  schnarchen. 
Sahfuif  PI,  aShfif  Person. 

Sedd  Impf  ietithl  zu-,  feslbinden. 
Sidfejr  blaue  Glasperlen. 

Sädi  Dem.  Suefijdi  Affe. 
larr  Impf,  flirr  zum  Trocknen 
aufhängen. 

miirär  Trockenleine. 
titrr  schlecht 


tiirab  Imp (.iiSrab  trinken;  rauchen. 
II.  liirreb  zu  trinken  geben. 
lir>i  b Trinken. 
titrib  Schnurrbart. 
leräb  Wein. 

Siirbe  grosse  Wasserflasche; 

Trinkschale. 
tiirbet  Scherbet. 
iarad  Impf,  {etirdün  fliehen. 

Seris  Leim. 

SaraS(a)  Impf  (iiralfa)  ein  Gesetz 
machen,  entscheiden. 
(e)SräS(a)  Segel. 

Irg.  II.  Sarrejf  nach  Osten  gehen. 

Sargt  Südostwind. 

}rk.  VI.  teSarak  partizipieren. 
Serie  Conipagnon. 

Seräka  Gesellschaft,  Compagnie- 
geschäft. 

Sarmh/i  Dattelrispe. 

Sera  Impf.  iiSri  kaufen. 

VIII.  iStiira  kaufen. 

Satt  grosser  Fluss. 

Satfnjb  (I’feifen)rohr. 

Salbe  Gerte. 

(e)mlattab  gefleckt,  gestreift. 
Sä/t  (flaches)  Ufer. 

SaSfaJr  Haar. 

Sa  Stil r Tänzer  zur  Musik. 

SaSir  Gerste. 

Saial  Impf,  (iS  Sa/  anzünden. 

VIII.  iStaial  angebrannt  werden, 
brennen. 

meSSal  Beleuchtungsapparat. 

Sri.  VIII.  Impf.  fSteril  arbeiten. 
Surfe)/  PI.  aSräl  Geschäft. 

Sa  rill  PI.  Siulril  Arbeiter. 

Seff  Decke. 

Seffc  PI.  Sefäf  Lippe. 

Sefellah  Frucht  des  Kaperstrau- 
ches. 

Sifnine  Ringeltaube. 

S/i.  VI.  teSäfa  einen  Krankenbesuch 


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{nUtftner.  {JUuaraBifcfie  ®«|cÄiciSten  au«  itm 


129 


machen,  sich  nach  jemandes 
Befinden  erkundigen. 
lagg  Impf,  tfiigg  zerreissen,  zer- 
spalten; durcheilen. 
iegg  PL  U'güg  Spalte,  Ritze. 
melgüg  zerrissen. 
iigfe  PI.  Inga/  (kleines)  Stück  (von 
Steinen,  Ziegeln  etc.). 
iigal  wegtragen. 

(e)lginnak  Abfall,  kleine  Stücken 
von  Ziegeln,  beim  Mauern  ge- 
braucht. 

alqiia  rebellisch,  räuberisch. 
lakar  Impf,  iiikur  danken. 
lekkar  Zucker. 

milkil  PI.  meläki!  Schwierigkeit. 
Iku.  VIII.  iltdka  sich  beklagen. 
Silit  Schwanz  (des Pferdes);  Decke 
aus  Leinen. 
li((i/b  d.  Reispflanze. 
lalai(a)  Impf,  iillai(a)  heraus- 
reissen. 

scliram  weisse  Rübe. 
seife  lange  Beduinenlanze. 
intim  Impf  ielitnm  riechen. 

VIII.  iitemtn  riechen. 
imt.  V.  teletnmet  Schadenfreude 
haben. 

lemäta  Schadenfreude. 
lewU)s  Sonne. 

lamüs  PI.  3yd  mis  Strick,  um  das 
Schöpfgefäss  zu  öffnen. 
iumat  ziehen  (d.  Schwert). 

VII.  iniümat  herausfallen  (d. 
Schwert  aus  d.  Scheide). 
iemla  PI.  (e)lmäi(a)  Querbalken 
beim  Schöpfgerät;  Licht. 
itim  iadän  Leuchter. 
lynberäne  Raupe)  oder  eine  Raupen- 
art?). 

ienalil  Troddeln  (eiserne)  an  der 
Lanze,  harbe  melenlele  be- 
deutet eine  solche  Lanze. 

Beitrage  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V. 


ienii(a)  schlecht. 

(fji/übi  Trappe. 

(i)ihed  Impf,  iilhed  bezeugen. 

II.  lehhed  bezeugen  lassen. 

VI.  tflähed  bezeugen. 
iii/tid  PI.  lu/iüd  Zeuge. 
lehäda  Zeugnis. 
iah(ii)r  PI.  iihur  Monat. 
lehäma  Energie,  Lebhaftigkeit. 
id/une  Falke. 

Ihn.  VIII.  ilteha  Appetit  haben. 
ma  älte/ii  äkil  ich  bin  nicht 
hungrig. 

lahua  Leidenschaft;  Samener- 
guss. 

3iir  Impf.  (iHitr  einen  Rat  geben; 
sich  beraten. 
löfnjr  Ratschlag. 
itira  Zeichen. 
lüra  Salpeter. 
milyär  Weilchen. 
id/Impf.  jt'3nf sehen,  nlu  (=  aiüf) 
ich  sehe,  abundierend  hinzu- 
gesetzt. 

II.  latiuuf  zeigen. 
lag  angenehm,  lieb  sein. 
lofnjke  eine  stachelichte  Pflanze, 
die  als  Brennmaterial  dient. 
iyandar  rote  Rüben. 
htti  Impf,  iiiyt  rösten. 
iti  Impf,  {t'3/i  wollen,  i/iti  la^Hii/i 
Ausruf  der  Verwunderung; 
goldener  Schmuck,  der  am 
Halse  getragen  wird. 
lef i),  ii  etwas,  ly  ei  lyei  allmäh- 
lich, langsam,  lyeiie  ein  wenig. 
lefijb  graues  Haar. 
la  (b  Greis. 

le(i)/j  PI.  lüfti/t,  Alter;  Dorfschulze; 
Gelehrter. 

iile  PL  i(dl  Flasche. 
lat  laufen. 

lei f itn  PL  leid  (in  Teufel;  auch  von 

9» 


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130 


Qßtttrjgc  jut  fonttifejrn  )if>rA£$iri?r«nf<$aft. 


einem  Menschen  gebraucht, 
der  in  irgend  einer  Beziehung 
über  seine  Mitmenschen 
hinausragt. 

sbita  sich  verbreiten  (e.  Gerücht). 
ibt  Impf,  it~.it ’t  wegbringen;  weg- 
ziehen. 

II.  leitet  wegbringen  lassen. 

VII.  intbl  weggebracht  werden. 
laiia t Mastbaum. 

ibme  Leberfleck,  Mai. 

8 

sbr  rechts;  vom  Gelde:  guter, 
grosser  (Piaster).  sbr  ucsir 
Grossvezier. 

S<ibb  Impf,  itfubb  ausgiessen. 

.?/'//.  II.  sabbah  (am  Morgen)  sein. 
IV.  tisbab  Morgen  werden. 
sub(a)h  Morgen. 
fttb/ta  Fern,  eine  Blasse  an  der 
Stirne  habend. 

SttbnrCl)  Impf,  iisbir  warten. 

VII.  iftibiir  warten. 
sbbir  1*1.  sTiäbtr  Schlafe. 
snbnr( ?)  Impf,  iisbar  färben. 

sabbbr  Färber. 
sabim  Seife. 
si/b/b  richtig. 

sihhe  Gesundheit. 
sbhib  PI.  ashbb  Freund ; Besitzer  von. 
sah(a)n  flache  Schüssel 
sah(ä)r  Stein;  auch  Backstein. 
sahfejl  PL  ft/hitl  Ziege. 

Siuid  sich  drehen,  sich  wenden. 
sbdfejr  lauch  sedt'ejr  geschrieben) 
Brust,  scilr  at(a)dam  Ober- 
präfekt. 

sidär  Balken  am  Bassin  der 
Schöpfmaschine. 

4dg.  II.  fäddag  glauben,  für  wahr 
halten. 

III.  fbdag  befreundet  sein. 


sättig  PL  sidgbn  F'reund. 
sid(i)g  Wahrheit 
sedbga  Freundschaft. 
surre  Beutel. 

sarsitr  et ' id(e)n  d.  Teil  des  Kopfes 
hinter  dem  Ohre. 
sari(a)  PL  (e)srüt(aj  Zügel. 
sbrif  läufig  (von  der  Kuh). 

masraf  PL  misbrif  Ausgaben; 
Geld. 

serim  Dornstrauch. 
sirtii/ii  Flöten  (—  öepr/i?). 
sbrt  zerpflückte  Palmenfasern,  wo- 
raus Stricke  gedreht  werden 
$as(a,b  schwierig. 
faiud  Impf,  iifiad  in  die  Höhe 
gehen,  hinaufsteigen. 
sti  'üt/  d.  Heraufsteiger  (um  die 
Palmen  zu  befruchten). 
soff  PL  s/tfüf  Seite. 
sbfba  Seite. 

fiifad  Muschel;  Perlmutter. 
safrn  d.  Pfeifen.  Davon  usffuifer 
er  pfeift. 

S'/fri/e  Gefass  für  den  Brotteig. 
asfar  gelb. 

sufsbf  eine  Pappelsorte. 
sfg.  II.  lesäffig  klatschen. 

sbfge  Klatschen. 
sufan  nachdenken. 
sng(u)r  Falke. 

seitab  Impf,  iiftub  kreuzigen. 
salbuh  Feuerstein. 
f/jf.  II.  satta  beten. 

salb  PL  sataubt  Gebet. 
samah  (auch  sama/i  geschrieben) 
Impf,  iismah  aushalten. 
snt.  V.  ttsannat  hören. 
sandüg  PL  samutig  Kiste. 
snt.  II.  fanttaffaj  kunstvoll  ge- 
stalten. 

sbnaffa)  PL  finnbifaj  Lehrling. 
stnbia  Handwerk. 


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{nUifttur,  (TUuaraBififlf  £i<fc6ic6f<n  aus  ü«m  Jraq. 


stnt'ejf  Zunft. 

sanant  PI.  asnäm  Götzenbild. 
sahn/  Impf,  jis/tal  wiehern, 
fj ib.  II.  sauyab  treffen. 
sd(u)b  Seite. 
fujfuäb  Schlag. 
musibe  Vorfall. 
sö(u)t  Stimme. 
söra  Bild. 
fä'jr  Goldarbeiter. 
föra  Geschenk. 
fire  Schmuck. 
süf  Wolle. 
füb  Fehler. 

so/  links,  so/  yesir  zweiter  Vezier. 
snm  Impf,  je  s ihn  fasten. 

fbfujm  Fasten. 
fö/njn  Mist. 

sah  Impf.  icfi(a)h  rufen. 
säd  Impf,  jefid  jagen. 

V.  tlseijed  dass. 

VIII.  iftäd  dass. 

$f'i)d  Jagd. 
saijäd  Jäger;  Fischer. 
misjade  Vogelfalle. 
sär  Impf,  j/fir  werden. 

sira  Einfriedigung. 
sefijf  Sommer. 

si(ijfi  sommerlich. 
feiga/  Schwertfeger,  Büchsen- 
macher (Gl.  jesauyl  tuffag). 
sinije  Tablet. 

d 

dubäb  Nebel. 
dabti  Gendarm. 

madbüt  zuverlässig. 
dabci(a)  läufig  (von  Hündin,  Ziege). 
dahak  Impf,  jidhak  lachen. 

dihfijk  Lachen. 
daha  hoher  Vormittag. 
därr  Impf,  jfdurr  schaden. 
dorre  Euter. 


>31 

(iarab  Impf,  jidrub  schlagen; 

schiessen. 
darih  Grab. 

darat  Impf,  jidrut  pfurzen. 

II.  Impf,  jtftfarrut  dass. 
abu  dar/a  ist  ein  grobes  Schimpf- 
wort. 

tferai(a)  Euter. 
daiyf  schwach,  krank. 

du/(u)f  Schwäche. 
dai(a)n  Karawane. 
idfir  PI.  adäfir  Nagel. 
dal!  Impf,  j/dult  bleiben. 
dalai(a)  Impf,  jidtai(a)  hinken 
(vom  Pferde). 
dili(a)  Rippe. 

dul(u)m  Ungerechtigkeit,  Be- 
drückung 

dämm  Impf,  ja-dumm  verstecken. 

dämm  rühah  sich  verstecken. 
dmd.  V.  tedommed  verbunden 
sein(?). 

dah(ä)r  Rücken. 

du  a Licht;  Lampe. 

da  i(> <;/ 1 m p f.  jtdi  •i^iiA'erloren  gehen. 

II.  daijai/aj  verlieren. 
däf  Gast  sein. 

II.  deiief  bewirten. 
mudif  Gästehaus. 
dag  Impf,  ledig  eng  sein. 

II.  deijeg  eng  machen,  d.  hu/gt 
er  hat  mir  Sorgen  gemacht. 
deijig  eng,  schmal. 

t 

täbb  Impf,  jrtubb  eintreten. 
tbb.  II.  tabbeb  heilen. 

täibib  PI.  atibbii  Arzt. 
tobah  Impf,  ji/bidt  kochen. 

VII.  mtoba/i  gekocht  werden. 
täbih  Essen. 
täbiia  Natur.  , 

tbg.  II.  tabbaq  belegen,  pflastern. 

9* 


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132 


ißfiträg«  5«  HipraiiTCifTfnfjJafl. 


VII.  infobag  sich  schliessen.  fagg  schlagen. 

(nb(a)g  geflochtene  Schale  für  (alab  bitten,  betteln;  zu  verlangen 
Brot.  haben. 

fobge,  tabaqa  Stockwerk;  Lage  (Ube  Wunsch,  Auskunft. 

oder  Blatt  (Papier).  matliib  verschuldet 

mufbag  Doppelflöte.  falalf a)  Impf,  iiflal(a)  in  die 

mufbuge  Doppelflinte.  Höhe  steigen;  aufgehen  (der 

fable  Tablet;  Trommel.  Sonnei; ausgehen(von Flecken 

fohmäh  hölzerner  Hammer.  etc.). 

tohan  Impf,  tifhan  mahlen.  II.  fallall a)  in  die  Höhe,  heraus- 

farbes  das  Feld  bestellen  (?).  gehen  lassen. 

larali  Impf. iitrab  hinwerfen  ijem.l,  IV.  aflal(a)  in  die  Hohe  bringen, 
bezwingen  im  Kingkampfe;  talal(a)  weibliche  Palmenblüte, 
abortieren  (von  der  Frau).  falaq  geschieden  sein. 

(ar(a)h  Fruchtansatz.  I II.  tallaq wegschicken  (eine Frau). 

fared  Impf,  iifrid  vertreiben.  V.  tefal/aq  weggeschickt  werden. 

III.  Imp.  ff  Arid  galoppieren.  fäliq,  f ätiqe  geschieden. 
tyrrade  langes,  schmales  Brot.  (a/läge  Thürflügel. 

tnuträd  Verfolgung.  lamm  Impf,  ftumm  verscharren. 

farel  Impf,  iifril  über  Land  gehen,  law  Ata  Tomate. 

verreisen.  Ihr.  II.  fahhar  beschneiden 

(Aril  PI.  (u)trhl  einer  der  über  (uhur  Beschneidung. 

Land  geht,  Bote.  tahAra  Abtritt,  auch  leime,  oder 

tßr(e)l  Vieh.  adabhAne  genannt. 

atral  taub.  fob  Kanone,  lobet  Artillerist. 

faraf  PI.  afräf  Palmzweig;  Seite.  fopa  Ball. 

min  faraf  von  seiten,  wegen,  tefujbez  den  Hintern  heraus- 
farfe  Terebintbe.  strecken. 

farag  Impf,  iifrng  mit  dem  Stocke  fase  Trinkschale. 

antreiben,  schlagen.  fgi.  II.  fatnjal(a)  beschwören 

farag  PI.  (uärig  Wächter  (im  (Schlangen). 

Palmengarten  zur  Bewachung  (Af  Impf,  iifiif  schwimmen, 
vor  Dieben).  II.  fauyef  dass 

mufrag,  mufräg  Stock,  um  die  (Ag  Schicht , 'I  eil  (ein  Stück  der 
Kamele  anzutreiben.  Handmühle). 

farma  Balkon.  tage  PI.  Ifiafg  Lage  Stoff. 

fäll  Impf,  ffill  ausstreuen,  säen,  tat  Impf,  ffiil  lang  sein. 
faiäm  Speise.  /<>/Länge;  Gestalt;  Stück  (Stoff). 

fufar  Imp.  iitfur  hinüberspringen.  mä  (öl  so  lange  als. 

fifel{i)  Impf,  fiffil  spucken.  fauil  lang. 

(if(e)l  PI.  aff  Al  Kind.  täte  mal  e!he(i)l  Pferdestall. 

fvfa  Impf,  fiffi  auslöschen.  fäye  Napf  für  das  Fett. 

VII.  intofa  ausgelöscht  werden,  fab  Impf,  jefib  gesund  werden. 


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(nitif;n<r,  (TUuara6ifc6<  ®ff4'c8<«n  aus  im  Jraq. 


133 


II.  leiieb  gesund  machen. 
tai(ib  gut;  gesund,  noch  am 
Leben. 

lebe  Wohlbefinden. 
tär  Impf,  fetir  fliegen. 
lelijr  PI.  tiiiiir  Vogel. 
müteiierci  Vogelhändler. 
tis  Podex;  der  untere  Teil  des 
Kruges,  worauf  er  steht. 
te(i)f  Traum. 

tefe  Balken  am  Bassin  der  Schöpf- 
maschine. 

len  Lehm,  nasse  Erde,  Strassenkot. 
taiiän  PI.  laiiane  Lehmtrager. 

I 

iybb  Busen. 

iab(i)tf?\.  iabid (schwarzer) Sklave. 
labde  Sklavin. 

iabar  Impf,  jflfdjbtr , iöi(ö)bir 

überschreiten. 

libre  Furt  (zum  Übersetzen). 
iabära  Übertreten  (des Wassers), 
Überfüllung,  Überschwem- 
mung. 

malfajbera  Furt. 
labä  Mantel.  Besonders  feine 
Arten  sind  »itzyiie,  häciie, 
bittije. 

Ibj.  II.  (Habbi  füllen. 
iatab  tadeln. 
lagajb  Tadel. 
ia/äbe  eine  Gedichtart. 
ialt  Motten. 

maifa)tüt  von  Motten  zerfressen. 
lalar  Impf.  iH(d)ter  straucheln. 
•tat(a)g[Y)  PI.  iutüg  Zweig  mit  den 
Datteln  daran. 
htgäg  Staub. 

lageb  Impf.  iei(d)gib  gefallen. 

lagtbe  PI.  lagä’ib  Wunderbares. 
iägis  schwach,  kraftlos. 

lagüz  PI.  läget  iz  altes  Weib. 


läge/  Impf.  i?l(a)gtl  beeilen. 
lagen  Brotteig, 
i lydde  Zahl. 
ladad  Zahl. 
ladde  Ausrüstung. 
lade l Impf.  | ?i(d)dil  sich  erholen. 

II.  ladde l ebnen;  sich  erholen 
lassen. 

III.  lädel  gleich  machen. 
Iad(e)l  gerade;  eben;  lebendig. 
iädil  gerade. 

!yd(e)l  Last. 

| ladäl  Ebnen. 

lädeliie  Recht,  Jurisprudenz. 
iad(e)s  Linsen. 

Idu.  III.  iädd  befeinden. 
lada,  a!(a)dä  Feind. 
ladnite  Feindschaft. 
iyd(e)r  Entschuldigung. 
larab  Araber,  (a)larübi  arabisch. 
larabe,  laräbi  arabisch. 
iorbän  Wüstenaraber.  Davon: 
tliarban  Wüstenaraber  werden. 
larbt'd  PI.  iarabid  Viper. 
lareg  Impf,  telfdjrfg  hinken. 

alfajrag  hinkend. 

Irs ■ II.  larras  heiraten, 

VT.  tmäras  scherzen  (mit  der 
Frau). 

lartes  junge  Frau. 
lyrlejs  Hochzeit 
Ird.  III.  iärad  hindern. 

V.  leiarrad sich  entgegenstellen. 

VI.  telärad  sich  entgegenstellen. 
larid  breit. 

iarfejd  Breite. 

Iard(e)beel  Eingabe. 
laraf  Impf,  ielfdjri/,  ioi(u)rif 
wissen,  verstehen. 
lärife  PI.  iaejäri f Sachverstän- 
diger. 

malarif  Mähne  (des  Pferdes). 
hrf e)g  PI.  luretg  Ader;  Wurzel. 


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'34 


gßctträg«  $ur  firmhftfloi  £prac6»tfTmfc$afl. 


larag  Dattelschnaps. 
iarag  Schweiss. 
taraqein  Schweisskäppchen 
targän  schwitzig. 
mut(a)raga  Schabracke. 
trk.  VI.  tftarak  sich  streiten, 
prügeln. 

(a)tarän  Nasenring. 

iariän  nackend. 

lazz  Impf,  {ii  ly 22  lieben. 

ijfsse  Liebe. 
lyzbe,  tazlijbe  Witwe. 

meiazzib  Gastgeber. 
tna  l(a)sul  abgesetzt. 
mat(a)ztitn  eingeladen. 
lisbiie  grosses,  viereckiges  Schiff 
ähnlich  dem  Schachtür. 
iasker  Militär. 
iasel  Honig. 

laset/  honigartig. 

■07.0t  es  ist  möglich,  dass  . . . lasab 
b/lquga tfaj  möchtest  du  krank 
werden.  . 
iy}}  Nest. 

(ä)laiara  schwanger  (vom  Tiere).  I 
ttq.  V.  te  lailag  sich  verlieben 
tätig  PI.  tyiiäg  verliebt. 
iii(i)g  Liebe. 

tlu.  V.  te  taiiä  zu  Abend  essen. 

tatet  Abendbrot. 
laffii)r  Nachmittag.  e/tas(n)r 
nachmittags. 

iäfif  stürmisch  (vom  Wetter), 
speziell  bei  Sandstürmen. 
tasfür  PI.  ta$etfir  Spatz;  kleiner 
Pflock  beim  Pfluge. 
laut  Stock;  Schlag  mit  dem  Stocke. 
tadd  Impf  f'etadd  beissen. 
ladäm  Knochen. 
latfär  PI.  lattarin  Spezereiwaren- 
händler. 


tat} an  durstig. 

iäfif  PI.  tytaf  läufig  (vom  Pferde, 
Esel). 

itl.  V.  tetattal  sich  verspäten. 
lata  Impf  { at(a)ti  geben. 

VII.  in  lata  gegeben  werden. 
mat(a)füs  zerwühlt,  zerknüllt. 
lafa  Impf  [a t( a)fü  verzeihen. 
•öi/5/VGesundheit,  Wohlbefinden. 
PI.  lat/äfi  auch  als  Wunsch : 
Prosit.  Antwort:  Allah  ia- 
tfajfil-, 

tägig  Koralle. 

tagfujb  nach  !ag{u\b  tna  nach- 
dem. 

lagejd  Glied  (im  Bambusrohr). 

tagäde  Bogen,  Gewölbe. 
taqir  unfruchtbar. 

iug(e)r  Grund  und  Boden. 
tagrab  PI.  lagärib  Skorpion. 
tagrüg  PI.  tagdrig  Frosch. 
tagte)!  Verstand. 
taqil  klug. 

tagäl  Strick  um  die  Kuffije. 
tagul  eine  Stachelpflanze,  die 
besonders  als  Brennmaterial 
dient. 

lagt de  Knie  am  Hinterbein  des 
Pferdes. 

liier/}  eine  Grasart,  die  als  Vieh- 
futter dient. 
takkase  Stock. 

tU.  V.  tl lallet  sich  zu  Abend 
unterhalten. 
tolle  Krankheit. 
talil  krank. 

1/q.  II.  la/lag  aufhängen. 

tätig  Futter;  Futterbeutel. 
tilfijc  best  ab  Mastixharz  (zum 
Kauen  und  Einreiben  des 
Fiedelbogens). 


lates  Impf,  ietfajtis  niesen.  Ihn.  II.  lallein  lehren,  metal/am 

tat(a)}  Durst.  gewöhnt. 


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(nui^ntr.  (Jl«uara6tfc8<  CtfcSicßftn  au»  bm  )raq. 


135 


V.  teiallam  lernen. 

Infam  V\.alfa)läm  Strich,  Merk- 
zeichen. 

mal(a)lüm  gewusst,  für  lan- 
dah  malfajlüm  er  wusste. 
mal(a)län  Herr. 

malfajläne  Herrin. 

■du.  V.  tilafla  sich  emporheben. 
iah i gegen  etc.  lafmä  bis  dass. 

lalayeS  warum? 
lä/i  hoch. 

iaft/e  PI.  la/äyt  Hochstrasse. 
laläf  komm. 

lamm  Oheim  (von  väterlicher 
Seite).  Auch  gewöhnliche  An- 
rede an  Bekannte  (/Ti  lammt), 
lamme  Tante. 

1mm.  II.  lammetn  einen  Turban 
anlegen. 

lamäme  PI.  lama/m  Turban. 
himiid  Wagebalken. 
imr.  II.  talfajmir  reparieren. 
lom(ä)r  Leben. 
iammtlrije  Kampfesfrau. 
lamal  Impf.  i?l(ä)mcf  thun,  ar- 
beiten. 

111.  lämel  verhandeln. 

'amel  Name  von  Stricken  bei 
der  Schöpfmaschine. 
lämel  PI.  Sdma/e  Arbeiter. 
hur.  IV.  alfa/ma  blind  machen. 
a l(a )>mi  blind;  stumpf  (vom 
Messer). 
lan  von. 
lanän  Zügel. 
laneb  Weintrauben. 
lud.  VI.  teläncd  streiten. 
land  bei. 

lantar  Impf,  (elan/ir  stehen  (vom 
Penis);  zum  Stehen  bringen. 
iart/af  Impf,  illanfus  sich  unver- 
schämt benehmen;  hin-  und 
hertänzeln. 


lana  Impf,  (alfajni  meinen. 
iailajni  d.  h. 

V.  telanna  sich  wenden  an. 
rnalfajna  Sinn.  iSmal(a)nä 

warum  ? 

Ihd.  V.  ttflahhed  versprechen, 
garantieren. 

VI.  tiläkad  dass. 
alfajyag  krumm. 

läd  Impf,  (elüd  zurückkehren. 

V.  lelauyed  sich  gewöhnen. 
läd  nunmehr  laläd  also,  nun- 
mehr. 

lade  Gewohnheit,  Brauch. 
lüde  Stock. 
lid  Fest. 

lyr.  II.  ielartyir  verletzen,  weh 
thun,  picken  (vom  Dorn). 
alfajyar  einäugig. 

Ins.  VIII.  ilfaftäz  gebrauchen. 
län  helfen. 

iöfujn  Hilfe.  ld(u)nak  Gott 
helfe  dir.  iä  lö(u)n  o wenn 
doch;  glücklich  der,  welcher. 
lä(u)ne  PI.  alfajuen  Strick. 
laye(i)n  grüne  Bohnen. 

1 laya  Impf.  iel(ä)yi  heulen  (vom 
Schakal  etc.). 

lib.  II.  ie rieb  spotten,  beschimpfen. 

leib  Schimpf,  Unfeinheit. 
ifr.  II.  laiiar  beleidigen,  be- 
schimpfen. 

iair(l)  PI.  (u)iufür  Penis. 
läS  Impf,  ielil  leben. 

II.  laiiel  Lebensunterhalt  ver- 
schaffen. 

maläS  Lebensunterhalt;  Gehalt. 
lif.  II.  laiiel  schreien,  quietschen. 
lä'ila  PI.  la{äl  Familie.  befijl 
ellaiäl  Harem. 

lein  PI.  (u)luiün  Auge;  pur,  lauter; 
zum  Ausdnicke  des  pron.  rec. 
meist  bei  leblosen  Gegen- 


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$titräg»  jm  ftButifcS«  Sjjra4w'fT«>r<#af<- 


'3Ö 


stiindcn.  •?<?/<?  feint  gewiss, 
unter  allen  Umständen;  um 
meinetwillen. 


fubre  Staubwolke. 
fable  ganz  früher  Morgen. 
fadir  PI.  fidrän  Pfütze. 
rcdti  werden,  machen. 

V.  tffaddä  zum  Mittag  essen. 
fädä  lunch. 
fädt  dort. 

farab  eine  Pappelsorte  (Populus 
euphratica). 
farib  fremd. 
farbi  Westwind. 
farbäut  fremd,  Fremdling. 
t/tufrtb  Sonnenuntergang, 
Westen. 

mufrebl  Westländer. 
faräd  Sachen,  Gepäck. 
firräfa  Ruder. 

farag  Impf,  fifrag  untersinken 
(mit  bi). 

11.  rarrag  unter  Wasser  setzen, 
überschwemmen. 
facat  Impf,  jiirsit  stricken. 
tnufzit  PI.  mefäsil  Spindel;  auch 
ein  bestimmterTeil  der  Schöpf, 
maschine. 
fasäl  Gazellen. 
rase/  Impf,  (ifsit  waschen. 

II.  fasset  waschen,  sich  wa- 
schen. 

fast'tl  Waschung. 
fassät  Wäscher. 
flu,  II.  falSa  verschleiern. 

V.  tefalsa  sich  verschleiern. 
fi/yc  Schleier. 
raff  Impf.  1 efutt  tauchen. 
fi/eg  Impf,  iifteg  vcrschliessen. 
(i)fläge  PL  felagät  Verschluss; 
Pfropfen;  Höhlung,  in  der  sich 


die  Walze  der  Schöpfmaschine 
bewegt. 
fäti  teuer. 

feie  Teuerung. 
maftnitm  sorgenvoll. 
firne:  das  Auge  zudrucken,  blinzeln. 
famig  tief  (auch  in  übertragener 
Bedeutung). 

finfulf  Schote  der  Bohnen. 

fanam  Schafe. 

fni.  II.  fanna  singen. 

VIII.  iftana  reich  werden. 
fär  PI.  fträn  Loch. 
färe  Galopp. 

räb  Impf  1,-fib  verschwinden ; unter- 
gehen (von  der  Sonne). 
fär  nachahmen;  z.  B.  änt  fir(e)t 
minnak  = ich  habe  dir  nach- 
geahmt. 

W.faiiär  sich  verändern,  schwach 
werden. 

V.  tefaiiar  dass. 
fe(i)r  Anderssein;  adv.  nur. 
fire  Edelmut. 
fefii/n  Sturm  wölken. 

f 

fa  da,  und. 
t ejmfettab  sehend. 

miftäh  PI.  mefatib  Schlüssel. 
futag  trennen,  durchbohren. 

tnaftüg  aufgetrennt. 
meftül  PI.  mefatil  runder  Turm 
zur  Verteidigung. 
muftt  Mufti. 
fig(e)t  Rettig. 

fabb  Impf,  iefihtt  keuchen.  /< fibh 
fodrl  meine  Brust  keucht. 
ft  hat  Männchen. 
fuhtäie  PI.  fahäti  wilde  Taube. 
fätiir  vorzüglich,  erstklassig. 
fah'ejr  Ruhm,  Vorzug. 

\fidän  Pflug. 


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jfWißittr,  (JltuaraBifcfie  ßt|t8tc8f<«  au»  Sn«  Jraq. 


'37 


fcda  Impf,  iifit  auslösen,  als  Löse- 
geld geben. 

falye  Lösegeld,  fidue  Hak  d.  h. 
ich  trete  für  dich  ein. 
frr.  VIII.  iftärr  herumgehen,  sich 
drehen. 

afrärtf)  Deserteur. 
frg.  V.  tifarrag  sich  ansehen 
(etw.);  sich  amüsieren. 
fär(e)d  eins;  conjunctional:  sobald 
als;  adv.:  nur. 
färdet  eftnisan  Wagschale. 
faras  Stute. 

/im  Reiter. 
feräsa  Tapferkeit. 
faral  Impf,  (»frei  d.  Bett  machen. 
(ejfräi  Bett. 

fariat  Impf,  iffariat  sich  ent- 
blössen(f). 

färar  frei,  unbewohnt  i vom  Hause); 
hohl. 

fdrfürt  Porzellan. 

fezz  aufspringen;  aufwachen. 

fäseft  nichtig. 

fesil  junge  Palmschösslinge. 
flr.  II.  feliär  schwätzen;  zoten. 
fass  Edelstein. 
fasfe)!  Blutgehl. 
fadd  sich  zerstreuen. 
fudde  Silber. 

fdl.  V.  Impt.  tafaddal  bitte,  ge- 
fälligst, wofür  auch  türk,  /drin, 
bujurun  gebraucht  wird. 

> i(a)t  Verdienst,  Vorzug. 
(e'fdäla  Überrest. 
ft'dila  PL  fedä'il  Wohlthat,  her- 
vorragende That. 

(i/ftirr  Pilz,  spez.  Champignon. 
futise  Aas.  Gestank. 
ftn.  V.  tefattan  nachdenken. 
fatal  Impf,  itfial  thun,  sich  an- 
schicken; bi  ff  bitte  coitieren. 
fei(a)l  PI.  faiä'fl  That. 


faqir  arm;  bescheiden. 
ßtgfejr  Armut. 

fuqär.  dät  elfuqar  Name  des 
Schwertes  Alis. 

fäkk  Impf,  iifukk  öffnen;  lösen. 

VII.  infakk  geöffnet  werden. 
fik(e)r  PI.  tifknr  Gedanke. 
felliih  PI.  felalih  Bauer. 

fi/fejs  kleines  Geldstück,  Para,  ßthis 
Geld. 

fli.  II.  fel/ei  einreissen,  Umstürzen. 
plan  NN. 

felätii  zu  NN.  gehörig. 

• flf.  V.  tifetld  sich  lausen. 
ffle  Lausen. 
fenn  PI.  funün  Art. 
fing <)n  PI.  fenagin  Tasse. 
fenar  Lampe. 
fa mis  Lampe. 

funtisa  Rüssel  d.  Schweines. 
fehed  Panther. 

I fahem  Impf.  / ifham  verstehen. 

II.  fehhem  verstehen  machen, 
erklären. 

VIII.  iftchem  verstehen. 
fihfefm  Verstand. 

fällt  blass,  hell  (von  der  Tinte). 
fät  Impf,  icfiit  Vorbeigehen;  ein- 
treten. 

fär  PI.  fträn  Maus. 

fo(u)g  oberhalb;  oben;  hinauf. 

fö(u)gäni  oberer. 
fäle  YVft'il  Dreizack  für  den  Fisch- 
fang. 

fi  in  (literarisch). 
fei  Schatten. 
ßl  Elefant. 
fine  Fez,  Tarbusch. 


q.  g.  g 

qämit  Seitengewehr;  auch  Eisen- 
spitze für  die  lange  Lanze 
(ielfe). 

9b 


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I ^8  QßetfTAac  tut  feimhfcotn  ^prac8ittffenr4aft. 


gubbe  PI.  gubäb  Zimmer;  Kuppel 
auf  den  Gräbern. 
gabfa/r,  gilb  iijr  PI.  gfibitr  Grab. 

mugbera  Kirchhof. 
qabar/t  Hinterlader. 
qabt!  Impf,  {iqbal  annehmen. 

III.  gi'ibe/  gegenüber  sein 
gab(e)l  vor.  gabfe)t  mä  bevor. 
qäbil  passend;  schon. 
qabe/i/e  Anstand,  Schönheit. 
(n)gbal  gegenüber. 
qibla  Gebetsrichtung. 

(u)gbe(ijle  goldner  Schmuck- 
gegenstand, der  an  der  Stirn 
getragen  wird. 

gubbän  Bleilot  des  Baumeisters. 
gätfra  Staubsturm. 
ga/ibe  Hure. 

gedd  Quantität,  Betrag,  iigedd 
wieviel? 

i/i/i/i.  II.  geddem  heranbringen 
giddäm  vor. 

gadar  Impf,  iigdar  können. 
qadar  Bestimmung. 
qudra  Macht. 
gtd(ä)r  Kessel. 
gidri/e  kleiner  Kessel. 
rnugdär  Betrag,  Ausdehnung. 
gidle  PI.  geda  U Locke. 
qarr  gestehen. 

garab  Impf.  / igrab  nahe  sein. 
ßerib  nah. 

gtrbe,  girbe  Schlauch. 
gerä/b  Verwandte. 
g‘( ")r£i.gi(u)rgiie  PI ■ geragt  Geor- 
gierin), weisser  Sklave. 
qirfeß  Pi.  quriii  Piaster. 
garas  Impf  ligrus  kneifen. 

II.  garras  dass. 
gyrse  (abgebrochenes!  Stück. 
girräs  e/hasäui  Spinngewebe 
i eigentlich:  Abkneiper  der 

Hoden). 


garaf  Impf,  ligruf  kauen. 

gyrta  eiserne  Keule  (kleiner  als 
der  denbiis). 
gir/a  Courage. 
gare/  Impf,  iigrif  schleudern. 
qarfejn,  gär/ejn  PI.  güriut  Horn. 
girne  halbe  Last;  Tasche,  in 
welche  die  Last  hineingesteckt 
wird. 

qrän  persisches  Geldstück  1 2 1 , 
Piaster). 

gern  äs  junger  Löwe. 
gurunful  Gewurznelkenbaum.  Hin 
Stückchen  Holz  wird  wegen 
des  guten  Geruches  häufig 
von  Frauen  an  das  Ohr  neben 
die  Ohrringe  gehängt. 
qera  Impf,  iiqra  lesen. 
gerräi  Leser. 
qur  an  Koran. 

qarauäne  grosse,  kupferneSchussel 
für  gekochtes  Essen. 
gezaz  Fensterglas. 
qazme  Spitzhacke. 
gezue  Vogelfalle. 

gii(e)r  PI.  gtiinr  Schale  (von 
Zwiebel,  Orange). 
gisent  Impf.  / uqstm  teilen. 

II.  gessern,  qassem  teilen. 
gesäm  Anteil. 

giiie  die  männlichen  Dattel- 
bluten. 

qaimar  Spass  machen,  jem.  an- 
führen. 

qaitnart  Spassmacher,  auch 
qufieci  genannt. 
gass  Impf,  ieguss  abschneiden. 
gusse  Stirn. 
mugass  Schere. 
gusab  Rohr. 

gesibe  PI.  gi'sa/b  Haarlocke. 
maqsitd  Absicht. 

, gesir  kurz. 


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(JlWßntt,  (JlfUiir<iSir4<  ßcfsgiefUoi  au«  btm  Jraq. 


'39 


qaqfäjr  PI.  qusür  Schloss;  Land- 
haus. 

gifgtf  Kerne  spez.  von  der  Melone, 
die  getrocknet  als  Zukost  ge- 
nossen werden. 
gif/e  kurzer  Speer. 
gadbe  Griff;  eine  Hand  voll. 
gada  Impf,  iigdl  beendigen. 

VII.  ingida  beendigt  werden. 
qädt  Richter. 
qadä  Richteramt. 
gadije  Geschichte. 
qatt  Impf,  i/qutt  (ogutt)  anspitzen 
(den  qa/am). 

gatai(a)  Impf,  iig/aifa)  abschnei- 
den; abhandeln. 
gytia  kurze  Lanze. 
gytin  Baumwolle. 

(f)gtin  Kürbis. 

galad  Impf,  iigiyd  sitzen;  auf- 
wachen.  Partie,  gäiäd  als  In- 
choativum  gebraucht. 

II.  gaiiad  sich  setzen  lassen; 

hinsetzen;  aufwecken. 
qäjade  Sitte;  Regel.  ia/a^, 
/qäiade  fein,  so  wie  es  sich 
gehört 

guffe  tiefes  Gefass  ausPalmblättern; 
rundes,  verpichtes  Euphrat- 
fahrzeug. 
gafra  Wüste. 
qufHie  Schnurre. 
guf'a)s  Käfig. 

/ u)gfe!  Impf,  iigfu / verschliessen. 
guf(e)l  Schloss. 

qufel  PI.  ( ujgfäle  Zeile  im  Ge- 
dicht. 

qa/il.  Dimin.  gelciiit  wenig,  gering. 
q/6.  V.  tlga/ltb  sich  wälzen. 

VII.  ingäleb  verwandelt  werden. 
ga/(u)b  Herz;  der  oberste  Teil 
der  Palme. 

gältb  Form ; Fälschung. 


mag/üb  verkehrt. 

V.  teiaglab  Kobolz  schiessen. 

(e) gtnde  Halsschmuck;  auch  Name 

eines  Stückes  Holz  bei  dem 
Schöpfgefass. 
gelia  Burg. 

(f) glüfe  Vorhaut. 

qa/am  PI.  aq/äm  Schreibrohr. 
q/q.  II.  gallo  braten. 
gutnar  Mond. 
gumruk  Zoll. 

gumrukcl  Zollbeamter. 
gimes(t)  Iriipf.  iigmu:  springen. 
gumgum  grosse  Kaffeekanne. 
gunbara  Haubenlerche. 
qondera  Stiefel. 

J gmes  Impf.  / igiiuy  jagen. 
genis  Jagd. 

qni.  II.  (eqannai(a)  überzeugen. 
gunfud  Igel. 

gahqc¥\.galiaut  Kaffee ; Kaffeehaus 
gäd  Impf  i?güd  leiten,  fuhren. 
gauuäd  PI  gnuaijid  Kuppler. 
(u)guuäde  schlechte  Frau. 
qüzl  Lamm. 

gb(u)s  Bogen;  Bogen  zum  Reinigen 
der  Baumwolle;  Joch,  das 
auf  dem  Nacken  des  Stieres 
aufliegt. 

qauqäs  PI.  qftuaqis  Kawass. 
qutiie  Kiste,  Dose 
gitge  PI.  iguag  Schädel. 
gauu/il  e/hö(u)i  Wächter  des 
Hauses. 

gäm  Impf,  f/güttt  aufstehen.  Auch 
als  Inchoat.  gebraucht. 

II.  gauqem  stehen  lassen. 

X.  istaqäm  bestehen,  aushalten. 
ga  im  PI.  guuätn  Tempeldiener. 
qiäm  Preis. 

qaiäma  Auferstehung  | litera- 
risch). 

qq(.  II.  gauua,  gauua  kräftigen. 


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140 


Qßttlrägi  ;ur  fomlifiBtn  Ikj'raJJnnrTrnrcßaft. 


qayt  stark,  kräftig. 
glnie  Kraft.  Adv.  mit  Gewalt. 
qäu  Zündscliwamm. 
geilt,  geiti  = malt,  rnä tii  zum  Aus- 
druck des  Pron.  pass. 
qj.r.  II.  geiitir  asphaltieren,  ml 
gniiar  gepicht. 
pir  Asphalt. 

tnugftär  eine  Keule  mit  einer 
Kugel  aus  Asphalt. 
ge(i)d  Sommer. 
ge(i)tan  Strick,  Band. 

k,  c 

hi,  äi.  ce(i)  da;  wie;  weil. 
eebb  Impf.  ( fiibb , \ekubb  giessen, 
ausgiessen. 

VII.  tnkabb  ausgegossen  werden. 
kebeib  Röstfleisch. 
kebabci  Garkoch. 
cebcd  Leber. 
eebir  PI.  (u)kbiir  gross. 
kubfejr  Grösse. 
kubbar  Kaperstrauch. 
cebei  Widder. 

kiteb  Impf,  jikiib  schreiben. 

VII.  inkiteb  geschrieben  wer- 
den. 

kitbe  Schrift. 
kitnbe  Schrift. 

»ic/fr/zitF  Inschrift. 
kut(ii)r  Reihe(?). 
celära  gestreiftes  Seidenzeug. 
ktf.  II.  cettef  fesseln. 

cetef  Du.  cft/e(i)n  Schulter. 
kitel  Impf,  iiktil  töten. 

VII.  iticetel  getötet  werden. 
cet(e)!  Tod,  Ermordung. 
ke/ir,  cütir  viel,  sehr. 

kytlejr  Grösse,  Vielheit  eikit(e)r 
wieviel? 
kitre  Fülle. 

kahh  Impf,  iikihh  husten. 


kilj(e)l  Schminke 

ledis  PI,  (ejediis  Gelreidehaufen. 

kedii  Mahre. 

lideb  Impf,  (icdtb  lugen. 

II.  eeddeb  dass. 
lid/fb  Lugen ; Schein. 
klirr  Fern,  kurre  junger  Esel. 
kiimb  Impf,  itkrub  pflügen. 

klrbb  Pflügen. 
kurefijt  Schnittlauch. 
ler  e)d  Bewasserungsmaschine. 
(ejkrnfes  Sellerie. 
cctrnk  ein  Viertel. 
kerkere  Schädel. 
krni,  IV.  akram  beschenken. 
kerittt,  certm  wohlthätig,  edel. 
ikriim  Geschenk. 
kru.  III.  Hirn  vermieten. 

X.  is/iird  mieten. 
keri/e  Miete. 

nillärt  Eselvermieter.  mild  rite 
Karawane. 
kiss  vagina. 

ktser  Impf,  iiksir  zerbrechen. 

II.  kessiir  zerbrechen;  ringeln 
(vom  Haare). 

V.  tekessiir  zerbrochen  werden. 
VII.  nt  kt' sa  r zerbrochen  werden. 
mkeseret  riglt  ich  habe  mir  den 
Fuss  gebrochen. 
makshr  bankrott,  maksüra  (vom 
Mädchen)  nicht  mehr  jung- 
fräulich. 

kesir  gebrochen  (z.  B.  yärulir 
kesir  Knickrevolver);  bankrott. 
kus(u)bfp)  Überreste  vom  Sesam. 
keiiii  christlicher  Priester. 
kSr.  II.  keiSnr  Grimassen  schneiden. 
leie/  in  die  Höhe  heben,  lüften. 
ceife  Ausgrabung;  Ort  der  Aus- 
grabung. 

cai(a)b  Knöchel;  Würfel. 

| kärid  PI.  kyhrtd  Papier. 


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(jtUtßiur,  (Tl«uara6ifc$t  C«fcäsc8f«n  aus  itm  3»<). 


14' 


ceff  PL  cufiif  (hohle)  Hand;  Hand- 
schuh. 

ceffiie  Kopftuch. 
kufar  Impf,  iikfur  freveln. 

käfir  PI.  kuffär  Ungläubiger. 
Itfctr  grosser  Löffel. 
kiUt  Impf  iikfil  bürgen. 
kfn.WJceffen  einT  otenhemd  anlegen. 

eefen  Totenhemd. 
cif  nie  Gürtel  um  die  Brust  des 
Mannes,  der  den  Stier  an  der 
Schöpfmaschine  den  meidän 
herab-  und  heraufführt. 
kill  Totalität,  ki/tma  jedesmal 
wenn. 

ki/lii  in  jeder  Beziehung. 
kitte  Moskitonetz. 
klb.  II.  belieb  fesseln,  zusammen 
verbinden. 

ielftjb  PI.  (e)cläb  Hund. 

((Habe  I laken  und  Öse. 

III.  intei  ein  Geschäft  abwickeln. 
ktf.  II.  kellef  schwer  machen. 
kelif  schwer;  zu  schwer  (iald). 
teklif  (zu  leistendes)  Geschäft. 
ke/ek  von  Schläuchen  getragenes 
Floss. 

klm.  V.  tf kellern  sprechen. 

ketäm,  celam  Rede,  Worte. 
klink . k/unk  eine  Waffe,  bestehend 
aus  einem  kurzen  Stocke  mit 
einem  eisernen  Hammer. 
ee/äue  PL  (ejlla  Niere;  Eingeweide. 
Inh  (steiles)  Ufer. 
lern  wieviel?  iliem  einige. 
e imnr  oder  (e)cmnh  eine  Waffe, 
bestehend  aus  einem  langen 
Stecken,  dessen  Wurzel  unten 
darangelassen  und  mit  Eisen- 
bändern befestigt  ist. 
knit.  II.  kemmel  vollenden;  voll- 
kommen machen. 
kammitn  Kümmel. 


Hme  Trüffel. 

kindiir  Holzgriff  der  Flinte. 
kit/t  PI.  kiiii/j  Hütte  (aus  Matten 
und  Palmzweigen). 
kn  re,  ihre  Geschäft. 
küra  Ofen. 

Ins  PI.  casät  Becher. 
c öl  Wüste,  ge  lud  liccöl  seine  Not- 
durft verrichten. 
kn(u)m  Haufe. 

Inn  Impf,  (fkun  sein. 

mecän  Ort. 
äti  Thee. 

Htäle  Stirnband  (der  Frauen). 
eis  PI.  (ejciäs  Beutel. 
kelän  PI.  kiaiin  kleine  Schale. 
kif.  II.  miktiief  erfreut. 

/•zf'///"  Befinden;  Hlö(u)n  kc( ijfnk 
wie  geht  es  Dir?  heliiftfm 
ke(i)  ft  mit  z(ijen  ich  bin  heute 
nicht  wohl;  Lustbarkeit,  Ver- 
gnügung. 

cefijt  Mass;  abgemessene  Speise. 
iefijle  Kugel. 

1 

li  zu.  fei  warum? 
ln  nicht. 

libbe  der  oberste  Teil  der  Palme, 
die  noch  zusammenklebenden, 
noch  nicht  völlig  entwickelten 
Blätter. 
lafifni  Lampe. 

tibed  Impf,  iitbed  sich  verstecken, 
Zuflucht  nehmen  vor  (min). 
Hbbiide  ein  Kleidungsstück, 
Mantel  aus  Tuch,  den  man 
im  Winter  trägt. 
hbes  Impf,  filbis  sich  anziehen. 
lib(e)s  Kleidung,  Kleid. 

(i)tbhs  Unterhosen  bei  Männern 
und  Frauen,  auf  dem  Lande 
selten  gebräuchlich. 


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>42 


J^.-tlräar  ;ur  fmitifcfni  jJpractwifTrnfctafl. 


latj es  Impf,  (ilbas  lecken. 

(e)lhäf  Steppdecke. 

lahag  Impf,  itlhag  verfolgen ; folgen. 

Iah  am  essen 'fl. 

laldejm  Fleisch. 
lihie  Volibart. 
ledar  stechen. 

Uld.  X.  istetedd  angenehm  em- 
pfinden. 

tedde  Annehmlichkeit. 
ledid  El.  a/add  angenehm,  suss 
(Geschmack,  Luft). 

Usern  Impf,  filtern  halten,  fassen. 
VII.  iulbim  gefasst  werden. 
läzim  es  ist  notwendig. 
lisän  Zunge;  Sprache. 
lat  ab  Impf,  (i/tab  spielen;  flattern 
(der  Blatter  im  Windel,  ti/lab 
ruht  mir  wird  übel. 

III.  tälab  spielen  mit 
lii(a)ba  Spiel. 

latan  Impf,  jjlian  verfluchen.  S. 
auch  naial. 

larul  Plappermaul,  einer  der 
dummes  Zeug  redet. 
latal(a)  Impf.  ii/tatfa)  lecken. 
latif  schön,  angenehm  (vom  Essen, 
Luft  etc.). 

latem  Impf.  / Ufern  schlagen. 

II.  lat tem  dass. 

/atme  Schlag,  Ohrfeige. 
leff  Impf,  ii'ltff  einwickeln. 

Ift.  VIII.  iltefet  sich  umdrehen. 
!qh.  II.  te/giJi  Befruchtung  von 
Pflanzen. 

lagat  Impf,  [i/gut  pflücken,  sam- 
meln. 

legleg,  abü  legleg  Storch. 
ligen  Schale  zum  Waschen. 
ligä  Impf,  ii/ga  treffen. 

III.  läget  dass. 

V.  telaggtl  dass. 

VI.  teläga  sich  treffen. 


läein  aber. 

lemrn  Impf,  iflimm  zusammen- 
nehmen; zusammendrucken. 
VIII.  iltemm  sich  versammeln. 
lumman  wenn,  nachdem. 
lernt  siehe. 

Ultet  Impf,  ii/hät  pusten,  schwer 
atmen. 

lihhüge  Spitzname. 
lihäne  Kohl. 

l(V ti j wenn.  U(uj  lä,  lau  ntä  wenn 
nicht. 

/üble  Bohnen. 

löfujh  PI.  a/yäb  Tafel;  rechteckige 
Felder,  in  die  der  Acker  be- 
hufs der  Bewässerung  einge- 
teilt wird. 

luh.  II.  lauyalt  schmutzig  machen. 
V.  U/aittta/i  schmutzig  werden. 

VII.  in/älj  beschmutzt  werden. 
täte  ein  feineres  Winterkleid,  ähn- 
lich der  libbade. 

lag  Impf. illüg  kleiden,  gut  stehen; 

passen,  gefallen. 
läm  Impf,  [eltim  tadeln. 
löfttjn  PI.  a/tjän  Farbe;  Gesichts- 
farbe, Aussehen ; Art,  Gattung. 
milul  PI.  m/läffi  Armband  (aus 
mehreren  zusammengedrehten 
Silberfaden). 
fera  türkisches  Pfund. 

Uf  trockener  Bast  zwischen  den 
Zweigen  der  Palme. 
tefijl  PI.  ttäl  Nacht. 

Hie  F'ettschwanz. 

m 

mä  nicht;  was.  madäm  solange; 
wenn. 

mästtle  Pfeife  (aus  Thon).  Daher: 
jtmdfujfilc  r pfeiftauf  derMasule. 
fejmtäi(a)  Wegzehr;  Essen. 
metfejn  Du.  me/ßefijn  Schulter. 


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(Pliifjmr,  Qt«u«a8ifc$<  <ß<fc6icß(tn  du«  bim  Jraq. 


'43 


mittin  stark,  kräftig  (Papier  etc.); 
geschwollen. 
mitfejl  Ähnlichkeit;  wie. 

metel  PI.  metelät,  amtal  Sprich- 
wort. 

megidl  c.  ein  Thaler. 
rnftn.  VIII.  imtahan  probieren. 
imti/iän  Probe. 

meha  Impf,  iimhi  auslöschen. 

memhi  verwischt. 
mht.  V.  timalthat  sich  schnäuzen. 

muhtän  s.  u.  ahn. 
medd  Impf,  j/ntidd  ausstrecken. 

mudde  lange  Weile. 
marr  Impf,  totiurr  Vorbeigehen. 

X.  istamarr  Vorbeigehen. 
nturr  bitter. 

mirre(i)r  Löwenzahn. 
murre  Hacke. 

marrar  Hackenarbeiter. 
mttrnd  Impf,  iimred  zerknüllen 
(vom  Papier). 

II.  marrad  dass. 
mtrdäne  freigebig,  vornehm. 
merez  Impf,  ümriz  eggen. 

II.  märres  tlass. 
marräoe  Egge. 
marag  Sauce. 

mar  mar  Marmor;  harter  Stein. 
mard  Frau. 

mttrüyt  edles  Wesen,  (biljmu- 
rtiue  freiwillig. 
mzh.  VI.  timäza/t  scherzen. 
me  zäh  Scherz. 

mastqa  PI.  mazä'iq  Musikinstru- 
ment 

msh.  II.  massah  verändern;  ver- 
höhnen. 

mtsfijc  Moschus. 

mtli  Impf,  ifmil I abwischen. 

miifujt  Kamm. 

mtlmil  Aprikosen. 

milän  Deichsel  (des  Pfluges). 


mild  Impf,  iitnli  gehen. 
aalte  Gesandtschaft. 
melidie  dass. 

mottle  Wanderung;  Entfernung. 
(ujmfdret  es  hat  geregnet. 

mutar  Regen. 
mate/i  Martinigewehr. 
mutt  Fern,  mutiie  PI.  mutäia  Esel. 
ata  Ifa J mit. 
n taten  Schüssel. 
mi/ah  Salz. 

mi/ec  Impf,  iimhi  die  Heirats- 
zeremonien vornehmen. 
me/ik  PI.  tnu/itk  König;  vor- 
nehmer Mann. 
mi/fijk  PI.  amläk  Besitz, 
melläc¥\.  melälic Besitzer;  Unter- 
nehmer. 

ate/ec  Engel;  Teufel. 
md/a  Impf,  iim/d  füllen  (selten). 
atalld  Molla,  Priester;  jeder  ge- 
bildete Mann,  der  lesen  und 
schreiben  kann. 
atin  von;  seit 
min  wer?  min  hu  wer? 
manal(a)  Impf.  /' imnalfa ) ab- 
halten, verhindern. 
mahl e)d  Wiege. 

mtth(ä)r  hem.  tttuhra  Füllen;  Pony. 
muh(ä)r  Siegelring. 
mtthei/e  PI.  mehati/  grosses  Last- 
schiff, das  im  Unterschied  von 
der  Sefine  nicht  mit  Pech 
(migaiiar , mtzaffai)  ver- 
schmiert ist. 

mal  Impf,  tfmüt  sterben. 

II.  mauttet  töten. 
meit  PI.  mal u)td  tot. 
meiiit  tot 
memtit  Tod. 

mö(ujg  PI.  amyäg  Wellen. 
mäs  Rasiermesser. 
mal  Bohne. 


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144 


Qßdtrag«  jur  femitircSci«  JäpriuSnufToifciaft. 


male  Pincette  zum  Feuerholen. 
mii/  PI.  amuäl  Besitz;  auch  zum 
Ausdruck  des  Genitivs  ge- 
braucht. 

min  Wasser;  litterarisch  mii.  min 
si/nj/j  von  selbst  fliessendes 
Wasser  (im  Gegensatz  zu  dem 
von  Maschinen  bewegten). 
me(i)dim  Platz. 
min  Fiskus. 
dies  Tisch. 
mit  Schminkgriffel. 

n 

nabah  Impf.  ( inbab  bellen. 

menbüh  heiser. 
neblig  Jujubenbaunt. 
tenbih  Anweisung. 
nein  PI.  anbifti  Prophet. 
ni/ie  Weibchen. 
neggär  Zimmermann. 
mingel  Sichel. 
negfejm  Sterne. 
min/jir  Nasenloch. 
nah(a)/  PI.  nab//  Palmen. 
nideb  preisen. 
nidäh  Impf,  iindab  rufen. 
n/da  Thau. 

ne ss  Impf  / in  iss  zittern,  sich 
fürchten. 
nisafi  Graben. 

nisal(a)  Impf,  iinsal(a)  ablegen 
(Kleider). 

uisel  Impf,  (insil  herabsteigen,  sich 
senken. 

nesib  Schwager;  Schwiegersohn. 
nisa  Impf,  iinsd  vergessen. 
nisä,  nisuan  Frauen. 
niliibe  Pfeil  des  Bogens. 
niled  Impf,  iinlid  fragen. 
nulür  Auferstehung  (litterarisch). 
nel/e  Husten. 
menlül  verschnupft. 


miss  Hälfte;  Mitte, 
itiisis  niedrig. 

nastb  Schicksalsanteil;  als  Ausruf 
im  Sinne  von  „schade;  es 
thut  mir  leid". 
näsba  Narbe. 
nnst  niedrig. 

mindara  PI.  menädir,  PI.  PI.  mena- 
deriit  Brille. 

niift  Impf,  ifnutt  aufspringen;  be- 
springen  (vom  Tiere). 
natab  Impf,  iintah  stossen  (vom 
Stier  i. 

III.  näfab  jmdn.  stossen. 
na  für  PI.  nüätir  Wächter. 
niteg(i)  Impf,  tintig  reden. 

II.  netteq  reden  lassen. 
onta  Impf,  {inti  geben. 
naifajg  Schafe. 

naiitra  Schöpfmaschine  mit  einem 
Rade. 

naias  Impf,  ienäifs  schläfrig  sein. 
naiäs  Schläfrigkeit. 
naifajsän  schläfrig. 
naia / Impf.  / in  in / verfluchen. 

nai(aj/e  Verfluchung. 
nlm.  IV'.  aniam  wohlthun,  in  d. 
Wunschsätze  aniam  Allah 
iale(i)k  Gott  lohne  es  dir. 
näiam  fein  (von  pulverisierten 
Sachen). 

nalliiie  Klagefrau. 
narf e)l  Bastard ; auch  Schimpfwort. 
nej a/i (?)  Impf,  iinfah  anblasen. 
nef(e)s  Seele;  auch  als  pron.  rec. 
bei  lebenden  Wesen  ge- 
braucht 

nifed{ ? ) Impf  tinfnd sich  entledigen. 
nuf(u)t  Petroleum. 
näffi(a)  nützlich;  tüchtig. 
munafiq  Übelthäter,  Betrüger. 
mangüb  durchlöchert. 
nigra,  ntigra  Loch,  Grube. 


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(nUtfjntr,  (TttuacaSifcSc  <0tfdStc$ftn  aus  btm  Jraq. 


145 


mingär  Schnabel. 
negis  unsauber,  schmutzig. 
mingäi  kleine  Pincette  zum  Dorn- 
ausziehen. 

nagas  Impf,  iingus  abnehmen  (vom 
Tage,  Wasser  etc.). 
uägif  fehlend,  zu  wenig. 
angas  nicht  ganz  richtigim  Kopfe. 
nigal  Impf  iingul  transportieren. 
VII.  Impf,  finnugel  fortgebracht 
werden. 

mangal  transportables  Kohlen- 
becken. 

mangane  Doppelkran  (=  4 '/2 
Piaster). 

menkib  PI.  manäkib  bewohnte 
Gegend  (litterarisch). 
mket  Impf,  iinkit  überlisten. 

nikta  PI.  mket  List 
mini  äse  Trinkbecher. 
nem(e)l  Ameise. 

neh/e)d  PI.  nuhüd  (weibl.)  Brust. 
nahf a jr  Fluss,  Kanal. 
nihär  Tag. 

nhi],  1 1 . [enehhigs  ch  reie  n (des  Esels). 
nö(u)be  Mal.  ennö(u)b  noch  ein  Mal. 

nöfujbttci  Wächter. 

HÖfuJga  Schild  oder  Zaun  aus  Rohr, 
um  dahinter  zu  jagen. 
näh  Impf  ifnhh  seufzen. 

näh  Seufzen. 
nauhida  Pilot;  Schiffer. 
när  Feuer. 
nur  Licht. 
nnra  Kalkstein. 
menära  PI.  menajr  Minaret. 
uiiäs  Präsent  bei  der  Hochzeit. 
näs  Menschen. 
näl  Impf,  {imis  berühren. 
nage  Kamelin. 
näm  Impf  tinäm  schlafen. 

menäm  Schlafort;  Schlaf. 
mjäie  PI.  nun  Kern. 

B^urige  zur  semit.  Sprach wiftscntchafl.  V. 


näc  Impf.  i?nic  coitieren. 

II.  neiiec  coitieren  lassen. 

VII.  innäcät  coitiert  werden. 
nie  Joch  beim  Pfluge. 
niiän  Ziel;  kleine  Erhöhung,  nach 
der  man  sich  beim  Reisen 
richtet;  Orden.  Daher  ncicn 
zielen  (woneben  auch  ahad 
niiän). 
nil  Indigo. 

ni/i  Schimmel  (vom  Pferde). 

h 

hä,  häh  siehe  da,  hailoh! 
hä  (hi  dieser. 

habei  Impf.  iehnbii  Getreide,  Reis 
zerstossen. 

II.  habbel  dass. 
hätim  herumirrend(f) 
hiii/ii  Impf,  tfhidd  loslassen;  sich 
stürzen  auf. 
hcdeb  Augenlid. 
hedef  Balken  am  Schöpfgerät. 
hdm.  VII.  inhidem  zerstört  werden. 
huditm  Kleider. 

hudä  rechte  Leitung  (litterarisch). 

/ledige  Geschenk. 
hcreg  Auktion. 
hortimän  Hafer. 

haraflm\d.itharnf  gehen,  trippeln. 
II.  harraf  sich  beeilen,  schnell 
hin-  und  hergehen. 
hsr.  II.  Impf. iehessär  beschneiden, 
den  Baum  von  unnützen 
Blättern  säubern. 
hsm  II.  hessein  entfliehen  lassen 
VII.  inhesem  fliehen. 
haff  schnell  Zuschlägen!?) 
hfy.  II.  haffa  wedeln. 
helbet,  he/beta  natürlich,  gewiss. 
halas  rupfen,  säubern. 
halcän  durstig. 

helhel  trillern  (der  Weiber  bei 
10 


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146 


Qjtiträg t jur  ftmttifötn  j&ptM8reifTtnf4«f<- 


freudigen  und  traurigen  Er- 
eignissen). 
häm  auclt;  doch. 

hamm  Impf,  ie/umni  sich  sorgen; 
Sorgen  machen. 
hiimm  PL  kfimüm  Sorge. 
mahmitm  sorgenvoll. 
niahmitz  Sporn. 

heut  an  willkommen,  Prosit.  Ant- 
wort darauf:  heiiäknin  Allah, 
tnühendis  Architekt. 

(e)hnäge  ein  Strick,  der  das  Polster 
auf  dem  Rücken  des  Stieres 
festhalt. 

(ejhuä  hier. 
hü  a er. 

hijs.  II.  haunes  eine  Hossesingen. 
höfiijse  eine  Art  Kriegs-  und 
Arbeitsgesang. 
höfuß  Rindvieh. 

hlt i_se  PI.  hauaii  Kuh. 
hälfen  Mörser. 

haya  Luft,  Wetter;  Wind,  haua 
iah  starker  Wind. 

(ejhuäi  sehr. 
hie,  hiit  so. 

heikat  Gestalt  (d.  Menschen,  Pfer- 
des). 

he(i)t  Muskatnuss. 
him  Instrument  (ein  dicker  Stock 
mit  eiserner  Spitze),  um  Pal- 
menschösslinge vom  Mutter- 
stamme loszutrennen. 

u 

yä,  ne,  u und. 
ijubär  Kamelshaar. 

uähriie  schwarzes  breites  Tuch, 
das  die  Frauen  um  den  Hals 
legen. 

notyet  stottern. 

mitgib  Grund,  bimügib  entspre- 
chend. 


ujfi.  II.  uitggaifaj  krank  machen. 
IV.  Impf.  fä(u}£al(a)  schmer- 


zen. 

itufcaifa)  Krankheit  Auch  als 
Fluch,  Schimpfwort  (==  Gott 
gebe  dir  Krankheit)  z.  B.  bei 
einem  Kinde,  das  nicht  zu 
schreien  aufhört. 
uufclan  krank. 
yugne  Backenknochen. 
yngah  PI.  yugüh  Gesicht;  Seite. 
ahad  ungah  fMüne  coitieren. 
munägaha  von  Angesicht  sehen, 
zusammen  sein  mit 
yähed  Fern,  nähde  einer,  yähdak 
du  allein. 
ynhie  Einsamkeit. 

nähhäi  PI.  yähahil  Wächter. 
uhr.  II.  uähhar  nach  hinten  bringen, 
wegrücken;  hinten  bleiben,  aus 
dem  Wege  gehen. 
ijiidd  Zeltpflock. 

udi.  IV.  audai(a)näkum  Adieu. 

Antwort:  fi  arnäni JHäh. 
yd{.  II.  uathia  hinlegen,  hinthun; 
hinbringen. 
yädl  Thal. 

tjdn  ('dn).  II.  iuyeddin  d.  Gebets- 
rufer ruft. 

tnneddin  Gebetsrufer. 
nrt.  X.  istäret  erben. 
nirfijl  Erbe. 

urd.  IV.  aured  Impf.  fo(n)rid  zur 
Tränke  herabführen. 
norde  Blume;  der  an  der  äusseren 
Nasenfläche  sitzende,  Blumen- 
form  habende  Nasenring. 
norge  PI.  anräq  Blatt  (eines 
Baumes,  Papier). 

uäruär  PI.  uürüyir  Revolver. 

yaryär  kesir  Klapprevolver. 
yarirn  geschwollen. 
yärä  hinter. 


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rnTüfjntr,  (Htuat«Bif<8«  <B«ft?it8f«n  aue  6<m  Jraq. 


uezir  PI.  uusarä  Vezier. 
utzre  i Bade  schürz. 
utzne  Gewicht;  auch  e.  bestimmtes 
Gewicht  (s.  u.  (e)trär). 

tnezän  Wage 
Uos(e)t  Mitte. 

uosti  in  der  Mitte  befindlich. 

uosta  Mitte. 
uogle  Stück. 
unsaf  beschreiben. 

II.  uässaf  beschreiben. 

IV.  iiusaf  beschreiben. 
uusal  Impf,  iifnl,  (o(u)fal  an- 
kommen; passieren. 
ifiifti  auftragen. 

II.  t/äsftt  Testament  machen; 
eine  Lehre  geben;  mit  ialä 
verbieten. 

unfi'ie  Testament;  Lehre. 
nuta  Impf  iäfa  treten. 

uäti  niedrig. 

mifii/a  eben. 
uaiad  versprechen. 

III.  ifüiad  dass. 

u/q.  VIII.  ittifaq  Übereinkommen. 
uufi  Impf,  {öfttjfi  erfüllen  (e.  Ver- 
sprechen). 

tjufa  Iirfüllung  des  Verspre- 
chens. 

uufasiz  verräterisch,  einer,  der 
sein  Versprechen  nicht  hält. 
mö(u)ged  Feuerstätte. 

V»ga  3( ajhnpf.  iigai(a),  (ö( u)gai( a) 
fallen;  auf  jem.  stossen,  ihn 
treffen. 

II.  uuggai(a)  hinwerfen,  fallen 
lassen. 

III.  uäga-lfa)  mit  der  Frau  zu- 
sammen sein. 

uugaf  \m\d.  iigaf,  ( ö(u)ga / stehen. 
uugaf  iemmak  bleib  hier 
stehen. 

uägfe  Standplatz. 


i/nkfijt  Zeit  min  uäk( i)t  früh. 

fait  uäkfijt  spät. 
uoki(a)h  unartig;  streitsüchtig. 
tiukar  Ort,  wo  die  Vögel  sich 
niederlassen. 
uekil  Vertreter. 

I ’fld.  V.  tenolledet  gebären. 
uoled  PI.  auläd,  qulfcjd  Knabe. 

Dirn,  ulefijd. 
uälid  Vater. 
ualide  Mutter. 
ualidc(i)n  Eltern. 

uälak,  rjä/ic  du  da  (Anrede  an 
niedriger  Stehende. 
fflm.\\\.q<ilam  gegenüber  stehen(?). 
uolem  Krankheit.  (Stamm:  ’/m.) 
tqiili  Gouverneur. 
uläia  PI.  ulälät  Gegend. 
maulä  Herr. 

uns.  (ns.)  V.  teuonnes  sich  amü- 
sieren; spazieren  gehen. 
qunsa  Vergnügen. 

;/«/.  (’«/)  II.  tfanmi  vorsichtig,  ver- 
ständig sein. 

uhm.  V.  tenähhem  sich  einbilden. 
uti ui  PI.  uäuiie  Schakal. 
naiyai  Ausruf  des  Staunens  oder 
des  Schmerzes. 
anefijläh  wehe! 
ijtlä  mit;  zusammen. 

Ui'l  (*=  ",?■?)•  VI.  tu  üiig  spähen, 
schauen. 

I (t(i)n  wo?  wohin? 


in  o. 

(äs,  iflsmin  Jasmin. 

labe. r Impf,  iebes  trocknen. 

V.  tiiabbes  trocken  werden. 
iiibes  trocken;  reif. 
intim  Waise. 

id  Dual.  idifijn  PI.  eidi  Hand; 
Vorderfuss  (des  Pferdes  etc.); 


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48 


®dtragr  jut 


Klöppel  beim  Mörser;  Hand- 
habe, Griff. 

(c title  Handhabe. 

/Vrrtrl'l./mfrii/Patronentasche.die 
der  Mann  um  die  Brust  bindet. 
iczma  Schleier,  Kopfbindc. 
eisar  Fern,  ifsra  links. 
itxsir  Ylptsetrei  Gefangene.  (Stamm : 

V) 

{tsiiiiir  (oder  usrnnit)  Kopftuch, 
auch  Kuffije  genannt. 


itiftir  Verbot;  verboten. 
iqn.  U.jiit/i/c/i  sicher  machen,  über- 
zeugen. 
iemin  bei. 

iemtii  wann?,  wofür  auch  t'iytiA( ijt. 

iemek  Essen. 

iamin  Fern,  iirnna  rechts. 

I amin  Eid. 
iitt/ai  langsam. 

löfiijm  PI.  /{tiiit,  aiiam  (litterarisch) 
Tag.  heliöfujm  heute. 


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DIE  GEDICHTE 


DES 


uDfatnmtß 


ARABISCH  UND  DEUTSCH 


BEARBEITET 

VON 

(goffere 


£dp3»g 

J.  C.  HINRICHS’sche  BUCHHANDLUNG 


1903 

Qpnffimort  fio«6on,  w.  c. 

TUE  JOHNS  HOPKINS  PRESS  I.l  ZAC  & CO.,  c.rkat  russeu.  str. 


T 


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INHALT 

Seile 

Einleitung 149 

Erklärung  einiger  Abkürzungen 165 

Arabische  Texte  mit  Anmerkungen 166 

Fragmente 204 

Übersetzung  »ler  Texte  I bis  XVII 212 

Register 224 

Metra  und  Keime  — Personenname»  (Individuen,  Stämme,  Götzen)  — Ortsname» 

— Sternnamen  — Assyrische  und  hebräische  Wörter  — Bibelstellen. 

Anhang:  Leben  des  Ilibatallah 228 

Nachträge 230 


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©te  (ßkbtcßfe  beer  (fllufafanrnts. 

Von 

K.  Völlers. 

Die  vorliegende  Arbeit  wurde  bereits  im  Sommer  1896  in  Kairo 
5 begonnen,  musste  dann  aber  in  Deutschland  lange  beiseite  gelegt 
werden.  Erst  im  Winter  190102  konnte  ich  sie  von  neuem  auf- 
nehmen (vgl.  unten  S.  160,  Z.  20).  Bald  nach  meiner  Übersiedelung 
hatte  Herr  Prof.  A.  Fischer  die  Güte,  mich  auf  die  Kollektaneen 
Thokukckk's  zu  Mutalammis  aufmerksam  zu  machen,  sie  mir  zu 
10  schicken  und  mir  über  einige  Stellen  seine  Ansicht  zu  aussern.  Herrn 
Prof.  A.  A.  Bf.VAN  (Cambridge,  England)  verdanke  ich  die  Kollation 
der  Handschrift  des  British  Museum.  Als  Herr  Dr.  R.  Geyer  (Wien) 
von  meinem  Vorhaben  hörte,  beeilte  er  sich,  mir  seine  Kollektaneen 
hierzu  zur  Verfügung  zu  stellen,  darunter  eine  durchgängige  Musterung 
■5  des  l.isän  und  des  Tag  al'Ariis.  Was  ich  THORBECKE  entnommen 
habe,  wurde  durch  eckige  Klammern  (und  bisweilen  Tll.),  was  ich 
R.  Geyer  entnommen,  ebenso  mit  dem  Zusatze  R.  G.  gekennzeichnet. 
Herrn  Dr.  G.  Kampff.MEVER  (Halle  a.  S.)  verdanke  ich  wertvolle  Mittei- 
lungen aus  der  Bibliothek  der  Deutschen  Morgenländischen  Gesellschaft. 
20  Die  Erklärung  einiger  Abkürzungen  findet  sich  auf  S.  165. 


Gerir*  b.  ‘Abdelmesih  (oder  'Abdel  ’ozzä)**  b.  ‘Abdallah 
b.  Zeid***  b.  Daufan  b.  Harb  b.  Wahb  b.  Guleii  b.  Ahmas  b. 
Dubei'a  b.  Rabi'a  b.  Nizär  b.  Ma'add  b.  ‘Adnänf  ist  nach  der 

* Nur  G.  heisst  der  Dichter  J acut  IV  769,  3 (Diwin  IV).  Vielleicht  ist  unser 
25  Dichter  auch  gemeint,  wenn  Frbytag  Lexicon  s.  v.  a sagt:  Djerir.  Dito, ; vgl. 
Matal  VI  1. 

Üo  Hi/ Aua  III  73.  6,  wie  Ihn  Quteiba,  Agani  XXI  187.  15  und  HibatalUh  fol.  19* 

<>•  301. 

***  So  Hiz.  a.  a.  O.  und  Wüstknfeld,  Tabellen , A 10.  Ohne  Z. : Ag.  XXI  186,  1; 
30  187,  13-  Z.  wird  im  Diwin  I 17  erwähnt. 

t Am  vollständigsten  Hiz.  a.  a.  O,  Das  Gerir  b,  Jedid  der  Kinleitung  des  DiwAns 
ist  sonst  nicht  bezeugt  über  die  Genealogie  vgl.  noch  Ibn  Doreid’s  Handbuch  192,  13. 
Beitrage  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  II 


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1 50 


Qßcitrig«  jur  ftmtufdltn  /Sprac8nM(f<>if{8<ift. 


Überlieferung  der  genealogisch  vollständige  Name  des  Dichters,  den 
wir  nach  dem  Vorgänge  der  Araber  als  al  Mutalammis  zu  bezeichnen 
pflegen.  Wie  bei  vielen  anderen  Dichtern  wird  der  Beiname  — in 
diesem  Falle  wohl  mit  Recht  — auf  einen  seiner  Verse  zurückgefubrt 
( Diwan  V 9'.*  5 

In  der  Einleitung  des  Diwans  wird  er  ad  Dubai  genannt.  Von 
den  drei  Stämmen,**  die  den  Namen  Dubtia  tragen  und  die  alle 
der  Gruppe  der  Habt  a angehören,  heisst  der  Stamm  des  Dichters 
im  engeren  Sinne  D.  b.  Habt a oder  Duba  at  Adgam.  Von  ihrer  Ge- 
schichte ist  uns  einiges  auf  bewahrt.***  *° 

Als  wichtigste  Quelle  für  die  Kenntnis  der  Persönlichkeit  und 
der  Schicksale  des  Mutalammis  muss  der  Diwan  angesehen  werden. 
Wir  erfahren  hier,  dass  der  Lebensgang  des  Dichters  vor  allem  durch 
zwei  Umstände  bestimmt  wurde,  durch  das  Verhältnis  zu  seinen  Ver- 
wandten, und  durch  die  Beziehungen  zum  Hofe  von  Hira,  wo  er  zu-  15 
sammen  mit  seinem  Neffen  7'arafa  weilte,  wo  beide  den  bekannten 
Uriasbrief  erhielten,  was  den  Tod  des  einen,  und  die  Flucht  des 
anderen  zur  Folge  hatte.  Während  die  gelehrte  Überlieferung  fast 
ausschliesslich  über  das  Verhältnis  des  Dichters  zu  seinem  Neffen 
spricht,  gestattet  uns  der  Diwan  nicht  nur  einige  Blicke  in  die  20 
Stammesfehden  von  Ost-Arabien  zu  thun,  sondern  auch  die  Persön- 
lichkeit des  Dichters  in  den  Hauptzügen  zu  verstehen. 

Die  Stücke  des  Diwans,  welche  die  Stellung  des  Mutalammis 
unter  seinen  Verwandten  und  die  inneren  Fehden  der  eigenen  und 
benachbarten  Stämme  beleuchten,  sind  I,  IV' C (d.  h.  vv.  13.  14.  15.  25 
18I,  VB  (d.  h.  vv.  10—13),  VII  (vv.  4.  5.  6.  10?)  XIII,  XIV  u.  XVI. 

Nach  I 17  Anm.  erklärte  "Usum  von  den  Dubei'a,  dass  Muta- 
lammis nicht  zu  ihnen,  sondern  zu  den  Jaskur  gehöre.  Und  als  'Amr 

* Zum  Ausdruck  Mutalammis  vgl.  ausser  dem  Diw&n  XIV  9 noch  NOU>kke. 
Beiträge  136;  Sibaw.  I 133,  10;  KÄmil  774,  17  (II  31 1,  5);  Arab.  Urkunden  d.  Kgl.  30 
Museen , Merlin  ,18961  Nr.  3,  Z.  10;  IJcid  II  81,  20.  Zur  Bedeutung  im  Diw&n  V 9: 
b.  I>E  Sacy,  Auf  hol.  Gramm.  457  fT. : <///»'  eher  ehe  avidement , darnach  M KI  IREN,  Rhetorik 
291:  der  gierige  Sucher,  CaüSSJN  DF.  Perceval,  Essai  II  348  le  solliciteur,  FREYTAG, 
I/amasa:  in/estans\  RucKEKT:  unbändig . Derselbe  Name  auch  Sharastani  ed.  Cu- 
re TON  443,  7 (NVright,  Reading  Book  161,  4)  und  bei  einem  spanischen  Juristen  1 al  35 
Mackari,  Analectes  II  198,  2). 

**  Ag.  XXI  186,  3 fT.  Kaiuil  276,  7!.  Abulf.,  //ist.  anteisl.  194,  2.  Zu  den  U,  b. 
Qais  b.  TVlaba  gehörte  Tarafa.  Ausserdem  nennt  Jacut  III  782,  9 noch  einen  jeme- 
nischen  Stamm  dieses  Namens,  dessen  Reste  bei  el-Medina  wohnten. 

***  Ag.  XXI  186.  Über  die  Bubet a im  allgemeinen  vgl.  Jacut  III  464;  llamdani  40 
139,  14  (vgl.  163,  4);  W.  R.  SMITH,  Kinship  and  Marriage  (1885)  S.  198 f.;  SOC1N, 
Diwan  69,  4;  Weluiauskn,  Skisxen  IV  b.  r.,  £ 54.  Von  den  D.  war  der  Hanife  Abu 
*Ainir  (Ibn  Ilischam  561,  17),  und  der  Übcrlicfcrcr  Abü  Gamra  ^ in  berahs  128  AII). 
Über  den  Meidani  II  332  «JSul.h 


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(öofftr».  (ScbidSff  5c«  QUufafümmie.  1 5 1 

b.  Hind  in  Hira  den  Jaskuriten  al  Härit  b.  et  Tau’am  fragte*  wohin 
M.  gehöre,  antwortete  dieser,  bald  wolle  er  zu  den  Jaükur**  und 
bald  wieder  zu  den  Dubei'a  gehören.  Der  König  verfehlte  nicht, 
dieser  Aufklärung  eine  höhnische  Bemerkung  hinzuzufügen.  Der 
5 Dichter  singt  hier  in  I das  Lob  seiner  Mutter,***  erklärt  nachdrück- 
lich zu  den  Dubei'a  zu  gehören,  aber  zugleich,  dass  die  Jaskur  und 
die  Dubei'a  zusammen  gehören.  Er  warnt  vor  der  unnötigen  Ver- 
schärfung unbedeutender  Gegensätze,  um  schlimmere  Folgen  zu  ver- 
hüten. 

10  Der  Gegensatz,  den  wir  in  I am  deutlichsten  erkennen,  scheint 
auch  in  dem  dunkeln  und  versprengten  Stück  IV  13.  14.  15.  t8  vor- 
zuliegen. Der  Gegner  ist  auch  hier  al  Härit  (15)  und  die  Unfeinheit, 
mit  der  die  Jaäkur  ihm  sein  Beisassentum  vorriicken  (18)  hat  tiefe 
Verstimmung  bei  dem  Dichter  hinterlassen.f  Etwas  deutlicher  ist 
15  das  Fragment  V 10 — 13.fi  Wir  befinden  uns  nach  v.  1 1 in  Ost- 
Arabien,  zwischen  der  Jemäma  und  der  Küste.  Die  hier  erwähnten 
Qurrän  waren  den  Späteren  als  Ortsname  noch  wohlbekannt.  Nadir, 
der  Sohn  des  I 4 genannten  Buhta,  wird  hier  als  Freund  des  Dichters 
genannt,  neben  Guleii  und  Ahmas  (v.  12),  gegen  den  Jaskuriten 
20  Hubeib  richtet  sich  der  Vorwurf  (v.  13).  In  VII  8 (vergl.  unten 
S.  156,  Z.  37  über  das  Gedicht)  finden  wir  wieder  eine  Anspielung 
auf  die  üble  Behandlung  des  Dichters  durch  die  Jaäkur  und  seine 
Hinwendung  zu  den  Dubei'a. 

. Das  Gedicht  XIII  führt  uns  ebenfalls  in  innere  Fehden  der  ost- 
25  arabischen  Stämme.  In  v.  1 werden  die  Dubei'a  erwähnt,  v.  5 die 
Ilanifa,  die  Bewohner  des  Wädi  al  'Erd,  das  V 9 als  Wohnort  des 
Dichters  genannt  wird.  Wie  mehrmals,  so  ruft  auch  hier  der  Dichter 
seine  feigen  Stammesgenossen  zum  entschlossenen  Widerstande  auf 
(vv.  3.  6).  Die  Einzelheiten  bleiben  dunkel,  da  die  Überlieferung  hier 
30  versagt.  Um  ähnliche  Fehden  der  Stämme  scheint  es  sich  auch  in 
XVI  zu  handeln,  wenn  man  das  Gedicht  nicht  auf  den  Gegensatz 
zum  Hofe  von  al  Hira  beziehen  will  Die  Muhärib  (v.  2)  ver- 
setzen uns  an  die  ostarabische  Küste  oder  das  Hinterland  davon. 

* Diwan,  Einleitung,  Ag.  i86f.,  Hi*.  IV  21 5 f. 

35  **  Ibn  Doreid  205,  3;  Fihrist  54,  15.  Über  al  Härit . Ibn  Dorcid  206,  13  fr. 

***  Nur  in  dem  Fragment  XXXIX,  aus  dem  jk^Ll  des  Ibn  as  Sikkit. 

wird  der  Name  der  Mutter  und  ihre  Herkunft  von  den  Dänin  genannt  Die  Darim  b. 
Milik  b.  Hanxala  gehörten  tu  der  grossen  Gruppe  der  Temtin.  Damit  ist  Fragment 
XXXIII  zu  vergleichen. 

40  f Ebenso  dunkel  ist  das  in  VII  eingeschobene  Stück:  vv.  4.  5.  6,  vielleicht 

auch  v.  10. 

ff  Die  Überlieferung  nennt  hier  nur  einen  Zwist  zwischen  den  Dubci  a und  den 
llekr  (Ham.  322,  zu  v.  1;  vgl.  324,  zu  v.  3)  oder  zwischen  den  Hanifa  und  den  Dubci  a 
1 Hizäna  III  270,28). 

11* 


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1 5- 


$ur  ffmitifcßcn  ßpraifreifTtnMoff. 


Das  Gedicht  XIV'  spricht  von  einer  gastlichen  Aufnahme  des 
Dichters  bei  Qais  dem  Jemeniten  (w.  7.  9),  der  in  der  Handschrift 
des  British  Museum  genauer  als  Qais  b.  Ma'dikarib  bezeichnet  wird. 
Leider  fehlt  uns  jede  weitere  Nachricht  über  den  hier  zu  Grunde 
liegenden  Vorgang.  Da  aber  in  den  ausführlichen  Berichten  über  die  5 
Beziehungen  des  Dichters  zu  Hira  dies  Ereignis  mit  keinem  Worte 
erwähnt  wird,  thut  man  am  besten,  diese  Reise  als  eine  Folge  des 
Zerwürfnisses  mit  seinen  Verwandten  zu  fassen. 

Wie  schon  erwähnt  wurde,  hat  die  Überlieferung  sich  fast  aus- 
schliesslich dem  gemeinsamen  Aufenthalt  des  Mutalammis  und  des  io 
Tarafa  am  Hofe  von  Hira  und  den  sich  hieraus  entwickelnden  Folgen 
zugewendet.  Bei  dieser  Gelegenheit  mag  ein  Umstand  erwähnt  werden, 
den  die  Überlieferung  zwar  berichtet,  aber  nicht  weiter  beachtet  hat. 
Der  Name  des  Vaters  unseres  Dichters  ist  halb  heidnisch,  halb  christlich. 
Will  man  diese  Nachricht  anerkennen,  so  deutet  sie  darauf,  dass  der  15 
Vater  von  M.  unter  christlichen  Einflüssen  gestanden  hat;  die  Bei- 
behaltung des  heidnischen  Namens  lässt  sich  so  erklären,  dass  seine 
Landsleute  den  Übertritt  zum  Christentum  nicht  anerkannten,  oder 
dass  er  rückfällig  wurde.  Da  jede  weitere  Aufklärung  fehlt,  müssen 
wir  die  Frage  offen  lassen,  ob  der  ernste,  im  Alter  stark  zum  Para-  20 
netischen  und  stets  zum  Hinweise  auf  grosse  Vorbilder  geneigte  Sinn 
des  Dichters  auf  diese  Einflüsse  zurückzuführen  ist.  Jedenfalls  kann 
uns  das  Auftreten  christlicher  Propaganda  in  Ost-Arabien  um  die 
Mitte  des  sechsten  Jahrhunderts  n.  Chr.  nicht  befremden.  Denn  Ost- 
Arabien  stand  politisch  und  kulturell  in  Abhängigkeit  von  Hira,  und  25 
um  dieselbe  Zeit,  von  der  wir  hier  sprechen,  gründete  Hind,  die 
Mutter  des  ‘Amr,  mit  dem  Mutalammis  zu  thun  hatte,  ein  Kloster, 
dessen  Weihinschrift  uns  von  den  Arabern  mitgeteilt  ist.* 

Aus  den  ältesten  Beziehungen  des  Mutalammis  zu  Tarafa**  wird 
eine  Episode  erzählt,  die  allerdings  berechnet  ist,  die  geistige  Reife  30 
des  jungen  Tarafa  ins  Licht  zu  stellen,  aber  hier  nicht  unerwähnt 
bleiben  darf.  Ich  meine  jenen  von  dichterischen  Vorträgen  begleiteten 
Mcglis,  der  bald  ins  Lager  der  Dubei'a,  zu  denen  Tarafa  gehörte, 
bald  an  den  Hof  von  Hira  verlegt  wird.***  Unser  Dichter  oder  nach 
anderen  Nachrichten  der  ihm  genealogisch  nicht  fernstehende  al  Mu-  35 
saijab  b.  'Alas  trug  einige  Verse  zum  Lobe  eines  trefflichen  Reit- 

* Ilckri  364;  Jacut  II  709. 

**  M.  war  Oheim  des  T.  von  mütterlicher  Seite  (Ag.  XXI  187,  14)  vgl.  SEL1GS0H>’, 
Tarafa,  S.  3. 

***  Ag.  XXI  203  (LA.  XII  241,  7 fl".);  Mcidani  II  246  II  34);  A.  P.  (aussin  DE  40 
PkrCEVAI.»  Essai  II  345;  Si  LIGSOIIN,  Tarafa  4!.  Ihn  ‘.\bd  R abbuh,  jJläJI  III  (12931 

156,  29;  lbn  Quteiba  cd.  de  Goeje  88.  Zum  Ausdruck  vg!.  noch  SoctN, 

Diwan  III  283 8. 


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(öoflfre,  SeSicSlc  io  (fttulafammis. 


'53 


kamejs  vor,  deren  Text  unten  (als  Fragment  XXXVIII)  mitgeteilt  ist. 
Tarafa,  dessen  knabenhaftes  Alter  hier  stets  hervorgehoben  wird, 

fühlte  sich  veranlasst,  den  aus  Jemen  stammenden  Ausdruck 

der  hier  auf  das  männliche  Tier  angewendet  war,  zu  rügen  und  rief 

5 keck  aus:  Juil  Jö  das  Kamel  ist  hier  zur  Kamelstute  ge- 

worden! Die  Redensart  soll  aus  diesem  Anlass  sprichwörtlich  ge- 
worden sein.  Nach  Einigen  hat  unser  Dichter  schon  damals  dem 
Tarafa  sein  Verhängnis  angedeutet. 

Über  den  Aufenthalt  der  beiden  Dichter  am  Hofe  von  Hira,  ihre 
10  Beziehungen  zu  ‘Amr  und  dessen  Bruder,  die  Vorbereitung  und  den 
Ausbruch  der  Katastrophe  liegen  verschiedene  mehr  oder  weniger 
ausführliche  Berichte  vor,  in  denen  im  günstigsten  Falle  der  Kern 
als  geschichtlich  anerkannt  werden  kann. 

Die  Erzählung,  die  im  Diwan  die  Einleitung  zu  Gedicht  III 
15  bildet,  fügt  den  bisher  bekannten  Berichten  manche  neue  Züge 
hinzu*  Da  diese  Vorgänge  die  einzigen  sind,  aus  denen  heraus  die 
Chronologie  unseres  Dichters  sich  konstruieren  lässt,  dürfen  wir  nicht 
unterlassen,  die  Angabe  des  Diwans  hierüber  zu  prüfen  und  mit  den 
übrigen  Berichten  zu  vergleichen.  In  Übereinstimmung  mit  den  zu- 
jo  verlässigsten  Berichten  nennt  der  Diwan  (IV  12)  ‘Amr  und  Qäbüs 
nebeneinander.  Und  II  2 wird  der  König,  der  den  Dichter  aus  seinem 
I-ande  verbannt  hat,  neben  Hind  genannt.  Diese  Angaben  genügen, 
um  erkennen  zu  lassen,  dass  wir  es  mit  Hind,  der  Frau  des  554  n.  Chr. 
im  Kampfe  bei  Hijär  gefallenen  Mundir  (III)  von  Hira,  und  ihren 
25  Söhnen  und  Nachfolgern  ‘Amr  (r.  554-  569)  und  Qäbüs  (c.  569 — 573) 
zu  tbun  haben. 

Anderer  Lahmiden  wird  im  Diwan  nur  noch  einmal  gedacht, 
nämlich  VI  11,  wo  zwei  Söhne  der  Umäma  und  al-Aswad  erwähnt 
werden.  Über  eine  dem  Hause  von  Hira  angehörige  Umäma  haben 
30  wir  nur  eine  kleine  Notiz  bei  Jäqüt  (IV  130,5),  wo  gesagt  wird,  dass 
Mundir  (III)  nach  der  Hind  ihre  Schwester  Umäma  heiratete,  die 
ihm  einen  Sohn  gebar,  der  ebenfalls  den  Namen  ‘Amr  erhielt.  Von 
zwei  Söhnen  der  Umäma  ist  nirgends  die  Rede.  Der  Name  al-Aswad 
tritt  in  der  Geschichte  der  Lahmiden  zweimal  auf.  Der  erste  dieses 
35  Namens,  Sohn  des  Mundir  (I)  und  der  Hirr,  muss  der  zweiten 
Hälfte  des  fünften  Jahrhunderts  n.  Chr.,  der  zweite,  Sohn  des  Mundir 
(IV)  und  der  Mürija,  dem  Ausgange  des  sechsten  Jahrhunderts  n.  Chr  . 
angehören.**  Zu  den  chronologischen  Schwierigkeiten,  die  also  der 

* Vgl.  die  unten  im  Diwan  zwischen  II  und  III  am  Kopf  des  Sahlfa-Rerichtes  an* 
40  geführte  Littcrmtur  und  IiROCKELMANN,  Arab.  Li  Hera  für  I 23.  Die  feste  Prägung  des  Aus. 
druck*  scheint  auf  al-Ferazdatj  zurückzugehn  (Ag.  XXI  197,  24). 

**  \ ÖLDE KE,  Perser  u Araber  132  u.  313;  G.  KOTHRIFIN,  Lahmiden  109. 


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'54 


Qjjülrägi  ;ur  fonififcB.-n  £prat8irifr<tifc$aft. 


Vers  VI  1 1 bereitet,  tritt  noch  hinzu,  dass  er  den  Zusammenhang 
unterbricht  und  Ag.  XXI  201,20  auch  fehlt.  Wir  können  demnach 
kein  Bedenken  tragen,  ihn  für  einen  Zusatz  zu  halten,  in  dem  die 
chronologische  Konfusion,  die  so  oft  hier  zu  beobachten  ist,  zum 
Ausdruck  kommt.  Dass  hier  der  jüngere  Aswad  gemeint  ist,  geht  5 
aus  dem  Scholion  zu  VI  i 1 hervor,  wo  er  als  Bruder  des  No'män  be- 
zeichnet wird,  der  als  N.  III  circa  580—602  regierte. 

Aber  wir  haben  auch  andere  zerstreute  Spuren  davon,  dass  eine 
jüngere  Überlieferung  den  Aufenthalt  der  beiden  Dichter  am  Hofe 
von  Hira  nicht  in  die  Zeit  des  'Amr  b.  Hind,  sondern  später  verlegte.  10 
In  Fragment  XVIII  wird  Mundir,  d.  h.  nach  dem  Obigen  vielleicht 
M.  IV,  der  Vater  des  No'män  und  des  Aswad,  als  Urheber  der  ver- 
hängnisvollen iifcSP  verwünscht.  Andere  fassten  diesen  No'män  (III), 
den  Gönner  des  Näbiga,  der  mehr  als  irgend  ein  anderer  Lahmide 
in  der  Erinnerung  der  Araber  haftete,  auch  als  den  Fürsten,  bei  dem  '5 
Mutalammis  verkehrte,  und  mit  dem  es  zum  Bruche  kam.  Darauf 
deutet  die  in  der  Hamäsa  323,  v.  4 (unten  Diwan  V 8)  enthaltene 
Bemerkung:  II  — das  Fragment  XXIX,  in  dem  Abu 

Qäbüs,  das  ist  eben  dieser  No'män,  als  Gönner  des  Dichters  genannt 
wird  und  der  Ag.  XXI  198,4  ff.  gegebene  Bericht  des  Abu  'Obeida  20 
über  den  Anlass  von  Gedicht  VI,  der  schon  durch  v,  12  entkräftet 
wird,  wo  ‘Amr  und  Qäbüs  genannt  werden. 

Der  Zeit  vor  dem  Bruche  kann  keines  der  im  Diwän  enthaltenen 
Gedichte  zugewiesen  werden.  Das  unten  als  Fragment  XXXIV  auf- 
geführte Stück  könnte  mit  Ibn  as-Sikkit  hierher  gezogen  werden,  25 
weil  'Amr  b.  Hind  darin  angeredet  wird.  Aber  man  muss  sich  doch 
fragen,  wie  eine  solche  Sprache  denkbar  ist,  solange  der  Bruch 
zwischen  dem  Fürsten  und  den  beiden  Dichtern  noch  nicht  einge- 
treten war.  Es  empfiehlt  sich  daher  wohl  mehr,  dies  Stück,  wenn 
man  es  überhaupt  dem  Dichter  lassen  will,  aus  der  späteren  Zeit  zu  30 
erklären,  die  Anklagen  sind  dieselben,  die  auch  in  VI  14.  16  ihren 
Widerhall  finden* 

Ungefähr  die  I lälfte  des  Diwans  beschäftigt  sich  mit  der  den 
Aufenthalt  der  Dichter  am  Hofe  von  Hira  abschliessenden  Katastrophe: 
der  Entdeckung  des  Treubruchs,  dem  Untergang  des  jungen  Tarafa,  35 
der  Flucht  des  Mutalammis  und  seinen  Bemühungen,  der  Rachsucht 
des  Fürsten  zu  entgehen  und  die  Stammesfreunde  gegen  ihn  in  Be- 
wegung zu  setzen,  um  Tarafa  zu  rächen.  Hierher  gehören  die  Stücke: 
m,  IX,  X;  II,  IV.  w.  I 12.  16.  17,  VA  (d.  h.  w.  1-9)  VI,  VII,  XII 
u.  XV.  4° 

Das  Gedicht  III,  das  in  knappster  Form  die  Entdeckung  des 

* Vgl.  Seligsohn,  Tarafa , S.  los,  XIX. 


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QJolTtre.  Sie  Qtlu<<»famims. 


>55 


Schriftgehei mnisses  ausspricht,  kann  in  seiner  Echtheit  kaum  ange- 
fochten  werden.  Dagegen  scheint  es  mir  erwägenswert  zu  sein,  ob 
es  nicht  ein  Stuck,  wahrscheinlich  der  Schluss  eines  grösseren  Ganzen 
ist.  Die  Wirkung  und  Verbreitung  des  Gedichtes  lässt  sich  zum 
5 Teil  aus  den  unzähligen  verschiedenen  Fassungen,  in  denen  es  uns 
überliefert  ist,  ermessen.  Der  Schauplatz  des  Ereignisses  wird  meist 
nach  Babylonien,  in  die  Nähe  von  Hira,  verlegt;*  hingegen  nennt 
die  im  Diwan  als  Einleitung  zu  Gedicht  111  gegebene  Erzählung  die 
ostarabische  Küste.**  Der  Weg  war  im  ganzen  ja  vorgezeichnet, 
10  da  der  Statthalter  oder  Kommissar  des  Lahmiden  in  Bahrein  seinen 
Sitz  hatte;  alles  einzelne  wird  auf  Vermutung  beruhen. 

Bleiben  wir  einstweilen  bei  dem  Schicksal  des  Tarafa,  so  schliesst 
sich  hier  X an,  das  ebenso  kurz  und  eindrucksvoll  wie  in  seiner  Art 
III  den  Leichtsinn  und  das  traurige  Ende  des  jungen  Mannes  beklagt. 
>5  Über  die  Art  seiner  Tötung  weiss  die  Legende  schon  der  ältesten 
Zeit  manches  zu  erzählen.  Fassen  wir  VI  10  und  X 2 zusammen,  so 
ergiebt  sich,  dass  Tarafa  enthauptet  w'urde;  dann  stiess  man  ihm 
eine  Lanze  durch  den  Leib  und  trug  die  so  geschändete  Leiche  auf 
einem  Speer  liegend  davon  oder  zur  Schau  umher. 

20  Trotz  der  vielen  Gedichte,  die  sich  mit  den  Folgen  dieses  Ereignisses 
beschäftigen,  wird  es  doch  schwer,  ein  geordnetes  Bild  der  Ent- 
wickelung der  Dinge  zu  entwerfen.  Die  Stücke  II  und  IX  müssen 
bald  nach  der  Katastrophe  entstanden  sein.  Überaus  eindrucksvoll 
ist  II.  Das  auch  IV  16  erwähnte  Ausweisungsgebot  gegen  den  Dichter 
25  wird  vorausgesetzt.  Der  Fürst  wird  mit  fortgesetztem  Jligä  bedroht, 
sein  Charakter  wird  verunglimpft,  seine  Vorfahren  werden  verdächtigt 
Dass  IX  auch  sehr  früh  angesetzt  werden  muss,  scheint  mir  aus 
vv.  2.  3.  6.  8 — 10  zur  Genüge  zu  erhellen;  7b  ist  wohl  auf  den  Statt- 
halter des  Fürsten  zu  deuten.*** 

3°  Während  hier  aber  v.  9 ausgesprochen  wird,  dass  er  seinen 
eigenen  Stamm  verlassen  habe,  um  ihn  nicht  der  Rache  des  Lahmi- 
den auszusetzen,  deuten  andere  Stücke  mehr  darauf,  dass  der  Dichter 
erst  noch  eine  Zeit  lang  unter  den  ihm  nahe  stehenden  Stämmen 
gegen  ‘Amr  agitiert  hat  und  dass  die  Sahifa-Katastrophe  den  schon 
35  vorhandenen  Unruhen  und  Parteiungen  jener  Gegenden  neue  hinzu- 

* Bei  cu-Xcgef:  Ag.  XXI  194,  26;  195,  iS. 

**  Am  Gewässer  Muhallim,  bei  den  Burgen  al-Musaqqar  und  as-§afa,  nahe  der 
Stadt  Hagar.  Der  Wasserreichtum  dieser  Gegend  erinnert  an  die  im  DiwAn  V 8h  vor- 
ausgesetzten und  von  Palcrave  bei  c-RiAd  beobachteten  Verhältnisse. 

40  ***  Die  Daufan  stehen  genealogisch  dem  Dichter  nahe  (Ibn  Doreid  I92,  9).  Cber 

den  mit  ihm  genannten  ßuhta  vgl.  DiwAn  I 4.  17.  Ibn  Coteiba  (. Handbuch  44,  18) 
nennt  diese  beiden  Sippen  geradezu \\  Sonst  werden  die  QilAba  (DiwAn 

VI  161  oder  die  Pubei*a  (KAmil  276,  8)  so  genannt. 


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Qßtitr£ä[<  $wr  fenitttfcfcit  fipracßmlftnfc&aft. 


156 

gefügt  hat,  die  schliesslich  den  Dichter  veranlassten,  seine  Verwandten 
und  seine  Heimat  auf/.ugeben,  um  bei  den  alten  Gegnern  der  Lahmi- 
den,  den  GassAniden,  Zuflucht  und  Schutz  zu  suchen.  Ob  die  in  XIV' 
erwähnte  Flucht  nach  Jemen  auch  in  diesen  Zusammenhang  gehört, 
bleibt  unklar.  5 

Dagegen  sind  mit  Bestimmtheit  von  IV  hierher  zwei  Stücke  zu 
ziehen,  einerseits  w.  I — 5,  andererseits  w.  6 — 12.  16.  17.  Dort  werden 
die  Ilekriten  wegen  ihrer  Saumseligkeit  in  Sachen  der  Rächung  des 
Tarafa  gerügt  und  auf  das  Beispiel  des  *Iläf  und  des  SAma  b.  I.u’aii 
verwiesen,  die  die  Auswanderung  der  Unterwerfung  und  Demütigung  10 
v'orzogen.  In  dem  zweiten  Fragment  wird  der  Bruch  mit  dem  Lahmi- 
den  und  die  Hoffnung,  im  HaurAn  oder  in  der  Damascene  bei  den 
GassAniden  eine  neue  Heimat  zu  finden,  ausgesprochen.  Das  Reit- 
tier möchte  gern  seinen  alten  gewohnten  Weg  zwischen  Hira  und  der 
JemAma  gehen  (v.  10),  aber  damit  ist  es  vorbei,  es  muss  westwärts  15 
ziehen.  Zugleich  erhalten  wir  hier  einen  wertvollen  Wink,  wo  die 
Herrschaft  der  GassAniden  um  560  n.  Chr.  ihren  Mittelpunkt  hatte.* 
Leider  ist  die  Lage  des  VI  15  in  ähnlichem  Zusammenhänge  genannten 
Gäwa  nicht  zu  bestimmen.  Zeitlich  muss  VA  vor  den  soeben  ge- 
nannten Stücken  von  IV  liegen.  Es  wird  Rache  gepredigt  (v.  4)  und  20 
auf  das  Beispiel  von  Qa$ir  und  Beihas  Ka'ama  verwiesen.  Und  sollte 
es  dem  Lahmiden  einfallen,  die  Verwandten  der  beiden  Dichter  in 
ihrem  eigenen  Lande  aufzusuchen,  so  wird  ihm  trotzig  und  höhnisch 
ein  würdiger  Empfang  in  Aussicht  gestellt  (w.  8—9).**  Nicht  mit 
Unrecht  gehört  dieser  letzte  Vers  zu  den  meist  citierten  unseres  25 
Dichters.  Dieselbe  stolze  Herausforderung  kommt  in  XV  zum  Aus- 
drucke, obwohl  hier  nicht  alles  klar  ist.  Das  Gedicht  VI  steht  ab- 
gesehen von  dem  jüngeren  Nest/>  (vv.  1 — 2)  diesem  Gedankenkreise 
nahe.  Die  Situation  ist  in  der  I leimat  des  Dichters,  mit  dem  ‘IrAq 
ist  es  aus  (v.  3),  das  Reittier  soll  nordwärts  seinen  Lauf  wählen  (v.  4),  30 
wo  gastfreie  Leute  den  Dichter  erwarten  (V.  9)  im  Gegensatz  zu  dem 
schmählichen  Empfang,  den  der  arme  Tarafa  tv.  10)  bei  seinen  eigenen 
Leuten  erhalten  hat.  Mit  wilder  Wut  werden  die  durch  die  Ermordung 
des  Tarafa  betroffenen  Stämme  gegen  ‘Amr  wie  Hunde  Regelt  ein 
Jagdtier  gehetzt  (v.  18).  Als  die  engere  Sippe  der  beiden  Dichter  35 
treten  hier  die  Bann  Qildba  auf  (v.  16). 

In  VII  kommen  verschiedene  Stimmungen  zum  Ausdruck,  einer- 
seits Eifersüchteleien,  Trennung  und  neue  Gruppierung,  der  alte 
Gegensatz  zwischen  den  Jaskur  und  Dubei'a  (v.  8),  andererseits  der 
Bruch  mit  Hira  (v.  9)  und  der  Entschluss  nach  dem  .Westen'  aus-  40 

* Vgl.  NöLDRKE,  Die  Ghassanischen  Fürsten  (1887)  S.  50 — 52. 

**  Das  v.  6 erwähnte  al-Gaun  ist  vielleicht  identisch  mit  II.  Kieperts  ( Arabien  1867 
n.  sonst)  DJün.  Prof,  J.  J.  IIrss  bezweifelt  die  Richtigkeit  dieses  Namens. 


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(Boffitg,  (ßcbicBft  bf«  Qtlufafatntm». 


157 


zuwandern  (v.  10).  Schwieriger  noch  ist  XII  zu  beurteilen.  Nach  dem 
Scholion  zu  v.  2 richtet  die  Spitze  sich  gegen  ‘Amr  b.  Ilind,  der  die 
ostarabischen  Stämme  unterworfen  hat.  Die  Bekr  werden  im  Gegen- 
satz zu  IV  1 hier  wegen  einer  früheren  Episode  ihrer  Geschichte 
5 als  rühmliches  Beispiel  hingestellt,  dagegen  die  trägen  ‘Abdelqais 
getadelt  (v.  2).  Die  vv.  4 — 5 gehören  zu  den  bekanntesten  des  Diwans 
und  werden  seit  der  Wahl  des  Chalifa  Abu  Bekr  angeführt.  In  v.  8 
wird  angedeutet,  dass  der  Dichter  weiss,  wohin  er  sich  zu  wenden 
hat,  wenn  die  Anfeindungen  sich  häufen.  Vers  6*  kann  von  IV  5*  nicht 
10  getrennt  werden.  Ohne  das  Gedicht  dem  Mutalammis  abzusprechen, 
will  ich  doch  daran  erinnern,  dass  es  in  der  Handschrift  des  British 
Museum  in  ganz  anderer  Ordnung  vorkommt  und  in  den  Agdni  über- 
haupt fehlt. 

Über  die  weiteren  Schicksale  und  das  Ende  des  Dichters  erhalten 
'5  wir  aus  dem  Diwan  keinen  Aufschluss.  Dagegen  hat  die  Legende 
den  hier  abgerissenen  Faden  weiter  gesponnen.  Schon  die  ältere 
Überlieferung  lässt  den  heimatlosen  Dichter  von  Ort  zu  Ort  ziehen 
und  in  Syrien,  Ägypten  und  im  Higäz*  gegen  'Amr  (oder  No'män) 
agitieren.  Er  soll  in  Bo?rä  gestorben  sein.  Sein  Sohn  wird  ‘Abdel- 
jo  mennän  oder  'Abdallah  genannt;  er  soll  auch  gedichtet  haben  und 
in  islamischer  Zeit  in  Bo$rä  kinderlos  gestorben  sein.**  Noch  weiter 
geht  die  jüngere  Überlieferung.  Sie  nennt  seine  Frau  Umaima,  lässt 
sie  gezwungen  werden,  nach  der  Flucht  des  Gatten  wieder  zu 
heiraten  und  — echt  volkstümlich  — den  Mutalammis  gerade  in  der 
J5  Jjikjd!  äXJ  heimkehren,  um  den  Nebengatten  zu  vertreiben.***  Ebenso 
wissen  jüngere  Quellen  auch  sein  Todesjahr  zu  melden.f 

Eine  isolirte  und  unklare  Notiz  enthält  der  'Iqd  des  Ibn  ‘Abd 
Rabbuh  (II,  64,  28  f.  RG.),  wo  gesagt  wird,  dass  al-Mutalammis  den 
'Amr  b.  Marhüm  gefeiert  habe. 

Hingegen  hat  uns  der  Diwan  einige  Gedichte  aufbewahrt,  die  — 
unter  der  Voraussetzung  ihrer  Echtheit  — uns  gewisse  Züge  des 
alternden  Dichters  vorführen.  In  VIII  wird  dem  Wein  entsagt,  die 
Gottesfurcht  empfohlen  und  sparsames  Wirtschaften  hoch  gepriesen. 
Das  Gedicht  missfiel  schon  dem  freigebigen  Hätim  und  rief  den  Spott 
35  anderer  Dichter  hervor.  Auch  die  mehr  oder  weniger  dunkeln  Stücke 

* Vgl.  den  Bericht  von  BM  vor  Gedieht  VI. 

**  Agini  XXI  196,  5;  187,  22;  vgl.  HizAna  III  73,  5.  Die  [Ma'&hid  330]  fügen  hinzu, 
das*  er  ^3  gestorben  Ist.  Ibn  Quteiba  cd.  de  Goeje  87,  17 

•**  Alif  I*aila  ed  by  \V.  II.  MaCNAGHTEN,  Calcutta,  II  (1839)  S.  386t'.;  Abkarius 
4°  S.  96  tT. ; Cheikho  334.  Englisch  bei  R.  BuRTON,  The  toot  N.  vgl.  V.  Chauvin,  Bih  liege, 
arate  V (1901)  108.  295. 

t Nach  Abkarius  S.  98  starb  er  550  n.  Chr.  (!).  Ebenso  v »Yi  » „^0 

S.  6^0  und  Kairo,  Fihrist  IV  251.  Cheikho  334  Z.  5 nennt  580  als  sein  Todesjahr, 


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iss 


$tilraat  ;ur  fcmitifcSen  §|:ra;RTrtfr.'nfcfk>ft. 


XI  und  XVII  verraten  das  höhere  Alter.  Jenes  wird  im  Diwan  auf 

den  undankbaren  Sohn,  in  den  Agätli  ( 208,  15  ) auf  die  unerquicklichen 
Stammesverhältnisse  bezogen.  Was  Pkrrox,  der  nach  den  Agäni 
arbeitete,  veranlasste,  XI  auf  'Arar  b.  I Und  zu  beziehen,  weiss  ich 
nicht  zu  sagen*  In  XVII  finden  wir  Gedanken  an  Tod  und  Grab,  5 
die  Bitte  an  seine  Freunde,  seiner  später  zu  gedenken;  von  der  ge- 
flachten Zukunftslage  aus  wirft  er  alsdann  einen  nicht  unbefriedigten 
Rückblick  auf  die  im  Leben  genossenen  Freuden:  Güter,  Wein,  Kampf, 
Jagd,  Gastlichkeit.  Im  übrigen  ist  der  Ton  grundverschieden  von  VIII. 
Der  Schluss  des  Gedichtes  ist  dunkel.  10 

Die  Sprache  des  Dichters  ist  geeignet,  uns  seine  Persönlichkeit 
ein  wenig  mehr  verstehen  zu  helfen.  Jedem  Leser  muss  bald  auf- 
fallen, mit  welcher  Vorliebe  Mutalammis  an  Männer  der  Vorzeit  an- 
kniipft,  bald  in  diesem,  bald  in  jenem  Interesse.  Urqiib  wird  als 
bekannt  vorausgesetzt  (II  41.  Die  Krwähnung  des  Beihas  (V  4 XIII  6)  15 
und  des  Qa$ir  (V  4 1 giebt  den  Scholiasten  Gelegenheit,  die  Geschichte 
dieser  Männer,  von  denen  der  erste  sonst  nur  wenig  bekannt  ist,  zu 
erzählen.**  Aus  IV  3.  5 erfahren  wir,  welchen  Eindruck  die  Wanderung 
des  Tläf  und  des  Säma  b.  Lu’aii  hinterlassen  haben.  In  V 7 wird 
auf  einen  Feldzug  der  Jemeniten  nach  Ost-Arabien  angespielt  und  20 

XII  2 wird  wenigstens  von»  Scholion  auf  Kuleib  b.  Rabi'a  bezogen. 

Die  von  ihm  gebrauchten  Bilder  und  Vergleiche  sind  zahlreich 

und  originell.  Sie  verleihen  bald  seiner  Reflexion,  bald  seiner  Leiden- 
schaft kräftigen  Ausdruck  und  haben  nicht  wenig  zum  Ruhme  des 
Dichters  beigetragen.  Am  bekanntesten  sind  I 8 vom  Stockschlag,  *5 
I 7 von  der  hochmütigen  Haltung  des  Kopfes,  I 14  von  der  Schlange 

vor  der  Beute,  XII  4.  5.  von  den  ^ 31,  dem  Esel  und  dem  Zeltpfahl, 
und  I 3 von  der  Scheidung  des  gemeinen  vom  vornehmen  Blut,  wo- 
rüber Ibn  Quteiba  sich  scharf  ausgelassen  hat.  Der  VIII  7.  8 aus- 
gesprochenen Lebenswahrheit  wurde  oben  schon  gedacht  (S.  157,  Z.  32).  30 
Ich  erinnere  noch  an  I 5 das  Abschneiden  der  Nase,  I 11  das  Ab- 
hacken der  Hand,  I 18  das  Reissen  der  Koppel  und  I 19  die  Ab- 
nutzung des  Leders,  an  XII  3 den  Gepard  (?),  der  seinen  eigenen 
Auswurf  frisst,  und  IV  21  die  Täuschung  der  Luftspiegelung.  Die 
Stelle  V g,  wo  die  den  Feind  umschwärmende  Truppe  mit  Schmeiss-  35 
fliegen  verglichen  wird  (woher  der  Dichter  seine  erhielt)  er- 

innert an  Jes.  7,  18;  Deut.  11,44  (2'2T,  miau.***  Ob  man  in 

* Journal  As.  1841  I 254. 

**  Vgl.  Agdni  XXI  185  notc  o,  wo  II.  sagt:  Aj  ^ y — 2--\. 

-*1-  Vgl.  auch  ' Wkli.h Al'SKN , Vaknti  134,  Anm.  1 [und  Z.  162  des  Keilschrift-  40 


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QJoßVre,  Ct&itfSu  &<»  (piutafammi». 


'59 


I 1 5 eine  Anspielung  auf  den  Namen  des  Dichters  erblicken  darf, 
wage  ich  nicht  zu  entscheiden. 

Abgesehen  von  einigen  Versen,  die  als  übertrieben  (I  3)  oder  als 
beschränkt  (VIII  7.  8)  getadelt  wurden,  wird  Mutalanimis  von  den 
5 altarabischen  Kritikern  sehr  hoch  gestellt.  Al-Mufaddal  ad-Dabbi 
(f  um  170)  nennt  ihn  schlechthin  ,den  Dichter  der  Rabi'a  seiner  Zeit'.* 

Wegen  des  geringen  Umfangs  seines  Diwans  wird  er  als  j.iüc,  wegen 
der  Güte  seiner  Schöpfungen  aber  als  bezeichnet.**  Muhammad 


b.  Selläm  al  Gumahi,***  stellt  ihn  mit  drei  anderen  Dichtem,  unter 
10  ihnen  Musaijab  b.  ’Alas,  zusammen  in  die  siebente  Klasse  seiner  vor- 
islamischen Dichter.  Al-A$ma'i  rechnet  ihn  zu  den  In  einer 

Sammlung  des  Ibn  es-Sikkit  wird  er  sogar  als  «jLo^  Jjsl  »jui!  ge- 


pnesen.ff  Dass  das  Gedicht  I Y besonders  hoch  gestellt  wurde, 
geht  aus  der  Überschrift  hervor. 

15  Dass  die  Dichtersprache  jener  Zeit  stark  mit  Fremdwörtern 
durchsetzt  war,  ist  längst  bekannt,  desgleichen  die  Wege,  auf 
denen  diese  Elemente  den  Arabern  zuflossen.  So  finden  wir  auch 
bei  M.  fremde  Ausdrücke,  teils  aus  dem  persischen  Kulturkreise, 
wie  XIV  4 £.Lo*>  u.  OjajO  XV  13  , teils  aus  dem  byzanti- 

20  nischen  Westen,  wie  V 7 yJS,  V 8 VI  12  äjJLj,  IX  7 

XIV  3 Verglichen  mit  anderen  Dichtern  jener  Epoche 

hat  M.  deren  nur  wenige.  Nur  bei  einem  dieser  Ausdrücke  möchte 
ich  einen  Augenblick  stehen  bleiben,  bei  nicht  als  ob  es 

dunkel  wäre,*f  sondern  um  an  einem  Beispiel  zu  zeigen,  wie  fern 

25  die  Dichtersprache  auch  in  dieser  Hinsicht  dem  gewöhnlichen  Leben 
stand.  Denn  wenn  wir  annehmen  wollten,  dass  der  Landmann  von 
Ost-Arabien  um  jene  Zeit  sein  Wasserrad  mit  einem  griechischen 


liehen  Sintfluthbcrichts:  ilani  kirnet  zurnle  ef!  bei  itiq i if>taxru  „die  Götter  sammelten 
«■ich  wie  Fliegen  {tumbu  — zubbu,  amhar.  zemb ) um  den  Opferer"  (Schräder,  KAT2 
30  59,  26;  63,  35:  KB  6,  241,  162.  — P.  I!.] 

* Agani  XXI  202,  26. 

**  Ag.  187,  *8- 

***  Ag.  187,  18;  Hiz&na  III  73,  2.  Im  Fihrist  113,  27  werden  die  , Klassen  der  vor- 
islamischen Dichter*  dieses  Gumahi  genannt,  114,5  aber  das  gleichnamige  Werk  eines 
35  anderen  Gutnahi.  Da  nach  den  obigen  Zeugnissen  nur  der  erste  G.  in  Betracht  kommen 
kann,  muss  der  zweite  Titel  wohl  getilgt  werden. 

+ Ag.  204,  2. 

Ag.  203,  9 

fff  Nach  Angaben  von  Prof.  G.  N.  IIatzidakis  (Athen)  ist  /utyyaror  noch  jetzt 
40  stellenweise  zur  Bezeichnung  des  Schöpfrades  im  Gebrauch. 

*f  Die  arabischen  Lexikographen  unter  oder  unter  halten  es  filr 

arabisch ; vgl.  Adnb  al-KÄtib  218,  17  (Grünert  632.  12). 


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$!i(rä«<  ;ur  ftmtltfcifn  üpracSwtITfnfdSaft. 


ifiO 

Ausdruck  benannte,  so  würde  dies  zur  Voraussetzung  haben,  dass 
die  dem  byzantinischen  Einflüsse  naher  liegenden  Provinzen  Arabiens, 
das  Centrum,  der  Westen  und  vor  allem  das  Übergangsland  nach 
Syrien  hin,  sich  dieses  Ausdrucks  bedienten.  Diese  Annahme 
scheitert  aber  an  der  Thatsache,  dass  wir  weder  in  diesen  Gegenden.  5 
noch  in  den  Ländern,  die  ein  Jahrhundert  später  von  den  Arabern 
liberschwemmt  wurden,  den  Ausdruck  wiederfinden,  während  gerade 
da,  wo  die  Berieselung  des  Hodens  ihre  höchste  Ausbildung  hatte,  in 
Ägypten  und  Andalusien,  meist  rein  arabische  Ausdrücke  für  das  Wasser- 
rad gebraucht  werden  oder  wurden,  seltener,  wie  in  Syrien,  fremde  10 
arabisierte,  aber  auch  hier  nicht  der  obige  griechische  in  Aufnahme  kam. 
Wir  kommen  so  zu  dem  Schluss,  dass  der  obige  Ausdruck  (wie  so 
mancher  andere)  nicht  dem  täglichen  Gebrauch  angehörte,  sondern 
dekoratives  Beiwerk  der  Dichtersprache  war. 

Der  vorliegenden  Ausgabe  liegt  zu  Grunde  die  Handschrift  der  15 
Bibliotheque  Khediviale,  Adab  598,*  deren  Abschrift  am  1 2.  Dulqa'da 
1296  (Ende  Oktober  1879)  von  Mohammad  Mahmud  b.  et  Talämid 
es-Singifi  in  Medina  aus  einem  mir  nicht  weiter  bekannten  Exemplar 
beendet  wurde.  Der  Abschreiber  ist  in  Europa  nicht  unbekannt. 
Seine  Glaubwürdigkeit  ist  die  denkbar  schlechteste.  Auf  Grund  dieser  10 
Abschrift  und  mit  Hilfe  der  bekannten  Parallelberichte  und  einiger 
Kairener  Handschriften  hatte  ich  eben  die  Arbeit  in  Angriff  genommen, 
als  meine  Übersiedelung  nach  Deutschland  erfolgte.  Hier  erhielt  ich 
später  die  von  A.  A,  Bkvan  besorgte  Kollation  der  unten  mit  HM 
bezeichneten  Londoner  Handschrift.**  Den  Papieren  von  TlIORBECKE  25 
und  R.  Geyer  verdankte  ich  manche  Ergänzung  meiner  Sammlungen. 

Die  Handschrift  (Hs.)  Kairo-Medina  ist  leider  nicht  die  beste. 
Sehr  oft  muss  sie  in  Ausdrücken  oder  ganzen  Verbindungen  zu 
Gunsten  anderer  Texte  zurücktreten,  und  ich  bin  auf  den  Vorwurf 
gefasst,  dass  ich  sie  in  dieser  Hinsicht  noch  zu  glimpflich  behandelt  30 
habe.*** 

Von  ihr  weicht  BM  in  der  Anordnung  nicht  wenig  ab.  Von  Hs. 
ausgehend  haben  wir  hier:  I,  II.  den  Sahifa-Bcricht,  III,  IX  1 — 3,  einen 
in  Hs.  fehlenden  Bericht  über  die  Tötung  des  Tarafa.  IV,  VII,  VIII, 

* Kairo,  Fihrisl  IV  25t.  Abschriften  < lies  cs  Exemplars  bei  R.  Gever  und  Graf  35 
I .ANDRERE..  Die  von  Brockei.mann  Arah  Lin.  1 23 1 angeführte  Stambnler  Handschrift, 

Aja  Sofia  3931,  ist  mir  bisher  unzugänglich  geblieben. 

**  Catal.  Mus.  Brit.  j».  648»,  No.  1407,  4°,  21  Hl.  Sic  wimlc  1819  von  G.  HüNT 
angefertigt,  ihre  Vorlage  1200  (1785)  von  ‘Abdallah  al-Mckki  für  Sir  W.  Jonrs  (wohl 
in  Indien)  geschrieben.  40 

***  Ich  erinnere  hier  an  den  Namen  des  Dichters  in  der  Einleitung,  an  V I,  VI  17  u.  s.  w. 

HM  stimmt  häufiger  mit  der  in  Ag.,  bei  Hibatalläh  und  in  der  H’uAna  enthaltenen  besseren 
Recension  überein. 


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(Koffer«,  (Br&itßtc  6e«  (jWutafammi«. 


161 


IX  1-3.  5-10,  X,  XI,  XII,  V,  VI,  XIII,  XIV  und  XVI.  Die  Stücke 
XV  und  XVII  fehlen  in  BM;  dagegen  hat  es  zwei  Fragmente  (XVIII, 
XIXI  mehr  als  Hs. 

Beide  Handschriften  nennen  Abulhasan  ['Ali  b.  al-Mugira]  al- 
5 Atram  (f  231)  als  Redactor  des  Diwans,*  der  hier  wie  sonst  von 
al-Asma'i  (f  216)  und  Abu  'Obeida  (f  210),  ausserdem  (nach  BM) 
von  as-Seibani  (f  206)  und  Anderen  überlieferte.  Das  Gedicht  VIII 
wird  als  den  Asma'ijät  und  Mufaddalijät  entnommen  bezeichnet. 

Schwerer  ist  es  zu  sagen,  wie  weit  Ibn  as-Sikkit  (+  243  oder  246) 
10  sich  mit  unserm  Dichter  beschäftigt  hat.  Wenn  man  Jacut  I 754,  23 
(zu  Diwan  IV  12)  mit  der  Hizäna  I 415, 12  vergleicht,  möchte  man 
annehmen,  dass  er  den  Diwan  des  Mutalammis  kommentierte.  Hier- 
gegen spricht  aber  einerseits  das  Fehlen  eines  solchen  Werkes  in  den 
Biographien  dieses  Philologen,  andererseits  der  Umstand,  dass,  obwohl 
1 5 der  Name  des  I.  S.  nicht  selten  zu  einzelnen  Stellen  des  M.  erwähnt 
wird,  doch  der  Titel  „ Kommentar “ nicht  genannt  wird.  Aus  dem 
des  I.  S.  stammen  der  am  Schluss  von  XI  mitgeteilte 
Vers  und  das  Fragment  XXXIX.  Die  Echtheit  beider  Stücke  unter- 


liegt schweren  Bedenken.  Die  Agäni  (XXI)  nennen  sein  uolxS'’ 

*0  1 103,  8)  und  einfach  seinen  Namen:  192,18.  Hibatallüh  nennt  ihn 
(neben  Ibn  al  A'räbi)  in  der  Einleitung  zu  Gedicht  I und  Jacut  noch 

III  770,  17  (vgl.  Diwan  VI  15)  und  III  362,  1 (vgl.  Diwan  XV  3).  Im 
IJsän  (III  422,  141  wird  auch  eine  Erklärung  des  I.  S.  zum  Diwan 

IV  8 gegeben,  ohne  Angabe  des  Werkes,  aus  dem  die  Erklärung 
stammt 

Ibn  Quteiba  sagt  in  seinem  (WÜSTEN FELD  319,4) 

aus  Anlass  der  Sahifa-Gcschichte:  LgJJsj  1 , g z v c,*^fo  Ai«- 

Von  den  beiden  Kairener  Handschriften  des  bekannten  Dicliterbuches 
hat  die  eine  (Bibi.  Khediv.,  Tärih  167)  gar  keinen  Abschnitt  über 
30  unsern  Dichter,  hingegen  die  andere  (Adab  550)**  allerdings  eine 
Reihe  von  Auszügen  (I  u.  III  1 — 2 IX,  V 9)  mit  einer  nicht  sehr  ein- 
gehenden Darstellung  der  bekannten  Geschichte.  Ausführlicher  ist 
die  Ausgabe  DE  Goeje's,***  wo  noch  IV  16,  VIII  6—  8 und  die  oben 
(S.  152,  Z.  29  ff.)  erzählte  Episode  mit  dem  jungen  Tarafa  (Fragment 
3S  XXXVIII)  mitgeteilt  werden. 


* Vgl.  aber  ibn  Kihrist  56,  wo  auch  sein  Verhältnis  ru  ibn  as-Sikkit  hübsch  ge- 
schildert wird,  ferner  Hi,  ins  11172,6  IV  216,  4.  Fihr.  158,  6f.  wird  nur  gesagt,  dass 
al-Asma'i  und  Andere*  die  Gedichte  des  Mutalammis  überliefert  haben. 

**  Fihrist  IV  280  u.  V 79. 

•**  5.  85  — 88.  Der  Herausgeber  hatte  die  grosse  Güte,  mir  den  betreffenden  Korrektur- 
bogen rar  Vertilgung  ru  stellen. 


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i6’ 


gßtilräg«  jur  fcmüifißm  ^practirifTcnfdSaft. 


In  der  Hamasa  des  Abu  Temmäm  ist  uns  nur  ein  Gedicht  (V) 
des  Mutalammis  aufbewahrt;  in  der  gleichnamigen  Sammlung  des 
ßuhturi  (f  2841  einige  Stücke  aus  I,  V,  VIII,  X,  XII  [nach  RG]. 

Um  so  wichtiger  ist  der  Abschnitt  des  c_>Lä5[  der  uns 

nun  durch  den  von  R.  Hki'nnow  besorgten  Ergänzungsband  Zugang-  5 
lieh  ist.*  Xach  einer  mir  nicht  weiter  bekannten  ägyptischen  Hand- 
schrift** hat  A.  Perron  diesen  Artikel  schon  vor  langer  Zeit  franzö- 
sisch bearbeitet.***  Hier  mag  auch  die  Gamhara  des  Abu  Zeid  er- 
wähnt werden,  in  der  uns  einige  Stücke  dieses  Diwans  aufbewahrt 
sind.f  Desgleichen  bei  Meidani  einige  Worte  des  Dichters,  die  10 
sprichwörtlich  geworden  sind,  und  andere  auf  seine  Geschichte  be- 
zogene Dicta. 

Die  von  Hibatalläh  Ibn  aJ-Sagari  (f  542)  aufgenommenen  Stücke 
(I,  III,  IV)  sind  um  so  wertvoller,  als  sie  zum  Teil  von  trefflichen 
Scholien  begleitet  sind.+f  Aus  der  Kairener  Handschrift  der  15 

des  Sadreddin  ‘Ali  el-Ilasri,  der  im  Jahre  647  H.  schrieb,  konnte 
ich  die  hierher  gehörigen  Teile  aus  I,  V,  VIII  mitteilenfff 

Welch  einen  hohen  Wert  die  Hizäna  trotz  ihrer  späten  Zeit  be- 
hauptet, ist  längst  erkannt  worden.  So  gehörten  die  Exkurse  des 
gelehrten  Bagdädi  auch  hier  zu  dem  Besten,  was  die  arabische  20 
I.itteratur  über  diesen  Gegenstand  erhalten  hat  Dankbar  erinnere 
ich  mich  hier,  dass  diese  grosse  Sammlung  (nicht  minder  als  die  noch 
grössere  der  AgAni)  durch  die  Mühewaltung  I.  Gl'lDl’s  erst  recht  zu- 
gänglich geworden  ist.*f  Der  jüngste  der  Sammler  ist  der" Armenier 
AllKARIUS  (f  1886t;  dass  er  weder  das  Feingefühl  der  arabischen  25 
Aitafi-b länner,  noch  den  historischen  Sinn  der  europäischen  Forschung 
besitzt,  ist  bekannt.  Xach  der  Kairener  Handschrift  und  mit  Be- 
nutzung zahlreicher  Hilfsmittel  hat  L.  CtlEIKHO,  S.  den  Diwan  des 
Mutalammis  veröffentlichtet  Seine  Anordnung  ist  wie  folgt:  III,  IX, 

X,  IV,  V,  I,  II,  VT,  VII,  VIII,  XI— XVII  und  einige  Fragmente,  Die  30 

* XXI  185 — 210.  Weiter  unten  wird  dieser  Bericht  ohne  Angabe  des  Bandes  an- 
geführt. 

**  A.  P.  Caussin  df.  Pf.rcevaf,  Essai  II  (1847)  344:  d'apris  un  exemplaire  d'E^vpte. 

***  Jotirrtal  Asiat.  1841  I 46—69.  215 — 2$7- 
f Bularj,  130S — II,  4°,  S.  1 1 3 f. : vgl.  Diwan  IV.  35 

ff  Lithogr.  (1306)  S.  30—38. 
fff  Bibliotheque  Khedivinle,  Adab.  520,  Kihrist  IV  229. 

Sui  Poeti  citati  ttelF  Opera  l,  doljjL,  Roma,  1887.  4°,  20  S.  Tables  alpha - 

bitiques  du  Kit  ab  Al-A^aw,  Leide,  1897 — 1900,  4®. 

*ff  Po'ctes  Araber  Chretiens  330—349.  Seine  Notiz  (334).  dass  der  40 

den  Divio  des  M.  erwähnt,  scheint  auf  iiTtum  zu  beruhen. 


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(BofTcr*,  <Bc»tdit<  Sie  (Hlufafammie. 


63 


jesuitische  Censur  ist  erkennbar  in  II,  ib  *JUIj,  in  VI  1 — 2,  wo 
das  Nesiö  verkürzt  und  durch  üt  »J'i  ersetzt  ist,  in  der  Unter- 
drückung von  VI  13,  vielleicht  auch  in  XVII  1,  wo  sein  mir 

unklar  ist. 

5 Mit  Hilfe  der  in  den  oben  genannten  Werken  enthaltenen  Über- 
lieferung und  zum  Teil  gestützt  auf  innere  Indicien  können  wir  die 
vorliegende  Redaction  des  Diwans  nicht  selten  anfechten  oder  be- 
richtigen. Mehreres  dieser  Art  wurde  bereits  oben  bei  der  inhaltlichen 
Analyse  und  historischen  Gruppierung  der  Gedichte  erwähnt. 

10  Das  Gedicht  1 scheint  im  ganzen  einheitlich  zu  sein.  Indess 
passt  v.  7 nicht  gut  in  den  Zusammenhang  und  fehlt  in  den  Agäni 
und  der  Hisana.  Die  Zuweisung  dieses  Verses  an  den  Ferazdaq  ist 
schon  vom  Lisän  richtig  gestellt  worden.  Auch  v.  19  ist  wenigstens 
entbehrlich  zu  nennen  und  vielleicht  als  jüngere  Ergänzung  von  v.  18 
15  zu  betrachten.  Dagegen  scheinen  II  und  III  mir  völlig  unanfechtbar 
zu  sein. 

Umgekehrt  ist  IV  ein  Konglomerat  von  anscheinend  vier  nur 
durch  Metrum  und  Reim  zusammengehaltenen  Stücken,  von  denen  ich 
nicht  einmal  zwei  in  einen  älteren  Zusammenhang  zu  bringen  wage, 
20  nämlich  A 1 — 5,  B 6— 12.  16  — 17,  C 13.  14.  15.  18  und  vielleicht  19, 
D 20 — 22.  Über  A,  B und  C wurde  schon  S.  154,  Z.  39;  S.  156,  Z.  6 ff. 
gesprochen;  D kann  dem  Dichter  nicht  gut  abgesprochen  werden, 
steht  aber  isoliert  da.  Dass  in  V zwei  Stücke  zusammengeworfen 
sind,  hat  schon  Fr.  RICKKRT  klar  erkannt;  A 1 — 9 ist  gegen  ‘Amr* 
25  gerichtet;  B 10 — 13  ist  ein  Fragment  aus  den  Stammesfehden.  Der 
Schluss  von  A scheint  zu  fehlen. 

In  VI  ist  das  Nesib  (w.  1 — 2)  schwerlich  ursprünglich;  ausser- 
dem ist  v.  1 1 so  gut  wie  sicher  auszuscheiden.  Auch  die  Verse  16—18 
sind  anfechtbar.  Das  schöne  Gedicht  VII,  mit  dem  die  Agäni  ihren 
jo  Artikel  eröffnen,  scheint  ein  Einschiebsel  zu  bergen  (nämlich  vv.  4.  5.  6 
und  wohl  auch  10),  dessen  unklarer  Inhalt  an  IV  C vv.  13.  14.  15.  18 
erinnert;  v.  6a  kommt  in  einem  Gedichte  des  Dureid  b.  a$-Simma 
gleichlautend  vor.  In  VIII  ist  v.  $ ziemlich  sicher  als  Zusatz  zu  er- 
kennen; nach  der  energischen  Verwünschung  von  v.  4 ist  er  matt 
35  und  unmotiviert;  er  fehlt  auch  in  der  Ijisäna.  Die  Schlussverse 
müssen  sehr  alt  sein,  sind  aber  doch  kaum  echt.  Das  Gedicht  IX, 
das  ich  zu  den  schönsten  der  Sammlung  rechne,  scheint  im  ganzen 
einheitlich  zu  sein;  nur  v.  4 und  der  von  Agäni  dahinter  einge- 
schobene Vers  sind  kaum  echt. 

*0  X ist  wie  III  und  II  zu  beurteilen,  der  knappe,  wuchtige  Aus- 


• Nach  der  Überlieferung  allerdings  Xo'm&n  (III). 


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#o(rägt  ;ur  ftimlirt?«  J&j?radBTPifT«nfc6af«. 


164 

druck  der  im  Innern  des  Dichters  wühlenden  Gedanken.  Der  von 
einigen  Autoren  hinzugefügte  Vers  ist  matt  und  verrat  islamische 
Reflexion.  Gegen  XI  ist  kaum  etwas  einzu wenden,  nur  dass  die 
Beziehung  des  Gedichtes  unklar  ist,  worunter  das  Verständnis  leidet, 
l'ber  die  Schwierigkeiten  von  XII  wurde  bereits  S.  157,  Z.  1 ge-  5 
sprochen;  ich  neige  immer  mehr  dazu,  es  als  Nachdichtung  von  IV 
zu  betrachten,  komme  aber  über  gewisse  Schwierigkeiten  dabei  nicht 
hinaus. 

Uber  XIII  habe  ich  dem  oben  Gesagten  nichts  hinzuzufugen.  In 
XIV’  scheint  der  fehlende  Anfang  durch  den  .W-t/Vz-Vers  (1)  notdürftig  10 
ergänzt  zu  sein.  Bei  XV  ist  das  Ende  besser  verständlich  als  der 
Anfang,  der  auch  anderen  Dichtern  zugeschrieben  wird.  Das  Gedicht 
fehlt  in  BM  und  in  den  Ajfti/ii.  Trotz  alledem  trage  ich  Bedenken, 
es  dem  M.  abzusprechen.  Die  beiden  letzten  Verse  sind  dunkel.  Über 

XVI  und  XVII  wurde  schon  gesprochen  (S.  151,  Z.  31;  S.  158,  Z.5I  In  >5 

XVII  3 geben  die  Ausdrücke  Lti.>  und  zu  denken. 

Von  den  Fragmenten  kann  kaum  eines  dem  Dichter  mit  Sicher- 
heit zuerkannt  werden.  Über  XXXIV  und  XXXVIII  wurde  bereits 
oben  gesprochen  (S.  154,  Z.  24;  S.  153,  Z.  1).  Wie  XXIX  (S.  154, 

Z.  18)  können  auch  XIX  und  XXII  aus  den  Kreisen  derjenigen  Über-  2° 
lieferung  stammen,  die  den  Dichter  mit  No'män  (III ) in  Verbindung 
brachten;  denn  Sa'd  b.  Mälik*  der  Grossvater  des  Jarafa,  wird 

Ag.  204,  19  mit  (dem  Älteren?  dem  Grossen?)  ver- 

bunden — alles  dies  unter  der  Voraussetzung  einer  gründlichen 
chronologischen  Konfusion.  Wenn  die  genannten  Stücke  echt  sind,  25 
müssen  sie  zu  den  frühesten  Dichtungen  des  M.  gehören. 

Eine  Reihe  von  Fragmenten  verraten  sich  mehr  oder  weniger  deut- 
lich als  Nachahmung  oder  Nachdichtung  zu  gewissen  Versen  des 
Mutalammis.**  So  schliesst  sich  XXXIX  formell  an  I 1 an;  sachlich 
an  die  oben  S.  150,  Z.  27  ff.  erwähnte  Überlieferung.  Der  XXVI  3° 
mitgeteilte  Halbvers  erinnert  an  1 V’  176  und  ist  so  bedenklich  wie 
überhaupt  die  Nachrichten  über  den  Aufenthalt  des  Dichters  in 
Syrien.  XL  erinnert  durch  Ton,  Metrum  und  Reim  an  den  Schluss 
von  VII,  wie  XXX  als  Ergänzung  von  IX  aussieht.  Der  Gedanke 
von  XXXVI  kann  aus  XII  stammen,  der  trübselige  Ton  von  XXXI  35 
aus  VIII  6;  XL  schliesst  sich  dem  Gedanken,  aber  nicht  der  Form 
nach  an  XV  1 2 an.  In  XXVIII  ist  die  Erwähnung  des  westarabischen 
Heibar  nicht  gerade  empfehlenswert. 


* ( HEI KHO  264  ff. 

**  Wie  die  iin  Diwäll  aufgefuhrten  Zusätze  und  Nachahimnigen  rgi.  zu  I I V 3 40 
l.\  4-6X3  XII  5. 


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(TJoffrrg,  <8<$tc8f<  5<*  165 

Die  Stücke  XX,  XXIV,  XXVII,  XXXV  und  XXXVII  sind  zu  farb- 
los, als  dass  sie  ein  Urteil  über  die  Zugehörigkeit  gestatten.  Auch 
bei  den  Stücken,  die  bald  dem  M.,  bald  einem  andern  Dichter  zu- 
geschrieben werden,  ist  eine  Entscheidung  schwer  zu  ermöglichen. 

5 Zweimal  tritt  M.  in  Konkurrenz  mit  dem  200  Jahre  jüngeren  perso- 
arabischen  Tendenzdichter  BeSsär  b.  Burd,  einmal  in  XXV,  das  zweite 
Mal  bei  gewissen  Versen,  die  äubeil  b.  ‘Azra  seinem  Landsmann  M. 
zuschreiben  wollte,  die  aber  Bessär  energisch  für  sich  beanspruchte.* 
Diese  Stelle  gewährt  uns  einen  Blick  in  den  Clan-Patriotismus  der 
i°  Rhapsoden;  man  sammelte  die  Dichtungen  ganzer  Stämme  und  er- 
laubte sich  hierbei  Übergriffe  oder  verfiel  in  Irrtümer.  Hieraus  erkläre 
ich  es,  dass  M.  in  XV  neben  dem  Därimiten  al-Aswad  b.  Ja'fur,** 
ebenda  und  in  der  Tarafa-Episode  (S.  152,  Z.  35;  vgl.  S.  159,  Z.  10) 
neben  al-Musaijab  b.  'Alas  dem  Duba'i,  in  XXI  neben  einem  Jasku- 
■ 5 riten  genannt  wird.  Ferner  XXIII  neben  dem  genealogisch  ferne 
stehenden  ‘Abbäs  b.  Mirdäs.  Die  Übertragung  von  XXXII  auf  unsern 
Dichter  erklärt  sich  aus  dem  Echo  der  Sahifa-Geschichte  und  VI  13 
wurde  auf  analoge  Beziehungen  zwischen  an-Näbiga  und  No' man  (III) 
übertragen***  und  auch  dem  Tarafa  zugeschrieben.f 

20  Erklärung  einiger  Abkürzungen. 

Gamhara  .=  jljaiol  t Bula'i,  130S—  II,  4° 

Hibatall&h  [b,  ‘Ali  al-'Alawi  Ibn  as  Sagari], 
benutzt  nach  dem  Autograph  der  Bibliothique  Kh'edivialt , Kairo,  Fihrist  IV  320,  Adab 
5S5.  Das  Werk  in  Kairo  1306H  lithographiert,  158  S.,  8°.  Vgl.  oben,  S.  162,  Z.  13. 
25  Abkarius,  ö , je— j Oba-d>  £ ( ;>YI  Beirut,  1858. 

C h e ik  b o , Louis,  S.  J.,  t >U£,  6 Teile,  Beirut,  Imprimeric 

Catholique,  1890,  40.  Vgl.  oben,  S.  162,  Z.  28. 

Ma'dhid  = Bulai|,  1274. 

Ibn  Qutciba,  . " d » . U Hs.,  Bibliothique  Khidiviale,  Kairo,  Adab  550, 

30  vgl.  oben,  S.  16t,  Z.  26. 

Ham[ita]  Basr[lja],  Ils.,  Kairo,  Adab  520,  vgl.  Einl.  S.  162,  Z.  14. 

Hamäsa  de»  Buhturi,  Hs.,  Leiden  [RG],  vgl.  ZDMG  XLVII  436b,  Z.  8. 

Perron,  Tarafah  et  al  Moutalammis:  S.  162,  Z.  7. 


* . 1 jni  III  48,  7 ff. 

*•  Vgl.  zum  Zusammenhänge  oben  S.  151,  Z.  37  und  die  Fragmente  XXXIII  und 
XXXIX. 

*♦*  Ag.  IX  165,  29. 

+ In  der  Sahifa-Geschichte  des  Iliwdns  (unten). 


Beiträge  rur  sentit  Sprachwisseniebalt.  V. 


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iUJLXlM  sjjc  JÜ3 
I. 

( Tarnt) 

Ag.  187,  2 — II:  vv.  I — 4.  6.  8.  9.  10.  15;  ib.  204,  3 — 7:  vv.  8.  II.  13.  12.  14; 
iö.  208,  21  f.:  vv.  9.  3;  ib.  209,  l:  v.  3;  ib.  209,  1 4 f. : vv.  I.  10;  ib.  209,  17 — 20:  vv.  II. 
13.  12.  14.  Ibn  Qutaiba  : w.  II.  13.  12.  14.  8.  Hib.  fol.  19b — 23a:  vv.  1 — 19.  HU. 
IV  214—216:  vv.  1 — 5.  9—16.  Ham.  Haar.  fol.  l8»;  vv.  7.  4.  8.  9.  II.  13.  12.  14.  3. 
15.  1.  19.  Ma'&hid  330 : vv.  1.  3.  S.  11.  13.  14.  19.  (Abkarius  97 : w.  11.  13.  12.  14.  8.  3. 

„ p & ^ , (v  ^ r»  „i 

Lc^X-SJ  ,jIj  ül  ÜJ  ^5  JL»;  ^ <£>$&  I 

* Om.  HM.  — **  Om.  BM  und  weiter:  ^ fjSYl  Jü)^ 

»ajVI»  — ***  So  BM. 


(V.  1)  Hs.  Text  nach  Hs.  Rand,  Ad.  KAtib  145,  20  (Grünrrt  447,  5) 

Ilib.,  Ag.  187,  2 — Ad.  KAt.  a.  a.  O.,  Ag.  187,  2,  Ma'Ahid:  vgl.  rum  Aus- 

d rucke  IV  18.  — Hs.  Rand,  LA  XV  416,  6;  TA  IX  44,  21:  1 1 \ xUouJ  ^5o 

verhält  sich  zu  ass*  kirim mu  ‘Mutterleib*  wie  *n  * OH".  — 
Nachahmung  des  Verses  LA  XVII  26, 23,  vgl.  noch  * l’rwa  9,  9 — 1 1 ; 20, 1 Zuhair,  Mu*all.  58b 
(Arnold'. 


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Qpotftre.  tcfil«  6<e  putafammt«.  167 

|**1UI  ^ L~a.  ki  jj^aj  yli  |*ijV  vjf^€  \jß  C^*)  2 

err"".  ^ r?/  J*j  <yr^-  v3'  ur*'  i^r^'  *■!>* 

l4-*-4a  ^j's'  <^--~> 

L«5  |«5  bl  ,5^  ^L)jj  G^lo  JeL*j  ji  Gl  ^L»l  3 

• •«*  ^ % ß ß 

3 ^ *u«.>  üj*  \Sj*  öyu 

uV*  lii  crilsi * 3 4 5- 


Uijl  vCaaX  |<  g »0  ^jül  ^y*XG».  Ä»  g .1  jf  ^yX  bkÄÄ*.«l  4 

■A*»!}  ,_ytXi(}  6J~*  Jj-4jI  Jliuj  »UJb  3UX4a  Jj'*'"“’'  >?' 

iZr>~^T;**~1'  )j+*  ij?'  cf 


U-iX>  ,jj  RÄäl  ^gtai  ^AibM  ^iiS  p-$^*  15^*1  5 

A«ty«...'lj  4— i^u  *JÜi  »44  Jau»  Ai^k  fk»  IM  AjUI  £Jj*.  eMi 

AXoLLmA  IM  a , i L -».1 . 


(1)  Ag.  187,  3 Cf**-  b'  Hib-  VluT'  J'"*  '*  O*  CT*.}  “•  GJ1JU;  LA  1 

301,  18,  wo  >^»»i  für  0.  ^-4Jv.  aJ  g^o  }}. 

(3)  7-u  kLiö  (BM,  Ag.,  Hib.  kl—j)  vgl.  LA  IX  212,  II;  Lau*  IV  1630c;  TA 
V 173,  16  VII  364.  20;  Ibn  Ililam  cd.  I.  GuiDl  (1871)  S.  1A  f. ; Lotters  of  Abu  I»Ala 
ed.  Maegolioutii,  S.  3.  Z.  5;  Reinhardt,  Omani  S.  204  tij  l med&d 1 rühre  die  Tinte’; 
S.  293  ’ore/  m ttmin  mafjAf  ‘Honig  mit  Butter  zusammengerührt’.  — Ag. , Hib.,  Ibn 
Ilisam  a.  a.  O.  ^o'jj  vgl.  Qor.  48,  25  mit  Komm.;  1-a.ne  III  1278,  LA  XIII  337,  I, 

wo  kL»ö.  — Ag.  209,  10.  12  ^yazLJI  j,  ^»ji  iCiil  — Ag.  XIV  74,  28 

vJyL\  aULiii  jJyjLi  »Lo,  ygl.  Hiz.  III  351,  14(1.  Ibn  Qutaiba  f.  17a  (DE  Goeje 
86,  8)  ^yo  ))  U 1-4*»  P*J&  Cf*  f®  *L*a  (Jyb  und  (de  Goeie 
88,  8)  kty  V15  c—EÄXJl  gj».  IÄZ»5;  Ygl.  Ag.  208,  27ff.  Ibn  ‘Abd  Rabbnh,  al.'lqd 

iBuL  1293)  III  156,  32  [Gihiz,  bajin  II  66,  20  RG],  Ibn  Qais  cd.  Rhodokanakis  (1902) 
III  48. 

(4)  Hs.  HiziljGUai;  Ag.,  Hib.  UjiXX.1;  Hib.  Var.  VjU-UI,  Tgi.  LA  XIV  196,  18 
u.  unten  I 17  Cheikho  Var.  ^aLbl.  — Hib.  über  Uyl ; CC-JJ  ^4,  4 a lil  Jo^a 

, »s»iU  ■ ~ - e br%j,\s 

(5)  BM  L^Gy,'  Hib.  b»Laa  u.  Komm.  4cJl4*I»  Ar-o-l;  duul  ydaaal  JLaj« 
Cc^f^  C)5*  c— *J^b  JiLaJVi  A-a_)j1  S-Xjfc  A , - » A—aajl » , 

12* 


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siU  %^sxV»  wL>^U*  C^Jv^Y  i^j^JL?  * JiAjJ  ^^1  b>-C j 4_Jk-^<-*->* 

x x w^  p * * * t *x  m*ß%t-  * *9  <,  /(*  ^.*  ...  . 

wJ*l viX>o  O- wL> • > vl + £ <»i  cXa +v **>V * 

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L«yi*j  bAI*  i^-5  »-1  Lüit  »Jl»  ^juo  ^llil  tÜ  L3j  7 

JiU  lil  .»-o1  3=*-^  JIJÜ  /^'  Cr«  li  »**ä-  J1'«'  »-*ji-  _,-^° 

v_-o'-ä-  jj  Jj-i*-1' 


Uüeü  $1  ^Löil!  l,9  LaiJ!  j^ii:L.r^!!  jls  ,JUl  8 


(6)  Ag.  fy»,  aber  Var,  (_^a.  I,  l“^-,  l_\  XX  65,  I ^UJI  ^ ■ • ■ ,jj'~-a  o'i 
— Ilib.  Komm,  fj  —■  — Zu  v^Lai  vgl.  Ham.  52  v.  5 u.  Ibn  Haldün  bei 

Dozy  s.  v.  — Vers  des  Ru*ba:  Hs.  Kairo.  Adab  516  fol.  300 l>: 


Ä^jjyfc.  ^ *X*J 
>lJaxV'i  l > y^a > 
e_ily^V\  ^y^Ä-  CUijXal  jU 
vJU.yu  ^jjyüu  iiU\ 

u.  Komm.  LajI  ^iyoü'^  ^ v«oü»  . . . S**3  vgl. 

Qor.  2,  274  (wo  Fi.ÜGEL’s  Concord.  UU.li. 

(7)  I.A  I 68,  18  ff.,  wo  auch  der  ähnlich  lautende  Vers  des  Fara/daq  u.  dZ>j>  für 


<kL^«  wie  VI  126, 10,  während  XVII  249, 14  ijco  u.  UM  s^auo  wie  TA  1X326,28  — Hib. 

* . ^^2  , rrr  ^ ^ ^ m 4 

sjoL  ^>*c  u.  Komm.  s^U  sULoj  dJJUj  »jJUo«  sJüJo  V 4JJ\^  Jyij  u^jJI 
»S>\j  vgl.  Qor.  31,  17  11.  etwas  anders:  sj^aL  jbo  sich  entrüstet  abwenden  {Melange* 
Asiat.  VIII  760).  Ähnlich  ist  Qor.  22,  9 <iuLkfr  u-  bJiSs-  b^l,  auch  JLCol  u. 


Jcs.  63,  1 n?is.  — Meidani,  Ham.  Hasr.  Aj uj 

i8)  Ag.  III  3,  8;  TA  V 461,  37;  Tabari  II  I,  in,  16 f. ; Ibn  al  Athir  cd.  Seybold, 
S.  82.  Z.  1252,  aber  Ibn  Cotciba’s  Handbuch  274,  6 ^iU.1  wie  A^.  IV  129,  II.  — 

HM  £pt/  — Die  Berichte  über  den  Ursprung  dieser  Redensart:  Ag.  204,  8 ff. , vgl. 
209,  25  ff.;  Meidani  I 55  (I  406,  26';  I.A  X 135,  13 — 21  [GÄhiz  baj&n  II  59  oben,  RG].  — 


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( pofTtr» , <8<ttc$Ie  ico  (ntulnfommi«. 


169 


il  L.  i ^jI  . ju».  « ^jl  .a^I  .;XU  ».■oV^  ^Jl5 

j£i  \jjt  jju  ji 


^uüI^äJI  jjjji  j*-aJ  odjia.  7*®  7"*J  ^ 

* » 

(3  ^ Ä.l*xfc  »A^ST-aI 


ui#r Lfj  ^ ^ * üii  ^1  1^5  ui  sr(  a >,  .0 

••  ***  , pf  ff-  fp,  ff  „ * 

p*\  '•**  JUü  ^siwi^  <*4x^  <3  >yS  U^  £dlj  Lol  *1^1 

«-<J~^>  £'  V__>\  Mj  ful  ^ ^y*-  U»ä:lj  jl . t ^IsÖjiJI  J'j'j  iSCjI  w-jI^  fyb 

^5«  J-^'-  ’yr?  fv'«  3?  j-s»  V*'  J^Luül  Gjy  UrjjUj  »'JJiijl  Jl», 

»Lrulj  jI^-öLL»j«  »(JUiSliiybj  süj’  jJ»  3' V(  £j=u  V.  ,_yiÄj 

L*i_j.  L^iLjpS  ly  l^^.iL^lj  ;UJl  CioJI  ,Jlju  »1_y~i\U  V i.ljjljl  ^l^-J  OJy* 


Lcji^.!  ^_cs(i  kJ  »JXj  ^«Jblä  iÜj.  o*^5”  Lc^  11 

ff  f + + 

*>-0  *OJ  5k»  O^Jt  JyÜ  <*0  JO  ^wAäJ  £^kÜU  fJvLsxU 

«3>** 


Anspielung  auf  diesen  Vers  bei  AHI.waRDT,  Anonyme  arab.  Chronik  1,1883)  S.  41,  2, 
▼gl.  40  unten.  Vgl.  auch  ITariri,  Stances 3 II  655  dJLo  Lä*J\  ^J  £^ju  V dSjLtj 
L*ai.l  Jj^ki  und  King  I^ar.  Act.  I Sc.  3 (Cloneril). 

(9)  Ag.  jXh  — Kämil  158,  9 (wegen  der  Wortstellung  im  hypothetischen  Sat/e'.  — 
Zu  «mvwc  Qor.  68,  16;  Kämtl  209,  t8;  Reinhardt,  Omani,  § 61:  misem  ‘Brenneisen*. 

(10)  Hib.  \jbj+*.  — Zu  pj\  Hiz  IV  568  Rand,  wo  noch  »axui ; Muzhir  II  135; 

J.  Barth,  Nominalbildung , § 214.  Zu  »xuj  Ihn  Ilisam  cd.  WOstenfkld  182,  5; 
496,  6;  506,  18  — zum  Vers  des  4Aggdg:  LA  III  421,  2t  (anonym),  wo  Hib. 

wJ^Jo  — der  Hudali-Vcrs:  J.  WeLLHAUSEN,  143,  9,  wo  jjyijtil  i_jy>  wie  Hib.,  vgl. 

unten  IV  i y^.  • H — Vers  des  Kumeit  : Hib.  erklärt  mit  ^ÄkU  — zu 

v.  lob  vgl.  Qor.  9,  32. 

(11)  Ag.  209,  16  ^ £jL1  ^5-o  >ljJot  ,3  J Ju  -Col^ 

M - * » * ~ ib.  209.  21:  {^jC  dJ jJuC  do  l*\ä  A^.'\  yi\  ^J'ji 

waLVI  a jo  gk>  ^-0  ÄJ «jnlxun  mXk  ^5 jaLVb  dojo  ^ j*ä-\  jk* 
T V,-.  jU~.ti  — LA  XIV  354  20  TA  VIII  223,  12  C^S  Jj*«. 


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170 


$ttfr£g<  }ur  ftmtliMtn  /lprac6»t!T«»f4«f<- 


Ga-o  ^1  ^ mJ  | *J  ^ÄXJLt  »— ÄiCJI  L*Jj  <2 

LcJJu  I^aJLc  ^ |»JLi  BiVjfc  --tUa-  scVj®  ooLot  s!i\j  >3 

UUJ  pL^v.M  »ajLJ  LcLax  <£j?-  yl)  fUcU'l  o'/^I  07^^*  '4 

* * , 

*1  »kmA  ^UcGawJI  &J*S>  *^^J\  W*g£\Jh»\  yjyü 

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r ► » y # ' # ^ y r r f 9<>  ___  fc  7 

UXil  0I  Ui  U*j)  [V^AÜ*.1  JJ}  15 


JLaj  aäJI  r>*J'  ij  jü*it  fv>j!l  ^Sifi 

j\ > ) _aJ1  ^.>JlJ\  k £\jj\  k.  . * iX^W>  L*X  . .'.ll*  UhJ  (CPj  1 ■"■** 

er?  j/**  J1-*  C-'V?  ^ÄJ  ^5-U-'^  J^-aiJ\  ^L-J  <_i^I>  ,3-^ 
krOV'  C^r'  '-rSJ)  C~jii  (^r»-'-*j  ^Ij 


. 9 _ o 9 ^ ^ e> 

Ui^>  ^,1  ä^x-i  <5  3 ^ u5<X*J  vi>sj5j  ^ 


(12)  Zu  >ULL*>\  Ibn  Hisam  444,  "j(.\  Ham.  121  v.  3 — Hs.  vJicSÜt  u.  ^-ö  — 
Ag.  204,  6 jccv’i,  aber  209,  19  Joco  — Hs.  Rand  : lyva-'j,  Vgl.  Ntfl.DEKE,  Beiträge  99,  2; 

•*  * * , * 

Hib.  Komm.  ? jJL>  f \>\  »^r^\y  ^^-ÜJl  ^ aTVfc.1  ,JUb. 

(13)  Ag.  LoJJu. 

(14)  Ag.  209,  23  ^JZub  Ja- JJ  V-yo*  (14)  LL~Jlj  3*  J1* 

<Lo^jLJ\  AJSJr  ^j\  Jl  Meidani  II  30  (I  378);  Hariri,  Scances * I 102;  Bislani  s.  v. 
[al-Buhturi's  Hamas a , Leiden  II  5,  520  S.  32  KG].  Die  Redensart  auch  LA  X 286,  21  — 
Hib.  Komm.  hj£J  ,3  UL**-«  »Ljc*  ULa*  ^ \ UL*w«  — LA  XV  239,  21,  wo  yly 

wie  TA  VIII  369,  37  und  nach  der  Überlieferung  des  Ferrl:  gLLJ.  Über  diese 
Dualform  vgl.  Ibn  Ja* ii  446,  18  ff.;  527,  17;  593,  5;  Abu  Zcid,  Navsadir  (BcinSt  1894? 
15,  12:  Beidhawi  I 599,  20  zu  Qor.  20,  66;  Noldeke,  Geschichte  des  Qorans  S.  236; 
Freytag,  Einleitung  S.  124  f. 

(15)  Hs.  ys*j\  u.  Text  nach  BM,  Ag.  187,  11,  Hib.  — Ag.  u. 

Ham.  Basr.  L*j.  — Vers  des  Hassiln  bei  Hib.  : vgl.  Kämil  567,  4 

Jla.y\  aUl-xj  füj 

i;*A\  y>V(  J Pji  j US 

Die  Form  des  Scholions  auch  im  Kcssaf  zu  Qor.  68,  13.  — Zum  Vers  des  Amr:  LA 
V 196,  21;  Ham.  75. 

( 16)  Hib.  4,3  u.  wie  Hit.  KM 


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QJoffere,  <P5c5t<ßfc  5c 6 QTlutafömrme. 


i;  * 


l »»AAAi  tX->j  Jl  ^^ÄÄicXjj 

?*-'ä  * # * ^ •, 

vJ1  **fi  **  ** 

U'^ij  yjJj  ^AS 


LaMo  »*4?  yaj  ^yi  l*J=x  jj  17 
^^xijyül  Jjj».  Jjj  |J  131  iS 
J-Jl  *-s5\_>!  |*jo!  Le  131  '9 


HM  sO^irl^  slG^  . c7^  ijö-uul  ^**»3 M ^1 

(l  ol^t  Od.  c>\jSa}\)  o\fu  Jl  »CAfj 

BM  um.  LaM  »dd.  ytx^,  L^jl  Jl»j 


II. 

(Kärnif) 

j^S  ü <_>Lai5>l5  V3UI.  bi5  s.L^v'1  }iU  1 

do  JLo  iLjjjJMj  Aj>y>  l_JX»  Li  Mi  C^seu  JUL>J  l^o^U 

r^i»  L L^i^L  *£■  A^uL  &S-*>  wLb  I*  IM  ^,Lä.^J1  . 

l^LLl  wlb  .11 . vxro  ,3-^  ^3  ü ijX*o  ^La-.  ^XJl  s^ol^  AX1j>  IM 

J-.L&.  L^iif  ^yiX>  ‘ ■ ° A liXiff  ^aäLJSjj  2 

( 1 7)  Vgl.  ».  4 — Hib.  L3lj  .— ii  j u.  Komm,  r** 

U-4  ■CÜX’i  ,^o  C*ol  » )>  * « 1.1  JU  ^ju^ö.  Zun»  Namen  vgl.  Ihn 

Dorcid,  Handbuch  204,  13;  Imruhjais  (Ahlwardt)  58,  i;  Hain.  Hasr.  fol.  224a  ein 
Dichter  *0.  en  Nahsali,  Wüst  EN  FELD,  Die  Schaf  Uten  IV  no.  211  : Ihn  *Ocm  el-’Ogmi  — 

LA  XI Vf  196,  18  vgl.  oben  v.  4 — UM  _*aJ>  ^ u.  U:b. 

« * _ * 

fl8)  Hib.  Le>acvj.  — so»  ist  hier  die  einzelne  Litze  oder  Strähne  (LA  XX  70,  12  ; 
vgl.  hebr.  ip  und  assyr.  f«. 

(19)  Hib.  Komm.  Iä^sLI  ^ß\  JLiu  jdL\  bojjjL  bJ^JSy  — 

Zu  pyU\  fg>t  vgl.  XII  4 (^^l)  Jjb'tf 


(l)  Wei.lhal'sEN  , Ar  ab.  Heidentum,  S.  26:  hast  du  mich  weggejagt)  lb.  (|  A) 
A*  er  wird  nicht  nachlassen , 2 A.  S.  30:  du  wirst  nicht  entrinnen , Jac.  IV  337,  19 
M u.  V 402,  wo  ,JJL>  wie  Ag.  207,  6 und  *lacv^J\  ^ 


Für 


ist  wohl  \'s 


zu  lesen.  — über  die  Lbt:  WeLLHAUsen  a.  a.  O.  25 — 29  (29 — 34);  über  die 
ib.  99  1101},  Tar.  18,  1 (AHLW.), 

1,2)  Zu  Schwarzeose,  Waffen  209;  Ham.  330,  v.  6 


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1/2 


jßtitragc  jur  fcmilifcßf«  #prüc8m(T.’nfc8«ft. 


iJUu  j o£-*~  sX***  y*i  5»: 


'r4>  \j*>  'r4*  ^y>  Lr^-1  i 

1A'  0 9 "*7 

'j-Ui  U ,jL®yi 

JyA  Äi*xJ  JuJ 


L ■■* ?>■  Utv~.  sl)^X*JI  3 

a.:*4  ;juüi  4 

■ >-  f * _ <* 

|*-$f  u*^4  ' 

i4*  rr^S  >5^' 6 


4>»LJI  l$j  w*JiAj  ^^äJ!  15®)  L$Äij  »b*JI  j-~£j  ^aJbj 

.(?)  Jlx«J!  y®  |»fr« d«j  JLi,  _jkW!t  yJ»j 


[*  (J.lyiX4-'t  *ÄA^P  i 

ki^is  Jl  sjyii  ;wij  4 L»UXi  Iv+e  oJkJLi  Jlü 

suJ!  öüu  &jli  sju!  5jfc».j  üvi:  ülj  L4J  JuolM 

|.^5)  Jo!  üjLc^j  ^jj!^  JUü  ^yucpLj'  bl  dU  Le  «J  JLäj  a*® 
oIäJj  «_:  JL)  üjLc^Jj  ÄjLc.  >J*  aUfc^j'j  \x£>j  JUü 

* über  die  Saht  fa-Gesch ich tc  vgi.  Ag.  194,  12  fT.;  Meidani  I 310  (1  1 54.  f. ) I 72 1 
(I  330).  Freytag  bemerkt  bier(i838):  qua  e dam  similitudo  hisce  litteris  cum  litteris  B eilet o- 
pkentis  est\  vgl.  CAUSSIN  De  PRRCEVAL,  Essai  II  (1847)  331  und  IHEIKHO  330  — ferner  . 
Ahlwardt,  Achthcit  5.8;  Hi*  I 412 — 417.  446;  Hariri,  Stauers J I 119;  al-Balawi,  Alif 
Bä  I 85  fr.;  Sarh  al-ojün,  Alex.,  1290  S.  222  f . ; A.  MÜLLER,  Islam  I 40  (nach  Fr. 
Ruckert)  [ZDMG  VI  50  das  Blatt  des  Motclcmmis]  [Ma'ähid  329  f.]  Th.  Nöldeke, 
ZDMG  LVI  160;  Seligsohn,  Torafa  (1901)  S.  11  — 15.  über  die  Parallele  aus  dem 
Leben  des  Farazdaq:  Ag.  I90f.;  197,  24;  LA  VII  340,  17—23. 

(3)  Ag.  JÜ  und  IaJ-w. 

(4)  Ag.  XV  151,  4 

6J*jCyij  wXfrjJl  RÄfW  £.*** 

aJ  c >JjS- 

Über  *Urqftb:  Meidani  I 454,  II  6S5;  Ibn  llisara  ed.  Guidi  S.  av  [Murhir  I 238,  10  Th, 
RG],  noch  in  der  Gegenwart 

(3>  So  nach  Ag.,  Hs.  und  und  \yjC. 

(6)  Ag.  207,  ii  f.  y_Mrä^j  dJu-m  U-U.  — Zu  yJ^Ä.  Qor.  1 8t  108.  — Zum  Spiel: 
Kämil  322,  4 f. ; PERRON,  S.  251,  Anm. 


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QJoffcre,  <8cötc#fe  öra  (Nlufafammt*. 


>73 


v 6 f P 

Jiki®  ^äj  y**^  ^jmmO  &a  j t JÜ>^  w Jbij  5^LcN^ 

» u y „ r»  • ■*■  t " 

Äi^bJ  Jlij  ü»!^aä.I  ri  *>L*Jf  *U>  Jo**u  ^ yj 

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l«jÄS\-^Li  ^♦aJI  ^jjo  jjbjj  UÄ&Lj  SJÜO  pb'U  KLä!  ;l»  Li! 

si^ie>  «-Lo  üjb  yoJ  JyjJI  jSjlk  L^jJ,  Lila«:»  Ljj  IjjJtj) 

^LLaä.  ^ L^jjO  ^jj'.!  Jot  jjt  ^jjuü!  cui  Jlij  ! &j  jaJ' 
»VjUv  ^ ^LaaI«  ,jo  JUaJ!  ^jo  ÜipJc  Jläi  oAjli  u^>o  Jjtai 
*iL)Ö  3 ixLii  u-oi  iULAföi  iL'Lo 
^s£\J!j  »Ul  ÄJ  ^^3'  I4J  iUjO  ^ Lo  »Üff  j^lc!  I 

’t  L^cja«,!  |«J^  ;^*c«  L»i><  ij-jjlo  ^jLLä  l$J  jjl^j  2 

» ->i 

1 Kami)  ^Iä*  Ulsb  l^*.)l  <) 

LgJ.y  ^t  L^iÄ  (^jLAj  U-ty*  i'r*-1'  (jlr*  3 

LjÄ«  ^^oi  L*JLs  LjaLLj  »JLs!  slxj  a^s  « jJoac  ^jt  Jü> 

**!p  ^ Jll  v'^> 

.>,  »«.'K  ij  Jooli*!!  ^i»j  LiA^kij  aoel  <_/iVo  dü^o 
j»*c  »^v  Lxj!  JÜj  ^kä.1!  .dJiXij  ^7^'*  >5;vJj 

***  V * -. 

lXa» 


* Die  3 Verse  bei  Ahlwardt,  Dhans  184  f. ; vgl.  LA  VI  426,  13;  TA  III  506,  2, 
wo  beidemal  ^-*io  Air  }y+*-  Vers  3b  Hs.  ^>VL  SkugsoHN,  Tarafa  (1901)  S.  ira  f. 
(wo  7 Verse).  Die  Verse  sagen  (l)  O Amr  b.  Hirni,  was  denkst  du  von  einer  Kamel- 
herde,  die  Mittel  hat,  um  sich  mit  Wasser  und  Sträuchcrn  zu  sättigen5  (2)  sie  hatte  zwei 
Iteschüt/cr,  deren  einer  Qabfts,  der  andere  1 Amr  (lliir)  war;  nicht  Hess  ich  sie  Tags  oder 

Nachts  ohne  einen  Hüter.  — — (3)  denn  die  Reime  dringen  auch  in  Löcher 

ein,  die  sonst  so  eng  sind,  dass  keine  Nadeln  eindringen  können. 

**  Per  hier  dem  Tarafa  zugeschriebene  Vers  steht  im  Diwan  des  Mutalaminis  VI 
13;  vgl.  z.  St. 

***  Tarafa  7,  I (Ahl\*.)  »•  9,  1 (SftLlGS.);  Hariri,  Siances 3 I 119;  lbn_Wädhih 
«I-Jaqubi  cd.  tfOUTSMA  I 240.  — „Hätten  wir  doch  statt  des  Fürsten  *Amr  ein  Mutterschaf, 
das  um  unser  Zelt  herum  blöken  würde.“ 


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1/4 


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JLai  L>j£  LäJL»  . v^-c  jux  J~u  Ul-  ►UM.  i pXjUi 

JUi  öuU  uucj.1!  uLsi  J-äJ  jiijJs  kl)!  jj'L 

* Tarafa  1 8,  i (AHLW.)  u,  i (bELics.);  Wellhausen,  Skitien  Hl  178  Anro.  1; 
Hudeil  24,  2.  — „Bei  deinem  Ahnen  und  bei  den  Opferstelen,  zwischen  denen  das  Blut  ver- 
gossen wird:  ich  habe  dich  nicht  verspottet!“  Bei  der  Übertragung  von  weiche 

ich  von  NöLDEKE  und  WELLHAUSEN  ab. 

**  Tarafa  16,  1—3  (Ahlw.)  a:  8,  I — 3 (Seligs.);  LA  XVI  30,  12;  42,  2;  Ham- 
dani,  Arabien  162,  17,  wo  in  3a  — (l)  „o  über  den  Wandel  der  Dinge  (o  Wun- 

der), wegen  des  cAbd  *Amr  und  seiner  Übergriffe;  *Abd  ‘Amr  hat  mich  zu  schmähen 
gesucht  und  darin  zu  viel  gethan;  (2)  nichts  Gutes  ist  an  ihm.  ausser  dass  er  reich  ist 
und  dass  er,  wenn  er  aufrecht  steht,  eine  schlanke  Taille  hat.  * (3)  Die  Weiber  des  Zelt- 
lagers drehen  sich  um  ihn  im  Reigentänze  und  rufen:  ein  Palmcmut  von  den  auser- 
lesenen Stämmen  in  MalhamI“ 


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(Dofftt«.  &«•  QTlutafamim«. 


'75 


^ . yX  JjjÜü  jüjjk  ^JÜUUI  »Lj  JJiu  3 

f*J^3  j»ii  ^-c  v-Lo  JU  lc  ^jlUI  oot  ü^' 

Siv  Ajl  |*i'  8iV  g«.»*»L>  &eüu  ^1  ^jLs  tüc.  lu'j  auJLiu  J^\.a? 


5jj|  JloLa«JI  xjqI  ^x^L>  eJLLc 

v5i»  tjj  3 juuisU  ki^Jc  jljlj  üejJiÄ.  jjl 

l?jl)G  julXc  jjj  iuJjü'  ^Ki  ^ye  Sjoy  &as  «JLx»  O^L»  sLät 

ft  fr  m _ ^ , 

j.jKj  ia i ^+*«1  tX>l  &!  ^jlCj 

^tak,;  ^ ,‘>',1jj^»sy,l  i-jjjJÜ  Ls  jüL.:»  aJLoLa 

it«lyC!lj  .Ia^-Li  l*£J  cm!^  ju#  JLij  i t U-fejjul 

i U^Li  UäM  UaoJ!  ^ ^-Lb.  yt,  ***Uirf  laJb  ÜJU 

iXa  L)  wL^“  ■ jJL&j  ^aX?»^.'!  ^Awt  ^ja  + JLä’aM  JfcAAfi,»» 

LiyÄäi  Lo  lVJJ8  tViX  ^ Lei  0G»jJI  I jig  y?l  ^wJu  oJjLI 

^^jAaJjaJ  Jül  jdPj  SywAl  ko  tü-sLli»  ^jö^C  Iaj  ^äs» 

|*j'L»  Lei  ydilj  JÜLaT  yli.  (jiij  ^ajlLL:  ayOjj  a^xl 

LtJcLüäjl  ijtjj  vJLs!  L UjAi  zLj  ^li  jjjAil^.1  j joju  Lg*htij 

cy*L»yi  LLoJ  iM  (jaLIXa.1!  JjUj  J iiyio  lSjli 

£ fr  — -fr  #A-  „ ■*  Q " •* 

!^a3!  &i  Jlüi  s^li.1  pLoI  ^jo  ^xj  &j  \^yt  L+gjuuL 

JLäi  ^»JLaJI  Le  äjl>  I jli  auJI  juLä^  ^ijü  j^JÜ  JU  ^JlCM 


• Oben  S.  1^3  Z.  14. 

**  Der  Statthalter  heisst  Ag.  193,  5 und  Hiz  I 41$,  28:  Rabt'a  b.  al-liArit  al-  Abdi, 
aber  Marin,  Sca/ttes*  1 1 iq;  cAbkarius  94,  4^  A^bü  Karib;  vgl.  noch  Ag.  194,  24  ff.  und 
NöLDEKE,  Perser  und  Araber  259  ff. : al-Muka  bir  (zu  diesem  Namen  vgl.  Macoudi  VI 
1 43,  TO;  Ag.  XIX  49^  I4j  TA  III  «»24,  19  f.).  Im  Scholien  zum  Diwan  VI  16  wird 
Mi  dad  als  der  Mörder  des  Tarafa  bezeichnet.  Im  Bericht  von  BM  zwischen  Gedicht 
IX  und  X wird  der  Statthalter  an  Xamari,  der  Mörder  *Abd  b.  Hind  b.  Mu&wija  ge- 
nannt. .Andere  Berichte;  Ag.  202,  9 fr.  * 

♦**  Zur  Ortslage  in  Ost-Arabien  vgl.  Bekri  310,  20;  Jacut  IV  42S.  341  ; 111  397-  764 
f Hs. 


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1/6 


$<ttragf  jur  f<milirc$<n  ^pracBtrt(T<nfc6aft. 


M » »ft 

Oijlc  Jläi  3 Lc  Juix  aui  sljüj  dljUf  &kf.l  dlaij  ü^k.1 

0>iU  *iüu*i  ^ tjJJi  SjUj  ^ Jpi  JÜU  jux  jJL'l,  JU  U 

Jlij  ^il£J!  g.i.^1  Ijotj  ^JliLl  i «■?  *jL*S^  j~»JLä«M 

jJUö  i 

III. 

( Tazvi/) 

jX«d x k>  jy  jxil  dü  jsi'  w*ia»  y^x  (jxi-'lj  l^ÄxälU  1 

J.wv_»  Jj'  j.  ^LaJ!  Ljj  o«Jsj  Lff  j!Ax  ooU  ^xc».  L^j  oax^  ~ 

\Ssji-2  bj  [38, 15;  j*  xjji  ^js  ^ — 4»  c—Axxji  Wüjt 

Jjl»-  3 j l'-XXj'  Ur?  Jv^V.  Ur^.';  'Ä  iU.L) 

* X* 


* Der  Gegensatz  der  beiden  pubri1  a-Grc ppen  kommt  hier  zum  Ausdruck. 

III  — Ag.  196,  1;  jvJI  (_JXXJb  lv>  XXbJdi;  Bckri  479,  3;  ^yXXJi  j;  Ihn  Qutaiba: 
ji%  c-zJä.  ^ ' G * 7 » 

^ß^CL*  "Ls  ^^Xkl  sUXk^ 

U^ut,  li  *Ub  Uri  cX~X>; 

Jf  ,3  jUXJI  Ur> 

(vfjl.  de  Gopje,  S.  85).  Ebenso  Ag.  193,  16  (nur  ,J*aEU  für  >**o).  Auch  HM 
^ « 

Jac.  IV  22S,  19!.:  £\JI  ^^Xil  viUUi'  jjXXJb  AX-JCJ^j.  Ham.  172  JÜUS' 

k»  jj  Jsi\  LA  XX  65,  16  i yjifl  VI  463,  16  TA  X 305,  16  (yüil).  Cheikho 

33° : S'S  e-zJj*.  Cr*  (3  Und  GUiix 

jlaia  3 ^bÄ? 

ft  M 

\ UL  L^y  > 

Jz'Aä.  (3  Ur1  J^*V. 

Ebenda  Var.:  üb^lj^o  für  bbaljcx.  Abkarius  94: 

UrXaf,  Ü zUb  UrJ  0~-bj 

J.Xea-  JS  j öd.'  Ur~x  J*^V. 

^r'O'd  iXXoltf  ■ G X^. » Ma 

jl-ox  cib  3 t.^'  siUUi' 

UM:  J*acu  . . . U Ur1  sX~wAj;  Ag.  193,  17  SS  tyS  JU.  ii^U-b  SS 


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(Poffere,  «Be&tcRf«  ö;«  {tWufafammto. 


1 77 


IV. 

( Basti ) 

BM  ohne  7.  13.  14.  15.  18;  Ag.  198,  7 IT. : 1 — 12.  16.  17.  19—22;  Gamhara  113 
20—22.  1—4-  6 — 8.  10.  II.  12.  16;  Bekri  577,  7;  v.  10:  Jac.  IV  769  20.  10.  11  (Grrir)\ 
‘Abkarius  93:  16.  2.  I.  4.  6.  10.  11.  12. 

y&JI  ityL't  Jüs  xJÜ  51!  X jT  Li 


j!  ^ , AaXj  jvLjLw  j*^aJ!  IfcAjtL  ^aLw  o,AÄfc!  ~ 

^■1  a 1 5Ly  iul  Ijlp  Q rv  ^7^  ö^XiL  L5Li  0(  3 


t3»  iJ-X  (H».  3y  .}  "A*'-o  ,_J— ä. 

is^Lah.^*  Xs  1 L*.AQ?fc.  «Xaxil 

<^LftX~Y  ^ UJjLXrf 


l*lLä^  jjj  4,3.  Zu  ki>\  talm.  U5,  assvr.  gitfn  vgl.  Frankei..  Ar,tm. 

Ftemdxv.  249;  DELITZSCH,  Handwörterb.  196. 

Am  Ende  von  III  sagt  BM:  «^J>  ^ b^Ufa  Isxi^  JI5 

Harauf  folgt  Gedicht  IX  1 — 3. 

(1)  Ag.  198.  14:  Äijj»  L«y  V ^e.  fOy  w>d>  Jyb  r Vgl.  die 

Einleitung  von  IlM  zu  VI.  — Gatnh.  \\bkar.  — Zu  VK^*  Schol.  zu  I 10. 

(2)  Nach  Ag.  198,  11;  Hs.  lyt^rwl^  und  1****#J.  Der  Gegensatz  von  und 
auch  LA  VIII  85.  4.  — BM  Hib.  n-J^J-1  *£>  j.  BM  Var.  *ly;  Gamhara: 

U «nd  Komm.  ffely  L5t^  ^*-^**0  Col^  ^Jyb;  Cheikho  332  ^ylij 

(3)  BM,  Cheikho  332  v-i^baJl  Ag.  liM*  JJl^y  ®b.  Komm. 

yy>-  er*  Cr!  C&J  7*'  abet  AK-  ’98'  12  Cr*  0^3^-  Cr!  cfi) 

-e-1  -riE  ^-y  ^-y ; vgl.  Ag.  XI  162,  8 f . ; WÜSTENFELD,  Geneal.  Register , S.  246  — 

Hs.  y^-Ub,  Bekri  31,  23,  Cheikho  Var.  2^k*b.  — über  liadan  zwischen  Ncgd  und  der 
TihAina  Bekri  31,  10;  289  f.  Jac.  II  288  — Gamhara:  %i.b  Nla*  ?>l 

* „4.  « « 

1 • rfc.  ^yb  db\  bb  'J* ■ 


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I ®»i<raa<  ;ui  #|>r4«Bietff«nrc8aft. 

yL-KJI  ’rfl\  i^4  jUl ’äJty  JJ  jj/L  jUi!  \,3J>  4 

fr'fr’  u*j  *-“-■**'-*  i^JLj 

u*J  JJ*  fr**-  k/*l-^t 

^^uAcLkäJt  Jj*Jt  &j  -I  |*j  «JjLiJo  o üui  öl  üwLmJ'  tjjIS’  5 

jJuAjI^aJI  l j * »U..  jkXjj!  ÖJL9  (JJyülj  Lp  iglOyXä  6 

• M , ^ -J  |»  <<“  > 

rf-oAö  a^aäJI  vb»  ^Iji^jl  *■»-•*. 

i\jj*2  ,^^1)1  C^"8  »xaö  AX*o!  t>\yii  sJLLj  ^ju<xj 

i fl Afl;  ^JdÄ-)  jÜyuL«  / 

sA^A  ^v>c  ^J«AaJ\  dL^ftO  uljjj'i  ^^^i-*»*-** 

wäXJLp  f*y*^  ^^jLaP  Lc  lXj*-?  (Jul^aw  iXs^  8 

(4)  Hs.  vgl.  5 l^j^;  Hs.  ^LX*  ^-»-oBLU , f Abkarius:  Jjj  ^Jjc- 

M s ,.  *5  , 

und  ^^*LUUl  (iamh.,  Hib.  Var.  Jp  l^&ä.  BM 

ebenso  als  Zusatz  hinter  v.  5.  Hib.  lj5Lo  \y^Ä.li  JyLt  JW: 

o-*^  f.yU-  Ebenso  Ag.  mit  \y>ÄÜ^U  und  Hekri  31,  24  mit  ^.^Jl.  — Zum 
ganzen  Verse  vgl.  XII  I. 

(5)  Text  nach  Ag.,  Hekri  465,  12;  Hs.  nach  XII  6.  — Hib.  Komm.  dL«L*> 

^-oll\  ^ iiUU  ^ ^ u-^JU  ^ vgl.  Ag.  198,  23  ff.  IX  104,  23  ff. 

I*A  XII  138,  8;  Wüstenfeld,  Genealog.  Register  41 1.  Zum  Namen:  Muzhir  II  226,  11  — 

Ag.  199,4  ^^c\Jb  £^ov«  l^JUl  J-*2.1  vgl.  Ham* 

4 

dani  164,  26;  Jac.  m 299;  619,  5 IV  1035,  20  — CHUXHO 

(6)  Hib.  Komm.  fL£J\  ^ Ur^  “ Hib-  $*4j\  — Abkarius  Jou 

L^XSLw^  *\wL^jJ\. 

(7)  Hib.  4Ü.jul«;  Hib.  Gamh.  Jji ^Lo'lA , Ag.  199,  12  ^/»IsejJi  JU} 

^-- , --■  II  Jjipjl  vgl.  H.  WlNCKLER , Arab.  Sem.  Or.  S.  99.  Hib.  Var. 

l to~iy ; Ag.  199,  IO  Gamh.  ^j'L,  Zu  vgl.  Gerlr,  Diw4n  149,  16. 

(S)  BM.  KAmil  40;,  S;  Ag.  199.  13:  Hib.  Var.  .LM  jji.:  Hib.  Komm.  f^aj\ 


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(TJofftre,  «BcbicBtc  it»  (fflutofanimi*  I jg 

_>ji,  ^4  ^yliOJ  vfo  1M5  jnü  Uj  IM  cVU  cM  Jtf*  >}-JLI  ^U*JI  ol  JU 

jJa jJ\  Ao  L^\_>  Jy  A«L*LUt  Aa*Ia  ^>c  ^y^X\  ^y»A*£o\.  JU  ^b\ 

^\  Aö^yv£  JUu ;2iJ^i^sui  £bjJl  yx\ArS  Jpy laJl  J-*2.\j  (?)IaJj  ^ V ds 

, * * * 

<A-L«  JjjUil  ^j>:  JUüj  AJÖ»i.> 

,jljui  «itjit  4äJ!  ^}Sy  *->Jc  Jx  lJ^>'  (J)  ^\  9 

* / ,/  4 f/  * 

g-»^»  ^ J®/*^  V-5*^  bJyo  *-^g*  0'^«e\ 

A3*  Jjyl  v-l^wL*ol  >-Aä*j»  £Oyö\  Ljy  aXL«^  Aj  .X-M^ki 

J^UfcA.!  A*«LlO. 


Jüü  sf  jJU  JLlJ  iv  VJüu  yjJji  *j&  Ji 


<K>  tX)  Aax\J\  J\  AJJC<c  J »*.1  * 

<J)lxx*o\  ^,1  ;B*kri  577,  9t]  ^U*yJl  .^*3  y\  ^yJuSJlj  JU  M.  AoV 

L-*as.  ^yaii  Jlio^  JU  AJLe  LÜJ\  AJjcu  Uv^  J*a\  «io  yu  ^-o 

Jy*>  UjoJ.  JyLV  U JU.  y\  JU  uj  ^ V CiiXal  «ybUjJl 


boy*>  AaI  ^LJl  d>s^-nJs^j  1 Le.  . L«. 1 J2  be  ^ Vill^ 

ix.-j  .*  ^\ A-X^X.  A**d  ^ als  ob  sdn  Kopf  um!  sein  Bart  die  Röte  der  Glut  des 

mit  dem  ‘ Arfag-Strauche  genährten  Feuers  hätten’;  vgl.  Fihr.  56,  21  — I!s.  *^aSJ\ 

Text  nach  BM,  Ag.,  Hib.,  LA  III  422,  15  XV  248,  12,  Ibn  Qutaiba,  Ad.  al-Katib  122,  4 
, Gkünert  377*  5).  In  dem  Citat  des  Afasini  schlägt  Dr.  R.  Geyer  folgende  Lesungen 

vor:  l*>  ^L»^,  2*  und  J^b  und  übersetzt  : „Wer  Bl’s,  den  der  Blitz  in  der  Nacht 

erschreckte,  welcher  aufleuchtete,  von  dem  das  Schloss  und  die  beiden  Hänge  von  Rumäh 
sichtbar  wurden?  Wir  sind  für  die  abendliche  Einkehr  ein  Berg  durch  Deckung  (die  wir 
gewähren),  denn  der  breite  Berg  wehrt  die  Stürme  ab.“ 

(9)  Ag.  JLo^  J\t  - BM  ^ ya  — CtOttlCHO  333  ty Ul  und  Var. 

JUJt:  BM  cUa!  aber  Vor.  <iUJ\. 

(10)  BM,  Hib.  » !1  ÄXivJl,  während  die  Lesart  der  Hs.  (u.  Bekri  577,  7) 

dem  Abü  *Amr  /«geschrieben  wird  — LA  VII  393.5  CI^ocva.  — A£. , Jac.  IV  769,  5 
f\ y%-  J-wO  — Hs.  BM,  Hib.  «iUj  mit  £V-o  — ‘Abkarius  ^wJVJül  dJÖ  — Hib. 
Komm.  vJ^  \JajJb>  ^Ä.\yi 

'ju^.  — Der  Dichter  der  Regez-Verse  ist  Sahr  al  Gaii;  vgl.  Ag.  XX  21,  1 5 f. 


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l8o  QLVifragc  ;ur  fcmttifcftcn  ^prdc6n?i(fcnfc$aff. 

'Jhiy+i  loji  UJ  ^ 1U<L^  I I 

J*  f f „#  ff  c 2*  ßl,Jf  JC  . ^ 

Aa  • Lxl  ^y*»wl  JsJÜ  <Q*\ 

JajUil  ^kj  siUJl  ^_Uü  ^jJl 

u».jjL»  SLZjIsC  Lcj  .j*£  Jilt  L«  SiXSkrC  iiljjl!l  J*““  ^ 12 

Jjl^lsJI  ,jl  1 b,* -»-l-~  Ua-k*  j-k*J  -Aacsi  J iijla  iJUj  sUUJl 


l_rA^Lsr  o^c 

u-^'  r*^'  l.  Io!  4T5I!  Op. 

jj-ajIAö.1!  jiUe  fol  5* 


i£.  luo  ^>j»j  J!  ^ ^6"  J 13 

15^';*!  c^  <*±>  <SS}[  '4 

i , 

4j*  r*5  cH  is^;u  ^ 15 

U v^LjuaJI  ^^oIä-aJI 


,j.j-«JI  fcjyül  ^ kJLTL>  4*^^  &*jüii  jjtjJt  >_a»  ou*J!  *ö 
^>0 o 131  ^Uzo  y.  |V~i  ouJl  L*j  in ) jiXi  |*J  *7 

(11)  Jac.  IV  769,  6 £Z*Gi  Jl.  — 7.11111  UJ  M N'ÖLDEKE,  C/au.  Ar  ah. 

(1896)  § 24  — ‘Abkarius  pjUj  p. 

(12)  ‘Abkarius  ^IJjJI  J-7^"  i_^UU>  ^yl.  — Zu  iiln^JI  Hamdani  173,  7;  Jac. 

I 7 54  f-|  ,_k^VI  Cr*  A~~- — kl  sU^il*  älzaajl  — Bekri  181,  ti  Uzy*a  (kV . 

OUi),  aber  Ag.  199,  23;  Gamh.  ^yJli  U Vj  und  Ag.  199,  24  U~U»  U 

*1jUI  jr’yü i U—ks  U Vj  p*». 

(13)  — (15)  fehlen  in  Ag.  und  Hib.  — 13a  und  148  nach  Chcikho  333;  Hs.  ,_^kA 
und  ...•.•■■■1 

{16)  Nach  Hiz  II  549  Rand  las  al-‘ Askari  (in  der  ^JUxVi  v sJUJJ.  aber  bei 
Sibaweih  las  man  U^JI,  vgl.  Sib.  I 12,  24  (wo  ’ •' - .11)  und  dazu  Jahn  1 2,  6 x , 8; 
ferner  Nöldeke,  dass.  Arab.  § 8a  (■!'-  - |l) , [Fleischer,  Klein.  Schriften  I 2,  731 
(nach  Ta.ntawy)  zu  S.  de  Sacy  II  393  — KG].  — ‘Abkar.  95  A ’ i »I , Ag.  196,4; 

200,  1;  BM  Ajsf  — Hib.  Var.  jJo  LJ*,}  iyUk  <OSU  vgl.  Jac.  IV  804. 

(17)  Anonym  LA  VIII  76,  I.  — BM,  Hib.  für  erklärt  mit 

fUkJU  Äjyi , und  BM:  dp  äj^-s»  ^zl  JIS  viU.kS’j , vgl.  Ag.  200,  5 fr.,  Bekri  166 
oben,  Jac.  III,  862,  17. 


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(Poltere,  St«  (Ttlulafemmio. 


|8 


(j*jJLo  ijsiyi  oU»*3.J  Ijt  ^1  nJutXe  cJjuj'  (jU  19 

* | * > " o ' e > | •M-'  , ^ - * '#  ' # > I f » 

Lr*«.'l  4->  »Xi  ojj-  J.  »2  A »**X  «■U**<i  |*S  -’1 ' 

, »e  »Ul  yjL*i  ^ iuk"  &ÄiL>MC  rLi  g»JLc.  ^.6  ov0.  21 


* »*  . 

ii,,U  22 


J;r 


^_jjCjue  LjJJCJJo  *_S.\J  Ü,Aj 

< vij  JLo  Ott  Ol^  Ia^Ui*  ^\ 


U;JLi  UJSKj  *^U5ji  J*  JU*  Ott  J^[Jj  ^ 


V. 

( Jawtt) 

HM,  Ag.  187  (.:  1 — 2.  4.  5.  3.  6—9.  10.  12.  13;  //tim.  322  — 325:  1.  2.  4.  5.  3. 
6—9.  12.  II.  10.  13;  RÜCKKRT,  Hamasa  I 250.  I.  2.  4.  5.  3.  6 — 9,  I 252:  12.  II.  10. 
13.  ffit.  III  270:  1 — 9.  12.  M.  10.  13.  AfaJhid  330:  1.  2.4.  3.  10:  Ham.  Basr.  fol.  34h; 
2.  4.  5.  3 [al-Buhturi,  S.  35:  2—5  — RC; j ; ‘Arkarius  93:  9,  97  f.:  1.  2.  4.  3.  6.  7.  8. 
11.  10.  13. 


* I.ANK  will  hier  m.  E.  mit  Unrecht  einsetien.  Pas  Scholion  besagt:  das 

Tier  ist  geduldig  beim  Drillen,  Zurciten. 

(18)  Hib.  Komm.  ^ ^ »—  ^ f\a  ^ Ä-Ujo  ^ 

vgl.  Ham.  374,  Z.  4 f.|,  BM  «jb^jb  Air  — Ag.  sJJlaJ1  gJl*  ■*.**).  Zur 

Synonymik:  Berlin  VII  316,  8328. 

A „ „ 

(20)  Für  *1*0  lesen  Ag.t  Hib . , Gamh . , Jac.  IV  769,  4 bOy*.  — Für 

+ lesen  Ag.  200,  13  (vgl.  io)  Hib.  bJj\>,  Var.  bSm>  (vgl.  SociN,  Diwan  111 

Ce  . 

266-*).  — BM  mx<  , X/f.  20°.  <3  '-»Jjü'j  U»*U  JjjJJ! 

Ebenso  Gamh.  ohne  CjU. 

» > 

(21)  iü  nach  Hib. , Hs.  ^»U;  ClIKIKHO  ^U,  Gamh.  aIaLL«  ^U>  und  Komm. 

\S^  tj^  c?*  <3  '-*■*  «3' 

(22)  LA  VIII  22,  5 wie  Text;  — al-Asma‘i,  al-fark  S.  9,  4;  Ibn  as-Sikkit,  Critiqut 

du  /angage,  S.  525  a:.L»  — Das  Scholion  der  Gamh.  über  4k^njiil  trifft  nicht  das 
Rechte.  — Für  lesen  Ag.  200,  12  BM,  Hib.,  Gamh.,  LA  XV  2S4,  5 — 

Ag.  200,  17  fUjX>  I~\  XV  284,  5,  TA  VIII  391,  17  ,»>'t 

einem  Maulkorb  versehen*. 

Beiträge  sur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  13 


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182 


$<iträg<  jur  ftiniftfctcn  &prac6mfTinfc8af(. 


I *i;jl  (JÜs, 


(j-XjJ  Oj-*  }\  ^LkJI  ^jljü 

U^JLef  l~=.  L$J  Ijycj 

ty^X^yi  \yc[jCJ  Ajl  $1  jjäÜt  Uj 
^4-a.i  vJumJIj  ojJI  ^eU».  ^jy£ii' 
,jUjL>  ÜUS’  *j(jjl  li 

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^j[xj  Le  rLNI  xj  ■ j 


J-*;  J)|  J'iLcf  1 

XÄAX  iiütf  UXc  ^^XiiÜ'  2 

\}]  U N!  ^0J|  Ui  3 

tJü\  y*.  L«  ^Lä_j5M  %_J lie  l2y*i  4 

Aiscj  |.jüJI  £ys  Q jUbü  5 

C';  U1  7*  !*■'*  ^ 


( - ,.  ^ ^ • #*  /i 

(1)  Hs.  Rand,  Ag. , //am.,  Maahid , Abkar.  c^j  «>»  ö>  >'  llM 

. *l!l  ^ i ^jJbj ; /Jam.,  Md ühid  LiO ^-<o. 

(2)  (Huhturi  ^Js^u 'i}  — RGj.  — Maahid  <CLUe  — 

Für  \Ja.  Ham.  IJLaJ^,  , HM  vU.~->  1*  L**»l  Ham.  Var. 

.verweile*,  .harre  aus*  oder  .komme  zur  Erfüllung  deiner  Wünsche*.  — Zu 
vgl.  IX  9,  ljafdgis  ULii  23,  9 f . : (fit.:  «n^jxJI  ^_yc  X»J\ 

f3)  ^ü?-i  //*'»/■  L«^.  — /A/w.  323  [^-**  ^ L#  sJsXld  doj^  JI  «pl  JU^ 

^ »J*“  ^ ^ 

ij JLcdC.  iGy  "V  ^xxäJI  Lc» 

.was  Mut,  als  dass  sein  Ix*ben  man  auf  eine  Nachtfahrt  wage;  und  Feigheit,  dass  man 
sonne  sich  und  schlaf  am  hellen  Tage*  (Fr.  Rf'CKERT). 

X , 

(4)  Macoudi  III  198.  224.  — Für  *_^dd>  HM  «Jsa»,  Ag.  188,  2 ^uVt  ^ Js^ ; 

Cham su  Rasail  263  ^GVl  CI; Jo».,  Ag.  XIV  76,  l Jä.  L«  *Sa.  — Über 

Qafir:  Meidani  1424  fr.  (I  138.  20;  207,  21);  Tabari  1,  2,  763,  II  ; Abu  ’L-Ala,  Leders , 
16,  20;  A.  Müller,  Islam  I 12.  — (fit.  £j^U  ^1^,  wie  Ibn  Badroun  S.  8f  (wo  auch 

JjiYt  ^Ui»).  — Über  Beihai:  XIII  6;  Ag.  188  f.;  Meidani  I 264  f.  403,  II  82.  406. 
477.  519.  917;  Ibn  Dorcid,  Handb.  171,  6;  Fihrist  96,  29.  — Zum  Namen  : Ag.  XIX 
107,  Shahrastani,  ed.  CURETON,  93,  II,  Maqrizi’s  /Jitat  II  355,  36. 

(5)  [Huhtuii  für  — RG]. 

(6j  IIs.  yi\.  Text  nach  Ag.,  Ham.,  Jac.  II  160,  12,  WÜstenfei.d,  Bahrein  und 
Jemama  (1874}  S.  200:  ‘ABKARIUS  \al-Q3li,  nawädir,  Hs.  Paris  4236,  I,  fol.  19  V — RG], 
I.A  VII  317,  1 wo  auch  1^1^.  — Hs.  Rand  (abgcschnittcn)  ^oJL>  v,a^W>.  — 

Ham.  Komm.  ^Ujl  ftir  ^GVl.  — Lc  erklärt  mit  V (Ham.)  und  mit 

^äjJ\  «k-d  jjZ*  M (Ag.).  Ober  die  Var.  ^CjUö  vgl.  LA  VII  317,  I mit  299,  12; 
TA  IV  103,  39  mit  95,  40 ; auch  Ibn  Ilisam,  cd.  Guilx,  S.  iri. 


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(poffcre,  <0*Ötc8<«  t><6  QTlufftfamima. 


«83 


^^>LkCjt  L^jylc  Ci)5lcj 

j;;$ i,  i^j ü) 

o***^!?  tsd  -b 

^LbbOH  J-U-iJl5  *j£j  L.  ,>  (Hs.  /) 


i^jäJI  c>JlL»!  j.Gl  Uuj  ^o,c  / 
tXS  IfcJ!  |*Jjs  8 
«jL3  fy*i\  cllöj  9 
«4**?  J^Jü  5jJL>  IjJ-uü  io 
JÜ  V (JiT  i-nUill  M}  JOjäJI 

doloXj!  « ««' 


^ ^ üü»  i,ixi; 

>-'l  !l’  »•./.»»  V-\  »•; 

u***  ) ^ i*4^  15****^ 


;.- » - ' 0 : r » J-- 


(7)  Zweite  Hälfte  bei  Ag.,  //am.,  Jac.  II  160:  ^Liibj  .ijLaJb  ^U»i; 

//am.  Var.  gvibaJI  JJu  J*,  LA  XVII  140,  13  ^ybäi  [I.A  vm 

w m v,  J ' 

81,  12  i^Jioy  ^ib^UiÖJ. 

(8)  Ham.  vgl.  zu  VI  n und  oben  S.  154,  7.  iS.  — Ham. 

Var.,  I.A  VIII  76,  16;  XVII,  312,  20,  Ibn  as-Sikktt,  Critique  du  langage  2"J<) 

für  — Ag-  fiir  0->Uj.  — Über  siche  oben  S.  159,  7.23: 

W.  G.  I’alGRAVR,  Central  and  Eastem  Arabia  I (1866)  390,  Ch.  IX,  Anfang:  White 
the  sin  ging  droning  sound  0/  the  xvater-xvheels  reached  us  ereu  rohere  we  had  halted 
at  a quarter  0/  a mite  or  more  front  the  nearest  toxvn-xvalls  (bei  Ri&d).  — Ibn  as-Sikkit 
a.  x O.  4*y\  und  A^ft. 

(9)  Ag.  185,  23;  Ibn  Doreid  192,  14;  I.A  VIII  94,  II ; IX  34,  13;  Muthtr  II  220,  3 

[al-G4hiz,  Bajän , I 14 1,  24  — RG]  \J^i.  — Für  Hs.  Ag.  185,  23, 

Ibn  Qut  fol.  17  a (DE  Goeje  86,  10),  I.A  a.  a.  0.,  Muzhir  a.  a.  O.  (vgl.  Sib.  II 
48,  15);  ‘Abkakius  [Maähid  329J;  [Gihiz  a.  a.  O.  — RG]  J^i».  [/um  Rüde  vgl.  noch 
Psalm  Ii8,  12  P.  H.]  — Über  Jf>j j»Ji  Hamdani  161  f.,  liekri  654,  10,  Jac.  III  653.  — 
Parodie  des  Verses  bei  Bf  STA  NI  s.  v.  ALom. 

(toi  Bist  am  s.  v.  , -M  — Ag.,  Maähid  \y^JH ; Ag.  XX  42,  7 \/L*jLs  und 
• * * * * 

K.  aUMuwaita , cd.  BrÖnnow  (1886)  112,  22  und  ^U\  vgl. 

auch  al-Murafsa  ed.  SEYBOLD,  7.  1326. 

(il)  Ham.  g^L^.  — Quirin:  Selicsohn,  Tarafa , S.  in,  III  5;  *Alqama  13,  49 
(AlILW.)  «»  2,  50  (SOCIN);  Abu  Zeid,  Nawadir  140,  II  als  Schwesterdorf  von  Malham 
«•ben  S.  175,  Z.  1)  Hamd.  162,  10  f.,  Itekri  733  u.  ö.,  Jac.  IV  50,  19  u.  ö.  — Zum 
Namen:  VVelLIIAUSEN,  Vakidi  327,  Ham.  Basr.  fol.  46b  (‘Ut&rid  b.  Q.).  — ^*oy 

nach  Ham.,  His.  III  274  (wo  erklärt  mit  j^*)  AEKAR1US  98;  Hs. 

*■  ß ...  , , 

Mi)  Ag.  ^ ^ ^ ,_~äj  ^ cH  Ci? 

'3* 


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84 


Qß<t(rä$<  $ut  fanihfcBoi  £j?ra4i*tfTfnfc$af<. 


Lc  (iLc)  La-O  wVJLs 


d*  ’3 


VI. 

{Kätnif) 

l/it.  III  75:  3.  12.  13.  14;  Ag.  201  ohne  I.  2.  II  [MaähiJ  329!.  12.  13.  1$]. 


sjOj^i  tXü»  vj«j  Lr’pL*0  [.LäJLj  Jk>j 

*ia£j  iü^kj 

HMi  .av ^ c^°  ._2 <1  is  s.  ^ 4 ^*2 

(IV  !«■)  «J,ÄJ 

oJküi  ^v2»J  Lvii  Urf  !ji£j  ^yyJoC  ^J&jl  l_2jJj  clyüt  JUff 

. r>  ^ _ 

^ JJii  KajÜLAjLa  -I  ÄJüAjüli  CLtf  ^4*J  &aA*J 

jsiL  &j  wclj  xJLci  ^jjo  0,!  tXxXas?  «jrLu.1  .sLc  ^ä*j  Lc  UiL.j>I 

jLüi  slUö  ,»Gci  OkAJLC  JJ  LjJlitVi 

jeJLc  ijdsi 


Darauf  folgt  VI  I,  dann  VII,  VIII,  X,  XI,  XII,  V,  dann  nach  den  Worten 
fLiJl  ,jl  t_>y»:  VI  1—9.  12.  10.  13—18. 


J^J 


05  k^l  ISDyXsm  y}  ,j*.LÜL  JüLsJ  j*J  l ^ * ~V  A. Äa ~k  ■ ^jj  I 
s?5jj  yJ^L  slaj~  ^jjLl  tk  1 g jf  as  "»I  Ix  <JLL  4X2  - 

y^eJJh'  i7?.  ^ ^ »•».«» V Jj'  0*^3  '*^1}  X2ÜI 


oder  cr>  erf  /».>>•*;  VR'  1V  ’3;  Ibn  Doteid  190,  13.  — //am. 

^iyaaJJy,  HM  ^jXmXuiy  — Zu  Gulaii  (Hs.  ^i.)  »gl.  IX  8,  I.A  XVIII  167,  1,  TA 

X 77,  «r. 

■m  * 

(•3)  /Jam.  ^_)U.  — /<i:.  ,_^ji£  ^ 1 —a*.  _y*j  v_iuü\i  u^Zaä.  M_>l 

Jolj  y^vJ  jS^i  ^ gji,  vgl.  WüsrmrELD,  TabtUe»  C 15,  und  rur  Form:  Ilm 

llisehnni  I 251,  19  mit  II  82:  I 352,  14  mit  II  109,  Fibr.  5,  21,  Muzhh  II  226,  24  ff.  — 
//um.  CL*;  — HM  ■_  -'-'■  - 

(1)  HM 

(2)  BM  Ujbyj  (so). 


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Q3offcre,  ißeötdjfc  Öc®  (Jftutafammie. 


1S5 


i^°i  <s*  o’t^’  c4  3 

ÜU>JI  ^„ä  ,üLj  Jk-s~L_ ? |>  4 

o^"  c-**  j , «..■  JU 

J^Xi  ^wOkLo  duwO  L • j\  , A * **’ 


cGoj*J1  (3*^  '-iLäi  yCjAll  jJLc  Ljija  jm-'I  jöj  bj.  jtXij'  5 

^tÄl  ^^Lll,  ijW  iy^.1  jli\  0;^t  Jiifl  joj— iJI  1,^-Jl  jiü 

0^  1a5}/?5 


Jüülc 


l^jülijc 


d 


j"0 


bl  J^l  6 


j x ..  + « »x  „ ^ ßß pß 

3 — AflS  --u  .«,  .O  ^aaaUj  fl .A&.  1 fc  Ijb^lÄÄ  SA*  , A «tAS  ^il  ^jÄii.\  A*ji}y*  A-wt 

<l>£  uj»  »^u,ji  (j  U^uy  cu»^  ivoU*  c^yi-j  ää^m  ^ v\  m5 

J-V«  a^G-?.  J-r4'  3j*s  7^°'  j**-^.  IÜ*  vG  r^v  G Jjt  i35*i 

(_«J\  j-AJU  k-jil^  .V-jj«!'  OjJl»3  < »Jlj  j\»jJIj  JGjLII  OAiil 


I ^ y~“ * 1 w M tXlJ  caI^I^J  7 

»LsÜJ  iLoji-'l  k_)JsÄ  L^UäI  ^j*JI  okÄj«  8 

^JoaO  flj-xro».  A^IU  <*A>  ^Lvijl  \Sy^  ^ — -Gl*  Ajs.A».i 

^^yüJU  c— ■ -«a3  \M  ^s_X^»ü>*  ^JbcvJa  s>j«  ^U>  ^_Jlib  s * ,-c  l^y 

+^jLL*~X\  (>_r-oUl  >yV^  »J^^-  t3 


(3)  ^i;.  ^yU  BM  ^yb. 

(4)  /fc*  £*>b  ^Jg>  un(l  Komm.  ^-«Uü  jdiyÜl^  jJL*-wJ\  JU*. 

* ß 

(5)  Hs.  Jjaa'Ö.  — BM,  CiiKiKiio  340  ^UYI  *Ae, 

(6)  LA  IV  290,  2 1 * - '-'  --'' ; — Ag.  CUXXi..  — Zu  ^li ^ SociN , Diwan  I 

287.  62. 

(7)  Hs.  !>!.. 

(8)  Ag.  und  *lacJl>,  BM  ^bä^. 


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i8  6 


$nlraac  jur  fcmttifcfkn  /&j?racßTrtff>nfc$afL 


r®  JayJ  r**  rv.**  r'^  ^ c**  9 

JÜL>.  ^Xv?.  ^5->j'  li^v'l  JÜ<  *-•}»-  *J  ^XJI  J^y'  J'MrJ' 

Äjiub  Ui)'  ^X®.  ijjob  U^Xa-U 

Ja**?  L*ij  üJ!  jk_i  f_j__?^ .jK-  jX*Jt  ^ ijuyiaS'  io 

€ ö -f  » ..  ^ f ^ 

viJli  Ji.il  JL&.J«  UjxK  c^jükl  cVi  isxLet  ^ijl.  >> 

<X>Ju  sjJLo  tSyi  I ;jdü«,  Uil^  »JÜC'I,  »jUil  ,jj  12 

O.jJiS  Sjjl  ^LsliJI  L^uki^j  )wl  ^£^L)  JLjLc  >3 

>*i  tyJ\j  lölj  x=»Lä  JLL:  jX  _*iJaj  ^jLJU  >4 

JXptj  JJ  IjJ  Lc  JL^L)  »jLc  |5ä»j  ouLIä  1 3ls  l 5 

Jl»5  jj^Ij  Jj^M  JLio  M.  a*jl.  >1^ j IM  Jjjj  JU  doyi  s.U 

U-*5  ft 

J^Uä*  J,  ^JU**  Ui  Ja  iS  b J^->U  A*jl 

(10)  HM  duufU»^;  — Ag,  ^j\  JJb  ^wwYi  Läd  Ua  ^U.1  J-J^l 

*v~o  fU>  Nj  M ^bbi  ^Iä..  — HM,  Ag.}  Ibn  Dorcid  107,  3,  LA  XX  234,  13, 

TA  X 408,  2 «aJljJi 

(11)  Jac.  IV  130,  5 nennt  nur  öinen  Sohn  der  l’mAina.  Hs.  Hand  ^U •*->  %ab\  «=* 
vgl  S/,Ifn-  zu  V 8. 

( 1 2 ) Maahid  aJUlUjI  — .fg.,  /fit.  dS  rJo,  Maahid  hSjZLj,  HM  #^5ol 

(13)  Ag.  Ab*U»  und  Komm.  Ob^Vtf  ,-^o*  AJUj^scxlb  sU^  +*~^L\  ^^kä  M 
v-ilcb  do  Jd  >\j\  JUb^;  vgl  Bcidh.  II  39$,  23  f.  — Maahid  >}jU£  dbk>. 

(14)  HM,  Ag.  Hit. 

(15)  Ag,  1M^;  BM  für  ^^bo*  — *5^»  Jac*  UI  770  *-*ü\  «jU 

ubx  U j*  ^\  JU^  fUJb  iby * Komm.  Jpj\  JLsbft 

^ Maahid  gj U,  Perron  238.  Gaynah  (vgl.  Jac.  III  832).  — Ag., 

LA  IV  283,  5;  XIX  380,  22;  vgl.  TA  X 273,  41  — Über  die  Stämme  I und  IV 

dieser  Verben  vgl.  Ibn  Qutaiba,  Adab  al-Katib  129,  13  — 1 7 (GrÖnkrt  400,  1—4),  Kamil 
625  8 fl".  Ta* LAB  ed.  J.  Harth  6,  2 IT.  Ibn  as-Sikkit,  Islah  al-mantiq , Hs.  Kairo,  Adab  6. 

MF,  fol.  68».  Die  /.weite  Hälfte  des  dabei  angeführten  Verses  des  Ibn  Ahmar  entspricht 
der  unseren. 


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QJoffcT»,  <ßt&ic8ft  6t»  (Ttlutafamrm«. 


187 


tiJäiue  ii.il a-  JJl5  iujjJt  iXä-I  yCi'lolt  pJ  ü^Ls  ^aj!  <6 

jSjlJ  ,jL*j  i> I ylj^Ll  |viü  0>£  .j-" ^-V  ^,1  17 

jyL*JJ  Xaa»  ^jOjci  pX&Ätj  IjJUi!  y jJx  JojJli  >8 


VII. 

( Tuivi/) 


UM,  Ag  185,  18—19;  207.  25ir-:  '—3.  7—9- 


l «ii.il  'j -- ’i  I ■ « ’ i JLs^j 

jy*  ^5!  \£)^>  «J-M  p+V  07“  1 

yyi  ,jJt>jl  £j-y  (*.y ly  iiWi  ^ ^t>jl  ^läi  2 

ly£jLa*j  (jl  ^ z.  f*f  H 5 


Gyi  l3jji  lüj  JLJJ1  Jüi  ^ß 


(16)  BM  Nach  Ag.  202,  5 f.  war  die  Q.  die  Gattin  des  Sad  b.  Mäiik 

(unten  Fragment  XXII),  Mutter  des  älteren  Muraqqis.  — HM  , und 

wX^ax.  Ag.  Komm.  ^ yl^i.1  Cr?'  y*y  ^ 

^ * ii  Wenn  die  Verse  16 — 18  mit  Abu  'Obeida  {Ag.  202,  21  ff.)  auf  die  Pä- 

derastie des  *Anir  und  seiner  Kumpane  bezogen  werden,  muss  inan  mit  LA  IV  283,  6 
lesen. 

(17)  HM,  Ag.,  LA  V 236,  25:  f*3  ,GL**aJ  ^ J 

wV.XjcL  JjL*ö  >1;  LA  V 237,  1 ff.:  [zweite  Hälfte  ebenso  bei  Gauhari  x.  t». 

(18)  HM  £\Jl  ^a.b  vXajJI*.  11s.  1^L*>1- 

(1)  Zu  Vers  1 — 2 vgl.  Delectus  11,  8.  In  jb  Ils.  flibl. 

i ^ x 

(2)  Ag.  ^*5'^-  V ttnd  o**®  cfc>- 

* * — 

(3)  Zu  vgl.  XVII  1 ; Qor.  33,  59.  — BM  ^ für  ^jt.  — Ag.  Iy*X^o  gj\ 

und  Komm,  ^ -AtL-Jo  ))  jJ*ib.  — Her  Halb- 

vers  des  Scholions  ist  von  al-Agg&g:  Kamil  86,  21:  488,  14.  Sib.  I 150,  12  LA  XI 
38,  9 ,wie  die  Nächte  (die  Gestalt  des  Mundes)  stationenweise  abnehmen  lassen,  (bis  er 
zur  krummen  Sichel  wird}1. 


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l8S 


$<tträ(jt  }ut  ftimtifjJ**  b|prac$itt|I<i»r<#aff. 


3 l*JkXi  0.£  ojl^. 

£*ai  O&J  Lc 

^cuo  Sil  ^y<uuJÜ  ^cl  5lj 
\y£.S  ,\  JÜ3  iXtJ  \yCjXi  ^y— L)( 

KJ**  j-oi  »3^  ^Jl  U Ä *o\ 


, - t*  r 

jf'-c  cH  '-??*  J'®'  OJ^J  4 

f?y>  >/=  cH1  5 

v5r*J'  r&V'  6 

1*4^  i*  45^0*  7 

J-'jJ'  er*  Jj/*-*'  ^ >3S^' 

^3'»**.' .-  ÄS  .JV» 


gy*j  OyxH  J~oi 

^f’?®  cZ*  eZ*®  ^ 

p jdf  JULC 


Uj^  ij^  8 

UüLäÄ^c  N j>U>.  ^äIm^  ^ki  9 

urr^  u r*»  i 45^'j  10 


VIII. 

( Htf/r) 

Hit.  111  70—75:  I.  2.  3.  4.  6.  7.  8,  mit  der  Kemerkung  (71,  10)  l(j^aA.> 

,3  »;*-  ^ ^ [^j  rfJü\  iL-Jb  ^^xli 

dJC-vol^..  Wenn  damit  ilcr  Verfasser  der  bekannten  Anthologie  (oben,  S.  162,  Z.  13) 
gemeint  sein  soll,  so  muss  bemerkt  werden,  dass  er  in  anderen  Quellen  nicht  Qija  eddin 
heisst,  auch  nicht  Hoscini , sondern  H asani , und  dass  die  genannte  Anthologie 


(4)  Auf  b.  \\mir  ist  wohl  der  Duhli  dieses  Namens,  dessen  Nachkommen  in  der 
Geschichte  des  llojci’a  auftreten  (Ag.  II  44,  9k 

(6)  Die  erste  Vcrshälfte  ist  gleich  Ham.  378,  v.  3 (Ag.  IX  4,  27,  Deltrfus  32,  t.)  — 

Zu  Jac.  IV  366  Hekri  fassim\  SociN,  Diwan  7t,  55:  el-luxva.  Welcher  von  den 

zahlreichen  Orten  dieses  Namens  hier  gemeint  ist,  bleibt  unklar.  — Ciikikho  342 

Cur  ^J\. 

(7)  ID.  «Ra^Lo:  Text  nach  Ag,%  UM,  PERRON  253. 

(8)  Ag.  208,  12:  £ j -O  \*c\j£  \ v'^ 

* * 

<JsLo\  Zum  Hilde:  Goldziher,  Muhamm . StudUn  I 163,  Anm.  2. 

(9)  Ag.y  Jac.  — Zu  1 Ain  Said:  Hekri  723,  13;  Jac.  III  763,  21.  — Zu  Lala  : 
Ag.  208,  14  f. : Hekri  223,  22:  492  k;  614,  14  besonders  648.  2!  ; 'J’abari  II  I,  288,  16; 
Jac.  IV  359.  — Zwischen  den  Versen  8 und  9 haben  'ABKARIUS  98  und  C'HF.IKIIO  342 
die  unten  als  Fragment  XL  aufgefilhrten  Verse. 

( 10)  Aug.  Fischer  ist  geneigt,  als  Plural  von  ^^**£>11»  zu  deuten.  Dieselbe 

Plural  form  auch  XIII  3 ^J-aL  und  XV  4 Var. 


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QJoffer*,  ßcbidj«  &ee  (fllufafommie. 


189 


dies  Gedicht  nicht  enthält.  Ibn  Hallikän  und  al-Kutubi  nennen  unter  seinen  Werken 
/war  eine  Hamasa , aber  nicht  die  Anthologie,  so  dass  beide  wohl  als  identisch  ange- 
nommen werden  dürfen  (vgl.  das  Leben  des  Hibatallah  im  Anhänge).  — Ma  Skid  331: 

6.  7.  8;  (fam.  Basr.  fol.  141»:  6.  7.  8 ; ‘AbkäRIUS  97 : 7.  8 [al-Buhturi’s  Ifamtisa,  S.  314: 

7.  8 — RG]. 


m m <m  & m 

il  li.  >1 0 y !l^  * LöjI  Jlä5 


oLüijlj  fjuyLL!  fj'jJL.»  Jul»  L-o 


oG.  S J j. ^ > cxrvj  |.^j  v~^)Lt£  2 

JG  IM  fyull  l.iLo  1 lliu.  ^ Ij.x*.*v..jI  t ILiü 


t 


3 cä  |;L**  3 

Jjiu  ifj  oUG.  LaJ  4 

CjjA*  lv>V  IjU»  ^ Ul.  Jl» 

l*}  Cj££  V ^$1  >1^.^  Jio  ^JUj  M |_jl  yji.\ 

fjl  ^5'  Li^l»  itnJj  \yjjil  ^1  Jljj  ^*u  j^J^c  yY.;  .Uill  JO  G 

ÄSS  JU_>  »UjJlj  ^.Yl  j ,JL*i  ,jit)  jü>.  UUi 

& Jy  JU  «>.T  Jl  Jy\  j;i  ^ 


^ 

oUi.  wy^£>  !öl  Ijoi  1$.' 


p jii  aJ  C*jU>  ^ v^>  »«4-cu 


(1)  ///*.  un^  Komm.  ^ y. ÖUt  £W**>3  a^oÜi^  JL«  l«~o; 

Mit  d Mid  ^Lüüb. 

(2)  BM  lyjÜLwl.  — Zu  ÜL*^«  vgl.  iib^}  IV  12.  — BM,  litt. 

(4)  LA  IV  104,  wo  t6  die  rechte  und  21  die  parodisch  umgekehrte  Form  des 
Verses;  Z.  16  und  Z/i*.  71:  ^^Jyu.  — Komi!  269,  13;  ///*.  70  Le  ybjJl  für 

1>I  Ijof  — (fit.  71  L*^>  L^J;  vgl.  Lank  II  431«;  Bist  AN  1 s.  v.  — Bei  der 
Erklärung  dieser  alten  Formeln  scheint  mir  die  arabische,  vom  islamischen  aus- 
gehende Auffassung  nicht  das  Rechte  /.u  treffen.  Ich  erinnere  an  ikx^.  .Schlamm'  (ZDMG 
XXXXIX  509 J und  möchte  diese  Formeln  deuten:  , Dürre,  Unfruchtbarkeit',  nicht  , Nässe, 
Fruchtbarkeit*!).  Zu  der  JGii-Form  vgl.  Sib.  II  36,  15;  Ihn  Jaisch  II  516  f.,  wo  unser 

Vers  517,  24.  — Zum  Vers  des  ‘Auf  b.  al-Ahwas:  Mufajfal*  64,  7.  LA  X 286,  16, 
wo  er  Z.  17  dem  Qais  b.  Zuhair  /ugcschriebcn  wird. 


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Q0ii(r«gt  jur  ftmilifcß<n  jSptac9»iff<«fc8flfl. 


!90 


JlT  iLvwl^Lj 

* 

Li^t  L^la.  LcU  S 

oliju1!  jaS.  äJLM 

f-L  (►Lfj  6 

U^x^pI^  j*  AJJ1  jjyi  IJsA^ 

5il  J'Jo  »JjtH  >Ujt!t 
[67,  5) 

iliu 

'jjt  y~J\  JU-'I  iäli  7 

Kxi 

Jjjj  J^iäJI  8 

HM:  (j»yjL;  ioUa®  4 JujJ!  iü^Jej  Lr»JU»ll  JL> 

Uyj  jUcüi  u-yjlä  jw'y  ^*.1  ^JuU-'l  (Hs.  ^yoÜ) 

^«Uiüi  Lc^j  j-$1jj  (Hs.  wuj  jjlÄ.-iaj 

dUU-'l  ^ISLc  LJ  >iA*J  «i^Jb  Jls  viL*  j Jü;  Uli  *jU  ^~e 
JL'j  i Jls  rUJ!  Jt  y-^UJ!  igä*  O,  Jls 


(5)  LA  IX  47,  22  anonym  von  Ibn  as-Sikkit  citicrt : 

^Vkp  ^*«jL*0  Lei  * jb  Ljjlrfc.  Lei * 

vgl. 'Antara,  Mu  all.  7 (AlILW.  2t,  io);  A*sa  bei  Lank  V 2132c. 

(6—8)  Ai'.  209,  7—9:  vgl.  2io,  2 — 4: 

aJj*  JU1  Laa»  ^ vJ-^*  ) y**£  1 ä ^jl 

^Lww_a^1  *x  ^yiL^-o  AjeLoj  jJIJLI 

>lj  ^,AJü  ^LJl  fX*3}  *Lb  ^-^3  JU1  kiA^j 

Maähid'.  ^yJu CJ. 

(7)  ///«.,  Buht.,  Haihaqi,  ed.  Schwally  204,  4,  Aiikar.  ^^aL.  — ///*.  ^Lwo  v^-*-  — 

Hs.  HM  ///«.,  Abkar.  Baihaqi  a.  a.  O.  [ab  Iqd  I 

314,  17  f.  — RG] : 

^Vjl  #L\3  jr**^.1  ^J1«k1 

I)cr  freigebige  llätim  über  diese  Verse:  ///*.  72,  28,  Fr.  Schulthess,  Hat  im  7ej% 
Nr.  LXIV ; Baihaqi  a.  a.  O.  203  f.  — Parodie  dieser  Verse:  Ma  ahtd  331.  — Cl>cr  den 
dort  erwähnten  Ibn  Wakl*  ct-Tinntsi  (-f-  393)  vgl.  Ibn  Hall.,  Hrockelmann,  Arab.  Lit- 
f<ratur  1 92. 


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(PofTtr«,  ßf&kfiie  &<*  (Blulafamime. 


191 


IX. 

. (Kami/) 

CM:  1 — 3.  5—10;  Ibn  Qulaiba  fol.  17*.  1.  2.  6 IDE  (jOEJE  S5,  13—15).  Ag. 
193,24—194,3:  1 — 3.  5.  4 mul  Zusat/vcrs.  Ag.  195,  10 (T. : 1.2.  6.3.4:  //1S.III73:  1.2.6. 

Löj!  Jliij 

vJlju  i < fyUtJl  0 I 

y iUxiÄJI  ^_ä-Lc  ^ jJI  2 

»t 

am  3 


S^UaJI  äJLä.IcX-0  ^Lix 


iüJlkSP 


L^yJo^LoJ  S ,är\Xa)b 


« *. 


<*a  J» ) 

I <Ö  >1  J 


i j*«xo  N l o JJj  !*3lj  l ^♦'v  jyu  c->^4 ■»£>  131  4 


36,  13)  t jg\  vJaJLo  AiJI  )^4«o 

^aJIa»V^  Xiu^o  \M  ^v««  t 5^^ 

J»^U  «jtxxio  J»^U  j-*>c  “jXJl 

(1)  //ix.  Uwyi.f.  — /f^t|  HM,  t/HKIKlIo  Lo  für  \ybL.  — Zur  Redensart  von 

|b;  Meidani  I 714  (I  347)  4CükX*a,  TA  I 449,  3 f . 

(2)  C'HKIKIIO,  [al-  I«|d  II  64,  3 — KG]  dol^a*  j\S*s*. 

(3)  Ag.  193  f.  r*  AXU  * und  Komm.:  dL^uoJl  ftliA*yi 

1, SwA.^.'Vv  m '*» ^ ^ * -*  ^ £^jmT'2CX^o  j,  «*?bJLl  ix*<  ...  H 

*!>tsäJl  ÄJLo  ^4  v_^J^  dÜjxvtyJl  vgl.  Ag.  195,  14  s^w,  Ibn 

„ * 

1 lisch  am  863,  8;  HM  J-oliJU  4JXJ  — Cheikho,  Var.  dJx^j  CUsxiU, 

BM^}. 

(4)  Ag.,  LA  VII  244,  20  4>Ä.\  für  ^J>A  und  Ag.  194,  7 #v*a!>«  J»kX> 

Hier  folgt  ^f.  194,  3 der  Vers: 

/öL«  ^Lo  M bb>\^s  _-JaJ  ^ 

.und  vor  Kummer  wäre  ihr  Muth  beinahe  entflohen,  wenn  der  Zwitscherer  des  Sonnen- 
lichtes (die  Lerche?)  sich  senkend  schreit*.  Vgl.  [LA  XVI  32,  21  ff. ; TA  IX  65,  24 — KG]: 

1^«  y*  M L*o\*i  jJa)  f)) 


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192 


Q^ctfra^c  $ur  fcmitifcßf«  /&prac8wtn>nfc8af<. 


^P-Lcl  |vj^I  l.$OsL  g-b  iX»  *U»-j  5 

<j~jÄiJ\  ' lxi.1  ^JJC  JLJLe  ^yiji  *jl  JJ  Ü 5*  iSAjJSjt  (Jpl  6 

£>1  JjA*Vl  U^Ä.1  Ijr<+*1.\  yi\  JU 

^ji+AyZ  ^J^j3  Ji  ^iaAÄJ  w»JlA<*  ^gJ  O-tA-^2  / 

JJ,LJL  Jl^J\  Jk~Jl  cr~±\  #\  JU^  iu*b Jl  Jk^l  y\  JU 

^S^i\  JU  pl\  ^ Jbo  JUX* 

JLLo  ^UJ  jio  <1  J-^L\  ^ Uo^P  »Jio  ^1  *x-U  Le  Jl  ^ 

%jl  kX*«ol*  »ij  fcX«*>**iJl  ^ S 11^  yj**  % S > *>■.  ^vA**<L1  ^j\  JU 

A^/blvxJl  %a>^  ^LmJI  ^ ^ ««» 2 \ 

<OlJj  li'  U ^ VI  L. 


j~*ä' 


t;u 


tr-k*  i£4-Lj  S/r*  u* 


»I,  * , t>  ^ , ,, 

yJJ^>  vjl  **»"=»■  8 

^ ^ > s ^ » > 

XILAA^J  ^A.'  Jjj  9 


151  Ag.  <01  £\j»  doj^a  und  1 (j ^ ^ * * J£i  und  Komm.  l4r>y  Ur"-iü«:  !I'- 

(6)  Ham,  689,  //is.  111  73  (T.  erzählen  hier  die  Parallele  aus  dem  Leben  des  Fara/da<|; 
vgl.  Hit.  IVr  134,  Hand;  CiiKtKHO  330:  [Ma  ahid  330];  [Ihn  el-Anbari,  cd.  SKYBOLD, 

107,  7];  [Ihn  Irisch  1083,  8]:  AjumJ  Ala»)  Ljui^u  ^ Ajl^js^cJI  ^yiü\ 

LblxJl.  [Ebenso  Abu  Muhammad  *Abd  al-QAdir  al-F&si,  Takmtl  al-maram  bi-sarh  Sa - 
wähid  Ihn  Hiüim , Lithogr.,  Fas,  1315,  30b  — RG.] 

(7)  SACHAU,  Gawaliki  S.  I tv , 14  für  für  M und  (wie 

UM);  LA  XIV  191,  1;  Morgen!.  Forschungen  142,  io  (anonym)  und  o für 

^ . — Zur  Lesung  Jl  (Hs.  Jl  vgl.  TA  IX  200,  32  Rand.  — Hs.  gj), 
Cheikho  * Text  nach  lbn  Dorcid  192,  9;  TA  VIII  139,  13;  IX  a.  a.  O.;  LA  VIII 

66,  16;  XVII  13,  16;  WÜST  EN  FELD,  Tabellen  A 10.  — Zu  Var.  Ygl. 

ZDMG  l.l  316.  302.  — Der  Ilttdali-Dichter  ist  Abu  Du’aib:  lbn  as-Sikkit,  critique  t/u 
langage  228,  1 und  FA  XIV  190,  5.  — Hs.  s*acu.  „Wenn  sie  dxsselbe  Quantum  Wein 
gehabt  hätte,  wie  Ihn  Rüg ra.  so  hätte  sic  mein  Zäpfchen  nicht  mit  einem  Schluck  an- 
gcfeuchtet.“  Vgl.  noch  G.  Fraenkel,  Aram.  Lehnwörter  S.  65. 

(8)  BM  OjyJÜ.  — Zu  J-^-U  vgl.  Ham.  53,  v.  6;  Sib.  II  154,  12;  Hit.  IV  558,  8.  22. 

< f * 

19)  BM  — Zu  ^vmJl*1  vgl.  v.  5 und  V 2. 


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(Poffer«.  ßtbtcSfc  QTlufafammt«. 


*93 


JIAJ!  &=fcL«Wkjl  I^oLam  wLtfl  JuJlH  ^jjl  L>  dJUkAjCj  10 

BM  hinter  IO1*:  auaLa  Jlc  xjLXj  JiXO  ii^ic  Jli 

»..»3?  j iLolyC1!,  «Lai!  |v*-!>  JL'  x*i  L ^Jöl  JL  i,j  LJj 

fr  «.  » 

>JJ  Jjiäü  !iX$J  ^yJlAJI  o*j!  )}**■  vi^  wxrfj 

oXc«  Lj!  ojS  ^Ij  CAAxa>!  viLLc  J.!  ök>j!j  JLJ!  Ja!« 

vi«*J  uUÖI  *»  IjU-i  (5*acL  t,X»  Jm*J  (5*?-; 

5jx!.  Xv»  xjyw  j!  iuyJL«e  (XL»  Oyut  Jliü  w*-Lu  ^j 

J,  *i  Ja  xi  JLüi  aL t XJ  IcO  ^aJxJ!  |«(Xs'  IjL  xijr  JuLäj  ^1 

xj  JoLÄi  ^X»!j^  ^»faiij  j*j  ^-.KJ!  ^aiXj  <5*^  V5**—f  x»l».  -iLJI 

sJLLc  ^N!  ^yias.  xj  ^jyiAsuJ  ^jLääJI  xajL  ^s£\j  s^*ij  JL'J 

^«a»!  ^*a»  Xi  Je  JLj  *s^aj  ^Lc  l»j.*-«iAi  Xx.M  ^ j «' « 1 13t  ^Äa» 

. ft 

üLaÜ  ^jc  wM^v 
OjÜL^-  3 nIXaäJI  lwV.üD  Q^CÜ»  yj 

)^>y>.  (5^*  ^Lx1 

^ (JLaj  «v+r.  Kai  jvXXl;  (Hs.  Läa/^)  Läa4j  ^*aZXä4-M  ^a>j 

y(P  IX  jA«*j  X,  JLüi  xiXJi  iuulxi  cyo.  Lc  yÄ 

Dann  folgt  (Jedicht  IV. 


X. 

( fawi/) 

Meid  an  i II  324  (II  731;  [lluhturi,  S.  253:  1.  2 — RGJ. 

Sjc!  xi^Je  0,Lxuc  xjjL  LX>  Ldj!  u»LL»JI  JL. 

, m ^ fr  m m * t * 

xaüIjx  ^yül  j«!  ^xo  l*jlj  31m  J!  L»  ^La*  1 

* Dasselbe  wird  von  A* id  mahlt:  VIII  86,  n ff. 

*•  Tarafa,  cd.  Srlicsohn,  S.  ifi,  v.  42. 

« „ « 

JIO)  Erste  Hälfte  bei  CllKlKlIO  Var.:  ^SjLä.  ^ «3uu*Li- 

(I)  UM,  Meid.,  Habt.,  ^U.  — IK  ^^Lo.  Text  nach  UM,  Meid. 


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194 


Oji!  gJ  jül  J^C  £-cl»  2 

fjüt  »JU.\  aJVL  ÄJY(  LZs 


XI. 

( ’f'tiU'i/) 


Kkj^  ^j.. i i *4 Ü JLi« 

j,  ^xLiac  oucj  Jjj  cLiX^-i  ^yyl  jj'  liyJ  ■iÜÜ  1 

\C^aj  JJ  I^aü  Jjix  J-c  Ucu^-5*  iujJ  I*LmJi  Lc  Jli/;  2 

Lö  *»  »i  ^^1  A-lfi-  fv»*-'  AxLw  ^JUl)  a,  v£k*^o  )ly«  v£k*Jft  ^ 

AU  j>  Ju  LJU  bV«c  cJoyu  f cuk^i  wXÜ  VJX11  <*JL*JU  ji'J  ^ 

«JJo  N Loy 

Vgl.  Ptorv . Arahtm  II  84  l^yy  *=■  Rula)  I 400 '. 


(2)  HM,  Meid.  ÜL)1 ; C'llKlKlio  *J\ 

UM.  Mcidanl  II  324  (II  73)  und  Zaniah^ari  fügen  hier  hinzu: 

U^iy  c)yk JO  Uy-JjEO  liU 

f # ^ ' rt  ^fT  < *• 

Col  Lo  y^-k  ^y  c.>^ 

Frkytag:  et  si  iJ  {feretrum)  glotia  ontamus , super  iJ  ad  te  adscendent  et  quomodo 

• <M  » 

dorsutn  ejus,  quo  veheris,  eaves ? — (llElKHO  332:  Dagegen  liest  das  ».NLol 

j^-at  [i  .ciden,  Th]  u.  Hs.  Kairo,  6,  MF,  fol.  52»: 

*01  cJyUo  l^fcu  NU 

Hs.  I.eidcn  mit  dem  Scholion:  Uu>U»  »Job  i^Sd)  } ^1  . . . 

x -»  >t  * * i 

^>1  *>o  N Le  cU^a.)  £»*>ö  ^>1  oU£c  N Jyb  s_jty*  Ji  “f 

JUö  ^JJ\  xLöjJ  2y  N J**L>  UX  Jyo.  Hs.  Kairo  ohne  dieses  Scholion. 

BM  nur  li^SU  Yl^  UuU>  ds^ol  Jyü.  Darnach  tibcrsct/c  ich:  .Wenn  du  das 

Holz  (den  Pfahl)  nicht  freiwillig  besteigst,  so  wird  man  dich  hinauf  heben;  denn  wie 
kannst  du  dich  gegen  den  Kücken  deines  eigenen  Reittieres  schützen?!4  (wie  kannst  du 

j » y ^ 

dem  Verhängnis  entfliehen?};  vgl.  Skligsoiin , Tara/a , S.  lf\,  v.  43  ^J^sO  LU 

* , i * ' y ~ 

<kÜy  £i)l 

Z 4 

(I!  CtlElKHO  343: 

. . ^ r. 

i2>  Ag. 


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(§off<r»,  6«  "Tllulafammie. 


'95 


5Li  Axa  ^p-a-o,  ^ccViu  cLkfu,  3 

pje5M  J,  LaJLi».  üb.a.  tJ  pj  JÜ3  Jwli  lL>  oli"  J.  4 

,_/»UJ\  j p\-iJl  v_»JLj^I  <d5K  IM  »jiubj  l^i\i  sypjni  JjA-'Jl  0^i\i 

«-»liJl  0j  U^-LLi.  Jj 


(Basit) 

HM:  l.  8.  2 — 7;  Mcidani  I 512  (I  249):  I.  4.  5;  Ha.  III  75,  25  f.:  4.  5 mit  der 
. & 

Bemerkung:  gjijwJl  ybj  [Auszug  aus  dem  jiyi lfs.  Wien,  NF  62, 

fol.  4»b:  1.  4.  5 — KG].  [AfadAii/,  S.  326:  1.6.7.  2.  3.  4.  5 — Th];  [Kuhtun,  S.  36: 
1.  4.  5.  5a.  S — KG]. 


L«äjl  Lr+jU+JI 

pU-Ä. 

JUd  » v^]»<w»oi)\  ^JIjo  j -wJl  «Jüo*4i!  w^Ä»Vi«  3 . ' t^j  ,ju 

VaJJ^.  l3l  >Lo 


30.5(1  SpXlj  »JpJU  pl*a.  ^,1 


5!  51,  pXtjf  ^ Jö  LA  ^ ifi,s  2 

^^-öiLo  »>J-ä  ^ ‘-**■5*^ 

t.b  «»•«  a>.  *^«lw(  )l  ^JjI^  >»4-yJ  lj>ö«  Zusatz 

1 jL»a>ä  uX^sA  ^ < fr  «~a\  i*  iXol^  V*  ykwX-^Mj  Sv>ÄJLt 

* (* 

(3)  sJyKT'>4:r5«  und  4ÜV\  (Druckfehler!)  für  ^i-LoJU  und  V* ; KM  f!yiYl  für 
und 

14^  Hs.  , z^v  ^ 44«  > ^ dU^  Low  c»4<sf  und  KM  ^ 

uml  dJCv^jw. 

» * 1 * ., 

(1)  Meid.,  AZ«  iM/</,  Kuhturi  J^VI  ;V  und  3 r***4L  Zur  7we,tcn  Vers- 

hälfte  vgl.  IV  4. 

(2 j Zu  ^5o  vgl.  IV  1. 


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®»i<räg<  Jur  ftmtfifdUn  Spra<6i»i(T«>>r4«ft- 


196 

aJiaj  0Le  l.X'  ^Jcx  laiLl^  l*jLl~  Le  ^iiii  i 3 

Cr*  Cr*-**'1'  *<j'  l»y  ^riJiOb  jb>  ^ J^C.  kil 

~>-4j  *■■' » xCk>  sLiül  L«  A - ■-  • .i  a . U j.L«^iJ  kaJ<^e  H 

<cüaj  ij  u »ü  » j^r^L  risi  ulL  im  cd  ^ ^njc 


JOyJlj  JjtiM  j(lc  ^,^35*!  iil  xj  »L-j  —a— i>  Ja  jOAjü  Jpj  4 

tXaol  xi  Ui  4*0  aä*^j  '-Ä-Lil  tjüt  5 

j^aX>  A-1>1^  JJJl/  juio  JlJl  A-»kiJ\  AJSpl^ 


» «•  f.  *. 

-LjiLa  jmA>  ^aJ  jl 

»„X  m ^ • f<,  ^ , 

JljsÜI  L$-**x  ^Jca  ki^ÄjJI  (jßjX 


«JjLuo  o_Ajui  j|  &xL«Jr  l%-'*5^  6 

Ok£^>?Li  pLmO^Lj  Exk»Jt  lX<«*  7 


(3!  Zu  Üi.1  vgl.  1 Sek ri  315;  Jac.  II  453  f.;  ZDMG  XVIII  807;  N5l.DF.KF. , Syr. 

f 

Chronik,  S.  47,  Anm.  2;  llinius,  VI  28,  14S  regio  At lerne.  Ma  ahid  ^jevJI^.  — 

Zu  AJJx>  vgl.  ^.X-aJI  ,«1ct  Inhalt  der  lier/cn*  und  Mcidani  (Mul.)  I 244 

A-Lka  ^Jo  — Vom  sagt  ad-Pandrl  — Zu 

Js^iJl  Nöt.DF.KF.,  Fünf  Mn  all.  S.  4. 

(4)  Meid,  ,JJJ1  ^Ijo  gJij  //#».  und  Ma'  ahid  fyo  f\ io  "SU 

Jljj;  BlSTANl  /.  i>.  e.Ä^,aL  und  JjV  Aj  ^1  ^a  f\iL>  N^.  — //«. 
vgl,  noch  Freytag,  Fructus  imperatorum , S.  ; Mehren,  Rhetorik,  S.  109 : Gen.  49.  14  f. 

(5)  Buhturi  — Zu  dJc^  vgl.  Goldziiikk,  ZA  VII  296  (.;  Wellhausen, 

Vakidi  39,  Anra.  3.  — Im  £u£o  vgl.  Sib.  1 74,  3;  II  175,  16;  Ihn  Hi^ani,  ed.  GuiDI, 

^ * A 

S.  rv  f.  — MM  wXa.1  aJ  L*^;  Meid,  ebenso  mit  ^JLi;  //»,  Ma  ahid  auch  ^U. 

Die  Verse  4 — 5 bei  der  Wahl  des  Chaltfa  Abu  Mehr:  Tabari  I,  4,  1827;  RCckkrt, 
I/aniasa  I 252;  Ihn  al*Athiri,  Chrom.  II  246  f. 

Hier  fügt  al*Muhturi  hin/u: 

>\ß_  £ci  fW>l 

J'*  <S1 

X s 

Zu  ^lS\  hier  und  v.  4 vgl.  Tabari  I 5,  2488,  14. 

(6)  Erste  Hälfte  wie  die  von  IV  5.  MM,  Ma  ah id  ^LLo  und  jJis-  kila» 

MM 

(7)  MM,  Ma  ahid  _acviG 


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CPoCKcts.  <ß<t>tdS(f  Us  JHu(afammie 


l97 


^ ■ “ - aj  - ''  iJaItXuI^  ^AawJ*  i-  «.*" ' “ *L~Jlj  . )-ji 

J**u*  Ijssvi  >jcJ  ji.^1  |JUl>  JjLLl  ii'OI»  iTSLaJt 

l_j^£JU  Zysill^  (JIs-  rj.xL0 

SjüUx  sy«JI  3^,  ^s.  3j?g.y..o  s^_»Li  oii  Ix  |jt  O^GJ!  s 


XIII. 

(. Kami! ) 

Lxijl  JU. 

juyix  yyj  s_>j^Llj  ÜtJyJjj  L^JL^r  iUxjw^i  >LL»f  1 

y’yyiJI  ÄiUJi  yb  ^yyöj  dJyi,  <e~L  yu  ^ IM  ^xxuu  <)o  LJ  JJÜ 

J“->  i^s'  '**s'  ***** *— ^' 

|?y*.^*j'  ^1  ^j***^»  Jääc  jÜ^sl  |»jÄfi  2 

* « • ’"....  • ,-•  s*  9 s m •.  «X  ßs** 

i-3-0^  ^bXÄJ  l_X)\  j ^ 1 £2*)^ 

»X  i -Jt  ß ß m /; 

^ f J5> 


jliil  iL-jJI  tyyoL»li  j.jjlj  |?j*xl  jjLai)!  pyiLM  ^yo  3 

jw>lo  i» mJ  ^jO  (X)  USf’l^  |vX>£  ojl  Jl^l  L<  4 

lj__j  |J  ^JyyJI,  jJLiXJI  jJu  »^.g.-».  äaaJä  LjUx  jSP  j jjul  S 

(8)  Ma'ahid  s>v^rvU><  s Jjlj  und  jJuüo ; Buhturi  Ajfc*  und  wie  BM  jJuLU. 
Zu  £**J1  iN»  vgl.  Lebtd,  Atu  all.  48  ÄilsaXI  {^y+  ,furchlcrrcgend‘.  In  BM  folgt  hier  V. 

fl)  H iob  7,  13h  erinnert  formell  an  die  Redensart  des  Scholions,  hat  aber  den 
entgegengesetzten  Sinn. 

(2)  BM 

(J)  Hs.  y*Lw4\. 

— * 

(4)  BM  >j\t  om.  ^1. 

(5)  BM  Jyb.  Über  die  Hanifa  im  W&di  al**Erd:  Ihn  Dorcid  209,  8 ff. ; 207, 

20.  12;  ffh.  III  270  zu  Gedicht  V;  SociN,  Diwan  71,  57  ^>^- 

Beitrüge  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  m 


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I fjS  £(tfrag<  ;ur  |«ititif<#«n  #pra;8>riffiiirdSaft. 

f |*"'  ,J 

J ^)l£j  k-U  ö\  »Ul  £jt  <-~~3  ,Jljo  *J*?  (j^Ul 

£JuIa  -aLläJl  L .1  ^-A->  Jä  . 


*.-*ß  ß ' t 

AJj  J^V.  yjr^TC 


XIV. 

( favnl) 

BM  s > £ ^Jvju«  ,-j^h  ^JUu,  über  «len  zu  vergleichen  ist:  Ag.  \’II1 

8l,  27;  IX  180,  23  fr.;  XI  131,  22;  XV  57,  12;  Härit,  Mit  all.  50  (AtNOLU)  schob; 

'fsbaii  11  2,  II 13.  10;  IIlS,  7;  Kamil  213,  15.  Sein  Sohn  al-.\s‘at  ist  aus  «Icr  Zeit 

des  werdenden  Islams  hinlänglich  bekannt. 

LtiSUlt  jn  | A.V % H Jlla 

flii  ^LjÜl'I  JL*.  U lil  ^\}  iiUUI  jlkiJ  I 

Lr*^’>*jC  7^  ,jLs$\J!  7»  »Lo^j  2 

Sv>o»x-~  -L-ä^o  a>sL)  iL«>\  V f\  »»iiyl  ^jl£  vIIjLoLäJI 

’f*.  JS*  ^ '\jO\  o-U^yi,  aWv!l  %\£ 

JUu,  J»j'  ij'  J»;'  er*  J^y1  fk"  Cr*  jki-o  J’-*; 

k««J^  1 W 


^XcIjAJLj 


•5 


jlc^JLj 


ö* 


’J  f * , , 

i>Jc»  kJ  3 


(6)  lls.  i^jo,  HM  SjJ<~ j.  Zu  Heihas  vgl.  V 4.  Ob  «lie  in  «ier  neueren  Volks- 
dichtung auftretende  Figur  Bcdr  en-Nclma  hiermit  zusnmmenhängt,  ist  unklar.  — ('her 
das  ^aLLäJi  c— «les  Mu  fad  dal  b.  Salatna  (t  308)  vgl.  Fihr . 73.  28.  30;  Ilaji  Khalfa, 
No.  8680  mit  No.  10355;  {!**•  I 4*3«  5 ff. ; Brockelmann,  Arab.  I.itteraturl  118.  Nach 
Aussage  des  Kopisten  der  Kairener  lls,  as*Singlti,  stand  in  der  Vorlage,  der  Hs. 

von  Medina. 

(1)  Hs.  doliJül,  BM  doUJUl  (so!). 

(2)  BM  ^L<>b  und  ^Ai,  mit  der  Glosse:)  li'  Cr*  r r*V.  ^UJI 

Zur  Farbe  vgl.  J.  J.  Hess,  Zu  Cb.  Doughty , S.  12. 

*■  , 

(3)  Zu  rjJ;\  Wbb.  sub  r)y,  Sib.  II  112,  24;  lbn  HU.-un,  ed.  (»UIDI,  S.  1.1 ; Hutei  a, 

ed.  Goldziher,  219  (ZDMG  XI.VII  175).  Zu  J*j\>  Zamachschari , ed.  Wetzstein, 
52,  16 ; Fleischer,  Klein.  Schriften  II  26.  — Hs.  J>  für 


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(Poffet®,  btß  (Jllufafammte.  199 

> »V"fc  ytb  JÜÜ  rw>0^>J\^  rvXJ^V\*  ÄwX^fc.  i>  yUrw 

• m i»  » > , /•  ßßtj  ••  . >1  * i > / -* 

j£J\  ^ <^*jL£L*a)^U  )y**J 


u**^x^  o^y^j  ?3ly*<  ^-*5*^  *^^Wj  4 

t-^4'  »'/■“‘j  *^4t-^>  4^*1*  ^ . * ~^-  ^*>»  £-*-»— t ^ ^J  *>-»  t3 

LLcUl^  iä\j^  J^&  ij°)^  <s^.  5 

*4L>  «o  j-«y\  j y*j  jos  ji 

f^?.  S»ji  07?  «»Jyj  ^ JLy.  A-?-Mr?  ?Vi  *V°*  j i'j^' 


JuJUl  J»l  x^yc  L^si  JJ  1*3  IS'  üi&  iLby  jl  o>Li  6 

«Cjkb  u>o  _M>  ^iJI  ^c,\  L^lila.  llji>  r)**  «J-*;  »-»JÜl 


0“-**^  U~**  —}*  ^ ^ 

i „p  9 B ^ ^ p -., 

^ >ÜoC  cV^L«  P Kö  \jL»*w«  Äw«ipf  ^aJjLü  ^ 

6^?^  C>^  £X*Jl  db*^'  '-f*Ä9  J^?. 


(^Ai*  cX*J  J*aXä.  ^Äi'lj  ^UaJI  u-uö  c^JlXj  fj!  9 

*J  g(p  ^1  !jl  ,j**aS  |VääJ  ^j+jJ  io 

(4)  Hs.  i>yb>;  vgl.  noch  Gawalilji,  S.  6i,  ftl-A'tt;  ZDMG  XXXIII  214  AJah  <if- 

A'Jfifi  177  f.  (Grünert  531,  n). 

(5)  BM  für  — Hs.  £>»->,  Text  nach  BM. 

• * , «4  ^ 

(6)  BM  C^\  für  Ob*»  und  4J£  und  vgl.  Imrulq.  3Jt  7 (Ahlw.). 

(7)  j^äj*  Z.'T-:  ^u  v^'  <^or"  2®’  ^ un‘*  c't*“*  *n  **em  von  ^*'im:l*-,,'> 

«|a/a  angeführten  Verse. 

*.  / 


(to)  BM 


14» 


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200 


XV. 

(Ktimil) 

Fehlt  in  HM;  Hamd.  230,  10— 14:  l — 4;  Jac.  IV  643!.  (wo  neben  Mutal.  auch 
al-Musaijab  b.  ‘Alas  als  Dichter  genannt  wird);  LA  XV  106,  20  ff.:  I.  2.  4.  5.  6;  TA 
VII  74,  33  f. : 1.  2.  Vers  1 — 2 wird  Rekri  105,  n;  328,  18;  Jac.  III  60,  17  f.;  164,  20  f. ; 
Orient,  und  Oec.  I 70S.  717  dem  al-Aswad  b.  Ja*fur  zugeschrieben ; vgl.  Mu/a<fifaljät 
cd.  Thorbecke  37,  9. 


cVÄP  (JLi' • 

(jdjLxij  jJjjljj  jjJuJI  Jjl  i 

aJ  \ LaJL)  aJ  ^|U>  j “Qt 

“S  ’ • " ^ t * f » U - 

JÜUI  5XA^aj  ^ J,^> a»  »X.-L>  IsLiLUl  X ^ ^ '■»  *»» LI  ^maLI 

(Hs.  j U <*1  s^ä.1®  AJL*~o  ^ (Hs.  | 

^i^JI  *1^  O*4  «Xa»i^ 


pLo  Jfj  « l *».  v— } 

(1)  Zu  as-Sedir  ,Hurg'  oder  .Kanal*  vgl.  noch  LA  VI  19,  21  ff.;  Itckri  769;  Jac. 

I 463,  14;  III  59!.  60,  18;  165.  5.  — Zu  Biiriq  (genauer  B.  al-Küfa):  Bckri  145;  Jac. 

1 463.  — nach  llamd.,  Bekri  504!.;  al-Iqd  III  91,  9,  während  Jac.  IV  644 

IV  473  — Zu  Hawarnaq:  Bekri  327  f. ; Jac.  I 490  ff. ; Adab  al-Katib 

178,  17  (Gr.  533.  11);  Fr.  RCckert,  Morgenl.  Sagen  I 159.  Zur  F.tymologie:  C.  F. 

Andreas  bei  G.  RotHSTEIN,  Lahmiden  144;  NÖLDEKK,  7'abari  79,  Anm.  3.  Später 
wurde  es  mit  es-Set/ir  zusammen  zu  den  30  Weltwundern  gezählt  (Maqrizi’s  ljitat  I 31,  3). 
Ober  den  jetzigen  Zustand:  B.  Meissner,  Ion  Babylon  nach  Mira  und  JJmimaq  (1901) 

S.  18 — 20. 

(2)  Sindäd  (St/ndtid),  Burg  oder  Kanal:  Bekri  785;  Jac.  UI  164!.  Hamd. 

*)  « «*o  > H* 

j^J±\  OUäUI 

vgl.  hierzu  NöLDEKE  (ZDMG  XLI  713);  Jac.  IV  644  (mit  C-Aij-£Jl).  — Zu 
vgl.  LA  XII  227  f.  (wro  für  Ü)  XV  106,  22;  Imrulq.  40,  2 (Ahlw.)  Amrol- 

kais>  cd.  DE  S LA  NE,  S.  120.  — Das  im  Scholiun  genannte  karr  wird  ähnlich  zu  denken 

sein  wie  «las  tnifla  «ler  heutigen  Ägypter  und  die  so  e in  'Oman  | Reinhardt 

t?  404,  2). 

(3)  Hs.  j+m Jl^;  Text  nach  Hamd.,  Bekri  696;  Jac.  III  813.  — Zu  ^LoJl  auch 

Jac.  111  362,  1;  zu  >h.  II  711,  3.  Bekri  358. 


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Q)off<r*,  QTlutafammte. 


201 


O^  tgUfo; 


> w */  s y '/  x » t ^ 

j£^v>  cLol  »>^.1  IM  iS-o]}  ^yoiÜl  s_xa*  LJjJl  Swijfc  i2JJ  ,J^jo 


l^JLS'  iLyJjüJI^  4 
J!  ixl^ö  £ Jiüj  5 


JUjc  l * ~vL<jl  ^AjluJLi  ,ji_*_ s ^jJsJls  6 


vLüp 


Jf,  ,.G 5)1  lü  GXl  7 


» ^ , * .*  |<>s  * * f > ^ » 

1 A UjuMij  wXÄ 


U _ y f 

wUä 

^ Jij  yy 

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ojLüLuo^  9 

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SJjM  wÄX 

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10 

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1 »•  > 

jjlJGkU 

VJ'> 

ÄJXUI  £ij, 

9 9 » _ 

0 » 

Lü  1^.0 

11 

^ *l*xU\  JJjJJlU  ÄJj^-r  bbwksnJ  ^\  L^j  dJj5 


(4)  Hs.  A^JjüJly  Text  nach  Bckri  220,  18;  Jac.  IVr  *644,  I 925;  aber  Hamd. : 

la«^  G-^*  »-»y^  Ai *.•«■>  jLjUl^  i LA  auch  A»^«»oLiiJ\». 

(5)  LA  jL«l£>; ; LA  XV  106,  24  Jjycu  1 1»1^’1' 

(6)  LA  S~Äj. 

(7)  Hs.  Obp;  Tgl.  hierzu  LA  II  234,  12;  Mu/aftal  § 240. 

(8)  Zu  J^-oo  vgl.  Ch.  I>oüghty,  Travels  in  Arabia  II  235  ightebig,  take  the  evening 
Jrink  \ 

( io)  Vgl.  Ham.  82,  v.  3. 


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202 


Anträge  jur  f<mi(ifcS«i 


^jUd.’  ^jLk&aJI  L^jliU. 

**$!*>  L^- 


— // ' •»  ' € 

3^yu  a lü  j %jo  * i p o 

LübUb  uus»  uu> 


i ‘l;?3  12 

Luj^  cac^  lo^  1 5 
*-•1 


07^  * 


SIL>I;J  L$A< 


i^L'l 


Ujbl* 

u»  ooi 

*L_» 


JyxjÜ  Le  I 4 
,UWI,  *5 


XVI. 

( 7'iiwi l) 

LojI  ^j^jLa*.1!  JLi. 


Jjl. 


X**J  ^y  1 3*  JL>  Jüij  i£^^)  »Id.».  ^j-e  |J  1 

* I ’ „ » « f , # . - 


'-jjLai?  gl*)ÜI;  »ia*;*-  5^j  ,jt  ^ L$ 


Fehlt  in  HM. 


XVII. 

( Tawit) 


Loj'  ^..«JLVI  JLij 

»Äjv.1!  Uxi  Uf  üLoc  Ltyj  oki  Le)  k5i*jU>-  1 

joL)  yni.,l^  oukiJI  vJLilL 

.-di  LgJ  LoOJ^  ^y 

fcÄ*Ä  Oj^J 


Ui—j  Leyii  ^yAÜ  Js£  l^*i  2 

Lc-L.  *Jb  |*J  o^*i  ^jjl  ,jV  3 

nX+A  . 'Jkmj  L^-i-e  xiLwi  .-- . 4 


(13)  11s.  JO^j,  »ul.  -<«,  eil.  Gkyer,  js,  j;  A.  t.  Kkemer,  Beiträge  I 71;  Notizen 
14;  AJak  al-Kotib  177,  15!.  (Gr.  531,  7!.). 

(1)  HM  — CHFJKHO  Var.  c^-JUa». 

} s " 5,> 

(2)  HM  — Hs.  .>,j.  — Die  Muharib  wohnten  in  al-Hahrein:  Hamd. 

136,  16.  20;  Jacut  {passim)  zählt  viele  ihrer  Ortschaften  auf. 

(1)  Zu  r'y-j  vyl.  VII.  3.  (4)  Ils.  ^yj\. 


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(PofT«*,  t>($  QTlulafammis.  203 

jtX^s  i_jJoo  J>V. 

^♦il!  kJ^oLax  c^jjki  C*».  ijSj  pyj  j,  ^Jb  ■>-!■■>  ^ 5 

jio  «j'jJI  (5üRJLi_rjl^X.,l  |j^  6 

*k>«  <^JL>  ^»-k«:  ^aLol  ^£vX>J^  ^y»*A<JI 

y f t ^ 

^yb*  jaoJ 


^JLoJI  L^JLa>  L^ÄamJLj  L-'fc'  ^gA-Tv  ^Äa^Q.M  Jyj  ^.mo-w. 

^ojji  cxo  cJj.^  u^uj  vji^>L  ^ j*»\  jm\ 


J 7 


^IäJI  l$l*itji  <J-C  {SiL~?.  (*jUaJ  idsil  (.U^-'l  j.^ÜI  —ß+i  |%Jj  8 

^jul  ,_*Ac  »yL»  jij  ijp».  jlLülj  ^-LJI  ä y;  9 

^_—!5H.  ji:^!  icjjcu.U  ly '}  ljL*t  Ltt^Jel  ^LtwjtM  Ju£  SjjicLoj  10 

»— V*-»^4  LmJ^>  t y<vX)  S^%kw«*  * J<jl 

j 5^1  »3^x  wlxlt  JlJb  njJj  ^x£»j  J^Lä+JI  xßxl vJ  1 1 

-Uül  ->\ÜÜU  dJuj>>  yjb  (JÜL)  JjMjLlb  v3*JV- 

(Hs.  ^jJ.1)  8)^4 

wcüM  juejö  (jUÜI  JuuL».  J-^1  »JljJ  kJ  ^JL»  Jsji^  oLi?  12 

.,  ^ ..  -»  ß • f __  f . J/' 

‘jr-*’  ÄJjtXLl  ^ 4ÜL*iy^  dJ-**+  <*JJl  J^U  , ‘ - U y*~*  f 

yySJt  yLi~j Yv  a ,^a.  ^Jjbl  tb^\  kaeu  <4oL\-wJ 

fbJ-t  iüauül  ir  g « iJ^  J\aj  *JJ'  «ski^.  uL>k.h.1'  Jw~«Vk)l  ^-y 

(8)  Zu  f J»  vgl.  altpcrs.  War'stnispa  und  ahcngl.  H engist  (ZDMG  XI. IX  68 1, 

F.  JL’STI). 

19)  Hs.  »J— j;  ClIEHCHo  348  C^S.  s^^-j  .>» 

(10)  Zu  J»T  *(jl.  Schwarz  lose,  ll'aflrn,  S.  263. 


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204 


q^titraj«  jur  Sprac8wi(Ttnfj8af<. 


Fragmente. 

• XVIII. 

( Tawit) 

HM  lässt  nach  XVI  folgen  (vgl.  S.  154,  Z.  11): 

^jtUaie  (^jC  JJic  jAJuc  iüu^P  cjji  jj-v.1  1 

^.Uo^  ....  ^ i**3^  1*^5  r*  i*^  ^ 2 

,Wehe  dem,  den  das  Schreiben  des  Mundir  betrogen  hat,  obwohl 
ihrerseits  eine  offenkundige  Verbindlichkeit  bestand!  Es  wären  doch 
unter  euch  gewesen,  wenn  ihr  dem  Schützling  volle  Treue  erwiesen 
hättet1, 


und 


XIX. 

( Tawil) 


,, ... ö«.  ^ I t « . I . .Xä*  äU Le  I . L^  oTa 

-*  f t * *■  *-»  1 r , # *■  _ 

(.jJL)  yi*a  lj  Lg*Äxl5  UjU, 

,Ich  sprach  zu  meinen  Leuten,  als  Ibn  Mälik  kam:  Nehmt  was  euch 
zukommt  von  dem  geteilten  Schwanzstück!?)!  denn  ich  will  sie 
schützen  und  ihre  Nacken  . . .,  und  sie  verteidigen,  während  die  Rosse 
über  blutende  Körper  straucheln." 

Cber  Ibn  Mdlik  vgl.  XXII. 


XX. 

(7W/) 

[al.Ruhturi’s  ftamiisa,  Leiden,  S.  168  — RG];  vgl.  oben,  S.  165,  Z.  I. 

pjÜJ}  ' wLä.  •j*£.  '■  «iU  L4JLL  >mi7  j!  * 

,Und  wer  darauf  ausgeht  und  sich  bemüht  Unrecht  zu  thun, 

den  Händen  und  dem  Munde.1 


XXI. 

(Htisif) 

[Qutrub,  Aifdid,  Berlin  VI,  311,  7091,  15»  — RG];  vgl.  oben  S.  165,  Z.  14. 

jJLjl  iLa*J 


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(Joffrr«,  ßebtdXr  br*  (jHutafanttm*. 


205 


.Indessen  gehörte  der  Wasserbehälter  dem,  dessen  Brüder  der  Wandel 
des  Geschicks  hingerafft  hatte,  als  sie  [verachtet  | waren  wie  ein  liegen- 
gebliebenes Straussenei.' 

[Vgl.  Ham.  374,  r.  5 als  Vers  des  Jaskunten  Sannau  b.  *.\bb&d;  Ihn  al-Anbari , ed. 
lluUTSMA,  JO,  Ij], 


XXII. 

( Tawit) 

[Lisän  II  131,  3 — KG]:  »gl.  oben  S.  164,  Z.  20. 

ItijLa.  VJ  JkJI  (j  ^Lo  dö  ülLuy  JJic  iXju»  tUil  ÜkJjl  NI 

.Bringt  doch  den  Haufen  des  Sa'd  b.  Mälik  die  Botschaft  dessen,  der 
sein  Gebiet  in  der  h'remde  hat* 

Vgl.  XIX  ; VI  16;  Hamäsa  248;  Ag.  204,  lg. 


XXIII. 

( Wafir). 

[LA  VI  170,  17  — KG];  vgl.  oben,  S.  165,  Z.  15. 

jo.yi  dilis  XajJuÄi  jj  JaJI  JlLs-Vjlsj 

.Wenn  der  Schöne  dir  auffallt,  und  du  ihn  dann  auf  die  Probe  stellst, 
so  wirst  du  in  deiner  Meinung  von  dem  Schönen  enttäuscht  werden.“ 

Der  Vers  wird  von  den  Kincn  dem  Mutalammis,  von  Anderen  dem  al-  Abbäs  b. 
MirdAs  rugesebrieben. 


XXIV. 

(Bast/) 

[I.A  IX  147,  7 — KG];  vgl.  oben  S.  165,  Z.  1. 

iflajrUJll  kJlyÜI  jui  £&Jüuc  L$jjJ  Ulk 

Seine  (des  Gewandes)  Farbe  ist,  wie  am  Morgen  vor  Sonnenaufgang, 
wenn  das  Tageslicht  die  Dämmerung  durchbricht,  die  schillernden 
Farben  der  ffitttfäf- Würmchen  sind.“ 


XXV. 

( fatml) 


LA  I 427,  9;  I.ANK  III  1198b  bald  dem  M.,  bald  «lern  IJcssar  b.  tiurd  zugcschricbcn. 
Vgl.  oben,  S.  165,  Z.  6 und  den  Kcvs&f  zu  Qor.  9,  53. 

AajU»  JUajN  ^Ij  oaJ^I  Ul  Jl»  «UJj  i^jJI  <JjäI 


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ggtifti}«  3ur  fomftfcSo'  Spradiwtlffnfcjaft. 


206 

,I)ein  Hruder  ist  der,  welcher,  wenn  du  in  ihm  Argwohn  erregst,  sagt: 
ich  habe  allerdings  Anlass  zum  Argwohn  gegeben  und  welcher 
freundlich  ist,  wenn  du  ihn  freundlich  behandelst/ 

/ itiMiita  363  Komm,  wird  A/Lol*  tilr  gelesen,  ohne  Angabe  des  Dichters. 

Kinige  lesen  uml  Übertragen:  ,L)er,  wenn  «lu  ihn  in  die  Notwendigkeit  versetzest, 

Verdacht  zu  hegen,  [dir]  sagt:  du  hast  mir  Anlass  gegeben  zu  denken,  dass  hier  etwas 
vorlag,  was  Verdacht  erregte.1 


XXVI. 

I Tawil) 

[ I-A  XI  318,  14  und  TA  VI  306,  30  — RG);  vgl.  oben  S.  164,  Z.  30. 

fr  > ^ . 

Lo  ^c,.cL>  , h ...) 

,In  Gilliq  (Damaskus)  überfällst  du  (überfallt  sie)  einen  Mann,  der  sich 
nicht  zurückgezogen  hat.' 


XXVII. 

[Reges) 

( IIEIKMO  348  und  [LA  XIII  58,  14  — RG);  vgl.  oben  S.  165,  Z.  1. 

WcU  ^yje  *JL!I  5Llo  'Jja  Ju»ij  ^ye  i-jÜ» 

.Nicht  möge  betrogen  werden  um  den  Vorteil  von  dir,  wer  auf  dich 
hofft,  wahrhaftig,  und  Gott  möge  befeinden,  wer  dich  befeindet.' 

Ibn  Ginni  überliefert 


XXVIII. 

( Tawil) 

[LA  XIX  68,  25;  TA  X 159,  25  — RG];  vgl.  oben  S.  164,  Z.  37. 

) ^ ^ f j ^ Pf  m ® “■ 

juJLo  ÜeL^  , <j  ■«, . ) LjGiNx  1 t ^ jf. 

.Und  wenn  ein  in  IJeibar  am  Fieber  Erkrankter  ihren  (des  Mädchens) 
Duft  eingesogen  hätte,  so  wäre  seine  Fieberhitze  verschwunden/ 

XXIX. 

( Utisit) 

CneiKHo  348;  vgl.  S.  154,  z.  iS. 

Jqj^IäJT  I4&  Ujyc  ^>1 


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(Pefffr«,  <ßc$ic8f<  fc<»  (jTlulafammie. 


207 


.Siehe  da,  Abu  Oäbüs  hat  mich  mit  seinem  Schleppgewand  bekleidet, 
|das  langhin  schleift],  als  ob  es  der  Balg  junger  sich  häutender 
Schlangen  wäre.“ 


XXX. 

(Kätnif) 

[1.A  VII  360,  12  — KO,;  »gl.  S.  164,  Z.  34. 

(V  t 

sU»l  4 ) \ 

, , „ ^ , o ^ r 

(j-jjüi  t\S  ;lüJLs  dü  cV»  y~ 

.Fort!  es  ist  hohe  Zeit  aufzubrechen,  du  Zauderer!  denn  die  Wohn- 
stätte ist  wegen  deines  Weilens  dem  Ruin  nahe!“ 

XXXI. 

(Sarf) 

[»I-  I(jd  III  147,  26 — 29  — Kt»];  vgl.  oben,  S.  164,  Z.  35. 

3 JlSj 

jjJJu  jJ  j*S\  5*1  yii)l  ,_>jLc  G I 

dLue  ~^p  2uLi-  ^jU.M  o^i  2 

^ äJJI  &***  er*-';  JUj‘  ^ Jbl  3 

,Der  du  die  Armut  schmähst,  lass  dir's  gesagt  sein:  Die  Schande  des 
Reichtums  ist,  wenn  du  es  überlegst,  grösser  als  der  Ruhm  der  Ar- 
mut und  als  ihr  Vorzug  vor  dem  Reichtum,  wenn  du  die  Sache  recht 
besiehst.  Um  Reichtum  zu  erlangen,  musst  du  (Gott]  trotzen;  um 
arm  zu  werden,  hingegen  nicht.“ 

XXXII. 

( Tawil) 

IJamza  Isfak.y  eil.  CoTTWALDT,  I 105,  9 — KU];  vgl.  oben,  S.  165,  Z.  16. 

. - ' Id  L-c  » dj^  LäaJ  |*^  7^' 

,Vrergolten  hat  mir  der  Lachmide  trotz  der  zwischen  uns  bestehenden 
guten  Beziehungen,  wie  man  dem  Sinimmär  vergalt,  obwohl  er  sich 
nicht  verfehlt  hatte.“ 

Mit  einigen  Varianten  wird  der  Vers  Tabari  I,  2,  852,  4!".  als  Improvisatiun  des 
Kelbitcn  Abd-al-‘or.zA  b.  Imrul<|:iis  aufgeführt , vgl.  NÖl.DEKE,  Perser  und  Araber  81  f. 


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208 


Qßfttraj«  ffmifift#*»  SptacCicifffnMaff- 


XXXIII. 

( TwU) 

Agtini  XIV  74,  29  in  der  Geschichte  des  Q»lr;  vjjl.  oben,  S.  151,  Z.  39. 

r-lcXJI  ^yX  ^L^L^jy  ^Jj!  I jJ  I ^yX 

.Von  den  Dämmten,  deren  Blut  eine  Arznei  ist  ^e^en  [allerlei]  Krank- 
heit, Liebe  und  Verrücktheit* 


XXXIV. 

(Hasit) 


Agtini  XXI  192,  17  IT. ; vgl.  obeo,  S.  154,  Z.  24. 


b ub^l  L> 

y»yÜ}K  JL>yi  *Lc 

->  M t M 


^JA*£JL aA  oijl  10 


^ & >7*^  ^ 1 
* cy:  JuJÜ!  ool^  ^LgaJI  duLe  2 

0<X»  13  oxJ"  _aJ S .J  5 

aJ  ^.LajUü!  Jyu  Lajj»  IjjJ  4 


.Sprecht  zu  'Amr  ibn  I lind , der  nie  errötet:  l)u  Stülpnase,  dessen 
Hackenzähne  (klein  und  dunkel)  wie  Linsenkörner  sind,  der  am  Tage 
ein  Herrscher  ist,  aber  bei  Nacht  eine  Hure,  über  dessen  Lenden 
der  Same  der  Männer  hinläuft,  wie  wenn  es  gefrorene  Tropfen  waren. 
Wenn  du  ein  Jagdhund  wärest,  mit  Streifen  auf  dem  Rücken  (wie  ein 
Wildesel),  dessen  Knoten  am  Ende  des  Strickes  ist,  niedrig,  gierig, 
zu  dem  die  Jäger  sagen:  Du  scheussliches  Tier,  das  bald  die  Nase 
huch  hält,  bald  den  Kopf  senkt! 

Nach  lbn  al-Kelbi  (a.  a.  O.  193,  2 f.)  verspottete  mit  diesen  Versen  *Abd  ‘Amr 
b.  Ammär  den  al-l'beirid  abGassäni  und  erlitt  aus  diesem  Anlass  den  Tod. 


XXXV. 


[At-Tayyibi,  Tafsir  al-KalUif  III  (NF  475)  fol.  393»  sehr  undeutliche,  saloppe 
Schrift  — RGj;  vgl.  oben,  S.  165,  Z.  1. 


| *ÄäC  cot  sliJ! 


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(Bofftra,  <5<öidSf«  tue  (ITlufafammta. 


209 


XXXVI. 

(Basif) 

[al-'Askart,  Jamharat  a/-am(äl , Bombay  1307,  122  — RG],  Zu  der  Erklärung  des 
Spruches  vgl.  oben,  S.  164,  Z.  35. 

|j..»Xa',«JI  Jjj'  ^äA*J!  ^jX 

SÄä>3Us  dj  Jo  (X«ic  13  ^jX 
cN-öx  äJ  c ÄJ ! JyJ3J!  ^ 

.Wer  einen  starken  Arm  hat,  der  wird  seiner  Beschwerde  Abhilfe  ver- 
schaffen! Zur  Niedrigkeit  und  Verachtung  ist  verurteilt,  der  keinen 
starken  Arm  hat!1 


XXXVII. 

(Tamil) 


ClIKIKHO  348  f.;  vgl.  oben,  S.  165,  Z.  I. 


w>Lsxä^',,w.4  ? i ^ ^ JLi^ 


p-aOJLC  &Ä£  .IfllLwjJ 

r. ^ ^ 

^jLj'l  AaC  tJ 

ySD)  kes  ^JX  &JÜC) 


^ & 


Jt  kuaXx. 


J G^’ ' 


luLȀcl  Outa  JuJUl  ot yt.  j,  yC.  2 

i J cp  ^ va  lf  ^Le  »„  V ...  KJ  . Lcfc?  3 


3kjJbc  ,_n  A.Ag>JI 


I U 13!  j&j  4 


1 * Var.  y.  t^.lÄoO 
2>>  Var.  ^ 

3 a Var.  <*o 


.Wie  mancher  Wanderer,  dem  der  Wind  das  Kleid  vom  Leibe  reisst, 
damit  es  abfallt,  während  er  es  festhält,  hat  im  Dunkel  der  Nacht 
gejammert,  nachdem  er  den  Weg  verloren  hatte,  damit  ein  Hund 
bellt  oder  die  Schläfer  furchtsam  auffahren.  Da  antwortete  ihm  einer, 
der  auf  den  Ton  horte  und  ihn  gastlich  empfing,  einer,  der  bei  der 
Ankunft  von  Gästen  sein  Fressen  findet;  als  er  den  Gast  ankommen 
sah,  hätte  er  vor  lauter  Freundschaft  ihn  beinahe  angeredet,  obwohl 
er  sprachlos  ist.* 


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210 


Qßnträgt  ;ur  frmittfdhn  /SpracfttrifLnfcBafL 


XXXVIII. 
( Tawil) 


Aj'tini  XXI  203,  3.  20.  22;  vgl.  oben,  S. 


r*  cXxx  iü^j 


Jf  Ä.a-Lc  _Lo 

c 


cf*  J4^5 


>53.  1-  t. 

Spl.viÄ‘vl  •\i~E-  jV^-'l  I 

^ ^ » 

iü^A+cv  ^La5^  c>a»5^  2 

O % ft 

^ jsc  *jL~j!  3 


,Ich  pflege  «len  Kummer,  wenn  er  sich  bei  mir  einstellt,  zu  vergessen 
mit  Hilfe  eines  Kenners,  mit  «lern  Nackenzeichen,  eines  robusten, 
fuchsroten,  mit  gedrungenem  Fleisch,  oder  einer  himjarischen  Kamelin, 
einer  flinken,  die  «lie  Kiesel  mit  ihrem  wundgeriebenen  Huf  davon- 
schleudert, [mit  Schwanzzotten],  wie  wenn  auf  ihren  Schenkeladern 
ein  lluschel  von  üppigen  Dattelbluten  läge,  der  von  der  Blutenscheide 
nicht  mehr  eingehüllt  herabhangt.'* 


XXXIX. 

t /■<>:.'//) 

£^Lo\  Leiden  112  (Wahns*  446)  207 * — Th);  vgl.  oben  S.  1 $ 1,  Z.  36. 

0*J £yJU  ojS*  y$ y Sl^ÄÄJ  y I 

,Du  schmähst  mich  we^en  der  Selmä,  aber  es  ist  keine  Schande  (ihr 
Sohn  zu  sein);  wenn  du  von  Selmä  abstammtest,  wärest  du  der  Herr 
unter  den  Därimiten.* 

_ e m — 

{J-*  oül^j  jul  (Hs.  SvJt.  Uxi  byXjc  yit  JLäi  Lr^Ju«.ll 

sltLiÄ  iUl*  (*;b  ^ f}J 

LA  I 128,  20;  X 11S,  12;  XV  192,  5;  TA  I 104,  10  wird  der  Vers  anonym  angeführt, 
mit  den  auch  in  l$lah  angeführten  I^sarten  und 


* Ich  Übersetze  so  nach  einer  mit  meinem  Kollegen  E.  Stahl  ange.stellten  sach- 
lichen Besprechung.  Der  Vers  wird  LA  I 344,  23  dem  BisR  b.  abi  Hazim  (nicht  Hakim), 
von  Anderen  dein  A $A  zugeschrieben.  Zur  mundartlichen  Stellung  von  vgl. 

ausser  LA  a.  a.  O.  Reinhardt,  Omani  256. 


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(Doffer»,  ®t&icl}l<  ir«  QTlutafammi«, 


21  I 

XL. 

(Tau;V) 

CHKIKIIO  342;  Abkarius  98;  vgl.  VII  Ende  und  S.  164,  Z.  %6. 

^ LäaJI  xj  ^iL> j j 1* »o  * 

SiLsJI  l *,£.>■ j J,t  (J“»j  - 

,'/. u allen  Leuten  kann  man  auf  Treppen  (Leitern)  hinaufsteigen,  aber 
zu  uns  giebt  es  keinen  Aufstieg  auf  Leitern  (Treppen).  Vor  uns 
flieht  alles  Wild,  aber  zu  unserm  Wilde  kommt  das  Wild  der  Wüste 
und  weidet  mit  ihm.' 

XU. 

( 'fawil) 

Diwan  des  ‘Cmeir  Ibn  Schujeim  AI  Qu/Ami  ed.  J.  IJarth,  1902,  S.  r und  S.  2. 
Dem  Herausgeber  verdanke  ich  den  gütigen  Hinweis  auf  diesen  Vers. 

jiljiM  ^yAcuJ!  J l^i^c  !<M  (?)äjs»  ^.jLsül  v_jLsp5I  o-j^c 

,lch  erkenne  die  Tapferkeit  (?)  der  Inhaber  iler  Rassekamele  an,  wenn 
sie  die  meinige  in  den  alten  Zeiten  anerkennen.' 

Vgl.  Ije  Gijeje,  ZL>MG  LVI  (19021,  62;. 


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2 1 2 


Qßtitrdgr  $ur  foniftfcBcn  £|jrac6n?tfT<nfc$aff. 


Übersetzung. 

I. 

Vgl.  S.  150,  Z.  25  IT. ; S.  163,  Z.  10  ff. 

(l)  [Gewisse]  Leute  schmähen  mich  wegen  meiner  Mutter,  aber  du 
kannst  doch  einen  edlen  Mann  nur  daran  erkennen,  dass  er  sich  edel  5 
zeigt  (seine  Gesinnung  durch  Thaten  erweist),  (2I  wer  hingegen  ein 
Mann  von  feiner  Khre  ist  und  sich  seinen  Ruf  nicht  wahrt,  der  ist 
(allerdings]  verächtlich,  sehr  tadelnswert. 

(3)  O I.lärit,  wenn  unser  Hlut  durcheinander  gerührt  wäre,  so 
wurde  es  sich  so  scheiden,  bis  dass  kein  Tropfen  [des  deinigen]  einen  10 
Tropfen  [des  meinigen|  mehr  berührt!  (4)  Wähnst  du,  dass  ich  von 
den  Leuten  des  Huhta  vertrieben  bin?  Gehöre  ich  nicht  zu  ihnen, 
wo  immer  ich  auch  sein  mag? ! (5!  Gehöre  ich  nicht  zu  ihnen,  so 
dass  meine  Ehre  auch  ihre  ist,  wie  jeder,  der  eine  Nase  hat,  sie  hütet, 
dass  sie  [ihm)  nicht  abgeschnitten  wird*  (6)  Nun  meine  Herkunft,  15 
wenn  du  fragst,  und  meine  Verwandtschaft,  sind  unter  den  Menschen 
eine  Sippe,  die  den  Stammfremden  als  Eigenen  annimmt 

(7)  Und  so  oft  der  Übermütige  [vornehmthuerisch]  seine  Wange 
seitwärts  wendete,  stellten  wir  sie  ihm  gerade,  so  dass  sie  gerade 
blieb  |und  er  bescheiden  wurde],  (8)  Der  Verständige  wurde  bis  20 
heute  nicht  durch  einen  Stockschlag  gemahnt,  denn  darum  wird  dem 
Menschen  Wissen  beigebracht,  damit  er  es  sich  aneignet  [und  nutz- 
bar macht]. 

(9)  Wenn  nun  gar  Andere  als  meine  Ohme  die  Absicht  verraten 
hätten,  mich  herabzusetzen,  so  hätte  ich  ihnen  auf  ihr  Nasenbein  ein  25 
Brandmal  gesetzt  (sie  mit  der  Waffe  des  Spottes  aufs  heftigste  an- 
gegriffen). 

(10)  Habe  ich  noch  eine  andere  Mutter  ausser  ihr,  wenn  ich  sie 
aufgebe?  Gott  wolle  verhüten,  dass  ich  einer  anderen  als  Sohn  an- 
gehöre! (ii)  Ich  bin  dann  nur  wie  jemand,  der  seine  eine  Hand  mit  3° 
der  andern  abschlägt,  so  dass  er  sich  plötzlich  einhändig  sieht. 

(12)  Und  nachdem  die  eine  Hand  an  der  andern  ihre  Vergeltung  geübt 
hatte,  fand  er  für  sich  keine  Möglichkeit,  dass  beide  zum  Vorschein 
kamen  — da  wandte  er  sich  [mit  Entsetzen  von  seiner  Thatj  ab! 

(13)  Von  den  beiden  Händen  hatte  die  eine  die  andere  tödlich  ge-  35 

* I)cr  Gedanke  der  Solidarität  ist  hier  ebenso  ausjjedrückt  wie  bei  [H.  Gebhardt  , 

Zur  bäuerlichen  Glaubens-  und  Sittcnlehre  (1885)  S.  325:  Wer  sich  die  Nase  ahschneidetx 
verschändet  sein  Gesicht. 


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(öofttre,  (ßiSicJfe  bf«  {JTlulafammi«. 


2'3 


troffen,  und  jene  fand  nun  an  dieser  keine  Leitung  für  sich.  (14)  Da 
verhielt  er  sich'  stille  wie  die  Schlange,  die,  wenn  sie  etwas  fände, 
was  ihre  Zähne  bewältigen  können,  auch  zugebissen  hätte. 

(15)  Du  hofftest,  dass  ich  euern  Nachkommen  ein  Stammfremder 
5 sein  würde,  aber  ich  habe  mir  die  Zungenspitze  nicht  ritzen  lassen, 
um  am  Sprechen  nicht  verhindert  zu  werden,  1 16)  um  nach  mir  einen 
Brauch  zu  hinterlassen,  nach  dem  man  sich  richten  kann,  und  um 
den  Zweifelnden  aufzuklären,  wenn  er  gegen  mich  eingenommen  ist. 

(17)  [Aber]  ich  sehe  ‘Ujurn  unter  den  Helfern  des  Buhta  sich 
10  nahen,  um  mich  von  den  Leuten  des  Zeid  zu  verdrängen  — ja  das 
ist  beklagenswert!  (18)  Wenn  der  Strick,  welcher  zwei  Tiere  verbindet, 
in  einem  fort  verschlungen*  ist,  so  müssen  seine  Strähnen  (Litzen) 
schliesslich  eines  Tags  auseinanderreissen.  (19)  Wenn  der  unaus- 
gesetzte Gebrauch  das  Leder  der  Leute**  abgenutzt  hat,  so  bekommt 
• 5 es  Risse  — auch  wenn  du  es  flickst  — und  bricht  auseinander. 

II. 

Vgl.  S.  153,  Z.  21;  S.  155,  Z.  22;  S.  163,  Z.  15. 

(1)  Du  hast  den  Befehl  zu  meiner  Verbannung  erteilt  aus  Furcht 
verspottet  zu  werden  — aber  bei  der  [Göttin]  Lät  und  den  [heiligen] 
20  Opferstelen,  du  findest  keine  Zuflucht  vor  meinen  Versen!  (21)  Du 
hattest  Hind  (deine  Mutter)  und  deine  F.hre  an  mich  verpfändet,  auf 
Blättern,  (deren  Schrift]  leuchtet,  als  ob  es  Verzierungen  an  ledernen 
Schwertscheiden  wären,  (3)  du  der  schlimmste  aller  Fürsten  und  der 
elendeste  an  Ruf,  unter  allen  Menschen,  wissenden  und  unwissenden! 
25  <4!  Trug  und  Unheilstiften  sind  seine  (des  Fürsten)  Natur!  Verstehe 
(was  ich  meine):  es  giebt  doch  ein  Sprichwort  von  [der  Wortbrüchig- 
keit  des]  'Urqüb! 

(5)  Wie  schlecht  sind  die  Hengste,  wenn  der  beim  Pferderennen 
(Turf)  entwickelte  Spieleifer  sie  überanstrengt,  und  wie  schlecht  ist 
30  ihre  Nachkommenschaft!  (6)  Ich  meine  die  Ohme  von  mütterlicher 
und  väterlicher  Seite,  denn  sie  sind  wie  das  Triodiumspiel,  dessen 
Feld  unveränderlich  ist. 

III. 

Vgl.  S.  153,  Z.  14;  S.  163,  Z.  15. 

35  (1)  Da  warf  ich  es  (das  Schreiben)  in  eine  Ecke  an  der  Seite  des 

Käfirkanales;  so  will  ich  jedem  trugerfüllten  Schriftstück  vergelten 

* Das  Bild  ist  nicht  ganz  klar.  Jedenfalls  soll  die  fehlerhafte,  zweckwidrige  Lage 
der  Koj  j>el  gerügt  werden. 

40  **  Das  von  mehreren  Menschen  i.  B.  einer  Zeltgemeinschaft  gebrauchte  und  daher 

der  Abnutzung  stark  unterliegende  Leder. 

Bciti^ge  zur  temit.  Sprach  Wissenschaft.  V 


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214 


;ur  foni(ift4«n  ftprad)>rtf[<nft£aft. 


(oder:  es  auf  bewahren  — oder:  daran  mein  Gefallen  finden)!  (2)  ich 
warf  es  hin,  bis  dass  ich  sah,  wie  die  Strömung  die  Tinte  in  jeden 
Nebenkanal  kreiselnd  trieb. 


IV. 

Vgl.  S.  150,  Z.  25;  S.  151,  Z.  1 1 ; S.  153,  Z.  30;  S.  154,  Z.  39;  S.  159,  Z.  13;  S.  163,  Z.  17.  5 

(l)  O ihr  Bekriten!  Von  was  für  einer  Mutter  seid  ihr  ent- 
sprossen? [Zul  lange  währt  das  Stillsitzen,  während  das  Gewand  der 
Schwäche  angelegt  ist  1(2)  Ich  habe  meiner  Sache  Genüge  gethan;  nun 
thut  ihr  auch  das  Euere!  Zeigt  euch  bei  der  Hitze  des  Kampfes 
[entweder)  als  elende,  feige  Kerle  oder  seid  klug  (und  mutig)!  (3)  Siehe  10 
da,  als  die  'Iläf  und  die  am  Abhange  (in  der  Nähe)  von  Hadan  waren, 
erkannt  hatten,  dass  es  eine  zerfahrene  (verlorene)  Sache  sei,  (4)  da 
sattelten  sie  in  Eile  die  (volljährigen,  gut  zugerittenen)  Kamele  — denn 
Unbill  weisen  gescheite  (mutige)  I.eute  von  sich  — (5)  und  benahmen 
sich  wie  Säma,  als  er  in  Sa‘f  weilte  und  dann  die  vollwüchsigen  zähen  15 

Kamele  ihn  davontrugen. — 

(6)  Gestöhnt  hat  meine  junge  Kamelin  [auf  der  Reise]  sehnsüchtig 
[nach  dem  Reiseziel  wie  nach  ihrem  Jungen  ausschauend],  als  die 
Nacht  langsam  hereinbrach,  und  es  ganz  stille  geworden  war,  und  die 
St'lfiavTfta  [des  christlichen  I.Iaurän's]  sie  sehnsüchtig  machten,  (7)  am  20 
Knie  gebunden,  während  ihr  Reiter  [erwartungsvoll]  nach  dem  Sonnen- 
aufgang ausschaute,  wie  wenn  sie  vor  Verlangen  nach  dem  Sande 
(der  Wüstenreise)  von  Sinnen  wäre;  (8)  und  nachdem  sie  ein  wenig 
geschlummert  hatten,  leuchtete  bereits  das  Kanopus-Gestirn  auf,  [so 
hell],  als  ob  es  brennende  Reiser,  die  man  in  der  Hand  hält,  wären.  25 
(9)  Woher  bist  du  (Kamelin)  so  traurig?  Du  bist  [sonst]  nicht  wegen 
Traurigkeit  gerügt  worden,  und  vor  deinem  Gefährten  (ihn  vom  Reiseziel 
trennend)  liegen  noch  weite  kahle  Flächen.  (10)  Aber  sie  (die  Kamelin) 
sehnt  sich  nach  Nahlat  al-Quswä.*  Da  sprach  ich  zu  ihr:  Es  ist  dir 
versagt!  sind  nicht  dies  die  Heimsuchungen  des  Geschicks!?  (11)  Eile  30 
[vielmehr]  nordwärts  (Syrien  zu),  da  das  ‘iräq  für  uns  dahin  ist,  zu 
Leuten,  die  uns  lieb  sind,  während  unsere  eigenen  Leute  uns  stolz 
und  verächtlich  anblicken.  (12)  Gehe  nicht  auf  die  Wege  von  al-Baubät 
nach  Negd  hin,  so  lange  'Amr  lebt  und  so  lange  man  Gott  um  Er- 
haltung deines  Lebens  bittet,  o Qäbüs! — 35 

(131  Wenn  wäre  von  den  Leuten  des  Wahb  unter  uns  Scharen  (?) 
und  von  Nadir  [5,  12  und  von  ‘Auf  [7,4]  Tapfere 

(14)  so  würde  sie  wegraffen,  der  mich  zu  gewinnen  sucht,  und 

* Die  hier  in  Kede  stehende  Örtlichkeit  scheint  der  ('berlieferung  unbekannt  ru 
sei».  Nach  dem  Zusammenhänge  muss  sic  /wischen  der  Jemama  und  dem  IrÄfj  liegen.  40 


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(Poff««,  fioticfSlt  St*  Jdufafammie. 


215 


ich  werde  sie  erkennen  an(?)  den  freigebigen  Händen,  wenn  die 
Not  drückend  wird.  (15)  O Härit,  ich  gehöre  wahrlich  zu  Leuten 
vom  besten  Ruf,  die  nicht  den  Kopf  verlieren,  wenn  Schwach- 
köpfige Thorheiten  treiben. 

5 (16)  Du  (*Amr)  hast  geschworen,  dass  ich  Zeitlebens  das  Korn 

(Brot)  des  "Iräq  nicht  mehr  essen  soll,  während  es  im  Dorfe  die 
Würmer  fressen*  (17)  [Aber]  Bo$rä  hat  nicht  erfahren,  was  für 
einen  Eid  du  geschworen  hast,  auch  nicht  Damaskus,  wenn  die 

Garbenhaufen  gedroschen  werden. (18)  Ihr  habt  mich  wegen 

10  der  Schutzgenossenschaft  geschmäht,  ohne  dass  ich  gefehlt  habe; 
solch  ein  Geschick  von  Schutzherren  (zu  erfahren)  ist  empfind- 
lich. — — — 

(19)  Wenn  ich  nun  von  meinen  Leuten  abgewendet  und  zu  euerm 
‘Adi  geworden  wäre,  so  würde  ich  ein  Schwachkopf,  ein  Bethärter 

15  sein (20)  wie  vieles,  was  vor  Asmä  (Maija)  noch  von  fernen 

abgetretenen  Wegen  liegt,  und  Wüste,  in  der  die  falben  Kamele  preis- 
gegeben  werden,  (21)  und  Gipfeln  eines  Bergkegels,  der  von  ferne 
sich  ausnimmt,  als  ob  er  in  den  Wellenschaum  des  Wassers  ein- 
getaucht sei,  (22)  habe  ich  durchquert  auf  einer  fügsamen  Kamelin 
20  mit  sicherm  Tritt,  die  ihre  Brustknochen  vorwirft,  während  ihr  Kopf 
[wegen  ihrer  Wildheit  mit  dem  Zügel)  seitwärts  gebogen  ist. 

V. 

Vgl.  S.  150,  Z.  26;  S.  1 5 1 , 7..  15;  S.  154,  Z.  39:  S.  163,  Z.  23. 

(1)  O Tadlerin,  jeder  Mann  ist  verpfändet  an  das  Unheil**  (oder: 
25  ist  dir  nicht  bekannt,  dass  der  Mann  verpfändet  ist  an  das  Todes- 
geschick), um  entweder  hingestreckt  zu  werden  als  Beute  für  die 
suchenden  [Raubvögel]  oder  um  schliesslich  in  die  dunkle  Gruft  ge- 
senkt zu  werden! 

(2)  Darum  lass  kein  Unrecht  über  dich  ergehen  aus  Furcht  vor 
30  dem  Tode,  sondern  stirb  darin  als  Freier  mit  glatter  Haut  (ohne  dir 

Schande  aufzuladen).  (3)  Mensch  sein  heisst  nur  sehen  (erleben) 
und  [von  den  Thaten  und  Erfahrungen  der  Vorzeit]  sich  erzählen; 
Schwäche  aber  ist  es,  sich  vergewaltigen  zu  lassen  und  dabei 
(still)  zu  sitzen  [ohne  Rache  zu  üben],  (4)  Beispiele  von  der  Art, 
35  wie  man  seine  Rache  suchen  soll,  sind,  dass  Qajir  sich  seine 


* Weil  es  so  reichlich  vorhanden  ist;  oder  nach  Einigen:  weil  du  cs  wucherisch 
aufspeicherst  und  verderben  lässt. 

**  [Vgl.  assyr.  ma \idil  ialputi  eamdaku  .sehr  bin  ich  an  Unheil  gejocht*  (unzer- 
trennlich damit  verkettet);  siche  Hauet,  Die  akkadische  Sprache  (Berlin  1883)  S.  XXXV; 
40  ZfSOCERM,  Babylonische  Busspsalmen  (Ixripzig  1885)  S.  34,  Z.  18  und  S.  42,  Delitzsch, 
Assyr.  Handwörterbuch , S.  384.  — 1\  fl.j 

'S* 


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21 6 


®tihräg<  jur  ftmütfcftn  £prac$n.n|T<t<fc8af(. 


Nase  abschnitt,  und  dass  mit  dem  Schwert  in  den  Tod  sich  stürzte 
Beihas  (5)  Na'dma,  der,  als  die  Feinde  seine  Genossen  niedergestreckt 
hatten,  an  seinen  Kleidern  durch  die  Art  sich  anzuziehen  sich  offen- 
barte. (6)  Hast  du  nicht  erfahren  (*Amr),  dass  al-Gaun  eine  festge- 
gründete Burg  war,  an  die  die  Tage  herantraten,  ohne  dass  sie  ihre  5 
Festigkeit  einbusste?  (7)  Sie  trotzte  dem  Tubba'  (dem  Herrscher 
von  Südarabien)  in  den  Tagen,  wo  die  [übrigen]  Ortschaften  vernichtet 
wurden,  da  sie  mit  Steinplatten  verblendet  war,  und  diese  mit  Kalk 
gefügt  waren. 

(8)  Wohlan!  komm  doch  in  ein  (solches)  Land,  dessen  Saatfelder  10 
gepflügt  werden,  und  über  die  das  Wasserrad  einen  Kübel  nach  dem 
andern  ausgiesst!  (9)  Das  ist  die  rechte  Zeit  von  al-‘Erd,  wo  die 
Fliegen  des  Thals  lebendig  sind  (oder:  sich  toll  geberden,  summen) 
die  Stechfliegen,  und  wo  die  blaue  Fliege  zudringlich  ist. 

(10)  Wenn  sie  uns  freundlich  entgegenkommen,  so  wollen  wir  «5 
das  gleiche  thun;  wenn  nicht,  gut,  so  werden  wir  uns  noch  spröder 
und  trotziger  zeigen.  (1 1)  Und  das  Heer  der  Beni  Qurrän:  mute  ihnen 
einmal  zu  (was  ihr  uns  zumutet).  Wenn  sie  dies  billigen,  wodurch  wir 

gedemiitigt  werden (12)  Nadir  wird  hinter  mir  als  Schild  stehen 

und  mir  eine  Wehr  (Hilfe)  sein  gegen  sie  (die  Feinde)  Guten  undAhmas.  20 
(13)  Wenn  aber  Hubeib  sich  zu  lässig  gegen  uns  benimmt,  nun  so  ist 
unter  uns  eine  nächtlich  nimmer  rastende  Reiterschar. 

VI. 

Vgl.  S.  153,  Z.  28  ■ S.  154,  Z.  19;  S.  163,  Z.  27. 

(1)  Siehe,  die  Liebe  zu  dem  züchtigen  Mädchen  ist  noch  nicht  25 
zu  Ende,  aber  die  Verzweiflung  würde  vergessen  werden,  wenn  du 
den  Genossen  des  Scherzes  vergessen  hättest.  (2)  Lange  hast  du 
sie  geliebt  und  verehrt.  O,  wenn  doch  die  Länge  der  Liebe  sie  dir 
entbehrlich  machen  könnte! 

(3)  Siehe,  Babylonien  und  seine  Leute  waren  die  Freunde;  aber  30 
da  ihre  Freundschaft  mich  aus  dem  Lande  entfernte  — gut,  so  möge 
sie  fernbleiben!  (4)  Nächtlich  soll  meine  Kamelin  sie  verlassen,  das 
Simäkgestirn  aufgeben  und  sich  nur  vom  Nordstern  leiten  lassen. 

(5)  Wenn  der  feste  Strick  auf  ihre  Seite  fallt,  so  stürmt  sie  dahin 
wie  eine  Eselin,  die  noch  nicht  empfangen  hat,  welche  den  engen  35 
Hinterhalt  fürchtet.  (6)  Eine  festgebaute;  so  oft  ich  sie  von  ihrer 
Lagerstelle  aufgeschreckt  habe,  rennt  sie,  bis  ihre  Achselhöhlen  vom 
dicken,  fruchtsaftartigen  Schweisse  triefen,  (7)  und  wenn  andre  Reit- 
tiere den  Dienst  versagen  am  Ende  der  Nachtreise,  und  die  Kimmung 
über  den  Rücken  der  harten  Bodenfläche  läuft,  (8)  ist  sie  doch  noch  40 
immer  munter  und,  während  der  Quarz  von  ihren  Hufen  fliegt,  stürmt 


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QJoff«*,  ©e&iditf  6«  JTlulafammie. 


217 


sie  dahin,  wie  das  eilende  Koppeltier  bei  beschleunigter  Flucht,  (9)  in 
das  Land  von  Leuten,  an  deren  Gast  man  sich  nicht  vergreift,  während 
es  mit  dem  Gast  andrer  Leute  schlecht  bestellt  ist!  (10)  Wie  der 
arme  Tarafa  ibn  al-'Abd,  der  ihr  Schützling  war,  dessen  Haupt  sie 
S aber  vom  Nacken  mit  einem  indischen  Schwerte  trennten! 

(11)  Und  die  beiden  Söhne  der  Umäma,  die  du  beide  ergriffen(f) 

hast;  und  ich  bilde  mir  ein,  dass  du  der  dritte  bist  durch(?)  al-Aswad. 

(12)  Ja  Treulosigkeit  und  Meuchelmord  und  Schändlichkeit  und 
Arglist  lasse  ich  zurück  im  Lande  des  Bösewichts!  (13)  Ein  Fürst, 

10  der  mit  seiner  eignen  Mutter  und  deren  Mägden  (Zofen)  scherzt,  mit 
erschlafften  Gliedern,  dessen  Rute  (vom  übermässigen  Genuss  klein 
und  dünn)  ist  wie  ein  Schminkstift.  (14)  An  der  Pforte  fordert  er 
jetten  Bittsteller  zu  sich,  mit  ihm  allein  aber  treibt  der  Mann  ver- 
werfliche Dinge.  — — 

■ 5 (15)  Habe  ich  mich  einmal  niedergelassen,  und  vor  meinem  Zelte 

liegt  Gäwa,  so  wettere  und  donnere  in  deinem  Lande  soviel  dir 
beliebt! 

(16)  Ihr  Bann  Qiläba,  sonst  war  es  doch  nicht  eure  Art,  Schmach 
auf  euch  zu  nehmen  vor  der  durch  Mi'dad  eingetretenen  Sachlage! 

20(17)  Nicht  werden  die  Schandflecken  von  eurer  Ehre  abgewaschen, 
so  schön  auch  die  Sühnegaben  sind,  wenn  sie  zu  Ma’bad  (dem  Bruder 
des  Tarafa)  hingetrieben  werden*  (18)  Nun,  der  Knecht  ist  euer 
Knecht!  Tötet  ihn  für  euern  Bruder  wie  einen  Wildesel,  der  seine 
Flanke  dem  Jagdspiess  blossstellt! 

25  VII. 

Vgl.  S.  150,  Z.  26;  S.  151,  Z.  20;  S.  156,  Z.  37;  S.  163,  Z.  29. 

(I)  Zerstreut  sind  meine  Leute,  teils  in  den  alten  Wohnsitzen  teils 
auf  der  Wanderung;  o Gott!  wie  kann  ich  w'issen,  wem  von  meinen 
Leuten  ich  folgen  soll!  (2)  In  ihrem  Heim  bleiben  die,  von  denen 

30  ich  mich  gleichgiltig  trennen  würde;  entfernt  haben  sich  die,  deren 
Trennung  ich  mit  Sorgen  entgegensah;  (3)  über  alle  betrübe  ich  mich, 
denn  der  Ursprung  bedingt  die  Verwandtschaft,  darum  suche  hinaus- 
zuschieben, dass  deine  Nächsten  auseinandergehen  — (4)  und 

getrennt  haben  sich  meine  Leute  von  denen  des  Auf  ibn  Amir,  dessen 

35  Talmulden  ehedem  (von  Menschen)  übervoll  waren(f).  (5)  Ibn  Mu'äd 
hat  einmal  zu  Gunsten  seiner  Leute  mit  Schanden  entschieden,  so 
dass  meine  Sache  kaum  zusammengehalten  werden  kann.  (6)  Ich  habe 
ihnen  meinen  Befehl  erteilt  in  der  Biegung  von  al-Ltwä;  aber  ein 

* Oder  nach  Ag. , BM  u.  s.  w. : auch  die  [Sühne-  Kamele  der  Hawafir , als  sic 

40  hingetrieben  wurden  zu  Ma'bad , haben  die  Schandflecken  von  eurer  Khrc  nicht  ab- 
gewaschen. 


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2 I S 


Befehl  dessen,  der  keinen  Gehorsam  findet,  ist  ja  erfolglos!  — — — 

(7)  Schicke  mich  darum  zu  meinen  Leuten  den  Dubei'a,  denn  sie 
sind  meine  Leute;  dann  tadelt  entweder,  oder  haltet  euch  ruhig. 

(8)  So  edel  es  auch  war,  dass  meine  Oheime  i die  Jaskuri  mich 
als  Heisass  bei  sich  wohnen  Hessen,  so  gehört  doch  der  Baumstamm  5 
dahin,  wo  er  ausgerissen  wurde  (also  zu  den  Dubei'a).  (9)  Denke  nicht 
von  mir,  dass  ich  mich  fernhalte  und  zurückstehe.  Nach  'Ain  Said 
und  La'la*  (in  Babyloniern*  verlange  ich  nicht  mehr,  (io)  sondern  ich 
wende  mich  mit  einer  Truppe,  die  zahllos  ist  wie  der  Sand  der 
Wüste,  dem  Westen  (Syrien)  zu,  da  die  Ma'add  schon  nach  allen  io 
Richtungen  zerstreut  sind. 


VIII. 

Vgl.  s.  157,  32;  S.  163,  Z.  33. 

(1)  Nach  einer  Zeit  des  Vergessens  ist  mein  Herz  wieder  leicht- 
sinniggeworden und  hat  sich  der  Genossin  hingegeben,  um  sich  von  15 
ihr  leiten  zu  lassen.  (2)  |So  trunken  bin  ich  vor  Liebe],  wie  wenn  ich 
tränke  am  Tage,  wo  sie  ihren  eigenen  Weg  gehen,  wenn  der  Treiber 
mit  ihnen)?)  bei  der  Wüste  zum  Aufbruch  drängt,  (3)  alten  Wein, 
der  so  lange  im  Kruge  verwahrt  worden  ist,  dass  seine  Schaumbläs- 
chen den  Augensternen  der  Heuschrecken  gleichen. — 20 

(4)  Verwünscht  sei  er!  verwünscht!  sage  niemals  bei  der  Nennung 
seines  Namens:  Gepriesen!  — — - - 

(5)  Entweder  ist  die  Liebe  zu  ihm  nur  vorübergehend  oder  wie 

die  Freude  über  jeden  wertvollen  Gegenstand,  an  dem  man  einen 
Gewinn  hat.  — — 25 

(6)  Ich  weiss  nun  auf  das  Gewisseste  ohne  Schwanken,  da  die 

Gottesfurcht  zur  besten  Ausstattung  gehört  — (7):  sein  Gut  zu  be- 
wahren ist  leichter,  als  es  suchen  und  im  Lande  ohne  Zehrung  umher- 
zuwandern. (8)  Wenn  man  weniges  pflegt,  so  mehrt  es  sich;  da- 
gegen hat  vieles  keinen  Bestand  bei  schlechter  Pflege!  30 

IX. 

V(fl.  S.  154,  Z.  39:  S.  163,  Z.  36. 

(1)  Wer  will  nun  den  Dichtern  von  ihren  beiden  Brüdern  Kunde 
bringen,  damit  die  innere  Stimme  ihnen  hierdurch  die  Wahrheit  sagt, 
[und  sie  sich  warnen  lassen;  (2)  Zu  Grunde  gegangen  ist  der  von  35 
beiden,  der  sich  vom  Schreiben  nicht  trennen  konnte;  aber  gerettet 
hat  sich  durch  Misstrauen  gegen  seine  [des  Fürsten]  Gabe  al-Muta- 

* Die  nicht  naher  bekannten  Orte  sind  augenscheinlich  hier  als  westliche  Grenr- 
orte  des  Gebiets  von  Hira  genannt,  wo  die  Wege  von  Ost-Arabien  her  cimnflndeten. 


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(Pofftre,  ißfbicfWt  ixe  (Mufafammto. 


219 


lammis.  (3)  Er  warf  sein  Schreiben  fort,  und  seinen  Sattel  rettete 
eine  festgebaute  Kamelin  mit  geschlossenen  Wirbelknochen  hart  wie 
ein  Fels,  (4)  so  kräftig,  dass  ihr  Fleisch,  wenn  sie  abmagert,  immer 
fester  wird,  und  dass  sie,  wenn  sie  mit  ihrem  Sattelgurt  geschnürt 
5 wird,  keinen  Laut  von  sich  giebt;  (5)  mit  festen  Backenknochen,  deren 
Fleisch  die  Mittagsglut  schier  geröstet  hat,  sodass  seine  Farbe  ist, 
als  ob  es  geglättetes  Leder  wäre.  — — 

(6)  Wirf  das  Schreiben  fort,  du  Unseliger!  Von  der  Gnade  des 
Fürsten  hast  du  nur  Unheil  für  dich  zu  furchten;  (7)  denn  ich  hatte 
10  erkannt,  dass  ich  mit  einer  Danaergabe  beschenkt  sei,  als  man  sagte: 
Von  den  Leuten  des  Daufan  ist  ein  Befehlshaber  da!  (8)  Und  ich 
floh  aus  Furcht,  seine  Gabe  möchte  zur  Schande  werden,  mit  der 
meine  Sippe,  die  Ahmas,  bedeckt  werden  könnte;  (9)  und  ich  verliess 
das  Lager  der  Bann  Dubei'a,  aus  Furcht,  sie  möchten  ohne  Grund 
'S  um  meinetwillen  zu  leiden  haben,  während  meine  Haut  glatt  ist. 

(obwohl  ich  makellos  bin).* 

(10)  O Ibn  al-'Abd  [Tarafa],  deine  Mutter  muss  ihr  Kind  [dich] 
durch  deinen  Leichtsinn  verlieren!  Willst  du  dich  an  dem  Hof  des 
mächtigen  Fürsten  reiben  (es  mit  ihm  aufnehmen,  ihn  reizen)? 


zo  X. 

Vgl.  S.  154.  Z.  39;  s.  163,  z.  40. 

(1)  Kr  ist  mir  nicht  gefolgt  und  nicht  zur  ruhigen  Überlegung 
gekommen;  ja  nur  die  letzten  Folgen  offenbaren  die  Sache  des  Thoren! 

(2)  Denn  plötzlich  wurde  er  auf  dem  Rücken  eines  Wurfspeeres  ge- 
z5  tragen,  während  die  durchlöcherten  Rippen  das  dunkle  Venenblut 
des  Leibes  auswarfen! 


XI. 

Vgl.  S.  158,  Z.  1;  S.  164,  Z.  3. 

(1)  Vielleicht  kommt  ein  Tag,  wo  du  dich  freuen  würdest,  wenn 
30  ich  zugegen  wäre,  während  meine  Gebeine  schon  im  Grabe  modern; 

(2)  wo  man  dir  Frevel  anthut  und  dich  erniedrigt,  während  du  dich 
nach  einem  Manne  meiner  Art  sehnst  und  nach  meiner  Hilfe  verlangst; 

(3)  wo  dich  die  Brüder  (nächsten  Freunde)  in  Stich  lassen,  weil  ich 
nicht  mehr  bin,  und  du  in  Nöten  sein  wirst,  und  mir  gegen  dich  bei- 

35  stehen  wird  der  Herr  (Gott),  ohne  dass  du  es  weisst.  — 

l)  Würde  der  Dichter  bei  seinen  Landsleuten  bleiben,  so  müsste  er  früher  oder 
später  der  Hache  des  ‘Amr  erliegen.  Hierdurch  würden  die  pubei  a in  eine  Zwangs- 
lage versetzt : sie  waren  moralisch  gebunden,  ihren  Mann  zu  rachen;  aber  ihre  Macht- 
mittel würden  ‘Amr  gegenüber  dazu  nicht  ausreichen. 


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220 


Xvitnuit  jut  foninrdSin  jt|:racBirtfIn>fi8i>fl 


(4)  W enn  ich  an  dem  Tage*  leben  würde,  .sollte  nicht  versucht 
werden,  ihm  eine  Demütigung  zuzufügen,  sondern  ich  würde  in  der 
Sache  um  Kat  angegangen  werden! 

XII. 

Vfil.  S.  157,  7..  I ; S.  164,  Z.  5.  5 

(1)  Siehe  nur  Esel  (Gemeine)  unter  den  Leuten  lassen  sich  Schande 
gefallen,  aber  der  Freie  (Edle)  weist  sie  ab  wie  die  leichtfussige, 
kräftig  gebaute  Kamelin. 

(2)  Seid  wie  Bekr  [b.  VVä’il],  wie  euer  Erster  war,  aber  nicht  wie 
die  'Abdelqais,  als  sie  |beim  Angriff]  ruhig  dasassen,  (3)  ihm  [dem  >0 
Lahniidenl  gaben,  was  von  ihnen  verlangt  wurde,  als  sie  in  al-llatt 
ihre  Niederlassung  hatten,  [so  verächtlich  j,  wie  der  Gepard  (die 
Eidechse?)  sich  über  seinen  (ihren)  eigenen  Auswurf  bückt  [und  ihn 
verschlingt). 

(4)  Bei  der  ihnen  aufgezwungenen  Demütigung  sich  beruhigen,  ts 
das  thun  nur  die  beiden  Gemeinsten,  der  Esel  der  Zeltsippe  und  der 
Zeltpfosten.  (5)  Jener  wird  durch  sein  Strickende  in  der  Erniedrigung 
festgehalten,  und  diesen  schlägt  man  auf  den  Kopf,  ohne  dass  ihn 
jemand  beklagt. ** 

(6)  Seid  vielmehr  wie  Sätna  [b.  Lu’aitj,  als  sie  in  Sa'f  weilten,  jo 
als  man  sagte:  Ein  Heer!  und  noch  ein  wachsames,  spähendes!  — 

(7)  Da  gürtete  er  sein  Reittier  mit  dem  Sattelgurt,  und  jäh 

wendete  es  sich  nach  der  Breite  der  unermesslichen  Wüste,  bis  dass 
der  Schweiss  es  bedeckte. 

(8)  Und  wenn  du  im  Lande  offene  Feindschaft  fürchtest,  nun,  so  2 5 
giebt  es  einen  Ort,  wo  man  weit  entfernt  ist  von  denen,  die  auf 
Böses  sinnen! 


XIII. 

Vjjt.  S.  151,  Z.  J4;  S.  164,  Z.  9. 

(1)  Melde  den  Dubei’a,  ihren  Mannen  und  Knaben,  nachdem  die  30 
Männer  des  Kampfes  satt  geworden  sind,  und  es  ihnen  druckend 
geworden  ist:  (2)  Ihr  Leute,  ich  will  zu  euch  kommen  mit  einem  ge- 
waltigen, zahllosen  Heere,  zornentbrannten  Männern;  wenn  ihr  sie 
nicht  zerschmettert,  so  erleidet  ihr  es!  (3)  Besser  als  die  wider- 
spenstigen Leute  ist  ihr  Fürst;  o meine  Leute,  schämt  euch  doch  ihr  35 

* Nach  Ag.  und  HM. 

**  Zur  rhetorischen  Bedeutung  von  4 und  5 vgl.  Frevtag,  Arad.  Vcrskunst  (1S30) 

S.  537,  41 : Mf.hrkn,  Rhetorik  1 1853)  S.  109.  Übersetzung  der  beiden  Verse  bei  Rückert, 
Hamasa  I 252. 


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QJofftre,  <3<6icBfc  Bis  (TTlufafammie.  221 

hockenden  Weiber!  (4)  Ich  lasse  nicht  ab,  von  euch  abzuwehren, 
einen  heimlichen  Gegner,  der  %'or  lauter  Zorn  fast  Gift  ausspeit. 
(5)  Willst  du  (oder:  will  er)  sagen:  Sie  haben  den  i.lanifa  ihr  Recht 
verwehrt,  nachdem  sie  Bürgschaft  und  Sicherheit  gegeben  hatten?  — 
5 Oder  haben  sie  [es]  vergessen?  (6)  Sie  haben  nicht  gewusst,  dass 
aus  Furcht  vor  Schande  schon  Ibn  Badra  (Nadrar)  Beihas  mit  dem 
Schwerte  in  den  Tod  gegangen  ist. 


XIV. 

Vgl.  S.  150,  Z.  26;  S.  152,  Z.  1;  S.  164,  Z.  10. 

10  (1)  Siehe,  ich  schneide  gründlich  ab  das  Sehnen  und  das  Ver- 

langen, wenn  die  Seile  (Stricke)  der  jungen  Frauen  angelegt  wer- 
den — — (2)  und  [besteige]  eine  weisse  Kamelin  von  den  edelsten 
Rassetieren,  eine  [von  der  Art  der  Wildesel],  der  in  dem  reinen  Sande 
der  Dünen  sich  emporstreckt  und  lauscht,  (31  mit  dunkeln  Streifen, 
15  wie  wenn  es  schwarzes  Leder  an  den  Unterschenkeln  wäre  und  feine 
Seide  an  den  Oberschenkeln,  (4)  und  im  Gesichte  dunkelroter  Atlas, 
über  die  Rückenmitte  hin  ein  Gewebe  mit  doppeltem  Aufzug,  und  das 
Horn  dunkel,  glatt  (5),  der  sich  im  Artä-Gebüsche  umhertreibt,  wie 
wenn  sein  Rücken  ein  fernes  Blitzen  wäre,  wenn  aus  der  Wolke  der 
20  Donner  erhallt  (6)  und  [dann]  bei  dem  Arfä-Gebüsch  des  Sandhaufens 
sein  Lager  sucht,  als  ob  er  daneben  gegen  Ende  der  Nacht  eine 

Hochzeitshütte  bauen  wollte (7)  Zu  ihrem  Herrn,  Qais,  geht 

sie  (die  Kamelint,  Abends  und  Morgens,  da  Qais  weder  übermütig 
noch  mürrisch  ist.  (8)  Da  nahm  mich  auf  seinem  Boden  und  unter 
25  seinem  Himmel  [ein  Mann]  mit  weitreichendem  Arm  auf,  ein  vor- 
nehmer, freundlicher.  (9)  Wenn  meine  Kamelin  Qais  den  Jemeniten 
erreicht  hat,  welchen  Freund  könnte  sie  nach  Qais  noch  bittend  an- 
gehn? (10)  Wahrhaftig,  Qais  ist  ein  trefflicher  Mann;  kommt  [je]  ein 
Hoffender  zu  seiner  Thür,  so  schliesst  er  [ihn]  nicht  aus  (oder:  schlicsst 
30  sie  nicht  zu). 


XV. 

Vgl.  S.  ■ 56,  Z.  26;  S.  164,  Z.  11. 

( 1)  Gehören  diras-Sedir  und  Bäriq,  Mubäjad  und  auch  al-Hawarnaq 
(2)  und  die  Burg  mit  den  Zinnen,  (nämlich)  Sindäd,  und  die  hohen 
35  Palmen  mit  den  Strickleitern  (oder:  die  in  Reihen  stehenden  Palm- 
bäutne)  (3)  und  al-Gamr  mit  den  wasserführenden  Sandschichten,  und 
die  Vergnügungen  an  Spielplätzen  1 Ballschlägeln)  und  Speisetischchen, 
14)  und  die  ganze  Ta’labija  (oder:  dieQädisija)  und  die  Leute  der  Wüste, 


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222  Qßttlrägc  iur  ftimttfiScn  lifracSirifTtnfcBaft. 

teils  gebunden,  teils  frei?!*  (5)  und  wenn  (deinem)  Sohne  beim  Kreisel- 

spiel  das  geringste  Leid  zugefugt  wird,  so  entbrennt  dein  Zorn! 

(6)  Nun  wenn  du  noch  lebst,  so  sollen  unsere  Lanzen  deine  Kehle 
erreichen!  [Denn]  (7)  übrig  gelassen  haben  uns  die  [bösen]  Tage 
und  die  schweren  Jahre  und  der  als  kopflos  verschriene  Gefangene  5 
(8)  feinhaarige  Kenner  an  Zeltstricken,  die  das  zweite  Mal  und  des 
Abends  mit  Milch  getränkt  werden,  (9)  und  wohlgeglattete,  ebenso  bieg- 
same wie  feste  [Lanzen],  deren  Spitzen  funkeln,  1 IO)  und  die  Helme 
und  weite,  bequeme  Doppelpanzer,  aus  lauter  festschliessenden  Ringen 
gefugt,  111)  und  schneidige  Schwerter  zum  Ausschlagen,  in  denen  10 
wir  eine  Burg  und  eine  Zufluchtsstätte  besitzen,  (12)  und  eine  ent- 
legene Stätte,  um  deren  Ränder  die  Adler  schweben;  (13)  und  wenn 
du  aufschrickst,  erblickst  du  uns  als  lauter  l’anzerringe  und  Reiter- 
scharen in  Reihe  und  Glied (14)  was  ist  mit  den  Löwen  (Tapfe- 

ren), die  du  nach  deinem  Ermessen  gesammelt  hast,  dass  es  nicht  >5 
auseinandergeht]?)?  (15)  aber  (denn?)  ,der  Frevel'**  ist  in  den  Um- 
gebungen der  Zelte  angebunden,  mit  schöner  Blässe,  ein  Rappe 
mit  weissen  Hinterbeinen. 


XVI. 

V|»l.  S.  151,  Z.  31.  10 

(1)  Sie  sind  nicht  aus  Furcht  vor  dem  Tode  oder  dem  Unter- 
gänge umgekehrt,  nachdem  die  treibenden  Schicksalsmächte  sie  (Tod 
und  Untergang)  von  ferne  herbeigeführt  hatten.  (2)  Hindern  werden 
sie  (die  Schicksalsmächte?)  ihren  heiligen  Zorn  (oder:  ihre  Ehrenpflicht) 
zurückzudrängen,  die  Ritter  des  Sa'b  und  die  Gewappneten,  (nämlich)  15 
die  Muhärib! 

* [Zu  V([l.  1IIS1  TOS , <i»s  such  A.  S.  YAHUDA  (ZA  >6,  150) 

,Stammesgenos$c  und  (schutzloser)  Fremdling*  bedeutet,  während  0571  (oder  vielleicht 
«137*  n“i?)  Mal.  a,  12  .Fremdling  und  Stammesgenosse*  heisst  (ibid.  272);  cf. 
.Familienangchörigkeit*  (ibid.  247)  und  (oder  i.  ) jßL*  mu  a::ib)  ,Gast*  (ibid.  258);  3° 

(syn.  I *wj,  angeblich  auch  Vrj#),  .Fremdlinge  und 

Stamraesgenosscn*  (ibid.  265).  Vgl.  auch  oben  I,  6.  15.  Arab.  pSf»  muzanrtam  und 
zanim  .Eindringling*  hängt  möglicherweise  mit  dem  assyr.  samanu  , Feind*  zu- 
sammen, und  ist  vic-lleicht  ■=  ^ij,  (für  z*iniya)\  vgl.  Crit.  Notes  on  Judgcs  (SBOT) 
p.  67,  1.  42.  Für  21T7  = vgl.  noch  «=  1»  .»m  Stich  35 

lassen*  und  die  XII.  Form  .allein  reisen*  t3  ^r  ” 

JjJiax  mutallaq  beachte  assyr.  uzubbü  ,Scheidungssummc*.  Im  Hinblick  auf  äthiop. 
«löd-n*  sab  ,vcrwittwet‘  (ibid.  25t)  wird  man  2C7  als  ursprünglichen  Stamm  an- 
zusetzen haben  (vgl.  »^^*»**1  .davonlaufen*  vom  Wolfe);  das  t beruht  auf  partieller  Assi- 
milation an  tlas  b\  cf.  Critical  Notes  on  Kzra-Nehcmiah  (SBOT)  p.  63.  1.  29.  — I*.  II.  40 
**  Scheint  hier  Name  eines  Kosscs  zu  sein. 


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(OoffVto.  <ß(iu6t<  See  Qnufdfammi«. 


223 


XVII. 

Vgl.  S.  158,  7..  5;  S.  164,  Z.  16. 

(1)  Ihr  beiden  Freunde,  wenn  ich  dereinst  gestorben  bin,  und 
euere  Geschicke  [noch]  hinausgeschoben  sind  in  und  mit  dem  Strom 
5 der  Zeit,  (2)  so  geht  an  meinem  Grabe  vorüber,  haltet  an  und  grüsst 
mit  den  Worten:  Die  Tropfen  des  Regens  mögen  dich  netzen,  o 
Grab!  (3)  Als  ob  der,  den  du  birgst,  nicht  eine  Weile  [das  Leben] 
genossen  hätte,  da  doch  die  Welt  glitzerndes  Silber  (geprägte  Münze! 
hat,  (4)  und  als  ob  ihn  davon  (von  den  Lebensgenüssen)  nicht  ge- 
10  tränkt  hätte  eine  wohlbeleibte,  jungfräuliche  Hebe,  mit  einem  wohl- 
schmeckenden, genussbereitenden,  kühlen  Trunk,  den  die  Leute  wohl 
gehütet  haben  1?),  (5)  und  er  nicht  am  Morgen  von  heissen  und  kalten 
Tagen  einen  Weintrunk  genommen  hatte,  dessen  Feuer  ihm  die 
Glieder  durchdringt  (6)  und  er  nicht  die  falben  (Antilopen)  aufge- 
>5  schreckt  hätte,  die  bei  der  Tageshitze  ihr  Lager  aufsuchen  — in  den 
Niederungen  ( ?)  eines  vom  Frühjahrsregen  erweichten  Bodens,  dessen 
Seiten  gelblich  sind,  (7)  die  da  abnagen  die  Kräuter  des  Sommers, 
bis  dass  von  ihren  Zungen  vom  [unablässigen]  Nagen  des  Hullab- 
Krautes  der  Dattelsaft  [zu  rinnen  scheint],  und  (8)  als  ob  er  nicht 
20  den  hehren  Held  gepriesen  hätte,  in  dessen  Hand  Spezereien  sind, 
mit  deren  Köstlichkeiten  das  dürre  Land  genetzt  wird.  — — (9)  Er 
warf  nach  ihm  hin  unter  den  ihn  umstehenden  Leuten,  und  der  Un- 
glückliche!?) ....  dessen  Schultern  hager  sind  (?) (10)  und  einen 

Bogen,  dessen  Sehne  die  beiden  Lohnarbeiter  wohl  bearbeitet  haben, 

25  so  dass  er  nun  aufs  beste  gekrümmt  und  gebunden  ist (11)  Sie 

sucht  sie  (die  Thür)  mit  dem  Schlüssel  zu  schliesscn,  bis  dass  ....  der 
Thur,  den  die  Mauer  mit  Lehm  beworfen  hat(?),  (12)  da  erschreckte 
er  und  seine  Empfindung  versetzte  sich  ( ?)  an  die  Stelle  eines  Erhabe- 
nen, den  der  Befehl  an  die  Spitze  gestellt  hat(?).* 

-o  * Die  Übersetzung  der  Fragmente  folgt  unmittelbar  dem  Texte. 


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$ur  f>mthfcß<n  ^|?rac$triffenfcÄaft. 


224 


(Kegtflcr. 


Metrum 


Tawtl 


Metra  und  Reime. 


Keim 

Stück 

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XVII 

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Metn 

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XXIII 

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Ktgt: 

• 

• 

V 

XXVII 

I 

1 

Stiri* 

• 

• 

P 

) 

XXXI 

3 

Personennamen 

(Individuen,  Stämme,  Götzen). 


s.  161  z.  9—25  . . . 

Zu  9,  6 add.  . . — 

7.  S >1*-*  erf' 

Zu  8,  7.  8 — 

1,  4 schol.;  I,  6 schol.  . . s\  *j\ 

4,  ioschol.,8. 161  Z.4.  ; , jj vt ] ^>1 

Zu  9,  7 s_-o.j  %)\ 


S.  161  Z.  6 ol 

1.4  schol.;  4,10  schol.  V' 

S.  175  ** c. JjS  »d 


34,  I 

4,  10  schol.,  S.  161  Z.  4 

4,  10  schul.  9,  6 schol.  . 

5,  12  ■ 9>  8 


• • • ^ 
. • • Jy-V 

M- 


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(Joffcre,  <0<tnd}f{  btt  (JHufafammio. 


4.  20 iU-jl 

6,  II ; S.  1 53  /.  33  ff.  . . . . jyJvi 

5.  165  Z.  12 ju>  ^ — 

S.  161  Z.  6 * . . -V* 


S.  165  Z.  6 . 
S.  173  » . 


I,  15  schol.  . . . jkiolj  ^y] 


*,  17 y'^-' 

9.  7 C2*y 

S-  >75  **  ■ 0J 

1,  6 schol 

Zu  4.  3 CJ-? 

I,  17  1,4  Var 


S-  '74** 

34 ^ Xsi 

I2.  1 Osy 

S.  193  Z.  7 . vjj  uXjjb  -jj 


1,  10  schol.  . 


rUc\j»Jl 

Cr? 


Cr?  ^ 


5’  4-  *3'  ^ dLcL*J 

S.  175  Z.  6 . . . . ilo&fc  yo  (*^ju 


4.  3 Var. 


I,  15  schol. 


S.  159  Z.  9 ^^-*4' 

Zu  8,  7 flsL 

I,  IO  schol y^A.1^» 

1.  3 4.  '5  yyiN  ,-y  wjU.1 


4,  13;  vrI.  7,  4 

8, 4 schol.  . . 


•*  0»  - 
<U  — — 


4,  10  schol. 
Zu  1,  14  . 


r**  cr> 


Zu  9.  6 JjiyjLII 

4t  12 ,yyU 

5,  11;  S.  151  Z.  17 

5»  4 y^ai 


4.  3 ; 12,  6 . . . . . . . . Ä*«Lw 

22,  vgl.  19 ClJl*  wX*~J 

5.  165  Z.  7 . . . . iijj*  ^ J--ih 

4.  10  schol ^jL'\  ,.tru> 

21,  I 

2.  61  7,  7 ; 9,  9;  13,  I . . . . 

1,  10  schol jlj-ö 

6.  IO;  vgl.  9,  io  . . . 

5.  165  z.  16  . . . ^yb^.  ^y  ,_yU»Jl 

3*. 1 ■ viy'  .3^'  ■*■?» 


6,  16 duMä 

S.  >73  Z.  1 j-io  ^y  ^wji 

Zu  8,  4 — — 

14,7.9. 10 ^yUy'  lv^  v^-*"  — J — 
12,  2 scllul WS— K 

1,  10  schul.  6,  iS  schol  . . ■ "-  - ,<  II 

2,  I OUil 

4.  8 schol ^yjUl 

5.  193  Z.  14 (yj)  sUJL. 

S.  173  Z.  2 *U— Jl  .L« 

4, 8 schol.  . . . ■ ,ys— *J1  2 wll 

9.  2 . »gl-  5.  9 ,r~iUll 


Zu  4,  20 Äj. 


S.  165  Z.  14 


02—*  CH 


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226 


QPnftägr  ;ur  femi(tfc£cn  ßf.rac8rei(Ttn!cB<if<, 


S-  '75  **  

6,  17;  6 Kinl.  . . . 

7,  io 

6,  16  Var 

S.  '75  ** 

18 

4,  20  Var 

4,  13  5,  12  ...  . 


Jt  •, 


<4o  .Lax 


4,  16;  zu  5,  8;  6,  II ^Uj»J 

2,  6 schol L*^LaJ\  o ,-tJ’ 

5.  175  «*,  S.  193  Z.  3 ....  j-yj» 

I,  15  schol. 

1,  10  schol.  9,  7 schol ^ !1 

2,  2 jJjb 


4 *3  • . 

6,  15  schol. 


Ortsnamen. 


*3;b 

15. ' 

5. 9 

«3r“? 

4.  *7 

-X^o  • 7»  9 

..  w •< 

»UyJt 

4.  >2 

r*iJ'  >5.3 

>5.4 

a.U  6,  15 

5.6 

4,  17  Var. 

5,  6 

ÄX~j2UiJ\  15,4  Var. 

4.  3 

J'f  5.» 

S.  175  Z.  13 

as  3.  > 

J 

>*.  3 

cJ-«J  7, 9 

iS*»4' 

'5.  1 

d&»  7,6 

28.  1 

15»  * 

^nv 

4.  17 

S.  »7$  Z.  10 

cW 

4,  8 Anm. 

JoiU*  15,  1 Var. 

oV' 

4.  12  Var. 

JuiLLl  S.  175  Z.  10 

Cry'j 

S.  193  Z.  15 

(>(,»■«  S.  *74  **;  *u  5«  1 1 

>$. ' 

AxU  4,  12  schol. 

>5.  * 

üyJI  A£.  XXI  193,6;  194,26;  HU 

4.  5:  >>.  6 

/Ana  I 41$,  29,  lübatallah 

UL^J\ 

S.  175  Z.  10 

fol.  23  a. 

4,  11.  12  schol.  16;  6,  3 

, 4,  10 

s _ioü\  4,  16  schol. 


6t  4 


Sternnamen. 

. . . . 4,  8 ^ 

6,4 I riJ\ 


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(BoPffr*.  <8<&icB(t  bse  (ptufaPammi». 


22; 


Assyrische  Wörter. 

uzubbu , zu  XV,  4 Übers.  — £*{{>**  zu  III  1 — zamanut  zu  XV  4 übers.  — zumbu 
1 subbu),  S.  159,  Z.  29  — famt/ti,  zu  V 3 Übers.  — qu  /u  I iS  — lirimmu,  zu  I 1. 


Hebräische  Wörter. 

31in  ■>'»:?,  zu  XV  4 Übers.  — n:rs  1”,  ru  XV  4 Übers.  — nrs,  zu  I 7 — ip, 
zu  1 18  — em,  zu  1 1. 

Bibelstellen. 

Ileo.  49,  14,  zu  XII  4;  Deut.  II,  44,  S.  15S.  Z.  37;  Jes.  7,  iS,  S.  158,  Z.  37;  Ps 
11S,  12,  zu  V 9;  Hiob  7,  13,  zu  XIII  1. 


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228 


®eilräg«  jur  femttifdSMi  &prac$iri(ftnfc8äf*- 


Anhang. 

£c6cn  öee  f)i6afa(fäß  5^n  ae-^agart  (t  542) 

nach  dem  Auszuge  ( j>LeJO^— t > des  Ihn  ed-Dimj.iti  (r  749)  aus  der 
Bagdäder  Chronik  (atjJu  J9O)  ries  Ibn  en-Negg.ir  cf  643),  Hs. 

Kairo,  Ihbl.  Khcdi'iale,  'Tirih  29 (>,  fol.  75  f.;  vgl.  die  Anm.  zu  Diwan  VIII. 


jJÜI  Jsa*£  J.«  ^y  ^y>  J.Z  x-LM  Ü*Ä 

^y>  (f)^L  J^c.  ^y  xUI  kVwx  0vJ  A^af  ,J.J  äj*;» 

r- 

äJLM  jLeC  ^y  ^.AxlaJÜ  O.^uJI  äJÜI  JuuX 
^y  ,jl  ^JUe  J J-c  ^y 

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* ‘Abd»ll4h  b.  Ahmed  Ibn  al-Haisäb  | 567. 

**  Zaid  b.  al*  Hasan  Abuljumn  abKindi  *^613. 

♦**  Al-Mub&rak  b.  ‘AbdalgebbAr  as-Sairafi  (f  500)  ist  der  im  Text  weiter  unten  Ibn 
at-Tanböri  genannte  Gelehrte.  Seine  Nisba  lautet  sonst  Ibn  at-Tuiüri  abljanü<]i. 

f ‘Ali  Ibn  Jir&d  az-Zainabi  (f  538)  war  Wetlr  unter  den  Chalifen  al-Mustar>id 
und  abMuqtah. 

ff  Ibn  Haklna  wird  auch  als  Zeitgenosse  des  llartri  erwähnt. 

itt  »■. 


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QJofft r*.  ®t6tc8(c  4t»  QTtufafammi«. 


229 


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ka**äaj  ^LaaJI  l*^LXJt  jJLa.  L_s-Va2. * 

f , > uh*  vs^ 

(JmJLamJI  ^ 3>y^)  ^ö*  £ 5 jUü  o*»y^  t^Lg-ö 

8)1«^  ^ £Ä*w 

♦ O mein  Herr',  bei  dem  (Gott),  der  dich  davor  bewahren  mag,  schwächliche 
Worte  (in  Versen)  vorzubringen , bei  denen  die  Gedanken  einrosten;  wahrhaftig,  von 
deinem  Ahnen,  dem  Propheten,  hast  du  nichts  in  dir  als  das  eine,  dass  die  Poesie  nicht 
für  dich  gemacht  ist!  — 

**  ‘Abdalkcrim  b.  Muhammad  as-San/finS  al-Marwazi  f 562. 

***  Siche  S.  228  Anm.  ***. 

+ Ibn  Nabhan  ist  wohl  der  Jacut  II  272,  8 (vgl.  IV  40,  12)  genannte  Gelehrte, 
von  dem  ^Xbdalmun'im  b.  Kuleib  (f  596)  überlieferte. 


Ueitr.tge  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V. 


l6 


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230 


jur  f«nu(tfe8<n  J5|jradlrt,iff<nf4af(. 


(ttacfjfräge. 

S.  150,  Z.  3:  Die  Worte  ,in  diesem  Falle  wohl  mit  Recht*  müssen  getilgt  werden» 
da  der  Dichter  sich  schon  im  Gedichte  IX  2,  welches  der  Stelle  V 9 zeitlich  voran/u- 
gehn  scheint,  als  al  Mutalammis  bezeichnet. 

S.  162,  Z.  28:  derselbe  Gelehrte  hat  in  der  Zeitschrift  Al-Machriq  V (1902), 
S.  1057 — 65  vgl.  VI  S.  28'— 35  eine  neue  Ausgabe  des  Dichters  begonnen.  Dabei  wurde 
(S.  1064  f.)  auch  die  von  mir  (S.  160*)  erwähnte  Stambulcr  Handschrift  (die  vom  Jahre 
568  [1173]  datiert  ist)  nach  einer  Kollation  l>r.  A.  IIaffnek’s  benutzt. 

S.  166:  Gedicht  I findet  sich  nunmehr  auch  mit  18  Versen  bei  W.  AHLWARDT, 
Sammlungen  alter  arabischer  Dichter  I S.  64  no.  65  und  /war  in  dieser  Ordnung:  Vers  1. 
2.  10.  3.  4.  5.  8.  6.  7.  9.  11.  12.  14.  19.  18.  IS.  16.  17. 

S.  168:  I 7 findet  sich  mit  der  Lesart  auch  bei  Ihn  Al  AnbÄRI, 

]>1jUYL  Stambul  1302,  S.  44  [R.  G.]. 

S.  168:  I 8.  9.  11  auch  bei  at-Ta*  Alibi,  v ;U5Ü1  jJS , Wien,  N.F.  43  fol.  70» 

[R.  G.J.  Darin  die  Lesarten:  9a  ^yl^-L.1,  9b  4J.  Kbendort  auch  XII  4,  5 mit  den 
Lesarten:  4*  und  41»  J\,  5b 

S.  169:  18  auch  bei  ai/Askari-,  i ^ , Bombay,  1307,  S.  104  mit 

der  Lesart  AJ.  Ebenda  auch  S.  63  und  S.  1 79  der  Vers  V 4 mit  den  Lesarten : 
4»  4b  ferner  S.  132  Gedicht  III  1.  2;  IV  n.  16  und  IX  1 — 3 mit 

den  Lesarten:  1*  gLo  ib  t*J,  3b  wie  Ag.  193,26.  [R.  G.] 

S.  169:  I 9.  10  auch  bei  al  Muhibbi  zum  Kesl&f  zu  Qor.  17,  102  mit  der  Lesart: 
9a 

S.  169:  I 11  auch  bei* Ali  as-Seijid  al  MurtadA,  jS 

Teher&n,  1272,  Lithogr.,  S.  4.  Ebenda  S.  73  die  Sahtfa-Geschichte  (ungefähr  in  der 
Ausschmückung  von  Ag.  194  f.),  dann  Gedicht  III,  IX  1.  2.  3.  4.  10.  6,  X 1 — 3,  IV  16 
und  Seligsohn,  Tarafa,  append.  IV  v.  4S.  45.  [R.  G.] 

S.  170:  I 14  auch  bei  al  *Alawi,  , Wien,  A.  F.  281*  fol.  40». 

Sodann:  (CX-^-Jll  ,JUls  dL^äLib  dJU-yru  ^ ^ 5J0LI 

Folgt  der  Ag.  X 64,  14  stehende  Vers.  [R.  G.] 

S.  170:  I 15.  Die  beiden  Verse  des  Scholions  besagen : , Du  bist  ein  Stammfremder, 
der  unter  den  Hasimiten  baumelt,  wie  ein  einzelner  Becher  hinter  dem  Reiter  hin-  und 
herbaumelt4,  und:  ,Wenn  die  Lanzen  meiner  Leute  mich  zum  Sprechen  kommen  Hessen, 
so  hätte  ich  gesprochen,  aber  ihre  Lanzen  haben  mich  daran  gehindert.*  Die  in  der 
Anmerkung  angeführte  Form  des  Verses  von  IIassXn  besagt:  ,ein  Stammfremder,  den 
die  Leute  der  Reihe  nach  mit  Spottnamen  belegen  (oder  nach  der  Lesart  des  Muhibbi 
/um  Kessaf  a.  a.  O.:  #U und  iobj:  den  die  Leute  umschichtig  als  überflüssig  anselm), 
wie  beim  Ausbreiten  des  Felles  (Leders)  die  Gliedmassen  (des  Tieres)  überschüssig  sind.4 

S.  172,  II,  6 Scholion.  Herr  Dr.  R.  Geyer  will  JlXU  als  ^JÜCÜ  lesen  und  dies 
als  Heiligenbild  oder  Idol  fassen.  Der  Dichter  würde  dann  die  Steifheit  und  Unzu- 
gänglichkeit der  Ohme  mit  der  Unbeweglichkeit  eines  solchen  Bildes  in  Parallele  stellen. 


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töcöicßtc  QTlufafammte. 


23* 

S.  1 78,  IV  6.  Herr  Prof.  J.  Harth  glaubt,  dass  das  in  6a  auf  äMi  20b  oder 
auf  ^5)}  21  a bezogen  werden  muss,  dass  also  die  Verse  20 — 22  vor  6 stehen  müssten. 
Er  vermutet  auch,  dass  in  Vers  14a  oder  . . . y£>j\ 

zu  lesen  ist. 

S.  179,  IV  10.  Der  im  Scholion  angeführte  Vers  des  Sa  HR  steht  Carntina  ffudsai- 
liUirum  X I.  Für  ist  mit  KOSRCARTEN  <_  ^ zu  lesen. 

S.  180,  IV  11  auch  bei  ‘AbdalqAdir  AL  Fäsi,  ^1 
{Ujjb,  Facs,  1315,  I.ithogr.,  17h.  Ebenda  die  Verse  IV  17.  16,  V 9,  IX  6 und  die 
bahifa-Geschichle.  [R.  Ci.]  Ferner  bei  Muhammad  R.üjir,  Qum, 

130S,  I.ithogr.  S.  6 die  Verse  IV  16.  17.  1.  2.  4 und  S.  293  die  Verse  XU  4.  5 und 
S.  334  die  Verse  Ag.  197,  22 — 23  (ohne  22  h).  [R.  G.] 

S.  *83 , vgl.  S.  163,  Z.  23 fg.  Zur  zweiten  Hälfte  von  V iiussert  Prof.  J.  Harth: 
V.  8 — 9 sind  nach  vorne  und  hinten  isoliert.  L^-Jl  in  V.  8 ist  ohne  Anschluss.  V.  10  IT. 
hängt  mit  I — 7 darin  zusammen,  dass  die  betreffenden  Stämme  aufgefordert  werden, 
L'nrccht  nicht  zu  dulden,  sondern  Widerstand  zu  leisten.  V.  12  dürfte  hinter  V.  13  ge- 
hören. Ferner  zu  VI  n vgl.  S.  1 53  Z.  28:  II»  würde  sich  als  Fortsetzung  von  10  gut 
verstehen,  wenn  es  sich  nicht  um  lahmidische  Fürstensöhne,  sondern  um  zwei  andere 
Leute  handelte,  die  *Amr  ebenso  treulos  wie  Tarafa  aufgreifen  Hess.  1 U*  könnte  dann 
sagen:  ich  denke,  dass  du  der  dritte  sein  wirst,  der  nunmehr  aus  Rache  hierfür  treulos 
aufgegriflen  wird  durch  al  Aswad. 

S.  189,  VIII  2.  Zum  Bilde  von  2»  verweist  Prof.  J.  Harth  auf  Ajjtal  2,  5;  76,  8; 
98,  3 ff;  WZKM  XV  5. 

S.  190,  VIII  7.  8 auch  bei  AT  Ta'Ambi.  Wien,  X.  F.  41  fol.  28» 

und  die  Bemerkung  HatIMs  hierüber  bei  Ihn  Keitk,  do\jv-J\,  Wien,  N.  F.  187, 

sol.  282*».  [R.  G.] 

S.  197  Asm.  5 Z.  2 1. 


16* 


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($ßer 

«Hnafogteßtf&ungen  tm  0t6rdtfc0<n  Q?erßum. 

Von 

A.  Ungnad. 

5 Die  Veränderungen,  denen  eine  Spruche  ihren  Formen  nach 
unterworfen  ist,  lassen  sich  teils  auf  physiologische,  teils  auf 
psychologische  Ursachen  zurückführen;*  jene  bewirken  den  Laut- 
wandel, diese  die  Analogiebildungen,  die  sich  nach  WUNDT**  in  zwei 
Gruppen  scheiden  lassen:  nämlich 
io  I.  solche,  die  auf  grammatischer  Angleichung***  und 
II.  solche,  die  auf  begrifflicher  Angleichungf  beruhen. 

Da  bei  der  Ergründung  psychologischer  Vorgänge  stets  mancherlei 
Fragen  sich  einer  befriedigenden  Beantwortung  entziehen,  so  werden 
auch  wir  bei  unserer  Untersuchung  über  den  Einfluss  der  sprach- 
15  liehen  Analogie  auf  die  Gestaltung  des  hebr.  Verbalsystems  nicht 
immer  imstande  sein,  mit  den  uns  zur  Verfügung  stehenden  Mitteln 
die  verschlungenen  Pfade  aufzufinden,  auf  denen  die  Sprache  zu  irgend 
einer  bestimmten  Analogiebildung  gelangt  ist;  daher  werden  wir  uns 
hier  und  da  genötigt  sehen,  ein  „non  liquet"  auszusprechen. 

20  Eine  weitere  Schwierigkeit  ergiebt  sich  daraus,  dass  wir  gezwungen 
sind,  auf  die  ältesten  uns  erreichbaren,  meistens  nur  rekonstruierten 
Formen  der  semitischen  Sprachen  zurückzugreifen;  wie  verschiedener 
Meinung  man  aber  über  diese  ist,  je  nach  dem  Standpunkt,  von  dem 
aus  man  sie  betrachtet,  das  ist  ja  allgemein  bekannt.  Man  darf  sich 
25  hier  nicht,  wie  es  mitunter  noch  geschieht,  durch  subjektive  Momente 

* Vgl.  II.  OsTHOFF,  Das  physiologische  und  psychologische  Moment  in  der  sprach- 
lichen Formenbildung'.  Sammlung  gemeinverständlicher  Vorträge,  herausgeg.  von  Vir- 
chow  und  Uoltzendorff,  lieft  327.  Itcrlin  1879.  — OSTHOFF  und  IJRUGMANN,  Morpho- 
logische Untersuchungen  I,  S.  I— XX,  Leipzig  1879.  — H.  PAUL,  Principien  der  Sprach - 
30  geschickte 3,  S.  32  f.,  Halle  1S9S. 

**  Völkerpsychologie  l,  |,  S>.  445. 

***  d.  i.  „Anglcichung  an  grammatische  Formen“.  (Wundt,  a.  a.  O.) 
f d.  i.  „x\ngleichung  nach  logischen  Heziehungen“.  (a.  a.  O.) 

Beiträge  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  ly 


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®ci(räg<  $ur  ftimtifcfSoi  $prac$n>iftcnr<£aff. 


234 

bestimmen  lassen,  dieser  oder  jener  Sprache  aus  der  semitischen 
Sprachgruppe  einen  Vorzug  an  Altertümlichkeit  zuzusprechen:  manche 
altere  Form  hat  sich  in  einer  Sprache  erhalten,  die  uns  — wie  z.  B. 
das  Arabische  — auf  einer  jüngeren  Stufe  der  Entwicklung  entgegen- 
tritt, andererseits  ist  in  einer  Sprache,  deren  Denkmäler  bis  ins  dritte,  5 
womöglich  sogar  vierte  vorchristliche  Jahrtausend  zurückgehen,  nicht 
alles  ursprünglich:  liegt  doch  die  Zeit,  in  der  sich  die  Differenzen 
der  einzelnen  semitischen  Sprachen  zu  bilden  begannen  (also  die  Zeit 
der  sog.  semitischen  Ursprache),  weit  vor  der  ältesten  Periode  der 
Geschichte.  io 

Was  nun  unsere  Stellung  zu  der  Einteilung  der  semitischen 
Sprachen  betrifft,  so  scheint  uns  die  von  HOMMEL*  bevorwortete 
Einteilung  die  befriedigendste  zu  sein.  Danach  hat  das  Bab.-Ass. 
am  frühesten  einen  eigenen  Weg  eingeschlagen,  und  dann  erst  ent- 
stand die  Kluft,  die  nord-  und  südsemitische  Sprachen**  von  einander  15 
trennte.  Wenn  wir  davon  absehen , dass  die  Grenzen  der  einzelnen 
Sprachgebiete  durch  mannigfaltige  Berührungen,  die  wir  im  einzelnen 
nicht  mehr  nachzuweisen  vermögen,  zum  Teil  etwas  verwischt  sind,*** 
durften  wir  dem  Gesagten  zufolge  etwa  folgendes  Schema  für  die 
Ausbreitung  und  die  Entwicklung  der  semitischen  Sprachen  — eine  20 
Entwicklung,  die  naturgemäss  inehr  den  grammatischen  Bau  als 
den  Wortschatz  betraf; f — erhalten: 

* Vgl.  Hommri.'s  Ausführungen  in:  Aufsätze  und  Abhandlungen  arabistisch - 
semitologischen  Inhalts  I (München  18921,  S.  92 — 123:  Die  sprachst  schic  kt  liehe  Stellung 
des  babylonischen  einer - und  des  IVestsemitisehen  andererseits ; ferner  ders.,  Ober  den  25 
Grad  der  Verwandtschaft  des  Altägyptischen  mit  dem  Semitischen : BSS  II,  S.  342  ff. 

**  Cher  das  Verhältnis  von  Nord-  zu  Sädsemitisch  vgl.  NÖI.DKKF,,  Die  semitischen 
Sprachen  a,  S.  1 7 flT.,  Leipzig  1899. 

*♦*  Die  Bedenken,  die  JoH.  Schmidt,  Die  Verwandtschaftsverhältnisse  der  indo- 
germanischen Sprachen  (Weimar  1872),  gegen  eine  Betrachtung  der  Verwandtschaft  der  30 
indogermanischen  Sprachen  unter  dem  Bilde  eines  Stammbaumes  geäu&sert  hat,  sind 
auch  für  das  Gebiet  der  semitischen  Sprachen  berechtigt  und  veranlassen  mich  zur 
Darstellung  der  semitischen  Sprachgruppen  mittels  der  im  folgenden  gegebenen  Figur. 

J"  So  steht  in  lexikalischer  Beziehung  das  Bab.-Ass.  «len  nordsemitischen 
Sprachen  infolge  seiner  politischen  und  geographischen  Berührungen  mit  denselben  sehr  35 
viel  naher  als  den  südsemitischcn.  Vgl.  FRIEDR.  DELITZSCH,  Prolegomena  eines  neuen 
hebr.-aram . Wörterbuches  zum  A.  T.,  Leipzig  1886.  Jedoch  darf  diese  grössere  lexi- 
kalische Übereinstimmung  dcsOstsem.  besonders  mit  dem  Hcbr.  nicht  als  Beweis  dafür 
benutzt  werden,  dass  wir  diese  Sprachgruppen  als  Mittelsemitisch  den  anderen  gegenüber' 
stellen  müssen,  was  E.  KÖNIG,  Hebräisch  und  Semitisch , S.  78  (Berlin  1901)  thut; 
auch  seine  übrigen  Beweisgründe  sind  nicht  stichhaltig;  denn  anä-kü  ist  die  älteste 
korm  des  pron.  pers.  (vgl.  unten  S.  239),  mithin  ursemitisch.  Die  Verwendung  von 
Kollektiv  Wörtern  als  Blurale  ist  verhältnismässig  jung  und  nur  südsemitisch.  Die  laut- 
liche Übereinstimmung  zwischen  dem  Bab.-Ass.  und  dem  Hehr.  Hesse  sich  endlich  auf 
zwei  Weisen  erklären;  entweder  haben  in  beiden  Sprachen  die  Zischlaute  unabhängig  45 


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(Unjnat»,  (Ü6tr  Jlnafoaifßifiutiadt  im  ficBraifcBo«  QJorBum. 


235 


A.  L rseniitiscb 


ü4.  Westsemitisch 

C*.  Nordsemitisch  C2.Südseniitisch 

DMIebräisch,  I)5  Aramäisch,  D3.  Äthiopisch,  P4. Arabisch. 


B2.  Ostsemitisch 
(Babyl.-Asiyr.) 


5 Beistehende  Figur,  in  der  die  einzelnen 
Sprachgebiete  durch  je  eine  Flache  bezeich- 
net werden,  dürfte  die  besprochenen  Ver- 
hältnisse veranschaulichen.  Nach  diesen  Ge- 
sichtspunkten werden  wir  uns  im  Laufe  unserer 
io  Untersuchung  zu  richten  haben. 

Die  Analogiebildungen  im  liebr.  Verbum 
beruhen  nun,  was  ja  im  Wesen  der  Sache 
liegt,  fast  ausschliesslich  auf  grammatischer 
Angleichung.  Diese  lässt  sich  wieder  in  zwei 
'5  Klassen  scheiden*: 


t.  innere  grammatische  Angleichung,  d.  i.  Angleichung  verschie- 
dener Formen  desselben  Wortes,**  und 
2.  äussere  grammatische  Angleichung,  d.  i.  Angleichung  über- 
einstimmender grammatischer  Formen  verschiedener  Wörter, 
zo  Letztere  Art  der  Analogiebildung  beruht  auf  der  mehr  oder  minder 
vollständigen  Auflösung  einer  Proportion:  so  wird  z.  B.  im  Deutschen 
nach  dem  Verhältnis  trage,  trug  auch  fälschlich  das  Verhältnis 
frage,  frug  gebildet;***  es  liegt  also  jedesmal  eine  Proportion  vor, 
in  der  die  durch  Analogiebildung  entstandene  Form  das  x bildet: 


25  von  einander  dcnslbcn  Entwicklungsgang  eiiigeschlagen  oder  sic  wurden  nur  in  der 
Aussprache  deutlich  unterschieden,  während  bei  schriftlicher  Darstellung  eine 
lautphysiologisch  korrekte  Schreibung  (wie  im  späteren  Arabisch)  nicht  eintrat.  Dass 
sich  im  Bab.-Ass.  die  Wiedergabe  der  Laute  durch  die  Schrift  im  Laufe  der  Zeit  dank 
der  Bemühungen  der  Gelehrten  immer  mehr  vervollkommncte,  zeigt  die  namentlich  hin- 
30  sichtlich  der  Zischlaute  äusserst  unvollkommene  [.autdarstcllung  in  der  altbabv  Ionischen 
Orthographie,  verglichen  mit  der  neuassyrlschen.  So  werden  im  Altbab.  die  emphati- 
schen Laute  /,  f nicht  durch  besondere  Zeichen  ausgedrflekt:  vgl.  u~*i-a-am-ma 
1 1 1 ammurabi,  Gesetze  A.  V 69  «*  üsiam),  tu-ub-bi-im  (a.  a.  0. 1 48  = tubbirn),  hal-ku  (a.  a.  O.  V 1 1 1 
= halku)  und  zahlreiche  andere  Beispiele;  bi  und  pi  werden  nicht  unterschieden:  vgl. 
35  mu-ra-ap-bi-iJ  (a.  a.  O.  III  4),  und  gerade  die  Zischlaute,  die  KÖNIG  als  Beweis  benutzt, 
werden  sehr  verschieden  dargestellt:  vgl.  pu-ru-za-am  ip-ru-ui  (a.a.  O.Vl  8.  9 *=  purussam 
iprui\,  h-zu-uh  (a.  a.  O.  B.  XXV  92  Iissuh\  na-aUga  (a.  a.  O.  XXIV  ül^naska)  u.  a. 

* Vgl.  Wundt,  a.  a.  O.,  S.  445. 

**  Hierfür  sind  besonders  instruktiv  Beispiele  wie  griech.  (dor.)  pös,  pbJös,  lat.  pts, 
40  pidis,  wo  die  alte  auf  Ablaut  beruhende  Flexion  pös,  pfdos  bald  nach  der  einen,  bäht 
nach  der  anderen  Seite  ausgeglichen  wurde;  vgl.  Joh.  Schmidt,  Zeitschrift  für  vergt. 
Sprachforschung,  XXV,  S.  13  — 15. 

***  Es  Ist  dieses  zugleich  ein  interessantes  Beispiel  dafür,  dass  die  Analogie  zum  Teil 
recht  willkürlich  durchgefiihrt  wird;  denn  cs  ist  sehr  auffällig,  dass  das  Verbum  sagen 

*7* 


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236 


®<tträg«  ;ur  femihfcBjn  Sprütfiwilftnftßafl. 


trage  _ fr.tge  . 

/mg  ' x ’ 

Beide  Arten  der  grammatischen  Analogie  beim  hebr.  Verbum 
getrennt  zu  behandeln,  dürfte  sich  nicht  empfehlen,  da  sonst  Zu- 
sammengehöriges bisweilen  auseinandergerissen  werden  müsste;  wir  5 
werden  uns  daher  lediglich  nach  äusseren  grammatischen  Gesichts- 
punkten richten. 

Kapitel  I. 

Die  Prä-  und  Afformative  des  Verbs. 

x.  Die  Personalbezeichnungen.  10 

a)  Das  Perfekt. 

Die  Entstehung  des  Perfekts*  aus  einem  nomen  actoris  -|-  pro- 
nomen  wird  heutzutage  wohl  von  keinem  Semitisten  mehr  in  Abrede 
gestellt.  Die  reinen  Nominalformen  ohne  ein  hinzugetretenes  Pro- 
nomen finden  sich  noch  in  der  3.  Person  (sing,  und  plur.),  wo  ja  15 
naturgemass  eine  Bezeichnung  des  Subjekts  leichter  entbehrt  werden 
konnte.  Wir  haben  also  als  Grundformen  für  die  3.  Person  anzusetzen: 
Sing.  m.  kat.ita**  *** 
f.  katalat 

das  doch  mit  fragen  in  Komi  und  Bedeutung  so  nahe  verwandt  ist,  die  Bildung  jener  20 
Analogie  form  frag  nicht  verhinderte  oder  seinerseits  nicht  gleichfalls  der  Analogie  von 
tragen  folgte. 

* Auf  das  Verhältnis  des  westsemitischen  Perfekts  zum  assyrischen  Pennanriv,  das 
möglicherweise  ältere  und  neuere  Bildungen  in  sich  vereint,  kann  hier  nicht  näher  ein- 
gegangen  werden.  Auch  werden  wir  bei  der  Verschiedenheit  der  Ansichten  Über  diesen  25 
Punkt  die  assyrischen  Pennansivformcn  nicht  ohne  weiteres  als  Beweise  benutzen  dürfen. 

Für  die  Pcnnansivfragc  ist  besonders  z.u  vergleichen:  F.  Df.MTZSCII,  Assyr.  Grammatik 
§87.  — Mc  ClfRDY,  7’he  Semitic  Perfect  in  As sy rinn,  Actes  d.  6.  Congr.  des  Or. 

II,  S.  509— 554.  Leide  18S3.  — J.  Barth,  Das  sem.  Perfekt  im  Assyrischen : ZA  2, 

S.  375 — 386.  — J.  A.  KnüHTZON,  Zur  assyrischen  und  allgemein  semitischen  Gramma-  30 
tik : ZA  6,  S.  40SIT.  u.  7,  S.  33 — 63.  — F.  PlIlLIPPI,  Die  semitische  Verbal - und 
Nominalbildung  in  ihrem  Verhältnis  zu  einander : BSS  2,  S.  37 1 ff. 

**  Bei  «der  Transskription  dos  als  Paradigma  gewählten  3»p  sind  die  die  emphatischen 
Konsonanten  bezeichnenden  Punkte  der  Übersichtlichkeit  halber  stets  fortgelasse»  worden. 

***  Mit  auslautcndcm  a trotz  PlIII.IPPI,  Der  Grund  stamm  des  starken  Verbums  im  35 
Semitischen  und  sein  Verhältnis  zur  IVurtel:  Afor genländische  Forschungen,  Festschrift 
Fleischer  gewidmet,  Leipzig  1875,  S.  74.  Für  das  Westsemitische  wird  der  Vokal  a 
im  Auslaut  durch  die  Formen  mit  Suffix  und  das  arab.-äth.  Perfekt  katala  erwiesen. 

Ob  dieser  a- Vokal  ursprünglich  auch  in  «len  anderen  Personeu  des  Singulars  vor  der 
Pronominalcndung  sich  befand  (*katala-th  u.  $.  w.),  und  ob  daraufhin  der  Unterschied  4° 
vom  westsein.  Perfekt  katal-tii  und  dem  ass.  Permansiv  katla-ta  unter  Annahme  einer 
Accentverschiebung  erklärt  werden  darf  (so  HOMMBL,  Aufs.  u.  Abh.,  a.  a.  O.,  S.  108 k, 
ist  zweifelhaft. 


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(Ungnaft,  (U6cr  ünafogicBifbungtit  im  0<6rätf<$<n  (ötrfäum. 


■37 


Plur.  m.  katalii * 

f.  katalä*  ** 

Diese  Formen  entwickelten  sich  im  Hebr.  lautgesetzlich  zu 
Sing.  m.  katal 

5 f.  katlä*** 

Plur.  m.  f.  kaelü. 

In  den  übrigen  Personen  des  Perfekts  werden  wir  auf  Grund  der 
Entstehungsweise  desselben  einen  Zusammenhang  der  Verbalendung 
mit  dem  pron.  pers.  erwarten  dürfen.  So  finden  wir  in  der  2.  Person 
io  die  um  das  rein  demonstrative  Element  an f (au-ta,  an-ti,  on-tumii, 
*au-tiunii ff  verkürzten  Formen  des  Pronomens,  die  je  nach  der  Art, 
wie  die  betreffende  Sprache  das  pron.  pers.  behandelt  hat,  von  der 
Grundform  abweichen.  Zunächst  muss  bemerkt  werden,  dass  diese 
Personalendungen  mit  ursprünglich  langem  Vokal  angesetzt  werden 
■ 5 müssen,  dass  demnach  das  Arab.  wenigstens  in  der  2.  P.  m.  sing, 
auf  einer  jüngeren  Stufe  der  Entwicklung  steht  als  das  Hebr.tff 
Es  macht  sich  in  jener  Sprache  nämlich  das  Bestreben  geltend,  auf 
langen  Vokal  auslautende  Endsilben,  besonders  wenn  ihnen  der 
Accent  vorhergeht,  zu  verkürzen, ein  Bestreben,  dass  sich  im 

20  * I );is  ins  Plural  des  Nomens  noch  hiu/ulrctende  //  Iw)  (arab.  katal -it-na,  katal-x-mx 

syr.  katl-i-n,  hehr.  k*tül-x-m)  muss  im  Perfekt  schon  früh  verloren  gegangen  sein,  nenn 
die  drei  hebr.  Formen  mit  n l>t.  8,  3 11.  16,  sowie  das  äusserst  fragliche 

(Jes.  26,  16)  können  nichts  beweisen  (vgl.  Nöi.dkkk,  7.1  >M()  38,  S.  409  ff),  ebensowenig 
die  syr.  Formen  auf  n.  (Vgl.  auch  G.  Hofpmann,  ZDMG  32,  S.  757  f.,  dessen  Aus- 
25  führungeii  allerdings  in  ein/einen  Punkten  zu  modifizieren  sein  dürften.) 

**  Mit  altem  femininalcn  ix;  im  Hebr.  glauben  Spuren  davon  zu  erkennen:  \öl- 
deke,  ZDMG  38,  S.  411.  — Meyer  Lambert,  Une  slrie  de  Qeri  ketib , Paris  1891.  — 
John  P.  Peters,  Note*  on  the  Hebrezo  Verb- Plural  in  ix : Hebraica  5,  S.  190—191. 
***  Die  Verwandlung  von  -at  zu  -ä  war  vielleicht  ursprünglich  nur  in  pausa  berech- 
3°  tigt  und  ist  von  hier  erst  in  die  Kontextfonneu  cingcdrungcn;  vgl.  PraktorIUS,  Ober 
pen  Ursprung  des  Daghesch  forie  conjunctivum : ZAW  3,  S.  20.  21. 

f Im  Laufe  unserer  Untersuchung  werden  wir  noch  öfter  Gelegenheit  haben,  auf 
dieses  demonstrative  F.lement  [a)n  hinzuweisen. 

ft  Cher  die  ursprünglichsten  Formen  des  pron.  pers.  vgl.  J.  Barth,  Beiträge  zur 
35  Su/jixlekre  des  Nordsemitischen . The  American  Journ.  0/  Sem.  Languag,  and  Liter.  17, 
S.  193  ff. 

y+f  Zur  Krhaltung  des  urscmitischcn  ix  in  hebr.  kdtal-tix  vgl.  *$.  261. 

*’f  Die  vor  allem  in  Betracht  kommenden  Fälle  sind: 

1.  die  Vcrbalcmlungen  in  kafal-ta,  katal-ti , katal-tu , katal-tunna  und  jaktul-na . Eine 
40  Ausnahme  ist  katal-nix  (in  der  Poesie  bisweilen  noch  kafal-na),  das  sein  langes  ä 

dem  Einflüsse  des  Pron.  suff.  -nix  verdankt; 

2.  die  Pronomina:  ana  (das  in  der  Poesie  als  Pyrrhichius  behandelt  wird),  antunna , 
hunna , hum  ü)  aus  hximü  (so  noch  in  der  Poesie),  dann  nach  dem  Verhältnis  von  huttna 
zu  hxim  xt  ) auch  antunna : äntum\u)  (aus  altem  äntumH) ; von  hier  aus  auch  ins  Verb 

45  cingedningcn:  katal-tum  (aus  katal-tumü) ; endlich  nahrxu.  In  humix  blieb  ix,  well 
dieses  das  Charakteristikum  des  Dualis  war; 


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23« 


QßcttrÄgc  jur  fcmitifcStn  £|-r.KiSit>i(T{nfc£af|. 


Ath.  nur  bei  schliessendem  -ii*  im  Hebr.  nur  bei  schliessendem  /*’ 
und  bisweilen  auch  -«***  findet.  Das  Hebr.  hat  also,  abgesehen  von 
der  eben  erwähnten,  vielleicht  erst  sehr  späten  Verkürzung,  im  Sing, 
die  ältesten  Formen  bewahrt  und  bildet  demnach 

2.  P.  m.  katal-tä,  5 

f.  katal-t(i). 

Im  Plural  dagegen  finden  wir  dieselben  Analogiebildungen  wie 
beim  Nomen.r  Für  zu  erwartendes  (aus  *kata/-lnmü)  ist 

durch  den  Einfluss  des  Femininums  kftal-tan  aus  * kftal-tinna  die 
Form  kftal-täm  entstanden,  die  nur  noch  in  dem  m eine  Spur  der  io 
alten  Maskulinform  zeigt,  während  der  Accent  und  die  Verwandlung 
des  u zu  ä (durch  i)  der  Analogiewirkung  des  Femininums  zuzu- 
schreiben sind.  Umgekehrt  ist  der  Abfall  des  ä in  Uftal-tän  laus 
*katal-tinna ) dem  Maskulinum  k'tal-täm  zuzuschreiben. 

Bei  Antritt  von  Suffixen  begegnen  wir  einer  Analogiebildung  in  15 
der  2.  P.  m.  sing,  kittal-tä.  Dieses  wird  bei  Antritt  des  Suff",  der 
1.  P.  sing,  -ui  zu  kftalta-  mit  kurzem  a ( : k'tal-ta-nt).  Man  wird  hier 
eine  Übertragung  von  der  3.  P.  m.  s.  mit  demselben  Suffix:  kftala-ni 
anzunehmen  haben.  Ferner  findet  eine  Übertragung  in  der  2.  P.  pl. 
statt.  Diese  lautet  vor  Suffix  k'taltü-  statt  eine  Form,  jo 

die  durch  die  3.  P.  pl.  k'/ii/ü-  veranlasst  wurde.  Man  kann  hier  an 
das  Neuarab.  erinnern,  das  ja  nach  kdta/ü  auch  kataltü  und  umgekehrt 
nach  kata/tum  auch  kata/um  bildet. 

Wir  wenden  uns  zur  ersten  Person,  wo  die  Verhältnisse  ver- 
wickelter sind.  Für  den  Singular  liegen  als  Endungen  vor:  25 

3.  auch  die  Verkürzung  der  Endungen  ü,  i,  a in  der  von  B \RTII,  Di*  Jiptotischc  Flexion-, 
ZDMG  46,  S.  684  ff.  nachgewiesenen  Pronominaldeklination  dürfte  von  Formen  aus- 
gegangen sein,  die  in  vorletzter  Silbe  betont  waren ; ebenso  wohl  die  Verkürzungen 
der  pron.  suff.  -ka,  - ki , hu,  -kitm(u)  (z.  ß,  kassäbü-ka ) ; in  - kunna  und  -hunna  musste 
die  Verkürzung  auf  jeden  Fall  cintrctcn.  30 

Die  Verkürzung  unterblieb  dann,  wenn  sie  durch  gewichtige  Analogien  gehindert 
wurde:  vgl.  k<imü  und  kätalü. 

* Vgl.  besonders  katal-ka  mit  katal-kli-hü,  katai-ken  mit  katal-kennH-hn.  Natür- 
lich sind  die  spätäthiopischen  Accentgesetze  hierbei  stets  ausser  Acht  zu  lassen;  das- 
selbe gilt  auch  ftir  das  Hebr.  3* 

**  Vgl.  kdlal-t  aus  *kd/al-ti ; bei  Suftix  k*ta/tUhü.  Dass  dieses  t bei  Fixierung  des 
uns  vorliegenden  Konsonantentextes  noch  gesprochen  wurde,  ist  sehr  wahrscheinlich ; 
vgl.  Schreibungen  wie  •'r&t  (noch  siebenmal),  •’rsVn  Jer.  31,  21  u.  ö. 

***  ü ist  z.  B.  geblieben  in  änähnu , kdtälnu , trotzdem  hier  der  Accent  auf  der  vor- 
letzten Silbe  stand,  abgefallen  dagegen  in  him  (ans  * hi  mit  Air  *humü : das  i ist  aus  dem  ^0 
Fern,  eingedrungen),  dann  auch  in  den  Endungen : • kiim , -dm  und  -rhiim  (poet.  - dmo . 
-rmoK  Nach  den  Maskulinformen  werden  dann  auch  die  Feminina  [-kän,  -än)  ohne 
Endvokal  gebildet. 

t Vgl.  Barth,  a.  a.  O.,  S.  194  fr. 


(Ungnd&,  (LiBcr  Jlm>foguBifiun6<n  im  6<8taiftB«n  (P«r6um. 


23y 


hebr.  -ti, 
syr. 

arab.  -tu  (aus  -tu), 
äth.  -kn, 

5 ass.  -ku. 

Ein  Zusammenhang  mit  dem  Pronomen  der  ersten  Person,  wie  wir 
ihn  erwarten  sollten,  findet  sich  nur  im  Ass.  (anäku-kufsupäkn),  was 
aber  keine  sicheren  Schlüsse  zulässt,  da  bei  den  in  Betracht  kommen- 
den Formen  Neubildungen  (vgl.  die  zahlreichen  Formen  wie  Sarräku 
lo  bei  Asurnasirapal)  vorliegen  könnten.  Zwei  Pronominalstämme  an- 
zunehmen ist  unzulässig;  wir  müssen  daher  die  Abweichungen  der 
einzelnen  Sprachen  durch  Wirkung  der  Analogie  erklären.  Was  zu- 
nächst den  Vokal  anbetrifft,  so  ist  es  klar,  dass  das  Hebr.  eine  jüngere 
Form  aufweist',  das  / verdankt  seine  Existenz  dem  Einfluss  der  pronn. 
1 5 suflT.  -/  und  -ui.  Aber  auch  das  -/-  ist  nichts  Ursprüngliches,  sondern 
aus  der  2.  Person  eingedrungen.  Das  Äth.  hat  hier  die  älteste  Form 
bewahrt,  aber  dann  umgekehrt  das  -k-  (z.  T.  wohl  auch  unter  Ein- 
fluss der  pronn.  poss.)  auf  die  2.  Person  übertragen.  Das  Arab.  folgt 
dem  Hebr.  in  der  Übertragung  des  -/-  der  2.  Person  auf  die  erste.  Die 
20  Grundform  ist  also  kntal-kü,  und  diese  zeigt  zugleich,  dass  auch  das 
Südsemitische  einst  die  F'orm  anäkü  besessen  haben  muss,  dass  diese 
also  ursemitisch  ist.  Die  Verkürzung  zu  nun  (ebenso  syr.  enn)  be- 
greift sich  leicht  aus  dem  Bestreben  nach  Kürze.  Nur  war  es  dem 
sprachlichen  Bewusstsein  ganz  entschwunden,  dass  der  zweite  Teil 
25  1 n-kit)  der  Hauptbestandteil  war,  während  an-  doch  wohl  nur  dasselbe 
demonstrative  Element  ist,  das  sich  auch  in  der  2.  Person  und  auch 
noch  anderweitig  vorfindet.* 

Für  die  1.  P.  pl.  liegen  an  Endungen  vor: 
hebr.  -nii, 

jo  syr.  -nii  (vor  Suffixen), 

arab.  -nii,** 
äth.  -nn,*'* 
ass.  -ui  (««).*** 

Die  dazugehörigen  Pronomina  der  1.  P.  pl.  (hebr.  äiiukuii;  bibl.-ar. 
35  iina/ittn\  äth.  ue/inn',  ass.  ( n)nini ) stimmen  mit  der  entsprechenden 
Verbalform  überein,  nur  das  arab.  nahnu  (aus  *nahnii)  macht  eine 

* Vgl.  Harth,  Zwei  pronominale  Elemente , I.  das  syr.  Imperfekt- Präjix  n:  Am. 
Journ.  0/  Sem.  Ltngu.  a.  Lit.  13,  S.  1—6. 

**  Für  die  Länge  des  J im  Arab.  s.  S.  237  Anm.  für  die  Kür/e  desselben  im 
40  Ath.  s.  S.  238  Anm.  *. 

***  Wegen  der  schwankenden  Vokalisation  ist  die  Erklärung  der  Endung  noch 
schwierig. 


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240 


$tt(rägt  $ur  fcmtrifcSrn  #pra4ret(T<nr4aff. 


Ausnahme.  Auch  die  pronn.  suff.  lauten  entsprechend  (hebr.  -nü\ 
bibl.-ar.  -nä\  arab.  -nä\  äth.  -na,  ass.  -nu  und  -ni ).  Wie  sind  nun  die 
Ausgleichungen,  die  augenscheinlich  vorliegen,  zu  erklären?  Die  Lösung 
giebt  das  Arab.  mit  seinem  Pronomen  na/tnu.  Es  muss  dieses  eine 
ursprüngliche  Form  sein,  da  sie  auf  keine  Weise  lautlich  oder  mittels  5 
Analogie  erklärt  werden  kann.  Demnach  muss  auch  beim  Verbum 
-hü  das  Ursprüngliche  sein,  während  -//</  in  die  Reihe  der  pronn.  suff. 
gehört.  Im  Arab  hat  sich  dieses  -na  auf  das  Verb  übertragen,* 
im  Äth.  zunächst  ebenso  und  dann  auch  auf  das  pron.  pers.,  ebenso 
auch  im  Aramäischen.  Den  umgekehrten  Weg  ist  das  Hebr.  gegangen.  10 
Vom  Verbum  übertrug  sich  -hü  zunächst  wohl  auf  das  pron.  suff. 
und  dann  auch  auf  das  pron.  pers** 

b)  Das  Imperfekt. 

Während  die  Zusammensetzung  des  Perfekts  noch  ziemlich  klar 
ist,  ist  die  des  Imperfekts  bedeutend  weniger  durchsichtig.***  Es  scheint  15 
gleichfalls  auf  eine  Verbindung  von  Nomen  und  Pronomen  zurück- 
geführt werden  zu  müssen,  die  sich  dadurch  jedoch  vom  Perfekt 
unterschied,  dass  das  Pronomen  nicht  den  zweiten,  sondern  den  ersten 
Bestandteil  ausmachte.  So  ist  es  erklärlich,  dass  sich  nur  der  erste 
Teil  des  verwendeten  Pronomens  erhielt;  so  na-  von  naljnii,  a-  von  20 
(an)-ä-kü  (ursprünglich  wohl  *an-ja-kü).  In  der  2.  Person  masc. 
konnte  nur  ta-  zur  Verwendung  kommen,  da  das  Element  an-  in  an-ta 
nicht  speziell  die  angeredete  Person  bczeichnete.  Die  3.  Person  er- 
hielt ein  anderes  Demonstrativelement  ja-,  und  im  Plural  traten  end- 
lich uralte  Analogiebildungen  nach  dem  Perfekt  ein,  indem  man  z.  B.  15 
statt  „sie"  + Nomen  bildete:  „er"  -|-  Nonien  + Pluralendung  nach 

* Diese  Übertragung  vum  pron.  sulT.  auf  «las  Verbum  ist  sehr  begreiflich;  nach- 
dem die  ursprüngliche  Zusammensetzung  (aus  numen  -f-  pron.  pers.)  durch  die  Ver- 
schmelzung unkenntlich  geworden  war,  lag  es  nahe,  die  F-ndungcn  als  blosse  Suffixe 
aufzufassen  untl  mit  den  am  Nomen  gebräuchlichen,  die  in  ihrer  Form  ursprünglich  3° 
etwas  abwichen,  zu  identifizieren. 

**  Die  ältesten  Formen  des  1‘erfckts  waren  also  vermutlich;  katdl-d,  i'ii'n 
katal-Äi,  katdi-ti,  katal-ku , kntal-ü\-na\  kdldl-ti(-na  *,  katal-tumu , kd/al-tinnd , katal-nu. 

***  Die  Frage  nach  dem  Verhältnis  von  jaktu / zu  *jakdtal  (ass.  ikdtdf)  ist  für  das 
Hebr.  von  geringerer  Itedeutung,  da  es  keine  Reste  der  letzteren  Itihlungsweise  zeigt.  35 
Denn  auf  die  Form  jirajpp  Fs.  7.  6 wird  man,  da  sie  doch  wahrscheinlich  nur  eine 
massoretischc  Mischbildung  ist,  kein  tzewicht  legen  dürfen,  ebensowenig  auf  Formen 
wie  TüF?  (l.  Sani.  28.  10)  11.  a.,  die  Knudtzon,  ZA  6,  S.  421  hcrbeizicht.  Formen  wie 
(Ex.  15,  17)  zeigen  gerade,  dass  der  Grund  der  Dngeschsetrung  ein  anderer,  als 
der  vi*n  ilitu  angeführte  sein  muss.  40 

Vgl.  auch  ausser  der  auf  S.  8 Anm.  * genannten  l.ittcratur:  Ho.MMKL,  ZDMC»  44. 

S.  535 fT.  — Sayce,  JKAS  io,  S.  231  f.  — Haupt,  JAOS  13,  S.  CC'LXII  und  JKAS  10. 

S.  244  fr.  — Puu.irpi,  BSS  2,  S.  373  fr.  sowie  unsere  Vermutungen  S.  251. 


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fUngnJi.  (Ü8<r  JlnafogilBlfiungcn  im  Stßrätlcdtn  (pcrßum.  J4I 

Proportionen  wie  Jattul  . Trotzdem  aber  bleibt  noch  man- 

* katalu  jaktulu 

ches  in  der  Imperfektbildung  dunkel. 

Was  nun  das  Hebr.  anbetrifft,  so  bildet  es  in  Übereinstimmung 
mit  dem  Syr.  ( tek/ul  aus  *tiklul).  und  Äth.  {tektel  aus  *tiktul  oder 
5 *tiktil ) das  Präfix  meist  mit  dem  Vokal  i,  während  im  klassischen 
Arabisch  a ausschliesslich  herrscht.  Wie  Bartii*  gezeigt  hat,  hängt 
diese  Differenz  in  der  Vokalisation  des  Präfixes  von  der  Bedeutung 
des  Verbs  ab:  war  dieses  transitiv,  so  war  der  Vokal  n,  war  es  intran- 
sitiv, so  war  er  i.  Ob  dieser  Unterschied  schon  ursemitisch  ist,  oder 

10  sich  erst  zur  Zeit  der  westsemitischen  Sprachgemeinschaft  ausbildete, 
ist  fraglich.  Jedenfalls  konnte  er  erst  dann  entstehen,  als  man  in 
Formen  wie  taktul  das  Präfix  ta  nicht  mehr  als  einen  Bestandteil  von 
an-tä  empfand,  und  er  dürfte  seine  Entstehung  hauptsächlich  wohl 
einer  Art  von  Analogiebildung  verdanken:  da  nämlich  in  transitiven 

15  Formen  wie  jaktu/,  jaktit  die  Vokale  der  beiden  Silben  verschieden 
waren,  so  empfand  man  diesen  Unterschied  als  charakteristisch  für 
das  Qaliniperfekt  und  bildete  nun  auch  für  *jaktal  mit  Vokalwechsel 
jiktal.  Ähnlich  dürfte  es  mit  dem  Imperfekt  des  neutrischen  katu/a 
stehen,  das  ehemals  wohl  *juktal  lautete.** 

20  Sicher  ist  die  besprochene  Differenzierung  transitiver  und  intran- 
sitiver Formen  schon  in  der  Zeit  der  westsem.  Einheit  entstanden. 
Als  Beweise  bringt  BARTII  vor  allem  hebr.  Intransitiva  wie  ji-tnar  aus 
*jimarr,  jrböi  aus  *jibai , jehsar  aus  *ji/isar  im  Gegensatz  zu  Tran- 
sitivis  wie  jasob  aus  *jasubb,  jakion,  ja  uwd  aus  *jdwtud ; ebenso  int 

21  Syr.:  ttibad  aus  *nibad  im  Gegensatz  zu  niikul  aus  na  kul\  ferner 
auch  die  von  den  Grammatikern  erwähnte  Möglichkeit,  die  Form 
jaktal  des  Altarab.  auch  jiktal  zu  sprechen.  Man  könnte  als  Beweise 
noch  hinzufügen:  erstens  die  noch  heutigen  Tages  im  Äg.-Arab.  be- 
stehende Unterscheidung  von  transitiver  und  intransitiver  Form  bei 

jo  Verben  nted.  gern,  (jezunn  aus  jaznnna,  aber  jifabhj,***  zweitens 
die  Imperfekte  der  intransitiven  Verba  primae  w:  ursprüngliches 
* wart  in  (intr.)  bildete  im  Imperfekt  *jiwrai,  was  lautgesetzlich  zu 
jiraS  werden  musste.  Ebenso  aber  bildeten  die  Intransitiva  primae  j 
ihr  Imperfekt  ( *jabila , *jijbai,  jibai).  Da  nun  beide  Klassen  im 

35  Imperfekt  der  Form  nach  zusammenfielen,  wurde  nach  der  Proportion: 

jibal  j tritt 

*j<t  bist»  x 

x ~ - *jariia  gebildet.  1 lemnach  beruht  der  Übergang  der  Verba  prim.  w 

« ZI  IMG  48,  S.  4—6. 

♦*  Vgl.  Jükol  S.  243. 

40  *"**  Vgl.  I >IKk,  Grammatik  titr  Vulgär- Arabischen  Sprache,  S.  70. 


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-4- 


^otrj£,  ;ut  fomiifcKin  ^prdiHirifTfnfdSafl. 


in  solche  primae  j auf  einer  Analogie  und  nicht,  wie  man  annimmt ,* 
auf  einem,  physiologisch  recht  schwer  vorstellbaren  lautlichen  Wandel. 
Die  transitiven  Verba  primae  w folgten  später  der  Analogie  der 
intransitiven,  und  zwar  können  verschiedene  Formen  Ausgangspunkte 
für  diese  Analogiebildungen  gewesen  sein;  nach  Proportionen,  wie  5 

*hauriUt  *haulida 

*jarila  x 

oiler 

*nauraht  * naulada 

, . - = 11.  a. 

m/artia  x 

wurde  nun  x — *ja/a</a  gebildet. 

Ks  gab  also,  wie  wir  sahen,  einst  eine  Zeit,  in  der  das  Präfix  ji  10 
nur  auf  intransitive  Verba  beschränkt  war.  Dann  aber  ubertrug  es 
sich,  von  wenigen  Fallen  abgesehen,  auf  sämtliche  Verba.  Dieses 
war  um  so  leichter  möglich,  als  die  Verba,  die  ihre  zweite  Silbe  mit 
/ bildeten,  immer  mehr  verdrängt  wurden,  so  dass  nun  bei  einem 
Umsichgreifen  des  Präfixes  ji  unangenehme  Gleichklänge  nach  der  15 
F'orm  *jiktil  nicht  mehr  Vorkommen  konnten.**  — Wie  sich  zeigt,  ent- 
sprach einem  «-Perfekt  {*katal)  ein  Imperfekt  mit  dem  Präfix  ja 
jjaktij  ,1) , einem  /-Perfekt  ( *katil ) ein  solches  mit  dem  Präfix  ji 
{jjiktal | ; sollte  da  nicht  einem  «-Perfekt  das  Präfix  ju-,  das  ja  im 
Passiv  das  regelmässige  ist.  entsprochen  haben?  Die  Bedeutung  der  jo 
F'orm  katula  steht  der  eines  Passivs  sehr  nahe,  ja  das  Passiv  scheint 
sich  erst,  wenngleich  schon  in  westsemitischer  Urzeit,  aus  der  Form 
katula  entwickelt  zu  haben.  Da  es  ferner  wahrscheinlich  ist,  dass  die 
Verba  der  F'orm  katula  ihr  Imperfekt  in  der  zweiten  Silbe  mit  a 
bildeten,***  so  war  kaum  eine  andere  Bildungsweise  als  *juktal  mög-  25 
lieh,  da  jiktal  bereits  zu  kali/a  gehörte  und  *jaktal  den  sonst  er- 
strebten Wechsel  in  der  Vokalisation  der  beiden  Silben  vermissen 
liess.  Jenes  Präfix  ju  ist  nun  im  Hebr.  ebenfalls  durch  ji  verdrängt 
worden  — bis  auf  einen  oder  zwei  Fälle,  in  denen  von  Anfang  an 


* ZuleUt  noch  König,  Jltbr.  u.  Sem.,  S.  44. 

**  t'bcr  die  Möglichkeit  solcher  Analogiebildungen  häufigerer  Formen  nach  selte- 
neren, wie  es  «loci»  die  Intransitiv»  waren,  vgl.  Bkugmann,  Zum  heutigen  Stand  der 
Sprachwissenschaft,  S.  95  j Strassburg  1885).  — Man  findet  häufig  die  Meinung,  dass 
jiktCl  lautlich  aus  jaktöl  dureh  Übergang  von  a zu  1 entstanden  sei.  Einen  solchen 
Lautwechsel  an/unchmen,  hindern  aber  Formen  wie  tnalko,  jaktil  u.  a.,  wo  dieselben  35 
Bedingungen  vorliegen  wie  in  *jaktol.  Alle  Fälle,  die  hier  angeführt  werden  (hikfil, 
kitttl , niktal , jikkätil \ bitni  u.  a.),  scheinen  eine  andere  Erklärung  zu  verlangen.  Nur 
da,  wo  lautlich  aus  zwei  kurzen  Silben  eine  lose  geschlossene  entstand,  wurde  a in  « 
verwamlclt:  vgl.  st.  constr.  dibre  aus  *da~ba-rai\  impv.  kitli  z.  T.  ans  *ka-fa-/i.  sowohl 
auch  im  Syr.,  z.  B.  3 P.  f.  s.  des  Peals.  ketlat  aus  *ka-ta-lat.  Eine  genauere  Unter- 
suchung dieser  Fragen  wäre  wünschenswert. 

***  Siehe  unten  S.  248  u.  daselbst  Anm.  *. 


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(Ungnot.  [Ü6cr  .HiMifcgtcStfoun^cn  im  BdirätlcScn  Q?fr6um.  245 

der  Vokal  des  Präfixes  eine  innige  Verbindung  mit  dem  ersten 
Radikal  eingehen  konnte:  jiikal  und  vielleicht  jükad  (neben  jiltad 
und  jikad).  Jiikal  ist  also  nicht  infolge  einer  sonderbaren  „Vokal- 
senkung" aus  *jaukal,  *jäkal  entstanden,  sondern  ist  das  vollkommen 
5 regelmässig  gebildete  Imperfekt  von  jaköl  (also  aus  *juwkal  ent- 
standen). 

Uber  den  Vokal  der  Präfixe  in  den  abgeleiteten  Stämmen  s.  u. 
S.  253C  u.  S.  246  Anm.  ***. 

Eine  erst  im  Hebr.  selbst  eingetretene  Analogie  findet  sich  in 
10  der  3.  P.  plur.  f„  in  der  als  gemeinsemitische  Grundform  des  Präfixes 
ja-  ( ji-,  ju -)  anzusetzen  ist.  Das  hebr.  ta-  u.  s.  w.  beruht  auf  einer 
Übertragung  von  der  Singularform  taktöl  aus.  Die  Form  jiktölnä 
findet  sich  für  tiktölnä  einige  Male  im  Hebr.:  Gen.  30,38;  i.Sam.  6, 12 
und  Dan.  8,  22;  in  letzterem  Verse  ist  ja  ämöduä  vielleicht  auf  Ein- 
15  fluss  des  Aramäischen  zurückzuführen;  jedoch  liest  man  in  demselben 
Verse  auch  watta  ämininä , was  für  die  Annahme  eines  Textfehlers 
in  ersterer  Form  spricht. 

Schwer  zu  beantworten  ist  die  Frage,  ob  das  Suffix  -nä,  das  das 
Hebr.  in  der  2.  u.  3.  P.  pl.  fern,  mit  dem  Arab.  gemeinsam  hat,  eine 
20  ältere  Form  darstellt  als  das  in  anderen  Sprachen  gebräuchliche 
-ä\ni).  Das  Arab.  hat  auch  im  Perfekt  die  Endung  -na  (aus  -nä),  wo 
sie  sicherlich  der  Bildungsweise  des  Perfekts  wegen  sekundären*  Ur- 
sprungs ist.  Nöldeke**  sieht  in  der  arab.  Form  eine  Analogiebildung 
nach  dem  Imperfekt,  spricht  also  damit  die  Meinung  aus,  dass  hier 
25  die  Endung  -nä  etwas  Ursprüngliches  wäre;  eine  weitere  Begründung 
seiner  Ansicht  giebt  er  jedoch  nicht.  Es  scheint  mir  nun  aber  wahrschein- 
licher zu  sein,  dass  -nä  seinen  Ursprung  im  Perfekt  hat.  Es  läge  alsdann 
wiederum  eine  Übertragung  des  pron.  suff.  auf  das  Verb  vor:  das 
Sprachbewusstsein  identifizierte  zu  einer  Zeit,  als  *humu  noch  in  Ge- 
jo  brauch  war,  die  Endung  « in  katal-li  mit  dem  ü in  *hum-ä  und  bildete 
danach  die  3.  P.  fern.  pl.  mit  dem  letzten  Bestandteil  des  Pronomens 

*hin-nä.  (Also  ■)■  Diese  Erklärung  stösst  auf  Schwie- 

' Aotii/u  *katal-nn' 

rigkeiten,  wenn  man,  wozu  aber  kaum  ein  zwingender  Grund  vor- 
liegt, die  aus  dem  Ketib  erschlossene  Form  für  die  3.  P.  fern.  pl. 
j! ; kat'/ä  für  gesichert  hält.  Thut  man  dies  aber  nicht,  so  steht  der 
obigen  Erklärung  nichts  im  Wege,  und  es  wäre  demnach  -nä  im 
Imperfekt  erst  eine  Analogiebildung  nach  dem  Perfekt,  während  das 

* Denn  Kösio’s  Ausführungen  [Hebr.  u.  Sem.,  S.  64)  über  »He  Form  kata/mt 
f,.Dies  kann  eine  Paral lei bildung  sein,  indem  eine  kürzere  Form  von  kühn  oder  hiiui 
40  eae“  auch  am  Perfekt  zur  Verwendung  kam“)  sind  sprachwissenschaftlich  sehr  an- 
fechtbar. 

*•  ZDMG  38,  S.  412. 


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244  5«*  f«mütfc8«n  #|sra4>»'IT«<M‘>ft. 

Ursemitische  in  der  3.  I*.  fern.  pl.  des  Imperfekts  das  Affix  -<i  ge- 
habt hätte. 

Ursemitisch  ist  auch  die  Möglichkeit,  die  pluralischen  Endungen 
im  Indikativ  durch  angefugtes  >1  7.11  verlängern,  wogegen  im  Jussiv 
wegen  der  Kurze,  die  eine  imperativisch  gebrauchte  Form  verlangte,  5 
wohl  von  Anfang  an  jenes  //  nicht  zur  Verwendung  kam.  Im  Hebr. 
findet  es  sich  nicht  mehr  sehr  häufig. 

Noch  seltener  bietet  das  Hebr.  ein  11  in  der  2.  P.  f.  sing.,  wo  das 
Arab.  im  Indikativ  und  das  Syr.  stets  ein  solches  n zeigen.  Da  das 
Äth.,  das  ja  das  verbale  u in  allen  Fällen  abgeworfen  hat,  bei  der  10 
Beurteilung  dieser  Frage  ausser  Betracht  bleibt,  so  müssen  wir  an- 
nehmen, dass  sich  das  //  der  2.  P.  f.  sing,  schon  in  westsemitischer 
Zeit  entwickelt  hat.  Ursemitisch  scheint  es  nicht  zu  sein,  da  sich  im 
Ass.-Babyl.,  das  den  Plural  oft  durch  n erweitert,  im  Singular  keine 
Spur  davon  findet.*  Offenbar  liegt  in  der  Anfügung  des  n im  15 
Singular  eine  Analogiebildung  vor:  man  vergass  die  ursprüngliche 
Verwendung  jenes  //  und  glaubte,  es  willkürlich  an  jede  auf  langen 
Vokal  auslautende  Form  des  Indikativs  imperfecti  anfugen  zu  können. 

Eine  weitere  Analogiebildung  finden  wir,  allerdings  sehr  selten, 
im  Hebr.  in  der  dritten  und  einmal  in  der  zweiten  Person  plur.  fern.  20 
Nachdem  durch  die  oben  besprochene  Analogie  das  Präfix  ji-  der 
3.  P.  plur.  fern,  zu  ti-  geworden  war,  lag  es  nahe,  die  nun  überflüssig 
gewordene  Differenzierung  des  Genus  durch  das  Affix  aufzugeben. 
Man  bildete  nach  dem  Verhältnis 

jiktöl jikt'/u  2 5 

tiktöl  x 

x ~ tikflit.  Letztere  Form  scheint  vor  Suffixen  ausschliesslich  in 
Gebrauch  gewesen  zu  sein,  findet  sich  aber  auch  zweimal  (Jer.  49,  1 1 ; 

Ez.  37,7)  ohne  ein  solches.  Die  Form  der  2.  P.  plur.  fern,  tiruni** 

(H.  L.  1,6)  „ihr  schaut  mich"  verdankt  ihre  Entstehung  dem  Bewusst-  30 
sein,  dass  die  3.  und  2.  P.  pl.  fern,  identisch  seien.  Da  man  also  in 
der  3. 1’.  vor  Suffixen  tikt'/ü  sagte,  so  that  man  dieses  in  demselben 
P'alle  auch  in  der  2.  Person  und  bildete  tiktlü  auch  für  diese  Person 
sofern  das  Verb  mit  einem  Suffix  verbunden  war. 

Im  übrigen  sind  die  Formen  des  Imperfekts  im  Hebr.  regel-  35 
recht  gebildet.*** 

Die  F'rage,  ob  das  Hebr.  ebenfalls  einst  einen  dem  Arab.  ent- 
sprechend gebildeten  modus  energicns  besessen  habe,  hat  PKAKTO- 

♦ Allerdings  ist  die  Anzahl  der  in  betracht  kommenden  Fälle  nicht  sehr  gross. 

**  Dieses  ist  m.  W.  die  einzige  belegte  Form  der  2.  F.  j>1.  fern,  imperf.  mit  Suffix.  40 
***  Als  die  ältesten  Formen  des  Imperfekts  wird  man  demnach,  von  etwaigen»  vokali- 
schen  Auslaut  abgesehen,  die  folgenden  ansetze!)  müssen: 


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(Ungtm»,  (ÜBtr  J?nafo«ttßifiungfn  im  BiBräifditn  (TX'rßum.  245 

KlL'S*  bejahend  beantwortet.3 * 5“*  Er  beweist,  dass  die  hebr.  Endung  ä 
in  Formen  wie  akt'/ä  anfangs  nur  in  pausa,  woselbst  sie  aus  -an*** 
entstand,  berechtigt  war,  dann  aber  auch  auf  andere  Fälle  übertragen 
wurde  und  schliesslich  zur  Alleinherrschaft  kam. 

5 c)  Der  Imperativ. 

Die  Endungen  des  Imperativs  schliessen  sich  denen  des  Jussivs 
vom  Imperfekt  vollkommen  an.f  Die  Möglichkeit  der  Vermehrung 
der  2.  P.  m.  sing,  durch  ein  hinzugefiigtes  -ä  aus  -an  („da!“  „doch") 
wird  in  die  ältesten  Zeiten  zurückreichen  und  nicht  etwa  auf  einer 
10  Übertragung  aus  dem  mod.  energ.  beruhen,  ebensowenig  wie  das 
Umgekehrte  der  Fall  sein  dürfte. 

2.  Die  Stammbildungselemente. 

Als  Verbalstämme  bildende  Präfixe  kommen  für  das  Hebr.  ha-, 
ta-  und  na-  in  Betracht;  denn  so  dürften  die  Grundformen  der  ge- 
15  meinsemitischen  Präfixe  anzusetzen  sein. 

Das  Präfix  ha-,  das  dem  arab.  ' a gegenüber  jedenfalls  eine  ältere 
Form  repräsentiert, ff  ist  im  Hebr.  zu  hi-  übergegangen,  wahrschein- 
lich infolge  einer  erst  spät  eingetretenen  Assimilation  der  Vokale.fft 

Grössere  Veränderungen  haben,  und  zwar  nicht  allein  im  Hebr., 
20  die  beiden  anderen  Präfixe  erlitten.  Es  war  ein  schon  ursemitisches 
Silbenbildungsgesetz,  dass  der  Vortritt  eines  Präfixes  den  Ausfall  des 


3 sing.  m.  jaktul  ( jaktil,  jiktal , juktal), 
f.  taktul  (u.  s.  w.) 

2 „ m.  taktul 

25  f.  taktult 

1 ,,  ' aktul 

3 plur.  in.  Jaktulü  nt) 

f.  jaktula, ni) 

2 ,,  m.  taktulü  nt) 

30  f.  taktulti{ni) 

I „ naktul. 

* Über  den  Ursprung  des  Dagesch  forte  conjuncth  um : 7.  AW  3,  S.  18. 

**  Anders,  aber  schwerlich  richtig,  P.  Haupt,  der  Formen  wie  wtiäilthä  mit  ass. 
akiuda  vergleicht.  ( Pro/egomena  to  a Comparativ  Atsyrian  Grammar , JAOS  13, 
35  S.  CCLXIV.) 

***  - an  ist  wohl  dasselbe  Demonstrativelcment,  das  uns  schon  öfter  begegnet  ist. 
f Natürlich  findet  sich  auch  im  Imperativ  nie  ein  n prolongationis. 
t+  Ein  anderes  Kausativpräfix  ist  das  jedoch  lautlich  kaum  mit  ha - (’<»-)  ver- 
wandt ist,  da  sonst  beide  Formen  nicht  zu  gleicher  Zeit  nebeneinander  in  demselben 
40  Dialekt  hätten  existieren  können,  wie  es  im  Syr.  der  Fall  ist,  t.  B.  labed iauhar  u.  a. 
Diese  als  I^rhnwortc  aus  dem  Ass. -Hab.  zu  betrachten,  ist  aus  lautlichen  Gründcu  un- 
statthaft 

Fff  Vgl.  S.  252. 


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2.(6 


Jß.iträa»  ;uc  ftmthfcfli-n  $prac6rci(lni(tllaft. 


Vokales  der  folgenden  Silbe  bewirkte,  wenn  diese  kurz  und  offen 
war.  So  wurde  aus  *ha-katal  *haktal,  aus  *ta-katal  *taktal  und  aus 
*na-katal  *>iaktal.  Nach  demselben  Gesetze  musste  aus  *ja-ta-kat!al 
*jat-kntlal  und  aus  *ja-na-kat<il  *jankata / werden.*  Da,  wie  es 
scheint,  schon  früh  das  Präfix  />-,  das  sich  auch  im  intransitiven  s 
Grundstamm  findet,**  im  Imperfekt  des  /«-Stammes  zur  Verwendung 
kam,***  entstanden  formen  wie  hebr.  jit-kath/r  laus 
Aus  dem  Imperfekt  wurde  alsdann  durch  Weglassung  des  pron.  praef. 
ein  Perfekt  *itkattila  (zunächst  mit  prothetischen  /')  gebildet,  woraus 
dann  im  Hebr.  vielleicht  durch  den  lvinfiuss  des  Hiphils  hitkattr/  ent-  10 
stand;  ebenso  wurde  aus  dem  Imperfekt  der  Imperativ  gebildet. 
Denselben  Weg  ging  das  Syr.,  einen  anderen  das  Arab.  Gleichfalls 
schon  ursemitisch  scheint  nämlich  das  Gesetz  zu  sein,  dass  jenes  / 
beim  Zusammentreffen  mit  einem  Zischlaut  hinter  diesen  tritt.  So 
bildete  z.  K.  satni' a im  /-Stamm  *jat{a)satni‘ u , woraus  jastami'u  15 
werden  musste.  Nach  Analogie  solcher  Formen  bildete  dann  das 
Arab.  auch  bei  nicht  mit  Zischlaut  beginnenden  Wurzeln  sein  Imper- 
fekt in  dieser  Weise  (* jaba)katilu  zu  jaktatiln),  und  von  diesem  aus 
wurde  dann  wie  im  Hebr.  das  Perfekt  mit  prothetischem  / gebildet.+-l- 

Eine  weitere  Analogie,  die  bisweilen  im  hebr.  Hitpael  eintritt, 
entspringt  dem  Gesetze,  dass  das  / sich  einem  Dentale  assimiliert: 
jiddabbcr  aus  *jit-Jabber.  Hiervon  wurde  die  Verdoppelung  des  ersten 
Radikals  auch  bisweilen  auf  andere  Fälle  übertragen;  vgl.  hinnabbc 
neben  hitnabbc . 

Im  ««-Stamm  wurde  im  Hebr.  aus  dem  Perfekt  *««£/«/  meist  ftt 
niktal.  Es  ist  dieses  wohl  eine  Analogiebildung  nach  dem  Hiphil 
und  Hitpael,  weil  man  das  i als  charakteristisch  für  die  erste  Silbe 
der  Perfektform  empfandet  Das  Imperfekt  hätte  nun  regelmässig 


* Das  Imperfekt  des  Hiphil  hatte  demnach  die  Grundform  *ja-k{a)-katil.  Die 
Schwache  des  Lautes  h (oder  K)  bewirkte,  dass  er  schon  im  l’rsemitischen  elidiert  wurde;  30 
man  bildete  also  *ja-katil,  was  nun  zu  *jaktil,  jaktil  wurde.  Auf  diese  Weise  wurde 
das  Imperfekt  des  Kausativstammes  mit  dem  transitiven  /-Imperfekt  des  Grandstammes 
gleichlautend. 

**  Vgl.  S.  24  t f. 

***  Es  dürfte  jenes  die  Intransitivität  bezeichnende  /»-  schon  früh  in  allen  intran*  35 
sitiven  Vcrbalstämmen  zur  Verwendung  gekommen  sein,  wie  ja-  in  den  transitiven  und 
ju-  in  den  passiven. 

i Ober  die  Vokalisation  der  Endsilben  vgl.  S.  252. 
ft  In  der  5.  und  6.  Form  des  Arab.  liegen  ganz  späte  Neubildungen  vor.  Denn 
iatakatta/u  und  jatakütalu  hätten  *jatkatta!u  und  *jatkatalu  ergeben  müssen.  Vgl.  40 
auch  S.  252. 

+Ff  na-  noch  bei  schwachen  Verben:  mßtab,  nitkbtn,  rtv'sab  (aus  *nawiab). 

**t  Ober  den  meist  angenommenen  Lautwandel  von  n zu  i vgl.  S.  242  Anm.  **. 


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(Ungnofc.  (Üfitr  ünafogt<6tfoungcn  im  ßcßratfcß.'n  (Dcrßum. 


247 


gelautet:  *ja-n(a)kati/*  So  lautet  es  im  Arab.,  woselbst  dann  aber 
das  Perfekt  inkatala  nach  dem  Imperfekt  neu  gebildet  wurde.  Das 
Hebr.  nun  assimilierte  nach  nordsemitischer  Art  das  « (also  *jukkati/\ 
und  verwandelte**  a in  i.  So  entstand  jikkatcl  (aus  *jikkatU).  Die 
5 Analogie  des  Imperfekts  wirkte  im  Hebr.  nur  auf  den  Imperativ,  der 
aus  jikkatel  durch  Weglassen  des  Pronomens  und  mit  derselben  Pro- 
these wie  im  Hitpael  wie  hikkdtel  statt  *na-k(a)til  gebildet  wurde. 
Das  Perfekt  behielt  dagegen  die  alte  Form. 


Kapitel  II. 

10  Die  Vokalisation  der  Radikale  des  Verbs. 

1.  Der  Grundstamm. 

a)  Das  Perfekt. 

Das  Westsemitische  bietet  drei  Formen  desl’erfekts:  katala  (Aussage 
über  eine  Anschauung***),  kcitila  (Aussage  über  eine  Vorstellung***) 
15  und  katu/a  (Aussage  über  eine  Empfindung***).  Alle  drei  Formen 
sind  im  Hebr.  noch  erhalten,  jedoch  sind  die  beiden  f zuletzt  ge- 
nannten im  Aussterben  begriffen.  Namentlich  hat  die  intransitive 
Form  katila  sich  im  Hebr.  mit  der  Zeit  von  der  transitiven  kala/a 
verdrängen  lassen.  Die  Ursachen  hierfür  sind  verschiedener  Art.  So 
20  war  bei  verbis  tertiae  gutt.  ein  Übergang  von  i in  a lautgesetzlich 
erforderlich.  Die  Hauptursache  aber  lag  wohl  in  dem  von  PllHJlTlfT 

* F.s  ist  möglich,  dass  die  älteste  Vokalisation  dieser  Form  *jinkatil  oder  *jinkatal 
war.  Vgl.  S.  246  Anm.  ***. 

**  Oder  behielt  das  alte  ji-  bei,  während  das  Arab.  uniformierte. 

25  ***  So  P.  DE  LäGARDK,  Übersicht  über  die  im  Aramäischen , Arabischen  und  He- 

bräischen übliche  Bildung  der  Nomina,  S.  5 (Abh.  der  Gott.  Ges.  d.  Wiss.  ltd.  35). 

f Ob  im  Hebr.  auch  andere  Verba,  die  jetzt  die  Form  katala  oder  katila  haben, 
einst  katula  lauteten,  ist  schwer  festzustcllen,  da  wir  bei  einer  Vergleichung  fast  allein 
auf  das  Arab.  angewiesen  sind,  folglich  nicht  mit  Sicherheit  fcststellen  können,  ob  in 
30  letzterer  Sprache  in  dem  betreffenden  Fall  eine  Neubildung  vorliegt  oder  nicht.  Im 
Syr.  sind  nur  zwei  Verba  der  Form  katula  nachweisbar:  akont  „schwarz  werden“  und 
k*pod  „sich  stTäubcn“. 

ff  ZOMG  32,  S.  42.  Dasselbe  Gesetz  glaubt  PiUMlTt  auch  für  das  Ath.  annehmen 
zu  können.  So  erklärt  er  Formen  wie  jelad  durch  Kinfluss  einer  erst  konstruierten  Form 
35  *j*ladna,  die  nach  seinem  Gesetz  aus  *jelidnä  entstanden  wäre.  Kine  älh.  Grundform 
*jsktalnä  anzunehmen,  ist  jedoch  »ehr  bedenklich  ts.  oben  S.  243  h).  Vielmehr  gilt  das 
Gesetz  für  das  Ath.,  dass  i in  geschlossener  Pacnultima  Icf.  labsa  aus  *labisa , aber 
labasku)  und  t’Uima,  wenn  diese  schon  ursprünglich  geschlossen  war,  zu  a wird. 
Formen  wie  jelad  endigten  als  Suhjunktive  von  Anfang  an  vokal  los.  Im  Suhjunktiv  des 


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24S 


®<ilräg<  $ur  ftmüifdj«  JSpradSwilTfnfcdaft. 


erkannten  I-autgesetze,  wonach  i in  geschlossener,  betonter  Silbe,  der 
noch  eine  Silbe  folgt,  (also  auch  in  doppelt  geschlossener  Silbe)  in 
a übergeht.  So  war  es  leicht  möglich,  nach  einer  Proportion 

kätaltii  kabadtA 

kätal  x 

x = kahad  zu  bilden.  Aufgabe  der  Lexikographie  ist  es,  mit  Hilfe  s 
der  verwandten  Sprachen  in  jedem  einzelnen  Falle,  soweit  es  mög- 
lich ist,  festzustellen,  ob  die  Form  kiUtt/  auf  *kati/  zurückgeht  oder 
nicht. 

b)  Das  Imperfekt. 

Für  das  Westsemitische  lässt  sich  als  Gesetz  nachweisen,  dass  sich  io 
die  Vokalisation  des  Imperfekts  von  der  des  Perfekts  ursprünglich 
stets  unterschied.  Es  entsprachen  sich  also:  kataha)  und  jaktu/(ii) 
oder  jaktihd),  katH{a ) und  jiktuKß),  kiitii/(ii)  und  juk/nA a ).*  Die 
häufigste  Form  des  Imperfekts  war  jaktul{a),  und  so  ist  es  begreif- 
lich, dass  diese  Form  die  andere  transitive  juktiH <i)  fast  ganz  ver-  '5 
drängte.**  Ebenso  erging  es  dem  Syrischen.***  Lautliche  Vorgänge 
haben  endlich  den  Übergang  des  / in  a bewirkt:  so  musste  jede  Form 
tertiae  gutt.  mit  / in  ultima  dieses  i in  u verwandeln;  ferner  musste 
die  Form  jnktUuä  zu  jak/a/iiä  werden,!  von  wo  sich  dann  das  a 
infolge  innerer  grammatischer  Anglcichung  auf  das  ganze  Imperfekt  20 
übertragen  konnte.  Auch  hier  kann  nur  die  Lexikographie  das  Ur- 
sprüngliche ermitteln,  wobei  jedoch  stets  zu  bedenken  ist, 

1.  dass  in  jeder  semitischen  Sprache  ein  «-Imperfekt  infolge  des 

Überwiegens  der  ursprünglichen  «-Imperfekte  aus  einem  oder 
«-Imperfekt  entstanden  sein  kann,  ferner  25 

2.  dass,  wo  Perfekt  und  Imperfekt  in  der  Vokalisation  überein- 
stimmen,ff  eine  Analogiebildung  — sei  es  vom  Perfekt  nach 
dem  Imperfekt,  sei  cs  umgekehrt  — vorliegen  muss,  und  endlich 


Grundstammes  vom  starken  Vcrlmm  sind  die  Verba,  die  ursprünglich  i hatten,  der  Ana- 
logie der  «-Verba  gefolgt,  so  dass  nun  »1er  Subjuuktiv  der  transitiven  Verba  stets  jektel  30 
lautete;  die  abgeleiteten  Stämme  dagegen  {Jaktel  u.  a,)  bewahrten,  soweit  sie  e jaus  / 
entstanden)  haben,  dieses  durch  den  Einfluss  des  Indikatives. 

* Im  Arab.  folgen  diese  Verba  vollkommen  der  Analogie  der  transitiven  vou  der 
Form  jahtulu. 

**  Vgl.  bes.  J.  B.NRTII,  Das  i- Imperfekt  im  Nordsemitiseken:  ZL)MG  43,  S.  1 77 — 191.  35 
Bartii's  Ausführungen  gemäss  bleibt  i im  Nordsemitischen  in  der  Kegel  nur  dann,  wenn 
I.  die  Vorsilbe  gedehnt  (wie  Je/cd)  oder  geschärft  (wie  jitten  ist,  oder  2.  das  Präfix 
das  alte  a bewahrt  hatte  (wie  jOs/m)t 

***  Die  einzigen  Reste  des  /-Imperfekts  beim  starken  Verb  sind  ne  bed  und  nezben. 
t Nach  dem  Pilil.mM'schen  Lautgesetz.  40 

■J“j*  Z.  B.  arab.  jari(u : warifa ; jahsunu : hasuna. 


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(UttgnaS,  (Ü6tt  .flnafogtcStffcungfn  im  titBräifcßai  (Pfrßum.  249 

3.  dass  in  allen  semitischen  Sprachen  ein  Guttural  den  Übergang 
von  i (und  zum  Teil  von  u)  zu  a bewirken  kann*  resp.  muss.** 
Über  die  Imperfektbildung  jiktiil  s.  S.  253. 

c)  Der  Imperativ. 

5 Der  Imperativ  stimmt  in  der  Vokalisation  der  Endsilbe  mit  dem 
Imperfekt  uberein.***  Was  den  Vokal  der  ersten  Silbe  anbetrifft,  so 
wird  man  zu  der  Annahme  genötigt,  dass  dieser  ursprünglich  mit 
dem  zweiten  Vokale  übereinstimmte,  dass  die  Grundformen  f also 
waren : 

10  trans.:  kutul,  kitil, 

intr.:  katal. 

Aus  dem  Imperativ  bildete  sich  dann  der  Jussiv  (anfangs  wohl  nur 
in  erster  und  dritter  Person  als  Ergänzung  zum  Imperativ).  Auf  diese 
Weise  wurden  Jussiv  und  Imperativ  so  eng  miteinander  (auch  der 
1 5 Form  nach)  verknüpft,  dass  das  Sprachbewusstsein  veranlasst  werden 
konnte,  nun  auch  umgekehrt  den  Imperativ  vom  Jussiv  abzuleiten.. 
So  erklärt  sich  das  äth.  intr.  ketal  (nach  jektal  > statt  des  zu  erwar- 
tenden *katal,  ferner  das  hebr.  intr.  fatal  (aus  jiktal)  statt  *kitta/jj 
und  endlich  auch  die  mit  Prothese  gebildeten  arab.  Imperative  uktul, 
20  iktil,  iktat  (nach  jaktu/,  jaktil,  jaktal). 

Für  das  trans.  *kntul  erwartet  man  den  hebr.  Lautgesetzen  ge- 
mäss die  Flexion  fatal  (resp.  kutlä),  knt/i,  kutlü, fff  fatölna.  Dieses 

* So  im  Arab.  und  Assyr. 

**  So  im  Hebr.  und  Syr.  Jedoch  ist  für  die  letztere  Sprache  ein  Obergang  von 
25  u zu  a durch  Einfluss  eines  Gutturales,  wie  dies  im  llcbr.  lautgesetzlich  ist,  kaum  an* 
/unehmen.  Es  liegen  in  Fällen  wie  neftah,  die  Hrocket.mann,  Syrische  Grammatik , 
S.  68  (Berlin  1899)  für  den  Übergang  von  o zu  a anfiihrt,  wohl  alte  /-Imperfekte  vor. 
Im  Ath.  verwandelte  der  Guttural  gleichfalls  1 und  u in  a\  später  aber  wurde  dieses  a 
nur  noch  im  Subjunktiv  des  Grundstammes  beibehalten,  während  sich  der  Indikativ  nach 
30  der  Form  der  gewöhnlichen  Verba  umbihlctc  : jeftäh  aber  jefateh. 

***  Eine  Vermutung  über  den  Grund  dieser  C'bercinstimmung  siche  S.  251. 
f So  noch  im  Assyr. 

ff  Auch  PiliLlPPI,  Zeitschrift  für  Völkerpsychologie  und  Sprach-oissenschaft  10, 
S.  266,  Anin.  ***  nimmt  *katal  als  intr.  Grundform  an,  glaubt  aber,  das  daraus  ent- 
35  standene  ketal  durch  die  schnellere  Aussprache  des  Imperativs  erklären  zu  können,  was 
jedenfalls  nicht  imbedenklich  ist,  da  der  Imperativ  sich  nicht  wie  die  von  PiitLU’PI  ver- 
glichenen stat.  constr.  plur.  ikanfe)  an  das  folgende  Wort  anlchnt.  Möglich  wäre  es 
auch,  dass  bei  der  Entstehung  des  Vokals  der  ersten  Silbe  in  äth.  ketal  und  hebr. 
k*tal  die  transitiven  Formen  läth.  ketel,  hebr.  k*töf,  *k*ttf)  mitgewirkt  haben.  Wir  er- 
40  hielten  dann  die  Proportion: 

jiktöl jiktal 

ketol  x 

woraus  sich  fttr  x ketal  ergiebt. 

fff  Der  ausgefallene  Vokal  macht  sich  in  den  Formen  mit  rokalisch  antretender 

Beitrage  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  |8 


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3ßfiträgt  ;ur  fömtifdltn  j cßro ifTfnfcßaft. 


250 

Paradigma  ist  jeduch  durch  Analogiebildungen  unterbrochen  worden. 

Die  Formen  kutli  und  kutlii  sind  zwar  einige  Male  noch  belegt* 
meist  aber  findet  sich  statt  dessen  killt  und  kitlü.  BARTH**  nimmt 
nun  an,  dass  hier  Analogiebildungen  nach  Verben  vorliegen,  die  ur- 
sprünglich /-Imperative  bildeten.  Zum  Teil  mögen  aber  auch  laut-  5 
liehe  Gründe  diese  Analogiebildung  gefördert  haben.  Die  Aufein- 
anderfolge zweier  dunkler  Vokale  wurde  nämlich  als  unangenehm 
empfunden  und  durch  Dissimilation***  verhindert. 

Soviel  ist  sicher,  dass  kein  Verbum  mit  ursprünglichem  «-Impe- 
rativ das  fern.  sing,  kitli  bildete,  sondern  dass  solche  Formen,  deren  10 
ja  nicht  viele  belegt  sind,  sämtlich  auf  Verba  mit  oder  (cf.  libii) f 
«-Imperativ  zurückzufiihren  sind. 

Dasselbe  gilt  von  der  verlängerten  Form  kitlä.  Umgekehrt  ist 
die  Form  korba  (Ps.  69,9)  neben  k'rab,  jikrttb  eine  Analogiebildung 
nach  dem  transitiven  kut/n.  15 

a.  Die  abgeleiteten  Stämme. 

Was  die  Frage  nach  der  ältesten  Vokalisation  der  abgeleiteten 
Stämme  anbetrifft,  so  stehen  sich  zwei  Ansichten  gegenüber:  nach 
der  einen  ff  bietet  das  Arab.  in  den  Perfekten  das  Ursprünglichere, 
nach  der  anderenftf  beruht  die  sich  hier  findende  Gleichmässigkeit  -o 
auf'Analogiebildungen  nach  dem  Grundstamm.  Stichhaltige  Beweise 
werden  für  diese  letztere  Meinung  nicht  beigebracht;  die  erstere  stützt 
sich  auf  die  Übereinstimmung  des  assyr.  Präsens  in  der  Vokalisation 
der  Endsilbe  mit  dem  arab.  Perfekt  (ukattal  und  katta/a),  auf  die 
Perfektbildung  im  Intensivstamm  der  hebr.  Verba  tertiae  w.j  (gil/ä  *5 
entsprechend  dem  arab.  ga/lä  statt  *gilla  aus  *gillija\  auf  die  Ana- 
logie des  Neuarab.,  endlich  auch  auf  Gründe  der  Nominal  bildung.’f 


Endung  bei  den  Lauten  t g </ / k I durch  die  Aspiration  derselben  noch  bemerkbar 
(hofba).  Ein  Sehewa  medium  braucht  jedoch  dieser  und  ähnlicher  Formen  wegen  nicht 
angenommen  m werden.  Vgl.  Strack,  Hebräische  Grammatik*,  § 12  p,  22  dß  Anm.  3° 
(München  1902). 

* Die  Stellen  siche  bei  F.  BÖTTCHER,  Ausführliches  Lehrbuch  der  hebr . Sprache , 

Bei.  2,  S.  272  (Leipzig  1866.  68). 

**  ZI)MG  43,  S.  182. 

***  Sicherstes  Beispiel  einer  solchen  ist  lüli  für  *lulo  (Verwandlung  eines  langen  35 
Vokals).  Ebenso  wahrscheinlich  auch  nikhb  für  *nukho  (Verwandlung  eines  kurzen 
Vokals).  Man  vgl.  auch  miskä  (Ex.  12,  2t)  neben  mofku  (E*.  32,  20). 
f Aus  *la-ba-ii  nach  S.  242  Anm.  **. 

ff  Vgl.  bes.  Barth,  Die  Vokale  der  vermehrten  Perfekte : ZDMG  48,  S.  ( — 4. 
fff  Vgl.  bes.  Knudtzon,  Zur  assyrischen  und  allgemein  semitischen  Grammatik . 40 

za  7,  s.  43  ir. 

*f  So  zeigt  der  aus  dem  Perfekt  gebildete  inf.  ab«?,  stets  als  älteste  Form  ein  aus 


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(Ungnat,  (Ü6cr  Jnnf0Ljt(6ifSuna(n  im  8c6räifc8<n  (üfrßum.  2J  I 

Dass  diese  Ansicht  im  wesentlichen  die  richtigere  ist,  geht  auch  aus 
einer  anderen  Überlegung  hervor.  Die  Verschiedenheiten  in  der 
Vokalisation  können  unmöglich  als  eine  Laune  der  Sprache  auf- 
gefasst werden,  sondern  müssen  etwas  durchaus  Notwendiges  sein; 

5 und  zwar  hatten  sie  ihren  Grund  in  dem  Bedürfnis,  die  beiden  Haupt- 
formen  des  verbalen  Ausdrucks,  nämlich  Aussage  und  Aufforderung, 
äusserlich  zu  unterscheiden.  So  steht  bereits  im  Grundstamm  der 
Aussage  *katal  die  Aufforderung  kutul  oder  kitil  gegenüber;  in  den 
vermehrten  Stämmen  begnügte  man  sich  mit  dem  Wechsel  von  a 
io  und  Die  weitere  Ausgestaltung  des  semitischen  Verbalsystems 
dürfte  etwa  folgendermassen  vor  sich  gegangen  sein:  einem  Imperativ 
kutul  stand  ein  durch  die  Vokalisation  verschiedenes  nomen  agentis 
*katal  gegenüber,  das  durch  Nachsetzung  (*katal-iä)  oder  Vorsetzung 
i^tä-katal)  der  I’ersonalpronomina  zu  einem  eigentlichen  Verb  aus- 
15  gebildet  wurde.  Früh  wurde  die  eine  Form  als  Perfekt,  die  andere 
als  Imperfekt  (noch  im  Ass.  und  vielleicht,  allerdings  durch  Analogie- 
bildungen etwas  verändert,  im  Äth.*  erhalten)  in  der  Bedeutung 
differenziert.  Aus  dem  Imperativ  bildete  sich  sodann  ein  neuer 
Modus  (Jussiv)  durch  Vorsetzung  der  Pronominalelemente  des  Imper- 
20  fekts  ( *ja-kutul ).  Zu  einer  Zeit,  als  den  semitischen  Silbenbildungs- 
gesetzen gemäss  *jakata/  zu  *jaktal  und  *jakutul  zu  jaktul  wurde, 
beeinflusste  die  Form  jaktul  die  Form  *jaktal  dermassen,  dass  *jaktal 
ganz  und  gar  verdrängt  wurde  und  jaktul  die  Funktionen  derselben 
mit  übernahm.  (So  im  Westsem.)  Der  Jussiv  muss  aber  schon 
25  frühzeitig  auch  als  historisches  Tempus  benutzt  worden  sein:  so  noch 
im  Hebr.  nach  wa  consec.,  im  Arab.  nach  lam  und  stets  im  Assyr., 
wo  er  aber  auch  als  Jussiv  in  Gebrauch  geblieben  ist  Dagegen  ver- 
drängte der  Jussiv  im  Assyr.  das  alte  Perfekt  bis  auf  wenige,  viel- 
leicht nicht  einmal  sichere  Spuren.  (Permansiv.)*  Es  ergeben  sich 
30  demnach  die  Formen: 

katal\  -tä)  als  Perfekt, 
ta-k(a)ta/  als  Imperfekt, 
kutul  als  Imperativ, 
la-k(u jtul  als  Jussiv. 

35  Aus  allem  sehen  wir  also,  dass  der  Unterschied  von  Perfekt  und 
Imperativ  (und  demnach  auch  Imperfekt)  auf  Differenzierung  der 
Vokale  beruht. 

kur/cm  a gedehntes  langes  ä in  letzter  Silbe.  Barth,  Di*  Nom inalhiidung  in  den 
semitischen  Sprachen , § 39,  48  (Leipzig  1894);  der».,  ZDMG  44,  S.  692. 

40  Das  äth.  Jekatel  könnte  wohl  auch  auf  andere  Weise  erklärt  werden. 

**  Möglich  ist  cs,  dass  im  Permansiv  noch  Reste  des  Perfekts  vorlicgen  und  erst 
später  nach  Analogie  desselben  allerlei  Neubildungen  vorgenommen  wurden  (wie 
Joml-ki S u.  a.). 

iS* 


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252 


Qß(iträ<3<  ;ur  ffmihfcBfn  SprucßwifpitfcBaft. 


Wenden  wir  uns  zu  den  vermehrten  Stämmen  des  Hebräischen 
Im  Intensivstamm  ist  der  Imperativ  regelrecht  hattet  (aus  *katti '/) 
gebildet,  ebenso  das  Imperfekt  /hatte/-,  das  Perfekt  bitte/  (statt  *katta/ 
oder  hittal)  ist  eine  Analogiebildung  nach  dem  Imperfekt.  Worauf 
die  Verwandlung  des  a der  ersten  Silbe  des  Perfekts  in  i beruht,  ist  5 
nicht  mit  Sicherheit  zu  entscheiden.  Sie  wird  in  der  Regel  auf  eine 
Tendenz  des  Hebr.  zurückgeführt,  a in  unbetonter  geschlossener  Silbe 
in  i übergehen  zu  lassen,  eine  Tendenz,  deren  Vorhandensein  sehr 
in  Frage  steht*  Für  wahrscheinlicher  halte  ich  es,  dass  eine  ähn- 
liche Beeinflussung  von  seiten  des  Hiphil**  und  Hitpael  vorliegt,  10 
wie  wir  sie  schon  bei  Besprechung  der  Form  nikta l erwähnt  haben.*** 

F.in  Ausgleich  der  Vokale  von  Perfekt  und  Imperfekt  muss  auch 
im  Hitpael  eingetreten  sein;  denn  auch  hier  wird  der  oben  be- 
sprochene Wechsel  der  Vokale  das  Ältere  gewesen  sein.  Zunächst 
scheint  das  Hebr.  sein  Hitpael  ganz  dem  der  Form  nach  ja  am  »5 
nächsten  verwandten  Piel  angeglichen  zu  haben:  denn  darauf,  dass 
das  e des  Hebr.  nicht  das  Ursprüngliche  ist,  deutet  wohl  die  regel- 
mässige Verwandlung  desselben  in  a in  der  Pause.  Wir  erhalten 
demnach,  wie  die  Übereinstimmung  des  Syr.  mit  dem  Südsem.  zeigt, 
als  die  westsem.  Grundformen:  *takatta/,  *jitkatta/.  Ehemals  aber  20 
muss  die  Vokalisation  in  den  Endsilben  der  beiden  Tempora  ver- 
schieden gewesen  sein;  da  nun  aber,  wenn  das  Imperfekt  von  Anfang 
an  einen  andern  Vokal  als  a gehabt  hätte,  kein  Grund  dafür  er- 
sichtlich wäre,  dass  dieser  Vokal  nicht  blieb,  wie  es  doch  in  allen 
anderen  Stämmen  geschah,  so  werden  wir  zu  der  Annahme  genötigt,  25 
dass  das  Perfekt  ursprünglich  nicht  a hatte,  sondern  dieses  a erst  in 
der  Zeit  der  westsem.  Kinheitssprache  infolge  einer  Gleichmachung 
der  Vokale  aller  Perfekte  erhielt,  während  a von  vornherein  der 
charakteristische  Vokal  des  Imperativs  (resp.  Imperfekts!  war.  Darauf 
deutet  vielleicht  auch  die  Gestalt  des  Imperfektpräfixes  hin,  das  wahr-  30 
scheinlich  von  Anfang  an  in  diesem  Stamme  jij  war. 

Ähnlich  können  die  Verhältnisse  im  N'iphal  gelegen  haben:  denn 
die  hebr.  Pausalformen,  wie  jiggama/,  könnten  auf  ein  ursprüng- 
liches «-Imperfekt  weisen.  Die  Entstehung  des  Perfekts  *naktal  aus 
*naktil  muss  dann  schon  in  der  Urzeit  stattgefunden  haben,  und  das  35 
i des  Imperfekts  muss  schon  früh  aus  transitiven  Stämmen  ein- 
gedrungen sein.  Auch  im  Niphal  wäre  unter  diesen  Umständen  das 
Präfix  ji  das  ältere.ff 


* Vgl.  S.  242  Anm. 

**  Vgl.  S.  245. 

***  Vgl.  S.  246. 
f Vgl.  S.  246  Anm.  ***. 
li  vgi.  s.  247. 


40 


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(UngnaB,  (Ü6fr  JRnafogüBif&utigut  im  ffBräifcS«  QJtrBum.  253 

An  die  Flexion  des  I’iel  und  Hitpael  schliesst  sich  die  der  selte- 
neren aktiven  Stämme  an,  wie  Pölel ,*  l’ilpel  u.  s.  w. 

Im  Hiphil  hat  das  Hebr,  ganz  allein  von  allen  sem.  Sprachen 
ein  langes  i in  der  Endsilbe,  das  natürlich  nicht  als  unregelmässige 
5 Dehnung  von  kurzem  /'  aufgefasst  werden  darf.  Die  richtige  Erklärung 
hat  meines  Wissens  zuerst  BlCKELl.**  angedeutet;  STADK***  ist  dann 
naherdaraufeingegangen:  ihnen  zufolge  ist  jenes  / eine  Analogiebildung 
nach  den  sog.  hohlen  Wurzeln,  hon  bildete  regelrecht  den  Indikativ 
des  Hiphil  jnkon  (aus  *jakhna),  den  Jussiv  aber  j/tkrm  (aus  *jakim). 
10  Nun  bildeten  aber  auch  die  starken  Verben  den  Jussiv  des  Kausativ- 
stammes wie  jaktfl  (aus  *jaktil).  So  lag  es  nahe,  das  i für  ein 
Charakteristikum  des  Jussivs  zu  halten  und  nach  einer  Proportion 

jäkim  jaktll 

jäkim  x 

den  Indikativ  jaktil  I — x)  neu  zu  bilden,  während  doch  die  laut- 
iS  gesetzliche  Form  *jaktel  (aus  *jaktilä)  gewesen  wäre. 

Spuren  einer  solchen  Analogiebildung  im  Qal  hat  PRAETORiusf 
in  den  seltenen  Formen  wie  jilpittü  vermutet. 

Jenes  im  Imperfekt  des  Iliphil  entstandene  i übertrug  sich  dann 
auch  auf  den  Imperativ  und  das  Perfekt,  nur  dass  in  ursprünglich 
20  geschlossener  Silbe  tler  kurze  Vokal  blieb  (also  hiktaltä ; Imperativ: 
haktet):  ff 

In  der  Vokalisation  des  Präfixes  bietet  das  Hebr.  dem  Arab. 
gegenüber  die  ältere  Form  dar.  Das  Arab.  verdankt  in  den  Stämmen 
II — IV  sein  Präfix  ju-  einer  Beeinflussung  durch  das  Passiv.  Es  ge- 
25  nügte,  den  Unterschied  zwischen  Aktiv  und  Passiv  allein  durch  die 
Vokalisation  der  letzten  fff  Silbe  zu  bezeichnen.  Einen  Einfluss  dürften 
hierbei  die  Participia  ausgeübt  haben,  bei  denen  ja  der  Unterschied 
zwischen  Aktiv  und  Passiv  nur  durch  die  Verschiedenheit  des  letzten 
Vokals  bezeichnet  wird.  Nach  einer  Proportion 

fnuktnl(un) jukt<i!{u) 

mttklil hu)  X 

* Ob  eiuc  Grundform  katal{a)  als  koUl  im  Hebr.  noch  lebendig  war,  ist  fraglich. 
Falle  wie  m*loUni  (Ps.  101,  5 Kt.)  konnten  hierher  gezogen  werden. 

**  Outline r of  Ilebrew  Gram  mar,  S.  42,  Anm.  (Leipzig  1877). 

***  Lehrbuch  der  hebr.  Grammatik,  I,  S.  80  (Leipzig  1879). 

35  y Das  Imfer/ekt  3,  S $2 — 55* 

jf  Dieses  Jiaktcl  ist  ein  Beweis  dafür,  dass  zu  der  Zeit,  wo  jene  Übertragung  statt- 
fand, das  Perfekt  noch  vokalisch  auslautete;  denn  ebensowenig,  wie  der  konsonantisch 
schliessende  Imperativ  haktil  (aus  *haktil ) zu  *hakfil  werden  konnte,  hätte  ein  *haktal 
zu  *haktil  (und  dann  zu  hiktU)  werden  können.  Es  muss  also  eine  Form  *haktala  dem 
40  späteren  hiktil  zu  («runde  gelegen  haben. 

fff  Von  etwaigem  auslautendcn  Vokal  natürlich  abgesehen. 


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254 


$ji(TÄgt  jur  ffmilifcSe«  jftpracBwifffnftÄaft. 


wurde  das  Aktiv  juktiHn)  neu  gebildet.  Dasselbe  gilt  fiir  den  Inten- 
sivstamm,  als  dessen  Grundform  *ja-kattil  (bebr.  regelrecht  zu  fkattel) 
anzusetzen  ist.  Ebenso  wie  ju  im  Arab.  ist  im  Assyr.  das  aus  ju 
entstandene  Präfix  u des  Intensiv-  und  Kausativstammes  eine  Neu- 
bildung. 5 

Das  Präfix  ju-  dagegen  ist  das  eigentliche  Passivpräfix*  und 
der  dazugehörige  Imperfektvokal  ist  a.  Soweit  stimmt  auch  das 
hebr.  Passiv  mit  dem  arab.  überein.  Es  weicht  von  ihm  ab  in  der 
Vokalisation  des  Perfekts.  Wenn  es  auch  wahrscheinlich  ist,  dass 
das  Passiv  eine  Neubildung  nach  der  intransitiven  Form  katul  ist,  10 
mit  der  es  ja  auch  der  Bedeutung  nach  am  nächsten  verwandt 
war,**  so  muss  man  doch  als  die  dem  Westsem.  zu  Grunde  liegende 
Passivform  kuti/a  ansetzen,  wie  aus  der  Vergleichung  der  Passivreste 
des  Aram.  mit  dem  Arab.  hervorgeht.***  Das  Hebr.  hat  also  wieder 
den  Vokal  des  Imperfekts  auf  das  Perfekt  übertragen.  15 

Zum  Schluss  dieses  Kapitels  möge  es  gestattet  sein,  die  sich  mit 
mehr  oder  minder  grosser  Sicherheit  ergebenden  Grundformen  der 
abgeleiteten  Stämme  noch  einmal  aufzuführen: 

t.  Intensivstamm:  kattal  — jakattH, 

2.  Kausativstamm:  haktal  — jaktil,  2Q 

3.  «-Stamm:  nakta / ■ — jinkatil, 

(älter  vielleicht  naktil  — jinkatal ), 

4.  /2-Stamm:  takattil  — jitkattal, 

5.  Passiva  a)  zu  1 : kuttil  — jukattal, 

b)  zu  2:  huktil  — juktal.  25 

Kapitel  III. 

Das  Verb  mit  Suffixen. 

1.  Das  Perfekt 

Wie  schon  mehrfach  bemerkt  worden  ist,  war  auch  im  Hebr. 
der  Verbalauslaut  der  3.  P.  masc.  sing,  ein  -a,  das  sich  beim  Antritt  30 
von  Suffixen  erhielt  und  ausser  vor  dem  Suffix  -tu  zu  a gedehnt 
wurde.  Die  Form  k'Ull-a-ni  hat  nun  die  schon  S.  10  erwähnte  Ana- 


* Vgl.  auch  oben  S.  242. 

**  So  konnten  die  Intransitiva  der  Form  katula  ihrer  Bedeutung  wegen  von  vorn- 
herein kein  Passiv  bilden,  waren  also  selbst  eine  Art  Passiva. 

***  Vgl.  tekilta , p<tihu.  Ober  die  erst  aramäische  Dehnung  des  i in  offener  Silbe 
ist  zu  vergleichen:  Barth,  Zur  hebräischen  um / aramäischen  Verbalßixion \ ZDMG  56, 

S.  243- 


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(Ungna&,  (Ü6er  JliiafejüBtf&ungot  im  9<6räifc$<n  Q)(rßum  255 

logiebildung  in  der  2.  P.  m.  sing,  frtalta-ni  fiir  * frtalta-ni  hervor- 
gerufen. 

Für  den  Antritt  von  Suffixen  kommen  in  der  3.  P.  m.  s.  dieselben 
Regeln  in  Betracht,  die  Barth*  für  das  mit  Suffixen  versehene 
5 Nomen  aufgestellt  hat:  dass  nämlich  der  vokalische  Auslaut  den  Accent 
erhielt,  was  zur  Folge  hatte,  dass  der  Endvokal  des  Suffixes  abfiel. 
Der  „Bindevokal"  selbst  wurde  nun,  wenn  der  Suffixvokal  n war,  zu 
<1  (din-ä-h  aus  *din-a-ha),  während,  wenn  er  i war,  Umlaut  eintrat 
(dtH-c-k  aus  *din-a-ki)\  ausserdem  wurde  a-hii  durch  a-h  zu  an  und 
10  später  zu  <5. 

Danach  erklären  sich  die  Formen: 

frtaltk  aus  *katala-ki, 
frtälö  „ *katala-ltit, 
frtalah  „ *katala-hä, 

15  frtalann  „ *kata/a-nü. 

Neben  frtalö  findet  sich  auch  frtalahif,  in  dieser  Form  ist  a/tii  wohl, 
ebenso  wie  in  der  2.  P.  m.  s.  frtaltahu  (neben  frtalto),  durch  Einfluss 
von  Formen  wie  frtalti-hii,  frtalnü-hü  u,  a.  nicht  zu  <3  kontrahiert 
worden. 

20  Das  Suffix  der  3.  P.  plur.  tritt  in  den  schon  stark  veränderten 
Formen  masc.  in  (mo),  fern,  n an;  diese  gehen  auf  die  Suffixformen 
-kam  und  -kan  zurück,  die  sich  ihrerseits  erst  aus  -humii  und  • hinna 
entwickelt  haben.**  So  erklären  sich  die  Formen 

frtalam  aus  *katala-häm  (älter  * katala-humii), 

25  fr  takln  „ *katala-kän  (älter  *katala-hinna). 

Eine  Analogiebildung  nach  dem  Nomen  liegt  augenscheinlich 
beim  Antritt  der  2.  P.  m.  s.  vor:  aus  katala-kh  hätte  nur  frtalak 
werden  können,  was  sich  noch  bisweilen  in  pausa  findet.  Dafür  tritt 
wie  beim  Nomen  frta/'kä  ein  mit  einer  Form  des  Suffixes,  die,  wie 
30  BARTH  vermutet,***  von  der  Präposition  bi  ausgegangen  ist  (*bi-kä 
musste  lautgesetzlich  zu  frkä  werden;  danach  dann  l'ka,  dann  alle 
Nomina,  dann  das  Verbum  |. 

Ebenso  stimmt  die  gewöhnliche  Pausalform  frta/aka  mit  dem 
Nomen  überein,  ist  also,  da  sie  beim  Verbum  selbst  weder  auf  laut- 
35  lichem  Wege  noch  durch  Einfluss  der  Analogie  erklärt  werden  kann, 
gleichfalls  eine  Übertragung  vom  Nomen.f 

* Beiträge  zur  Su/jixlthre  des  NorJsemitischerr.  Americ.  Journ.  of  semit.  Langu. 
and  Liter.  17,  S.  198. 

**  Ober  diese  Formen  als  Grundformen  s.  Rartii,  a.  a.  O.,  S.  197. 

40  •**  a.  a.  O.,  S.  200. 

f Im  Nomen  rerdankt  -äiä  seine  Kntstehung  vielleicht  einer  Analogie  nach  den 
Stämmen  tertiae  j tP.ARTH,  a.  a.  O.,  S.  199). 


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256  ®«tragt  ;ur  fcmtlifc8<n  Si>rac8iri(ftnr4af<. 

Die  3.  I*.  f.  s.  lautet  vor  Suffixen  kataldt.  Regelrecht  sind  dem- 
nach die  Formen:  k'td/dt-ni  k’tdlat-nü,  und  (mit  Assimilation  des  h) 
k'talattü  (neben  k'tdlai-hü),  k'tdlattd  gebildet. 

Eine  Übertragung  findet  beim  Antritt  des  Suffixes  der  2.  P.  m.  s. 
statt,  indem  hier  die  in  allen  anderen  Fällen  (wo  ja  ein  Vokal  dem  5 
Suffix  voraufgeht  oder  voraufging)  regelrecht  gebildete  Form  mit 
Aspiration  des  k gleichfalls  zur  Verwendung  kommt,  trotzdem  dem 
k niemals  ein  Vokal  vorherging.* 

Beim  Antritt  des  Suffixes  der  2.  P.  f.  s.  hätte  aus  *kata!at-ki 
*kelälat-ki  werden  müssen;  doch  ist  hier  die  F'orm  -rk  aus  der  3.  Person  IO 
übertragen.  Ferner  drang  die  vor  allen  anderen  Suffixen  durchaus 
notwendige  Betonung  der  Verbalendung  -at  auch  in  diese  Form  ein, 
was  zur  Folge  hatte,  dass  das  a der  Verbalendung  -nt,  weil  es  nun 
in  offener  Silbe  stand,  zu  d gedehnt  und  dann  das  nun  unbetonte 
Suffix  rk  zu  äk  verkürzt  wurde.**  So  entstand  k’tdldUik  und  auf  ana-  1 5 
löge  Weise  die  mit  Suffix  der  3.  P.  pl.  versehene  Form  k'tdldtdm  für 
*k‘tdlat-hdm  aus  *kataldt-huniü. 

Die  übrigen  Formen  des  Perfekts  sind  den  Lautgesetzen  gemäss 
gebildet  — Über  die  für  k'td/tiim  bei  Antritt  von  Suffixen  eintretende 
Form  k'tnltn  vgl.  S.  238.  20 


2.  Das  Imperfekt 

Umfangreiche  Analogiebildungen  sind  im  Imperfekt  bei  Antritt 
von  Suffixen  an  solche  Formen  eingetreten,  die  ohne  Suffix  auf  Kon- 
sonanten endigten.  Das  Wesen  derselben  ist  gleichzeitig  von  Barth*** 
und  Praetokiust  erkannt  worden.  Fis  liegen  hier  Analogiebildungen  25 
nach  Verben  tertiae  j vor.  So  musste  beispielsweise  jigla  mit  Suffix 
der  1.  I’.  s.  lauten  jigle-ni.  Nun  vergass  man  aber  den  Ursprung  des 
e,  indem  man  es  als  einen  Bestandteil  des  Suffixes  ansah,  und  be- 
nutzte nun  ’r-ni  und  ebenso  c-hii,  a-hn,  c-nit  und  e-m  als  pronomina 
suffixa.  Diese  Übertragung  fand  jedoch  nicht  statt  bei  Antritt  von  30 
Pronomen  der  2.  Person,  was  darauf  zurückzuführen  ist,  dass  diese 


* Also  ke/älat-kii ; /u  vergleichen  sind  Fälle  wie  mifwat-käm.  — Wir  haben  die 
Aspiration  in  den  Fällen , wo  sie  der  1>ekannten  Regel  nach  eintreten  musste,  in 
unserer  Transskription  der  Übersichtlichkeit  wegen  nicht  bezeichnet. 

**  Nicht  ausgeschlossen  ist  es,  dass  k*tälä(äk  auf  lautlichem  Wege  entstand,  wofern  35 
«las  i des  Fron,  ki  schon  früh  abgefallen  wäre.  Aus  *katalätk{i)  hätte  daun  *katalätak 
*katalätiik  und  weiter  k'taldtiik  werden  müssen.  Vgl.  die  analoge  Entwicklung  von 
pausalem  äriis  aus  *arf,  *är*{  das  hieraus  entstandene  anix  wurde  dann  in  der 

Regel  durch  Umlaut  zu  äräs. 

***  a.  a.  O.,  S.  205 — 206.  40 

f Zur  hebr.  und  uram.  Grammatik : ZDMG  55,  S.  359 — 63. 


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(Ungnaß,  (Ußtt  iJnafogtfßifbungo)  im  fitßraifcßin  Q)<r6um.  257 

Pronomina  auch  in  allen  anderen  Fällen,  wo  sie  nicht  an  schon  vor- 
handene lange  Vokale  antraten,  ohne  „Bindevokal"  antraten.  So 
konnte  es  auch  geschehen,  dass  man,  als  hu  u.  s.  f.  nur  noch  als 
pronomina  suffixa  empfunden  wurden,  nach  Analogie  des  starken 
5 Verbs  auch  bei  Verben  tertiae  j Formen  wie  jig/'kä,  jig/'käm  stets 
ohne  i für  zu  erwartendes  *jiglakä  u.  s.  w.  bildete* 

Ausser  den  erwähnten  Formen  kommen  vielfach  solche  mit  dem 
„Bindevokal"  a vor.  Ob  dieses  Übertragungen  aus  dem  Perfekt  sind, 
oder  ob  sich  hier  ein  alter  Auslaut  des  Imperfekts  erhalten  hat,** 
10  lässt  sich  nicht  mehr  sicher  entscheiden.  Umgekehrt  werden  die 
durch  Verschmelzung  mit  dem  Auslaut  -an  des  alten  modus  energi- 
cus  entstandenen  Suffixformen  (wie  \jikt'l\amu),  wenn  auch  sehr  selten, 
auf  das  Perfekt  übertragen.*** 

3.  Der  Imperativ. 

15  An  die  2.  P.  m.  s.  des  Imperativs  traten  die  Suffixe  ursprüng- 
lich ohne  „Bindevokal“,!  da  ja  diese  Form  von  Anfang  an  konso- 
nantisch endigte.  Im  Hebr.  sind  die  durch  die  Analogie  der  Verba 
tertiae  j entstandenen  Formen  auch  auf  den  Imperativ  übertragen 
worden.  Seltener  sind  die  natürlich  ebenfalls  aus  dem  Imperfekt 
20  übertragenen  Formen  mit  dem  Bindevokal  a,  wie  kotbah  (aus  *kotba- 
kä)  u.  ä. 

Wir  wenden  uns  nun  zur  Besprechung  der  einzelnen  Klassen  der 
schwachen  Verba,  wobei  die  verba  gutturalia  einschliesslich  der  qui- 
escentia  primae  X übergangen  werden  können,  da  die  Abweichungen 
25  dieser  Klassen  vom  Paradigma  des  starken  Verbs  lediglich  lautgesetz- 
licher Natur  sind.  Gleichzeitig  wollen  wir  hier  darauf  aufmerksam 
machen,  dass  wir  es  nicht  für  nötig  halten,  auf  vereinzelte  zum  Teil 
schlecht  bezeugte  oder  offenbar  verschriebene  Formen  näher  ein- 
zugehen. 

3°  * Vgl.  auch  S.  266  oben. 

**  Dafür,  dass  das  Imperfekt  einstmals  vokalisch  auslautete,  sprechen  manche 
Gründe.  Das  Ath..  das  im  Indikativ  des  Imperfekts  vor  allen  Suffixen  ein  a zeigt, 
könnte  die  älteste  Form  repräsentieren;  jedoch  ist  dieses  nicht  zweifellos. 

***  Vgl.  bträkäkku  (Dt.  24,  13). 

Y Die  einzige  im  Nordsemitischen  erhaltene  Form  dieser  Art  ist  das  bibl.«aram. 
ha1  cl-m. 


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25S 


Qljtürägt  jur  ftmüt|<<S{n  $|?ra4n>iff<tifc$dft. 


Kapitel  IV. 

Die  Klassen  der  schwachen  Verba. 

I.  Die  Verba  primae  n. 

Es  ist  eine  dem  Nordsem.  mit  dem  Assyr*  gemeinsame  Eigen- 
tümlichkeit, dass  ein  die  Silbe  schliessendes  n dem  folgenden  Kon-  5 
sonanten  assimiliert  werden  kann.**  Auf  diese  Weise  werden  regel- 
recht Formen  wie  jiggal  u.  a.  gebildet.  Die  Sprache  verlor  nun  aber 
mit  der  Zeit  das  Bewusstsein  für  die  Kntstehungsart  solcher  Formen 
und  bildete  alsdann,  da  sie  den  Unterschied  von  Imperfekt  und  . 
Imperativ  in  dem  Abfall  der  Pronominalpräfixe  begründet  sah,  aus  10 
dem  Imperfekt  jiggal  durch  Weglassung  des  ji  Formen  wie  gai.  Die 
hierbei  zur  Auflösung  kommende  Proportion  war  demnach: 

ji-ktöl  = ji-gxai 
b'tol  gas 

Regelmässig  ist  diese  Analogie  nicht  durchgefuhrt;  denn  sie  findet 
sich  nur  bei  Verben  mit  <t-Imperfekt.  Da  nun  einerseits  die  unvoll-  'S 
kommene  Durchführung  der  Analogie  kein  Grund  ist,  das  Vorhanden- 
sein einer  solchen  in  Abrede  zu  stellen,***  andererseits  aber  eine 
lautliche  „Aphäresis"  des  n physiologisch  kaum  begreiflich  ist,  so 
dürfte  dem  nichts  im  Wege  stehen,  obige  Imperative  als  Analogie- 
bildungen zu  betrachten.f  20 


1.  Die  Verba  primae  j. 

Die  Ursache  des  Übergangs  der  Verba  primae  w in  solche 
primae  j ist  bereits  oben  ft  dargelegt  worden.  Ein  solcher  Übergang 
findet  sich  nur  im  Qal  und  neben  der  älteren  Bildungsweise  im  Hitpael. 
Umgekehrt  ist  nach  der  Analogie  der  Verba  primae  w auf  Grund  25 
einer  Proportion  wie 

* Spuren  einer  ähnlichen  lautlichen  Entwicklung  scheinen  sich  auch  im  Südarab. 
zu  finden;  vgl.  Hommei.,  Südarabische  Chrestomathie , S.  9 unten  (mfb  für  mnsb  u.  ä.). 

**  Im  Hebr.  unterbleibt  die  Assimilation  bekanntlich 

a)  meist  bei  Verben  medine  gutturalis, 

b)  bisweilen  in  pausa. 

***  Vgl.  dazu  besonders  S.  235  Anm.  ***. 

f Auch  im  Ass.  erklären  sich  alle  Unregelmässigkeiten  der  Verba  primae  n als 
Analogiebildungen:  es  sind  nämlich  die  Infinitive  der  /-Stämme  nach  Analogie  der 
Verba  primae  X gebildet,  die  ja  im  Präteritum  und  Präsens  dieses  Stammes  mit  den  ^5 
Verben  primae  n lautlich  zusammenlielen.  Ein  Präsens  wie  ittapas  kortntc  ebensogut 
von  wie  von  naptisu  stammeu;  daher  ist  die  Bildung  eines  Infinitivs  itpusu  (ganz 

wie  ithuzu  von  ahazu)  wohl  verständlich, 
tt  s.  24  if. 


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(Ungnab,  (Ußtr  Anafogttßifbungtn  im  $<ßtäifc#tti  (Dtrßum. 


259 


järiS  nbras 

, x~ 

das  Niphal  no'ai  gebildet  worden*  Einer  ähnlichen  I’roportions- 
bildung  verdankt  das  Hiphil  hobt}  seine  Entstehung, 

desgleichen  das  Hiphil,  Niphal  und  Hitpael  des  Verbs  jäda ,**  das 
5 unzweifelhaft***  ursprüngliches  j hat. 

Grosse  Schwierigkeiten  bietet  die  Erklärung  der  Imperfekte 
jcled  u.  s.  w.,  denen  im  Arab.  Formen  wie  ja/idu  gegenüberstehen. 
Der  Ausgangspunkt  für  die  Entstehung  solcher  Formen  war  der 
Imperativ  von  Verben  mit  /'-Imperfekt.  Diese  hätten  den  Imperativ 
io  regelmässig  *wilid  gebildet.  Hier  ist  aber  bereits  in  der  Zeit  der 
westsem.  Einheit  jenes  durch  die  Verbindung  zweier  so  heterogener 
Laute  wie  w\  und  / schwer  sprechbare  wi  abgefallen.ft  So  ent- 
stand lid  und  danach  der  regelrecht  gebildete  Jussiv jalid.  Von  diesem 
wurde  nun  ein  vorauszusetzendes  Imperfekt  *jawalad  oder  *jaulad 
15  (aus  *jaw(a)lad),  wie  es  das  Schicksal  aller  Imperfekte  war,  verdrängt. 
Das  Äth.  bildet  jenen  Subjunktiv  jelad  mit  dem  in  dieser  Sprache 
ausschliesslich  fff  gebräuchlichen  Präfix  je  und  dem  oben*f  bespro- 
chenen Übergang  von  e zu  a. 

Wie  verhält  sich  nun  hierzu  das  hebr.y/'/<v/**f  mit  seinem  festen 
20  c der  ersten  Silbe?  Als  die  einzige  richtige  Erklärung  unter  den 
zahlreichen,  die  es  giebt,  muss  die  von  PniLiPPi***f  gegebene  gelten. 
Dieser  zufolge  entstand  jeled  in  der  Weise,  dass  jalid  durch  Assi- 
milation f*  zu  jilid  wurde.  Dieses  aber  wurde,  damit  die  Form  als 
Verbalform  nicht  ganz  unkenntlich  wurde,  statt  zu  *j‘led  zu  jeled, 
25  wobei  jenes  e der  ersten  Silbe  fest  wurde.ff*  Die  Unwandelbarkeit 

* Das  Qal  ist  zwar  nicht  belegt,  lässt  sich  aber  aus  dem  arab.  ja'üa  er- 

schliessen. 

**  über  den  Einfluss  von  Verben  primae  tu  auf  die  Gestaltung  des  Imperfekt  Qal 
dieses  Verbs  siehe  S.  260. 

30  ***  Dieses  beweist  die  Übereinstimmung  des  Äth.  jad  a mit  dem  Assyr.  [idü  aus 

*jada  u,  pract.  idi). 

t Das  (ebenso  wie  /)  am  besten  als  unsilbischer  oder  konsonantischer  Vokal  auf- 
zufassen ist.  (So  PHILIPP!,  Nochmals  die  Aussprache  der  semitischen  Konsonanten  1 
und  V 7.DMG  51,  S.  66 — 104.) 

35  tt  NöLDEKE  (in  seiner  Anzeige  von  E.  Tegner's,  De  vocibus  primae  radicalis  W 
etc.,  Lundae  1870):  ZDMG  25,  S.  667  nimmt  als  Grundform  *xotid  an. 
fff  Ausser  natürlich  in  bestimmten  Fällen  bei  Gutturalen. 

*t  S.  247  Anna.  ft. 

**f  Ebenso  syr.  nclad. 

***f  Die  Aussprache  der  semitischen  Consonanten  Tw.*’:  ZDMG  40,  S.  653. 

f*  Ein  ähnlicher  Fall  ist  mtkim  aus  *maiim. 
ff*  Dasselbe  ist  auch  im  Syr.  die  Regel:  nur  in  nedda  und  netteb  wird  (auch  nur 
/u  dem  Zwecke,  das  kurze  e zu  erhalten)  der  folgende  Konsonant  verdoppelt.  Eine 


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Qßcürägt  ;ur  fimilifcBm  SpradSwifltnrcJaft. 


2(0 

iles  r ist  kein  Beweis  gegen  die  Richtigkeit  dieser  Krklärung,  da  es 
auch  in  anderen  Fällen  fest  geworden  ist,  wo  es  sicher  erst  aus  i 
entstanden  ist:  so  bei  Verben  med.  gern,  wie  jcfar,  2.  P.  f.  s.  tts'ri, 
pl.  ji  frü.  Auch  bei  Substantiven  kommt  Ähnliches  vor;  vgl.  Ifrckat, 
i'  clati  neben  iaaldti  und  zahlreiche  andere  Fälle.  Hs  zeigt  sich  5 
also,  dass  jehd  auf  lautlichem  Wege  aus  jalid  entstanden  ist,  nicht 
etwa  nach  Analogie  von  Verben  primae  j,  wie  wohl  hin  und  wieder 
behauptet  wird. 

Das  einzige  transitive  Verbum  primae  j,  von  dem  im  Hebr.  ein 
Imperfekt  Qal  erhalten  ist,  ist  jada  * das  demnach  sein  Imperfekt  10 
*jai-di  (oder  *jaidu)  bildete,  woraus  dann  nach  dem  Gutturalgesetz 
*jaida  wurde.  Dieses  Verbum  stimmte  mit  den  Verben  der  Klasse 
ja  lad  im  Perfekt  vollkommen  überein;  desgleichen  war  es  wohl  schon 
früh  der  Analogie  der  Verba  primae  w im  Hiphil  und  Niphal  gefolgt. 

So  kam  es,  dass  die  Form  jaida,  die  sich  so  wenig  von  den  ganz  15 
anders  entstandenen  Formen  wie  jeled  oder  (um  ein  Verbum  tertiae 
gutt.  zu  nehmen)  jtkd  unterschied,  nun  ganz  der  Analogie  dieser 
Verba  folgte  und  zu  jcdd  wurde.  Dass  letztere  Form  nicht  laut- 
lich aus  jaida'  durch  Kontraktion  des  ai  zu  e entstanden  ist,  wird 
durch  die  regelmässige  Defektivschreibung  unzweifelhaft  erwiesen.  20 
Wie  das  Imperfektum  folgte  dann  auch  der  Imperativ  da  der  Ana- 
logie der  Klasse  jclcd. 

Über  das  Imperfekt  jiikal  vgl.  S.  243. 

3.  Die  Verba  ultimae  j und  w. 

Sechs  verschiedene  Paradigmata  sind  in  dem  einen  hebr.  galä  25 
zusammengefallen,  nämlich  die  Grundformen  galaja,  galija,  galaja, 
ga/awa,  galiwa.  ga/awa.  In  keiner  semitischen  Sprache  haben  sich 
alle  diese  Formen  nebeneinander  erhalten.  Das  Äth.  unterscheidet 
deren  noch  vier  (galaja,  ga/ja,  ga/awa,  galwa).  Da  hier  aber  galja 
sowohl  auf  galija  als  auch  auf  galaja,  und  galwa  sowohl  auf  galiwa  30 
als  auch  auf  galuwa  zurückgehen  können,  so  lässt  es  sich  nicht  ent- 
scheiden, ob  dem  Äth.  noch  alle  sechs  Formen  zu  Grunde  gelegen 
haben  oder  nicht.  Nach  arab.  Lautgesetzen  mussten  galiwa  und 

solche  Ersat/.vcrdoppclung  oder  Ersat/dchnung  ist  nicht  so  selten.  Auf  ihr  beruht  auch 
die  Bildung  des  hebr.  Qal passivs:  */u^a/ia  (aus  *lukiha)  hätte  lautgesetzlich  zu  *l^kah  35 
werden  müssen,  l'm  eine  solche  Verkürzung  zu  vermeiden,  wurde  der  dem  u folgende 
Radikal  verdoppelt,  so  «lass  die  Form  nunmehr  einem  Pual  vollkommen  glich.  — Siehe 
auch  S.  S.  271.  272.  277. 

* Vielleicht  hat  auch  jdsar  ein  ursprüngliches  j ; jedoch  kann  es  wegen  seines 
Zischlautes  auch  dann  nicht  mit  jäda  zusaramengestellt  werden.  Die  Imperfcktbildung  40 
der  Verba  primae  j%  die  zugleich  mediae  3 sind,  dürfte  auf  lautlichen  Vorgängen 
beruhen. 


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(Ungnafc,  (U6{t  Äiuifogttßif&unqtn  im  ß<Brätfc8en  (TbrBum.  2f>l 

i 

galuja  zu  git/ija  werden,  so  dass  auch  hier  nur  noch  vier  (in  einzel- 
nen Personen  sogar  nur  noch  drei)  Formen  unterscheidbar  sind.  Im 
Syr.  sind  jene  sechs  Klassen  zu  zweien  zusammengeschmolzen,  einer 
transitiven  {g’tn)  und  einer  intransitiven  (g'U).  Das  Ass.-Bab.  endlich 
5 hat  alle  sechs  Klassen  zu  einer  einzigen  uniformiert.*  Von  einem 
Verb  der  Form  galiwa  liegt  im  Hebr.  ein  Rest  in  der  Form  lalawti 
vor.  die  nach  dem  PlUI.ll'Pl’schen  Lautgesetz  aus  entstanden 

ist.®*  Von  dieser  einen  Form  abgesehen,  werden  im  Hebr.  die  ver- 
schiedenen Klassen  nicht  mehr  auseinander  gehalten, 
io  Als  gemeinwestsemitisch  ist  die  Kontraktion  von  aja  und  awa 
zu  ä,  die  sich  bei  dieser  Verbalklasse  findet,  wegen  der  Überein- 
stimmung des  Nordsem.  mit  dem  Arab.***  anzusehen.  Auf  Grund 
dieser  Kontraktion  entstand  die  transitive  Form  der  3.  P.  m.  s.  galä 
larab.  galä ; syr.  g'lä).  Das  Hebr.  bietet  galä.  Da  im  Hebr.  nun 
■5  jedes  ursem.  ä,  wenn  es  nicht  in  unbetonter  Endsilbe  f stand,  zu  <5 
wurde,  so  müssen  wir  annehmen,  dass  auch  in  unserem  F’alle  die 
ursprüngliche  Betonung  gälä ff  war,  entsprechend  der  des  starken 
Verbs  kätala,  eine  Betonung,  die  erst  später  durch  speziell  hebr. 
Lautgesetze  verdrängt  wurde.  Dagegen  wiril  die  3.  P.  fern.  s.  gatat,  die 
20  sich  bisweilen  findet, fff  auf  eineGriindforin^m/d/zuriickgehen.wie  siedas 
Arab.  bewahrt  hat.  Zunächst  mussten  allerdings  *ga/aii'at  und  *ga/ajat 
zu  *galät  werden;  dieses  aber  musste,  da  ein  langer  Vokal  sich  in 
geschlossener  Silbe  nicht  halten  konnte,  zu  gala(* f verkürzt  werden. 
Demnach  ist  das  syr.  g'lä/  eine  innere  Analogiebildung  nach  dem 
25  Masculinum  g'lä.  Das  hebr.  galat  ist  aber  meist  durch  eine  andere 
Form  verdrängt  worden.  F.s  trat  nämlich  an  galat  (und  die  ebenso 
entstandenen  entsprechenden  Formen  der  abgeleiteten  Stamme)  noch 
die  gewöhnliche  Femininalendung  -ä,  und  so  entstand  gitl'/ä,  eine 


* Nur  einzelne  Spuren  deuten  darauf,  dass  das  Ass.-liab.  einstmals  gleichfalls 
3°  Verba  tertiae  u*  und  j unterschied:  vgl.  I’ractcrita  wie  imnu. 

* Nicht  etwa  aus  denn  erstens  hätte  eine  solche  Form  sich  der  Kon- 

traktion nicht  entziehen  können;  und  zweitens  weist  das  Verbal  adjektiv  Ja  liw  auf  ein 
Perfekt  }altw. 

***  Das  Ath.  kann  nicht  mit  in  Frage  kommen,  da  cs  alle  Verba  tertiae  rt»  und  j 
35  als  starke  Verba  behandelt  und  nur  einige  Kontraktionen  von  Diphthongen  voniimmt. 

f Dieses  ist  der  Fall  B.  bei  den  Pronominalsuflixen  -tä  (2.  P.  m.  s.)  und  -nä 
(3.  P.  f.  pl.).  Keinesfalls  sind  die  Urformen  mit  kurzem  Vokal  anzusetzen,  da  ein  solcher 
am  Wortende  im  llcbr.  geschwunden  wäre. 

f-f  gdlä  als  eine  Analogiebildung  nach  Verben  tertiae  tt  (m&fd)  anzusehen,  hat 
40  manche  Gründe  gegen  sich;  namentlich  erheben  sich  dann  für  die  Erklärung  der  Piel- 
formen  die  grössten  Schwierigkeiten, 
t+f  Vgl.  KaJd t (Lev.  25, 2). 

*f  Vgl.  zu  di**er  Verkürzung  die  Jussive  arab.  jukutn  (aus  *jakum)  •=»  hebr.  jakom 
(aus  jukum),  die  Imperative  arab.  *ukim  (aus  =*=*  hehr,  fulkim  (aus  *hakim)  u.  ä. 


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(gdttagc  3«t  fcimlifdk*  £fMracfS»i(Ttnfc$af<. 


2O2 

Analogiebildung,  die  darauf  beruhte,  dass  inan  das  / der  Fcmininal- 
endung  fälschlich  für  den  dritten  Radikal  hielt  und  auf  diese  Weise 
eine  Form  bildete,  die  zu  einer  Wurzel  *gft  zu  gehören  schien. 

Die  Ursache  dafür,  dass  alle  Verba  tertiae  1 o und  j,  transitive 
wie  intransitive,  im  Ilebr.  in  eine  Klasse  zusammenfielen,  war  wohl  5 
ihre  Übereinstimmung  in  einzelnen  F'ormen  der  abgeleiteten  Stämme. 

So  mussten  z.  R.  alle  sechs  Klassen  ihr  Niphal  lautgesetzlich  niglä 
aus  *nig!aja  oder  * nig/awa  bilden;  ebenso  stand  es  mit  den  anderen 
abgeleiteten  Stämmen.  So  war  die  Möglichkeit  gegeben,  dass  alle 
Klassen  der  Analogie  ries  transitiven  gala  folgen  konnten.  10 

Doch  nur  in  der  3.  1’.  s.  m.  folgten  die  Intransitiva  den  Transi- 
tiven, wahrend  in  den  übrigen  Formen  des  Qalperfekts  das  Umgekehrte 
eintrat.  Dieses  scheint  mir  seinen  Grund  in  folgendem  zu  haben. 
Fine  vorauszusetzende  transitive  Form  *ga!i>  (aus  *galajii  *gahiu) 
wurde  schon  früh  durch  den  Einfluss  der  gewöhnlichen  Pluralendung  ü '5 
zu  gä/ii*  Dieses  beweisen  zur  Geniige  die  entsprechenden  Niphal-, 
Pual-  und  Hophaiformen,  wie  niglit  aus  *niglajit,  *niglau,  *nig/o.  Da 
nun  jenes  transitive  galit  dem  aus  * galijii  regelrecht  entstandenen 
intr.  gtllü  völlig  glich,  folgten  die  Transitiva  der  Analogie  der  Intran- 
sitiva nun  auch  in  den  übrigen  F'ormen  des  Qalperfekts.  So  entstanden  30 
die  F'ormen  ga/itä,  galit  u.  s.  w. 

Den  Vokal  / zeigt  das  Hebr.  gemeinsam  mit  dem  Syr.  im  Piel, 
Hiphil  und  Hitpael.  Ob  dieses  / ein  Zeichen  dafür  ist  _ dass  jenen 
F'ormen  bereits  die  nordsemitischen  Bildungen  mit  i in  letzter  Silbe 
(hebr.  kitte l syr.  hatte!,  beide  aus  *kattil)  zu  Grunde  liegen,  so  dass  25 
also  gi/Utn  lautlich  aus  *gi//ij-tä  entstanden  wäre,  oder  ob  gil/ilä 
erst  aus  älteren  Formen  wie  *gallaita  durch  Einfluss  des  Qal  ent- 
standen ist,**  lässt  sich  wohl  nicht  mehr  feststellen.  Soviel  ist  jeden- 
falls sicher,  dass  die  F'ormen  der  3.  I’.  m.  s.  giltä,  higlä,  hitgallä  auf 
älteres  *gallaja  u.  s.  w.  zurückgehen:  die  Kontraktion  des  aja  zu  ä 30 
trat  eben,  wie  oben  bereits  bemerkt  ist,  schon  in  westsemitischer 

* Ich  muss  hier  ausdrücklich  bemerken,  dass  dieses  Resultat  auf  eigenen  Beobach- 
tungen beruht  und  nicht  etwa  auf  Äusserungen  des  Herrn  Prof.  J.  Barth,  welche  er, 
wie  er  mir  nach  Einsichtnahme  meiner  Arbeit  sagte,  in  seinen  auch  von  mir  gehörten 
sprachwissenschaftlichen  Übungen  im  Winter  1901/2  gethan  habe,  zurückgeht.  So  gern  35 
ich  auch  Herrn  Prof.  J.  Barth  die  Priorität  der  Ansicht,  „dass  die  Endungen  o und  c 
der  Verba  n"b  durch  Einfluss  des  starken  Verbs  verdrängt  wurden“,  zuerkennen  möchte, 
so  wenig  kann  ich  die  Erklärung,  die  er  von  mir  verlangt,  dass  ich  nämlich  dieses 
Resultat  ihm  verdanke,  mit  der  Wahrheit  vereinigen.  Wie  aus  meinen  noch  vorliegenden 
Konzepten  hervorgeht,  kam  ich  erst  bei  der  letzten  Durcharbeitung  meiner  Untersuchung  40 
auf  die  hier  vertretene  Ansicht,  zu  der  mich  zuerst  die  Niphalform  niglü  für  *nig/0  ver- 
aulasste.  Dass  Herr  Prof.  J.  Barth  die  gleiche  Ansicht  ausgesprochen  hat,  habe  ich 
nicht  in  der  Erinnerung. 

**  So  Barth,  ZDMG  56,  S.  242. 


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(Ungnat,  (Ü6<r  ünafogitBtfSungtn  im  8«6r<ufc8«n  (TX-rBum.  263 

Urzeit  ein,  so  dass  jene  speziell  nordsemitische  Umbildung  von  katialn 
zu  *kattila  keinen  Einfluss  auf  die  schon  völlig  erstarrte  Form  *ga//ä 
(später  gilla)  ausüben  konnte.  Im  Syr.  wurden  diese  alten  Bildungen 
durch  den  Einfluss  des  intransitiven  Qal  verdrängt. 

5 Lautgesetzlich  ist  das  e der  passiven  Stämme  entstanden  (wie 
nigletä  aus  *niglaiti i);  aber  es  findet  sich  c neben  seltenerem  / auch 
in  der  1.  P.  s.  der  aktiven  Stämme.  Dieses  e wird  wohl  zum  Teil 
auf  euphonische  Gründe  zurückgeführt  werden  können:  man  vermied 
dadurch  die  Aufeinanderfolge  zweier  langer  /,  die  als  unangenehm 
10  empfunden  wurde.  Einen  gewissen  Einfluss  mögen  hierbei  allerdings 
die  Stämme  ausgeübt  haben,  in  denen  c von  Anfang  an  berechtigt 
war.  Es  ist  ja  auch  nicht  zu  verwundern,  dass  die  Sprache  allmählich 
den  Ursprung  der  einzelnen  Formen  vergass  und  deshalb  Formen 
mit  e bildete,  wo  eigentlich  nur  i berechtigt  war,  und  umgekehrt. 
15  Sehr  auffällig  und  mir  nicht  recht  erklärlich  ist  der  regelmässige 
Gebrauch  dieses  i der  in  1.  P.  pl.  des  Niphal  [nig/inü  statt  * nig/inü). 

Wir  wenden  uns  zum  Imperfekt,  für  dessen  Bildung  zunächst  das 
von  Barth*  aufgestellte,  aber  von  manchen  Seiten  angegriffene  Laut- 
gesetz in  Betracht  kommt,  dass  ursemitisches  ij  im  Nordsent.  zu  ä 
jo  wird.  Den  Thatsachen  gegenüber  ist  es  unmöglich,  an  der  Richtigkeit 
dieses  Lautgesetzes  zu  zweifeln;  nur  muss  man  zugeben,  dass  ij  in 
einzelnen  Fällen  im  Nordsem.  zu  / wurde.  So  zunächst  stets  im 
Inlaut  ( jinak  aus  jijnak',  galitä  aus  galijtä  u.  s.  w.);  aber  auch  im 
Auslaut  scheint  mir  für  eine  derartige  Behandlung  des  ij  ein  sicheres 
15  Beispiel  in  dem  st.  constr.  pi  vorzuliegen.  Denn  da  das  Hebr.  seinen 
stat.  constr.,  wie  es  ja  bei  der  engen  Verbindung  dieser  Form  mit  dem 
folgenden  Worte  das  Natürlichste  war,  im  Gegensatz  zum  Südsemiti- 
schen,  aber  in  Übereinstimmung  mit  dem  Syr.  und  Ass.  ohne  Findung 
bildete,  so  muss  pi  aus  *pij  entstanden  sein.  Demnach  wird  sich  als 
30  Gesetz  für  die  Behandlung  von  ij  im  Nordsem.  ergeben: 
Ursprüngliches  ij  wird  im  Nordsemitischen 

1.  zu  i,  wenn  es  eine  Silbe  schloss, 

2.  zu  <i,  wenn  dem  j ursprünglich  noch  eine  Flexionsendung 
folgte. 

35  Nur  auf  diese  Weise  dürfte  sich  die  verschiedene  Behandlung  des 
ij  erklären  lassen.** 

Fis  ist  notwendig,  im  Anschluss  hieran  auch  die  Behandlung  von 
ursprünglichem  aj  zu  besprechen:  dieses  wurde 


* Zuerst  WominalfiUi/ung,  Einl.,  S.  XXX. 

**  Der  stat.  abs.  pit  wird  somit  auch  ohne  dass  man  mit  Harth,  Nomi nalf'i/tiHHg, 
Einl.,  S.  XXXI  die  für  das  nichtarabische  Semitisch  sonst  nicht  nachweisbare  Nunation 
zu  Hilfe  nimmt,  verständlich,  ((irundform 


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J?iifrag{  jut  f(mitifc8tn  §pra<8n>i|Tcnf(84ff. 


2C>4 

1.  c,  wenn  es  eine  Silbe  schloss;*  ebenfalls  aber 

2.  ii,  a)  wenn  dem  j ursprünglich  noch  eine  Flexionsendung  folgte,** 

wenn  in  nächster  Silbe  /}  folgte***  (Umlaut). 

Ursprüngliches  ttj  endlich  wurde  wohl  schon  früh  zu  ij  und  folgte 
dann  den  Gesetzen  für  diese  Lautverbindung.  5 

Hei  den  Verben  tertiae  j sind  diese  Gesetze  noch  klar  zu  er- 
kennen im  syr.  Feal,  wo  dem  transitiven  Imperfekt  negla  (aus  *nig- 
/ija  oder  *uig/uja)  der  Imperativ  g'ti  (aus  *gi/ij\  oder  *guluj)  ent- 
spricht. Im  Hebr.  wird  das  Im[>erfekt  nach  der  Form  jigla  gebildet, 
dazu  der  Imperativ  g'!c\  ebenso  findet  sich  im  Jussiv  jigle  neben  der  io 
apokopierten  Form.ff  Derartige  Formen,  wie  der  Imperativ  g‘!e  und 
der  Jussiv  jigle,  können  bei  transitiven  V'erben  nur  Analogiebildungen 
nach  intransitiven  sein:  das  Imperfekt  jigla  konnte  lautgesetzlich  aus 
*jigl‘ija,  *jig/ija  und  *jigluja  entstanden  sein;  nun  bildete  das  intr. 
jigla  regelrecht  den  Imperativ  (und  Jussiv)  g'/e  (und  jigle)  aus  *ga/aj  15 
(und  *jiglaj).  Dieser  Analogie  folgten  nun  zunächst  die  Transitiva 
des  Qal,  deren  Imperfekt  ja  lautgesetzlich  dem  der  Intransitiva  gleich 
geworden  war.  Dann  wurde  dieser  Wechsel  von  imperfektischem  <i 
und  imperativischem  e im  Hebr.  nach  einem  Analogieschluss  auch 
auf  die  abgeleiteten  Stämme  übertragen.  3° 

Ebenso  drang,  sobald  als  die  a-,  /-  und  //-Imperfekte  in  der  3.  P.  s. 
übereinstimmend  geworden  waren,  in  der  3.  u.  2.  P.  f.  pl.  das  anfangs 
nur  bei  a-Imperfekten  berechtigte  öftt  in  alle  Imperfekte  ein,  sowohl 
in  die  des  Qal  wie  die  der  abgeleiteten  Stämme. 

In  den  intransitiven  Qalimperfckten  und  denen  der  passiven  25 
Stämme  entstanden  ehemals  in  der  3.  u.  2.  P.  m.  pl.,  sowie  in  der 
2 I’.  f.  sing,  durch  Kontraktion  die  Diphthonge  au  (i>)  und  ai  (e).  Es 

* Beispiele:  ma/kc  (st.  c.  pl.  *matkaj)\  bell  „mein  Haus11  *baj-t) ; jede  (=-  *iadaj 
st.  c.  sing,  von  sAda)  u.  a. 

**  Beispiel:  st.  abs.  fädti  aus  *sadaju.  30 

***  Beispiel:  ' ld&-h<i  „ihre  Zeugen“  -»  *'  cd-aj-hH, 
f Diese  Erklärung  scheint  mir  die  einfachste  /u  sein.  Irgend  eine  Beeinflussung  ent- 
weder durch  das  Imperfekt  desselben  Stammes  oder  durch  den  Imperativ  des  intr.  Verbs 
(der  ja  ursprünglich  wie  eslai  lautete)  oder  endlich  durch  den  Imperativ  eines  anderen 
Stammes  lässt  sich,  soviel  ich  sehe,  nirgends  entdecken,  da  alle  diese  Formen,  die  allein  35 
eine  Analogiebildung  hätten  hervorrufeu  können,  ursprünglich  nicht  auf  t auslautctcn. 
Folglich  kann  die  Form  nur  lautgesct/lich  erklärt  werden.  Barth,  ZDMG  56,  S.  243, 
erklärt  sic  auf  Grund  des  im  Arain.  zu  beobachtenden  Bestrebens,  „die  vom  Tone  ge- 
troffenen Vokale  der  zweiten  meist  offenen  Stammsilbe  beim  Verb  sekundär  zu  unwandel- 
bar langen  zu  dehnen“.  Alle  Fälle  jedoch,  in  denen  sich  dieses  Bestreben  mit  Sicher-  40 
heit  nach  weisen  lässt,  sind  solche,  in  denen  der  kurze  Vokal  ursprünglich  in  paenultima 
stand  (J'ki/ü,  s*gid  aus  sagida ; rnil  aus  mi/a).  Man  wird  demnach  diese  Betonung  als 
eine  Folge  der  l’änultimabctonung  anzusehen  haben. 

t i Ewald,  Ausführliches  Lehrbuch  der  hebr . Spracht , § 224.  c am  Ende, 
ttt  Trans.  *jiglij-n<)  hätte  *jiglinti  werden  müssen.  45 


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265 


(Ungnaö,  (U6<r  ünafogußtftungoi  im  j!<6täif{$<n  Q)<r6um. 

sind  also  Formen  vorauszusetzen  wie  *jiglo  (aus  *jiglajü,  *jig/au)  und 
*tigle  (aus  *tiglaji,  *tig!ai)\  ebenso  in  den  passiven  Stamme:  *jugallö 
aus  *jugallajü  u.  s.  w.  Jene  Endungen  <>  und  c wurden  jedoch,  ebenso 
wie  es  auch  im  Perfekt  der  passiven  Stamme  der  Fall  war,*  durch 
5 die  beim  starken  Verbum  gebräuchlichen  Endungen  & und  i ver- 
drängt.** 

Die  oben  besprochene  Art,  den  Imperativ  und  Jussiv  der  Verba 
tertiae  j zu  bilden,  muss  der  Entstehungsweise  dieser  Verbalformen 
gemäss***  die  ältere  gewesen  sein.  Daneben  findet  sich  eine 
10  jüngere,  die  im  Arab.  die  ältere  ganz  verdrängte  und  sich  auch  im 
Hebr.  neben  dieser  findet.  Der  Ausgangspunkt  für  dieselbe  war 
wohl  der  Jussiv.  Als  dessen  Entstehung  aus  dem  Imperativ  dem 
sprachlichen  Bewusstsein  entschwunden  war  und  man  ihn  nur  noch 
für  einen  Modus  des  Imperfekts  hielt,  bildete  man  ihn  auch  bei 
15  Verben  tertiae  j und  tu  neu  aus  dem  Indikativ  des  Imperfekts  durch 
Verkürzung  der  Endsilbe  desselben,  da  man  eine  solche  Verkürzung 
als  den  Hauptfaktor  in  der  Jussivbildung  betrachtete.  Die  Frage, 
ob  diese  jüngere  Bildungsweise  schon  in  der  Zeit  der  westsem.  Ein- 
heitssprache entstanden  ist,  oder  ob,  was  sehr  wohl  denkbar  wäre, 
20  das  Hebr.  und  Arab.  unabhängig  voneinander  denselben  Weg  ein- 
schlugen, lässt  sich  wohl  kaum  mehr  befriedigend  lösen.  Jedenfalls 
dürfte  die  Verkürzung  auf  Grund  von  Proportionen  wie  arab. 

jakumu  jaglu 
jakurn  ja  gl** 

zurückzuführen  sein.  Auf  diese  Weise  wurde  auch  hebr.  j igitt  zu  jigl, 
25  was  dann  den  hebr.  Lautgesetzen  gemäss  weiter  entwickelt  wird  (in 
der  Regel  zu  jegiil ),  ebenso  im  Hiphil  jagla  zu  *jagl  (und  weiter 
jagt V)  und  im  Piel  j'galla  zu  *j'gall  (und  weiter  j'gat).  Von  den 
Jussiven  drang  diese  Bildungsweise  auch  in  den  Imperativ  ein.f 

Beim  Antritt  von  Suffixen  an  die  3.  P.  m.  s.  im  Qalperfekt  der 
30  Verba  tertiae  j wird  der  durch  Kontraktion  entstandene  lange  Vokal  n 
nicht  mehr  seiner  Natur  entsprechend  als  unveränderlich  behandelt. 
Nach  Formen  wie  gtllä-nn  (entsprechend  k'tal-a-nu)  bildete  man 

* Vgl.  gullu  für  gullo  a.  a. 

**  Dasselbe  ist  auch  im  Neuarab.  (äg.  u.  svr.  Dial.)  geschehen:  vgl.  äg.  2.  P.  f.  s. 
35  tirdi  (syr.  tirifi),  3.  P.  pl.  äg.  jir<fü  2.  P.  pl.  äg.  finjü  (syr.  tirtfu)  gegenüber 

den  altarab.  Formen  /artfaitti,  jarJauna , t ar*jauna\  ebenso  auch  im  Imperativ:  irdt 
inf&  \infu)  — altar.  irjait  in{au. 

***  Vgl.  S.  251. 

f Etwas  anders  scheint  sich  Praktorius  die  Entstehung  des  Apocopatus  zu  denken, 
40  wenn  er  sagt  (ZAW  3,  S.  25  Anm.):  „Der  apokopiertc  Modus  der  ist  eine  ganz 
junge  Erscheinung  uud  nur  die  letzte  Konsequenz  von  thatsächlich  zwciradikaligcn 
Formen  wie  W5V‘ 

Beiträge  zur  sentit.  Sprachwissenschaft.  V.  19 


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2 66  QP<i(TÄg»  }«r  fomttfdS««  £prac8irtfpnf<?<*ft- 

analog  dem  starken  Verb  auch  gal-a-ni  und  gdl-'-kn  statt  *g<l/ä-ni, 
*g*lä-kä* 

Ebenso  wird  im  Imperfekt  nach  Analogie  des  starken  Verbs 
statt  *jigle-kh  die  Form  jigl'ka  gebildet** 

In  einer  grösseren  Anzahl  von  Formen  hat  sich  das  alte  j scheinbar  5 
erhalten.  Jedoch  wird  man  Formen  dieser  Art  nicht  als  etwas  Alter- 
tümliches betrachten  dürfen.  Vielmehr  sind  sie  Neubildungen  nach 
Analogie  des  starken  Verbs.***  Dass  die  Entstehung  jenes  j erst  etwas 
Sekundäres  ist,  zeigt  besonders  deutlich  die  Form  jilläjü  neben  hi- 
/awti  und  id/iw,  die  da  beweisen,  dass  wir  es  hier  mit  einem  Verbum  10 
tertiae  w zu  thun  haben. 

4.  Die  Verba  ultimae  X. 

Die  Veränderungen,  denen  diese  Verba  unterliegen,  beruhen  zu- 
nächst auf  der  Unterlassung  des  Stimmritzenverschlusses  und  der  in- 
folgedessen eintretenden  Dehnung  des  nunmehr  in  offener  Silbe  15 
stehenden  kurzen  Vokals  (*mdsalä  zu  *mdsatä  zu  mdsdtä).  Auf 
diese  Weise  entstand  auch  die  3.  P.  s.  f.  des  Qalperfekts:  tndsti  (ge- 
schrieben noch  tu/).  Diese  Form  und  ähnliche  (wie  z.  B.  nimfd) 
wurden  so  den  entsprechenden  Formen  der  Verba  tertiae  j gleich, 
was  nun  Analogiebildungen  zur  Folge  haben  konnte.  Einige  der-  20 
selben  sind,  wofern  sie  überhaupt  als  Analogiebildungen  nach  Verben 
tertiae  j aufzufassen  sind,  für  das  Paradigma  der  Verba  tertiae  X zur 
Regel  geworden.  Hierher  gehört  vielleicht  die  Bildungsart  der  3.  u. 

2.  P.  f.  pl.  imperfecti  und  der  2.  P.  f.  pl.  imperativi:  timsanix  und 
nt'sanä,  Bildungen,  die  jedoch  zur  Zeit  der  Fixierung  des  uns  vor-  25 
liegenden  Konsonantentextes  wohl  noch  nicht  gebräuchlich  waren, 
wie  aus  der  fast  ausnahmslosen  Schreibung  des  X hervorgeht.  Man 
könnte  solche  Formen  jedoch  auch  als  Analogiebildungen  nach  den 
Verbalstämmen  der  Verba  tertiae  X auffassen,  wo  lautgesetzlich  ii 
entstand,  wie  z.  B.  im  Piel:  fmasfi'nä  ergab  bei  Quieszieren  des  X 30 
t'massniä,  woraus  wegen  des  folgenden  ä mit  Umlaut  f Pmasfanä 
wurde.  Wir  sind  also  hier  wohl  nicht  imstande,  zu  einem  sicheren  Re- 
sultat zu  gelangen. 

Ähnlich  steht  es  mit  dem  Perfekt  in  den  Personen,  in  denen 

* Proportion:  krUlld-nft  _ gdlü-nu 
krtala-m  gdLi-ni 

ktfilla-HU  gä/ii-ttU 

ket&U-ka  gdle-kti 
+*  Vgl.  hierzu  S.  257. 

***  So  auch  Harth,  ZDMG  53,  S.  597. 

f Vgl.  susa-kfi  aus  *süsc-ku  und  dieses  aus  *süs-oi-kä. 


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(Ungnufc,  (Ü6<r  Jlnafogi«8ifiu«gtn  im  6e6niifc$«i  QJerßum.  2 6/ 

eine  konsonantische  Endung  antritt.  Hier  könnten  im  Niphal,  Pual 
und  Hophal  Analogiebildungen  nach  Verben  ultimae  j vorliegen,  so 
dass  also  nimsi'ta  nach  nigletä  gebildet  wäre.  Mehr  Wahrscheinlich- 
keit aber  hat  die  Annahme  für  sich,  dass  jenes  e innerhalb  der  Verba 
5 tertiae  8 selbst  entstanden  ist,  da  wir  es  auch  da  finden,  wo  bei 
Verben  tertiae  j i steht  (Piel,  Hiphil,  Ilitpael).  Es  kann  auf  laut- 
lichem Wege  in  Formen  wie  mifseti  aus  mi$si tl  entstanden  und 
dann,  z.  T.  vielleicht  durch  den  Einfluss  der  Verba  tertiae  j,  auch 
auf  solche  Formen  mit  konsonantisch  antretender  Endung  ausge- 
io  dehnt  worden  sein,  in  denen  den  Lautgesetzen  gemäss  <t  zu  erwarten 
wäre  (wie  nimfftä  statt  *nimfdtä  u.  a). 

Neben  diesen  allerdings  nicht  sicher  erweisbaren  regelmässigen 
Analogiebildungen  nach  Verben  tertiae  j finden  sich  zahlreiche  singu- 
läre, durch  die  teils  Verba  tertiae  8 zu  solchen  tertiae  j umgebildet 
15  wurden,  teils  umgekehrt  Verba  tertiae  j zu  solchen  tertiae  8.*  Die 
Möglichkeit  des  Übergangs  von  Formen  der  einen  dieser  Verbal- 
klassen in  solche  der  anderen  kann  nicht  bezweifelt  werden,  da  beide 
in  zahlreichen  Punkten  übereinstimmen;  es  fällt  also  nicht  schwer,  in 
jedem  einzelnen  Falle  die  Proportionen  aufzustellen,  auf  Grund  deren 
20  die  betreffende  Analogiebildung  eintreten  konnte.** 

So  möglich  eine  gegenseitige  Vermischung  der  Formen  zweier 
Verbalklassen  ist,  die  wie  die  Verba  tertiae  j und  8 fast  in  jedem 
Tempus  und  Modus  gleichmässig  gebildete  Formen  hatten,  so  wenig 
wahrscheinlich  ist  eine  durchgehende  Vermischung  von  Klassen,  die 
J5  nur  in  ganz  vereinzelten  Punkten  übereinstimmen.  Eine  Proportion 
kann  man  allerdings  schon  da  aufstellen,  wo  zwei  Verbalklassen  nur 
in  einer  Form  regelmässig  übereinstimmen;  jedoch  muss  man  sich 
stets  die  Frage  vorlegen,  ob  die  Aufstellung  der  betreffenden  Pro- 
portion auch  psychologisch  verständlich  ist,  und  das  ist  sie  nur  dann, 
30  wenn  die  influenzierende  Form  mit  der  influenzierten  in  irgend  einem 
Verhältnis  der  Ideenassociation  steht.  So  ist  es  verständlich,  wenn 
— um  ein  Beispiel  herauszugreifen  — nach  jaküm  ein  Indikativ  jariis 
(Jes.  42,  4)  von  rss  gebildet  wurde,  weil  beide  Verbalklassen  im  Jussiv 
desselben  Stammes  völlig  übereinstimmten  (jiiköm  aus  *jakutn  und 
35  jtirös  aus  *jarus{s)).  Unverständlich  dagegen  ist  es  z.  B.,  dass  von 
einem  Verbum  med.  gern,  wie  irr  ein  Perfekt  des  Hiphil  heiirü  (Hos.  8, 4) 


* Gesammelt  sind  solche  Formen  am  besten  von  Abf.l  H.  HUIZINGA,  Analogy 
in  the  Semitic  Languages:  in  The  Amerie.  Jo  um,  of  Philol.  XI  S.  471 — 82,  XII 
S.  30—48,  bes.  XII  S.  30— 32. 

40  *♦  So  konnte  1.  B.  sümit  (Ruth  2,9)  auf  Grund  der  Proportion  entstehen: 

gäli i gäfil 

stlma  fämit 

Ähnlich  verhält  cs  sich  mit  allen  anderen  Fällen. 


19* 


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268 


(gdträg«  jur  femihfc^cn  £firac6  triff «ifctjaft. 


nach  Analogie  von  Itek'm  gebildet  sein  sollte;  denn  die  Formen,  von 
denen  die  Analogiebildung  hätte  ausgehen  können  — 2.  P.  m.  sing,  des 
Imperativs  oder  3.  P.  s.  des  Jussivs  — stehen  doch  in  einem  äusserst 
losen  Zusammenhang  mit  der  neugebildeten  Form.  Man  wird  also 
in  derartigen  Fällen  entweder  eine  Ungenauigkeit  in  der  Überlieferung  5 
oder  dasVorhandensein  einer  anderen  Wurzelform  an  nehmen  müssen.* 
Näher  auf  solche  abnormen  Formen  einzugehen  ist  nicht  unsere  Auf- 
gabe.** 

5.  Die  Verba  mediae  geminatae. 

Auf  Grund  der  Ausführungen  A.  Ml  i.i.kr’s***  ist  man  jetzt  fast  10 
allgemein  zu  der  Überzeugung  gekommen,  dass  die  Verba  mediae 
geminatae  und  die  sog.  hohlen  Verba  (Verba  mediae  w und  j)  bili- 
terale  Verbalklassen  seien,  die  sich  erst  durch  die  Analogie  der 
starken  Verba  teilweise  der  Form  der  triliteralen  angepasst  hätten. 
Doch  scheinen  mir  die  für  diese  Theorie  vorgebrachten  Gründe  nicht  15 
zwingend  zu  sein,  sondern  die  Abweichungen  beider  Klassen  vom  Para- 
digma des  starken  Verbs  sehr  wohl  aus  der  Schwäche  der  Laute  -w 
und  j (Verba  mediae  w und  j)  oder  aus  der  Schwierigkeit,  welche 
die  Aufeinanderfolge  gleicher  Laute  bot,  erklärt  werden  zu  können. f 
Damit  ist  jedoch  noch  nicht  bestritten,  dass  diese  Wurzeln  sich  aus  20 
ursprünglich  biliteralen  entwickelt  hätten:  ist  es  doch  wahrscheinlich, 
dass  auch  die  starken  Wurzeln  im  Grunde  nur  Weiterentwicklungen 
biliteraler  Wurzeln  sind  !ff  Wir  sind  also  der  Meinung,  dass  es  eine 
Zeit  gegeben  hat,  in  der  die  schwachen  Stämme  sich  von  den 
starken  nicht  unterschieden,  dass  aber  schon  in  ursemitischer  Zeit  25 
durch  lautliche  Vorgänge  zahlreiche  Abweichungen  der  Verba  med. 
gern,  und  med.  wjj  vom  starken  Verb  eintraten. 

Die  für  die  Verba  med.  gern,  in  Betracht  kommenden  Lautge- 
setze sind  folgende: 

1.  Ein  kurzer  Vokal  (ursprünglich  wohl  nur  *)  fff  zwischen  den  beiden  3° 
gleichen  Konsonanten  fällt  aus.  Dieses  war  ursprünglich  jedoch 
nur  dann  möglich,  wenn  dem  ersten  der  gleichen  Konsonanten 
eine  kurze  offene  Silbe  vorherging  und  dem  letzteren  noch  ein 
Vokal  folgte  wie  in  sa-6(i)-ba. 

* Vgl.  Fälle  wie  targ.  mkl  (auch  hebr.  mähül  Jes.  I,  22)  gegenüber  hebr.  mul  35 
und  mll. 

**  Reiches,  jedoch  noch  nicht  gesichtetes  Material  bei  IIuizinga,  a.  a.  O. 

**♦  Verba  und  y"y:  ZDMG  33,  S.  698—700. 
f Vgl.  auch  Mayp.r  Lambert,  La  triliteraiiU  des  racines  5"?  et  “,“r:  Keine  des 
etud.  juiv.  35,  S.  203 — 212.  4° 

ti * Friedr.  Delitzsch,  Studien  über  indoger manisch-semitische  Wurtehersrandt - 
Schaft  (Leipzig  1873),  bes.  S.  81. 

fff  Vgl.  hebr.  trans.  särar  neben  intr.  far  (aus  *,f arird). 


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(UngnaS.  (Ü6er  Änafogi«6ifÄungtn  im  6räifc0tn  QJttSum.  269 

2.  Ging  jedoch  eine  geschlossene  Silbe  voran  und  waren  die  beiden 
gleichen  Konsonanten  auch  wieder  nur  durch  einen  kurzen  Vokal 
getrennt,  so  trat  eine  Umstellung  von  Vokal  und  Konsonant  in 
der  vorletzten  Silbe  ein  (z.  B.  * jas-bu-bu  zu  jas-ub-bu,  jasubbu).* 
5 Einige  Abnormitäten,  die  die  Verba  med.  gern,  im  Hebr.  zeigen, 
lassen  sich  jedoch  noch  nicht  mit  Hilfe  der  erwähnten  Lautgesetze  er- 
klären. In  den  Fällen,  wo  die  gleichen  Konsonanten  ein  und  der- 
selben Silbe  angehörten,  trat  ursprünglich  keine  Veränderung  ein 
(sababta  noch  im  Arab.).  Das  Hebr.  zeigt  hier  einen  Bindevokal, 
10  der  im  Perfekt  0,  im  Imperfekt  (und  Imperativ)  d ist.  Jenes  ö war 
von  KNL’DTZON**  mit  dem  a der  assyr.  Permansive  wie  kald-d-ta 
verglichen  worden.  Doch  sind  die  Bedenken,  denen  eine  solche  Zu- 
sammenstellung unterliegt ,***  so  gewichtig,  dass  eine  andere  Erklärung)- 
viel  an  Wahrscheinlichkeit  gewinnt,  zumal  da  durch  diese  nicht  nur 
'5  das  ö des  Perfekts,  sondern  auch  das  d des  Imperfekts  erklärt  wird. 
Es  sind  nämlich  t'subbdnä  und  sabböta  Analogiebildungen  nach  den 
Verben  tertiae  w.  Dass  dem  so  ist,  geht  mit  ziemlicher  Sicherheit 
auch  aus  der  Behandlung  des  Perfekts  unserer  Klasse  im  Neu- 
arabischen hervor;  dieses  bildet  bekanntlich  derartige  Formen  nach 
jo  Analogie  der  Verba  tertiae  j wie  sabbet.  Dass  die  Sprache  zu  einem 
solchen  Mittel  griff,  hatte  seinen  Grund  in  der  Kontraktion  der 
gleichen  Konsonanten  in  den  nach  den  Lautgesetzen  notwendigen 
Fällen.  Man  bildete  also  tdsöbbi,  jäsöbhii,  sabbti,  sabbii  u.  ähnl.  For- 
men, indem  man  die  Personalendung  an  die  kontrahierte  Form  an- 
25  hing.ff  Die  Folge  davon  war,  dass  die  Sprache  den  Trieb  em- 
pfand, auch  die  konsonantisch  beginnenden  Verbalendungen  an  die 
Form  sabb  antreten  zu  lassen.  Dies  konnte  aber  nur  mit  Hilfe  eines 
Bindevokals  geschehen.  Nun  lagen  aber  die  Verhältnisse  ähnlich 
im  Piel  der  Verba  tertiae  j und  iw.  auch  hier  war  der  eine  Konso- 
3°  nant  verdoppelt,  und  die  konsonantischen  Endungen  schienen,  nach- 
dem der  dritte  Radikal  durch  lautliche  Veränderungen  unkenntlich 
geworden  war,  mittels  eines  „Bindevokals"  anzutreten.  Dieser  war  auf 

* Diese  Metathesis  war  vielleicht  eine  Eigentümlichkeit  des  Westseniitisehcn.  Das 
Ass.  kennt  nur  das  erste  Lautgesetz  Das  Ath.  behandelt  die  Verba  med.  gern,  als 
55  starke  Verba;  jedoch  beweist  die  Übereinstimmung  des  Arab.  mit  dem  Nordsem.,  dass 
diese  Klasse  im  Ath.  der  Analogie  des  starken  Verbs  gefolgt  ist.  Dasselbe  kann 
auch  im  Assyr.  der  Fall  sein. 

**  ZA  6,  S.  419. 

***  Vgl.  Philippi,  DSS  S.  371. 

40  f Philippi,  a.  a.  O.,  S.  372. 

tt  NVenn  die  Verba  med.  gern,  nicht  auf  starke  ltildungen  /»rückgeführt  werden, 
bleibt  cs  u.  a.  auch  rätselhaft,  weshalb  sich  in  keiner  Sprache  Formen  wie  *sab-tä  u.  &. 
erhalten  haben,  die  doch  dem  semitischen  Sprachgefühl  keineswegs  zuwider  waren  (cf. 
hebr.  hamta ; arab.  kufu/ti). 


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270 


®tt(täg«  jur  femitifcfien  l&pradSirtffVnfi&jfl. 


Grund  einer  frühzeitigen  Analogiebildung*  in  allen  Imperfekten  a.  So 
wurde  also  nach  Fgallana  zunächst  wohl  das  intr.  Imperfekt  Qal  (wie 
*tekal/anä) **  und  dann  weiterhin  das  trans.  (wie  Csubbanä)  gebildet 
Einem  Imperfekt  fgallana  konnte  nun  aber  in  früherer  Zeit  ein  Per- 
fekt *gallauth  (später  gil/itä)  entsprochen  haben***:  solche  Formen  5 
sind  ursemitisch,  aber  im  Hebr.  verloren  gegangen.  Auf  Grund  der- 
selben entstand  nun  das  hebr.  sab  bot ä (älter  *sabbauta),  f ganz  wie 
neuarab.  tu addet  nach  einem  Perfekt  des  Intensivstammes  wie  kaffet 
Wurzel  Ifj).  Dass  Formen  wie  *gallötä  (oder  *gi//ötä),  welche  die 
Analogiebildung  veranlasst  haben,  im  Hebr.  nicht  mehr  zu  finden  10 
sind,  besagt  nichts  gegen  die  Richtigkeit  der  gegebenen  Erklärung: 
es  begegnet  in  der  Sprachgeschichte  die  Thatsache  gar  nicht  so 
selten,  dass  ältere  Bildungen  an  ihrem  eigentlichen  Entstehungspunkt 
verloren  gingen  und  sich  nur  noch  an  Stellen,  an  die  sie  erst  durch 
die  Analogie  verpflanzt  wurden,  erhielten.  Nachdem  einmal  jene  15 
Übertragung  des  au  (später  zu  6)  stattgefunden  hatte,  lag,  als  alle 
Verba  tertiae  w der  Analogie  der  Verba  tertiae  j folgten,  kein  Grund 
vor,  jenes  au  (<i)  bei  Verben  med.  gern,  aufzugeben,  da  dem  Sprach- 
bewusstsein  seine  Entstehung  völlig  entschwunden  war  und  es  in 
ihm,  ebenso  wie  in  dem  a des  Imperfekts  und  des  damit  zusammen-  20 
hangenden  Imperativs  nunmehr  nichts  weiter  sah  als  „Bindevokale". 
Vom  Qal  aus  übertrugen  diese  sich  dann  auch  auf  die  entsprechenden 
Formen  der  abgeleiteten  Stämme  (Niphal,  Hiphil,  Hophal). 

Neben  der  gewöhnlichen  Bildungsweise  des  Imperfekts  jäsöb 
finden  wir  auch  Formen  wie  jissob.  Nach  Kautzsch  ft  hat  Haupt  25 
diese  für  Analogiebildungen  nach  Verbis  primae  n erklärt;  jedoch 
giebt  er  keine  lvrklärung  dafür,  wie  eine  solche  Analogiebildung 
möglich  wurde.  Im  Aramäischen  ist  die  Bildung  mit  Schärfung  des 
ersten  Radikals  die  regelmässige,  und  man  könnte  somit  vermuten, 
dass  die  uns  überlieferten  l'ormen  dieser  Art  durch  Einfluss  des  30 


* S.  oben  S.  264. 

**  Es  liegt  also  eine  Proportion  vor.  wie 

j*gallü  *jfkallü  (aus  *j,ka Hu ) 

t*galläna  l'lalliin* 

Wenn  Formen  wie  *t*kallänä  nicht  überliefert  sind,  so  ist  damit  noch  nicht  be- 
wiesen, dass  sic  nicht  zu  irgend  einer  Zeit  existiert  haben. 

***  Das  regelmässige  Imperfekt  zu  *gallautä  wäre  *j*gallruf{a)  gewesen;  dieses 
wurde,  wie  oben  bemerkt,  zu  *j'ga//ija  und  dann  zu  j'gaUä.  Die  3.  P.  f.  pl.  war  ur- 
sprünglich  *t'gaHiwnä,  w\xs  zu  *rga/tin*  hätte  werden  müssen;  hierfür  aber  trat  schon 
früh  nach  Analogie  der  <z-Imperfckte  und  wohl  auch  durch  den  Einfluss  der  lautgcsctz- 
lich  entstandenen  3.  P.  s (jfga/lä)  pgallanä  ein. 

, _ . *rallü  sabbu 

f Proportion:  _ * , , 

* gallauta  *saboauta 

ff  Hebräische  Grammatik M,  S.  174  Anm.  (Leipzig  1896}, 


35 


40 


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(UngnaB,  (ÜBtt  Ünafogoßifbungfn  im  ßtBräifcJkn  (VetSum.  2~I 

Aramäischen  entstanden  sind.  Ist  dies  der  Fall,  so  fraget  es  sich  zu- 
nächst, wie  sind  die  aramäischen  Formen  zu  erklären?  Eine  Form 
jasubba  hätte  nach  aram.  Lautgesetzen  zu  fsöb  werden  müssen.  Da 
hier  (im  Gegensatz  zum  Hebr.)  auch  das  Präfix  seinen  vollen  Vokal 
5 hätte  verlieren  müssen,  so  wäre  die  Form  aus  dem  gewöhnlichen 
Schema  der  Verbalformen  ganz  herausgerissen  worden.  So  konnte 
jene  Verdopplung  nur  zu  dem  Zwecke  entstanden  sein,  den  Vokal 
des  Präfixes  zu  halten*  Wenn  man  also  die  hebr.  Formen  wie 
jissob  als  Aramaismen  betrachtet,  so  sind  sie  vollkommen  verstand- 
io  lieh;  dagegen  wäre  es  undenkbar,  dass  ein  hebr.  *jasubba  zu  jissob 
werden  konnte,  es  müsste  denn  sein,  dass  man  derartige  Bildungen 
als  Analogiebildungen  zu  intransitiven  Imperfekten  auffassen  will,  in 
denen  Formen,  die  den  betr.  aramäischen  ähnelten,  auch  im  Hebr. 
lautlich  entstehen  konnten.  Ein  vorauszusetzendes  Imperfekt  *jidalla 
15  musste  im  Hebr.  lautgesetzlich  zu  *j'dal  werden,  da  nur  a in  Vorton- 
silbe gedehnt  wurde,  i aber  schwand.  Um  jenes  i zu  halten,  gab 
es  nun  zwei  Wege;  erstens,  es  gegen  die  sonstige  Gewohnheit  zu  c 
zu  dehnen  (cf.  jömar)  oder  zweitens,  den  folgenden  Konsonanten 
zu  verdoppeln  ( jiddal ).  So  konnte  also  juidal  lautlich  entstehen 
zo  und  dann  nach  Analogie  dieser  Form  die  Verdopplung  des  ersten 
Radikals  auch  auf  solche  Formen  übertragen  werden,  wo  eigentlich 
kein  Grund  für  eine  Verdopplung  vorlag.**  Viel  an  Wahrscheinlich- 
keit gewinnt  diese  Erklärung  dadurch,  dass  die  überlieferten  Formen 
mit  Schärfung  meist  Intransitiva  sind. 

Aber  auch  die  von  Haupt  angedeutete  Erklärung  ist  möglich: 
jissob  könnte  eine  Analogiebildung  nach  jiggai  sein.  Wodurch  aber 
wurde  sie  veranlasst?  Die  einzige  Form,  die  den  Ausgangspunkt  für 
die  Analogie  bilden  konnte,  scheint  mir  der  Imperativ  zu  sein.  Dieser 
wurde  von  sbb  nach  dem  Imperfekt  jasöb***  wie  söb  gebildet.  Ähn- 
30  lieh  aber  waren  die  Imperativbildungen  der  Verba  primae  //.  Bei 
ihnen  unterschied  sich,  äusserlich  betrachtet,  das  Imperfekt  vom  Im- 
perativ durch  das  mit  folgender  Verdopplung  Vorgesetzte  Präfix. 
Es  ist  nun  nicht  unmöglich,  dass  diese  Bildung  des  Imperfekts  auch 
auf  andere  Verbalklassen  mit  einsilbigem  Imperativ  übertragen  wurde, 
35  dass  man  also  aus  söb  ein  Imperfekt  jissob  nach  der  Proportion  schuf: 

ga}  dal  söb 

jiggai  jiddal  jissob 

Nachdem  dann  erst  einmal  eine  Verbindung  zwischen  den  beiden 

* Ebenso  wohl  auch  sjrr.  netleb  aus  *ni-tiö  (Wurzel  jtb),  Vgl.  S.  259  Anm.  vy*. 

**  Vgl.  Formen  wie  jassibbu  (Ri.  18,  23)  u.  ä. 

40  ***  Die  lautgesetzliche  Bildung  des  Imperativs  Qal  wäre  wohl  stbob  (aus  su-bub) 

gewesen.  Wie  aber  schon  öfter  gezeigt  worden  ist,  wurde  der  Jussiv  und  dann  der 
Imperativ  in  späteren  Sprachperioden  bisweilen  vom  Imperfekt  aus  neu  gebildet. 


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2/2 


Qgcttrügf  ;ur  ftmilifcBtn  £prac8njiffrnfc$afl. 


Verbalklassen  geschaffen  war,  konnten  auch  andere  Formen  (wie  das 
Iliphil)  der  Analogie  der  Verba  primae  n folgen. 

Alle  drei  im  vorigen  erörterten  Erklärungen  des  Imperfekts 
jissöb  scheinen  mir  möglich  zu  sein;  wir  müssen  also  die  endgültige 
Entscheidung  über  den  Ursprung  dieser  Form  noch  in  suspenso  lassen.  5 

Auf  lautlichem  Wege  ist  wohl  das  Hophal  hitsab  entstanden: 
eine  Grundform  *husabba  hätte  zu  *hösab  werden  müssen,  einer 
Form,  welche  die  charakteristische  Vokalfärbung  des  Passivs  nicht 
mehr  geboten  hätte.  Deshalb  zog  man  es  vor,  das  kurze  u des 
Präfixes  gegen  die  gewöhnlichen  Lautgesetze  zu  ü zu  dehnen  oder  10 
aber  auch,  wenngleich  seltener,  den  folgenden  Konsonanten  zu 
schärfen*  Ejpe  Analogiebildung  nach  Verben  primae  w kann  die 
Form  hüsab  jedoch  unmöglich  sein,  da  beide  Klassen  zu  streng  von 
einander  geschieden  sind,  so  dass  man  keine  Form  finden  kann,  die 
in  befriedigender  Weise  die  Möglichkeit  einer  Analogiebildung  er-  15 
klärte.  Höchstens  konnten  der  Sprache  Formen  wie  hüiab  zum 
Muster  für  die  Behandlung  von  *husab(ba)  dienen,  so  dass  man  allen- 
falls von  einer  Beeinflussung  der  Form  hü  sab  durch  hüiab  reden  kann. 

Neben  dem  Fiel  bilden  die  Verba  med.  gern,  häufig  ein  Polel. 
Diese  Bildung  hat  Barth**  als  Analogiebildungen  nach  Verben  mediae  so 
w wie  kotnem  (aus  *kawmima)  erklärt  Jedoch  ist  es  auch  möglich, 
dass  einzelne  jener  Formen  (sbbeb)  auf  einen  Zielstamm  der  Grund- 
form * säbaba  Zurückzufuhren  sind,  wenn  sich  dies  auch  nicht  mehr 
sicher  ermitteln  lässt.  Der  Hauptgrund,  den  Bartii  für  die  sekun- 
däre Natur  des  Polels  der  Verba  med.  gern,  anfuhrt,  ist  der,  dass  25 
diese  Verba  einen  ganz  regelmässigen  Intensivstamm  {sibbeb)  bilden 
können,  während  dieser  bei  den  sog.  hohlen  Wurzeln  stets  durch  die 
Palpelform  kömetn  ersetzt  wird.***  Eine  derartige  Angleichung  von 
Formen  der  einen  dieser  beiden  Verbalklassen  an  solche  der  anderen 
konnte  vielleicht  dadurch  entstehen,  dass  sie  in  manchen  Bildungen  30 
vollkommen  übereinstimmten,  so  im  Jussiv  (Qal  und  Hiphil),  nach  wa 
consec.  (wajjakotn-wajjdsob\  wajjakäm-wajjasäb),  ferner  im  Hiphil- 
imperativ  (hakem-hasi  b)\  endlich  haben  auch  beide  Klassen  die  Eigen- 
tümlichkeit, einen  Verbalstamm  durch  Reduplikation  der  Haupt- 
konsonanten f zu  bilden  (kimkem-sibseb).  Doch  scheinen  mir  alle  35 

* Bildungen  wie  Jutta/  (Jcs.  24.  12  , p! . jutka/tb  (Jcr.  46,  5).  Über  die  Mög- 
lichkeit einer  anderen  Erklärung  vgl.  oben.  Über  Ersatrdehnuug  und  Ersatr.vcrdopp- 
lung  vgl.  auch  S.  259  An  in  ft*. 

**  Die  1'üUl-Ccnjugation  und  die  rö/dl-Jhr/iciJien:  Semitic  studier  in  memory  cf 
Alexander  Kohut,  S.  83—93.  Berlin  1897.  40 

***  Denn  Bildungen  wi c.  kijjtm  beruhen,  wie  auch  Barth,  a.  a.  O.,  S.  85  annimmt, 
auf  aramäischem  Einfluss. 

f Derartige  Pilpclbildnngen  beruhen  wohl,  wie  Phiuppi  [ Der  Grundstamm  des 


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(UngnaS,  (ÜB«  Jtnafogt<Bif»ung«ii  im  $<6riifcBen  (0<r8um.  273 

diese  Übereinstimmungen  die  Bildung  der  Form  söbeb  noch  nicht 
genügend  zu  erklären;  es  gewinnt  somit  die  Annahme,  dass  einzelne 
Verba  med.  gern.  Pö'elformen  ( *sababa  zu  *säbiba  zu  *sbbib)  gebildet 
haben,  viel  an  Wahrscheinlichkeit  Denn  da  eine  Pö'el-Form  von 
5 einem  Verb.  med.  gern,  vollkommen  mit  einer  Fa'lel-Form  eines  Verbs 
med.  wlj  übereinstimmte,  so  konnte  diese  Übereinstimmung  leicht 
dazu  führen,  dass  man  nun  von  anderen  Verben  med.  gern.  Pölel- 
Formen  mit  Pielbedeutung  neu  bildete. 

Eine  Analogiebildung,  die  sich  im  Niphal  bei  einzelnen  Verben, 
10  wenn  auch  nicht  regelmässig  findet,  möchte  ich  noch  kurz  erwähnen. 
Das  Niphal  der  Verba  med.  gern,  wurde  regelmässig  mtsab  gebildet 
(aus  *ntis-ba-ba,  *na-sabba,  *nastib).  Diese  Form  glich  nun  aber  ganz 
einem  Qalperfekt.  Was  war  da  nun  natürlicher,  als  dass  man  den 
Ursprung  der  Form  bisweilen  vergass  und  sie  ganz  nach  Analogie 
15  eines  Qal  flektierte?  So  entstanden  Formen  wie  n'maltäm*  von  mll\ 
ebenso  gehen  wohl  Formen  von  nps  mit  passiver  Bedeutung  auf  ein 
Niphal  vom  Stamm  pss  (neben  püs)  zurück. 

6.  Die  sog.  hohlen  Wurzeln. 

Auch  für  diese  Verbalklasse  glaube  ich  bei  der  alten  Erklärung 
20  bleiben  zu  müssen,  wonach  alle  Abweichungen  vom  Paradigma  des 
starken  Verbs  erst  durch  Lautgesetze,  die  sich  aus  der  Natur  der 
Laute  w und  j ergaben,**  entstanden  sind.***  Sicher  ist  natürlich, 
dass  diese  Lautgesetze  schon  in  ursemitischer  Zeit  wirkten.  Ehe  sie 
aber  eintraten,  dürfte  es  eine  Epoche  gegeben  haben,  wo  die  Verba 
25  mediae  u>  und  j ganz  den  starken  entsprechend  behandelt  wurden.f 
Die  in  Betracht  kommenden  Lautgesetze  erkennen  wir  am  besten 
aus  den  Formen  der  abgeleiteten  Stämme,  da  diese  schon  seit  den 


starken  Verbums  im  Semitischen  und  sein  Verhältnis  zur  Wurzel  Morgenliindische 
Forschungen.  Festschrift,  Fleischer  getuidmet.  Leipzig  1875,  S.  96)  gezeigt  hat,  auf 
30  Analogiebildungen  nach  ursprünglichen  Quadriliteris  der  Form  kalkil\  da  diese  ihrer 
Entstehung  gemäss  einerseits  mit  Wurzeln  wie  sbb  und  kwm  verwandt  waren,  anderer- 
seits eine  gewisse  Intcnsivbedcutung  von  vornherein  hatten,  so  bildete  man  später  aufs 
neue  von  Wurzeln  med.  gern,  und  med.  wff  solche  Intensivstämme  nach  der  Analogie 
jener  Quadrilitcra. 

35  * Gen.  17,  ir. 

**  Die  Laute  tu  und  j sind  unsilbische  Vokale;  wäre  dieses  nicht  der  Fall,  so 
blieben  allerdings  Lautgesetze  wie  die  ZU  besprechenden  physiologisch  unerklärlich. 

***  Näher  auf  die  Frage  der  ltiliteralität  einzugehen,  ist  hier  nicht  der  Ort;  in 
neuerer  Zeit  haben  sich  für  die  Triliteralität  ausgesprochen:  PlHUPPI,  Nochmals 
40  die  Aussprache  der  sem.  Konsonanten  1 und  \ ZDMG  51,  bes.  S.  77.  — Lindbf.rg, 
Vergleichende  Grammatik  der  sem.  Sprachen,  I S.  1190'.  (Göteborg  1897).  — Grimme, 
Orient,  litteraturseitung , I S.  323.  — Mayer  LAMBERT,  Rev.  des  ctud.  juiv.  35,  S.  203  fr. 
y Vgl.  die  Bemerkungen  im  Anfang  des  vorigen  Abschnitts  S.  268. 


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$t!lräg<  ;ur  fttmlifd!«»  £|jrae8wifhnrdiaft. 


274 

ältesten  Zeiten  eine  einheitliche  Bildungsart  aufweisen,  während  im 
reinen  Stamm  deren  drei,  («-,  /-,  «-Perfekt  und  Imperfekt)  neben- 
einander hergehen.  Fragen  wir  uns  zunächst,  was  aus  ja,  ji,  ju,  wa, 

Vfi,  i vu  wird,  wenn  ihnen  eine  geschlossene  Silbe  vorhergeht,  so 
können  wir  aus  dem  Kausativstamm  schliessen,  dass  ji  und  wi  5 
(durch  ji)  zu  / werden,  ferner  ergiebt  sich  aus  der  Übereinstimmung 
des  Arab.  mit  dem  Hebr.  im  «-Stamm  [inkätna  ==  tuikotn),  dass  wa 
und  ju  zu  ä wurden.  Dass  aus  i»'«  « wurde,  ist  a priori  wahrschein- 
lich und  wird  durch  die  Übereinstimmung  des  hebr.  Qalimperfekts 
mit  dem  des  Arab.  erwiesen.  Was  aus  ursprünglichem  ju  wurde,  10 
lässt  sich  mit  Sicherheit  nicht  feststellen;  wahrscheinlich  ist  es,  dass 
dieses  ebenfalls  durch  ji  zu  i wurde,  da  wir  in  den  sem.  Sprachen  die 
Tendenz  beobachten  können,  beim  Zusammentreffen  von  « und  i 
(seien  sie  nun  silbisch  oder  unsilbisch)  dem  i den  Vorzug  zu  geben. 

Geht  dem  w oder  j eine  offene  auf  a endigende  Silbe  voraus,  15 
so  schwinden  w und  j\  es  wird  also  awa,  aja  zu  ä,  azvi,  aji  zu  ai, 
uw//,  aju  zu  au.  Endlich  ist  als  drittes  Lautgesetz  zu  beachten,  dass 
ii,  /,  « sowie  die  durch  die  Kontraktion  neu  entstandenen  Diphthonge 
ai,  au  in  geschlossener  Silbe  zu  a,  i,  u verkürzt  werden.* 

Aus  diesen  Lautgesetzen  ergeben  sich  folgende  Entsprechungen  20 
für  die  I Iaupttempora  des  Qal: 


Ursprüngliche 

Form 

Lautgesetz  lieh  entwickelte  Form 

Perfekt 

1 

Imperfekt 

Perfekt 

Imperfekt 

kawama 

jafovttma 

kiima 

jakttma 

kawama 

ja  ho  im  a 

kama 

jaklma 

kavtima 

jikwama 

kaima 

jikHma 

kawuma 

jukwama 

knuma 

j st  kiima 

kajama 

jak/uma 

kama 

jaklma  (?) 

kajama 

jakjima 

kama 

jaklma 

ktijima 

jikjama 

kaima 

jik.ima 

kajuma 

jukjama 

kauma 

jukama 

Wie  aus  dieser  Zusammenstellung  ersichtlich  ist,  war  es  bei 
keinem  Verbum  dieser  Klassen  im  Qal  zu  erkennen,  ob  eine  Wurzel 
mediae  j oder  w zu  Grunde  lag.  Die  Folge  hiervon  war  eine  durch- 
gehende Verwirrung  beider  Klassen;  da  auch  die  Substantive  davon  35 
nicht  unberührt  blieben,  so  ist  es  uns  jetzt  nur  noch  selten  möglich, 
die  ursprüngliche  Beschaffenheit  einer  solchen  Wurzel  festzustellen. 
Vor  allem  aber  darf  man  hier  nicht  das  Arab.  zum  Führer  nehmen, 

* Auf  diesem  Gesetze  beruhen  auch  Substantivbildungcn  wie  Mit  aus  *tuit  und 
dieses  aus  *6>ius-l.  4° 


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(UngnaS,  (U6«r  Jlnufogiifiif&ungin  im  $<6räifc9<n  QJtrBum.  3-5 

da  es  in  der  Regel  aus  einem  /-Imperfekt  des  Grundstammes  eine 
Wurzel  mediae  j und  aus  einem  //-Imperfekt  eine  solche  med.  iv 
zurückgebildet  hat;  auch  mag  wohl  z.  T.  umgekehrt  je  nach  der 
Wurzel  das  Imperfekt  mit  u oder  /'  gebildet  worden  sein. 

5 Wir  wenden  uns  zu  den  erst  im  Hebr.  entstandenen  Analogie- 
bildungen!* Die  3.  P.  m.  sing,  des  Qalperfekts  zeigt  die  drei  Bil- 
dungen trans.:  kam,  intr. : kam,  körn  gegenüber  arab.  käma  für  alle 
drei  Fälle.  Es  ist  klar,  dass  das  Arab.  erst  sekundär  die  transitive 
Form  verallgemeinert  hat;  das  Äth.  hat  noch  käma  und  käma,  während 
10  käma  durch  die  Macht  der  Analogie  verdrängt  ist.  Für  die  Be- 
urteilung der  hebr.  Form  kam  ergiebt  sich  nun  die  grosse  Schwierig- 
keit, dass  sie,  wenn  sie  dem  arab.  käma  entspräche,  den  lautgesetz- 
lich notwendigen  Wandel  von  ursem.  /}  zu  hebr.  0 nicht  vollzogen 
hätte.  Philippi  **  der  meines  Wissens  zuletzt  über  diese  P'rage  ge- 
■ 5 handelt  hat,  nimmt  an,  dass  kam  (sic!,  nicht  kam)  deshalb  unverändert 
blieb,  um  es  von  neutrischen  Formen  wie  ’är  (siel,  nicht  ’/i/j  zu  trennen. 
Es  ist  dieses  jedoch  eine  Erklärung,  die  vom  psychologischen  Stand- 
punkt aus  als  unhaltbar  zurückgewiesen  werden  muss:  denn  ob  zwei 
Formen,  die  verschiedene  Bedeutung  hatten,  lautlich  gleich  werden 
20  oder  nicht,  das  ist  der  Sprache  völlig  gleichgültig;  im  Gegenteil,  sie 
gleicht  ursprünglich  verschiedene  Formen  unbewusst  aus,  worin  ja 
das  Wesen  der  Analogie  begründet  ist.  Ferner  ist  es  auffällig,  dass 
sich  bei  dem  Verbum  mft  nie  die  plene  geschriebene  Form  findet, 
die  man  doch  erwarten  sollte,  wenn  es  aus  *mawita,  *maita  entstanden 
25  wäre.  Wenn  wir  die  übrigen  Formen  des  Perfekts:  kam/ä  (aus  *ka- 
wam-tä,  *käm-tä)  *mittä,  das  einen  späteren  mat-tä  dem  Phii.IPPI- 
schen  Lautgesetz  zufolge  zu  Grunde  liegt  (aus  *mawit-tä,  *maittä), 
büitä  (aus  *bavjul-tä,  *bauitä,  *buitä),  Formen,  die  alle  regelrecht  nach 
den  oben  besprochenen  I-autgesetzen  entstanden  sind,  mit  der  3.  P. 
jo  m.  sing,  vergleichen,  so  ergiebt  sich  doch  wohl  augenscheinlich,  dass 
wir  hier  eine  innere  grammatische  Angleichung  vor  uns  haben.  Der 
kurze  Vokal  wurde  — zu  welcher  Zeit,  ist  schwer  zu  entscheiden, 
jedenfalls  erst  nach  Abfall  der  alten  Perfektendung  a — von  den  mit 
konsonantischem  Personalsuffix  versehenen  Formen  zunächst  auf  die 
35  3.  P.  m.  sing,  übertragen,  indem  man  nach  Proportionen  wie 

kiHal-tä  kam-tii  +bui*tä 

kdtal  x / s 

x,  y,  z = kam,  mit,  bui  — sämtlich  mit  kurzem  Vokal  — bildete, 
woraus  dann  der  Regel  nach  kam,  mal,  büi  werden  musste;  von  hier 
übertrug  sich  dann  der  tongedehnte  Vokal  auch  auf  die  Formen, 

* VjjL  hierzu  auch  Philippi,  ZUMG  51,  S.  ;6  if. 

*♦  Deut  st  he  Litteraturzeitung , 1896,  Spalte  811. 


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3P<i(Tig«  ;ur  fomftfdltn  £pr<Jc£wt(T«ifc8aft 


2/6 

die  vokaliscli  anlautende  Personalendungen  hatten  (wie  kaum).  Von 
der  alten  Form  * kau  tu»  11.  s.  w.  erhielt  sich  nur  die  Betonung  der 
Pänultima.  Dass  diese  eigentlich  nur  tonlangen  Vokale,  wenn  ein 
Suffix  an  die  Verbalform  trat,  nun  wie  naturlange  behandelt  wurden, 
ist  nicht  auffällig  und  aus  dem  Trieb,  die  Form  als  Verbalform  nicht  5 
unkenntlich  werden  zu  lassen,  begreiflich. 

Das  Imperfekt  des  Qal  ist  regelmassig;  nur  wird  vor  der  En- 
dung -ih)  meist  der  Trennungslaut  ii  eingeschoben,  der,  wie  oben  ge- 
zeigt ist,  bei  den  Verben  ultimae  j seinen  Ursprung  hat,  der  jedoch 
später  nur  als  Trennungsvokal  empfunden  wurde,  besonders  nachdem  10 
auch  die  Verba  med.  gern,  ihn  angenommen  hatten.  Von  diesen  aus 
und  nicht  direkt  von  den  V erben  tertiae /' dürfte  er  auf  unsere  Verbal- 
klasse  übertragen  sein,  da  eine  direkte  Übertragung  bei  der  geringen 
Beziehung  zwischen  Verben  med.  wj  und  tertiae  w'j  hinsichtlich  der 
Flexion  sehr  unwahrscheinlich  ist.  Dieser  Trennungsvokal  a tritt  in  15 
allen  Imperfekten,  wenn  auch  nicht  regelmässig*  dann  ein,  wenn  es 
gilt,  einen  langen  Vokal  unverändert  zu  erhalten.  Demselben  Zwecke 
dient  in  den  Perfekten  der  vor  konsonantische  Personalendungen 
tretende  Trennungsvokal  0.  Der  Grund  für  die  Setzung  der  Tren- 
nungsvokale war  der,  dass  man  einen  Vokalwechsel  innerhalb  einer  20 
und  derselben  Flexionsgruppe  vermeiden  wollte,  also  eine  Art  innerer 
grammatischer  Angleichung;  so  wäre  beispielsweise  die  lautgesetzliche 
Flexion  des  Perfekt  Niplial  gewesen:  3.  P.  m.  sing,  näköin  (aus  *na- 
käwa),  2.  P.  m.  s.  *tuika»itä  (aus  *nakäm-/t));  für  *ndkamta  trat  also, 
um  das  0 zu  halten,  zunächst  ein;  letzteres  aber  wurde  25 

wegen  der  als  unangenehm  empfundenen  Aufeinanderfolge  der  beiden 
langen  o Laute  zu  n<-küm-ö-tä  dissimiliert 

Eine  innere  grammatische  Angleichung  liegt  ferner  in  der  2.  P. 
m.  sing,  des  Imperativs  vom  Qal  vor,  deren  tonlanger  Vokal  durch 
den  naturlangen  der  mit  vokalischer  Endung  versehenen  Personen  30 
verdrängt  wurde.  Das  alte  Verhältnis  der  einzelnen  Imperativformen 
liegt  noch  im  Hiphil  vor;  die  Form  *hakim  wurde,  da  sie  nie  einen 
vokalischen  Auslaut  hatte  und  mithin  / in  geschlossener  Silbe  ver- 
kürzt werden  musste,  zu  *hakim  und  dieses  regelrecht  zu  hak  tut, 
während  die  2.  I’.  fein.  sing,  und  die  2.  P.  ntasc.  plur.  ihr  langes  i 35 
behalten  mussten  (/nikimi,  /utkimu).**  Dagegen  übertrug  sich  im  Qal 
der  lange  Vokal  auf  die  2.  I’.  m.  sing.:  I.  küm  statt  * kirnt  aus  *kum, 

2.  bin  statt  bin  aus  *bin.  Genau  dieselben  Analogiebildungen  bietet 
auch  das  Neuarabische  (äg.  u.  syr.  Dial.)  gegenüber  dem  Altarabi- 

* Der  Trennungsvokal  a (resp.  0)  fehlt  öfter  im  Imperfekt  Qal  und  Hiphil  sowie  auch  40 
im  Perf.  Hiphil. 

**  Die  nicht  belegte  2.  P.  pl.  f.  lautete  entweder  ‘hnklmiitil  oder  *kttk/mn‘  (aus 


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(UngnaS,  (Ü6«r  ilnafogirßifbungrn  im  8t6r<iifc$en  (Dcrßum.  277 

sehen;  vgl.  kü m,  sir,  näm  gegenüber  älterem  htm,  sir,  »am.  Im  Niphal 
ist  meines  Wissens  für  die  2.  P.  m.  sing,  kein  Releg  vorhanden. 

Eine  Analogiebildung  nach  dem  Perfekt  ist  wohl  das  Imperfekt 
Niphal  jikkom.  Denn  wenn  es  auch  möglich  ist,  dass  die  ältesten 
5 Formen  des  Niphal  *naktH,  *jinkatal  waren ,*  so  trat  doch  jene  Ver- 
änderung zu  *naktal,  *jinkatil  schon  so  früh  ein,  dass  man  die  Form 
jikkom  nicht  aus  einem  alten  *jinkau<am  wird  ableiten  dürfen. 

Umgekehrt  ist  das  Perfekt  des  Hophal  eine  Analogiebildung 
nach  dem  Imperfekt  Dieses  letztere  lautete  ursprünglich  jukäma 
10  (aus  *jukwama).  Das  Hebr.  zeigt  nun  zunächst  im  Präfix  ein  langes  ». 
Man  könnte  zu  der  Annahme  geneigt  sein,  dass  dieses  eine  Analogie- 
bildung nach  den  Verben  primae  w sei;  doch  ist  das  ganz  unwahr- 
scheinlich, da  beide  Klassen  ursprünglich  gar  keine  Berührungs- 
punkte hatten.  Es  liegt  vielmehr  wieder  ein  Fall  von  Ersatzdehnung 
15  vor:  aus  jukäma  hätte  nämlich  im  1 Iebr.  j'kom  werden  müssen;  da- 
durch hätte  die  Form  ganz  den  Charakter  einer  Passivbildung  ver- 
loren. So  wurde  wieder,  ebenso  wie  bei  den  Verben  med.  gern.** 
« zu  it  gedehnt.  Eine  weitere  Erklärung  erfordert  nun  noch  das 
kurze  a der  zweiten  Silbe.  Dieses  wird  aus  Formen  eingedrungen 
20  sein,  in  denen  a zu  a lautgesetzlich  verkürzt  werden  musste; 
dieses  war  nun  zunächst  im  Jussiv  ( *jukam ) und  dann  auch  in  der 
2.  u.  3.  P.  f.  pl.  des  Indikativs  der  Fall,  ehe  a als  Bindevokal  be- 
nutzt wurde.  Von  solchen  Formen  hat  sich  das  kurze  a zunächst 
über  das  ganze  Imperfekt  und  dann  auch  über  das  Perfekt  ansge- 
25  breitet,  das  ja  ursprünglich  */iukwim  lautete,  woraus  lautgesetzlich 
im  Hebr.  *hökbn  oder  */iükim  hätte  werden  müssen.  In  diesen 
Fällen  kann  allerdings  die  Analogie  der  Verba  primae  w mitgewirkt 
haben;  nachdem  Formen  wie  tiikam-nä  (lautgesetzlich  aus  *tu- 
käm-nä)  mit  Formen  wie  tülab-nä  (lautgesetzlich  aus  */uwiab-nä) 
30  übereinstimmend  geworden  waren,  konnte  man  nach  Analogie  des 
lautgesetzlich  entstandenen  jitlab  eine  Form  jitkam  (statt  *jitkätn 
aus  * jukäma)  neu  bilden ; ebenso  auch  im  Perfekt. 

Es  bleibt  uns  nur  noch  übrig,  eine  Analogiebildung  zu  erwähnen, 
auf  die  zuerst  NÖI.DEKE***  hingewiesen  hat,  und  die  dann  vonBARTHf 
35  näher  untersucht  worden  ist.  Ein  /-Imperfekt  des  Qal  (wie  järib) 
stimmte  in  der  Form  vollkommen  mit  einem  Imperfekt  des  I Iiphil 
uberein.  Die  Folge  davon  war,  dass  man,  den  Ursprung  der  Form 
vergessend,  von  einem  solchen  Imperfekt  auch  andere  Hiphilformen 
bildete,  wie  z.  B.  von  rib  m'ribe  u.  a.ff  — 

40  * Vgl.  s.  252.  **  Vgl.  s.  272. 

***  ZDMG  37,  S.  525—540. 
f ZDMG  43,  S.  190— 191. 

|-f  I>a.  Nähere  hierüber,  sowie  die  Belege  s.  bei  NoLDCKK  und  Bakiii,  * a.  O. 


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278 


®<t(rägt  ;ur  fjmtftfdbn  £prad}reiflcnf«?aft. 


Alle  von  uns  bisher  behandelten  Fälle  betrafen  grammatische 
Angleichung.  Fs  sind  aber,  glaube  ich,  auch  zwei  Fälle  begrifflicher 
Angleichung  im  I lehr,  zu  konstatieren,  die  ihrer  Natur  nach  bisher 
noch  nicht  erkannt  wurden,  und  auf  die  ich  daher  noch  aufmerk- 
sam machen  mochte.  Die  begriffliche  Angleichung  ist  zweierlei  Art:*  5 

1.  Angleichung  an  Wörter  verwandter  Bedeutung  oder  Angleichung 
durch  Ähnlichkeit, 

2.  Angleichung  an  Wörter  von  gegensätzlicher  Bedeutung  oder 
Angleichung  durch  Kontrast. 

Fin  Fall  von  der  letzteren  Art  ist  wohl  das  Imperfekt  von  hikah:  10 
jikka/i.  Fine  derartige  Assimilation  des  /an  einen  folgenden  Konso- 
nanten ist  dem  Semitischen  durchaus  fremd.**  Es  liegt  vielmehr  in 
jikkah  eine  Analogiebildung  nach  seinem  Gegensatz  jittin  von  natan 
vor.  Letzterem  Verbum  folgt  auch  das  Qalpassiv  von  lakalt:  jukkah 
nach  jutlan,  dagegen  begreiflicher  Weise  nicht  das  Niphal,  da  '5 
dessen  Bedeutung  „hinweggenommen  (=  hinweggerafft)  werden" 
nicht  als  Gegensatz  von  „gegeben  werden"  empfunden  wurde. 

Fin  Fall  von  Angleichung  an  Wörter  verwandter  Bedeutung 
liegt  wohl  in  der  Bildung  einzelner  Formen  von  hd/ak  (Ick,  jclck  und 
/lölik)  vor.  Unter  den  zahlreichen  Erklärungsversuchen  gilt  der  von  20 
PraetoriüS***  gegebene  als  der  beste,  wonach  das  Hiphil  *hahtik 
durch  Quiescieren  des  h zu  *hälik  und  dann  weiter  zu  holik  wurde. 
Aber,  fragt  man  sich,  warum  ist  in  mahbilhn  (Jer.  23,  16),  mahglm 
(Jes.  8,  19)  u.  ä.  die  Lautfolge  ah  nicht  zu  a,  o geworden?  Es  durfte 
vielmehr  eine  Bedeutungsanalogie  vorliegen:  ha/ak  ist  ein  Verb  der  JS 
Bewegung,  und  da  einige  andere  ihm  sinnverwandte  Verba  ( järad 
„hinabsteigen“,  jasab  „sich  niedersetzen“,  ja  sä  „hinausgehen“)  Verba 
primae  «>'/  waren,  so  trat  bei  hdlak  eine  Analogiebildung  nach  diesen 
Verben  zunächst  im  Imperativ  Qal  ein.f  Nachdem  nun  der  Impe- 
rativ nach  Analogie  von  red,  ieb  und  sc‘  statt  *hälek  Ick  gebildet  3° 
worden  war,  konnte  auch  das  Imperfekt  und  weiterhin  das  Hiphil 
der  Analogie  jener  Verba  folgen. 


* W't'NOT,  a.  a.  O.,  S.  446. 

**  Fälle,  wie  syr.  tiszin  für  itzfin  (so  noch  geschrieben)  und  nessak  für  *ntslak 
dürfen  natürlich  mit  jikkah  nicht  verglichen  werden,  ebensowenig  die  Assimilation  des  35 
/ im  arab.  Artikel  an  einen  folgenden  Zungenlaut. 

***  ZAVV  2,  S.  310 — 312. 

f Hierfür  spricht,  dass  das  Moabitische  in  der  .1/rr.r  -Inschrift  den  Imperativ  zwar 
schon  /k,  (Z.  14),  das  Imperfekt  aber  noch  >hlk  (Z.  15  u.  161  bildet. 


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J5pmnen  unfc  d5eßefe  an  (Ntarbuß. 

Von 

Dr.  theol.  Johannes  Hehn. 

a)  Die  Genealogie  Marduks. 

5 Marduk  ist  anerkanntermassen  die  wichtigste*  Gottheit  des 
babylonischen  Pantheons.  Die  babylonische  Religion  ist  naturalisti- 
scher Pantheismus;  der  Babylonier  erklärt  die  Naturvorgänge  nicht 
aus  mechanischen  Gesetzen,  sondern  er  sieht  in  ihnen  unmittelbare 
Auswirkungen  der  Gottheit.*'*  Durch  die  verschiedenartigen  Natur- 
io  erscheinungen  differenziert  sich  die  eine  grosse  Gottheit  in  ver- 
schiedene Gottheiten. 

Man  hat  Marduk  bisher  allgemein  als  den  Gott  der  Früh-  und 
Frühlingssonne  erklärt***  und  auf  diese  Erklärung  alle  Mitteilungen 
der  Babylonier  über  die  Tätigkeit  Marduks  zurückgefuhrt.  Zu  einem 
<5  klareren  Verständnis  der  eigentümlichen  Bedeutung  Marduks  kom- 
men wir  m.  E.  jedoch,  wenn  wir  in  erster  Linie  die  Gedankengänge 
ins  Auge  fassen,  wie  sie  die  babylonische  Theologie  über  Marduk 
ausgebildet  hat,  und  nicht  gleich  zurückgehen  auf  diesen  scheinbar 
das  ganze  Geheimnis  lösenden  Endpunkt. 

20  Die  Keilschrifttexte  heben  bei  der  Erwähnung  der  Tätigkeit 
Marduks  immer  in  erster  Linie  dessen  Genealogie  hervor,  weil 
beide  in  engster  Beziehung  zu  einander  stehen. 

Marduk  ist  der  erstgeborene  Sohn  des  Fla  (aplu  riStü  Sa  l!/:a),  der 
erstgeborene  Sohn  des  Abgrundes  {aplu  riStü  Sa  apsi),  während  Ea 
25  der  Sar  apsi  ist  Apsii  ist  aus  dem  sumerischen  ab-zu  (ZU.  A/S)  ins 
Semitische  übergegangen  und  bedeutet  „Haus  der  Weisheit";  Ea, 

* cf.  Zimmern,  KAT3  S.  370;  A.  Jeremias,  Art.  , Marduk'  in  Roschers  Lex.  d. 
gricch.  n.  röm.  Mythologie. 

**  cf.  Winckler,  Himmels-  und  Weltenbild  der  Babylonier , Lprg.  1901,  S.  Ilf.; 
30  der».,  Die  babylonische  Kultur  in  ihren  Beziehungen  zur  unsrigen , I.p/g.  1902, 
S.  19;  Drmtzsch,  Babel  und  Bibel 3 Lpzg.  1903,  S.  49  u.  77 f. 

**»  KB  VI  I S.  562  »erlässt  Jensen  diese  zuerst  von  ihm  aufgcstclltc  Erklärung 
und  erklärt  Marduk  Ihr  einen  I.ichtgott,  das  Licht  unabhängig  von  der  Sonne. 


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Qßcittiig«  ;ur  fcmifiMtn  £prac{lwtlT«nfdSaft. 


280 

„Gott  des  Wasserhauses"*  (die  Beziehung  zwischen  „Wasser"  und 
„Weisheit“  werden  wir  unten  erörtern),  ist  der  Bel  nimeki,  der  „Herr 
unergründlicher  Weisheit".  Unter  den  zahllosen  Stellen,  die  das  be- 
zeugen, sei  hier  nur  erwähnt  Surp.  II,  149  — 154  (IV  R 52,  III,  33 — 39): 
uE-a  lip-tur  ii'ir  npsi,  5 

tipsu  lip-tur  bit  ni-mc-ki 
Eridu  lip-tur  bit  npsi  lip-tur 
11 Marduk  lip-tur  iär  u/gige 
uSar-pa-ni-tum  lip-tur  lar-rat  fc-sag-il 
E-sag-il  u Bitbüu  lip-tu-ru  'o 

iü-bat  illini  rabiite  — 

IV  R 18,37a  'WEN. Kl  lugal  ZU.  AB-kid  = u£a  Ihr  ap-si-i\  IV  R 56, 

II,  9:  >lEa  Ihr  npsi,  bau  kullati,bil gitnri\  IV  R 57,  l8*>  (No.  XIV).  Das 
ist  also  die  grundlegende  Auffassung  von  Marduk,  wie  sie  uns  in  der 
babylonischen  Mythologie  vorliegt:  Er  ist  der  Sohn  des  Herrn  un-  '5 
ergriindlicher  Weisheit.  Damit  hängen  die  Epitheta  eng  zusammen, 
die  Marduk  beigelcgt  werden,  um  ihn  als  Weisheitsgott  zu  bezeich- 
nen: er  ist  der  rapla  usni,  der  weitsinnige,  der  p/t  usni,  der  igigallu, 
der  helläugige  (Nebuk.  III,  3),  der  bau  nimeki,  der  Vater  der  Weis- 
heit, er  ist  der  naklu,  muntalku  (No.  I,  Obv.  7),  der  kunstvolle,  weise  20 
Gott,  der  alle  Weisheit  besitzt  ( hammhta  ku/hit  nimeki  No.  I,  Obv.  4). 

b)  Marduks  Wirksamkeit. 

Von  grösster  Bedeutung  für  die  Erkenntnis  des  eigentümlichen 
Wesens  Marduks  ist  die  Tätigkeit  des  Gottes.  Er  ist  derjenige, 
welcher  das  unter  dem  Bilde  des  Ungeheuers  Tiämat  dargestellte  25 
Urchaos  überwindet  und  zum  Kosmos  gestaltet.  Warum  überträgt 
die  babylonische  Mythologie  gerade  Marduk  die  Gestaltung  des  Chaos 
zum  Kosmos?  Weil  er  der  Sohn  des  Herrn  unergründlicher  Weis- 
heit ist  und  deshalb  in  das  sinn-  und  gesetzlose  Durcheinander  Klarheit 
und  Gesetzmässigkeit  bringt;  er  schafftOrdnung  auf  der  Welt.  Sein  30 
Sieg  über  Tiämat  bedeutet  den  Triumph  der  Intelligenz,  des  geistigen 
Lichtes,  über  die  sinnlose  Bildungskraft  und  elementare  Gewalt  No.  I 
Rev.  23  heisst  Marduk  der  Sohn  des  mummu',  dieses  tnummu,  mit 
dem  hier  und  auch  sonst  (Merod.-Bal.-Stein  III,  5)  Ea  bezeichnet  wird, 
ist  nachjENSEN,  KB  VI  1 S.  302  f.  als  „Form",  „Gestalt"  o.  ä.  zu  erklären  35 
und  bezeichnet  Ea  als  die  Urform,  oder  das  Urbild,  nach  dem  alle 
anderen  Formen  und  Gestaltungen  gebildet  sind.  (Auch  im  N.T. 
wird  Christus  als  „BildGottes"  (2Cor.4,  4;  Phil.  2,  5—  ti;  Hebr.  I,  2—4) 
dargestellt,  der  Vater  ist  das  Urbild,  der  Sohn  das  Abbild).  Mar- 

* Über  <lic  Lesung  des  Ideogr.p)  f.  Ka  cf.  J KN sen,  Kli  VI  i S.  345;  Zimmern.  40 
KAT3  S.  35S  Anm.  6;  ferner  Jensen  a.  a.  O.  S.  560. 


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Ijeßti,  jfjpmtun  unö  <0{6clc  an  QTUrbuS. 


’8l 


duk  bildet  darum  auch  den  Menschen  (KB  VI  I S.  34  Z.  15;  40,  Z.  20; 
No.  VIII,  1—4;  XIV,  17),  vgl.  Gen.  1,  26f.  ysbta,  “tibsa  — das  gött- 
liche Bild  ist  Vorbild  für  die  Gestaltung  des  Menschen.  Ea  ist 
Protektor  aller  Künstler;  tnumtnu  hat  dieselbe  Wurzel  wie  ummanu 
5 Künstler,  ‘-tu- tu,  Jensen  a.  a.  O.  Das  bit  mutnmu  war  eine  Art  ba- 
bylonischer Hochschule;  sie  war  so  genannt,  weil  die  Wissenschaft 
in  der  Gottheit  als  der  Uridee  ihren  letzten  Ursprung  hat.  II  R 58,  5,  4 
wird  u NU.DIM.MUD  erklärt  als  Ea  in  nabnitv,  nabnitu  = Form, 
Gestaltung  Jensen,  KB  VI  1 S.  303.  Da  NU  — „Bild“,  DEM  = bann, 
10  AIUD  — bann  Sa  aliuü  Sc  51,  so  ist  Ea  damit  bezeichnet  als  die  alles 
gestaltende,  aus  sich  erzeugende  Form.  Der  Ausdruck  tnumtnu  bau 
käla  = das  alles  bildende,  gestaltende  Urbild  hat  denselben  Sinn 
(Merod.-Bal.-St.  Col.  III,  5;  BA  II,  261).  Es  möchte  mir  scheinen, 
dass  nicht  der  Kampf  zwischen  Tag  und  Nacht,  Winter  und  Friih- 
1 5 ling  zu  dem  Mythus  von  der  Besiegung  der  Tiamat  durch  Marduk 
geführt  hat,  zumal  sich  dieser  Kampf  in  Babylonien  nicht  so  furcht- 
bar darstellt  wie  bei  uns,  ich  glaube  vielmehr,  dass  man  die  Ord- 
nung, die  das  Weltall  durchherrschende  Gesetzmässigkeit,  er- 
klären wollte.  Die  Herstellung  dieser  Ordnung  führt  der  Babylonier 
20  auf  ein  mit  ganz  besonderer  Weisheit  begabtes  Wesen  zurück; 
es  ist  der  Sohn  des  Urgrundes  aller  Weisheit.  Die  Umgestaltung 
des  Chaos  zum  Kosmos  erscheint  ihm  als  eine  gewaltige  Arbeit,  als 
ein  furchtbarer  Kampf  mit  den  Mächten  der  Unordnung,  der  Gewalt, 
der  Finsternis,  der  Zerstörung.  Merkwürdig  oder  unglaublich  ist  das 
25  nicht:  die  Wissbegierde  eines  jeden  Volkes  sucht  sich  schliesslich  die 
F'rage  nach  der  Entstehung  der  Welt  und  der  Ordnung  in  derselben 
zu  lösen.  Der  Babylonier  sagte  sich  nun,  dass  es  ein  unendlich 
w’eiser  und  mächtiger  Gott  sein  müsse,  der  die  gewaltigen  Massen 
der  Weltkörper  in  seine  ewigen  Gesetze  gezwungen  habe.  Das  Licht 
30  als  Bild  der  Weisheit,  die  Finsternis  als  Bild  der  Unordnung  und 
Zerstörung  ist  dem  Babylonier  ebenso  geläufig  wie  dem  A.  T.  Marduk 
tritt  deshalb  in  die  Erscheinung  durch  das  Licht,  das  Symbol  der 
Weisheit,  während  das  Chaos  Finsternis  ist. 

Mit  dieser  Tätigkeit  Marduks  ist  eng  verknüpft  seine  Bedeutung 
35  als  Förderer  und  Schützer  des  Kulturlebens.  Diese  Auffassung 
von  Marduk  unterscheidet  das  kulturelle  Centrum  Vorderasiens,  Babel, 
charakteristisch  von  dem  mit  dem  Bogen  abgebildeten,  kriegslustigen 
Asur,  der  nichts  anderes  ist  als  die  Projizierung  des  militärischen 
Geistes  der  Assyrer  in  die  babylonische  Göttenveit.  Marduk  wird 
40  zwar  auch  oft  als  gewaltiger  Held  geschildert,  der  die  Feinde  nieder- 
wirft z.  B.  No.  I,  33;  No.  IV;  No.  V;  IV  R 26,  4 (No.  VI);  No.  III,  10,  allein 
es  soll  damit  bloss  die  Überlegenheit  des  Lichtes  über  die  Finsternis, 
der  Weisheit  und  Vernunft  über  die  rohe  Gewalt,  sowie  die  Macht 

Beitrage  zur  semit.  Sprachwissenschaft.  V.  20 


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282 


3£<iftäg<  ;u r f«mittfc8(n  ßfracSwi(?tnf4aft. 


zum  Ausdruck  gebracht  werden,  welche  der  Gott  besitzt,  um  sein 
Volk  zu  schützen.  Die  Pflege  des  Kulturfortschrittes  dagegen  liegt 
im  innersten  Wesen  Marduks  begründet.  Er  weckt  als  Frühlingsgott 
das  Leben  in  der  Natur  und  schafft  so  die  Grundlage  fiir  die 
Kultur.  Sein  Fest  ist  im  Frühling  und  hat  den  Namen  tabu  = Auf-  5 
ersteliungs*-Fest.  Marduks  Gemahlin  ist  Sarpanitu  — die  silber- 
glänzende 1 Morgenröte),  woraus  man  in  Assyrien,  vielleicht  mit  Rück- 
sicht auf  Marduk  als  Früldingsgott,  Zerbänitu  = die  samenspendende, 
machte.  Marduk  als  Schöpfer  des  Natur-  und  Kulturlebens  kommt 
in  den  Hymnen  und  Gebeten  sehr  vielfach  vor.  Er  öffnet  die  «o 
Gebirgsquellen,**  leitet  die  Ströme  im  Gebirge,*'**  lässt  das  Getreide 
üppig  gedeihen, f verteilt  die  Nahrung, ff  sorgt  für  das  Wild  des 
Feldes,  für  das  Wachstum  der  Pflanzungen, fff  er  spendet  den  Über- 
fluss,*f  sorgt  für  Erwerb  und  Vermögen  ,**f  er  ist  ein  guter  Rat- 
geber,***1  er  hat  gegründet  die  Gesamtheit  der  Wohnstätten, f*  erhält  'S 
die  Städter t*  und  ähnliche  Ausdrücke  lassen  keinen  Zweifel  darüber, 
dass  man  Marduk  nach  dieser  Richtung  eine  besondere  Tätigkeit 
zuschrieb.fff* 

Der  Charakter  Marduks  als  des  Gottes  des  Kulturfortschritts 
wird  noch  besonders  dargestellt  durch  seinen  Sohn  Nabu,  welcher  -° 
der  Lehrer  und  Förderer  der  Tafelschrcibekunst  ist,  womit  er  als  För- 
derer der  idealen  Güter  der  Menschheit  überhaupt  bezeichnet  wird. 

Im  Grunde  ist  Nabu  und  Marduk  eins.’ff  Nebo  ist  demgemäss 
auch  der  Gott  des  Handels  entsprechend  dem  griechischen  Hermes, 
dem  römischen  Merkur.  **ff  Er  ist  ebenso  wie  sein  Vater  Marduk  J5 
der  rapia  uzni,  seine  Gemahlin  ist  Taämet  = Erhörung,  die  per- 
sonifizierte Bereitwilligkeit  zur  Aufnahme  der  Weisheit,  vgl.  die  Tafel- 
unterschriften aus  der  Bibliothek  Asurbanipals. 

Von  Marduk  verschieden,  möglicherweise  von  ihm  erst  später 

* Das  Wort  so  von  I ensen  gedeutet  KB  VI  i S.  306;  vgl.  Zimmern,  KAT3  S.  371. 

**  K 3459  Vorder».  I,  6 (No.  II),  K 3505  Vordere.  7 (No.  III).  30 

***  K 3459  Vordere.  I,  5;  K 3505  a.  a.  O.;  No.  XIV,  29  (IV  R 57). 
t K 3505  Vordere.  5;  K 3459  Vordere.  I,  8;  No.  XIV,  30. 
ft  K 3459  Vorder*.  I,  7. 

ttt  K 3459  Vorders.  I,  lof. ; DT  tog  Vorders.  I,  2 (So.  XXIV). 

*t  K 3459  Vorder*.  III,  8;  K 3505,  8;  XIV,  27(1.  35 

**t  K 3459  Vorders.  III,  11. 

***f  No.  I,  Vorder*.  5;  17;  K 3459,  I,  2. 

f*  No.  I,  Vorders.  8.  f+*  K 3505,  Vorders.  6. 

ttt*  Allerdings  werden  ähnliche  Eigenschaften  auch  anderen  Göttern  zugeschrieben ; 
so  heisst  Nusku  mukin  mafjJsi,  muJdisu  farakie,  weil  er  als  Licht-  und  Sonnengott  eine  40 
gewisse  Einheit  mit  Ea  und  Marduk  bildet  \fnq.  II,  3. 

♦ft  vgl.  Zimmern,  KAT3  S.  399. 

**f+  Die  Übereinstimmung  der  Eigenschaften  Marduks  und  Nebos  mit  Apollo  und 
Hermes  ist  geradezu  frappierend,  vgl.  Koscher,  Lex.  S.  422  IT.  2360  IT. 


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fi«8n,  15ebib<b  ub&  an  QTWr&uÄ.  283 

differenziert,  ist  Tammuz;*  gegenüber  dem  weisen,  ordnenden  und 
belebenden  Prinzip,  wie  es  Marduk  darstellt,  ist  er  die  Vergötterung 
des  üppigen  Naturlebens  selbst,  die  personifizierte  sinnliche 
Lebens-  und  Zeugungskraft.  Ebenso  ist  Marduk  weit  verschieden 
5 von  dem  die  tierische  Fruchtbarkeit  darstellenden  Ea-bani.**  Mit 
diesen  beiden  verwandt  ist  Gira,  der  Gott  der  Tiere  des  Feldes,  der 
ebenso  wie  Tammuz  jährlich  einmal  stirbt.*** 

Am  meisten  entfaltet  Marduk  seine  Tätigkeit  als  Gott  der 
Beschwörung.  Diese  wird  regelmassig  im  Namen  Eas  und  Marduks 
10  ausgeführt,  wenn  auch  noch  andere  Götter  dabei  angerufen  werden, 
ja  selbst  wenn  sich  die  Beschwörung  an  diese  zuerst  richtet.  Die 
Beschwörung  ist  ein  „Reinigen"  und  , Neubeleben".  Sünde,  Krank- 
heit und  Tod,  Reinheit,  Heiligkeit  und  Leben  sind  dem  Babylonier 
ebenso  wie  dem  A.  T.  korrelative  Begriffe,  vgl.  dazu  bes.  No.  XXI  u. 
15  XXII.  Marduk  ist  der  Sohn  von  Eridu,  der  hl.  Stadt  Eas,  und  als 
solcher  im  Besitze  des  Wassers  der  reinen  Beschwörung  {agubbii) 
und  des  reinen  Wortes  {iiptu  — KA.KA.AfA  — Wort,  Sprechen) 
der  Beschwörung  (ina  Sip/ihi  elliti  Sa  ba/äti  IV  R 19, I2,fi3b,  Surp 
VII,  86).  Er  ist  für  den  Kranken  der  hilfsbereite  „Arzt"  (K  9595,  8— 
20  No.  XX).  Die  Krankheit  ist  Verwirrung,  Störung  der  rechten 
Ordnung,  das  Werk  finsterer  Unheilsdämonen,  Aufgabe  des  Licht- 
gottes, der  in  seiner  „Weisheit"  die  Welt  geordnet  hat,  ist  es,  die 
Harmonie  w ieder  herzustellen  und  das  Unheil  wieder  gut  zu  machen. 
In  derselben  Weise  wie  die  Krankheit  auf  dem  physischen,  ist  die 
1 5 Sünde  Unordnung  auf  dem  moralischen  Gebiete;  ihre  Folge 
ist  die  Krankheit,  daher  sind  für  den  Babylonier  Heilung  und  Ent- 
sundigung  unzertrennlich.  Bei  der  Beschwörung  kommt  es  immer 
auf  das  „Wissen"  an.  Es  bildet  einen  stereotypen  Teil  der  Beschwö- 
rung, dass  Marduk  nach  der  Schilderung  der  Leiden  des  Kranken 
30  durch  den  aSipuf- Priester  hingeht  und  seinem  Vater  Ea  die  Qualen, 
welche  der  arme  Mensch  erdulden  muss,  schildert.  Zugleich  bittet 
er  den  „Herrn  der  Weisheit",  ihm  zu  sagen , was  zu  tun  sei.  Z.  B. 
Surp.  V/VI  (IV  R 7 f.,  Zimmern,  BR  S.  25  fr.):  „Ein  böser  Fluch  hat 

* Sein  Name  ist  Dumu-zuabzu  II  R 56,  33  =»  aplu  kenu  Ja  afsi,  der  echte  (wahre) 
35  Sohn  des  Abgrundes  vgl.  Jens  RN,  KB  VI  I S.  560;  Zimmern,  KAT*  S.  397. 

**  Jen  SEN,  KB  VI 1 S.  425.  ***  vgl.  Jensen,  KB  VI  1 S.  463  u.  426. 

f tvber  die  Funktionen  des  Priesters  vgl.  Zimmern,  BR  S.  91  f.  Durch 

Hersagen  der  Beschwörungsformel  (luhhusu  ■=  Flüstern)  vollzieht  sich  unter  bestimm- 
ten Riten  (darunter  auch  Blutsprengung  1 die  Entsündigung.  Seine  eigcntl.  Tätigkeit  ist 
40  darum  jbuffuru  Sühnen.  Jensen,  KB  VI  1 S.  462!.  erklärt  aJüpn  *=»  reinigen.  Der 
Jiifu  wäre  dann  — Reiniger  als  Äquivalent  von  ramku  und  fas/Iu,  falls  nicht  aiif>u 
zu  lesen  nnd  als  „Gereinigter,  Reiner“  zu  fassen  ist.  faliJ  a/si  iMkiss  , AP  No.  98 
Z.  27  fr.)  ist  nach  Jensen  a.  a.  O.  S.  463  ™ ein  mit  Wasser  aus  dem  Weltmeer  Gesalbter, 
sodass  man  also  dieses  Wasser  als  hl.  Symbol  benutzt  hätte,  vgl.  rP2T5. 

20* 


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2S4 


Qgfifräjt  ;ur  fomlifcjrn  /Spraf6n!t(ffnf(?af<. 


wie  ein  Teufel  den  Menschen  befallen,  Jammer,  Schmerz  hat  ihn  be- 
fallen, unseliger  Jammer  hat  ihn  befallen,  ein  böser  Fluch,  der  Bann, 
die  Kopfkrankheit.  Selbigen  Menschen  schlachtete  der  böse  Fluch 
wie  ein  Lamm  dahin,  sein  Gott  wich  von  ihm  (wörtlich:  von  seinem 
Leibe),  seine  fürsorgende  Göttin  stellte  sich  abseits,  Jammer,  Schmerz  5 
bedeckte  ihn  wie  ein  Kleid,  vernichtete  ihn.  Da  erblickte  ihn  Mar- 
duk,  zu  seinem  Vater  Ka  trat  er  ins  Haus  und  sprach:  .Mein  Vater! 
ein  böser  Fluch  hat  wie  ein  Teufel  den  Menschen  befallen',  zum 
zweitenmal  sagte  er  es  ihm.  Was  selbiger  Mensch  getan  hat,  wo- 
durch er  genesen  wird,  weiss  ich  nicht  La  antwortet  seinem  Sohne  10 
Marduk : .Mein  Sohn,  was  wüsstest  du  nicht,  was  sollte  ich  dir  hinzu- 
fügen, Marduk,  was  wüsstest  du  nicht,  was  könnte  ich  dir  noch  mehr 
sagen?  Was  ich  weiss,  weisst  auch  du.*  Gehe,  mein  Sohn  Marduk, 
bringe  ihn  zum  Hause  der  reinen  Besprengung,  seinen  Bann  brich, 
seinen  Bann  löse!'“  Darauf  gibt  Ka  die  Mittel  an,  durch  welche  der  *5 
Bann  zu  lösen  ist.  Die  dritte  Surpu -Tafel  beginnt  mit  den  Worten 
(Zimmern,  BR  S.  12):  „Bann  jeder  Art,  der  einen  Menschen,  ein  Kind 
seines  Gottes  erfasst,  löst  der  Priester  unter  den  Göttern,  Marduk." 
(Ebenso  beginnt  die  Unterschrift  von  Surp.  II,  ZIMMERN,  BR  S.  10 
Z.  192  f.  [IV  R 52,  IV,  22J).  Es  folgt  dann  eine  Aufzahlung  aller  mög-  20 
liehen  Vergehen,  durch  welche  man  sich  den  Bann  zugezogen  haben 
kann,  und  immer  wird  hinzugefügt,  dass  Marduk  ihn  löst.  Ea  und 
Marduk  werden  darum  sehr  oft  als  malmal  iläni,  als  Oberpriester, 
Bannlöser  unter  den  Göttern  bezeichnet  z.  B.  Maql.  IV,  6 — 8: 

liplur  “i:a  malmalu,  25 

lilbalkit  kilpikunu 

" Si/iglular  malmal  iläni  mär  “Ea  apkallu. 

Maq.  III,  168  f.:  sn  littakunu  cpuiu  zumurkunu  lihmut  — lispuh 
Utatkunu  mär  “ iia  malmalu  Maq.  II,  144;  V,  180 — 183;  VII,  9 f.  104. 

1 1 1 ; K 8961,  1 (No.  XVII);  IV  R 57,  191*  (No.  XIV,  88).  30 

Marduk  ist  mit  Ha  der  bei  alipnti,  der  Herr  der  Beschwörung 
Maq.  I,  62  (IV  R 49,  6oa):  [ana]  li-it  “m“ kaliapi-iä  u ‘“'kailapti- iä 
''Si/ig-lit-lar  bet  a-ii-pu-ti  il-pur-an-{ni}\  Maq.  I,  72;  II,  157  f.;  VI,  58; 
VII,  20;  IV  R 56,  II,I3;  das.  111,49'.  lid-din-ki  mal-mal  a-li-pu  “Silig- 
th-lär.  35 

Wie  eng  in  der  Beschwörung  Marduks  Reinigung  und  Neu- 
belebung mit  einander  verknüpft  waren,  mag  an  folgenden  Bei- 
spielen illustriert  werden : Surp.  VIII,  71 — 73:  Ina  ki-bit  mal-mal  iläni 
apkalli  iläni  '‘Marduk  bit  ba/äti  [i]tti  nie  la  zumri  - ka  u mu-sa-a-ti 
la  kätä-ka  lil-la-hi-it-ma  irsi-tim  \lim\-hur  an  gam-lum  a-ra-an-ka  40 
ma-\mit-ka\,  dazu  IV  R 15*  I,  12/13;  IV  R 28*,  3,  1 5b;  IV  R 30*,  3, 

* »gl.  1’kislk  7.A  II  S.  102  f.,  aber  auch  Zimmern,  KAT*  S.  372  Anm.  3. 


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f)tßn,  2>pmncn  unö  ßcüitc  an  (TUarbuR. 


285 


Vorders.  21,22;  IV  R 29,  i,  Vorders.  21  ff.;  K 3418  Vorders.  2f.  (No.  IX); 
K 8961,  1.  1 1 (No.  XVII);  K 9918,  1 1.  7 (No.  XIX);  K 9595,  9 (No. XX); 
K 2333  Rucks.  29  (=  Snrp.  IV  78)  uSilig-h)-ldr  mahnas  ilani  rabnti 
la  ina  lipti-lu  mita  i-bal-lu-tu\  Maq.  VII,  107.  1 14;  Sur/'.  X VI,  162  f. 

5 (IV  R 8,  111,4041). 

Der  Beschwörungspriester  ist  der  Bote  Eas  und  Marduks  Sur/. 
XXI,  173 — 175  (IV  R 8,  III,  51/52.  IV,  1):  langamahä-ku-ma  at-ta- 
pah  i-la-ta,  kinunu  at-ta-pah,  at-ta-din  pi-iir-tu,  ra-atn-ku  diu  la 
uE-a  apil  iip-ri  la  ‘‘  Silig-lu-hir  a-na-ku  — „Ich  der  höchste  Ober- 
10  magier  zünde  das  Feuer  an,  zünde  das  Kohlenbecken  an,  werfe  die 
Lösung  hinein,  der  heilige  (reine)  Priester  Eas,  der  Bote  Marduks 
bin  ich." 

Das  Wasser  spielt  als  das  „reine  Wasser  der  Besprengung“  in 
der  Beschwörungstätigkeit  Marduks  eine  Hauptrolle;  es  ist  nicht 
15  bloss  Mittel  der  Reinigung,  sondern  auch  Symbol  des  Lebens 
wie  aus  der  Bedeutung  des  Ideogr.  für  Wasser  = Sohn  (eig.  seinen  geni- 
tale) hervorgeht.  Im  A.T.  „brütet  der  Geist  Gottes  über  den  Wassern", 
aus  ihnen  entsteht  also  das  Leben,  wie  ja  auch  in  der  Natur  das 
Wasser  neben  der  Wärme  das  Lebenselement  bildet,  ln  der  Vor- 
20  Stellung  des  Babyloniers  entsprechen  sich  also:  Haus  der  Weisheit 
[ZU.AB),  Reinheit,  Heiligkeit,  Leben  einerseits  — apsü  Wassertiefe, 
Haus  des  Wassers  ( E-a ),  Besprengung  mit  dem  Wasser  der  Reinheit 
und  des  Lebens  anderseits;  das  Wasser  ist  Symbol  der  W'eis- 
heit,  und  die  Weisheit  ist  es  eigentlich,  welche  dieTorheit,  aus  welcher 
15  die  Sünde  und  deren  Folge,  die  Krankheit,  hervorgeht,  heilt.  Das 
scheint  der  Zusammenhang  zwischen  der  Wassertiefe  und  der  Weis- 
heit zu  sein.*  A.ZU  = der  „Wasserkundige“,  daraus  dann  asii 
Arzt,  vgl.  Zimmern,  BR  S.  86  f.  ( A.ZU  nach  Zimmern  a.  a.  O.  S.  87 

vielleicht  auch  einfach  „der  Kundige",  vgl.  arab.  Weiser,  Arzt). 

3°  Maq.  VII,  31  ff.  ist  vom  „Öl  Marduks"  die  Rede;  nach  Z.  37 
ist  es  laman  balä/i  „Lebensöl"  und  deshalb  dem  Lebenswasser  nahe 
verwandt.  Der  bani- Priester  wird  auch  NI. ZU  zubenannt,  „Ölkun- 
diger" Zimmern,  BR  S.  86. 

Marduk  wird  wiederholt  als  bil  nubat/i**  bezeichnet,  z.  B.  Maq. 
35  11,157;  VII,  19  f.  Da  nubattu  „Wehklage",  „Trauer",  „Busse"  be- 
deutet, so  dürfte  dieses  Epitheton  daher  zu  erklären  sein,  dass  man 
sich  in  Not  und  Krankheit,  vielleicht  auch  bei  der  Trauer-  und  Ge- 
dächtnisfeier für  die  Toten  an  Marduk  wandte.  Marduk  ist  ja  der 

* Pber  das  Lcbcuswasser  »gl.  ZIMMERS,  KATs  S.  524;  Jensrn,  KB  VI  I S.  367!. 
4°  **  I)a/u  HW  S.  446»;  Jensen,  KB  VI  1 S.  446;  Zimmern,  KATj  S.  371;  Mkiss., 

Suppl.  S.  63a.  Jensen  a.  a.  O.  leitet  das  Wort  von  nakti  „rufen“  ab. 


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286 


Qßdtiägt  ;ut  fjmilifc^cn  ^pracjivifffnfc{af(. 


bei  balnti,  der  „Herr  des  Lebens“  Surp.  VIII,  71,  der  „Barmherzige, 
der  es  liebt,  Tote  lebendig  zu  machen“  — rimenü,  la  mi/i  bulluta 
irammu  IV  R 29,  1,  23  24*,  der  mubaUit  tni/i  KB  VI  I S.  34  Z.  14  — 
das  ihm  geweihte  Friihjahrsfest  ist  das  Auferstehungs (ta£/i)-Festl 
J ensen,  KB  VI  r S.  306;  Zimmern,  KAT*  S.  371.  Beachtenswert  sind  5 
in  dieser  Hinsicht  auch  die  an  Marduk  gerichteten  Bussgebete