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Full text of "Deutsche Techniker-Zeitung"

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OF ILLINOIS 
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4 



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https://archive.org/details/deutschetechnike3233unse 



ifcriTRSiTY er Hund 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 

/ q 5- Herausgegeben vom Deutschen Techniker-Verbände 

Redaktion: Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 130 ^ 



Inhaltsverzeichnis des 32. Jahrganges, 1915 

Die fetten Ziffern bedeuten die Nummer, die gewöhnlichen Ziffern die Seiten der D. T.-Z. 



1. Volkswirtschaft 

1. Allgemeines 

Gegen Schwarzseher u. Miesmacher 7/8,27. 

Dem deutschen Volke 39/40,153. 

Deutsche Bildung 41/42,161. 

Deutschlands Zukunft 45/46, 177. 

Wirtschaftl. Kiiegsmaßnahmen der Hand- 
werkskammern 3/4,9. 

Die Konjunktur in der deutschen Industrie 
während des Krieges 15/16,57. 

Der wirtschaftliche Ententekrieg gegen 
Deutschland nach Friedensschluß 51/52, 
202. 

Gründung eines Verbandes „Deutsche Ar- 
beit" 41/42,163. 

Die Gestaltung des Wirtschaftslebens nach 
dem Kriege 27/28, 107. 37/38, 147. 

Unser Wirtschaftssystem nach dem Kriege 
47/48,186. 

Die wirtschaftlichen Verhältnisse Belgiens 
49/50, 196. 

Innerer Markt und innere Kolonisation 
21/22, 81. 

Der Staat muß Arbeit aufsparen 51/52,202. 
Lage des Arbeitsmarktes 45/46,179. 

2. Ernährungsfrage 

Eine Mahnung zur Sparsamkeit 9/10,35. 
Höchstpreise 5/6,19. 
Die Ernährung in der Kriegszeit 5/6, 19. 
Was soll man während der Kriegszeit 

essen? 5/6,20. 
Halbe Maßnahmen (zum Kartoffelmangel) 

9/10,34. 

Einiges zur Ernährungsfrage 15/16,60. 

Ausblicke in die Volksernährung 23/24,91. 

Die Organisation der Lebensmittelfürsorge 
für das 2. Kriegsjahr 27/28,106. 

Die Bedeutung der Technik für die Volks- 
ernährung 41/42,162. 

Gegen die Verteuerung der Lebensmittel 
31/32,122. 

Krieg und Konsumenten 5/6,17. 

Die Leistungen des Kriegsausschusses für 
Konsumenteninteressen 5/6, 20. 23/24, 92. 
51/52, 202. 

Die Zentralorganisation der deutschen Ver- 
braucher 5/6, 20. 

3. Wohnungsfrage, Bodenreform 

Bautätigkeit und Wohnungsmarkt in deut- 
schen Städten i. J. 1914 35/36,140. 

Gegen die drohende Wohnungsnot 43/44, 
169. 

Erhöhter Mieterschutz 11/12,45. 
Mindestluftraum in Kleinwohnungen 13/14, 
51. 

Ein vernünftiger Vorschlag (zur Frage der 
Wohnungsfürsorge) 47/48, 187. 

Gegen die Bodenspekulation 51/52,203. 

Tagung d. Bodenreformer (Vortrag „Krie- 
gerheimstätten u. Festbesoldete") 43/44, 
171. 



II. Sozialpolitik 

1. Allgemeine Sozialpolitik 

Dem deutschen Volke 39/40,153. 
Sozialpolitik im Reichstag 19/20,75. 39/40, 
153. 

Bevölkerungsproblem und Sozialpolitik 
47/48,187. 

Bundesratsbekanntmachung f. d. Wochen- 
hilfe 7/8,27. 

25 Jahre Gewerbegerichtsgesetz 39/40,155. 

Die Anteilnahme d. Privatan esteilten und 
Beamten am Krieg 13/14,52. 

Die sozialen Organisationen und der Krieg 
13/14, 49. 

Der Organisationsgedanke und der Krieg 
25/26, 97. 

Die Lage der Minderbemittelten nach dem 

Kriege 51/52,233. 
25 Jahre freie Gewerkschaften 49/50,197. 
Krieg und Gewerkschaften 47 48, 186. 
Nach den Schlachten 31/32,121. 33/34,130. 

35/36, 137. 

2. Arbeitslosigkeit, Arbeitslosenunter- 
stützung, Arbeitsnachweis 

Gesetzliche Regelung d. Arbeitsvermittlung 
11/12*44. 

Gemeindliche Arbeitslosenunterstützung 
' t/2,4. 

Arbeitslosenfürsorge 11/12,45. 

Deutscher Handelstag und öffentlich-recht- 
liche Arbeitsnachweise für Angestellte 
41/42,165. 

Leitsätze des D. T.V. zur Stellenvermitte- 
lung 47/48, 185. 

3. Arbeitsvertrag, Arbeitsverhältnis 

(s. auch unter „Rechtsfragen") 

Soziale Verfügungen von Behörden 1/2,4. 
Tarifverträge 15/16,60. 
Minderheitsorganisationen im Tarifvertrag 

13/14, 53. 
Lohnstatistik 19/20, 76. 
Eigenartige Auffassungen vom Burgfrieden 

31/32,122. 
Teuerungszulagen 27/28,108. 
Urlaub 27/28,107. 

4. Kriegsbeschädigtenfürsorge, 
Kriegerheimstätten 

(s. auch unter „Rechtsfragen") 

Leitsätze des D. T.-V. zur Kriegsbeschä- 
digtenfürsorge 47/48,185. 

Reichsaussci u.i für Kriegsbeschädigtenfür- 
sorge 39/40,155. 

Fürsorge für Kriegsbeschädigte 13/14,52. 
17 18,65. 33/34. 132. 39/40, 154. 51 52,20» 

Die Berufsberatung und die Berufsausbil- 
dung der Kriegsbeschädigten 29/30,113. 

Technischer Fachunterricht an Kriegs- 
beschädigte 51/52,204. 



Kriegsbeschädigtenfürsorge der AngestelU 

ten-Versicherung 45/46, 179. 
Kriegsbeschädigte als Bureaubeamte 41 42. 

165. 

Preisausschreiben für einen Armersatz 
45/46, 180. 

Ausstellung von Arbeitshilfen für Ver- 
stümmelte 47/48, 187. 

Prüfitulie für Ersatzglieder 51/52,235. 

Mitteilungen für Kr egsblinde 35/36,142. 

Kriegerheimstätten 13/14,52. 

Grundsätze für ein Reichsgesetz zur Schaf- 
fung von Kriegerneimstätten 29/30,116. 

Kriegerheimstätten u. Festbesoldete 43/44, 
171. 

Krie ;sbeschä 'igtenfürsorge und Seminar- 
kursus für Fortbil '.ingsschullehrer 25/26, 
100. 

Gefährliche Anzeigen 31/32,124. 

5. Kriegsunterstü zun % Hinterbliebenen- 
fürsorge 

(s. auch unter „Rechtsfragen") 

Die Anrechnung der Organisationsunter- 
stützungen zu der staatlichen und ge- 
meindl chen Kr e^sunlerstützung 12, 4. 

Erweiterte Unterstützung für Krieger- 
familien 23/24,93. 39/40,154. 

Die Versorgung der Kriegsteilnehmer und 
ihrer Hinterbliebenen 9/10,33. 39/40,154. 

Zusatzrenten für die Angenörigen der Ge- 
fallenen 41/42,164. 

Merkblatt für Angehörige der Kriegsteil- 
nehmer 3/4, 12. 

6. Sozialversicherung 

25 Jahre Alters- und Invalidenversicherung 
51 /52, 203. 

Unsere Sozialversicherung in der Kriegs- 
zeit 41/42,163. 

Die Angestelltenversicherung im Kriegs- 
jahr 1914 23/24,89. 

Die Durchführung des Versicherungs-Ge- 
setzes für Angestellte 9,10,36. 

Die Angestelltenversicherung im Kriege 
9/10,35. 19/20,77. 

Winke zur Abkürzung der Wartezeit in der 
Angestel'tenversicherung 21/22, 82. 

Wiederauf ! eben der Anwartschaft bei der 
Angestel tenversicherang 7/8, 28. 

Oberschiedsgericht für Angestelltenver- 
sicherung 13/14, 53. 

Eine Art Gewinnbeteiligung in Form einer 
Zusatzrentenversicherung 49^50, 198. 

Die Zahlung der Beiträge zur Angestellten- 
versicherung 11/12,45. 19/20,76. 

Der Abzug der Beitragshälfte vom Gehalt 
bei der Angestelltenversicherung 31/32, 
123. 

Beiträge zur Angestelltenversicherung nur 
durch Gehaltsabzug 37 38, 1 9. 

Eine Lücke im Versicherungsgesetz für 
Angestellte 37/38,148. 39/40, 1.6. 

Kriegsbeschädigtenfürsorge der Angestell- 
ten-Versicherung 45/461179. 



III. Angestelltenfragen 

Eigentümliche Anschauungen über das 

Koalitionsrecht 37/38,149. 
Das Wettbeuerbsverbot 7/8,27. 
Das Erfinderrecht des Angestellten 31/32, 

123. 

Heraufsetzung der I'fändangsgrenze 21/22, 

, ' 33. ' \ ' 

Neues zur Kürzung d. Angeslelltengehalter 
2, 4, 

„Miütarfreie" Angestellte 1/2,5. 

Gemeinnützige kaufmännische Stellenver- 
mittlung für Deutschland 33/34,132. 

Deutscher Handelstag und öffentlich-recht- 
liche Arbeitsnachweise für Angestellte 
41/42,165. 

IV. Beamtenfragen 

Weiterzahlung des Gehalts bei den Pro- 

vinzialverwaltungen 11/12,45. 
Der Minister der öffentlichen Arbeiten und 

der D.T.-V. 25/26,99. 
Städtische Sozialpolitik 31/32, 124. 
Teuerungszulagen für Beamte 41 42, 165. 
Beamtenpolitik während des Krieges 37/38, 

149. 

Sozialdemokratie und Cemendebeamte 
47/48,187. 

Nebenarbeiten der Beamten 47/48,188. 

V. Standesfragen 

Unsere techn. Truppen im Felde 7/8, 25. 

Gedanken und Hoffnungen eines deutschen 
Technikers in Feindesland 35/36,139. 

Der Krieg, die technische Berufsbildung u. 
die Einjährigenberechtigung 37/38, 115. 

Kriegskonjunktur 49/50, 193. 

Der Baumeistertitel in Sachsen 27/28, 109. 

Erhaltung oder Auflösung der Bauabtei- 
lung an der Königl. Akademie der bil- 
denden Künste zu Dresden 45/46,180. 

Die Bausacnverständigen bei den sächsi- 
schen Amtshauptmannschaften 49/50, 195. 

Deutsches Baumuseum 43/44, 172. 

Innungsverband Deutscher Baugewerks- 
meister 47/48, 188. 

Kriegsbeschädigtenfürsorge und Seminar- 
kursus für Fortbildungsschullehrer 25/26, 
100. 

Gefährliche Anzeigen 31/32,124. 

Zum Heeresdienst einberufene Schüler der 

Baugewerk- und Maschinenbauschulen 

37/38, 149. 

Zur Frauenfrage im technischen Berufe 
(Kriegskonjunktur) 49/50, 193/94. 

VI. Standesbewegung 
1. Allgemeines 

Zur Jahreswende 1/2,2. 

Burgfriede (D. H.-V. und Verein f. Hand- 

lungs-Kommis) 27/28, 108. 
„Zu alt" 33/34, 132. 

Die Verbände der Arbeitgeber, Angestell- 
ten u. Arbeiter im Jahre 1913 31/32,124. 

Die neue Techniker-Organisation (Bund 
der technischen Angestellten) 39/40,157. 

2. Deutscher Techniker-Verband 

Zur Jahreswende 1/2, S. 2. 
Rechenschaftsbericht des D. T.-V. für das 

Jahr 1914 41/42,167. 
Kriegstagung des Gesamtvorstandes des 

D.T.-V. 47/48,185 



Leitsätze des D. T.-V. z. Kriegsbeschädig- 
tenfürsorge 47/48,185. 

Leitsätze des D. T.-V. zur Stellenvermitte- 
lung 47 48,185. 

Kriegsmaßnahmen des D.T.-V. 9/10,36. 
19 20,77. 39/40,156. 

Erlaß von Beiträgen für Kriegsteilnehmer 
u. Stellenlose 7/8,25. 17,18,65. 

Beschluß des Gesamtvorstandes über den 
Wiedereintritt gestrichener Mitglieder 
27/28, 105. 

Bekanntmachung betr. Wiedereintritt der 
wegen rückständiger Beiträge gestriche- 
nen Kriegsteilnehmer 23 24, 90. 

Ein Brief über die Beitragseinziehung 
19 20, 73. 

Der Minister der öffentlichen Arbeiten u. 

der D.T.-V. 25 26,99. 
Zusammensetzung des Geschäftsführenden 

Vorstandes des D. T.-V. während der 

Kriegszeit 21 22,86. 
Unsere Kriegstagungen 33/34, 129. 35 36 

142. 

Aus dem Erholungsheim des D.T.-V. 9/10, 
36. 39 40, 156. 

Mitteilungen für Kriegsblinde 35 36, 142. 

Kriegshilfe des D. T.-V. (Spenden-Nach- 
weis), in jedem Heft. 

Ehrentafel, in jedem Heft. 

Aus dem D. T.-V. (während der Kriegs- 
zeit) 1/2,5. 3 4,11. 7/8,28. 9 10,36 15,16, 
60. 25 26,100. 29/30,116. 51/52,206. 

VII. Rechtsfragen 

Das Sechswochen-Gehalt der zum Kriegs- 
dienst einberufenen Angestellten 9 10, 37. 

Ein Abfindungsstreit zwischen Prinzipal u. 
Angestellten 11/12,46. 

Klagerecht eines nicht rechtsfähigen Ver- 
eins 13 14, 53. 

Ungültigkeit der Kündigung nach Gehalts- 
minderung 19,20,77. 

Hat der wegen Einberufung zu den Fahnen 
aus der Krankenkasse Ausscheidende bei 
eintretender Verwundung Anspruch auf 
Kassenleistungen? 21/22,84. 

Aussetzung des Verfahrens gegen den An- 
gehörigen eines Eisenbahnanlagen schüt- 
zenden Landsturmbataillons 21/22,84. 

Kann gegen Kriegsteilnehmer geklagt und 
zwangsvollstreckt werden? 21/22,84. 

Das als unvollständig beanstandete Dienst- 
zeugnis 31 /32, 125. 

Warnung vor Briefkastenauskünften 31 32, 
124. 

Haben Kriegsteilnehmer bezw. ihre Hinter- 
bliebenen außer den Ansprüchen auf 
Kriegsversorgung auch noch solche auf 
Invaliden-, Hinterbliebenen - Versorgung 
usw.? 35/36,141. 

Krankengeld neben Wochengeld 37/38,150. 

Werden Angestellte in gehobener Stellung 
bei Verkürzung ihres Gehaltes infolge 
des Krieges krankenversicherungspflich- 
tig? 37/38, 150. 

Der Sterbegeldanspruch des Kriegers an 
die Krankenkassen 37 38, 149. 

Kriegsverletzte und Krankenversicherung 
45/46,181. 

Bei der Aushebung des ungedienten Land- 
sturmes . . . (zur Frage der unverschul- 
deten Dienstbehinderung) 47/48, 188. 

VIII. Verschiedenes 

Kriegstechnik 11/12,41. 
Technik u. Weltkrieg 27/28,105. 



Wiegmannträger, nicht „Polonceau" 1 2, 5. 
Auf der Werft in ... 51/52,201. . • 

IX. Bücherschau 

Technisches Auskunftsbuch 1915 13 14,56. 
Kriegslieder 51 52, 208. 
Der Landsturm 27/28,112. 
Luegers Lexikon der gesamten Technik 
21/22,88. 

Mikrokosmos (Zeitschrift) 39/40, 160. 

Ritter, Frauenbriefe ins Feld 47,48,192. 

Volksernährung im Kriege 15/16,60. 

Vorträge für die Kriegszeit 27 28, 112. 

Werkmeister u. Privatangestellte im Wirt- 
schaftsleben während des Krieges 27 '28, 
112. 

Wagener, Kinder untereinander 45,46,184. 

X. Namenverzeichnis 

Berthold, Dr., Kriegsverletzte u. Kranken- 
versicherung 45/46,181. 

Bolte, Gedanken und Hoffnungen eines 
deutschen Technikers in Feindesland 
35 36, 139. 

— , Auf der Werft in . . . 51/52,201. 

Falkenberg, Kriegerheimstätten und Fest- 
besoldete 43,44,171. 

Giesberts, Deutsche Bildung 41, 42,161. 

Gretzschel, Der A\indestluftraum in Klein- 
wohnungen 13 14, 51. 

Haendeler, Zur Jahreswende 1/2,2. 

— , Ein Brief über die Beitragseinziehung 
19/20, 73. 

Heiß, Dr., Die sozialen Organisationen und 

der Krieg 13/14,49. 
Höfle, Dr., Krieg u. Konsumenten 5/6,17. 
— , Die Versorgung der Kriegsteilnehmer 

und ihrer Hinterbliebenen 9/10,33. 
— , Ausblicke in die Volksernährung 23 24, 

91. 

— , Der Organisationsgedanke u. der Krieg 
25,26, 97. 

— , Unsere Kriegstagungen 33/34,129. 

— , Dem deutschen Volke 39/40,153. 

— , Deutschlands Zukunft 45/46,177. 

Jaroslaw, Dr., Innerer Markt und innere 
Kolonisation 21/22,81. 

Kafemann, Wiegmannträger, nicht „Polon- 
ceau" 1/2,5. 

Küster, A., Wirtschaftliche Kriegsmaßnah- 
men der Handwerkskammern 3 4,9. 

Lenz, Die Fürsorge für die Kriegsbeschä- 
digten 17/18,65. 

— , Eine Lücke im Versicherungsgesetz für 
Angestellte 37/38,148. 

— , Der Krieg, die technische Berufsbildung 
u. d. Einjährigenberechtigung 37 '38, 145. 

— Kriegskonjunktur 49/50, 193. 

Metzger, Prof., Unsere technischen Trup- 
pen im Felde 7/8, 25. 

Mordstern, Die Angestelltenversicherung 
im Kriegsjahr 1914 23 24,89. 

Müller, Karl, Berlin, Nach den Schlachten 
31/32,121. 33, 34,130. 35 36,137. 

Ottmann, Die Zahlung der Beiträge zur 
Angestellten-Versicherung 19/20, 76. 

Schütte, Prof., Deutsches Baumuseum 
43/44,172. 

Stillich, Dr., Die Konjunktur in der deut- 
schen Industrie während des Krieges 
15/16, 57. 

Weiß, Die Berufsberatung und die Berufs- 
ausbildung d. Kriegsbeschädigten 29/30, 
113. 

Woldt, Kriegstechnik 11/12,41. 



Deutsche Techniker-Zeitüng 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftlei tung: 

Dr. Höf le, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 



9. Januar 1915 



Heft 1/2 




2um neuen Jatne* 

Allen üerbandsMlegen, befanden den im felde für Deutfdtjlands frei* 
beit Kämpfenden, die benlidttften Segenswünfcbe. möge das neue Jabr 
unferen Waffen den Sieg und damit unferem deutfdtjen üolUe einen 

glüdtfidtjen frieden bringen? 

Der öefftäftsfübrende Uorftand. 




Paul Kelflanü, üorflfcencler. 



Dr. höfle, PerbanttscllreUtor. 





Kriegshilfe (10. Quittung) 



Geschäftsführender Vorstand: Heinze, Reifland, Schirm- 
beck = 35,00. 

Beamte und Angestellte: Bormfeldt, Gaedke, Händeler, Dr. 
Höfle, Hoffmann, Lenz, Lustig, Mourgues, Matzdorff, Frl. Thiele, 
B. Thiele = 178,58. 

Zweigverwaltungen: Augsburg: Gruppe A 24,50, B 
76,50, C 10,00, D 70,75 = 181,75. Bad-Oeynhausen: 40,00. 
Bautzen: Hoffmann 10,00, Sellmer 7,00, Lingner 2,00, Patzak 
2,00, Peppelreiter 2,00, Moselies 2,00, Förster 2,00, Reh 2,00, 
Kuschmann 2,00, Kellermann 1,50, Wolf 1,00, Luft 2,00, Haupt 
1,00, Albrecht 1,00, Gneuß 0,50, (bereits veröffentlicht 14,00 M.) 
= 24,00. Bergedorf: 10,00. Beuthen: 33,00. Bielefeld: 
361,00. Birken feld: Müller 5,00. Berlin: Vorstand der 
Zweig-Verwaltung 11,50. Braunsberg: Vollmer 2,00, Lutten- 
berg 3,00 = 5,00. Braunschweig: 4. Rate : Lütge 5,00, Land- 
mann 2,00, Funke 2,00, Lauerwald 2,00, Cirkler 2,00, Robbin 2,00, 
Kästner 2,00, Balke 1,00, Stengel 4,00, Isebeck 5,00, Ehlers 1,00, 
Wöhler 1,00, Schaare 2,00, Imroth 1,00, Könecke 1,00, Rosenberg 
2,00, Koch 2,00, Sander 5,00, Süßenguth 1,50, Kreisel 2,00, Schir- 
mer 3,00, Drieburg 1,00, Böse 1,00, Schräder 1,00, Ljunggren 
1,00, Würk 1,00, Bläsche 1,00, Zimmermann 1,00, Lüdecke 2,00, 
Kuhfuß 2,00, Hirschelmann 1,00, Krügmann 1,00, Zobel 1,00, Rei- 
niche 2,00, Klüglich 2,00, Dillenburg 1,00, Göhmann 1,00, Berg- 
mann 1,00, Hoff 2,00, Hodemacher 1,00, Säße 2,00, Hille 2,00, 
Brennecke 2,00, Böhm 5,00, Lühken 2,00, Wollweber 1,00, Wolff 
2,00, Göhrt 1,00, Brinkmann, A. 2,00, Schöndube 2,00, Schulze, E. 
2,00, Korritter, R. 10,00, Klußmann, L. 5,00, Brüser 3,00, Kolleck 
13,00, Lambert 2,00, Moß 3,00, Bahrs 2,00, Bernhard 2,00, Dietz 
2,00, Kelpen 2,00, Haars, W. 2,00, Heine, Chr. 2,00, Staats 1,50, 
Jäniche 3,00, Hensel 7,00, HabsCh 2,00, Neuner 2,00, N. N. 6,00 = 
165,00 (1. bis 4. Rate zusammen 535,50 M). B unzlau: Seise 
3,00. Burg (Dith.): Hauschild 5,00, Paaske 5,00, Goroth 5,00, 
Dahm 1,00, Schmidt 5,00, Thormann 1,00, Buhk 1,00, Heitmüller 
3,00, Behrens 3,00, Braren 5,00, Timm 5,00, Porto 0,15 = 39,15. 
Cöthen: Koch 5,00, Finze 10,00, Hundt 5,00, Nette 5,00, Lands- 
mann 3,00 = 28.00. Colmar: 20,00. Cuxhaven: 100,00. 



Darm stadt: H. S. V. 26 M 10,00, Ripper 5,00, Ensling 5,00, 
Müller 12,50, Wießmann 7,00, Heß 5,00, Aßmuth 5,00, Thümmel 
5,00, Stumpf 15,00, Bang 5,00, Hubertus 20,00, Rückert 10,00, Kre- 
mer 2,00, Hübler 10,00, Ertrag vom Verkauf von Kriegskarten 
1,50 = 118,00. Dirschau: 18,00. Elberfeld: 200,00. Esch- 
wege: 4,00. Frankenthal: Keßler 8,00, Keul 2,00= 10,00. 
Geestemünde: Uhde 5,00, Boos 5,00, Habighorst 5,00, Seier 
5,00, .Claas 5,00, Bockelmann 5,00, Bräuer 5,00, Niclas 5,00, 
Reckeweg 5,00, Ohnesorge 5,00, (= 50,00) — bereits veröffent- 
licht 30,00 — , = 20,00. Gießen: Nr. 72 614 10,00, Nr. 74 903 
10,00, Nr. 19 965, Nr. 57 661, Nr. 64 613, Nr. 68 703 20,00, Porto 
0,15 = 40,15. Görlitz: Weidner 5,00, Hilbrig 2,00, Wolff 3,00, 
Neumann 1,00, Karger 1,00, Otto 3,00, Kramer 4,00, Franz 4,00, 
Lira 2,00, Kampfmeier 2,00, Landmann 5,00, Krähe 4,00, Hartmann 
1,00 = 37,00. Graudenz: 36,00. Hannover: Thiede 2,00. 
Helgoland: 40,00. H i 1 d e s h e i m : Böttcher 2,00, Braun 
2,00, Falke 3,00, Hornbostel 3,00, Herke 3,00, Krieg 2,00, Meseck 
3,50, Nordmann 3,00, Papenberg 2,00, Quandt 2,00, Schönenberg 
6,00, Schulz 2,00, Siegmann 2,00, Simon 3,00, Sonnemann 5,00, 
Vennehold 2,00, Wolf, Arth. 3,00, Thimm 6,00, Müffelmann 5,00, 
Wenke 3,00 = 62,50. Insterburg: Schröder 10,15. Kaisers- 
lautern: 23,24. Kiel: 251,15. Königsberg (Pr.) : Flö- 
gel 10,00, Gran 5,00, Kniemeyer 2,00, Reining 5,00, Hübner 3,00, 
Gabel 10,00 = 35,00. Konstanz: 50,15. Landsberg a.W.: 
Kochler 5,00, Klein 2,00, Naeske 5,00, Berge 2,00, Enger 2,00, 
Diez 3,00, Philipp 3,00 = 22,00. Lichtenberg: 6,00. Lich- 
te r f e 1 d e : 15,00. M e i n i n g e n : Geißenhöhner 2,00, Rose 2,00, 
Tantz 2,00 = 6,00. Münster: 63,00. Nürnberg: 33,20 (inkl. 
(1 ,20) Erlös aus dem Verkauf von Kriegskarten). Ober hausen: 
41,50. Oldenburg: 98,00. Oppeln: 90,00. Pirmasens: 
50,00. Pirna: 10,00. Plauen: 20,00. Posen: Paulsen 20,00. 
Schweinfurt: Modler 10,00. Sorau N.-L.: 100,00. Span- 
dau: Hinz 10,00, Schäfer 6,00, Krüger 5,00 = (21,00), Michel 
4,00, Müller 4,00, Richter 4,00, Rübke 4,00, SaChse 2,00, Weber 
4,00 = 22. Thorn: 41,00. Trebnitz: 20,15. Trier: 50,00. 
Viersen: 15,00. Westprignitz: 28,00. Wilhelmsha- 
ven: 1334,15 (4100,04 M). 



964440 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 1/2 



( I l Ii 

Mitglieder: Altmann 5,00, Baar 6,80, Bornholz 5,00, Cassier 
9,12, Gurraii 5,00, Kederke 6,00, Lange 3,00, Magerstaedt 10,00, 
Martin 4,00, Mertens 10,00, Naumann 10,00, Ninow 1,00, Noe- 
ver 6,00. Ch. Namseger (Rückzahlung) 20,00, Schäfer 30,00, 
Schückermann 1,00, Schweder 5,00, Stritt 2,00, Sebode 3,00, Ton- 
scheidt 1,50, Witzig 5,00, Zehle 2,50, Ziegler 3,00, D. T.-V. für 
Kriegskarten durch Herrn v. Carlowitz 1,00 (154,92 M). 
Zusammen 4 468,54 M. 

Dazu Endbetrag der 9. Quittung 60 105,07 M. 

64 573,61 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 7 021,73 M. 

Desgl. an Weihnachtsspenden 2 735, — M. 

Dazu Endbetrag der 9. Ausgaben-Quittung 27 978,62 M. 

37 735,35 M. 



Die in Heft 41/42 für die Zweigverwaltung Weißenfels ver- 
öffentlichten M 52,00 wurden von folgenden Herren gespendet: 
P. Schömburg 5,00, Deister 5,00, Schwetzel 3,00, Breiter 20,00, 
Nitzsche 6,00, Heiger 3,00, Lindemann 10,00 M. Die in Heft 43/44 
für die Zweigverwaltung Remscheid veröffentlichten 120,00 M 
verteilen sich wie folgt: Bendel 10,00, Markmann 24,00, Sommer 
10,00, Windet 15,00, Stölting 15,00, Schaulat 10,00, Schrey« 
10,00, Bachmann 3,00, Engels 3,00, Müller 5,00, Schikowskv 5,00, 
Pickhardt 10,00 M. 

Die in Heft 47/48 für die Zweigverwaltung Bromberg ver- 
öffentlichten 77,50 — 2,00 = 75,59 M sind von folgenden Herren 
gespendet: Peppler 3,00, Kaukusch 2,00, Konkol 2,00, Lorenz 0,50, 
Fritsch 1,00, Sdiubert 1,00, Bruschat 3,00, Boldt 5,00, Pandowi 
6,00, Saß 2,00, Kuklinski 1,00, Schulz 5,00, Goertz 1,00, Medzeg 
30,00, Wehner 3,00, Zühlke 2,00, Kretschmer 10,00 M. 



Zur Jahreswende 

Von ERICH HÄNDELER. 



Anders als in anderen Jahren haben wir diesmal vom 
alten Jahre Abschied genommen, dem Jahre, das den nie ge- 
glaubten und docli so bang geahnten Weltkrieg zur Wirk- 
lichkeit werden ließ. Wohl jeder von uns hatte einen lieben 
Menschen zu betrauern, dem er zu Anfang des Jahres die 
innigsten Glückwünsche gebracht und der jetzt doch, in 
dem Kampfe fürs Vaterland gefallen, in kühler Erde in 
Feindesland schlummert. Und anders als in anderen Jahren 
sind wir in das neue Jahr hinübergetreten. Über den engen 
Kreis der Verwandtschaft und Freundschaft hinaus gingen 
unsere heißen Segenswünsche, als des neuen Jahres erste 
Stunde vom Klange der Glocken verkündet wurde. Daß ihr 
Klang als Siegesgeläute recht oft erschallen möge, war 
unsere Hoffnung; und das, wenn sie oftmals von mächtigen 
deutschen Siegen gesungen, sie als Friedensglocken un- 
serem Volke und der ganzen Welt einen sicheren Frieden 
im neuen Jahre verkünden mögen, unser innigster Neu- 
jahrswunsch. 

Millionen deutscher Herzen schlugen in diesem Augen- 
blick der Jahreswende in heißer Inbrunst dem Vaterlande 
entgegen, und die Hoffnungen der Daheimgebliebenen ver- 
einigten sich mit den Neujahrswünschen der Krieger 
draußen im Felde und in den Schützengräben, die unter Ge- 
wehrfeuer und Kanonendonner in das neue Jahr hinein- 
gingen, zu einem allgewaltigen Gebet, das hinauf zum 
Himmel drang, zu einem unwiderstehlichen Willen zum 
Siege, der unser Volk auch in diesem Jahre beseelen wird 
und dem nichts standzuhalten vermag. 

So sind wir mit heiligem Ernst in das neue Jahr ein- 
getreten, mit dem Ernst, den die Stunde gebot; aber auch 
mit der stolzen, unbeugsamen Hoffnung, daß aus all dem 
Leid und Elend des Krieges eine neue schöne Saat für unser 
deutsches Volk aufgehen und tausendfältig Früchte tragen 
möge. 

Auch unser Verband gedenkt an der Jahreswende 
seiner dahingeschiedenen Mitglieder. Zu der Zahl derer, 
die der Tod in ihrer bürgerlichen Tätigkeit abberufen hat, 
sind 231 Mitglieder gekommen, die den Heldentod fürs 
Vaterland gefunden haben. Das sind 0,77 o/o unseres Mit- 
gliederbestandes und etwa 2V2°/o unserer Mitglieder, die 
zurzeit unter den Waffen stehen. Ihre Namen werden 
dauernd einen Ehrenplatz in der Geschichte des D. T.-V, 
haben und von dem Anteil zeugen, den die deutsche Tech- 
nikerschaft an diesem Riesenkampfe des deutschen Volkes 
gehabt hat. Mit Stolz gedenken wir an der Jahreswende 
auch der Mitglieder, die mit dem Eisernen Kreuz für ihre 
Tapferkeit ausgezeichnet worden sind. 156 Inhaber des 
Eisernen Kreuzes haben wir bisher in unserer Ehrentafel 
bekanntgeben können ; ein Mitglied hat das Eiserne Kreuz 
erster Klasse erhalten. Auch denen gelten in ganz beson- 
derem Maße unsere Neujahrswünsche, die Wunden, zum 



Teil sogar recht schwere, für das Vaterland erlitten. Möge 
das neue Jahr ihnen volle Genesung bringen! Und auch 
denen allen rufen wir ein glückliches Neujahr zu, die 
unter den Fahnen stehen. Wir wünschen ihnen von Herzen, 
daß sie gesund aus diesem schweren Kriege wieder im 
Siegeszuge heimkehren mögen. 

Der Verband hat im alten Jahre alles getan, was in 
seinen Kräften stand, um die Not zu lindern, die der 
Krieg auch über seine Mitglieder und ihre Angehörigen ge- 
bracht hat. Das können wir beim Scheiden des alten Jahres 
mit Freude sagen. In den ersten Tagen des Kriegsausbruchs 
schien es uns allerdings fraglich, ob wir unsere Aufgaben 
erfüllen könnten. Wir brauchen uns dessen nicht zu schä- 
men, daß wir zu vorsichtig gewesen sind; wer hat denn da- 
mals geglaubt, daß auch das Wirtschaftsleben so seinen 
Fortgang nehmen würde? Dank dem Zusammenhalten 
unserer Mitglieder und dem regelmäßigen Eingang der Bei- 
träge war es uns möglich, das Sterbegeld auch für die im 
Felde gefallenen Mitglieder in voller Höhe auszuzahlen 
und dadurch die Not etwas zu lindern, die der Tod des 
Ernährers gerade in der Kriegszeit über eine Familie bringt. 
Dank der Opferwilligkeit unserer Mitglieder konnten wir 
aus der Kriegsspende auch den Angehörigen der Kriegs- 
teilnehmer und den durch den Krieg stellenlos gewordenen 
Mitgliedern Beihilfen zukommen lassen. Hoffen wir, daß 
zu den guten Früchten, die diese Kriegszeit tragen wird, 
auch das Gefühl der engeren Zusammengehörigkeit der 
Verbandsmitglieder gehören wird, das diese Opferwillig- 
keit erzeugen muß ! Schrieb uns doch zum letzten Tage des 
alten Jahres unser Mitglied 32 841: 

Ich bin jetzt 4 Monate im Felde gewesen und habe 
kein Lebenszeichen von meiner Familie erhalten. Zu 
Weihnachten hatte ich aber das Glück, wenigstens den 
Heiligen Abend im Kreise meiner Familie zu verleben. 

Zu meiner größten Freude erfuhr ich von meiner 
Frau, daß der Verband sich in so aufopfernder Weise 
der Familien der im Felde stehenden Kollegen annimmt. 

Dem Deutschen Techniker- Verband gestatte ich mir 
auf diesem Wege meinen verbindlichsten Dank auszu- 
sprechen mit dem Versprechen, wenn ich aus diesem 
Kriege gesund und lebend zurückkommen sollte, durch 
rege Verbandsarbeit einen Teil dieser Schuld wieder 
gutzumachen bezw. abzutragen. 

Ja, rege Verbandsarbeit zu leisten, das ist das Gelöb- 
nis, das wir uns alle mit dem neuen Jahre geben wollen. 
Mit Wünschen und Hoffen ist es allein nicht getan. Wäh- 
rend unsere Brüder draußen ihr Höchstes dem Vaterlande 
geben, sollen wir nicht müßig sein. Die Verbandsleitung 
hat gezeigt, daß sie den Geist der großen Zeit erfaßt hat, 



Heft 1/2 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNÜ 1915 



IKItEWITTJF II 



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<Dte Beiträge für^anuar fmö fällig 

?iu83iig aus 6er Satjung 



§ J9. SDer Beitrag für 
orbcntlicbe unbfür förbern- 
6c fflitglicocr beträgt mo 
natlicb jrc-ei HtarF. lEc t 
im r>or aus 3ablbar. . . 


§ 12. 3ci>CS IlIttfTllCt. ift 

r>crpflicbtct,bic Satjun- 
gen uni> feie ^3cfcf>Iüffc ber 
Verbanbsorganc ju befol- 
gen, im befonoeren bie 
Beiträge pünftlid)unö 
portofrei entrichten. 


§ 20. ...Beiträge rönnen 
mit 3uflimmung btv ört- 
lichen Verwaltungsjrcllc ein 
Vierteljahr geftunbet t»ec 
ben 


§ JS. (Fejtricben wirb 
ein Jllitglicb aus ben lüften 
ocs Vcrbanocs, wenn es mit 
feinem beitrage länger 
als 3 Ittonatc im Tlüd 
ftanbc ift, ohne ©tunoung 
erhalten ju haben. 



^nngenb ectoünfc^t 

ift bic 3d>lung &er Beiträge für f>as laufende Pierteljabr, 
dfo für füe fltonate Januar, Sebruar, Tltät$ 



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tlterfblatt über bie 35ätrag$$a\)\ung 

J. SDic HTitgl:eber ftitt» gemäß § 19 ber Öatjung verpflichtet, bte Beiträge 
monatlich im voraus $u fahlen. iDer Einfachheit h Ä ^ er empfiehlt es ftd>, öie 
Scitiäge immer für t>as laufende Picrteljahr im voraus ju entrichten. 

2. Ein Hlitgliet», t>as nicht jur pünFtlichen Zahlung feiner Beiträge in ^er 
Äage ift, muft bei ^em Porftano Öer örtlichen "Derivaltung um ©tunöung nad>= 
fuchen, 6er gemäf^ § 15 Oer ©at$ung berechtigt ift, eine ©tuntumg bis 3 IHonate 
ju gewähren. (Befuche um tveitergehenoe ©tunöung Oer t?erbant>sbeittäge Fönnett 
nur von oem ©efchäftsführenoen Porftanbe auf (brutto eines fchriftlichen, mit 
^egrünt»ung verfehenett ©efuches gewährt werben. 

3. 2Ulc nicht bis 311m 10. Oer tTTonate tlTär;, C^wni, ©eptember unö ^e^ember 
für bas laufende Vierteljahr bejahlten Beiträge iverben, wenn nicht ©tunbung 
bewilligt tvorben ift, bureb Nachnahme unter 5ufchlag einer Nachnahmegebühr 
von 25 bejw. 35 pf. eingejogen. 

^. XOev mehr als brei tTTonatsbeiträge fchulbig bleibt, ohne ©tunbung erhalten 
ju h a ^ c, V w* rö als ttTitglieb gemäfl § 15 bei* ©ac;ung geftrichen. Er verliert 
bannt alle fechte an ben t>erbaitb, ohne baf^ ber ?lnfprud> bes t?erbanbes auf 
bie rücfftänbtgen Beiträge erlifcht. 

5. Debes tlTitglieb h Ät barauf 311 achten, bafj ihm für bie gezahlten Beiträge 
UTarFen, mit bem ©tempel ber Sablungsftelle entleertet, ausgehänbigt werben. 
3Die UTarFen ftnb in bem tttttgltebbucb in ben betreffenbeu Ulonatsfpalten ein 
3uFlcbcn. Perloren gegangene HTarFen Fönnen nur von ber ^auptgcfchäftsftelle 
erfe^t werben, wenn von ber örtlichen Verwaltung eine ^5efcheinigung über bie 
Sablung unb ben t?et*luft ber UTarFen beigebracht wirb, diuittungsleiftungen ber 
Sweigverwaltungen über gejahlte Beiträge finb un3uläfftg unb ungültig. 



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Briegs$eit boppdtt Pflicht je&es iltitglie&es! 

Uü<fftänf>ige Beiträge für J9J4 &arf es jet;t ni^>t me^r geben 



I=* ' „ DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1 915 Heft 1/2 

daß sie die Zeit, wo die eigentliche Werbearbeit ruht, zum bandsarbeit selbst ist das Dritte, um das wir jedes Mitglied 

Ausbau und zur inneren Festigung des Verbandes verwen- bitten, damit der Zusammenhalt in unserem Verbände um 

den will. Mit den herzlichsten Wünschen für das neue Jahr so fester werde. 

ruft sie darum alle Kollegen zu treuer, hingebender Ver- Also trotz der Kriegszeit mit neuen Kräften an die Ar- 
bandsarbeit auf. Der regelmäßige Eingang der Verbands- beit! Unsere Gedanken weilen zwar täglich draußen bei 
beiträge ist das erste Erfordernis, damit der Verband seinen unserem tapferen Heere, bei unseren Lieben, die stündlich 
Verpflichtungen nachkommen, die Organisation zusammen- dem Tode ins Auge sehen. Von dem lähmenden Druck, den 
halten und vor allem den Ansprüchen an das Sterbegeld, dieses Bangen für die Siege unserer Fahnen auf jeden 
die im neuen Jahre nicht nachlassen werden, nachkommen ausübt, müssen wir uns aber frei machen. In der Kriegs- 
kann; die Spenden zur Kriegshilfe dürfen aber auch nicht zeit müssen auch wir für den Frieden vorarbeiten, ebenso 
vernachlässigt werden, wenn wir die Hunderte von Ge- wie die tapferen Vaterlandskämpfer draußen für den glück- 
suchen erfüllen und vor allem in jedem Monat die Spen- liehen Frieden kämpfen, den uns, so Gott will, dieses Jahr 
den auszahlen wollen; die rege Beteiligung an der Ver- bringen wird. 



:■ 



SOZIALPOLITIK 



Die Anrechnung der Organisationslinterstützungen zu der 
staatlichen und gemeindlichen Kriegsunterstätzung 

Bekanntlich müssen die Familien der Kriegsteilnehmer, die 
die Kriegsunterstützung in Anspruch nehmen, genaue Angaben 
über sonstige ihnen zufließenden Unterstützungen machen. Da>- 
bei müssen sie auch die Beihilfen, die sie von den Berufsorgani- 
sationen ihrer Ernährer erhalten, bezeichnen. Die Frage ist nun, 
ob diese Beihilfe bei der Bemessung der Kriegshilfe in An- 
rechnung zu bringen ist. Eine direkte Entscheidung einer Zen- 
tralbehörde liegt nicht vor, wohl aber kann eine Auslegung des 
preußischen Finanzministers (Reichsanzeiger Nr. 242) wenigstens 
indirekt herangezogen werden. Diese Auslegung lautet: 

„Nach § 1 des Reichsgesetzes vom 28. Februar 1888 erhalten 
die Familien der Mannschaften der Reserve, Landwehr, Ersatz- 
reserve, Seewehr und des Landsturmes, soweit die Mannschaften 
bei Mobilmachungen usw. in den Dienst treten, im Falle der Be- 
dürftigkeit Unterstützung nach näherer Bestimmung des Ge- 
setzes. Da bei den Lieferungsverbänden, die diese Unterstüt- 
zungen zu bewilligen haben, nach verschiedenen Mitteilungen 
Zweifel darüber bestehen, ob und in welcher Höhe die Unter- 
stützungen noch den Familien staatlicher Lohnangestellten zu 
gewähren seien, nachdem von der Staatsregierung die Gew äh- 
rung von Beihilfen an diese Personen beschlossen worden ist, 
wird mitgeteilt, daß bei der Entscheidung über die Bewilligung 
der reichsgesetzlichen Mindestunterstützungen (das sind die vom 
Reiche zu erstattenden Unterstützungen) auf die vom Staate den 
Angehörigen der Lohnempfänger gewährten Beihilfen keine 
Rücksicht zu nehmen ist, trotz dieser Beihilfen also die reichs- 
gesetzlichen Mindestbeträge zu bewilligen sind, sofern nur die 
Bedürftigkeit überhaupt, abgesehen von der Entlastung der Fa- 
milien durch die staatlichen Beihilfen, zu bejahen ist." 

Man darf wohl sagen, daß diese Grundsätze, wie sie für 
die Staatsangestellten zur Anwendung kommen, auch für die 
übrigen Bevölkerungsschichten Geltung haben dürfen. Wenn die 
Unterstützungen, wie sie die staatlichen Betriebe ihren Arbeitern 
gewähren, auf die Kriegsunterstützung keinen Einfluß haben, 
so ist es eine Ungerechtigkeit, die Orgamisationsbeihilfe auf die 
Kriegsunterstützung ganz oder zum Teil anzurechnen, wie das 
so viele Gemeinden belieben. Die Ungerechtigkeit ist um so 
größer, als sich die Organisationsangehörigen erst durch eigene 
Leistungen, durch ihre Verbandsbeiträge sich die Anwartschaft 
auf die Kriegshilfe der Organisationen erworben haben. Die An- 
rechnung der Organisationsunterstützung kommt fast einer Be- 
strafung der Mitglieder der Organisationen gleich, indem die Ge- 
meinde den Unorganisierten mehr gewährt als den Organisierten. 
Wir werden uns aufs neue bemühen, um die Anrechnung der 
Organisationsbeihilfe auf die öffentliche Kriegshilfe zu verhin- 
dern- * Dr. H. 

* 

Gemeindliche Arbeitslosenunterstützung , 
Die Zahl der Städte, die den infolge des Krieges arbeitslos 
gewordenen Arbeitslosenunterstützung gewähren, wächst. Von 
folgenden Städten ist bekannt geworden, daß sie eine solche 
Fürsorge geschaffen haben: Berlin, Lichtenberg, Bielefeld, 
Düsseldorf, Görlitz, Straßburg, Mannheim, Frankfurt a. M 
Offenbach a. M., Hagen i. W., Solingen, Halle a. d. S., Kassel 
Dresden, Nürnberg, Fürth, München, Köln. In welcher Weise 
im einzelnen die Regelung erfolgt, sei an dem Beispiel Kölns 
dargestellt. 

Die städtische Unterstützung wird nur solchen arbeitsfähigen 
und arbeitswilligen Angestellten und Arbeitern gewährt, welche 
seit dem 1. April 1914 ununterbrochen in Köln wohnen, infolge 
des Krieges ihre Beschäftigung verloren haben und eine andere 



angemessene nicht finden können. Die Unterstützung gilt nicht 
als Armenunterstützung. Die städtische Unterstützung beträgt pro 
Woche: für Ledige (Alleinstehende) 4,20 M, für Verheiratete, 
sofern sie unterhaltungsbedürftige Angehörige haben, für Män- 
ner 6,30 M, für Frauen 5,60 M, für Eheleute 9,10 M, außerdem 
für Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahre 1,75 M, für Kin- 
der vom 11. Lebensjahre bis zur Schulentlassung je 2,10 M, für 
sonstige erwachsene Angehörige je 2,45 M. Die gesamte städti- 
sche Unterstützung darf den Betrag von 15 M wöchentlich bei 
drei, von 16 M wöchentlich bei vier, und von 17 M wöchentlich 
bei fünf und mehr unterstützungsbedürftigen Familienangehörir 
gen nicht übersteigen. Von Unterstützungen aus privaten Mit- 
teln und von Berufsvereinen kommt die Hälfte in Anrechnung, 
sofern sie den Betrag von 3 M wöchentlich übersteigen. Be- 
träge bis zu 3 M wöchentlidi bleiben außer Betracht. Solche 
Personen, die infolge des Krieges nur an höchstens drei Tagen 
der Woche eine regelrechte Beschäftigung haben, können die 
Hälfte der Unterstützungssätze beziehen. Ausgeschlossen von der 
städtischen Unterstützung sind alle Personen, welche sich in 
Friedenszeiten in der Fürsorge der Armenverwaltung befinden, 
bezw.. aus Stiftungen angemessen unterstützt werden oder einer 
regelrechten Beschäftigung nicht nachgehen. Keinen Anspruch 
auf Unterstützung haben ferner alle Krankengeldempfänger und 
Bezieher von Kriegsunterstützung. In Zweifelsfällen entscheidet 
eine eigens dafür eingesetzte Kommission, der auch Vertreter 
der Gewerkschaften angehören. — Die praktische Durchführung 
der Arbeitslosenfürsorge muß in engster Verbindung mit dem 
Arbeitsnachweis geschehen, der in Köln in den Händen einer 
von der Stadt eingerichteten Kriegsarbeitszentrale liegt. 

* 

Soziale Verfügungen von Behörden 
In der letzten Nummer der D. T.-Z. haben wir eine Reihe 
einschneidender behördlicher Erlasse erwähnt. Heute können wir 
mitteilen, daß der Magistrat der Stadt Berlin auf Grund der 
Verhandlungen, die wir mit der Bauverwaltung geführt haben, für 
die Dauer des Krieges die bestehende Altersgrenze von 35 Jahren 
für die Aufnahme in den technischen Dienst der Stadt Berlin Ab- 
stand genommen hat. Es können demnach auch ältere Techniker 
bei der Stadt Berlin Verwendung finden. Dr. H. 



i: :: :: :: ANGESTELLTENFRAGEN :: :: :: :: 



Neues zur Kürzung der Angestelltengehälter 
In dem neugebildeten Kriegsausschuß für Konsumenteninter- 
essen ist auch ein Unterausschuß vorgesehen zur Bekämp- 
fung des Arbeits wuchers. Wir hoffen, daß die Gesamt- 
heit der Arbeitnehmerverbände mit umso größerem Erfolge un- 
erechtfertigte Lohnkürzungen, denn das ist Arbeitswucher, be- 
ämpfen kann. Lebhafte Unterstützung finden diese Bestrebungen 
in den Erlassen der stellvertretenden Generalkommandos, deren 
wir schon eine ganze Reihe veröffentlichen konnten. Dieser Tage 
bringen die Zeitungen einen Erlaß des stellvertretenden General- 
kommandos des III. bayrischen Armeekorps, der darauf hinweist, 
daß nicht nur Lohnkürzungen der Arbeiter, sondern auch Gehalts- 
minderungen der kaufmännischen Angestellten und des Verkaufs- 
personals in Geschäften unzulässig sind, wenn fürdie Be- 
schäftigung die gleiche Zeitdauer in Anspruch 
genommenwird wieim Frieden. Entziehung aller Mili- 
tärlieferungen und Veröffentlichung dieser Maßnahme in der 
Presse werden gegen Zuwiderhandelnde verfügt werden. 

Wesentlich zur Klärung der Frage trägt eine Eingabe, wie sie 
die Angestelltenverbände Bielefelds einschließlich des 
D. T.-V. an den Kommandierenden General von Bissing gerichtet 
haben. Die Wünsche der Angestellten gipfelten in nachfolgenden 
sechs Forderungen : 



Heft 1/2 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNO 1915 



5 



1. Kürzungen von Angestelltengehältern sollten in keinem Fall, 
unter welchem Vorwand es auch sei, zulässig sein, wenn An- 
gestellte des Betriebs wie in Friedenszeiten voll beschäftigt 
sind. 

2. Ist der Betrieb eingeschränkt, so dürften Kürzungen nur in 
dem Maße angängig sein, wie sie nötig sind, um Entlassungen 
zu vermeiden, immer vorausgesetzt, daß nicht etwa volle Be- 
schäftigung für sämtliche Angestellten vorliegt. 

3. Wo Kürzungen sich nicht umgehen lassen, sollten sie nicht 
schematisch, sondern gemäß der Lage jedes Angestellten vor- 
genommen werden, so daß z. B. Familienväter mit mehreren 
Kindern und junge Leute, die Eltern unterhalten, besonders 
berücksichtigt werden. 

4. Ein Existenzminimum sollte in jedem Falle gewährt werden, 
namentlich solchen Angestellten, die bei kleinem Gehalt ohne 
Angehörige am Platze leben müssen. Sie sollten davor be- 
hütet werden, zur Bestreitung des notwendigsten Unterhalts 
Schulden machen zu müssen. 

5. Es sollte den Angestellten ein einklagbares Recht darauf zu- 
erkannt werden, daß mit Wiederaufnahme der vollen Be- 
schäftigung ihre Gehälter auf den alten Stand zu erhöhen 
sind. 

6. Um die Bestreitung des Unterhalts den von Gehaltskürzungen 
Betroffenen wenigstens etwas zu erleichtern, sollte die von 
ihnen aufzubringende Steuersumme den gegenwärtigen Ein- 
nahmen entsprechend sofort ermäßigt werden. 

Die Handelskammer Bielefeld, zur gutachtlichen Aeußerung 
über die Eingabe aufgefordert, formulierte ihre Stellung zu den 
sechs Punkten folgendermaßen: 

1. Mit den Angestellten sind wir der Ansicht, daß Gehalts- 
abzüge nicht vorgenommen werden dürfen, wenn die Betriebe wie 
in Friedenszeiten voll beschäftigt sind. 

2. Ferner sind wir mit den Angestellten der Ansicht, daß die 
vorgenommenen Lohnkürzungen möglichst im Verhältnis zu der 
verminderten und notwendigen Betriebseinschränkung stehen müs- 
sen, denn bei der gegenwärtigen lebhaften Beschäftigung ein- 
zelner Betriebe handelt es sich in der Hauptsache um gut bezahlte 
Heereslieferungen. 

3. Gleichfalls halten wir es für richtig, wenn bei den Kürzun- 
gen Familienväter mit mehreren Kindern und Angestellte, die El- 
tern zu unterhalten haben, mehr geschont werden, als diejenigen 
Angestellten, die keine Verbindlichkeiten den Angehörigen gegen- 
über zu erfüllen haben. 

4. Der Forderung eines Mindestgehalts können wir dagegen 
nicht beipflichten, da es Betriebe gibt, die gegenwärtig wirtschaft- 
lich so schlecht gestellt sind, daß sie bei teilweiser Aufrecht- 
erhaltung des Betriebs nicht an Mindestgehaltssätze gebunden 
werden können. Wir zweifeln aber nicht, daß bei einigem guten 
Willen sich auch hier die Interessen der Arbeitgeber mit denen! 
der Angestellten vereinigen lassen werden. 

5. Die Forderung, daß den Angestellten, ein einklagbares? 
Recht allgemein darauf zuerkannt werden soll, daß mit Wiederauf- 
nahme der vollen Beschäftigung ihre Gehälter auf den alten 
Stand zu erhöhen sind, erscheint uns in dieser Bedingungslosigkeit 
nicht berechtigt. Aus unseren bisherigen Ausführungen ergibt 
sich, daß wir es selbstverständlich für richtig halten, daß die Ge- 
haltskürzung der steigenden Beschäftigung entsprechend nach 
Möglichkeit wieder verschwindet. So zum Beispiel sofern gut be- 
zahlte Heereslieferungen in Frage kommen. Die Festsetzung eines 
diesbezüglichen einklagbaren Rechtes dagegen dürfte undurch- 
führbar sein, weil es nicht von vornherein feststeht, daß der Ar- 
beitgeber unter den später veränderten wirtschaftlichen Verhält- 
nissen selbst bei voller Beschäftigung in der Lage ist, die Gehälter 
zu zahlen, die er vor Ausbruch des Krieges gezahlt hat. 

6. Wegen der geforderten sofortigen Ermäßigung der von den 
Angestellten zu zahlenden Steuern verweisen wir auf einen Erlaß 
des Finanzministers. In diesem Erlasse heißt es: „Wegfall der 
Einnahmequelle wird auch überall da anzunehmen sein, wo kauf- 
männische Angestellte durch die jetzigen Zeitverhältnisse gezwun- 
gen worden sind", in eine wesentliche Herabsetzung ihrer bisheri- 
gen Gehaltsbezüge zu willigen. Ueberall kann die Entscheidung 
nur nach den Umständen des einzelnen Falles getroffen werden, 
und sie wird im allgemeinen erst am Ende des Steuerjahres er- 
gehen können, weil erst dann festgestellt werden kann, ob eine 
dauernde und nicht etwa eine vorübergehende Beeinträchtigung 
des Erwerbes vorgelegen hat. ...... 

Durch vorstehende Ausführungen glauben wir dargetan zu 
haben, daß zwischen dem Standpunkte der Angestellten-Verbände 
und dem der Handelskammer überhaupt keine wesentlichen Ab- 
weichungen bestehen. Andererseits sind wir aber auch der Ueber- 
zeugung, daß durch die Feststellung dieser Uebereinstimmung 
diejenigen Betriebe, welche bisher den berechtigten Forderungen 
ihrer Angestellten nicht nachgekommen sind, über die Unhaltbar- 
keit ihrer Maßnahmen mit dem Erfolge aufgeklärt werden, daß sie 
begangene Fehlgriffe sobald wie möglich beseitigen. Sollte dies 
in einzelnen Fällen nicht geschehen, so bitten wir wiederholt, uns 
die in Frage kommenden Firmen namhaft zu machen. Wir werden 



dann bemüht sein, das erforderliche Einvernehmen zwischen ihnen 
und ihren Angestellten herbeizuführen." 

Wir können nur wünschen, daß die Handelskammern in der 
Praxis nach den hier aufgestellten Richtlinien handeln. Wir haben 
mehr als einmal feststellen müssen, daß die Gutachten der Han- 
delskammern — die Generalkommandos fordern bei eingehenden 
Beschwerden über Firmen die Handelskammern zur Aeußerung 
auf — die Anerkennung dieser Grundsätze vermissen ließen, wo- 
durch sich die Generalkommandos veranlaßt sahen, von einer Ein- 
wirkung auf die Firmen Abstand zu nehmen. Dr. H. 

* 

„Militärfreie" Angestellte 
Die „Süddeutsche Tabakzeitung" schreibt im Anschluß an 
eine Zuschrift, es sei ein Unfug, daß jetzt noch in manchen Inse- 
raten militärfreie Angestellte gesucht werden : „Wir möchten 
zugunsten derjenigen, welche in der heutigen Zeit solche Inserate 
erlassen, wohl annehmen, daß sie aus einer alten, aber üblen) 
Gewohnheit heraus die Forderung der Militärfreiheit beibehalten 
haben, ohne hierüber weiter nachzudenken. Indessen unterstützen 
wir rückhaltlos den Wunsch des Verfassers, daß diese Klausel in 
aller Zukunft aus den Stellenangeboten verschwinden möge. Ge- 
wiß, es ist manchmal recht störend, wenn aus dem zahnradartigen 
Betriebe eines Geschäftes ein oder mehrere Angestellte für eine 
gewisse Zeit behufs Ableistung einer militärischen Uebung aus- 
scheiden müssen. Aber heute sollte doch jeder deutsche Kauf- 
mann bedenken, daß er höchstwahrscheinlich nicht mehr so unge- 
stört an seinem Pulte sitzen könnte, wenn alle Angestellten „mili- 
tärfrei" wären. Wir haben doch jetzt alle so überaus reichliche 
Gelegenheit, den Wert unseres Volksheeres zu erkennen, daß man 
es als ein Verbrechen betrachten muß, wenn irgend einem jungen 
Manne sein Fortkommen dadurch erschwert werden soll, daß er 
imstande und bereit ist, mit seinem Blute und seinem Leben dafür 
einzustehen, daß kein Feind die Wohlfahrt unseres Vaterlandes 
ernstlich gefährden kann." 



:: :: :: :: STANDES BEWEGUNG ii :: :: :: 



Aus dem D. T.-V. 

Herr Prof. Paul Nestle, Karlsruhe i. B., Mitgl. 50 529, 
wurde zum Hauptmann, die Herren Architekt Robert Jais, 
Karlsruhe i. B., Mitgl. 55 034, und Bauführer Fritz Krenzin, 
Dessau, Mitgl. 53 098, wurden zu Leutnants befördert. 

Vermißt werden die Kollegen :KarlWilh. Ritsch er, 
Sorau (N.-L.), Mitgl. 74 200, Trainfahrer der Gardeschützen, 
Fritz Goedecke, Werdau, Mitgl. 60 025, Max Hugo 
Hof mann, Langenhessen, Mitgl. 67 021, Arthur Kluge, 
Bautzen, Mitgl. 64 155 (in französischer Gefangenschaft), Ar- 
thur Friede, Magdeburg, Mitgl. 43 292 (desgl.). 



:: :: :: :i :: VERSCHIEDENES :: ;: :: :: :: 

Wiegmannträger, nicht ,, Polo nee au" 

Ein Beitrag zur Wertschätzung deutscher Geistesarbeit 
und technischer Erfindungen. 

Zur Zeit der großen politischen und kriegerischen „A b - 
rechnung" ist es durchaus angebracht und nicht kleinlich, 
für die Ehre des deutschen Namens auf dem Gebiete der Bau- 
Kunst und Bau - W i s s e n s c h a f t eine Lanze zu brechen. 
Der Lügenfeldzug unserer Feinde geht ja gerade in dieser 
Richtung vor, um uns als Kulturschädlinge, als Bar- 
baren hinzustellen. Den Spieß umzukehren und dem Feinde 
ein angemaßtes geistiges Gut zu entreißen, ist also mindestens* 
ebenso verdienstvoll und vaterländisch zu bewerten, als die Zu- 
rückeroberung gewaltsam entrissener Städte und Gauen, und 
jedenfalls des Schweißes der Edlen wert. 

Jeder Techniker kennt den Dachbinder „System Po- 
lo n c e a u", aber daß der eigentliche Urheber ein Deutscher 
war, das wissen nur sehr wenige. Der Ingenieur Camille Polon- 
ceau (1813—1859) war der Sohn eines berühmten Wasserbau- 
Ingenieurs und Kulturtechnikers und gelangte schon in dem 
Alter von 25 Jahren in die Stellung eines Ingenieurs der Eisen- 
bahn von Paris nach Versailles. 1840 veröffentlichte er in 
der „Revue generale de l'architecture et des traveaux publics" 
einen Aufsatz: „Sur un nouveau Systeme de char- 
pente en bois et en fer" mit einigen Zeichnungen, aber 
ohne statische Berechnung, sich für die Tragfähig- 
keit auf zwei Modelle berufend. Anders der Deutsche R. Wieg- 
mann, der als Architekt und Professor an der Königlichen Kunst- 
akademie in Düsseldorf wirkte. Er hatte; veranlaßt durch eine 
Veröffentlichung über den neuen Trage-Balken von La- 



6 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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Heft 1/2 




EHREN- MM TAFEL 



Mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet wurde: 

Hermann Timmerberg, Bremen, Mitgl. 45 224, Offizier-Stell- 
vertreter in einem Landwehr-Infanterie-Regiment. 

Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Friedr. Althaus, Cöln-Calk, Mitgl. 60 768. 

Emil Balck, Hamburg, Mitgl. 17 847. 

Arthur Bechtel, Waldenburg (Schles.), Mitgl. 59 512. 

Fritz Beyer, Hamburg, Mitgl. 61 927. 

Hans Borchmann, Kattowitz, Mitgl. 68 284, Offiz.-Stellvertr. 

Johann Borstelmann, Hamburg, Mitgl. 55 767. 

Peter Cramer, Bremen, Mitgl. 65 057. 

August Dincher, Oettingen-Remelingen, Mitgl. 58 978. 

Emil Drangmeister, Hamburg, Mitgl. 56 691. 

Heinr. Eilermann, Bielefeld, Mitgl. 44 926, Vizefeldw. d. Res. 

Franz Fell (Zvveigv. Schwerin), Mitgl. 67 604. 

Heinr. Hilkert, Niendorf b. Hamb., Mitgl. 41 546. 

Karl Holzschuh (Zweigv. Cannstatt), Mitgl. 06 533. 

Hans Hülbach, Wiesdorf, Mitgl. 25 875. 

Karl Ilksties, Königsberg i. Pr., Mitgl. 49 359. 

Friedrich Itzeck, Hamm i. W., Mitgl. 70 334, am 25. Sept. 

verwundet, jetzt wieder im Felde. 
Heinr. Kämmerer, Langstadt, P. Babenhausen (Hessen), 

Mitgl. 51 655. 
Fritz Kerner, Hildesheim, Mitgl. 31 804. 
Richard Keßler, Dessau, Mitgl. 53 532. 
Benedikt Kittelberger, Diedenhofen, Mitgl. 24 994. 
Aug. Kleffmann, Cöln, Mitgl. 27 513. 
Robert Krämer, Dessau, Mitgl. 67 983. 
Heinrich Krauß, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 55 547. 
Karl Lauer, Luchvigshafen a. Rh., Mitgl. 53 472. 
Edmund Magorsch, Hamm i. W., Mitgl. 61789, verwundet. 
Alois Neuhofer, Amberg, Mitgl. 69 836. 
Hans Oberfeldt, Schwerin, Mitgl. 50 213. 
Max Robschink, Bautzen, Mitgl. 56 608. 
Paul Robschink, Hamburg, Mitgl. 77 468. 
Viktor Rolf, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 66 457. 
Kurt Schütz, Magdeburg, Mitgl. 27 988. 
Georg Steinbach, Wetzlar, Mitgl. 63 389. 
Hans Strich, Dessau, Mitgl. 54 371. 
Wilh.Strunk, Dessau, Mitgl. 11461. 
Kurt Theile, Elberfeld, Mitgl. 29 085. 

Fritz Zimmermann, Königsberg i. Pr., Mitgl. 78 592, Leut- 
nant der Reserve, zurzeit verwundet in Schweidnitz. 

Die König-Friedrich-August-Medaille erhielt: 

Oswald Winkler, Bautzen, Mitgl. 42 495. 

Das Bayr. Militär-Verdienstkreuz mit Krone und 
Schwertern erhielten: 

H. Metzger, Oppau (Pfalz), Mitgl. 71 764. 
Georg Schwarz, Würzburg, Mitgl. 51 265. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Christian Becht, Wiesbaden, Mitgl. 77 304, seit 1. 5. 1914, 
(Zweigv. Wiesbaden), im Dezember 1914 in Frankreich. 

Herrn. Behrmann, Bremen, Mitgl. 67 545, seit 1. 10. 1912, am 
20.9. 1914 bei Nampcel. 

Gottfried Bünger, Rath, P. Düren, Mitgl. 72 743, seit 1. 9. 1913 
(Zweigv. Cöln a. Rh.), am H.Oktober 1914 im Lazarett 
zu Namur infolge einer schweren Verwundung. 

Eduard Effey, Hagen i. W., Mitgl. 64 664, seit 1.1.1911, am 
28. Oktober beim Sturmangriff auf Lille. 

Otto Fleischhauer, Werdau, Mitgl. 67124, seit 1. 7. 1912, bei 
Ypern. 

Georg Franke, Allenstein, Mitgl. 39 069, seit 1. 4. 1906, am 
11. Dezember 1914 im Lazarett zu Insterburg. 

Oswald Friebe, Zawodzie, Mitgl. 76 872, seit 1. 5. 1914 
(Zweigv. Kattowitz), in Westflandern. 



Albert Friedrichs, Lübeck, Mitgl. 48 297, seit 1. 4. 1908, 
Ritter des Eisernen Kreuzes, am 8. 12. 1914 in Frankreich. 

Heinr. Gerdes, Bielefeld, Mitgl. 33 982, seit 1.10.1905, am 

19. Nov. in Rußland. 
Rob. Jacob, Melle, Mitgl. 43 538, seit 1. 4. 1904, am 17. 11. 14. 

Herrn. Jänicke, Neu-Friedrichsdorf, Mitgl. 69 856, seit 1. 3. 

1913 (Zweigv. Rathenow). 

Heinrich Keller, Essen-Ruhr, Mitgl. 33 874, seit 1.10.1905 

(Zweigv. Essen), am 24. 10. in Frankreich. 
Hans Kemp, Karlsruhe i. B., Mitgl. 55 710, seit 1.1. 1910. 
Bruno Kowalkowsky, Graudenz, Mitgl. 15 262, seit 1.1. 1899. 
Paul Krause, Zittau, Mitgl. 61 099, seit 1. 1. 1911, am 30. 11. 

1914 bei Lodz. 

Alfons Krauß, Mülhausen i. Eis., Mitgl. 77 519, seit 1. 5. 1914, 

am 22. 10. 1914 bei la Bassee. 
Wilhelm Kreß, Danzig, Mitgl. 45 400, seit 1. 10. 1907, am 

16. 11. 1914 in Ostpreußen. 
Gustav Lorenz, Niederplanitz, Mitgl. 46 820, seit 1. 1. 1908 

(Zweigv. Zwickau), am 17. 11. 1914 bei Ypern. 
Kurt Neumeister, Graudenz, Mitgl. 72 889, seit 1.9. 1913. 
Walter Rösner, Waldenburg i. Schi., Mitgl. 74 820, seit 1.1. 

1914. 

Joh. Schlierloh, Bremen, Mitgl. 49 580, seit 1. 7. 1908, in 

Nordfrankreich. 
Otto Schmid, Karlsruhe i. B., Mitgl. 75 815, seit 1. 4. 1911. 
Fritz Schneider aus Wetzlar, Mitgl. 59 622, seit 1. 10. 1910, 

am 15.12.1914 im Lazarett zu Orteisburg. 
Paul Schurer, Werdau, Mitgl. 52 717, seit 1. 4. 1909, b. Ypern. 
Fritz Schwab, Augsburg, Mitgl. 73 393, seit 1.10.1913, am 

15. Dez. bei Ecurie unweit Arras. 
Ewald Simon, Bielefeld, Mitgl. 76 459, s. 1. 4.1914, Reservist 

bei einem Marine-Infanterie-Regiment. 
Albert Spangenberg, Wernigerode, Mitgl. 68 939, seit 1. 2. 

1913, am 28. 8. 1914 in Frankreich. 
Wilh. Studtmann, Pinneberg, Mitgl. 76 779, seit 1. 5. 1914, am 

28. Okt. bei Jankowicz. 
Heinrich Vorbach, Bergheim-Erft, Mitgl. 60 294, seit 1. 1. 

1911 (Zweigv. Cöln), am 22. 10. 1914 i. Laz. in Dompierre. 
Gustav Wendt, Kempen a. Rh. (Zweigv. Cöln), Mitgl. 72 744 

seit 1.10.13, am 21. Nov. 1914 in Frankreich. 
Adolf Wolfrum, Hildesheim, Mitgl. 74 843 seit 1. 12. 1913. 
Heinrich Wolzenburg, Hamm i. W., Mitgl. 61 621, in Frankr. 

Es wurden verwundet: 

Georg Ahrens, Hildesheim, Mitgl. 76 118 (le cht). 

Stanislaus Arndt aus Rogasen, Mitgl. 66 747 (z. Zt. Reserve- 
Kreiskrankenhaus Baracke 6, Bernburg). 

Hans Barthol, Falkenstein i. V., Mitgl. 54 334 (schwer), Hilfs- 
lazarett „Terminus", Metz. 

Konrad Bork, Fechenheim, Mitgl. 74 834 (Schrapnellschuß 
ins Bein), seit 1.12. wieder im Felde. 

Herrn. Dreyer, Sandberg b. Altwasser, Mitgl. 10 057. 

Martin Friedrich, Berlin-Tegel, Mitgl. 60142. 

Karl Alfred Göckeritz, Berlin-Tegel, Mitgl. 50 183 (Lungen- 
schuß), auf dem Wege der Besserung. 

Heinr. Karsten, Cöln, Mitgl. 71 981. 

Hans Klemm, Nürnberg, Mitgl. 38 913. 

Jean Leitermeier, Regensburg, Mitgl. 75 818 (z. zweitenmal). 

Friedrich Pries, Hildesheim, Mitgl. 70 710 (schwer). 

Max Reineck, Waldenburg i. Schi., Mitgl. 46 952 (wird seit 

seiner Verwundung vermißt). 
Aug. Ruchti, Cöln-Elsenfeld, Mitgl. 71 888. 
Daniel Schmidt, Weißstein b. Waldenburg i. Schi., Mitgl. 

45 480. 

Arthur Schöneborn, Hamm i. W., Mitgl. 70 335. 

August Schweiner, Selb i. Bay., Mitgl. 72 794, am 27.9. 1914 

schwer verwundet und seitdem vermißt. 
Ernst Schwiering, Berg. -Gladbach, Mitgl. 75 193. 
Johann Seiler, Bremen, Mitgl. 69172, am 23.11. in Rußland 

(Lungenschuß); zurzeit Marinelazarett Kiel- Wyk. 
Rich.Völkel, Waldenburg i. Schi., Mitgl. 74 959. 



Heft 1/2 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNO 1915 



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BRIEFKASTEN HHHHHS 



v e s (1835 Hannover), einen Aufsatz „U e b e r d i e K o n s t r u k - Kollegen J. Jarius, Pestalozzistraße 18 p., einsenden zu wollen, 

tion von Kettenbrücken nach dem Dreiecksystem da sonst dieselben von der Hauptgeschäftsstelle Berlin unter 

und deren Anwendung auf Dachverbindungen" Nachnahme eingezogen werden. Gleichzeitig teilen wir mit, daß 

drei Jahre nach Niederschrift als besonderes Werkchen von bis auf weiteres die Einladung zu Unseren Versammlungen nur 

35 Seiten 8^ und zwei Tafeln (mit 31 Zeichnungen) schon 1839 durch die Versammlungsanzeige in der Deutschen Techniker-Zei- 

bei J. H. C. Schreiner in Düsseldorf erscheinen lassen. Hierin tung erfolgt. 

war eine statische Berechnung nach der damals allein bekannten Z. Weißenfels. Kr.-V.: Ludw. Lindemann, Beuditschstr. 20 p. 

analytischen Methode gegeben, die heute noch brauchbar wäre. / n j c n t mehr Schönburg). 
Die Dachbinder waren in ihren Einzelheiten durch Zeichnungen 

dargestellt und behandelten auch den sog. „doppelten Po- ,, . . , . „ , l 

i o n c e a u". Sogar ein ganz in Eisen auszuführender Ke,n Vorzugspreis mehr beim Bezüge der „Deutschen 

Dachstuhl ist dargestellt (Fig. 23 u. 33), und in Fig. 13 als ein Bauzeitung ! 

dreifaches System eine Brücke. Nach dem Zeitpunkte ist also Wie uns der Verlag der „Deutschen Bauzeitung" mitteilt, 
ein Jahr Vorsprung mindestens in der Ver- sieht er sich aus geschäftlichen Gründen veranlaßt, Vergünsti- 
öffentlichung für den Deutschen vorhanden und außerdem gingen beim Bezüge seiner Zeitschrift nicht mehr zu gewähren, 
die „größere geistige Reife" wegen der statischen Be- 
rechnung und besseren Durchbildung der Kon- ===== 

struktion. Die von Herrn Camille Polonceau gezeichnete guß- •«**•••«** 

eiserne Strebe z. B. ist in ihrer Befestigungsweise so mangelhaft, ********** 
daß auf unseren Bauschulen dieselbe nicht gebilligt werden 

dürfte, also schülerhaft, nicht „g e n i a l". E,nc * er*irentlichung von Antworten Ist wegen Kaum 

... .... . ., , ,, ... „ , , maiitfi'ls vorläufig; nicht mobilen. Die einlaufenden 

Aber die franzosische Arbeit wurde schleunigst ins Deutsche Antworten werden den Fragestellern direkt zngUng- 
übersetzt und erschien im selben Jahre in der bekannten „All- lieh gemacht. 

gemeinen Bauzeitung" (Förster!) Wien 1840 S 273. Der deutsche f , Qjbt es drehbare Retorte „ überhaupt insbesondere 

Meister begnügte sich damit, m einem kleinen Aufsatz über für Qas | rzeugung? We , che Firmen be f asse n sich mit der Her- 

Aufhangung emer Fachwand nur den Titel seiner Sehr. tt vom ste „ so , c £ er B Retorten und wo sind djese im Betriebc? Er _ 

Jahre 1839 anzuführen. Dies geschah 1841 in derselben Allgemei- wü sjnd yteraturangaben über Retorten und Drehöfen, 
nen (Forsterschen) Bauzeitung. Jetzt sind 3 / l Jahrhundert ver- 6 

flössen, und nur in Luegers Lexikon der gesamten Technik ist ' 
ein Ansatz zur gerechten Würdigung des deutschen Erfinders ge- Buchhandlun 0 ' des D. T.-V. 

macht worden, der sich zum Teil in den Literaturangaben verliert. _ , .. , • , 

... ,, . , . _ .. . , ,,. , . Aus unseren Bestanden empfehlen wir: 

Es durfte jetzt höchste Zeit sein, deutlicher zu werden, um- „ „ ~ .. , T , 1 .. , . ., . „ rr . 

somehr, als die fragliche Bauweise voraussichtlich noch recht BaU n m H & ° r - u ^IR 3 ch ' Technikerrech t- Vorzugspreis 2,50 M 

lange und häufig zur Anwendung kommen wird. c (.Ladenpreis ö M). 

b b w . Sombart, Sozialismus und soziale Bewegung, geb. 3,20 M. 

W. Katemann. Elster, Lexikon des Arbeitsrechtes, geb. 4,50 M. 

Naumann, Neudeutsche Wirtschaftspolitik (Vorzugspreis) 

geb. 3,50 M (Ladenpreis 5 M). 
Traub, Ethik und Kapitalismus, geb. 5, — M. 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

In tiefernster Zeit all den Gönnern und den Gästen unseres 
Erholungsheims wünschen ein gesundes „Neues Jahr" ! Mit 
Gottes Hilfe auf Wiedersehn 1915. Burkhardt u. Hollbach. 



Z. Chemnitz. Kr. -Adr. u. Vrs. : Städtischer Grundstücks- 
inspektor F. Benndorf, Chemnitz, Fritz-Reuter-Straße 19 III; 
in Kassensachen: Ingenieur K. Schauseil, Chemnitz, Ludvvigstr. 43. 
Montag, den 11. Januar 1915, abends Punkt 1 / 2 9 Uhr, Jahres- 
Hauptversammlung im Kaufmännischen Vereinshause. Tagesord- 
nung: 1. Eingänge. 2. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. S.Ent- 
lastung des Vorstandes. 4. Neuwahl des Vorstandes, der Beisitzer 
und der Kassenprüfer. 5. Allgemeines. Das Erscheinen der Herren 
Mitglieder ist Pflicht. 

Z. Graudenz. Kr.-V.: Ingenieur Paul Uhle, Graudenz, Tuscher 
Damm 24 II (nicht mehr Kuhlmey). 

Z. Hattingen. Kr.-V.: K. Pflüger, Hattingen-Ruhr, Bruch- 
straße 26 (nicht mehr Fr. Becker). 

Z. Ludwigshafen a.Rh. Die Anfang Nov. 1914 wieder aufgenom- 
menen Versammlungsabende, am 1. und 3. Mittwoch jeden Mo- 
nats, werden auch im neuen Jahr weitergeführt. Die General- 
versammlung findet am Mittwoch, den 20. Januar 1915 statt, wor- 
auf besonders aufmerksam gemacht wird. Näheres wird noch be- 
kannt gegeben. Von 90 Kollegen stehen zurzeit 36 im Feld, denen, 
soweit die Adressen bekannt (25) Weihnachtspakete und Neu- 
jahrsgrüße gesandt wurden, die bei allen freudigen Widerhall 
gefunden haben. Die Zurückgebliebenen haben zur Erhaltung 
und Belebung unserer Verbandstätigkeit die Pflicht, sich zahl- 
reich an den Versammlungen zu beteiligen. 

Spandau, Bez. Siemensstadt. Kr.-V.: Ed. Klassen, jetzt Sie- 
mensstadt, Brunnenstraße 8 III. 

Z. Straubing. Kr.-V.: Oskar Schmidt, techn. Sekretär, Lud- 
wigsplatz 131 h 

Z. Stettin. Unsere Jahres-Hauptversamm'.ung findet Mi twoch, 
den 13. Januar 1915, abends 9 Uhr, im Restaurant „Zum Pschorr- 
bräu" Falkenwalder Str. 129, statt. Tagesordnung: h Verlesen 
des Protokolls der letzten Sitzung. 2. Jahresbericht. 3. Kassen- 
bericht. 4. Entlastung des Vorstandes. 5. Aufstellen des Haushalts- 
planes für das Jahr 1915. 6. Neuwahl des Vorstandes. 7. Verbands- 
angelegenheiten. 8. Verschiedenes. Wir bitten unsere Kollegen, die 
nicht zur Fahne einberufen sind, dringend, zu dieser Versammlung 
bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Die rückständigen Beiträge 
für das Jahr 1914 ersuchen wir umgehend unserem Kassierer, 



Merkblatt 

über die 
Beitragszahlung 

9 19 



8 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 1/2 



Potthoff, Probleme des Arbeitsrechtes, Pappbahd 4,— M, 

Leinenband 5, — M. 
Pott hoff, Soziale Rechte und Pflichten, geh. 1,— M. 
Ziegler, Die Lage der Gemeindebeamten Deutschlands, 

—,45 M. 

Michenfelder, Grundzüge moderner Aufzugsanlagen, geh. 
2,80 M. 

H a e d e r , Der kranke Gas- und Oehnotor, geb. 8,75 M. 

Weber, Die Fabrikation des Hartgusses, geb. 3,50 M. 

J o h o w , Hilfsbuch für den Schiffbau, geb. 24, — M. 

Doorentz, Eiserne Dächer, geb. 7, — M. 

Gittermann, Moderne Wohn- und Geschäftshausfassaden 

(Barock-, Rokoko-, Empire- und Biedermeierstil) in Mappe 

9 — M. 

Franke, Schmiedeeiserne Gitter, antiquarisch in Mappe 15,— M 

(neu 20,— M). 

Dumstrey, Die Körperpflege des Kulturmenschen, geh. 4M. 

Ferner haben wir noch vorrätig: 
Güldners Kalender für Betriebsleitung und Maschinenbau 

2,50 M. 

Der Versand erfolgt durch die Verbands-Buchhandlung bei 
Bestellungen im Werte von 3 M aufwärts portofrei bei Vorein- 
sendung des Betrages, sonst unter Nachnahme. 



Nachruf. 

Auf dem östlichen Kriegsschauplatz starb den Heldentod 
fürs Vaterland unser liebes Mitglied 

Walter Roesner 

Kriegsfreiwilliger im 228. Reserve -Infanterie- Regiment. 

Treu und bescheiden im Umgang, fleißig und tüchtig im 
Berufe, freudig in seiner Hingabe fürs Vaterland, so lebt er 
in unserer Erinnerung fort. 

Zweigverwaltung Waldenburg, Schi. 
Si p pach. 



1. Die Mitglieder sind gemäß § 19 der Satzung 
verpflichtet, die Beiträge monatlich im voraus 
zu zahlen. Der Einfachheit halber empfiehlt es sich, 
die Beiträge immer für das laufende Viertel- 
jahr im voraus zu entrichten. 

2. Ein Mitglied, das nicht zur pünktlichen Zah- 
lung seiner Beiträge in der Lage ist, muß bei dem 
Vorstand der örtlichen Verwaltung um Stündung 
nachsuchen, der gemäß § 15 der Satzung berechtigt 
ist, eine Stundung bis 3 Monate zu gewähren. 
Gesuche um weitergehende Stundung der Verbands- 
beiträge können nur von dem «eschäftsführenden 
Vorstande auf Grund eines schriftlichen, mit Be- 
gründung versehenen Gesuches gewährt werden. 

3. Alle nicht bis zum 10. der Monate März, 
Juni, September und Dezember für das laufende 
Vierteljahr bezahlten Beiträge werden, wenn nicht 
Stundung bewilligt worden ist, durch Nachnahme 
unter Zuschlag einer Nachnahmegebühr von 25 
bezw. 35 Pfg. eingezogen. 

4. Wer mehr als drei Monatsbeiträge schuldig 
bleibt, ohne Stundung erhalten zu haben, wird 
als Mitglied gemäß § 15 der Satzung gestrichen. 
Er verliert damit alle Rechte an den Verband, 
ohne daß der Anspruch des Verbandes auf die 
rückständigen Beiträge erlischt. 

5. Jedes Mitglied hat darauf zu achten, daß 
ihm für die gezahlten Beiträge Marken, mit dem 
Stempel der Zahlungsstelle entwertet, ausgehändigt 
werden. Die Marken sind in dem Mitgliedbuch 
in den betreffenden Monatsspalten einzukleben. 
Verloren gegangene Marken können nur von der 
Hauplgeschättsstelle ersetzt werden, wenn von der 
örtlichen Verwaltung eine Bescheinigung über die 
Zahlung und den Verlust der Marken beigebracht 
wird. Quittungsleistungen der Zweigverwaltungen 
über gezahlte Beiträge sind unzulässig und ungültig. 



STERBETAFEL 

Joh. Engelhardt, Nürnberg, Mitgl. 41 899, feit 

1. 1. 07, gelt. 17. 12. 14. 
Emil Fritzfche, Lausnitz, Mitgl. 70053, feit 1. 3. 13 

<Z\veigver\v. Pößneck), gelt. 12. 12. 14. 
Otto Hofmann, Bremen^ Mitgl. 47061, feit 1. 1. 08, 

gelt. 7. 12. 14. 
Emil Hoesli, Mutzig, Mitgl. 45696, feit 1. 1. 08 

<Zweigver\v. Straßburg), geft. 2. 12. 14. 
Rud. Roßmann, Königsberg i. Pr., Mitgl. 16670, 

feit 1. 7. 99, geft. 2. 12. 14. 
Fritz Sorau, Berlin, Mitgl. 1079, feit 1. 2. 89, 

geft. 26. 12. 14. 
Hans Spanier, Mitgl. 57149, feit 1. 4. 10 (Zweige 

verw. Trier), geft. 24. 11. 14 in feiner Heimat 

Freudenberg, Krs. Saarburg. 



Einbanddecken zur Deutschen Techniker-Zeitung 

sind, von der Firma Berliner Buchbinderei Wübben & Co., 
Berlin SW. 68, Kochstraße 60 61, zum Preise von 1 M für 
das Stück zuzüglich 50 Pfg. bezw. 25 Pfg. für Porto zu be- 
ziehen. Um den Anzeigenteil nicht mit einbinden zu lassen, 
sind zwei Rückenstärken (Decke A mit Anzeigen, Decke B 
ohne Anzeigen) zum gleichen Preise lieferbar. Bei Bestellungen 
ist anzugeben, ob Decke A oder Decke B gewünscht wird 



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Schwierige (5run6roo|ieroböid)tung. 

Gin heroorragenber $raftifer fdjrct&t über „©djadjtS 3?iroI* 
Gmulfion", mit ber er. einen großen SDZafdjtnenraunt 50 cm 
unter bem ©runbtuaffcrfpiegel mit Grfolg abgebtehtet hat, u. a. : 

£roh beS enorm hohen SSafierbrudeS ift ber SBobcn abfotut 
trorfen, nnb ift aud) felbft an bec suleht geiualtfara eingepreßten 
©teile fein SJcinimum »on 9?äffe bemerfbar. — 2Iuf bem Stoben 
lourbcn 9 Weberbrudbantpffejfcl aufgeteilt unb geigte fidj 
aud) trofe ber uollitänbig ungleichen SBelaftung ber S3oben 
troden. — 9J?it gctuöhulidjcm 33eton roäre bie Arbeit un* 
ausführbar geroefen. — ^d) faffe mein Urteil fürs jufammen: 
6djad)tS $iroI * Gmulfiou ift ein crftflaffigcS SidjtungSmittcf, 
baS felbft unter ben fdjroiertgftcn 33crhältniffen gegen allcS 
©runb= unb Sagetoaffer uerroenbet werben fann; ich roerbc 
cS in jebem %aUc oerroenben :mb fann eS allen $ad)Ieutcn aufS 
befte empfehlen. — 

®tefe unb gafjlreidje anbere begeifterte Anerkennungen, forote 
bie ©utadjten beS Söniglidjen ;HktcriaIprüfungSamteS in ©rofj* 
£td)terfclbc=33erlin, befräftigen ben guten 9iuf hon «SdjadjtS $ijol= 
Gmulfton als heften roafferabbidjtenben 9JcörteIsufah. 9Zaffe Detter 
ufro. fönnen bamit ftaubtroden hergeftelft roerben. ®er SoftenpreiS 
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fdjriften werben toon erfterer gratis Perabfolgt. 



Deutsche Techniker-Zeituno 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER-VERBANDE 

Schriftleitung: 

Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 23. Januar 1915 Heft 3/4 



Kriegshilfe (11. Quittung) 



Geschäftsführender Vorstand: Cosinus, Harenberg, Heinde 
= 17,50 M. 

Angestellte: Frl. Wolff 3,00. 

Zweigverwaltungen: Alsfeld: 43,00. A r n s d o r f - i. Sa. : 
50,00. A r n s w a 1 d e : 2,00. Aschaffenburg: 2,00. Aue: 
4,00. Bad Harzburg: S. Iser 5,00. Bad Kissingen: 28,00. 
Bautzen: 8,50. Berlin: Dolz 3,00, W. Pfeiffer 3,00, Beil 3,00, 
Köpke 3,00, Haasc 3,00, Lahmann 3,00, Nowakowski 1,00, Rottke 
2,00, Harenberg 1,00, Staberow 1,00, Müller 0,50, Möller 1,00, 
Ackermann 1,00, Pethrau 0,50, Winter & Cie. 1,00, Lüdtke 1,00, 
Wehrspon 1,50, Filsch 1,00, W. v. Kurowski 1,00, Prasse 1,00, 
Bender 1,00, Siegenthaler 1,00, Sundquist 2,00, Hein 2,00, Hanske 
1,50, Hahn 2,00, Herrmann 3,00, Frey 2,00, Kotzerke 1,00, Zorn 
1,00, Plessner 1,50, Altenberg 2,00, Peukert 2,00, Wall 2,00, 
Mierke 1,00, Kramer 1,00, Sieg 0,50, Treisch 0,50, Wewzow 2,00, 
Reifland 2,00, Heinze 1,00, Ungenannt 7,25, P. Franke 8,00 = 
79,75. O. Lange 12,00, Bezirk III 15,00, Hennig 3,00 = 30,00 
(= 109,75). Breslau: 49,50. Bromberg: Schubert 1,00, 
Kretschmer 10,00, X. X. 10,00, Pandow 6,00, Zühlke 2,00, Medzeg 
30,00, Teuchert 5,00, Saß 2,00, Fritsch 1,00, Lorenz 0,50, Kuk- 
linski 1,00, Bruschat 3,00, Goertz 0,50, Konkol 2,00, Poppler 1,50, 
Wehner 3,00, Schulz 5,00, Konkol 8,00, Mielke 5,00, Kieling 2,00 
= 98,50. Pfeiffer 3,00, Reuter 2,00, Schulz 1,50, Koppen 8,00, 
Bruschat 3,00, Saß 2,00, Lorenz 1,00, Goertz 0,50, Fritsch 1,00, 
Poppler 1,50, Wehner 3,00, Pandow 6,00, Medzeg 30,00, Schulz 
5,00, Kretschmer 10,00, Zühlke 3,00, 3 Mitglieder, Spielgewinn, 
4 00 = 84,50 (= 183,00). Brunsbüttelkoog: 21,00. Char- 
lottenburg: 33,00, K. Moscheil 4,00 (= 37,00). Chemnitz: 
5. Rate 70,00, H. Persson 10,00 (= 80,00). Cuxhaven: 47,00 
Düsseldorf: 100,00. Eisenach: 12,00. Elbing: 5,50. 
Frankfurt a. O.: 28,50. Freiberg: 74,00. Friedrichs- 
ort: 522,09. Gelsenkirchen: 2,00. Göttingen: 62,00. 
Graudenz: 50,00, 60,00 (= 110,00). Grünberg: 59,00. 
Halle a. S.: 75,00. Hamburg: 4. Rate 1306,00. Hannover- 
Linden: 46,00. Hattingen: 18,00. Hörde: Conze 1,00. 
Ilmenau: Hopf 3,00, Pfeiffer 2,00 (= 5,00). Kiel: G. W. 
Schiffbau 21,00, K. W. Hafenbauressort 128,00, K. W. Ressort IV 
55 00 K. W. Artillerieressort: Sasse 5,00, Stoltenberg 5,00, Ha- 
berkorn 10,00, Landt 6,00, Tiedemann 6,00 = 32,00, T. J. u. U. J. 
79,00, 35,00 = 350,00, 150,15 (= 500,15). Königsberg i.Pr.: 
100 00 Leipzig: 105,50. Ludwigshafen a. Rh.: Mein- 
hardt 10,00, Reinhardt 4,00, Kraft 3,00, Menzel 10,00, Heß 3,00, 
Raschbichler 2,00, Schweikart 1,00, Walter 2,00, Müller 2,00, 
Handrich 2,00, Scholl 1,00, Feldmann 2,00, König 2,00, Winter- 
korn 2 00, Keßler 4,00, Frey 2,00, Graf 2,00, Weidmann 2,00, 
Brennemann 6,00, Heieck 1,00, Westphal 2,00, Kühn 1,00, Treiter 
300 (=6905). Lübeck: 6,00. Magdeburg: 5,00. Merse- 
burg 165 Mühlhausen i. Th.: Roth 3,00, Pohlmann 10,00, 
Seifert 3,00, Venutti 3,00, Roselt 2,00, Westpfehling 3 00, Herr 
3 00 Reuther 5,00, Köppe 5,00, Horn 3,00, Dodenhoff 3,00, 
Herzog 3 00, Leibing 3,00, Zindt 3,00, Schöring 2,00, Becker 
3 00 = 57 00 abzügl. 10o/ 0 Sammellohn 5,70 (=51,30). Neu- 
brand e n'b u r g: 6,00. Neuß: Müller 20,00, Stoscheck 3,00 



(= 23,00). Nürnberg: 125,00. Oldenburg: 10,00, 5,00 
(= 15,00). Posen: Schiersch 10,00, Heigwcr 5,00, Rißmann 
2,00, Wagner 3,00, Heidt 3,00, Reuß 2,00, Dorr 5,00, Bock 2,00, 
Wildenhayn 5,00, Koch 3,00, Petrykowski 2,00, Fechner 1,00, 
Sichert 15,00, Opitz 4,00, Hoff mann 15,00, Kriegspostkarten 4,00, 
Ungenannt 1,00 = 82,00, Ebel 10,00 (= 92,00). Reist enhau- 
sen: 10,00. Spandau: 2,00, Krüger 3,00, Schafer 6,0!), Hinz 
10,00, Dreher 3,00, Grund 2,00, Zeiner 1,00, Hilkcr 1,00, Schöne- 
mann 1,00, Hübner 1,00, Wittek 1,00, Schwentzel 1,00, Emm- 
rich 1,00, Graeber 1,00, Meinheit 1,00, Kraye 1,00 (= 36,00). 
Tegel: 25,00. Uelzen: Pein 10,00, Bransky 10,00, Gutsche 
5,00, Kempf 5,00, Leikerwäker 5,00, Jacobs 10,00, Bode 6,00, 
Kann 5,00 (= 56,00). Waldenburg: 4,00. Werdau: Wild 
1,00, Eisenhut 2,00, Krögel 3,00, Schubert 2,00, Hentsdiel 3,00, 
Drechsel 2,00, Bohn 1,00, Schubert 2,00 = 16,00, 5,00 (=21,00). 
Wiesbaden: 30,50. Wilmersdorf: Frau Fränzel Leu 50,00, 
J. Queck 3,00 (= 53,00). 

Mitglieder: Aequistapace 1,00, Ahlenstorf 10,00, Alting 10,00, 
Andreas 3,00, Baumgarten 27,00, Bederke 8,00, Bergmann 5,00, für 
Kriegskarten durch Herrn Bürgermeister Burkhardt 4,00, für 
Kriegskarten durch Herrn von Carlowitz von: Geschw. v. Carlo- 
witz 9,30, Wolfsohn 5,00, Fleck 5,00, Z.-V. Düsseldorf 4,00, 
Baronin v. Seherr Thoß 3,00, Altwasser, Th. Geisheim je 2,00, 
Winck 1,60, Geburt, Kleinert, Reimer, Preuß, Podolski, Klein- 
schmidt je 1,00, Kühn, Ratsch, Mayer Rud., Halfpaap, Wolfsohn, 
Damköhler, Dannenberg, Petrich, Kabus, Lorbeer, Liebig, Schil- 
der Mottlau, Freyer, Kopale, Gaede, Andres, Kirschner, Platzek, 
Stritzker, Schulz, Rudolph, Beinert, Schweriner, Melcher, Exner, 
Schnabel, Scheuner, Haferland, Wolff, Pohl, Jaensch, Kusche, 
Rzimann je 0,50, Dlugosch 0,40, Girwert 0,20, Sültmann 0,10 
(= 54 60), Zech 3,00, Dietzschold 5,00, Gädicke 10,00, Gelhaar 
1 00, Ginz 10,00, Günther 10,00, Hassel 4,00, Heling 8,00, Hey- 
der 5 00, Heyser 5,00, Hofmann 8,00, Holsten 10,00, Jeck 10,00, 
Klaus' 2 00, Kloß 8,00, Kräcker 20,00, Kunitz 20,00, Lorenzen 
10 00 Neßler 3,00, Nobeck 5,00, Peck 2,00, Ritthausen 10,00, van 
Rysse 10 00, Schenk 3,00, Schimitzek 2,00, Schmidt 2,00, 
Schultze 3,00, Söhrnsen 5,00, Spengler 8,00, Stahl 5,00, Sums 
3 00 Trübner 3,00, Tully 3,00, Voige 5,00, Walter 2,00, Wayß 
20 00 Wehner 6,00, Wenk 5,00, Wilhelmi 10,05, Willecke 8,00, 
Winck 15,00, Wolff 4,00, Ziegler 3,00, Zügel 5,00, Ungenannt 
20,00, Ungenannt 20,00. 

Zusagen JJ; 



Dazu Endbetrag der 10. Quittung 



69 486,75 M. 



Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen . .lAl'^i m 

Dazu Endbetrag der 10. Ausgabe-Quittung 37 /35.35 M. 

39 484,35 M. 

Die in Heft 1/2 für die Zweigverwaltung Lichterfelde ver- 
öffentlichten 15,00 sind von folgenden Herren gespendet: Berg- 
mann Buchholz, Hensel, Plewe & Stange je 3,00. 



Wirtschaftliche Kriegsmaßnar 

Von Architekt A. KÜSTER, Leiter der Verdi 

Geht man den Gründen nach, die dazu geführt haben, 
daß ein großer Teil — vielleicht sogar der weitaus größte — 
der bisherigen Kriegslieferungen in Erzeugnissen der In- 
dustrie und des Handwerks dem Zwischenhandel zugefallen 
ist, und daß in unverhältnismäßig vielen Fällen die Heeres- 
verwaltung den eigentlichen Verfertigern die Aufträge nicht 
erteilt hat, so liegen diese Gründe zum allergrößten Teile 
bei den beteiligten Industrien und dem Handwerk selbst. 



men der Handwerkskammern 

gungsstelle der Handwerkskammer zu Berlin. 

An alter Überlieferung festhaltend, stehen weite Kreise 
der Kleinindustrie und des Handwerks noch heute auf dem 
Standpunkte, daß derjenige, der einen Bedarf hat, sich nach 
der Stelle, die ihm den Bedarf zu decken vermag, umsieht 
und an sie herantritt. Sie erwarten, daß der Verbraucher 
zu ihnen kommt. Insbesondere ist dies der Fall beim Hand- 
werker und Kleingewerbetreibenden, der gewohnt ist, für 
einen bestimmten Kundenkreis zu arbeiten. Für Zeiten 



10 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 3/4 



des normalen Bedarfes der verbrauchenden Kreise mag 
dies seine Berechtigung dann haben, wenn die zur Ver- 
fügung stehenden Betriebsmittel beschränkt sind und dem- 
gemäß ein Bedürfnis, den Kundenkreis zu erweitern, nicht 
vorliegt. Ändert sich diese Voraussetzung für die Beschäfti- 
gung des Betriebes aber, so daß es notwendig wird, für die 
Erzeugnisse des Betriebes andere Absatzgebiete zu er- 
schließen, so gilt es, den veränderten Verhältnissen auch 
sogleich Rechnung zu tragen und an die Gewinnung neuer 
Auftraggeber zu gehen. 

Ein solch anormaler Zustand war eingetreten, als am 
1. August 1914 so urplötzlich der Kriegszustand über 
Deutschland hereinbrach. Zufolge der Unsicherheit der 
wirtschaftlichen Lage ergab sich für die große Mehrzahl der 
privaten Auftraggeber die Notwendigkeit, alles das an 
erteilten Aufträgen, was noch nicht zur Ausführung ge- 
kommen war, zurückzunehmen oder aber doch die Aus- 
führung bis zur Klärung der politischen Lage zurückzu- 
stellen. Neue Aufträge aus dem Kreise der privaten Ver- 
braucher waren unter den obwaltenden Verhältnissen nicht 
zu erwarten. 

Als neue Auftraggeber konnten jetzt allein die Heeres- 
verwaltung sowie allenfalls einzelne Staatsbetriebe in Be- 
tracht kommen, deren Bedürfnisse durch den Eintritt des 
Kriegszustandes plötzlich stark angewachsen waren. Ein 
beweglicher, der fast augenblicklich veränderten Sachlage 
gewachsener Kleingewerbestand hätte sehr wohl Mittel und 
Wege finden können, sich den ihm gebührenden Anteil an 
der direkten Befriedigung der so ganz ungeheuerlich ge- 
stiegenen Bedürfnisse der Heeresverwaltung alsbald zu 
sichern. 

Die Handwerkskammern, die sich in neuerer Zeit mit 
großer Energie der Hebung der wirtschaftlichen Lage des 
Handwerker- und Gewerbestandes zugewandt haben, sind 
schon längst sich darüber klar gewesen, daß der einzelne 
Handwerker nicht darauf rechnen dürfe, bei den doch 
stets umfangreichen Aufträgen, die von der Heeresver- 
waltung vergeben werden, unmittelbar liefern zu können, da 
jeder Einsichtige zugeben muß, daß verwaltungstechnisch 
die Möglichkeit der Vergebung in vielen kleinen und klein- 
sten Losen der Heeresverwaltung einfach nicht zugemutet 
werden kann. Gleichzeitig mit dieser Erkenntnis wurde es 
den amtlichen Interessenvertretungen des Handwerks aber 
auch offenbar, daß Wege gefunden werden müssen und 
auch gefunden werden können, die dem Handwerker einen 
Absatz an die Heeresverwaltung ermöglichen, ohne daß 
hierbei durch Zwischenhandel der notwendige Verdienst 
teilweise oder gänzlich aufgehoben wird. So ist denn 
bereits in den letzten Jahren vor diesem Kriege seitens 
der Handwerkskammern den einzelnen Handwerkern immer 
wieder die Vereinigung zu Werkgenossenschaften und zu 
Lieferungsverbänden, als der zunächst zu erfüllenden Vor- 
aussetzung für eine unmittelbare Zuteilung von größeren 
staatlichen Lieferungen empfohlen worden. Nur ein Zu- 
sammenschluß der zahllosen kleinen, im Verhältnis zu den 
erheblichen Anforderungen der staatlichen Verwaltungen 
bezüglich Schnelligkeit, Promptheit, Leistungsfähigkeit und 
Sicherheitsstellung als einzelner Unternehmer überhaupt 
nicht in Frage kommenden Einzelbetriebe zu Werkgenossen- 
schaften, Lieferungsverbänden und ähnlichen Vereinigun- 
gen kann die Grundlage geben zu direkten Angeboten bei 
der Vergebung von Leistungen und Lieferungen großen 
und größten Umfanges. Die Erfahrungen, die seitens der 
beim Kriegsausbruch bereits vorhandenen Vereinigungen 
des- Handwerks gewonnen wurden, bestätigen die An- 
nahme, daß auf dem von den Handwerkskammern emp- 
fohlenen Wege der Vereinigung den so oft und mit Recht 
beklagten Mißständen mit Erfolg entgegengearbeitet wer- 
den könne. — Wo solche Vereinigungen beim Eintritt der 
Mobilmachung und damit des so anormalen Zustandes 



im Wirtschaftsleben bereits bestanden, ist ihnen die Weiter- 
beschäftigung der angeschlossenen Einzelbetriebe auch ge- 
lungen; ja es war in diesen Fällen sehr oft eine gestei- 
gerte Tätigkeit der Betriebe festzustellen, hervorgerufen 
durch den so ungewöhnlich großen Bedarf der Heeresver- 
waltung, der noch dazu mit der größtmöglichen Beschleu- 
nigung zu decken war. 

Die Bildung von Lieferungsverbänden des Handwerks 
gewinnt so über ihren ursprünglichen Zweck hinaus eine 
erhebliche Bedeutung als Regulator des Wirtschaftslebens 
der Nation in Zeiten völlig veränderter Voraussetzungen, 
wie dies zurzeit der Fall ist, und wenn heute weitL' Kreise 
des Handwerker- und Gewerbestandes den wirtschaftlichen 
Einwirkungen des Krieges hilflos gegenüberstehen, so liegt 
es zu einem nicht geringen Teile daran, daß sie den viel- 
fachen Mahnungen zum Zusammenschluß, die von be- 
rufener Seite an das Handwerk gerichtet wurden, verständ- 
nislos gegenüberstanden. Es rächt sich an ihnen jetzt, daß 
sie in vieljähriger Unterlassungssünde die außerordent- 
liche Bedeutung des wirtschaftlichen Zusammenschlusses 
zwecks gemeinsamer Lieferungsübernahme nicht erkannten. 

War nun die in dieser Richtung vor dem Kriegsaus- 
bruch liegende Tätigkeit der Handwerkskammern eine rein 
mittelbare, so ergab es sich doch von ganz allein, daß bei 
Eintritt der veränderten wirtschaftlichen Lage sogleich von 
den amtlichen Interessenvertretungen des Handwerks an 
die zuständigen Stellen der Heeresverwaltung das Ersuchen 
gerichtet wurde, die bestehenden Lieferungsverbände des 
Handwerks in weitgehendstem Maße direkt an den Kriegs- 
lieferungen zu beteiligen. Wenn aus den oben angeführte«. 
Gründen ein voller Erfolg diesem Vorgehen der Hand- 
werkskammern nicht beschieden gewesen ist, so konnte 
doch so mancher nennenswerte Auftrag, den das Handwerk 
unmittelbar erhalten hat, dieser Anregung zugeschrieben 
werden. Gleichzeitig mit dem Antrage, die Zwischenunter- 
nchmer bei der Vergebung der Kriegslieferungen auszu- 
schalten, erboten sich die Handwerkskammern, ihre Ver- 
dingungsstellen der Heeresverwaltung als Vermittlungs- 
stellen bei der Erteilung von Aufträgen an das Handwerk 
zur Verfügung zu stellen. Es sind einzelne Kammern sogar 
soweit gegangen, unter eigener Verantwortung Lieferungs- 
aufträge zu übernehmen, um sie in geeigneter Weise auf die 
Innungen ihres Kammerbezirks zu verteilen. Als die geeig- 
netste Form der Heranziehung mehrerer Betriebe zur ge- 
meinsamen Lieferungsübernahme hat sich in allen den 
Fällen, wo über bestehende Einrichtungen für diesen Zweck 
nicht verfügt werden konnte, der sogenannte „Freie Lie- 
ferungsverband" erwiesen, der für den jedesmaligen 
Lieferungszweck gebildet wird. Mit Hilfe dieser Form ist 
es möglich gewesen, dem Mangel an wirtschaftlichen Ver- 
einigungen des Handwerks zu begegnen. 

Die mannigfachen Mißstände, welche die Vergebung 
der Kriegslieferungen an Zwischenhändler gezeitigt hat, 
haben die Heeresverwaltung neuerdings veranlaßt, die amt- 
lichen Vertretungen des Handels und des Handwerks, wie 
in Nr. 51 der ,, Bauwelt" bereits mitgeteilt worden ist, damit 
zu betrauen, bei allen der Heeresverwaltung unbekannten 
Bewerbern in eine Prüfung einzutreten, ob der Bewerber 
dem Geschäftszweige, aus dem er Waren anbietet, als 
Fabrikant oder Großhändler angehört. Es soll sogar die 
Prüfung sich auch auf die Zuverlässigkeit und die Leistungs- 
fähigkeit des Anbieters erstrecken. In Übereinstimmung 
mit dem preußischen Kriegsministerium hat der Deutsche 
Handwerks- und Gewerbekammertag in Ausführung dieser 
Anordnung der Heeresverwaltung daraufhin bekannt ge- 
macht, „daß die schriftlich einzureichenden Angebote auf 
Kriegslieferungen auf bestimmte Waren und an bestimmte 
Adressen zu lauten haben und an die zuständige Hand- 
werkskammer bzw. Handelskammer zu senden sind. Von 



He ft 3/4 



11 



diesen Stellen werden sodann die Angebote und Zeugnisse 
an die Militärbehörden weitergeleitet, bei welchen der An- 
tragsteller anzubieten wünscht." Durch diese Art der Be- 
handlung der Angebote auf Kriegslieferungen wird es mög- 
lich sein, künftig alle die Elemente von den Heeresli k- 
rungen fernzuhalten, die auf Kosten der eigentlichen Ver- 
fertiger und sehr häufig auch noch zum Nachteil der 
Steuerzahler sich an den Kriegslieferungen bereichern 
wollen, ohne daß auch nur das geringste ihrerseits hierbei 
an wirklicher Leistung nachgewiesen werden kann. 

Neben der Wahrnehmung der Handwerkerinteressen 
bei der Ausführung der Kriegslieferungen, die naturgemäß 
an allererster Stelle stand, haben weitere Maßnahmen wirt- 
schaftlicher Art die Kriegstätigkeit der deutschen Hand- 
werkskammern gekennzeichnet. An den Heereslieferungen 
war vorwiegend nur eine ganz bestimmte Reihe von In- 
dustrien beteiligt, für die der Kriegszustand eine Hochkon- 
junktur mit sich brachte. Demgegenüber gerieten die Bau- 
handwerke durch den Kriegszustand in eine schlimme Not- 
lage. So war es denn von Beginn des Krieges an das Be- 
mühen der Handwerkskammern, die bauenden Behörden 
des Staates und der Gemeinden auf die außerordentliche 
Bedeutung der Weiterführung begonnener Bauanlagen und 
der Inangriffnahme neuer Bauten eindringlichst hinzu- 
weisen. Die diesbezüglichen Vorstellungen der Handwerks- 
kammern haben den Erfolg gehabt, daß dort, wo unter 
dem ersten Eindrucke des über das Land hereingebrochenen 
Kampfzustandes in übereilter Weise die Einstellung aller 
baulicher Arbeiten verfügt worden war, diese Maßnahme 
alsbald als falsch und durchaus den wirtschaftlichen Inter- 
essen des Volkes nicht entsprechend erkannt worden ist. 
Am nachhaltigsten beeinflußten die eindringlichen Vorstel- 
lungen der amtlichen Vertretungen des Handwerks den 
größten baulichen Arbeitgeber, den preußischen Staat, der 
die dringende Notwendigkeit hieraus erkannte, den not- 
leidenden Handwerksbetrieben durch Erteilung von Staats- 
aufträgen über die bevorstehende schwere Zeit hinwegzu- 
helfen! Der Minister der öffentlichen Arbeiten in Preußen 
ließ es sich angelegen sein, durch Vermittlung der seinem 
Ressort unterstehenden Eisenbahndirektionen an die Hand- 
werkskammern die Aufforderung zu richten, ihn über das 
örtliche Arbeitsbedürfnis und den Grad der Notlage in den 



:: :: :: :: STANDES BEWEGUNG :: :: :; :: 

Aus dem D. T.-V. 
Das neue Jahr hat dem Verbände viele herzliche Wünsche 
für seine weitere Entwicklung aus den Kreisen der Verbands- 
mitglieder gebracht. Besonders waren es die Kollegen, die t 
draußen vor dem Feinde stehen, die mit Liebe und Treue des 
Verbandes gedachten. Aus der Reihe der zahlreichen Zuschriften 
sei der Neujahrsbrief des Kollegen Emil Habeck, des Leiters 
unserer Verbandstage, wiedergegeben. — Er schrieb dem Ver- 
bände zum 1. Januar aus Frankreich: 

Es rückt die Jahreswende heran und da möchte auch ich 
nicht unterlassen, der mir seit langen Jahren lieb gewordenen 
Berufsorganisation zu gedenken. Das zur Neige gehende Jahr 
1914, mit seinem Verbandstage in Metz, wird mir und allen dort 
zugegen gewesenen Kollegen unvergessen bleiben. Oerade der 
Besuch der Schlachtfelder der Jahre 1870/71 um Metz hat da- 
mals in jedem deutschen Herzen erhebende Gedanken wach- 
gerufen an eine große Zeit; an eine Zeit, welche die Einigkeit 
eines großen Volkes geboren hat. Daraus haben auch wir als 
Berufsstand Lehren ziehen können; schade nur, daß es immer 
noch so viele Mühe macht, ein einiges Zusammengehen aller 
Berufsgenossen zu erreichen. Hoffentlich wird die, auch wäh- 
rend des jetzigen Krieges wieder so glänzend bewiesene Einig- 
keit eines großen Volkes später alle, bis dahin noch zögernd 
beiseite stehenden Kollegen veranlassen, aus der Reserve her- 
vorzutreten und sich unseren Reihen anzuschließen. Das ist 
mein aufrichtiger Wunsch zu Beginn des neuen Jahres. Es wird 
ja nach dem Kriege vieler Arbeit bedürfen, um wieder ins 



einzelnen Betrieben fortdauernd durch geeignete Bericht- 
erstattung auf dem laufenden zu halten. 

Die vorbeugende Tätigkeit der Handwerkskammern 
wandte sich auch dem Gebiete der öffentlichen Verdingung 
von Leistungen und Lieferungen zu, das ja bereits in den 
vorangegangenen Friedensjahren eine rege Betätigung der 
Interessenvertretungen des Handwerks hervorgerufen hat. 
Es war vorauszusehen, daß unter dem Drucke der wirt- 
schaftlichen Notlage die öffentliche Ausschreibung hand- 
werksmäßig herzustellender Arbeiten und Lieferungen ins- 
besondere im Betriebe der Bauindustrie Preisangebote her- 
vorrufen werde, bei denen von irgend welcher vernünftigen 
Kalkulation nicht gesprochen werden kann. Mußte gegen 
eine schädliche Preispolitik einzelner Handwerker von den 
Interessenvertretungen des Handwerks schon unter nor- 
malen wirtschaftlichen Verhältnissen der allerentschiedenste 
Einspruch erhoben werden, so war dies um so notwendiger 
in einer Zeit starken, wirtschaftlichen Niederganges, wie 
die Bauindustrie sie als unmittelbare Folge des Krieges 
jetzt durchmacht. Auch diese Anregung der Handwerks- 
kammern ist bei den Behörden auf fruchtbaren Boden ge- 
fallen und die Verdingung im Wege der engeren Ausschrei- 
bung dürfte demzufolge bei allen einsichtigen Baubehör- 
den heute allein neben der freihändigen Vergebung in An- 
wendung sein. 

Als wirtschaftliche Maßnahmen der Handwerkskam- 
mern sind auch deren Eingaben an staatliche und an Ge- 
meindebehörden anzusehen, die die Freigabe der von den 
Handwerkern hinterlegten Sicherheiten bezweckten. 

Bei der Schaffung von Kreditmöglichkeiten hat das Ge- 
nossenschaftswesen die Grundlage gegeben, auf der die für 
das Handwerk wichtigen Einrichtungen mit Hilfe der 
Preußischen Zentralgenossenschaftskasse dann ins Leben 
gerufen wurden. Hierbei sind seitens der Handwerkskam- 
mern in vielen Fällen namhafte Garantiesummen gezeichnet 
worden. 

Über das im Augenblick Notwendige hinaus ist aber 
auch bereits für das künftige wirtschaftliche Gedeihen des 
Handwerks- und Gewerbestandes dadurch Sorge getragen, 
daß Vorbereitungen im Gange sind, dem Handwerk bei 
dem Wiederaufbau der durch den Krieg verwüsteten 
Landesteile eine unmittelbare Beteiligung zu sichern. 



rechte Geleise zu kommen. Aber es werden sich genug Männer 
finden, die bereit sind, tüchtig mitzuhelfen. So geht es auch 
mir. In ernster Stunde gebe ich mein Versprechen, dem lieb- 
gewordenen Verbände Treue zu bewahren, und, sofern mir 
eine glückliche Heimkehr beschieden sein sollte, auch später 
wieder, wie bisher, an seinem Blühen und Gedeihen mitzuarbei- 
ten. Ich wünsche dem D. T.-V. ein glückliches neues Jahr. 
Diese meine Wünsche gelten natürlich auch al'en in seiner Lei- 
tung tätigen Kollegen und Beamten einschließlich der dort be- 
schäftigten Personen „beiderlei Geschlechtes", sofern sie sich 
meiner freundlichst erinnern. 

Daß es um die Sache des Verbandes z. Zt. gut bestellt ist, 
habe ich mit Freuden aus dem Briefe unseres Herrn Dr. Höfle 
vom 14. 11. 14 entnommen. Ich wünsche, daß es so bleiben 
möge und weitere gute Erfolge zu verzeichnen sind. Den im 
Felde stehenden Kollegen bitte ich gelegentlich von dort aus 
beste Grüße von mir zu übermitteln. Kollege K a h n t - Leibzig 
habe ich neulich und ganz zufällig in Charleroi beim „Butter- 
einkauf" getroffen. Die Freude war groß und ein Frühschoppen 
beschloß diese ,, Feier". 

Es sei an dieser Stelle ergänzend hinzugefügt, daß neben 
dem hier erwähnten Kollegen K a h n t noch folgende Gesamt- 
vorstandsmitglieder unter den Fahnen stehen : Beyer, Frisch- 
muth, Habeck, Jordan, Langbein, Mühlenkamp, 
Sander, Schweisfurth, Schwertferge r. 

Von den Mitgliedern des Geschäftsführenden Vorstandes 
stehen, wie wir bereits berichteten, im Felde : Reichel, 
Schramm und W i 1 d e g a n s , von den Beamten Kauf- 
mann, Kröbel, Bender; Gaedke ist wieder beurlaubt 
worden. Auch draußen im Felde nehmen die Kollegen regen 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 3 4 




Anteil an der Verbandsarbeit. So schrieb uns Kollege Wilde- Der eingeschränkte Raum unserer Zeitung reicht nicht aus, 
gans u. a. : um all die vielen Zuschriften wiederzugeben, die ein beredtes 
„Gleichzeitig spreche ich allen, die so wacker am D. T.-V. Zeugnis dafür ablegen, wie gerade den im Felde stehenden Kol- 
mitarbeiten, meine volle Anerkennung und meinen Dank aus. legen der Verband ans Herz gewachsen ist. Auch wir Daheim- 
Es ist recht erfreulich, aus den Berichten in jeder D. T.-Z. gebliebenen müssen durch die Tat beweisen, daß in uns der 
diesen bewunderungswerten Geist der heimgebliebenen Kol- gleiche Geist lebt und daß auch uns die große Kriegszeit aus 
legen zu beobachten. Ueber manche Unannehmlichkeit, die Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit aufgerüttelt hat. — 
der Krieg bringt, setzt mau sich hinweg, weil man weiß daß Nachstehend noch einige persönliche Nachrichten über Kol- 
die lieben Kollegen ihre Krieger nicht vergessen haben." legen: 

Ueberhaupt wird die Deutsche Techniker-Zeitung, Vermißt wird Kollege Matth. Bauer, Kürenz, Post 

die wir allen Kollegen auf Wunsch ins Feld senden, überall freu- Trier) Mitgl. 72 594, der nach Mitteilung unserer Zweigverwal- 

dig begrüßt. So schrieb uns Kollege Weidmann (Trier) au? tung . Trier wahrscheinlich schwer verwundet wurde. 
Frankreich: _ * Vermißt werden ferner: Karl Alles, Lieh, Kr. Gießen. 

, ^Tfi^Tu T erl ? ielt ' Ch c ^"l'S.-S Mitgl. 70012, Gefr. Res.-Inf.-Regt. 116, 5. Komp. und Herrn, 

der D. T.-Z. Ich wäre Ihnen für weitere Zusendung sehr dank- Kößling, Insterburg, Mitgl. 42 255. Kollege Kößling geriet in 

bar sicher auch die übrigen Kol egen in der Kompagnie, denen russische Gefangenschaft. Hdl. 
ich die Zeitungen sofort zustellen werde. 

Der Briefbogen, auf dem uns Kollege Weidmann dieses 

schreibt, ist übrigens ein schönes Zeichen für den Humor, der \;cocruicnnMce 

trotz aller Beschwernisse des Krieges in unserem deutschen Heere :: :: :: :: :: V t K o L> IT 1 1 D C IN t o :: ii il :t 
lebendig ist. Er trägt den Kopf: ' 

Merkblatt für Angehörige der Kriegsteilnehmer 

In Nr. 43 44 der D. T.-Z. brachten wir eine Uebersicht über 
die Renten, die als Entschädigung verwundeter und arbeits- 
unfähiger Krieger, sowie als Familienunterstützung an die Hinter- 
bliebenen der Gefallenen gezahlt werden. Zur Erlangung der 
Entschädigungen bezw. Unterstützungen ist aber die Erfüllung 
einiger formellen Vorschriften erforderlich. Da nach 
dem Kriege die Gelder zunächst aus einem Gnadenfonds, später 
auf Grund eines Gesetzes gewährt werden, sind Gnadengebühr- 
nisse und Versorgungsgebührnisse zu unterscheiden. 

Die Gnadengebührnisse werden der Witwe, den 
• Kindern und sonstigen Angehörigen der aufsteigenden Linie, wie 
Geschwistern usw., gewährt. 

Der Antrag auf Zahlung der Gnadengebührnisse ist ent- 
weder an diejenige stellvertretende Korpsintendantur, zu deren 
Geschäftsbereich der Truppenteil usw. des Verstorbenen gehört 
oder an das für den Wohn- oder Aufenthaltsort zuständige Be- 
zirkskommando zu richten. Letzteres sorgt dann für die Weiter- 
gabe. An Belegstücken sind dem Antrage beizufügen: 

a) eine Bescheinigung des Truppenteils usw. über die Höhe 
des Gnadengehalts oder der Gnadenlöhnung des Verstorbe- 
nen und über die Dauer der Empfangsberechtigung, 

b) eine militärdienstlich beglaubigte Bescheinigung über den 
Tod des Kriegsteilnehmers, 

c) in den Fällen zu 2 außerdem eine amtliche Bescheini- 
gung über den Verwandtschaftsgrad und das Verhältnis 
zum Verstorbenen. 

Können Bescheinigungen der zu a und b erwähnten Art nicht 
gleich beigebracht werden, so sind bestimmte Angaben über 
den Dienstgrad, die Dienststellung und den Truppenteil oder die 
Behörde des Verstorbenen erforderlich und als Ausweise über 
den Tod die in Händen der Antragsteller befindlichen Mitteilun- 
gen der Truppenteile usw., Auszüge aus Kriegsranglisten oder 
Kriegsstammrollen, Todesanzeigen und Nachrufe der Truppen- 
teile und Behörden im Militär-Wochenblatt oder in sonstigen 
Zeitungen und Zeitschriften beizufügen. Auch ein Hinweis auf 
die Nummer der amtlichen Verlustlisten würde genügen. 

Auf Antrag stellt das Zentral-Nachweise-Bureau des Kriegs- 
ministeriums in Berlin NW. 7, Dorotheenstraße 48, besondere 
Todesbescheinigungen aus. 

Die Versorgungsgebührnisse sind entweder 
Kriegswitwengeld oder Kriegswaisengeld. Der Antrag auf Be- 
willigung ist an die Ortspolizeibehörde des Wohnorts oder des 
anläßlich des Krieges gewählten Aufenthaltsorts zu richten. 
An Belegstücken sind beizufügen: 

I. die Geburtsurkunden der Eheleute (können wegfallen, 
wenn die Geburtstage aus der Heiratsurkunde ersichtlich sind 
oder wenn nur Waisen- und Kriegswaisengeld beansprucht wird 
oder Wenn die Ehe über 9 Jahre bestanden hat) ; 

II. die Heiratsurkunde oder, wenn Waisen aus mehreren Ehen 
versorgungsberechtigt sind, die betreffenden Heiratsurkunden 
(Geburts- und Heiratsurkunden der vor dem 1. 4. 1887 ver- 
heirateten, bei der preußischen Militärwitwenkasse versicherten • 
Offiziere und Beamten finden sich in der Regel bei der General- 
direktion der preußischen Militär-Witwenpensionsanstalt in Ber- 
lin W. 66, Leipziger Straße 5); 

III. die standesamtliche Urkunde über das Ableben des Ehe- 
manns und falls die versorgungsberechtigten Kinder auch ihre 
leibliche Mutter verloren haben, noch die standesamtliche Ur- 
kunde über das Ableben der Ehefrau (für den Ehemann ge- 
gebenenfalls einen der oben zu 3 erwähnten Ausweise); 

IV. die standesamtliche Geburtsurkunde für jedes versor- 
gungsberechtigte Kind unter 18 Jahren: 



isufmn^ von l^anM?, ^.oEett, ^fen, § rafjf, fjäa^ru 
J?<mtettf, iiatk, Jsfoffett, fertigen Citren ». $m$Uxn 
$owU f£irfecf)affe~ xxnb 4rtx<x\\<§$axt\M affer ärf für 
^ Jroutfrupjmt ^ 

c '. . ; 

Kaserne. 

HM.fi. 1i$a£$txm$ox%M%. 

„ #. MeMx.itniawn 
„ J>. i^äc&erei. 
„ j§. $rafc6entttnäfer. 
„ jr. ®rMen, & ^qjektt. 

Der auf lithographischem Wege hergestellte Briefkopf führt 
dann weiter noch die einzelnen „Eigenen Betriebe" in den ver- 
schiedenen französischen Orten an, die leider nicht genannt wer- 
den können. 

Ein wie festes und inniges Band die ins Feld nachgesandte 
Techniker-Zeitung um die Kollegen draußen im Felde und die 
zurückgebliebenen schlingt, zeigt u. a. folgender Brief, der uns 
von Kollegen Breiter aus Beaumont zuging: 

„Die mir von meinen Angehörigen nachgesandte Zeitung 
habe ich mit vielem Interesse gelesen, bringt sie doch langf- 
entbehrte Nachrichten über die Vorgänge unserer Berufsbewe- 
gung. Sie können sich kaum vorstellen, wie mächtig gerade 
jetzt, wo die erste kriegerische Erregung verschwunden ist und 
einer nüchternen Ruhe Platz gemacht hat, unser aller Sinnen 
der Heimat und den wirtschaftlichen Ereignissen zugewendet 
ist. Es ist ein erhebendes Gefühl zu lesen, wie opferfreudig 
auch die Angehörigen des D. T.-V. für die Familien der im 
Felde stehenden Kollegen zu sorgen wissen. Nicht minder aber 
auch, wenn man liest, daß Mitglieder unseres Verbandes für 
tapferes Verhalten vor dem Feinde durch Verleihung des Eiser- 
nen Kreuzes und durch Beförderungen ausgezeichnet worden 
sind. Schmerzlich zu bewegen vermag nur die Ehrentafel unse- 
rer gefallenen Helden. Besonders dann, wenn man unter ihnen 
so manchen lieben Kollegen von einst verzeichnet findet. Mag 
ihr Tod nicht umsonst erfolgt sein! Wir werden sie zu ehren 
wissen!" 

Und in gleichem Sinne schreibt uns auch Kollege J. Jonas 
aus Gent: 

„Es freut mich, daß der Verband sich auch während des 
Krieges als eine wertvolle Stütze seiner Mitglieder erweist. . . . 
Wenn der Krieg zu einem siegreichen Ende geführt ist, erhoffe 
ich ein neues mächtiges Emporblühen unseres Verbandes." 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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EHREN- m TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Herrn. Ahrend, Hohenschönhausen, Mitgl. 66 357. 

Karl Ahrend, Harburg, Mitgl. 72 693. 

Albert Appel, Diedenhofen-Niederjentz, Mitgl. 67 056. 

Hans Arold, Nürnberg, Mitgl. 39 786. 

Wilh. Benkhoff, Mülheim (Ruhr), Mitgl. 76 183. 

Wilhelm Bentz, Preetz i. Holstein, M.tgl. 71 658. 

Josef Birbaum, Neuwied, Mitgl. 64 158. 

Heinr. Brandt, Lehe, Mitgl. 59 702, (verwundet). 

Aug. Bremer, Brieg, Mitgl. 74 461, unter gleichzeitiger Be- 
förderung zum Unteroffizier. 

Hans Dohse, Wilhelmshaven, Mitgl. 68 286. 

Herrn. D. Ehlers, Delmenhorst, Mitgl. 73 946. 

Gustav Engel, Osnabrück, Mitgl. 61 678. 

Herrn. Freudenberg, Harburg, Mitgl. 62 245. 

Fritz Goos, Bremerhaven, Mitgl. 65 478. 

Lambertus Grothe, Rommerode (Zw. Cassel), Mitgl. 64 917. 

Paul Hanke, Leipzig-Dölitz, Mitgl. 59 323. Gefreiter beim 
11. Reserve-Jäger-Bataillon. 

Fritz Hartmann,. Berlin-Lichtenberg, Mitgl. 45 349, unter Be- 
förderung zum Unteroffizier. 

Albert Hoppe, Diedenhofen, Mitgl. 50101. Unteroffizier der 
Fernsprecherabteilung. 

Hans Ittameier, Eisenburg i. Bay., Mitgl. 48 159, unter Beför- 
derung zum Leutnant. 

Albert Klapprodt, Halberstadt, Mitgl. 69 211. 

Herrn. Kleinert, Barmen, Mitgl. 67 833. 

Hellmuth Klitzke, Dortmund, Mitgl. 67 309, unter Beförde- 
rung zum Unteroffizier. 

Paul Kochte, Beuthen (Ob.-Schl.), Mitgl. 38 766, Offizier- 
stellvertreter. 

Albert Köhler, Buer i. W., Mitgl. 50437, unter Beförderung 

zum Vizefeldwebel. 
Adam Krämer, Hattingen, Mitgl. 61 897. 
Paul Kutzer, Zeitz, Mitgl. 62 578. 
Fritz Lamprecht, Landshut i. Bay., Mitgl. 73 352. 
Richard Lange, Leipzig-Kleinzschocher, Mitgl. 56 277. 
Alfred Lassotta, Kattowitz, Mitgl. 75 621. 
Oskar Lesch, Bunzlau, Mitgl. 58 926. 
Friedr. Lüddeke, Bromberg, Mitgl. 50 115. 
Wilh. Mahlitz, Insterburg, Mitgl. 49 718. 
Georg Mahrenholz, Braunfels (Z.Wetzlar), Mitgl. 40 494. 
Richard Marx, Beuthen (Ober-Schi.), Mitgl. 59 586. 
Adolf Meyer, Striegau, Mitgl. 56 653. 
Fritz Meyer, Dortmund, Mitgl. 51 725. 

Paul Möller, Kiel, Mitgl. 42 266, unter gleichzeitiger Beför- 
derung zum Unteroffizier. 
Adolf Neuße, Bielefeld, Mitgl. 35 646. 
Richard Nölte, Berlin, Mitgl. 55 463. 

Simon Oberer, Landshut, Mitgl. 37 555, Offizierstellvertreter. 
Ernst Otto, Lissa i. P., Mitgl. 72 382, bei einem Patr.-Gange 

auf dem westlichen Kriegsschauplatz. 
Friedrich Parche, Braunschweig, Mitgl. 60 112. 
Arthur Peukert, Posen, Mitgl. 75 080. 
Alfred Pfannschmidt, Magdeburg, Mitgl. 67 958. 
Johannes Pietrzyck, Königsberg i. Pr., Mitgl. 13 245. 
Wilh. Pleuger, Bottrop, Mitgl. 55 872. 

Hugo Prinz, Penig i. Sa., Mitgl. 32 022, Feldwebel d. Landw. 

Kurt Reiche, Stettin, Mitgl. 50 668, Vize-Feldw.R.-I.-Regt.210. 

Max Reichenbach, Buer i. W., Mitgl. 32 095. 

Karl Reifegerste, Bergedorf, Mitgl. 38 186. 

Erwin Rimarski, Königsberg (Zerbst), Mitgl. 33 355, Leutn. 

im Landwehr-Infanterie-Regiment 33. 
Wilh. Rosendahl, Bochum i. W., Mitgl. 57 360. 
Max Rüsch, Essen, Mitgl. 57 423, unter Beförderung zum 

Feldwebelleutnant. 
Paul Schachtschabel, Stettin, Mitgl. 60 719, Vize-Feldwebel 

Reserve-Infanterie-Regiment 211. 
Josef Schäfer, Dortmund, Mitgl. 50 287, unter gleichzeitiger 

Beförderung vom Pionierfeldwebel zum Leutnant. 
Paul Scherner, Magdeburg, Mitgl. 49 667. 
Georg Schmalhofer, München, Mitgl. 77 283, (verwundet). 
Fritz Spangenberg, Bad Sulza (Zw. Jena), Mitgl. 76 906. 
Friedr. Stork, Lippstadt, Mitgl. 51 286. 
Gustav Transofsky, Bremerhaven, Mitgl. 74 218. 
Paul Uecke, Trier, Mitgl. 74 384. 



Wilhelm Uphoff, Bielefeld, Mitgl. 43 394. 
Joh. Willms, Sande (Oldbg.), Mitgl. 63 149, Leutnant d. Res. 
im Kgl. Sachs. Pion.-Batl. 



Mit dem bayr. Militär-Verdienstkreuz wurden ausgezeichnet: 
Franz Boxberger, Oberlind b. Sonneberg (S.-M.), Mitglied 

33 870, unter Beförderung zum Leutnant, und 
Hans Ruckdeschel, Amberg, Mitgl. 51 018. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Alfred Badzies, Königsberg i. P., Hosp. -Mitgl. 08 207. 

Hans Bernhardt, Großenhain, Mitgl. 59 190, seit 1. 10. 10, am 
7. 11. 14 bei Ypern. 

Jos. Bischoff, Letmathe (Zw. Iserlohn), Mitgl. 7100, seit 
1. 3. 1913, in Nordfrankreich durch eine Granate am 
27. 12. 14 getötet. 

Otto Böning, Osterrönfeld, Mitgl. 70 502, seit 1.4. 13 (Zweig- 
verw. Rendsburg), in Frankreich im Oktober 1914. 

Herrn. Bohn, Hardt (Zw. Dorsten), Mitgl. 74 688, seit 1.1.14. 

Friedr. Braun, Halstenbeck (Zw. Pinneberg), Mitgl. 60 309, 
seit 1. 1. 1911, am 28. Aug. bei Hohenstein. 

Erich Dittrich, Liebertwolkwitz (Zw. Leipzig), Mitgl. 54 874, 
seit 1. 10.09, am 2. 11. 14 bei Pont-Rouge nordwestl. Lille. 

Hans Drechsel, Hof i. Bay., Hosp.-Mitgl. 08 017. 

Alfr. Dusi, Leipzig - Kleinzschocher, Mitgl. 55 118, seit 
1. 10.09, am 22. 11. 14 bei Tutzky. 

Fritz Galas, Wilmersdorf, Mitgl. 78 157, seit 1.6.14, am 
1.1.15 infolge seiner auf dem östlichen Kriegsschauplatz 
erlittenen Verwundung. 

Paul Genge, Posen, Mitgl. 76 876, seit 1.5.14, im Nacht- 
gefecht bei Dannicki. 

Georg Glitsch, Landenhausen, Mitgl. 75 649, seit 1. 3. 14 (Abt. 
Schlitz), am 2. 9. 14. 

Wilh. Happe, Bochum i. W., Mitgl. 42 545, seit 1. 1. 07, schwer 
verwundet in der Schlacht bei Lombardzyde, starb am 
20. 12. 14 im Bürgerhospital zu Ostende. 

Gustav Heil, Magdeburg, Mitgl. 75 431, seit 1.3.14, Ende 
November 1914 als Unteroffizier in den Karpathen. 

Max Hirschmann, Stettin, Mitgl. 40 519, seit 1.10.06, am 
14. 10. 14 bei Bowuson. 

Emil Hohl, Duisburg, Hosp.-Mitgl. 05 592. 

Otto Hunger, Penig, Mitgl. 70 905, seit 1.4,13. Ritter des 
Eisernen Kreuzes II. Klasse. Gefreiter im Ers. -Res. -Regi- 
ment 230, am 18. Dez. 1914 im Osten. 

Wilhelm Janotta, Beuthen, Mitgl. 59 587, seit 1.10.10. Der 
Kollege wurde am 1.12.14 in Belgien schwer verwundet, 
beide Beine abgerissen. Am 9. 12. 14 starb er im Feldlaza- 
rett des Gardekorps in Melin. 

Reinh. Klingelhöfer, Sinn (Zw. f. d. Dillkreis), Mitgl. 31 087, 
seit 1. 1. 05, am 10. Sept. 1914 im Gefecht bei Vytry. 

Martin Kulawik, Nordhausen, Mitgl. 54 503, seit 1.10.09. 

Osw. Kunze, Leipzig-Co., Mitgl. 35 673, jäeit 1.1.06, in Bel- 
gien am 23.12.14 infolge einer zwei läge zuvor erhalte- 
nen Verwundung. 

Aug. Maßmann, Insterburg, Mitgl. 58 276, seit 1.7.1910, im 
November vor. Jahres in Polen. 

Rieh. Müller, Halle a. S., Mitgl. 60 675, seit 1.1.1911. 

Kilian Rienecker, Lübben i. L., Mitgl. 75 694, seit 1.3.1914, 
am 5. 12. 14 bei Hollebecke in Belgien. 

Aloys Roenspieß, Dt. Krone, Mitgl. 76 346, seit 1.4.14, am 
9. 10. 14. 

Ernst Samlowski, Königsberg i. Pr., Mitgl. 56 106, seit 1. 1. 10, 
am 25. 12. 14. 

Julius Scheele, Bielefeld, Mitgl. 14 049, seit 1. 4. 98, am 

18. Dez. 1914 in Frankreich. 
Bernhardt Schettat, Weimar, Mitgl. 61 138, seit 1. 1. 1911, am 

22. Nov. 1914 bei Wytschaede in Belgien. 
Carl Schmidt, Recklinghausen, Mitgl. 51 394, seit 1.1.09, am 

12. 10. 1914 im Lazarett zu Brüssel-Starden inf. e. Verw. 
Matth. Schmidtmeyer, Karlsruhe, Mitgl. 78 458, seit 1.7.14. 
Jos. Schmitt, Erkelenz, Mitgl. 14 615, seit 1. 7. 98, am 22. 11. 

1914 in Belgien. 
Wilhelm Sellhorn, Aurich, Mitgl. 78 626, seit 1. 7. 14, in den 

Kämpfen an der Yser. 
Georg Seuberth, Kaiserslautern, Mitgl. 48 572, seit 1.7.08, 

im Dezember 1914 bei Ypern. 

(Fortsetzung nächste Seite) 



14 



lieft 3 4 



Ehren-Tafel 



Hans Soll, Hamburg, Mitgl. 62 511, seit 1.7.11. 

Max Steiner, Wongrovvitz, Mitgl. 53 755, seit 1.7.1909, auf 

dem westlichen Kriegsschauplatz. 
Jos. Trachter, Buer i. W., Mitgl. 74 164, seit 1.11.13, am 

3. Oktober 1914 im Argonnenwald. 
Edmund Wagner, Werdau, Mitgl. 59 463, seit 1. 10. 1910, bei 

den Kämpfen im Westen. 
George Walter, Gardelegen, Mitgl. 27 945, seit 1. 1. 1904. 
Arnofd Weber, Kabel i. W., Mitgl. 31871, seit 1. 4. 1905 

(Zweigv. Hagen), am 22. 11. 1914 im Kriegslazarett II in 

Brüssel infolge einer am 30. 10. in Dixmuiden erlittenen 

schweren Verwundung. 
Eberhard Weinberger, Zweibrücken, Mitgl. 70 210, seit 1. 3. 

1913. 

Louis Wille, Mannheim, Mitgl. 19 659, seit 1. 1. 1901, am 

19. August 1914 bei Mülhausen i. Eis. 
Heinr. Winterhoff, Mehlen (Zweigv. Bad Wildungen), Mitgl. 

28 279, seit 1. 1. 1904. 
Ernst Wolf, Herischdorf (Zw. Warmbrunn), Mitgl. 65 093, 

seit 1.1.1912, bei Poelcappelle in Belgien. 
Karl Wollny, Kattowitz, Mitgl. 66 293, seit 1. 4. 1912. 
Paul Wullekopf, Hannover, Mitgl. 58 798, seit 1. 7. 1910, am 

10. September in Belgien. 

Karl Yström, Harburg a. d. Elbe, Mitgl. 31 314, seit 1.1. 1905, 
am 6. November 1914 in Belgien. Ritter des Eisernen 
Kreuzes. 

Paul Ziermann, Dortmund, Mitgl. 68 825, seit 1. 2. 1913. 

Es wurden verwundet: 

Ernst Allzeit, Königsberg i. Pr., Mitgl. 49 327. 

Alfred Antrag, Würzen, Mitgl. 64 687, Kriegsfreiwilliger. 

Alb. Appel, Diedenhofen-Niederjeutz, Mitgl. 67 056 (schwer, 
rechten Arm verloren). 

Emil Austmeyer, Dortmund, Mitgl. 30 485. 

Curt Blankenburg, Greiz, Mitgl. 74 826. 

Julius Borchert, Königsberg i. Pr., Mitgl. 75 197. 

Ludw. Boxhorn, Nürnberg, Mitgl. 58 464 (bereits wieder gar- 
nisondienstfähig). 

Sophus Brauer, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 45 394. 

Aug. Bremer, Brieg, Mitgl. 74 461, schwer verwundet in der 
Schlacht bei Bioute am 15. 10. 1914. Am 5. 1. 1915 ist Herr 
Bremer wieder zum Dienst fürs Vaterland in Lamsdorf in 
Schles. eingetreten. 

Friedr. Brune, Bochum, Mitgl. 53 290. 

Karl Cordier, Kürenz, P. Trier, Mitgl. 78 208 (schwer). 

Wilh. Damborn, Nürnberg, Hosp. -Mitgl. 06 697. 

Hans Eckert, Nürnberg, Mitgl. 44 904 (bereits wieder gar- 
nisondienstfähig). 

Hans Feller, Nürnberg, Mitgl. 06 729. 

Wilhelm Fritz, Offenbach, Mitgl. 49 776, bei Ypern. 

Franz Geiger, Lauf a. d. Pegn. (Zweigv. Nürnberg), Mitgl. 
53 637 (bereits wieder garnisondienstfähig). 

Peter Greve, Bottrop, Mitgl. 54 580, Kopfschuß. 

Paul Hanke, Leipzig-Dölitz, Mitgl. 59 323,. Gefreiter beim 

11. Reserve-Jäger-Batl., durch zwei Streifschüsse am Kopf 
verw., bereits wieder zur Front zurückgekehrt. 



Franz Hedwig, Königsberg i. Pr., Mitgl. 60092. 

Gottfr. Heinlein, Nürnberg, Hosp. -Mitgl. 07 720. 

Georg Herzer, Nürnberg, Hosp. -Mitgl. 06 696. 

Heinr. Kastner, Nürnberg, Mitgl. 40 562 (schwer). 

Karl Kilb, Cossebaude b. Dresden, Mitgl. 40 449 (Schuß in 
linke Lunge, Leber und Niere, Quetsch, der Lendenwirbel- 
säule). 

Albert Koppe, Bärwalde, Mitgl. 58 740, in Rußland leicht 

verwundet. 
Fritz Lehmann, Neukölln, Mitgl. 74 664. 
Fritz Lohmann, Berlin, Mitgl. 40 386 (leicht), in Polen an 

der Bzura. 

Gustav Lücke, Berlin, Mitgl. 28 335, (Vereinslazarett Berlin- 
Buch). 

Otto Lügge, Berlin, Mitgl. 77 993. 

Ignatz Malzahn, Insterburg, Mitgl. 71311 (Ostgrenze). 

H. L. Menz, Lindenstruth, Kr. Gießen, Mitgl. 70 481 (leicht). 

Max Mertens, Stettin, Mitgl. 56 041. 

Wilhelm Michel, Bremen, Mitgl. 74 269, am 20. Nov. 1914 in 
Rußland (schwer). 

Wilh. Nietsch, Bremerhaven, Mitgl. 58 836. 

Hans Nowak, Berlin, Mitgl. 43 473, durch Granatsplitter. ' 

Herrn. Purfürst, Niederschöneweide, Mitgl. 29 818, Unteroff. 
der Landwehr im Ers.-Batl. Leib-Gren.-Regt. Nr. 8, am 
26. Nov. 1914 bei Lowitsch durch Beinschuß verwundet, 
befindet sich aber auf dem Wege der Besserung. 

Paul Reinhold, Chemnitz, Mitgl. 59 547, wieder garnison- 
dienstfähig. 

Hermann Rohringer, Nürnberg, Hosp. -Mitgl. 07 302. 

Alois Rokus, Zalenze, Mitgl. 49 333 (schwer). 

Arthur Schlett, Nürnberg, Mitgl. 06 726 (schwer). 

Johann Schliederer, Nürnberg, Hosp. -Mitgl. 07 723. 

Otto Schulze, Dortmund, Mitgl. 73 250. 

Gustav Siegel, Nürnberg, Mitgl. 45 285. 

Willy StahH Dortmund, Mitgl. 72 432. 

Georg Steckel, Dortmund, Mitgl. 73 940. 

Curt Stiebler, Berlin-Pankow, Mitgl. 54 526, Unteroffizier der 
Landwehr, am 25. November 1914 in Rußland durch einen 
Brustschuß verwundet, befindet sich auf dem Wege der 
Genesung. 

Lorentz Trautner, Bayreuth, Mitgl. 66 786, (Reservelazarett 
Nordhausen a. H.). 

Alfons Urbansky, Quednan bei Königsberg, Mitgl. 68 070, 
an Hals und Schulter am 28. 12. 1914 vor Warschau ver- 
wundet (Hospital in Lübeck). 

Aug. Weber, Bochum i. W., Mitgl. 59 592. 

Franz Wienhues, Dortmund, Mitgl. 51 224 (schwer). 

Ludwig Wilfert, Nürnberg, Mitgl. 63 676 (bereits wieder gar- 
nisondienstfähig). 

Kurt Zwerschke, Beuthen (O.-Schl.), Mitgl. 74 764 (leicht). 

Berichtigung: 

Adolf Bartholdi, Harburg, Mitgl. 24 073, ist nicht, wie es in 
der amtl. Verlustliste hieß, gefallen, sondern wird vermißt. 
Ewald Simon, Mitgl. 76 459, im Felde gefallen, wohnte nicht 

in Bielefeld, sondern in Elberfeld. 



V. amtliche Bescheinigung darüber, daß 

a) die Ehe nicht rechtskräftig geschieden oder die eheliche 
Gemeinschaft nicht rechtskräftig aufgehoben war (kann 
wegfallen, wenn in der Sterbeurkunde die Ehefrau des 
Verstorbenen mit ihrem Ruf-, Mannes- und Geburtsnamen 
als dessen Witwe bezeichnet ist) ; 

b) die Mädchen im Alter von 16 Jahren und darüber nicht 
verheiratet (oder verheiratet gewesen) sind; 

c) keins der Kinder oder wer von ihnen in die Anstalten des 
Potsdamschen Großen Militärwaisenhauses aufgenommen 
ist; 

VI. gerichtliche Bestallung des Vormundes oder Pflegers; 

VII. Außerdem ist in dem Antrag anzugeben : 

a) ob und wo der Verstorbene als Beamter im Reichs-, Staats- 
oder Kommunaldienste, bei den Versicherungsanstalten für 
die Invalidenversicherung oder bei ständischen oder solchen 
Instituten angestellt war, die ganz oder zum Teil aus Mitteln 
des Reichs, Staates oder der Gemeinden unterhalten wer- 
den ; 

b) der zukünftige Wohnsitz der Witwe. 

Bekanntlich kann auch Kriegselterngeld gewährt 
werden. 



Der Antrag ist ebenfalls an die Ortspolizeiverwaltung des 
Wohnorts oder des anläßlich des Krieges gewählten vorüber- 
gehenden Aufenthaltsorts zu richten. Ihm ist eine standesamt- 
liche Sterbeurkunde über den Gefallenen usw. oder, falls eine 
solche noch nicht zu erlangen ist, ein Ausweis der zu 3 be- 
zeichneten Art beizufügen. 

Wir bitten Nr. 43/44 der D. T.-Z. und diese Nummer beson- 
ders gut aufzubewahren; denn manche Anfrage wird dadurch 
erspart. Unsere Mitglieder sind in der Lage, Hilfsbedürftigen 
mit entsprechendem Rat zur Seite zu stehen. 

HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

Unsere Kriegsvertrauensmänner, 

die aus irgendwelchen Gründen (Einberufung) ihr Amt 
aufgeben müssen, werden gebeten, für einen Ersatzmann 
zu sorgen und soweit das nicht möglich sein sollte, hier- 
für geeignete Kollegen der Verbandsleitung vorzuschlagen. 



Heft 3/4 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



15 



Bezirksverwaltung Rheinland - Westfalen. 

Mit dem I.Januar ds. Js. ist der bisherige Geschäftsstellen- 
Ieiter, Herr Z i e g I e r , aus den Diensten des Verbandes aus- 
geschieden. Bis zur Wiederbesetzung der Stelle werden die Ge- 
schäfte von dem Vorsitzenden der Bezirksverwaltung, Herrn 
Berger, Elberfeld, geführt. Wir bitten hiervon Kenntnis zu neh- 
men und alle Briefschaften nur zu richten an: 

„Geschäftsstelle Elberfeld, Bleichstraße Nr. 9", 
unter Fortlassung einer persönlichen Adresse, da dieses nur zu 
Verzögerungen führt. 

Kriegsvorträge der Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin. 

Erster Vortrag; 

Freitag, den 5. Februar 1915, abends 7,9 Uhr, 
im ßürgersaal des Berliner Rathauses: 

„Deutschland im Kampfe um seine Weltmachtstellung". 
Referent: Verbandsdirektor Dr. Höfle. 

Damen willkommen. Eintritt 25 Pfg. Der Reinertrag fließt in die 
Kriegshilfe des D. T. V. 



Aachen. Adr.: Franz Roß, Stephanstr. 39; Kass.: Jos. De- 
richs, Charlottenstraße 29. 

Altona. Adr.: A. Straube, Altona-Bahrenfeld, Emmichstr. 1. 

Aue i. Erzgeb. Kass.: Eduard Sonntag, Ernst-Papst-Str. 32. 

Augsburg. Die Mitglieder wollen ihren Wohnungs- 
wechsel, der bis 1. Januar 1915 erfolgt ist, dem Kassierer 
Herrn Jon. Wolf, Prinzregentenstraße 9/K, umgehend mitteilen. 

Baden-Baden. Adr.: Franz Gaurn, Hochstr. 10, Villa Johan- 
nisberg. 

Bamberg. Adr.: Albrecht Müller, Holzmarkt 3 I. Kass.: An- 
ton Firsching. Pfeuferstr. 8 .III. 

Barmen. Kass.: Wilh. Nagel, Eduardstr. 5. 

Baruth. Adr.: E. Deutschmann, Hauptstraße 41. 

Berlin-Friedenau. Adr.: Ernst Wiebe, Feuerbachstraße 18 I. 

Berlin-Lichterfelde. Adr.: Otto Scnger, Berlin-Lichterfelde 1, 
Hindenburgdamm 33. 

■ Berlin-Wilmersdorf. Kass.: Max Zimmermann, Architekt, Jo- 
hannisberger Straße 10. 

Beuthen (Ober-Schi.). Adr.: Walter Specht, Gartenstr. 22. 

Bielefeld i. W. Kass.: Gust. Frahm, Architekt, Ellerstr. 25 a. 

Birkenfe'd a. Nahe (Fürstentum). Adr.: Baumeister A. Müller, 
Trierer Straße. 

Bramsche. Adr.: Walter Scholz, Hemke bei Bramsche. 

Braunschweig. Kass.: O. Spintge, Dörnbergstr. 1. 

Breslau. Adr.: W. Scheuner, Breslau 9, Scheitniger Str. 26 II. 
Kass.: Anton Wolff, Breslau 23, Bohrauer Straße 97/99. 

Burg i. Dithm. Adr.: Herrn. Wolf, Burgstraße 5. 

Cannstatt. Adr.: A.Weber, Cannstatt, Taubenheimstr. 86. 

Charlottenburg. Adr. u. Vrs.: Ingen. Rob. Eckhardt, Char- 
lottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 90 1, Afg. II. Schriftführer: 
Bauing. P. Kratzenberger, Charlottenburg, Marchstraße 24a. Kas- 
sierer: Architekt Alfred Dieter, Charlottenburg, Teglerweg 
Nr. 5 11, Eing. IL Unsern Mitgliedern zur gefl. Kenntnis, daß 
unsere Monatsversammlungen wieder regelmäßig, am ersten Frei- 
tag nach dem 1. eines jeden Monats pünktlich 1 / 2 9 Uhr abends, 
im Logenrestaurant, Berliner Straße 61, stattfinden. Ferner ist 
während der Kriegszeit am 3. Freitag im Monat ein zwangloser 
Bierabend im selben Lokal eingerichtet. Die Herren Kollegen 
mit ihren werten Damen werden hiermit gebeten, zahlreich zu 
erscheinen. Unsere Kollegen im Felde bitten wir, sofort ihre 
jetzige Adresse anzugeben. 

Cuxhaven. Adr.: P. Block, Seedeich 12. 

Dahme (i. Mark). Adr.: Hermann Israel, Maurermeister. 

Darmstadt. Adr.: H. Sattler, Viktoriastraße 26 II. 

Datteln i.W. Adr.: P. Müller, Amtsbautechn., GrünerWeg 29. 

Dt.-Eylau. Adr.: Militär-Bausekretär Gumpricht, Bahnhof- 
straße 37 II. 

Dt.-Lissa. Adr.: Julius Brink, Breslauer Straße 41, (nicht 
mehr Köhler). 

Diedenhofen. Adr.: Albert Radtke, Stadtbausekr., Dieden- 
hofen-Beauregard, Hayinger Straße 1 a. 

Dillingen a. S. Adr.: Fritz Frenger, Trierer Straße 3. 

Dorsten. Zurzeit kein Kriegs-Vertrauensmann. Wer meldet 
sich freiwillig? 

Düsseldorf. Adr.: Heinrich Baumeister, Talstr. 59. 

Eickel. Adr.: Karl Weber, Hordel, Magdeburger Straße 105. 

Elberfeld. Adr.: Ludwig Spies, Juliusstr. 13. 

Freiberg i. Sa. Zurzeit kein Kriegsvertrauensmann. Wer mel- 
det sich freiwillig? 

Freystadt i. Schi. Adr.: Otto Roßberg, i. Fa. : Gebr. Sandberg. 

Gelnhausen. Zurzeit kein Kriegsvertrauensmann. Wer mel- 
det sich freiwillig? 



Gnesen. Zurzeit kein Kriegsvertrauensmann. Wer meldet sich 
freiwillig? 

Grünberg i. Sehl. Adr.: Architekt Fritz Hoffmann, Matthäi- 
weg7. Kass.: Ing. Kurt Bederke, Bismarckstraße 4 a. 

Gumbinnen. Adr.: G. Schiefferdecker, zurzeit Insterbur» 
Jordanstraße 3, Erdgeschoß links. 

Hamborn. Nach der Hauptversammlung am 8. d. M. setzt 
sich der Vorstand wie folgt zusammen: Vorsitzender: F. W. 
Herber, Geometer, Hamborn, Bleeck-Straße 28. Schriftführer: 
Heinr. Wolf, Ingenieur, Hamborn, Allee-Straße 128. Kassierer: 
F. Ruschenburg, Bauführer, Hamborn, Holtener Straße 218. Sämt- 
liche Schriftstücke und Geldbeiträge für die Unterstützugns-Ein- 
richtungen sind ausschließlich an Herrn Herber und die Verbands- 
beiträge an Herrn Ruschenburg zu senden. In Zukunft finden die 
Versammlungen jeden ersten Freitag im Monat im Vereinslokal, 
Hotel Loer, statt. An den übrigen Freitag-Abenden ist gemein- 
sames zwangloses Zusammensein im Vereinslokal (Stammtisch- 
abende). Die Tagesordnung für die nächste Versammlung am 
Freitag, den 5. Februar 1915, abends 8V 2 Uhr, ist: 1. Eingänge 
und geschäftliche Mitteilungen. 2. Zahlung der Verbandsbeiträge 
und Beiträge für die Unterstützungscinrichtungen. 3. Ergänzungs- 
wahl des Vorstandes (Beisitzer). 4. Mitteilungen über die Untcr- 
stützungseinrichtungen des Verbandes und der Zweigverwaltung. 

5. Allgemeines. — Kollegen! Etwa 50o/o der Mitglieder der 
Zweigverwaltung stehen unter den Fahnen. Daher muß jetzt erst 
recht jeder zurückgebliebene Kollege seine Pflichten dem Ver- 
band und der Zweigverwaltung gegenüber erfüllen. Nur dadurch, 
daß jeder Kollege den Veranstaltungen der Zweigverwaltung 
pünktlich beiwohnt, kann der Vorstand seinen Pflichten nach- 
kommen. Nur durch pünktliche Zahlung der Beiträge wird es dem 
Verband möglich gemacht, die geschaffenen Unterstützungsein- 
richtungen lebensfähig zu erhalten. Der Vorstand richtet daher 
an alle Kollegen die dringende Bitte, im neuen Jahre tatkräftig 
mitzuarbeiten. 

Hamburg. Versammlung am Mittwoch, den 3. Febr. 1915, 
abends 8'/ 2 Uhr, pünktlich in den Neustädter Gesellschaftssälen, 
Valentinskamp 40 — 42. Tagesordnung: 1. Versammlungs- 
bericht. 2. Mitteilungen des Vorstandes. 3. Geschäftsbericht. 
4. Bericht der Kassenprüfer. 5. Entlastung des Vorstandes. 

6. Haushaltungsplan für 1915. 7. Wahl eines Kassenprüfers. 
8. Verschiedenes. Die Mitgliederbeiträge sind im Geschäftszim- 
mer zu bezahlen, können auch durch die Post eingesandt wei- 
den. An den Sitzungsabenden nehmen der Schatzmeister oder 
dessen Vertreter die Beiträge entgegen. 

Hameln. Adr.: Ose. v. Lühmann, Breiterweg 7 I. 
Hamm i.W. Adr.: H. Künnecke, Weidenstr. 14. 
Harburg a. E. Adr.: W. Wittig, Neuestr. 15. Kass.: Fr. Luther, 
Ernststraße 8. 

Heidelberg. Adr.: Hugo Klose, Bergheimer Straße 43. Kass.: 
Franz Spies, Kronprinzenstraße 47. 

Heilbronn. Adr.: Fr. Otterbein, Chem. Fabr. Wohlgelegen. 

Ingolstadt. Adr.: Gg. Färber, Schutter Straße 6. Kass.: K. 
Leupold, Gymnasiumstraße 7. 

Kaiserslautern. Adr.: Jakob Metzger, Beethovenstr. 23. 

Kiel. Kass.: F. Graf, Kiel 1, Prüne62. 

Königsberg i. Pr. Adr.: Conrad Flögel, Königsberg i. Pr. 9, 
Hardenbergstraße 3. 

Königshütte (Ober-Schi.). Adr.: Viktor König, Karlstr. 34. 

Kray. Adr.: Berth. Motz, Hauptstr. 130. 

Kreuzburg (Ober-Schi.). Adr.: Erich Richter, Pitschener 
Straße 8 I. 

Landshut. In der am 7. Januar einberufenen Hauptversamm- 
lung wurden folgende Herren gewählt: Vors.: A. Lummel, Lands- 
hut, Seligentaler Straße 44. Schriftführer: Jos. Brönncr, Landshut, 
Stettheimer Str. 43. Kassierer: Joh. Schuster, Landshut, Schwimm- 
schulstraße 22. Kassenprüfer: Albert Heßdörfer und Jakob Kohn, 
Landshut. Gruppenbeisitzer: Anton Born, Landshut (A), Franz 
Haarpaintner, Landshut (B), Franz Seebacher, Landshut (C). Be- 
zirkstag-Vertreter: Mich. Schwarz, Landshut. 

Langendreer. Adr.: Th. Beau, Südstraße 7. 

Liegnitz. Adr.: Lorenz Huber, Sofienstr. 37 III. Kass.: Paul 
Krause, Jauerstraße 62. 

Lörrach (Baden). Kass.: Paul Höh, Belchenstr. 24. 

Lübeck. Adr.: W. Helms, Kronsforder Allee 85 b. Kass.: F. 
Hoth, Hansastraße 28 a. 

Lünen. Adr.: Heinr. Brockhaus, Stadtbauf., Bäckerstr. 19. 

Lyck. Adr.: P. Redinger, zurzeit Alienstein, Villa Werth, am 
Stadtwa'd. 

Magdeburg. Adr.: Joh. Pflugk, Magdeburg-N., Lübecker 
Straße 21. 

Meiningen. Adr.: L. Tautz, Schöne Aussicht. 

Meißen. Adr.: Arth. Handwerck, Meißen, Brauhausstraße 3, 
(nicht mehr Berndt). 

Memel. Zurzeit kein Vertrauensmann. Wer meldet sich frei- 
willig? 



10 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 3/4 



Merseburg. Adr.: Max Ludwig, Roter Feldweg 6. 

Minden i. W. Adr.: C. Vockeroth, Bäckerstraße 24. Kass.: 
E. Bernreuter, Bäckerstraße 48. 

Mülhausen i. E. W. Knosp, Grastigasse 17. 

Mülheim (Ruhr). Adr.: Otto Friedenreich, Oststraße 15. 

M.-Giadbach. Adr.: Paul Castell, Bleichstraße 10. 

Neubrandenburg i. Mecklbg. Adr.: Paul Böhm, Am Sonnen- 
kamp 2. 

Neustadt i. M. Adr.: P. Beutz, Bahnmeister, Bahnhof. 
Neuß. Zurzeit kein Vertrauensmann. Wer meldet sich frei- 
willig? 

Überhausen (Rhld.). Adr.: Nik. Kraefft, Styrumstraße 62. 

Offenbach a. M. Kass.: Joh. Werner, Mittelseestr. 46. 

Osterburg. Adr.: Max Fabianke, Walsleben, Kr. Osterburg, 
Post Goldbeck, Bez. Magdeburg. 

Posen. Kass.: W.Paul, Posen W. 3, Kaiser-Friedr.-Str. 26 IV. 

Recke i. W. Adr.: Ernst Steinbrügge, Hörstel i. W. 159. 

Remscheid. Adr.: Aug. Windel, Bergstr. 15. 

Rendsburg. Adr.: C. Fritz, Wallstr. 25. 

Riesa. Kass.: P. Knöfel, Ingenieur, Goethestr. 37 II. 

Rostock. Adr.: Walter Krohn, Borwinstraße 16 a. 

Saarlouis. Adr.: P. Bock, Kavalleriestraße 4. 

St. Avold. Adr.: Alfons Müller, Architekt, Lubelner Str. 1. 

Schlawe. Kass.: Oskar Schlemmer, Kettenhagenstraße. 

Schleswig. Adr.: Ernst Klink, Schubystraße. 

Schneidemühl. Adr.: Richard Weißbach, Stadtbausekretär, 
Hasselstraße 5. 

Schweinfurt. Adr.: Ad. Pfaffenberger, Marienbach 5. 

Solingen. Adr.: Otto Moser, Körnerstraße 43. 

Sorau (N.'-L.). Adr.: Johs. Jente, Poststraße 2. 

Stade. Adr.: Carl Fries, Camp, Post Stade Harburger Straße. 

Staßfurt-Leopoldshall. Adr.: Leo Freudenberg, Bahnhof« 
straße 15. Kass.: Hans Tausch, Ingenieur, WachteTstr. 15. 

Striegau i. Schi. Adr.: Richard Zimmermann, Wilhelmstr. 3. 

Tarnowitz (Ober-Schi.). Adresse bis auf weiteres: Walter 
Specht, Beuthen in Ober-Schlesien, Gartenstraße 22. 

Trier. Die Hauptversammlung nahm bei guter Beteiligung 
einen schönen Verlauf. Der alte Vorstand wurde in den Haupt- 
ämtern wiedergewählt. Vorsitz: Faisting, Kaiserstraße 4 a, Schrift- 
führer: Goß, Eberhardstraße 24, Kassierer: Speicher, Pallien, 
Alleestraße 21. Mitgliederbestand z. Zt. 88, davon 38 zum Kriegs- 
dienst eingezogen. Eine Sammlung zum Kriegsfonds ergab 50 M, 
eine weitere zum Unterstützungsfonds notleidender Familien in 
Trier 30 M. Den im Felde stehenden Kollegen wurden, soweit 
Adressen bekannt waren, Weihnachtspakete gesandt. Um Ein- 
sendung der rückständigen Beiträge für 1914 an den Kassierer 
Jwird dringend gebeten, ebenso um zahlreichen Besuch der Mo- 
• natsversammlung im Februar. Näheres durch Einladung. 

Unna i. W. Adr.: Chr. Hassel, Werl i. W., Neuestraße 15. 
Varel i. Oldbg. Adr.: Gewerbelehrer Carl Gerdcs, Olden- 
burger Straße 59 I. Kass.: Architekt Willi. Dittmann, Bahnhof- 
straße 32 I. 

Weimar. Kass.: Karl Keyser, Döllstädter Straße 22 I. 
Weißenfels. Adr.: Ludwig Lindemann, Beuditschstr. 20 pt. 
Wesel. Adr.: Jos. Seichter, Baustraße 76. 
Wetzlar. Kass.: Leonhard, Eisenbahn-Bauassistent, Albini- 
straße 9. 

Wiesbaden. Kass.: Heinrich Moumalle, Platterstr. 15. 
Wilhelmshaven-Rüstringen. Kass.: H. Klink, Wilhelmshaven, 
Deichstraße. 



BRIEFKASTEN 



Eine Veröffentlichung von Antworten ist wegen Kaum 
mangels vorläufig nicht möglich. Die einlaufenden 
Antworten werden den Fragestellern direkt zugäng- 
lich gemacht. 

Frage 2. Kann mir einer der Herren Kollegen möglichst er- 
schöpfende Auskunft über das statische und dynamische Aus- 
balancieren von Dampfturbinenrotoren usw. geben? Gibt es 
Literatur über die neuesten Einrichtungen und Verfahren? 

Frage 3. Wie sind die Fußböden für Schreibstuben in nicht 
unterkellerten Räumen am besten herzustellen? Es ist ziemliche 
Grundfeuchtigkeit vorhanden. Ein Luftraum unter dem Fußboden 
ist nicht anzulegen, wegen der Höhenlage. Genügt es, den Fuß- 
boden mit ,, wasserdichtem — Zementbeton" mit Asphaltsdiicht 
und Korkestrich darüber herzustellen? Oder kann mir ein Kollege 
eine andere Ausführungsweise angeben und wie teuer wird sich 
ein qm in fertiger Arbeit stellen? 

Frage 4. Kunststein. Im Felde gegen Rußland erzählte mir 
ein dort seßhafter deutscher Kunststeinfabrikant von der Hei- 
stellung von Mauersteinen, Dachziegeln, Fliesen usw. aus Kies 
bezvv. Sand und einem Präparat aus Abfällen chemischer Fabriken 
als Bindemittel. Der Prozentsatz soll ganz geringfügig sein. Das 



Präparat soll sowohl gemahlen, als auch in Stücken dem Füll- 
material beigemischt werden; im letzteren Falle wird der Kies 
vorher heiß gemacht. Die Wärme löst die Stücke. Nach einer 
Pressung erhalten die Steine ein Wasserbad und trocknen an 
der Luft. Das Verfahren soll einer in Deutschland seßhaften Firma 
gehören, die zugleich die nötige Einrichtung liefert. Kann mir 
vielleicht einer der Herren Kollegen darüber Aufschluß geben, 
oder wer hat bereits praktische Erfahrungen damit gemacht? 

Frage 5. Betriebsstörungen bei einem Benzinmotor mit 
Benzolbetrieb. An einem 15pferdigen zweiz\ lindrigen Benzin- 
motor, der jetzt wegen Benzinmangels mit Benzol laufen muß, 
verrußen nach 15 bis 30 Minuten Betrieb die Zündkerzen derart, 
daß die Zündungen ausfallen und der Motor stehen bleibt. Die 
Rußschicht schließt die Abreißkerze kurz, indem die Rußschicht 
den Strom leitet. Nach Reinigung geht der Motor wieder für 
kurze Zeit. Der Versuch, die Kerzen vor Inbetriebsetzung mit 
einer Lötlampe anzuheizen, hatte keinen Erfolg. Wie kann man 
diesem Uebelstand abhelfen? 

'Frage 6. Habe an einem Viehstalle den an dieser Stelle 
wiederholt empfohlenen sog. finnischen Anstrich für eine Holz- 
balkendecke angewendet. Bald nachdem der Stall bezogen war, 
überzogen sich sämtliche mit obengenanntem Anstrich versehenen 
Holzteile mit Schimmel. Bemerkenswert ist, daß Holzteile, die 
mit einem anderen Anstrich (Oelfarbenlasur) versehen wurden, 
diese Schimmelbildung nicht zeigen. Bitte um Mitteilung, wie 
dieser Mißstand behoben werden kann. 



Stellenvermittlung des D. T.-V. 

Ein Verzeichnis der Zweigstellen, die noch in Tätigkeit sind. • 
ist in Heft 49 50 des vorigen Jahrganges veröffentlicht. 

Die Zweigstelle der Stellenvermittlung in Breslau wird jetzt 
von Herrn v. Carlowitz, Breslau, Weinstr. 78, geleitet. 

Hinzugekommen sind die Zweigstellen: 
Hochemmeric J h:W. Schmale, Hochemmerich, Worthauserstr. 
Stettin: F. Borchert, Stoltingstr. 45. 

U. a. wurden uns folgende offene Stellen mitgeteilt: 
Vermessungstechniker gesucht! 

Für ein Vermessungsbureau in Bonn werden zwei jüngere 
Verm. -Techniker gesucht mit Erfahrung in der Bearbeitung von 
Fortschreibungen. Angebote mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften 
und Gehaltsansprüchen an die Abteilung der Verm.-Techn., z. H. 
des Herrn J. S t e n d.e r , Essen-Ruhr, Brigittastr. 58. 

Kgl. Wasserbauamt Hamm i. W. sucht sofort oder später 
mehrere Tiefbautechniker. Mindestgehalt 135 M. Angebote mit 
Lebenslauf, Militärverhältnis, Zeugnisabschr. u. Gehaltsansprüche 
sofort an die angegebene Adresse. 

Aelterc Techniker als Schachtmeister nach Ostpreußen ver- 
langt. Abreise auf Abruf. Tagegeld 7 M. Meldungen an die 
Hauptgeschäftsstelle Berlin, Wilhelmstraßc 130. 



STERBETAFEL 

Erwin Albrecht, Pofen, Mitgl. 72447, feit 1.8. 13 

<Zweigverwaltung Pofen). 
Melchior Grießer aus Speyer, Mitgl. 53250 feit 

1. 7. 09, zuletzt in DavosJDorf (Schweiz), ftarb im 

Auguft 1914. 
Paul Rüge, Danzig=Langfuhr, Mitgl. 38872, feit 

1. 4. 06 (Zweigverw. Danzig), geftorben 2. 12. 14. 
Philipp Stang, Plantieres=Queuleu, Mitgl. 59700, 

feit 1, 10. 10 <Zweigverw. Metz), geftorben 14.9.14. 




Auf dem Schlachtfelde bei Ypem starb den 
Heldentod fürs Vaterland unser lieber Kollege 

Georg Seuberth 

Unteroffizier im 2. bayrischen Pionier-Bataillon. 



Wir verlieren in ihm ein eifriges, treues Mitglied, dem 
wir ein dauerndes Andenken bewahren. 

Zweigverwaltung Kaiserslautern. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 



Dr. Höfle, Verbandsdirektor. 



Schriftleitung: 
Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 



6. Februar 1915 



Heft 5/6 



A 



Der D. T.V. zahlte seit Beginn des Krieges für die Unterfiützung der Angehörigen von Kriegs- 
teilnehmern und der Stellungslofen 

50424.46 M 

An Sterbegeldern, die in voller Höhe gezahlt werden, wurden für die geltorbenen und auf 
dem Felde der Ehre gefallenen Mitglieder feit Kriegsausbruch fällig 

23 6GO M 



Krieg und Konsumenten 

Von Dr. HÖFLE. 



Es galt als eine feststehende Theorie, daß unsere mo- 
dernen Volkswirtschaften infolge ihrer Verflechtung in die 
Weltwirtschaft einen länger dauernden Krieg nicht über- 
stehen könnten. Fallen doch durch den Krieg gerade die 
Voraussetzungen, die das Wesen unserer Industrie- und 
Exportstaaten ausmachen, die Verbindungen mit dem Aus- 
land, weg. Das ist um so mehr der Fall, je mehr Staaten 
in den Krieg verwickelt sind. Deutschland ist durch den 
ausgebrochenen Weltkrieg fast zu einem isolierten 
Staat geworden. Die Verbindungen mit dem neutralen 
Ausland ändern daran wenig, denn die Hauptverbindungen 
mit dem Weltmarkt sind unterbrochen. Das ist bei dem 
Charakter unserer Volkswirtschaft als Industrieveredelungs- 
land mit 20 Milliarden Ein- und Ausfuhr pro Jahr von weit- 
tragender Bedeutung. Die Versorgung mit industriellen und 



landwirtschaftlichen Rohstoffen, der Absatz der erzeugten 
Industrieprodukte kann eine wesentliche Erschwerung er- 
fahren und zii einem teilweisen Stillstand bezw. Schwächung 
der Volkswirtschaft führen. Auf der anderen Seite ist die 
Aufrechterhaltung und Stärkung des Wirtschaftslebens eines 
kriegführenden Staates von fast gleicher Bedeutung wie die 
nationale Verteidigung nach außen. Da die Belebung un- 
seres Wirtschaftslebens von außen zum größten Teil weg- 
gefallen ist, kommt es in erster Linie darauf an, einen auf- 
nahmefähigen und konsumfähigen Binnen- 
markt zu erhalten. Dazu tragen selbstverständlich die 
Heereslieferungen bei, deren finanzielles Ergebnis restlos 
unserer Volkswirtschaft zufließt. Die Hauptsache bleibt aber 
die Erhaltung der Konsumfähigkeit der breiten Massen un- 
serer Bevölkerung. Je größer die Aufnahmefähigkeit des 



Der Gefchäftsführende Vorftand hat in feiner Sitzung vom 26. Januar befchlolTen, die 

STELLUNGSLOSENUNTERSTÜTZUNG 

wieder gemäß den dafür beliebenden Regeln unter Gewährung der halben Sätze inKraft treten zu lallen. 
Der Gefchäftsführende Vorftand behält lieh aber das Recht vor, Mitgliedern, die ohne triftigen Grund 
eine angebotene Stellung ablehnen, die ihnen 2 | 3 ihrer bisherigen Gehaltsbezüge gewährt, die Stellungs- 
lofenunterftützung zu entziehen. Zur Deckung diefer Mehrausgaben lind der „Kriegshilfe" weitere 




lOOOO 



aus der VerbandskalTe überwiefen worden. 

ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN 



Mitglieder, die gegenwärtig ftellungslos find, und die 
Stellenlofenunterftützung in Anfpruch nehmen wollen, 
müuen fich bis zum 12. Februar 19 15 beim 
Gefchäftsführenden Vorftande melden. 



Mitglieder, die fidi gegenwärtig in gekündigter Stellung 
befinden und die Abliebt baben, bei eintretender Stellungs-* 
lofigkeit die Unterftüizung in Anfprudi zu nehmen, 
müflen fidi bis zum 12. Febrnar 1915 bei der 
Stellenvermittlung melden. 



KS 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 5/6 



Binnenmarktes ist, desto eher werden Industrie, Gewerbe 
und Handel Absatzmöglichkeiten gegeben und die Volks- 
wirtschaft bleibt in Fluß. 

Der „Neue Mittelstand", die Privatangestellten 
und das öffentliche Beamtentum, kommen als Verbraucher 
landwirtschaftlicher und gewerblicher Produkte in Be- 
tracht Ihre Lebenshaltung und Wirtschaftsführung wird 
naturgemäß durch die eigenartige volkswirtschaftliche Stel- 
lung, die sich vor allem in der Zwischenstellung zwischen 
Unternehmertum und Arbeiterschaft äußert, bedingt. Die 
Angestellten und Beamten fühlen sich als Mittelstands- 
existenzen und haben auch hinsichtlich des Konsums ge- 
wisse Eigenarten entwickelt. Ohne Zweifel sind sie mit zu 
den wichtigsten Konsumentenschichten zu rechnen. Wenn 
auch die wirtschaftliche Lage eines großen Teils der Be- 
amten und Angestellten keine günstige ist, so ist doch ein 
Niveau vorhanden, das eine gewisse mittlere Höhe auf- 
weist und sich in erhöhtem Konsum äußert. Für Kriegs- 
zeiten kommt dem Neuen Mittelstand als Verbraucher eine 
ganz besondere Bedeutung zu. Es ist eine bekannte Er- 
scheinung, daß die Ausgaben des Neuen Mittelstandes für 
Kleidung, Wohnung, also für die äußere Lebenshaltung 
größer sind als z. B. die Ausgaben des Arbeiters für die 
gleichen Zwecke. Man hat berechnet, daß der Arbeiter un- 
gefähr 50o/o seines Einkommens für die äußere Lebens- 
haltung verwendet, der Angestellte und Beamte dagegen 
6Ü0/0. Auf diese Weise fließt ein großer Teil der Gehalts- 
summe des neuen Mittelstandes den gewerblichen Unter- 
nehmungen zu. Dei neue Mittelstand bildet eine Schicht, die 
als Konsument für Gewerbe und Industrie einen wichtigen 
Faktor bildet Im Krieg kann Gewerbe und Handel diese 
Unterstützung besonders gut gebrauchen. Die Landwirt- 
schaft wird zu Kriegszeiten ja nicht in Nöten kommen 
können, denn die Nachfrage nach ihren Produkten ist größer 
als das Angebot. 

Alle Mittel, die zur Erhaltung und Erhöhung der 
Konsumkraft des neuen Mittelstandes dienen, werden 'da- 
her willkommen sein bezw. man wird alle Erscheinungen, 
die einer Schwächung der Konsumkraft gleichkommen, be- 
kämpfen. Die Voraussetzung der Konsumfähigkeit bleibt 
natürlich das Einkommen, das wiederum auf der Arbeits- 
beschaffung beruht. Für die Beamten ist die Frage 
gelöst. Auch wenn sie im Felde stehen, erhalten sie das 
volle Einkommen und die Konsumkraft ihrer Familien ist 
eine ungeschwächte. Die Gefahr der Arbeitslosigkeit besteht 
für den Beamten nicht. Für die technischen Angestellten 
hat sich der Arbeitsmarkt nicht so ungünstig entwickelt, als 
man zu Beginn des Krieges glaubte. Gewiß, einzelne Kate- 
gorien der technischen Angestellten werden von Stellen- 
losigkeit betroffen. Aber im allgemeinen ist die Stellen- 
losigkeit im technischen Berufe geringer als in normalen 
Zeiten. Infolge der Einziehung einer großen Zahl der Tech- 
niker zum Heer ist selbst die Frage des „alternden Auf- 
gestellten nicht so brennend als in Friedenszeiten, indem 
es leichter ist, ältere Techniker unterzubringen. Soweit 
Arbeitsbeschaffung unmöglich ist, trägt die Stelle n- 
losenunterstützung der Organisationen zur Erhal- 
tung der Konsumfähigkeit wenigstens in beschränktem 



unfc tricf>t XPeigbrot ober Buchen! 
3Da8 tft t>aterlänfc>ifd>e Pflicht! 



Umfang bei. Wenn auch die Stellenlosenunterstützung ihren 
gewerkschaftlichen Zweck, Beeinflussung des Arbeitsmark- 
tes, während der Kriegszeit nicht erfüllen kann, so ist doch 
dem Unterstützungszweck durch wenigstens teilweise Auf- 
rcchterhaltung der Stellenlosenunterstützung Rechnung zu 
tragen. Schlimm bestellt ist es vielfach um die Konsum- 
kraft der Familien der im Felde stehenden Angestellten. 
Gehalt wird selten weitergewährt. Große Ersparnisse konn- 
ten meistens nicht gemacht werden. Unter diesen Umstän- 
den gewinnt die Familienunterstützung der Organisationen 
eine erhöhte Bedeutung. 

Eine Bedrohung der Konsumkraft liegt in den G e - 
haltskürzungen. Sie bedingen eine Einschränkung 
der Lebenshaltung, die sich in erster Linie in Verringerung 
des Konsums äußert. In den Betrieben, die nicht voll be- 
schäftigt sind, wird sich der Angestellte mit einer Gehalts- 
kürzung einverstanden erklären, falls mit der Gehaltskür- 
zung eine entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit verbun- 
den ist, denn ein Verlust seiner Stellung wäre für ihn, wie 
auch für die Volkswirtschaft viel schlimmer. Wenn aber 
Firmen, die vollauf beschäftigt sind oder gar Staatsaufträge, 
insbesondere Heereslieferungen haben, Gehaltskürzungen 
vornehmen, zeigen sie damit, daß sie selbst in Kriegs- 
zeiten das privatkapitalistische Eigeninteresse über das all- 
gemeine Wohl stellen. Denn sonst müßten sie doch wissen, 
daß gerade der vollbeschäftigte Unternehmer während des 
Krieges alles tun muß, um das Wirtschaftsleben in Schwung 
zu halten; sie würden die volle Gehaltszahlung als selbst- 
verständlich ansehen, um die Konsumkraft der Angestellten 
nicht zu schwächen. Die gewerbliche Arbeiterschaft ist zum 
Teil vor solchen Dingen geschützt und daher in der Kon- 
sumkraft weniger bedroht, dadurch, daß die Tarifver- 
träge auch während des Krieges in Kraft geblieben sind. 
Mit aller Macht muß während des Krieges das Prinzip 
der bezahlten Arbeit betont werden. So sehr man 
die Uneigennützigkeit der Kreise schätzen wird, die sich 
für ehrenamtliche, unbezahlte Arbeiten anbieten, so richtig 
ist es doch unter dem Gesichtspunkt der Stärkung der 
Volkswirtschaft, den Unbeschäftigten bezahlte Arbeit zu 
verschaffen. Für den Angestellten ist die ehrenamtliche 
Tätigkeit eine besondere Gefahr, denn nach gewöhnlicher 
Arbeit drängt sich niemand, wohl aber nach Arbeit, die in 
den Kreis der Angestelltenarbeiten fällt. Man wird daher 
die Bestrebung der Organisationen, die Verminderung der 
Konsumfähigkeit ihrer Mitglieder zu verhüten, auch von 
nationalem Standpunkte aus nicht hoch genug bewerten 
können. 

Auf der anderen Seite hat aber der Gesetzgeber 
die Verpflichtung, die Konsumkraft seiner 
Bürger zu schützen. Bei der Betrachtung der Frage 
drängt sich das Empfinden auf, als ob der Staat auf dem 
Gebiete des Konsums etwas versagt hat. Es mag mitgewirkt 
haben, daß das Problem der Lebensmittelversorgung in 
Deutschland überhaupt etwas stiefmütterlich behandelt wor- 
den ist. Das zögernde Vorgehen der Regierung bei der 
Sicherstellung der Lebensmittelversorgung während des 
Krieges war nicht von Vorteil. All die Maßnahmen, wie sie 
ergangen sind, z. B. in dem Verbote der Ausfuhr von Tieren 
und Futtermitteln, in der Aufhebung der Zölle auf Getreide, 
Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Gemüse, Vieh usw., in der Ein- 
führung der Ausnahmetarife für die Eisenbahnen, in dem 
Verbot der frühzeitigen Kälberschlachtung, in der Schaf- 
fung von Höchstpreisen, waren nur Teilmaßnahmen und 
erfaßten das Grundsätzliche der Frage nicht. Wenn vor 
einigen Tagen das Getreidemonopol geschaffen 
wurde und auf dem Gebiete der Fleischversorgung den 
Städten gewisse Aufgaben zugewiesen wurden, so wollen 
wir diese Schritte begrüßen, hätten aber gewünscht, die 
Maßnahmen wären früher getroffen worden. Die Durch- 
führung des Getreidemonopols mag auf den ersten Blick 



Heft 5/6 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



schwierig erscheinen ; es werden sich aber aus den Organi- 
sationen genug Kräfte finden, die mitarbeiten wollen. Von 
den Städten dürfen wir erwarten, daß sie ihrer Bevölkerung 
den Vorrat, Dauerwaren in Fleisch usw., sichern, daß sich 
Schwierigkeiten in den für uns für die Lebensmittelver- 
sorgung schlimmsten Monaten Mai und Juni nicht ergeben. 
Uebrigens ist der Kriegsausschuß für Konsu- 
menteninteressen auf der Wacht. Die jetzt getroffe- 
nen gesetzlichen Maßnahmen decken sich fast vollständig 
mit den von ihm gegebenen Anregungen. Wie notwendig 
seine Arbeit ist, ergibt sich daraus, daß er sich gerade 
gegen die Erhöhung der Höchstpreise wehren mußte. Es 
war nämlich der Vorschlag gemacht worden, die Höchst- 
preise für Getreide zu erhöhen, um einen Rückgang des 
Konsums und damit ein Auskommen mit den vorhandenen 
Getreidevorräten zu erzielen. Daß aber eine solche Methode 
nur auf Kosten der Volksgesundheit und Volksernährung 
vor sich gehen kann, braucht nicht erwiesen zu werden. 

Die Pflichten, die sich für den Konsumenten aus 
der Kriegszeit ergeben, wird er gerne auf sich nehmen. 
Das Verkehrteste wäre, den Konsum nun so zu beschnei- 
den, daß man alle Bedürfnisse zurücktreten läßt. Jeder 
Konsument ist verpflichtet, zur Belebung der Volkswirt- 
schaft mindestens den Teil seines Einkommens zu ver- 
brauchen, den er in Friedenszeiten verwendet hat. Die oben 
erwähnte Eigenart des neuen Mittelstandes als Konsument 



:: :: VOLKSWIRTSCHAFT :: :: 



Höchstpreise 

Als in den ersten Kriegswochen von den Militärbehörden 
Höchstpreise festgesetzt wurden, begrüßte man sie als eine 
dringend erforderliche Not maßnähme. In dem ersten Wirr- 
warr waren diese Höchstpreise wohl das einzige Mittel, um der 
gewissenlosen Spekulation einen R.egel vorzuschieben. Bedenk- 
lich wurden die Höchstpreise aber, als man in ihnen ein Allheil- 
mittel gegen die wirtschaftlichen Nebenerscheinungen des Krie- 
ges zu sehen glaubte. Es zeugte von recht geringem volkswirt- 
schaftlichem Verständnis in unserem deutschen Volke, daß der 
G'lau'be an diese Wirkung der Höchstpreise so festen Fuß fas- 
sen konnte und daß selbst verantwortliche Stellen so lange mit 
verschränkten Armen zusahen, bis der Handel sich den Bestim- 
mungen über die Höchstpreise so angepaßt hatte, daß ihre Wir- 
kung zum größten Teil wieder aufgehoben war und sich die 
schwächeren wirtschaftlichen Existenzen den Vorschriften der 
stärkeren zu ihrem Nachteil fügen mußten. Mit unglaublicher 
Geschicklichkeit wurden die Höchstpreise umgangen. Die Ver- 
käufer sicherten sich Extraprofite. Beträgt der Höchstpreis für 
den Doppelzentner Roggen 22 M, so zahlt die Mühle, wie H. v. 
Gerlach in einem Beispiel anführt, um den Landwirt zum 
Verkauf zu bewegen, neben dem Höchstpreis pro Sack eine 
Sackmiete von 1.50 M, obwohl der Kaufpreis des Sackes viel- 
leicht nur 60 Pf. beträgt, und vergütet ihm außerdem 3 M „Spe- 
sen". Werden Höchstpreise auch für Sackmiete und Spesen fest- 
gesetzt, so verpflichtet sich die Mühle, dem Verkäufer des Ge- 
treides die Kleie zu einem lächerlich geringen Preise zurück- 
zuverkaufen, damit er seinen Verdienst an der Kleie dem 
„Höchsf'-Preise hinzurechnen kann." Wird eine Art der Um- 
gehung abgeschnitten, so wird eine neue gefunden. 

Aber auch ohne diese Umwege ergab sich die Unzuver- 
lässigkeit der Wirkung der Höchstpreise. Das Getreide ver- 
schwand ai'.s dem Handel mehr und mehr, aus den Höchst- 
preisen wurden Mindest preise, und da für Mehl keine Höchst- 
preise festgelegt waren, stiegen diese über die Kornpreise. 

Der G^aube an die Höchstpreise wurde aber zu einer wah- 
ren Gefahr für unser deutsches Volk, als gewisse Kreise dafür 
eintraten, durch Heraufsetzung der Höchstpreise den Kon- 
sum einschränken zu wollen. Ein derartiges Experiment, z. B. 
am Brotgetreide unternommen, hätte uns in die größte Not stür- 
zen können. Denn eine Einschränkung am Brotverbrauch, durch 
höhere Preise veranlaßt, hätte die Hungersnot über alle gebracht, 
die nicht mehr verdienen, als sie zu ihrem Lebensunterhalt 
brauchen. 

Mi't Freuden muß man es deshalb begrüßen, daß die Re- 
gierung aus den einmal ergriffenen Maßnahmen, die das freie 
Spiel der Kräfte beschränken wollen, die einzig richtige Fol- 



kommt ihm bis zu einem gewissen Grade zugute. In der 
äußeren Lebenshaltung läßt sich leichter etwas einsparen 
als an der Ernährung. Die im Kriege sicher eintretenden; 
Mehrausgaben für Lebensmittel lassen sich durch Verringe- 
rung der Ausgaben für Kleidung, sonstigen Aufwand wieder 
wett machen. Natürlich soll das nicht bedeuten, daß der 
Angestellte und Beamte auf diesen Gebieten sämtliche Aus- 
gaben vermeiden soll; auch hier werden seine Finanzver- 
hältnisse den Maßstab abgeben. Besondere Schwierigkeiten 
ergeben sich für den Angestellten leicht aus dem Miets- 
verhältnis, wenn der Angestellte ins Feld muß oder 
eine Gehaltskürzung eintritt. Der Mietsbetrag beträgt 
meistens einen ganz bedeutenden Teil des Gehalts. Min- 
dert sich die Einnahme, so ergeben sich Schwierigkeiten 
wegen Aufbringung der Miete. 

Für die wenn auch tief in die Freiheit des einzelnenl 
einschneidende gesetzliche Verfügung wird der Konsument 
Verständnis zeigen. Er wird die kleinen Unannehmlich- 
keiten, wie sie sich aus der Verteilung der Vorräte, der 
Abfallverwertung usw. ergeben müssen, gerne auf sich 
nehmen. Wenn mit dem Strecken unserer Lebensmittel- 
vorräte auch mal ein Verzicht auf gewohnte Genüsse und 
manche Entbehrung verbunden ist, so ist zu bedenken, 
daß unser Ziel sein muß, durchzuhalten, ein Ziel, 
zu dem jeder, auch der Konsument, seinen Teil bei- 
tragen muß. 



gerung gezogen hat, die sämtlichen Mehl- und Getreidevorräte 
zu beschlagnahmen. Entweder volle Freiheit im Verkehr zwi- 
schen Produzenten, Händler und Konsumenten, oder Staats- 
sozialismus da, wo das nationale Interesse es verlangt. 
Der Krieg hat uns vor so manchem das Gruseln ablegen las- 
sen; freuen wir uns, daß auch auf wirtschaftlichem Gebiet Vor- 
urteile gefallen sind. Freier Wettbewerb oder sozialistische Re- 
gelung der Produktion sind keine Prinzipienfragen, son- 
dern rein praktische Fragen. Der privaten Post ist die staaf- 
liche gefolgt, aus dem privaten Eisenbahnwesen ist das staat- 
liche geworden. An Stelle des privaten Mehl- und Getreidehan- 
dels ist jetzt während des Krieges das Reichsmonopol getreten. 
Die Praxis wird zeigen, ob nicht noch weitere Eingriffe des 
Reiches notwendig sein werden, um dem Kriegswucher Einhalt 
zu gebieten. Hd<l. 

* 

Die Ernährung in der Kriegszeit 

„Sehr langsam merkt das deutsche Volk, daß der Er- 
nährungskrieg bitter ernst ist. Wir alle in Stadt und Land 
haben unsere tapferen Truppen mit ganzer Seele begleitet, ihre 
Siege begrüßt, ihre Verluste beklagt, Zukunftspläne gemacht und 
dabei weiter gegessen, als ob das gar nichts mit dem Kriege zu 
tun hätte. Man redete von großer Zeit, nationalem Aufschwung, 
hatte hohe Empfindungen und aß weiter. Das war kein böser 
Wille, aber doch eine Gedankenlosigkeit, denn wir alle wußten ja, 
daß die Engländer uns aushungern wollen." Mit diesen Sätzen 
beginnt ein im Berliner Tageblatt am 23. Januar erschienener 
Artikel Friedrich Naumanns mit der Ueberschrift: Mit Ver- 
stand essen lernen. Mit der ihm eigenen Plastik zeichnet 
der Verfasser in diesen wenigen Worten die Situation, wie wir 
sie aus den ersten Kriegswochen noCh in Erinnerung haben, wo 
man, das Ende der Arbeitsschicht ungeduldig erwartend, in die 
Kaffees und Restaurants und in die Biergärten eilte, mit Essen 
und Trunk die neuesten Siegesdepeschen zu verschlingen und mit 
seinem Tischnachbar die Karte Europas umzukrempeln suchte. 
Hin und wieder wurde man ja durch die vorgehaltenen Sammel- 



Bet6 fparfam 
mit Hebensmttteln 

XO'vc muffen fcurd>I>alten ! 



20 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 576 



büchsen für das Rote Kreuz, für die Volksküchen und die Kinder- 
speiseanstalten daran erinnert, daß neben den sich überstürzenden 
Siegesbotschaften dieser Krieg auch eine Kehrseite habe. Aber 
wer will's den fröhlichen Essern und Trinkern von damals übel 
nehmen, wenn sie sich ihren guten Aippetit an den reichlichen 
Fleischportionen und an den knusperigen Brötchen nicht ver- 
derben ließen, wo man doch schon berechnen zu können glaubte, 
wann Klucks sieggewohnte Sturmläufer vor Paris stehen und die 
42 cm-Mörser der Sache auf dem westlichen Kriegsschauplatze 
ein baldiges Ende bereiten würden. 

Nun ist es anders gekommen. Nicht als ob wir nicht auch 
heute noch mit festem Vertrauen auf einen für uns siegreichen 
Ausgang des gewaltigen Völkerringens rechnen könnten; aber 
dieser Ausgang ist eben noch nicht da, und wir wissen auch noch 
nicht, wann er kommen und der Schiffahrt unsere Küsten, den 
gewaltigen Transporten, die unserer Ernährung dienen, unsere 
Grenzen wieder öffnen wird. Und weil wir diesen Zeitpunkt nicht 
voraussagen können, so müssen wir uns als fürsorgliche und ver- 
ständige Rechner eben auf den ungünstigsten Fall 
einrichten, daß wir mit den im Lande vorhandenen Vorräten 
durchhalten müssen, bis die neue Ernte der landwirtschaftlichen 
Produkte unsere Vorratskammern wieder aufzufüllen erlaubt. 

Auf eine solche Notwendigkeit ist ja nun schon seit Mo- 
naten in den Tageszeitungen und in Vorträgen hingewiesen wor- 
den, leider nur mit wenig sichtbarem Erfolg. Die Maßnahmen der 
Regierung — Ausfuhrverbote, Höchstpreise, Back- und Verfütte- 
rungsvorschriften usw. — haben zwar da und dort zum Nach- 
denken angeregt, aber ein wirklich praktisches Ergebnis für die 
Streckung unserer Vorräte haben auch sie bislang nicht 
erzielt. Da mit einem Male hat das Reichsgetreidemono- 
pol und die Verordnung über die Sicherstellung von 
Fleischvorräten ,auch den ganz Gedankenlosen die Augen 
über den Ernst der Lage geöffnet und wird sie zwingen, auf alle 
die liebgewordenen und für unentbehrlich gehaltenen Annehm- 
lichkeiten in den täglichen Lebens- und Eßgewohnheiten zu ver- 
zichten. Das bedeutet nun aber nicht etwa die drohende Hungers- 
not, die Einschränkung dessen, was zur Leibesnahrung und Not- 
durft gehört, auf ein unzureichendes Maß, sondern es bedeutet 
nur einUmlerneninunserenEssensgewohnheiten 
und in der Zubereitung der täglichen Nahrung. 

In diesem uns absperrenden Weltkriege, sagte der Berliner 
Oberbürgermeister in seiner Kaisergeburtstagsansprache, kann nie- 
mand erwarten, eine weise Vorsehung werde ihm täglich das auf 
den Tisch führen, was er dort zu sehen wünscht. Wer den 
Krieg mit gewinnen möchte, hat an dem großen Ernährungsplan 
teilzunehmen, indem er aus freien Stücken nur das beansprucht 
und sich nimmt, was er unbedingt nötig hat. An der 
Bereitwilligkeit, sich solchem Gebot zu fügen, darf man wohl bei 
dem überwiegenden Teil unseres Volkes nicht zweifeln, aber ohne 
äußeren Zwang findet doch gar mancher nicht die Entschlußkraft, 
den guten Willen auch in eine volkswirtschaftlich vernünftige 
Praxis umzusetzen. Im Gegenteil, es ist Tatsache, daß jedesmal 
nach dem Erlaß neuer Vorschriften geradezu Sturm auf diejenigen 
Vorräte gelaufen wurde, deren Streckung und Sicherstellung diese 
Vorschriften bezweckten. Hinsichtlich der beiden wichtigsten 
Nahrungsmittel, Mehl und Fleisch, ist darin ja nun durch die Er- 
klärung der Mehl- und Getreidevorräte zu Staatseigentum, durch 
die kommunale Fleischkonservierung und die Unterstellung ihres 
Verbrauchs unter öffentliche Aufsicht endgültige Abhilfe ge- 
schaffen. Damit ist aber noch nicht alles getan. Nun heißt es auch 
noch, mit den übrigen Nahrungsmittelvorräten zweckmäßig und 
verständig wirtschaften. 

Verständig essen bedeutet also eine verständige Zu- 
sammenstellung des Küchenzettels, und damit geht der Appell zu- 
nächst an unsere Haushaltungen, an unsere Frauen und 
Köchinnen. Nicht als ob unsere deutschen Hausfrauen nicht 
haushalten und verständig wirtschaften könnten, aber sie sind sehr 
konservativ in der Beurteilung dessen, was dem leiblichen Wohl 
ihrer fürsorglich betreuten Angehörigen frommt, und viele werden 
sich zu einer Aenderung der nicht selten auf Familientraditionen 
aufgebauten Atzungsweise nur ungern verstehen. Ihr Widerstreben 
wird sich aber mildern, wenn wir ihnen ein Buch in die Hand 
geben, das gerade zur rechten Zeit im Verlage von Paul V i e - 
weg&Sohn in Braunschweig erschienen und dessen Ver- 
fasser unter der Mitarbeit einer größeren Zahl sachkundiger Ge- 
lehrter Herr Professor Eitzbacher an der Berliner Handels- 
hochschule ist. Es führt den Titel: „Die deutsche Volks- 
ernährung und der englische Aushungerungs- 
p 1 a n". Es klärt in äußerst anregender und faßlicher Form dar- 
über auf, wieviel von den einzelnen Nahrungsstoffen vorhanden 
ist, welchen Wert sie für den Aufbau und die Erhaltung des Kör- 
pers und der Körperkräfte haben, und in welchen der heutigen 
Situation angepaßten Zusammenstellungen sie unter tunlichster 
Rücksichtnahme auf die bisherigen Lebens- und Essensgewohn- 
heiten diesen Zweck dienstbar gemacht werden sollen. Dieses 
Ruch gehört in jede Familie. Wem aber der Preis (Mk. 1.00) zu 



hoch und der Umfang (200 Seiten) zu groß ist, der besorge sich 
wenigstens für 15 Pfennig den im gleichen Verlag erschienenen 
„Ratgeber für die Ernährung in der Kriegszei t", 
der mit großer Ueberzeugungskraft dartut, daß, wenn wir nach 
seinen Anweisungen eine Umwertung der vorhandenen Nahrungs- 
mittel in ihrem täglichen Verbrauch vornehmen, wir weder eine 
Revolution unseres eigenen Innern, noch eine Hungersnot für das 
ganze Volk zu fürchten haben. 

In der Begründung des Reichsgetreidemonopols heißt es, 
daß die getroffenen Maßnahmen uns die Sicherheit geben, den 
Aushungerungsplan unserer Feinde vereitelt zu haben. Festigen 
wir diese Sicherheit, indem wir uns, jeder einzelne und jeder 
Haushalt, mit eiserner Konsequenz eines verständigen Verbrauchs 
auch der übrigen Vorräte in der kriegsmäßig geführten Küche 
befleißigen. Lz. 

* 

Was soll man während der Kriegszelt essen? 

Bei der Aufstellung des täglichen Speisezettels, beim Einkauf 
und bei der Zubereitung der Lebensmittel handelt es sich in erster 
Linie um die richtige Auswahl und die sparsame Verwendung. 
Das statistische Amt der Stadt München veröffentlicht folgende 

Ratschläge : 

1. Nehmt zum Frühstück möglichst Milch oder Hafer- 
grütze. 

2. Eßt vor allem Gersten-, Gries-, Gemüsesuppen, Kartoffel- 
suppen, Mehlsuppen (Brennsuppen). 

3. Eßt weniger Weißbrot und weniger Semmeln aus Weizen- 
mehl; eßt vor allem Roggenbrot oder Brot aus ge- 
mischtem Mehl. 

4. Verbraucht beim Kochen nicht Fett in übertriebenen 
Mengen ; anstelle von ausländischem Schweineschmalz und Pflan- 
zenfett verwendet mehr inländisches Nierenfett, Rindstalg, Rüböl, 
Buchenöl und Kunstspeisefette. 

5. Nutzt den reichen Obstsegen dieses Jahres aus, indem ihr 
frisches Obst soweit noch vorhanden genießt, sonst Dörrobst. 

6. Verwendet Gemüse, besonders auch Sauerkraut 
und Sauergemüse (Rübenkraut, Bohnengewächse). 

7. Schränkt euren Genuß alkoholischer Getränke 

ein. 

8. Verwendet möglichst alle Speisereste und helft die 
Küchen abfalle zu verwerten. 

9. Ueberhaupt verschwendet nichts im Haushalt. 



SOZIALPOLITIK 



Die Zentralorganisation der deutschen Verbraucher 

Der Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen entwickelt 
eine lebhafte Tätigkeit. Er will gegenüber den bestehenden organi- 
sierten Interessenvertretungen der Produzenten und Händler die 
Masse der Verbraucher zu einer möglichst starken Aktionsgemein- 
schaft zusammenfassen. Es handelt sich nicht um eine Kampfes- 
organisation. Der Kriegsausschuß erstrebt eine volkswirtschaftlich 
"vernünftige und gerechte Regelung der Warenverteilung und des 
Warenverbrauchs und wendet sich gegen alle Preistreibereien auf 
dem Warenmarkte, sowie gegen ungerechtfertigte Herabsetzung 
von Lohn oder Bezügen der Beamten, der Angestellten und Ar- 
beiter. Als die wichtigsten Aufgaben werden angesehen Ein- 
richtung einer Sammel- und Auskunftsstelle für 
alle Fragen, Tatsachen, Wünsche, Vorschläge auf dem Gebiete der 
Völksernährung und des Massenbedarfs, Aufklärung und Er- 
ziehung der Konsumenten zu einem vernünftigen Ver- 
brauch der Vorräte, sachkundige Vertretung der Kon- 
sumenteninteressen gegenüber den Behörden, den Parlamenten 
und der Oeffentlichkeit, Bekämpfung der Preistreibereien, sowie 
des Nahrungs-, Miets- und des Arbeitswuchers. Ein Beweis für die 
sachliche Arbeit des Kriegsausschusses ist die Tatsache, daß die 
neue Bundesratsverordnung über das Getreidemonopol 
und die Fleischversorgung zum weitaus größten Teil mit den vom 
Kriegsausschuß gemachten Vorschlägen übereinstimmt. Bezüglich 
der Organisation der Abfallverwertung hat der Ausschuß 
Vorschläge gemacht, deren Durchführung die Verwertung der Ab- 
fälle in einfacher Weise sicherstellt. Eine ganze Reihe weiterer 
Arbeitsgebiete, eine Versorgung mit Grünkost, Aufstellung eines 
zweckentsprechenden Bebauungsplanes usw. sind in Angriff ge- 
nommen. Die Erledigung der Arbeiten liegt in erster Linie in den 
Händen des geschäftsführenden Vorstands, in dem 
der D. T.-V. durch seinen Verbandsdirektor vertreten ist. Der ge- 
schäftsführende Vorstand verteilt seine Arbeiten an seine einzelne* 
Mitglieder. Es sind Abteilungen gebildet gegen den Warenwucher, 
für gesetzliche Maßnahmen (Höchstpreise, Produktionsverbote) 
gegen Arbeitswucher, gegen Mietswucher, je eine Abteilung für 



Heft 5/6 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



21 



Presse, Organisation und Geschäftsführung. Unter Arbeitswucher 
fallen vor allem Entlassungen von Arbeitern und Angestellten, so- 
wie Lohn- und Gehaltskürzungen. Die Entscheidung über große, 
grundsätzliche Fragen liegt beim Gesamtvorstand, in dem 
die technischen Angestellten durch den Bund technisch-industriel- 
ler Beamten und den Werkmeisterverband vertreten sind. Zur Er- 



ledigung der Arbeiten ist eine Geschäftsstelle mit einem besolde- 
ten Beamten geschaffen. Rund 7 Millionen Konsumenten sind 
heute schon in dem Kriegsausschuß zusammengeschlossen. Dieser 
Tage fand eine Besprechung von Vertretern der dem Kriegs- 
ausschuß angeschlossenen Angestellten-Verbände statt, die Richt- 
linien für die Bekämpfung des Arbeitswuchers ?ufstellten. Dr. H. 



EHREN 




TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Joh. Blitzner, Berlin-Steglitz, Mitgl. 64 877. 

Hermann Blum, Görlitz, Mitgl. 63 367. 

Richard Böse, Hannover, Mitgl. 56 806. 

Bruno v. Borzestowski, Loetzen, Mitgl. 57 035, Vizefeldw. 

Hans Brückner, Reichenbach (O.-L.), Mitgl. 74 749. 

Georg Dirk, Hennigsdorf, Mitgl. 61 276. 

Alwin Ende, Mellen b. Zossen, Mitgl. 54 427. Koll. Ende er- 
hielt außerdem die Schwarzburgische Tapferkeitsmedaille 
unter gleichzeitiger Beförderung zum Unteroffizier. 

Rieh. Fischer, Insterburg, Mitgl. 56 537. 

Martin Hähnel, Breslau, Mitgl. 23 945 (verwundet). 

Robert Hempel, Loetzen, Mitgl. 57 040. 

Ernst Höfer, Dortmund, Mitgl. 64 887. 

Fritz Hübner, Zabrze, Mitgl. 31 400 (verwundet, wird zur- 
zeit vermißt). 

Heinrich Kessemeier, Gelsenkirchen, Mitgl. 43 719, unter 

gleichzeitiger Beförderung zum Feldwebel. 
Paul Krämer, Bethel bei Bielefeld, Mitgl. 75 233. 
Otto Kreeb, Göppingen, Mitgl. 47 505, Feldwebel d. Landw. 
Reinh. Kretzschmar, Leipzig-Connewitz, Mitgl. 56 190. 
Heinr. Kröhnke, Osnabrück, Mitgl. 54 984. 
Johann Kruse, Oldenburg i. Gr., Mitgl. 56 455 (verw.). 
Georg Kugler, Augsburg, Mitgl. 62 170. 
Fritz Lehmann, Dresden, Mitgl. 57106. 
Lucian Liersch, Posen, Mitgl. 39 369. 
Felix Manicke, Leipzig, Mitgl. 27 994. 

Alfred Mertlick, Spandau, Mitgl. 47 662, Offz. der Res. bei 
Pionier-Bataillon 3. 

Wilhelm Oehler, Stuttgart, Mitgl. 48 451, verwundet 21. Ok- 
tober 1914 link. Oberarm und Hüfte. 

Emil Radde, Winzig, Kr. Wohlau, Mitgl. 57 152. 

Max Sauer, Görlitz, Mitgl. 40 926. 

Wilh. Schlömer, Bielefeld, Mitgl. 28 535. 

Alfred Schmidt, Leipzig-Plagwitz, Mitgl. 68 524. 

Bernhard Schmidt, Fürth i. Bay., Mitgl. 78 613. 

Otto Schuricht, Nürnberg, Mitgl. 35 609. 

Heinr. Seemeyer, Hannover, Mitgl. 54 769, Vize-Feldwebel. 

Arth. Seifert, Würzen, Mitgl. 56 667. 

Gustav Siegel, Nürnberg, Mitgl. 45 285. 

Wilhelm Stöhr, Hannover, Mitgl. 71911. 

Walter Stoffel, Cottbus, Mitgl. 73 537. 

Rob. Vogelsang, Danzig, Mitgl. 35 132, Vizefeldwcbel der 

Kaiserl. Marine. 
Joh. Weißenborn, Hannover, Mitgl. 20 845. 
Hans Wittmeyer, Graudenz, Mitgl. 49 832, Oberleutnant in 

einem Pionier-Bataillon (verwundet, Lungenschuß), Mar- 

tinsche Klinik, Rottweil, Neckar. 
Joh. Zeitler, Nürnberg, Mitgl. 53 937. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Ferd. Baumann, Cleve, Mitgl. 78 528, seit 1.7.14, am 5. Ja- 
nuar 1915 im Argonnerwald. 

Willy Bertge, Annahütte (N.-L.), Mitgl. 44 148, seit 1.7.07, 
in der Schlacht bei Dixmuiden am 27. 10. 14. 

Fritz Brade, Neuwied, Mitgl. 77 819, seit 1.5.14, Ritter des 
Eisernen Kreuzes, bei Gratreuil. 

Karl Dronia, Beuthen (O.-S.), Mitgl. 61 680, seit 1. 4. 11. 

Konrad Hartmann, Nürnberg, Hospitant des D. T.-V. 

Karl Gust. Haupt, Dresden, Mitgl. 75 085, seit 1.2.14. 



Otto Hübner, Maltsch a. O., Mitgl. 74 907, seit 1.1.14, bei 
Lombartzyde. 

Richard Jiptner, Dresden, Mitgl. 78 194, seit 1.6.14. 

Aug. Karmeyer, Bielefeld, Mitgl. 34 654, seit 1.10.05, am 
30. 12. 14 in Frankreich. 

Heinrich Krämer, Gelsenkirchen, Mitgl. 52 172, seit 1. Ja- 
nuar 09, am 10. 1. 1915 im Lazarett zu Aurc in Frankreich. 

Karl Emil Krippenstapel, Plauen i. V., Mitgl. 65 533, seit 
1.4. 12, bei Ypern. 

Ernst Lorenz, Görlitz, Mitglied 43 487, seit 1. 4. 07, am 
27./28. Dezember als Gefr. d. Res. der Festungs-Masch. - 
Gewehr-Abteilung Posen I bei Inowzlaw. 

Art. Marks, Gumbinnen, Mitgl. 16 533, seit 1. 7. 99. 

Emil Pabst, Saarbrücken, Mitgl. 68 691, seit 1. 2. 13, am 
12.11.14 im Gefecht bei Marcheville. 

Rudolf Paulmichl, Markredwitz i. Bay., starb im Okt. 191 1 
nach einer schweren Operation in Wels (Oesterr.). 

Hans Resch, Berlin, Mitgl. 73 231, seit 1. 10. 13, am 28. 12. 14 
bei Strickow (Nordpolen). 

Erich Walter Reuscher, Werdau, Mitgl. 70 584, seit 1.4.13, 
infolge einer bei Ausübung seines Berufes als Eisenbahn- 
techniker in Feindesland zugestoßenen Krankheit. 

Otto Schaar, Alienstein, Mitgl. 66 756, seit 1.4.12. 

Kurt Schulz, Zw. Nakel (Netze), Mitgl. 60 506, seit 1.1.11, 
am 11. 1. 15 bei den Kämpfen im Argonnerwald. 

Paul Seyfarth, Zwickau, Mitgl. 75159, seit 1.10.13, am 
22. 12. 1914. 

Fritz Werthmann, Dresden, Mitgl. 75 149, seit 1.2.14. 
Wilh. Wübbenhorst, Oldenburg, Mitgl. 72 472, seit 1.7. 13. 
Emil v.Zalesky, Freiburg i. B., Mitgl. 47 635, seit 1.1.08. 

Es wurden verwundet: 

Fritz Arnold, Insterburg, Mitgl. 63 066. 

Alfred Bartels, Oldenburg i.Gr., Mitgl. 49 442. 

Herrn. Berlage, Hannover-H., Mitgl. 54 829 (in franz. Ge- 
fangenschaft). 

Friedrich Catta, Cassel, Mitgl. 45 311. 

Franz Gauck, Halle, Mitgl. 65 315 (schwer). 

Gerhard Helms, Eversten (P. Oldenbg. i. Gr.), Mitgl. 67 627. 

Alfred Kappel, Grünberg (Schles.), Mitgl. 57 313. (Reserve- 
lazarett „Fürstenhof", Blankenburg a. Harz.) 

Berth. Klunkelfuß, Lingen, Mitgl. 57 630. 

Aug. Krakhecken, Dortmund, Mitgl. 60366. 

Fritz Krenzin, Oldenburg i.Gr., Mitgl. 53 098. 

Joseph Krug, Essen-Ruhr, Mitgl. 76 092. 

Bernh. Möllers, Essen-Ruhr, Mitgl. 77 161 (wied. b. Regt.). 

Hans Rawe, Pinneberg, Hospitant des D. T.-V. (schwer). 

Heinrich Riemenschnitter, Speyer a. Rh., (Hosp.), schwer. 

Max Rüsch, Feldwebelleutn., Essen-Ruhr, Mitgl. 57 423. 

Wilh. K. Sachse, Essen-Ruhr, Mitgl. 75 137. 

Wilh. Stratenberg, Dortmund, Mitgl. 52 952. 

Willy Tietze, Insterburg, Mitgl. 77 450. 

Hermann Tomasini, Metz-Sablon, Mitgl. 58 005. 

Jakob Wannemacher, Metz-Sablon, Mitgl. 06 812. 

Martin Wendinger, Nürnberg, Mitgl. 67 055. 

Karl Würzbach, Potsdam, Mitgl. 53 837. 

Fritz Zach, Insterburg, Mitgl. 77 670. 

Berichtigung: 

Fritz Hübner, Zabrze, Mitgl. 31 400, ist nicht gefallen, son- 
dern verwundet und wird zurzeit vermißt. Kollege Hübner 
hatte zuvor das Eiserne Kreuz erhalten. 

Aug. Schreiner (nicht Schweiner, wie es infolge eines Druck- 
fehlers in Heft 1/2 heißt) schwer verw. und seitdem ver- 
mißt, Mitgl. 72 794, Selb i. Bay. 



2 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



' eft 5/6 



Kriegshilfe (12. Quittung.) 



D. T.-V. 10 000,00 M. 

Zweigverwaltungen: Allenste in: Ruloff 2,00, Redinger 
1,00, Heiser 1,00, Zygowski 1,00, Rohde 1,00, C. Richter 1,00, Gg. 
Richter 2,00, Frucht 2,00, Stier 1,00, Rehr 1,00, Zorn 4,00 (= 
17,00). Bad Oeynhausen: Steiner 2,00, Kestenich 5,00 (= 
7,00). Bayreuth: Verkauf von Karten 1,50. Bergedorf: 
13,00. B e u t h e n: Bolten 5,00, Eitz 5,00. FaulhaHef 2.00, Witosch 
3,00, Baizar 2,00, Swierczynski 5,00, Beck 3 00, Sternberg 5,00, 
Specht 5,00 (=35,15). BorbeCk: Graf 3,00, i_abbe 2,00, Boller- 
beck 1,00, Kaiser 2,00, Schnell 1,00, Fries 1,00, Hennecke 1,00, 
Heidmeyer 2,00 (= 13,00). Brieg: Schölkonf 4,00, Groos 10,00, 
Nothtro'ff 1,50, Kubler 1,50, Erlös für Kriegskarten 0.60 (= 17 60). 
Cassel: Hasselbarth 1500, Donat 10,00, Harre 3,00, Volland 
3,00, Bleitner 9,00, Pohl 3,00, Bennecke 9,00, Thielke 9,00, 
Käbberich 15,00, Brehme 9,00, Telschow 2,00, Witzell 3,00, 
Albert 9,00, Heckhoff 3,00, Hartwig 3,00, SChaefer 9,00, Fd. 
Wachsmuth 4,00, Seesselberg 2,00, Hanemann 2,00, Pöck er 1,00, 
Tränkner 8,00, Budig 3,00, Schlöger 4,00, Ad. Wachsmuth 1,00, 
Th. Müller 3,00, Wilke 5,00, Reiß 4,00, Wulff 2,00, Führ 2,00, 
Lange 2,00, Schmitz 3,00 (= 160,15). Coblenz: 30,00. Cöln: 
Bjolten 120,00, Brandt 20,00, Brion 3,0,0 , Bunten 3,00, Baumann 
20,00, Calmus 2,00, Cornelius 2,00, E. Dröge 3,00, O. Heinze 6,00, 
Hillen 4,00, Kuhnke 2,00, König 2,00, Körner 2,00, Lau 8,00, Leven 
14,00, Linder 1,00, Neskendahl 6,00, Marondel 5,00, A. Mever 2,00. 
Nottar ,3,00, Padberg 10,00, durch Paulus 11,00, G. Pa'ul 5,00, 
Pellikan ,2,00, H. Ritter 4,00, Jak. Schmidt 2,00, Siemianowoski 
10,00, Stockmann 3,00, Türk 2,00, Uhlig 5,00, R. Wagner 3,00, 
Zinßmeister 5,00, Strafgelder 0,50, Postkarten-Verkauf 10,20 (= 
200,70). Crimmitschau: 10,00. Dan zig: 49,00, 5. Rate 
der Kollegen der Kaiserl. Werft Danzig 41,00 (=90,00). Diez 
a. L.: Schwab 5,00, Schaller 5,00 (= 10,00). Döbeln: 30,00. 
Dortmund: 39,00. Düsseldorf: Fr. Schlimm 4,00. Eise- 
nach: 7,00, Ruppert 25,00, Schmiedecke 10,00 (=42,00). Frie- 
denau: 39,14. Fried land: 5,00. Gelsenkirchen: Stall- 
mann 5,00, Bach 5,00, Heinen 3,00, Rehmann 3,00, Lüdeking 2,00. 
Schlömer 1,00, Fegeier 1,00, Böske 1,00, Luthe 1,00, Hahn 10,00 
(=32,00). Heidelberg: 7,48. Hochemmerich: Küchler 
10,00. Hohensalza: 20,15, Eggert 4,00, Wiedemann 4,00 (= 
28,15). Jena: Schuricht 3,00, Schaubitzer 5,00, Behrends 3,00, 
Weidehas 6,00 (= 17,00). Ilmenau: 3,00. Kaiserslautern: 
13,00. Kiel: Ertrag aus dem Verkauf von Kriegskarten 1,50. 
Königsberg i. Pr.: Flögel 10,00, Gran 5,00, Boenke 5,00, 
Lücker 3,00, Oppenkowski 5,00, Wermke 20,00, Kaiser 1,00 Bunge 
4,00, Moschall 10,00, Sonntag 5,00, Quadfasel 6,00, KadaCh 2,00, 
Unverhau 2,00, Reimer 4,00, Schmidt 3,00, Frick 3,00, Sevfarth 
2,00, Heerhorst 3,00, Lauschinski 2,00, Dedat 1,00, Gabel 10,00, 
Rosenbaum 10,00, Waschkau 4,00, Freyer 3,00, Bledau 10,00, 
Wiede 3,00, Grabe 3,00, A. Pohl 3,00, Bruntke 5,00 (hiervon in 
der 11. Quittung 100,00 veröffentlicht) =47,00, Ruhnau 10,00, 
Tasche 10,00, Romeike 6,00, R. Reimann 6,00, Wittig 3,00, 
Geisbüsch 1,00, Kelch 2,00, Fr. Braun 4,00, Oschinski 10,00, Brand- 
stätter 50,00, Fr. Hoffmann 5,00, Benk 1,00 = 108,00 (=255,00). 
Mösl in: Schmidt 2,00, Rentsch 2,00, Herber 2,00, Battige 2,00 
(= 8,00). Lichterfelde: Plewe 3,00, Felix 3,00, Stange 3,00, 
Bergmann 3,00, Hepling 3,00, Bahner 3,00, Hensel 3,00, Meyer 
1,00, Schölzel 1,00 (=23,00). Lotzen: 64,00. Ludwigs- 
hafen: Westphal 2,00. Magdeburg: Ebert 6,00, Ullrich 5,00, 
Studt 1,00, Gröbke 1,00, Damerow 1,00, Vestner 1,00, Krägenau 
1,00, Friese 1,00, Bergmann 1,00, Papenroth 5,00, Reichel 17,00, 
Sabatzky 1,00, Osterrath 1,00, Wernecke 1,00, Michael 2,00, Stolte 
1,00, .Kegel 1,00, Fessel 1,00, Aug. Hoffmann 2,00, Bobe 1,50, 
Mahlert 1,00, für 35 Kriegspostkarten 3,50 (=56,00). Metz: Ret- 
tig 3,00, Wißler 10,00 (=13,00). Münster i.W.: W. Schädel 
2,00. Neuwied: 12,00, Bremecke 2,00, Heß 2,00, Roedig 2 00, 
Passehl 2,00, Wegner 5,00, Heise 5,00, Eberle 1,00 (=31,00). 
Niederschöneweide: (Hahne 3,00, Lecke 1,00 (=4 00^ 
Offenbach a. M.: 56,30. Ohligs: 18,00. Osnabrück: 
Brinkmann 2,00, Beier 2,00, Beyer 3,00, Bergen 5,00, Boll 3,00, 



Brockmann 2,00, Bräckling 3,00, Bundesmann 5,00, Brockschmidt 
2,00, Bücker 3,00, Bösling 2,00, Dieckmann 2,00, Glasmacher 
10,00, Helmholz 20,00, Hietzscheld 5,00, Hilmer 5,00, Hunger- 
land 2,00, Hölscher 2,00, Ihlenburg 10,00, Ide 10,00, Kerkhof 
10,00, Knelles 10,00, Klare 5,00, Kettwig 2,00, Linke 3,00, Lorenz 
5,00, Luthe 5,00, Marx 5,00, Meede 5,00, Neubert 3,00, Ohlener 
3,00, Otto 5,00, Pfaue 3,00, Przybvlsky 3,00, Peppinghege 2,00, 
Schenkmann 5,00, Schmidt 5,00, Schütte 10,00, Sondermann 2,00, 
Schubarth 3,00, Thor 3,00, Tröbel 3,00, Trau 3,00, Unfug 10,00, 
Ulrichs 3,00, Vollrath 2,00, Wiegmann 10,00, Weber 15,00, Wisch- 
höfer 2,00, Gosse 3,00, Hollstein 10,00, Schröder 2,00, Engelhardt 
2,00, Kirbach 2,00, Schröer 1,00 (=263,00). Posen: 88,00. 
Remscheid: Lötz 3,00, Keidel 8,00, Grote 3,00, Stölting 15,00, 
Bachmann 3,00, Voigt 4,00, Speckenbach 1,00, Schaulat 10,00, 
Schreyer 10,00, Knipping 5,00, Bendel 5,00, Sommer 5,00, Windel 
10,00 (=82,00). Riesa: 16,00. Schöneberg: 7,00. Schö- 
ning e n : Dörr 3,00. Schweinfurt: 30,00. Spandau: Ar- 
nold 2,00, Rüthning 2,00, Steinbeck 2,00 (=6,00). Stettin: 
32,00, Beckmann 4,00, Bordiert 3,00, Knoche 5,00, Geyer 2,00, 
Koch 3,00, Zindel 2,00, Dittmar 3,00, Scharmer 2,00, Ecke 2,00, 
Moucha 5,00, Kresse 3,00, Krieg 3,00, Vader 2,00, Olsson 1,00, 
Karl 3,00, Brandenburg 2,00, Naske 2,00, Zimmermann 3,00, 
Jarius 3,00, Zunk 3,00 =56,00 (=88,00). Straßburg i. Eis.: 
Koslowski 2,00, Klein 1,00, Köhler 2,50, Rozek 3,00, Castor 2,00, 
Meuren 1,00, Junker 1,00, Schommer 1,00, v. Boltenstern 2,00, 
Kern 10,00, Krebs 1,00, Farny 1,00, Osterloh 1,00, Blunk 3,00 
(=31,50). Stuttgart: 50,15, 49,00, J. Vollmer 8,00 (= 107,15). 
Tempelhof: 60,00. Uerdingen: 10,00, Frau Müllemeister 
10,00 (=20,00). Warmbrunn: 7,00. Weißenfels: Breiter 
20,00, Deister 5,00, Lindemann 5,00, Schwertzel 3,00, Nitzsche 
3,00 (=36,00). Werdau: Vogel 2,00, Wild 1,00, Eisenhut 2,00, 
Eckart 1,00, Krügel 3,00, M. Schubert 2,00, Hentschel 3,00, Drech- 
sel 2,00, Martin 0,50, Stephan 1,00, Bohn 1,00, W. Schubert 2,00, 
Reinhold 1,00 (=21,50). Wiesbaden: 15,00. Wilhelms- 
haven: 1000,00, 126,15 (=1126,15). Würz bürg: 46,15. (= 
3362,07). 

Mitglieder: Bürgermeister Burkhardt 25,00, Erlös von Kriegs- 
karten durch Herrn v. Carlowitz von: Richter 5,00, Altwasser, 
v. Carlowitz je 2,00, Zweigverwaltung Rybnik 1,50, Weißenberger, 
Greinert, Kühn, Künzel je 1,00, Wiegel, Geil, Reue, Berghauer t 
Büttner, Grünberg, Woytaschek, Thiel, Doerr, Junge, Meinhold, 
Lüttich, Förster, Stanke, Schufkar, Schindler, Heier, Habedank, 
Kunze, Geburt, Spillmann, Allert je 0,50 (=25,50), Dünow 6,00, 
Hebestreit 4,00, Hertweck 4,00, Hildebrandt 16,50, W. Kirschhoch, 
Vater d. verst. Mitgl. Nr. 67 456, 5,00, Löser 2,05, Morenz 1,00, 
Paul Müller 11,00, R. Müller 1,00, Ney 2,00, Pagelsen 11,00, 
Riese 3,00, Schacht 4,00, Schlechter 53,00, Schultz 25,00, Schwe- 
der 4,00, Uslaub 5,00, Valenthin 4,00, Wiebold 4,00, Windisch 
1,00, Ungenannt 15,00 (232,05). 



Zusammen 

Dazu Endbetrag der 11. Quittung 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 
Dazu Endbetrag der 11. Ausgabe-Quittung 



13 594,17 M. 
69 486,75 M. 
83 080,92 M. 

5 927,00 M. 
39 484,35 M. 
45 411,35 M. 

Die in Heft 1/2 für die Zweigverwaltung Beuthen veröffent- 
lichten G3,00 sind von folgenden Herren gespendet: Bularczyk 
3,00, Schmalenberg 5,00, Specht 20,00, Pietzek 5,00. Der in 
Heft 3/4 für die Zweigverwaltung Magdeburg veröffentlichte Be- 
trag von 5,00 M ist von Herrn W. Arms gespendet. In Heft 1/2 
(10. Quittung) ist u. a. bekanntgegeben: Zweigverwaltung Nürn- 
berg 33,20 M (inkl. 1,20 Erlös aus dem Verkauf von Kriegs- 
karten). Es muß heißen: Zweigverwaltung Nürnberg (Sammlung 
30,00 und als Erlös aus dem Verkauf von Kriegskarten 3,20) 
= 33,20. 



HHHII VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

Meldewesen. 

Bei den Verwaltungen herrscht über die zum Militär Ein- 
berufenen vielfach Unklarheit. Die Mitglieder, die ihrer aktiven 
Dienstpflicht genügen, sind auf Form. 5 gemäß § 6 der Satzung 
von der ordentlichen Mitgliedschaft abzumelden. Alle übrigen 
zum Heere Einberufenen müssen von ihrer Verwaltung aber wei- 
ter als ordentliche Mitglieder geführt werden. Die Benachrichti f 
gung der zuständigen Geschäftsstelle muß in diesem Falle auf 
dem besonderen Formular „Einberufung zum Heer" sofort durch 
die örtliche Verwaltung erfolgen. 



Bautzen. Adr.: A.Reh, Tuchmacherstr. 10 III. Kass.: Edwin 
Gneuß, Flinzstraße 16 II. 

Bayreuth. Adr.: Anton Schafnizl, Richard-Wagner-Str. 40 III. 
Kass.: Michael Hirschmann, Blumenstr. 9. 

Bergedorf. Adr.: H. Eggert, Sillemstraße 15. 

Berlin-Pankow. Adr.: Eilert F ranzen, Florapromenade 28. 

Bernburg. Adr.: Architekt R. Grünewald, Kugelweg IIa. 
Kass.: Ing. Arth. Müller, Bornstraße 14. 

Bochum. Adr.: W. Bartel, Hugo-Schultz-Straße 1. 

Bremen. Adr.: Joh. Wiemken, Gösselstraße 60. Kass.: 
P. Boecker, Rheinstraße 112. 

Buer i.W. Adr.: Theodor Strotmann, Urbanusstraße 30 1. 
Kass.: Karl Schlechter, Westerholt bei Buer i. W„ Geschwister- 
straße 50. 



Heft 5/6 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



23 



Cottbus. Adr.: Frdr. Oibs, Sandower Straße 22. Kass.: Fritz 
Gaedicke, Burgstraße 50 II. 

Darmstadt. Adr.: H.Sattler, Viktoriastr. 26 II. Unsere Mit- 
glieder machen wir auch an dieser Stelle nochmals darauf auf- 
merksam, daß Hauptversammlungen stets am ersten Mittwoch in 
jedem Monat in unserem Vereinslokal „Perkeo", Alexanderstraße, 
stattfinden. Besondere Einladungen ergehen vorläufig nicht. Die 
nächsten Versammlungen finden am 3. März und 7. April statt. 
Tagesordnungen werden an den Versammlungsabenden bekannt 
gegeben. 

Dessau. Adr.: Geometer Gg. Stock, Beaumontstr. 6. 

Dresden. Adresse: Otto Lippmann, Dresden - N. 30, Alt- 
trachau 101. Kass.: Arno Ulimann, Dresden-A., Pestitzerstr. 3. 

Elbing. Adr.: Adam Röder, Herrenstraße 10 1. 

Essen. Adr.: Heinr. Hofmann, Essen-Ruhr, Ortrudstr. 31. 
Kass.: J. Stender, Essen-Ruhr, Brigittastr. 58. 

Flensburg. Hauptversammlung am 6. Februar 1915 im 
„Sanssouci". Tagesordnung: 1. Verlesen des Protokolls. 2. Mit- 
gliederbewegung. 3. Kassenprüfung. 4. Neuwahl des Vorstandes. 
5. Verschiedenes. 

Frankentha! (Pfalz). Adresse: K. Aue, Gartenstraße 12. 
Kass.: Herrn. Keul, Wingertstraße 9 a. 

Freiberg i. Sa. Adresse: Richard Schubert, Konradsdorfer 
Weg 347 K. 

Gelsenkirchen. Adr. : Jul. Schüller, Hochstr. 24. 

Gera-Reuß. Adr.: Paul Nichtern, Gera-Untermhaus, Frie- 
drichstraße 3 III. Kass.: Hans Diener, Gera-Untermhaus, Moritz- 
straße 16 II. 

Gerdauen (Ostpr.). Adr.: August Claus, Kreisbaumeister, 
Poststraße 2. 

Gießen. Adr.: Georg Grüning, Bahnhofstr. 66. Kass.: Karl 
Stein, Bismarckstr. 38 III, ab 29. März 1915 Marburger 
Straße 76. 

Glückstadt. Adr.: Adolf Petersen, Christianstr. 3. 

Göppingen (Wttbg.). Adr.: Theodor Kirschbaum, Reusch- 
straße2. Kass.: Joh. Böhmisch, Ulrichstr. 41. 

Hanau. Adr.: Albin Jung, Bernhardstr. 6. 

Halle a. S. Adr.: Carl Taube, .Zietenstr. 16. 

Konstanz. Adr.: Karl Schulter, Obere Laube 16. Kass.: Alois 
Kern, Tägermoosstr. 26. 

Herford. Adr.: Aug. Reese, zurzeit Salzuflen, Sophienhaus. 

Hof. Adr.: H. Stöhr, Ludwigstr. 17. 

Hohensalza. Adr.: Reinh. Günther, Posener Straße 11. Kass.: 
Otto Krieghoff, Stadtbautechn., Kanonierstr. 2. 

Insterburg. Adr.: Stadtbaukontrolleur E. Herrmenau, Kaser- 
nenstraße 17 a. 

Köslin. Adr.: Arch. Wilh. Herber, Neuklenzer Straße 13. 
Kass.: Hans Battige, Bergstraße 33. 

Löbau. Adr. : Emil Spür, Bahnhofstr. 28. 

Lotzen (Ostpr.). Adr.: Kgl. Wasserbauwart Stamp, Wasser- 
bauamt Kass.: Wiesenbaumeister Wachtel, Lycker Str. 32. 

Meerane. Adr.: Stadtbaumeister A. Hofmänn, Crotenlaider- 
straße 24. Kass.: Johannes Lührs, Ing., Zwickauer Str. 69. 

Nakel (Netze). Adresse bis auf weiteres: Georg Peter, Wil- 
helmstr. 39. Kass.: Schaefer, Gartenstraße. 

Neukölln. Die Sitzungen des Z.-V. Neukölln finden jeden 
zweiten Sonnabend nach dem 1. im Monat um 9 Uhr statt. Es wird 
dringend ersucht, zu erscheinen. 

Neusalz a. Oder. Adr.: Julius Korff, Paulinenhütte. 

Neuwied (Rh.). Adr.: Jul. Bremecke, Feldkircherstr. 76. 

Nürnberg. Brief- und Kassenadresse: C. Held, Wirth-Str. 1 611. 
Am Mittwoch, dem 6. Januar 1915, hat mit zahlreicher Beteili- 
gung unsere erste diesjährige Monatsversammlung stattgefunden. 
Aus dem erstatteten Bericht ist bemerkenswert, daß von unseren 
ordentlichen Mitgliedern 145 und von den Hospitantenmitgliedern, 
30 zum Kriegsdienst einberufen wurden. An die im Felde stehen- 
den Kollegen wurden, soweit uns die Adressen bekannt waren, 
im November und zum Weihnachtsfest Liebesgaben gesandt, 
welche die betreffenden Kollegen sehr erfreuten. Segensreich 
für die Familien unserer im Felde stehenden Kollegen sind die 
Unterstützungen aus der Kriegshilfe des D. T.-V. Diese Einrich- 
tung fand die allgemeine Anerkennung der Versammlung.' Auch 
das Kassenwesen der Zweigverwaltung Nürnberg hat sich trotz 
der verminderten Einnahmen günstig entwickelt, so daß wir am 
Jahresschluß der Hauptkasse einen Ueberschuß übermitteln konn- 
ten. Für die Kriegshilfe des D. T.-V. wurden bis jetzt 670 M von 
uns gesammelt. Die Versammlung gab ihrer Meinung dahin Aus- 
druck, daß auch jene Kollegen, welche die Versammlungen nicht 
besuchen, ebenfalls ihr Scherflein zur Linderung der Not in den 
Familien unserer Kollegen beitragen möchten, indem sie recht 
bald für die Kriegshilfe des D. T.-V. einen einmaligen oder regel- 
mäßigen Betrag an das hiesige Geschäftszimmer, Wirth-Str. 16 II, 
oder durch Zahlkarte an das Postscheckkonto Nürnberg Nr. 3153 
einsenden ; der Dank aller ist diesen Kollegen sicher. Wir möchten 
auch unsere werten Mitglieder und Hospitanten wiederholt darauf 
aufmerksam machen, daß jeden ersten Mittwoch im Monat Mo- 
natsversammlung stattfindet. Da besonders in dieser schweren 



Zeit ein engerer Zusammenschluß der Kollegen nötig ist, dürfte 
es Ehrenpflicht jedes Einzelnen sein, unsere Veranstaltungen 
und Versammlungen stets zu besuchen. 

Oels i. Schi. Adr.: Gust. Fuchs, Marienstr. 2 II. 

Oldenburg i. Gr. Adresse bis auf weiteres: R. Tramm, Ofener 
Chaussee 60. 

Osnabrück. Adr.: Herrn. Schütte, Parkstr. 45. Kass.: Rob. 
Otto, Langestr. 33. 

Pirmasens. Adr.: W. Altendorf, Hohenzollernstr. 2. Kass.: 
Fritz Denig, Schachenstraße 14. 

Regensburg. Adr.: Adam Bauer, Gesandtenstr. 4 I. Kass.: 
Jacob Brandl, von-der-Tann-Straße 32. 

Reutlingen (Wttbg.). Adr.: Heinz Pieau, Bismarckstr. 76. 
Kass.: Karl Riehle, Lerchenstraße 8. 

Rybnik. Adr.: Kreiswiesenbaumstr. Adolf Unverzagt, Kaiser- 
Wilhelm-Straße. Kass.: Kreisb ufuhret Fr. Mannel, Schrauerstraße 10. 

Sondershausen. Adr.: Ingenieur Max Berg, Güntherstr. 37. 

Stralsund. Adr.: Walter Busch, Frankenstr. 14. Kass.: C. Dra- 
wiel, Bartherstr. 52. 

Stettin. Unsere nächste Versammlung findet am Mitt- 
woch d e n 10. Februar Cr. , abends 9 Uhr, im Restaurant 
„Zum Pschorrbräu", Falkenwalder Straße Nr. 129, statt. Die Ta- 
gesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Wir 
bitten um pünkt'iches und zahlreiches Erscheinen unserer Mit- 
glieder. Mit Zustimmung der Jahreshauptversammlung vom Ja- 
nuar führt der bisherige Vorstand die Geschäfte bis zum Friedens- 
schluß weiter. Der Vorstand besteht demnach aus folgenden 
Kollegen: Rieh. Zimmermann, Vorsitzender, Hohenzollernstr. 7. 
Felix Jarius, Kassier, Pestalozzistraße 18 p. Carl Wagner, Schrift- 
führer, Grünstraße 14. 

Straßburg i. Eis. Kriegsvertrauensmann und Brief- Adresse: 
M. Blunk, Straßburg-Neudorf, Lazarettstr. 66 a. Nächste Ver- 
sammlung Anfang März, hierzu besondere Einladungen. Be- 
sprechungen jeden 1. Sonntag im Monat morgens 11 Uhr am 
Stammtisch im „Spaten". Während derselben Entgegennahme 
von Beiträgen. An Stiftungen für die Kriegshilfe hat sich ein 
großer Teil unserer Kollegen bisher nicht beteiligt. Es ist drin- 
gend erwünscht, daß jeder nach seinem Können regelmäßige 
oder einmalige Zuwendungen macht. Geldspenden zwecks Ueber- 
sendung kleiner Liebesgabenpakete an unsere im Felde stehen- 
den Mitglieder erbittet Koll. K. Meyer, Hauergasse 8. Rückstän- 
dige Beiträge werden künftig ab 10. jedes 3. Quartalsmonats 
durch Boten oder Postnachnahme eingezogen, unter Anrechnung 
der Einziehungsgebühren. Stellenvermittlung Koll. Koslowsky, 
Straßburg-Neudorf, Baldnerstraße 29 I. 

Swinemünde. Adr.: A. Schmidt, Karlstraße 23. 

Trebnitz i. Schi. Adr.: Maurermeister R. Heinze, Wilhelm- 
straße 18. 

Vegesack. Adr.: Otto Schulz, Grohn (P.Vegesack), Lange- 
straße 12. 

Waldenburg. Adr.: Gustav Sippach, Altwasser i. Schi., Frei- 
burger Straße 51. 

Westpriegnitz. Adr.: Joh. Behrends, Perleberg, Judenstr. 14. 

Wiesdorf. Adresse: Ernst Gräbe, Opladen, an der Ro- 
bertsburg 35. 

Würzburg. Adr.: Mil.-Bausekr. Wilh. Krähmer, Weißenburg- 
straße 11. Kass.: Karl Hartmann, Domerschulg. 13. 

Würzen. Adr.: Hermann Kannenbach, Torgauer Straße 43. 

Zabrze. Adr.: L. Bischoff, Florianstr. 4. Kass.: A. Lerp, Do- 
rotheenstraße 57. 

Zehdenick. Adr.: Paul Stemmwedel, Mühlenstr. 13. 

Zittau i. Sa. Vors. u. Kriegsvertrauensmann: Prok. M Maasz, 
Zittau, Sedanstraße 12 II (ab 1. April Schillerstraße 46 II). Kas- 
sierer: Baumeister A. Haftmann, Zittau, Eisenbahnstraße 39 II. 
Versammlungen laut Beschluß der Hauptversammlung jeden 
2. Montag (nicht Freitags); besondere Einladungen hierzu wer- 
den nicht gesandt. Wir hoffen, daß im neuen Jahre der Besuch 
der Versammlungen ein recht reger werden wird. Der Vereinsbote 
wird beim Kassieren der Beiträge eine besondere Liste zur Kriegs- 
spende mitführen. Wir bitten um fleißiges Einzeichnen. Jede, 
auch die kleinsten Gaben, sind willkommen. 



HHHHHH BRIEFKASTEN HHHHHH 



Frage 7. Für die Berechnung eines Bogenbinders von 4,72 m 
Spannweite, Pfettenentfernung 1,50 m wird (evtl. gegen Vergü- 
tung) um Uebersendung eines Musterbeispieles (rechnerisch) ge- 
beten. Skizze durch die Schriftleitung. 

Frage 8. Welcher Kollege kann mir über zweckmäßige Ent- 
staubungsanlagen für kleine und mittlere Wohn- und Geschäfts- 
häuser nähere Angaben auch über Bezugsquellen machen? Wel- 
che Konstruktionen haben sich gut und welche weniger gut be- 
währt? — Anmerkung: Wir verweisen auf den Aufsatz: „Ent- 
staubungsanlagen für Wohn- und Bureaugebäude, Schulen usw.'* 
von Joh. Eugen Mayer in Heft 28/1910 der D. T.-Z. Die Schrift- 
leitung. 



24 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 5 6 



Frage 9. Enlnebelung einer Bleicherei. In einer Bleicherei 
und Appreturansta'lt sind in einem Räume mehrere Kocher auf- 
gestellt, aus denen beim Entleeren große Dampfmassen entwei- 
chen und den Raum in dichten Nebel einhüllen. Der ganze Raum 
ist mit einem wenig ansteigenden Dache abgedeckt, auf dessen 
First eine durchlaufende, halbrunde, geschlossene Dunsthaube 
aufgebracht ist, die an den Stirnseiten mit 1,20 m im Durchmesser 
großen Oeff'nungen versehen sind. Bisher wurde der Nebel durch 
Ventilatoren abgesaugt, soll aber in Zukunft auf natürlichem 
Wege entweichen können. Welche Vorrichtungen (Dunsthüte, 
Sauger) sind hierzu zu empfehlen, und woher können diese be- 
zogen werden? Welcher Kollege kann Aufschluß geben, wo ähnr 
Jiche Anlagen bestehen und mit Erfolg entnebelt werden? 

Stellenvermittlung des D. T.-V. 

Umlernungskurse 

Bei den Verhandlungen über die Schaffung einer einheit- 
lichen Kriegshilfe für die technischen Berufsstände wurde aus 
allen Stellennachweisen übereinstimmend berichtet, daß zurzeit 
von einer Arbeitslosigkeit in größerem Umfange nicht die Rede 
sein könne. Auch unsere Stellenvermittlung ist schon öfter nicht 
imstande gewesen, für die zur Besetzung gemeldeten offenen 
Stellen geeignete Kräfte in ausreichender Zahl nachzuweisen. 
Das gilt insbesondere von dem bei der Industrie vorliegenden 
Bedarf. Wenn wir trotzdem eine geringe, aber ziemlich gleich 
bleibende Zahl stellenloser Maschinentechniker haben, so hat 
dies nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, in mangelnder 
beruflicher Brauchbarkeit dieser Mitglieder seinen Grund, son- 
dern darin, daß der Bedarf der Industrie ihre Verwendbarkeit in 
einer ganz anderen Richtung bedingt, als unter normalen Verhält- 
nissen. 

Der Aualandsmarkt ist der Industrie zum größten Teil ver- 
schlossen. Den hierdurch drohenden Beschäftigungsausfall hat 
sie aber auszugleichen verstanden, indem sie sich mit bewun- 
dernswerter Anpassungsfähigkeit auf die Herstellung von Kriegs- 
bedarf geworfen hat. Hierbei handelt es sich aber um Massen- 
fabrikation, die nur in verschwindendem A'taße konstruktiv-zeich- 
nerische Tätigkeit verlangt, bei der aber sehr viel Betriebs- und 
Aufsichtspersonal gebraucht wird. Es sei nur darauf hingewiesen, 
daß in Hunderten von Fabriken heute Geschosse aller Art her- 
gestellt werden. Es ist natürlich ganz unmöglich in alle diese Be- 
triebe staatliche, eingearbeitete Abnahmebeamte zu setzen, und 
doch ist es für eine glatte Erledigung der Aufträge direkt Be- 
dingung, daß an Ort und Stelle eine gewissenhafte und sach- 
kundige Prüfung des Materials und der innerhalb kleinster Tole- 
ranzgrenzen einzuhaltenden Maße stattfindet. Da wäre es von 
großem Vorteil, wenn die vielleicht in genügender Zahl vorhan- 
denen technischen Bureau-Angestellten die nötige Betriebserfah- 
rung besäßen, um hier aushelfend eingreifen zu können. 

Das fehlt ihnen aber zumeist und das fehlt auch unseren 
stellenlosen Maschinentechnikern, so daß sie trotz des großen 
Bedarfs an technischen Hilfskräften nicht unterkommen können. 
Sie müßten deshalb mit großer Freude den Vorschlag des Di- 
rektors der Berliner städtischen höheren Maschinenbauschule, 
Herrn C. Volk begrüßen, der dahin geht, Umlernungskurse ein- 
zurichten, welche den bisher ausschließlich im Bureau tätig ge- 
wesenen Angestellten den Uebertritt in Betriebsstellungen er- 
leichtern sollen. 

Gedacht ist zunächst an Kurse zur Ueberwachung von Kraft- 
anlagen (Kessel-, Dampfturbinen-, Dieselmotorenbetrieb usw.), 
an Gebrauch und Instandhaltung der Meßinstrumente in der 
Werkstätte (Revision, Materialprüfung) evtl. an Ueberwachung 
autogener Schweißbetriebe. 

Für die Kurse kämen übrigens nicht allein Angestellte in 
Betracht, die in ihrer bisherigen Fachrichtung keine Stellung 
finden können, sondern sie dürften auch manchem in Stellung 
befindlichen Techniker eine willkommene Gelegenheit sein, seine 
Verwendbarkeit erheblich zu erweitern. Vor allem denken wir 
dabei auch an die Kriegsteilnehmer, die infolge einer erlittenen 
Verstümmelung ihren Beruf ändern müssen. 

Zunächst kämen die Kurse an der genannten Anstalt in 
Frage, für die städtische Mittel zur Verfügung gestellt werden 
sollen. Es ist natürlich nicht ausgeschlossen, solche Kurse bei 
Bedarf und Bewährung auch an anderen Fachschulen einzurich- 
ten. Um nun einen Ueberblick zu gewinnen, ob und in welchem 
Umfang solche Kurse Bedürfnis sind, und mit welcher Teilneh- 
merzahl z'u rechnen wäre, bitten wir unsere Mitglieder zu dem 
Vorschlage Stellung zu nehmen und uns baldigst Mitteilung 
darüber zugehen zu lassen, wobei gern auch Wünsche über die 
Dauer eines solchen Kurses und die Anpassung an die tägi- 
liche Beschäftigung berücksichtigt werden sollen. 

Lenz. 

Für Fortbildungsschullehrer 

Städtische gewerbliche Fortbildungsschule Duisburg. 

An der hiesigen gewerblichen Fortbildungsschule sind vor- 
aussichtlich zum 1. April 1915 für den Unterricht in den Klassen 
der Metallarbeiter 2 Stellen für 



Hilfslehrer (Ingenieure) 
zu besetzen. Die Anstellung geschieht auf Privatdienstvertrag 
gegen gegenseitige dreimonatliche Kündigung. Das Gehalt be- 
trägt 2600 M. 

Bewerber mit guter Allgemeinbildung und ausreichender 
Praxis, die eine höhere Maschiuenbauschule oder technische 
Hochschule besucht haben, wollen ihre Meldung bis zum 15. Fe- 
bruar 1915 an Direktion der gewerblichen Fortbildungs- 
schule, SeitenMi. .ireichen. 

Duisburg, den 16. Januar 1915. 

Der Oberbürgermeister: Dr. J a r r e s. 

Vakanz 

Industrielles Werk in Essen sucht für sofort jüngeren Verm.- 
Techniker (Zeiohner). Gehalt 120 M. Angebote an die Abt. der 
Verm. -Techniker, z. H. des Herrn J. Stender, Essen-Ruhr, Bri- 

gitta-Str. 58. 



STERBETAFEL 

Carl Boenifdi, Lüneburg, Mitgl. 41 558, feit 1. 1. 07. 
Herrn. Gilke, Breslau, Mitgl. 47706, geftorben 
10. 1. 15. 

Ludwig Herrmann, Bad Reichenhall <0.=Bayern>, 

Mitgl. 69911, feit 1. 3. 13. 
Heinrich Liebenftein, Würzburg, Mitgl. 37642, 

feit 1. 1. 06, geftorben 20. 1. 15. 
Albert Stegitz, Gr. Eulau, Mitgl. 64154 <Abt. 

Sagau), feit 1. 10. 11, geftorben 30. 12. 14. 




Nachruf. 

Erst kürzlich erhielten wir die sichere Nach- 
richt, daß bereits am 1. Oktober v.J. bei Servon 
in Frankreich unser Kollege 

Gustav Bender 

auf dem Felde der Ehre gestorben ist. 

Er war uns ein liebwerter Kollege. Wir werden sein 
Andenken in Ehren halten. 

Zweigverwaltung Darmstadt. 



Auf dem westlichen Kriegsschauplatz starb den 
Heldentod fürs Vaterland unser liebes Mitglied 

Wilh. Wübbenhorst 

Eisenbahnbauassistent zu Oldenburg. 

Vi ir verlieren in ihm einen treuen Kollegen, dem wir ein 
dauerndes Andenken bewahren werden. 

Zweigverwaltung Oldenburg. 




Bei id|tDtertgett (5run6wa|feroeri)äItmffett 

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fadjmänmfcbc £Ratfd)Iäge, ©utadjten u. Slttefte für erfolgreiche Sief)* 
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Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSOEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBÄNDE 

Schriftlei tung: 

Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 

XXXII. Jahrg. 20. Februar 1915 Heft 7/8 



Unsere technischen Truppen im Felde 

Von Professor MAX METZGER, Lübeck. 

wackeren Pioniere und Eisenbahner und nehmen ihre so 
schwere und gefährliche Arbeit auf; oft im dicksten Kugel- 
regen oder im Wasser stehend und schwimmend. Wer die 
photographischen Aufnahmen in den Zeitungen und Zeit- 
schriften verfolgt und mit Aufmerksamkeit betrachtet, wird 
die Größe der zu leistenden Arbeiten und die Geschicklich- 
keit, mit der sie erledigt werden, mit freudigem Staunen 
ermessen. 

Die hervorragende Bedeutung unserer vorzüglich aus- 
gebildeten technischen Truppen für den Krieg und den 
glücklichen Verlauf der seitherigen deutschen Kriegsarbeit 
ist gerade vom Feinde mit staunender Anerkennung hervor- 







fttlafc von beitragen* 

iDer (Befamtvotftanb f>at befd>loffen : 

1. Hillen Berbanbsmitgliebern, bie töäfyrenb bes Krieges 3Ultt Qeere einberufen roorben finb, 
roerben bie Cerbanbsbeiträge roährenb btefer ßeit unter Hnredjnung ber beitragsfreien 
monote OUf bte Dauer ber lltitgliebfdiaft erlösen. 2Ils erfter beitragsfreier Monat rechnet 
ber 9Jtonat, in bem fic eingesogen roorben finb. ©ie 23eitragspflid)t beginnt roteber mit bem 
3roeiten Dftonat nad) 2Bieberetntrttt in eine neue Stellung. • : 

2. Der Derbanb ertoartet aber oon ollen Kriegsteilnehmern, bie irjre ©ctjältcr ooll ober 
teiltoeife weiter erhalten, bafe fie ben Derbanb freiwillig burdj Beitrage unter|tüfcen. 

3. ©en roäljrenb bes Krieges Stellenlofen roerben bie 93erbanbsbeiträge unter Anrechnung 
Oer beitragsfreien monate auf bte ©auer ber amtgltebfdjaft für bie 3eit erlaffen, bie fie 
ntel)r als 2 Monate ftellenlOS geroefen finb. Die Seitragspflicrjt beginnt roteber mit bem 
3roetten ÜJlonat nad) QBiebereintritt in ein neues ©tenftoerl)ältnis. 

4. 2lls erfter ßrtegsmonat rennet ber Sluguft 1914. ©ie Beitragsbefreiung roirb burd) 
befonbere Sriegsmarken, bie nur pon ber jr)auptgefd)äftsftelle ausgegeben roerben, in ben 
9JtitgIiebbüa)ern, bie 3U btefem 3roecfce eh^ureidhen finb, befd)einigt. 

5Bir geben biefen Befcfiluß fjiermit bekannt, ber aud) ba3u beitragen roirb, bte finanziellen Wöte, bie 
ber ßrieg über managen Kollegen gebracht t)at, 3U oerringern, unterftreidjen aber nod) befonbers ben 
3n>eiten Slbfarj. 2Bir bürfen oon bem (Bemeinfinn unferer Berbanbsmttglieber roobl erroarten, baß nur 
biejenigen non bem (Erlaß ber Beiträge (Bebraud) machen, bie nid)t in ber ßage finb, fie auf3ubringen. 
3eber, ber (Bebalt be^erjt, mu& es als eine (Ef)renpflid)t betrachten, feinen Beitrag aud) fernerem 3U 
entrichten, um ben Berbanb über bie fernere 3eit bes Krieges t)inroeg3uf)eIfen. 
©ie Anträge auf (Erlag ber Seiträge finb oon Kriegsteilnehmern nad) ihrer (Entlaffung aus bem £eere, 
oon Stellenlofen bis 3um 5. jebes britten DierleljafyrsntOnatS, jefct alfo bis 3um 5. 9Jcär3, 3ufammen 
mit bem SJiitgliebbud) unb ben erforberlidjen Unterlagen an bie <5auptgefd)äftsftelle em3uretch / en. 

iDer (Öcfd)äft9für>renöc Dorflanö. 

Paul Kciflailb, Povfitseniwr. 3Dr. *$°fle, V>ei-banSet>iref tor. 


* 



Aus Feldbriefen und Zuschriften an technische Zeit- 
schriften geht hervor, daß die technischen Truppen draußen 
im Felde mit Liebesgaben fast gar nicht bedacht werden, 
weil sie vielfach, ohne irgendeinem Truppenteil anzugehören, 
ganz allein auf sich angewiesen sind. Und doch muß es 
jedem Zeitungsleser klar geworden sein, welche hervor- 
ragende Bedeutung gerade in diesem Kriege die Pioniere 
und die Eisenbahner für das Gelingen unserer kriegerischen 
Unternehmungen besitzen. Kaum haben unsere Feinde ihr 
Zerstörungswerk an den Eisenbahnen, an den Eisenbahn- 
brücken, Tunnels, Fußgängerbrücken, Durchlässen ganz 
oder teilweise vollendet, da erscheinen auch schon unsere 



2ö 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



H eft 7 8 



gehoben worden. Irgend ein französischer General hat 
offen zugegeben, daß die französische Heeresleitung leider 
auf die Ausbildung der technischen Truppen nicht so großes 
Gewicht gelegt habe, wie die deutsche, und daß die glän- 
zenden Erfolge des deutschen Vormarsches nicht zum ge- 
ringsten Teil der so vollkommenen Ausbildung dieser Trup- 
pen zugeschrieben werden müßten. 

Aus kleinen Anfängen haben sich die technischen Trup- 
penteile entwickelt. Aber schon im Krieg von 1870 hatte sich 
gezeigt, wie wichtig diese Militärgattung ist. Die Eisen- 
bahntruppc hatte damals schon wacker bei der Aufräumung 
und Inbetriebsetzung der zerstörten französischen Eisen- 
bahnen zu arbeiten und war durch die Erbauung der vier 
Meilen langen Umgehungsbahn um Metz zu einer gewissen 
Berühmtheil gelangt. 

Wenn man auf Bildern aus den Manövern oder jetzt 
aus der bitterernsten Kriegszeit die Pioniere bei ihrer Arbeit 
sieht, glaubt man es mit lauter geübten Seiltänzern und 
Jongleuren zu tun zu haben, so gewagt und halsbrecherisch 
sehen die Arbeiten aus, die sie verrichten. Auf schwachen 
Lattengerüsten in schwindelnder Höhe, auf schmalen Bret- 
tern oder dünnen Stangen stehend, hängend, klammernd, 
hämmern, sägen, bohren sie und nehmen sich keine Zeit 
nach rechts oder links, oben oder unten zu sehen und zu 
achten. Die Ausbildung ist eine ungemein schwere und 
harte. Theoretische und praktische Unterweisungen nehmen 
alle Kräfte bis aufs äußerste in Anspruch. Aber der Dienst 
ist auch vielseitig und fesselnd. Fast jeder Tag bringt 
Neues. Die Aufgaben wachsen sozusagen über Nacht aus 
der Erde. Alles, was im Ingenieur- und Bauleben sich im 
holden Frieden ergibt und entsteht, wird flugs für den 
Kriegsfall zur Aufgabe, wie es mit erheblich einfacheren 
Mitteln und in der denkbar kleinsten Zeitspanne nach- 
gebildet werden kann und zwar so, daß es für eine gewisse 
Zeit den für Kriegszwecken notwendigen hohen Anforde- 
rungen an Belastungs- und Stärke-Möglichkeiten genügt. 
In größter Schnelligkeit muß ein Bahnoberbau hergestellt 
und mit hölzernen oder eisernen Schwellen belegt werden. 
.Weichen müssen eingebaut werden. Unterführungen und 
Behelfsbrücken müssen rasch hergestellt sein. Ueber die 
Brücken müssen große Truppenmärsche und lange Eisen- 
bahnzüge sich bewegen können. Daneben lernen die Eisen- 
bahner aber auch noch den Bahnbetrieb. 

Aus den ursprünglich kleinen Anfängen sind in 
Deutschland die technischen Truppenteile zu großen Ab- 
teilungen herausgewachsen. Sie schlagen freilich keine 
großen Schlachten, aber ihre unermüdliche schwere Arbeit 
gereicht den Heeren zum größten Segen. Sie schaffen den 
kämpfenden Truppenteilen die Möglichkeit, vorwärts zu 
kommen, sie stellen hinter den Kampflinien schnell die Ver- 
kehrsverbindungen wieder her, die aus der Heimat die Zu- 
fuhr alles Nötigen und den Abtransport der Verwundeten 
und Kranken ermöglichen. 

Im modernen Kriegswesen spielt die Technik eine erste 
Rolle. Die Oeffentlichkeit tut also nicht recht, wenn sie den 
Truppengattungen, die rein technische Aufgaben erfüllen, 
nicht die Beachtung angedeihen läßt, die sie verdienen, weil 
sie nicht zu Heldentaten mit der Waffe berufen sind. Beider 
Spendung von Liebesgaben soll auch ihrer dankbar gedacht 
werden, die den schnellen Siegeslauf durch Belgien und 
Nordfrankreich ermöglichten und die so eifrig und un- 
ermüdlich ihre schweren, gefahrvollen Arbeiten unter den 
ungünstigsten Verhältnissen verrichten. 

Der „Deutschen Bauzeitung", die im November einen 
Artikel „Liebesgaben für die Eisenbahnbau-Kompagnien" 
und im Dezember einen über „Techniker im Kriege" 
brachte, ist ein Schreiben des Generalleutnants und Inspek- 



teurs der Eisenbahntruppen v. Werner zugegangen, das sie 
in ihrer Nummer vom 23. Januar veröffentlicht. Aus diesem 
Schreiben geht hervor, daß die Inspektion der Eisenbahn- 
truppen eine Liebesgaben-Sammelstelle für die Eisenbahn- 
truppen in Berlin-Schöneberg, Kolonnenstraße 31, ein- 
gerichtet und schon am 31. November einen Aufruf wegen 
Spendung von Liebesgaben erlassen hat. Der Aufruf scheint 
leider aber nicht die Verbreitung gefunden zu haben, die er 
verdient Denn nur so ist es zu erklären, daß sich immer 
noch in den verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften 
Klagen über die mangelhafte Versorgung der technischen 
Truppen im Felde mit Liebesgaben finden. Im Heft vom 
14 Januar der „Hamburger Bau-Rundschau" schreibt z.B. 
jetzt der Stadtbauinspektor Hahn von Wilhelmshaven-Rüst- 
ringen, daß er von einem ihm befreundeten Leutnant einer 
zurzeit in Sedan stehenden Eisenbahnbau - Kompagnie 
einen Brief bekommen habe, worin der Offizier bestätigt, 
daß die Eisenbahnformationen tatsächlich sehr schlecht mit 
Liebesgaben bedacht werden. „Wir gehören keinem Armee- 
korps an, sondern werden als selbständige Kompagnien 
einmal dahin, einmal dorthin geworfen. Während zu Hause 
für Korps, Division, Brigade, Regiment usw. gesammelt 
wird, haben wir daheim keine Stammtruppenteile mehr, 
weil diese Stellen alle mit der Mobilmachung aufgeteilt 
worden sind. . . . Tatsache ist, daß uns Eisenbahnern speziell 
fast keine Liebesgaben zufließen, obwohl der Bedarf an 
guter Wäsche usw. bei uns viel höher ist als vorne. Unsere 
Leute arbeiten bei Wind und Wetter, auch bei Regen und 
Schnee ohne Mantel, der ja für unsere Arbeit hinderlich is>t; 
oft rücken sie naß ein und müssen in der Nacht fort, um 
Truppenzüge und Provianttransporte zu fahren. . . . Ge- 
lenkrheumatismus und ähnliche Krankheiten sind für die 
armen Teufel an der Tagesordnung; wir haben an warmen 
Sachen alles herausgegeben, was da war; es war zu wenig! 
Und wie wichtig es ist, daß die Unmenge von Zügen, die 
auf den Etappenlinien bis zur Front fahren, auch pünktlich 
eintreffen, bedarf keiner Erwähnung, denn ordentlicher 
Nachschub ist gleichbedeutend mitgewonnener Schlacht. . ." 
Stadtbauinspektor Hahn fordert auf, ihm Liebesgaben für 
die technischen Truppen zuzusenden. Er wolle noch Er- 
kundigungen einziehen, auf welchem Wege die gedachten 
Truppen sicher in den Besitz der Gaben kämen. In dem 
schon erwähnten Schreiben des Inspekteurs der Eisenbahn- 
truppen wendet sich Generalleutnant v. Werner gegen diese 
an sich sicherlich recht gut gemeinte Absicht des Bauinspek- 
tors Hahn, weil er eine unerwünschte Zersplitterung der 
Sammeltätigkeit vermeiden möchte. Er meint, daß doch er 
Hand in Hand mit den Linienkommandanten und den an- 
deren militärischen Stellen am ersten und leichtesten den 
sichersten Beförderungsweg ermitteln und verfügbar 
machen könne, und daß es sich deshalb wohl empfehle, alle 
Gaben der Liebesgaben-Sammelstelle für Eisenbahntruppen 
in Berlin-Schöneberg, Kolonnenstraße 31, zu überweisen. 
In dem Aufruf der Inspektion der Eisenbahntruppen werden 
als besonders erwünscht aufgeführt: Speck, Schinken, 
Dauerwurst, Schokolade, Zigarren, stärkende Getränke, 
warmes Unterzeug, Schlafdecken und Geldspenden. Geld 
wird am besten unter Postscheckkonto Nummer 20 990 
Berlin NW. 7 auf der Postanstalt eingezahlt. Alle Einsen- 
dungen sind als „Liebesgaben für die Eisenbahntruppen" zu 
bezeichnen. 

Es wäre recht sehr zu wünschen, daß die Einrichtung 
der Sammelstelle möglichst weitesten Kreisen bekannt 
würde und daß es sich vor allem die technischen Vereine 
angelegen sein ließen, Untersammelstellen für die wackeren 
Eisenbahner und Pioniere einzurichten, damit auch diese 
Truppen die warmherzige und dankbare Liebe der Heimat 
verspüren. 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



:: :: 55 :: :: VOLKSWIRTSCHAFT :: :: :: :: :: 



Gegen Schwarzseher und Miesmacher 

Die tiefeingreifenden Maßnahmen, die in diesen Tagen ge- 
troffen worden sind, um die Versorgung unseres Volkes mit 
den wichtigsten Nahtungsmitteln sicherzustellen, haben wieder 
die Schwarzseher und Miesmacher sich hervorwagen 
lassen, die In ihrem Wankelmut schön die Hungersnot über 
Deutschland kommen sehen. Hier, wo es sich um die Lebens L 
mittelversorgung in diesem Kriege handelt, sind diese Elemente 
mit ihren ewigen Bedenken und Zweifeln eine eben so große 
üefahr als wenn sie mit ihrem Kleinmut über die Waffentaten 
unseres tapferen Heeres reden. Darum ist es Aufgabe eines jeden 
von uns, der mithelfen will, daß der Krieg nicht nur draußen 
mit dem Schwerte, sondern auch wirtschaftlich gewon- 
nen wird, diese Schwarzmalerei gehörig zurückzuweisen. Diese 
Gesxnnung ist der Feigheit vor dem Feinde gleich zu erachten. 

Wir sind in Deutschland mit Lebensmitteln ausreichend ver- 
sorgt, so daß wir bis zur neuen Ernte durchhalten können; es 
gilt nur, der Verschwendung von Lebensmitteln Einhalt 
zu tun und für eine verständige Verteilung des vorhandenen Vor- 
rats zu sorgen. In den sechs Kriegsmonaten, die hinter uns lie- 
gen, ist aus dem Vollen gewirtschaftet worden; alle Mahnungen 
verhallten ungehört. Mit Recht schreibt D. Gottfried 
T r a u b : 

„Es war doch eine Schande, daß wir so viele Erlasse, 
Ankündigungen, Schreiben, Aufklärungen nötig hatten, bis man 
sich überhaupt bequemte, Kriegsbrot zu backen und zu essen. 
Das war eine Probe auf unsere eiserne Bereitschaft „hinter 
der Front", und auf unsere Ebenbürtigkeit unseren Soldaten 
gegenüber. Diese Probe wurde nicht gut bestanden." 

Und darum mußte der Zwang einsetzen. Es ist nun einmal 
so, daß nur eine kleine Anzahl von Menschen aus der frei ge- 
wonnenen eigenen Ueberzeugung heraus sich selbst die Pflich- 
ten auferlegt; die große Masse braucht den Zwang. Sorgen wir 
nun dafür, daß wir uns gern und freudig diesem Zwange 
i>ügen. Gerade an die „Gebildeten" unter der Nation ergeht jetzt 
der Ruf, mit Wort und Beispiel voranzugehen. Es ist ja nur 
lächerlich wenig, was von den im Lande Gebliebenen gefordert 
wird im Vergleich zu den Opfern, die unsere Väter, Brüder und 
Söhne in der Front täglich bringen. Aber auch im Kleinen gilt 
es, die Pflicht zu erfüllen, wenn etwas Großes vollbracht wer- 
den soll. Hdl 

* 

Die Bundesratsbekanntmachung für die Wochenhilfe 

sichert Wochenhilfe den Ehefrauen aller derjenigen Kriegsteil- 
nehmer zu, die unmittelbar vor Eintritt in den Kriegsdienst 
mindestens sechs Wochen oder die im letzten Jahr vor dem 
Eintritt in den Kriegsdienst mindestens 26 Wochen Mitglieder 
einer Krankenkasse waren. Die Wochenhilfe besteht aus: 1. einem 
einmaligen Beitrag zu den Kosten der Entbindung von 25 M; 
2. einem Wochengelde von 1 M täglich (einschl. der Sonn- und 
Feiertage), araf die Dauer von 8 Wochen, von denen 2 Wochen 
bereits in die Zeit vor der Entbindung fallen können; 3. einer 
Beihilfe bis zum Betrag von höchstens 10 M für Hebammen- 
dienste und ärztliche Behandlung bei Schwangerschaftsbeschwer- 
den; 4. einem Stillgelde von 50 Pf. täglich (einschl. der Sonn- 
und Feiertage), solange die Wöchnerin das Kind stillt, längstens 
bis zum Ablaufe von 12 Wochen nach der Niederkunft. Statt der 
Barleistungen für die Kosten der Entbindung und die Behandlung 
der Schwangerschaftsbeschwerden (1 und 3) kann auch freie Be- 
handlung durch Hebamme und Arzt nebst der erforderlichen 
Arznei gewährt werden. Die Wochenhilfe ist, wenn die Ehefrau 
des Kriegsteilnehmers selbst einer Krankenkasse angehörte, von 
dieser Krankenkasse, im übrigen von der Krankenkasse zu ge- 
währen, welcher der Ehemann angehört oder zuletzt angehört 
hat. Die Krankenkassen erhalten für diese Leistungen Ersatz aus 
der Reichskasse. Die Unterstützungen, die den bedürftigen Ehe- 
frauen der Kriegsteilnehmer auf Grund des Familienunterstüt- 
zungsgesetzes schon bisher zu gewähren waren, laufen neben 
derWochenhilfe weiter. Weiblichen Kassenmitgliedern, deren Ehe- 
männer nicht Kriegsteilnehmer sind, die aber nach der Satzung 
ihrerKasse Anspruch auf Wochengeld haben, hat dieKrankenkasse 
während derKriegszeit außer demWochengeld auch die oben unter 
l,3u. 4 aufgeführten Leistungen zu gewähren; dieVersicherungs- 
anstalten haben den Krankenkassen zur Bestreitung dieser Aus- 
lagen Darlehen zu zahlen, die nur mit 3 Proz. zu verzinsen sind. 
Wöchnerinnen, die bereits vor dem 3. Dezember entbunden sind, 
im übrigen aber unter die Bundesratsbekanntmachung fallen 
würden, erhalten lediglich Wochen- und Stillgeld, und zwar 
vom 3. Dezember bis zum Ablaufe der 8. oder 12. Woche nach 
der Entbindung: eine Wöchnerin, die z. B. am 26. November ent- 
bunden ist, erhält hiernach lediglich Wochengeld für 7 und 
Stillgeld für höchstens 11 Wochen. 



:: H :: :: ANGESTELLTEN FRAG EN :: :: Ii :! 



Das Wettbewerbsverbot 

Am 1. Januar ds. Js. sind auf dem Gebiete der sozialwirt- 
schaftlichen Sondergesetze neue Vorschriften in Kraft getreten: 
Das Wettbewerbsverbot — Gesetz vom 10. Juni 1914. Kein selb- 
ständiges neues, auch kein das ganze Gebiet der Wettbewerbs- 
verbote umfassendes Gesetz, sondern nur eine Aenderung der 
bisher in Kraft gewesenen §§ 74, 75 und 76 Abs. 1 des Handels- 
gesetzbuches. Wir Techniker sind also nur indirekt an diesem 
neuen Gesetz beteiligt. Unsere Bemühungen, die alten lästigen 
Fesseln der Konkurrenzklausel bei dieser Gelegenheit abzu- 
schütteln oder wenigstens etwas zu lockern, sind diesmal mit dem 
Vorbehalt abgetan worden, daß das Konkurrenzverbot des tech- 
nischen Angestellten nach wesentlich anderen Gesichtspunkten 
beurteilt werden müsse, als das des Handlungsgehilfen und daß 
man deshalb diese Rechtsfrage für die technischen Angestellten 
gesondert regeln werde. 

Wir müßten uns also bei dem Kampf der direkt beteiligten 
Parteien auf die Rolle des interessierten Zuschauers beschränken, 
eine Rolle, die allerdings eines gewissen Reizes nicht entbehrte, 
als insbesondere in den letzten Kampfphasen die Verhältnisse 
sich manchmal derart zuspitzten, daß das Zustandekommen des 
Gesetzes wiederholt ernstlich gefährdet war. Wir erinnern nur an 
das Hin- und Herrücken der unteren Gehaltsgrenze, innerhalb 
deren die Vereinbarung von Wettbewerbsverboten überhaupt un- 
zulässig sein sollte. Wie bei allen auf sozialpolitischem Gebiet 
liegenden Gesetzen hat denn auch hier das Endergebnis keine der 
beiden Parteien wirklich zufriedengestellt. War auch auf eine 
Verwirklichung der auf vollständiges Verbot von Konkurrenz- 
klauseln hinzielenden Hoffnungen nach dem Gang der Kdm- 
missionsverhandlungen gar nicht mehr zu rechnen, so hatte man 
doch auf seiten der Handlungsgehilfen erwartet, daß das Gesetz 
in Bezug auf die Karenzentschädigung und des vom Verbot 
überhaupt erreichbaren Personenkreises einen weiteren Bück für 
die wirtschaftliche Entwicklung in der Zeitspanne erkennen lassen 
würde, für die es voraussichtlich dieses Rechtsgebiet zu regeln 
bestimmt ist. Die Arbeitgeber empfinden den Zwang mit dem 
sozial und wirtschaftlich schwächeren Angestellten auch über 
die Konkurrenzklausel auf dem Fuße ebenbürtiger Vertragspar- 
teien verhandeln zu müssen fast noch unangenehmer als die 
Verpflichtung zu zahlen, wenn sie sich das Vergnügen leisten 
wollen, die im volkswirtschaftlichen Interesse dringend wün- 
schenswerte Ausnützung der Kenntnisse und Erfahrungen des 
Angestellten in ihrem persönlichen Interesse brach zu legen. 

Damit haben wir auch schon die wichtigste, durch das Ge- 
setz geschaffene Neuerung erwähnt. Nach § 74 Absatz 1 sind 
künftig Vereinbarungen über ein Wettbewerbsverbot nur dann 
verbindlich, wenn der Prinzipal sich verpflichtet, für die Dauer 
des Verbotes, die mehr als zwei Jahre auch nicht mehr umfassen 
kann, mindestens die Hälfte der bisherigen Bezüge dem Gehilfen 
zu gewähren. In Verbindung mit der im § 74 a formulierten Vor- 
schrift, daß Wettbewerbsverbote auch nur insoweit verbindlich 
sein sollen, als sie dem Schutze eines berechtigten ge- 
schäftlichen Interesses des Prinzipals dienen, dürfte in weit- 
reichendem Maße geeignet sein, dem Unfug der rein schemati- 
schen Verhängung von Konkurrenzklauseln zu steuern, die in 
vorgedruckten „Normalverträgen" oder „allgemeinen 
Bestimmungen" Wertbewerbsverbote nicht nur den in wirk- 
lich verantwortlichen und in Vertrauensstellungen tätigen Ange- 
stellten, sondern auch dem geringsten Schreiber auferlegte, bei 
dem es beim besten Willen nichts zu verraten gab. 

Gegen die eben erwähnten Bestimmungen tritt die im § 74 
Absatz 2 erreichte Ausschaltung jeglichen Verbotes, wenn das 
Jahresgehalt des Handlungsgehilfen nicht mehr als 1500 M be- 
trägt, an praktischer Bedeutung erheblich zurück. Einmal werden 
innerhalb dieser Grenze schon viele Stellungen liegen, bei denen 
der Nachweis des berechtigten Geschäftsinteresses des Prinzi- 
pals sich schwierig gestalten wird, und außerdem entspricht die 
Grenze mehr den hinter uns liegenden Wirtschaftsverhältnissen 
der kaufmännischen Angestellten als den kommenden für die 
sie bestimmt ist. Sodann trägt sie mit ihrer nahezu willkür- 
lichen Auswahl der Praxis überhaupt nicht Rechnung. Um nur 
ein Beispiel zu nennen: Ein mit einem Gehalt von 1200 M sich 
begnügender Handlungsgehilfe aus einer wohlhabenden Familie 
kann unter Umständen einem Unternehmen, bei dem er einige 
Jahre „seine Erfahrungen bereichert", diesem als späterer „Wett- 
bewerber" viel gefährlicher werden als der mit 1600 M aus- 
gestattete Angestellte, dem seine wirtschaftlichen Verhältnisse 
niemals erlauben werden, als Konkurrent seines Arbeitgebers auf- 
zutreten. Ihm aber kann das Wettbewerbsverbot auferlegt werden, 
während den anderen die famose Gehaltsgrenze trotz direkter 
Konkurrenzabsichten schüt/.t 



28 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 7 8 



Von Wichtigkeit ist noch die Einführung der Erfüllungs- 
klage auch bei solchen Wettbewerbsverboten, bei denen für den 
Fall der Verletzung des Verbots eine Vertragsstrafe vereinbart ist." 
Nicht ganz nebensächlich ist dann ferner noch die Einführung 
der Schriftform und die ausdrücklich verlangte Aushändigung der 
vom Prinzipal unterzeichneten Vertragsurkunde. Die bisherige 
Art, in ein paar Zeilen als Anhang zu den Anstellungsbedingungen 
noch einige dem Angestellten recht unbequeme Bindungen auf- 
zuhalsen, war doch oft der einzige Anreiz, dem künftig immer- 
hin ein kleiner Riegel vorgeschoben ist. Ein unleugbarer Fort- 
schritt ist theoretisch zweifellos das Verbot der geheimen Ver- 
abredungen der Prinzipale untereinander, ob es praktisch den 
gleichen Wert haben wird, muß die Zukunft lehren. 

Alles in allem wird man ja überhaupt die Besserung gegen- 
über den bisherigen Rechtsverhältnissen gerne anerkennen, ins- 
besondere wenn man die mageren Bestimmungen der G.-O. in 
Vergleich zieht, die den technischen Angestellten vor rücksichts- 
losem Gebrauch der wirtschaftlichen Ueberlegenheit des Arbeit- 
gebers schützen sollen. Hoffen wir, daß auch uns ein recht 
baldiges Neujahr die Erfüllung von Versprechungen bringe, die 
uns nicht nur bei der Vorlage dieses Gesetzentwurfs, sondern 
schon vor nahezu 10 Jahren in der großen Novelle zur Reform 
der Gewerbeordnung gemacht worden waren. Lz. 

* 

Wiederaufleben der Anwartschaft bei der Angestellten- 
Versicherung 

Für die bisher versicherten, teilweise noch stellenlosen An- 
gestellten dürfte es von besonderer Wichtigkeit sein, die gesetz- 
lichen Bestimmungen zu erfahren, die ihnen für diese Zeit eine 
Sicherheit zur Verhinderung des Erlöschens der Antwartschaft 
gewähren. Einen solchen Schutz bietet der § 50 des Gesetzes, 
der folgendermaßen lautet: 

„Die Anwartschaft lebt wieder auf, wenn der Versicherte 
innerhalb des dem Kalenderjahre der Fälligkeit der Beiträge oder 
der Anerkennungsgebühr folgenden Kalenderjahrs die rückständi- 
gen Beiträge nachzahlt. 

Ist eine Anwartschaft während der Wartezeit erloschen, so 
kann die Reichsversicherungsanstalt auf Antrag die rückständi- 
gen Beiträge stunden. Der Antrag muß vor Ablauf der im Abs. 1 
bezeichneten Frist gestellt werden. Spätere Pflichtbeiträge kön- 
nen, soweit sie nicht gemäß § 49 erforderlich sind, auf die gestun- 
deten Beiträge angerechnet werden. Durch die Anrechnung lebt 
die Anwartschaft wieder auf." 

Hiernach kann dem Versicherten beim Erlöschen der An- 
wartschaft während der Wartezeit Stundung der rückständigen 
Beiträge durch die Reichsversicherungsanstalt gewährt werden, 
wobei spätere Pflichtbeiträge, soweit sie nicht gemäß § 49 erfor- 
derlich sind, auf die gestundeten Beiträge angerechnet werden 
können. Erforderlich ist allerdings, daß der Versicherte in der 
in § 50 Abs. 1 a. a. O. angegebenen Frist einen Stundungsantrag 
bei der Reichsversicherungsanstalt stellt. 



STAND ES BEWEGUNG 



Aus dem. D. T.-V. 
Noch kurz vor Schluß dieses Heftes ging uns aus Seattle 
W a s h in den Vereinigten Staaten von unserem Kollegen Au- 
gust Forst, Mitgl.-Nr. 23 697, die Mitteilung zu, daß er uns 
100 Dollars = 427,35 M übersendet, wovon sein Beitrag für 1915 
beglichen, der Rest aber der Kriegshilfe überwiesen wer- 
den soll. Wir sagen dem Kollegen unseren herzlichsten Dank; 
gilt uns diese Spende doch nicht nur als ein Beweis für die 
Anhänglichkeit, die der Kollege auch fern über dem Meere für 
den D. T.-V. bewahrt hat, sondern auch als ein Zeichen, wie 
eng die Bande sind, die zwischen den Deutschen in Amerika 
und ihrem Vaterlande bestehen. 

Für die Kriegshilfe ging auch ein Betrag von 50 M von der 
Frau unseres Kollegen Leu ein, der in Peking weilt. Unserer 
Wilmersdorfer Zweigverwaltung ging von ihr folgender Brief zu: 
„Ich habe bis heute in Angst und Zweifel gelebt. Da von 
meinem Manne, der in China ist, keine Nachricht seit Juli 
angekommen, glaubte ich, daß mein lieber Mann auch in 
Tsingtau am Kampfe teilgenommen hat, und befürchtete das 
Schlimmste. Heute früh auf Umwegen bekam ich die erste 
Nachricht, daß mein Mann wohlbehalten in Peking ist. Gottlob! 
Vor Freude darüber habe ich die Deutsch-Asiatische Bank ver- 
anlaßt, dem Verbände für Wohltätigkeitszwecke 50 M zu über- 
weisen." 

Trotz der reichlichen Spenden, die für die „Kriegshilfe" ein- 
gegangen sind, bleibt doch noch viel zu tun übrig. Denn mit 
jedem Tag wachsen auch die Ansprüche, die an den Verband 
gestellt werden. Es kann auch noch viel getan werden. Wer auf- 
merksam die Quittungen über die Kriegshilfe verfolgt hat, wird 
gefunden haben, daß einzelne Verwaltungen außerordentlich hohe 
Spenden aufgebracht haben, andere dagegen so gut wie 



nichts leisteten. Gründe für dieses Versagen wird man wohl 
schwerlich andere nennen können als die Gleichgültigkeit vieler 
Mitglieder dem Verbände und den großen Aufgaben gegenüber, 
die er jetzt zu erfüllen hat, und die geringe Fühlung, die manche 
Vorstände mit den Mitgliedern ihrer Verwaltungen haben. Viele 
Kriegsvertrauensmänner haben allerdings den bestenWillen, diese 
Fühlung wiederherzustellen; aber was in langen Friedensjahren 
versäumt worden ist, kann man jetzt im Kriege nicht auf einmal 
wiederherstellen. 

Wie freudig die Spenden aus der „Kriegshilfe" aufgenommen 
werden, soll eines von den vielen Dankschreiben zeigen: 

„Ich bin jetzt 4 Monate im Felde gewesen und habe kein 
Lebenszeichen von meiner Familie erhalten. Zu Weihnachten 
hatte ich aber das Glück, wenigstens den Heiligen Abend im 
Kreise meiner Familie zu verleben. 

Zu meiner größten Freude erfuhr ich von meiner Frau, 
daß der Verband sich in so aufopfernder Weise der Familien 
der im Felde stehenden Kollegen annimmt. 

Dem Deutschen Techniker-Verbände gestatte ich mir auf 
diesem Wege meinen verbindlichsten Dank auszusprechen mit 
dem Versprechen, wenn ich aus diesem Kriege gesund und 
lebend zurückkommen sollte, durch rege Verbandsarbeit einen 
Teil dieser Schuld wieder gutzumachen bezw. abzutragen." 
Recht erfreulich ist es für die Schriftleitung der D. T.-Z., 
daß trotz des verringerten Umfanges und des nur vierzehn- 
tägigen Erscheinens die Fühlung der Mitglieder mit dem Ver- 
bände voll aufrecht erhalten bleibt, ja daß besonders die Kollegen 
draußen im Feld die Zeitung, jedes Heft, mit Freuden begrüßen. 
So schreibt uns Kollege T a g g e (66 075) aus Brebieres bei Douai 
(Nordfrankreich) : 

„Hocherfreut kann ich hiermit den Empfang der Nummern 
52 und 1/2 der Verbandszeitungen bestätigen. Recht herzlichen 
Dank für diese geistigen Liebesgaben. Der Verband erfreut 
mich nicht nur selbst, sondern er erwirbt sich auch den Dank 
der Kameraden der Kompagnie. Wandern doch die Zeitungen 
von Hand zu Hand." 

Kollege Wiedemann (42 700) sandte uns folgende Feld- 
postkarte : 

„Ganz unerwartet nach 6 Monaten ein Lebenszeichen vom 
Verbände. Ich freue mich über die glänzende Arbeitsleistung 
des D. T.-V. auch in der Kriegszeit. Möge fernerhin auch die 
Einigkeit als Richtschnur dem Verbände dienea, so daß nach 
harter Zeit wieder ein frischer Zug durch die so gestärkte 
Körperschaft zieht." 
Und von der Ostsee schrieb uns Kollege Konraa 
Schmidt (59 812): 

„Es drängt mich, dem Verband meinen Dank abzustatten 
für Uebersendung der „D. T.-Z.". So behalte ich doch die Füh- 
lung mit dem mir liebgewtordenen Verband. Ich hoffe und 
wünsche, daß unsere Berufs-Organisation aus dieser großen 
Zeit gefestigt und neu belebt hervorgehen möge." 
Es sei bei dieser Gelegenheit noch einmal darauf hingewiesen, 
daß wir allen Kollegen, die den Wunsch aussprechen, die Zeitung 
ins Feld nachsenden, auch dann, wenn auf ihren Antrag ein zwei- 
tes Heft der Zeitung ihren Angehörigen weiter zugestellt wird. 
Um Unstimmigkeiten in der Zusendung der D. T.-Z. vom 1. April 
ab zu vermeiden, sei aber auf folgendes aufmerksam gemacht: 
Wir gaben im Dezember bekannt, daß nur den Angehörigen von 
Kriegsteilnehmern die Zeitung für 1915 weiter zugesandt würde, 
die dies ausdrücklich beantragen. Eine ganze Reihe von An- 
trägen ging uns damals zu; in sehr vielen Fällen wandten sich 
die Angehörigen der Kriegsteilnehmer aber erst im Januar an 
uns, als sie die Zeitung nicht mehr erhielten. Da uns nun beim 
Abschluß des letzten Zeitungsabonnements noch nicht die Namen 
aller im Felde stehenden Kollegen bekannt waren, ist im Januar 
den Angehörigen dieser einberufenen Kollegen die Zeitung noch 
zugestellt worden. Beim Abschluß des neuen Abonnements für 
April unterbleibt aber auch für diese Kollegen die Wiederaufgabe 
der Zeitung. Wir bitten darum die Angehörigen der Kriegsteil- 
nehmer, die bis jetzt noch nicht die Weiterlieferung der Zeitung 
bei der Hauptgeschäftsstelle beantragt hatten, das sofort nachzu- 
holen, damit nicht im April eine Unterbrechung in der Zustellung 
der Zeitung eintritt. — 

Vermißt werden die Kollegen Fried r. Hentschel, 
Bautzen, Mitgl. 5963 (seit 8. 9. 14), Willy Lehmann, Cottbus, 
Mitgl. 68 773, Bruno Lehmann, Chemnitz, Mitgl. 48 639 
(in engl. Gefangenschaft), Karl Glasder, Spandau, Mitgl. 
59 625 und B e r n h. M i e t s c h , Jauer i. Schles., Mitgl. 74 038 
(beide in russischer Gefangenschaft), Paul Luderer, Nürn- 
berg, Mitgl. 38 775, Alb. P f 1 ü g e r , Essen-Ruhr, Mitgl. 71 762. 

Verwundet und vermißt wurden uns gemeldet die Kol- 
legen: Alexander Schmidt, Tempelhof b. Berlin, Mitgl. 
76 318 und Richard Z s c h a b i t z . Riesa (Elbe), Mitgl. 54 762. 

Kollege Fritz Goedecke, Werdau, Mitgl. 60 025, der 
seit einem Sturmangriff bei Ypern am 17. 11. 14 vermißt wird, 
ist nach einer neueren Mitteilung unserer Zweigverwaltung Wer- 
dau wahrscheinlich gefallen. 



Heft 7/8 



D EUTSCH E TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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EHREN- 




Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Wolfg. Adler, Selb, Mitgl. 69 373, schwer verw. Krankenhaus 
Wolfenbüttel. 

Emanuel Banduch, Eichenau, Mitgl. 05 502, außerdem erhielt 

der Kollege die österreichische Tapferkeitsmedaille. 
Ludwig Böck, Nürnberg, Mitgl. 56 739. 
Fritz Bothe, Berlin-Friedenau, Mitgl. 72 214. 
H. Brand, Nürnberg, Mitgl. 74 072. 
Georg Dupke, Schneidemühl, Mitgl. 29 937. 
Karl Gelbach, Oppeln, Mitgl. 70 595. 
Martin Göttlöber, Eisenach, Mitgl. 30 565. 
Max Grellmann, Zeitz, Mitgl. 24 738. 
Willi. Henkel, Cassel, Mitgl. 27 954. 

H. Lammers, Lübeck, Mitgl. 24 305, unter Beförderung zum 
Unteroffizier. 

Emil Lange, Breslau, Mitgl. 68 777. 

Carl Meyerer, Ludwigshafen, Mitgl. 60 622. 

Herrn. Plantenberg, Crefeld, Mitgl. 66 518, unter Beförderung 
zum Unteroffizier. 

Walter Pusch, Zittau, Mitgl. 74 266, Leutn. d. Reserve. 

Karl Richardt, Bergedorf, Mitgl. 52 651. 

Aug. Schünhoff, Charlottenburg, Mitgl. 44 937, bei Stallu- 
pönen schw. verw., Lazarett Hotel Victoria, Bd. Kissingen. 

Oskar Schweisfurth, Elberfeld, Mitglied des Gesamtvorstan- 
des des D. T.-V., Mitgl. 29 618, Unteroff. der Landw. bei 
einer Festungs-Eisenbahn-Bau- Kompagnie. 

Franz Stocklasser, Zittau, Mitgl. 55 428. 

Willy Thomas, Ricklingen bei Hannover, Mitgl. 45 244. 

Arth. Wagenbach, Straßburg i. Eis., Mitgl. 46 049. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden für Tapferkeit im Felde: 

Hans Arold, Nürnberg, Mitgl. 39 786, Bayrisches Militär-Ver- 
dienstkreuz mit Schwertern. 

Hans Hering, Ludwigshtffen, Mitgl. 71 763 (bayr. Verdienst- 
orden mit Krone unä Schwertern). 

Max Kropf, Jena, Mitglied 76 014 (weimar. Hausorden in 
Bronze mit Schwertern). 

Josef Lahner, Nürnberg, Mitgl. 52 720, Bayrisches Milität?- 
Verdienstkreuz mit Schwertern. 

Fritz Maedrich, Eschweiler, Mitgl. 20 221, Hess. Tapferkeits- 
medaille. 

Ludwig Wilfert, Nürnberg, Mitgl. 63 676, Leutnant, Bayr. Mi- 
litär-Verd. -Kreuz 3. Kl. mit Krone und Schwertern. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Walter Barthel, zuletzt in Duala (Kamerun), Mitgl. 57 194, 
seit 1. 1. 10. 

Karl Braun, Almersbach, Mitgl. 66 638, seit 1.4.12. 
Willy Brune, Gütersloh, Mitgl. 63 728, seit 1.10.11. 
Carl Buschmann, Hamburg, Mitgl. 33 679, seit 1.7.05, bei 
Soissons. 

Pet. Cornils, Kiel, Mitgl. 19 225, seit 1.10.00. 

Martin Falkenhagen, Kamenz i. S., Mitgl. 77 309, seit 1. 5. 14, 
in Frankreich. 

Rieh. Franke, Jena, Mitgl. 51 579, seit 1. 1. 09. 

Ernst Großmann, Coepenick, Mitgl. 72 969, seit 1.9.13, Rit- 
ter des Eisernen Kreuzes, beim Sturm auf die Höhen von 
Crony am 12. Januar. 




TAFEL » 



Bruno Koenig, Ruda, Kr. Zabrzc, Mitgl. 27719, seit 1.1.01, 
am 17.1.15 auf dem westlichen Kriegsschauplatz. 

Wilh. Krause, Schneidemühl, Mitgl. 65 459, seit 1. 1. 12. 

Kurt Kühn, Gütersloh, Mitgl. 69 587, seit 1. 1. 13. 

Fritz Lerps, Berlin, Mitgl. 68 893, seit 1.2.13, bei Nuona. 

Julius Meise, Hameln, Mitgl. 74 707, seit 1. 1. 14, am 9. XI. 14 
infolge seiner am 22. Aug. erlittenen schwer. Verwund. 

Heinr. Mette, Borbeck-Dellwig, Mitgl. 69 064. 

Emil Miede, Steinbergen (Post Rinteln), (Zweigverw. Hil- 
desheim), Mitgl. 62 375, seit 1.7. 11, in Rußland. 

Bernh. Möllers, Essen, Mitgl. 77 161, seit 1.5. 14, im Argon- 
nerwald. 

Walter Münchmeyer, Berlin, Mitgl. 65 330, seit 1.1.12, am 

12. Januar in Belgien. 

Fritz Muth, Lauenburg (Pomm.), Mitgl. 47 590, seit 1 . 3. 08, 

Uff. im Pionier-Bat. 17, Ritter des Eisernen Kreuzes. 
Curt Neupert, Eisenach, Mitgl. 24 707, seit 1. 1. 03, am 

13. Jan. durch eine Granate. 

Arnold Paul, Allenstein, Mitgl. 78 657, seit 1.7.14. 
Florian Pitas, Eichenau, Mitgl. 05 501, am 23. Okt. 1914 in 
Frankreich. 

Wilh. Praß, Sande (Post Bergedorf), Mitgl. 68 840, im Ost. 

Rob. Rütten, Neersen, Zweigverw. M. -Gladbach, Mitglied 
59 303, seit 1.10.10. 

Max Salonion, Annaberg, Mitgl. 73749, seit 1.10.13, ge- 
storben im Lazarett an einer schweren Granatenverletzg. 

Herrn. Schmitz, M. -Gladbach, Mitgl. 68 088, seit 1.10.02. 

Jos. Schmitz, Straßburg i. E., Mitgl. 73 887, seit 1.11.13. 

Heinrich Seibel, Göttingen, Mitgl. 76 561, seit 1.9.14. 

Otto Siek, Frankfurt a. O.,- Mitgl. 66 748, im Aug. 1914. 

Friedr. Staudt, Ludwigshafen, Mitgl. 70331, seit 1.4.13. 

Heinrich Tretter, Mußbach bei Neustadt (Haardt), Mitgl. 
64 733, seit 1.1.12, Ritter des Eisernen Kreuzes. 

Karl Tuscher, Danzig, Mitgl. 66 321, seit 1.4.12, im Osten. 

Joh. Waczlawczyk, Lüchow, Mitgl. 64 315, seit 1.10. 11. 

Joh. Willmann, Kolmar i. Pos., zuletzt in Hamburg, Mitglied 
73 757, seit 1. 10. 13. 

Es wurden verwundet: 

Aug. Kelpe, Schneidemühl, Mitgl. 23 819, leicht. 

Aug. Kempf, Oggersheim bei Ludwigshafen, Mitgl. 66 522. 

Max Kopf, Jena, Mitgl. 76 014 (Schuß linkes Bein). 

Jess. Kroll, Friedenau, Mitgl. 72 084. 

Alfr. Krumm, Aurich, Mitgl. 65 473, bei Ypern. 

Herrn. Pump, Bergedorf, Mitgl. 49 834, schwer d. Granatspl. 

Johann Schimmel, Großen-Linden b. Gießen, Mitgl. 53 582, 
Schuß durch Schulter und Oberarm. 

Alexander Schmidt, Tempelhof, Mitgl. 76 318 (wird vermißt). 

Heinrich Schwab, Offenbach a. M., Mitgl. 63113. 

Max Trömmert, Weißwasser (O.-L.), Mitgl. 52 390 (Vereins- 
lazarett Freudenstadt, Wttbg.). 

Rieh. Zschabitz, Riese a. d. Elbe, Mitgl. 54 762 (wird verm.). 

Im Feldzuge erkrankte: 

Ernst Biesenthal, Charlottenburg, Mitgl. 57 370 (Hilfslazarett 
Kolberg, Abteiig. Seehospiz). 



Kriegshilfe (13. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: P. Cosmus, F. Heinze, P. 
Reifland 30,00 M. 

Beamte und Angestellte: Bormfeldt, Gaedke, Händeler, Dr. 
Höfle, Hofmann, Lenz, Lustig, Matzdorff, Mourgues, Thiele, 
Wolff 168,58 M. 

Zweigverwaltungen : Augsburg: Gruppe A 36,00, Gruppe 
B 74,00, Gruppe C 33,00, Gruppe D 37,00 (=180,00). Bad 
Harzburg: 5,12. Bad Oeynhausen: 20,00. Barmen: 
55,15. T.-V. Berlin: 10,15 Bottrop: 6,65 B re s I a u: Lüttich 
4,50, Goetze 5,00, Altwasser 6,00, Schönfelder 3,00, Rudolph 3,00, 



Mochner 1,00, Petrich 1,00, Wolff 1,00 (=24,50). Brohl: 20,00. 
Geschäftsstelle Bromberg: Erlös aus dem Verkauf von 
Kriegskarten 28,00. Buer: Schlechter 16,00. Burg i.D.: Thor- 
mann 2,00, Buhk 1,00, Gorath 2,00, Mahnke 1,00, Goldschmidt 
1,00, Wicklein 1,00, Nordmann 1,00, Paaske 3,00, Braren 3,00, 
Timm 5,00, Hauschild 2,00 (=22,00). Cottbus: 5,00. Darm- 
stadt: H.S. V. 26. 10,00, Ripper 10,00, Müller 12,50, Wieß- 
mann 7,00, Heß 5,00, Paulmann 20,00, Aßmuth 5,00, Thummel 
5,00, Stumpf 10,00, Heldmann 10,00, Hubler 4,00, Kremer 2,00 
(=100,50). Dortmund: König 1,00, Witte 1,00, Steinwachs 
1,00, Fiebiger 1,00, Bergmann 1,00, Delere 3,00, Hartmann 10,00 



30 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



' eft 7 8 



(= 18,15). Dresden: 250,C0. Eckernförde: Mitglied Nr. 6850 
40,00. Esch weil er: Ritt 5,00, Freyse 5,00, Budde 5,00, Krähe 
3,00 (=18,00). Eßlingen: 40,00. Frankfurt a. M.: Erlös 
aus dem Verkauf von Postkarten v. Herrn Carlowitz 30,00, de 
Oinder 6,00, Heil 2,00, Henner 6,00, Oehrig 4,50, Lau 4,00, Hof- 
mann 5,00, Demi 2,00 (=59,50). Frankfurt a. O.: 16,00. 
Friedenau: Schritt 10,00. Fürth: Krämer 4,00, Linke 5,00 
(=9,00). Geestemünde: 140,00. Gera: 26,50, Diener 3,00, 
Nichtern 2,00, Hoppe 2,00, Siedenburg 2,00, Regel 3,00, Dix 1,00, 
Petzold 5,00, Wimmler 2,50, Krüger 2,00, Köhler 2,00, Rühl 2,00, 
Trübscher 5,00, Pfeiffer 2,00, Köber 3,00, Windisch 2,00, Schade 
5,00, Eichler 3,00, Drenkhahn 2,00 (=75,15). Guben: 10,00. 
Hamburg: 1 0,05. Hannover-Linden: Kahn 5,00, Becker 
1,00, Wendt 1,00, Schönemann 1,00, Hodum 1,00, Schmitz 3,00, 
Keyser 1,00, Gißrau 1,00, Wetzler 1,00, Iffarth 1,00, Alm 3,00, 
Lohse 1,00, Rusack 1,00, Barkhoff 1,00, Kolb 2,00, Oberbeck 1,00, 
Bierend 2,00, Lefherz 2,00, Potthoff 2,00, Kohl 2,00, Vorberg 1,00 
(=34,00). Heidelberg: 27,00. Helgoland: 55,00. Hil- 
desheim: 54,50. Hof: 10,15. Kiel: 350,00. Metz: 46,00. 
Minden: 42,30. München: 46,00. Nürnberg: 110,00. 
Oberhausen: 5,00. Osterode: Bleidorn 15,00, Janusch- 
kowski 15,00, W. Martin 3,00, Weitkowitz 26,00, Kasten 3,00, 
Puls 5,00, Baetz 3,00, Müller 3,00, Cl. Martin 2,00, Babiel 2,00, 
Deubler 3,00, Nichtmitglieder Glitze 20,00, Wöhning 10,00,Gladtke 
3,00 (=113,00). Posen: 10,00. Reutlingen: 10,00. Rosen- 
heim: 17,00. Saarbrücken: 60,00. Schöningen: Müller 
5,00, Schwach 3,00, Gahrns 2,00, Wallbaum 3,00, Seidenfaden 
3,00, Mensch 2,00 (= 18,00). Schweidnitz: 6,00. Schwerin: 
Becher 3,00, Bühring 3,00, Foth 1,00, Haje 2,00, Heumann 2,00, 
Hollender 3,00, Klingebiel 2,00, Kohring 5,00, Lahtz 2,00, Lever- 
tnann 3,00, Lorenz 1,00, Nehls 2,00, Scherkowsky 3,00, Schu- 
macher 3,00, Voß 2,00, Schulz 3,00 (=40,00). Technischer Verein 
Siegerland: 25,00, Z.-V. Siegen 10,00 (=35,00). Span- 
dau: A. Schulze 2,00, Himstedt 0,50, Nicolaus 1,00, P. Müller 
5,00, Arnold 2,00, Zeiner 2,00, Bolle 2,00, Hübner 1,00, Witteck 
1,00, Steinbeck 1,00, Emmricti 1,00, Sokolowskv 1,00, Fr. Schulze 
2,00, Stoll 3,00, Hoffmann 2,00, Micksch 3,00, Lange 5,00, 
Schmidtner 1,00, Haak 2,00, E. Müller 1,00, Sand voß 5,00, Mertin 
1,00, Graeber 1,00, Hilker 1,00, Gorn 2,00, Wilde 2,00, Rüthning 
2,00, Kleinschmidt 2,00, Hannemann -1,00, Wiszinsky 3,00, Jarocki 
1,00, Brandes 2,00, Schrentzel 2,00, Michel 2,00, Richter 2,00, 
Rübke 2,00, Sachse 2,00, Weber 2,00, Höhn 5,00 (=78,50). Te- 
gel: Seeliger 2,00, Berger 2,00, Lindau 3,00, Käseler 1,00, Harte- 
mink 1,00, Jacobi 2,00, Lamotke 2,00, Gerlach 2,00, Erlös aus 
dem Verkauf von Einlaßkarten zur Kriegsversammlung der Bez.- 
Verw. Brandenburg zugunsten der Kriegshilfe 2,50 (= 17,50). 
Weißenfels: Schömburg 5,00, Deister 5,00, Schwertzel 3,00, 
Lindemann 5,00 =18,00, Nitzsche 3,00, Schwertzel 3,00, Deister 
5,00, Lindemann 5,00 = 16,00 (- 34,00). Wiesbaden: 15,15, 
26,50 (=41,65). Wo hl au: 3,00. Würzburg: 120,15. Z wik- 



kau: Rascher 3,00, Schröter 1,00, Kretzschmer 1,00 (=5,00). 

(= 2577,67.) 

Mitglieder: Aehneft 1,00, Baumgarten, Bahr, Kunz, Wittmer, 

Wiegand, Warnecke, Wedemever, Raffeidt, Hennings (=23,00), 
Beck 8,00, Bielemann 3,00, Böhn 10,00, Breidenbach 1,00, Dahne 
3,00, Deukert 2,00, Diekmann 3,00, Ditten 4,00, Döltgen 14,00, 
Ermisch 1,20, Flade 3,00, Fröhlich 20,05, Gottesmann 1,00, 
Greve 4,00, Hevser 5,00, Hilsenitz 4,00, Hoppe 5,00, Jänsch 
3,00, A. Krüger 3,00, O. Krüger 1,00, Lampmann 5,00, Liebenau 
4,90, Lorenzen 10,00, Lücke 2,00, Lüders 3,00, Luer 3,00, Markert 
10,00, Menthen 1,00, Möhle 10,00, Nowacki 5,00, Pfeiffer 2,00, 
Rentsch 6,00, Richter 20,00, Rüdel 6,00, Rump 15,00, van Rysse 
10,00, Scheidt 5,00, Schmitz 5,00, Schneider 3,00, Schülke 5,00, 
Schulz 3,00, Sicker 10,00, Staudt 15,00, Strobach 4,00, Tom- 
scheidt 1,50, Wilhelmi 10,00, Zitzmann 5,00, Mitglied Nr. 15 885 
10,00, Ungenannt 13,00 (=324,65). 

Zusammen 3 100,90 M. 

Dazu Endbetrag der 12. Quittung 83 080,92 M. 

86 181,82 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 3 689,94 M. 

Dazu Endbetrag der 12. Ausgabe-Quittung 45 411,35 M. 

49 101,29 M. 

Der in Heft 5 6 bekanntgegebene Betrag von 50,15 M iit 
nicht von der Z.-V. Stuttgart, sondern von der Z.-V. Cannstatt 
gespendet. Laut Quittung 12 in Heft 5/6 sind von der Z.-V. Würz- 
burg 46,15 M gezahlt. Die Namen der Spender sind folgende: Fiü, 
Bartusch, Eickel, Glock, Schneller, Werner, Brembs, Füll, Fuchs, 
Popp, Dorsch je 2,00, Hein, Weiglein, Gulden je 3,00, Hohn 
2,00, Hartmann 5,00, Krähmer 8,00. Desgleichen sind bei den von 
der Z.-V. Stuttgart abgeführten 49,00 M folgende Spender be- 
teiligt: Losch 26,00, Boger 2,00, Glaenz 2,00, Knörzer 2,00, Koppe 
5,00, Schmidt 4,00, Trautwein 5,00, Veite 3,00. Dje von der Z.-V. 
Bad Oeynhausen in Heft 1/2 (10. Quittung) gezahlten 40,00 M, 
sowie die in heutiger Quittung vermerkten 20,00 M sind von 
folgenden Herren gespendet: Bültemeyer 2,00, Fricke 2,00, Gab- 
bert 10,00, Lange 2,00, Mashoff 5,00, Schunke 10,00, Steiner 
2,00, Timmerberoj 5,00, Volkmann 20,00, Westphal 2,00. 

Die in Heft 5/6 (12. Quittung) für die Zweigverwaltung 
Loetzen veröffentlichten 64,00 M sind von folgenden Herren ge- 
spendet: Bischoff 1,00, O. Franke 4,00, Rieh. Franke 1,00, Hem- 
pel 5,00, Hewig 3,00, Hudel 1,00, Kluge 2,00, Lewandowski 1,00, 
Meyer 2,00, Neumann 1,00, Orgassa 3,00, Riel 4,00, Salz 4,00, 
Stamp 5,00, Sarembe 2,00, Schulz 3,00, Wachtel 3,00, Schäfer 
2,00, Makowski 7,00, Schulze 10,00. 

Die Herren H. Bock 2,00, A. Ginz 20,00, F. Ninow 2,00 und 
W. Diedrich 18,00, über deren Spende bereits in der D. T.-Z. quit- 
tiert ist, sind Mitglieder der Zweigverwaltung Posen. 



:: :: H :: VERBANDSNACHRICHTEN H HHH 

Kollegen helft den Kriegsfonds stärken, 
denkt immer an unsere Kollegen im Felde! 

Eine Welt von Feinden hat sich gegen unser Vaterland 
verschworen. An uns ist es mitzuhelfen, daß die Hoffnungen 
unserer Feinde zu schänden werden. Die heldenmütige Tanferkeit 
unserer Truppen hat uns davor bewahrt, daß die Schrecken des 
Krieges unsere Heimat verwüsteten. Außerordentliche Anstren- 
gungen und Entbehrungen haben die Verteidiger unserer Freiheit 
unentwegt für uns ertragen. Unter den schwierigsten Verhält- 
nissen haben sie siegreich der feindlichen Uebermacht stand- 
gehalten und die Gegner geschlagen. Keiner weiß, wie lange der 
Krieg noch dauern wird. Unsere Truppen dürfen nicht annehmen 
können, daß wir, die Zurückgebliebenen, ihre Leistungen nicht 
zu würdigen wüßten. 

Deshalb ist es unsere Pflicht, immer wieder dafür zu sorgen, 
daß es den Angehörigen unserer Kollegen, die im Felde stehen, 
an nichts mangelt. Sorgt deshalb, daß der Kriegsfonds immer 
stärker wird, damit der Verband die Unterstützungen immer 
reichlicher und häufiger verabfolgen kann. 

Charlottenburg, im Februar 1915. 

Mit kollegialem Gruß 

Bezirksverwaltung Brandenburg. 
I.A.: Emil Rohr, Vors. 



Amberg. Adr.: Friedr. Amschler, Amberg E 33y 3 . Kassierer: 
Gg. Hörmann, Amberg F. 45. 

Annaberg. Adr. : Paul Leopold, Schillerplatz 3. 

Arnsdorf. Adr.: Ernst Mauksch, Großröhrsdorf i. Sa. 132 b. 



Augsburg. Adresse: Geschäftszimmer: Wintergasse 9. Kass.: 
J.Wolf, städt. Bauinsp., Prinzregentenstr. 9. 

Berlin. Adr.: Otto Dolz, Berlin 87, Waldstr. 29. Kassierer: 
Willy Eisfeld, Berlin 55, Naugarder Straße 9. 

Berlin-Friedenau. Adr.: Ernst Wiebe, Feuerbachstr. 18 1. 
Kass.: Oskar Kurth, Rubensstr. 31 II. 

Berlin-Niederschöneweide. Adr.: W. Gurrau, Brückenstr. 29. 
Kass.: W. Hahne, Oberschöneweide, Westendstr. 14. 

Berlin-Steglitz. Adr.: Franz Fügner, Flensburger Straße 7. 
In der Versammlung am 12. Februar wurde zum Kriegsvertrau- 
ensmann der Kollege Franz Fügner, als seine Helfer die Koll. 
Schumann und Liebenau gewählt. Beitragszahlungen per 
Post sind an Koll. Fügner zu leisten, doch sind auch die beiden 
anderen Kollegen berechtigt, Beiträge entgegenzunehmen. Die 
Sitzungen finden jetzt wieder jeden Donnerstag nach dem 1. im 
Stadtpark-Restaurant statt. 

Berlin-Tempelhof. Adr.: Fritz Rings, Viktoriastr. 4. Kass.: 
Richard Hauck, Albrechtstr. 54. 

Bonn. Adr.: W. Heuer, Dietkirchenstr. 28. 

Borbeck. Adr.: Ingenieur Max Bahr, Maxstr. 12. 

Bottrop i. W. Adr.: Bernhard Leniger, Wilhelmstr. 20. Kass.: 
J. Müntefering, Steinmetztr. 11. 

Brandenburg a. H. Adr.: Heinr. Grote, Harlunger Straße 54. 
Kass.: M. Maringer, Harlunger Straße 12 II. 

Brohl a. Rh. Adr.: Peter Zenner, Geschäftsführer. 

Buxtehude. Zurzeit kein Kriegs-Vertrauensmann. Wer mel- 
det sich freiwillig? 

Cannstatt. Adr. : W. Metzger, Stuttgart, Wolframstr. 66. 

Charlottenburg. Kr.-Adr. u. Vors.: Ing. Rob. Eckhardt, Char- 
lottenburg, Kaiserin-Augusta-Allee Nr. 9011, 1. Aufg. Nächste Ver- 
sammlung, Freitag, den 5. März, abends 1 / 2 9 Uhr, im Logen- 
restaurant, Berliner Straße Nr. 61. Jeden Freitag nach dem 15. 
d. M. zwangloses Beisammensein im selben Lokal. Um zahl- 
reiche Beteiligung wird gebeten 



' Heft 7/8 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



31 



Chemnitz. Adr.: F. Benndorf, Fritz-Reuterstr. 19. Kass.: Karl 
Schauseil, Ing., Ludwigstr. 43. 

Coblenz a. Rh. Adr.: Franz Müller, Ingenieur, Chlodwig,- 
straße 17 II. Kass.: Ing. Karl Lange, Laubbach Nr. 2. 

Crefeld. Adr.: Hans Schneppenhorst, Luisenstr. 26 II. 

Crefeld. Br.-Adr. u. Vors.: Ingenieur Hans Schneppenhorst, 
Louisenstraße 26. In der am 21. Januar im Vereinslokale Hotel 
Liese, Südwall, tagenden Generalversammlung 1915 gab der Vor- 
sitzende einen Kassen- und Jahresbericht. ■ Der bisherige Vor- 
sitzende, Herr Ing. H. Schneppenhorst, Louisenstraße 26, wurde 
einstimmig wiedergewählt; desgleichen der Schriftführer, Herr 
H. Stöcker sowie der Kassierer Herr W. Willemsen. Die einzelnen 
Gruppenvertreter, Herren Schneider, Busch, Gericke, Stöcker, 
wurden auch in ihren Aemtern belassen. Als Vertreter zu dem Be- 
zirkstag ging Herr Schneppenhorst aus der Wahl hervor. Der 
Vorstand bittet dringend, die Versammlungen, welche jeden ersten 
Dienstag im Monat stattfinden, zu besuchen. 

Danzig. Adr.: Ing. G. Möller, Danzig-Langfuhr, Haupt- 
straße 1181. 

Döbeln. Adr.: Otto Albinus, Gewerbeschuldirektor, Bahn- 
hofstraße. Kass.: Alfr. Blumberger, Kleinbauchlitzer Straße 1. 

Düsseldorf. Adr.: Gustav Lammert, Düsseldorf 1, Wagner- 
straße 23. Kass.: Heinrich Baumeister, Talstr. 59. 

Duisburg. Adr.: Joh. Freisen, Grunewaldstr. 104. Kass.: 
Philipp Römer, Duisburg-Wanheim, Kaiserswerther Straße 2. 

Duisburg-Beeck. Adr.: Hugo Oberheiden, Herzogstr. 7. 
Kass.: Carl Clotz, Weststr. 4. 

Eisenach Adr.: Paul Wieber, Waldhausstraße 22. 

Elsenborn. Adr.: Heinz Brüggemann, Militärbauamt. 

Freiburg i.B. Adr.: Otto Willner, Ing., Wilhelmstr. 40. Kass.: 
Fritz Reuter, Architekt, Friedrichstr. 3 III. 

Fürth. Adr.: Rup. Prestel, Amalienstraße 50. 

Gevelsberg. Adr.: Gustav Jäger, Neustr. 1. 

Görlitz. Adr.: Ing. P. Wolff, Leipziger Straße 43 II. Kass.: 
Eisenbahnbauass. Wilh. Franz, Zittauer Straße 3436. 

Göttingen. Adr.: Frdr. Keuneke, Brauweg 1. Kass.: Gust. 
Haußknecht, Schillerstr. 22. 

Güstrow. Adr. : Ernst Heinrichs, Bülowerstr. 6. 

Gütersloh i. W. Adr.: Hans Arndt, Moltkestr. 51. 

Gummersbach (Rhld.). Adr.: Arthur Witzig, Wilhelmstr. 13. 

Hagendingen-Rombach. Adr.: Paul Veh, Wallingen, Post 
Rombach, Diedenhofener Straße 21. 

Hamborn. In der Versammlung am 5. d. M. wurden für den 
D. T.-V. für Kriegsunterstützungen 43 M gesammelt. Dieser Bei 
trag ist mittlerweile auf 60 M angewachsen, so daß bis jetzt 
insgesamt von der Zweigverwaltung 110 M und von den Mit-i 
gliedern 125 M für Kriegsunterstützungen gestiftet wurden. Wir 
bitten diejenigen Kollegen, welche sieh bis jetzt noch nicht an 
den Stiftungen beteiligt haben, dies baldigst nachzuholen. — 
Tagesordnung für die Versammlung am 5. März 1915, abends 
8V 2 Uhr, im Gasthof Loer, 1. Stock: 1. Eingänge und geschäft- 
liche Mitteilungen. 2. Besprechung über den Bezug von Fachzeit- 
schriften. 3. Ergänzungswahl des Vorstandes: 4. Zahlung der 
Beiträge 5. Allgemeines. 6. Vortrag des Vorsitzenden Herrn Kol- 
legen Herber. Thema wird noch bekannt gegeben. Anschlie- 
ßend Aussprache. Wir erwarten pünktliches und vollzähliges 
Erscheinen. Von unseren Mitgliedern sind bereits 32 Kollegen 
zu den Fahnen einberufen. Daher muß jetzt jeder zurückgeblie- 
bene Kollege erst recht seine Verbandspflichten erfüllen. Gleich- 
zeitig bitten wir um regelmäßigen Besuch der Stammtischabende, 
an welchen auch die Fachzeitschriften ausliegen. 

Hamburg. Vors. u. Brief.-Adr. : G. Heins, Hamburg 1, Banks- 
straße 250. Versammlung am Mittwoch, dem 3. März, abends 
8V2 Uhr pünktlich, in den Neustädter Gesellschaftssälen, Valen- 
tinskamp 40/42. Tagesordnung: 1. Protokoll. 2. Mitgliederbewe- 
gung. 3. Mitteilungen des Vorstandes. 4. Vortrag des Kollegen 
N a t h o über die wirtschaftlichen Verhältnisse während des 
Krieges. 5. Besprechung über die Tätigkeit des Sozialen Aus- 
schusses. 6. Verschiedenes. Die Mitgliederbeiträge sind im Ge- 
schäftszimmer Ellernthorsbrürike 10 II. zu bezahlen, können auch 
durch die Post eingesandt werden. An den Sitzungsabenden neh- 
men der Schatzmeister oder dessen Vertreter die Beiträge ent- 
gegen. 

Hattingen. Adr.: K. Pflüger, Bruchstr. 26. 
Hörde i. W. Adr.: Richard Plothe, Feldstr. 23. 
Iserlohn. Adr.: Wilh. Körte, Unnaerstr. 25. 
Landau (Pfalz). Adr.: W. Fillian, Kronstr. 17. 
Langen in Hessen. Adr.: Philipp Heller, Lutherplatz 1. 
Lippstadt. Adr.: Franz Ludolph, Soeststr. 14. 
Dt. Lissa. Adr.: Jul. Brink, Breslauer Straße 41. 
Ludwigshafen a. Rh. Adr.: Karl Meinhardt, Mendelssohn- 
straße 24. 

Ludwigshafen a. Rh. Am 20. Januar 1915 fand im Vereins- 
lökal „Bahnhof-Hotel" die satzungsgemäße Generalversammlung 
statt, die in Anbetracht dessen, daß 40<y 0 unserer Kollegen im 
Felde stehen, sehr gut besucht war. Aus dem Geschäftsbericht 
ist zu entnehmen, daß die Weiterentwickelung der Zweig-Verwal- 



tung auch in der ersten Hälfte des abgelaufenen Jahres gute 
Fortschritte machte, bis der Krieg den Verbandsarbeiten auch hier 
Einhalt gebot. Der Höchstmitgliederstand war Ende Juli und 
betrug 105. Durch Rundschreiben wurden sämtliche Firmen und 
Behörden von Ludwigshafen a. Rh. und Umgebung auf unsere 
Stellenvermittelung aufmerksam gemacht. Durch Einwirkung der 
Kollegen in ihren politischen Parteien ist es gelungen, daß die 
Kollegen J. Kraft und J. Neßler als Ersatzmänner des hiesigen 
Stadtrats gewählt und Kollege Neßler in den H.-B.- u. F.-Aus- 
schuß entsandt wurden. Nach Entlastung des Vorstandes wurde 
derselbe einstimmig wiedergewählt. Neu hinzu tritt Kollege West- 
phal als Kassenprüfer. 

Mannheim. Adr.: Rieh. Kluge, Spelzenstr. 13. Kass.: Peter 
Dingeldein, Rheinparkstraße 4. 

Marburg a. L. Adr.: E. Leukel, Biegenstr. 24. Kass.: Hch. 
Eimers, Frankfurter Straße 31. 

Metz. Adr.: Fr. Wißler, Metz-Queuleu, Klarastr. 3. 

Mittweida. Adr.: W. Dietze, Steinweg 19. 

Mühlacker (Wttbg.). Adr.: Wilhelm Franz, Bahnhofstr. 52. 

Mühlhausen i. Thg. Adr.: O. Roth, Wanfrieder Straße 75. 

München-Gladbach. Adr.: Paul Castell, Blcichstr. 10. Kass.: 
Clemens Schwamborn, Luisenstr. 185. 

Münster i. W. Adr.: Carl Weyer, Melchersstr. 31. Kassierer: 
J. Scheelke, städt. Bausekr., Kettelerstr. 3. 

Neugersdorf. Adr.: Reinhold Poppe, Seifhennersdorf, Zoll- 
straße 752. 

Neukölln. Adr.: Herrn. Rheinländer, Mahlowstr. 8. 

Neuß. Adr.: Ernst Müller, Further Straße 92. 

Nürnberg. Brief- und Kassenadresse: C. Held, Wirth- 
Straße 16 II. Stellenvermittelung: Abteilung für Hoch- und Tief- 
bau Franz Herzer, Adamstraße 17 II, Abteilung für Maschinenbau 
Fr. Born, Theresienstraße 18 II. Am Mittwoch, den 3. Februar 
1915 ha-t im Saale der Restauration „Theodor Körner" unsere 
erste größere Veranstaltung stattgefunden. Bei sehr zahl- 
reicher Beteiligung seitens der Mitglieder und ihrer Angehörigen, 
sowie der Hospitantenmitglieder nahm der Vortragsabend einen 
allgemein befriedigenden Verlauf. Herr Kollege A. Baumann, der 
in fesselndem Vortrag den Zuhörern das erste Vierteljahr des 
Weltkrieges in Wort und Bild schilderte, fand lebhaftesten Beifall 
für seine Ausführungen. Es ist daher sehr zu begrüßen, daß sich 
Herr Kollege Baumann bereiterklärt hat, auch über „Das zweite 
Vierteljahr des Weltkrieges" vorzutragen. Der Zeitpunkt des Vor- 
trages wird durch besondere Einladung bekannt gegeben werden. 
Wir machen unsere Mitglieder schon jetzt darauf aufmerksam, den 
Besuch dieses Vortrages nicht zu versäumen. Falls der Vortrag 
am ersten Mittwoch des Monats stattfinden sollte, so ist die 
Monatsversammlung am darauffolgenden Mittwoch. — Verbands- 
beiträge, die bis zum 20. Februar 1915 nicht eingegangen sind und 
nicht gestundet wurden, werden von unserem Kassenboten Herrn 
Ritter in der Wohnung unter Zuschlag von 20 Pfennig Botenlohn 
abgeholt werden. Bei Einzahlung durch Postanweisung ist 5 Pfen- 
nig bezw. 10 Pfennig durch Zahlkarten, Postscheckkonto Nürn- 
berg 3153, 15 Pfennig mehr einzuzahlen für Gebühren und die 
Zusendung der Beitragsmarken. 

Offenbach a. M. Adr.: Karl Horn, Offenbach a. M., Bismarck- 
straße 27. Unsere Hauptversammlungen finden regelmäßig jeden 
1. Dienstag im Monat im Kaiser-Friedrich-Hotel statt. Besondere 
Einladungen hierzu ergehen nicht. Nächste Versammlung Diens- 
tag, den 2. März. 

Oppeln. Adr.: Karl Ziegler, Stadtbauführer, Malapaher 
Straße 31. 

Pforzheim. Etwas später, als es die Satzungen des Verbandes 
vorschreiben, fand die Hauptversammlung mit der Neuwahl für 
das neue Geschäftsjahr am 3. Februar 1915 im Vereinslokal Karl- 
Friedrichshof statt. Abgesehen vom Wegzug einiger Mitglieder 
ist die Stärke der Zweigverwaltung während der Kriegszeit fast 
die gleiche geblieben. Den ganz wenigen Austritten stehen auch 
wieder Neuanmeldungen gegenüber. Im Felde stehen jetzt ca. 
60 0/0 der Mitglieder unserer Verwaltung. Zu Weihnachten und 
auch noch darnach wurden, soweit die Adressen bekannt waren, 
kleine Liebesgabenpaketchen mit entsprechenden Schreiben an 
die im Heere stehenden Kollegen abgesandt. Es soll nochmals 
eine größere Sammlung zugunsten unserer Kriegshilfe stattfinden. 
Das System der Vertrauensmänner soll während der Kriegszeit 
beibehalten, jedoch mit Rücksicht auf eine raschere Abwickelung 
der Geschäfte erweitert werden. Aus diesem Grunde wurden ge- 
wählt: 1. Kriegsvertrauensmann: Jos. Bitz, Rudolfstraße 36; Kas- 
sierer: Jos. Weimer, Rohrstraße; Schriftführer: Wilh. Gerloff, 
Hansackerweg; Bibliothekar: Eugen Baur, Hermannstaffel. Be- 
merkt zu werden verdient noch, daß sämtliche Mitglieder des 
früheren Vorstandes zu den Fahnen einberufen sind. 

Quedlinburg. Adr.: Otto Claus, Steinholzstr. 4 1. 

Recklinghausen. Adr.: M. Ukena, Königswall 21. 

Rosenheim. Adr.: Otto Wimmer, Münchener Straße 42. 

Schöneberg. Kriegsadresse: Kurt v. Hertzberg, Schriftführer, 
Ebersstraße 81 IL Kassierer: Carl la Haine, Sedanstr. 54. Ver- 
sammlungslokal: Ratskeller, Kaiser - Wilhelm - Platz 3 1. Die 



32 



nächste Monatsversammlung ist wegen des am 5. Marz abends 
7 2 9 Uhr stattfindenden Vortragsabends der Zweigverwaltung 
Friedenau nicht auf den 4. März, sondern auf Donnerstag, den 
11. März, abends 9 Uhr festgesetzt. Die Tagesordnung wird in 
der Sitzung bekannt gegeben. Karten für den vorstehend erwähn- 
ten Vortrag sind bei unserem Geschäftsführer erhältlich. Die 
Herren Kollegen werden dringend gebeten, die Versammlungen 
rege zu besuchen, um dadurch ihr Interesse an Verbands- 
angelegenheiten zu zeigen. Beiträge für den Kriegshilfsfonds sind 
sehr erwünscht, und nimmt unser Kassierer dieselben entgegen. 
Der Verband hilft durch die Kriegsunterstützungen vielen be- 
dürftigen Angehörigen unserer im Felde stehenden Kollegen über 
die schwere Zeit hinweg, es ist dazu aber die Mithilfe aller da- 
heim gebliebenen Kollegen dringend nötig, also gebt Spenden für 
die „Kriegshilfe". 

Spandau (Bez. Siemensstadt). Adr.: Ed. Klassen, Siemens- 
stadt, Brunnenstr. 8 III. 

Stettin. Adr.: R. Zimmermann, Hohenzollernstr. 7 1. Kass.: 
F. larius, Pestalozzistr. 18 pt. 

Thorn. Adr.: -Alb. Hanckel, Waldstr. 45 II. 

Viersen. Adr.: Ph. Ahrens, Königs-Allee 11. 

Werdau. Adr.: Paul Hentschel, Burgstr. 31. Kass.: Albert 
Krügel, Ferdinandstr. 34. 

Wesel. Adr.: Jos. Seichter, Baustr. 76. Kass.: Paul Winter, 
Jahnstr. 12. 

Wohlaii. Adr.: Frau Elisabeth Putzke, Bahnmeisterei. 
Zeitz. Adr.: Albert Laue, Kaiser-Wilhelm-Straße 71. 
Zweibrücken. Adr.: Joh. Luch, Wackenstr. 13 I. 



HHHHHH BRIEFKASTEN HHHHHH 



Eine Veröffentlichung von Antworten ist wegen Raum- 
mangels vorläufig nicht möglich. Die einlaufenden 
Antworten werden den Fragestellern direkt zugäng- 
lich gemacht. 

•Frage 10. Ein Glühofen soll mit kaltem Generatorgas, das 
mittelst Rohrleitung unter Druck eingeführt wird, beheizt wer- 
den. Das Gas wird aus Braunkohlenbriketts in einem vom Ofen 
entfernt liegenden Generator erzeugt. Die Verbrennungsluft wird 
ebenfalls kah;, also unvorgewärmt, zum Gas geführt. Welche 
Temperaturen lassen sich auf diese Weise erzielen, und ist eine 
gute Verbrennung überhaupt möglich? Bemerken möchte ich 
noch, daß von irgend welcher besonderen Brennerkonstruktion 
abgesehen werden soll und auch die Luft nicht unter Druck, 
sondern nur mit Schornsteinzug eingesaugt wird. 

Fragell. Gelangt ein auf dem tiefsten Meer untergehendes 
Schiff auf den Meeresgrund und in welcher Zeit? Kann ein Leich- 
nam auf den tiefsten Meeresgrund hinuntersinken? Sind die tief- 
sten Meeresstellen gemessen worden und auf welche Weise ge- 
schieht eine solche Messung? Wie erklären sich diese Fragen 
vom wissenschaftlichen Standpunkt aus? 

Frage 12. Für den hiesigen Turn- und Festhallenneubau ist 
eine möglichst dauerhafte und praktische Pissoiranlage herzu- 
stellen. Welcher Kollege kann mir einen Rat geben, welche Ma- 
terialien sich bisher am besten bewährt haben, bezw. wie hoch 
sich die Kosten stellen. Gibt es außer den Torfitplatten noch ein 
Material, das sich zu einer Rinnenanlage eignet? Welcher Fuß- 
boden ist zu empfehlen, Terrazzo oder Steinholz. Sind Scham- 
wände zu empfehlen und in welchen Abständen am besten? 

Frage 13. Welche Firma befaßt sich mit der Herstellung 
von Reihenwasserspülklosetten ohne Spülkasten, sondern mit 
Diuckhählnen. Die Fäkalien können nicht geklärt werden, da ein 
Abwasserkanal nicht vorhanden, sondern müssen aus einer Grube 
abgefahren werden. Wie gestaltet sich die Berechnung des Inhal- 
tes der Grube. Es kommen ungefähr täglich 40 bis 60 Kinder in 
die Halle. Die Grube soll dreimonatlich geleert werden. Ist 
Gefahr vorhanden, daß die Zuleitungsrohre für die Klosette, die 
an Fachwerkswänden liegen, eingefrieren? Wie könnte man vor- 
beugen? Skizze izu den Fragen 12 und 13 durch die Schriftleitg. 

Frage 14. Ein im Sommer 1914 hergestellter Terrazzofuß- 
boden zeigt ein sehr schmutziges, verwischtes Aussehen. Trotz 
vielen Waschens ist der Uebelstand auch noch nicht zum gering- 
sten geändert worden. Auf Anfrage bei der Firma teilt diese mit, 
daß der Fußboden noch eine gewisse Zeit Salpeter schwitzt, 
der durch Waschen mit Seifenwasser nach einiger Zeit verschwin- 
det. Es ;hat sich aber bis heute noch nichts geändert. Salpeter 
kann es (auch nicht sein. Es sieht aus als wenn schmutziges Was- 
ser sich beim Reinigen mit dem Terrazzo verbunden hätte. Viel- 
leicht liegt es an der Verwendung minderwertigen Oeles. Was 
ist dagegen zu tun? Ist der Unternehmer verpflichtet, den Uebel- 
stand zu beseitigen? 

Frage 15. Putz auf Fachwerk. Verschiedene Anbauten sollen 
nur in Fachwerkkonstruktion der billigeren Kosten halber her- 
gestellt werden. Die sichtbaren Holzteile müssen verputzt wer- 
den. Sind Bedenken vorhanden, daß der Putz reißt, wenn man 
die Hölzer mit Drahtziegelgewebe, das beiderseitig ungefähr 



Heft 7/8 



um 3 cm übersteht, benagelt? Rohrgewebe dürfte sich wohl we- 
niger empfehlen, auch wenn die Rohrstengel rechtwinklig zur 
Längsfaserrichtung des Holzes aufgenagelt würden. Gibt es eine 
andere Lösung? 

Frage 16. Eine ganz aus Eisenbeton hergestellte Preßhefe- 
fabrik zeigt in dem Gärraum sehr starke Wassertropfenbildung. 
Der Raum über dem Gärraum ist nämlich sehr kalt, so daß die 
Dämpfe an der unteren Seite der Decke kondensieren. Wer kann 
mir nun eine zweckentsprechende Entnebelungsanlage vorschla- 
gen bezw. Mittel und Wege angeben, welches ein weiteres Ab- 
tropfen von Schwitzwasser verhindert? 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Für eine Behörde im Königreich Sachsen wird ein gewandter 
Tiefbautechniker zur Bearbeitung von Beschleusungsplänen ge- 
sucht. Angebote mit Lebenslauf, Gehaltsanspruch und Zeugnis- 
abschriften an die Zweigstelle Chemnitz i. Sa., zu Händen des 
Herrn F. Benndorf, Chemnitz i. Sa., Fritz-Reuter-Straße 19, send. 



STERBETAFEL 

Guftav Bader, Erfurt, Mitgl. 18564, feit 1. 7. 1900. 
Ridi. Fifdier, Plauen, Mitgl. 64779, feit 1. 1. 12. 
Herrn. Fritz, Nürnberg, Mitgl. 1024, feit 1. 11. 88, 
Auguft Müller, Siegen, Mitgl. 67869, feit 1. 10. 12. 
Adolf Tenzer, Schlachtenfee, Mitgl. 12074, feit 
1. 1. 97. 




Im November vorigen Jahres starb den 
Heldentod auf den Schlachtfeldern in Polen 

der Ersatzreservist 

Herr Aug. Maßmann 



Kreis wiesen bauam tsassisten t, I nsterburg 

Mitglied Nr. 58276 

Wir betrauern in dem so früh aus dem Leben Gerissenen 
einen lieben, treuen Kollegen, dessen Andenken stets in 
unserer Erinnerung bleiben wird. 

Zweigverwaltung I nsterburg. 



Schwierige Grunbroajjerabfttcfyning. 

Gin bcrDorragcnbct ^ßraftifet fdjrcibt über „6djad)tS %xoU 
Gmulfiou", mit ber er einen grofjeit 9}iafd)inenraum 50 cm 
unter bem GJrunbwafferfpicget mit ©rfolg abgcbidjtet bat, u.a.: 
Xrofe bcS enorm hoben SBaffcrbrucfeS ift ber 93oben abfotut 
trotten, uub ift aud) felbft an ber äidetjt gewattfam eingepreßten 
©teile fein Minimum Don ÜMffe bemerfbar. — 2luf bciu Söobcn 
wiirbcn 9 9(icberbrudbambffeffel aufgeteilt unb jeiflte fiel) 
aud) troti ber Dollftänbig ungleichen 33etaftung ber Söoben 
troefen. — 93?it gewöhnlichem 93eton Wäre bie Arbeit un* 
auSfübrbar gewefen. — 5$d) faffe mein Urtcil"lurä äufammen: 
©djadjtS $irol * ßmutfion ift ein crftftaffigeS SicbtungSmittel, 
baS felbft unter ben fdjwierigften S3erbältniffen gegen alles 
©runb* unb £agcwaffer Derwenbet werben fann; id) werbe 
cS ift jebem 3-allc oerwenben unb faim eS allen gadjteuten aufs 
befte empfehlen. — 
®icfc unb jablrcidje anbete begeifterte 9tnerfeniuiitgeit, fowie 
bie ©utadjten beS ^öniglidjen SUiaterialprüfungSamteS in ©ro{j* 
£itf)terfclbc*33ertin, befräftigen ben guten üluf Don ©djadjtS $iroI* 
©mulfion als beften wafferabbidjtenben SJlörtetjufati. 9?affe Heller 
ufw. fönnen bamit ftaubtroefen bergeftellt werben. ®er SfoftenbreiS 
belauft hef) ie nach Stet unb 9luSfübrung ber Slbbidjtung auf nur 
18 bi§ 52$fg. per qm bei Srcmfolieferung innerhalb 2)eutfdYIanbS. 
Sie Sicherungen erfolgen in 23led)flafdjen Don 5, 20, 50 unb 
100 tilo, fowie in fcolafäffern Oon ca. 125 bis 250 Silo, bireft bind) 
bie Ctjemifdie $abrif Sdjacfft, Braunfdfroetg, ober burdj bie ein* 
fd)lägigen öänbler * ©efdjäfte. $rofpefte unb 3tnwenbung§üor* 
fdjriftcn werben Don erfterer gratis Derabfolgt. 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1913 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schr'ftleitung: 

Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 6. März 1915 Heft 9/10 



Die Versorgung der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen. 

Von Dr. HOEFLE. 



Von unseren Mitgliedern stehen gegen 10 000 im Feld. 
Ueber 300 haben bereits den Heldentod erlitten. Wir sind 
gezwungen, zu der Frage der Versorgung der Kriegsinva- 
liden und der Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer Stellung 
zu nehmen. Dazu kommen allgemeine, vaterländische und 
volkswirtschaftliche Gesichtspunkte. Es gilt die Betonung 
der Grundsätze, die bei der Versorgung nach unseren Auf- 
fassungen zur Anwendung kommen müssen. 

Der Krieg kostet dem deutschen Volke ungeheure Op:er 
an Gut und Blut. Tausende blühender Menschenleben wer- 
den vernichtet, hunderttausende kehren an Gesundheit und 
Körperkraft geschwächt und in der Erwerbstätigkeit be- 
schränkt zurück. Genauer Ueberblick fehlt allerdings, da 
ziffernmäßige Vergleiche mit früheren Kriegen ausgeschlos- 
sen sind. Die Pflicht eines Volkes, für die in ihrer Gesund- 
heit geschädigten und durch Verkrüppelung in der Erwerbs- 
tätigkeit beschränkten Kriegsteilnehmer, sowie für die Hin- 
terbliebenen der Kriegsteilnehmer ausreichend Sorge zu 
tragen, ist eine Selbstverständlichkeit. Das ist nicht Lohn 
für geleistete Kriegsarbeit, sondern Pflichtleistung 
des Volkes und des Vaterlands für treu erfüllte Soldaten- 
arbeit. Die Mittel, die für eine ausreichende Versorgung 
der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen erforderlich 
sind, mögen schwer aufzubringen sein, aber sie müssen 
beschafft werden und zwar unabhängig von der zu erwar- 
tenden Kriegsentschädigung. 

Demnach ist die Versorgung der Kriegsteilnehmer zu- 
nächst ein finanzielles Problem. Bei der Versorgung 
der Hinterbliebenen kommt allein dieser Gesichtspunkt in 
Betracht. Unsere Gesetzgebung hat dem auch bereits Rech- 
nung getragen. Die Versorgung der Kriegsteilnehmer ist 
durch Reichsgesetz vom 17. Mai 1907 geregelt. Auch für 
die Kriegsinvaliden bestehen gesetzliche Bestimmungen, die 
.Verstümmelungszulagen usw. vorsehen. Ohne weiteres darf 
erwartet werden, daß die Abschätzung der Erwerbsfähigkeit 
und die Festsetzung der Entschädigungen in wohlwollender 
und gerechter Weise erfolgen. Gute Dienste werden hier- 
bei die Erfahrungen unserer Versicherungsbehörden leisten. 

Darüber hinaus gehen die Bestrebungen dahin, bei der 
Versorgung. der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinterbliebenen 
die soziale Stellung der Kriegsteilnehmer zu berück- 
sichtigen. An dem Beispiel der Hinterbliebenenversorgung 
soll dies näher erläutert werden. Der Hansabund und der 
Bund der Landwirte haben diese Vorschläge der Oeffent- 
lichkeit unterbreitet. Nach dem Gesetze von 1907 richtet 
sich die Versorgung der Kriegsteilnehmer lediglich nach 
dem militärischen Rang. Für die Witwe eines Ge- 
meinen ist vorgesehen eine jährliche Rente von 400 M, die 
Witwe eines Unteroffiziers erhält 500 M, eines Feldwebels 
600 M. Jede Waise erhält bis zum 18. Lebensjahr ein Kriegs- 
waisengeld von 108 M. Diese Bestimmungen haben für die 
Hinterbliebenen aller Militärpersonen, Reservisten, Land- 
wehrleute und Landstürmer, die zu den Fahnen eingezogen 
sind, Geltung. In der Bemessung der Renten nach dem mili- 
tärischen Grad liegt aber eine Unbilligkeit. Gewiß, die Leis- 
tung der Kriegsteilnehmer dem Vaterland gegenüber ist die 
gleiche; sie haben ihr Leben hingegeben. Wirtschaft- 



lichabersinddiegebrachtenOpferverschie- 
d e n. Die in ihren Einkommensverhältnissen besser gestell- 
ten Familien werden durch den Verlust des Ernährers 
schwerer betroffen. Nehmen wir an, das Einkommen eines 
Handarbeiters betrug 1200 M. Die Witwe mit 3 Kindern 
würde pro Jahr 904 M erhalten. Diese Rente steht nach 
den allgemeinen Auffassungen über Pensionsgrundsätzc in 
einem annehmbaren Verhältnis zu dem bisherigen Einkom- 
men. Handelt es sich aber um einen Arbeiter in gehobener 
Stellung, um Angestellte freier Berufe, mit höherem Ein- 
kommen, so ist die Verringerung des Einkommens eine un- 
gleich größere, da ja die Rente die gleiche bleibt. Eine 
Aenderung dahingehend, daß zu den im Gesetz vor- 
gesehenen Mindestsätzen an Witwen- und Waisengeld Zu- 
satzrenten nach Maßgabe des Einkommens des Ver- 
storbenen treten sollen, erscheint daher durchaus berechtigt. 
Selbstverständlich kann nur das Arbeitseinkommen 
berücksichtigt werden. Ueber die Höhe der Zusatzrenten 
läßt sich verhandeln, es gilt zunächst die Festlegung des 
Prinzips. Bei diesen Betrachtungen wird man die Versor- 
gung der Hinterbliebenen der Offiziere des Beurlaubten- 
standes nicht außer acht lassen dürfen. Die Frage ist inso- 
fern weniger brennend als die Versorgungssätze der Offi- 
ziere, die sich von 1500 M. Mindestsatz an bewegen, auch 
auf die Offiziere Anwendung finden können, die aus dem 
Beurlaubtenstand einberufen sind. Die Rückwirkung des 
oben aufgestellten Prinzips der Berücksichtigung der sozia- 
len Stellung auf die Renten der Kriegsinvaliden ist aller- 
dings selbstverständlich. Die Versorgung der Hinterbliebe- 
nen ist aber leichter übersehbar und zurzeit besonders 
dringend, so daß eine sofortige Regelung durch ein Not- 
gesetz wünschenswert erscheint. 

Die Versorgung der Kriegsinvaliden hat aber noch eine 
andere Seite, die nicht weniger wichtig ist. Mit der Be- 
tonung des Rentenprinzips ist nicht genug getan, 
es handelt sich auch um das Heil - und Arbeitsprin- 
zip. Gewisse Vergleiche mit unserer Sozialversicherung 
erscheinen angebracht. Der vornehmste Grundsatz aller 
Invalidenfürsorge ist die möglichst vollkommene Heilung 
mit dem Zwecke, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten und 
wiederherzustellen. Die beschränkt Erwerbsfähigen bilden 
zwar den schwierigsten Punkt in der Wohlfahrtspflege. 
Trotzdem beweisen die Untersuchungen über Unfallver- 
letzte, daß ein großer Teil sich im Berufe angepaßt hat. 
Dementsprechend ist durch Gewährung des Heilverfahrens 
in weitestem Umfang anzustreben, die Kriegsinvaliden ent- 
weder für ihren alten Beruf wieder arbeitsfähig zu machen, 
oder ihnen neue Berufe zu eröffnen. Die Beschaffung loh- 
nender Arbeitsgelegenheiten muß sich an- 
schließen. Volkswirtschaftlich ist es richtig, die Kräfte, die 
den beschränkt Erwerbsfähigen noch zur Verfügung stehen, 
nutzbar zu machen. Das ethische Moment der Arbeits- 
beschaffung darf nicht außer acht gelassen werden. Der 
Beschäftigungslose fühlt sich leicht als überflüssig. Gar 
oft übt er auf seine Familie einen ungünstigen Einfluß 
aus. Um die Anpassung zu ermöglichen, bedarf es einer 
gewissen Schonzeit, in der eine Aenderung in der Renten- 



34 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 9/10 



festsetzung nicht eintreten darf. Der Anpassungsprozeß darf 
nicht gestört werden. Natürlich ist diese Schonzeit indivi- 
duell zu bemessen. Geistige Beeinflussung ist notwendig, 
weil die Verletzten gar zu leicht das Vertrauen zu sich selbst 
verlieren. 

Die Fragen sind in bestem Fluß. Am 5. Januar 1915 
fand im Reichsversicherungsamt eine Besprechung statt, in 
welcher Weise sich die Träger der Arbeiterversicherung 
an den Heil- und Fürsorgemaßnahmen der Heeresverwal- 
tung am zweckmäßigsten beteiligen könnten. Da eine Zen- 
tralisation der gesamten Bestrebungen zweckmäßig ist, 
hat man im Anschluß an das Rote Kreuz eine Sonderorgani- 
sation gebildet unter dem Vorsitz des Präsidenten des 
Reichsversicherungsamts, die die Fürsorge für die Kriegs- 
invaliden in die Hand genommen hat. In dieser Sonder- 
organisation sollen die verschiedenen Organisationen der 
Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die Berufsgenossenschaften, 
öffentliche Arbeitsnachweise usw. zusammengefaßt werden. 
Zweck - der Sonderorganisation ist es, das beste System 
der Kriegsinvalidenfürsorge zu finden. Aufgaben der Zen- 
trale sind: Rat- und Auskunftserteilung, Sammlung von 
Material über Ausbildungs-, Umlernungs- und Anlernungs- 
fragen, Berufsvermittelung. In Berlin hat man eine Schule 
für Einarmige ins Leben gerufen. An den württembergi- 
schen Baugevverksschulen sind Lehrkurse für im Kriege 



verstümmelte Angehörige des Baugewerbes eingerichtet 

worden. 

Zur Unterbringung der Kriegsinvaliden in neuen Stel- 
lungen werden Staat, Gemeinde und private Arbeitgeber zu- 
sammenwirken müssen. Bei Behörden und öffentlichen Be- 
trieben gibt es manche Stelle, die von einem nicht völlig 
Erwerbsfähigen ausgefüllt werden kann. Aehnliches gilt von 
der Industrie. Zu befürchten ist dabei die Gefahr der Lohn- 
drückerei. Hier muß von vornherein ein Riegel vorgescho- 
ben werden. Auch in der inneren Kolonisation könnte ein 
Teil der Kriegsinvaliden Unterkommen finden, ebenso in 
der Heimarbeit. Die letztere müßte allerdings nach mancher 
Richtung neu organisiert werden. Vielleicht empfiehlt sich 
der Weg der Arbeitsgenossenschaften. 

Wir im D. T.-V. suchen mitzuarbeiten. Zu der Frage der 
Umlernungskurse haben wir in der D. T.-Z. bereits Stellung 
genommen. In der Frage der Bemessung der Hinterbliebe- 
nenrente nach der sozialen Stellung sind wir bereits mit 
einer Eingabe an den Reichstag herangetreten. Wegen 
Beteiligung an der im Anschluß an das Rote Kreuz ge- 
schaffenen Sonderorganisation sind die notwendigen 
Schritte getan. Als Auskunfts- und Beratungsstelle stehen 
wir unseren aus dem Felde zurückkehrenden Mitgliedern 
und den Hinterbliebenen unserer gefallenen Mitglieder nach 
jeder Richtung zur Seite. 





Aus einem Felbpoftbrief 



TDohl tjauptfädilidi hier auf bem öftlidien Kriegsfcrjauplatf lierrfdit unter ber Benölkerung ein unbefdjreib= 
bares Clenb. TDollen mir bodi mit aller Kraft unb auch, mit allen ITIitteln nerrjinbern, baß foldjes Clenb in 
unfer geliebtes beutfdies üaterlanb hineingetragen roirb. Darum möcrjte auch idi bie in fefter Stellung 
befinblidien Kollegen aufforbern, ben 

Kricgsfonbs bes D. T. D- 

nadi allen Kräften zu unterftützen. Wenn mir hier brausen oor bem Feinbe bann hören, bafj auch ber 
D. T. V. für unfere in TTot geratenen Familien forgen kann, bann können mir mit noch frifcherem TTTut bem 

Feinbe entgegengehen. _ _ ... 

fjans fjagemeifter 

Inhaber bes eifernen Kreuzes 2. Klaffe — Unteroffizier unb Felbroebelbienfttuer 
1. Komp. 3. fanbfturm=Bataillons Koblenz, Brigabe Reisroitj, Korps Pofen. 



:: : - :: VOLKSWIRTSCHAFT :: :: :: :: 



Halbe Maßnahmen 

Lange hat sich die Regierung besonnen, bis sie das G e - 
treidemonopol durchgeführt hat. Heute zeigt sich schon, 
daß diese Maßnahme die einzig richtige war, um die Broternäh- 
rung sicher zu stellen. Gewiß, die Brotmarken bringen manche 
Unannehmlichkeiten mit sich. Aber gegenüber dem erreichten 
Zweck sind diese bedeutungslos. Genau wie bei Getreide hat 
man auch bei den Kartoffeln es mit Höchstpreisen ver- 
sucht. In den letzten Tagen hat man diese sogar um 1.75 M pro 
Zentner erhöht. Und die Folge: Der Kartoffelmangel ist ge- 
rade zu einer Kalamität geworden. Bis zu 10 Pf. kostet das 
Pfund. Der Kommandierende der Marken harte auch für den 
Kleinhandel Höchstpreise festgelegt. Natürlich blieben die Kar- 
toffeln in den Marken aus und gingen in die Gebiete, in denen 
infolge des Fehlens von Kleinhandelshöchstpreisen die Preise 
höher waren. Das härten die in Betracht kommenden Kreise 
voraussehen können. Man erwartet jetzt von der Erhöhung der 



Kartoffelhöchstpreise, daß größere Mengen Kartoffeln dem Markt 
zufließen. Das ist aber, wie die Praxis zeigt, nicht der Fall. 
So lange die Fleischpreise so gewaltig steigen — daß 
dies der Fall ist, ergibt sich daraus, daß ein amtlicher Bericht 
von starkem Anziehen und sprunghaftem in die Höhe gehen 
der Fleischpreise spricht — , verwendet der Bauer die Kartof- 
feln für das Vieh. Der Kartoffelgroßhandel spekuliert auf wei- 
tere Erhöhung der Preise. Daher bleibt nur ein Weg: die Be- 
schlagnahme der Kartoffelvorräte. Es müssen alle Mittel in 
Bewegung gesetzt werden, um dieses zu erreichen. Der Kriegs- 
ausschuß für Konsumenteninteressen tut seit Wochen sein mög- 
lichstes. Eine Aufnahme des Kartoffelbestandes hat jetzt keinen 
Zweck mehr. Das hätte man vor der Festsetzung von Höchst- 
preisen tun sollen. Die Konsumenten sind bereit, schließlich 
auch noch die Kartoffelmarke auf sich zu nehmen. Tech- 
nisch läßt sich die Beschlagnahme der Kartoffeln so durch- 
führen, daß man sie im Besitze der bisherigen Eigentümer be- 
läßt und sie auf Abruf abholt. 

Durch Bundesratsverordnung ist den Gemeinden empfoh- 
len, Vieh einzukaufen und zu konservieren. Die starke Nach- 
frage der Gemeinden hat die oben erwähnte Preissteigerung des 
Fleisches zur Folge gehabt. Wenn jetzt für den Fall der 



Heft 9/10 



35 



Enteignung von Schweinen Uebernahmepreise festge- 
setzt sind, so ist das nur eine halbe Maßnahme. Erst wenn all- 
gemeine Höchstpreise für Fleisch und Vieh eingeführt sind, fällt 
der Anreiz, Kartoffeln als Viehfutter zu benutzen, weg. Anderer- 
seits muß man auch der Landwirtschaft entgegenkommen und 
das andauernde Steigen der Futtermittelpreise durch 
Höchtspreise für Futtermittel zu hemmen suchen. Mit dem Ab- 
schlachten der Schweine wäre jetzt auch wirklich ernst zu 
machen. Ein Zwang könnte auch hier nichts schaden. 

Man wende nicht ein, das bedeutet ja eine vollständige 
Reglementierung der Lebensmittelversorgung durch den Staat. 
Das mag sein. Aber nur so können wir ohne Schädigung der 
Volksgesundheit das allgemein angestrebte Ziel erreichen: durch- 
zuhalten! Dr. H. 

* 

Eine Mahnimg zur Sparsamkeit 

Der Minister des Innern Herr v. Loebell hat am 16. Jan. 
an den Geheimen Regierungsrat Professor Dr. S e r i n g als Ant- 
wort einen Brief gerichtet, worin es heißt: 

„Wir werden in längerer Kriegszeit nur dann auskömmlich 
leben können, wenn wir ganz anders leben, als wir in langer 
Friedenszeit zu leben gewohnt waren. Der. deutsche Boden ist 
wohl reich und kann sein Volk ernähren. Aber was er hervor- 
bringt, das ist nicht immer das, was uns bisher am" besten 
geschmeckt hat. Wir brauchen nicht zu darben, aber w i r 
müssen sparen und einfach leben ; viel Schwarzbrot und 
Kartoffeln, weniger Fleisch und wenig Weißbrot — und sparen, 
immer sparen mit den Vorräten sowohl wie mit den Resten, 
die man wegzuwerfen gewohnt war. Unsere Volkswirtschafts- 
lehrer, die der Nation volks- und weltwirtschaftlich zu denken 
gelehrt haben, verdienen sich den Dank des Vaterlandes, wenn 
sie in dieser Kriegszeit unablässig aufklären, er- 
mahnen und raten, und ich bitte Sie und alle anderen 
sachkundigen Männer und Frauen der Theorie und Praxis, in 
. dieser Aufklärungs- und Ermahnungsarbeit nicht zu ermüden, 
sondern sie immer wieder und wieder bei jeder sich bietenden 
Gelegenheit mit der Feder und dem Wort mit allen Kräften 
fortzuführen. 

Kein Zweifel, wir haben in den vergangenen Kriegsmonaten 
nicht so mit unseren Vorräten gespart, wie es Pflicht und 
Patriotismus geboten. Jetzt ist es Zeit, soll es nicht zu spät 
sein. Es gilt, jeden Haushalt in Kriegszustand 
zu versetzen. Jeder Deutsche, vor allem jede Frau sei 
Soldat in diesem wirtschaftlichen Kriege. Was Todesmut und 
Tapferkeit vor dem Feinde ist, das ist Sparsamkeit und Ent- 
sagung daheim, und Beispiel und Kameradschaft gibt es hier 
wie dort. Es kann leicht zu wenig, niemals zu viel geschehen. 
In jedem Deutschen, dem nicht die höchste Ehre vegrönnt ist, 
sein Leben draußen im Felde für das Vaterland einzusetzen, 
muß das Bewußtsein lebendig sein, daß es seihe heilige Pflicht 
ist, hier in der Heimat durch Einschränkungen und Anpassungen 
seines täglichen Lebens an die neuen Notwendigkeiten zum 
siegreichen Durchhalten nach seinen schwachen Kräften beizu- 
tragen. Wer nicht willig und pünktlich alle die Maßnahmen 
durchführt und für ihre Durchführung auch seitens der anderen 
sorgen hilft, die zur Sicherstellung unserer Volksernährung er- 
lassen sind (Einschränkung des Verbrauchs von Brotgetreide, 
insbesondere von Weizen, strenge Beobachtung des Verfüt- 
terungsverbots, Verminderung der Mastviehbestände usw. 
usw.), versündigt sich am Vaterlande wie ein 
Soldat, der nicht seine Pflicht und Schuldig- 
keit bis zum letzten Atemzuge tun würde. Und 
ebenso wie letzteres — mit Stolz können wir es sagen — bei 
einem deutschen Soldaten ausgeschlossen ist, so wollen und 
können wir hoffen, daß Deutschlands Männer und Frauen da- 
heim auch ihre Pflicht und Schuldgikeit dem Vaterlande ge- 
genüber mit Hingebung, Freudigkeit und Opfermut voll er- 
füllen werden." 

Diese Worte verdienen allgemeine Beherzigung. 



:: :: ANGESTELLTENFRAGEN 



♦♦ 

•* 



Die Angestelltenversicherung im Kriege 
Von einem Beamten der Reichsversicherungsanstalt für An- 
gestellte werden uns folgende Ausführungen über die Pflichten 
und Rechte der Versicherten zur Verfügung gestellt: 

Die Reichsversicherungsanstalt hat selbstverständlich auch 
für die Kriegszeit an dem Grundsatz festgehalten : „Solange Ge- 
halt gezahlt wird, sind auch Beiträge zu zahlen", und zwar wie 
seither vom Arbeitgeber und vom Arbeitnehmer zu gleichen 
Teilen. Es ist dabei auch völlig belanglos, ob der eine oder der 
andere zur Fahne einberufen ist. Man hatte davon etwas läuten 
hören, daß die Kriegsmonate wie Beitragsmonate gezählt würden 



und daß daher die Beitragsentrichtung überflüssig sei. Dem ist 
aber nicht so. Es kann darum jedem Versicherten nur empfohlen 
werden, von dem Recht der freiwilligen Weiterversicherung Ge- 
brauch zu machen, wenn der Arbeitgeber keine Pflichtbeiträge 
mehr zu zahlen hat, weil er kein Gehalt mehr zahlt. Sie ist aller- 
dings an den Nachweis von 6 Pflichtbeitragsmonaten geknüpft 
und ist höchstens in derjenigen Gehaltsklasse zulässig, die den 
letzten 6 Pflichtbeiträgen entspricht. Nach unten aber steht die 
Wahl der Gehaltsklasse völlig frei; es genügt also die Zahlung 
von 1.60 M monatlich. 

Was wird hierdurch erreicht? Der Versicherte erhöht sich 
weiter die später ihm zukommenden Renten. Denn diese werden 
nicht nach der Dauer der Versicherung, sondern nach den tat- 
sächlich entrichteten Beiträgen bemessen. Es sei daher auch 
darauf hingewiesen, daß die jetzt gezahlten Beiträge hierbei 
ganz besonders ins Gewicht fallen, da die Renten sich zusammen- 
setzen aus einem Viertel der in den ersten 120 Beitragsmonaten 
gezahlten Beiträge und aus einem Achtel der nachher gezahlten. 
Je höher also die ersten Beiträge, desto besser für später. Das 
zweite, was durch die freiwillige Weiterversicherung erreicht 
wird, ist die Zurücklegung der Wartezeit. Ein Angestellter erhält 
nämlich, auch wenn er das 65. Lebensjahr vollendet hat oder 
berufsunfähig geworden ist, nicht ohne weiteres sein Ruhegeld, 
sondern er muß die Wartezeit erfüllt haben. Ebenso erhalten im 
Falle seines Todes seine Hinterbliebenen nur dann eine Rente, 
wenn die Wartezeit erfüllt war. Zum Beispiel muß ein versiche- 
rungspflichtiger männlicher Angestellter 120 Monatsbeiträge ge- 
leistet haben, um einen Anspruch auf Ruhegeld erheben zu 
können. Ein drittes wird noch durch die freiwillige Weiterver- 
sicherung erreicht: Die Anwartschaft wird aufrecht erhalten. 
Wenn ein Versicherter nämlich stellenlos wird und keine Beiträge 
für ihn gezahlt werden, dann erlischt zwar die Anwartschaft auf 
die Leistungen im ersten Jahr, in dem Beiträge entrichtet wurden, 
noch nicht, wohl aber dann, wenn innerhalb der nächstfolgen- 
den 10 Kalenderjahre weniger als 8 und nach dieser Zeit weniger 
als 4 Beitragsmonate während eines Kalenderjahres zurückgelegt 
worden sind. Die Versicherten also, die schon im Jahre 1913 
versichert worden sind, müssen im Jahre 1914 für mindestens 
8 Monatsbeiträge sorgen, sonst erlischt die Anwartschaft, d. h. 
alle vorher entrichteten Beiträge sind verfallen. Nur in dieser 
einen Hinsicht, soweit es sich um die Aufrechterhaltung der An- 
wartschaft handelt, haben unsere Soldaten den Vorzug, daß ihnen 
die Monate, die sie unter der Fahne weilen, miteingerechnet 
werden, auch wenn keine Beiträge gezahlt werden; sie sollen 
durch die Einberufung keinen Verlust haben. Die Einberufungs- 
zeit, in der keine Beiträge gezahlt werden, ist aber vollkommen 
bedeutungslos für die Zurücklegung der Wartezeit und für die 
Höhe der zukünftigen Rente. Bei der Invalidenversicherung wird 
die Militärzeit auf die Wartezeit angerechnet, was wohl zu Ver- 
wechslungen mit der Angestelltenversicherung Anlaß gegeben hat. 

Eine Reihe von Maßnahmen der Reichsversicherungsanstalt 
deuten darauf hin, daß sie nach jeder Richtung bemüht ist, die 
bestehenden Konten zu erhalten und fortzuführen. Viele Arbeit- 
geber haben nämlich ihren Angestellten bei der Mobilmachung 
nicht gekündigt, zahlen ihnen aber auch kein Gehalt. Dafür 
haben sie den Angestellten oder deren Angehörigen eine regel- 
mäßige Unterstützung bewilligt. Diese Unterstützung ist tatsäch- 
lich aber weiter nichts, als eine verkappte Gehaltszahlung, wenn 
auch vielleicht eines verminderten Gehalts. Daher verlangt die 
Reichsversicherungsanstalt, daß hiervon Beiträge entrichtet wer- 
den. Die Höhe der Beiträge richtet sich dabei stets nach der 
Höhe der gewährten Unterstützung. Versicherte, die dadurch 
in eine niedrigere Gehaltsklasse kamen, können sich aber frei- 
willig höher versichern Id. h. sie bleiben einfach in der alten 
höheren Klasse, indem sie auf den Pflichtbeitrag des Arbeit- 
gebers soviel aus ihrer Tasche drauflegen, bis der Beitrag nach 
der bisherigen Klasse erreicht ist. Der Arbeitgeber ist zum 
höheren Beitrag nur dann verpflichtet, wenn dies vereinbart war. 
Auch einem anderen Kriegsnotbehelf ist die Reichsversicherungs- 



Beteiligt *üuct> an bti neuen 

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36 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 9/10 



anstalt gerecht geworden. Manchmal haben die Arbeitgeber an- 
stelle, des einberufenen Angestellten dessen Frau in ihren Dienst 
genominen, die natürlich wieder ausscheidet, sobald der Mann 
aus dem Felde zurückkehrt. Vorausgesetzt, daß die mit dem 
Manne geschlossenen Verträge unberührt bleiben, soll in solchen 
Vertretungsfällen der Mann versicherungspflichtig bleiben und die 
Beiträge werden nicht auf einem neuen Konto der Frau, vielmehr 
auf dem Konto des Mannes weiterverbucht. Zum Schluß soll 
nicht unerwähnt bleiben, daß Angestellte, die früher mehr als 
5000 M verdienten und jetzt weniger haben, versicherungspflichtig 
werden. Es sind daher für sie jetzt Beiträge einzuzahlen, auch 
wenn sie glauben, daß die Zeit ihrer Versicherungspflicht nur 
wenige Monate dauert. Sie mögen sich später freiwillig weiter- 
versichern, wenn sie ihre Beiträge nidht verfallen lassen wollen. 

Die Ansprüche, die besonders im Anschluß an den Krieg 
an die Reichsversicherungsanstalt gestellt werden, sind an sich 
untergeordneter Natur. Renten an Hinterbliebene können noch 
nicht bewilligt werden, ebenso kein Ruhegeld an berufsunfähig 
Gewordene, da noch kaum ein Versicherter die Wartezeit, selbst 
nicht die kurze 5jährige Wartezeit für die Hinterbliebenenrente, 
erfüllt hat; die wenigen, die die Wartezeit durch Einzahlung eines 
entsprechenden Kapitals abgekürzt haben, kommen kaum in 
Frage. Da aber diese Regelung besonders in den ersten Jahren 
des Bestehens der Angestelltenversicherung zu unverschuldeten 
Verlusten der Versicherten führen würde, soll bei Eintrtit des 
Versicherungsfalls (Tod oder Berufsunfähigkeit) wenigstens ein 
Teil der eingezahlten Beiträge zurückgezahlt werden. Aber auch 
diesem Anspruch sind wieder sehr enge Grenzen gezogen. Die 
Rückerstattung kann nur naCh dem Tode des Versicherten bean- 
sprucht werden und zwar nur von der vielleicht hinterlassenen 
Witwe oder seinen hinterlassenen Kindern unter 18 Jahren. Eltern 
und Geschwister usw. sind nicht dazu berechtigt, auch wenn sie 
in dem Verstorbenen ihre letzte Stütze verloren haben. Zurück- 
gezahlt wird die Hälfte der Pflichtbeiträge und drei Viertel der 
freiwilligen Beiträge. War der Versicherte wegen einer privaten 
Lebensversicherung von der eigenen Beitragsleistung befreit, so 
kann überhaupt nichts erstattet werden. Das zwecks Abkürzung 
der Wartezeit eingezahlte Kapital wird zur Hälfte oder zu Drei- 
vierteln erstattet, je nachdem die Abkürzung von einem Pflicht- 
versicherten oder einem freiwillig Versicherten durchgeführt war. 
Der Antrag ist immer an den Rentenausschuß Berlin der An- 
gestelltenversicherung zu richten und zwar spätestens innerhalb 
eines Jahres nach dem Tode des Versicherten, gleich wann die 
Hinterbliebenen davon bestimmte Nachricht bekommen haben. 
Alles in allem ist es nicht viel, was für den einzelnen Versicherten 
jetzt aus der Angestelltenversicherung zu erwarten ist. Es ist nur 
ein Ersatz, ein Notbehelf, nichts Endgültiges; denn die ganze 
Rückerstattung von Beiträgen wird nach wenigen Jahren immer 
seltener werden und vom 1. Januar 192S ab ganz aufhören, um 
den Renten Platz zu machen. 

* 

Die Durchführung des Versicherungsgesetzes für Angestellte 

ist seit dessen Inkrafttreten eine der Hauptbestrebungen der 
Versicherungsorgane. Es müssen zu diesem Zwecke zahlreiche 
persönliche Prüfungen und Ermittelungen vorgenommen werden, 
für die das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für An- 
gestellte und der Rentenausschuß in steigendem Maße die aus 
Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreisen gewählten Vertrau- 
ensmänner heranziehen. Ihre Tätigkeit scheint sich im gan- 
zen großen auch erfolgreich zu gestalten, da in der Regel den 
notwendigen Prüfungen in den Betrieben der Arbeitgeber nichts 
in den Weg gelegt wird. Immerhin kommt es vereinzelt 
vor, daß Angaben, die auf Grund des behördlichen 
Auftrages verlangt werden, verweigert werden. 
Durch dieses Vorgehen machen sich aber sowohl Arbeit- 
geber wie gegebenenfalls Versicherte strafbar. Der § 215 
des Versicherungsgesetzes für Angestellte bestimmt ausdrück- 
lich, daß die Arbeitgeber dem Rentenausschuß und der Reichs- 
versicherungsanstalt für Angestellte sowie den Beauf- 
tragten beider Auskunft über die Zahl der Be- 
schäftigten, den Arbeitsverdienst und die Dauer 
der Beschäftigung zu geben haben. Ebenso müssen die Ver- 
sicherten übler ihre Beschäftigung und ihren Arbeits- 
verdienst aussagen. Es können also gegebenenfalls auch Perso- 
nalangaben und, wenn nötig, Versicherungskarten von den Ar- 
beitgebern eingefordert werden. Wenn die vorzunehmende Prü- 
fung eine Rücksprache mit einem Angestellten erforderlich 
macht, so muß sie der Arbeitgeber gestatten. 

Auf Verletzungen der Auskunftspflicht stehen Geld- 
strafen bis zu 150 M. 

Gegen unrechtmäßige Befragung sind die Arbeitgeber da- 
durch geschützt, daß jeder beauftragte Vertrauensmann eine 
Bestallung seitens der Reichsversicherungsanstalt für An- 
gestellte besitzt, die er bei der Vornahme der Prüfung vorzu- 
zeigen hat. 



STAND ES BEWEGUNG 



Eine Papiergeldmappe 
wird von einem Herrn Schulz, Cöln-Sülz, Zülpicher- 
straße 319, unter der Bezeichnung „Reichsadler" herausgegeben. 
Die Mappe ist sehr praktisch, so daß sie unseren Mitgliedern) 
empfohlen werden kann. Ein wesentlicher Prozentsatz des Rein- 
gewinns wird unserer Kriegshilfe zufließen. Herr Schulz 
wird sich gestatten, an die Zweigverwalrungen heranzutreten. 

* 

Kriegsmaßnahmen des D. T.-V. 

Beteiligung an dem Kursus des Preußischen Ministeriums: 
des Innern für Volksernährung. 

Wiedereinführung der Stellenlosen-Unterstützung zur Hälfte 
der regulären Sätze. 

Einreichung eines Verzeichnisses von Technikern, die be- 
reit sind, in Ostpreußen Stellung anzunehmen, an den Oberpräsi- 
denten von Ostpreußen. 

Bekämpfung der Bestimmung, daß die Behörden nur mili- 
tärfreie Techniker einstellen. 

Eingaben an die Provinzialverwaltungen wegen Weiterzah- 
lung des Gehaltes an die im Felde stehenden, auf Privatdienst- 
vertrag angestellten Techniker. 

Verhandlungen mit dem Magistrat Lichtenberg wegen Nicht- 
anerkennung der Organisation. 

Eingehende Darlegungen an das Kriegsministerium wegen 
der Kriegszulage und der Sonntagsarbeit. 

Eingabe an das Bayerische Staatsministerium des Innern, 
von der endgültigen Besetzung freigewordener Stellen während 
des Krieges Abstand zu nehmen. 

Eingaben an den Magistrat Insterburg, den auf Privatdienst- 
vertrag angestellten Technikern, die im Felde stehen, einen Teil 
des Gehaltes weiterzuzahlen. 

Eingabe an das Direktorium der Reichsversicherungs-Anstalt 
wegen Gewährung von Hypotheken zwecks Belebung des Bau- 
marktes. 

Aus dem D. T.-V. 

Victor Rolf, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 66 457, wurde zum 
Leutnant, Max Schmidt, Oberhausen-Rhld., Mitgl. 26 560, 
der als Landsturmpionier der Westarmee im Argonnenwald dient, 
vom Gefreiten zum Unteroffizier befördert. Als vermißt wur- 
den uns weiterhin gemeldet : Frier d. Abendroth, Rumpen- 
heim a. M., Mitgl. 73 527, Otto Lemnitzer, Berlin-Lich- 
terfelde, Mitgl. 73 232, Otto Kümmert, Mühlhausen i. Th., 
Mitgl. 68 847. 

* 

Aus dem Erholungsheim 

Der D. T.-V. hat den Gedanken auf Schaffung eines Er- 
holungsheims, der in den letzten Jahren von den Organisationen 
lebhaft diskutiert wurde und auch in der mehr offiziösen Form 
der Kaufmanns-Erholungsheime seinen Ausdruck fand, bereits seit 
Mai 1909 verwirklicht. »»Das Kriegsjahr 1914 brachte auch für 
unser Erholungsheim außergewöhnliche Verhältnisse. Die Be- 
sucherzahl, die im Juli noch 126 Personen mit 1369 Verpflc- 
gungstagen betrug, sank im August auf 10 Personen mit 92 Ver- 
pflegungstagen, um weiter im September auf 2 Personen mit 
22 Verpflegungstagen zu fallen. Von da ab ist allerdings wieder 
eine kleine Aufwärtsbewegung zu konstatieren, indem im No- 
vember 12 Personen mit 13 Verpflegungstagen das Heim be- 
suchten, eine Zahl, die im Dezember auf 4 Personen mit 4 Ver- 
pflegungstagen herunterging. Im Jahre 1914 haben 415 Personen 
das Heim besucht, die 3582 Tage dort verbrachten. Im Durch- 
schnitt entfallen auf eine Person 8,63 Verpflegungstage gegen 
10,38 im Jahre 1913. Seit der Eröffnung am 31. Mai 1909 bis 
31. Dezember 1914 haben 3095 Personen das Erholungsheim 
als Gäste für einen oder mehrere Tage besucht. Der Aufenthalt 
im Heim selbst dauerte 1 bis 49 Tage. 

Die Mobilmachung am 31. Juli 1914 hatte zur Folge, daß 
fast alle Heimgäste abreisten und das voll besetzte Haus plötz- 
lich leer wurde. Der Geschäftsführende Vorstand stellte sofort 
das Erholungsheim dem Roten Kreuz zur Aufnahme von ver- 
wundeten Kriegern zur Verfügung. Das Anerbieten wurde dan- 
kend angenommen. Das Rote Kreuz überließ das Heim der Gar- 
nison-Verwaltung, die es zum Reserve-Lazarett bestimmte. In 
der Nacht vom 5. zum 6. November wurden die ersten Verwun- 
deten eingebracht. Seit dieser Zeit ist das Heim ständig belegt. 
Die höchste Ziffer war 38. Die Zu- und Abgänge an Verwun- 
deten wechseln fast täglich. In dem Heim sind nur Leichtver- 
wundete und Rekonvaleszenten untergebracht. Die Krieger füh- 
len sich sehr wohl und sind voll des Lobes. Die Bürgerschaft 

* • 



Heft 9/10 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



37 



Sondershausens zeigt für das Erholungsheim das größte Inter- 
esse. Liebesgaben gehen in großem Umfange ein. Die Christ- 
bescherung fand in Gegenwart der Fürstin-Witwe von Sonders- 
hausen mit ihrem ganzen Hofstaate statt. Die Verpflegung und 
die Kosten für den laufenden Wirtschaftsbetrieb und die not- 
wendig gewordenen kleineren baulichen Veränderungen hat die 
Lazarett- Verwaltung übernommen. Das Heim ist zunächst bis 
1. Juli 1915 als Reserve-Lazarett zur Verfügung gestellt. Auf 
verschiedene Anfragen von verwundeten Verbandsmitgliedern, 
ob sie im Erholungsheim unterkommen könnten, erwidern wir, 
daß diese Möglichkeit besteht, falls durch die Militärbehörde 
eine Ueberweisung des Gesuchstellers an unser Erholungsheim 
erfolgt. 5 Betten des Erholungsheims sind unabhängig davon 
für unsere Mitglieder reserviert, die als Gäste ein paar Tage im 
Erholungsheim verbringen wollen. 

Zum Schlüsse sei des Mannes gedacht, der die ganzen Ar- 
beiten übernommen hat, die das Erholungsheim mit sich brachte. 
Es ist dies unser Verbandsmitglied, Herr Bürgermeister Burk- 
hardt In aufopfernder Weise hat er trotz seiner überaus star- 
ken Inanspruchnahme durch den Beruf Zeit gefunden, um in dem 
ihm lieb gewordenen Erholungsheim in treuer Fürsorge alles 
zum Besten zu wenden. Der wärmste Dank des Verbandes wird 
ihm sicher sein. 



:: RECHTSFRAGEN :: ;: :: :: :: :: 



Das Sechswochen-Gehalt der zum Kriegsdienst 

einberufenen Angestellten 
In Nr. 52 des vorigen Jahrgangs hatten wir darauf hingewie- 
sen, daß die Auffassung, der Angestellte könne für die Dauer von 
6 Wochen nach seiner Einberufung noch Gehaltsansprüche stel- 
len, an Boden gewinnt, weil in verschiedenen Entscheidungen 
anerkannt war, daß trotz aller ethischen Momente, die bei der 
Frage mit zu berücksichtigen sind, wirtschaftlich die Einberufung 
doch als ein unverschuldetes Unglück für den Angestellten wirkt. 
Die bis dahin vorliegenden Entscheidungen waren allerdings aus- 
nahmslos von Kaufmannsgerichten ergangen und es bestand noch 
Unsicherheit darin, ob auch die ordentlichen Gerichte einer sol- 
chen Auffassung zugänglich sein würden. Nunmehr liegt und 
zwar in der Berufungsinstanz ein Urteil des Kölner Landgerichts 
vor, das wir im nachstehenden in seinen wesentlichsten Punkten 
bekanntgeben möchten, da die Begründung des Urteils zweifel- 
los dem Empfinden der interessierten Kreise in allen Punkten 
entspricht. 

Das Kaufmannsgericht Köln hatte einem Handlungsgehilfen, 
der seit zwölf Jahren bei einer hiesigen Firma, zuletzt gegen 
ein Monatsgehalt von 335. — M beschäftigt war, und der zum 
15. August zum Heeresdienst eingezogen wurde, für 6 Wochen 
469. — M Gehalt zugesprochen. Die Entscheidung des Prozesses 
hänge von der Frage ab, ob der gegenwärtige Krieg, der die 
Einberufung des Klägers veranlaßt habe, als ein Unglück im 
Sinne des § 63 H. G. B. zu betrachten sei. 

Das Berufungsgericht rrat sich auf den Standpunkt gestellt, 
daß man die Frage weder schlechthin bejahen, noch schlechthin 
verneinen könne, sondern daß man ebenso, wie bei der Entschei- 
dung der Frage, ob der Krieg als höhere Gewalt anzusehen sei, 
jeden einzelnen Fall für sich untersuchen müsse, wobei vom 
Standpunkte des Handlungsgehilfen aus, zu dessen Schutz § 63 



H. G. B. bestimmt sei, die wirtschaftliche Seite der Sache — das 
Ausbleiben des Gehaltes — in den Vordergrund zu rücken sei. 
Gehe man hiervon aus, so sei nicht einzusehen, daß der Krieg 
und als dessen Folge die Einberufung zum Heeresdienst für einen 
jungen Mann, der nicht für Weib und Kind zu sorgen habe, ein 
Unglück im wirtschaftlichen Sinne sein solle. Erhalte er doch 
alles, was zu seinem Unterhalte erforderlich sei, mit seinem Ein- 
tritt ins Heer umsonst gestellt. Anders sei die Sache bei einem 
Manne zu beurteilen, der, wie der Kläger kein Vermögen besitze 
und Frau und vier kleine Kinder zu Hause zurücklasse. Für ihn 
sei die Einberufung zum Heeresdienste als Folge des Krieges ein 
Unglück, das die Fortzahlung des Gehaltes für 6 Wochen recht- 
fertige. Denn die Bestimmung der §§ 63, 72 H. G. B. beruhe auf 
dem Gedanken, daß dem Handlungsgehilfen von seinem Prin- 
zipale über die ersten schweren Zeiten hinweggeholfen werden 
solle, bis andere Hilfsmittel, z. B. auf Grund des Gesetzes betr. 
die Unterstützung von Familien der im Dienst eingetretenen 
Mannschaften in Wirksamkeit treten. Die Einberufung zu einer 
gewöhnlichen militärischen Uebung in Friedenszeiten könne man 
mit der Einberufung zum Heeresdienste in Kriegszeiten nicht auf 
die gleiche Stufe stellen, es sei zu berücksichtigen, daß sie lange 
Zeit vorher mitgeteilt wurde, so daß sich der davon Betroffene 
wirtschaftlich einrichten könne. Die Einberufung zum Kriegs- 
dienste erfolge dagegen plötzlich und unerwartet und sei für 
den Einberufenen bezw. dessen Familie gleichzeitig ein harter 
Schlag. Die Beschränkung auf derartige Fälle werde sich auch 
mit der Leistungsfähigkeit des Prinzipals regelmäßig im Ein- 
klang finden. Aus diesen Gründen sei die Berufung zurück- 
zuweisen. 

Demgegenüber steht allerdings auch aus neuerer Zeit eine 
Entscheidung des Oberlandesgerichts Dresden, die folgender- 
maßen begründet ist. 

Die Dienstverhinderung des Angestellten erfolgt auf Grund 
des obersten Staatsgrundgesetzes über die allgemeine Wehr- 
pflicht, und dies kann niemals als ein Unglück angesehen wer- 
den. Ueberhaupt ist der Begriff „Unglück" ein ganz subjektiver, 
da, was dem einen als Unglück erscheint, ein anderer als Glück 
betrachtet. Die Einberufung zu den Fahnen ist eine Ehre 
und die höchste sittliche Betätigung des Mannes, 
die bei weitem alle noch so nachteiligen wirtschaftlichen Begleit- 
erscheinungen der Einziehung überwiegt. 

Wir unterschreiben gern, was in den vorstehenden Ausfüh- 
rungen gesagt ist bis auf den Satz, daß alle noch so nachteiligen 
wirtschaftlichen Begleiterscheinungen ganz zurücktreten und zu 
vernachlässigen wären. Der Gehaltsanspruch ist eine wirtschaft- 
liche Forderung und wird doch lediglich deshalb gestellt, um 
einigermaßen diese nachteiligen wirtschaftlichen Begleiterschei- 
nungen auszugleichen. Uns scheint in diesem Punkte das Kölner 
Urteil den praktischen Verhältnissen wesentlich näher zu stehen, 
das betont, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse sowohl des 
Angestellten als auch des Arbeitgebers im einzelnen Falle mit in 
Berücksichtigung zu ziehen sind. Daß aber selbst dort, wo der 
Betrieb aufrecht erhalten werden kann, und nicht selten sogar 
noch erheblich erweitert werden könnte, der Angestellte allein 
die nachteiligen wirtschaftlichen Begleiterscheinungen tragen 
solle, das wird wohl kein billig Denkender verlangen können. Wir 
hoffen, daß die Auffassung, die in der Begründung des Kölner 
Urteils niedergelegt ist, die Oberhand über die Begründung be- 
halten wird, die das Oberlandesgericht Dresden seinem Urteile 
geben zu müssen glaubte. Lz. 



Kriegshilfe (14. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: F. Heinze, A. Schirmbeck, 
A. Wildegans (Erlös aus dem Verkauf von Kriegspostkarten 
1,50 M) = 12,00 M. 

Zweigverwaltungen : Aue : Georgi 1,00, Rohland 5,00 (=6,00). 
Bergedorf: 10,00. Berlin: Liepack 1,00, A.Müller 1,00, 
Kansy 1,00, Petersdorf 1,00, Hahn 2,00, Kmoth 2,00, Pfeiffer 
2,00, Freund 10,00, Völz 4,00, Vorstand der Zweigverwaltung 
12,50 (=36,50). Beuthen: Pietzka 5,00, Fa. Wendrich & Lasse 
20,00 (=25,00). Braun schwe ig: Hennig 5,00, Bölke 4,00, 
Lütge 5,00, Kock 2,00, Robbin 2,00, Cickler 2,00, Fedder 1,00, 
Landmann 2,00, Funke 1,50, Balke 1,50, W. Brinkmann 2,00, Ise- 
beck 3,00, Sander 5,00, Schlüter 2,00, Rosenberg 2,00, E. Schulze 
2,00, Hirche 2,00, Kroll 1,00, F.Schmidt 2,00, Bahrs 2,00, Schrä- 
der 1,00, Förster 2,00, Bergmann 1,00, Ljunggren 1,00, Kellner 
2,00, Bernhardt 1,00, Kästner 1,00, Dietz 1,00, Haars 1,00, 
Spintje 2,00 = 62,00, Reinicke 3,00, Hodemacher 1,00, Dillenburg 
1,00, Hoff 2,00, Göhrmann 1,00, Klüglich 1,50, Lott 2,00, Him- 
stedt 1,00, Süßenguth 1,00, Gille 2,00, Böse 1,00, Bläsche 1,00, 
Würtz 1,00, Schirmer 3,00, Hille 2,00, H. Brennecke 2,00, A. Brink- 
mann 2,00, Göjhrt 1,00, Lühken 2,00, Harting 1,00, Wollweber 1,00, 
Wolff 1,00, Sasse 1,50, H.Schulze 2,00, Hirschelmann 1,00, Lü- 
decke 3,00, Kuhfuß 2,00, Kreisel 1,00 = 44,15 (=106,15). Bre- 



men: 200,15. Brieg: Groos 10,00, Nothtroff 1,00, Kubler T,00 
= 12,00, Verkauf von Kriegskarten: Groos 0,50, Schölkopf 0,60, 
Kubler 0,30 = 1,40 (= 13,40). Coblenz: 15,00. Cöln: Aust 
2,00, Calmus 1,00, Cornelius 2,00, Düsterhaus 3,00, Eichelgrün 
5,00, Geib 8,00, Gräsche 5,00, Großmann 2,00, Hcubeling 3,00, 
Hillen 3,00, F. König 2,00. Kuhnke 2,00, C. Linder 1,00, 
Meis 2,00, O. Meskendahl 3,00, R. Meskendahl 3,00, 
A. Meyer 2,00, Muth 3,00, Nottar 3,00, G. Paul 5,00, 
Pellikan 2,00, Pikalo 3,00, Pörtje 2,00, Raufft 3,00, Scholz 1,00, 
Schulze 2,00, Jak. Schüller 50,00, Teegier 5,00, Türk 3,00, Walm- 
rath 3,00, Wagner 1,00, Wiemeyer 5,00, Zeiß 10,00, Sammel- 
büchse 2,35, Kriegspostkarten 9,85 (= 162,20). Cuxhaven: 
90,00. Danzig: 24,00, 41,00 als 6. Rate von den Kollegen der 
Kaiserl. Werft Danzig (= 65,15). Darmstadt: H. S. V. 26. 
10,00, Ripper 10,00, Thümmel 5,00, Heldmann 10,00, Hubertus 
20,00, Wilbert 5,00, Voigt 20,00 (= 80,00). Deutsch-Krone: 
Goede 3,00. Düsseldorf: 80,00. Friedrichsort: Von 
den Technikern der Kaiserl. Torpedowerkstatt als 5. Rate 496,31, 
Carstens 10,00, Birck 10,00, Hamann 6,00, Heitmann 5,00, Neu- 
mann 10,00, Stölting 10,00 (= 457,31). Glauchau: Lipfert 4,00. 
Graudenz: 100,00. Halle a. S. : Erlös von 55 Kriegskarten 
5.50. Hamborn: Herber 6,00, Ruschenburg 5,00, Wolf 5,00, 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 9/ 10 




EHREN- WM TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Dietrich Asche, Essen-Ruhr, Mitgl. 66135. 

Ferdinand Baumann, Cleve, Mitgl. 78 528, gefallen am 5. 1. 15 
im Argonnerwald (nachträglich ausgezeichnet). 

Josef Becker, Rendsburg, Mitgl. 66 811. 

Sophus Brauer, Mülheim(Ruhr), Mitgl. 45 394. 

Eduard Braun, Ingolstadt, Mitgl. 36178. 

Friedr. Dühr, Mitgl. 72 506, aus Eckernförde (jetzt Zweig- 
verwaltung Kiel). 

Andreas Franzen, Hosp. -Mitgl. 05 164, Eckernförde. 

Karl Friemann, Cöln-Kalk, Mitgl. 70154. 

Alfred Fritz, Kolberg, Mitgl. 45 173, Uff. d. Res. 

Hans Hagemeister, Cöln-Ehrenfeld, Mitgl. 28 779. 

Oskar Helbing, Heidelberg, Mitgl. 61 894. 

Hugo Klett, St. Wendel, Mitgl. 71 645, unter Beförderung z. 
Unteroffizier (leicht verw.). 

Paul Krauß, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 53 295. 

Herrn. Lang, Oldenburg, Mitgl. 62 763. 

Herbert Läppchen, Berlin-Schöneberg, Mitgl. 73 189. 

Josef Lederer, Nürnberg, Mitgl. 47 173, bayr. Militärver- 
dienstkreuz mit Krone und Schwertern. 

Emil Mohr, Oldenburg, Mitgl. 14 305, Feldwebelleutnant. 

Paul Sattler, Hiesfeld, Verw. Hamborn, Mitgl. 44 719. 

Hubert Schäfers, Hamborn, Mitgl. 59 603. 

Adolf Schellstede, Oldenburg, Mitgl. 72 715, Sanitäts-Uff. 

Karl Schmid, Regensburg, Hosp.-Mitgl. 07 342. 

Carl Herrn. Schröder, Staßfurt-Leopoldshall, Mitgl. 71 844. 

Chr. Schultheiß, Selb i. By., Mitgl. 77 279. 

Jos. Siedhoff, Lippstadt, Mitgl. 75 921. 

Fritz Siepmann, Mülheim-Ruhr, Mitgl. 74 733. 

Peter Spockmann, Verw. Lippstadt, Mitgl. 67 080, verwundet. 

Karl Stenger, Luxemburg, Mitgl. 75 133, verwundet. 

Georg Stöhr, Kehlheim i. Bay., Mitgl. 52 098. 

Friedr. Witte, Oberhausen (Rhld.), Mitgl. 70 501, unter Be- 
förderung zum Vizefeldwebel. 

Oskar Wolff, Cöln-Mülheim, Mitgl. 73 529. Der Kollege er- 
hielt außerdem die König-Friedrich-August-Medaille. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden für Tapferkeit im Felde: 

Köhler, München, Mitgl. 47 342, Militärverdienstkreuz 3. Kl. 

mit Krone und Schwertern. 
Rieh. Kostial, Dresden, Mitgl. 61 990. Silb. Verdienstkreuz 

mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille. 
Netscher, Ludwigshafen, Mitgl. 75 631, bayr. Verdienstkreuz 

mit Krone und Schwertern. 
Heinrich Zerries, Braunschweig, Mitgl. 14 947. Braunschw. 

Kriegs-Verdienstkreuz. 

Leutnant Ludwig Wilfert, Nürnberg, Mitglied 63 676, hat, 
wie wir nachträglich erfahren, das Bayr. Militärverdienst- 
kreuz 2. Klasse mit Krone und Schwertern erhalten. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Georg Ammon, Spandau, Mitgl. 78 159, seit 1. 6. 14, am 

13. 1. 15 beim Sturm auf Crony und Vregny. 
Ernst Bremer, Zerbst, Mitgl. 38 992, an Flecken-Typhus im 

Budapester Krankenhaus gestorben. 
Hugo Buschmann, Lüdenscheid, Mitgl. 68 957, seit 1.3.13. 
Fritz Christoph, Berlin, Mitgl. 69 641, seit 1. 1. 13, infolge 

seiner Verwundung im Lazarett Channy gestorben. 
Konr. Eisner, Posen, Mitgl. 56882, s. 1. 1. 1910, vor Verdun. 
Heinrich Ernst, Borbeck, Mitgl. 34 575, seit 1. 10. 1905, in 

Ammezweiler b. Mülhausen. 



Wüh. Fellehner, Königsberg i. Pr., Mitgl. 08 050. 

Georg Gerber, Hosp.-Mitgl. 02175, Zw. Kattowitz, gefallen 

bei Fintigny am 22. 8. 1914. 
Carl Gropp, Harzgerode, Verw. Quedlinburg, Mitgl. 75 362, 

seit 1. 2. 1914. 

Fritz Günther, Chemnitz, Mitgl. 62 587, seit 1. 7. 1911, am 
15. Nov. 1914 bei einem Sturmangriff bei Ypern. 

Otto Hartmann, Braunschweig, Mitgl. 23 330, seit 1. 7. 02. 

Friedrich Hauck, Diedenhofen, Mitgl. 62 522, seit 1.7.11. 

Emil Hauth, Niederjeutz, Verw. Diedenhofen, Mitgl. 73 837, 
seit 1. 10. 13. 

Karl Hemberger, Heidelberg, Mitgl. 69 606, seit 1. 1. 13, bei 

den Kämpfen im Ober-Elsaß im August 1914. 
Rieh. Hertlein, Cüstrin, Mitgl. 67 003, seit 1.7.12, am 20.9. 

1914 bei Reims. 
Rud. Jacob, Bremen, Mitgl. 60462, seit 1. 1. 1911, in Rußland. 
Adolf Lange, Frankfurt a. M., Mitgl. 62 510, seit 1.7.1911. 
Gottlieb Lampert, Kulmbach, Mitgl. 62 629, seit 1.7. 1911. 
Leopold Leibold, Dorsten, Mitgl. 43 012, im Lazarett am 

T)phus gestorben. 
Georg Metz, Straßburg i. Eis., Mitgl. 62 718, seit 1.7.1911. 
Otto Meyke, Straßburg i. Eis., Mitgl. 47 790, seit 1.4.1908. 
Karl Oberbeckmann, Isselhorst, Mitgl. 68 637, seit 1. 10. 1912 

(Zw. Gütersloh), im September 1914. 
Gustav Picard, Mühlhausen i. Thür., Mitgl. 68 856, am 30. 12. 

1914 in Rußland. 
Heinr. Preusch, Oberursel, Mitgl. 59 433, seit 1. 10. 1910 (Zw. 

Frankfurt a. M.), am 7. Sept. 1914 bei Sermaize de Bais. 
Reinhold Renger, Klotzsche i. Sä., Mitgl. 76 339, (Zw. Dres- 
den), am 25. 1.1915 beim Sturmangriff in Flandern. 
Ludwig Scherer, Konstanz, Mitgl. 71 765, seit 1.6.1913. 
Walther Scherneck, Saarlouis, Mitgl. 59 688, seit 1.10.1910. 
Karl Schnur, Niederjeutz, Zw.-V. Luxemburg, Mitgl. 58 963, 

seit 1. 10. 1910, Ritter des Eisernen Kreuzes, am 15. Jan. 

im Argonner Wald. 
Ludwig Schönborn, Mitgl. 74 901, seit 1. 1. 1914, zuletzt 

Eberswalde, ungar. Reserve-Leutnant, Ende Sept. 1914 in 

den Karpathen. 
Emil Spengler, Lüdenscheid, Mitgl. 54 491, seit 1. 1. 1913. 
Franz Uschler, Dt.-Kroue, Mitgl. 73 166, seit 1. 9. 1913. 
Jacob Völler, Cöln-Mülheim, Mitgl. 65 307, seit 1. 1. 1912, 

am 22. 11. 1914 bei Lodz. 
Gustav Wagner, Loetzen, Mitgl. 57 045, seit 1.4.1910, vor 

Warschau. 

Johann Wallenfang, Essen-Ruhr, Mitgl. 74 806, seit 1. 1. 

1914, im Festungslazarett Straßburg an Verwundung erl. 
Artur Wegner, Königsberg i. Pr., Mitgl. 69 157, seit 1. 1. 13. 
Ewald Winde, Görlitz, Mitgl. 40 540, seit 1. 10. 1906. 

Es wurden verwundet: 

Ernst Bocklisch, Regis i. Sa., Mitgl. 45 362. 

Wilh. Frick, Rostock, Mitgl. 40 395. Israel. Krankenhaus 

Hannover, Ellernstr. 16. 
Willy Kokert, Eberswalde, Mitgl. 67 329, durch SchrapnclI- 

schuß in den Unterleib. 
Max Krawutschke, Braunschweig, Mitgl. 29 292. 
Gustav Michaelis, Magdeburg-Cracau, Mitgl. 63 215, schwer 

verwundet, in französischer Gefangenschaft. 
Herrn. Röthig, Döbeln, Mitgl. 66 207. 

Fritz Winkler, Elbing, Mitgl. 68 599, Reserve-Lazarett Bür- 
ger-Ressource, Elbing (Westpr.). 

Cuno Wieland, Halle a.S., Bernhardystr. 38, Mitgl. 43 040, 
erkrankt. 



Stammel 5,00, Weber 2,00, Lehrke 10,00, Gasseling 3,00, Brosche 
5,00, Ollendorf 5,00, Lengemann 3,00, Gombel 10,00, Nichtmit- 
glied: Rechtsanwalt Dr. Wetzstein 1,00 (=60,00). Hamburg: 
1103,90. Jena: Behrends 3,00, Sack 8,00, Lochmann 5,00 
(= 16,00). Kiel: Kaiserliche Werft, Schiffbau-Ressort 75,15. 
Königsberg i. Pr.: Bruntke 5,00, Wüstner 4,00, Matz 10,00, 
Geisbüsch 1,00, Wege 5,00, Wermke 10,00, Flögel 10,00, Gabel 
10,00, Reining 3,00, Preller 6,00, Freyer 3,00, Seyfarth 2,00, Knie- 
meyer 2,00, Noffz 3,00, Gran 5,00, Gelmroth 10,00, Albrecht 
20,00, Postkarten-Ueberschuß 0,50 (= 109,50). Lichterfelde: 
Bahner 3,00, Bergmann 3,00, Material-Prüfungsamt 9,00 (= 15,00). 
Magdeburg: Papenroth 5,00, Stieger 2,00, Mahlert 1,00, 



Gersdorf 1,00, L. Müller 1,00, Studt 1,00, Westfehling 3,00, Hädeke 
1,00, Damm 1,00, Donitzky 1,00, Bobe 1,50, Seydel 1,00, Bürck 
1,00, Walter 1,00 (= 21,50). Myslowitz: 3,00. Neisse: 
16,00, Pfennig 4,64 (= 20,64). Oldenburg: 34,00. Pankow: 
Dietrich 2,00, Michel 2,00, Franzen 1,00, Stemmer 1,00, Engel 
2,00, Lenze 2,00, Melis 1,00, Daalmeyer 1,00, Salewski 1,50, 
Lorenz 2,00, Gay 1,00, Heym 2,00, Peckmann 1,00 = 19,50, für 
sechs Karten zum Kriegsvortrag am 5. Februar 1,50 (= 21,00). 
Pen ig: Imhof 2,00, Menzel 1,00, Schille 3,00, Tränkner 10,00, 
Voigt 5,00, Winkler 5,00 (= 26,00). Pforzheim: Thomas 
1,00, Gerloff 9,00, Bitz 2,00, Neubrand 2,00, Haberscheidt 1,50, 
Weimer 2,00, Galmert 1,00, Wesch 1,00, Hillmann 1,00, Baur 



Heft 9/10 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



39 



1,00, Sahre 1,00, Baab 1,00, Schneider 5,00, Heß 1,00, M.Müller 
1,00, Weh 1,00, Bock 2,00 = 33,65, Gerloff 3,00, Bitz 1,00, 
Weimer 3,00, Sahre 1,00, Linck 3,00, Horn 1,00, Baur 1,50, Ger- 
loff 3,00, Hörger 3,00 = 19,50 (= 53,15). Pia uen: 30,00. 
Posen: Dictus 10,00, Sage 10,00, Diedrich 6,00, Bock 1,00, 
Krause 4,00, Pätzold 1,50, Lude 5,00, Seuberlich 5,00 (= 42,50). 
Riesa: 6,00. Schöningen: Dörr 3,00. Spandau: Hinz 
10,00, Krüger 2,00, Ufer 6,00 (= 18,00). Steglitz: Sammlung 
vom 11.2.1915 15,00. Stuttgart: Kayer, Kipp 4,00. Tlgel: 
Lindau 3,00, Hempel 2,00 (= 5,00). Werdau: Vogel 2,00, 
Wild 1,00, Eisenhut 2,00, Holpert 1,00, Eckart 1,00, Krügel 3,00, 
Schubert 2,00, Hentschel 3,00, Drechsel 2,00, Bohn 1,00, Schu- 
bert 2,00, Stephan 2,00 (= 22,00). Wesel: 26,00. Wilhelms- 
haven: 953,65. Würzen: 31,00. Zwickau: Lingner 4,00, 
Münch 1,00 (= 5,00). (4269,35). 

Mitglieder: Berndt 4,00, K.Bode 5,00, O.Bode 4,00, Bod- 
mann 6,00, Börsig 10,00, Cassier 5,50, Döring, z. Zt. im Felde 
20,00, Entz 5,00, Fabry 8,00, Forst, Seattle 403,35, Fricke 3,00, 
Mitschcrling 2 00, Niedermeier 8,00, Persson 6,00, Schirnack 5,00, 
Schüthe 5,00, Seyring 1,00, Struve 10,05, Tully 3,00, Wächter 6,00, 
Zinsen von der Deutschen Bank 143,15. (663,05). 
Zusammen 4 944,40 M. 

Dazu Endbetrag der 13. Quittung 86 181,82 M. 



91 126,22 M. 

6 018,55 M. 
49 101,29 M. 



Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 
Dazu Endbetrag der 13. Ausgabe-Quittung 

55 119,84 M. 

Die in Heft 3/4 veröffentlichten 49,50 M für die Zweigver- 
waltung Breslau sind von folgenden Herren gespendet: Grünberg 



7,50, Koch 3,00, Mochner 3,00, Bernert 3,00, Schilder 1,50, Mott- 
lau 1,50, Kühn 10,00, Freyer 4,50, Gaede 2,00, Lorbeer 1,00, 
Kabus 1,00, Haferland 1,00, Kußke 1,00, Dannenberg 1,00, Wolff 
1,00, Scheuner 2,00, Andres 1,00, Meinhold 4,50. 

Der in Heft 7/8 (13. Quittung) für die Zweigverwaltung 
Geestemünde bekanntgegebene Betrag von 140,00 M ist durch 
folgende Herren gespendet worden: Bockelmann 5,00, Seier 5,00, 
Ch. Sperling 5,00, H. Sperling 10,00, Lux 2,00, Kattau 3,00, Wil- 
helm 3,00, Bräuer 5,00, Glaas 5,00, Garre 10,00, Maasen 10,00, 
Wessels 5,00, K.K. 15,00. Rüscher 3,00, F. Tinnemeyer 2,00, Seh 
Tinnemeyer 2,00, Witte 5,00, Ratzenburg 2,00, Kühne 5,00, Vah- 
sing 3,00, Niclas 5,00, Bothas 10,00, Ohnesorge 5,00, Uhde 5,00, 
Boos 10,00. 

Die in Heft 5/6 (12. Quittung) veröffentlichten 88,00 M für 
die Zweigverwaltung Posen sind von nachbenannten Herren ge- 
spendet: Bröcking 20,00, Schmidt 20,00, Mucha 20,00, Lauen 
3,00, Buczkiewicz 5,00, Zobel 3,00, Hensel 2,00, Kloth 5,00, 
Ritter 10,00. 

In Heft 7/8 (13. Quittung) wurden für die Zweigverwaltung 
Saarbrücken 60,00 M veröffentlicht. An dieser Spende sind fol- 
gende Herren beteiligt: Dick 3,00, Dewald 5,00, Lenhard 20,00, 
Kleincher 10,00, Ruthemann 8,00, Schneider 3,00, Sölzer 4,00, 
Klären 7,00. 

Die in Heft 3/4 (10. Quittung) von Herrn Baumgarten, Han- 
nover gezahlten 27,00 M sind von folgenden Herren gespendet: 
Schönbaum, Wittmer, Warnecke, Wiegand, Bahr, Wedemeyer, 
Hennings, Raffeidt, Kunz, Baumgarten. 

Die in Heft 7/8 (13. Quittung) für die Zweigverwaltung Kiel 
veröffentlichten 350 M sind gespendet von: G. W. Schiffbau 17,00, 
K. W. Hafenbau 170,00, K. W. Artillerieressort (Haberkorn 10,00, 
Sasse 5,00, Stoltenberg 5,00, Landt 6,00, Tiedemann 6,00) 131,00. 



— - — — Höchst a. M. Adr.: Conrad Christ, Dreikönigstraße 19. 

HHHH VERBANDSNACHRICHTEN H H H H Königsberg i.Pr. Brief- und Kassenadresse: Flögel, Harden- 

- - bergstraße 3. Stellenvermittlung: Frick, Luisen-Allee 56. Vereins- 

„,,,.. , , ;' ■ , , , l°k al Jubiläumhalle. Donnerstag nach dem 1. jeden Monats Ver- 

Bad Kissingen. Adr.: Hermann Juchelka, Ludwigstr. 15. Sammlung. Sonntag vormittag Frühschoppen. 

Berhn-Steghtz. Adr.: Franz Fugner, Flensburger Straße 7. Kolberg. Adr.: Adolf Dieckmann, Mühlenpost 12 II. 

Chemnitz i. Sa. Br.-Adr. u. Vrs.: Stadt. Grundstucksinspek- Leipzig. Adr.: H. Drachau, Ingenieur, Leipzig-Li., Lützener 

tor F.Benndorf, Chemnitz, Fritz-Reuter-Straße 19 III ; in Kassen- Straße 62. 

Sachen: Ingenieur Karl Schauseil, Chemnitz, Ludwigstr. 43. In Lengerich i. W. Adr.: Wilh. Fischer, Münsterstr. 143. 

der am 11. 1. 15 stattgefundenen und unter den jetzt gegebenen Lindau i. Bay. Adr.: Egid Etschmann, Aeschach i. Bay., H. 

Verhältnissen gut besuchten Jahreshauptversammlung Nr. 91. 

wurden für 1915 gewählt: Vrs.: F.Benndorf, Städt. Grundstücks- Meerane. Adr.: Johannes Lührs, Ing., Zwickauer Straße69. 

insp., wiedergewählt. Kassierer: Karl Schauseil, Ingenieur, wieder- Neustadt (Holstein). Adr.: Emil Voß, Am Heisterbusch. 

gewählt. Schriftführer: Karl Gruttner, Ingenieur, neugewahlt. Frankenstein - Nimptsch. Adr.: Maurermeister Max Baer, 

Obmann für Gruppe A: Gustav Kloß, Bauingenieur, neugewählt. Nimptsch, Bez. Breslau. 

Obmann für Gruppe B: Max Vogt, Ingenieur, wiedergewählt. Plauen i.V. Adr.: Max Seyfert, Karlstraße 52. 

Obmann für Gruppe C: Karl Henkler, Bausekretär, wieder- Pforzheim. Adr.: Jos. Bitz, Rudolfstraße 36. 

gewählt. Obmann für Gruppe D: Ewald Müller, Städt. Geometer, Quedlinburg. Adr.: Ernst Rathgen, Polle 35. 

wiedergewählt. Die erstatteten Berichte ergaben, daß auch in der Rheine. Adr.: Jos! Gibtner, Hörsteler Straße 9. 

Kriegszeit die Zweigverwaltung Chemnitz ihre dem Verband Reichenbach i.V. Adr.: A. Spindler, Schneidenbacherstr. 40. 

gegenüber übernommenen Pflichten voll erfüllt hat; haben doch Kass.: A. Hiller, Aeußere Zwickauer Straße 20. 

alle Geschäfte bis jetzt glatt erledigt werden können. Der Vor- Schmölln (S.-Altenbg.). Adr.: Alfred Heinze, Amtsplatz 5. 

stand wird auch Im neuen Geschäftsjahre bemüht sein, die Zweig- Stettin. Unsere nächste Versammlung findet am Mi tt- 

verwaltung geschlossen in friedliche Zeiten überzuführen. Wir woch, den 10. März,abends9Uhr,im Restaurant „Zum 

verlangen aber wie bisher die Unterstützung aller nicht zur Fahne Pschorrbräu", Falkenwalder Straße 129, statt. Die Tagesordnung 

einberufenen Kollegen, namentlich erwarten wir pünktliche Ab- wird in der Versammlung bekannt gegeben. Wir bitten um zahl- 

führung der Beiträge und entsprechendes Entgegenkommen reiches Erscheinen unserer Mitglieder. 

gegenüber unseren stellvertretenden Kassenboten und auch wie Stuttgart. Adr.: H. Glaenz, Lehenstr. 27. Kass.: Fr. Schmidt, 

bisher regelmäßige Beiträge für den Kriegsfonds des Verbandes. Rosenbergstraße 112. 

Zur nächsten Versammlung wird besonders eingeladen. Weimar. Adr.: Karl Keyser, Döllstädter Straße 22 I. 
Düren. Adr.: Nie. Fabry, Bonner Straße 28. 

Düsseldorf. Adr..: Gustav Lamroert, Düsseldorf 1, Wagner- » 

straße 23. tt tt ' it tt tt tt RRIFFk' A^TFNI ü ü ii Ii Ii U 

Euskirchen. Adr.: Carl Falkenburg, Commerner Straße 19. ************ i lin ~ „ ~ „ „ ^ 
Filehne. Adr.: Aug. Marquardt, Wilhelmstraße 64. 

Friedberg (Hessen). Adr.: F. Freudenberger, Köhlergasse 5. Eine Veröffentlichung von Antworten i*t wegen Ranni- 

Gera-Reuß. Adr.: Paul Nichter, Gera-Untermhaus, Friedrich- mangels vorläufig nicht möglich. Die einlaufenden 

Straße 3. Kass.: Max Krüger, Gera, Schützenberg 13. Antworten werden d 1 f^ h Fr ^ i «; t h e / lern direkt 

Gnesen. Adr.: Josef Reinhart, Witkowo. ■ ••. , .. . , ". , „ . . , 

Hadersleben. Adr.: A. Bekke,Terkelstr. 1. Frage 17. Ein Backereikamin, der in den Brandgiebel eines 

Hamborn. Vrs.: F. W. Herber, Geometer, Hamborn, Bleeck- Hauses eingefügt ist, steht über Dach 11 m frei und ist mit Anlauf 

Str. 28. Schriftf.: H.Wolf, Ingenieur, Hamborn, Allee-Str. 128. hergestellt. Dieser Kamin mißt beim Beginn des Anlaufes, d.i. 

Kass.: F. Ruschenburg, Bauführer, Hamborn, Holtener Str. 218. also vom Dach a b, 1,04 m im Geviert und endigt mit 0,76 m im 

Dringend erforderlich ist die Zahlung der restlichen Beiträge. Geviert. Die innere Weite betragt 0,50m im Geviert und zwar 

Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß die Beiträge durchgehends. Die verwendeten Ziegelsteine sind sonach ent- 

für den Monat März fällig sind. In Zukunft ergehen keine beson- sprechend zugehakt. Wie laßt sich dieser Kamm am einfachsten 

deren Einladungen mehr zu den Veranstaltungen der Zweigver- auf seine Standfestigkeit hin berechnen? 

waltung an die Mitglieder. Sämtliche Bekanntmachungen erfolgen Frage 18. Säcke aus Papier. Ist eine Firma bekannt, che 

in der D. T.-Z. Der Vorstand bittet wiederholt um regen Besuch Säcke van ca. 50 kg Inhalt für Zement, Gips usw. aus Papier 

der Versammlungen und der Stammtischabende. Letztere finden oder Papier mit Stoffeinlage herstellt, und wie haben sich solche 

außer an den Versammlungsabenden jeden Freitagabend im Ver- Säcke in der Praxis bewährt? Zu welchem Preise werden diese 

einslokai statt. Der Vorstand ist an diesen Abenden fast immer Säcke geliefert? 

vollzählig vertreten und nimmt Zahlungen und andere Mirtei- Frage 19. Nasse Decke. Nach Angabe des bauleitenden Ar- 

lungen entgegen. chitekten habe ich bei einer Terrasse, unter welcher sich Wohn- 



40 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 9/10 



räume befinden, folgende Ausführungsart benutzt. Oben, schwe- 
dische Klinker in Zementmörtel verlegt und ebenso ausgegossen, 
dann kommen 4 Lagen Dachpappe mit verdeckten Stößen, dann 
2Q ora Magerbeton und hierunter die eigentliche Kleinesche 
Decke. Woran kann es nun liegen, daß die ganze Decke naß ist. 
1. Sind schwedische Klinker absolut wasserdicht? 2. Kann das 
Wasser nicht durch die Fugen gekommen sein? 3. Kann ich als 
Ausführender für den Schaden verantwortlich gemacht werden? 
Zement habe ich geliefert. Sand und Klinker nicht. Risse im 
Belag sind nicht festzustellen. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 

Liste 

der Geschäftsstellen und Zweigstellen der Stellenvermittlung, die 
nach Kriegsausbruch sich noch in Tätigkeit befinden. 

Geschäftsstellen: 
Bremberg: Rinkauer Straße 42. 
Frankfurt a. M.: W. Nehler, Postfach 45. 
Elberfeld: Bleichstraße 9 (T. 4190). 
Leipzig: Thomasring 18. 
München: Elisenstraße 7. 

Zweigstellen: 
Aachen: Gatzweiler, Stoiberger Straße 9. 

Augsburg: Geschäftsstelle der Zweigverwaltung, Wintergasse 
A 9/0 h. 1. 

Bochum: W. Bartel, Hugo-Schulz-Straße 1. 
Braunschweig: Edm. Schulze, Petristraße 10. 
Bremen: G. Petermann, Goesseistraße 47 (Bau). 

Wichern, Oderstraße lOl. 
Breslau: v. Carlowitz, Weinstraße 78. 
Cassel: F. Thielke, Schumannstraße 5. 
Chemnitz: F. Benndorf, Fritz-Reuter-Straße 19 (Bau). 

K. Schauseil, Ludwigstraße 43 (Industrie). 
Cöln: F. Bolten, Gereonstraße 31 a. 
Danzig: P. Scholz, Kassubscher Markt 9 10. 
Dortmund: O. Esdar, Saarbrücker Straße 42 (Industrie). 

F. Hartmann, Arneckestraße 2 (Bau). 
Duisburg: J. Freisen, Duisburg-Hochfeld, Grunewaldstraße 104. 
Düsseldorf: Stellmacher, Düsseldorf-Gerresheim, Ikenstr. 17. 
Dresden: A. Krumbiegel, Stiftsplatz 2. 
Erfurt: H. Schelle, Michaelisstraße 24. 
Frankfurt a. M.: W. Nehler, Postfach 45. 
Hamburg-Altona: E. Natho, Leibnizstraße 49 II. 
Halle a.S.: H. Schumann, Jakobstraße 59. 
Hamm i. W.: Martin Bauer, Feidikstraße 6. 
Hannover: G. Bruns, Kl. Pfahlstraße 6 III (Industrie). 

W. Lefherz, Lutherstraße 24 D (Bau). 
Hochemmerich: W. Schmale, Werthauserstraße. 
Kaiserslautern: Wilh. Heid, Moltkestraßc 40. 
Karlsruhe i. B.: A. Schneider, Vorholzstraße 41. 
Kiel: H. Hahn, Wilhelminenstraße 14a (Bau u. Industrie). 
Königsberg i. Pr.: Hch. Frick, Luisen-Allee 56 I. 
Konstanz: W. Knecht, Wiesenstraße 17. 
Köslin: Herber, Neuklanzer Straße 13. 
Magdeburg: P. Kegel, Wittenberger Straße 20 (Bau). 

P. Bobe, Faberstraße 13. 
Mannheim: Fr. Krieger, Stephanienpromenade 15. 
Niederschlesien: Joh. Nahrendorf, Waldenburg i. Schi., Fürsten- 

steinstraße 6 a III. 
Nürnberg: Fr. Herzer, Adamstr. 17 (Bau). 

Fr. Born, Theresienstraße 18 (Industrie). 
Osnabrück: B. Klare, Luisenstraße 30. 
Pforzheim: J. Bitz, Rudolfstr. 36. 
Posen: E. König, Hohenlohestraße 3. 

Rheinland-Westfalen: J. Stender, Essen-Ruhr, Brigittastr. 58, für 

Vermessungs- und Kulturtechniker. 
Stettin: Borchert, Stettin, Stoltingstr. 27. 

Straßburg i. E.: Emil Koslowsky, Straßburg-Neudorf, Baldners- 

weg 22. 
Wetzlar: K. Leonhard. 
Wiesbaden: H. Wessel, Eltvirastraße 1. 
Wilhelmshaven: G. Taddiken, Admiral-Klatt-Straße 27. 
Würzburg: V. Lindner, Auverastraße 121. 



kannten Maschinenbauschule. In den Bewerbungsgesuchen müs- 
sen außerdem genaue Angaben über die Militärverhältnisse ent- 
halten sein. 



Oeffnung der Bewerberlisten für den Werkmeisterdienst und den 
maschinentechnischen Bureaudienst 2. Klasse 

Die bisher beschränkt geöffneten Bewerberiisten für den 
Werkmeisterdienst >und für den maschinentechnischen Bureau- 
dienst 2. Klasse sind vom 8. Februar d. J. ab ohne Einschrän- 
kung geöffnet worden. Haupterfordernisse für die Vormerkung 
sind die mindestens zweijährige Erlernung eines Handwerks des 
Metallfaches und der Nachweis der Reifeprüfung einer aner- 



Bei der Handwerkskammer Stuttgart ist der Posten des 
Geschäftsführers des Yerdingungsanites neu zu besetzen. 

Buchhandlung des D. T.-V. 

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STERBETAFEL 

Georg Glasz, Geometer, Hadersleben, Mitgl. 67623, 
feit 1. 10. 12, nach längerer Krankheit am 8. 2. 15 
geftorben. 

Eduard Ries, Regensburg, Kgl. techn. Eifenbahn= 
Verwalter, Mitgl. 37510, feit 1. 1. 06, geftorben 
am 14. 2. 15. 

B. Sahling, Osdorf, Mitgl. 14074, feit 1. 4. 98. 

Max Wittkowski Berlin, Mitgl. 40087, feit 1. 7. 06, 
geftorben am 14. 9. 14. 



Nachruf. 



In treuer Pflichterfüllung starb den Heldentod fürs Vater- 
land bei einem Sturmangriff im Osten unser lieber Kollege, 
der Hochbautechniker 

Fritz Muth 

Unteroffizier im Pionier-Bataillon Nr. 17 
Ritter des Eisernen Kreuzes. 

Wir verlieren in ihm ein eifriges, treues Mitglied, dessen 
Andenken wir stets in Ehren halten werden. 

Zweigverwaltung Lauenburg i. Pom. 



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Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 

_____ Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 

XXXII. Jahrg. 20. März 1915 Heft 11/12 



Kriegstechnik 

Von Ingenieur RICHARD WOLDT, Karlsruhe. 



Der Krieg ist ein Organisator. In der Stunde der Not 
holt er alles heraus, was ein Volk an Können und Kraft 
besitzt. Das Ziel ist die „Wiederherstellung des Friedens 
auf Grund von Bedingungen, welchen sich zu unterwerfen 
der besiegte Gegner gezwungen wird". 

Immer ist der Krieg bei dem Frieden in die Schule ge- 
gangen und es ist besonders der technische Reifegrad der 
betreffenden Zeitepoche von großem Einfluß auf die Ge- 
staltung der jeweiligen Kriegführung gewesen. 

Als der Mensch gelernt hatte, den Daseinskampf mit 
der Natur zu führen, zu leben und zu wohnen, gab auch 
er dem Krieg die Formen der Kulturstufe, auf der er stand. 
Die Technik seines friedlichen Lebens wurde die Erfah- 
rungsquelle seiner Kriegstechnik. 

So ist es geblieben. Was heute auf den Schlachtfeldern 
zur Entfaltung kommt, ist auf der Grundlage jener Technik 
aufgebaut worden, die die modernen Völker lehrt, Eisen 
zu schmelzen, Maschinen zu gestalten und mit den Natur- 
gewalten auf der Erde, auf dem Meer und in der Luft 
fertig zu werden. 

Alle Technik hat das Ziel, die Naturelemente dem 
Willen des Menschen zu unterwerfen, über seine rein kör- 
perlichen Kräfte hinaus Werkzeuge und Hilfsmittel zu schaf- 
fen, um den Daseinskampf bewußt, planmäßig und sieg- 
reich zu führen. Der Erfolg der technischen Arbeit ist also 
ein Ausschalten der Zufälligkeiten, ein Erzwingen in die 
von dem Willen des Menschen bestimmten Bahnen. 

Primitiv war die Technik der Alten, als sie noch nicht 
mehr konnte, als den Menschen oder höchstens das Tier 
einzuspannen. Der Mensch war in seiner Körperkraft der 
alleinige Arbeitsträger, die Grenzen der Arbeitsleistung 
waren bedingt durch die Körperkraft der Einzelmenschen 
und die Zahl dieser Arbeitsmaschinen, die eingespannt wer- 
den konnten. Deshalb sind die Arbeitsbetriebe dieser 
Epoche in den Bergwerken, in der Lastenbeförderung und 
auf den Galeerenschiffen eine Zusammendrängung vieler 
Menschen gewesen und boten zugleich als Arbeitsorgani- 
sation Beispiele von großer Kraftvergeudung und geringer 
Kraftverwertung. 

Empirisch war die Technik im Zeichen der Zunftver- 
fassung. Eine Regellehre entstand von den Materialeigen- 
schaften und von der Ausbildung der verschiedenen Ar- 
beitsmethoden. Das Arbeitskönnen wurde als Handwerks- 
kunst in höchster Vollendung kultiviert. 

Rationell aber ist erst die Technik im Zeitalter des 
Kapitalismus geworden. Nicht mehr ist als Kraftmaschine 
der Mensch eingespannt, sondern die Naturkräfte sind ge- 
bändigt und in den Dienst der menschlichen Arbeit gestellt. 
Nicht mehr entscheiden Handgeschicklichkeit und indivi- 
duelles Können des Einzelnen, sondern der automatische 
Betrieb mit seinen kunstvollen Zusammenhängen bringt 
bisher ungekannte Arbeitsleistungen hervor. 

Und so mußte auch die heutige Kriegstechnik ihren 
hohen Reifegrad erhalten, indem der rationalistische Geist 
und das methodische Denken Ziele und Aufgaben stellte. 
Es kommt auch hier auf den Kampf um den besten Wir- 
kungsgrad an. 



Wieviel Arbeitsenergie die einer Dampfmaschine zu- 
geführte Kohlenmenge hergeben kann, hat die technische 
Wissenschaft theoretisch erwiesen, praktisch aber entstehen 
Energievcrluste, und der Ingenieur soll diese Differenzen 
verringern, den Wirkungsgrad hinauftreiben. 

Der Wirkungsgrad in der Kriegstechnik besteht darin, 
daß defensiv und offensiv die hergestellte Kriegswaffe ihre 
höchste Leistung entfaltet. Die Zerstörungskräfte im Pulver 
werden gesteigert, bei einer Schiffsmaschine soll ein mög- 
lichst günstiges Verhältnis zwischen der notwendigen Koh- 
lenmenge und der Energieleistung der Schiffsgeschwindig- 
keit erreicht werden. Also auch hier das Streben nach dem 
höchsten Ertrag. 

Ferner müssen für die konstruktive Ausbildung der 
Kriegsmittel die gleichen wissenschaftlichen Arbeitsmetho- 
den zur Anwendung kommen wie bei der technischen Frie- 
densarbeit. 

Wir Techniker sind in unseren Denkmethoden bei den 
Naturwissenschaften in die Schule gegangen. Die Natur- 
wissenschaften sind, um ein hübsches Bild von Professor 
Kammerer zu gebrauchen, Aufklärungspatrouillen ver- 
gleichbar, „sie haben allmählich die Naturkräfte zu enthül- 
len und dadurch den in breiter Front vorgehenden fechten- 
den technischen Truppen — den technischen Wissenschaf- 
ten — den planvollen Angriff möglich zu machen." 

Im Münchener Museum für Naturwissenschaft und 
Technik sind zwei Laboratorien ausgestellt: die Garküche 
eines Adepten aus dem Mittelalter neben dem Arbeitszim- 
mer von Liebig. Ein hübscher Vergleich! Der Chemiker 
im Mittelalter war der Projektenmacher, der Phantast, der 
Erfinder, der den „Stein der Weisen" zu finden hoffte, der 
Alchimist, der Gold zu machen versuchte. 

Liebigs Arbeitszimmer ist phantasielos. Keine geheim-) 
nisvollen Zeichen, keine Zauberformeln, kein Wunder- 
glaube, dafür starres regelvolles Erforschen der Naturkräfte, 
ein wissenschaftliches Vorwärtsarbeiten. 

Auch auf dem Arbeitsgebiet der Kriegstechnik haben 
die Techniker in den Konstruktionsbureaus der Waffen- 
fabriken das Entstehen neuer technischer Hilfsmittel plan- 
voll weiter zu bilden, im Laboratorium ist das Experiment, 
der immer und immer wieder neu angestellte Versuch mit 
seinen genau protokollierten Ueberwachungsmethoden der 
Weg, der gegangen werden muß. 

Wir stehen auf dem Schießplatz in Meppen. Alle Ein- 
zelheiten dieses großen Laboratoriums sind für den experi- 
mentellen Versuch, für methodisches Festlegen und Weiter- 
bauen zu neuen Erfahrungstatsachen vorgesehen. In der 
Kanonenwerkstatt ist ein neues Geschütz angefertigt wor- 
den, das erste Modell wird auf den Schießplatz hinaus- 
gebracht, es wird probiert und solange wird an den noch 
vorhandenen Schießungenauigkeiten experimentiert, bis die 
Fehlerquellen ermittelt werden konnten. Die Nachteile wer- 
den beseitigt und endlich nach mühevoller und planmäßiger 
Arbeit ist das bessere Resultat herausgekommen. 

Auf der Germaniawerft in Kiel wird ein Kriegsschiff 
gebaut. Beamte vom Reichs-Marine-Amt überwachen den 
Bau und kontrollieren Tag für Tag, ob die Germaniawerft 



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ihr Material in der geforderten Qualität einbaut. Mit Eisen- 
schienen werden Zerreißproben angestellt, ein paar Eisen- 
proben kommen unter Zerreißmaschinen, mit dem Mikro- 
skop wird die abgeschliffene Bruchstelle auf das Gefüge- 
bild betrachtet, und diese Untersuchungsmethoden haben 
die Qualität des Materials immer höheren Anforderungen 
anpassen müssen. 

Das ist die Arbeitsweise gewesen, die auch in der 
Kriegstechnik zur Anwendung kommen mußte und in die- 
sem Aufbau und Anwendung technischen Könnens sind die 
Mittel des modernen Krieges entstanden. 

„Die moderne Technik bringt aber auch neuartige Or- 
ganisationsprobleme hervor. Und wieder werden wir an 
Fragen der Industriepraxis erinnert. 

Das Streben nach dem besten Wirkungsgrad führt dazu, 
immer größere Maschinen zu bauen, immer mehr Kräfte 
in die Maschineneinheiten zusammenzudrängen. Es ent- 
stehen technische Riesengebilde und mit der Entwicklung 
der Kraftsteigerung muß auch erfolgreich gearbeitet wer- 
den können, diese Cyklopen schmiegsam und empfindlich 
auszubilden. Den Maschinenriesen will man beherrschen 
und regieren können. Es entstehen feinnervige Meßappa- 
rate und ein kunstvoll durchdachtes Beobachtungssystem. 

Auf die Kommandobrücke eines modernen Linienschif- 
fes müssen wir uns begeben, um zu verstehen, wie kompli- 
ziert diese Dinge für den Kriegstechniker geworden sind . . . 

Ein moderner Dreadnought ist ein technisches Riesen- 
werk von gewaltig gesteigerten Zerstörungskräften. An 
Bord sind 1100 Mann Besatzung notwendig, die sorgfältig 
geschult sind, um jedem Teil dieses Riesenschiffes im Ernst- 
fall seine höchste Kriegsgewalt zu geben. Mit Sorgfalt und 
höchstem technischen Können sind die Geschütze ausgebil- 
det, ruhelos und rastlos hat die Technik daran gearbeitet, 
in der Verbesserung der Panzerplatten das Schiff wehrhaft 
zu machen. Auf dem Kommandostand aber ist das Gehirn 
des ganzen Schiffes angeordnet. 

Hier laufen alle Fäden zusammen. Ein Griff am Ma- 
schinentelegraphen, und unten im Maschinenraum entfes- 
seln die Maschinisten die Titanenkräfte ihrer Maschinen, 
der Schiffsriese setzt sich in Bewegung. Eine Berührung des 
Artillerietelegraphen: es brüllen und toben die schweren 
Geschütze, es knattern die leichten Schnellfeuerkanonen. 
Kurze Kommandoworte der Signalübergabe: gleich bun- 
ten Schmetterlingen flattern Flaggen und Wimpel an den 
Masten auf und ab, Sirenen singen, die Funkentelegraphen 
geben und empfangen Nachrichten und Befehle in der 
Morsesprache, in der Nacht blinken hastig Lichter auf, 
Raketen fliegen in die Höhe, der Scheinwerfer läßt seine 
Lichtbündel hin und her spielen. 

So ist der moderne Dreadnought nicht nur durch seine 
Geschütze furchtbar im Angriff und durch seine Panzer 
gewaltig in seiner Verteidigung, sondern durch seine Ma- 
schinenkräfte ist er beweglich trotz seines Riesenkörpers 
und durch seine Apparate und Instrumente mit einem fein- 
empfindlichen Nervensystem versehen. Ein Wunderwerk 
von Kraft und Präzision. 

Und wie auf dem Dreadnought, so auf dem Flugzeug 
oder hinter dem Geschütz die gleiche Verwirklichung der 
Kraftsteigerung zugleich mit der Präzision der Bewegun- 
gen, mit der Sicherheit in der Benutzung. 

Auch das ist eine Charakteristik des modernen Krieges, 
daß er alle Vergleiche in seinen Massenwirkungen hinter 
sich läßt. Riesenheere stehen sich gegenüber und dazu ge- 
hört Organisation, die Auswahl und beste Verwendung der 
verschiedenen Einzelkräfte. Je gewaltiger die Massenwir- 
kungen, desto komplizierter auch die Organisationsgebilde. 

Es entsteht nun auch hier wieder die alte Frage um 
die Grenze zwischen Zentralisation und Dezentralisation. 
Jeder Riesenkörper muß von zentralistischen Tendenzen 
durchsetzt sein, von einem Einheitswillen dirigiert, sollen 



sich die Kräfte auswirken können. Aber auch im Heeres- 
organismus kommen wir bald an die Grenze, wo die Auf- 
gaben, die an den Führer gestellt werden, das Durch- 
schnittsmaß der Menschenkraft und Menschenleistung über- 
steigen. Nur außergewöhnlich befähigten Naturen wird es 
möglich sein, dem gesamten Organismus für die wichtigsten 
Entscheidungen den richtigen Weg zu weisen. 

Wir haben in der Industriewirtschaft eine neue wirt- 
schaftliche Stabskunst entwickeln sehen, das Können, dem 
Riesenkörper mit seinem Mikrokomus der Einzelkräfte die 
besten Verwaltungs- und Direktionsmethoden zu geben. 
Walter Rathenau hat einmal in einer Plauderei: „Geschäft- 
licher Nachwuchs" sehr anschaulich geschildert, wie die 
Heranbildung tüchtiger Intelligenzen in Führerstellungen 
eine schwierige Erziehungsaufgabe geworden ist. Eine ähn- 
liche Sorgenfrage besteht auch für die Kriegsleitung. 

Die Technik hat das Heer mit den besten Kanonen und 
Schiffen, Flugzeugen und Panzerzügen, Telegraphenappara- 
ten und Transporteinrichtungen ausgerüstet. Die Arbeit 
des obersten Führers als des Organisators besteht darin, 
nun auch die Menschen als Soldaten in die ganze Kriegs- 
maschinerie einzugliedern. Soldat und Kriegswaffe sollen 
in den Einzelelementen, wie auch im Gesamtorganismus 
sich mit dem höchsten Nutzwert auswirken . . . 

Spezialisten bauen die Einzelheiten zusammen. Zentra- 
listisch ist auch hier die Gliederung des Gesamtkörpers. 
Je gewaltiger der Organismus, desto höhere Anforderungen 
werden an die Führung gestellt. Wir kennen aus den Bil- 
dern des letzten Krieges genugsam den Feldherrnhügel. 
Hoch zu Roß mit seinem glänzenden Stabe hält der Herr- 
scher und unter ihm im Pulverdampf tobt die Schlacht: ein 
Ringen Heer gegen Heer, Mann gegen Mann. Zumal auch 
die Blücher, Zieten, Seidlitz haben die Maler auf den Bildern 
dargestellt, wie diese Kriegsführer an der Spitze der Heere 
voranstürmten. 

Das mit dem Feldherrnhügel und mit dem Reiter- 
general vorn an der Front stimmt heute nicht mehr. In 
Wirklichkeit befindet sich der Heeresleiter des jetzigen 
Krieges dem Schlachtgetümmel entrückt, in einem stillen 
Häuschen. Auf einem Tisch ist die Karte ausgebreitet und 
von hier aus wird die ganze Schlacht geleitet. 

Man kann die heutige Kriegsführung mit der Lösung 
einer großartigen Schachaufgabe vergleichen. In genialer 
Disposition müssen die Einheiten der eigenen Macht je 
nach ihrer Bewegungsmöglichkeit und ihren Kampfeseigen- 
schaften den Faktoren der Feindesmacht entgegengestellt 
werden. 

Zunächst ist es notwendig, die Situation zu erfassen. 
Mosaikartig werden die Angaben über Stellung und Stärke 
des eigenen Heeres sowie des Gegners gesammelt. Eine 
wandernde Telephon- und Telegraphenzentrale begleitet 
das Kommando. Weisungen, Befehle und Berichte werden 
gegeben und empfangen. Wo die Telegraphenabteilung mit 
ihren Leistungen nicht Verbindungen herstellen kann, 
schwärmen Patrouillen zu Fuß und zu Pferde aus. Und vor 
allen Dingen hat das Flugzeug im heutigen Krieg wichtige 
Aufgaben der Rekognoszierung; Kleine Fähnchen auf der 
großen Generalstabskarte fixieren das Gesamtbild, ein paar 
Generalstabsoffiziere haben die Spezialaufgabe, diese Kar- 
ten in Ordnung zu halten, den Eingang von neuen Mel- 
dungen durch Aufsetzen von Fähnchen zu skizzieren. 

Dann wird die Kriegsaufgabe in ihren Zügen und 
Gegenzügen durchgegrübelt. Der Schlachtplan wird ent- 
worfen. Wie sich in der Riesenfront im Osten die deut- 
schen Truppen gegen die Russen bewegt haben, ihr Vor- 
rücken, ihr Zurückweichen, die Umklammerungsbewegun- 
gen: im stillen Zimmer des Hauptquartiers hat das Hinden- 
burg mit ein paar Generalstabsoffizieren durchgegrübelt 
und nachher als leitende Gesichtspunkte der Aktionen fest- 
gelegt. 



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Der Entwurf des Schlachtplanes ist der Wille, der 
Entschluß. Ihm muß die Ausführung folgen, die Handlung. 
Ebenso wie die Feststellung der Situation eine exakt arbei- 
tende Nachrichtenübertragung gewesen ist, so gehen auf 
demselben Wege die Weisungen vom Hauptquartier an die 
verschiedenen Stellen des Heereskörpers hinaus. Wieder 
arbeiten Telephon- und Telegraphenapparate, die Patrouil- 
len schwärmen in den verschiedensten Formen aus, der 
Mitteilungsapparat muß genau funktionieren. Alle Glieder 
des Riesenkörpers müssen die Weisung erhalten, im Rah- 
men der Gesamtbewegung ihre entsprechenden Stellungen 
einzunehmen. Und wiederum müssen über den Verlauf der 
Schlacht von allen Punkten die Nachrichten in dem Haupt- 
quartier zusammenlaufen. Von den Generalstabsoffizieren 
um Hindenburg hat jeder seine Spezialaufgabe : das vor- 
rückende Heer soll sich gleichsam, von einem Einheitswillen 
dirigiert, vorwärtsschieben, die einzelnen Generalstabsoffi- 
ziere sind für ein bestimmtes Ressort verantwortlich. Alles 
muß klappen, die Meldungen sind richtig hin und her zu 
geben, Munitionstransport hat zu erfolgen, dem vorwärts- 
schreitenden Heer ist von den Etappenstationen aus die 
Lebensmittelversorgung nachzuschieben, der Verwundeten- 
transport muß in genauer Ordnung zurückgehen. 

Man muß sich an einem solchen Beispiel diese viel- 
gestaltigen Wechselbeziehungen der Einzelglieder eines 
modernen Heeres in Erinnerung rufen, um zu erkennen, wie 
enorm die Anforderungen sind, die an den heutigen Heeres- 
führer gestellt werden. Der verstorbene Chef des Großen 
Generalstabes, Graf Schlieffen, hat einmal von der Tätig- 
keit der Heeresleitung im heutigen Krieg folgendes Bild 
entworfen : 

Der Feldherr befindet sich weit zurück in einem Hause 
mit geräumigen Schreibstuben, wo Draht- und Funken- 
telegraph, Fernsprech- und Signalapparate zur Hand sind, 
Scharen von Kraftwagen und Motorrädern, für die weitesten 
Fahrten gerüstet, der Befehle harren. Dort auf einem be- 
quemen Stuhl vor einem breiten Tisch hat der moderne 
Alexander auf einer Karte das gesamte Schlachtfeld vor 
sich, von dort aus telephoniert er zündende Worte, und 
dort empfängt er die Meldungen der Armee- und Korps- 
führer, der Fesselballone und lenkbaren Luftschiffe, welche 
die ganzen Linien entlang die Bewegungen des Feindes 
beobachten, dessen Stellung überwachen. 

Und von Funktionen eines Befehlshabers im Seekrieg 
gibt Troeltsch (Deutschlands Flotte im Entscheidungs- 
kampf, Verlag Mittler und Sohn, Berlin, 1913) folgende 
Charakteristik : 

Mitten im Getümmel der Schlacht, das ihn sogar auf 
dem eigenen Schiff furchtbar umtobt, unbeirrt durch die 
Erregung des Augenblickes und ungebeugt durch die Wucht 
der Verantwortung für die riesigen Werte von Menschen- 
leben und Material, muß der Flottenchef, jeden Augenblicks 
selbst des Untergangs gewärtig, mit eiserner Ruhe und 
klarem Blick dem Kampf folgen und bei der Schnelligkeit 
der modernen Gefechtsentwicklung, bei der die Ereignisse 
blitzschnell folgen und in kürzester Zeit die Entscheidung 
fallen muß, oft in Sekunden folgenschwere Entschlüsse 
fassen. 

Diese Prophezeiungen sind eingetroffen. Die Technik 
des modernen Krieges sowie die Entwicklung der Heeres- 
körper zu gewaltigen Massenaktionen haben nicht nur neue 
Methoden der Kriegsführung hervorgebracht, sondern auch 
neue Anforderungen an die Heeresführung gestellt. Wohl 
wäre es übertrieben zu sagen, daß nur der Entschluß des 
Feldherrn den Sieg bringt. Der kriegerische Erfolg einer 
Operation ist mit durch die Leistungsfähigkeit der Truppen 
und das Können der Offiziere bedingt. Aber zweifellos muß 
als ein wichtiger Faktor das strategische Genie der ober- 
sten Heeresleitung hinzukommen, um die vorhandenen 
Streitkräfte dem Gegner gegenüber mit dem höchsten Er- 



folg einsetzen zu können. In einem Hindenburg verkörpert 
sich deshalb der Typ des erfolgreichen Heerführers, des 
organisatorischen Könners, der die vielen Faktoren nach 
ihrem Wirkungsgrad richtig einzuschätzen vermag und der 
in seinem Wissen die Erfahrungen der heutigen Kriegs- 
führung, der modernen Kriegswissenschaft beherrscht. 

Als die Industriewirtschaft mit ihren neuen Maschinen 
und Fabriken aufkam, brachte sie auch eine entsprechende 
Arbeitsordnung hervor. Die Maschine konnte nicht allein 
laufen, sie forderte verständnisvolle Wartung und Bedie- 
nung. Mensch und Maschine wurden verkoppelt und der 
Arbeiter hatte sich in den Maschinenrhythmus einzufügen. 
Der gelernte Arbeiter aus der Handwerksstube und Meister- 
lehre mußte verbraucht werden und der ungelernte Arbeiter 
war für die neuen Funktionen zu erziehen. Es ist eine sehr 
umstrittene Frage, ob heute vom modernen Industriearbeiter 
mehr verlangt wird als früher, aber zweifellos sind es 
ganz andere Anforderungen, die man heute an ihn stellt. 
Nicht mehr entscheidet seine Körperkraft oder seine ma- 
nuellen Fähigkeiten, sondern er muß die technische Intelli- 
genz mitbringen, sich den Anforderungen der Maschine 
anzupassen. Was für den Einzelnen zutrifft, gilt auch für 
die Gesamtheit: als schaffendes Volk mußten wir die Vor- 
aussetzung unserer industriellen Befähigung mitbringen, be- 
stimmte Eigenschaften der Psyche, der Schmiegsamkeit des 
Körpers und des Geistes, um den Organismus der In- 
dustriewirtschaft erfolgreich in Bewegung setzen zu können. 

Es ist kein Zufall, sondern liegt durchaus im Rahmen 
der Entwicklung, daß auch die Wissenschaft sich mit den 
Fragen der „Auslese und Anpassung des Menschen an die 
Industriewirtschaft" beschäftigt. Je höher die Ansprüche 
steigen, um so mehr wird in dem internationalen Wirt- 
schaftskampf das Volk Sieger bleiben, das die für die In- 
dustriewirtschaft am besten geeigneten Menschen hervor- 
bringt. Und nun sehen wir auch ähnliche Fragen der An- 
passung für das Kriegswerk. 

Professor Kammerer, dessen Studie über die „Ur- 
sachen des technischen Fortschrittes" dem Techniker nicht 
genug empfohlen werden kann, beschäftigt sich an einer 
Stelle auch mit den Entwicklungstendenzen der Kriegs- 
technik. Er schildert am Gewehr die Entwicklung aus der 
primitiven Muskelkraftanwendung zum automatischen 
Betrieb. 

„Die durch Muskelkraft bewegten Hieb- und Stich- 
waffen haben heute kaum mehr irgendwelche Bedeutung; 
sie werden noch getragen, aber kaum mehr gebraucht, 
denn die Entscheidung führen die von chemischer Natur- 
kraft bewegten Geschosse der Feuerwaffe herbei. Bei 
diesen ist die Entwicklung die gleiche wie bei den Werk- 
zeugmaschinen: zuerst nur das Streben nach Kraftentwick- 
lung — das Vorderladegewehr — , dann Genauigkeit — 
das gezogene Gewehr — , hierauf rascher Wechsel des Werk- 
zeugs, d. i. in diesem Fall des Geschosses — das Magazin- 
gewehr — und schließlich selbständiger Wechsel des Werk- 
zeugs — das Maschinengewehr — . Die Feuerwaffe beruht 
auf Gewinnung von Naturkraft und ihre Anwendung zur 
Werkzeugbewegung." 

Wie bedient der Soldat das moderne Maschinengewehr? 

„Der Schütze liegt hinter dem Gewehr, das 600 mal 
sein tückisches Geschoß in der Minute abfeuert, auf dem 
Bauch. Mit beiden Fäusten umklammert er die Griffe, das 
Auge scharf am Visier. Ein zweiter Schütze liegt ihm zur 
Rechten, ein schwerer Kasten steht daneben, aus dem sich 
ein patronengespicktes Band wie eine sich krümmende 
Schlange dahinzieht. Ein Dritter überwacht den Aufstoß, 
der Vierte liegt hinter dem Schützen und hält ihn am: 
Tragriemen, denn der Schütze ist blind und taub gegen die 
Außenwelt, er sieht nichts außer dem Ziel, wo die kleinen 
Staubfontänen aufblitzen. Am Riemen muß man ihn zurück- 



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reißen, wenn das Kommando „Stopfen" ertönt, so blind 
und taub ist er, so hingegeben seiner Aufgabe." 

Ein Kriegsteilnehmer hat in einem Feldpostbrief diese 
Vereinigung von Mann und Kriegsmaschine ganz richtig 
charakterisiert, der Soldat erinnert an einen modernen in- 
dustriellen Maschinenarbeiter, in dem Moment der Arbeits- 
ausführung ist er vollständig eingeschirrt in diesen fürchter- 
lichen Maschinenrhvthmus. Die Kaltbültigkeit und Sicher- 
heit der Bedienung der verschiedenen technischen Waffen, 
die Kühnheit, das Einsetzen des Lebens in dem Moment der 
Gefahr, das ist es, was man in den militärischen Lehrbüchern 
die „Imponderabilien" des materiellen Faktors für den 
Krieg bezeichnet. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, 
birgt das militärische Sprichwort eine tiefe Wahrheit: „Es 
sind nicht die Waffen, sondern die Menschen, die kämpfen." 

Der heutige Staat braucht das Industrievolk für seine 
Kriegsführung. Was wir im Frieden gelernt haben und 
schaffen konnten, das fordert nun auch der Krieg. Unsere 
wirtschaftlichen Kräfte und technischen Leistungsfähig- 
keiten müssen sich hier entfalten, und wenn die Ereignisse 
des Krieges sich aus einer gewissen Distanz betrachten 
lassen, dann wird auch der Faktor der Menschenqualität 
im modernen Krieg mit in Rechnung gestellt werden 



können. Und dann wird sich auch überschauen lassen, 
welche Bedeutung die Volkskraft der geschulten Massen 
industrieller Handarbeiter sowie der technischen Intelligenz 
deutscher Ingenieure für die Durchführung des Krieges ge- 
habt hat. 

Als nach der Eroberung von Antwerpen dem General 
v. Beseler die Technische Hochschule Hannover die aka- 
demische Würde eines Doktor-Ingenieurs anbot, schrieb 
v. Beseler in seiner Antwort, daß seine Lebensarbeit ihn oft 
die mächtige Hilfe schätzen lehrte, die Kriegskunst und 
Kriegswesen in unseren Tagen einer gewaltig und bewun- 
dernswert aufstrebenden Technik zu danken habe. Und er 
nennt die Eroberung von Antwerpen, jenes Hin und Her 
gewaltig gesteigerter Zerstörungskräfte „eine entscheidende 
kriegerische Handlung, die der Welt gezeigt hat, welche 
gewaltigen Kampfmittel uns die Technik zu geben im- 
stande ist". 

Es liegt in diesen Worten mehr wie die übliche Phra- 
seologie des Dankes, auch für den Berufsmilitär hat der 
Krieg ein Hervordrängen neuer Tendenzen gezeigt und zu 
den neuen Tatsachen gehört auch die bedeutungsvolle 
Rolle, die für die moderne Kriegsführung der Technik zu- 
gesprochen werden muß. 



SOZIALPOLITIK 



Gesetzliche Regelung der Arbeitsvermittlung 

Während des Krieges spielt die Arbeitsvermittlung eine ganz 
besondere Rolle. Die Unterbringung der Arbeitslosen ist für die 
Stärkung der Volkswirtschaft, insbesondere des inneren Marktes, 
auf den es bei unserer jetzigen isolierten Volkswirtschaft allein 
ankommt, von ausschlaggebender Bedeutung. Durch die Arbeit 
der öffentlichen Arbeitsnachweise und die Stellenvermittlungs- 
einrichtungen der Organisationen ist die Arbeitslosigkeit auch auf 
ein Mindestmaß herabgesunken. Dabei spielt die Frage des öffent- 
lichen Arbeitsnachweises auf gesetzlicher Grundlage eine beson- 
dere Rolle und zwar sollen öffentliche Arbeitsnachweise sowohl 
für Arbeiter und Angestellte geschaffen werden. In der „Sozialen 
Praxis" Nr. 20 und 24 finden sich Artikel für und gegen die 
öffentlichen Arbeitsnachweise für Angestellte. In Köln besteht be- 
kanntlich bereits ein öffentlicher Arbeitsnachweis für Angestellte, 
in einer Reihe anderer Städte hat man während des Krieges Ver- 
suche damit gemacht. 

Die drei Gewerkschaftsrichtungen der Arbeiterschaft haben 
über die gesetzlichen Grundlagen des Arbeitsnachweises Ende 
Februar eingehende Beratungen gepflogen. In den auf Vorschlag 
der Gesellschaft für Soziale Reform angenommenen Leitsätzen 
wird auf die heutigen Mängel des Arbeitsnachweises hingewiesen. 
Der Arbeitsnachweis müsse Angebot und Nachfrage des ge- 
samten Arbeitsmarktes regeln. Außerdem müsse sie die Unterlage 
schaffen für eine zuverlässige Arbeitslosenzählung und Arbeits- 
losenversicherung durch Staat und Gemeinde. Die Vorbedingung 
für eine ersprießliche Tätigkeit des Arbeitsnachweises sei eine 
einheitliche Organisation unter Berücksichtigung der Berufsver- 
hältnisse örtlich gegliedert. Die örtlichen Organisationen müßten 
zu Bezirksverbänden zusammengefaßt werden, die wiederum in 
Verbindung mit einer Reichszentrale stehen. Dadurch ließen sich 
die unserem heutigen Wirtschaftssystem entsprechenden Verschie- 
bungen der Arbeitskräfte erreichen. 

Für die Neuorganisation des Arbeitsnachweises durch ein 
Reichsgesetz wäre zu fordern: 

1. Im ganzen Reiche ist für jede größere Gemeinde mit 
ihren Vororten sowie für je einen Bezirk von kleineren Gemeinden 
ein Arbeitsamt zu errichten. Die Arbeitsämter sind für bestimmte 
Landesteile bzw. Einzelstaaten zu Verbänden (Bezirks- bzw. 
Landesarbeitsämtern) zusammenzufassen. Die Zentrale bildet das 
Reichsarbeitsamt. 

2. Dem Arbeitsamte sind alle Arbeitsnachweise in seinem 
Bezirke zu unterstellen. 

3. Das Arbeitsamt wird zu gleichen Teilen zusammengesetzt 
aus Vertretern der Arbeiter und Unternehmer auf Grund einer 
Verhältniswahl. Die Grundsätze der Wahlordnung sind durch Ge- 
setz festzulegen. Das Arbeitsamt steht unter Leitung eines un- 
parteiischen Vorsitzenden. 

4. Die gleiche Vorschrift gilt auch für die Verwaltung der 
Landes- bzw. Bezirksämter und für das Reichsarbeitsamt, mit 



der Maßgabe, daß die Verwaltungsmitglieder der örtlichen Ar- 
beitsnachweise die Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter zu den 
Landes- bzw. Bezirksämtern und diese wiederum die Vertreter 
zum Reichsarbeitsamt zu wählen haben. 

5. Dem Arbeitsamte sind alle An- und Abmeldungen über 
Eintritt und Austritt aus dem Arbeitsverhältnis zu melden, es 
dient zugleich als Meldestelle für die Krankenversicherung. 

Dem Arbeitsamte sind für die vom Reichsarbeitsamte ge- 
führte Statistik der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosigkeit durch 
die Arbeitsnachweise des Bezirks die geforderten Angaben zu 
übermitteln. 

Dem Arbeitsamte sind alle im Bezirke von den Arbeitsnach- 
weisen nicht erledigten Anforderungen an Arbeitskräften oder 
Ueberangcbot zu melden, um, wenn möglich, einen Ausgleich in 
anderen Bezirken herbeizuführen. 

6. Im Bezirke des Arbeitsamts sind öffentliche Arbeitsnach- 
weise möglichst mit beruflicher Gliederung zu errichten und von 
den Gemeinden zu unterhalten. Ihre Verwaltung wird aus Ver- 
tretern der Unternehmer und der Arbeiter zu gleichen Teilen ge- 
bildet, die durch eine Verhältniswahl bestimmt werden. Für die 
Berufsabteilungen sind besondere Fachausschüsse in gleicher 
Weise zu bilden. 

7. Die Arbeitsvermittler werden von der Verwaltung des 
Arbeitsnachweises gewählt. Sie müssen, soweit die Berufsabtei- 
lungen in Frage kommen, mit den Verhältnissen des Berufs 
vertraut sein, für den der Arbeitsnachweis errichtet ist. 

8. Die Arbeitsvermittlung hat unentgeltlich zu geschehen. 
Ausländische Arbeitskräfte dürfen nur herangezogen werden, 
wenn keine einheimischen auf dem Arbeitsmarkte vorhanden sind. 

9. Sind für ein bestimmtes Gewerbe Tarifverträge ab- 
geschlossen so kann durch Beschluß der Verwaltung bestimmt 
werden, daß die Arbeitsvermittlung nur zu den tariflichen Arbeits- 
bedingungen erfolgt. 

Für Arbeitsnachweise, die von Tarifgemeinschaften ins Leben 
gerufen und verwaltet werden, gelten im übrigen die von der 
Tarifgemeinschaft getroffenen Bestimmungen, die jedoch, soweit 
sie den Arbeitsnachweis betreffen, der Genehmigung des Reichs- 
arbeitsamts bedürfen. 

10. Dem Arbeitsamt obliegt die Beaufsichtigung und Kon- 
trolle aller Arbeitsnachweise ohne jede Ausnahme. Es sind hier- 
über entsprechende Vorschriften durch Gesetz zu erlassen. Ebenso 
sind Maßnahmen zu treffen, um zu verhindern, daß der Arbeits- 
nachweis seinem eigentlichen Zwecke, der Arbeitsvermittlung, 
entfremdet wird. Insbesondere darf der Arbeitsnachweis nicht 
dazu ausgenutzt werden, die Organisationsfreiheit des einzelnen 
Arbeitgebers oder Arbeiters zu beschränken. 

Das Ziel dieser Leitsätze geht darauf hinaus, die Arbeits- 
vermittlung außerhalb des wirtschaftlichen Kampfes zu stellen, 
wenn auch die bestehenden Arbeitgeber- und Arbeitnehmernach- 
weise weiter bestehen können. Daß für die Angestellten die Frage 
des Arbeitsnachweises etwas anders liegt als für die Arbeiter, 
haben wir in einem früheren Artikel der D. T.-Z. : „Unsere Stel- 
lung zu öffentlichen Arbeitsnachweisen" bereits dargelegt, 

Dr. H. 



Heft 11/12 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



45 



Arbeitslosenfürsorge 

Die Stadt Kiel gewährt nach folgenden Grundsätzen Ar- 
beitslosenunterstützung. 

Der Antragsteller muß seit dem 1. Oktober 1914 in 
Kiel gewohnt haben. Zeitweilige Verlegung des Wohnsitzes 
wegen der Fortifikationsarbeiten bleibt außer Betracht. Er muß 
den Nachweis führen, daß er seit dem 1. Januar 1914 minde- 
stens Vi'JahrinständigerArbeit in Kiel oder anders- 
wo gestanden haben und darf im Jahre 1914 Armenunterstützung, 
abgesehen von Anstaltspflege, nicht erhalten haben. Der 
Antragsteller muß durch Arbeitslosigkeit hilfsbedürftig 
geworden sein. Das Vorliegen von Hilfsbedürftigkeit wird ver- 
mutet, sobald bei einem bisher versteuerten Einkommen von we- 
biger als 2000 M jährlich bei einem Haushaltungsvorstand und 
von weniger als 1200M jährlich bei einer Einzelperson, die Ar- 
beitslosigkeit 14 Tage gedauert hat. Die Arbeitslosigkeit darf 
nicht verursacht worden sein durch Krankheit, Unfall, In- 
validität oder durch Streiks und Aussperrungen. Der Antrag- 
steller muß sich fruchtlos um Arbeit bemüht haben 
und darüber, daß ihm geeignete Arbeit, die auch außerhalb der 
beruflichen liegen kann, nicht hat nachgewiesen werden können, 
einen schriftlichen Ausweis eines geeigneten Arbeitsnachweises 
oder einer sonstigen Vermittlungsstelle vorlegen. Ueber das Vor- 
liegen dieser Voraussetzungen und über die Behandlung von Aus- 
nahmefällen entscheidet die Unterstützungskommission. Be- 
schwerden gehen an den Magistrat. 

Bei einem bisher versteuerten Einkommen von 2000 M jähr- 
lich und darüber erfolgt die Unterstützung durch Gewährung 
zinsfreier Darlehen, deren Höhe aber in der Regel nicht 
mehr als monatlich 25 M für einen Mann und 40 M für Eheleute 
sowie 6M für jedes zu unterhaltende Kind betragen darf. 

Bei einem bisher versteuerten Einkommen von weniger als 
2000 M erfolgt die Unterstützung durch Hergabe von Bar- 
mitteln ohne Verlangen der Rückzahlung. Der Arbeitslose 
erhält für die Dauer der Arbeitslosigkeit 6M wöchentlich, 
2M für seine Frau und 1.50 AI für jedes von ihm zu unterhaltende 
Kind. Die Unterstützung beginnt mit der Feststellung der Hilfs- 
bedürftigkeit und endigt mit dem Wiedereintritt in die Arbeit, 
oder mit der Ablehnung angebotener geeigneter Arbeit. Beihilfen 
und Unterstützungen von privater und öffentlicher Seite werden 
voll zur Anrechnung gebracht. Hat der Arbeitslose Anspruch auf 
Gewährung von Arbeitslosenunterstützung seitens einer Berufs- 
organisation, so werden die hiernach ihm zustehenden Unterstüt- 
zungen nur mit 50»/o auf die städtische Unterstützung zur An- 
rechnung gebracht, falls die Organisation sich im voraus ver- 
pflichtet, durch Listen fortlaufend über die Empfänger von Unter- 
stützungen und über die Höhe der Unterstützungen Auskunft zu 
geben. Zur Kontrolle der Unterstützten, ob sie sich um Arbeit be- 
mühen, sind eigene Vorschriften ergangen. Dr. H. 

* 

Erhöhter Mieterschutz 

Das zum Schutze der infolge des Krieges an der Wahrneh- 
mung ihrer Rechte verhinderten Personen unter dem 4. August 
1914 ergangene Gesetz hat insbesondere auf dem Gebiete des 
Mietsrechts einige Härten und Lücken. 

Das Gesetz bestimmt, daß gegen die mobilen Teile der Land- 
und Seemacht keine Klage erhoben und keine Zwangsvoll- 
streckung durchgeführt werden kann. Das Wort „mobil" führt 
zu Zweifeln über den in Betracht kommenden Personenkreis. 
Immobile Truppen, zu denen Ersatz- und Besatzungstruppen, 
Landwehrinspektionen, Bezirkskommandos, Bekleidungs- und Pro- 
viantsämter gehören, wenn sie nicht nach außerhalb versetzt 
sind, würden demnach nicht unter das Gesetz fallen. Als Merk- 
blatt der Mobilisierung wird die Kriegslöhnung angesehen. Da- 
gegen werden die zur Bewachung der Bahnstrecken und der Ge- 
fangenen verwendeten Truppen als unter das Gesetz fallend an- 
gesehen. Es kann also gegen einen zu einem immobilen Truppen- 
teil Eingezogenen die Räumungsklage erhoben und Zahlungs- 
anspruch geltend gemacht werden. Das entspricht sicherlich nicht 
dem Geiste des Gesetzes, und der Schutz des Gesetzes wäre auf 
alle zu militärischen Dienstleistungen Einberufenen auszudehnen. 

Sodann reicht der Schutz des Gesetzes vom 4. August nicht 
lang genug aus. Kehrt ein Kriegsteilnehmer als Invalide oder 
Krüppel aus dem Felde zurück, so erlischt mit dem Tage der Ent- 
lassung der ihm bisher zustehende Mieterschutz. Es kann also 
gegen ihn sofort die Räumungsklage und Zahlungsanspruch gel- 
tend gemacht werden. Das gleiche tritt für die Angehörigen des 
gefallenen Kriegsteilnehmers ein. Der Schutz des Gesetzes ist 
mindestens bis zur endgültigen Erledigung der Pensionsversor- 
gung bezw. solange die Kriegsunterstützung gezahlt wird und 
die gesetzliche Hinterbliebenenversorgung in Kraft tritt, zu ge- 
währen. 

Um keine Mietsschulden während der Abwesenheit des 
Mannes aufkommen zu lassen, zieht es die zurückgebliebene Ehe- 
frau oft vor, sich eine kleinere Wohnung zu mieten. Sie geht aber 



auf der anderen Seite das Risiko der Exmittierung ein, falls sie 
durch irgend einen unvorhergesehenen Unglückstall die Miete 
nicht zahlen kann. Solche Mietverträge müßten als im Namen 
des Ernährers mit abgeschlossen gelten. All diese Wünsche hat 
der Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen dem Reichstig 
unterbreitet. Dr. H 



:: H :: :: ANGESTELLTENFRAGEN :: U H :: 



Weiterzahlung des Gehalts bei den Provinzialverwaltungen 
Der Preußische Finanzminister hat bekanntlich in einem Er- 
laß, der für den Geschäftsbereich aller preußischen Ministerien 
Geltung hat, verfügt, daß den auf Privatdienstvertrag bei den 
staatlichen Behörden tätigen Technikern, die im Felde stehen und 
verheiratet sind, 40°/o des bezogenen Gehalts weiter gewährt 
wird. Für jedes Kind tritt ein Zuschlag von 10<>o, jedoch beträgt 
der Höchstsatz des zu gewährenden Gehaltes 66 2 / 3 o 0 . Viele Ge- 
meinden handeln nach gleichen Grundsätzen. Allerdings gibt es 
auch Gemeinden, an die wir uns wegen Nichtgewährung eines 
Teils des Gehalts wenden mußten. Eine Mitteilung aus Verbands- 
kreisen gab uns Veranlassung, mit entsprechenden Eingaben an 
die Provinzialverwaltungen heranzutreten. Erfreulicherweise 
konnten wir aus den Antworten der Provinzialverwaltungen ent- 
nehmen, daß alle Provinzialverwaltungen die von dem Preußi- 
schen Finanzministerium aufgestellten Grundsätze sich im we- 
sentlichen zu eigen gemacht haben, zum Teil noch über die Lei- 
stungen der Staatsverwaltung hinausgehen. So schreibt uns der 
Landeshauptmann für Westpreußen, daß den auf Privat- 
dienstvertrag bei der Westpreußischen Provinzialverwaltung ein- 
gestellten verheirateten Technikern ihr Zivileinkommen in glei- 
cher Weise wie den angestellten Beamten belassen worden sei. 
Von unverheirateten Technikern seien bisher noch keine Anträge 
auf Belassung ihres Zivileinkommens eingegangen. Von dem Lan- 
desdirektorium der Provinz Hannover erfahren wir, daß ihre 
Unterstützungssätze teilweise über die Sätze der Staatsverwal- 
tung hinausgingen. Schlesien gewährt den ganzen Gehalt. 
Der Landeshauptmann von Hessen zahlt 2 /s der Friedens- 
bezüge weiter. In der Provinz Sachsen erhalten die Angesteli- 
ten für den Einziehungs- und den darauf folgenden Monat noch 
das ganze Gehalt; von da ab zwischen 40 und 70 o/o. Die Landes- 
direktion von Brandenburg teilt uns mit, daß sie bis Ende 
1914 das ganze Gehalt, vom I.Januar 1915 an zwischen 50 und 
75o/o des Gehalts gewährt. Die Provinz Pommern handelt 
genau nach den Grundsätzen des Preußischen Finanzministe- 
riums. Von dem Landeshauptmann der Provinz Westfalen 
erfahren wir allerdings, daß die auf Privatdienstvertrag ange- 
stellten Techniker zwischen 25 und 50 0/0 ihres bezogenen Ge- 
haltes während des Krieges erhalten. Dr. H. 

* 

Eine Streitfrage über die Zahlung der Beiträge zur 
Angestellten-Versicherung 

Zu dem im vorigen Heft veröffentlichten Artikel „Die An- 
gestelltenversicherung im Kriege" geht uns von Zivil-Ingenieur 
Freund, Berlin, folgende Zuschrift zu: 

Eine eigenartige Streitfrage, die auch heute noch nicht ent- 
gültig entschieden ist, hat sich aus der ja noch nicht lange in Kraft 
befindlichen Angestellten-Versicherung ergeben. Bekanntlich hat 
sich eine Anzahl von Firmen dahin entschieden, ihren ins Feld 
einberufenen Angestellten oder deren Angehörigen einen Teil 
des Gehalts weiter zu zahlen, ohne daß sie hierzu durch recht- 
liche Verpflichtungen gezwungen wären. Diese Firmen haben 
sicher daran nicht gedacht, daß diese freiwilligen Unterstützungen 
zur Beitragszahlung für die Angestellten-Versicherung herangezo- 
gen werden könnten. Und doch hat sich die Reichs-Versicherungs- 
Anstalt auf den eigenartigen Standpunkt gestellt, daß auch diese 
freiwillig gezahlten Unterstützungen beitragspflichtig sind. Es ist 
erklärlich, daß gegen diese Ansicht des Direktoriums der Reichs- 
Versicherungs-Anstalt mit vollem Recht Sturm gelaufen wird. 
Auf Grund der Beschwerde hat sich dann auch die Reichs-Ver- 
sicherungs-Anstalt veranlaßt gesehen, seine ursprüngliche Absicht 
dahin abzuändern, daß nur die Angestellten, denen das Gehalt 
während des Kriegsdienstes fortgezahlt wird, und bei denen das 
Angestellten-Verhältnis durch die Teilnahme des Versicherten 
am Kriege nicht aufgelöst wurde, beitragspflichtig sind. Die 
Beitragspflicht soll aber auch bestehen bleiben, wenn nur ein 
Teil des Gehaltes fortgezahlt wird, nur sind natürlich in diesem 
Falle die Beiträge der entsprechend niedrigen Klasse zu ent- 
richten. Das Direktorium der ReiChs-Versicherungs-Anstalt ver- 
langt auch eine Entrichtung der Beiträge, wenn die Gehaltsbezüge 
an die Angehörigen des Versicherten gezahlt werden, obwohl ja 
in diesem Falle die Angehörigen zu der betreffenden Firma in 
gar keinem Arbeitsverhältnis stehen. Die Reichs-Versicherungs- 
Anstalt macht also die Frage, ob die gezahlten Unterstützungen 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 11/12 



beitragspflichtig sind oder nicht, davon abhängig, daß das An- 
gestelltenverhältnis durch ordnungsmäßige Kündigung oder son- 
stige Vereinbarungen bei der Einberufung zum Militärdienst auf- 
gelöst ist oder nicht. Ist letzteres geschehen, dann sollen die nach 
ordnungsmäßiger Auflösung des Angestelltenverhältnisses ge- 
währten Zuwendungen an die Angehörigen nicht beitragspflichtig 
sein. Dieser kleinliche Standpunkt hat bei den Interessenten natür- 
lich wenig Gegenliebe gefunden. Zu Unrecht legt die Reichs- 
Versicherungs-Anstalt der formellen Lösung des Angestellten- 
vertrages eine Bedeutung bei, die sie im vorliegenden Falle gar 
nicht haben kann. Ausschlaggebend muß doch hierbei lediglich 
sein, ob die Unterstützung freiwillig erfolgt oder nicht. Vielen 
Firmen ist es sicher peinlich, ihren Angestellten, die sich wo- 
möglich verwundet im Lazarett oder im Schützengraben befinden, 
nachträglich noch formell zu kündigen. Einer besonderen for- 
mellen Auflösung des Vertrages bedarf es in den meisten Fällen 
auch sicher nicht, da schon nach den gesetzlichen Bestimmungen 
angenommen werden muß, daß durch die erfolgte militärische 
Einberufung eine Auflösung des Arbeitsverhältnisses eingetreten 
ist. Aber selbst wenn dieses nicht in allen Fällen zutrifft, so kann 
doch keinesfalls eine freiwillige Unterstützung die Fortsetzung 
des Angestelltenverhältnisses derart begründen, daß sich hieraus 
eine Beitragspflicht für die Angestellten-Versicherung ergibt. 
Unmöglich kann der Angestellte, der sich im Kriege befindet, für 
seine Firma tätig sein. Für seine militärische Tätigkeit ist er 
naturgemäß nicht beitragspflichtig, und es kann schon nach diesen 
Erwägungen keinem Zweifel unterliegen, daß das Verlangen der 
Reichs-Versicherungs-Anstalt völlig unberechtigt ist. Jedenfalls 
stehen der Auffassung der Reichs-Versicherungs-Anstalt sehr 
schwerwiegende rechtliche und soziale Bedenken entgegen, daß 
nur dringend zu wünschen bleibt, daß sie ihren Standpunkt auf- 
gibt. Wenn die industriellen Betriebe in der gegenwärtigen Zeit 
ihren Angestellten freiwillige Unterstützungen gewähren, so ist 
dieses eine wohllöbliche Absicht, die man nicht durch unnötige 
und unberechtigte Abzüge erschweren, sondern so viel wie mög- 
lich fördern sollte. Inzwischen ist ja von den beteiligten Kreisen 
über den obigen Streitfall die Entscheidung des zuständigen 
Rentenausschusses für Angestellten-Versicherung angerufen, 
dessen Entschließung man mit Interesse entgegensehen darf. Was 
die Reichs-Versicherungs-Anstalt jetzt verlangt, könnten schließ- 
lich auch mit gleichem Recht die Krankenkassen und Invaliden- 
Versicherung fordern. 



RECHTSFRAGEN 



Ein Abfindungsstreit zwischen Prinzipal und Angestelltem 
Es gehört nicht zu den Seltenheiten im Geschäftsleben, daß 
eine Firma vertraglich noch mehrere Jahre an einen Angestellten 
gebunden ist, aus irgend welchen Gründen aber ein erhebliches 
Interesse daran hat, den Vertrag sofort aufzulösen. In diesem 
Falle pflegt eine Abfindungssumme, meist in Höhe des Jahres- 
gehalts, an den Angestellten gezahlt zu werden. Als selbst- 
verständlich darf dabei gelten, daß, wenn der ausscheidende Mit- 
arbeiter sofort gleichwertigen Ersatz oder eine noch bessere 
Stellung findet, die Abfindungssumme entweder nicht völlig 
oder erheblich ermäßigt wird. Muß nun aber der Ausscheidende 



den früheren Prinzipal in die Verhandlungen mit dem neuen ein- 
weihen und ihm auch dann schon Mitteilung machen, wenn ihm 
eine neue Stellung mit gleichem oder höherem Gehalt „so gut 
w i e s i c h e r" ist, und verwirkt er die Abfindung, wenn er dies 
nicht tut? Diese Frage hat das Reichsgericht jetzt in einem mar- 
kanten Falle verneint. 

B. bekleidete bei der Firma H. in Berlin eine gehobene 
Stellung und erhielt ein Jahfresgehalt von 9000 M. Als der Ge- 
schäftsinhaber starb, suchte seine Witwe vom noch drei Jahre 
laufenden Vertrag mit B. loszukommen und die Verhandlungen 
führten dahfin, daß B. sich bereit erklärte, das Vertragsverhält- 
nis gegen eine Abfindung von 9500 M zu lösen, und nahm eine 
Anstellung bei einer Maschinenfabrik auf ein Jahr gegen ein 
Gehalt von 14 000 M an. Als seine frühere Firma davon erfuhr, 
focht sie im Klagewege den Vertrag wegen arglistiger Täu- 
schung an und verlangte die Abfindungssumme zurück. Arglistige 
Täuschu'ng erblickte sie darin, daß B. die neue Stellung schon 
sicher gehabt habe, als er einem Vertreter der alten Firma ge- 
genüber äußerte, „er werde wohl eine neue Stellung bekommen, 
augenblicklich habe er aber noch keine". Hätte B. damals, als 
die Verhandlungen über die Abfindung noch im Gange waren, 
die Wahrheit gesagt, so würde ihm eine Abfindung in solcher 
Höhe nicht zugesprochen worden sein. Landgericht Ber- 
lin und Kammergericht wiesen die Klage ab. Das Kam- 
mergericht führte aus: 

Wenn der Beklagte geäußert hat, er werde wohl eine neue 
Stellung erhalten, habe aber noch keine, er müsse erst endgültig 
aus seiner alten Stellung entlassen sein, ehe er eine neue anneh- 
men könne, so ist darin keine arglistige Täuschung tu erblicken, 
obwohl die Maschinenfabrik damals sich bereits gebunden hatte, 
den Beklagten in ihre Dienste zu nehmen. Man kann bei derarti- 
gen Verhandlungen nicht verlangen, daß ein Teil dem anderen 
seine Pläne und Chancen darlegt und mit offenen Karten spielt. 
Es konnte dem Beklagten nicht angesonnen werden, daß er über 
die getroffenen Abmachungen unaufgefordert Aufklärungen gab. 
Es mußte angenommen werden, daß er eine Stellung mit 9000 M 
Gehalt nidht aufgeben würde, wenn er nicht eine solche mit 
höherem Gehalt bereits gefunden hatte. Die Aeußerung des Be- 
klagten, er habe noch kein neues Engagement, war nicht wahr- 
heitswidrig, denn der Maschinenfabrik gegenüber war er noch 
nicht zum Dienstantritt verpflichtet, da sein Verhältnis zur alten 
Firma noch nicht endgültig gelöst war und die Verhandlungen 
über die Abfindungssumme noch schwebten. Es war ihm ein 
festes Angebot gemacht, aber es war noch nicht definitiv an- 
genommen. Es war das gute Recht des Beklagten, die Abfindung 
von der Firma H. zu verlangen und sie kann auch als angemes- 
sen erachtet werden. Er hätte bei der Klägerin noch drei Jahre 
in fester Stellung bleiben und ein Gehalt von im ganzen 27 000 M 
beziehen können. In der neuen Stellung erhielt er zwar ein Jah- 
resgehalt von 14 000 M, aber das Engagement lautete vorläufig 
nur auf ein Jahr. Die Stellung war eine unsichere und Beklagter 
hat sie auch nicht behalten können, er mußte sie bereits nach 
3 / 4 Jahr aufgeben. — Gegen dieses Urteil legte die Firma H. 
Revision beim Reichsgericht ein, aber ohne Erfolg, da 
der 3. Zivilsenat des höchsten Gerichtshofes das Rechtsmittel 
als unbegründet zurückwies. (Urteil des Reichsgerichts vom 
5. März 1915, A.-Z. III. 468/14.) 



Kriegshilfe (15. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: P. Cosmus, P. Reifland = 
30,00 M. 

Ehrenmitglied: A. Schwenkler (2. Rate) = 30,00 M. 

Beamte und Angestellte: Gaedke, Händeler, Dr. Höfle, Hof- 
mann. Lenz, Lustig, Mourgues, Thiele = 143,60 M. 

Zweigverwaltungen: Amberg: 20,00. Bens heim: H. 
Grimm 3,00. Bonn: 17,50. Bremerhaven-Lehe: 53,80. 
Breslau: Petrich 1,00, MoChner 1,00, Mottlau 1,00, Geburt 
1,00, Jaensch 0,50, BooCkmann 1,00, Mertin 0,50, Echtler 10,00 
(=16,00). Burg i. D.: Heitmüller 3,00, Gorath 5,00, Wolf 1,00, 
Buhk 3,00, Goldschmidt 3,00, Mahnke 1,50, Thormann 3,00, Hau- 
schild 3,00, Wicklein 2,00, Paaske 3,00, Nordmann 1,00, Behrends 
3,00, Braren 3,00, Koch 3,00 (= 37,50). Cassel: für Postkarten 
3,50. Chemnitz: 71,00. Cöln: Bunte 30,00, Friedrichs 3,00, 
Gödecke 1,00, Grüttner 20,00, Hoffmann 3,00, Hübsch 5,00, Jahn 
5,00, Schaller 3,00 (=70,00). Dessau: 1,50. Düsseldorf: 
75,00. Frankfurt a. M.: 31,00. Frankfurt a. O.: 15,50. 
Hanau: 13,00. Hannover-Linden: E. Schoenberg 3,00, 
Kahn 5,00, Neumann 3,00, Lohel 1,00, Alm 3,00, Metzler 1,00, 
Vorberg 1,00, Dülken 0,50, Schmucker 3,00, Wendt 1,00, Hodum 
1,00, Gißrau 1,00, Keyser 1,00, Seidler 4,00, SchaChtebeck 20,00, 
Krüger 3,00, Gläscher 1,00, Lefherz 2,00, Weißleder 2,00, Vogt 
1,00, Sumburg 2,00, Koch 3,00 (=62,50). Hirschberg: 15,00. 
Hohensalza: Günther 5,00, Palm 1,00, Koßmann 1,00, Meyer 
2,00, Krieghoff 2,00, Herter 10,00, Meisch 1,00, Briesemeister 2,00, 
Müller 2,00, Ungenannt 1,00, Ungenannt 1,00, Ungenannt 1,00, 



Ungenannt 1,00, Gebr. Leitreiter 5,00, J. Back 5,00, M. Kleinert 
5,00, K. Kickbusch 5,00, F. Richter 5,00, M. Ringer 5,00, Fr. Segor 
5,00, Heller 5,00 (=70,00). Kiel: 169,20, K.W. Hafenbau 129,00, 
K. W. Schiffbau 71,00, K. W. Ressort IV 116,00, K. W. Artillerie 
32,00 (Sasse 5,00, Stoltenberg 5,00, Landt 6,00, Haberkorn 10,00, 
Tiedemann 6,00), G. W. Schiffbau 18,00, T. J. u. U. J. 157,00, 
Howaldtswerke 70,00, Kanalbauamt IV 26,00, Trost 6,00 (= 
794,20). Leipzig: 1,00. Lotzen: Stamp 5,00, Bischoff 3,00, 
Franke 5,00, Wachtel 3,00, Kluge 2,00, Leutnant Wasgindt 5,00, 
Kossosk 2,00, Lewandowski 2,00, Rieh. Reiner 10,00 (=37,00). 
Magdeburg: 8,00. M e i n i n g e n : Tantz 2,00, Rose 2,00 
(=4,00). Mühlhausen i. Thür.: Roth 5,00, Herr 3,00, Köppe 
5,00, Pollmann 5,00, Seifert 3,00, Dodenhoff 5,00, Venutti 3,00, 
Roselt 3,00, Reuther 5,00, Leibing 3,00, Herzog 4,00, Zindt 3,00 ] 
= 47,00 (abzügl. Sammellohn und Porto 4,30) (= 42,70). N a u m - Lj 
bürg, Bad Kösen: 10,00. Niederschöneweide: 5,75.1 
Oberhausen: 22,00. Pirna: 10,00. Posen: Walter 4,00,1 
Below 3,00 (=7,00). Potsdam: 20,00. Rostock: 50,50.1 
Sag an: Ramuschkat 3,00, Kirchmeier 3,00 (=6,00). Schöne-! 
berg: 6,00. Sorau: 42,25. Spandau: Verkauf von Karten Ii 
zum Kriegsvortrag 2,25, Michel 2,00, Richter 2,00, Rübke 2,00, U 
Sachse 2,00, Köhler 20,00, Marten 50,00, Makowka 30,00, Hall- 
ecker 5,00, Wiszinsky 3,00, Rabe 3,00, Zeiner 2,00, Nicolaus 
Schmidtner, E. Müller, Böttcher, Koch, Ullrich, Buchholz, Grae- 
ber, Kruge, Fr. Schulze, Emmrich, Miksch, Fr. Schulze, H. Hoff- 5 
mann, Brandes, Himstedt, Messerschmidt, Albert Schulze, Hülse- ', 



Heft 11/12 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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EHREN- mm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 
H. Baier, Amberg, Mitgl. 75 652. 

Otto Bosse, Mörchingen, Mitgl. 65 000, unter Beförderung 

zum Vizefeldwebei. 
Ferdinand Erdt, Burscheid, Mitgl. 75 736, unter Beförderung 

zum Leutnant. 
Heinr. Flach, Offenbach a. M., Mitgl. 69 359. 
Willi Gockel, Remscheid, Mitgl. 69 274, unter Beförderung 

zum Leutnant. 

Friedr. Gundermann, Alienburg (Ostpr.), Mitgl. 46 898, Uff. 

im Pionier-Bat. 1. 
Otto Hagelberg, Remscheid, Mitgl. 38 560, unter Beförderung 

zum Offizier-Stellvertreter. 
Ernst Meyer, Harburg a-. E., Mitgl. 18 942. 
Heinr. Mogge, Dorsten, Mitgl. 43 532. 

Friedrich Wilhelm Ruth, Langendiebach bei Hanau, Mitgl. 
52 253. 

Erich Sommerfeld, Briesen (Westpr.), Mitgl. 78 175. 
Fritz Weege, Saarbrücken, Mitgl. 55 107. 

Für besondere Tapferkeit im Felde wurden weiterhin 
ausgezeichnet: 

Jos. Konrad, Bingen, Mitgl. 58 352, hess. Tapferkeitsmedailie. 

Alois Neuhofer, Amberg, Mitgl. 60 836, Ritter des Eisernen 
Kreuzes, Bayr. Verdienstkreuz mit Schwertern, unter Be- 
förderung zum Vizefeldwebel. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland: 

Adolf Bartholdi, Harburg, Mitgl. 24 073, seit 1.10.02. 
Emil Bauer, Bad Wildungen, Mitgl. 31 390, seit 1.1.05. 



Max Falkenberg, Nowawes, Mitgl. 68 626, seit 1.7.12, in 
Frankreich. 

Sam. Heinke, Deuben, Zweigv. Plauenscher Grund, Mitgl. 

74 100, seit 1. 11. 13. 

Georg Juretzka, Tarnowitz, Mitgl. 74 182, seit 1.10. 13. 

Karl Koch, Hamburg, Mitgl. 74 973, seit 1. 1. 14. 

Willy Lehmann, Cottbus, Mitgl. 68 773, seit 1. 2. 13, am 

10. 11. 14 bei Bixschoote. 
Hans Müller, Stargard, Mitgl. 75861, seit 1.4.14. 
Willi Nitz, Briesen (Westpr.), Mitgl. 72 110, seit 1.7.13, am 

21. 11. 14 vor Lodz bei Radegosch (Polen). 
Max Reineck, Waldenburg i. Schi., Mitgl. 46 952, seit 1. 1.08. 
Joh. Sponheimer, Straßburg i. E., Mitgl. 68 792, seit 1.2.13. 
Karl Stolz, Augsburg, Mitgl. 65 379, seit 1.1.12. 
Fritz Ulbricht, Halle a. S., Mitgl. 78 260, seit 1. 6. 14. 
Karl Werner, Berlin-Lichterfelde, Mitgl. 52 817, seit 1.4.09, 

am 13. 10. 14 in Frankreich. 

Es wurden verwundet: 
Emil Dettmer, Nowawes, Mitgl. 73 611. 
Herrn. Pirsch, Berlin, Mitgl. 42 099 (schwer, in russischer Ge- 
fangenschaft). 

Hans Ruckdeschel, Amberg, Mitgl. 51 018, schwer. 
Hermann Seiffert, Halle a. S., Mitgl. 72 730, am 30.1. vor 

Soissons (schwer, Granatsplitter). 
E. Voges, Frohnau i. M., Zweigv. Reinickendorf, Mitglied 

75 130, zum erstenmal durch Granatsplitter, nach Genes, 
zum zweitenmal durch Gewehrschuß. 



beck, Raehse, Steinbeck, Wilde, Wittek, Qom, Hilker, Seeger, 
Dombrovski, Thieme je 1,00 = 149,00, Reuter 3,00, Klassen 3,00, 
Fritzsche 1,00, Reichenbecher 1,00, Reuter 3,00, Heublein 2,00, 
Klassen 3,00, Lorenz 3,00 = 19,00, Witzig 9,00, Rüthning 4,00, 
Arnold 2,00 = 15,00 (185,25). Stettin: Päpke 8,00, Tönges 
5,00, Naske 2,00, Thömke 2,00, Knebel 3,00, Dahms 2,00, Bran- 
denburg 2,00, Heynacher 3,00, Wagner 2,00, Scharm 1,00 (= 
30,00). Thorn: Steinkamp 22,00, Erling 12,00, Heil 12,00, Tren- 
ner 12,00, Teske 12,00, Kauffmann 12,00, Goeben 12,00, Kowalski 
12,00, Hanckel 10,00, Schäfer 10,00, Wolf 10,00, Hannemann 6,00, 
Harms 5,00, Korsch 5,00, Grubich 2,00, Förster 2,00, Stadtrat 
Walter 30,00, Illgner 30,00, Soppart 30,00, Hoffmann 30,00, 
Kaun 25,00, Bartel 20,00, Jerusalem 20,00, Skowronek u. Domke 
20,00, Rosenau u. Wiehert 20,00, Müller 20,00, Meinhard 20,00, 
Uebrick 15,00, Schwartz 10,00, Michel 10,00, Röhr 10,00, West- 
phahl 10,00, Bausekretär Schütze 10,00, Bausekretär Kind 5,00, 
Vermessungsamtsassistent Kimm 3,00, Schindler 3,00 = 497,00, 
abzügl. Auslagen 5,85 = 491,15 (davon bereits in Heft 43/44 über 
90,00 und in Heft 1/2, 10. Quittung, über 41,00 quittiert) mithin 
360,15. Trachenberg: Rätzel 5,00, Biering 2,00, Nedomehl 
3,00 (=10,00). Trebnitz: Spindler 4,00, Heinze 4,00, Ernst 
5,00 = 13,00, abzügl. 0,90 für Auslagen (=12,10). Vegesack: 
O. Schulz 3,00. Wiesbaden: 37,55. Wilhelmshaven- 
Rüstringen: 152,15. (2 432,40.) 

Mitglieder: M. Nr. 15 885 10,00, O. Baumgarten, Kunz, Bahr, 
Schönbaum, Wittmer, Wiegand, Warnecke, Wedemeyer, Raffeidt, 
Henning = 25,00, Becker 2,00, Beutin 10,00, Braun 5,00, Bruck- 
mann 2,00, Burchardt 4,00; v. Carlowitz: Erlös aus dem Verkauf 
von Kriegspostkarten von: v. Carlowitz 10,00, Wiegand 2,00, 
Fonfara, Heinsch je 1,00, Renn, Auvermann, Th. Scholz, Krüger, 
L. Eckert, Milbradt, Bernhard, Friedrich, Wengler, Voigt, Wie- 
gand, Uhlich, Reimann, Mühl, Giewert, Schönfelder, Schütze, 
Geisler, Kiesler, Jaekel, Heeg, Kleinert, Kolbe, Hütler, Hampel 
je 0,50 = 26,50, Frau Dittrich, Leipzig, Ueberweisung des ihr 
zustehenden Sterbegeldes 76,00, Elz 10,00, Geißler 2,00, von 



Gerlach 10,00, Graber 3,00, Greve 4,00, Grosse 20,00, Heerde 1,00, 
Heyser 5,00, Lehmgruber 2,60, J. Lorenzen 10,00, W. Lorenzen 
2,00, Mosolff 3,00, Muhl 10,00, Naumann 5,00, Plünzke 4,00, Pü- 
schel 2,00, Reichardt 4,00, M. Nr. 27 193 5,00, Rößger 5,00, Ru- 
dolph 2,00, Schilling 2,00, Schreier 2,60, Schütz 3,00, M. Nr. 18 478 
10,00, Tomscheidt 1,50, Wahrburg 3,00, Wolf 6,00, Ziegler 3,00, 
Zippel 5,00, Zügel 5,00, Ungenannt 2,40 (313,60). 



Zusammen 
Dazu Endbefrag der 14. Quittung 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 
Dazu Endbetrag der 14. Ausgabe-Quittung 



2949,60 M. 
91 126,22 M. 

94 075,82 M. 



6 486,25 M. 
55 119,84 M. 

61 606,09 M. 

Der in Heft 37/38 1914 für Herrn Plaß unter Mitgliedern ver- 
öffentlichte Betrag von 13,00 M. ist von Herrn Blaß in Straß- 
burg i. Eis. gespendet worden. 

Die in Quittung 4, 6, 9 und 10 bekanntgegebenen Zahlungen 
der Zweigverwaltung Oberhausen in Höhe von insgesamt 
163,50 M. sind von folgenden Herren dieser Zweigverwaltung' 
gespendet worden: September: Kestner 15,00, Busch 3,00, 
Kraefft 5,00, Alfermann 5,00, Willershausen 5,00, Schenk 3,00, 
Müder 2,00, Heesen 2,00, Behrendt 5,00, Hardting 3,00, Keil- 
hofer 2,00, Weihe 5,00, Fahlke 3,00, Bierbrodt 2,00, Borges 4,00, 
Nothelle 5,00 = 69,00 M. Oktober: Kestner 15,00, Wesselshier 
1,00, Lewke 5,00, Hödl 2,00, Falke 2,00, Schaller 3,00, Klees 1,00, 
Kraefft 5,00, Keilhofer 5,00, Höffgen 2,00, Demele 2,00 = 
43,00 M. November: Keilhofer 5,00, Kraefft 5,00 = 10,00 M. 
Dezember: Kraefft 5,00, Kämpfe 3,00, Jaklin 1,00, Lewke 1,00, 
Busch 1,00, Fahlenkamp 1,00, Kleber 1,00, Keilhofer 5,00, Demele 
1,00, Meyer 2,00, Borges 2,00, Harding 1,00, Nothelle 10,00, 
Fahlke 2,00, Hardt 2,00 = 38,00 M. Ferner 3,50 M. für veraus- 
lagtes Fahrgeld zur Versammlung nach Sterkrade. 



SHSH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

Berlin. Adr.: Otto Dolz, Berlin 87, Waldstr. 55. Kass.: Willy 
Eisfeld, Berlin 55, Grellstr. 15. 

Berlin-Friedenau. Br.-A. u. stellv. Vrs.: Ernst Wiebe, Arch., 
Feuerbachstr. 18 I. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. In 
der Dezember- bezw. Januar-Versammlung wurden für 1915 wie- 



dergewählt: Vors.: P. Beuster, Arch., Bornstr. 18. Kass. Oskar 
Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. Schriftführer Erich v. Ziegenhierd, 
Architekt, Bornstraße 20, neu gewählt als Delegierte zum Be- 
zirkstag: Ernst Wiebe und Alfred Küster, als Kassenprüfer Wilh. 
Bartels und Walter Parthey bezw. Wilh. Krach. Zu Obmännern 
wurden gewählt für Gruppe A: Ernst Wiebe, Arch., Feuerbach- 
straße 18 I. Gruppe B: Eduard Spindler, Ing., Sentastraße 21. 
Gruppe C: Wilhelm Bartels Gutsmuthstr. 15. Gruppe D: Rudolf 
von Bronk, Betzdorfpromenadel. Für den zur Fahne einberufe- 



48 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 1112 



nen Kollegen Pau! Beuster wurde Koll. Ernst Wiebe zum stellv. 
Vorsitzenden und gleichzeitig Kriegsvertrauensmann gewählt. In 
der Versammlung am 5. März sprach unser Verbandsdirektor 
Herr Dr. Höfle in anregender Weise über: Der Organisations- 
gedanke und der Krieg. Vertreten waren die Zweigverwaltungen 
Steglitz, Wilmersdorf, Schöneberg, Siemensstadt, der geschäfts- 
führende Vors'cand durch die Herren Heinze und Cosmus. Den 
Mitgliedern, die den Vortrag nicht besuchen konnten, ist in der 
nächsten Versammlung am 6. April nochmals Gelegenheit ge- 
geben, Näheres über das Thema zu hören. — Die dritte 
Sammlung für die Kriegshilfe ergab 26 M. Zu Ostern sollen wie- 
der Pakete an die im Felde stehenden Kollegen gesandt werden. 
Freiwillige Spenden an Zigarren, Zigaretten, Tabak, 
Pfeifen, elektr. Taschenlampen usw. sind bis 20. März an Kol- 
legen Wiebe einzusenden. Die Sammlung hierfür ergab 
10,50 M. Am Sonnabend, 20. März, abends 9 Uhr, findet der erste 
Kriegsfamilienabend im Restaurant Rheineck, Schloßstraße, Ecke 
Kaiser-Allee, statt, wozu auch die Damen der im Felde stehen- 
den Kollegen freundlich eingeladen sind. — Sonntag, den 
21. März findet eine Besichtigung des chemischen 
Laboratoriums der Techn. Hochschule statt. — Die neu 
zur Fahne einberufenen Kollegen werden gebeten, ihre Fe Id- 
adresse umgehend bekannt zu geben. Nächste Monats-Ver- 
sammlung Dienstag, den 6. April, abends 1 ',9 Uhr. Tagesord- 
nung: Jahresbericht. Diskussion über Vortrag Dr. Höfle. Bei- 
tragszahlung. Bericht über Besichtigung des chemischen Labo- 
ratoriums. Eingänge, Verschiedenes. Besondere Einladungen er- 
gehen nicht. 

Buxtehude. Adr.: Chr. W. Wittig, Harburg, Neuestr. 15. 

Delmenhorst. Adr.: H. Schlothauer, Oldenburger Straße 161. 
Kass.: P. Peschel, Schillerstraße (Neubau). 

Graudenz. Adr.: Ing. J. Uhle, Tuscher Damm 24 II. Kass.: 
Adolf Kuhlmey, Fritz-Reuter-Straße 7 II. 

Grünberg i. Schi. Adr.: Magnus Müller, Architekt. 

Hamborn. Vors.: F. W. Herber, Geometer, Hamborn, Bleeck- 
Straße 28. Kass.: F. Ruschenburg, Kassierer, Hamborn, Ho!tener 
Straße 218. Wir bitten die restlichen Beiträge umgehend an Herrn 
Kollegen Ruschenburg einzusenden. Beiträge für die Unterstüt- 
zungseinrichtungen des Verbandes nimmt Herr Kollege Herber 
gerne entgegen. Die Tagesordnung der nächsten Versammlung, 
am 9. April, wird in der folgenden Nummer der Verbandszeitung 
bekannt gegeben. Wir bitten wiederholt um pünktlichen Besuch 
unserer Veranstaltungen. 

Heilbronn. Adr.: August Roessei, Chemische Fabrik Wohl- 
gelegen. 

Hochemmerich. Adr.: Jacob Küchler, Elisabethenstr. 7 I. 

Jena. Adr.: Chr. Behrends, Marienstr. 54. 

Kiel. Vrs.: Heinitz, Kiel-G., Kirchenweg 36 II. An jedem 
ersten Donnerstag im Monat findet regelmäßig eine Versamm- 
lung statt, zu welcher die Mitglieder hiermit eingeladen werden. 
Die jeweilige Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt 
gegeben. Vereinslokal: Kiel, Fährstraße 40 im Prinzenhof. Für 
Kassenwesen und Mitgliederbewegung ist zuständig Koll. F. Graf, 
Kiel, Prüne 62 III. 

Königswusterhausen. Adr.: Georg Willig, Wilda, Kr. Tel- 
tow, Schwartzkopfstraße 52 I. 

Ludwigshafen a. Rh. Am 3. März 1915 fand eine sehr gut 
besuchte Monatsversammlung statt, in welcher nach Erledigung 
des geschäftlichen Teiles und Bekanntgabe der von unseren Kol- 
legen im Felde eingelaufenen Feldpostkarten Herr Kollege 
J. Kraft über „Gedanken über die wirtschaftliche Lage der tech- 
nischen Angestellten nach dem Kriege" in ausführlicher Weise 
referierte. An diesen Vorschlag schloß sich eine rege Diskussion 
an. Die nächste Monatsversammlung findet Mittwoch, den 
7. April statt. Einladung mit Angabe der Tagesordnung wird noch 
bekannt gegeben. Voraussichtlich wird das Thema „Der Krieg 
und die Technik bezw. ihre Bewertung" zur Diskussion gestellt 
werden. 

Memel. Adr.: Heinr. Goldbeck, Weidendammstr. 8. 

Merseburg. Vorstand: Vrs. u. Adr.: Max Ludwig, Roter 
Feldweg 6. Kass.: Willy Hetzer, Roter Brückenrain 15. Schriftf . : 
Wilhelm Büttner, Friedrichstraße 36. Unsere nächste Monats- 
versammlung findet nicht Sonnabend den 3., sondern Sonnabend, 
den 10. April d. Jrs., abends pünktlich 8 1 /, Uhr, im Restaurant 
„Herzog Christian", Weißenfelser Straße, " statt. Alle Kollegen 
werden ersucht pünktlich zu erscheinen. Die Tagesordnung wird 
in der Versammlung bekannt gegeben. 

Metz. Das Geschäftszimmer ist Dienstags, Donnerstags und 
Samstags von 6 bis 7 Uhr abends geöffnet. 

Nakel (Netze). Adr.: C.Palm, Bautechniker. 

Naumburg. Zurzeit nicht besetzt. Wer meldet sich freiwillig 
als Kriegsvertrauensmann? 

Nürnberg. Zur Entlastung des derzeitigen stellvertretenden 
Vorstandes, und um die Weiterführung der Geschäfte bei weiteren 
Einberufungen zum Kriegsdienst sicherzustellen, wurde in der 
Monatsversammlung vom 3. März beschlossen, die Geschäfte 



der Zweigverwaltung während der Kriegsdauer, unter Zugrunde- 
legung der vorgelegten Geschäftseinteilung, den folgenden Herren 
Kollegen zu übertragen: 1. Vorstand: Kasp. Polster, Schreyer- 
Straße 14. 2. Vorstand: W. Muth, Bayern-Straße 125 1 Kassier: 
C. Held, Wirth-Straße 16 II. 2. Kassier: Jos. Krafft, Uhland-Str. 18. 
1. Schriftführer: Friedr. Rehle, Untere Grassersgasse 9. 2. Schrift- 
führer: Joh. Emilius, Ziegelgasse 3. Stellenvermittlung: Abteilung 
für Hochbau, Tiefbau, Maschinenbau und Elektrotechnik Fr. Her- 
zer, Adam-Straße 17 II. Besonders möchten wir darauf aufmerk- 
sam machen, daß alle Einberufungen zum Kriegsdienst an den 
1. Kassier, Herrn C. Held, zu melden sind, während die Feld- 
adressen unserer Kollegen dem 1. Schriftführer, Herrn Fr. Rehle, 
mitzuteilen sind. Das Unterstützungswesen, mit Ausnahme der 
Stellenlosenunterstützung, welche dem Stellenvermittler, Herrn 
Fr. Herzer, zugeteilt ist, erledigt auch künftig Herr C. Held. — 
Liebe Kollegen, vergeßt aber auch unsere hilfsbedürftigen Fami- 
lien der im Felde stehenden Kollegen nicht. Die Anforderungen an 
die Kriegshilfe nehmen immer mehr zu, während die Spenden 
durch die Einberufungen zum Kriegsdienst zurückgehen ; deshalb 
bitten wir alle Kollegen, gebe jeder, was ihm möglich ist, auch 
der kleinste Betrag wird dankbar entgegengenommen. 

Schwedt a. O. Adr.: Alfred Batze, Berliner Straße 19. Bisheri- 
ger Vertrauensmann verzogen. 

Senftenberg (N.-L.) Adr.: Albert Titze, Salzmarktstr. 25. 

Werdau. Adr.: Paul Hentschel, Burgstr. 31. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Saarbrücker Backofen- und Bäckereimaschinen-Fabrik in 

Saarbrücken 3, Großherzog - Friedrich - Straße 43, benötigt zum 
1. April ds. Js. für die weitere Dauer des Krieges aushilfsweise 
einen vollständig militärfreien Ingenieur oder Techniker i. Alter 
v. nicht unter 30 bis 40 Jahre, welcher befähigt ist, eine Granaten- 
dreherei zu leiten, sich nicht scheut, den fehlendenTJrehermeister 
und Kontrolleur mit zu ersetzen und welcher in erster Linie auch 
befähigt sein muß, Garnisons-, Lazaretts-, Krankenhaus- und sont- 
stige Bäckereien durch Backöfen, Bäckereimaschinen und Bäcke- 
reigeräte praktisch einzurichten, sowie auch die erforderlichen 
Pläne und Zeichnungen dazu herzustellen. (Gehalt 180 bis 200 M 
monatl.) Der Inhaber des beschriebenen Postens sieht am 1. April 
seiner militärischen Ausbildung entgegen, so daß die aushilfs- 
weise Besetzung zwecks Einarbeitung am besten schon eine 
Woche vor diesem Tage erfolgen müßte. Gesuche sind an die 
vorbenannte Firma direkt zu richten. 

Für den hiesigen Bauhofsbetrieb* wird zum 1. April 1915 

eine junge 

maschinentechnische Hilfskraft 

gesucht, mit guter theoretischer Ausbildung. Im besonderen sind 
Kenntnisse und praktische Erfahrung in elektrischen Kraft- und 
Lichtanlagen und im Betriebe einer Schiffswerft oder eines Bau- 
hofes erwünscht. Bewerbungsgesuche mit Lebenslauf, Zeugnis- 
abschriften, polizeilichem Führungsattest und Angabe der Ge- 
haltsansprüche und Militärverhältnisse werden baldigst erbeten. 
Bewerber mit abgeschlossener Maschinenbauschulbildung er- 
halten den Vorzug. 

Pillau, den 12. März 1915. 

Königl. Hafenbauamt. 

In der im vorigen Heft veröffentlichten Liste der Zweig- 
stellen sind folgende Aenderungen nachzutragen: 

Zweigstelle Bremen: Obmann Herr Kollege Krause, Oster- 
straße 45 (Bau). 

Die Zweigstelle Hochemmerich hat sich infolge Einberufung 
des bisherigen Obmannes aufgelöst. 



STERBETAFEL 

Gg. Albredit, Augsburg, Mitgl. 49 196, feit 1. 1. 08. 

Karl Winter, Wiesweiler, Mitglied 45350, feit 
1. 10. 07, geftorben 25. 2. 15. 



Bei fdpiengeit <5run&tDaffert)erl)ältmffen 

tft „Sdfadfts PiroLCmulfton" imcntbeforUcf). Sntereffenten erhalten 
fadjmänntfdje 9latfcf)Iäge, (Gutachten u. Slttefte für erfotgreidje ®iaV 
tung§ar6eiten foften!o§ oon $• Sdjodjt, djem. Sabril, Brounf^wcig. 

,,(5d)ad)t<§ $i£ot=GmuIfion" luirb oon jebet 93aumateriaüenl)am> 
luna geliefert. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 

Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 3. April 1915 Heft 13/14 



Die sozialen Organisationen und der Krieg 

Von Dr. CL. HEISS, Berlin-Treptow. 



Das Wort unseres Kaisers, daß er keine Parteien mehr 
kenne, ist in den weitesten Kreisen unseres Volkes freudig 
aufgenommen worden. Ganz besonderen Eindruck hat es 
sowohl im In- als im Auslande gemacht, daß die Kriegs- 
anleihe vom Reichstag einstimmig beschlossen worden ist, 
daß auch die Sozialdemokraten die Mittel für diesen Krieg 
zur Verteidigung unseres Vaterlandes, unseres Herdes und 
unserer Kultur bewilligt haben. 

Dieser Entschluß war nicht etwa einer augenblicklich 
aufflackernden, patriotischen Begeisterung zu verdanken, 
sondern- er hat in den weitesten Kreisen der Mitglieder der 
sozialdemokratischen Partei volle Anerkennung und Billi- 
gung gefunden, wie sich aus den zahlreichen Feldbriefen 
sozialdemokratischer Kriegsteilnehmer ergibt. Alle sehen sie 
ein, daß es gegenwärtig ihre erste und höchste Aufgabe ist, 
der alle anderen unterzuordnen sind, die Existenz des Vater- 
landes, der deutschen Kultur und Freiheit gegen den Hoch- 
mut der Franzosen, den Neid und die heuchlerische Ver- 
logenheit der Engländer und gegen die Barbarei der Rus- 
sen zu verteidigen. Daß sich einige verschrobene Quer- 
treiber in dieser großen Partei gefunden haben, wer wollte 
sich darüber wundern! Sie sind aber wirklich vereinzelt 
und einsam und ihr Treiben wird ganz besonders von dem 
gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Flügel der 
Partei mit aller Entschiedenheit verurteilt. Ganz besonders 
hat aber die schnelle Anpassung unserer ganzen Volkswirt- 
schaft an die neuen und schwierigen Aufgaben des Krieges 
auch die Anerkennung sozialistischer Arbeiterkreise gefun- 
den. Sie hat nach der Ansicht Müllers, der in der Konsum- 
genossenschaftlichen Rundschau die Anhänger des ortho- 
doxen und alleinseligmachenden Marxismus mit beißender 
Ironie verspottet, die Unhaltbarkeit eines Haupt- und Eck- 
pfeilers des marxischen Lehrgebäudes, der Katastrophen- 
theorie, bewiesen. 

Sofort hat sich aber auch gezeigt, daß die Organisatio- 
nen der Arbeiter für die Erleichterung der durch den Krieg 
der Bevölkerung auferlegten Lasten und für die Organi- 
sation der Hilfstätigkeit und Wohlfahrtspflege ganz be- 
sonders geeignet sind. 

Bei der ganz neu geschaffenen Organisation zur Unter- 
stützung der Hinterbliebenen der ins Feld gezogenen Krie- 
ger und der übrigen durch den Krieg arbeitslos gewordenen 
Bevölkerung wurde es als besonders schwerer Mangel emp- 
funden, daß die nebeneinander bestehenden Organisationen 
nicht planmäßig zusammenarbeiten. In den Arbeiterorgani- 
sationen aber haben wir große, zentralisierte Berufsorgani- 
sationen, die schon jahrzehntelang auf wirtschaftlich-sozia- 
lem Gebiet, in größeren Einheiten wie die Generalkommis- 
sion der Gewerkschaften Deutschlands, die Zentralkommis- 
sion der christlichen Gewerkschaften und den Zentralrat 
der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine zusammengefaßt, 
planmäßig nebeneinander arbeiten. 

Wenn auch über die gegenwärtigen Verhältnisse der 
Gewerkschaften nach der Natur der Dinge statistische An- 
gaben nicht möglich sind, so verdient doch eine internatio- 



nale, vergleichende Uebersicht über den Stand der Berufs- 
organisationen in der letzten Zeit unsere volle Aufmerksam- 
keit, weil sie einen Schluß zuläßt auf die im einzelnen Volke 
vorhandene Organisationskraft. Nach den neuesten Nach- 
weisungen im Statistischen Jahrbuch für das Deutsche 
Reich 1914 betrug der Mitgliederstand der deutschen Ge- 
werkschaften insgesamt im Jahre 1869 30 000, fiel dann im 
Kriegsjahre 1870 auf 6000, erreichte im Jahre 1888 21 000 
und nahm immer stärker zu auf 62 243 im Jahre 1890, 
343 247 im Jahre 1891 (für welches Jahr zum erstenmal die 
freien Gewerkschaften nachgewiesen worden sind, während 
es sich bisher nur um die Hirsch-Dunckerschen Gewerk- 
schaften handelte), 1900 848 832, 1905 1 650 006, 1910 
3 267 301, 1911 3 707 536 und 1912 4 052 867. In den bei- 
den letzten Jahren weisen die einzelnen Gewerkschafts- 
gruppen folgende Zahlen auf: 





Mitgliederzahl 


Gesamtein- 
nahmen iii 
Tausend Mark 


Gesamtaus- 
gaben in 
Tausend Mark 


Vermögen in 
Tausend Mark 




1911 


1912 


1911 


1912 


1911 


1912 


1911 


1912 


Freie Gewerk- 
scha ten 


2 339 785 


2 553 162 


72 172 


80376 


60109 


61 238 


62 125 


80 833 


Christliche Ge- 
werkschaften . . 


340 957 


344 687 


6 244 


6 608 


5 300 


5 223 


7 083 


8 576 


Deutsche Gewerk- 


107 743 


109 225 


2 623 


2 786 


2 304 


2 345 


4 273 


4 500 


Unabhängige 


748 858 


814 745 


2514 


2 956 


2 067 


2 393- 


3 387 


3 241 


Wirtsch ifts- 
friedliche Vereine 


170192 


231 048 


1 473 


2 19S 


1 183 


1 566 


1 186 


2 406 


Zusammen 


3 707 535 


4 052 867 


85 026 


94 924 


70 962 


72 765 


78 054 


99 556 


Konfessionelle 
Arb iter- und 
Arbeilerinntn- 
Vereine 


724 640 


765 039 


1 268 


1 150 


1 126 


1054 


682 


765 



Die Zunahme der Mitgliederzahl seit 1905 zeigt eine 
lebenskräftige, stetige Entwickelung. Das gleiche Ergebnis 
liefern die Finanzen. Die Gesamteinnahmen aller Gewerk- 
schaften überhaupt vermehrten sich von 32 auf 95 Millio- 
nen in der Zeit von 1905 bis 1912, die Gesamtausgaben 
von 28 auf 73 und das Gesamtvermögen von 24 auf rund 
100 Millionen Mark. Die erste Stelle nehmen, wie unsere 
Uebersicht zeigt, die Freien Gewerkschaften ein. Ihre Mit- 
gliederzahl stieg seit 1905 von 1,3 auf 2,6 Millionen; die 
Gesamteinnahmen von 28 auf 80, die Gesamtausgaben vor 
25 auf 61 und das Gesamtvermögen von 20 auf 81 Mil- 
lionen Mark. In der gleichen Zeit vermehrte sich der Mit- 
gliederstand der christlichen Gewerkschaften von 188106 
auf 344 687, ihre Einnahmen von 2,4 auf 6,6, ihre Ausga- 
ben von 2,2 auf 5,2 und ihr Vermögen von 1,2 auf 8,6 Mil- 
lionen Mark. Endlich vermehrten sich die Mitglieder der 
Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine von 11 797 auf 
109 225, ihre Gesamteinnahmen von 1,3 auf 2,8, ihre Ge- 
samtausgaben von 1,2 auf 2,4 und ihr Gesamtvermögen 
von 3,5 auf 4,5 Millionen Mark. 

Zu diesem großen organisierten Arbeiterheer kommen 
die ebenfalls recht ansehnlich gewordenen Fähnlein der An- 



50 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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gestelltenverbände. Sie zeigen, wenn wir nur die Mitglie- 
der berücksichtigen, die Angestellte sind, seit 1905 fol- 
gende Entwickelung : 



Kaufmännische Verbände 

Techniker-Verbände . . 

Verb nde der Bureau- 
beamten 

Verbände landwirtschaft- 
licher Beamten . . . 

Verschiedene Verbände . 



Zahl der angestellten Mitglieder 
19H5 1912 



335 954 
70 008 



5 413 



1 7C0 

19 355 



533 917 
132 049 

26 546 

20 403 

75 991 



In Oesterreich wurden 1912 692 681 organisierte Ar- 
beiter gezählt, wovon 428 362 zum internationalen Gewerk- 
schaftsbunde und 82 459 zur internationalen christlichen 
Gewerkschaftskommission gehörten. In Ungarn betrug die 
Zahl der organisierten Arbeiter 111 966, die sämtlich zum 
internationalen Gewerkschaftsbunde gehörten. Die gewerk- 
schaftliche Entwicklung in dem Lande unseres Bundes- 
genossen steht also noch weit hinter der Deutschlands 
zurück. 

Wie steht es aber mit diesen Dingen bei unseren Fein- 
den? Wir haben Großbritannien, das lange Zeit als das 
Land mit der höchst entwickelten vorbildlichen Gewerk- 
schaftsorganisation gegolten hat, bereits überholt. Denn 
hier wurden nach den internationalen Uebersichten des Sta- 
tistischen Jahrbuches für das Deutsche Reich im Jahre 1912 
3 281 003 organisierte Arbeiter gezählt gegen 4 052 867 in 
Deutschland. Dagegen ist die Rückständigkeit und Ohn- 
macht der französischen und belgischen Arbeiterbewegung 
und die geringe Bedeutung der russischen und serbischen 
Berufsorganisationen bekannt. Die Zahlen für die letzt- 
genannten halbasiatischen Länder sind wenig zuverlässig 
und beruhen auf Schätzung. Die Mitgliederzahlen der Ar- 
beiterorganisationen wird geschätzt für Rußland auf 3000, 
für Finnland auf 23 839 und für Serbien auf 5000 Arbeiter. 
In Frankreich betrug die Zahl der organisierten Arbeiter 
1 027 059 und in Belgien 231 835. 

Die Jahreseinnahmen der österreichischen Arbeiter- 
organisationen betrugen 13,19, die Ausgaben 11,36 und der 
Vermögensbestand 19,74 Millionen Mark; die entsprechen- 
den Ziffern für Ungarn sind 1,98, 1,87 und 2,72 Millionen 
Mark. Die Finanzen der Großbritannischen Arbeiterorgani- 
sationen weisen recht ansehnliche Ziffern auf: Die Jahres- 
einnahmen betrugen 1912 65,9, ihre Jahresausgaben 77,99 
und ihr Vermögen 102,03 Millionen Mark. Von den übrigen 
hier angeführten Ländern mit Ausnahme von Finnland, das 
uns hier nicht interessiert, liegen Nachweisungen über die 
Finanzen der Gewerkschaften nicht vor. Es ist aber bekannt, 
und Kulemann hat in den letzten drei Bänden seines großen 
Werkes über die Berufsvereine den Nachweis im einzelnen 
geführt, daß sowohl die französischen als die belgischen 
Gewerkschaften vor allem daran kranken, daß ihre Mit- 
glieder, die sich leicht begeistern, aber die Ausdauer und 
Zähigkeit der deutschen Arbeiter vermissen lassen, nicht 
dazu zu bewegen sind, nennenswerte Beiträge für ihre Be- 
rufsorganisationen aufzubringen. Es fehlt den individua- 
listisch gearteten romanischen Arbeitern der Gemein- 
sinn, die Opferwilligkeit für die Berufs- und Standesinter- 
essen, die Fähigkeit, sich in eine größere Gesamtheit einzu- 
ordnen und sich ihrer Disziplin zu unterwerfen. Darum 
bilden aach anarchistische Gewerkschaften die Mehrzahl. 
Der Generalstreik und die Sabotage, von der den deutschen 
Gewerkschaften auch nicht ein einziger Fall hat nach- 
gewiesen werden können, gehören zu ihren hauptsächlichen 
Kampfmitteln. In Belgien ist außerdem eine ungesunde Ver- 
mengung der gewerkschaftlichen mit der genossenschaft- 
lichen Organisation der Konsumenten zu beobachten, die 



zuerst von den Sozialisten eingeführt, dann aber von ihren 
gleich starken klerikalen Konkurrenten nachgeahmt wor- 
den ist. 

In Friedenszeiten galt allen fortgeschrittenen Gewerk- 
schaften als Hauptaufgabe der Kampf um die Erhaltung der 
bestehenden Arbeitsbedingungen und um ihre Verbesse- 
rungen. Dieser Hauptaufgabe wurden die zahlreichen Wohl- 
fahrtseinrichtungen, auf die man schon im Interesse des 
Zusammenhalts der Mitglieder nicht verzichten konnte, 
untergeordnet. Doch waren die Mittel, die für die Wohl- 
fahrtseinrichtungen schon in Friedenszeiten angewendet 
wurden, keineswegs unbedeutend. So gaben im Jahre 1912 
die freien, die christlichen und die Hirsch-Dunckerschen 
Gewerkschaften zusammen für Krankenunterstützungen 
12,98 Millionen Mark, für Invalidenunterstützung 544 666 
und für Sterbegeld 1,50 Millionen Mark, zusammen also 
15,03 Millionen Mark aus. Hinter dieser Summe blieben die 
Ausgaben für Streiks und Aussperrungen mit 14,56 Millio- 
nen Mark zurück; dazu kommen aber noch Ausgaben, die 
indirekt der Verbesserung des Arbeitsverhältnisses dienen, 
für Reise und Arbeitslosenunterstützung zusammen 9,79 
Millionen Mark und sonstige Unterstützung 609 000 Mark, 
so daß die Ausgaben für Unterstützungen insgesamt 25,43 
Millionen Mark betragen, zu denen noch 28,81 Millionen 
Mark für Agitation, Rechtsschutz, Verwaltung, Verbands- 
organ und Bibliothek kommen. 

Mit diesen ansehnlichen Ziffern sind aber die Leistun- 
gen der organisierten Arbeiter für Wohlfahrtszwecke 
Keineswegs erschöpft. Denn es gehört zu den regelmäßigen 
Einrichtungen der Gewerkschaften, daß für notleidende Mit- 
glieder, die nach den Statuten aus den Kassen der Gewerk- 
schaften nicht unterstützt werden können, von Zeit zu 
Zeit Sammellisten herumgereicht werden. Dazu kamen noch 
in Friedenszeiten Extrabeiträge für Streikfonds, für große 
Arbeitsbewegungen anderer Gewerkschaften usw. Die 
Opferwilligkeit unserer organisierten Arbeiter ist also durch 
fortgesetzte Inanspruchnahme in einem selten hohen Grade 
entwickelt. 

Mit der Kriegserklärung sind diese wohlorganisierten 
und gut disziplinierten Arbeitermassen mit Herz und Hand 
wie ein Mann eingestanden für die Verteidigung des heimat- 
lichen Bodens. Sie haben rückhaltlos Burgfrieden mit ihren 
Gegnern geschlossen, um sich mit allen Kräften der Auf- 
gabe zu widmen, die Wunden, die der Krieg unter den in der 
Heimat zurückgebliebenen Mitgliedern und unter den An- 
gehörigen der ins Feld Gezogenen geschlagen hat, zu mil- 
dern. Es ist mehrfach darauf hingewiesen worden, daß man 
zu wenig an jene arbeitslos gewordenen Arbeiter und An- 
gestellten denke, die nicht in den Krieg ziehen durften und 
deren Not oft nicht geringer war als die der zurückgeblie- 
benen Angehörigen der Kriegsteilnehmer. Für diese Auf- 
gabe sind die Gewerkschaften wegen ihrer Personen- und 
Sachkenntnis geradezu unentbehrlich. 

Bei der durch den Krieg verursachten Umschichtung 
aller wirtschaftlichen Verhältnisse macht sich als besonders 
empfindlicher Mangel unserer Wirtschaftsverfassung das 
Fehlen eines allgemein anerkannten und benützten zentrali- 
sierten Arbeitsnachweises geltend. Besonders dringend war 
dieses Bedürfnis für die Landwirtschaft, der durch die 
Mobilmachung gerade in der Ernte viele Arbeitskräfte ent- 
zogen worden waren. Im Reichsamt des Innern wurde daher 
eine Reichszentrale der Arbeitsnachweise errichtet, die unter 
Mitwirkung der Gewerkschaften 12 000 Industriearbeiter in 
der Landwirtschaft unterbringen konnte. Hier hat sich 
gerade die sozial einigende Wirkung des Krieges gezeigt. 
Bisher hatten die Reichsbehörden mit den Gewerkschaften 
nur auf dem mehr idealen Gebiete der Statistik und auch da 1 
nicht in allen Fällen, wo es notwendig gewesen wäre, z. B. 



Heft 13/14 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



51 



nicht bei der Streikstatistik, zusammengearbeitet. Nunmehr 
haben sie mit bestem Erfolg gemeinsame praktische 
Arbeit unternommen. Der Sozialpolitiker kann nur wün- 
schen, daß die in der Not geschaffenen und bewährten 



Grundlagen gemeinsamer Arbeit auch in den Zeiten des 
Friedens und des Aufschwungs erhalten bleiben und zui 
Förderung des sozialen Friedens systematisch weiter aus- 
gebaut werden. 



Der Mindestluftraum in Kleinwohnungen 



Eine der wichtigsten Forderungen bei Durchführung der 
Wohnungsaufsicht ist das Mindestmaß an Luftraum, das in den 
Kleinwohnungen für jede Person vorhanden sein soll. Man mag 
zu der Frage der „Mindestforderungen" stehen, wie man will, 
ein Mindestmaß von Luft ist im Interesse der Gesundheit für 
Kleinwohnungen unter allen Umständen zu fordern. 

Es kann gesagt werden, daß in Fachkreisen über die Größe 
dieses Maßes eine gewisse Einigkeit herrscht, indem wohl ziem- 
lich allgemein die Forderung von 20cbm Luftraum für den Er- 
wachsenen in der Wohnung oder lOcbm in Schlafräumen als 
richtig anerkannt wird. Hierbei ist allerdings Voraussetzung 
regelmäßiges Lüften der Räume und das Fernhalten lüftver- 
schlechternder Ursachen von der Außenluft. Freilich wird diese 
Forderung in der Wohnungsaufsicht nicht überall festgehalten, 
indessen geschieht dies nicht, weil man sie für unrichtig hält, 
sondern weil sie vielfach nicht durchführbar ist. Wenn sich des- 
halb in dieser Hinsicht auch Wissenschaft und Praxis manchmal 
scheiden, so ändert das doch nichts an der Notwendigkeit, daß 
ein derartiges Mindestmaß wissenschaftlich ermittelt werden 
muß, und sei es auch nur, um eine Grundlage für die Beurteilung 
zu schaffen, in welchem Umfange die tatsächlichen Verhältnisse 
hinter der Notwendigkeit zurückbleiben. 

R u b n e r und W o 1 p e r t bemerken in ihrer Schrift „Grund- 
lagen für die Beurteilung der Luftfeuchtigkeit in den Wohn- 
räumen", daß, wer die praktischen Verhältnisse eines (Schlaf-) 
Raumes kennt, der mit Menschen unter Zugrundelegung von 
lOcbm Luftraum belegt ist, „ohne Zweifel über die Annehm- 
lichkeiten dieses Mindestluftraums nicht im Zweifel sein kann. 
10 cbm Luftraum bedeuten wohl für einen kleinen Teil der Be- 
völkerung eine Verbesserung ihrer Lage, einen sanitär befrie- 
digenden Zustand stellen sie aber nicht dar, das müssen wir von 
hygienischer Seite aufs Bestimmteste betonen." Und das Königl. 
Landes-Medizinal-Kollegium in Dresden erklärt: „Als überfüllt 
ist eine Wohnung anzusehen, wenn sie nicht für jede erwachsene 
Person mindestens 20 und für jedes Kind mindestens lOcbm 
Luftraum bietet." Ein Widerspruch besteht zwischen diesen bei- 
den Gutachten nicht, da sich ersteres auf Schlafräume allein, 
letzteres aber auf die ganze Wohnung bezieht. 

Die sehr wichtige Frage hat neuerdings wiederum eine sehr 
interessante und wissenschaftlich einwandfreie Behandlung er- 
fahren durch eine Schrift von Dr. Friedrich Lonne in Gießen.*) 
Die bemerkenswerten Ausführungen Lonnes erstrecken sich auf 
die Organisation der Wohnungsaufsicht, auf ihre bisherigen Lei- 
stungen und Erfolge, auf Normativbestimmungen, Ausgestal- 
tungsmöglichkeiten und Steigerung der Leistungsfähigkeit der 
Wohnungsinspektion usw. 

Hier interessieren namentlich seine Untersuchungen über die 
Luftverhältnisse in den Kleinwohnungen. Er hat den Zustand der 
Luft in einer Anzahl Kleinwohnungen zu verschiedenen Tages- 
zeiten und in verschiedenen Lagen festgestellt, also aus der 
Praxis geschöpft, und gerade diese Unmittelbarkeit ist es, die 
seiner Arbeit besonderen Wert verleiht. M. W. haben derartige 
auf der Grundlage tatsächlicher Verhältnisse beruhende Unter- 
suchungen in dieser Richtung bisher noch nicht stattgefunden, 
so daß Lonne der Wissenschaft im allgemeinen sowohl als auch 
den ausführenden Organen der Wohnungsaufsicht im besonderen 
einen recht großen Dienst erwiesen hat. 

Die Grundlagen, von denen Lonne bei seinen Untersuchun- 
gen ausgegangen ist, und ebenso seine Berechnungsmethoden 
sind durchaus einwandfrei. Es kann hierauf im Rahmen dieser 
Arbeit nicht näher eingegangen werden. 

Die Gebrauchsfähigkeit der Luft für das menschliche Leben 
hängt bekanntlich in erster Linie ab von der Kohlensäuremenge, 
die sich in der einzuatmenden Luft vorfindet. Demgemäß richte- 
ten sich Lonnes Untersuchungen auf Ermittelung des Kohlen-' 
Säuregehalts. Die im Dorfe Wieseck, das von großen Wiesen- 
flächen und in weiterer Umgebung von Wäldern umgrenzt ist, 
entnommene Luft wies einen Kohlensäuregehalt von 0,304°/oo 
auf, war also eine gute Landluft. In der Stadt Gießen zeigt die 
auf einer breiten Straße entnommene Luft schon weniger gün- 
stige Verhältnisse, nämlich 0,376% 0 Kohlensäure. Dabei liegt die 



*) Die Bedeutung der Wohnungsinspektion für die moderne 
Wohnungsfrage, erläutert an den in Hessen gemachten Erfah- 
rungen. Von Dr. Friedrich Lonne- Gießen. Verlag J. F. Berg- 
mann-Wiesbaden. 2 M . 



Stadt nach allen Seiten hin in ländlicher Umgebung und ist selbst 
mit Grünflächen und Gärten in starkem Maße durchsetzt. In- 
dustrie ist verhältnismäßig wenig vorhanden. 

Aus den weiteren sehr interessanten Untersuchungen von 
Zimmerluft seien einige Beispiele mitgeteilt. Die Untersuchungen 
fanden Ende Januar und Anfang Februar statt. Diese Zeit ist 
hierfür — wie Lonne richtig bemerkt — die günstigste, weil 
die Angaben der Leute über das Oeffnen von Fenstern in der 
kalten Jahreszeit wesentlich zuverlässiger sind, als in warmen 
Tagen. Sie fanden auch ohne vorherige Ansage statt, so daß 
von seiten der Bewohner keinerlei Beeinflussung des Luftzustan- 
des stattgefunden hatte. 

Zunächst handelt es sich um einige Schlafzimmer, die mor- 
gens gegen 8 Uhr, also nach der Nachtruhe, untersucht wurden 
und in engen alten Straßen lagen. 

1. Die Luft aus einem solchen Schlafzimmer, im zweiten 
Obergeschoß belegen, enthielt eine Kohlensäure von 0 ; 979" ' 00 . 
Das Zimmer von 21,36 cbm Rauminhalt wurde von 3 Personen 
unter 10 Jahren und einer Person von 11 Jahren benutzt. Die 
Außentemperatur betrug — 11°, die Zimmerwärme +10°. 

2. In einem anderen Schlafzimmer von 52,27 cbm Rauminhalt, 
das von 3 Personen über 10 Jahren benutzt worden war, war 
der Kohlensäuregehalt l,lQ°/o 0 . Das Zimmer lag im ersten Stock. 
Luftwärme im Zimmer 16° C, im Freien 2° C. 

3. In einem im dritten Obergeschoß belegenen Schlafzimmer 
von 15,3 cbm Rauminhalt, das von einer Frau benutzt wurde, 
fand sich eine Kohlensäuremenge von 2,4°/ 00 . Der Raum stand 
mit einer Küche von 9 cbm Inhalt in offener Verbindung, das 
Fenster im Schlafzimmer war außerordentlich klein (1/32 der 
Fußbodenfläche). Die Wohnung war seit abends 9 Uhr nicht 
mehr gelüftet worden. Zimmerwänne 15° C, Außenluft 3° C. 

In anderen Straßen von normaler Breite, also mit hygienisch 
einwandfreier Bebauung, ergab sich folgendes: 

4. In einem im I. Obergeschoß belegenen, 56 cbm fassenden 
Schlafzimmer, das von zwei Personen über und zwei Personen 
unter 10 Jahren benutzt wurde, betrug der Kohlensäuregehalt 
der Luft 1 ,ll°/ 00 . Die Außentemperatur betrug — 2° C, die Zim- 
merwärme 12° C. Das vorhandene Fenster war normal groß. 

5. In einem anderen Schlafzimmer mit ähnlichen Größen- 
verhältnissen wie bei 4, das von zwei Personen über 10 Jahren 
und einer Person unter 10 Jahren benutzt wurde, stellte sich der 
Kohlensäuregehalt auf l,42°/ 00 . Das rechteckige Zimmer war nur 
mit der kleineren Wand, die ungefähr zur Hälfte von den Fen- 
stern eingenommen wurde, der Außenluft zugänglich. Seit 3 Uhr 
nachmittags war nicht mehr gelüftet worden. 

6. In einem von zwei Personen über 10 Jahren benutzten 
Schlafzimmer von 28,83 cbm Rauminhalt mit normal großen Fen- 
stern zeigte sich ein Kohlensäuregehalt von l,29%o- Die Tempe- 
ratur des Zimmers betrug -f- 13° C, die der Außenluft -4- 3° C. 

7. Bemerkenswert ist noch die in einem an breiter Allee 
in luftiger Lage belegenen Schlafzimmer von 23 cbm Raum vor- 
genommene Untersuchung. Das Zimmer wurde von einer Frau 
benutzt, das Fenster war normal groß. Der Kohlensäuregehalt 
der Luft belief sich morgens 7 l f 2 Uhr auf 0,856%o- 

Diese Untersuchungsergebnisse sind sehr lehrreich und stim- 
men mit den Feststellungen von Rubner-Wolpert insofern durch- 
aus überein, als sie erneut den Nachweis erbringen, daß ein Luft- 
kubus von 10 cbm in Schlafzimmern für erwachsene Personen 
tatsächlich einen hygienisch nicht genügenden Zustand darstellt. 

Der Kohlensäuregehalt der Schlafzimmer wird zwar nicht 
allein von der menschlichen Atmung beeinflußt, ist vielmehr noch 
von manchen sonstigen Umständen abhängig, wie z. B. von den 
benutzten Beleuchtungskörpern und dem Zustande von Oefen. 
Aber hierauf ist auf jeden Fall bei Bemessung des Luftminimums 
Rücksicht zu nehmen, und es liegt kein Grund für die Annahme 
vor, daß in den untersuchten Räumen die außer den Menschen 
vorhandenen 1 uftverschlechternden Faktoren außergewöhnliche 
im ungünstigen Sinne gewesen wären. 

Nach dem Ergebnis der Untersuchung zu 1 könnte man zu 
dem Schlüsse kommen, daß ein Luftraum von 10 cbm für die 
mehr als 10 Jahre alte Person und von 5 cbm für Kinder unter 
10 Jahren genüge. Bei näherem Zusehen zeigt sich aber, daß 
das günstige Verhältnis zu einem Teil wohl auf den großen 
Temperatur-Unterschied zwischen Außen- und Innenluft zurück- 
zuführen ist, zum anderen Teil wohl darauf, daß die Außen- 
wandungen des betr. Zimmers anscheinend sehr dünn gewesen 



52 



DEUTSCHE TECHNIKEK-ZEITUNü 1915 



Heft 13/14 



sind, wie die Zimmertemperatur von 10° schließen läßt. Es sei 
darauf hingewiesen, daß es sich nicht um ein freistehendes, son- 
dern um ein eng eingebautes Haus handelte. 

Die übrigen Untersuchungen hatten jedoch außerordentlich 
ungünstige Ergebnisse. Im Falle 2 bot das Schlafzimmer einen 
weit höheren als den Mindestluftraum, trotzdem betrug der Koh- 
lensäuregehalt 1,19° 00 . Die Luft war also verdorben. Im Falle 3 
war die Luft am Morgen direkt gesundheitsschädlich, trotzdem 
der Mindestluftraum erheblich überschritten wurde. Daß seit 
abends 9 Uhr nicht mehr gelüftet worden war, ist nichts Außer- 
gewöhnliches; es war Winterzeit und es dürfte in den meisten 
Wohnungen mit der Lüftung kaum anders gehalten werden. 

Auch in den breiten Straßen zeigten sich sehr ungünstige 
Verhältnisse. In den Fällen 4 bis 6, wo die Raumverhältnisse der 
Schlafzimmer die Mindestforderung ebenfalls wesentlich über- 
stiegen, war die Luft morgens verdorben und auch in dem Falle 7, 
in dem das Mindestmaß um mehr als das doppelte überschritten 
wurde, war die Luft am Morgen sehr schlecht. 

Man stelle sich vor, daß diese verdorbene Luft von den Schlä- 
fern während mehrerer Stunden eingeatmet wird, denn sie hatte 

■ 



SOZIALPOLITIK 



Die Anteilnahme der Privatangestellten und Beamten 
am Krieg 

Bei unserem Millionenheer stellen die Arbeitnehmer ent- 
sprechend der fortschreitenden Industrialisierung Deutschlands 
einen wesentlichen Bestandteil. Die Berufs- und Betriebszählung 
vom Jahre 1907 weist neben 5,8 Millionen Selbständigen aller 
Berufe 18,5 Millionen Arbeiter und 1,6 Millionen Angestellte 
auf. Von den Arbeitern waren 11,6 Millionen, von den Angestell- 
ten 1,4 Millionen männlich. Die Altersgruppen zwischen 20. und 
39. Lebensjahre, die für den Krieg zunächst in Betracht kommen, 
umfassen rund 9 Millionen männliche Erwerbstätige. Scheiden wir 
die Selbständigen aus, so ergibt sich folgendes Bild: 



1. Landwirtschaft: Angestellte. . . 38 173 

Arbeiter. . . . 1 234 810 

2. Industrie : Hausarbeiter . . 47 679 

Angestellte. . . 363 149 

Arbeiter. . . . 3 739 854 

3. Handel: Angestellte. . . 249 788 

Arbeiter. . . . 764 225 

4. Staats- und öffentliche Dienste ein- 
schließlich freie Berufe .... 999758 



Danach sind insgesamt 651 110 Angestellte und 15 786 578 Ar- 
beiter vorhanden, von denen weitaus der größte Teil auf Handel, 
Gewerbe und Industrie entfällt. Dazu treten, wenn wir die freien 
Berufe außer acht lassen, rund 600 000 Beamte. 

Leider haben wir keine genauen Zahlen, wie viel von den 
Angestellten im Felde stehen. Nach unseren Meldungen stehen 
ungefähr 40 Prozent der Mitglieder im Feld. Wenn man berück- 
sichtigt, daß seit 1907 die Zahl der Angestellten und Beamten 
rasch gewachsen ist, daß bei der starken Einberufung des ge- 
dienten und ungedienten Landsturms auch die Jahresklassen zwi- 
schen dem 39. und 45. Lebensjahre mit in Betracht gezogen wer- 
den müssen, dann dürfte der angegebene Prozentsatz ungefähr 
stimmen. Demnach ständen rund 260 000 Angestellte und 240 000 
Beamte im Felde. Da von den letzteren viele als unabkömmlich 
erklärt sind, ist deren Zahl vielleicht etwas geringer. Die Zahl des 
technischen Betriebspersonals betrug 1907 125 000, die des tech- 
nischen Aufsichtspersonals 241 000, zusammen 360 000. Die 
gleiche Berechnung wie oben zugrunde gelegt, stehen gegen 
90 000 technische Angestellte im Feld. Ihre Bedeutung für den 
Krieg erhöht sich insofern, als diese zum allergrößten Teil den 
technischen Truppen angehören. Wir sehen jeden Tag, wie dieser 
Krieg mehr wie jeder andere durch die Technik in erster Linie 
entschieden wird. Dr. H. 

* 

Kriegerheimstätten 
Eine alte Forderung des „Bundes Deutscher Bodenrefor- 
mer" ist die Schaffung eines Heimstättengesetzes. Der 
Reichstag hat bereits mit großer Mehrheit im Prinzip sich auf 
diese Forderung festgelegt. In einzelnen Staaten besteht bereits 
ein solches Heimstättengesetz. Der Krieg gibt dem genannten 
Bund Veranlassung, wenigstens für die Kriegsteilnehmer die For- 
derung nach einem Heimstättengesetz neu zu erheben. Um eine 
möglichst umfangreiche Propaganda für das zu schaffende Ge- 
setz zu ermöglichen, ist vor einigen Tagen unabhängig vom 
Bund der Bodenreformer unter Anteilnahme zahlreicher Organi- 
sationen ein Hauptausschuß für Kriegerheimstät- 
ten gegründet worden. Dieser Hauptausschuß erstrebt ein 



ja schoin längere Zeit vor der Untersuchung einen normale Ver- 
hältnisse überschreitenden Kohlensäuregehalt erreicht, und es 
wird dann ohne weiteres klar, was es bedeutet, wenn diese Men- 
schen Nacht für Nacht gezwungen sind, derartige gesundheits- 
störende Einflüsse über sich ergehen zu lassen. Dem Praktiker 
erzählen darüber die blassen Gesichter der Bewohner, die 
schwächliche Körperverfassung der Kinder und die vorhan- 
denen Ansätze zur Skrophulose und anderen Krankheiten genug. 
Wenn aber ansteckende Krankheiten in den Wohnungen auftre- 
ten, dann ist die Gefahr für die Menschen noch größer. 

Dem Freunde einer wirksamen Wohnungsreform, wie dem 
Menschen- und Vaterlandsfreund überhaupt, werden Lonnes Fest- 
stellungen eine wertvolle Handhabe bei den Bestrebungen zur 
Verbesserung der Wohnungsverhältnisse bieten. 

Die sonstigen Ausführungen Lonnes über die Ausgestal- 
tung der Wohnungsaufsicht, über die gesetzliche Erweiterung 
ihrer Befugnisse, die Verbesserung der landesrechtlichen Vor- 
schriften usw. sind durchaus zutreffend und geeignet, den Wert 
der Schrift für die gesamte Wohnungsreform zu erhöhen. 

Gretzschel, Darmstadt. 



Reichsgesetz, durch das den heimkehrenden Kriegern die Mög- 
lichkeit geboten wird, mit öffentlicher Hilfe im Reiche oder 
seinen Kolonien eine Heimstätte zu erwerben, sei es zum Zwecke 
ländlicher oder gärtnerischer Siedelung, sei es zum Erwerb eines 
Wohnheims, und zwar auf folgender Grundlage: Anspruch eines 
jeden Kriegers auf Hergabe billigen Bodens, bei dessen Preis 
nicht der Marktwert, sondern allein die Rücksicht auf den ge- 
sicherten Bestand der Heimstätten ausschlaggebend ist; Ueber- 
nahme des Grundstücks ohne Kapitalanzahlung gegen eine 
mäßige, unkündbare Rente, die nicht erhöht werden darf, so- 
lange der Kriegsteilnehmer lebt oder sich nicht der Heimstätte 
entäußert; Bereitstellung von Baudarlehen gegen mäßige Zins- 
und Tilgungssätze, wobei für gärtnerische und landwirtschaft- 
liche Betriebe die berufliche Einigung und ein angemessenes 
Betriebskapital vorauszusetzen sind. Diese Tilgungsdarlehen 
dürfen die volle Höhe der Baukosten erreichen, damit auch Un- 
bemittelten die Errichtung einer Heimstätte ermöglicht wird. 

Die Bedeutung dieser Fragen zeigt ein Blick auf die heu- 
tigen Wohnungsverhältnisse unserer Großstädte. Für die Privat- 
angestellten ist die Frage umso wichtiger, weil sie gezwungen 
sind, gerade für ihre Wohnung einen recht wesentlichen Pro- 
zentsatz ihres Gehaltes zu verwenden. Wenn es in einem Pro- 
pagandagedicht des neu gegründeten Hauptausschusses 
heißt: 

„Nein, ich seh's vor meinen Blicken liegen, 
Haus bei Haus, von Gärten grün umschlungen, 
Kinder kommen jauchzend angesprungen, 
Rot die Wangen von der lieben Sonne , 
so werden dadurch Gefühle geweckt, die in weitesten Kreisen 
Widerhall finden werden. Für ländliche und weniger industrie- 
reiche Gegenden werden sich die Heimstätten ohne besondere 
Schwierigkeiten in größerem Maße verwirklichen lassen. An- 
ders liegt es im eigentlichen Industriegebiet Rheinlands und 
Westfalens und Schlesiens und für die Großstädte. Hier fehlt es 
viellach an billigem Baugelände. Soweit die Gemeinden über 
Grund und Boden verfügen, wird die Frage noch zu lösen sein. 
Dort, wo der Boden sich aber in Privatbesitz befindet, werden 
große Summen nötig sein, um den Gedanken der Heimstätten 
zu verwirklichen. Diese Schwierigkeiten dürfen aber nicht ab- 
schrecken, denn in den letztgenannten Gebieten mit ihren Mas- 
sen von Arbeitern und Angestellten sind Heimstätten eine beson- 
dere Notwendigkeit. Dr. H. 

* 

Zur Kriegsinvalidenfürsorge 
Diese Frage, die wir auch bereits mit der Notiz in Nr. 5/6 
der D. T.-Z. über die „Umlernungskurse" angeschnitten haben, 
wird als eines der wichtigsten sozialen Probleme, die uns der 
Weltkrieg zu lösen gibt, in der Tagespresse lebhaft erörtert. 
Wie die Werkmeister-Zeitung dazu aber sehr richtig bemerkt, 
wird dabei, und zwar letzten Endes zum Schaden der Betroffe- 
nen selbst, etwas zu viel mit dem Gefühl gearbeitet. Auf der 
einen Seite schießen die Forderungen nach der Höhe der zu 
gewährenden Renten über das hinaus, was bei sachlicher Ein- 
schätzung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auch eines 
größeren Deutschlands und der Steuerkraft des deutschen Vol- 
kes möglich sein wird. Auf der anderen Seite werden, im Hin- 
blick auf die jahrzehntelang allerdings etwas dürftige Versor- 
gung unserer Kriegsinvaliden von 64, 66 und 70/71, begreifliche 
Besorgnisse laut, daß die Höhe der zu bewilligenden Ren- 
ten seitens der die Erwerbsunfähigkeit festlegenden Behörden 
allzusehr ain bittere Erfahrungen aus der Unfallversicherung er- 
innern werden. Gestützt werden solche Befürchtungen durch die 
voraussichtlich enorm gesteigerte Ziffer der Kriegsinvaliden ge- 
genüber der der früheren Kriege und sodann auch durch 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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die sonst ja mit größter Genugtuung zu begrüßende Versiche- 
rung der Mediziner, daß es ihnen bei dem heutigen Stande der 
Chirurgie möglich sein wird, auch solchen Kriegsinvaliden, die 
nach 1870 erwerbsunfähige Krüppel bleiben mußten, einen be- 
trächtlichen Teil von Erwerbsfähigkeit, auch sogar in ihrem er- 
lernten Beruf, wiederzugeben. 

Den Befürchtungen nun, daß bei diesen teilweise wieder er- 
werbsfähigen Invaliden eine Schmälerung ihrer Renten, eine das 
Maß ihres tatsächlichen Arbeitserwerbs vielleicht sogar über- 
steigende Einbuße erleiden könnten, tritt das Kriegsministerium 
mit einer Bekanntmachung entgegen, die auch wir unseren 
engern Berufskollegen zur Beachtung und Weiterverbreitung 
empfehlen. Sie lautet: 

In letzter Zeit ist die Frage der Beschäftigung der durch 
den Krieg in ihrer Gesundheit geschädigten Personen in der 
Presse lebhaft erörtert worden. Im sozialen und wirtschaftlichen 
Interesse ist es warm zu begrüßen, wenn die Kriegsinvaliden 
durch Berufsberatungsstellen, Arbeitsnachweise usw. möglichst 
frühzeitig wieder einer lohnbringenden Beschäftigung zugeführt 
werden. Der Segen der Arbeit wird sich bald in einer gesteiger- 
ten Lebensfreudigkeit und in dem Wiedererwachen des Ver- 
trauens auf die eigene Kraft zeigen. Anscheinend sind aber bei 
einzelnen Besorgnisse vorhanden, daß die Aufnahme lohnbringen- 
den Ervverbs die Höhe der Rentenzahlung ungünstig beeinflus- 
sen könnte. Eine solche Besorgnis ist grundlos und es wäre er- 
wünscht, wenn alle beteiligten Stellen dieser Auffassung ent- 
gegenträten. 

Die Tatsache der lohnbringenden Beschäftigung oder die 
Höhe des Verdienstes kann allein keine Veränderung oder 
Entziehung der Rente begründen. Eine Anrechnung des Verdien- 
stes auf die Versorgungsgebührnisse ist unzulässig. Eine 
Minderung oder Entziehung der Rente könnte nur bei einer we- 
sentlichen Steigerung der Erwerbs f ä h i g k e i t eintreten. Die 
Kriegszulage ist so lange fortzuzahlen, als der Versorgungs- 
berechtigte in seiner Erwerbsfähigkeit in meßbarem Grade, also 
um mindestens 10°/o» geschädigt ist. So würde zum Beispiel 
jemand, der durch den im Kriege erlittenen Verlust eines Fußes 
erwerbsbeschränkt geworden ist, stets neben der dem Grade 
seiner Erwerbsunfähigkeit entsprechenden Rente die Verstümme- 
lungszulage von 27 M monatlich und die Kriegszulage beziehen, 
gleichviel, welches Einkommen er aus lohnbringender Beschäf- 
tigung hat. Weder Arbeitgeber noch Verletzte haben daher zu 
befürchten, daß die Verwendung eines solchen Verletzten und 
die wohlwollende Zahlung höheren Lohnes sachliche Nachteile 
für denselben herbeiführen könnte. 

Wir begleiten diese Ausführungen mit dem Wunsche, daß 
ihr Sinn und Geist sich' auf die nachgeordneten Stellen über- 
tragen möge, denen später die praktische Bearbeitung und Ent- 
scheidung der einzelnen Gesuche obliegt. Wir begrüßen sie vor 
allem als eüie Förderung der Bestrebungen, von denen am An- 
fang die Rede ist und auf die wir in einer der nächsten Num- 
mern in einem besonderen Artikel zurückkommen werden. Lz. 

* 

Minderheitsorganisationen im Tarifvertrag 

Kürzlich ist unter Mitwirkung der Militärverwaltung zwi- 
schen Unternehmern und Arbeitern ein Tarifvertrag für die 
Lederausrüstungsindustrie abgeschlossen worden, dem nachträg- 
lich auch die Minderheitsorganisationen auf Arbeiterseite, der 
Zentralverband christlicher Arbeiter und der H. D. Gewerkverein 
der Lederarbeiter beigetreten sind. In einem Nachtrag zum Tarif 
wurde den Minderheitsorganisationen eine Mitwirkung in den 
Tarifinstanzen nach folgenden Grundsätzen gewährleistet: In 
den Orten, wo die Minderheitsorganisationen Mitglieder haben, 
ist ein Vertreter von ihnen in der örtlichen Schlichtungskommis- 
sion mit beratender Stimme zuzuziehen. Stehen Streitfälle zur 
Verhandlung, die Mitglieder der Minderheitsorganisation beson- 
ders angehen, dann hat deren Vertreter Sitz und Stimm- 
recht, dafür tritt einer der legalen Vertreter zurück, oder hat 
nur beratende Stimme. Für die Zentraltarifkommission stellen 
die Minderheitsorganisationen einen Vertreter mit beratender 
Stimme, dem aber Stimmrecht verliehen wird, wenn Streitfälle 
vorliegen, die Mitglieder der betr. Organisationen angehen. Bei 
der Wahl der Vertreter zu den örtlichen Schlichtungskommissio- 
nen stellen die Minderheitsorganisationen einen Vertreter, wenn 
sie 20 Prozent, und einen Stellvertreter, wenn sie 10 Prozent der 
organisierten Arbeiter haben. 



Diese für den Tarifvertrag im Ledergewerbe getroffene 
Regelung der Vertretungsrechte von Minderheitsorganisationen 1 
erscheint der „Sozialen Praxis" (26, XXIV) als „eine vorbildliche 
Lösung, die die übrigen Tarifgemeinschaften, welche ja alle mit! 
der Minderheitsvertretung ihre Schwierigkeiten haben, sich zum' 
Muster nehmen sollten". 



:: :: :: :: ANGESTELLTENFRAGEN :: :: :: :: 

Oberschiedsgericht für die Angestelltenversicherung 
Eine wichtige grundsätzliche Entscheidung hat das 
Oberschiedsgericht für die Angestelltenversicherung über die B e -; 
freiung von der Beitragsleistung auf Grund einer 
privaten Lebensversicherung gefällt. Es ist entschie- 
den worden, daß der Abschluß eines Versicherungsvertrages 
mit einem ausländischen privaten Lebensversicherungs- 
unternehmen keinenAnspruch auf Befreiung gewährleistet,, 
wenn die Gesellschaft vom Kaiserlichen Aufsichtsamt für Privat- 
versicherung nichtoeaufsichtigt wird. Es können hierzu' 
auch Lebensversicherungsgesellschaften gehören, die nach älte-j 
rem Recht zum Geschäftsbetrieb im Inland zugelassen waren, 
aber seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über die privaten Ver- 
sicherungsunternehmen vom 12. Mai 1901 neue Versicherungs- 
verträge im Deutschen Reich nicht mehr abschließen. 



:: :: :: :: :: RECHTSFRAGEN :: H :: :: :: ::i 



Klagerecht eines nicht rechtsfähigen Vereins 
Bekanntlich unterscheidet das Bürgerliche Gesetzbuch zwi- 
schen eingetragenen und nicht eingetragenen Vereinen. Zu den 
ersteren gehört jeder Verein, der im Vereinsregister desjenigen 
Amtsgerichts eingetragen ist, in dessen Bezirk der Verein seinen 
Sitz hat. Diese Vereine bezeichnet das Gesetz als rechtsfähige 
Vereine. Es legt ihnen die Rechte juristischer Personen bei. Sie 
können wie physische Personen im Privatrechtsverkehr unter 
ihrem, des Verein Namen, auftreten, Rechtsgeschäfte vollziehen, 
klagen und beklagt werden. Sie werden in allen Fällen durch 
ihre Vorstände, als ihre gesetzlichen Vertreter, vertreten. Die nicht 
eingetragenen Vereine nennt das Gesetz nicht rechtsfähige Ver- 
eine. Solche Vereine können zwar unter ihrem Namen beklagt 
werden. Der Verein hat in diesem Falle die Stellung eines 
rechtsfähigen Vereins; sein Vorstand vertritt ihn dann als sein) 
gesetzlicher Vertreter. Im übrigen finden aber auf solche Vereine 
die Vorschriften über die Gesellschaft Anwendung. Nicht die 
Vereine als solche, sondern ihre jeweiligen Mitglieder gelten 
dann sämtlich als die Träger der Rechte und Pflichten aus den 
Rechtsgeschäften, die namens und für solche Vereine im Privat- 
rechtsverkehr getätigt werden. Die Vereinsvorstände sind zivil- 
rechtlich nicht die gesetzlichen Vertreter der Vereine, sondern 
die Bevollmächtigten der jeweiligen Vereinsmitglieder. Das Sta- 
tut normiert den Inhalt und Umfang der dem Vorstande zustehen-' 
den Vollmacht. Namentlich aber können solche Vereine nicht im 
eigenen Namen klagen, eben weil sie nichjt das Recht einer juristi- 
schen Person haben. Hat der Vorstand eines nicht rechtsfähigen 
Vereins im Namen des letzteren geklagt, so wird ihn der Richter 
auffordern das Verzeichnis der Vereinsmitglieder, die als die 
Kläger in Betracht kommen, in einem Schriftsatze offen zu legen. 
Unter Umständen wird auch das Statut als Vollmacht nicht aus- 
reichen, sondern eine von sämtlichen Vereinsmitgliedern voll- 
zogene Vollmacht vorzulegen sein. Sämtliche Mitglieder, die zur 
Zeit der Klageerhebung vorhanden sind, müssen als Kläger auf- 
treten. Fehlt auch nur ein Mitglied, so sind die Kläger nicht als 
klageberechtigt zu erachten, weil dann nicht die Gesamtheit der 
den Verein bildenden Mitglieder als klagend anzusehen ist. So 
hat das Reichsgericht am 13. Dezember 1911 in Sachen G. w. G., 
257/11 V entschieden. Eine aridere Frage ist die, ob wie ein Mit- 
erbe die Zahlung einer Rechtsforderung zum Nachlaß (§ 2039 
Bürgerl. Gesetzbuch) und ein Gesellschafter die Zahlung einer 
zum Gesellschafts-Vermögen gehörigen Forderung an sämtliche 
Gesellschafter fordern kann (Reichgerichtsentsch. Bd. 70, S. 32), 
einzelne Vereinsmitglieder, namentlich wenn sie nicht dem Vor- 
stände gehören, eine Vereinsforderung zur Zahlung an sämtliche 
Mitglieder einklagen können. Die Frage wird der Regel nach 
dann zu verneinen sein, wenn im Statut der Vorstand zur Ver- 
tretung nach außen bevollmächtigt ist. 



Kriegshilfe I 

Geschäftsführender Vorstand: Schirmbeck 10,00. 

Zweigverwaltungen: Annaberg-Buchholz: Leopold 10,00, 
Losse 4,00, Wätzel 2,00 (= 16,00). Aue: Georgi 2,00, Sonntag 
3,00, Weber 1,00, Kilthau 1,00, Mothes 1,00, Grimm 1,00, Kühne 
1,00 (= 10,00). Augsburg: 177,00. Bamberg: Bosch 3,00, 



3. Quittung). 

Ehrlich 2,00, Firsching 2,00, Hartling 3,00, Hofstetter 3,00, Klemm 
3,00, Mergner 3,00, Müller 5,00, Schenk 5,00, Schuberth 4,00, 
Schaub 3,00, Thomas 10,00, Niklas 5,00 (= 51,00). Berlin: 
Winter 4,00, Krause 4,00, Koser 1,00, Muth 3,00, Ninnemann 
1,00, Lüdtke 1,00, Voelz 1,00, Kansy 1,00, Lohbauer 1.00. Kmoth 



54 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 13/14 




EHREN- HM TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Kurt Becker, Rendsburg, Mitgl. 22 016. 

Hans Boeck, Königsberg i. Pr., Mitgl. 38 753. 

Josef Bork, Bingen a. Rh., Mitgl. 65 434. 

Andreas Fegelein, Ebrach, Mitgl. 39 914. 

Ernst Finke, Geestemünde, Mitgl. 54 700. 

Willy Grimm, Gera-Debschwitz, Mitgl. 64 822. 

Jacob Hammer, Weisenau, Mitgl. 58 563. 

Friedr. Henneberg, Zeulenroda, Mitgl. 69 480. 

Philipp Henrici, Biebrich a. Rh., Mitgl. 57 959. 

Georg Jauschek, Braunschweig, Mitgl. 23 935. 

Heinr. Krug, Duisburg-Meiderich, Mitgl. 77 559. 

Max Linders, Geestemünde, Mitgl. 57 065. 

Heinrich Röbbeling, Hörde, Mitgl. 53 769, unter Beförderung 

zum Vize-Feldwebel. 
Karl Schreiber, Berlin-Steglitz, Mitgl. 78 169. 
Ludwig Ulm, St. Ludwig, Mitgl. 74 872. 
Otto Weidemeyer, Essen, Mitgl. 53 921 (Unteroff. d. Res.). 
Theodor Wißling, Bielefeld, Mitgl. 77 613. 
Max Zachritz, Mainz, Mitgl. 78 720. 
Hauptmann Carl von Zobel, Geestemünde, Mitgl. 10 370. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Otto Acker, Plauen i. V., Mitgl. 62 012, seit 1. 4. 11, am 

20. 2. 15 in Frankreich. 
Carl Aschoff, Cassel, Mitgl. 73 661, seit 1. 10. 1913, am 

19. 12. 14. 

Franz J. Birbaum, Neuwied, Mitgl. 61158, seit 1. 10. 11, 
Ritter des Eisernen Kreuzes, am 24. 2. 15 in Frankreich. 

Max Martin Boeck, Königsberg i. Pr., Ritter des Eisernen 
Kreuzes, Mitgl. 38 753, seit 1. 10. 10, am 24. Febr. in 
Polen. 

Fritz Carl, Leipzig-Gohlis, Mitgl. 73 914, seit 1. 11. 13, am 

30. Okt. 1914 beim Sturm auf Bixschoote. 
Willi Doehn, Thorn, zuletzt Stettin, Mitgl. 72 230, seit 1. 

7. 13, Ritter des Eisernen Kreuzes, am 31. 1. 15 bei 
Bolinow (Russ. Polen). 

Anton Dudek, Posen, Mitgl. 47 008, seit 1. 1. 08. 

Fritz Hartmann, Bielefeld, Mitgl. 45 199, seit 1. 10. 07, am 

8. 3. 15 in Rußland. 

Erwin Hilbert, Gera-Untermhaus, Mitgl. 70 275, seit 1. 3.13, 

am 21. 1. im Argonnenwald schwer verwundet, am 5. 2. 

im Akad. Krankenhaus zu Heidelberg gestorben. 
Max Hugo Hofmann, Langenhessen, Mitgl. 67 021 (Zweig- 

verw. Werdau), seit 1. 7. 12, am 17. 11. 14 bei Ypern bei 

einem Sturmangriff. 
Paul Kerckhoff, Bonn, Mitgl. 72 836, seit 1. 9. 13, am 1.3. 15 

bei Pont ä Mousson. 



Max Knebel, Fins.terwalde, Mitgl. 75 925, seit 1. 4. 14. 
Ernst Krebs, Greiz, Mitgl. 42 920, am 24. 2. in Polen (Bauch- 
schuß). 

Albert Kromer, Göppingen, Mitgl. 69 455, seit 1. 1. 13. 
Willy Kunitz, Berlin, Mitgl. 26 334, seit 1. 7. 03, am 12. 3. 15. 
Magnus Müller, Hagen i. W., Mitgl. 65 046, seit 1. 10. 10, 

am 10. Dez. 1914 in den Kämpfen bei Ypern. 
Franz Oehler, Mainz, Mitgl. 78 315, seit 1. 6. 14, im Felde 

einer Krankheit erlegen. 
Paul Reute, Waldenburg i. Schles., Mitgl. 77 049, seit 1. 4. 14. 
Oskar Schnabel, Auerbach, Mitgl. 48 971, seit 1. 7. 08. 
Max Schneider, Tsingtau, Mitgl. 65 365, seit 1. 1. 12. am 

7. 11. 14. 

Wilhelm Schömer, Bielefeld, Mitgl. 28 535, seit 1. 1. 04, 

Ritter des Eisernen Kreuzes, am 13. 2. 15 in Rußland. 
Jos. Serpelloni, Konstanz, Mitgl. 75 062, seit 1. 1. 14, Ritter 

des Eisernen Kreuzes, am 6. März 1915 in Nordfrankreich. 
Ernst Vockert, Essen-Ruhr, Mitgl. 69 025, seit 1. 10. 12, am 

30. 10. 14 in Flandern. 
Arth. Wille, Leipzig, Mitgl. 34 265, seit 1. 10. 05, am 26. 2. 

seinen schweren Verletzungen (Granatschuß) erlegen. 
Ernst Wüstenhagen, München-Gladbach, Mitgl. 77 398, seit 

1. 7. 14. 

Reinh. Zickler, Erfurt, Mitgl. 29 41S, seit 1. 7. 04, am 25. 2. 

in den Karpathen. 

Es wurden verwundet: 

Kurt Albert, Leipzig, Mitgl. 76 321, seit 1.4.14. 
Richard Beyer, Giesmansdorf, Hosp. -Mitgl. 07 S44. 
Ludwig Geiß, Duisburg-Meid., Mitgl. 77 562. 
Herrn. Günther, Quedlinburg, Mitgl. 50 733, am 24. S. 1914 

Kopfschuß. 

Carl Hubner, Thorn, Mitgl. 72 978. Lungenschuß am 20. 8. 
1914 in der Schlacht bei Gumbinnen. 

Heinrich Keim, Holzhausen, Mitgl. 26 651 (zum zweitenmal). 

Max Richter, Zossen, Mitgl. 70 421, am 10. 11. 14 in Ruß- 
land. 

Herrn. Schramm, Colmar i. Eis., Mitgl. 73 014, zum zweiten- 
mal (diesmal schwer). 
Paul Vogt, Lankwitz, Mitgl. 59113 (Beinschuß). 
Wilh. Weiß, Schottenstein i. Bay., Mitgl. 68 336. 
Heinr. Zerries, Braunschweig, Mitgl. 14 947. 



Berichtigung: 

Nicht das Mitglied Karl Kock 74 973 aus Hamburg ist 
gefallen, wie wir in Heft 11/12 berichteten, sondern Mit- 
glied 52 584 Heinrich Kock aus Hamburg. 



2,00, Dolz 1,00, Pfeiffer 5,00, O. Müller 4,00, Eisfeld 1,00, Wie- 
denbohm 3,00, Aug. Müller 2,00, Vorst, d. Zw. Berlin 7,50, 
Porto 15 Pf. (= 42,65). Bonn: 11,00. Brandenburg: 10,00. 
Braunschweig: Rojahn 1,00, E. Schulze 1,00, Otto 1,00, 
Berger 1,00, Kesselschläger 2,00, Berghänel 1,00, Stolz 3,00, Ro- 
senberg 2,00, Schöndube 2,00, Göntgen 1,00, O. Clußmann 3,00, 
L. Müller 1,00, Bertram 1,00, Isebeck 2,00, F. Koch 2,00, Fedder 
2,00, W. Brinkmann 1,00, Robbin 2,00, Landmann 2,00, Funke 
1,00, Köstner 2,00, Balke 1,00, Lütge 3,00, Schmidt 2,00, Böhm 
2,00, Wenzel 4,00, L. Klußmann 5,00, Englisch 1,00, W. Haars 
1,00, Dietz 1,00, Ljunggreen 1,00, E. Schulze 1,00, Köehly 2,00, 
Emonts 3,00, Heusei 5,00, Chr. Heine 8,00, Staats 1,00, Jänicke 
3,00, F. Haars 1,00, Jochmann 2,00, Brüser 1,00, Krebs 4,00, 
Pf. M. 10,00, P. R. 4,00, L. 8,00, K. 3,00, Porto 15 Pf. (= 111,15). 
Brieg: 13,00. Briesen, Westpr.: Schmidt 1,00, Kühn 1,00, 
Pin 1,00 (= 3,00). Chemnitz: Zweigverwaltung 51,00, Hup- 
fer, Junge, Krebs 24,00 (= 75,00). Coblenz: 20,00. Cöln: 
Askevold 2,00, Blatz 5,00, Brion 2,00, Cornelius 2,00, Denkinger 
5,00, Düsterhaus 1,00, G. Götz 2,00, Govers 25,00, Gräsche 2,00, 
Glabasnia 2,00, W. Hirsch 4,00, Hillen 3,00, Heubling 3,00, 
W. König 3,00, Kuhnke 2,00, Krahn 2,00, A. Lang 1,00, Linder 
1,00, Lennartz 1,00, W. Lange 5,00, O. Meskendahl 3,00, R. Mes- 
kendahl 3,00, Meinhardt 2,00, Meis 1,00, Nachtsheim 3,00, Pikalo 
2,00, Pörtje 2,00, G. Paul 5,00, H. Paul 2,00, Türk 3,00, R. Scholz 
1,00, Schlüter 5,00, Uhlig 3,00, Vef 2,00, A. Winter 3,00, Kriegs- 
postkarten 5,65 (= 118,65). Cöpenick: Gruber 4,00, Pleß 
3,00, H. Häusler 3,00, Warnecke 5,00, Lorbeer 1,00, Hanisch 2,00, 
Köthke 2,00, ferner von den Kollegen A. Tornack-Charlotten- 



burg 5,00 und O. Kieselack-Berlin 3,00 (= 28,00). Cuxhaven 
47,00. Dan zig: Zweigverwaltung 19,50, 7. Rate Kaiserliche 
Werft Danzig 30,00, Pfeiffer 10,00 (= 68,50). Dortmund: 
Bormann 6,00, Wagener 4,00, Leimann 3,00, Lindken 5,00, Ben- 
der 2,00, Abraham 1,00, Esdar 3,00, König 1,00, Fiebiger 1,00, 
Steinwachs 3,00, Witte 3,00, A. Kleffmann 5,00, Porto 15 Pf. 
(=37,15). Essen: 150,00. E ß 1 i n g e n : 30,00. F r i e d e n a u : 
Erlös aus dem Verkauf von Karten zu den Kriegsvorträgen 9,80, 
Wiebe 2,00, Siman 1,00, Mackensy 1,00, K. Peters 2,00, Grolmann 
10,00, Bartels 2,00, H. Peters 2,00, Ziegenhierd 1,00, Kroll 2,00, 
Bronk 1,00, Küster 1,00, Kurth 1,00 (= 35,80). Friedrichs- 
ort: Von den Technikern der Kaiserlichen Torpedowerkstatt in 
Friedrichsort 666,54, Carstens 10,00, Birck 10,00, Hamann 6,00, 
Heitmann 5,00, Neumann 5,00, abzüglich 15 Pf. Porto (=702,39). 
Gießen: Börner 6,00, Ungenannt 0,50 (= 6,50). Glauchau: 
4,00. Oleiwitz: Böning 2,00, Drevhaupt 3,00, Gohlke 1,00, 
Krumme 5,00, Pander 2,00, Steinert 2,00, Zimon 2,00, Porto 5 Pf. 
(= 17,05). Görlitz: 45,00. Halle: 50,00. Hamburg: 
1160,50. Heidelberg: 5,00. I ngo 1 s t a d t: 63,00. Jüter- 
bog: 18,00. Lichtenberg: Erlös aus dem Verkauf von Ein- 
trittskarten zum Kriegsvortrag 4,50. Liegnitz: 14,00. Lud- 
wigshafen, Rhein: Meinhardt 10,00, Reinhardt 4,00, Kraft 
3,00, Mengel 10,00, Heß 1,50, Raschbichler 2,00, Schweikart 2,00, 
Walter 1,00, Müller 1,00, Handrich 2,00, Scholl 4,00, Feldmann 
2,00, König 2,00, Winterkorn 2,00, Keßler 4,00, Frey 2,00, Graf 
2,00, Weidemann 4,00, Westphal 4,00, Reichling 2,00, Freiter 
3,00, Hepp 1,00, Hild 4,00, Hoffmann 1,00 (= 73,50). Magde- 
burg: Erlös für Marken zur Kriegshilfe 39,00. Mittweida: 



Heft 13/14 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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Weber 1,00, Beyer 0,50, Herre 2,00 (= 3,50). München: 
371,00. Nakel: 13,50. Neiße: 13,50. Neustadt a. Ha.: 
7,00. Nürnberg: 87,50. Osnabrück: Zweigverwaltung 
5,00, Jaeger 10,00, Wilker 8,00 (= 23,00). Pforzheim: 19,50. 
Pirmasens: 2,00. Po t s d a m: 17,00. R i e s a : 13,00. S c h ö- 
n in gen: 3,00. Schweinfurt: 6,00. Sorau: Technischer 
Verein Sorau 20,00. Stettin: Lösewitz 3,00, Thömke 2,00, 
Naske 2,00, Brandenburg 2,00, Schüßler 2,00, Moucha 2,00, 
M. Koch 2,00, Zindel 2,00, Schulze 2,00, Beckmann 3,00 (= 22,00). 
Straß bürg: Oeltze 35,00, Schönjahn 10,00, Lötz 5,00, Sos- 
song 3,00, Kern 3,00, Osterloh 1,00, Cordel 1,00, J. Müller 1,00, 
G. 1hl 2,00, Köhler 2,50, Farny 1,00, Schommer 1,00, Kirchner 
1,00, Koslowski 1,00, v. Boltenstern 1,00, Scheerer 1,00, Sam- 
mel 2,00, Werling 2,00, Blunk 6,00, Meyer 2,00 (= 81,50). S t r a u- 
bing: 3,64. Tegel: Seeliger 2,00, Käseler 1,00, Berger 2,00, 
Hartemink 1,00, Lindau 3,00, Lamotke 2,00, Jacobi 2,00, Hempel 
4,00, Gerlach 2,00, Erlös durch den Verkauf von Eintrittskarten 
zu den Kriegsvorträgen 8,50 (= 27,50). Thorn: Ullmann 100,00, 
Lindau 50,00, Rinow 30,00, Teufel 25,00, Koltermann 25,00, 
Wrczykonski 25,00, Grosser 20,00, Thomas 20,00, Leipolz 10,00, 
Strehlau 10,00, Gehrmann 10,00, Freundlich 10,00, Kunow 5,00, 
E. Schütze 5,00, Schiller 5,00, Bartel 5,00, Siemon 5,00, Geiseler 
5,00, Schwandt 5,00, Westphahl 5,00, Melchert 5,00, Neumann 
3,50, Granowski 3,00, Kirsch 2,00, Goeben 1,50, Grubich 1,00, 



Hanckel 0,50, Trenner 0,50, Teske 0,50, Kauffmann 0,50, Hübner 
0,50, Erling 0,50, abzügl. 4,20 M Unkosten (= 389,80). Weißen- 
fels: Dose 2,00, Schwertzel 3,00, Nitzsche 3,00, Deister 5,00, 
Lindmann 5,00, Porto 0,05 (= 18,05). Werdau: 17,00. We- 
sel: 19,00. Wilhelmsburg: 20,00. Wilhelmshaven: 
978,15 und 80,65 (= 1058,80) (= 5514,13). 

Mitglieder: H. Helberg 4,00, F. Hertz 12,00, Kawczcvnski 
26,00, Köhler 5,00, A. Morenz 1,00, A. Pfeiffer 10,00, Pilzecker 
(zurück) 20,00, M. Riedrich 3,00, Schäfer 16,00, W. Schnare 2,00, 
M. Schönfelder 6,00, M. Schweder 5,00, Spende des Vaters des 
verstorbenen Mitglieds — 50 423 — A. Oehler 30,00 (= 140,00). 

Zusammen 5 664,13 M. 

Dazu Endbetrag der 15. Quittung 94 075,82 M. 

99 739,95 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 6 384,85 M. 

Dazu Endbetrag der 15. Ausgabe-Quittung 61 606,09 M. 

67 990,94M.~ 

Die in Heft 11/12 für die Z.-V. Oberhausen veröffentlichten 
22,00 M wurden von folgenden Kollegen gespendet: Kraefft 5,00, 
Fahlenkamp 1,00, Demele 1,00, Zwerenz 1,00, Heuser 1,00, 
Lewke 1,00, Jaklin 1,00, Nothelle 10,00, Busch 1,00 (= 22,00). 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

3. Kriegsvortrag 
der Arbeitsgemeinschaft Groß- Berlin 

im Bürgersaal des Rathauses Berlin : Freitag, 16. April, 8 l / 3 Uhr. 
Referent: Freiherr von Steinacker, Generalleutnant z. D.: 
Strategie und Taktik in Ost und West. 
Eintritt 50 Pfg. Der Ertrag fließt der Kriegshilfe zu. Zahlreichen 
Besuch erwartet die Arbeitsgemeinschaft Groß-Berlin. 

Dolz. 

Aachen. Unsere nächsten Versammlungen sind wegen des 
Osterfestes in diesem Monat am- 10. und 24., abends 9 Uhr, im 
Hotel Berliner Hof, Bahnhofstraße. Wir laden unsere Mitglie- 
herzl. dazu ein, bestimmt auf regen Besuch rechnend. Gäste 
sind willkommen. — Das Amt des ersten Vorsitzenden hat wegen 
Einberufung unseres bisherigen Vorsitzenden Herrn Franz Roß 
Herr J.Gatzweiler, Stoiberger Straße 9, übernommen. Das 
Amt des ersten Kassierers wurde Herrn Johnen, Karlsgraben 63, 
übertragen. Wir bitten unsere Mitglieder, sich in den entsprechen- 
den Angelegenheiten an diese Herren zu wenden. 

Aachen. Adr.: Franz Roß, Stephanstraße 39. Kass.: Albert 
Johnen, Carlsgraben 63. 

Berlin-Friedenau. Adr. u. stellv. Vrs.: Ernst Wiebe, Arch., 
Feuerbachstr. 18 I. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. — 
Am 25. März fand eine Vorstandssitzung statt. Verhandelt wurde 
über den Vorschlag der Herausgabe und des Vertriebes von 
Kriegshilfsmarken, Liebesgabenspenden usw. Am 20. d. M. fand 
der erste gut besuchte Kriegs-Familienabend statt, der zweite 
soll Sonnabend, den 17. April, im Rest. Rheineck, Schloßstraße, 
folgen. Nächste Monatsversammlung Dienstag, 6. April, nächste 
Vorstandssitzung Donnerstag, den 22. April, 9 Uhr, im „Hohen- 
zollern". 

Brandenburg a. H. Adr.: M. Maringer, Harlunger Str. 12 II. 

Buer i. W. Adr.: Th. Strotmann, Urbanusstr. 30 I. 

Charlottenburg. Des Karfreitags wegen findet die nächste 
Hauptversammlung Freitag, den 16. April, im Vereinslokale 
statt. Hauptpunkt der Tagesordnung: Neuwahl des Vorsitzenden. 
Das Erscheinen der ortsanwesenden Mitglieder ist dringend 
erwünscht. 

Colmar i. Eis. Adr.: Karl Zollmann, Vaubanstr. 29. 

Cottbus. Adr.: Frd. Gibs, Sandower Str. 22. 

Frankfurt a. M. Adr. : Fr. Hamm, Direktor, Frankfurt a. M., 
Mainzer Landstraße 65. 

Gotha. Zurzeit kein Kriegsvertrauensmann. Wer meldet sich 
freiwillig? 

Gütersloh i. W. Adr.: Heinr. Franzke, Barkeystr. 221. 
Gumbinnen. Adr.: Wilh. Lutz, zurzeit Insterburg, Luisen- 
straße 8 II. 

Hamburg. Tagesordnung für die Versammlung am Mitt- 
woch, den 7. April, abends pünktlich 8V2 Uhr, in den Neu- 
städter Gesellschaftssälen, Valentinskamp 40/42. 1. Versammlungs- 
bericht vom 3. März 1915. 2. Mitteilungen des Vorstandes. 3. Be- 
richt des Kriegshilfs-Ausschusses. 4. Wahl eines Obmannes für 
die Gruppe „B". 5. Vortrag des Kollegen C. Krumbügel über: 
„Krieg und Volksernährung". 6. Verschiedenes. Die 
im voraus zu zahlenden Mitgliederbeiträge für das zweite Viertel- 



jahr werden im Geschäftszimmer, Ellernthorsbrücke 10 II, ent- 
gegengenommen, können auch durch die Post eingesandt wer- 
den. An den Sitzungsabenden nehmen der Schatzmeister oder 
dessen Vertreter die Beiträge entgegen. Die Mitglieder der 
Zweigverwaltung werden besonders auf den zeitgemäßen Vor- 
trag aufmerksam gemacht. Verbandskollegen der benachbarten 
Zweigverwaltungen sind herzlichst willkommen. Auskünfte über 
die Schülermitgliedschaft erteilt der Leiter der Schülerwerbe- 
tätigkeit, C. Krumbügel, Hamburg 31, Bei der Apostelkirche 8 III. 

Achtung: Gedenket unserer Kriegshilfe! Lasset die Ver- 
trauensmänner nicht vergeblich bei Euch anklopfen. 

Herford. Zurzeit kein Kriegs-Vertrauensmann. Wer meldet 
sich freiwillig? 

Hochemmerich. Die Geschäfte des Vorsitzenden hat Kollege 
J. Küchler, Elisabethstraße 7 1, die der Stellenvermittelung Kol- 
lege Weingand, Friemersheim a. Rh., übernommen. 

Ingolstadt. Adr.: Gg. Färber, Schutterstraße 6. Unsere 
nächste Versammlung findet am 10. April, abends 1 / 2 9 Uhr, 
im „Danielbräu", Bürgerl. Brauhaus, Dollstraße, statt. Die Tages- 
ordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Wir bitten' 
um zahlreiches Erscheinen auch solcher Kollegen, die einer 
anderen Zweigverwaltung angehören. 

Karlsruhe i. B. Adr.: Karl Ludin, Ettlingen i. B. Kass.: Alfr. 
Hohendorf, Karlsruhe i. B., Kaiserstr. 175 IV. 

Kiel. W. Heinitz, Kiel-Gaarden, Kirchenweg 36 II. 

Lünen. Zurzeit kein Kriegs-Vertrauensmann. Wer meldet sich 
freiwillig? 

Mittweida. Adr.: Curt Weber, Tzschirnerplatz 11. 

Nakel (Netze). Adr.: C. Palm, Stadtbaumeister. 

Nürnberg. Adr. : K. Polster, Schreyerstr. 14. Kass. : C.Held, 
Wirthstraße 16. 

Offenbach a. M. Adr.: Karl Horn, Bismarckstr. 27. — Des 
Osterfestes wegen findet unsere nächste Hauptversammlung am 
Dienstag, den 13. April, abends 9 Uhr, im Kaiser-Friedrich-Hotel 
statt. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt 
gegeben. 

Pirmasens. Adr.: W. Altendorf, Hohenzollernstr. 2. 

Rastenburg. Adr.: Paul Rieger, Schulstr. 51. 

Reichenbach. Adr.: A. Spindler, Schneidenbacher Straße 40. 

Senftenberg (N.-L.). Adr.: Alb. Titze, Töpferstr. 9 II. 

Stettin. Unsere nächste Versammlung findet am Mittwoch, 
den 7. April er., abends 9 Uhr, im Versammlungslokal Restau- 
rant „Zum Pschorrbräu", Falken walder Straße 129, statt. Wir 
bitten unsere Mitglieder, die nicht zum Heeresdienst einberufen 
worden sind und sich in Stettin befinden, unsere Versammlungs- 
abende rege zu besuchen und dadurch den Zusammenschluß 
unter den zurückgebliebenen Kollegen erhalten und fördern zu 
helfen. Da die Kassenabrechnung für das 1. Vierteljahr 1915 mit 
der Hauptstelle in Berlin jetzt erfolgen muß, ersuchen wir unsere 
Mitglieder, die rückständigen Beiträge umgehend an unseren 
Kassierer, Kollege F. Jarius, Pestalozzistraße 18 p., entrichten 
zu wollen. An unsere Mitglieder richten wir sodann die herzliche 
Bitte, für die Aufrechterhaltung unserer Kriegsunterstützungen 
durch möglichst fortlaufende, monatliche Zuwendungen, die, wenn 
auch noch so klein, mit den Monatsbeiträgen gleichzeitig ge- 
zahlt werden, beitragen zu wollen. 

Thorn. Vors.: Julius Erling, Thorn, Talstraße 40. Brief- 
Adr. : Schriftführer und Kassierer: EricJi Goeben, Thorn, Mel- 
lienstraße 54. Am Mittwoch, den 10. März, abends 8 Uhr, fand 
im Gasthaus Kulmbacher (Fisch) eine Mitgliederversammlung 
statt. Alterspräsident Koll. Hanckel berichtete, was der Vcr- 



50 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 13 14 



band während des Krieges bisher an Unterstützungen, Beihilfen 
usw. geleistet hat und in welcher Weise er hierzu durch die 
Oebefreudigkeit seiner Mitglieder instand gesetzt wurde. Nach 
Einführung der Vorstandsmitglieder durch Koll. Hanckel folgte 
der Bericht des Kassierers über die bisher eingezahlten Geld- 
spenden für die Kriegshilfe. Es wurden bis zum 10. März 1915 
85 2 Mark gesammelt, wovon 491,65 Mark an die Haupt- 
geschäftsstelle abgesandt sind. Bei der Sitzung stifteten wieder 
sämtliche anwesenden Mitglieder einen Betrag. Hoffen wir, daß 
recht viele Mitglieder den Kriegsfonds stärken. Die Mitglieder- 
zahl beträgt 37, wovon 12 Mitglieder im Felde stehen. Die 
nächste Versammlung findet Mittwoch, den 7. April, abends 8 Uhr, 
in demselben Lokal statt. Es ist Ehrenpflicht eines jeden Mit- 
gliedes, in diese ernsten Zeit zusammenzuhalten und regel- 
mäßig die Versammlungen zu besuchen. 

Trier. Adr.: Karl Gaß, Eberhardstr. 24. Kass.: A.Speicher, 
Cölner Straße 44. 

Wilhelmshaven-Rüstringen. In Heft 3 4 haben wir irrtüm- 
licherweise als Kassierer Kollegen H. Klink, Deichstr., an- 
gegeben, der vielmehr das Amt des Schriftführers übernommen 
hat. Kassierer ist Kollege Seyer, Kieler Str. 48 II. Die Brief- 
adresse ist die Wohnung des Vorsitzenden Dr. M a m m e n > 
Rüstringen I, Bremer Straße 49. 

Wesel. Die Geschäfte des Kassierers hat nicht, wie irrtüm- 
licherweise in Heft 7/8 gemeldet wurde, Kollege Paul Winter, 
Jahnstraße 12, übernommen, der vielmehr Schriftführer ist und 
dessen Name als Zweigverwaltungs-Adresse gilt. Kassierer ist 
Kollege Emil Oellingrath, Johann-Siegismund-Straße 19. 

Worms. Zurzeit kein Kriegs-Vertrauensmann. Wer meldet 
sich freiwillig? 

Zwickau. Adr.: E. Rascher, Alexanderstr. 2. Kassierer: Fr. 
Münch, Weststraße 13 II. 

H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 

Staubeckenamt Ottmachau (Bez. Oppeln) sucht einen älter., 
erfahr. Tiefbt. m. abgeschloss. Baugewerkschulbldg. sof. Die 
Anstellg. geschieht auf Privatdienstvertrag geg. bciderseit. ein- 
monatliche Kündig. Geh. wird n. d. Sätzen d. Oderstrombauver- 
waltung gewährt. Bewerbungsgesuche s. unt. Beifüg. v. Lebensl., 
ärztl. Gutacht., polizeilich. Führungsattest u. Zeugnisabschrift, 
an das vorgenannte Staubeckenamt einzureichen. Gesch. -Nr. 76 
bitte angeben. 

Kgl. Straßen- u. Flußbauamt i. d. Nähe Würzburgs sucht 
ein. mittl. Techn. Bewerbung, m. Zeugnisabschr., Lebensl. und 
Geh.-Anspr. sind an die Zweigstelle Würzburg, z.H. d. Herrn 
V. Lindner, Würzburg, Auverastr. 12, einzureichen. 

Gas- u. Wasserwerke in der Nähe v. Liegnitz such. z. Anfertig. 
V. Zeichnung (Uenehmigungszeichnung.), Kostenanschlägen usw. 
f. beabsichtigte Ausführung v. Hausentwässerungsleitungen, Auf- 
stellung v. Spülklosetts, Badeeinrichtung, usw. im Anschluß an 
die im Bau befindl. Kanaiisat. einen jüngeren Techn., d. prakt. 
Erfahrg. in derartig. Arbeit, besitzt. Bewerbungsgesuche m. bei- 
gefügten Zeugnisabschrift., Angab, d. Dienstantr. u. d. Gehalts- 
ansprüche sind einzureichen an die Zweigstelle Breslau, z. H. d. 
Herrn v. Carlowitz, Breslau, Weinstr. 78. 

Stadt Berlin sucht f. d. maschinentechn. Abteilung d. Tiefbau- 
deputation während d. Kriegszeit noch Hilfskräfte. Die betreff. 
Herren müss. die Preuß. Höheren Maschinenbauschulen erfolg- 
reich besucht haben u. schon einige Erfahrg. i. Betriebe od. im 
Bureau besitz. Die Altersgrenze nach oben beträgt 30 J. Die Be- 
werber müssen vollkommen militärfrei sein (dauernd untaugl.). 
Anfangsgeh. 165 M, Zulage v. je 15 M alle zwei J. Die Stadt be- 
hält sich vor, wieviel v. d. bereits anderwärts geleisteten Dienst- 
zeit f. d. Bemessung d. Geh. anzurechnen ist. Eintr. sof. Die 
betr. Herren werden als Techn. I. Klasse beschäftigt. Gesuche m. 
Lebensl., Zeugnisabschriften sind einzureichen an die Haupt- 
geschäftsstelle Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 130. 

Kgl. Wasserbauamt Labiau sucht zu sofort einen Tiefbt. 
Geh. 180 M. Gesuche sind direkt an das Kgl. Wasserbauamt ein- 
zureichen. 



HHHHHH BRIEFKASTEN HHHHHH 

Frage 20. Welcher Kollege kann mir Aufschluß geben über 
die Gußzusammensetzung, die folgende Analyse besitzen soll: 

Silic. % Mang. % Phos. % Schw. % 
es wird verlangt 1,68 2 0,6 0,3 

vorhanden 

Luxemburg. f 2,21 0,52 1,8 0,2 

franz. Eisen \ l t 5 2,5 0,8 0,3 

Maschinenbruch [ 1,2 1,4 0,6 0,4 

Der jeweilige Satz beträgt 300 kg. Genaue Berechnung wäre 

mir erwünscht. 



Frage 21. Kaimauer am Rhein. Ist einer der Herren Kol- 
legen in der Lage, mir anzugeben, nach welchen Gesichtspunkten 
Angebote für den Neubau einer Kaimauer und für Erhöhung 
einer bereits bestehenden am Rheinfluß zum Schutze gegen 
Hochwasser und zur Aufnahme eines Fußes eines Portalverlade- 
kranes geprüft werden müssen? Es liegen verschiedenste Entwürfe 
massiver Stampf- und Eisenbetonmauern, sowie solcher mit mas- 
siver Fundierung oder eiserner, Beton- oder Holzpfahlgründung 
mit ebensolcher wasserseitiger Spundwand vor. Wie verhalten 
sich die Ausführungen hinsichtlich Standsicherheit, Ausweichen 
oder -waschen der Fundamentkiesschichten, Unterhaltung, Repa- 
raturen, Lebensdauer, und welche Ausführungen sind besonders 
preis- und empfehlenswert? 

Bücherschau 

Technisches Auskunftsbuch für das Jahr 1915 von Hub. J o 1 y. 

22. Jahrgang. Verlag von K. F. Koehler, Leipzig. Preis 8 M. 
Der in Architekten- und Ingenieurkreisen weit bekannte „Joly" 
hat in der neuen Auflage wiederum eine den technischen Er- 
rungenschaften des letzten Jahres entsprechende Umarbeitung 
erfahren und stellt jetzt einen überaus stattlichen Band von 
etwa 1600 Seiten dar. Als einen besonderen Vorzug gegenüber 
anderen Nachschlagebüchern möchten wir das Fehlen jeder Re- 
klame hervorheben. 



STERBETAFEL 

Jofef Hayn, Coblenz, Mitgl. 38648, feit 1. 4. 06, 

geftorben am 23. 2. 15. 
K. J. Lingens, Metz=Queuleu, Mitglied 9015, feit 

1. 7. 94, geftorben am 14. 3. 15. 

Ewald Mielke, Beek <W.=Pr.>, Mitglied 77663, feit 
1. 5. 14 <Verw. Pr. Stargard), gelt, am 23. 1. 15. 

Aug. Plofchentz, Colmar i. Eis., Mitglied 30795, 
feit 1. 10. 04, geftorben am 21. 2. 15. 




Nachruf. 

Auf den Schlachtfeldern in Russisch- Polen, 
in Humin bei Bolimow, fand am 31. Januar 1915, 
morgens 8 Uhr, unser Kollege, Mitglied Nr. 72230 

Herr Eisenbau-Ingenieur Willi Doehn 

Ritter des Eisernen Kreuzes, 

Unteroffizier im Pionier-Bat. 2 
den Heldentod fürs Vaterland. 

Wir betrauern in dem so früh aus dem Leben Gerissenen 
einen lieben, treuen Kollegen, dessen Andenken stets in unserer 
Erinnerung bleiben wird. 

Zweigverwaltung Thorn. 



Bei jd|tDtertgctt tifrunbroajfer&erfyältmffeit 

tft „Schachte piroI=Gmulfion" unentbehrlich. Sntereffenten erhalten 
fachmätmifrfje 9iatfd)läge, 6hitad)teit u. Slttefte für erfolgreiche S)tdj* 
tungSarbciten foftcnloä oon $• Schacht, ebem. $abrif, Braunfchroeig. 
„©djarfjtä $irol*Csmulfton" roirb üon jeber 93aumaterialienhanb* 
lung geliefert. 



<3tccfcui>feri> 
(5cifc 

6vc befte £xUenm{fxt)fe#e fu.tr 
$axte, n>ei£e 1jcux6 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSOEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 

Dr. Höfle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 



17. April 1915 



Heft 15 16 



Die Konjunktur in der deutschen Industrie während des Krieges 

Von Dr. OSKAR STILLICH, Dozent an der Humboldt-Akademie in Berlin. 



Will man den Einfluß des Krieges auf die Konjunktur 
in der Industrie untersuchen, so wird man auseinanderhalten 
müssen diejenigen Gruppen, die hauptsächlich für den in- 
ländischen Markt, und diejenigen, die wesentlich für den 
fremden Markt produzieren. Es kann keinem Zweifel 
unterliegen, daß die letzte Gruppe am stärksten getroffen 
wurde. Denn die gleich nach der Mobilmachung ausgebro- 
chene Absatzkrise unterband zunächst den ganzen Waren- 
strom, der bisher Absatz im Ausland gefunden hatte. Wir 
haben infolge unseres Charakters als Industrie-Exportstaat 
nur wenig Industrien, die überhaupt nichts exportieren. Aber 
im Rahmen der für das Ausland produzierenden Gruppen 
ist der Prozentsatz, mit dem sie vom heimischen und mit 
dem sie vom ausländischen Markt abhängig sind, verschie- 
den. Unsere stärksten Exportindustrien, die infolgedessen 
durch den Ausbruch des Krieges am meisten mitgenommen 
erscheinen, sind die Maschinen-, Eisen- und Kohlenindustrie, 
die Textilindustrie, die Zuckerindustrie, die Papierindustrie 
und die chemische Industrie. 

Man könnte nun meinen, daß dieses große Räderwerk 
der deutschen Exportindustrie durch den Krieg zum Still- 
stand gebracht worden wäre, denn ein Absatz für die bis- 
herigen Ueberschußprodukte ist, wenn man vielleicht von 
der Zuckerindustrie absieht, im Inlande nicht mehr vor- 
handen, und auf Vorrat zu produzieren mit großen Kapital- 
unkosten verknüpft. Aber nichts davon ist zu spü- 
ren. Die deutsche Industrie hat bald nach Ausbruch des 
Krieges einen nie dagewesenen Umschwung durchgemacht 
und sich mit bewundernswerter Elastizität der neuen 
durch den Krieg geschaffenen Lage ange- 
paßt. Sie hat sich in ihrer Fabrikation an den Krieg 
und seine Bedürfnisse angeschmiegt, indem sie sich zu 
diesem Zwecke zum Teil umorganisierte. Die Ver- 
sorgung des Heeres nicht nur mit Nahrung und Kleidung, 
sondern auch mit Munition und Waffen hat zahlreiche 
Industrien veranlaßt, ihren Betrieb auf die Herstellung 
solcher „Armeelieferungen" einzurichten. 

Mit Bezug auf das Fabrikationsprogramm können wir 
zwei Gruppen von Industrien unterscheiden. Bei 
der ersten liegt nur eine Aenderung der Absatz- 
quellen vor, bei der zweiten auch eine Aenderung 
der Erzeugung. 

Die erste Gruppe ist nach dem Ausbruch des Krieges 
zu Militärlieferungen großen Stils herangezogen worden 
und es haben sich verschiedene Organisationen gebildet, 
um den Militärbedarf sicherzustellen resp. um die Aufträge 
zu verteilen. Es handelt sich jedoch hierbei um Industrie- 
zweige, die, um zu dieser Aufgabe befähigt zu sein, kei- 
ner Aenderung ihrer inneren Einrichtungen 
bedurften. Sie produzieren das, was sie auch schon früher 
herstellten, oder ähnliches weiter, und nur das Absatzgebiet 
wurde zum größten Teil aus der privaten in die staatliche 
Sphäre geschoben. Durch diese Verschiebung aber retteten 
sie ihre Steuerkraft oder bewahrten sie doch vor einer 
starken Verschlechterung. 

Bei der zweiten Gruppe von Industrien reicht die Aen- 
derung aber weit über das Absatzgebiet hinaus und umfaßt 
zum Teil das der Produktion mit. Es handelt sich um die- 



jenigen, welche, soweit dies möglich ist, ihr Fabri- 
kationsprogramm umwandeln, um an den Liefe- 
rungen für das Heer teilnehmen zu können, obwohl sie 
früher wenig oder gar nichts damit zu tun hatten. Das hat 
natürlich in den betreffenden Unternehmungen vielfach 
nicht unerhebliche organisatorische Aenderun- 
gen notwendig gemacht. Die hier vorliegende Umschal- 
tung ist ein Beweis für die technische Elastizität und das 
Organisationstalent der Unternehmer. Ohne dasselbe wäre 
die Aufrechterhaltung der Steuerkraft nicht möglich ge- 
wesen. In relativ kurzer Zeit haben sie sich — nachdem 
die erste Bestürzung nach Ausbruch des Krieges überwun- 
den war — der Kriegslage angepaßt. Diese schnelle organi- 
satorische Anpassung ist, wenn in großem Stile durch- 
geführt, von hoher Bedeutung für die nationale Verteidi- 
gung und die rechtzeitige Speisung der militärischen Ener- 
giequellen. Ihre Darstellung bleibt der späteren volkswirt- 
schaftlichen Forschung vorbehalten. Für heute soll sie nur 
an einigen Beispielen näher illustriert werden. 

Beginnen wir mit der elektrotechnischen In- 
dustrie. Ihre Beschäftigung ist verschieden, je nach der 
Spezialität, die die Werke produzieren. Die elektro-medizi- 
nische Industrie hat große Staatsaufträge auf Röntgen-Ein- 
richtungen und Kriegsmaterial erhalten. Der Bau von Dy- 
namomaschinen, Elektromotoren, Transformatoren und 
Akkumulatoren ist ebenfalls durch die Nachfrage der Hee- 
resverwaltung stark angeregt. Die Fabriken, die Isolier- 
material herstellen, haben einen Teil ihres Betriebs für 
Kriegslieferungsarbeiten eingerichtet. Zu dieser allgemein 
nicht ungünstigen Lage hat sehr viel beigetragen, daß eine 
Reihe von elektrischen Unternehmungen ihren Betrieb so 
umorganisierte, daß er für die Zwecke der Heeresbedarfs- 
befriedigung arbeiten konnte. An der Spitze dieser 
durch Aenderung ihres Fabrikationsprogramms die gegen- 
wärtige Konjunktur ausnutzenden Unternehmungen steht 
die Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft. Ihre internatio- 
nale Struktur läßt sie zwar durch den Krieg besonders ge- 
fährdet erscheinen, aber soweit sie im Inland produziert, 
sucht sie das, was ihr im Ausland verloren geht, hereinzu- 
holen. Sie gehört zu den Werken, von denen man gesagt 
hat, daß in ihnen nicht der Ingenieur, sondern der Kauf- 
mann herrscht; d. h. kaufmännische Gesichtspunkte diri- 
gieren hier die technische Produktion. In dem Dynamo- 
werk (Brunnenstraße) und der Turbinenfabrik (Hutten- 
straße) in Berlin werden jetzt in umfangreichem Maße Zün- 
der und Granaten hergestellt, deren Füllung dann in Span- 
dau erfolgt. In anderen Betrieben des gleichen Unterneh- 
mens werden Metallknöpfe gefertigt. Viele der übrigen 
elektrotechnischen Werke — ich nenne nur Siemens- 
Schuckert — sind ebenfalls stark mit der Herstellung von 
Heeresbedarf beschäftigt. Hierher gehören Zünder, Appa- 
rate für drahtlose Telegraphie und Telegraphen, die in 
großem Maße für den Krieg benötigt werden. Die Firma 
H. Aron in Charlottenburg, die Elektrizitätszähler herstellt, 
hat sich der Zünderfabrikation zugewandt. Desgleichen die 
hauptsächlich Telephone, Telegraphen und Feuermelder 
bauende Fabrik von Groos & Graf in Hohenschönhausen. 
In der Fabrik elektrischer Maschinen von Dr. Max Levy 



58 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 15,16 



in Berlin werden Granaten gedreht. Ebenso in Ariadne, 
Fabrik isolierter Drähte. Eine Fabrik, die als Spezialität 
elektrische Beleuchtungsartikel herstellt (Imme & Löbner 
in Berlin), offeriert jetzt 1 Million Patronenrahmen zum 
Preise von 30 000 Mark netto. „Bei einem Auftrage von 
2 Millionen Stück würden wir uns verpflichten können, pro 
Woche das doppelte Quantum (200 000 Stück) fertigzu- 
stellen, da wir in diesem Falle die Fabrikation durch An- 
schaffen neuer Stanzen und Maschinen erweitern würden." 
Man erkennt daraus, wie betriebliche Vergrößerungen unter 
Umständen aus dieser doch immerhin vorübergehenden 
Bedürfnisbefriedigung resultieren. 

Zu umfangreichen Lieferungen für das Heer sind auch 
die Maschinenfabriken herangezogen worden; so- 
weit dies nicht der Fall ist (z. B. Fabriken für Bergwerks- 
maschinen, Kellereimaschinen usw.), liegen sie völlig dar- 
nieder. Der Lokomotiv- und Lokomobilbau ist gut beschäf- 
tigt. Die Fabrikation von Explosionsmotoren hat in be- 
stimmten Spezialitäten der Motorenindustrie stark zu tun. 
Namentlich durch die Aufhebung des Ausfuhrverbots für 
Verbrennungsmotoren jeder Art ist die Geschäftslage der 
Motorenfabriken für flüssige und gasförmige Brennstoffe 
günstig beeinflußt worden. Die Bauanstalten für Eisen- 
konstruktionen haben gleichfalls Aufträge der Heeresver- 
waltung, desgleichen die Fabriken für Schiffsmaschinen, 
Hebe- und Transportanlagen. Die Eisenbahnwaggon- 
fabriken haben ihr Programm durch Uebernahme von 
Kriegsaufträgen auf Munitionswagen, Proviantwagen, Feld- 
küchen u. dgl. erweitert und sich auf diese Weise eben- 
falls den neuen Bedürfnissen angepaßt. Eine große Anzahl 
Maschinenfabriken sind zum Bau von Flugzeugen 
übergegangen, der mit allen staatlichen Mitteln gefördert 
wird. So werden den Fabriken geschulte Kräfte durch Be- 
freiung Heeresdienstpflichtiger vom Waffendienst nach 
Möglichkeit sichergestellt. Vor allem hat auch die Industrie 
der Lederbearbeitungsmaschinen guten Geschäftsgang und 
nicht zuletzt die Automobil- und Werkzeugmaschinen- 
industrie. Die Automobilfabriken haben reichliche Auf- 
träge, insbesondere auf Personenwagen und Flugzeug- 
motoren. Die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Tempelhof 
arbeitet in Tag- und Nachtschicht und hat während des 
Krieges mehr Arbeiter wie im Frieden, nämlich weit über 
3000. Auch die Werkzeugmaschinenfabriken, z. B. Loewe, 
Gildemeister u. a. sind mit Aufträgen voll besetzt, so daß 
sie drei Arbeitsschichten eingerichtet haben und über Man- 
gel an gelernten Arbeitern (Schlossern, Fräsern usw.) kla- 
gen. Nicht nur staatliche Werkstätten, sondern auch private 
Firmen haben großen Bedarf an Werkzeugmaschinen. 
Engels & Waegner haben Aufträge in Werkzeugmaschinen, 
die sie bis Juni "191 5 voll beschäftigen. Viele Werkzeug- 
maschinenfabriken haben trotzdem ihr Programm er- 
weitert; so Ludwig Löwe, Max Hasse & Co., die die Gra- 
natenfabrikation neu aufnahmen. 

In zahlreichen Eisengießereien und Maschinenfabriken, 
die früher ein ganz anderes Programm hatten, werden jetzt 
Granaten gegossen und bearbeitet. Hierher gehört z. B. 
die Maschinenfabrik Cyklop, Mehlis & Behrens in Wittenau, 
deren Spezialität Dampfmaschinen, Pumpen, Dampfkessel 
usw. sind und die schon durch die Herstellung von Minen- 
ankern Beziehungen zur Militärbehörde besaß. Ferner die 
Panzer AG. für Geldschränke. Ja sogar eine Gesellschaft 
für Brauereibedarf (Cyclop in Berlin) ist zur Herstellung 
von Zündern übergegangen. Auch die optische Industrie 
und Feinmechanik ist durch Aufträge in Militärgegenstän- 
den gut beschäftigt, so daß sogar die Versetzung von 
Zivilarbeitern in die Werkstätten für Kriegsmaterial er- 
folgt ist. Kurz alles, was mit der Lieferung von Heeres- 
bedarf zusammenhängt, arbeitet stärker denn je zuvor, 
denn der Bedarf nimmt im Kriege, vor allem wegen des 
starken Verschleißes, nicht ab, sondern gewaltig zu. Land- 



wirtschaftliche Maschinenfabriken bauen nicht mehr land- 
wirtschaftliche Maschinen, sondern Militärfahrzeuge. So 
baut z. B. die Landwirtschaftliche Maschinenfabrik von 
Teßnow in Berlin Rote-Kreuzwagen, andere fabrizieren 
Feldküchen, z. B. Carl Flohr, dessen Fabrik in Friedens- 
zeiten Aufzüge herstellt. Maschinenfabriken, die vorher 
Schreibmaschinen, Fahrräder und Metallmöbel machten, fa- 
brizieren gleichfalls Kriegsartikel. Diese Fabriken sind auf 
Stanzarbeiten eingerichtet und können daher leicht Feld- 
flaschen, Zeltbahngarnituren, Koppelschlösser, Knöpfe usw. 
' fabrizieren. Die Firma Großmann, Eisen- und Stahlwerk 
Aktiengesellschaft in Wald (Rheinland) bietet u. a. Kara- 
binerhaken für Militärfeldflaschen und Brotbeutel sowie 
Steigbügel aus Temperguß an. Die Märkische Maschinen- 
bauanstalt Teutonia in Frankfurt a. O. fabriziert für den 
Krieg Eßnäpfe, Waschschüsseln, Wasserkannen, Kochge- 
schirre, Trinkbecher (aus doppelt dekapiertem, dreimal im 
Vollbade verzinntem Blech). Zum Teil finden wir in der 
Kriegszeit ganz wunderliche Kombinationen. So sind Näh- 
maschinenfabriken zur Anfertigung von Schrapnells über- 
gegangen. Die große Grammophonfabrik von Lindström in 
Berlin fabriziert Konservenbüchsen. 

Die großen Zerstörungen, die der Krieg im Gefolge 
hat, bedeuten bereits jetzt für eine Reihe von Maschinen- 
fabriken neue Aufträge. So erhielt z. B. die Maschinen- 
fabrik und Eisengießerei Wegelin & Hübner in Halle a. S. 
Aufträge aus Oesterreich auf Apparate zur Wiederher- 
stellung zerstörter Wasserwerke — neben großen Bestel- 
lungen von Seiten der deutschen Heeresverwaltung. 

Die Werke der Metallindustrie sind zu einem 
großen Teil gleichfalls für den Heeresbedarf tätig. Es 
kommt auf die Art der Produktion an. In der Edelmetall- 
industrie sind wohl die meisten Betriebe eingestellt. Auch 
die Röhrenwerke haben, soweit sie nicht Stahlrohre fabri- 
zieren, keine Beschäftigung. Die Drahtindustrie, deren Ex- 
port nur noch nach Skandinavien und Holland geht, nach 
Italien, Spanien und Oesterreich-Ungarn aber durch hohe 
Zölle verschlossen ist, leidet ebenfalls sehr, ausgenommen 
jedoch in dem Fall, wo sie für das Heer Lieferungen in 
Form von Stacheldräht usw. hat. Hingegen haben andere 
Zweige wieder viel zu tun. Das gilt zunächst von der gan- 
zen Weißblechindustrie. Die Nachfrage der für Feldliefe- 
rungen arbeitenden Konservenfabriken nach Blechemballa- 
gen übersteigt vorläufig die Leistungsfähigkeit der deut- 
schen Weißblechindustrie. Die Blechwalzwerke suchen da- 
her die Produktion an Schwarzblechen, die jetzt weniger 
gebraucht werden, zugunsten der Weißblechherstellung ein- 
zuschränken. Wir haben es hier nicht mit einer vollständi- 
gen, sondern nur einer teilweisen Produktionsverschiebung 
zu tun. Hingegen sind eine Anzahl Werke, die sonst Be- 
leuchtungskörper produzieren und jetzt naturgemäß wenig 
zu tun haben, zur Herstellung von Patronenhülsen, Helm- 
beschlägen usw. übergegangen. Diese Werke der Metall- 
warenbranche, die sich jetzt auf die Produktion solcher 
Halb- oder Teilfabrikate geworfen haben, annoncieren Scha- 
len für Waffenrockknöpfe, Helmspitzen, Benzinbehälter und 
alles mögliche. 

Wie auf allen Märkten, die bisher von großen Aus- 
landszufuhren abhängig waren, sind auch auf dem Metall- 
markt starke Preissteigerungen eingetreten, so daß der Bun- 
desrat schließlich zur Festsetzung von Höchstpreisen schrei- 
ten mußte. Es betrug der Preis für 

vor Kriegsausbruch November ') Höchstpreis 2 ) 

Mark Mark Mark 

Kupfer 125-128 220 170-185-200 

Aluminium ... 160 450-500 280-305-325 

Antimon .... 45 2(0-210 60-150 

Nickel 325 550-600 450 



J ) Frankfurter Zeitung vom 12. November 1914. 
2 ) In Kraft getreten am 14. Dezember 1914. 



Heft 15/16 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



59 



Der Mangel an Metallen hat jetzt zu ähnlichen Maß- 
nahmen geführt wie der Mangel an Wolle auf dem Ge- 
biete der Textilindustrie, nämlich zur Beschlagnahme der 
vorhandenen Metallvorräte durch die Heeresverwaltung. 
Materialien dürfen nur auf besonderen Antrag ausgeliefert 
werden, wenn sie nachweislich für Heereszwecke Ver- 
wendung finden. Selbst Kupferlegierungen wie Rotguß, 
Messing usw. unterliegen dieser Vorschrift, obgleich sie für 
den Heeresbedarf kaum in Betracht kommen und auch nicht 
einmal die Möglichkeit besteht, einen erheblichen Teil die- 
ser Bestände in Deutschland zu raffinieren. 3 ) Die Vertei- 
lung der Vorräte ist einer Zentralstelle, der Krieg s- 
metall-Aktiengesellschaft in Berlin, übertragen. 
Sie macht bekannt, daß sie Gesuche um Freigabe von Me- 
tallen zu Friedenszwecken, die an sie gerichtet werden, ge- 
gebenenfalls der Militärbehörde gegenüber befürworten 
will. Aussicht auf Freigabe besteht besonders in den Fäl- 
len, wo durch dieselbe die Weiterbeschäftigung von Arbei- 
tern innerhalb der nicht an den Kriegsarbeiten teilnehmen- 
den Industrie ermöglicht wird. 

Andere Betriebszweige, die mit der Metallwaren- 
branche nur noch lose zusammenhängen, haben nur die 
Wahl, sich auf Kriegslieferungen umzuorganisieren oder 
stillzustehen. So schreibt mir eine Fabrik photogra- 
phischer Bedarfsartikel aus Metall und Glas (Kinder- 
mann & Co. in Berlin): „Unser Betrieb ist für zirka 
50 Mann eingerichtet, mit allen notwendigen Maschinen 
versehen und zurzeit frei." Die Firma sucht jetzt für das 
Heer Metallartikel zu liefern und erwähnt unter diesen 
speziell Koppelschlösser. Alle derart durch den Krieg matt- 
gesetzten Betriebe suchen ganz antürlich ihre Zuflucht in 
der Heereslieferung. 

Aber selbst solche Fabriken, die man auf den ersten 
Blick in Bezug auf den Krieg für vollständig neutral und 
unbeteiligt halten sollte, haben ihren Betrieb in der Rich- 
tung der Kriegslieferungen ausgebaut. So liegt mir bei- 
spielsweise die Offerte einer Spezialfabrik für modernen 
Gewächshausbau vor (Böttger & Eschenhorn, Berlin- 
Lichterfelde), deren Fabrikationsprogramm sich auf Wein- 
treibhäuser, transportable Treibhäuser, Wintergärten, Ve- 
randaheizungen, Frühbeetfenster, Frühbeetkästen und Gar- 
tenmöbel erstreckt. Diese Firma fabriziert jetzt Werkzeug- 
kästen und -schränke, Skripturenkästen, Brotschieber, Feld- 
stühle, Feldtaschen, ferner Krankentische, Bettstellen, Trag- 
bahren usw. für Lazarette. Hier ist die organisatorische 
Aenderung, welche die neue Produktionsaufgabe erfordert, 
allerdings nicht besonders schwierig, denn die Herstellung 
von Intendantur- und Lazarettbedarf setzt in der Holz- 
bearbeitungsfabrik keine Neuanschaffung von Maschinen 
voraus. 

In der chemischen Industrie gestalten sich die Ver- 
hältnisse je nach der Fabrikationsspezialität gleichfalls ver- 
schieden. Fabriken, die Anilinfarbstoffe fabrizieren, liegen 
darnieder. Das gleiche gilt von den Säurefabriken. Die Her- 
stellung von Gelatine ist durch den Krieg auf etwa 1 / i bis 
Vs der normalen Erzeugung reduziert. Hingegen arbeiten 
eine Reihe Betriebe der chemisch-pharmazeutischen Indu- 
strie, die Präparate für Kriegszwecke und Arzneimittel her- 
stellen, mit gutem Gewinn. Das gleiche gilt für die Lack- 
fabriken, die durch die Nachfrage für Heer und Flotte sowie 
für Bautenherstellung Arbeit erhalten haben. Ueberall aber 
wird auch in der chemischen Industrie versucht, Anschluß 
an den großen Kriegswarenmarkt zu bekommen. Auch hier 
mögen einige Beispiele das Wesen der eingetretenen Ver- 
änderungen andeuten. Die Rütgerswerke Akt.-Ges., die 
hauptsächlich Holz für Eisenbahnschwellen usw. impräg- 
nieren, außerdem Teer- und Erdölprodukte herstellen, sind 



jetzt nach einer Mitteilung der Verwaltung in einigen Ab- 
teilungen für Heereszwecke und für die Marine aufs an- 
gespannteste in Anspruch genommen. Andere chemische 
Fabriken haben sich auf die Herstellung von Spezialartikeln 
geworfen. Eine chemische Fabrik in Hamburg liefert für 
Isolierung, Warmhaltung von Lazarett- und Gefangenen- 
baracken einen „Isolieranstrich, der abdichtet, steinhart 
wird, gut klebefähig ist und daher mit Jute, Mull, Flanell 
usw. ein gutes Isoliermaterial darstellt". Wieder andere 
chemische Fabriken machen Kaffee- und Bouillonwürfel. 
Eine von ihnen kann laut Inserat monatlich je 500 000 Stück 
liefern. Fabriken, die sonst ätherische Oele, Essenzen und 
Farbstoffe herstellen, wie z. B. Klotz, Wunderlich & Co. 
in Leipzig-Lindenau, haben gleichfalls ihrer Fabrikation eine 
der Armeeversorgung entsprechende Richtung gegeben. Sie 
liefern die für die Herstellung von Spirituosen wichtigen 
Grundbestandteile. Die genannte Firma schreibt: „Soviel 
uns bekannt, befassen sich verschiedene Proviantämter oder 
andere für die Verpflegung des Feldheeres in Frage kom- 
mende Militärbehörden mit der Selbstanfertigung von Spiri- 
tuosen, namentlich Bitterlikören und ähnlichen Sachen, 
Kunstrum und Kunstarrak. Teils wird dies aber auch von 
Marketendern oder ähnlichen Personen besorgt, besonders 
von solchen, die irgendwo in der Nähe der fechtenden 
Truppen eine Niederlage haben und von dort aus ihre Vor- 
räte ergänzen können. Zur Herstellung jener Spirituosen 
liefern wir geeignete Essenzen und sonstige Artikel, mit 
deren Hilfe die Anfertigung der Fabrikate schnell und ein- 
fach bewirkt werden kann." 

Analog den Organbildungen in der Textil- und Metall- 
industrie ist auch auf dem Gebiete der chemischen Industrie 
eine Kriegschemikalien-Aktiengesellschaft 
entstanden, deren Aufgabe es ist, „die Wirtschaft in Chemi- 
kalien, die für die Landesverteidigung erfordert werden, zu 
regeln". Das Aktienkapital der Gesellschaft in Höhe von 
6 Millionen ist mit 25 Prozent eingezahlt. Wie die Kriegs- 
metall- und Kriegswoll-Aktiengesellschaft ist auch sie keine 
Erwerbsgesellschaft. 

Eine Industrie, die sich zum Teil ebenfalls umorgani- 
siert hat, um an Heereslieferungen teilnehmen zu können, 
ist die Spielwarenindustrie Thüringens. Von ihren 
beiden großen Exportgebieten, England und den Vereinig- 
ten Staaten, ist das eine vollständig für Spielzeug ver- 
schlossen. In diese Bresche treten nun die Kriegslieferun- 
gen. Die Thüringer Spielwarenindustrie (Sonneberg) hat 
gegenwärtig tausende von Brotbeuteln, Rucksäcken, Helm- 
bezügen und Geschoßkörben von der Heeresverwaltung in 
Auftrag erhalten. Die Metallspielwarenindustrie (Nürnberg) 
stellt in umfangreichem Maße jetzt Militärausrüstungs- 
gegenstände für Kinder her. Der militärische Zug, der in 
Deutschland durch die Jugend geht und die soldatischen 
Ausrüstungen vieler Jugendorganisationen anstrebt, gibt 
der Spielwarenindustrie eine neue Produktionschance. 

Mit diesen Ausführungen ist das Thema keineswegs 
erschöpft. Es ließen sich noch manche Beispiele anführen. 
So hat, wie das Reichsarbeitsblatt 4 ) mitteilt, die Korsett- 
industrie Aufträge von den Militärbehörden hereingenom- 
men. Die mechanische Buntweberei vorm. Kolb & Schule 
Akt.-Ges. in Kirchheim-Teck, deren Spezialproduktion in 
Bettdrill und Bettbarchent durch den Krieg vollständig 
lahmgelegt worden ist, teilt in ihrem Geschäftsbericht mit, 
daß sie sich auf Stoffe eingerichtet habe, die für den Heeres- 
bedarf in Frage kommen. Viele Schirmfabriken sind dazu 
übergegangen, an Stelle von Schirmen seidene Militär- 
westen zu machen usw. 

So ist fast die ganze Industrie aufgebaut auf Kriegs-, 
lieferungen. Aus diesen Lieferungen zieht sie Geld und Ge- 
winn. Diesem Streben tritt jedoch bei einer Reihe von Indu-, 



s ) Elektrotechnische Zeitschrift vom 22. Oktober 1914, 
S. 1036. 



*) Oktober 1914, S. 814. 



60 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 15/16 



striezweigen drohender Rohstoffmangel in den Weg, den 
man durch organisatorische Verteilungsmaßnahmen mög- 
lichst lange hinauszuschieben sucht. Industrien, denen es 
nicht gelungen ist, sich umzuorganisieren und an den 
Kriegslieferungsmarkt Anschluß zu finden, liegen still und 
feiern. Der große, diese Maschinerie speisende Auftrag- 
geber aber ist der Staat. Die Milliarden, die ihm durch 
die Anleihen zur Verfügung stehen, fließen jetzt in großen 



:: :: :: :: VOLKSWIRTSCHAFT :: :: :: :: :: 



Einiges zur Ernährungsfrage 

Bekanntlich hat in Berlin ein Kursus für Volksernälirung, 
veranstaltet vom Preußischen Ministerium des Innern, abgehalten 
im Abgeordnetenhaus, startgefunden. Die Teilnahme war eine 
überaus starke. Mehrere hundert Anmeldungen konnten nicht 
berücksichtigt werden. Von Verbandsseite hat der Verbands- 
direktor an dem Kursus teilgenommen. Begrüßenswerterweise 
sind die Vorträge jetzt im Druck erschienen unter dem Titel: 
„Volksernährung im Kriege,*) Vorträge gehalten in 
dem vom Kgl. Preuß. Ministerium des Innern veranstalteten Lehr- 
kursus für Redner". Das stattliche Bändchen enthält eine Menge 
aktuelles Tagesmaterial zur Ernährungsfrage. Einiges aus dem 
Inhaltsverzeichnis: Die wirtschaftliche Kriegslage; Was wir haben 
und was uns fehlt; Wie decken wir das Defizit; Kriegsbrot; Zeit- 
gemäße Lebenshaltung; Die Kriegsküche. Statistische Tabellen 
dienen zur Erläuterung. Den Mitgliedern wird die An- 
schaffung des Büchleins empfohlen. Die Frauen unserer Ver- 
bandsmitglieder werden mit besonderem Interesse nach dem Buch 
greifen. Den Zweigverwaltungen wird die Anschaffung 
für die Vereinsbibliothek empfohlen. Wir erwarten, daß alle Ver- 
waltungen bei uns Bestellungen aufgeben. 

Inzwischen ist die K a r t o f f e 1 f r a g e in ein neues Stadium 
getreten. An die Landräte ist Aufforderung zur Beschlagnahme 
von Kartoffeln, falls es nötig sein sollte, ergangen. Die Preis- 
bedingungen, die festgelegt sind, müssen aber mehr als be- 
fremden. Es soll allmählich in bestimmten Perioden ein Preis- 
zuschlag erfolgen bis zum Höchstpreise von 8,50 M. Dazu kommt 
der Gewinn des Kommissionärs, des Groß- und Kleinhandels. 
Dabei wird erwogen, den Konsumenten bis zu einem gewissen 
Einkommen die Kartoffeln zu niedrigerem Preise zu überlassen 
und die Restsumme auf die Reichskasse zu übernehmen. 

Die Konsumenten werden über eine solche Preispolitik den 
Kopf schütteln. Jedermann gönnt den Landwirten eine Entschädi- 
gung für die Verluste, wie sie durch Verfaulen der Kartoffel 
usw. eintreten. Dazu aber sind solche Preise, wie sie vorgesehen 
sind, nicht nötig. Man hat kein Verständnis dafür, daß die Re- 
gierung für eine allgemeine Beschlagnahme der Kar- 
toffeln nicht zu haben, zumal sie sich jetzt zu Teilbeschlag- 
nahmen entschlossen hat. Daß die technischen Schwierigkeiten 
nicht unüberwindlich sind, ist an dieser Stelle schon dargelegt 
worden. Wenn wir pro Kopf und Monat für die nichtlandwirt- 
schaftliche Bevölkerung 12,5 kg Kartoffelverbrauch zugrunde 
legen, so würde die Beschlagnahme von 2 Millionen Tonnen Kar- 
toffeln genügen. Bei den heute noch vorhandenen Beständen 
wäre das möglich. Geschieht die Beschlagnahme in dem an- 
gegebenen Umfange nicht, so ist keine Garantie für das Aus- 
kommen mit Kartoffeln gegeben, denn bei dem Mangel an aus- 
ländischen Futtermitteln bilden die Kartoffeln das Hauptnahrungs- 
mittel für unseren Viehbestand. Unser heutiger Viehbestand ver- 
braucht in •eünem halben Monat mehr Kartoffeln als unsere 
Gesamtbevölkerung in einem Monat. Es ist eben unmöglich, den 
ganzen Viehbestand durchzuhalten, besonders nicht unseren 
Schweinebestand, der heute noch 18 Millionen beträgt. Wir haben 
heute doppelt so viel Schweine als Rußland, dreimal so viel als 
Frankreich und sechsmal so viel als England. Es rächt sich eben 
jetzt, daß die drei sich gegenseitig ergänzenden Maßnahmen : Be- 
schlagnahme des Getreides und der Kartoffeln und Höchstpreise 
für Fleisch nicht früher und gleichzeitig durchgeführt wurden. 

Dr. H. 



Die Volksernährung im Kriege, j 

Vorträge 

gehalten in dem vom Königl. Preuß. Ministerium des Innern | 

veranstalteten Lehrkursus für Redner. \ 

Zu beziehen zum Preise von 1,40 Mk. (portofrei) von | 

der Buchhandlung des Deutschen Techniker- Verbandes, f 

Berlin SW 48, Wilhelmstraße 130. f 



Massenaufträgen zurück in die Industrie. Eine ungeheure 
Masse von Personen drängt sich um diesen Markt, um auch 
etwas von diesen Bestellungen zu erhaschen. Aber die 
guten Geschäfte machen die großen Werke, die zum Teil 
schon seit langem mit der Militärverwaltung in Verbindung 
stehen. Kein Zweifel, daß die Steuerkraft aller dieser Unter- 
nehmungen nicht nur nicht leidet, sondern durch den 
Krieg wächst. 

■ ■ 



•» ♦* SO^^ Ii^,LPO L. .ITI \^ ** t* 



Tarifverträge 

Ueber den Stand der Tarifverträge veröffentlicht das Reichs- 
arbeitsblatt Nr. 3 von diesem Jahre einige Zahlen. Danach gab 
es Ende 1907 5324 Tarifverträge, die 974 000 Personen erfaßten. 
Ende 1913 waren es 13 446 Tarifverträge mit über 2 Millionen 
Personen. Am stärksten ist das polygraphische Gewerbe tarif- 
lich gebunden. Die Zahl der von Tarifverträgen erfaßten Arbeiter 
beträgt mehr als 2 / 3 der überhaupt in dem Gewerbe beschäf- 
tigten männlichen Arbeiter. Dann folgt das Bekleidungsgewerbe, 
in dem ungefähr die Hälfte der beschäftigten männlichen Ar- 
beiter tariflich gebunden ist. Etwa Vs beträgt diese Zahl auch 
in der Holz- und Papierindustrie, und im Baugewerbe. Dann folgt 
die Lederindustrie mit 26°o, das Verkehrsgewerbe mit 20°,o und 
die Nahrungs- und Genußmittel-Industrie mit 19°o. In den Ge- 
werbegruppen Metallverarbeitung, Maschinen usw. sind 13°/o 
aller männlichen Arbeiter von Tarifen erlaßt. In der Textilindu- 
strie sind es 4°o, in der Chemischen Industrie 5<yo. Der Bergbau 
weist überhaupt keine Tarife auf. 

11 Tarifgemeinschaften, die 9317 Betriebe und 77 000 Per- 
sonen umfassen, hatten Geltung für das ganze Reich. Die Tarif- 
statistik beweist, daß die Tarifverträge im Betriebe jeder Größe, 
also in Klein-, Mittel- und Großbetriebe eingedrungen sind. Im 
Gesamt-Durchschnitt aller Tarifgemeinschaften entfielen auf einen 
Betrieb 9,8 tariflich gebundene Personen. Zum ersten Male ist 
festgestellt, in wieweit die Tarife auf Grund friedlicher Ver- 
handlungen oder nach vorausgegangenem Kampfe abgeschlossen 
wurden. In den weit überwiegenden Fällen und zwar bei 79,9% 
aller Tarifgemeinschaften und 79,5«o aller tariflich erfaßten Per- 
sonen war der Abschluß ein völlig friedlicher. Nur bei 18°.'o der 
Tarifgemeinschaften mit 16,6°o der beschäftigten Personen er- 
folgte der Tarifabschluß nach Streiks oder Aussperrungen. Als 
Vertragschließende bei den Tarifverträgen erscheinen auf der 
Arbeiterseite fast ausschließlich Verbände, auf Arbeitgeberseite 
ist der größte Teil der Tarife von Firmen abgeschlossen worden. 
Hinsichtlich der Dauer, für die Tarifverträge abgeschlossen 
werden, scheint die Entwicklung nach einer etwas längeren Ver- 
tragsdauer hinzugehen. 

Die tägliche Arbeitszeit einschließlich der Pausen beträgt in 
der Regel zwischen 9 und 10 Stunden. Für 61,8°,'o aller tariflich 
gebundenen Arbeiter beträgt die tägliche Arbeitszeit im Sommer 
bis zu 97s Stunden. Die wöchentliche Arbeitszeit betrug im 
Sommer regelmäßig 54 bis 60 Stunden. Was den Arbeitslohn an- 
geht, so umfaßten die Tarifgemeinschaften mit einem Mindest- 
stundenlohn für gelernte, erwachsene männliche Arbeiter von 
mehr als 0,45 M die überwiegende Mehrheit der Arbeiter. Wäh- 
rend 1912 72o/o der beschäftigten Personen zu Tarifgemeinschaf- 
ten gehörten, die einen Stundenlohn von über 45 Pf. festgesetzt 
hatten, beträgt dieser Prozentsatz 1913 78,4o/ 0 . Dr. H. 



STAND ES BEWEGUNG 



Aus dem D. T.-V. 

Von der „National Association of German-American Tech- 
nologists" erhielten wir eine vom 8. Februar 1915 datierte Zu- 
schrift, in der es u. a. heißt: 

„Die Deutsche Techniker-Zeitung ist uns ein lieber Bote 
aus der alten Heimat, deren Eintreffen wir stets mit größter 
Freude entgegensehen. Als deutsche Techniker hegen wir alle 
nur einen Wunsch in bezug auf das gegenwärtige Völker- 
schlachten, daß es den deutschen Heeren durch ihre Opfer- 
willigkeit, ihre Liebe und Treue dem Vaterlande gegenüber 
vergönnt sein möge, den übermütigen „Johnny Bull" dermaßen 
an die Kehle zu packen, daß ihm der Hochmut und die Schein- 
heiligkeit auf immer vergehen wird. So viele Opfer bereits 
gebracht wurden, so werden doch noch unendlich viele folgen 
müssen. Um Not und Leiden zu lindern, stehen wir an der 
Spitze derjenigen, die stets bereit sein werden, ihr Scherflein 
beizutragen." 



Heft 15/16 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



61 



Wir freuen uns dieser herzlichen Worte unserer Kollegen 
jenseits des Ozeans. Leider wird dieser Briefwechsel wohl der 
letzte gewesen sein, da jetzt auch selbst die deutsche Post als 
Konterbande von unseren Feinden erklärt worden ist. 

Auch aus dem fernen Asien sind jetzt die ersten Nachrichten 
von unseren Kollegen eingetroffen, die an dem heldenmütigen 
Kampfe um Tsingtau teilgenommen haben. 

Koll. Heinrich Saxen, Mitgl. 50 627, der bei der 
Garnisonbauverwaltung in Tsingtau beschäftigt war, teilt uns 
mit, daß er sich in japanischer Gefangenschaft (Matsuyama) be- 
finde. Ferner erreichte uns die schmerzliche Kunde, daß Koll. 
Max Schneider, Mitgl. 65 365, bei der Verteidigung von 
Tsingtau den Heldentod gefunden hat. 

Wir bitten alle Kollegen, die weitere Nachrichten über 
unsere Verbandsmitglieder, die in Tsingtau und China zu Be- 
ginn des Krieges weilten, haben, sie uns umgehend mitzuteilen. 

Von unseren Kollegen, die draußen im Felde stehen, er- 
halten wir täglich die herzlichsten Briefe, die zeigen, wie gern 
sie sich auch in dieser schweren Zeit des Verbandes erinnern. 
So schreibt uns Kollege H. Schulz, zurz. Telegraphist, Fern- 
sprechabt. 20, XX. A. K.: 

„Mit großer Freude bestätige ich hiermit den regelmäßigen 
Empfang der Verbandszeitung. Wie freut man sich, hier in 
Russisch-Polen Nachrichten vom Verband zu erhalten, aus denen 
man mit großer Genugtuung das segensreiche, unermüdliche 
Schaffen des D. T.-V. verfolgen kann. Durch die Ehrentafel 
hört man so vieles von Schul- und bekannten Kollegen. In der 
ernsten Zeit sind dem Verbände sehr viel neue Pflichten auf- 
erlegt. Daher übersende ich beiliegend 10 M ä Conto meines 
Verbandsbeitrages für 1915 und bitte, mich vom 1. 1. 15 ab 
als aktives Mitglied wieder aufzunehmen, trotzdem ich noch 
von Oktober 1912 aktiver Soldat bin und kein Gehalt außer 
meiner lOtägigen Kriegslöhnung von 5,30 M erhalte." 

Kollege Poleß (70 093) schrieb uns: 

„Ich bin darüber aufrichtig erfreut, daß Sie es mir trotz 
des Krieges und trotz meines Aufenthalts in Feindesland mög- 
lich machen, mit dem Verbände jn Fühlung zu bleiben und daß 
Sie den Angehörigen der Kollegen in so reichem Maße Unter- 
stützung gewähren. Wenn es mir nach dem Kriege vergönnt 
sein sollte, wieder in die Heimat zurückzukehren, so soll es 
mein Bestreben sein, mich durch pünktliche Beitragszahlung und 
Werbung neuer Mitglieder dankbar zu zeigen." 

Ebenfalls vom östlichen Kriegsschauplatz schrieb Kollege 
Henneberg (64 864) u. a.: 

„Ich freue mich sehr über diese gute Arbeitsleistung des 
D. T.-V. während der Kriegszeit. So wünsche ich auch fernerhin 
die Einigkeit und Zusammenwirkung des Verbandes, damit nach 
Friedensschluß wieder ein frischer Geist unsere Körperschaft 
durchzieht." 

Aus Nordfrankreich ging uns von dem Kollegen Th.K ö s t e r 
folgende Zuschrift zu: 



„Hocherfreut kann ich hiermit den richtigen Empfang der 
Verbandszeitung von Nr. 1 — 7/8 melden. Für die Uebersendung 
vielen Dank. Behalte ich doch so die Fühlung mit dem lieb- 
gewordenen Verbände und ich erfahre, wie fürsorgend sich 
der Verband der Familien der im Felde stehenden Kollegen 
annimmt. Mögen sich nach einem ehrenvollen Frieden die 
Früchte dieser Taten in reichlichem Maße zeigen Und der 
Verband neugestärkt seine Friedensarbeit fortsetzen." 

Es ist hoch erfreulich, aus diesen Zuschriften zu sehen, 
wie das Wirken des Verbandes von denen anerkannt wird, 
die draußen vor dem Feinde stehen. Aber gerade diese Zu- 
schriften sollten uns zeigen, daß von denen, die noch nicht 
einberufen sind, noch viel mehr als bisher für den Verband 
getan werden muß. Mehr als 10 500 Kollegen sind jetzt ein- 
gezogen. Da müssen die Zurückgebliebenen das Doppelte an 
Arbeit leisten, um den Verband in aller Stärke und Kraft über 
die Kriegszeit hinwegzubringen. Besonders der Kriegshilfe tut 
dringend die Unterstützung jedes Kollegen not; es hat sich leider 
hier in der letzten Zfeit ein Nachlassen der Spenden gezeigt, 
während die Ansprüche infolge der vielen neuen Einberufungen 
immer größer werden. Wie dankbar aber jede Gabe aus der 
Kriegshilfe entgegengenommen wird, zeigen die vielen Dank- 
briefe. Schreibt uns doch z. B. ein Kollege aus dem Schützen- 
graben: 

„Zu meiner großen Freude erhalte ich heute von meiner 
lieben Frau die beruhigende Mitteilung, daß der D. T.-V. ihr 
17,50 M zur Linderung der Härten des Krieges, die nicht aus- 
bleiben, wenn das Familienoberhaupt nun über 6 Monate stets 
im Felde ist, bewilligt hat. Ich danke von ganzem Herzen 
dafür und bin glücklich, zu wissen, daß der D. T.-V. in der, 
Weise eingreifen kann und bin nun stolz darauf, früher so oft 
und gern in den Vorstandssitzungen der .... mitgearbeitet zu 
haben." 

Also nicht erlahmen! Sage niemand, daß er schon genug 
gegeben hätte und daß nun andere an der Reihe wären. Gewiß, 
die andern sind an der Reihe, sie dürfen nicht mehr bei dem 
großen Werke, die Not und Leiden der Angehörigen unserer 
Kriegsteilnehmer zu lindern, abseits stehen. Aber zurücktreten 
aus der Front darf auch niemand. Es heißt in diesem Kriege 
eben: Durchhalten bis zum Ende! 

Nachstehend noch einige Personalien : Zu Feldwebeln wur- 
den befördert: Heinrich Kappes, Ludwigshafen a. Rh., 
Mitgl. 60197, Heinrich König, Hermsdorf (Zw.-Verw. 
Reinickendorf), Mitgl. 78 040. Zum Offizier-Stellvertr.: Karl 
Meyer er, Ludwigshafen a. Rh., Mitgl. 60 622, zum Feld- 
webelleutnant: Herm. Trum, Ludwigshafen a. Rh., Mitgl. 
27 681, zum Unteroffizier: J o h. Lenzen, 2. Vors. der Zweig- 
verw. Duisburg-Meiderich, Mitgl. 53 247. 

Als vermißt wurden weiterhin gemeldet: Ed. Welmert, 
Schierstein, Mitgl. 65 088, Wilh. Schnell, Dotzheim, Mitgl. 74 407. 




EHREN- mm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Rud. Bodmann, Bergedorf, Mitgl. 75 547. 

Walter Groos, Danzig, Mitgl. 63 798. 

Arthur Hartmann, Berlin, Mitgl. 51 576, unter Beförderung 

zum Oberjäger. 
Paul Hofer, Danzig, Mitgl. 51 165. 

Heinr. Holert, Geesthacht, Mitgl. 73 910, (Zweigverw. 
Bergedorf). 

Alfr. Möller, Potsdam, Mitgl. 28 420, unter Beförderung zum 
Leutnant. 

Paul Möller, Bergedorf, Mitgl. 74 942. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Adolf Aßrath, Elberfeld, Mitgl. 77 789, seit 1. 7. 14, im Ge- 
fecht bei Parroy am 4. März. 

Georg Born, Dresden, Mitgl. 49 877, seit 1. 10. 08, am 20. 
2. 15 bei Mlawa. 

Ernst Heinze, Erfurt, Mitgl. 59 240, seit 1. 10. 10. 

Paul Hemmerling, Braunschweig, Mitgl. 30 631, seit 1.10. 04. 

Ernst Kirchner, Erfurt, Mitgl. 48 947, seit 1. 7. 08. 

Franz Korth, Dt.-Krone, Hosp.-Mitgl. 07 090, im Dez. 1914. 



Erwin Krön, Metz-Sablon, Mitgl. 79 315, seit 1. 1. 15; in 
Ausübung seines Dienstes als Fortifikationstechniker in- 
folge einer Granatsplitterverletzung. 

Friedrich Mieß, Berlin, Mitgl. 78 084, seit 1. 6. 14; österr. 
Leutnant des 24. Landsturm-Etappen-Bataillons, am 31. 1. 
1915 in den Karpathen an der Spitze seiner Kompagnie. 

Lothar Möller, Hamburg, Mitgl. 73 829, seit 1. 10. 13, an 
den Folgen seiner am 29. März erlittenen schweren Ver- 
wundung. 

Conrad Neumann, Danzig-Langfuhr, Mitgl. 72 770, seit 1. 8. 

1913, auf dem östlichen Kriegsschauplatz. 
Wilh. Rheinheimer, Berlin, Mitgl. 61 206, seit 1. 4. 11. 
Rudolf Sterly, Essen, Mitgl. 75 944, seit 1. 4. 14; am 27. 2. 15 

in Rußland. 

Es wurden verwundet: 
Hans Härder, Neumünster, Mitgl. 78 789. 



Berichtigung: 

Otto Meyke, Straßburg i. Eis., Mitgl. 47 790, ist nicht ge- 
fallen, sondern, wie wir nachträglich erfuhren, schwer 
verwundet und in französischer Gefangenschaft. 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 15 16 



Kriegshilfe (17. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: P. Cosmus, F. Heinze, 
P. Reifland 32,50. 

Beamte und Angestellte: Dr. Höfle, Hoffmann, A. Lenz, 
Lustig, H. Mourgues, Frl. Thiele 121,85. 

Zweigverwaltungen : Bad-Oeynhausen: Kirmse 4,00. 
Braunschweig: Stepf 2,00, Gralle 100,00, Ruhnke 2,00, 

H. Schulze 3,00, Berking 20,00 (= 127,00). Burg i. D.: Nie- 
bank 10,00, Buhk 1,00, Heitmüller 2,00, Gorath 3,00, Behrens 
3 00 Paaske 3,00, Goldschmidt 1,00, Thormann 2,00, Nordmann 

I, 00, Timm 1,00 (= 27,00). Darmstadt: H. S. V. 26. 10,00, 
H Thümmel 5,00, G. Stumpf 5,00, K. Heldmann 10,00, O. Schif- 
fel 15,00, W. Witt 5,00, B. Jakisch 1,00, Wallhäuser 3,00, 
Kiefer 5,00, A. Ritter 3,00, Porto 0,15 (= 62,15). Delmen- 
horst: 25,00. Dresden: 200,00. Gießen: Grünig 6,00, 
Schmidt, Kl.-Linden 0,00 (== 12,00). Lichterfelde: Mate- 
rial-Prüfungsamt 8,00, Bergmann 3,00, Bahner 3,00 (= 14,00). 
Regensburg: 20,00. Siegen: Jos. Meyer 5,00. Span- 
dau: Höhn 5,00, Mahlke 3,00, Brandes 2,00, Micksch 2,00, 
Kaczmarzyck 3,00, Schrentzel 2,00, Fritz Schultze 2,00, Wi- 
szinsky 3,00, Buchholz 2,00, Schatte 2,00, Stiel 2,00, Jarocki 1,00, 
H Hoff mann 1,00, Emmrich 1,00, Fritz Schulze 1,00, Hanne- 
mann 1,00, Albert Schulze 1,00, Haak 1,00, Himstedt 1,00, 
Schmidtner 1,00, Erich Müller 1,00, Nikolaus 1,00, Messer- 
schmidt 1,00 (= 40,00). Weißensee: Wilhelm Eich 5,00, 



Karl Tecbel 4,00, Georg Richter 3,00, Max Rotzoll 3,00 (= 15,00). 
Wernigerode: 10,00. Westprignitz: Joh. Behrends 
3,00, Wilh. Schack 5,00, M. Werkmeister 5,00 (= 13,00). Kran- 
kcn\ er? icherungsverein Württemberg: 18,00. 

Mitglieder: F. Adler 10,00, H. Graf 2,00, E. Heyser 
5,00, Hinze 6,00, H. Keuneke 2,00, P. Körner 4,50, J. Kräcker 
20,00, W. Pümpel 2,00, W. Schmitz (zurück) 17,50, Spende des 
Vaters des verst. Mitgl. 69 641 M. Christopf 60,00, Spende der 
Erben des verst. Kollegen W. Münchmeyer 68,00 (= 197,00). 
(943,50.) 

Zusammen 943,50 M. 

Dazu Endbetrag der 16. Quittung 99 739,95 M. 

100 683,45 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 4716,60 M. 

Dazu Endbetrag der 16. Ausgabe-Quittung 67 9 90,94 M. 

72707,54 M. 

Die in Heft 13/14 für die Z.-V. Werdau veröffentlichten 
17,00 M wurden von folgenden Kollegen gespendet: A. Vogel 
1,00, R.Wild 1,00, W. Eisenhut 2,00, K.Eckhardt 1,00, M.Schu- 
bert 2,00. P. Hentschel 3,00, Fr. Drechsel 2,00, A. Stephan 2,00, 
M. Bohn 1,00, W.Schubert 2,00 (= 17,00). 



HHHH VERBAND SNACHRICHTEN HHHH 

r — 

Bekanntmachung 
Das Heft 13/14 der Deutschen Techniker-Zeitung konnte wegen 
der Feiertage und infolge Personalmangels vom Postamt Gießen erst 
acht Tage später abgefertigt werden. 

Bekanntmachung 

Aus unserem Mitgliederkreise erhalten wir fortdauernd An- 
fragen, ob die Kurse für die Ausbildung von Leh- 
rern an gewerblichen Fortbildungsschulen ab- 
gehalten werden. Wir haben darüber Erkundigungen beim Lan- 
desgewerbeamt eingezogen und bezüglich des Seminarkursus in 
Charlottenburg schon immer die Auskunft erteilt, daß zunächst 
der bei Ausbruch des Krieges unterbrochene Kursus nach Wie- 
dereintreten normaler Zeiten fortgesetzt und erst nach Be- 
endigung desselben ein neuer Kursus eröffnet werden wird. Eine 
Verfügung des Ministers für Handel und Gewerbe vom 4. März 
1915 besagt nun, daß, solange der Krieg dauert, Kurse zur Aus- 
bildung von Lehrern an gewerblichen und kaufmännischen Fort- 
bildungsschulen nicht abgehalten werden. Daraus ist ersicht- 
lich, daß zurzeit nicht nur der große Seminarkursus in Char- 
lottenburg, sondern auch die danebenher gehenden 4 bis 
6 wöchentlichen Zeichen- und pädagogischen Kurse während der 
Kriegszeit vollständig ausfallen. Es dürfte ohne weiteres damit 
auch die Frage beantwortet sein, wie es mit den Kursen in den 
übrigen Bundesstaaten steht. Die Gründe, die für die Schließung 
der preußischen Kurse maßgebend sind, gelten naturgemäß auch 
für die anderen, so daß also das gesamte Ausbildungswesen für 
die Lehrer an gewerblichen Fortbildungsschulen zurzeit ruht. 

Wir bitten unsere Mitglieder, hiervon Kenntnis zu nehmen. 

Die Geschäftstelle Leipzig des D. T.-V. 
befindet sich jetzt Tauchaerstrasse 911. 

Augsburg. Adr.: Geschäftszimmer Wintergasse 9. Kass. : J. 
Wolf, Prinzregentenstr. 9. 

Beilin-Friedenau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs. : Ernst Wiebe, Arch., 
Feuerbachptr. 181. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. 
Vers.-Lokal Rest. „Hohenzollernsäle". Vers, jeden 1. Dienstag 
im Monat. In der April-Sitzung berichtete Kollege Küster 
über die von der Arbeitsgemeinschaft einberufene Vers, im Nord. 
Hof u. Kollege Wiebe über den I. Kriegsfamilienabend u. über 
jdie Osterpakete an unsere Feldgrauen. Es wird beschlossen, zu- 
nächst an unsere Mitgl. (ausgenommen die im Felde stehenden) 
ein längeres Rundschreiben zu richten, in welchem um regelmäßige 
Beiträge für die Kriegshilfe gebeten wird, ev. soll diese Bitte 
später durch persönliches Aufsuchen der Mitglieder unterstützt 
werden. — II. Kriegsfamilienabend Sonnabend, 17. April, 
im „Rheineck". — Erweiterte Vorstandssitzung Donners- 
tag, 22. April, im Vereinslokal, auch die Gruppenführer werden 
dringend gebeten, zu erscheinen. — Nächste Versammlung 
Dienstag, 4. Mai. Tagesordnung: Verlesen der Protokolle, Ein- 
gänge, Diskussion über Vortrag Dr. Höfle. Bericht über Erfiolg 



der Kriegshilfe, Verschiedenes. — III. Kriegsfamilienabend Sonn- 
abend, 15. Mai, im ,, Rheineck". Besondere Einladungen zu den 
Versammlungen usw. ergehen nicht. 

Berlin-Steglitz. Adr.: Arch. Franz Fügner, Flensburger 
Straße 711. In Kassenangelegenheiten: Arch. Feodor Schumann, 
Mommsenstraße 45 II. — Die Sitzungen der Zweigverwaltung 
finden regelmäßig jeden ersten Donnerstag im Monat im „Stadt- 
park-Restaurant", Albrechtstraße 47, statt. Besondere Einladun- 

fen ergehen nur zu außerordentlichen Sitzungen. Die nächste 
itzung findet Donnerstag, den 6. Mai 1915, abends 8V2 Uhr 
statt. Mit Rücksicht auf die großen Anforderungen, die jetzt an 
unseren Verband gestellt werden, ist es notwendig, daß alle 
Mitglieder auch unserer Zweigverwaltung die Beiträge pünkt- 
lich zahlen, sich an den Sammlungen für die Kriegshilfe gegen 
Entnahme von Marken und an den Sitzungen regelmäßig be- 
teiligen. 

Corbach (Waldeck). Adr. : Heinrich Bauch. 

Danzig. Vrs.: G. Möller, Danzig-Langfuhr, Hildebrandt- 
weg 301. Kassierer: A. Blaschke, Danzig, Weidengasse 54. — 
Alle Beiträge sind, wenn sie nicht in den Versammlungen be- 
zahlt werden, an die Adresse des Kassierers, und zwar mög- 
lichst für das laufende Vierteljahr im voraus, einzusenden. 

Magdeburg. Adr. u. Vrs.: E. Papenroth, Olvenstedter Str. 35. 
— Die Versammlungen finden jeden zweiten Mittwoch im 
Monat im Restaurant zur Reichshalle, Kaiserstraße 18, abends 
8V2 Uh r statt. Die Mitglieder werden dringend gebeten, die 
Versammlungen zu besuchen, um auch in der Kriegszeit auf 
dem Laufenden für alle Verbandsangelegenheiten zu sein. Um 
unsere Kriegshilfe zu stärken, haben wir Quittungsmarken fer- 
tigen lassen und unseren Vertrauensmännern zugestellt; wir 
bitten von dieser Einrichtung regen Gebrauch zum Segen der 
Unterstützungsbedürftigen zu machen und weiter erforderliche 
Marken von dem Vorsitzenden abzufordern. 

Neustrelitz. Adr.: P. Gierow, Töpferstraße 5. 

Regensburg. Vorstand: A. Bauer, Fürstl. Amtsbaumeister, 
Gesandtenstr. 4/1. Kassierer nunmehr: Leop. Zimmermann, Mili- 
tär-Bauführer, Zollerstr. 9, nachdem der bisherige Kassierer Jak. 
Brandl zum Militär einberufen wurde. — Adressenänderungen 
Einberufungen und Feldadressen wollen jeweilig sofort an den 
Vorstand mitgeteilt werden. — Die Versammlungen finden auch 
ferner wie bisher alle 14 Tage (nächste Abende Dienstag, den 
20. April, usw.) im KlosterkeTler der Jesuitenbrauerei statt. Alle 
nicht zur Fahne einberufenen Kollegen werden gebeten, den Ver- 
einsabenden voll beizuwohnen und insbesondere die Beiträge 
pünktlich einzuzahlen. Auch bitten wir die Kollegen, freiwillige 
Spenden zur Unterstützung der hilfsbedürftigen Familien der im 
Felde stehenden Kollegen nach Möglichkeit zu geben. Jeder Be- 
trag wird dankbar entgegengenommen. 

Schwerin i. Mecklenburg. 1. Vrs.: Direktor Bühring, Inge- 
nieur. 1. Kassierer: Architekt Hollender. 1. Schriftführer: Ver- 
messungstechniker Lahtz. Versammlung: Jeden ersten Sonn- 
abend nach dem Monatsersten. Versammlungslokal: Sterns 
Hotel. Brief adresse: Direktor Hans Bühring, Ingenieur, Wer- 
de rtor. 

Thorn. Vrs.: Julius Erling, Talstraße 40. Br.-Adr.: Schrift- 
führer u. Kassierer: Erich Goeben, Mellienstr. 54. In der Monats- 
versammlung vom 7. April im Gasthaus Kulmbacher (Fisch) 



Heft 15/16 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



63 



wurde beschlossen, am Vereinslokal ein Schild anzubringen, um 
auswärtige Kollegen, die jetzt während der Kriegszeit sich hier 
bei einer Truppe befinden oder sonst vorübergehend anwesend 
sind, aufmerksam zu machen und der Versammlung zuzufüh- 
ren. Vorgeschlagen wurde für den Entwurf eines Schildes ein 
freier Wettbewerb (unentgeltlich), woran sich jedes M.tglied be- 
teiligen kann. Ueber Art des Materials und Größe ist freie Wahl 
gelassen. Der Entwurf des Schildes muß bis zum 5. Mai d. J. zur 
Versammlung eingereicht sein. Für die Kriegshilfe des D. T.-V. 
wurde bis heute die Summe von rd. 1050 M gesammelt. Es wurde 
beschlossen, für die Kollegen im Felde Liebesgaben, die dann 
ins Feld gesandt werden, zu stiften, als Dank von den zurück- 
gebliebenen Kollegen für ihre mutige und aufopferungsfreudige 
Pflichterfüllung dem Vaterlande wie dem Verbände gegenüber. 
Die Kollegen im Felde erhalten die D. T.-Z. zugeschickt. Von den 
37 Mitgliedern der Zweigverwaltung Thorn sind jetzt 13 im 
Felde. — Die nächste Versammlung findet am 5. Mai in demsel- 
ben Lokale, abends 8 Uhr, statt, wozu die auswärtigen Herren 
Kollegen herzlichst eingeladen sind. Auf der Tagesordnung 
stehen: Berichterstattung, Ergebnis des Wettbewerbes für ein 
Schild und Wahl des zur Ausführung kommenden Entwurfes, 
Verschiedenes, Gemütliches Beisammensein. 

Varel i. O. Adr.: C. Gerdes, Ing. u. Gewerbelehrer, Bis- 
marckstr. 14. Kass.: Wilh. Dittmann, Bahnhofstr. 321. 



S STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Bekanntmachung 

Die Zahl der bei der Stellenvermittlung angemeldeten und 
deshalb als stellungslos oder in gekündigter Stellung befind- 
lich anzusehenden Mitglieder hat sich auf 
111 aus dem Baufach und 
20 aus dem Maschinenbaufach 
herabgemindert. Da wir seit Ausbruch des Krieges die Tätig- 
keit der Stellenvermittlung hauptsächlich und fast ausschließ- 
lich auf die Unterbringung stellungsloser Mitglieder gerichtet 
haben, so sind während der Kriegszeit die zur Besetzung uns 
angemeldeten Stellen in der Hauptsache nur diesem Mitglieder- 
kreis zugänglich gemacht worden. Das hat aber nun in neuerer 
Zeit zur Folge, daß wir auf unsere Anfrage über die Besetzung 
der ausgeschriebenen Stellungen von den betr. Behörden und 
Firmen vielfach die Antwort bekommen, daß sich unter den ein- 
gereichten Gesuchen keine geeigneten Bewerber befinden oder 
daß sogar überhaupt keine oder höchstens 1 — 2 Bewerbungen 
eingegangen sind. Diese Erfahrung zwingt uns nun, die Stellen- 
liste wieder einem größeren Kreise von Reflektanten zugäng- 
lich zu machen, das heißt also, auch diejenigen Mitglieder wie- 
der an der Stellenvermittlung zu beteiligen, die zwar in Stel- 
lungen sich befinden, aber aus irgendwelchen Gründen sich ver- 
ändern würden, wenn ihnen hierzu die Möglichkeit gegeben ist. 

Technisch bietet sich hierbei wegen des 14tägigen Erschei- 
nens der Verbandszeitung die Schwierigkeit, daß die Veröffent- 
lichiung von Stellenangeboten in der D. T.-Z. sich nur auf solche 
erstrecken kann, die uns unmittelbar vor Redaktionsschluß, d. i. 
der Sonnabend der Woche vor Erscheinen der Zeitung, zugehen, 
da sonst die Gesuche in den meisten Fällen zu spät eintreffen 
würden. Es ist aber wünschenswert, auch den übrigen Teil der 
uns zur Besetzung übergebenen Stellen demselben Mitglieder- 
kreise zugänglich zu machen. Wir werden deshalb die Diens- 
tag und Freitag jeder Woche erscheinende Steljenliste außer 
bei den Geschäftsstellen und Obmännern der Stellenvermitt- 
lungs-Zweigstellen auch bei denjenigen Vorsitzenden bezw. 
Kriegsvertrauensmännern der Zweigverwaltungen zur Einsicht- 
nahme für die Mitglieder auslegen, die die Zusendung ausdrück- 
lich wünschen. Um die Arbeit des Adressenschreibens bei der 
heutigen Ueberlastung unseres Personals zu sparen, müssen wir 
die betr. Zweigverwaltungen aber bitten, uns ebenso wie die in 
ungekündigter Stellung befindlichen Bewerber eine Anzahl mit 
der Adresse der Zweigverwaltung versehene und mit Druck- 
sachen-Porto freigemachte Briefumschläge gleichzeitig mit der 
Aufforderung zur Zusendung einzureichen. Wir sind darüber 
hinaus noch bereit, den zur Stellenvermittlung sich meldenden 
und in ungekündigter Stellung befindlichen Mitgliedern die Stel- 
lenliste direkt zuzusenden, wenn sie, dem Beschlüsse des Ge- 
samtvorstandes entsprechend, uns 8 freigemachte und mit ihrer 
Adresse versehene Briefumschläge einsenden und diesen Vor- 
rat ergänzen, sobald derselbe aufgebraucht und der weitere Be- 
zug der Stellenliste erwünscht ist. Wir setzen zunächst voraus, 
daß die Zahl der im Vervielfältigungsverfahren herzustellenden 
Listen diejenige Ziffer nicht übersteigen wird, die uns dieses 
Verfahren beizubehalten erlaubt, daß also besondere Unkosten 
durch Drucklegen der Listen, die im Etat zurzeit nicht vorge- 
sehen werden können, nicht entstehen. Unter dieser Voraus- 
setzung werden wir das oben geschilderte Verfahren einführen 
und so lange beibehalten, bis die Verhältnisse eine Aenderung 
wieder erforderlich machen sollten. 



J Den Bewerbern stellen wir ferner anheim, uns 5 vollstän- 
dige Bewerbungsgesuche mit Lebenslauf, Zeugnisabschriften usw. 
einzureichen und uns zu berechtigen, diese Gesuche auf geeig- 
net erscheinende Angebote sofort nach Eingang derselben zu 
verwenden. Mit der Einreichung übernehmen die betr. Mitglie- 
der die Verpflichtung, uns sofort zu benachrichti ge n , 
wenn sie durch Annahme einer Stellung oder aus anderen Grün- 
den auf die Verwendung der eingereichten Gesuche nicht mehr 
weiter reflektieren. Das Unterlassen dieser Meldung zieht die 
Streichung aus der Bewerberliste und die Sperrung 
der Stellenvermittlung auf die Dauer von 1 /b J anr nacn 
sich. Wir sind zu dieser Maßnahme gezwungen, weil 
das Unterlassen einer solchen Meldung das Vertrauen 
der ausschreibenden Behörden und Firmen in die Wirk- 
samkeit und Zuverlässigkeit unserer Stellenvermittlung in hohem 
Maße zu schädigen geeignet ist. Unsererseits erhalten die Be- 
werber von der erfolgten Verwendung ihrer vorliegenden Ge- 
suche jedesmal sofort Meldung, und es ist uns dann mitzuteilen, 
ob die Firma mit dem betr. Bewerber in Verbindung getreten ist 
und mit welchem Erfolg. Unter der Voraussetzung, daß die 
Einhaltung dieser Vorschrift von den Mitgliedern möglichst 
genau befolgt wird, werden wir, um über die augenblicklichen 
Schwierigkeiten hinwegzukommen, das vorstehend beschriebene 
Verfahren versuchsweise einführen. 

Die Vorsitzenden unserer Zweigverwaltungen bezw. deren 
Kriegsvertrauensmänner, die Geschäftsstellenleiter und unsere 
Stellenvermittlungsobmänner bitten wir, in den Versammlungen 
der Zweigverwaltungen noch besonders auf die vorstehende Be- 
kanntmachung aufmerksam zu machen und dafür Sorge zu 
tragen, daß Meldungen von offenen Stellungen, die gegen Redak- 
tionsschluß eingehen, uns auf dem schnellsten Wege noch bis 
Sonnabend der betr. Woche übermittelt werden. Lz. 



Liste 

der Geschäftsstellen und Zweigstellen der Stellenvermittlung, die 
nach Kriegsausbruch sich noch in Tätigkeit befinden. 

Geschäftsstellen: 
Bromberg: Rinkauer Straße 42. 
Frankfurt a. M.: W. Nehler, Postfach 45. 
Elberfeld: Bleichstraße 9 (T. 4190). 
Leipzig: Thomasring 18. 
MUnchen: Elisenstraße 7. 

Zweigstellen: 
Aachen: Gatzweiler, Stoiberger Straße 9. 

Augsburg: Geschäftsstelle der Zweigverwaltung, Wintergasse 
A9/0h. 1. 

Bochum: W. Bartel, Hugo-Schulz-Straße 1. 
Braunschweig: Edm. Schulze, Petristraße 10. 
Bremen: G. Petermann, Goesseistraße 47 (Bau). 

Breslau: v. Carlowitz, Weinstraße 78. 
Cassel: E. Thielke, Schumannstraße 5. 
Chemnitz: F. Benndorf, Fritz-Reuter-Straße 19 (Bau). 

K. Schauseil, Ludwigstraße 43 (Industrie). 
Cöln: F. Bolten, Gereonstraße 31 a. 
Danzig: P. Scholz, Kassubscher Markt 9/10. 
Dortmund: O. Esdar, Saarbrücker Straße 42 (Industrie). 

F. Hartmann, Arneckestraße 2 (Bau). 
Duisburg: J. Freisen, Duisburg-Hochfeld, Grunewaldstraße 104. 
Düsseldorf: Stellmacher, Düsseldorf-Gerresheim, Ikenstraße 17. 
Dresden: A. Krumbiegel, Stiftsplatz 2. 
Eikel: Karl Weber, Hordel, Magdeburger Straße 105. 
Erfurt: H. Schelle, Michaelisstraße 24. 
Frankfurt a. M.: W. Nehler, Postfach 45. 
Hamburg -Altona: E. Natho, Leibnizstraße 49 II. 
Halle a. S.: H. Schumann, Jakobstraße 59. 
Hamm i. W.: Martin Bauer, Feidikstraße 6. 
Hannover: G. Bruns, Kl. Pfahlstraße 6 III. (Industrie). 

W. Lefherz, Lutherstraße 24 D (Bau). 
Hochemmerich: Weingaud, Triemersheim a. Rh., Kronprinzen- 
straße 90. 

Kaiserslautern: Wilh. Heid, Moltkestraße 40. 

Karlsruhe i. B.: A. Schneider, Vorholzstraße 41. 

Kiel: H. Hahn, Wilhelminenstraße 14 a (Bau u. Industrie). 

Königsberg i. Pr.: Hch. Frick, Luisen-Allee 561. 

Konstanz: W. Knecht, Wiesenstraße 17. 

Köslin: Herber, Neuklanzer Straße 13. 

Magdeburg: P. Kegel, Wittenberger Straße 20 (Bau). 

P. Bobe, Faberstraße 13. 
Mannheim: Fr. Krieger, Stephanienpromenade 15. 
Niederschlesien: Joh. Nahrendorf, Waldenburg i. Schi., Fürsten- 

steinstraße 6 a III. 
Nürnberg: Fr. Herzer, Adamstraße 17 (Bau). 

Fr. Born, Theresienstraße 18 (Industrie). 
Osnabrück: B. Klare, Luisenstraße 30. 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 15/16 



Pforzheim: J. Bitz, Rudolfstraße 36. 
Posen: E. König, Hohenlohestraße 3. 

Rheinland- Westfalen: J. Stender, Essen-Ruhr, Brigittastraße 58, 

für Vermessungs- und Kulturtechniker. 
Stettin: Borchert, Stettin, Stoltingstraße 27. 

Straßburg i. E.: Egar Koslowsky, Straßburg-Neudorf, Baldners- 

weg 22. 
Wetzlar: K. Leonhard. 
Wiesbaden: H. Wessel, Eltvirastraße 1. 
Wilhelmshaven: G. Taddiken, Admiral-Klatt-Straße 27. 
Würzburg: V. Lindner, Auverastraße 121. 



Vakanzen. 

308 Tief- u. Hochbaugeschäft sucht für sofort 1 tücht. militär- 
freien Bauführer. Derselbe muß in allen vorkommenden Tief-, 
Hochbau- sowie Eisenbetonarbeiten durchaus erfahren sein u. 
Abrechnung, anfertig, können. Lebensl., beglaubigte Zeugnisab- 
schrift, u. Gehaltsansprüche sind zu richten an die Firma H. Witt- 
mann. Altenbecken, Tief- u. Hochbauunternehmen. 

449 Kgl. Bauamt in Ostpreußen sucht zum sofortigen Antr. 
1 Tiefbautechn. Gesuche m. Lebensl., Zeugnisabschriften u. Ge- 
haltsansprüchen sind an die Zweigstelle Königsberg z. H. des 
Herrn Hehl Frick in Königsberg i. Pr., Luisen-Alee 56 I, einzu- 
reichen. 

466 Kgl. Bauamt f. d. Masurischen Kanal sucht 1 Tiefbau- 
techn. f. bald. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Angab, d. 
Gehaltsanspr. sind einzureichen an die Zweigstelle Königsberg 
z. H. des Herrn Hch. Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

474 Kgl. Hochbauamt in Westpreußen sucht 1 erfahr., mögl. 
militärfr. Bautechniker, m. d. Dienstgeschäften d. allgem. Staats- 
bauverwaltung vertr., f. sof. Zureisekosten werden nicht gewährt. 
Bewerbung m. Zeugnisabschr., Lebensl. u. Gehaltsanspr. sind 
einzureichen an die Zweigstelle Danzig z. H. des Herrn P. 
Scholz, Danzig, Kassubscher Markt 9/10. 

521 Für Postneubauten in Marienburg in Westpreußen zur 
Unterstützung des örtl. Bauleiters sof. tücht. erfahr. Hochbau- 
techn. ges. Meldungen umgehend an Herrn Postbauinspektor 
Bertram, Danzig, Oberpostdirektion. 

532/33 Kaiserl. Kanalamt Brunsbüttelkoog sucht 2 Tiefbau- 
techn. m. abgeschlossen. Baugewerkschulbildg., militärfr., fl. 
Zeichner, f. Anfertig, v. Bestandzeichnungen u. für Außentätigkeit. 
Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Angab, d. Gehaltsforde- 
rung sind einzureichen an die Zweigstelle Kiel z. H. des H. Hugo 
Hahn, Kiel, Wilhelminenstr. 14a. 

534 Stadtverwaltung Dülmen (Bez. Münster i. Westf.) sucht 
erfahr. Tieibautechniker, nicht unter 25 Jahr. f. d. Ausführung 
v. Kanalisationsarb. (Hauptsammeikanäle) auf sof. Gesuche wie 
üblich an angegeb. Adresse. 

536 Kgl. Moor-Administrator Guttmann in Dauenhof i. Hol- 
stein sucht einen i. Dränagewesen gründl. erfahr., älter., tücht. 
Techn. bei gutem Geh. Gesuche m. Lebenslauf usw. an die an- 
gegebene Adresse. 

536/37 Oesterreichische Daimler-Motoren-A.-G. Wiener-Neu- 
stadt suchen f. ihren Vorrichtungs- u. Werkzeugbau 2 Kon- 
strukteure, wovon d. eine mögl. selbständig, etwa 25 bis 28 Jahre 
alt sein soll u. bereits gute Erfahrungen i. Konstruieren v. Vorrich- 
tung, u. Spezialwerkzeugen z. rationellen Serien-Fabrikation be- 
isitzt; der zweite Herr kann ein jünger. Konstrukteur, evtl. An- 
fänger, sein, jedoch ist eine entspr. Werkstatt-Praxis erwünscht 
u. Fachschulbildung unerläßlich. Gesuche m. Lebensl., Zeugnis- 
abschriften u. Gehaltsanspr. sind einzureichen an die angegebene 
Adresse. 

538 Militär-Bauamt Marienburg/Westpr. sucht einige Tech- 
niker als Ersatz für die inzwischen ausgeschiedenen Herren. 
Gesuche unter Angabe d. T. B. Nr. 784 an das genannte Bau- 
amt direkt einreichen. 

539 Kgl. Hafenbauamt im Bezirk Königsberg i. Pr. sucht zum 
1. Mai 1915 1 Hoch- od. Tiefbautechniker mit abgeschl. Bau- 
gewerkschulbldg. Erfahrg. in Tiefbauausführungen und gutes 
Zeichnen erwünscht. Bewerbung m. Lebenslauf, Zeugnisabschr. 
u. Gehaltsanspr. sowie Angabe der Militärverhältn. sind einzur. 
an die Zweigstelle Königsberg i. Pr. z. H. des Herrn Hch. 
Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

540 Techniker, mögl. m. Baugewerkschulabschlußprüfung, 
die bereits erfolgreich im Entwerfen v. Eisenbahnanlagen gear- 
beitet haben, können sofort eingestellt werden. Bewerbung, m. 
Lebensl., Zeugnisabschr., Zeichnung, u. Ang. d. Besoldungs- 
ansprüche sind sofort an den Verbandsdirektor des Verbandes 
Groß-Berlin, Berlin NW. 23, Klopstockstraße 24, einzusenden. 

541 Fa. Kell & Löser, Charlottenburg, Kantstr. 162, sucht 
einen jüng. Vermessungstechn. f. Arbeit, i. d. Nähe v. Marien- 
burg i. Westpr. Geh. 150 M. Es wäre ev. möglich, die betr. 
Herren b. d. Heeresverw. zu reklamieren. Gesuche direkt an die 
Firma. 

542 Zur Leitung d. Baugeschäfte d. Marine-Artillerie- u. 
Minendepots zu Geestemünde wird ein mit diesen Arbeiten völlig 
vertr. Bautechn. ges. Nähere Angab, werd. b. unterzeichnetem 



Depot, Zimmer Nr. 4, erteilt. Schriftliche Ges. m. Gehaltsanspr. 
sind bis zum 20. d. M. an»das Marine-Artilleriedepot Geeste- 
münde einzusenden. 

543 Auto-Teil-Gesellschaft Berlin-Neukölln, Glasowstr. 68, 
sucht einen jüng. Techn., d. m. Stanz- u. Dreharbeit, gut vertr. 
ist. Gesuche m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an 
die Firma direkt einreichen. 

544 Fa. Orenstein & Koppel, Berlin, Tempelhofer Ufer 24, 
Bauabteiiung, sucht 1 Tiefbautechn. m. Kenntn. i. Eisenbahnbau. 
Geh. 150—180 M. Vorstellung von 3—4 Uhr. 

545 Maschinenbau-Laboratorium, Technische Hochschule zu 
Charlottenburg, sucht 1 Bautechn. (Zeichner), d. spez. Zeichnung, 
f. Fundamente u. Rohrleitung, anfert. kann. Geh. 150 M. Vor- 
stellung 9 bis 12 Uhr. 

546 Flugzeugwerke Rieh. Götze, Treptow, Elsenstr. 106/7, 
such. 1 Masch. -Techn., d. gut u. selbständig arbeit. Geh. i. An- 
fang 150 M u. dann je n. Leistg. Vorstellg. v. 9—5 Uhr. 

547 Städt. Betriebswerke i. Ostpreußen such. 1 jung. Techn. 
sof. f. dauernd. Stellg.-Angeb. m. Lebensl., Gehaltsanspr. sind 
einzureichen an d. Zweigstelle Königsberg z. H. d. Herrn Hch. 
Frick, Königsberg/Pr., Luisen-Allee 561. 

548/49 Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft i. Braunschweig sucht 
für ihre Abteiig. Elektrizitätswerk 1 jünger. Elektrotechnik., 
welcher i. Bearbeitung v. Hausinstallation. Erfahrg. hat, des- 
gleichen 1 Techniker f. Kabelnetz- und Hausanschlußarbeit. Ge- 
suche m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Gehaltsforderung sind 
einzureichen an die Zweigstelle Braunschweig z. H. d. Herrn 
Edm. Schulze, Braunschweig, Petriestr. 10. 

550/52 Eisenbahnsignalbauanstalt sucht z. mögl. baldig. 
Antr. mehrere jünger. Techn., dieselb. müss. saubere Zeich- 
ner sein. Auf lange Praxis wird weniger Wert gelegt. Geh. 1500 
bis 1800 M jährl. Offert, sind zu richten ai die Zweigstelle 
Braunschweig z. H. des Herrn Edm. Schuize, Braunschweig, 
Petriestr. 10. 



BRIEFKASTEN 



Eine Veröffentlichung: von Antworten i*t wegen Raum- 
mangels iiii-lii- Iis nicht iii<> Ii« Ii. Die einlaufenden 
Antworten werden den Fragestellern direkt zugäng- 
lich gemacht. 

Frage 22. Welcher Kollege würde strebsamem angehenden 
Städtebauer 2 — 3 Grundpläne von Stadterweiterungen von Städten 
bis zu 20 000 Einwohnern zur Verfügung stellen? Teilpläne ohne 
Straßen, die nur den Anschluß an die alte Stadt nebst Höhen- 
kurven zeigen, Maßstab 1:500—1000, würden vollauf genügen. 
Desgl. alte unbrauchbar gewordene Umdrucke. 

Frage 23. Ueber einem großen geheizten Arbeitsraum eines 
Fabrikgebäudes, in dem sehr empfindliche Sachen hergestellt 
werden, sollen Sheddächer zur Ausführung gelangen. Wo sind 
solche in Holz und auch in Eisen praktisch, billig, staub- und 
tropffrei und nicht stark abkühlend ausgeführt bezw. beschrieben 
und dargestellt? Welche Fabrik liefert solche als Spezialität? 



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lung geliefert. 



STERBETAFEL 

Paul Glauer, Berlin, Mitgl. 24416, feit 1. 1. 03, 

geftorben am 1. 4. 15. 

Carl Heinemann, Freifing <Zweigverw. München), 
Mitgl. 26530, feit 1. 10. 03, geftorben am 22. 3. 15. 

Gült. Ihle, Göppingen=Faurndau, Mitglied 46347, 
feit 1. 1. 08, geftorben am 22. 3. 15. 

Wilhelm Rüdel, Bottrop, Mitgl. 53683, feit 1. 7. 09, 

geftorben am 16. 3. 15. 

Johann Sdinupp, Zwiefel <Zweigverw. Deggen- 
dorf), Mitgl. 33623, feit 1. 7. 05. 

Guft. Sdiönborn, Berlin, Mitgl. 28027, feit 1. 1. 04, 

geftorben am 3. 4. 15. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 



Dr. Höfle, Verbandsdirektor. 



Schriftleitung: 
Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 



1. Mai 1915 



Heft 17/18 



Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten 



Von A. LENZ. 



In wachsender Zahl kommen unsere für den weiteren 
Kriegsdienst unbrauchbar gewordenen Streiter aus dem 
Felde zurück. Ein großer Teil von ihnen ist aber nicht nur 
für den Kriegsdienst unbrauchbar geworden, sondern auch 
in der Ausübung ihrer früheren werktätigen Beschäftigung 
ganz oder in erheblichem Umfang behindert, sei es infolge 
der durch die Kriegswerkzeuge erlittenen Verstümmelungen 
oder infolge der durch die Kriegsstrapazen erlittenen Ein- 
buße an ihrer Gesundheit und ihrer geistigen und körper- 
lichen Widerstandsfähigkeit. Mit Schrecken sehen wir, daß 
die Zahl dieser Kriegsbeschädigten nicht allein dasjenige 
Vielfache von 1870/71 ist, das der Stärke unserer in beiden 
Kriegen ins Feld gerückten Armeen entsprechen würde, 
sondern, daß diese Verhältnisziffer durch die mörderische 
Wirkung der modernen Kriegswaffen und die oft übermäßi- 
gen Strapazen, denen unsere Soldaten durch die abnormen 
Witterungsverhältnisse, den monatelangen Aufenthalt in 
den Schützengräben und durch ungeheure Marschleistungen 
ausgesetzt waren, nicht unbeträchtlich nach oben gedrückt 
wird. Wenn wir auch mit besonderer Genugtuung der von 
dem Schriftführer der Deutschen Vereinigung für Krüppel- 
fürsorge, Professor Dr.Biesalsky herausgegebenenBroschüre 
„Kriegskrüppelfürsorge" den Trost entnehmen können, 
daß dank dem heutigen Stande der inneren Medizin und 
der Orthopädie vielleicht bei dem größten Teil derjenigen, 
die wir 1870/71 als erwerbsunfähige Krüppel aus der Heil- 
behandlung entlassen mußten, ein ansehnlicher Rest ihrer 
Arbeitskraft wieder nutzbar gemacht werden kann, so ver- 
bleibt uns eben doch die Aufgabe, eine große Zahl nahezu 
hilfloser Personen dauernd mit planmäßiger Fürsorge zu 
betreuen und die noch viel größere Schar der ganz oder 
teilweise wieder erwerbsfähig gemachten in den nationalen 



Wirtschaftskörper wieder einzugliedern und als produktive 
Kräfte zu erhalten. 

Die Lösung dieser Aufgabe ist von außerordentlicher 
Bedeutung für unser wirtschaftliches Wieder- und Weiter- 
erstarken. Sind es doch gerade die vollkräftigen Teile un- 
seres Volkes, in die schon durch die hohe Zahl der Ge- 
fallenen empfindliche Lücken gerissen sind, und in welche 
die wesentlich höhere Zahl der Kriegsbeschädigten eine 
weite Bresche legen würde, wenn es nicht gelänge, die 
wertvolle Berufserfahrung und Arbeitskraft der Mehrheit 
derselben für die Erhaltung des Ansehens deutscher Quali- 
tätsarbeit, der wissenschaftlichen sowohl als der prak- 
tischen, zu verwerten. Aber die 44 jährige Geschichte der 
wirtschaftlichen Entwicklung des geeinigten deutschen 
Reiches lehrt uns, daß eine volkswirtschaftliche und soziale 
Aufgabe niemals so groß sein kann, daß sie im deutschen 
Volk nicht auch die Schwungkraft auslösen würde, die zu 
ihrer Bewältigung notwendig ist. So sehen wir auch hier 
wieder, wie es sich allenthalben regt, wie sich mitten im 
Kriege noch Militär- und Verwaltungsbehörden, die gesetz- 
gebenden Faktoren, wissenschaftliche Kreise, Berufsorgani- 
sationen, kurz alles, was an der Lösung irgend ein Interesse 
hat, bereit und zusammen findet, um Material herbei- 
zutragen, aus lokalen Versuchen Erfahrungen zu sammeln 
und mit deutscher Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit die 
beste und zweckdienlichste Lösung herauszuschälen. 

Es ist unmöglich, im Rahmen dieses Aufsatzes eine er- 
schöpfende Darstellung dessen zu geben, was auf diesem 
Gebiete von den vorerwähnten Interessentenkreisen bereits 
ins Werk gesetzt worden ist.' Wir müssen uns auf eine kurze 
Aufzählung beschränken, die wir mit den allgemein an- 
erkannten Grundsätzen für eine befriedigende Lösung des 



Oer erlaß uon Beiträgen 

für Kriegsteilnehmer und Stellungslofe erfolgt 

nur auf befonüeren Antrag* 

Die Stellungslofen muffen (liefen Antrag jedesmal fpäteftens Ms zum 5. des dritten 
Bierteljahrsmonats unter einfendung ihres mitgliedbuches ftellen. Sonft werden ihre rücK* 
Händigen Beiträge durch naebnahme erhoben. Die Kriegsteilnehmer muffen diefen Antrag 
natö ihrer endgültigen entlaffung uom fteer einreißen. 

es fei befonders darauf bingeunefen, daß die Oergünftiguug der ßeitragsbefreiung für 
Kriegsteilnehmer unter Anrechnung der beitragfreien mitgliedzeit nur für diejenigen Kriegs' 
teilnebmer beftimmt ift, die Hein 6ebalt oder nur geringe Bezüge weiter erhalten. 

Der Oerbanü erwartet uon allen Kollegen, die auch mährend ihrer Dienftzeit ihr ßebalt 
oder fogar noch außerdem eine militärifebe Befoldung beziehen, daß fie fich ihrer Beitrags' 
Pflicht gegen den Berband nicht entziehen. 



□ 



□ 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEH UNU 1915 



Heft 17/18 



Problems beginnen wollen. Danach gliedert sich die Für- 
sorge für die Kriegsbeschädigten in 

1. die Heilbehandlung, 

2. die Berufsberatung mit einer etwa noch erforder- 
lichen Berufsausbildung und 

3. die Arbeitsvermittlung. 

Die Heilbehandlung ist Sache des Reiches bezw. 
der Heeresverwaltung. Wie es in den vom bayerischen 
Staatsministerium bekannt gegebenen Leitsätzen heißt, wer- 
den nach Anordnung der Heeresverwaltung die Verwun- 
deten und Kranken in den Lazaretten nicht nur allgemein 
ärztlich bis zur bestmöglichen Heilung zu behandeln sein, 
sondern es soll auch durch mechanische und orthopädische 
Behandlung, durch Bäder usw. die größtmögliche Ge- 
brauchsfähigkeit verstümmelter oder erkrankter Gliedmaßen 
angestrebt werden. Auch die Beschaffung, die Erhaltung 
und Ergänzung der künstlichen Gliedmaßen ist von der 
Heeresverwaltung übernommen. 

Daß für die gründliche Ausheilung unter Berücksich- 
tigung der Natur des Leidens eine große Anzahl privater 
und genossenschaftlicher Sanatorien, Erholungsheime und 
Heilanstalten der Heeresverwaltung bezw. den Organen 
der militärischen Krankenpflege zur Verfügung gestellt sind, 
daß zahlreiche Badevervvaltungen den Kriegsteilnehmern 
weitgehende Vergünstigungen einräumen, ist durch die 
Tagespresse bereits allgemein bekannt gegeben. 

Die Berufsberatung wird im allgemeinen mit 
dem Eindringen in den Vorstellungskreis des Kranken, mit 
der Einwirkung auf seine Gemütsverfassung beginnen, das 
vielfach zu beobachtende Mißtrauen gegen die öffentlichen 
Hilfsbestrebungen beseitigen und den durch das Kranken- 
lager und die dem Kranken mehr oder weniger fühlbare 
Herabminderung seiner beruflichen Leistungs.ä! igkeit ver- 
loren gegangenen Lebensmut wieder wecken müssen. Diese 
Tätigkeit wird so früh als möglich, vielfach schon während 
der Lazarettbehandlung einsetzen müssen und bedingt des- 
halb ein verständnisvolles Zusammenarbeiten des behan- 
delndes Arztes und der Beratungsstelle. Es ist also wün- 
schenswert und zwar auch noch aus dem Gesichtspunkt, 
den wiederhergestellten Kriegsbeschädigten tunlichst in 
seine alten Lebens- und Berufsverhältnisse zurückzuführen, 
ihn sobald als es sein Zustand erlaubt, einem Lazarett seines 
Heimatsortes oder wenigstens seiner Heimatsprovinz zu 
überweisen. 

Die Leitung der Berufsberatung muß in der Hand einer 
geeigneten Persönlichkeit liegen, die trotz der Verschieden- 
heit und der Fülle der Aufgaben den einheitlichen Geist 
ihrer Erledigung zu gewährleisten hat. Die Verschiedenheit 
der Aufgaben wird es aber bedingen, daß hier schon in 
weitestem Umfang auf die freie Mitarbeit aller 
sich anbietenden Hilfskräfte zurückgegriffen 
wird. Vornehmlich bei den Angehörigen der unteren so- 
zialen Schichten wird sich das Vertrauen des Kriegsinva- 
liden zunächst leichter dem sozial und wirtschaftlich gleich 
gestellten Arbeitskollegen erschließen. Man wird also neben 
den in der Beratung beruflich Tätigen noch geeignete Ver- 
trauenspersonen der Gewerkschaften, der Angestellten-Or- 
ganisationen, von Innungsverbänden, Berufsgenossenschaf- 
ten, Versicherungsanstalten, Vertreter von Handel und In- 
dustrie, Gewerbe und Landwirtschaft, sodann aber auch 
Geistliche, Lehrer, insbesondere Fach- und Fortbildungs- 
schullehrer zur ergänzenden Mitarbeit heranziehen müssen. 

Da nur mit den starken Mitteln des Reiches und des 
Bundesstaates Ersprießliches wird geschaffen werden kön- 
nen, so muß die Kriegsfürsorge eine öffent- 
liche Einrichtung werden, mit zentraler Reichs- 
leitung, aber mit demjenigen Maß von Bewegungsfreiheit 
für die unteren Instanzen, welche die Eigenart der ihnen 
anvertrauten Wirtschaftsgebiete und Volksteile hinreichend 
zu be-ücksichtigen gestattet. Es erscheint zweckmäßig, 



wenn etwa für das Gebiet einer preußischen Provinz oder 
eines der mittleren Bundesstaaten ein hauptberuflich 
geleitetes Beratungsamt tritt, dem ein mit weit- 
gehenden Befugnissen ausgestatteter Beirat aus Ver- 
tretern der oben aufgezählten Interessen- 
kreise zur Seite gestellt wird. Dieses Beratungsamt hat 
nun seine Hilfsorgane unter weitgehendster Heranziehung 
bestehender gemeinnütziger Berufsberatungsstellen, ö f ent- 
licher und beruflicher Stellennachweise, Invalidenfürsorge- 
Vereine usw. am Sitz von Lazaretten, in allen größeren 
Städten oder Gemeindebezirken mit Hilfe der Provinzial- 
und Gemeindebehörden einzurichten und mit den nötigen 
Anweisungen zu versehen. 

Die Berufsberatung wird sich grundsätzlich zunächst 
dahin erstrecken müssen, den Kriegsbeschädigten in seine 
erlernte Berufstätigkeit, wenn auch vielleicht an anderer 
Stelle wieder einzuführen. Erst wenn nach dem ärztlichen 
Gutachten die Verletzung derart ist, daß die Möglichkeit 
der Verwendung im alten Beruf ausgeschlossen erscheint, 
soll die Ueberführung in eine andere Berufstätigkeit ins 
Auge gefaßt werden. Hier werden sich vor allem die 
Krüppel aus den ungelernten Berufen zusammenfinden, für 
die ihre ungeschwächte Körperkraft und gesunde Glieder 
die einzige Erwerbsmöglichkeit bedingen. Ihnen muß nun 
im vorgerückten Alter und auf der Grundlage einer zum 
Teil recht mangelhaften, oft schon wieder verloren ge- 
gangenen Schulbildung eine Berufsausbildung zuteil wer- 
den, für die sie schon in ihrer Jugend recht wenig Neigung 
besaßen. Der Zug diessr Leute geht nach der Großstadt, 
in die niederen Beamtenstellungen, Briefträger, Schaffner, 
Kassenboten, Pförtner usw. Davor muß dringend gewarnt 
und mit allem Nachdruck darauf hingewiesen werden, daß 
mit dem höheren Kaufwert ihrer Rente in der kleinen Stadt 
oder auf dem Lande sich ihnen dort eine viel bessere und 
würdigere Existenz auftun läßt, namentlich wenn ihnen 
noch durch Kapitalisierung eines entsprechenden Anteiles 
ihrer Rente von Anfang an ein kleines Besitztum erworben 
werden kann, das ihnen eine billige Beschaffung wichtiger 
Lebensmittel ermöglicht. 

Für diejenigen aber, die, wenn auch mit verminderter 
körperlicher Leistung oder unter anderweitiger Verwendung 
ihrem Beruf erhalten bleiben oder einem verwandten zu- 
geführt werden können, wird sich das Bedürfnis heraus- 
stellen, sich auf die neuen Verhältnisse vorzubereiten, 
durch eine entsprechende Berufsausbildung den Ausfall 
an körperlicher mit Erhöhung der qualitativen Leistungs- 
fähigkeit zu ersetzen, oder die noch fehlenden Kenntnisse 
für die veränderte Tätigkeit sich anzueignen. Die Be- 
rufsberatung ist also durch die Berufsaus- 
bildung zu ergänzen. Der Lösung dieser Aufgabe 
wird sich in erster Linie unser gewerbliches Unterrichts- 
wesen dienstbar machen können. Der Erlaß, den der Preu- 
ßische Handelsminister zur Vorbereitung einer umfassenden 
Inangriffnahme dieser Aufgabe veröffentlicht hat, zeigt 
erfreulicherweise, daß an der zuständigen Regierungsstelle 
Verständnis und Bereitwilligkeit für eine erschöpfende Lö- 
sung in reichem Maße zu finden sind. Man wird bei den an 
den Grad der Ausbildung zu legenden Maßstab natürlich 
mit den außergewöhnlichen Verhältnissen rechnen und auf 
das Bedürfnis des Verletzten Rücksicht nehmen müssen, 
möglichst bald und unter tunlichster Vermeidung von 
Kosten wieder zu einem Lohnerwerb zu gelangen. Das 
birgt aber für die höheren Berufe, insbesondere auch für 
den unserigen, dem man für praktische körperliche Arbeit 
nicht mehr verwendbare Industriearbeiter als Zeichner und 
in andere Bureaustellungen zuführen wird, die Gefahr, daß 
die kriegsbeschädigten Rentenempfänger nach einigen 
Jahren, wenn die Begeisterung für die nationalen Verpflich- 
tungen der Zeit ihren Tribut abgegeben haben wird, für 
Arbeitgeber mit besonders stark ausgeprägtem Erwerbs- 



Heft 17/18 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 191b 



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sinn gern gesehene Spekulationsobjekte bilden und als 
solche dann die Gehaltsverhältnisse ihrer gesunden, renten- 
losen Arbeitskollegen recht ungünstig beeinflussen kön- 
nen. Dieser Gesichtspunkt schon muß unsere Zweigver- 
waltungen bestimmen, sich recht fleißig und zahlreich an 
den Arbeiten der Berufsberatung zu beteiligen und auch 
mit den Leitern der Unterrichtskurse enge Fühlung zu halten. 

Auf einen Uebelstand, der bekanntlich schon unter 
normalen Wirtschaftsverhältnissen vielen mit unseren Be- 
rufsverhältnissen nicht Vertrauten zum Verhängnis gewor- 
den ist, müssen wir auch im Zusammenhang mit dieser 
Frage wieder hinweisen. Es betrifft die marktschreierische 
Reklame privater Unterrichtstätigkeit, die 
sich den .Kriegsbeschädigten mit allerhand verlockenden 
Versprechungen anbietet. Wir warnen dringend, darauf ein- 
zugehen, ohne vorher den Rat einer sachkundigen Person, 
am besten natürlich der in Frage kommenden Berufsorgani- 
sation selbst eingeholt zu haben. Es kann wohl heute schon 
mit Sicherheit behauptet werden, daß die öffentliche Für- 
sorge Einrichtungen dieser Art in so ausreichendem Maße 
schaffen wird, daß die Inanspruchnahme privater Unter- 
richtsgelegenheiten nur in ganz besonders gelagerten Aus- 
nahmefällen in Frage zu kommen braucht. 

Den Schlußstein der Kriegsbeschädigten-Fürsorge bil- 
det dann die Arbeitsvermittlung. Hier möchten 
wir zur Einleitung die Ausführungen wiedergeben, die der 
Direktor der Düsseldorfer Schule für Kriegsverwundete in 
Nr. 15 der Zeitschrift für gewerbl. Unterricht veröffentlicht hat. 

„Es genügt nicht, daß unsere Verwundeten beraten und aus- 
gebildet werden, man muß ihnen auch bei der Erlangung einer 
geeigneten Stellung behilflich sein. Hier wird es notwendig sein, 
die Kreise der Arbeigeber dafür zu interessieren, daß sie selbst 
die Frage eingehend prüfen, wieweit und in welchen Stellungen 
sie Kriegsbeschädigte, die früher in ihren Betrieben waren, auch 
weiter dauernd beschäftigen können. Da nach dem Kriege infolge 
der großen Verluste aller Wahrscheinlichkeit nach ein großer 
Mangel an gelernten und gut ausgebildeten Facharbeitern ein- 
treten wird, so werden die Arbeitgeber wohl schon hierdurch ge- 
zwungen sein, sich mit dieser Frage zu beschäftigen, da für sie 
die Leistungsfähigkeit ihres Betriebes eine Lebensfrage ist. Erst 
wenn hierüber eine volle Klarheit besteht, kann an die Einrich- 
tung von entsprechenden Ausbildungskursen herangetreten werden. 

So werden z. B. in vielen Großbetrieben und technischen 
Bureaus gesunde und kräftige Leute als Zeichner eingestellt, 
die ihrer körperlichen Beschaffenheit nach auch ganz gut in der 
Werkstatt arbeiten könnten. Ein derartiger Zeichner-Posten kann 
aber ebenso gut durch Kriegsbeschädigte, die zu einer Werk- 
stattarbeit nicht mehr befähigt sind, ausgefüllt werden; selbst- 
verständlich müssen sie hierfür noch besonders ausgebildet wer- 
den, sie bringen aber in ihren neuen Beruf infolge ihrer früheren 
langen praktischen Arbeit in der Werkstatt Kenntnisse und Er- 
fahrungen mit, welche der berufsmäßig ausgebildete Zeichner 
nicht immer besitzt; denn in vielen Fällen haben diese Leute in 
der Werkstatt praktisch nicht gearbeitet. 

Durch einen solchen Austausch der Arbeitskräfte wird es 
möglich sein, unsere Kriegsbeschädigten wieder in sichere Stel- 
lungen zu bringen. So lassen sich eine ganze Reihe von Ver- 
schiebungen in der Arbeitsteilung vornehmen, wenn nur der gute 
Wille vorhanden ist. Alle diese Verhandlungen mit den Betrieben 
durchzuführen und geeignete Stellen zu sammeln, ist eine Haupt- 
aufgabe der Stellenvermittlung." 

Grundsätzlich bekennen wir uns zu der Auffassung, 
daß der besonders einzurichtenden Stellenvermittlung der 
Kriegsbeschädigten-Fürsorge nur diejenigen zu überweisen 
sind, bei denen eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer bis- 
herigen beruflichen Leistungsfähigkeit eingetreten ist, also 
in der Hauptsache die schwer Verletzten, die Krüppel und 
die Siechen. Die hoffentlich überwiegende Mehrzahl aber 
wird man den bestehenden öffentlichen Arbeitsnachweisen 
und den von den Gewerkschaften und Angestellten-Or- 
ganisationen geschaffenen Stellenvermittlungen überlassen 
können. Den ersteren muß eine eingehende, individuelle, 
von den vorliegenden und noch weiter zu sammelnden Er- 
fahrungen in der Krüppel- und Blinden-Fürsorge getragene 
Behandlung zuteil werden. Die letzteren aber werden sich 
am wohlsten fühlen, wenn man von ihnen alle äußere 



Kennzeichnung als mindere Wirtschaftswerte, das Gefühl, 
eine Last der Volksgemeinschaft, der öffentlichen und ihrer 
organisatorischen Fürsorge zu sein, fern hält. Die Berufs- 
organisationen werden es sich ja auch gar nicht nehmen 
lassen, bei der Regelung der Lohnfrage ein entscheidendes 
Wort mit zu reden, und so mag man ihnen die Gelegen- 
heit dazu am besten gleich bei der Unterbringung in die 
passende Stelle geben. 

Wir verlangen damit nicht, daß der Verletzte eine 
höhere Entlohnung erhalte, als seiner verminderten Lei- 
stungsfähigkeit entspricht. Das wäre ein Almosen, das 
früher oder später doch wieder seinen Ausgleich finden 
würde, und durch den Rentenbezug von vornherein in 
gerechtem Maße gefunden haben soll. Aber es muß unter 
allen Umständen auch vermieden werden, daß eine etwa 
unter dem Druck der herrschenden öffentlichen Meinung 
erfolgte Aufnahme in eine Stellung ihn als ewige Dankes- 
schuld begleitet und behindert, eine Besserung seiner wirt- 
schaftlichen und sozialen Lage mit den seinen gesunden 
Arbeitskollegen zu Gebot stehenden Mitteln anzustreben, 
wenn eine mit der Zeit sich wieder steigernde Leistungs- 
fähigkeit ihm die innere Berechtigung dazu verleiht. 

Noch einige Worte über diejenigen, die ausschließlich 
der finanziellen und pflegerischen Fürsorge anheimfallen. 
Für sie sind in der Budget-Kommission des Reichstages 
bereits wohlmeinende Ausführungen gemacht worden. Sie 
haben ein gesteigertes Interesse daran, daß eine Er- 
höhung der Rentensätze nach dem Mannschaf ts- 
versorgungsgesetz vom 31. Mai 1906 in tunlichst ausgie- 
bigem Maße eintrete. Sodann werden sich unter ihnen viele 
befinden, die es dringend wünschen müssen, daß der Grund- 
satz zur Anerkennung gelange, die Renten nicht mehr 
nach dem zufälligen militärischen Dienstgrad des Kriegs- 
teilnehmers, sondern nach dessen sozialer Stel- 
lung und seinem bisherigen Arbeitseinkom- 
men zu bemessen. Daß die Berechtigung dieser Forderung 
wächst, je mehr wir uns in allen Dienstgraden von dem 
Begriff des Berufsheeres entfernen und dem des Volks- 
heeres gleichkommen, braucht nur mit dem Hinweis der 
Verwendung des gedienten und ungedienten Landsturmes 
in vorderster Linie auf unseren beiden Gefechtsfronten 
belegt zu werden. 

Was wir oben schon gestreift haben, soll an dieser 
Stelle nochmals betont werden, die Bestrebungen des vom 
Bunde der Bodenreformer ins Leben gerufenen Haupt- 
ausschusses für Kriegerheimstätten. Der 
Hauptausschuß erstrebt ein Reichsgesetz, durch das den 
heimkehrenden Kriegern die Möglichkeit geboten wird, mit 
öffentlicher Hilfe im Reiche oder in seinen Kolonien eine 
Heimstätte zu erwerben, sei es zum Zwecke ländlicher oder 
gärtnerischer Siedelung, sei es zum Erwerb eines Wohnheims. 

Wir sehen aus dem Vorhergesagten, wie vielseitig 
bereits an der Aufgabe der Kriegsbeschädigtenfürsorge 
gearbeitet wird. Wenn auch durch das Reich die einheit- 
liche Gesamt-Organisation und das Zusammenfassen der 
jetzt noch ohne die wünschenswerte Fühlung nebeneinan- 
derlaufenden Bemühungen nicht ins Werk gesetzt ist, so 
ist doch der Boden bereits so vorbereitet, daß erhebliche 
Schwierigkeiten nicht mehr erstehen können. Auch von 
der Preußischen Regierung liegen die Allgemeinheit um- 
fassende Aeußerungen noch nicht vor. Dagegen behandelt 
die Frage der bereits erwähnte Erlaß des Handelsministers 
an die Organe der gewerblichen Schulverwaltung, und ein 
Erlaß des Eisenbahnministers über die Wiederbeschäfti- 
gung der kriegsbeschädigten Eisenbahner. Auch der Prä- 
sident des Reichsversicherungs-Amtes hat sich bereits be- 
müht, unter Mitwirkung des Roten Kreuzes eine groß- 
zügige Organisation zu schaffen. Dagegen hat aber die 
Bayerische Regierung ein festumschriebenes Programm für 
die Inangriffnahme der Arbeiten bereits am 3. März, in der, 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 17/18 



bayerischen Staatszeitung veröffentlicht, und auch in Würt- 
temberg hat sich ein Landesausschuß für Kriegsinvaliden- 
Fürsorge durch Zusammengehen von Staat und freier Ver- 
einstätigkeit gebildet. Von preußischen Provinzialverbän- 
den, die hier anscheinend die Träger der Fürsorgeeinrich- 
tungen werden sollen, haben zu der Frage Stellung ge- 
nommen bezw. zu ihrer Lösung bereits Mittel bewilligt 
diejenigen von Brandenburg, Schlesien und der Rhein- 
provinz. Von sonstigen Erscheinungen nennen wir nur 
kurz noch die von der Stadt Düsseldorf eingerichtete 
Schule für Kriegsverwundete, die Schule für Einarmige in 
Dresden, eine große Zahl von Ausbildungs- und Umler- 
nungskursen an unseren staatlichen und städtischen Fach- 
und Gewerbeschulen und Gewerbeförderungsanstalten. 

Es ist gar keine Frage und bedarf nach dem Hinweis 
auf die allerorts im Gange befindlichen Bestrebungen gar 
keiner besonderen Versicherung, daß diejenigen, denen es 
nicht vergönnt war, im Soldatenrock Mitstreiter für den 
Erfolg der deutschen Sache zu sein, und die die Betätigung 
ihrer Treue und Liebe zum deutschen Vaterlande auf er- 
höhte Pflichterfüllung in ihrem bürgerlichen Beruf einstellen 
mußten, daß diese es als vornehmste heilige Dankespflicht 
ansehen, denen, die für des Reiches Weiterbestehen und 
seine freie wirtschaftliche Entfaltung ihr Leben in die 
Schanze geschlagen und dabei Einbuße an ihrer Gesund- 
heit und Schaffenskraft erlitten haben, diesen Verlust durch 
eine dauernde und verständige Fürsorge zu ersetzen. Eine 
dauernde und ausreichende Fürsorge nach der charitativen 
und pflegerischen Seite denen, die keine ärztliche Kunst 
mehr erwerbsfähig machen konnte, eine verständige Für- 
sorge allen übrigen in dem Sinne, daß sie nicht ihr ganzes 
ferneres Leben mit dem drückenden Gefühl des überflüssi- 
gen Almosen-Empfängers belastet sind, sondern daß das 
Bewußtsein, als nützliches Glied in die Wirtschaftsgemein- 
schaft zurückgekehrt zu sein, sie aufrichte, daß das Emp- 
finden an dem Platz, an den sie gestellt wurden, wirklich 
eine Lücke auszufüllen, ihnen Selbstvertrauen und Freude 
an der Berufsarbeit zurückgebe. 

An dieser Fürsorge können auch wir Techniker in 
reichem Maße uns beteiligen. Zeigt die Glanzseite dieses 
Krieges, in welchem oft geradezu ausschlaggebendem Um- 
fange unsere Berufsarbeit die Waffentaten unserer 
herrlichen Heere vorzubereiten und zu unterstützen, ihre 
Erfolge zu sichern berufen und befähigt war, so soll auch 
die Schattenseite, die Heilung seiner Wunden uns auf dem 
Plane finden. Die Zweigverwaltungen unseres Verbandes 
können allerorts den Organen der öffentlichen Kriegs- 
beschädigtenfürsorge mit Rat und Tat unter die Arme 
greifen, den Berufsberatungs- und auch den Arbeitsnach- 
weisstellen sachkundige Berater zur Verfügung halten, in 
den Ausbildungskursen durch geeignete und befähigte Mit- 
glieder mitwirken. Der Einzelne wird sich durch aufklä- 
rende und hilfsbereite Tätigkeit unter den eigenen Berufs- 
genossen, und in erheblichem Umfang auch noch den ihm 
unterstellten Arbeitern bei ihrer Unterbringung in passende 
Stellen und der Beaufsichtigung ihrer Tätigkeit nützlich 
machen können. Die Verbandsleitung wird überall zu fin- 
den sein, wo es gilt, ihren Einfluß zur Verwirklichung der 
in den obigen Ausführungen als zweckmässig und praktisch 
wirksam gekennzeichneten Bestrebungen geltend zu machen, 
und die Verbandseinrichtungen zu diesem Zweck zu verwerten. 



Nachschrift. 

Ein recht treffendes Beispiel dafür, in welchem Umfang 
selbst bei schwerer Verletzung und bei dem Verlust von Glied- 
maßen die Möglichkeit geboten ist, im alten Beruf wieder tätig 
zu sein, bringt die soeben erschienene Nummer 17 der Zeit 
schrift für gewerblichen Unterricht unter dem Titel: „Die be- 
rufliche Tätigkeit der Kriegsinvalide n". Da es 
sich um einen engeren Berufsgenossen handelt, glauben wir 
unseren kriegsbeschädigten Kollegen einen besonderen Dienst 
durch die Aufnahme dieser Notiz noch zu erweisen. 

„Der lange und harte Krieg zeitigt besondere Verhältnisse 
auf allen Gebieten unseres Wirtschaftslebens. In Friedenszeiten 
würde man über einen Techniker, der einen Arm, etwa gar 
den rechten, verloren hat, wohl ziemlich glatt zur Tagesord- 
nung übergehen. Er müßte zusehen, wie er sich in einem andern 
Berufe zurechtfinden könnte. So mag manchen unserer jungen 
Techniker draußen im Felde in ruhigen Stunden des Grübelns 
und Nachdenkens die Sorge kommen : Was wird mit dir, wenn 
dir eine grausame Kugel die Hand zerschmettert; wenn ein 
Granatsplitter dir Arm und Bein zerschlägt?! 

Wir wissen eben noch zu wenig, wie gut es in unserem Vater- 
lande auch mit der Fürsorge für solche Opfer des Ringens um 
unser Dasein als Volk bestellt ist. Auch mir wollte sich das 
Herz umkehren, als sich im November vorigen Jahres einer der 
besten meiner Schüler, ein ebenso begabter und bewußter Ge- 
stalter wie flotter und sauberer Zeichner, sich hier vorstellte, 
nachdem er schon vorher aus dem Lazarett den Verlust seines 
rechten Armes mitgeteilt hatte, den ihm ein Granatsplitter ge- 
rade im Ellbogengelenk abgerissen hatte. Er zeigte seinen künst- 
lichen Arm, und wie gut er bereits damit hantieren könne. 
Seine linkshändige Schrift war schon ganz einwandfrei; das 
Zeichnen, so hoffte er, würde auch noch kommen. Wir sprachen 
auch darüber, wie sich seine Zukunft wohl gestalten würde, 
und dabei war der gute Vorsatz festzustellen, nicht von seinem 
Beruf zu lassen, an dem er große Freude und volle Befriedigung 
gefunden habe. Jetzt nach vier Monaten schreibt er mir; und 
dieses Schreiben möge für sich sprechen: 

„ Als ich am 1. Dezember v. J. im hiesigen Stadt- 
bauamt meinen Dienst antrat, habe ich sicher nicht geahnt, 1 
daß meine Tätigkeit so schnell von gutem Erfolge begleitet sein 
würde. Wie es der Krieg und das Geschick so mit sich bringen, 
ist auch unser Stadtbaumeister M. den Heldentod gestorben. Der 
Stadtbauführer ist noch im Felde, und unser neuer Baumeister 
— früher Assistent — kürzlich von einem langwierigen Herz- 
und Leberleiden befallen. So habe ich mich denn bereits sieben 
Wochen als Vertreter des Baumeisters betätigt, ein Amt, das 
mir bis jetzt volle Anerkennung in den Magistratssitzungen ge- 
bracht hat. Neben den Verwaltungsgeschäften und der Baupflege 
leijte ich^auch den Bau eines Einfamilienhauses für einen städti- 
schen Beamten. Als Hilfe sind mir drei junge Herren unter- 
stellt. An vier Abenden unterrichte ich in der gewerblichen 
Fortbildungsschule die Bauhandwerker der 1. und 2. Klasse im 
Fachzeichnen. Durch diese vielseitige linkshändige Betätigung 
gibt es, besonders auf zeichnerischem Gebiete, kaum etwas, 
was ich mit der Linken nicht ebenso könnte wie früher mit der 
Rechten. Durch die Einrichtung meines Zeichen- 
tisches mit Laufschiene ist es mir möglich, ohne Nach- 
teil anderen gegenüber schnell und flott zu zeichnen. Ich habe 
auf diese Weise schon mindestens 70 Zeichnungen hergestellt. 
Auch mit der Perspektive und mit dem Aquarellieren geht es 
wieder wie ehemals. Ich freue mich, daß ich so zum Wohle mei- 
ner Vaterstadt mitarbeiten kann, und daß mir auf unbeschränkte 
Zeit hinaus ein Arbeitsfeld geboten ist . . ." 

Ist es nicht erhebend, zu hören, wie hier mit dem freu- 
digen Wollen auch das Können gekommen ist ? Es 
sollte dies eine Mahnung an die maßgebenden Kreise sein, daß 
sie dem wollenden Manne nicht etwa ängstlich und vorein- 
genommen die Gelegenheit zur Betätigung versagen. Jede wieder- 
gewonnene Arbeitskraft wird für uns nach diesem Kriege auch 
wiedergewonnene Volkskraft sein. Jeder wieder arbeitsfähige 
Invalide, der trotz aller Leiden und Opfer, die er brachte, doch 
auch sein berufliches Aus- und Fortkommen findet, ist unersetz- 
licher Gewinn für die Erhaltung des neuen Geistes, der unser 
Volk seit dem Beginn des Krieges durchweht." 



Kriegshilfe (18. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: P. Cosmus 5,00. 
Beamten: E. Lustig 1,00. 

Bezirksverwaltung: Brandenburg: Erlös aus dem Ver- 
kauf von Eintrittskarten zum 1. Kriegsvortrag 135,50, zum 
2. Kriegsvortrag 134,75 (270,25). 



Zweigverwaltungen: Barmen: 10,00. Berlin: 3,00. Bor- 
beck: Rohling 3,00, Holserland 1,00 (= 4,00). Bottrop: 
43,00. Brandenburg: 27,50. Bremen: 100,00. Bres- 
lau: Schufkar 2,00, Hartmann 0,50, Meier 5,00, Gaede 3,00, 
Kleinert 2,00, Wink 3,00, Altwasser 6,00, Echtler 2,00 (= 23,50). 



Heft 17/18 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



69 




Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Friedr. Karl Brune, Bochum, Mitgl. 53 290. 
Josef Dehrn, Heidelberg, Mitgl. 48 631. 
Friedrich Endlein, Buer i.W., Mitgl. 74 049. 
Paul Fleischer, Berlin, Mitgl. 42 826. 
Hans Frohring, Augsburg, Mitgl. 62 072. 
Aug. Gießelmann, aus Jöllenbeck (Zw. Bielefeld), Mitgl. 
56 688. 

Albert Kaupmann, Bielefeld, Mitgl. 18 405. 

Herrn. Küster, Berlin-Reinickendorf, Mitgl. 47 414, zurzeit im 

Lazarett Chauny. 
Gust. Lippelt, Braunschweig, Mitgl. 55 259. 
Ernst Nötzel, Königsberg, Mitgl. 31 334, Bauleitender einer 

Armierungsabteilung. 
Herrn. Planck, Steglitz, Mitgl. 24 593, Unteroffizier der 

Landwehr (verwundet). 

Anderweitige Auszeichnungen erwarben: 

Max Frey, Augsburg, Mitgl. 36 612, Militär-Verdienstkreuz 
mit Schwertern. 

Paul Müller, Charlottenburg, Mitgl. 63 939, freiw. Kranken- 
pfleger im Felde, ,.Rote-Kreuz-Medaille". 

Claus Zöller, Hochemmerich, Mitgl. 73 017, hessische Tapfer- 
keitsmedaille. 



Es starben den Heldentod fürs Vaterland: 

Franz Braunekämper, Herne, Mitgl. 70145, seit 1.3.13. 
Nicol. Denk, aus Aeschach, (Verw. Lindau), Mitgl. 48 182, 
seit 1. 4. 08. 

Aug. Dörbandt, Düsseldorf, Mitgl. 60 488, seit 1. 1. 11, am 
26. 9. 14. 

Arnold Eitler, Berndorf i. Rsgb., Mitgl. 65 761, seit 1. 4. 12 
(Zw. Hirschberg), am 8.3. 1915 bei Lopusznor i. Rußland. 

Ernst Eisermann, Sameberg (Thür.), Mitgl. 51 490, seit 1.1. 
09, am 5. 3. 15 bei einem Sturmangriff bei Rawa (Ruß- 
land). 

Valentin Heinrich, Neumark O.-Pf., Mitgl. 66 447, seit 1. 4. 
1912 (Passau). 

Ludw. Heiß, Zwiesel, Mitgl. 52 851, seit 1. 4. 09 (Z.Deg- 
gendorf i. Bay.). 

Arthur Holthusen, Buxtehude, Mitgl. 78 621, seit 1. 7. 14, 
am 15. März im Kriegslazarett zu Chauny. 

Nie. Jessen, Hadersleben, Mitgl. 47 445, seit 1. 4. 08, am 
18. März im Elsaß. 



Johannes Krimniel, Mainz, Mitgl. 63 740, seit 1. 10. 11, am 

23. 2. 15 in der Champagne. 
Carl Kubisch aus Jüttendorf, Verwalt. Senftenburg, Mitgl. 

70 422, seit 1. 4. 13, am 4. 4. 15 in Rußland. 
Martin Kummer, Metz, Mitgl. 62 863, seit 1. 7. 11, am 6.4. 

15 im Priesterwald. 
Adolf Mühlenschulte, Elberfeld, Mitgl. 55 667, seit 1. 1. 10, 

am 4. März bei Ripont. 
Erich Neumann aus Zirke, zuletzt Posen, Mitgl. 69 385, am 

31. 8. 14. 

Karl Petersen, Stettin, Mitgl. 70 314, seit 1. 4. 13, auf dem 

westl. Kriegsschauplatz. 
Wilhelm Pohse aus Maltsch (Zw. Wohlau), Mitgl. 50 309, 

seit 1. 10. 08, in Feindesland am Typhus gestorben. 
Paul Rydzek, Duisburg-M., Mitgl. 39 616, seit 1. 7. 06, Ende 

März bei den Kämpfen zwischen Verdun und Reims. 
Heinrich Schade aus Gudensberg, Mitgl. 75 995 (Zweigverw. 

Cassel), seit 1. 4. 14, am 23. 2. 15. 
Heinrich Schneider, Cöln a. Rh., Mitgl. 65 138, seit 1.1.12, 

am 20. 2. 15 b. Ripont. 
Alfred Scholz, Ratibor, Mitgl. 55 142, seit 1. 1. 13, am 8. 12. 14, 

im Lazarett zu Stenay an Typhus gestorben. 
Peter Sporkmann, Geseke, Mitgl. 67 080, seit 1. 7. 12 (Zweig- 
verw. Lippstadt), Ritter des Eisernen Kreuzes. 
Jos. Zetl, Landshut, Mitgl. 36 467, seit 1.1.06, am 17.2.15. 

Es wurden verwundet: 

E. Alexander, Berlin-Reinickendorf, Mitgl. 58 880, Absturz 
in den Karpathen. 

Karl Dittmann, Hamburg, Mitgl. 67 483. 

Alfred Finne, Breslau, Mitgl. 70 574, durch Granatsplitter. 

Hans Jeppel, Saarburg i. Lothr., Mitgl. 69101 (in Gefangen- 
schaft geraten). 

Franz Lünnenberg aus Lüchtringen, Mitgl. 74 375. 

Paul Wille, Nordhausen, Mitgl. 70 408. 



Druckfehler-Berichtigung. 
Arthur Wilke, (nicht Arthur Wille), Leipzig. Mitgl. 28 967, 

am 26. Februar seinen schweren Verletzungen erlegen. 

(Vgl. Heft 13/14). 
Nicht Max Martin Boeck — ein Mitglied dieses Namens gibt 

es nicht — sondern Max Martin Schulz, Mitgl. 59 925, 

Königsberg, Ritter des Eisernen Kreuzes, am 

24. Februar in Polen gefallen. 



Brieg: Schölkopf 3,00, Nothtroff 1,00 (= 4,00). Brora- 
berg: Buchholz 1,00, Zühlke 2,00, Ruhnke 3,00, Poppler 1,50, 
Wehner 6,00, Pandow 6,00, Bruschat 9,00, Saß 4,00, Loren* 
3,00, Roth 1,50, Koloddczecki 3,00, Fritsch 2,00, Goertz 0,50, 
Pfeiffer 3,00, Hartmann 1,00, Schulz 10,00, Erbs 1,00, Kretsch- 
mer 15,00 (= 72,50). Bunzlau: Flegel 3,00. Cassel: Käb- 
berich 15,00, Hartwig 3,00, Witzeil 3,00, Schmidt 4,00, Bleitner 
9,00, Hasselbarth 15,00, Reiß 5,00, Brehme 9,00, Thielke 9,00, 
Hanke 10,00, Albert 9,00, Bennecke 9,00, Merbach 2,00, W. Schä- 
fer 6,00, Schlözer 4,00, Tränkner 1,50, Harre 3,00, Donat 6,00, 
Führ 2,00, Heiter 3,00, Mörs 5,00, Laus 3,00, Emerich 3,00 
(= 138,50). Charlottenburg: 8,00, Erlös aus dem Ver- 
kauf von Eintrittskarten zum Kriegsvortrag 4,00 (= 12,00). Cott- 
bus: 20,00. Düren: 20,00. Eckernförde: Mitglied Nr. 6850 
40,00. Elberfeld: 100,00. Es Ehweiler: 16,00. Fran- 
ke n s t e i n : 24,00. Frankenthal: Aue 5,00, Keul 3,00, 
Hüther 5,00, Gück 3,00, Unkelbach 3,00, Heißner 3,00, Christ- 
mann 2,00, Rumpf 4,00, Schwab 1,00, Eckert 3,00, Diebold 5,00, 
Hoffmann 2,00 (= 39,00). Frankfurt a. M. 13,00. Frank- 
furt a. O. 7,00. F r e i b u r g i. B. 24,00. Gelse nkirChen: 
28,00. Glatz: 1,50. G r a u d e n z: 55,25. H a n n o v e r: 28,00, 
Kunz, Wiegand, Warnecke, Wittmer, Bahr, Hennings, Raffeidt, 
Schönbaum, Wedemeyer, Baumgarten (Mitglieder des Militär- 
Neubauamtes) 26,00, Kahn 5,00, Keyser 1,00, Lohel 1,00, Alm 
3,00, Becker 1,00, Bruns 1,00, Richter 0,50, Gißrau 1,00, Hilde- 
brandt 1,00, Weißleder 2,00, Howahrde 3,00, Klasmeier 3,00, 
Sumburg 2,00, Potthoff 1,00, Neumann 1,00, Neuhäuser 0,50 
= 27,00 (= 81,00). Helgoland: 54,00. Hirschberg: 
15,00. Kaiserslautern: 27,65. Kattowitz: 100,00. Kiel: 
52,00, Betrieb Schiffb. Ress. der Kaiserlichen Werft, Kiel, 74,00, 
Bürker 20,00, Heinitz 40.00, Linke 108,00, Braun 93,00, Kauf- 



mann 12,00, Tiedemann 37,80, G. W. Sk. 18,00, Diverses 3,00 
= 331,80 (== 457,80). Königsberg i. Pr. : Flögel 10,00, 
Gabel 10,00, Wermke 10,00, Reimer 4,00, Bruntke 5,00, Ruhnau 
10,00 (= 49,00). Brandstätter 30,00, Brostowski 10,00, Budinski 
2,00, Bunge 4,00, Flögel 10,00, Freyer 3,00, Fürth 1,00, Gabel 
10,00, Geisbüsch 1,00, Goltz 2,00, Hoffmann 5,00, Janischewski 
10,00, Juraschka 2,00, Kniemeyer 1,00, Lascheit 5,00, Manthey 
5,00, Quadfassel 2,00, Reimann 6,00, Rörig 2,00, Rosenbaum 5,00, 
Simon 2,00, Sonntag 6,00, Steeg 25,00, Suhrau 2,00, Waldheyer 
2,00, Waschkau 2,00, Weigand 1,00, Willert 5,00, Wüstner 4,00 
= 165,00 (= 214,00). Konstanz: 50,00. Bln. - L i c h t e r - 
felde: Material-Prüfungsamt 8,00. Lotzen: 1030,00, Stadt- 
baumeister Riel 3,00 (= 1033,00). Magdeburg: 41,00. 
Mannheim: 90,00. Metz: 111,50. Neusalz a. O.: Berg- 
mann 2,00, Boer 2,00, Gebhardt 2,00, Korff 2,00, Winkler 2,00 
(= 10,00). Neuwied: Rödig 1,50, Heß 1,50, Bremecke 1,50 
(= 4,50). Nürnberg: 101,34. Oberhausen: 14,00. Of- 
fen b a c h : Horn 2,00. Ohligs: 10,00. P a n k o w: Ungenannt 
3,00, Stemmer 1,00, Sieg 1,00, Engel 2,00, Gutschow 1,00, Daal- 
meyer 1,00, Salewski 1,00, Lenz 1,00, Herholz 3,00, Peckmanrr 
1,00, Myrta 4,00, Krause 2,00, Erlös aus dem Verkauf von Ein- 
trittskarten zum Kriegsvortrag 4,25 (== 25,25). Pforzheim: 
6,00. Posen: Zander 20,00, Leder 10,00, Spindler 1,00, Hart- 
kopf 1,00, LüdiCke 1,00, Ginz 15,12 (= 48,12). Reinicken- 
dorf: Koch 1,00, Honigmann 2,00 (= 3,00). Rheine: Gibtner 
3,00, Schulte 1,00, Schlossareck 1,00, Mayer 1,00, Vorbrüggen 
1,00, Fischer 1,00, Riller 0,75, Gibtner 2,50, Meyer 1,00, Fischer 
1,00, Schlossareck 1,00, Vorbrüggen 2,00, Riller 0,75, Erlös aus 
dem Postkartenverkauf 2,00 (= 19,00). Rostock: 31,00. 
Schöneberg: 8,00, Erlös aus dem Verkauf von Eintritts- 
karten zum Kriegsvortrag 2,25 (= 10,25). Steglitz: 14,00. 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 Heft 17/18 



Tegel: 19,00 T h o r n : Verkauf 1 Kriegspostkarte 0,10. Vier- 
sen: 20,00. W e i ß e n f e 1 s : Dose 2,00, Nitzsche 3,00, Schwert- 
zel 3,00, Deister 5,00, Lindemann 5,00 (= 18,00). Wesel: 
26 00 Wilhelmshaven: 700,00. Wilmersdorf: 8,00, 
Kroll 3,00, Kühl 3,00, Brettner 3,00, Brause 1,00, Roedel 3,00, 
Holtemeyer 1,00, Langeheine 1,00, Ravmelt 2,00, Teschner 1,00, 
Wollenhaupt 1,00, Roeßler 15,00, Ungenannt 5,00, Martin 3,00, 
Schneider 4,00, Gruber 6,00, Dörger 6,00, Deiters 3,00, Gunthe- 
rodt 1,00, Schägel 2,00, Templin 2,00, Vorstandssitzung 8,00 
= 74 00 (= 82,00). Wittenberg: 21,00. Würzburg: 20,00. 
Zeitz: Laue 7,00, Leopold 5,00, Schipke 5,00, Ludwig 1,00, 
Theiler 2 00, Macherius 3,00, Krowatschek 5,00, Kühn 3,00, Kuhn 
2,00, Heber 2,00, Funger 3,00 (= 38,00) (= 4354,26). 

Mitglieder: Alting 10,00, Arnold 4,00, Gefr. Mich. Borst 1,00, 
H v. Carlovvitz 20,00, Erlös aus Kriegspostkarten: Koch 0,50, 
Kegel 0,50, Kanert 0,50, Deugosch 0,50, Echtler 0,50, Busse 0,50, 
Hartmann 0,50, Joachim 0,50 = 4,00 (= 24,00). Claus 5,00, Eick- 
haus 3,00, Elz 10,05, G. Fuhrmann 4,00, M. Groh 19,00, A. Gun- 
ther 10,00, W. Härder 11,00, W. Heite 3,00, Henning 4,00, 
M Immisch 10,00, Fr. v. Janushkiewicz 1,00, H. Kühlens 50,00, 
O. Lippold 1,00, Luek 2,00, Meise 4,00, M*yer 1,00, 2. Rate 
Möhle - Chemnitz 29 159 - 10,00, W. Müller 2,00, H. Peek 
3,00, W. Pfeiffer 20,00, Schroll 3,00, Schweder 4,00, R. Seide- 
mann 8,00, W. Seyring 1,00, C. Strobel 1,50, Tobolla 3,00, 
H Waldher 2,00, E. Weber 0,50, F. Wehner 4,00, M. Weigert 
8,00, Willemsen 3,00, Unbekannt 25,00, Unbekannt 2,50, Nr. 15 885 
10,00 (= 287,55). 



Zusammen 4 918,06 M. 

Dazu Endbetrag der 17. Quittung 100 683,45 M. 

105 601,51 M 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffent- 
lichung an Unterstützungen 2 633,78 M. 
Dazu Endbetrag der 17. Quittung 72 707,54 M. 

75 341,32 M. 

Die in Heft 13/14 für die Z.-V. Ingolstadt veröffentlichten 
M 63,00 wurden von folgenden Kollegen gespendet: 20,00, Fär- 
ber 3,00, Leupold 3,00, Hinschmann 2,00, Kießler 2,00, Burggraf 
2,00, Hoffmann 2,00, Obenauer 2,00, Engler 2,00, Friedrich 1,00, 
Schindler 3,00, Weigl 3,00, Frei 2,00, Henpfner 5,00, Höllerich | 
2,00, Karg 2,00, Mahn 2,00, Preß 1,00, Spreng 3,00, Ruhl 1,00 
(= 63,00). 

Die für die Zweigverwaltung Görlitz in Heft 13/14 veröffent- 
lichten Mark 45.— wurden von den folgenden Kollegen gespen- 
det: Tilgner 2,00, Kramer 6,00, Krähe 4,00, Wolff 4,00, Garke 
3,00, Franz 4,00, Landmann 5,00, Eckhardt 2,00, Kallinich 2,00, 
Liva 2,00, Przywara 2,00, Besser 2,00, Baum 2,00, Funke 1,00, 
Neumann 1,00, Jüttner 1,00, Otto 2,00 (= 45,00). 

Die in Heft 15/16 veröffentlichten M 10,00 für die Z.-V. 
Wernigerode wurden von den folgenden Kollegen gespendet: 
Zorn 2,00, Preiß 2,00, Tautz 2,00, Nötzoldt 2,00, Kuhlmann 2,00 

(= 10,00). 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 
Adressen der Geschäftsstellen des D. T.-V. 

Leipzig, jetzt Tau chaerstraße 9 II. 
Elberfeld, Bleichstraße 9. 
Bromberg, Rinkauerstraße 42. 
München, Elisenstraße 7. 
Berlin werden z. Z. verwaltet: 
Berlin 

Norddeutschland 
Mitteldeutschland 
Frankfurt a. M. 



In 



Berlin SW. 48, 
Wilhelmstraße 130. 



Alienstein. Adr.: Fr. Ruloff, Hohensteiner Querstr. IQ II. 
Amberg. Adr.: Gg. Hörmann, Amberg, F. 45. 
Aurich. Adr.: W. Ludwig, Ostertor 2. 
Bad Kissingen. Adr.: H. Juschelka, Ludwigstr. 15. (Nicht- 
Mitglied.) 

Berlin. Vrs.: Otto Dolz, Berlin NW. 87, Waldstr. 27. Kass.: 
Willi Eisfeld, Berlin NO. 55, Grellstr. 15. — Laut Beschluß un- 
serer letzten Vorstandssitzung sind die Bezirksabende während 
der Dauer des Krieges aufgehoben. Die gemeinschaftliche Ver- 
sammlung findet regelmäßig für unsere Zweigverwaltung am 
ersten Donnerstag im Monat, abends 8V2 Uhr im Hotel Nordi- 
scher Hof, Invalidenstr. 126, gegenüber dem Stettiner Bahnhofe 
statt. Gleichzeitig wird der Beschluß unserer Bezirksversamm- 
lungen vom März in Erinnerung gebracht, nach welchem Bei- 
tragsrückstände unter allen Umständen vermieden werden müs- 
sen, außerdem aber, daß jeder Kollege während der Dauer 
des Krieges verpflichtet ist, mindestens pro Monat eine Mark 
zur Stärkung der Kriegshilfe des D. T. V. vom Vertrauensmann 
zu entnehmen. Einberufungen zum Heere sind umgehend dem 
Vorsitzenden zu melden. 

Berlin-Friedenau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs. : Ernst Wiebe, Arch., 
Feuerbachstr. 18 1. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. — 
der Sitzung des erw. Vorstandes vom 22. April d. J. wurden zu- 
nächst zehn Kollegen gewählt, die allmonatlich den Vertrieb der 
Kriegsmarken durch persönlichen Besuch der Mitglieder bewerk- 
stelligen sollen, gleichzeitig die Zwecke des Verbandes im all- 

femeinen dabei fördernd. — Nächste Versammlung Dienstag, den 
. Mai, im Restaurant „Hohenzollernsäle". Dritter Kriegs-Familien- 
abend Sonnabend, 15. Mai, im „Rheineck". 

Berlin-Niederschöneweide. Adr.: W. Gurrau, Brückenstr. 29; 
Kass.: Walter Dittmann, Baumschulenweg b. Berlin, Glanzstr. 5. 

Berlin-Tegel. Adr.: Wilhelm Nowack, Berlin-Reinickendorf- 
West, Graf-Haeseler-Str. 29. 

Berlin-Tempelhof. Adr.: Richard Hauck, Albrechtstr. 54. 
Bernburg. Adr.: R. Grunewald, Kugelweg IIa. Kass.: Arth. 
Müller, Bornstr. 12. 

Brandenburg a. H. Adr.: Rudolf Tittel, Roonstr. 34. 
Breslau. Adr. u. stellvertretender Vrs.: H. v. Carlowitz, 
Breslau X, Weinstraße 78. Kass.: Anton Wolff, Breslau 



XXIII, Bohrauer Straße 97/99; Postscheckkonto Nr. 4407 
Breslau. — Die Versammlungen der Zweigverwaltune finden 
jeden Mittwoch nach dem Monatsersten, abends 8V2 Uhr, im 
Kaufmannsheim, Schuhbrücke 50, statt. Nächste Versammlung 
Mittwoch, den 5. Mai, abends 8 1 /* Uhr. Tagesordnung 
wird in der Versammlung bekanntgegeben. Besondere Ein- 
ladungen ergehen nicht. Der Vorsitzende Koll. Scheuner 
ist zum Heere einberufen worden. Sein Amt hat Koll. v. Carlo- 
witz, Breslau, Weinstr. 78 I, übernommen, an den alle für die 
Z.-V. bestimmten Briefe usw. zu schicken sind. Die Mitglieder 
werden dringend gebeten, ihre Beiträge und die Spenden für die 
Kriegshilfe pünktlich und reichlich an den Kassierer Koll. Anton 
Wolff, Postscheckkonto 4407 Breslau, abzuführen. Wohnungs- 
änderungen, besonders auch der Mitglieder, die zum Heere ein- 
gezogen werden, sind dem Schriftführer Koll. Lorbeer, Breslau, 
Klosterstr. 95, baldigst mitzuteilen. 

Briesen (Wpr.). Adr.: Karl Kühn, Schillerstr. 4 II. 

Burg (Bez. Magdeburg). Adr.: Franz Schmidt, Unterm- 
hagen 30. 

Danzig. Adr.: G.Möller, Danzig - Langfuhr, Hildebrandt- 
weg 301. Kass.: Blaschke, Danzig, Weidengasse 54. 

Darmstadt. Br.-Adr.: H. Sattler, Darmstadt, Viktoriastr. 26 II. 
Da nunmehr auch unser Kassierer dem Rufe zur Fahne hat folgen 
müssen, so bitten wir unsere Mitglieder, alle Beiträge und frei- 
willigen Spenden zum Kriegsfonds an die obige Adresse unseres 
Vorsitzenden gelangen zu fassen. Auch bitten wir unsere Mitt- 
wochs-Zusammenkünfte etwas fleißiger zu besuchen. 

Düsseldorf. Kriegsvertrauensmann: Gustav Lammert, Ing., 
Wagnerstr. 23. Kass.: H.Baumeister, Arch., Talstr. 59. Auskunftei 
U.Stellenvermittlung: W.Stellmacher, Ing., Ikenstr. 17. — Nächste 
Hauptversammlung Donnerstag, den 6. Mai 1915, abends 81/2 Uhr, 
im Vereinslokal „Rheinhof'', zu welcher um pünktliches und zahl- 
reiches Erscheinen gebeten wird. An die Zahlung der rückständi- 
gen Beiträge sowie der Spenden für die freiwillige Kriegshilfe 
wird erinnert. 

Duisburg-Meiderich. Adr.: E. Landgräber, Sommerstraße 1. 
Beitragseinziehung direkt. 

Elbing. Adr.: Adam Röder, Schmiedestr. 7 III. 

Essen-Ruhr. Adr.: Alwin Büttner, Feuerbachstr. 10. Kass.: 
J. Stender, Brigittastr. 58. 

Freiberg i. Sa. Adr.: Otto Henkler, Schönlebestr. 15. 

Fürstenwalde (Spree). Adr.: Karl Holla, Bergstr. 7. 

Gera-Reuß. Adr.: Oskar Windisch, Wittelsbacherstraße 22. 
Kass.: Max Krüger, Schützenberg 13. 

Gleiwitz (O.-S.). Adr.: Ing. Fr. Steinert, Niederwallstr. 13 II. 
Kass.: Arch. Alfr. Pander, Oberwallstr. 3. 

Görlitz. Adr.: Ing. P. Wolff, Leipzigerstr. 431. Kass.: Ewald 
Landmann, Moltkestr.il. 

Großenhain (Bez. Dresden). Adr.: Hugo Rothe, Kirchplatz 10. 
Kass.: Max Boden, Albertstr. 105. 

Hagen i. W. Adr.: Otto Trippier, Badstr. 18. 

Hamborn. Vrs.: F. W. Herber, Hamborn, Bleedkstraße 28. 
Kass.: F. Ruschenburg, Hamborn, Holtener Str. 218. Schriftf. : 
H.Wolf, Hamborn, Alleestraße 128. — Wir laden hiermit unsere 
Mitglieder zu der Versammlung am 7. Mai herzlich ein. Gleich- 
zeitig bitten wir, die restlichen Verbandsbeiträge bis einschließlich 
Monat April umgehend an Herrn Koll. Ruschenburg einzusenden. 



Heft 17/18 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



7l 



Hamburg. Tagesordnung für die Versammlung am Mittwoch, 
den 5. Mai, abends pünktlich 8V2 Uhr, in den Neustädter Gesell- 
schaftssälen, Valentinskamp 40-42. t. Versammlungsbericht vom 
3. März 1915. 2. Mitteilungen des Vorstandes. 3. Bericht des 
Kriegshilfs-Ausschusses. 4. Wahl eines Obmannes für die Gruppe 
„B". 5. Vortrag des Kollegen C. Krumbügel über: „K r i e g 
und Volksernährung". 6. Verschiedenes. Die im voraus 
zu zahlenden Mitgliederbeiträge für das zweite Vierteljahr wer- 
den im Geschäftszimmer, Ellernthorsbrücke 10 II, entgegenge- 
nommen, können auch durch die Post eingesandt werden. An 
den Sitzungsabenden nehmen der Schatzmeister oder dessen Ver- 
treter die Beiträge entgegen. Die Mitglieder der Zweigverwal- 
tung werden besonders auf den zeitgemäßen Vortrag aufmerksam 
gemacht. Verbandskollegen der benachbarten Zweigverwaltun- 
gen sind herzlichst willkommen. Auskünfte über die Schülermit- 
gliedschaft erteilt der Leiter der Schülerwerbetätigkeit, C. 
Krumbügel, Hamburg 31, Bei der Apostelkirche 8 III. 

Achtung: Gedenket unserer Kriegshilfe! Lasset die Ver- 
trauensmänner nicht vergeblich bei Euch anklopfen. 

Harburg a. E. Adr. : W. Wittig, Neuestr. 15. Leiter d. Schüler- 
werbetätigkeit: W. Wittig, Neuestr. 15. 

Jüterbog. Adr.: W. Taubert, Grünstr. 47. Kass.: Dreher, Zin- 
naerstr. 31. 

Karlsruhe i. B. Adr.: Karl Ludin, Ettlingen i. Ba. Kass.: Wilh. 
Henschel, Karlsruhe i. B., Sophienstr. 162 I. 

Kiel. Vrs.u. Br.-Adr.: W. Heinitz, Kiel-G., Kirchenweg 36 II. 
Vers, jeden 1. Donnerstag im Monat 8'/:- Uhr abends im Prinzen- 
hof, Kiel, Fährstr. 40. Tagesordnung für den 6. Mai 1915: 
1. Verlesen des Berichts über die letzte Verhandlung. 2. Ein- 
gänge. 3. Vortrag des Koll. Sch. : „Die Frauenberufsfrage", wozu 
auch die Frauen unserer Mitglieder eingeladen sind. Nach dem 
Vortrag freie Aussprache. 4. Kriegshilfe. 5. Verschiedenes. Die 
Vertrauensmänner erhalten jetzt Marken als Beleg für Kriegs- 
spenden vom stellvertretenden Kassierer Herrn H. Hahn, Kiel, 
Wilhelminenstr. 14 a, der gleichzeitig das Meldewesen und die 
Stellenvermittelung führt. Die Kriegshilfemarken können auf den 
letzten Seiten des Mitgliedsbuches eingeklebt werden. Reich- 
liche Spenden sind nötig. 

Königsberg i. Pr. Br.- u. Kass.-Adr. : Flögel, Hardenbergstr. 3. 
Stellenvermittlung: FricK, Luisenallee 56. Die Versammlungen 
finden Donnerstag nach dem 1. jeden Monats in unserem Ver- 
einslokal, der Jubiläumshaile, abends 8 Uhr, statt. Besondere Ein- 
ladungen werden nicht mehr zugesandt. — Jeden Sonntag vor- 
mittag Frühschoppen im Lokal der Jubiläumshalle. 

Köslin. Adr.: Hans Battige, Bergstr. 33. 

Landsberg a. W. Adr.: Paul Berge, Bismarckstr. 22. 

Leipzig. Adr.: H. Drachau, Leipzig-Li., Lützenerstr. 62. Kass.: 
Johs. Meyer, Leipzig-Li., Kanzlerstr. 15. 

Liegnitz. Adr.: Paul Krause, Jauerstr. 62. 

Ludwigshafen a. Rh. Nach längerer Pause traten wir mit 
einem Lichtbildervortrag des Herrn P. O. Rüppel, Berlin, General- 
sekretär der Deutschen Bodenreformer, über: „Zum Gedächtnis 
an Kiautschou, sein Aufstieg und Fall'* wieder an die Öffentlich- 
keit. Wir hatten damit einen guten Erfolg; der vorzügliche Vor- 
trag, der aus allen Kreisen der Bevölkerung gut besucht war (200 
Personen), erweckte das Interesse aller Anwesenden. Näheres s. 
Tagesztg. Wir geben damit unseren Kollegen ein Werbemittel in 
die Hand, von dem sie recht fleißig Gebrauch machen mögen. 
Es sei auch hier allen den Kollegen herzlich gedankt, die durch 
ihre Unterstützung, tatkräftige Mitarbeit und Verkauf von Ein- 
trittskarten zu dem Erfolg des Kiautschou-Abends beigetragen 
haben. — Am Mittwoch, den 5. Mai, abends 8 i/o Uhr, findet die 
nächste Monatsversammlung statt. Wir laden hierzu unsere Mit- 
glieder zu zahlreichem Besuch ein. Tagesordnung wird im Lokal 
(Bahnhofhotel, Nebenzimmer) bekannt gegeben. Neben interessan- 
ten Einläufen stehen wichtige Angelegenheiten zur Besprechung. 

Luxemburg. Adr.: G. Grell, Luxemburg-Bahnhof, Michel 
Rodangerstr. 24. 

Magdeburg. Adr.: E. Papenroth, Olvenstedter Str. 35 II. 

Mainz. Adr.: Jos. Schäfer II, Barbarossaring 43 II. Kass.: N. 
Lehr, Feldbergstr. 6 IL 

Marienburg. Adr.: Ing. P. Nicolai, Wilhelmstr. 12. 

Marktredwitz. Adr.: Paul Weck, Egedstr. 62 II. 

Meiningen. Louis Tantz, Schöne Aussicht. 

Metz. Geschäftszimmer: Ponceletstr. 6. Adr. f. Geld- und 
Einschreibesendungen: Hans Oberländer, Metz-Sablon, Hohen- 
zollernstr. 31. 

Münster i. W. Adr. : Willy Poetschke, Stauf enstr. 27. Kass. : 
J. Scheelke, Kettelerstr.3. 

Nordenham. Adr.: Franz Wilh. Steckert, Betr.-Ing., Plaat- 
weg 10. 

Northeim i. Hann. Adr.: Max Herbst. 

Nürnberg. Adr.: Polster; Schreyerstr. 14. Kass.: G. Hauen- 
stein. Berkhauserstr. 1. 



Offenbach a. M. Adr.: Karl Horn, Bismarckstraße 27 III. 
Kass.: Joh. Werner, Mittelseestraße 46. — Die nächste 
Hauptversammlung findet am Dienstag, den 4. Mai statt. 
Es ist wünschenswert, daß diese Versammlung wegen wichtiger 
Besprechungen möglichst zahlreich besucht wird. Am Diens- 
tag, den 11. Mai, findet abends 872 Uhr im Kaiser-Friedrich-Hotel 
ein Lichtbildervortrag des Herrn Kollegen Horn statt über 
„Augenblicksbilder vom Kriegsschauplatz". Diesen Vortrag ver- 
anstalten wir zugunsten unserer Verbandskriegsfürsorge, und 
wir bitten unsere Mitglieder, durch rege finanzielle Beteiligung 
das Los zahlreicher Familien unserer .m Felde stehenden Kol- 
legen verbessern zu helfen. Die Teilnehmerliste zirkuliert durch 
Herrn Auth, auch sind Eintrittskarten bei den Vorstandsmitglie- 
dern zu haben. 

Oldenburg i. Gr. Adr.: Heinr. Noll, Aeußerer Damm 26. 

Rathenow. Adr.: Herrn. Jungblut, Spandauerstraße 2. Kass.: 
Wilh. Jacobs, Jägerstr. 2 a. 

Ratibor. Adr.: Braschke, Herzogl. Baumstr., Bosatzer Str. 39. 

Solingen. Adr.: Otto Moser, Kaisterstr. 255 a. 

Stettin. Adr.: R. Zimmermann, Hohenzollcrnstraße 71. — 
Unsere nächste Versammlung findet am Mittwoch, den 12. Mai 
1915, abends 9 Uhr, im Restaurant „Zum Pschorrbräu", Falken- 
walder Straße 129, statt. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen 
unserer Mitglieder. 

Stralsund. Adr.: Walter Busch, Frankenstr. 14. 

Stralsund. Otto Martens, Frankenwallstr. 5. 

Trebnitz i. Schi. Adr.: Gustav Spindler, Kirchstr. 11. 

Vacha a. d. Werra. Adr.: Wilh. Müller, Ing. 

Weissenfeis a. S. Adr.: Jos. Deister, Merseburger Str. 11. 

Wiesbaden. Adr.: Heinrich Moumalle, Kindricherstr. 9. 

Wittenberg (Halle). Adr.: Max Lindemann, Bürgermeister- 
straße 4. Kass.: Heinr. Wrigg, Heubnerstr. 27. 

Worms. Adr.: Ludwig Keller, Kämmererstr. 53. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Die Situation in Ostpreußen ist zurzeit derart, daß wohl an 
verschiedenen Orten mit der baldigen Inangriffnahme der Arbei- 
ten für den Wiederaufbau gerechnet werden kann. Ein bestimm- 
ter Termin kann nicht angegeben werden, wohl aber wird, wenn 
die Nachfrage nach Technikern eintritt, eine schleunige Vorlage 
der Bewerbungsgesuche erforderlich werden. Wir geben deshalb 
Mitgliedern, welche sich für diese Stellen bewerben wollen, 
anheim, unserem Obmann in Königsberg, Herrn Heinrich Frick, 
Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I, einige fertige Bewerbungs- 
schreiben zur Verfügung zu stellen, damit Herr Frick diese dann 
bei eintretendem Bedarf und unter größtmöglichster Zeitersparnis 
den ausschreibenden Behörden und Firmen einreichen kann. 

Im Anschluß an vorstehendes machen wir ferner bekannt, 
daß wir zu der dem Herrn Oberpräsidenten von Ostpreußen 
im Monat Februar eingereichten Liste von Bewerbern um Tech- 
nikerstellen eine Nachtragsliste übergeben wollen. Wir stellen 
deshalb denjenigen Kollegen, welche die frühere Meldung auf- 
recht erhalten oder die Neuaufnahme in die Liste wünschen, frei, 
uns eine Nachricht zukommen zu lassen. 



Vakanzen. 

412 Regierungspräsident in Coblenz sucht f. d. Wasserbau- 
amt f. d. Mosel f. sof. eine techn. Hilfe als Ersatz f. d. z. Heere 
einberuf. Bausekretär. Es kommt indes nicht nur eine in der 
Verwaltung ausgebildete Kraft in Frage, sond. hauptsächl. eine 
Hilfe z. Ausarbeitung d. Sonderentwurfs f. ein Strommeister- 
dienstgebäude, einen Winterhafen u. ähnl. einfachere Aufgaben. 
Zureisekosten können n. d. Bestimmungen nicht gewährt werd., 
dagegen eine Monatsvergüt. bis zu 250 Mk. bei vierwöch. Kün- 
digung. Wahrscheinl. dauert die Beschäft. b. z. Beendig, d. 
Krieges. Bewerb. sind a. d. Herrn Regierungspräs, in Coblenz 
unt. Ang. d. J. Nr. I. 6. c. 116 einzureichen. 

499/500 Ingenieurbureau f. Abwässerklärung i. d. Nähe von 
Wiesbaden s. f. sof. noch einige Techn. Ges. m. Lebensl., Zeug- 
nisabschr. u. Gehaltsanspr. sind einzureichen an die Zweig- 
stelle Wiesbaden, z. H. des Herrn Maumalle, Kindricher Str. 9. 

507 Elektr. Blockstationen G. m. b. H. sucht f. ihren Betrieb 
einen Zeichner, d. i. d. Lage ist, Aufmessung v. Räumen u. 
maschinell. Anlag, vorzunehmen u. zeichnerisch z. Darstellung 
zu bringen. Ferner kommt die Anfert. v. sog. Installationszeichn. 
elektrisch. Beleuchtungsanlagen in Frage. Ges. m. Lebenslauf, 
Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. a. d. Hauptgeschäftsstelle in 
Berlin, Wilhelmstr. 130. 

555 Für einen Zimmermeister in Stettin wird sofort ein 
tücht. Hochbautechn. ges., gel. Z. Geh. 150—200 Mk. Gesuche 
an die Zwergstelle Stettin, z. H. des Herrn Borchert, - Stettin,- 
Stoltingstr. 27, senden. 



72 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 17/18 



556 Zimmermeister in Regenwalde sucht sof. ein tücht. 
Hochbautechn., gel. Z., z. Durcharbeitg. ein. Proj. f. Schloß- 
bau in Holzfachwerk, n. Skizzen u. z. Ausführg. dies. Baues 
sowie ander. Aufträge Beschäftigung, u. U. v. läng. Dauer. Geh. 
150—180 Mk. monatl. Ges. an die Zweigstelle Stettin. 

571/73 „Baukunst u. Raumkunst" in Düsseldorf sucht sof. 
zeichnerisch gut gebildete Herren z. Bearbeit. eines groß. Pro- 
jektes. Ges. m. LebensL, Zeugnisabschr. u. Geh.-Anspr. a. d. 
Zweigstelle Düsseldorf z. H. d. Herrn Stellmacher, Düsseldorf- 
Gerresheim, lkenstr. 17. 

581 Postbaubureau in Sorau (N.-L.) sucht 1 Techn. Ges. 
an die angegebene Adr. direkt einsenden. 

587 Kanalbauamt in Dorsten sucht mehrere jüng. Tiefbau- 
techn. Ges. wie üblich an die Zweigverwaltung Wesel z. H. 
des Herrn Winter, Wesel, Jahnstr. 12. 

588/91 Kgl. Wasserbauamt im Bezirk Oppeln sucht für 
Bureau- und Außendienst 4 Tiefbautechn. Beschaff, auf unbe- 
stimmte Zeit. Antr. sof. Ges. m. Zeugnisabschr. d. Baugewerk- 
schule, Lebensl., polizeil. Führungszeugnis, ärztl. Gutachten über 
d. Gesundheitszust. u. and. Zeugn. sind einzureichen an die 
Zweigstelle Breslau z. H. d. Herrn v. Carlowitz, Breslau, Wein- 
straße 78. 

599 Architekt in Tondern sucht zu sof. od. baldigst. Antr. ein. 
Bauführer. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. 
a. d. Zweigstelle Kiel z. H. d. Herrn Hahn, Kiel, Wilhelminen- 
straße 14 a, unter Angabe der Militärverhältnisse. 

603 Kgl. Hochbauamt im Bezirk Frankfurt a. d. O. sucht 
f. d. Ausarbeit, d. ausfjührl. Entwurfs u. Kostenanschlags f. d. 
Neubau d. Kirche in Nehesdorf b. Finsterwalde auf 3 Monate 
einen tücht., erfahr, u. geübt. Architekt (gut. Zeichn.), der auch 
Radfahrer sein müßte. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Ge- 
haltsansprüchen unt. Ang. d. Eintr.-Term. a. d. Hauptgeschäfts- 
stelle Berlin, Wilhelmstr. 130. 

608 Kgl. Talsperrenbauamt im Bezirk Chemnitz sucht einen 
Zeichner. Ges. wird ein Herr, der schon im Ingenieurbaufach 
zeichnerisch tätig war und sich die nötige Gewandtheit u. Ge- 
schicklichk. i. d. Anfert. v. Entwurfszeichn. erworben hat. Be- 
werbungsgesuche m. Lebensl., Zeugnisabschr., Gehaltsanspr. so- 
wie Probezeichn. sind einzureich. an die Zweigst. Chemnitz z.H. 
des Herrn F. Benndorf, Fritz-Reuter-Straße 19. 

610 Maschinenfabrik i. Greifswald sucht f. sof. tücht. selb- 
ständig. Techn. od. Install.-Meister f. Hausinstallation, z. An- 
schluß an die städt. Kanalisation. Ges. m. Lebensl., Zeugnisab- 
schrift, u. Angab, d. Gehaltsanspr. sowie d. Eintr.-Termins sind 
an die Zweigstelle Stettin, z. H. des Herrn Borchert, Stolting- 
str. 27, einzureichen. 

611 Maschinenfabriken im Bezirk Leipzig such. f. ihre Ab- 
teilung B Anlag, f. d. Braunkohlenbergbau mögl. sof. 1 jüng. 
Techn. f. Braunkohlenaufbereitung u. Transportanlagen. Ges. 
m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. GeTialtsanspr. an die Geschäfts- 
stelle Leipzig, Tauchaerstr. 9, senden. 

612 Patentanwaltsbureau im Bezirk Liegnitz (Görlitz) sucht 
einen Masch-Zeichn., d. flott m. einig. Selbständigk. zeichn. 
kann. Besuch einer Maschinenbau- oder Werkmeisterschule er- 
wünscht. Bewerber, die bereits Patentzeichnungen angefertigt 
haben, erhalten den Vorzug. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. 
u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Breslau z. H. d. Herrn 
v. Carlowitz, Breslau, Weinstr. 78. 

613/16. Fa. Krupp in Kiel (Gaarden) sucht Masch.-Techn. 
u. Ingenieure f. einige Monate ev. auch dauernd. Ges. m. Le- 
benslauf, Zeugnisabschr., Gehaltsanspr., Ang. d. Diensteintritts, 
Aufg. v. Referenzen sind schleunigst an die Zweigstelle Kiel 
z. H. d. Herrn H. Hahn, Wilhelminenstr. 14 a, einzureichen. 
Reichsangehörigkeit Bedingung. 

618 Pumpenfabrik A.-G. in Berlin sucht 1 jüng. Zeichner, 

Anfäng., d. etwas vertr. ist m. Pumpen- und Wasserversorgungs- 
anlagen, mögl. militärfrei. Antr. sogleich. Geh. 130 Mk. Ges. m. 
Lebensl. u. Zeugnisabschr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, 
Wilhelmstr. 130, einzureichen. 

619/21 Für ein Militärbauamt (St. Avold) werden als Ersatz 
f. z. Heeresd. eingez. Techn. mehrere Bautechn. gesucht, die 
Gewandth. i. Abrechn. u. Veranschlag, militär. Bauten besitzen. 
Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. sind an die 
Zweigstelle Straßburg i. Eis. z. H. des Herrn E. Koslowsky, 
Straßburg - Neudorf, Baldersweg 22, einzureichen. (Gesuche 
offen senden.) 

622 Militärbauamt II, Zweiggeschäftszimmer Moselweißer- 
weg 28 1 in Cöblenz s. f. Entwürfe- u. Abrechn. -Arbeit, sof. 
älter. Bautechn. Ges. mit Lebensl., Gehaltsanspr. u. Zeugnis- 
abschriften sind an das genannte Militärbauamt zu richten. 

623/25 Militär-Neubauamt i. Trier s. mehrere Hochbautech- 
nikerstellen z. besetzen. Ges. m. Zeugnisabschrift., Handskizzen, 
Lebensl. u. Gehaltsanspr. unter Angabe d. Militärverhältn. an 
das genannte Militärneubauamt senden. (Gesuche offen send.) 



626 27 Maschinenfabr. i. Magdeburg sucht f. d. techn. Bureau 
noch 2 Techn., d. i. Hebezeugbau wenigst, einigermaß, bewand. 
sind. Eintr. mögl. sof. Angeb. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. 
Gehaltsansprüch. an die Zweigstelle Magdeburg, z. H. d. Herrn 
P. Bobe, Magdeburg-Ferm., Faberstr. 13. 

628 Patentanwaltsbureau in Berlin sucht 1 Masch.-Zeichn., 
d. flott m. einig. Selbständigk. zeichn. kann. Besuch einer Ma- 
schinenbau- oder Werkmeisterschule erwünscht. Bewerb., d. be- 
reits Patentzeichnungen angefert. hab., erhalt, d. Vorzug. Ges. 
mit Lebensl., Zeugnisabschr. und Gehaltsanspr. an die Haupt- 
geschäftsstelle Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 130. (Siehe auch Ins.) 

629 Für die Kgl. Regierung z. örtl. Bauleit. d. Um- u. Erwei- 
terungsbaues d. Zentralgefängnisses in Gollnow wird ein er- 
fahrener Archit. auf wenigstens 2 Jahre sof. ges. Gehalt 240 
bis 250 Mk. monatl. Zeugnisse m. Lebensl. u. Gehaltsanspr. 
an die Zweigstelle Stettin, z. H. des Herrn Borchert, Stettin, 
Stoltingstr. 27. 

630 Maurermeister in Frankfurt a. d. O. s. 1 tücht. Hoch- 
bautechn., d. flott zeichnet u. besond. in Aufstell, v. Kosten- 
anschläg. u. Abrechng. bewandert ist. (Ev. auch Maurer- oder 
Zimmermeister.) Geh. bis 300 Mk. Bewerbung m. Gehaltsanspr. 
u. Refer. an die Hauptgeschäftsstelle, Berlin SW. 48, Wilhelm- 
straße 130. 

631 Städt. Schä.zjngsamt i. Stettin s. sof. 1 Hochbautechn. 

m. gut. VorDiidung. Geh. 180,00 M, u.U. auch mehr. Gesuche an 
die Zweigstelle Stettin, z. H. des Herrn Borchert, Stettin, Stolting- 
straße 27. 

632 Baugeschäft i. Neuendorf b. Gerdauen s. 1 Bt. (Z. oder 
Z. u. M.), d. i. Projekt, v. landwirtschaftl. Bauten (Ställe usw.) firm 
ist u. sauber arbeit., z. sofortig. Antr. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschriften u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., 
z.H. des Herrn Hch. Frick, Königsberg i. Pr., Luisen- Allee 56 I. 

633 Gr. Masch.-Fabr. Niedersehrs., Bez. Breslau, sucht z. 
baldig. Eintr. jüng. Masch.-Techn. f. allgem. Maschinenb. (erw. 
etwas Praxis i. Kranbau). Geh. ca. 130 bis 140 M. Bewerbg. an die 
Zweigstelle Niederschlesien, z. H. des Herrn Joh. Nahrendorf, 
Waldenburg i. Schles., Fürstensteinstr. 6 a III. 

634 Kgl. Maschinenbauamt Stettin sucht 1 Techn. für sof. 
Kenntn. i. Schiffbau erwünscht, f. Zeichner. Arbeit. Gesuche an die 
Zweigstelle Stettin, z. H. d. Hn. Borchert, Stettin, Stoltingstr. 27. 



Nachtrag 

zu der in Heft 15/16 der D. T.-Z. veröffentlichten Liste der 
Zweigstellen der Stellenvermittlung. 

Nürnberg: An Stelle des Herrn Herzer ist jetzt Obmann Fritz 

König, Wodanstr. 59 II. getreten. 
Wiesbaden: An Stelle des H. Wessel Hch. Maumalle, Wies- 
baden, Kindricher Str. 9. 
Neu hinzugekommen: 
Stuttgart: Hch. Neff, Stuttgart-Berg, Rudolfstr. 14 II. 
Wesel: P. Winter, Jahnstr. 12. 



Steckenpferde 
Seife 

*du& beste £&i&ynJldK&zxfe, 

ffazcLrbzrDejCpye, r>cujub 



STERBETAFEL 

Emmo Keller, Kgl. Bahnmeifter a. D., Görlitz, 
Mitgl. 7201, feit 1. 7. 92, geftorben am 1. 4. 15. 

Emil Lieber, Braunfeh weig, Mitglied 43043, feit 
1. 4. 07, geftorben am 10. 4. 15. 

Wilh. Wendel, Irmenadi <Zweigverw. Duisburgs 
Meiderich), Mitgl. 56304, feit 1. 1. 10, geftorben 

am 3. 4. 15. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 

Dr. Hörle, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 15. Mai 1915 Heft IQ 20 



Ein Brief über die Beitragseinziehung 



Sehr geehrter Herr Kollege! 

In der letzten Sitzung Ihrer Verwaltung haben sich, 
wie Sie uns schreiben, einige Mitglieder mit dem Vorgehen 
des Verbandes in der Beitragseinziehung nicht einverstan- 
den erklärt. Sie erwähnen, daß es sich um ältere Mitglieder 
handelt, die bisher regelmäßig ihren Beitragspflichten nach- 
gekommen, und die nun diesmal mit einer Nachnahme be- 
dacht worden sind. Wir danken Ihnen bestens dafür, daß 
Sie in der Versammlung bereits darauf hingewiesen haben, 
gerade jetzt während des Krieges müsse von jedem ein- 
zelnen Mitgliede die pünktlichste Innehaltung aller seiner 
Verpflichtungen gegenüber dem Verbände gefordert wer- 
den, damit der Verband trotz der schweren Kriegszeit kräf- 
tig dasteht und den Tausenden, die nach endgültig er- 
rungenem Siege heimkehren, als starker Schutz zur Seite 
stehen kann. In der Tat ist das der Grundgedanke, der uns, 
die wir noch nicht zu den Fahnen einberufen sind, bisher 
bei unserer ganzen Verbandsarbeit geleitet hat. Wir müssen 
unseren Kollegen, die draußen im Felde für unser Vaterland 
kämpfen, zeigen, daß auch wir in der Zwischenzeit nicht 
müßig gewesen sind, daß auch wir unsere Pflicht getan 
haben, um die Organisation unseres Verbandes so fest wie 
möglich auszubauen. 

Aber daß die Kollegen ihren Unwillen geäußert haben, 
ist eigentlich nur darauf zurückzuführen, daß sie leider mit 
den Satzungsbestimmungen nicht so vertraut sind, wie es 
eigentlich von jedem Mitgliede gefordert werden müßte. 
Wir haben jetzt ja weiter nichts getan, als uns streng an 
die Satzung zu halten. Da aber nicht nur unter den Mit- 
gliedern Ihrer Verwaltung, sondern auch sonst in weiten 
Kreisen des Verbandes über die den Mitgliedern durch die 
Satzung auferlegten Pflichten viele Unklarheiten bestehen, 
ist es vielleicht gut, wenn wir Ihnen mit diesem Schreiben 
einmal eine ganz ausführliche Antwort geben und den Brief 
dann in der „Deutschen Techniker-Zeitung" veröffentlichen, 
damit auch alle Mitglieder einmal von seinem Inhalt Kennt- 
nis nehmen können. 

Es wird zunächst meistens übersehen, daß nach § 19 
die Mitglieder verpflichtet sind, den Beitrag von 2 Mark 
monatlich im voraus zu entrichten. Leider haben nur 
wenige Kassierer auf die Innehaltung dieser Satzungs- 
bestimmung gedrungen. Die Mitglieder, die regelmäßig 
die Versammlungen besuchen, kommen dieser monatlichen 
Vorauszahlung ja gern und leicht nach. Denn wenn der 
Kassierer auf dem Posten ist, so wird er von allen Kollegen, 
die zur Sitzung gekommen sind, den fälligen Monatsbeitrag 
erheben. Aber diejenigen Mitglieder, die der Versammlung 
ferngeblieben sind — und es sind deren leider recht viele — 
werden bei der Einkassierung nicht erreicht, und so sam- 
melt sich denn der Beitrag Monat auf Monat an. Nur eine 
kleine Anzahl der Verwaltungen hat die Einrichtung ge- 
troffen, daß die Beiträge von diesen Mitgliedern dann durch 
einen Einsammler oder durch Vertrauensmänner eingezo- 
gen werden; oft erfolgt diese Einziehung dann aber auch 
zu spät, wenigstens später, als es satzungsgemäß zulässig 
ist, wie wir weiter unten zeigen werden. 

Darum sind wir auf Grund der Beschlüsse des Metzer 
•Verbandstages dazu übergegangen, alle Vierteljahre durch 



die Versendung von Nachnahmen reinen Tisch zu machen. 
Im dritten Monat eines jeden Vierteljahres stellen die Ver- 
waltungen ihre Abrechnungen auf, die sie dann an ihre zu- 
ständige Geschäftsstelle weitergeben. Das beste wäre es 
nun, wenn gleich für diejenigen Mitglieder, die mit ihrem 
Beitrage im Rückstände sind, Nachnahmen ausgeschrieben 
und versandt würden. Dieser Weg ist aber leider nicht 
gangbar. Denn erstens müssen erst sämtliche Abrechnungen 
der Verwaltungsstellen eingegangen sein, ehe die Nach- 
nahmeversendung vorgenommen werden kann. Da viele 
Mitglieder oft ihren Aufenthalt wechseln, so würde das 
Ausschreiben der Nachnahmen auf Grund der vorliegen- 
den Abrechnung einer Zweigverwaltung nicht immer zu- 
treffend sein, weil die erst zugezogenen Mitglieder ihren 
Beitrag bei ihrer früheren Verwaltung entrichtet haben 
können, deren Abrechnung vielleicht nicht so pünktlich 
wie die der neuen Verwaltung eingegangen ist. Es müssen 
darum erst alle Abrechnungen der Verwaltungen geprüft 
sein, ehe die Nachnahmen versandt werden können. Zwei- 
tens können wir aber nur dann die Nachnahme versenden, 
wenn auch Aussicht auf Einlösung vorhanden ist. Je weiter 
wir in den Monat hineinkommen, desto ungewisser ist es, 
ob das Mitglied noch in der Lage ist, 6 Mark — denn um 
solche Beträge handelt es sich in der Regel — abzustoßen ; 
bei dem verhältnismäßig niedrigen Gehalt der meisten Mit- 
glieder ist doch jede Mark genau eingeteilt. Wenn wir uns 
von der Versendung der Nachnahmen einen Erfolg ver- 
sprechen wollen, so müssen sie gleich zum Ersten des Mo- 
nats von der Post vorgezeigt werden, damit dem Mitgliede 
die Einteilung seiner Ausgaben für den Monat noch mög- 
lich ist. Auf Grund dieser Erwägungen sind wir dazu ge- 
kommen, die Nachnahmen nicht gleich nach Eingang der 
Abrechnung, sondern erst zum Ersten des zweiten Monats 
des neuen Vierteljahres zu versenden. Da aber nun oft 
Mitglieder noch nachträglich an die Verwaltung Beiträge 
entrichten, so hlben unsere Kassierer die sogenannten 
„gelben" Karten für „nachträgliche Zahlung", in denen 
jede Zahlung, die noch nach Absendung der Abrechnung 
für das verflossene Vierteljahr erfolgt, sofort gemeldet 
wird, damit die Nachnahme zurückgehalten werden kann. 

Sie deuteten an, daß das Versenden der gelben Karten 
für den Kassierer eine große Arbeit bedeutet. Wir geben 
Ihnen gern zu, daß in den Verwaltungen, wo die Mitglieder 
nicht an pünktliche Beitragszahlung gewöhnt sind, dadurch 
manche Arbeit entsteht. Die Mühe wird aber immer ge- 
ringer werden, je mehr die Mitglieder an pünktliche Bei- 
tragszahlung gewöhnt sind. Einen idealen Zustand in der 
Beitragseinziehung werden wir haben, wenn unsere Mit- 
glieder und Verwaltungen sich an folgende Grundsätze 
halten : 

Die Mitglieder, die pünktlich zur Monatsversammlung 
kommen, zahlen dort an den Kassierer monatlich ihre zwei 
Mark, oder, wenn es ihnen möglich ist, zu Anfang jeden 
Vierteljahres gleich den Beitrag von 6 Mark für die drei 
Vierteljahrsmonate. Die Mitglieder, die aus irgend einem 
Grunde nicht die Versammlungen pünktlich besuchen, sen- 
den monatlich ihren Beitrag, oder, was noch mehr zu 
wünschen ist, gleich den Beitrag von 6 Mark durch Post- 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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anweisung an ihren Kassierer ein. Hat die Verwaltung die 
Einrichtung der Vertrauensmänner oder der Betriebsgrup- 
pen getroffen, oder steht ein Einsammler zur Verfügung, 
so ist von allen Mitgliedern, die nicht die erste Versamm- 
lung des Vierteljahrs besucht haben, zu Beginn des zwei- 
ten Monats der Beitrag von 6 Mark einzuziehen. 

Wenn diese Grundsätze befolgt werden, dann kann 
der Kassierer mit der Abrechnung wohl fast alle Beiträge 
an den Verband abführen. Die wenigen Mitglieder, die noch 
mit ihrem Beitrage im Rückstände sind, erhalten dann die 
Nachnahmesendung. 

Vollständig falsch ist es von den Verwaltungen, wenn 
sie erst im dritten Monat oder gar erst nach Ablauf des 
Vierteljahrs von den säumigen Mitgliedern die Beiträge 
einzuziehen suchen. Das muß schon zu Beginn des zweiten 
Vierteljahrsmonats geschehen. Die gute Absicht der Ver- 
waltungen, nun noch schnell nach Abschluß des Viertel- 
jahres von allen säumigen Mitgliedern die Beiträge ein- 
ziehen zu wollen, soll nicht verkannt werden. Dadurch wird 
aber in die Nachnahmeeinziehung die größte Verwirrung 
gebracht. 

Sie beklagen sich in Ihrem Schreiben darüber, daß 
auch Mitgliedern Nachnahmen zugesandt worden sind, die 
nur ihren Beitrag für den letzten Vierteljahrsmonat nicht 
entrichtet haben, also nur 2 Mark schuldeten. A'n dieser 
Einziehung auch der Restbeiträge von 2 Mark müssen wir 
aber festhalten, schon eben deswegen, weil die Mitglieder 
nach § 19 der Satzung zur Vorauszahlung der Bei- 
träge verpflichtet sind. Die kleine Mahnung durch die Nach- 
nahme wird mit der Zeit schon dazu führen, daß die Mit- 
glieder jedes Vierteljahr dafür sorgen, daß ihre Beiträge 
auf dem Laufenden sind. Wir müssen aber auch des- 
wegen an der Einziehung dieser rückständigen Beiträge 
von 2 Mark festhalten, damit der Grundsatz, daß nach 
Schluß jeden Vierteljahrs alle Mitglieder mit ihren Bei- 
trägen ganz auf dem Laufenden sind, erfüllt ist. 

Wollen Sie aber trotzdem einem solchen Mitgliede, das 
vielleicht nur aus Vergeßlichkeit den Beitrag für den letzten 
Monat nicht entrichtet hat und das sonst regelmäßig zahlt, 
die Nachnahme ersparen, so steht es Ihnen ja frei, durch 
Ausschreiben einer „Stundungskarte" die Absendung dieser 
Nachnahme zu verhindern. In § 20 der Satzung ist ja vor- 
gesehen, daß Beiträge mit Zustimmung der örtlichen Ver- 
waltungsstelle ein Vierteljahr gestundet werden können. 
Sie brauchen also nur der Abrechnung eine solche rote 
Stundungskarte für das betreffende Mitglied beizufügen 
und alles ist Ihrem Wunsche gemäß erledigt. Aber gerade 
aus diesem § 20 geht hervor, daß die Satzung vorschreibt, 
daß kein Mitglied mit seinem Beitrage im Rückstände sein 
darf, wenn es nicht Stundung erhalten hat. 
Auch hieraus rechtfertigt sich die Versendung von Nach- 
nahmen, selbst wenn es sich nur um Beträge von 2 Mark 
handelt. 

Die Stundung kann von der örtlichen Verwaltung durch 
Ausschreiben der Stundungskarten auch solchen Mitglie- 
dern gewährt werden, die noch mit allen Beiträgen für 
das letzte Vierteljahr rückständig sind, also bei Absendung 
der Abrechnung 6 Mark schulden. Durch Gewährung der 
Stundung übernimmt dann aber die Verwaltung die Ver- 
pflichtung, sofort für den Eingang dieser Beitragsschuld zu 
sorgen. . Sollte der Betrag nicht im nächsten Monat ein- 
gezogen werden können, dann tritt § 15 der Satzung in 
Kraft, wonach ein Mitglied aus den Listen des Verbandes 
gestrichen wird, wenn es mit seinen Beiträgen länger als 
drei Monate im Rückstände ist. Ist von einem Mitgliede, 
dem die Ortsverwaltung Stundung gewährt hat, der Beitrag 
bei der nächsten Mahnung also nicht zu erhalten, so muß 
umgehend der Hauptgeschäftsstelle Nachricht gegeben 
werden, damit diese den Betrag ann. ahnen und nötigenfalls 
die Streichung vollziehen kann. 



In diesem § 15 heißt es zwar, daß die Streichung er- 
folgt, wenn ein Mitglied mit seinen Beiträgen länger als 
drei Monate im Rückstände ist, „ohne Stundung er- 
halten zu habe n". Die Gewährung dieser über drei 
Monate hinausgehenden Stundung kann aber nicht durch 
die Ortsverwaltung erfolgen. Denn im § 20 ist ausdrück- 
lich festgelegt, daß die Ortsverwaltung nur Stundung bis 
zu einem Vierteljahre gewähren kann. Ist ein Mitglied auch 
nach 3 Monaten nicht in der Lage, seinen Zahlungsver- 
pflichtungen nachzukommen, so muß es einen beson- 
deren Antrag an den Geschäftsführenden 
Vorstand stellen. Die weitergehende Stundung wird 
dann in der Regel aber nur unter der Bedingung gewährt, 
daß sich das Mitglied zur ratenweisen Tilgung seiner Bei- 
tragsschuld bereit erklärt. Bis das Mitglied wieder mit 
seiner Beitragszahlung auf dem Laufenden ist, muß es seine 
Zahlungen direkt an die Hauptgeschäftsstelle richten, damit 
dort eine ,genaue Kontrolle der Beitragszahlungen statt- 
findet. 

Sie sehen also, sehr geehrter Herr Kollege, daß alle 
unsere Maßnahmen in der Satzung genau begründet sind. 
Wir geben es offen zu, daß in der Beitragszahlung eine ge- 
wisse Nachlässigkeit eingerissen war. Nicht, daß die Mit- 
glieder nicht schließlich ihre Beiträge doch gezahlt hätten; 
aber es war bei einem großen Teil der Mitglieder gang 
und gäbe, die Beiträge immer erst nachträglich zu zahlen. 
Bekamen wir doch von Mitgliedern, die sich sonst um den 
Verband kümmern, entrüstete Briefe wegen der zuge- 
sandten Nachnahme mit dem Hinweis, sie hätten ihre Bei- 
träge doch stets pünktlich gezahlt. Die Feststellung ergab 
dann, daß sie den Beitrag für das erste Halbjahr stets im 
Juli oder August, die Beiträge für das zweite Halbjahr im 
Januar oder Februar des nächsten Jahres gezahlt hatten. 
Das wurde als pünktliche Beitragszahlung angesehen! In 
der Satzung ist ein solches Verfahren aber gar nicht be- 
gründet. Ebenso wie die Mitglieder nachträglich „pünkt- 
lich" gezahlt haben, werden sie sich auch daran gewöhnen, 
im voraus, wie es die Satzung vorschreibt, pünktlich zu 
zahlen. Der Verband braucht dringend diese pünktliche 
Beitragszahlung, zumal jetzt im Kriege, wo es auf jede 
100 Mark ankommt, die uns jetzt und nicht erst nach einem 
halben Jahre zur Verfügung stehen. Bedenken Sie, was der 
Verband durch diese unregelmäßige Beitragszahlung allein 
an Zinsen eingebüßt hat! 

Und auch die Einziehung der Beiträge durch Nach- 
nahme ist doch nichts Besonderes. Wir waren erstaunt, 
Schreiben zu erhalten, in denen die Mitglieder die Zusen- 
dung einer Nachnahme als eine „Beleidigung" ansehen. 
Es wäre ihnen im Leben noch nicht passiert, daß sie eine 
Nachnahme zugesandt erhalten hätten. Diese Mitglieder 
übersehen, daß es im Geschäftsleben allgemein üblich ist, 
Gelder, die nicht eingehen, durch Nachnahme einzuziehen. 
Wenn die Mitglieder noch nie Nachnahmen erhalten haben, 
liegt der Grund darin, daß sie den Betrag im voraus ein- 
gesandt haben. Nun, dann müssen sie auch dem Verbände 
gegenüber die satzungsgemäße Verpflichtung der Voraus- 
zahlung einhalten und dadurch die Zusendung der Nach- 
nahme vermeiden. Uebrigens ziehen auch die übrigen An- 
gestelltenverbände die rückständigen Beiträge durch Nach- 
nahmen ein. 

Auch darüber haben wir Beschwerden erhalten, daß 
wir die Nachnahmen ohne vorherige Ankündigung zu- 
schickten. Genügt es denn wirklich nicht, daß wir in der 
Zeitung mehrere Male, und zwar an hervorragender Stelle, 
darauf hinwiesen, daß alle rückständigen Beiträge durch 
Nachnahmen eingezogen werden? Aber da kommen wir 
eben auf den wunden Punkt, daß viele Mitglieder die Zei- 
tung gar nicht lesen. In Heft 1/2 der D. T.-Z. hatten wir ein 
Merkblatt über die Beitragszahlung veröffentlicht mit der 
Bitte, es auszuschneiden und in das Mitgliedbuch einru- 



Heft 19/20 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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kleben. Mehrere hundert Mitgliedbücher sind uns hier in 
der Hauptgeschäftsstelle seitdem durch die Hand gegangen 
und ein einziges konnten wir bisher finden, in dem das 
Merkblatt eingeklebt war. Auch das zeigt wieder, wie wenig 
die Veröffentlichungen in der Zeitung berücksichtigt wer- 
den. Ob es wohl einmal besser werden wird? 

Aber dann kommen die Briefe, die allein der bösen 
Hauptgeschäftsstelle alle Schuld beimessen. Wir sind über- 
zeugt, daß, wenn wir diesen Brief in der D. T.-Z. veröffent- 
licht haben, genau dieselben Fragen, die wir hier behandelt 
haben, uns wieder vorgelegt werden. Gewiß ist bei dem 
Uebergang von dem bisherigen Verfahren der Beitragsein- 
ziehung zu dem jetzigen mancher Irrtum entstanden, beson- 
ders bei den Verwaltungen, deren Kassierer plötzlich ein- 
berufen worden sind und die uns keine Abrechnung über- 
mittelt haben, so daß wir gar nicht unterrichtet waren, wie 
weit die Mitglieder die Beiträge bezahlt hatten. Diese 



SOZIALPOLITIK 8 



Sozialpolitik im Reichstag*) 

Der Krieg hat einige alte sozialpolitische Forderungen als 
besonders aktuell erscheinen lassen. Auf der anderen Seite hat 
er einige neue soziale Fragen aufgerollt. Der Reichstag konnte 
gelegentlich seiner dritten Kriegstagung an diesen Dingen nicht 
achtlos vorübergehen. Natürlich traten Wünsche einzelner Grup- 
pen zurück, nur die großen und grundsätzlichen Fragen standen 
zur Debatte. Als Ergebnis kann von vornherein festgestellt wer- 
den: Im Reichstag selbst fanden die sozialpolitischen Tages- 
fragen ein lebhaftes Echo, was sich in den einzelnen Entschlie- 
ßungen zeigt. Dagegen zeigte die Regierung eine mehr als über- 
große Zurückhaltung. Wenn auch der Ton der Bundesregierun- 
gen etwas wärmer war, als der der preußischen Regierung im 
Abgeordnetenhaus gelegentlich der Debatte über die Polenpoütik, 
das Wahlrecht und das Koalitionsrecht, so war das praktische 
Ergebnis in den beiden Häusern das gleiche: „Nur nieht 
festlegen, die Lösung der Fragen bis nach dem 
Kriege vertage n". Man versprach alles wohlwollend zu 
prüfen, konnte auch die Berechtigung der aufgestellten Forde- 
rungen nicht leugnen, begründete aber mit dem „Burgfrieden" 
die Unmöglichkeit, während des Krieges praktisch zugreifen zu 
können. Auch wir sind uns klar, daß man während eines Krieges 
nicht ohne weiteres große sozialpolitische Fragen lösen kann, 
es hätte aber vollkommen genügt, schreibt die „Soziale Praxis" 
in Nr. 26, wenn die Regierung sich zu einigen Nutzanwendungen 
der neuen innerpolitischen und sozialen Vertrauensgrundsätze für 
die Behandlung der vorgebrachten Fragen frisch und freudig 
bekannt hätte. 

Naturgemäß löste die Frage der Lebensmittelver- 
sorgung eine besonders starke Debatte aus. Die Abstimmung 
ergab die Annahme von Anträgen auf Beseitigung von Wild- 
schäden, auf Maßnahmen zur Preisregelung von Brot, Mehl und 
Kartoffeln, wobei vor allem auf die ungeheure Spannung zwischen 
Getreidepreisen und Preisen für Mehl und Brot hingewiesen 
wurde, zur Sicherung von Gerste und Malz für die menschliche 
Ernährung und weitere Einschränkung der Bier- und Branntwein- 
erzeugung. Die Schnapserzeugung aus Nahrungs- und Genuß- 
mitteln soll vollkommen verboten werden. Auf die Forderung 
nach Beschlagnahme der Kartoffelvorräte erwiderte die Regierung, 
daß sie in den UebersChußbezirken zunächst etwa 2 Millionen 
Tonnen, die in den Mieten der Landwirte bleiben können, zu- 
gunsten der Verbraucher in den großen Städten beschlagnahmen 
wolle. 

Noch drei weitere engere Kriegsfragen standen zur Erör- 
terung: Wochenhilfe, Familienunterstützung und Kriegsteil- 
nehmerfürsorge. Bei der Wochenhilfe handelte es sich im 
wesentlichen darum, die Bekanntmachung vom 3. Dezember 1914 
dahin auszudehnen, daß die Wochenhilfe allgemein gewährt wird, 
wenn der Ehemann bei Ausbruch des Krieges ein Einkommen von 
weniger als 2500 M bezogen hat oder wenn der Ehemann bei- 
Eintritt in den Kriegsdienst als selbständiger Gewerbetreibender 
oder als Landwirt regelmäßig nicht mehr als 2 Lohnarbeiter be- 
schäftigt hat. Sodann wurde die Ausdehnung der Wochenhilfe auf 
Wöchnerinnen solcher versicherungsberechtigten Kriegsteilnehmer 
gewünscht, die infolge des Krieges aus einer Krankenkasse aus- 



*) Der Artikel ist gleich nach der 3. Tagung des Reichstags 
geschrieben, kommt aber wegen Raummangels jetzt erst zur Ver- 
öffentlichung. 



Schwierigkeiten sind jetzt aber überwunden, so daß wir in 
der Zukunft auch hier alle Unzuträglichkeiten vermeiden 
können. 

Nun zum Schluß, sehr geehrter Herr Kollege, noch 
einmal herzlichen Dank für Ihre Bemühungen. Wir können 
uns ja auf Sie verlassen, daß Sie die oben niedergelegten 
Anschauungen vertreten werden, und die Veröffentlichung 
dieser Zeilen in der D. T.-Z. wird auch dazu beitragen, 
weitere Aufklärung über diese Verwaltungsmaßnahmen in 
den Mitgliederkreisen zu verbreiten. Unser aller Wunsch ist 
es ja, daß wir unseren Deutschen Techniker-Verband über 
die schwere Zeit des Krieges gut hinwegbringen, so daß wir 
nach dem Kriege einen fest gefügten Berufsverband haben. 

Mit kollegialem Gruße 
Deutscher Techniker-Verband, Abteilung V 
Erich H ä n d e 1 e r. 



geschieden sind, von dem Rechte der Weiterversichcrung keinen 
Gebrauch machen. Die Regierung sagte eine wohlwollende 
Prüfung der beiden von der Reichstagskommission gegebenen 
Anregungen zu. 

Die Unterstützung der Familien der Kriegs- 
teilnehmer ist im Gesetz vom 28. Februar 1888 geregelt. 
Es ist aber klar, daß bei dem infolge der allgemeinen Teuerung 
eingetretenen Sinken der Kaufkraft des Geldes die gewährten 
Unterstützungen vielfach kaum ausreichen. Die Hauptwünsche 
des Reichstags gingen dahin, die Bedürftigkeit als Voraussetzung 
für die Kriegsunterstützung zu beseitigen, die Unterstützungen 
zu erhöhen, den Kreis der Berechtigten zu erweitern und gegen 
die Entscheidung der Lieferungsverbände noch ein Rechtsmittel 
an eine höhere Instanz zu gewähren. Die Regierung erklärte sich 
bereit, die für den Winter bestehenden höheren Sätze über den 
1. April hinaus zu gewähren und die Prüfung der Bedürftigkeit in 
wohlwollender Weise vorzunehmen. Im übrigen aber sei eine 
schematische Regelung des Unterstützungswesens und der vielum- 
strittenen Bedürftigkeitsfrage nicht möglich; man müsse den Ge- 
meinden die individualisierende Behandlung der einzelnen Fälle, 
gestützt auf die Millionen-Zuschüsse des Reichs und der Bundes- 
staaten, überlassen. Die Einführung eines besonderen Rechts- 
mittels der Beschwerde gegen die Entscheidung der Lieferungs- 
verbände sei nicht angängig, wohl aber könne man sich an die 
dem Lieferungsverband vorgesetzte kommunale Aufsichtsbehörde 
wenden, die dafür Sorge zu tragen habe, daß die Grundsätze, wo- 
nach Unterstützungen zu gewähren sind, auch von dem Lie- 
ferungsverband beachtet würden. Eine Reihe von Härten, die sich 
bei der Durchführung des Gesetzes herausgestellt hätten, sei 
bereits im Verwaltungsweg beseitigt worden. 

Der Fürsorge für die Kriegsteilnehmer haben 
wir in der D. T.-Z. bereits zwei Artikel gewidmet und unsere 
Forderungen formuliert. In einer Eingabe an den Reichstag haben 
wir diese näher begründet. Es ist erfreulich, daß unsere Auf- 
fassungen in der Frage von dem Reichstag und der Regierung 
geteilt werden. Die Notwendigkeit einer Abänderung der be- 
stehenden Mannschaftsversorgungs- und Militärhinterbliebenen- 
gesetze wurde allgemein anerkannt. Das ganze Versorgungs- 
wesen müsse mit den heutigen Verhältnissen in Einklang gebracht 
werden. Die größten Härten werden jetzt schon auf dem Unter- 
stützungsweg beseitigt. Lebhafte Erörterungen knüpften sich 
an die Frage, ob die Neuregelung des gesamten Versorgungs- 
wesens noch während des Krieges in Angriff zu nehmen sei 
oder ob man damit bis nach dem Friedensschluß warten solle. 
In Uebereinstimmung mit den Ansichten der Vertreter des Kriegs- 
ministeriums und des Reichsschatzamts wurde aus der Mitte 
der Kommission die Ansicht geäußert, daß die Materie zu 
schwierig sei, um sie kurzerhand zu erledigen ; zudem müßten 
für die entstehenden dauernden Ausgaben auch dauernde Ein- 
nahmen geschaffen werden. Von mehreren Seiten wurde vor- 
geschlagen, den dringlichsten Notständen schon jetzt auf dem 
Gesetzeswege zu begegnen ; es solle daher sogleich die gesetz- 
liche Aenderung der Hinterbliebenenversorgung unter Bemes- 
sung der Renten nach dem letzten Einkommen des Gefallenen 
und Benutzung der von einer Anzahl wirtschaftlicher Verbände 
gemachten Vorsehläge in Angriff genommen werden und die 
Kriegsinvalidenversorgung nach dem Kriege ihre Regelung finden. 
Eine auf diese Lösung hinzielende Resolution wurde angenom- 
men. Auf Anregung aus der Kommission erklärte ein Vertreter 
des Kriegsministeriums, daß nach den geltenden Bestimmungen 
die Löhnungszahlung erst aufhören darf, wenn der Bezug der 
Rente beginnt, und daß etwaige Lücken bis zur Festsetzung der 
Hinterbliebenenbezüge durch Vorsdhüsse zu vermeiden sind. In 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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bezug auf die Gnadengebührnisse sollen die Witwen der Offi- 
ziere usw. des Beurlaubtenstandes denjenigen der aktiven Offi- 
ziere usw. gleichgestellt werden. Zur Frage der Förderung der 
Erwerbsmöglichkeit der Kriegsinvaliden erklärte der Chef der 
Medizinalabteilung des Kriegsministeriums, daß bei der ärztlichen 
Behandlung der Kriegsbeschädigten von vornherein die spätere 
Betätigung im Erwerbsleben berücksichtigt werde und daß die Be- 
handlung fortgeführt würde bis zur möglichsten Erreichung der 
Erwerbsfähigkeit. Zusammenfassend kann über die Beratungen 
gesagt werden, daß in ihnen das größte Wohlwollen aller Par- 
teien und beteiligten Regierungsstellen in der Frage der Kriegs- 
invaliden- und Hinterbliebenenversorgung zum Ausdruck kam. 
Daß diese ernste Frage aus dem Parteigetriebe herausgehoben 
werden müsse, äußerten nachdrücklichst mehrere Redner verschie- 
dener Parteirichtungen. Eine eigene staatliche Organisation zur 
Versorgung der Kriegsverletzten soll geschaffen werden. 

Von den übrigen Fragen, die im Reichstag behandelt wurden, 
haben für uns die des Arbeitsnachweises und des Koa- 
litionsrechts besonders Interesse. Der Reichstag nahm eine Reso- 
lution an, die Arbeitsämter unter einem Reichsarbeitsamt verlangt. 

Der Staatssekretär des Innern erklärte, er habe bei den frühe- 
ren Etatsberatungen wiederholt anerkannt, daß die auf dem Ge- 
biete des Arbeitsnachweiswesens bestehenden Verhältnisse nicht 
ideal seien. Er halte es aber nicht für angängig, während des 
Krieges an eine umfassende Regelung dieser Frage heranzutreten, 
weil es jetzt nicht möglich sei, die erheblichen, hier bestehenden 
Gegensätze der Meinungen auszugleichen. Auch könne man nicht 
durch eine Notverordnung eine vollständig neue Organisation 
schaffen, die über die Zeit des Krieges hinaus wirken soll. Das 
Reichsamt des Innern habe unmittelbar nach Ausbruch des Krie- 
ges und nicht minder später auch auf diesem Gebiet das veran- 
laßt, was geschehen konnte und mußte. Eine Reichszentrale der 
Arbeitsnachweise sei geschaffen und dadurch eine gewisse Zen- 
tralisation der bestehenden Nachweiseinrichtungen herbeigeführt. 
Sodann habe man den Arbeitsmarkt-Anzeiger ins Leben gerufen, 
der den Beifall der beteiligten Kreise gefunden habe, wenn er 
auch noch einer Vervollkommnung bedürfe. Da das geltende 
Recht (§ 15 des Stellenvermittlungsgesetzes vom 2. Juni 1910) 
die Möglichkeit gewähre, die Meldepflicht sämtlicher Arbeits- 
nachweise einzuführen, so sei man an die Bundesregierungen her- 
angetreten, um weitere Schritte auf Grund dieser Bestimmungen 
zu vereinbaren. Die Durchführung dieser Maßnahmen werde eine 
wertvolle Ausgestaltung des Arbeitsmarkt-Anzeigers ermöglichen. 
Am schwierigsten sei die Frage, wie es zu erreichen sei, dem 
Arbeitsbedürfnis zu genügen, wenn nach dem Friedensschluß 
die Industrie sich wieder auf die früheren Verhältnisse einrichte 
und die Arbeitskräfte in großer Zahl in die Heimat zurückström- 
ten. Das Reichsamt des Innern beabsichtige, in Verbindung mit 
den Militärbehörden und auf Grund von Beratungen mit Arbeit- 
gebern und Arbeitnehmern geeignete Maßnahmen vorzubereiten. 

Die Debatte über das Vereins-, Versammlungs- 
und Koalitionsrecht war äußerst lebhaft. Im Vereins- 
recht wurde vor allem eine Beseitigung des Sprachenparagraphen 
und eine Aenderung der Bestimmungen über die Anteilnahme 
der Jugend am Vereinsleben verlangt. Hinsichtlich des Koalitions- 
rechts wurde betont, daß eine Beseitigung des § 153 der GO. 
nicht genüge, sondern auch die Bestimmungen des BGB. der 
Zivilprozeßordnung und des Strafrechts entsprechend geändert 
werden müssen. Ausdrücklich wurde hervorgehoben, daß man 
vor Besorgnis über unbequeme Meinungsverschiedenheiten den 
Ausbau der Freiheit nicht ganz der späteren Zeit überlassen dürfe. 
Der Staatssekretär Dr. Delbrück hatte zwar für die Organisationen 
manches anerkennende Wort und hob deren wirtschaftliche Be- 
deutung hervor, erging sich aber in allgemeinen Redewendungen 
und vermied es ängstlich, auch nur das geringste positive Zu- 
geständnis zu machen. Daß nach dem Krieg die Kämpfe um ein 
freiheitliches Koalitionsrecht schwere Kämpfe absetzen wird, dar- 
über sind wir uns nach dem Dargelegten wohl klar. Dr. H. 

* 

Lohnstatistik 

In der Sonderbeilage zum Reichs-Arbeitsblatt Nr. 3 d. J. sind 
Beiträge zur Statistik der Arbeitslöhne enthalten, deren Ergebnis 
für uns besonders wertvoll ist. Veröffentlicht ist die Lohnstatistik 
der Leipziger Ortskrankenkasse und der preußisch-hessischen 
Staatseisenbahnen. Natürlich kann es sich hier nur um die Ge- 
samtergebnisse handeln. In Leipzig ist das Resultat folgendes : 
Während 1907 etwas über ein Drittel der Gesamtarbeiterschaft 
Leipzigs, soweit sie versicherungspflichtig ist, über 4,50 M täglich 
verdiente, waren es 1913 erheblich über die Hälfte. Setzt man 
den Stand von 1906 gleich 100, so ergibt sich für 1913 142, also 
eine Zunahme um 42 Prozent. Für die preußisch-hessische Eisen- 
bahn ergibt sich folgendes : Der durchschnittliche Lohn aller 
Klassen der Bediensteten einschließlich der Werkstättenlehrlinge 
stieg für ein Tagewerk von 2,49 in den Jahren 1895/99 auf 
3,82 M im Jahre 1913. Die Werkstättenhandwerker erhielten im 
Tagelohn 1895/99 3,18, 1913 5,17, im Stücklohn 4,5 bezw. 5,70. 



In den Jahren 1895/99 wurden durchschnittlich jährlich 67,9 Mil- 
lionen Tagewerke geleistet, im Jahre 1913 119,1 Millionen, was 
eine Steigerung von 100 auf 175,4 bedeutet. In dem gleichen Zeit- 
raum stieg aber die aufgewendete Lohnsumme von 169,6 Millio- 
nen auf 455,3 Millionen also von 100 auf 262,6. Der durchschnitt- 
liche Lohnsatz aller Bediensteten 1895/99 ist gleich 100 gesetzt, 
betrug 1913 153,4. 

Man vergleiche damit die Gehaltsverhältnisse und vor allem 
die Gehaltssteigerungen der Angestellten. Die Veröffentlichung 
der Angestelltenversicherung: „Die Alters-, Gehalts- u. Familien- 
verhältnisse der bei der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte 
Versicherten" beweist, daß ein sehr großer Teil der Angestellten 
sich in durchaus ungünstigen Gehaltsverhältnissen befindet. Eine 
Steigerung des Durchschnittseinkommens der Angestellten um 
50 Prozent, wie bei den Eisenbahnern dürfte schwer nachzuweisen 
sein. Eine Erhöhung des Mindestgehalts für unsere Stellenvermitt- 
lung ist wohl zu erwägen. Die Notwendigkeit „gewerkschaft- 
licher Standesarbeit" d. h. „Verbesserung der Anstellungs- und 
Gehaltsverhältnisse" wird durch die Darlegungen aufs neue 
erwiesen. Dr. H. 



ANGESTELLTENFRAOEN 



Die Zahlung der Beiträge zur Angestellten-Versicherung 

Wir erhalten zu dieser Frage noch folgende Zuschrift: 

In Nr. 11/12 der Deutschen Techniker-Zeitung wird kritisch 
die Stellungnahme der Reichs-Versicherungs-Anstalt bezüglich 
der Beitragspflicht derjenigen Kriegsteilnehmer behandelt, welche 
einen Teil ihres Gehaltes weiterbeziehen. Sie ist geeignet, Un- 
klarheit über die Absichten der Reichsversicherungs-Änstalt in 
die Reihen der Angestellten zu bringen und darf deshalb nicht 
unwidersprochen bleiben. 

Der Standpunkt der Reichsversicherungs-Anstalt ist keines- 
wegs eigenartig oder kleinlich, sondern deckt sich gleicherweise 
mit den Interessen der R.-V.-A. wie der Angestellten. Als sicher 
ist anzunehmen, daß alle Firmen, welche ihre eingerückten 
Angestellten bezw. deren Familien im teilweisen Gehaltsgenuß 
über die Kriegszzeit lassen, die entsprechenden Pflichtbeiträge 
zur Angestellten-Versicherung allein tragen. Bedeutende Sum- 
men gingen der R.-V.-A. und damit der Gesamtheit der An- 
gestellten verloren, wenn die Kriegsunterstützungen beitragsfrei 
wären. Der Hauptgrund für die Stellungnahme der R.-V.-A. ist 
aber, daß die Kriegsmonate den eingezogenen Angestellten auf 
die Wartezeit nur dann angerechnet werden können, wenn die 
gesetzlichen Beiträge entrichtet werden. 

Die Berechnung nach § 55 des Versicherungs-Gesetzes er- 
gibt nun allerdings, daß durchschnittlich die Höhe des Ruhe- 
geldes annähernd die gleiche ist, ob die Kriegsmonate die 
Wartezeit kürzen oder nicht. Der Wert der Versicherung wächst 
aber — insbesondere für die Kriegsteilnehmer — , je rascher die 
Nutzmöglichkeit eintritt. 

Die Entschließung des für Streitfälle zuständigen Schieds- 
gerichtes bezw. Oberschiedsgerichtes wird im Sinne des Stand- 
punktes der R.-V.-A. ausfallen. Denn zweifellos ist die Kriegs- 
unterstützung einer Gehaltszahlung gleichzustellen aus dersel- 
ben Ueberlegung heraus, welche die Firmen zu einer Unter- 
stützungsgewährung bestimmt hat. 

In den nicht sehr zahlreichen Fällen, in welchen trotz for- 
meller Lösung des Arbeitsverhältnisses Kriegsunterstützung ge- 
währt worden ist, kann den Empfängern nur geraten werden, 
an die Firmen mit der Bitte heranzutreten, auch die entsprechen- 
den Beiträge zur Angestellten-Versicherung weiter zu entrich- 
ten — selbst dann, wenn diese hälftig vom Empfänger der Kriegs- 
unterstützung zu tragen wären. 

Hans Ottmann, Reutlingen. 

Wir müssen den vorstehenden Ausführungen beistimmen. 
Wenn auch der Verfasser der Zuschrift in Nr. 11/12 darin Recht 
hat, daß nach der tatsächlichen Rechtslage die Firmen zur Wei- 
terzahlung des Gehaltes auch bei Unterlassung einer formellen 
Kündigung den zum Kriegsdienst einberufenen Angestellten 
gegenüber nicht verpflichtet sind, so haben diese aber gar keine 
Ursache, gegen eine ihren Interessen günstige Auslegung des 
Gesetzes durch die Reichsversicherungsanstalt. Und bei näherer 
Betrachtung zeigt sich deren Stellungnahme als eine dem An- 
gestellten durchaus günstige. Die nach § 51 anrechnungsfähigen 
Kriegsmonate äußern ja bekanntlich ihre Wirkung nur in Bezug 
auf die Aufrechterhaltung der erworbenen Anwartschaften, nicht 
aber auf die Abkürzung der Wartezeit. Für diese kommen nur 
die Monate in Betracht, für die tatsächlich Beiträge, gleichviel 
in welcher Gehaltsklasse, an die Versicherungsanstalt abgeführt 
sind. Es wird aber Wohl von keiner Seite bezweifelt werden, 
daß der Krieg leider eine ganze Anzahl von Versicherten schafft, 
die an der Abkürzung der Wartezeit, und an einem recht bal- 
digen Genuß einer wenn auch noch so bescheidenen Invaliden- 
rente zum teilweisen Ausgleich ihrer herabgeminderten Erwerbs- 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNü 1915 



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möglidikeit ein sehr lebhaftes Interesse haben. Nicht nur die 
äußerlich Verletzten, noch viel mehr die mit inneren Leiden Be- 
hafteten, die sich selbst heute vielleicht noch im Vollbesitz ihrer 
körperlichen Leistungsfähigkeit wähnen, gehören zu diesem Per- 
sonenkreis und in deren Interesse müssen wir wünschen, daß 
die Stellung des Reichsversicherungsamtes allgemein Verständnis 
und Zustimmung finde. 

Wir haben der vorstehenden Zuschrift noch Raum gegeben, 
glauben aber nunmehr die Diskussion über diese Frage schließen 
zu können. Die Red. 

Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte während 
des Krieges 

Nach bekanntgewordenen Mitteilungen gestalteten sich die 
Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr folgendermaßen: 



den Monat 


Es gingen ein 


in 1000 Mark 


gegen 1913 
in Prozent 


Januar .... 


1914 


11 699 


1913 


10 650 


+ 


9,8 


Februar .... 




12 457 


tt 


11 316 


+ 


10,1 




tt 


12 016 


n 


11 250 


+ 
+ 


6,8 




II 


12 288 




11 184 


9,9 




tt 


12 080 




11 266 


+ 


7,2 




tt 


12 493 




11 432 


+ 


9,3 


Juli 


X. *>*•' 


9 941 


u 


11 148 




10,8 


August .... 


0 


9 644 




11 356 




15,1 


September . . . 


n 


9 645 


tt 


11 956 




19,3 


Oktober. . . . 


» 


8 768 


u 


11 352 




22,8 


November . . . 


u 


9 216 


tt 


11 949 




229 


Dezember . . . 




9 700 




12 319 




2\,3 


Zusammen 


1914 


129 947 


1913 


173 178 




5,3 



In der ersten Hälfte des Jahres 1914 sind die Einnahmen 
gegenüber 1913 um 8,8 Prozent gestiegen, im 2. Halbjahr 1914 
dagegen im Vergleich zum nämlichen Zeitraum von 1913 um 
18,8 Prozent gesunken. Im zweiten Halbjahr 1914 beträgt gegen- 
über dem ersten Halbjahr 1914 durchschnittlich der monatliche 
Ausfall 2 668 500 M. Wenn für sämtliche zu den Fahnen ein- 
berufene Versicherten keine Beiträge gezahlt würden, so dürfte 
der monatliche Beitragsausfall 5,3 Millionen betragen. Da aber 
in Wirklichkeit der durchschnittliche Rückgang pro Monat nur 
2,7 Millionen Mark beträgt, so werden gegen 2,6 Millionen Mark 
an Beiträgen für zur Fahne einberufene Angestellte bezahlt. Ein 
Ersatz dieser Arbeitskräfte scheint nach der Zahl der während 
der Kriegszeit eingegangenen Aufnahmekarten nicht eingetreten 
zu sein. Es sind nämlich in den Monaten Januar bis Juli 1914 
insgesamt 165 658 oder durchschnittlich monatlich 23 665 Auf- 
nahmekarten eingegangen, während nach dieser Zeit bis Ende 
Dezember 1914 durchschnittlich monatlich nur 12 594 Aufnahme- 
karten eingingen. Wäre im großen Umfange Ersatz für die zur 
Fahne einberufenen Versicherten eingetreten, so hätte die Zahl 
der während der Kriegszeit eingesandten Karten mehrere Hun- 
derttausende betragen müssen, während tatsächlich knapp die 
Hälfte des in normalen Zeiten festgestellten Eingangs zu ver- 
zeichnen ist. 



Die Annahme, daß die Arbeitgeber für ihre im Felde stehen- 
den Angestellten monatlich rund 2,6 Millionen Mark an frei- 
willigen Beiträgen für ihre einberufenen Angestellten an die 
Reichsanstalt abführen, erscheint daher gerechtfertigt. Auch im 
Jahre 1915 sind die Ergebnisse die gleichen. Dr. H. 



:: :: :: :: :: :: STANDESFRAGEN H :: :: :: :: :t 



Kriegsmaßnahmen des D. T.-V. 

Empfehlung unserer Stellenvermittelung bei der General- 
Direktion der Reichseisenbahnen Straßburg. 

Eingaben an den Oberpräsidenten von Ostpreußen und ver- 
schiedene Bauberatungsämter Ostpreußischer Kreise wegen Be- 
setzung der Bauberatungsämter. 

Petition an den Deutschen Reichstag wegen Versorgung der 
Hinterbliebenen der Kriegsteilnehmer. 

Eingabe an das Preußische Kriegsministerium, die Auszah-' 
lung der Kriegszulage im Bereiche des IV. Armeekorps zu ver- 
anlassen. 

Eingabe an das Reichskolonialamt wegen Weiterzahlung des 
Gebaltes an Kolonialtechniker, die sich in Urlaub befanden und, 
eingezogen worden sind. 

Verhandlungen mit der Fortifikation Geestemünde wegen 
Uebertragung von Arbeiten an einen stellenlosen Techniker, statt, 
an einen in Stellung befindlichen Beamten. 

Beteiligung an der Kriegsfürsorge der Provinz Brandenburg. 



:: :: :: :: :: :: RECHTSFRAGEN :: :; :: :: :: Ii 



Ungültigkeit der Kündigung nach Gehaltsminderung. 
Das CharlottenburgerKaufmannsgeriCht, das 
sich in ganz besonders erheblichem Maße mit Gehaltsminderungs- 
prozessen zu befassen hatte — gegen ein Warenhaus sind bereits 
über siebzig Prozesse dieser Art verhandelt worden — gibt jetzt 
amtlich bekannt, daß Kündigungen von Angestellten, 
die mit vermindertem Gehalt weiterarbeiten, ungültig 
sind. Das Gericht vertritt die Ansicht, daß der Gehilfe in allen 1 
Fällen, in denen er des Krieges wegen in die Herabsetzung sei- 
nes Gehalts willigte, dies nur tat unter der Voraussetzung, 
mit dem gekürzten Gehalt weiter arbeiten 1 zu können, wenn ihm 
als Gegenleistung dafür für die Dauer des Krieges oder doch für 
eine absehbare Zeit das Verbleiben in seiner Stellung, also 
Vermeidung der Arbeitslosigkeit in der Kriegszeit gewährleistet 
ist. Der Begriff „absehbare Zeit" ist nach Ansicht des Kauf- 
mannsgerichts so auszulegen, daß der Gehilfe Anspruch auf Be- 
schäftigung hat, bis auf dem kaufmännischen Arbeitsmarkt wie- 
der einigermaßen normale Zustände eingetreten sind. Dies 
sei aber nach sachverständiger Beurteilung des Richterkollegiums 
und auch unter Zugrundelegung der amtlichen Statistik zurzeit 
noch nicht der Fall, besonders nicht auf dem Arbeitsmarkt 
für weibliche Angestellte. Kündigt aber der Prinzipal einer 
Gehilfin trotzdem, so muß er die seit Kriegsausbruch ab- 
gezogenen Beträge zurückzahlen. 



Kriegshilfe (IQ. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: A. Küster, Langeheine, P. 
Reifland, Schirmbeck 40,00. 

Beamten: Dr. Höfle, Hoffmann, Lenz, Lustig, Mourgues, 
Bormfeldt, M. Buchholz, Händeler, L. Matzdorf, Frl. Thiele 
153,60. 

Zweigverwaltungen : Augsburg: 58,00. Bad Harz- 
burg: 4,00. Berlin: Kmoth 3,00, E.Becker 1,00, Voeltz 7,00, 
E. Heussel 1,00, M. Burba 20,00, R. Hennig 2,00, W.Möller 2,00, 
Vorstand der Zweigverwaltung Berlin 12,00, W. Lüdtke für 
J. Stoedtner 3,00, R. Freudenberg 1,00, K.Damm 5,00, Knauth 
1,00, F. A. Krauß 3,00, A. Thomae 5,00, M. Grumbach 2,00 
(= 68,00 M); hiervon bereits in Heft 17/18 unter dem Namen 
des Kollegen Pfeiffer 20,00 M veröffentlicht (=48,00). Braun- 
schweig: 100,00. Brunsbüttelkoog: 11,00. Buer: 
23,00. Coblenz: 20,00. Cöln: 1,40. Cottbus: 15,00. 
Crimmitschau: 10,00. Cuxhaven: 25,00. Dan zig: 
52,00. Dessau: 16,00. Döbeln: 2,00. Düsseldorf: 
W. Mallossek 3,00. Freiburg: 3,00. Friedenau: 12,30. 
Gießen: 2,00. Glauchau: 5,00. Hamborn: Singendank 
10,00, Weber 6,00, Lehrke 10,00, Herber 2,00, Ollendorf 4,00, 
Reschenberg 1,00, Sauer 1,00 (= 34,00). Hamburg: 953,00. 
Jarotschin: E. Mentzel 5,00. Jünkerath: 2,00. Königs- 
berg i. Pr.: Kirn 5,00, Züchner 3,00, Mumme 2,00, Krauß 2,00, 
Kniffka 5,00, Meffert 2,00, Lücker 3,00, Ohmke 2,00, Lueg 2,00, 
Westerhausen LjjO, Schmidt 3,00, Gingerich 0,50 (= 31,00). 



Lichterfelde: Material-Prüfungsamt 11,00, Bahner 3,00, 
Bergmann 3,00, Hepling 3,00, Hünecke 2,00, Stange 2,00, Goß- 
rau 2,00, Gröschel 2,00, M. Weber 2,00, Eschenhorn 2,00, Kamke 
2,00, Plave 1,00, O. Schulze 1,00, Reiter 1,00, Thoren 1,00, Pir- 
nau 1,00 (= 39,00). Lindau: 2,00. Luxemburg: 4,00. 
München: 69,21, Mayer 5,00 (= 74,21). Nieder-Schön e- 
weide: 65,00. Oberhausen: Kraefft 5,00. Riesa: 7,00. 
Rosenheim: 3,00. Schöningen: 17,00. Sensburg: 
15,00 Straß bürg: Sammel 1,00, Farny 1,00. Köhler 3,00, 
Kern 2,00, Cordel 1,00, Blunk 2,00, Meyer 1,00, Vey 1,00 
(= 12,00). Tempelhof: P. Heling 16,00, K. de Neve 2,00, 
Fr Rings 3,00, P. Zachariä 3,00, R. Hauck 3,00, G. Zesewig 
14,00, L. Metz 1,00, Ungenannt 1,00, Fr. Rings 1,00, M. Wilke 
2,00, E Thiele 1,00, A. Günther 2,00, P. Schulze 1,00, A.Spren- 
ger 1.00, K. de Neve 2,00, K. Zibale 1,00, P. Heling 8,00 (= 62,00). 
Warmbrunn: 9,50. Werdau: A. Vogel 1,00, R. Wild 1,00, 
W Eisenhut 2,00, K. Eckhardt 1,00, M. Schubert 2,00, P. Hent- 
schel 3,00, Fr. Drechsel 2,00, K. Martin 1,00, A. Stephan 2,00, 
M Bohn 1,00, W. Schubert 2,00 (= 18,00). Wiesbaden: 
40,00. W i e s d o r f : 50,00. Wilhelmshaven: 4,00. Würz- 
burg: 30,00. Züllichau: 1,35 (== 1913,76). 

Mitglieder: Ahlenstorff 10,00, Bürgermeister Burkhardt 
20,00, H. Hirsen im Felde 5,00, F. Klaus 2,00, Professor Körner 
10,00, Langbein, M. d. G. V., z. Zt. im Felde 40,00, Schneider 
5,00, D. Strobel 1,00, A. Windel 1,40, Unbekannt 15,00 (=109,40). 

Zinsen: 165,45. 



78 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 19,20 




EHREN- fm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Georg Döring, Neustadt O.-S., Mitgl. 18 338. 

Friedr. Eckhardt, Nürnberg, Mitgl. 638, unter Ernennung z. 

Hauptmann u. Kompagnieführer. 
Karl Gerlach, Zittau, Mitgl. 32 342. 
Jos. Hartsch, Neustadt O.-S., Mitgl. 75 071. 
Kurt Hielscher, Lankwitz, Mitgl. 49 762, Offizierstellvertreter 

zum Leutnant befördert. 
Georg Kaiatz, Elbing, Mitgl. 70 566, Feldwebel. 
Aug. Kegel, Elberfeld, Mitgl. 76 809. 
Gustav Kott, Gerdauen, Mitgl. 60 010. 
Paul Krämer, Elbing, Mitgl. 62 038. 
Walter Lehmann, Elbing, Mitgl. 63 947. 
Walter Reuthe, Elberfeld-Sonnborn, Mitgl. 60 755. 
Herrn. Schlag, Bielefeld, Mitgl. 23 165. 
Otto Schmidt, Bergedorf, Mitgl. 26 316. (Zum zweitenmal 

verwundet, leicht). 
Karl Tamm, Stralsund, Mitgl. 44 007. 

Alfred Wildegans, Berlin, Mitgl. 29 190, Mitgl. des ge- 
schäftsführenden Vorstandes; anläßlich der Abweisung 
eines feindlichen Ueberfalles auf Unteroffizierposten am 
19. 2. 15. 

Otto Schuricht, Nürnberg, Mitgl. 35 609. Militärverdienst- 
kreuz 2. Klasse mit Schwertern. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Walter Amende, Frankfurt a. M., Mitgl. 26 909, seit 1.10.03, 

am 18.4.15 in Frankreich. 
Aug. Wilh. Börner, Berlin, Mitgl. 57 404, seit 1.4.10, am 

12. Februar bei Niekrassen. 
Walter Busse, Halle a.d.S., Mitgl. 59 906, seit 1.10.10, 

Ritter des Eisernen Kreuzes. 
Hans Czygan, Königsberg i. Pr., Mitgl. 77 065, seit 1.5.14, 

am 10.4. 15. 

Erich Danneberg, Halle, Mitgl. 69 619, seit 1.10.12. 
Max Delf, Barmen, Mitgl. 67 829, seit 1.10.11, am 27.2.15 
in Rußland. 

Wilh. Fesser, Siegen, Mitgl. 28 777, seit 1.4.04, bei einem 
Nachtgefecht am 17.3. verwundet, am 18.3. im Feld- 
lazarett Lyse gestorben. 



Heinrich Fillies, Bielefeld, Mitgl. 55 829, seit 1. 1. 10, am 27. 4. 

1915 in Galizien an den Folgen einer Typhuserkrankung. 
Bernh. Förster, Bayreuth, Mitgl. 62 223, seit 1.4.11, in 

Frankreich. 

Arnold Franzowitz, Hagen i. W., Mitgl. 39 646, seit 1.7.06. 
Wilh. Glau, Lübeck, Mitgl. 66 209, seit 1.4.12, am 11.3.15 

auf dem westlichen Kriegsschauplatz. 
W. Henze, Vegesack, Mitgl. 73 958, seit 1.11.13. 
Wilh. Holsing, Bremen, Mitgl. 50 757, seit 1.1.09. 
Hans O. Horn, Reutlingen, Mitgl. 76 761, seit 1.4.14, am 

26.12.14 bei Niederaspach. 
Nicol. Hummel, Flensburg, Mitgl. 75 480, seit 1.4.14, am 

2.3.15 bei Ostrow in Russ. -Polen. 
August Kleffmann, Köln, Mitgl. 27 513, seit 1.1.04, Rit- 

terdes Eisernen Kreuzes, am 23. 2. 15. 
S. Landshut, Stettin, Mitgl. 71 447, seit 1.5.13, Ende vorig. 

Jahres im Garnisonlazarett Stettin am Typhus gestorben. 
Karl Platow, Lehe, Mitgl. 78 722, seit 1.7.14 (Zw. Bremer- 
haven), am 25. März. 
Guido Pohle, Sterkrade, Mitgl. 32 694, seit 1.4.05. 
Paul Römer, Memel, Mitgl. 76 276, seit 1.4.14, am 28.2.15 

bei einem Sturmangriff in Frankreich. 
Wilhelm K. Saehse, Essen-Ruhr, Mitgl. 75 137, seit 1.2.14, 

am 25.4.15 beim Sturmangriff vor Ypern. 
Arno Salzbrenner, Glauchau, Mitgl. 49 857, seit 1.7.08, in 

Frankreich. 

Johann Sossong, Bremen, Mitgl. 76127, seit 1.4.14. 

Wilh. Stooß, Reutlingen, Mitgl. 77 271, seit 1.5.14, an den 
Folgen einer Lungenerkrankung, die er sich im Heeres- 
dienst zugezogen hatte. 

Es wurden verwundet: 

Thomas Asmußen, Hamburg, Mitgl. 53 575. 

Otto Greiert, Trebnitz i. Schles., Mitgl. 63 233, durch Granat- 
splitter, zurzeit Reservelazarett Reutlingen (Wttbg.) 

Friedr. Haiecker, Stralsund, Mitgl. 71 848. 

Otto Schmidt, Bergedorf, Mitgl. 26 316, verwundet durch 
Granate, Nieren- u. Rückenquetschung. 

Heinrich Zeitler, Barmen, Mitgl. 24 380, durch Brustschuß. 

Karl Zöller, bisher in Antwerpen, Mitgl. 66 413. 



Zusammen 2 362,21 M. 

Dazu Endbetrag der 18. Quittung 105 601,45 M. 

107 963,66 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 7 438,73 M. 

Dazu Endbetrag der 18. Quittung 75 341,32 M. 

82780,05 M. 

Die in Heft 5/6 für die Z.-V. Tempelhof veröffentlichten 
M 60,00 wurden von den folgenden Kollegen gespendet: Un- 
genannt 20,00, Fr. Kussicke 5,00, L. Metz 1,00, G. Schröder 



1,00, Rüfenacht 3,00, F. W. Schmidt 5,00, Nowotnik 1,00, 
Dietzel 3,00, A. Schulze 3,00, Mengler 2,00, Weber 3,00, Groß 
10,00, Müller 3,00 (= 60,00). 

Die für die Zweigverwaltung Frankfurt a. M. in Heft 11/12 
veröffentlichten M 31,00 wurden von den folgenden Kollegen 
gespendet: Schütze 14,50, Wirtig 11,50, Erlös aus Postkarten 
5,00 (= 31,00). 

Die in Heft 17/18 veröffentlichten M 8,00 für die Z.-V. 
Charlottenburg wurden von den folgenden Kollegen gespendet: 
Kumlehn 1,00, Germer 1,00, Eckhardt 2,00, Zimmermann 1,00, 
Vespermann 1,00, Beyer 1,00, Prior 1,00 (= 8,00). 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 



Bayreuth. Adr.: Georg Strobel, Jean Paulstraße 10. 

Bergedorf. Adr.: Walter Wernecke, Holzhude 4. 

Berlin-Friedenau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs.: Ernst Wiebe, 
Arch., Feuerbachstr. 18 1. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubens- 
straße 31 II. — In der Maisitzung wurde hauptsächlich der Ver- 
trieb der Kriegsmarken besprochen. — Ein Kupferstich des Gene- 
ralfeldmarschalls v. Hindenburg ist für 1,50 M gegen Einsendung 
des Betrages beim Vorsitzenden zu haben. Der Erlös ist für den 
Hindenburgfonds bestimmt. — Nächste Versammlung Dienstag, 
den l.Juni, in den „Hohenzollernsälen". Tagesordnung: Pro- 
tokolle, Eingänge, Bericht über Kriegshilfe, Verschiedenes. 

Coburg. Adr.: Max Friedrich, Ketschendorfer Str. 27 a. 

Dessau. Adr.: Gg. Stock, Beaumontstr. 6. Leiter der Schü- 
lerwerbetätigkeit: Ing. Gust. Spangenberg, Herzogsallee 40. 

Grünberg (Schles.) Adr.: Fritz Hoffmann, Matthäiweg 7. 

Hammi. W. Adr.: Martin Bauer, Feidickstr. 6. 



Königshütte. Durch die Post wird uns gemeldet, daß Kollege 
Viktor König unbekannt verzogen sei. Wer kennt seine jetzige 
Adresse? Wir bitten Kollegen, die bereit sind, das Amt des 
Kriegsvertrauensmanns zu übernehmen, sich bei der Geschäfts- 
stelle Bromberg, Rinkauer Str. 42, zu melden. 

Konstanz: Adr.: Karl Schulter, Obere Laube 16. Kass.: Heinz- 
mann, BlarerStr. 27. 

Magdeburg. Adr.: E. Papenroth, Olvenstedter Str. 35 II. 

Offenbach a. M. Adr.: Karl Horn, Bismarckstr. 27. — Der 
Lichtbildervortrag zugunsten der Verbandskriegsfürsorge findet 
nicht am 11. Mai, sondern am Dienstag, den 18. Mai, abends 
8V2 Uhr im Gartensaal des Kaiser-Friedrich-Hotels statt: Thema: 
„Augenblicksbilder vom Weltkrieg." Wir bitten nochmals um 
rege Teilnahme. 

Posen. Adr.: Ph. Kühne, O. 1, Gerberdamm 18. 

Stralsund. Adr.: Otto Martens, Frankenwallstr. 5 (nicht 
mehr Kol!. Busch). 

Thorn. Vrs.: Jul. Erling, Talstr. 40. Br.-Adr., Schriftf. und 
Kass.: Erich Goeben, Mellienstr. 54. — Die Monatsversammlung 
fand am 5. Mai, abends 8 Uhr im Gasthaus Kulmbacher (Fisch) 



Heft 19/20 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



79 



statt. Anwesend war u. a. ein auswärtiger Kollege, der Vorsit- 
zende der Bezirksverwaltung Pommern, Herr Paul Beyer aus 
Stettin, der zurzeit als Leutnant im Pionierbataillon 17 steht. 
Unser Schriftführer berichtete über die abgesandten Liebesgaben 
an Kollegen im Felde und deren Dankschreiben, worauf Kollege 
Beyer eine Rede hielt, die allgemeinen Beifall fand. Die nächste 
Sitzung findet am 2. Juni 1915, abends 8 Uhr in demselben 
Lokale statt. Wir bitten um pünktliches und zahlreiches Erschei- 
nen zu unseren Versammlungen; auswärtige Kollegen herzlich 
willkommen. 

Zwickaui. Sa. Adr.: Rieh. Heinschke, Johannisstr. 13. 



HHHHHH BRIEFKASTEN HHSHHH 



Eine Veröffentlichung von Antworten iwt wegen Raum- 
mangels vorläufig nicht möglich. Die einlaufenden 
Antworten werden den Fragestellern direkt zugäng- 
lich gemacht. 

Frage 24. An einem Hofgebäude bemerke ich an einer 
Ecke ein feuchtes Aussehen des Mauerwerks mit weißem Aus- 
schlag. Der Ziegel blättert an der Oberfläche ab und zerfällt in 
Pulverform. Tiefer im Mauerwerk scheint der Ziegel seine Festig- 
keit noch zu haben. Bitte mir mitteilen zu wollen, ob das der 
gefürchtete Mauerfrost ist und was dagegen zu machen wäre. 
Was mag die Ursache dieser Erkrankung sein? 

Frage 25. Holztrocknung. Wir verarbeiten nur Rotbuche 
zur Bürstenhölzerfabrikation. Um nun das sehr lästige und kost- 
spielige Reißen des Holzes zu verhindern, beabsichtige ich eine 
Dämpf-, eventuell wenn nötig, auch Trockenanlage einzurichten. 
Es würden ungefähr 5 cbm Holz pro Tag in Frage kommen und 
zwar Bohlenstücke von durchschnittlich 50x50 cm, in Stärke von 
50 bis 100 mm. Kann mir einer der Herren Kollegen dafür eine 
Einrichtung empfehlen? 

Frage 26. Für einen Fabriksaal, in welchen gegen Staub emp- 
findliche Sachen hergestellt werden, ist Zementfußboden (Glatt- 
strich auf Beton) vorgesehen. Welche Zusätze zum Zement und 
in welchem Verhältnisse, um diesen staubfrei und wenig ab- 
nutzend zu machen, haben sich bewährt? 

Frage 27. Hat sich für Sheddächer doppelte Verglasung (pa- 
rallel zueinander) bewährt und welche Konstruktion ist dafür 
als zweckmäßige zur Ausführung gekommen? 

Frage 28. Von einem Mitglied in Dresden wird uns ge- 
schrieben: Alle verwundeten Techniker haben sich hier zusam- 
mengeschlossen und halten über verschiedene Themen Vorträge, 
um ihre technische Bildung zu erweitern. U. a. beschäftigen wir 
uns mit der Lösung einer elektrotechnischen Aufgabe. Da bei 
verschiedenen Kollegen etliche Unklarheiten herrschen, bitten wir, 
uns den Rechnungsgang der nachfolgenden Aufgabe zuzu- 
schicken: Ein Drehstromgenerator soll bei 500 Umdrehungen 
m der Minute einen Leistungsfaktor <p = 0,75 aufweisen, 
143 K. V. A. leisten, für Kraft und Licht (Transformatoren), und 
500 Volt Spannung. Zur Aufstellung kommen : 
50 Motoren zu je 0,75 PS 
10 i, 1,5 i, 

2 5 

~ ii ii ii ii 

1 Motor „ „ 8 „ 

400 Glühlampen „ ,, 25 Kerzen 
60 „ „ „ 100 „ 

20 „ „ „ 500 „ 

Der aufzustellende Generator soll berechnet und sämtliche Kon- 
struktionsmaße angegeben werden. Die 143 K. V. A. sind erst 
ausgerechnet worden, auch sei noch bemerkt, daß Sternschaltung 
angewendet werden soll. 

Frage 29. Korkestrich. Bei Ausführung von massiven 
Hängedecken in Wohnhäusern soll es schon wiederholt vorgekom- 
men sein, daß die Magnesialauge, die zur Herstellung und zum 
Hartwerden des Kork-Estrichs dient, durch die Decke drang und 
das Eisen, sowie die Steine und den Beton zerstörte, so daß die 
Decken wieder herausgerissen werden mußten. Wer kann Nähe- 
res hierüber mitteilen, ebenfalls wie diese Decken schallsicher 
zu machen sind. 

Frage 30. Kann mir einer der Herren Kollegen den Grund 
angeben, wodurch ausgeführte Steinholzböden fleckig geworden 
sind, und auf welche Art dem Uebel abgeholfen werden kann? 
Die Sachlage ist folgende : Vor zwei bis drei Monaten sind meh- 
rere hundert Quadratmeter Steinholzböden in städtischen Ge- 
bäuden in oxyd oliver Farbe hergestellt worden. Die Mischung 
der Steinholzmasse ist gleichmäßig und sorgfältig mit der Ma- 
schine hergestellt worden. Beim Verlegen der Böden ist auch 
viel Sorgfalt aufgewandt worden. Etwa aCht Tage später wurden 
die Böden fleckig, und die Farbe ist stellenweise ganz ver- 
schwunden. Auch sind die einzelnen Bahnenansätze nach dem 
Streichen des Bodens sichtbar geworden. Durch Abreiben mit 
Stahlspänen und Oelen ist es etwas besser geworden, jedoch nicht 



so, wie es sein soll. Wir haben schon viel Steinholzböden verlegt, 
die immer sehr gut geworden sind. Allerdings ist diese Farbe, 
die einen dem Linoleum ähnlichen graugrünen Ton haben soll, 
zum erstenmal von uns verwendet worden. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Offene Stellungen. 

Die Herren Bewerber werden gebeten : 

1. jede Unterschrift auf den Gesuchen wegzulassen, und die 
Bewerbungen richtig frei zu machen; 

2. die Mitglieds- und Stellennummer in der oberen linken 
Ecke des Bewerbungsschreibens anzugeben. Ohne diese 
Angabe verzögert sich die Weitergabe des Gesuchs; 

3. Bewerbungen innerhalb 5 Tagen der Vermittlungsstelle ein- 
zureichen. Später eingehende Bewerbungen haben keine 
Aussicht auf Erfolg. 

370/72 Kaiserl. Generaldirekt, d. Eisenbahnen in Elsaß-Loth- 
ringen such, mehrere Masch.-Techn. z. Einstell, als Bauassist, 
außerhalb d. Beamtenverhältn. Die Bewerber müssen handwerks- 
mäßig ausgebildet u. d. Reifezeugnis ein. Fachschule bes. Die 
Besold. beläuft sich auf 180—300 Mk. je n. d. berufl. Ausbild, 
u. der Dauer der Dienstzeit. Ges. unt. Vorlage d. Ausbildungs- 
unterlage, Beschäftigungszeugnisse sowie ein. ausführl. Lebens- 
laufs, d. sich auch üb. d. Militärverhältn. aussprechen muß, 
sind einzureichen a. d. Zweigst. Straßburg i. Eis. z. H. d. Herrn 
Eugen Koslowsky, Straßburg-Neudorf i. Eis., Baldnersweg 22. 

419 Für den Tschicherziger Betrieb d. Normalisierung d. 
Grünberger Deiches (Trockenbagger u. Feldbahn f. d. Erdbeför- 
derung) wird ein Techn. ges., welcher d. Aufsicht über sämtl. 
Maschinen und des zugehörig. Betriebsmaterials, sowie d. Per- 
sonal, Behandlung d. Maschinen, Verwend. d. Materials, Aus- 
führung d. erforderl. Reparaturen zu führen hat u. welch, außer- 
dem d. örtl. Bauteil einschl. Führung d. Lohnlisten u. Bau- 
bücher u. einf. Arbeit, d. Absteckens u. Nivellierens überneh- 
men soll. Die Dauer d. Beschäftig, ist unbestimmt, zunächst 
etwa Kriegsdauer. Geh. n. Uebereinkunft u. Alter. Gesuche sind 
zu richten direkt an Herrn Regierungsbaumeister a. D. Bellath, 
Normalisierung des Grünberger Deichs, Streckenbauleitung in 
Tschicherzig. 

474 Königl. Hochbauamt in Westpreußen sucht erfahr, mögl. 
militärfr. Bautechn., d. m. d. Dienstgeschäft, d. allgem. Staats- 
bauverwaltg. vertr. ist, f. sof. Zureisekosten werd. n. gewährt. 
Bewerb. m. ZeugnisaBtthr., Lebensl. u. Gehaltsanspr. sind an 
die Zweigstelle Danzig z. H. d. Herrn P. Scholz, Danzig, Kas- 
subscher Markt 9-10 einzureich. 

483/85 Kgl. Kanalbauamt Hamm i. Westf. s. einige Tiefbaut, 
auf Privatdienstvertr. geg. viervvöchentl. Kündigung. Anfangs- 
geh. 150 Mk. Anfr. mögl. bald. Bewerbg. mit Lebensl., Zeugnis- 
abschr. sind an die Zweigstelle Hamm i. Westf. z. H. d. Herrn 
Martin Bauer, Hamm i. Westf., Feidikstr. 6, zu senden. 

507 Elektr. Blockstationen G.m.b.H. in Berlin sucht für 
ihren Betrieb einen Zeichner, d. i. d. Lage ist, Aufmessung von 
Räumen u. maschinell. Anlag, vorzunehm. u. zeichnerisch z. Dar- 
stellg. zu bringen. Ferner kommt d. Anfertig, v. sog. Installa- 
tionszeichn. elektr. Beleuchtungsanlagen in Frage. Ges. m. Le- 
bensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäfts- 
stelle Berlin, Wilhelmstr. 130, einzureichen. 

509/10 Maurer- u. Zimmermeister Ludwig Sichert sucht für 
Bureau u. Bauleitg. 2 Bautechn., welche d. Baugewerkschule bes. 
u. Erfahrg. in Baultg., Abrechnung, Veranschlag, u. Eisenbeton- 
bau haben. Bedingung: vollst, militärfrei. Stetig, mögl. sofort. 
Geh. 180—240 Mk. Ges. m. Lebensl., Gehaltsanspr. u. Zeugnis- 
abschr. sind einzureichen an die Zweigstelle Posen z. H. des 
Herrn E. König, Posen, Hohenlohestr. 3. 

521 Für Postneubaut. in Marienburg (Westpr.) z. Unter- 
stützung d. örtl. Bauleiters sof. tücht., erfahr. Hochbautechn. ges. 
Geh. bis zu 180 Mk. Beding.: militärfrei. Meldungen sind um- 
gehend an Herrn Postbauinspektor Bertram, Danzig, Oberpost- 
direktion, mit Angabe d. Eintrittsterm. zu richten. 

585 Ansiedlungskommission sucht f. Bureauarbeit einen voll- 
ständig militärfr. Bautechn., gleich welchen Alters, mögl. sof. 
Bewerb. muß bereits i. StaatshoChbauämt. tätig gewes. sein. 
Hauptbeschäftig, als Expedient f. bestimmt. Baubezirke. Arbeits- 
zeit 8 Std. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an 
die Zweigstelle Posen, z. H. des Herrn E. König, Hohenlohestr. 3. 

618 Pumpenfabrik A.-G. in Berlin sucht 1 jüng. Zeichner, 
Anfäng., d. etwas vertr. ist m. Pumpen- und Wasserversorgungs- 
anlagen, mögl. militärfr. Antr. sogleich. Geh. 150 M. Ges. m. 
Lebensl. u. Zeugnisabschr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, 
Wilhelmstr. 130, einzureichen. 

626/27 Maschinenfabrik in Magdeburg sucht f. d. techn. 
Bureau noch 2 Techn., die im Hebezeugbau wenigstens einiger- 



80 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 19/20 



maßen bewandert sind. Eintr. mögl. sof. Angeb. m. Lebensl., 
Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Magdeburg 
z. H. d. Herrn P. Bobe, Magdeburg-Ferm., Faberstr. 13 II. 

644 Apparatebauanstalt, Zentralheizungen u. Wasseranlagen 
in Prenzlau sucht für sof. einen tücht., m. d. Ausarbeit, u. d. 
Veranschlag, v. Entwässerungsanlag. vertr. Techn. Ges. m. Le- 
benslauf, Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an d. Hauptgeschäfts- 
stelle Berlin, Wilhelmstr. 130. 

645 Metallgießerei, Masch.- und Dampfkessel-Armaturen- 
Fabrik in Hamburg sucht Techn., welche die Schule verlass. hab. 
in Anfangsstellung, die sauber zeichnen u. pausen könne. Ges. 
m. Lebensl., Gehaltsanspr. u. Zeugn. an die Zweigstelle Hamburg 
z. H. d. Herrn E. Natho, Leibnizstr. 6. 

671 Behörde in Posen (Prov.) s. z. Hilfeleistg. b. d. Erledig, 
d. lauf. Dieustgesch'. f. d. Bureau 1 Bautech., der die Baui- 
gewerkschule absolviert hat, erfahr., zeichnerisch gewandt u. m. 
sämtl. Arbeit, ein. Hochbauamtes vertraut ist, mögl. militärfrei. 
Antr. im Laufe d. Monats Mai. Ges. m. Lebensl., Gehaltsanspr. u. 
Zeugnisabschriften an die Zweigstelle Posen, z. H. des Herrn 

E. König, Hohenlohestraße 3. 

672 Bezirksarchitekt in Allenburg i. Ostpr. sucht mögl. sof. 
f. d. Bureau einen militärfr. Architekt od. Bautechn., der die 
Bauschule absolviert hat. Bewerber m. flott. Zeichn. u. geübt im 
Konstruieren v. Perspektiven, auch in landwirtschaftl. Baut, er- 
fahren sein. Ges. an die Zweigstelle Posen. 

680 Eine Chamottefabrik u. Dinasfabrik in Schlesien sucht 
f. ihr Konstruktionbureau ein jüng. Techn., bewand. i. Retor- 
tenofenbau u. i. Aufriß v. Werkzeichnung. Angeb. m. Lebensl., 
Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Breslau z. H. 
des Herrn von Carlowitz, Breslau, Weinstr. 78. 

681/82 Maschinenfabrik in Berlin sucht einen Techn. zur 
Ausführ. v. Proj. f. Wäschereimasch. Geh. cirka 200 Mk. Ferner 
noch einen jüng. Masch.-Techn. z. Anfertig, v. Projektionszeich- 
nungen f. Wäschereimasch. Geh. zirka 125 Mk. Ges. an die 
Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

639 Kgl. Hochbauamt Marienwerder sucht 1 Techn. Ges. 
m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle 
Danzig z. H. des Herrn P. Scholz, Danzig, Kassubscher Markt 
Nr. 9-10, senden. 

690 Wetzlarer Firma sucht vorübergehend event. dauernd 
einen Zeichner f. Marmorindustrie, welcher Werkzeichnungen 
n. Skizzen u. Angab, anfertig, kann. Es handelt sich besonders 
um Gegenstände des inneren Ausbaus (Marmorkamine, Heiz- 
körperverkleidung, Zimmerbrunnen, Altäre, auch Denkmäler). Ge- 
nügende Fachkenntnis und die Fähigkeit, in irgendeiner Zeichen- 
manier gefällige Darstellung, z. machen*ist erforderl., auch muß 
d. betr. Herr an Hand v. sein, eigen, u. fremd. Zeichnung. 
Massenauszüge anfertig, können. Für ein. tücht. u. zuverlässig. 
Herrn, d. in dies. Industrie Erfahrg. hat od. sich schnell ein- 
zuarbeiten versteht, ist begründete Aussicht auf gute, dauernde 
Stelig. Gesuche an die Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

691 Kanalbaubureau in d. Lausitz sucht f. d Bureau z. bald. 
Antritt 1 Techn. Derselbe m. mit d. Prüfung v. Hausentwässe- 
rungsplänen vertraut sein u. in der Uebcrwachung d. Ausführ. 
Erfahrung haben. Gesuche an die Hauptgeschäftstelle richten. 

692/93 Tiefbauamt s. 2 Tiefbautechn. m. abgeschl. Bau- 
gewerkschule f. Bureau u. Baustelle, Kanalisation, Straßenbefest. 
Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. (nicht unter 
150 Mk.) an die Zweigstelle Halle a. S. z. H. d. Herrn Schu- 
mann, Jakobstraße 59. 

694 Kreis Bergen auf Rügen sucht z. groß. Straßenbauten 
praktisch erfahrenen Tiefbautechn. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschr. u. Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Stettin z. H. des 
Herrn 'Bordiert, Stettin, Stoltingstr. 27. 

695 Für eine Behörde in Buchholz i. Sa. (Stadtbauamt) wird 
sof. gewandt. Techn., der bereits in städt. Verwaltung gearbeitet 
hat, und im Feldmessen, Schleusenbau (Kanalisierungen), Stra- 
ßenbau u. Beaufsicht. vollkommen selbständig ist, ges. Militärfr. 
Bewerb. werd. bevorzugt, außerdem auch solche, d. bereits i. 
bergigem Gelände gearbeitet haben. Stellg. zunächst nur f. d. 
Dauer d. Krieges gegen vierwöchentl. Kündigung. Ges. m. 
Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Gehaltsanspr. unt. Ang. d. frühest. 
Eintr.-Termins an die Zweigstelle Chemnitz, z. H. des Herrn 

F. Benndorf, Chemnitz/Sa., Fritz Reuterstr. 19. 

696 Für Maschinenbau u. Eisengießerei in einer kl. Stadt 
d. Prov. Sachsen wird ein techn. Leiter ges. Beteiligung nicht 
ausgeschlossen, jed. nicht Bedingung. Angeb. m. Lebensl., Zeug- 
nisabschr. u. Gehaltsanspr. einsenden an die Zweigstelle Magde- 
burg z. H. d. Herrn P. Bobe, Magdeburg-Fermersleben, Faber- 
straße 13 II. 

697 Militärbehörde in Insterburg sucht 1 tücht. Bautechn. 
Geh. je n. Leistung bis zu 250 Mk. Gesuche an die Haupt- 
geschäftsstelle Berlin. 

698 Berliner Firma (Gas- u. Wasseranlagen) sucht z. 1. 6., ev. 
ein paar Tage vorher, ein. jung. Techn. z. Unfertig, v. Auszügen 
aus Entwässerungsplänen u. kl. Zeichnungen, auch hat ders. die 



Aufsicht zu führen im Lager u. in d. Exp. Geh. 160 Mk. Ges. 
an die Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

699 Baurat J. P. Manz, Stuttgart, Friedrichsbau sucht einen 
in Eisenbetonbau u. mögl. auch in Eisenkonstruktion erfahrenen 
Techn., selbständ. Statiker, bei gut. Bez. Es handelt sich haupt- 
sächlich um Eisenbetonhochbauten f. Fabrikanlagen, teilweise 
auch um kompl. Rahmenkonstrukt. f. Hallenbauten usw. Ges. 
sind an die angegebene Adresse dierekt umgehend zu richten. 

700 Für ein Militärbauamt in Kolberg wird z. sof. 1 Bautechn. 
(sich. Rechn.), d. bes. in Abrechnungsarbeiten gewandt sein muß, 
ges. Bewerb. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. sind 
an die Zweigstelle Köslin, z. H. d. Herrn Battige, Köslin i. Pomm., 
Bergstr. 33, zu senden. 

701 Für eine Kgl. Behörde in Liegnitz wird zur örtlichen 
Leitung der Bauarbeit, z. Anschluß d. Kgl. Strafanstalt in Jauer 
an d. städt. Entwässerung 1 m. Kanalisationsarbeit durchaus 
vertr. Techn. z. sof. Dienstantr. auf die Dauer von voraussichtlich 
3 — 4 Monate ges. Angeb. m. begl. Zeugnisabschr. u. Gehalts- 
anspr. an die Zweigstelle Breslau, z. H. d. Herrn v. Carlowitz, 
Breslau X, Weinstr. 78. 

702 Niederschles. Elektrizitäts- u. Kleinbahn-A.-G. sucht f. 
Waldenburg i. Schles. z. 1. Juni 1 Tiefbautechn. Beschäftigung 
dauernd u. besteht meist in feldmesserischen Arbeiten, wie Auf- 
nahme v. Lageplänen, Nivellements u. Profilen u. schriftl. u. 
zeichnen Bureauarb. Bewerb. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. 
Gehaltsanspr. sind umgehend, da Ersatz f. einen weggehenden 
Kollegen geschaffen werden soll, an die Zweigstelle Nieder- 
schlesien, z. H. d. Herrn J. Nahrendorf, Waldenburg i. Schles., 
Fürstensteiner Str. 6 a, einzureichen. 

703 Für Bahnhofshallenbau in Stuttgart wird 1 Techn. für 
Eisenkonstr. ges., d. imstande ist, an Hand v. Skizzen d. betr. 
Konstruktionen auszuarbeiten. Geh. 200 Mk. Ges. m. Lebensl., 
Zeugnisabschr. u. Gehaltsanspr. an die Zweigverwaltung Stutt- 
gart, z. H. d. Herrn A. Weber, Cannstadt, Taubenheimer Str. 86. 

704 Maurer- u. Zimmermeister in Mehlsack i. Ostpr. sucht 
sof. 1 Techn., gel. Zimmerer, welcher in allen Aufgab, a. d. 
Werkplatz, bes. in allen Schiftung. u. i. Trappenbau bewandert 
ist. Geh|. 150 bis 200 Mk. Stellg. b. gut.. Leist, dauernd. Angeb. 
m. mögl. polizeil. Führungsartest bis z. 18. Mai an Herrn Paul 
Romanus, Architekt, Maurer- u. Zimmermeister in Mehlsack in 
Ostpr. 

Nachtrag 

zu der in Heft 15/16 der D. T. Z. veröffentlichten Liste der 
Zweigstellen der Stellenvermittlung. 

Dortmund: An Stelle des Herrn Hartmann ist Obmann Herr 

Müller, Dortmund, Wittekindstr. 28 (Bau). 
Nürnberg: An Stelle der Herren Born und König (Bau und Indu- 
strie) ist Obmann Herr Harttig Georg, Nürnberg, 
Pillenreuther Str. 20. 
Köslin: An Stelle des Herrn Herber ist Obmann Herr Hans 
Battige, Bergstr. 33. 




Nachruf. 

Den Heldentod fürs Vaterland starb am 17. Fe- 
bruar 1915 infolge Sprengung bei Rochlincourt 
(Frankreich) unser lieber Kollege 

Herr Josef Zetl 

Bauführer am K. Landbauamte Landshut, 
Gefreiter im 3. Bayr. Reserve-Infanterie-Regiment. 

Sein bescheidenes Wesen, sowie treueste Pflichterfüllung 
gegenüber Familie, Vaterland und Beruf sichern ihm ein ehrendes 
Andenken. Zweigverwaltung Landshut. 




Nachruf. 

Am 27. Februar starb vor dem Feinde in 
Rußland den Heldentod fürs Vaterland unser 
Mitglied 



Herr Vermessungstechniker Max Delf 



Reservist im Infanterie-Regiment 131, 12. Kompagnie. 

Wir betrauern in dem so früh aus dem Leben Geschiedenen 
einen lieben, pflichttreuen Kollegen, dessen Andenken stets 
bei uns in Ehren gehalten wird. 

Zweigverwaltung Barmen. 



Deutsche Techniker-Zeitunq 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 

Dr. Höfie, Verbandsdirektor. Erich Händeler, verantwortlicher Schriftleiter. 



XXXII. Jahrg. 29. Mai 1915 Heft 21/22 



Innerer Markt und innere Kolonisation 

Von Dr. BENNO JAROSLAW, Berlin-Grunewald. 



Wie dieser Krieg auch enden möge, Gewerbe, In- 
dustrie und Handel, die auf Export angewiesen sind, wer- 
den keinen leichten Stand haben. Deutschland kann sich 
zwar als Bedingung eines siegreichen Friedens günstige 
Handelsverträge erzwingen, was es aber nicht wird er- 
zwingen können, ist die Kaufbereitschaft des in unerhörter 
iWeise verhetzten ausländischen Publikums. Der fremde 
Fabrikant und Händler, der deutsche Rohstoffe und Halb- 
fabrikate benutzt oder vertreibt, wird natürlich weiter 
den günstigsten Markt aufsuchen. Der letzte Verbraucher 
aber läßt sich erfahrungsmäßig nicht einzig und allein von 
wirtschaftlichen Erwägungen leiten. Unsere Fertigfabrikate 
werden häufig und auf lange Zeit hinaus verschlossene 
Türen finden, mögen sie sich durch Preiswürdigkeit oder 
durch Qualitätsarbeit noch so dringend empfehlen. Wer 
sich erinnert, wie schwer es hielt, nach 1870/71 in Frank- 
reich wirtschaftlich wieder Fuß zu fassen, wird mir zugeben, 
daß ich nicht schwarz male: was deutsch heißt, wird lange 
verfehmt sein! 

Was ist nun zu tun? Der deutsche Gewerbetreibende 
und Kaufmann legt die Hände nicht verzweifelt in den 
Schoß, sondern denkt sich: „Für einen verlorenen Kunden 
zehn neue!" und sinnt bereits im Kriege auf andere Absatz- 
gebiete. Oesterreich-Ungarn, der Balkan, das ganze tür- 
kische Interessengebiet bis tief nach Asien hinein werden 
das Feld seiner Betätigung sein. Gewiß eine versprechende 
Aussicht! Nur soll man sich hüten, die Beute zu früh zu 
verteilen, bevor man noch den Bären — den russischen 
nämlich — erlegt hat. Vor allem: der Orient genügt nicht, 
um für das gefährdete Ueberseegeschäft vollen Ersatz zu 
schaffen. 

Kräftigung des inneren Marktes! Das wird 
das wesentliche Mittel sein, um die Einkreisung des deut- 
schen Gewerbes und Handels, die nach dem Frieden erst 
recht droht, abzuwehren, oder doch unwirksam zu machen. 
Wir müssen uns die neue Kundschaft, die wir zum Absatz 
unserer industriellen Produkte nötig haben, im eigenen 
Lande selbst schaffen. Damit die Warenproduktion in 
der alten Weise aufrecht erhalten werden kann, muß die 
Menschenproduktion gehoben werden! — Nun hat man 
in den letzten faulen Friedensjahren viel von Geburten- 
rückgang, Degeneration und dergl. geredet und allerhand 
Abhilfe vom grünen Tisch aus vorgeschlagen. Und dabei 
liegt doch die Sache so einfach! Man schaffe dem deut- 
schen Volke natürliche Lebensbedingungen und vor allem 
reichliche Ernährungsmöglichkeit, . — dann wird das Ge- 
spenst der Aussterbung bald zerronnen sein. Reichliche 
Ernährung, das heißt aber Vermehrung der heimischen 
landwirtschaftlichen Produktion; denn vom Auslande wol- 
len wir doch nicht wieder so schmählich abhängig wer- 
den, wie es sich in diesem Kriege erwiesen hat. Und wir 
können auch nur so viel fremdes Getreide abkaufen, als 
uns der Fremde deutsche Fabrikate abkauft. Also Ver- 
mehrung der heimischen Bodenproduktion! Das heißt aber 
wieder: Vermehrung des heimischen Bodens selbst! Denn 
die Steigerung des Ertrages auf seh- kultiviertem Boden 
hat natürlich seine Grenzen. 



Können wir denn unseren heimischen Boden vermeh- 
ren? — Es ist noch immer nicht genügend bekannt, daß 
sich in Deutschland Oedländereien befinden, so groß wie 
die ganze Provinz Hannover, die zumeist nichts anderes 
verlangen, als Entwässerung, Umbruch und reichliche 
Düngung, um zu ertragsfähigen Böden aufzurücken, der 
Hunderttausenden reichliche Nahrung zu geben vermag. 

Diese Hunderttausende sind die Kundschaft, die Han- 
del, Gewerbe und Industrie brauchen; sie sind die Kund- 
schaft, die neu zu schaffen vor allem im Interesse dieser 
Erwerbsstände liegt. Und darum ist die Bewegung für 
Kultivierung der deutschen Oedländereien keine rein land- 
wirtschaftliche, sondern eine nationale Angelegenheit, an 
derem Gelingen gerade der Städter beteiligt ist. 

Der Krieg weitet den Horizont. Er macht uns mit 
Gegenden bekannt, von denen wir nie etwas wußten; er 
führt uns auch Probleme nahe, an denen wir sonst achtlos 
vorübergegangen. 

Wenn der Fabrikant, Händler oder Handwerker früher 
von innerer Kolonisation und landwirtschaftlicher Produk- 
tionssteigerung hörte, da dachte er wohl nur, es könnten 
durch verringerten Menschenzufluß vom Lande die städti- 
schen Arbeiterverhältnisse verschlechtert werden. Heute 
wird er gewahr, daß mit jedem neu auf Oedland an- 
gesiedelten Bauer nicht ein Arbeiter verloren ist, sondern 
ein kaufkräftiger Kunde gewonnen werden kann, wofern 
der Verkäufer nur versteht, sich in die der Stammes- und 
Standesart entsprechenden Bedürfnisse und Geschmacks- 
richtungen einzufühlen, anstatt ihm den unverkäuflichen 
Ueberschuß des Exportkrams aufzunötigen. 

Also 1. Vermehrung der heimischen Kundschaft durch 
Vermehrung der heimischen Bodenerzeugnisse, 
2. Vermehrung der heimischen Bodenerzeugnisse 
durch Vermehrung des angebauten Bodens! 

Das ist das Band, das sich von der Stadtwirtschaft zur 
Landwirtschaft schlingt und das die Erörterung des Oed- 
land-Problems auch in einer Zeitschrift rechtfertigt, die 
sonst nur den Interessen des eigenen Fachs gewidmet ist 

Wie Oedland zu Fruchtland werden kann, das ist zu- 
nächst eine technische Frage, die als gelöst bezeichnet 
werden kann. Eine viel wichtigere Frage aber ist: Wie 
bekommen wir das vorhandene Oedland frei und verfüg- 
bar? Wie stillen wir den gewaltigen Landhunger, der schon 
heute unleugbar vorhanden ist und, wenn nicht alle An- 
zeichen trügen, nach dem Kriege noch viel quälender wer- 
den wird? Soweit Oedland in staatlichem Besitz ist, kön- 
nen wir zu der Regierung das Vertrauen haben, daß sie in 
beschleunigtem Tempo die Urbarmachung und Aufteilung 
durchführen wird. Sehr viel Oedland aber befindet sich 
noch in Privatbesitz von Bauern, die weder verkaufen, 
noch bebauen wollen. Das ist also keine technische Frage 
mehr, sondern eine rechtliche. Nach der heutigen Gesetz- 
gebung ist nämlich dem Bodenbesitzer, der seinen Besitz 
nicht nützen will, gar nicht beizukommen. Das muß anders 
werden; denn die Allgemeinheit leidet darunter, wie dieser 



82 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 21/22 



Krieg auch dem Einfältigsten begreiflich gemacht hat. Im 
Krieg hat man daher zu vereinzelten Notverordnungen ge- 
griffen, die aber noch nicht durchgreifend genug sind und 
vor allem nur für die Dauer des Krieges gelten. 

Es liegt aber im Interesse des Staates und — wie oben 
angeführt — im Interesse von Handel, Gewerbe und In- 
dustrie, daß auch später der Rechtssatz gilt: Wer nicht 
selbst seinen Boden bestellt, der muß die Benutzung an 
andere abgeben. Denn mit dem Boden verhält es sich 
anders wie mit anderen Gütern, etwa einer Maschine. 
.Wenn ich eine Maschine unbenutzt verrosten lasse, so leidet 
dadurch der Konsum nicht. Dann kauft eben mein Kon- 
kurrent eine neue Maschine und versorgt damit den 
Markt, den ich vernachlässige. Der Boden aber läßt sich 
nicht beliebig vermehren: liegt er brach, so leidet vor 
allem die Allgemeinheit. Darum eben ist die Grundforde- 
rung der Oellandkultur, die da lautet: „Zwangsenteignung 
oder Zwangsverpachtung des anbaufähigen, aber nicht an- 
gebauten Landes!" gar keine Interessen- oder Partei- 
frage, sie ist auch nicht eine Notmaßnahme, die mit dem 
Kriege kommt und wieder geht, sie ist einfach eine Be- 
dingung unserer späteren wirtschaftlichen Existenz. 



Man fasse das Vorhergehende nicht etwa so auf, als 
ob wir nun etwa von unserer weltwirtschaftlichen Stel- 
lung einen Zoll zurückweichen oder uns das Recht auf 
Landerwerb über unsere heutigen Grenzen hinaus ver- 
sagen sollten, aber wir wollen festhalten: Auch im eige- 
nen Lande finden wir Boden genug, auf dem wir dem 
Vaterlande gute Ackerbürger und dem deutschen Gewerbe 
leistungsfähige Abnehmer neu schaffen können. Auch 
dieser Boden ist zu erobern, nicht vom Feinde, wohl 
aber aus den Griffen eines verknöcherten Rechtsbegriffes. 

Indem sich Industrie, Handel und Gewerbe an dieser 
Bewegung beteiligen, sichern sie sich ein Abnehmergebiet, 
das zwar nicht von heute auf morgen geschaffen wird, 
dafür aber auch nicht, wie die Ueberseekundschaft, von 
heute auf morgen — wie jetzt im Kriege — verloren 
gehen kann. 

Der stolze Wahlspruch des Hanseaten lautet: „Mein 
Feld ist die Welt!" Er soll ihm nicht geraubt werden. Aber 
wer die Grundbedingungen für eine kaufkräftige, fortschrei- 
tende, ländliche Bevölkerung schafft, soll auch nicht ver- 
achtet werden. Sein Wahlspruch wird lauten: Meine 
Welt ist das Feld! 



Winke zur Abkürzung der Wartezeit in der Angestelltenversicherung 



Das Jahr 1915 ist unter den Eröffnungsjahren der An- 
gestelltenversicherung noch einmal von besonderer Bedeutung. 
Mit ihm zugleich läuft nämlich die Frist ab, in der die Wartezeit, 
das Schreckgespenst der Angestelltenversicherung, mit Hilfe einer 
Kapitalseinzahlung abgekürzt werden kann. Wir haben die ge- 
setzlichen Bestimmungen hierüber schon wiedergegeben. Auch 
erteilen der Rentenausschuß und die Reichsversicherungsanstalt 
eingehend Auskunft über das hierfür geltende Recht. Solche 
amtlichen Auskünfte sind aber natürlich immer ganz allgemein 
gehalten und so bleiben sie fast immer der einen Frage die Ant- 
wort schuldig. „Wie komme ich, gerade ich in meinem spe- 
ziellen Fall, am besten auf meine Kosten?" Und diese Frage ist 
doch schließlich letzten Endes die wichtigste; denn es handelt 
sich dabei um recht erhebliche Beträge. Das einzuzahlende 
Kapital enthält nicht nur die Angestelltenbeiträge für die Ab- 
kürzungszeit, sondern auch die des Arbeitgebers, es sind darin 
die Zinsen enthalten vom 1. Jan. 1913 an, dazu ein Verwaltungs- 
kostenaufschlag usw. Und wer sein gutes Geld ausgibt, der will 
auch ganz genau wissen, wozu er dies tut. Daß man durch eine 
Abkürzung schneller in den Genuß der Leistungen der An- 
gestelltenversicherung gelangen kann und sich zugleich auch diese 
Leistungen erhöht, ist erklärlich. Aber auf welche Leistungen 
der Versicherte in erster Linie lossteuern soll, welche Klasse und 
wieviel Jahre er sich wählen soll, um mit seinen beschränkten 
Mitteln auch auszukommen, das sind alles Fragen, die nur aus der 
Praxis zu beantworten sind. 

Die Reichsversicherungsanstalt gibt uns einiges Material in 
die Hand in ihrem Geschäftsbericht über das Jahr 1913. Die 
dort veröffentlichten Zahlen geben uns manche Winke, die wir 
Uns jetzt zunutze machen können. Naturgemäß haben vornehm- 
lich Angestellte in höherem Alter von der Abkürzung der Warte- 
zeit Gebrauch gemacht, da sie ohne diese erst in zum Teil sehr 
vorgerückten Lebensaltern einen Anspruch auf die gesetzlichen 
Leistungen geltend zu machen in der Lage wären. Es mag hier 
auch besonders die Tatsache mitgesprochen haben, daß auch 
nur wieder ältere Angestellte über das nicht unerhebliche Kapital 
verfügen, um eine einigermaßen wirksame Abkürzung der Warte- 
zeit durchzuführen. In dem Bericht des Direktoriums der Reichs- 
versicherungsanstalt über das Geschäftsjahr 1913 heißt es aber: 
„Es ist jedoch wohl anzunehmen, daß bis zum 
Ablauf der Frist, die das Versicherungsgesetz 
für Angestellte für die Stellung von Anträgen 
auf Abkürzung der Wartezeit vorsieht, d. h. bis 
zum Ende des Jahres 1915 auch eine beträcht- 
liche Anzahl jüngerer Angestellter, sobald erst 
die Kenntnis des Gesetzes in breitere Schich- 
ten der Angestellten gedrungen ist, dem Bei- 
spiel der älteren Angestellten folgen wird." Es 
ist bezeichnend, daß von den über 3000 Anträgen, die im Jahre 
1913 gestellt wurden, über 1700 auch sofort wieder zurück- 
gezogen wurden. Es läßt dies darauf schließen, wie groß der 
Wunsch ist bei den Versicherten, sich die Leistungen des Ge- 
setzes unter allen Umständen zu sichern, daß aber die meisten 
schließlich von ihrem guten Vorhaben, durch die hohe Summe, 
welche die von ihnen beabsichtigte Abkürzung erforderte, ab- 



geschreckt wurden. Tatsächlich durchgeführt wurde die Ab- 
kürzung im Jahre 1913 von 948 Versicherten. Hiervon waren im 
Alter bis 55 Jahre 227 und die restlichen 721 im Alter von 56 
bis 60 Jahren. Rund die Hälfte der Versicherten hat die Warte- 
zeit um 3 und 4 Jahre abgekürzt und nur 75 übersprangen die 
Zeit von 6 bis 10 Jahre. Das verhältnismäßig hohe Alter der 
meisten Abkürzenden läßt darauf schließen, daß es ihnen darauf 
ankommen mußte, bei Erlangung der Altersgrenze von 65 Jahre 
auch ihr Altersruhegeld zu haben. Die Wartezeit beträgt aber 
nach § 48 im Falle der Pflichtversicherung für männliche Ver- 
sicherte 120 Beitragsmonate. Wollten sie also sich unter allen 
Umständen ein Altersruhegeld sichern, dann hätte die Mehrzahl 
von ihnen die Wartezeit um bedeutend mehr als 5 Jahre durch 
Abkürzung überspringen müssen. Von den im ganzen 948 Ab- 
kürzenden haben sich aber 793 mit einer Abkürzung von 1 bis 
5 Jahren begnügt. Was ist geschehen? Aeltere Leute haben die 
Wartezeit in der großen Mehrzahl um höchstens 5 Jahre ab- 
gekürzt und haben dadurch wohl, wenigstens soweit sie pflicht- 
versichert sind, im Falle ihres Todes ihren Hinterbliebenen eine 
Rente gesichert. Sie haben aber für sich selbst keinerlei Rente 
zu erwarten und erhalten auch während der ganzen Dauer ihrer 
Berufsunfähigkeit, so lange sie leben, keinerlei Unterstützung una 
erst nach ihrem Tode hat die vielleicht hinterlassene Witwe oder 
ihre hinterlassenen Kinder unter 18 Jahren Anspruch auf Hinter- 
bliebenenrente. Dieses Ergebnis der Abkürzung der Wartezeit 
haben wohl die Mehrzahl der Abkürzenden nicht erwartet. Der 
Mißgriff tritt aber noch deutlicher in folgendem zutage. Nach 
dem Bericht der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte betrug 
im Jahre 1913 die Gesamteinzahlung an Prämienreserven knapp 
1 Million Mark. Es ergibt sich hiernach auf die Person eine Ein- 
zahlung von 1000 M. Die Klassen, die sich die Versicherten 
wählten, waren vornehmlich die Klasse H. und J. Es drängt sich 
da unwillkürlich der Gedanke auf, wären die 1000 M im Inter- 
esse der Abkürzenden vielleicht nicht besser angewandt gewesen, 
sie hätten, anstatt mit dieser Summe 5 Jahre nach Klasse J ab- 
zukürzen, lieber 10 Jahre nach Klasse E oder F abgekürzt. Sie 
hätten hiermit geradezu ein doppeltes erreicht; sie hätten sich 
neben der Hinterbliebenenrente, die sie auch mit 5 jähriger Ab- 
kürzung hatten, auch noch zugleich das Ruhegeld gesichert und 
damit das eingezahlte Kapital erst richtig völlig ausgenutzt. Von 
diesem Gesichtspunkt aus, ist es auch gänzlich ungenügend, 
wenn Versicherte im Jahre 1913, um die Wartezeit um 1, 2 oder 
3 Jahre abzukürzen, wie dies nach dem Bericht von 328 Ver- 
sicherten geschehen ist. Wer von diesen jetzt z. B. in den Krieg 
gezogen und gestorben ist, hatte durch die Einzahlung keinerlei 
Vorteil gehabt, da noch nicht einmal die 5 jährige Wartezeit für 
die Hinterbliebenenrente Pflichtversicherter trotz Abkürzung er- 
füllt ist. Die Hinterbliebenen haben vielmehr nur einen Anspruch 
auf Rückerstattung der Beiträge nach § 398, wobei die Zeit der 
Abkürzung gerade so behandelt wird, als ob der Versicherte hier 
Monat für Monat seine Beiträge gezahlt hätte. Soweit es hier- 
nach Pflichtbeiträge waren, werden sie zur Hälfte zurückerstattet, 
es geht also auch die Hälfte der Prämienreserve verloren. 

Was muß also geschehen, wenn es gilt, mit einem möglichst 
kleinen Kapital einen möglichst großen Nutzen herauszuschlagen. 



Heft 21/22 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



83 



Die älteren Versicherten müssen wohl mit der Berufsunfähig- 
keit, wie mit dem Tode rechnen, sie müssen sowohl die Er- 
langung einer Hinterbliebenenrente und die des Ruhegeldes im 
Auge haben. Die Wartezeit für das Ruhegeld beträgt 10 Jahre, 
für die Hinterbliebenenrente 5 Jahre. Ist also die Wartezeit für 
das Ruhegeld gewonnen, so ist sie auch für die Hinterbliebenen- 
rente erfüllt. Es bleibt ihnen also nichts anderes übrig, als von 
der Wartezeit möglichst viel wegzukürzen, und zwar wenn die 
verfügbaren Mittel nicht groß sind, in einer niederen Klasse. Die 
jüngeren Versicherten dürfen an Berufsunfähigkeit nicht den- 
ken. Wenn bei ihnen einmal ein Unglück passiert, dann pflegt 
es meist radikal zu sein. Also ist Vorsorge nur für den Tod zu 
treffen; sie müssen sich unter allen Umständen eine Hinter-i 
bliebenenrente sichern, welche an eine Wartezeit von nur 5 Jah- 
ren geknüpft ist, dann haben sie fürs erste ihre Schuldigkeit 
getan. Es ist auch zu empfehlen, dann die höchst mögliche Klasse 
zu wählen, da nur 3 Jahre zu überspringen sind, und damit die 
Rente nachher nicht gar zu klein wird. Eine möglichst hohe 
Klasse zu wählen, bietet auch noch folgenden Vorteil: Hat näm- 
lich der Versicherte das Glück, nachher gerade wegen seiner 
Vorsicht noch recht lange zu leben und in den Genuß eines Ruhe- 
geldes zu gelangen, so wird die Höhe des Ruhegeldes 
durch die Abkürzung in einer hohen Klasse günstig be- 
einflußt. Das Ruhegeld beträgt nämlich 1 / l der Summe der in 
den ersten 120 Beitragsmonaten entrichteten Beiträge und 1 / s der 
nachher gezahlten. Die Beiträge der Anfangsjahre fallen also bei 
der Rente am meisten ins Gewicht. Daran müssen jüngere Leute 
mehr denken als die Alten. 

Um sich ein Bild von den Kosten machen zu können, seien 
folgende Beispiele angeführt: Ein dreißigjähriger Versicherter, 
der sich die Wartezeit um 3 Jahre nach Klasse C (4,80 M) ab- 
kürzen will, hat rund 165 M zu zahlen. Eine Abkürzung nach 
Klasse E (9,60 M) würde 331 M kosten. Erheblich teuerer kommt 
die Sache einen Fünfundfünfzigjährigen, besonders wenn er mit 
der Abkürzung um 10 Jahre vorgreifen will. Er zahlt nach 
Klasse B (3,20 M) fast 500 M, nach Klasse D (6,80 M) schon et- 
was über 1000 M, nach Klasse E (9,60 M) sind es schon 1500 M 



ANGESTELLTENFRAGEN 



Heraufsetzung der Pfändungsgrenze 
Endlich einmal auch eine wirtschaftliche Begleiterscheinung 
des Krieges, die für die Arbeiter und Angestellten ein freund- 
liches Gesicht zeigt. Der Bundesrat hat eine Verordnung über die 
Einschränknug der Pfändbarkeit von Lohn-, Gehalts- und ähn- 
lichen Ansprüchen erlassen, die bestimmt, daß an die Stelle der 
für die Pfändbarkeit bisher maßgebenden Summe von 1500 M 
bis auf weiteres die Summe von 2000 M treten soll. Außerdem 
soll diese Verordnung auch noch rückwirkend sein insofern, als 
eine vor ihrem Inkrafttreten vorgenommene Zwangsvollstreckung, 
Aufrechnung, Abtretung oder Verpfändung hinsichtlich später 
fällig werdenden Bezüge ihre Wirksamkeit verliert, soweit sie 
bei Anwendung der Verordnung unzulässig sein würde. 

Bekanntlich haben die Arbeiter, Angestellten und Beamten 
schon lange die Heraufsetzung der Pfändungsgrenze gefordert. 
Sie ist durchaus in der Entwickelung unserer wirtschaftlichen Ver- 
hältnisse begründet, denn der Betrag, der bei dem Inkrafttreten 
des Beschlagnahmegesetzes von Lohn- und Gehaltsforderungen 
im Jahre 1869 als zur Bestreitung der notwendigsten Bedürf- 
nisse des Schuldners für unpfändbar angesetzt und damals mit 
400 Talern bemessen wurde, entspricht heute unbestritten nicht 
mehr der Summe, die in gleichem Sinne notwendig wäre, um 
die notwendigsten Bedürfnisse zu bestreiten. Es wird kaum 
Widerspruch auslösen, wenn wir behaupten, daß auch die jetzt 
festgesetzte Summe von 2000 M noch nicht dem Verhältnis ent- 
spricht, weil in der zwischenliegenden Zeit die Kaufkraft des Gel- 
des gesunken ist. Immerhin ist es freudig zu begrüßen, daß, wie 
auf so manchem andern Gebiet, eine Frage, die vorher durch 
Jahre hindurch nicht einen Schritt vorwärts kommen konnte, 
nun durch den Krieg ganz plötzlich und unerwartet einer we- 
nigstens erträglichen Lösung entgegengeführt wird. Die Verord- 
nung des Bundesrats ist ja immerhin nur eine Kriegsmaßnahme, 
sie ist aber begründet mit der erheblichen Verteuerung der 
wichtigsten Lebensbedürfnisse, die der Krieg herbeigeführt hat. 
Selbstverständlich spürt der Arbeiter, der Beamte und Angestellte 
die erhebliche Verteuerung der wichtigsten Nahrungsmittel und 
Gebrauchsgüter am empfindlichsten, weil ihm die Möglichkeit 
des Ausgleichs durch Verteuerung seiner Arbeitskraft gerade 
jetzt nicht entfernt in dem Maße zu Gebote steht, w[ie sie dem 
diese Waren selbst produzierenden oder feil bietenden Landwirt, 
Handwerker oder Kaufmann gegeben ist. 

Was hier grundsätzlich für den Krieg anerkannt wird, kann 
aber später grundsätzlich nicht wieder bestritten werden, und 



Der Zweck der Abkürzung wird erst ersichtlich, wenn man ver- 
gleicht, was die Versicherung für die Einzahlungen zu leisten 
hat. Angenommen, ein Familienvater, der 3 Jahre nach Klasse C 
versichert war und die Wartezeit um 3 Jahre abgekürzt hatte, 
stirbt unter Hinterlassung einer Witwe mit 3 unmündigen Kin- 
dern, dann erhalten sie zusammen eine jährliche Rente von fast 
50 M und zwar die Witwe 34,60 M bis an ihr Lebensende und 
die Waisen je 4,60 M bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Der 
Versicherte selbst hatte zur Prämienreserve 165,60 M eingezahlt 
und in den 3 Jahren zu den Beiträgen selbst 86,40 M beigesteuert. 
Seine Einlage betrug insgesamt 252 M. Die Rente bringt also den 
Einsatz nach 5—6 Jahren vollständig wieder heraus. Es kommt 
hinzu, daß die Witwe eines Dreißigjährigen im Durchschnitt 
25 — 30 Jahre zu leben hat, so daß sie im Laufe der Jahre ein/ 
Vielfaches der Einlage gewonnen hat. Wäre die Wartezeit nicht 
abgekürzt gewesen, so würden ihr .naCh dem Tode des Ver- 
sicherten die Hälfte der für ihn bezahlten Beiträge herausbezahlt, 
im ganzen 86 M, und damit waren ihre Ansprüche erschöpft. Eine 
13jährige Versicherung nach Klasse E bringt ein Ruhegeld dem 
Versicherten von 331 M, im Falle seines Todes der Witwe eine 
Rente von jährlich 132,50 M und jedem Kind eine solche von 
26,50 M. Waren von der Versicherungszeit 10 Jahre abgekürzt, 
so betrug die Gesamteinlage des Versicherten 1210 M. Vergleicht 
man hiermit die Renten, so ist das Ergebnis das gleiche wie oben: 
nach Ablauf weniger Jahre ist die Einlage vollkommen frei. War 
die Wartezeit nicht abgekürzt, so erhielt beim Tode des Ver- 
sicherten die Witwe 172 M ausbezahlt und mußte sich damit zu- 
frieden geben. Die ganze Frage, ob ein Versicherter die Warte- 
zeit abkürzen soll oder nicht, stellt sich sonach als ein ganz 
nüchternes Rechenkunststück heraus, das jeder nach seinen eignen 
Verhältnissen anstellen muß; es ist jedenfalls nicht zu leugnen, 
daß bei richtiger Ausnutzung aller zu beachtenden Gesichts- 
punkte es für einen Versicherten keine bessere Sparkasse gibt, 
als wenn er von seinem gesparten Geld etwas in einer Abkür- 
zung der Wartezeit anlegt. Später, wenn die Versicherung ein- 
mal 30 Jahre gedauert hat, werden die Renten von selbst höh;r, 
dann ist eine 'Abkürzung nicht mehr so sehr nötig. 



es kann sich dann nur noch darum handeln, ob die jetzt gewährte 
Grenze von 2000 M bestehen bleiben, oder nochmals geändert 
werden soll. Material für die Forderung, daß an eine Herab-« 
setzung gar nicht mehr gedacht werden darf, besitzen die Ar- 
beiter- und Angestellten-Organisationen in Hülle und Fülle. 

Bekanntlich ist die Forderung auch schon in der Weise ge- 
stellt worden, daß die Arbeiter und Privatbeamten mit den im ) 
öffentlichen Dienst angestellten Beamten gleich gestellt werden 
möchten. Für diese besteht ja die Vergünstigung, daß von dem 
die Grenze von 1500 M übersteigenden Einkommen weitere, 
2 / 3 frei vom Zugriff der Gläubiger verbleiben müssen. 

Nachdem das Reichsgericht anerkannt hat, daß auch über 
den Betrag von 1500 M hinaus durch Verträge weitere Abzüge 
sichergestellt werden dürfen, soweit sie für den standesgemäßen 
Unterhalt der Familie notwendig sind, wird man auch diese For- 
derung nur als eine -der sozialen Stellung der Privatangestellten 
durchaus angemessene bezeichnen dürfen. Denn der überwiegen- 
den Mehrzahl der Angestellten gegenüber verlangen die privaten 
Unternehmungen genau so eine der Stellung entsprechende Le- 
benshaltung, wie dies die Behörden von ihren Beamten fordern, 
und daß heutigentags mit einem Einkommen von 1500 M kaum 
ein lediger, geschweige denn ein verheirateter Angestellter sei- 
ner Familie einen standesgemäßen Unterhalt, seinen Kindern die 
für das Verbleiben in derselben sozialen Schicht dringend notv 
wendige Erziehung angedeihen lassen könnte, ist ausgeschlossen. j 

Wir begrüßen deshalb die Verfügung des Bundesrates als | 
einen Schritt in der Richtung eines gerechten Ausgleiches zwi-| 
sehen dem für die Privatangestellten und dem für die öffent- 
lichen Beamten geltenden Recht, begrüßen sie insbesondere als ( 
eine verheißungsvolle Maßnahme für längst gehegte Forderungen 
der auf Lohn und Gehalt angewiesenen Volkskreise. 

Der Entschluß ist ja nicht einer spontanen Regung zu ver- 
danken, sondern die Reichsregierung hat sich schon vor dent 
Kriege in Erörterungen über das Lohnbeschlagnahmerecht ein- 
gelassen, als der Reichstag den Antrag des Abgeordneten Basser- 
mann behandelte, der auf die Gleichstellung der Privatangestell- 
ten mit dem für die öffentlichen Beamten geltenden Recht hin- 
zielte. Wenn später eine dauernde, gesetzliche Regelung kom- 
men wird, so muß in diese natürlich auch die Frage der so^ 
genannten „1500 Mark-Verträge" und der Zulässigkeit von Auf- 
rechnungen mit Gegenansprüchen aus vorsätzlich unerlaubten 
Handlungen des Dienstverpflichteten einbezogen werden. Nach 
der bereits erwähnten Stellungnahme des Reichsgerichtes zu 
solchen Verträgen im Verein mit der Verordnung des Bundesrats 
dürfte der Boden für eine die Gehalts- und Lohnempfänger, ins- 
besondere die Privatangestellten, befriedigende Lösung bestens 
vorbereitet sein. Lz. 



84 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 21/22 



:: :: :: H :: :: RECHTSFRAGEN :: :: :: :: :: :: 

Kann gegen Kriegsteilnehmer geklagt und zwangs- 
vollstreckt werden? 

Nach dem Kriegerschutzgesetze vom 4. August 1914 war bis- 
lang jedes Gerichtsverfahren gegen einen Kriegsteilnehmer zu 
unterbrechen, wenn derselbe keinen Vertreter hatte, und aus- 
zusetzen, wenn er zwar einen Vertreter hatte, dieser aber die Aus- 
setzung beantragte. 

Das Gesetz galt ausnahmslos zugunsten aller Kriegsteilneh- 
mer, mochten sie nun reich oder arm sein, mochten sie zur Er- 
füllung ihrer Verbindlichkeiten imstande sein oder nicht. Es galt 
für den Richter unbedingt. Er harte nicht zu wählen, ob er aus- 
setzen oder unterbrechen wollte, sondern er mußte, sobald die 
Kriegsteilnehmereigenschaft des Beklagten glaubhaft zu seiner 
Kenntnis gekommen war. In dieser Starrheit des Gesetzes lag ein 
Fehler, der zu Unbilligkeiten führte. Es ist nämlich häufiger der 
Fall, daß der Gläubiger arm oder doch wenigstens geldbedürftig, 
sein Schuldner aber, der Kriegsteilnehmer, reich ist oder seine 
Verbindlichkeiten doch bei gutem Willen sehr wohl begleichen 
oder durch seine Verwandten oder Vermögensverwalter in Ord- 
nung bringen lassen kann. Solchen Schuldnern den gleichen 
Schutz zukommen zu lassen wie den übrigen, entspricht nicht der 
Billigkeit. Mit Rücksicht darauf hat der Bundesrat in einer wich- 
tigen Verordnung vom 14. Januar 1915 dem Kriegerschutzgesetze 
vom 4. August 1914 seine Starrheit genommen, indem er dem 
Richter die Befugnis erteilt, in besonders gelagerten Streitfällen 
die Verhandlung durchzuführen. Dies soll aber nur in vermögens- 
rechtlichen Streitigkeiten stattfinden, daher z. B. nicht in Ehe-, 
Eltern- und Kindschaftsachen. Sie soll ferner überhaupt nur in- 
sofern erfolgen, als die Durchführung des Rechtsstreits zur Ver- 
meidung offenbarer Unbilligkeiten erforderlich erscheint. Es soll 
also stets auf den einzelnen Fall Rücksicht genommen werden. 
Nur wenn es nach Lage der Dinge dem Gläubiger nicht zugemutet 
werden kann, mit der Durchführung seines Anspruchs bis zur 
Rückkehr des Kriegsteilnehmers zu warten, ist die Bestellung des 
Vertreters und die Betreibung des Prozesses ihm gegenüber statt- 
haft. Der Prozeß gegen Kriegsteilnehmer, die ihn nicht wollen, 
wird demnach immer noch eine Ausnahme bleiben, aber in diesen 
Ausnahmefällen wird die Durchführung des Verfahrens gegen 
ihren Willen nur gerecht sein. Dafür sorgt nicht nur die Be-« 
schränkung der Verordnung auf die Fälle der „offenbaren Un- 
billigkeit und die Redlichkeit der Richter, sondern auch der Um- 
stand, daß der Gegner des Kriegsteilnehmers selbst im Falle des 
Obsieges die Kosten der Bestellung des Vertreters zu tragen hat. 

An den früheren Bestimmungen zwecks Beschränkung der 
Zwangsvollstreckung ist durch die neue Bundesrats- 
verordnung nichts geändert worden. Sie erweitert ihrem Wort- 
laute nach nur die Klagemöglichkeit, nicht die Zwangsvoll- 
streckungsmöglichkeit. Die Zwangsvollstreckung hat nach wie vor 
bei der Pfändung Halt zu machen. Die Versteigerung ist immer 
noch im allgemeinen unzulässig. Die Einschränkung der Zwangs- 
vollstreckung nach § 5 des Kriegerschutzgesetzes bezieht sich aber 
nur auf die Versteigerung beweglicher und unbeweglicher Sachen 
wegen Geldforderungen, nicht aber auf die Zwangsvollstreckung 
wegen Handlungen. Wer dazu verurteilt wird, gegen den kann 
auch vollstreckt werden. Bisher konnten aber Kriegsteilnehmer 
überhaupt nicht wider ihren Willen verurteilt werden, weil sie 
das Verfahren stets hemmen konnten. Mit der Einschränkung 
dieser Möglichkeit können nunmehr auch Urteile auf Handlungen 
ergehen. Als eine solche kommt für die Arbeiterwelt hauptsäch- 
lich die Räumung der Mietwohnung in Frage. Es besteht dem- 
nach nunmehr die Möglichkeit für den Vermieter, gegen den im 
Felde weilenden Mieter ein Räumungsurteil zu erwirken und 
dieses vollstrecken, d. h. die Familie des Mieters heraussetzen zu 
lassen, während eine Versteigerung der Sachen des mobilen 
Mieters immer noch auf alle Fälle unzulässig ist. Da aber auch 
jetzt noch die Verurteilung des mobilen Mieters nur dann er- 
folgen kann, wenn die Nichtdurchführung des Verfahrens gegen 
ihn „offenbar unbillig" ist, so ward es im großen und ganzen 
wohl bei dem bisherigen Zustande verbleiben. Jedenfalls liegt 
zu irgendwelcher Beängstigung keinerlei Grund vor. Wo es die 
Gerichte einmal zu einem Räumungsurteile kommen lassen wer- 
den, dürfen wir annehmen, daß triftige Gründe dafür vorliegen. 
Die Verordnung vom 14. Januar kann deshalb uneingeschränkt 
als ein Rechtsfortschritt bezeichnet werden. 

* 

Aussetzung des Verfahrens gegen den Angehörigen eines 
Eisenbahnanlagen schützenden Landsturmbataillons 
Ein Landsturmmann, der einem Bataillon angehörte, dem 
der Schutz von Eisenbahnanlagen anvertraut war, hatte die Aus- 
setzung eines gegen ihn schwebenden Prozesses beantragt. Die 



Vorinstanz hatte den Antrag mit der Begründung zurückgewiesen, 
das Landsturmbataillon gehöre nicht zu den mobilen Truppen- 
teilen. 

Anderer Ansicht war indessen das Oberlandesgericht in 
Dresden. Es könne völlig dahingestellt bleiben, ob diese An- 
schauung des Vorderrichters richtig ist. Ebensowenig brauche i 
erörtert zu werden, ob der Beklagte zu den „gegen den Feind 
verwendeten Teilen der Landmacht'' gehört. Denn im vorliegen- 
den Falle ist die Aussetzung des Verfahrens schon nach § 247 
der Zivilprozeßordnung geboten. Nach dieser Gesetzesbestim- | 
mung kann nämlich das Gericht — wenn während eines Krieges 
eine Partei Militärdienst leistet oder sich an einem Orte auf- 
hält, der durch obrigkeitliche Anordnung oder durch den Krieg 
oder durch andere Zufälle von dem Verkehr mit dem Gericht 
abgeschnitten ist — die Aussetzung des Verfahrens bis zur 
Beseitigung des Hindernisses von Amts wegen anordnen. — 
Zweifellos ist diese Bestimmung neben der Vorschrift des Kriegs- 
teilnehmerschutzgesetzes in Geltung geblieben, und für die An- 
wendung des § 247 der Zivilprozeßordnung ist es gleichgültig, 
ob sich der Truppenteil, dem die betreffende Partei angehört, 
im Zustande der Mobilmachung befindet. Es kommt allein darauf 
an, ob die Partei infolge des Militärdienstes am "zweckentsprechen- 
den Betreiben ihres Prozesses gehindert wird. Das ist hier 
sicherlich der Fall, denn solche Hindernisse, wie sie das Gesetz 
im Auge hat, sind schon dann anzunehmen, wenn der Partei, 
wie hier, die Teilnahme an auswärtigen Beweisterminen unmög- 
lich gemacht oder doch wesentlich erschwert ist, und wenn in- 
folge ihrer Einberufung zu den Waffen der bisher unmittelbar 
stattfindende Verkehr zwischen ihr und ihrem Prozeßbevollmäch- 
tigten in dieser Weise nicht mehr erfolgen kann, weil die Partei 
an einem von ihrem bisherigen, mit dem Sitze des Prozeß- 
gerichtes zusammenfallenden Wohnorte verschiedenen Orte 
Kriegsdienste tut. 

* 

Hat der wegen Einberufung zu den Fahnen aus der 
Krankenkasse Ausscheidende bei eintretender Verwundung 
Anspruch auf die Kassenleistungen ? 

Gemäß § 214 der Reichsversicherungsordnung verbleibt den 
Angehörigen von Krankenkassen, die wegen Erwerbslosigkeit 
aus der Kasse ausscheiden, der Anspruch auf die Kassen- 
leistungen, wenn der Versicherungsfall während der Erwerbs- 
losigkeit und binnen drei Wochen nach dem Ausscheiden ein- 
tritt. Auf diese Gesetzesbestimmung stützte sich ein am 
20. August 1914 in der Schlacht bei Saarburg verwundeter" 
Krieger, der lange Zeit im Lazarett verpflegt werden mußte und 
für die Zeit seines Aufenthaltes dort bis zur völligen Genesung 
von der Ortskrankenkasse, der er bis zu seiner Einberufung an- 
gehört hatte, Zahlung des statutenmäßigen Krankengeldes for- 
derte. 

Die Krankenkasse verweigerte die Zahlung, indem sie be- 
hauptete, der § 214 sei auf Kriegsteilnehmer nicht anwendbar; 
indessen hatten sowohl das Versicherungsamt wie auch das Ober- 
versicherungsamt Karlsruhe den Anspruch des Kriegers für ge- 
rechtfertigt erklärt, da dessen Verwundung innerhalb der gemäß 
§ 214 der Reichsversicherungsordnung auf drei Wochen be- 
messenen Frist erfolgt war. 

Anderer Ansicht war jedoch das Badische Versicherungsamt, 
welches auf Revision der Krankenkasse das ihr ungünstige Urteil 
aufhob. Das Erfordernis des Ausscheidens aus der Kranken- 
kasse wegen Erwerbslosigkeit ist hier nicht gegeben, so ent- 
schied das Landesversicherungsamt. Erwerbslosigkeit bedeutet 
im allgemeinen das Fehlen einer auf Erwerb gerichteten, von 
Erfolg begleiteten Tätigkeit, doch wird das Wort Erwerbslosig- 
keit auch häufig in einem enger umschriebenen Sinne insofern 
gebraucht, als mit ihm die Vorstellung der Mittellosig- 
keit verbunden zu sein pflegt. Das Gesetz, welches den wegen 
Erwerbslosigkeit aus der Kasse Ausscheidenden die Leistungen 
der Kasse noch für drei Wochen sicherte, wollte die Härte be- 
seitigen, die darin liegt, daß ein bisheriges Kassenmitglied in- 
folge von Erwerbslosigkeit und der häufig damit verbundenen 
wirtschaftlichen Bedrängnis nicht in der Lage ist, im Falle seiner 
Erkrankung sich die notwendige Krankenfürsorge zu beschaffen. 
Nur so ist die Bestimmung des § 214 aufzufassen. Sicherlich hat 
man bei Erlaß des Gesetzes auch nur an die Verhältnisse des; 
Friedens, nicht aber an die Einwirkungen eines Krieges auf die 
Krankenversicherungsverhältnisse gedacht, und darum muß diese 
hier offene Lücke im Sinne und Geiste des Gesetzes ausgefüllt 
werden. 

Der dem § 214 der Reichsversicherungsordnung zugrunde 
liegende Gedanke geht also zweifellos dahin, nur dem infolge 
der Erwerbslosigkeit und der mit ihr verbundenen wirtschaft- 
lichen Bedrängnis zur Beschaffung der Krankenfürsorge nicht in 



Heft 21/22 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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der Lage befindlichen früheren Kassenmitgliede Hilfe zu sichern; 
es kann daher in Fällen der vorliegenden Art von einem Aus- 
scheiden wegen Erwerbslosigkeit gemäß § 214 der Reichsver- 
sicherungsordnung nicht die Rede sein, zumal den zum Heeres- 
dienst Einberufenen bei Erkrankungen, insbesondere bei Ver- 
wundungen die erforderliche Krankenhiife von der Heeresver- 
waltung gewährt wird. 



Der in Erfüllung seiner vaterländischen Pflicht in den Krieg 
ziehende Mann scheidet auch nicht wegen Erwerbslosigkeit aus 
der Kasse aus, sondern wegen seiner Einberufung'; er wird da- 
durch nicht erwerbslos im Sinne des § 214 der Reichsversiche- 
rungsordnung, denn die Heeresverwaltung sorgt für ihn in ge- 
sunden und kranken Tagen. — Danach ist der Anspruch des 
Klägers unbegründet. 




EHREN- mm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt: 

Stephan Schweinsheim, Flerzheim b. Bonn, Mitgl. 73 093. — 
Koll. Sch. hat bereits im Oktober 1914 das Eiserne Kreuz 
II. Klasse erhalten. 

Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ferner 
ausgezeichnet: 
Engelbert Baumeister, Augsburg, Mitgl. 61 116. 
Julius Derdack, Wesel, Mitgl. 73 249. 

Heinr. Dietz, Augsburg, Mitgl. 76 482. Eisernes Kreuz II. Kl. 
u. Verdienstkreuz mit Schwertern. 

Adam Einders, Mannheim, Mitgl. 22 568 (schwer verw.) 

Albrecht Klaproth, Braunschweig, Mitgl. 52 539. 

Oscar Knobloch, Görlitz, Mitgl. 62 648. 

Franz Kryzanski, Memel, Mitgl. 76 088. 

Oscar Liebold, Landau, Mitgl. 50 225. 

Wilhelm Müller, Karlsruhe, Mitgl. 66 649. 

Paul Puscholt, Braunschweig, Mitgl. 25 051. — Koll. P. er- 
hielt außerdem das Braunschweigische Kriegsverdienst- 
kreuz. 

Franz Scheidereiter, Hindenburg O.-S., Mitgl. 66 895, unter 

Beförderung zum Offizierstellvertreter. 
Heinr. Schneider, Plauen i.V., Mitgl. 38 741. 
Willy Steffan, Essen (Ruhr), Mitgl. 72 903. 
Wilhelm Warnecke, Kirchheim i. Untfr., Mitgl. 58 760. 
Phil. Würthwein, Mannheim, Mitgl. 52 957. — Koll. W. hatte 

das Kommando einer Minenwerferabteilung. 

Otto Zähle, Görlitz, Mitgl. 54 801. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden: 

Cölestin Herbst, Regensburg, Mitgl. 62 531. Bayr. Militär- 
verdienstkreuz III. KI. mit Krone u. Schwertern. 

Georg Kaster, Konstanz, Mitgl. 58 123, Hessische Tapfer- 
keitsmedaille. 

Friedr. Lorenz, Würzburg, Mitgl. 37 713, Bayr. Militär-Ver- 
dienstkreuz mit Schwertern. 

Conrad Mayer, Augsburg, Mitgl. 64 599, Verdienstkreuz mit 
Schwertern. 

Willi Schröder, Berlin-Friedenau, Mitgl. 44 212, Oldenburgi- 
sches Friedrich-August-Kreuz 2. Klasse. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Robert Bollig, Stuttgart, Mitgl. 72 078, seit 1.7.13, Anfang 
April 1915. 

Hans Briigmann, Kiel, Mitgl. 23 141, seit 1. 7. 02, am 21. 4. 15 
bei Soissons. 

Rudolf Deirsen, Büdelsdorf, Mitgl. 50 493, seit 1. 10. 1908 

(Zweigv. Rendsburg), am 11. Mai 1915 in Frankreich. 
Josef Freymüller, Nürnberg, Mitgl. 61 942, seit 1. 4. 1911 

(Zweigv. Nürnberg). 
Ernst Hugo Frowein, Wermelskirchen (Zw. Remscheid), 

Mitgl. 56 621, seit 1.1.10, am 27.2.15 beim Sturm auf 

Grodno (Rußland). 
Karl Glaser, Berneck (Zweigv. Bayreuth), Mitgl. 57 647, seit 

1. 4. 1910, am 30.3. 1915. 
Heinr. Grosse-Kleffmann, Eickel, Mitgl. 76 517, seit 1.4.14, 

am 13.2.15 bei Baitkowen (Rußland). 
Gottfried Hellwig, Eckernförde, Hosp.-Mitgl. 07 277, seit 

1.10.13. 



Fritz Hübner, Hindenburg O.-S., Mitgl. 31 400, seit 1.1.05, 
Ritter des Eisernen Kreuzes, nach einer Mit- 
teilung des Genfer Roten Kreuzes in der Gefangenschaft 
seiner schweren Verwundung am 28.11.14 erlegen. 

Stephan Jacobs, Losheim (Saarpfalz), Mitgl. 77 514, seit 

Kurt John, Görlitz, Mitgl. 74 964, seit 1.12.13, am 25.4.15 

in Frankreich. 
Georg Kersten, Dortmund, Mitgl. 68 513, seit 1.10.12. 
Johann Leist, Harburg a. E., Mitgl. 57 383, seit 1.4.10, am 

22.4.15 bei den Gefechten am Yserkanal. 
Karl Maier, Freudenberg i. Bad., Mitgl. 74 244, am 4. April 

1915 in Ailly unweit St. Mihiel. 
Ernst Neuser, Hannover-Lindenau, Mitgl. 77 690, seit 1. 5. 

1914, am 2. 2. 1915 auf den Höhen am Uzsok-Paß schwer 

verwundet, am 8. 2. 1915 im Lazarett in Fenyvesvöt/v 

gestorben. 

Hans Nowak, Berlin, Mitgl. 43 473, seit 1. 4. 1907, am 

17. Mai 1915. 

Eduard Paschen, Hamburg, Mitgl. 57146, seit 1.1.10, am 
29.4. 15. 

Emil Pollmeier, Pelkum (Zweigv. Hamm), Mitgl. 49 609, 
seit 1. 7. 1908, am 7. 5. 1915 infolge eines Granatkopf- 
schusses. 

Reinh. Schall, Zw. Stuttgart, Mitgl. 23 569, seit 1.7.02, am 
4. 5. 15. 

Wilh. Schmidt, Fargau, Post Preetz, Mitgl. 71132, seit 
1.4.13. 

Peter Schwerer, Hamburg, Mitgl. 39 250, seit 1.7.06, am 

18. April 1915. 

Alban Sorger, Werdau, Hosp.-Mitgl. 08 310, am 8. Mai als 
Vizefeldwebel des Res.-Inf.-Regts. 241 bei einem Sturm- 
angriff. 

Willy Specht, Zw. Marienburg, Mitgl. 73 685, seit 1. 10. 13, im 
Felde. 

Wilh. Trost, Seesen a. H., Mitgl. 15 874, seit 1.4.99, am 
22. 4. 15 an den Folgen einer Typhusinfektion in Ausübung 
seines Dienstes. 

Georg Tüncher, Düsseldorf, Mitgl. 76 389, seit 1.4.14, am 

19. 2. 15. 

Wilh. Wittkamp, Hamburg, Mitgl. 41 957, seit 1.1.07, am 
29. 4. 15. 

Franz Wittmann, Heidelberg, Mitgl. 71 793, seit 1.4.13, am 

23.4. 15 im Ober-Elsaß. 
Friedrich Wolf, Eckernförde, Hosp.-Mitgl. 07 532; seit 1.10. 

1913. 

Paul Wunderlich, Werdau i. Sa., Mitgl. 62 987, seit 1.7.11, 
am 15. 4. 15 bei Ypern. 

Es wurden verwundet: 

Carl Albecker, Karlsruhe, Mitgl. 49 375, durch Kopfschuß. 
Reinh. Geßner, Würzen, Mitgl. 51 321, Schuß in rechte Hand. 
Heinrich Goldbeck, Memel, Mitgl. 28 219, durch Bajonettstich 

beim Einfall der Russen in Memel. 
Hans Heyer, Berlin-Friedenau, Mitgl. 30 944, am Fuß. 
Ernst Höfer, Dortmund, Mitgl. 64 887. 

Richard Hohensee, Görlitz, Mitgl. 67 978, Lungenschuß und 

Querschläger im Bein. 
Willy Lehmann, Plauen i. V., Mitgl. 46 479, Verlust eines 

Auges durch Granatsplitter. 
Walter Mengel, Halle a. S., Mitgl. 56 087, durch Granatspl. 
Theod. Mingels, Hamborn, Mitgl. 51 647. 
Willy Söhngen, Biebrich a. Rh., Mitgl. 34 460. 



8ö 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 21/22 



Kriegshilfe (20. Quittung). 



Zweigverwaltungen: Aachen: 50,00. Arnsdorf: 15,00. 
Aue: Georgi 2,00, Sonntag 1,00, Toni 1,00, Weber 1,00, Grimm 
1,00, Meinhold 2,00, Puschmann 5,00 (= 13,00). Bad-Oeyn- 
hausen: 34,00. Barmen: 5,00. Berlin: Wiebe 2,00, Kuhl- 
mann 2,00, Brose 2,00, Wiehe 3,00 (= 9,00). Bielefeld: 
3. Rate 896,00 (insgesamt 1532,00). Breslau: Andres 1,00, 
Wengler 2,00, Mochner 5,00, Gaede 2,00, Lüttich 2,00, Rotter 
1,00, Geburt 1,00, Wolff 2,00 (= 16,00). Brieg: 2,70. Bunz- 
lau: 8,00. Burg i. Dithm.: 27,00. Coburg: 3,00. Cux- 
haven. 40,00. Darm Stadt: 85,00. Dessau: 9,00. Dres- 
den: 200,00. Düsseldorf: (8. Rate) 100,00. Ebers- 
walde: 11,00. Esch weil er: Foglin 3,00, Schwartz 2,00, 
Rett 2,00, Budde 1,00, Frl. Schlerfenberg 1,00, Feyser 1,00 
(= 10,00). Frankenthal: Aue 2,00, Keul 3,00, Schwab 1,00 
(= 6,00). Frankfurt a. M.: Hanno 5,00, Kampe 5,00, Hamm 
5,00, Nehler 1,00, Lau 4,00, Arnold 1,00, Engelbrecht 5,00 
(= 26,00). Freiberg: 16,00. Freystadt: 10,00. Frie- 
denau: Kurth 2,00, Bartels 2,00, Peters 3,00, Petzau 5,00, Groh- 
mann 5,00, Zahl 1,00 (= 18,00). Friedrichsort: (7. Rate) 
567,00, Carstens 10,00, Birck 10,00, Heitmann 5,00, Stölting 10,00, 
Hempel 7,50, Hempel 7,50 (= 617,00), (8. Rate) 628,49, Carstens 
10,00, Birck 10,00, Heitmann 5,00, Hamann 6,00, Hamann 6,00 
(= 665,49) (insgesamt 4801,70). Geestemünde: 86,00. Gel- 
senkirchen: 40,00. Görlitz: 3,60, 31,00 (= 34,60). Grau- 
denz: 5,00. Halle: 50,00. Hannover-Linden: Militär- 
Bauamt: Baumgarten 3,00, Kunz 3,00, Wiegand 3,00, Wittmer 
3,00, Bahr 3,00, Hennings 2,00, Warnecke 3,00, Wedemeyer 2,00, 
Raffeidt 2,00, Schönbaum 2,00, Heitmüller 12,00, Lüdders 1,00, 
Gentemann 1,00, Gercke 1,00, Reichardt 5,00, Theut 3,00, Ring 
5,00, Goedbach 1,00, Rollwage 2,00, Kahn 5,00, Seidler 2,00, 
Schwabe 1,00, Miedlich 1,00, Lührs 1,00, Hildebrandt 1,00, Bark- 
hoff 1,00, Kolb 5,00, Keyser 1,00, Schönemann 1,00, Hodern 1,00, 
Sandvoß 3,00, Horwahrde 2,00, Hildebrandt 1,00, Heidorn 1,00, 
Bierend 2,00, Vahldieck 2,00, Wendt 1,00, Alm 3,00, Becker 1,00, 
Knapp 1,00, Vorberg 1,00, Lohse 1,00 (= 96,00). Heidel- 
berg: 4,00. Jüterbog: Pitz 3,00, Graichen 3,00, Ulrich 2,00 
(= 8,00). Kiel: G. W. Sk. 18,00, G. W. 23,00, B. & K. 13,00, 
G. W. 6,00, K. W. Hafenbau 135,00, K. W. Schiff b. Ress. 68,00, 
Kanalamt 90,00, K. W. Art. Ress. 33,00, Stadt Kiel 10,00, 
i/ 2 Ueberschuß vom Wohltätigkeitsabend 25,50, H. W. 85,00, 
Hoßmann 4,00 (= 510,50). Königsberg i. Pr. : Flögel 10,00, 
Frick 1,00, Gabel 10,00, Herhorst 1,00, Hoffmann 4,00, Kimm- 
ling 2,00, Kniemeyer 2,00, Hübner 5,00, Preller 6,00, Reimer 
4,00, Ruhnau 10,00, Wiskandt 3,00 (= 58,00). Landshut: 
35,00. Leipzig: 122,00. Lichterfelde: 28,00. Lud- 
wigshafen: Meinhardt 10,00, Reinhardt 2,00, Kraft 1,50, 
Mengel 10,00, Heß 3,00, Raschbichler 2,00, Schweikart 2,00, 
Handrich 2,00, Scholl 3,00, Feldmann 2,00, König 2,00, Winter- 
korn 1,00, Keßler 4,00, Frey 2,00, Graf 2,00, Weidemann 4,00, 



Brennemann 2,00, Westphal 2,00, Reichling 2,00, Hoffmann 2,00, 
Treiter 3,00, Kindler 2,00 (= 65,50). Magdeburg: 40,00. 
Merseburg : 4,00. Mülhausen : 22,80. München : 
165,00. Neuruppin: 25,00. Nürnberg: 82,00. Osna- 
brück: Helmholz 20,00, Schütte 10,00, Schröer 1,00, Schmidt 
3,00, Macheleidt 2,00, Glasmacher 5,00, Fritze 1,00, Falke 1,00, 
EhriCke 1,00, Dieckmann 1,00, Baßmann 1,00, Brockmann 1,00, 
Brinkmann 2,00, Boll 1,00, Beyer 1,00, Beier 2,00, Hilmer 3,00, 
Ide 10,00, Ihlenburg 5,00, Klare 2,00, Knelles 5,00, Korbach 1,00, 
Linke 3,00, Luthe 2,00, Meede 5,00, Voß 2,00, Ohlmer 3,00, Otto 
3,00, Paulus 6,00, Pfaue 1,00, Peppinghage 1,00, Schenkmann 
1,00, Stallkamp 1,00, Trau 5,00, Weber 10,00, Wischhöf er 1,00, 
Hummel 1,00, Schräder 1,00, Marx 3,00, Wiegmann 5,00, Btäck- 
ling 2,00 (= 135,00). Pankow: 25,00. Potsdam: 16,00. 
Siemensstadt: Vortragskarten 4,50. Sonneberg: 8,00. 
Stettin: Brandenburg 2,00, Naske 2,00, Zimmermann 2,00, Zin- 
del 2,00, Koch 2,00, Knoche 2,00, Beckmann 2,00 (= 14,00). 
Tegel: Blumeier 1,00, Gerlach 2,00, Hartemink 1,00, Jacobi 
1,00, Lamotke 2,00, Lindau 3,00, Norack 2,00, Sieben 1,00, Sucrow 
3,00, Seeliger 2,00, Schröder 1,00 (= 19,00). Werdau: Vogel 
1,00, Wild 1,00, Eisenhut 2,00, Strauß 1,00, Eckhardt 1.00, 
Schubert 1,00, Hentschel 3,00, Drechsel 2,00, Martin 1,00, Stephan 
2,00, Bohn 1,00, Sigler 1,00 (= 17,00). Wesel: 14,00. West- 
prignitz: Schulz-Lenzen 3,00. Wiesbaden: 26,00. Wil- 
helmshaven: 105,00, 815,00, Offiziere, Beamte, Deckoffiziere, 
Artilleriewarten und Angestellte der Kaiserlichen Werft Wilhelms- 
haven 1000,00 (= 1920,00). Würzen: 12,00. Zehlendorf: 
6,50. Züllichau: 0,65. 

Mitglieder: Altendorf 14,00, Arnold 2,00, P. Dähne 3,00, 
C. Dieckmann 4,00, Esdar 15,00, J. Kohl 5,00, K. Leffler 2,00, 
Fr. Meckeler 6,00, Melz 6,00, A. Meyer 5,00, W. Mirre 1,00, 
C. Römer, Torboda, Argentinien 30,00, E. Rohr, Charlottenburg 
für Vortragskarten 15,25, E. Schmidt 3.00, Fr. Stolz 6,00, H. Zü- 
gel 5,00, Unbekannt 15,00, Unbekannt 27,15. 
Zusammen 6 758,64 M. 

Dazu Endbetrag der 19. Quittung 107 963,66 M. 

114 722,30 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 4 731,50 M. 

Dazu Endbetrag der 19. Quittung 82 780,05 M. 

87 511,55 M. 

Die in Heft 5/6 für die Zweigverwaltung Friedenau ver- 
öffentlichten 39,14 M waren nicht für die Kriegshilfe bestimmt. 

Die für die Zweigverwaltung Jüterbog in Heft 13/14 ver- 
öffentlichten 18,00 M wurden von den folgenden Kollegen ge- 
spendet: Ulrich 3,00, Graichen 3,00, Breyer 3,00, Marquardt 3,00, 
Gallasch 3,00, Scharkow 3,00 (= 18,00). 



HSHH VERBANDSNACHRICHTEN HHSH 
Bekanntmachung 

Durch Beschluß des Amtsgerichts Berlin-Mitte — 167 E. R. 
954. 12. 3. — sind an Stelle der durch ihre Einberufung zum Heer 
verhinderten Vorstandsmitglieder Alfred Wildegans, J. Reichel 
und A. Schramm die Herren Naumann, Langeheine und Mahlke 
einstweilen zu Vertretern bestellt worden. Durch einen weiteren 
Beschluß — 167 E. R. 954 a 14 — wurde ferner für den zum 
Heeresdienst einberufenen Kollegen Harenberg Kollege Küster 
ebenfalls einstweilen als Vertreter bestellt. 

Der Geschäftsführende Vorstand setzt sich also zurzeit aus 
folgenden Mitgliedern zusammen: 

Peter Cosmus, Berlin-Wilmersdorf, Weimarische Straße 4. 
Ing. Fritz Heinze, Berlin NW. 87, Wikinger Ufer 7. 
Dr. Höfle, Berlin-Lichterfelde, Lorenzstraße 61. 
Arch. A. Küster, Berlin-Friedenau, Fehlerstraße 5. 
Hugo Langeheine, Berlin-Schmargendorf, Kösener Straße 10. 
Rieh. Mahlke, Spandau, Neuendorfer Straße 81 III. 
Ing. Paul Naumann, Berlin-Reinickendorf-Ost, Rütlistraße 8. 
Arch. P. Reifland, Berlin NW., Bremerstraße 72/73. 
Ing. Anton Schirmbeck, Spandau, Damm 4 a. 
Berlin, 1. Mai 1915. 
Paul Reifland, Dr. Höfle, 

Verbandsvorsitzender. Verbandsdirektor. 



Bayreuth. Adr.: Gg. Strobel, Jean-Paul-Straße 10. Kass.: 
Mich. Hirschmann, Blumenstraße 9. 

Berlin-Friedenau. Br.-Adr. und stellv. Vrs.: Ernst Wiebe, 
Arch., Feuerbachstraße 181. Kass.: Oskar Kurth, Ing., Rubens- 
straße 31 II. — Die gewählten 10 Obmänner haben die Kriegs- 
hilfsmarken für ihren Bezirk erhalten. Die Mitglieder werden 



auch hierdurch nochmals gebeten, bei Vorlage die Marken für 
April, Mai und Juni einzulösen. Vom 1 . Juli ab ist es zweck- 
mäßig, gleich 3.00 M (Beitrag und 1 Marke) an den Kassierer 
oder den Verband abzuführen. Der jetzige Vorstand dürfte bald 
einberufen werden, der neue Kriegsvertrauensmann wird dann 
rechtzeitig mitgeteilt. Alle zur Fahne einberufenen Kollegen 
wollen ihre genaue Adresse sofort dem Verbände mitteilen, 
damit auch die Zeitung nachgesandt werden kann. Nächste Sit- 
zung Dienstag, den l.Juni d. Js. in den Hohenzollernsälen. 
Tagesordnung: 1. Protokolle. 2. Eingänge. 3. Aufnahme von 
zwei neuen Mitgliedern. 4. Kriegshilfe. 5. Wahl eines Stellver- 
treters für Kriegsvertrauensmann und Kassierer. 6. Verschiede- 
nes. Nächster 4. Kriegsfamilienabend: Sonnabend, den 12. Juni, 
im „Rheineck". 

Berlin-Reinickendorf-Ost und Umgegend. Br.-Adr. u. Kass. : 
Arch. C. Rauchfuß, Berlin-Reinickendorf (Ost), Amendestr. 79, 
Port. I. Unsere monatlichen Hauptversammlungen finden wie 
früher an jedem 1. Mittwoch im Monat statt; nächste Haupt- 
versammlung: Mittwoch, den 2. Juni, im Schützenhaus zu Rei- 
nickendorf. Kollegen! Der D. T.-V. verausgabt Kriegshilfe- 
marken, das Stück zu 1, — M, kaufen Sie wenigstens 1 Stück 
jeden Monat, damit der D. T.-V. die Frauen und Kinder unserer 
für das Vaterland kämpfenden Kollegen auch fernerhin unter- 
stützen kann. 

Berlin-Steglitz. Adr. : Architekt Franz Fügner, Flensburger 
Straße 711. Schatzmeister: Arch. Feodor Schumann, Mommsen- 
straße 45 II. — Nächste Sitzung Donnerstag, den 3. Juni, abends 
8V2 Uhr, im Restaurant „Stadtpark", Albrechtstraße. Tagesord- 
nung: 1. Geschäftliches. 2. Bericht über die Sammlung für die 
Kriegshilfe des D. T.-V. und die Liebesgaben der Zweigverwal- 
tung sowie Verwendung der Gelder für die letztere. 3. Be- 
sprechung über verschiedene Verbandsmaßnahmen und Mit- 
gliederbewegung. 4. Verschiedenes. Die Kollegen, welche die 
Kriegshilfe des Verbandes noch nicht durch Entnahme von Mar- 



Heft 21/22 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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ken unterstützt haben, werden gebeten, dies möglichst bald 
nachzuholen. Es sollte Ehrensache eines jeden Kollegen sein, 
wenn irgend möglich, von den für die Kriegshilfe herausgege- 
benen Marken jeden Monat wenigstens ein Stück zu kaufen. 
Unser Schatzmeister, Kollege Schumann, hat noch soviel Vorrat, 
daß er den weitestgehenden Ansprüchen genügen kann. Außer- 
dem ist es wünschenswert, daß die nicht zum Heeresdienst ein- 
berufenen Kollegen zu den Sitzungen regelmäßig erscheinen und 
sich an der Verbandsarbeit rege beteiligen. 

Berlin-Weißensee. Adr.: Max Rotzoll, Straßburger Straße 53. 

Breslau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs.: H. v. Carlowitz, Breslau X, 
Weinstraße 78. Kass.: Anton Wolff, Breslau XXIII, Bohrauer 
Straße 97/99. Postscheckkonto Nr. 4407 Breslau. — Die Ver- 
sammlungen der Zweigverwaltung finden jeden Mittwoch nach 
dem Monatsersten, abends 8V2 Uhr, im Kaufmannsheim, Schuh- 
brücke 50, statt. Nächste Versammlung am 2. Juni. In dieser 
Versammlung wird Koll. Wolff auf Grund des Verhandlungs- 
berichtes der Tagung vom 26. April 1914 über die Notwendigkeit 
der Schaffung eines einheitlichen Angestelltenrechtes sprechen. 
Wir bitten ferner dringend um die Einsendung der Beiträge und 
um Spenden für die Kriegshilfe. 

Bromberg. Adr.: Ing. P. Schulz, Schleusenau, Chausseestr. 98. 
Kass.: Karl Kreitschmer, Bromberg, Elisabethstraße 5a. 

Brunsbüttelkoog. Adr. : Joh. Carstens, Koogstr. 69 t. 

Coblenz a. Rh. Adr.: Ing. Franz Müller, Clodwigstraße 17 II. 
Kass.: Ing. Karl Lange, Laubbach 2. 

Coburg. Adr.: M. Riedrich, Ketschendorfer Straße 26. 

Deggendorf. Adr.: Jul. Brand, Pflegegasse 60 II. 

Eberswalde. Adr.: Wilh. Snetlage, Schicklerstr. 36p. Kass.: 
Friedr. Koch, Blumenwerder Straße 14 p. 

Eisenach. Adr.: Karl Ruppert, Wiesenstraße 13. 

Elberfeld. Adr.: Ludw. Spieß, Juliusstraße 13. Kass.: Erich 
Brendemühl, Hedwigstraße 4. 

Euskirchen. Adr.: Emil Koordt, Kirschstraße 25. 

Hagen i. W. Die Briefadresse der Verwaltung bleibt die alte: 
Wilh. König, Kochstr. 12. Kollege Otto Trippier, Badstr. 18, führt 
nur die Kassengeschäfte. 

Hamburg. Vrs. u. Br.-Adr.: G. Heins, Hamburg 1, Banks 1 - 
straße 250. Geschäftszimmer: Ellernthorsbrücke 10 II, geöffnet 
von 4*/j bis 8 Uhr. Versammlung am Mittwoch, den 2. Juni, 
abends 8 1 / 2 Uhr, in den Neustädte^ Gesellschaftssälen, Valentins- 
kamp 40/42. Tagesordnung: 1. Versammlungsbericht. 2. Mittei- 
lungen des Vorstandes. 3. Mitgliederbewegung. 4. Bericht des 
Kriegshilfeausschusses. 5. Bericht über die Schülerwerbetätigkeit. 
6. Verschiedenes. — Mitgliederbeiträge werden täglich im Ge- 
schäftszimmer entgegengenommen. 

Heilbronn. Adr.: August Roessei, Chem. Fabrik Wohl- 
gelegen. 

Hoerdei. W. Adr.: Jos. Leßwiß, Moltkestraße 21. 

Karlsruhe. Die Feldadresse unseres bisherigen Vorsitzen- 
den lautet: Landsturmmann Aug. Schneider, Straßenbaukom- 
pagnie 20, Straßenbau-Inspektion I, I. Armee, Westen. 

Kiel. Vrs. u. Br.-Adr.: W. Heinitz, Kiel-G., Kirchen- 
weg 36 II. Versammlung am 3. Juni 1915, abends 8V2 Uhr, im 
Prinzenhof, Kiel, Fährstraße 40. Tagesordnung: Verlesen des 
Berichts über die letzte Versammlung. 2. Eingänge. 3. Verbands- 
angelegenheiten. 4. Kriegshilfe. 5. Verschiedenes. Es wird den 
Herren Kollegen zur Pflicht gemacht, Kriegshilfsmarken von den 
Vertrauensleuten und unserem Kassierer Kollegen Hahn, Wil- 
helminenstraße 14 a, zu kaufen, damit der Kriegsfonds aufgefüllt 
wird. 

Königsberg i. Pr. Br.- u. Kass. -Adr.: Flögel, Hardenberg- 
straße 3. Stellenvermittlung: Frick, Luisen-Allee 56. Die Ver- 
sammlungen finden Donnerstag nach dem 1. jeden Monats in un- 
serem Vereinslokal, der Jubiläumshalle, abends 8 Uhr, statt. Be- 
sondere Einladungen werden nicht mehr zugesandt. — Jeden 
Sonntag vormittag Frühschoppen im Lokal der Jubiläumshalle. 

Kreuzburg (O.-Schl.) Adr. - Erich Richter, Pitschener Str. 8 I. 

Mannheim. Vrs. u. Br.-Adr.: R. Kluge, Spelzenstr. 13. 
Kass : P. Dingeldein, Rheinparkstr. 4. Stellenvermittlung: Friedr. 
Krieger, Stephanienpromenade 15. Unsere nächste Monatsver- 
sammlung findet Mittwoch, den 2. Juni, abends 8V2 Uhr, im Rest. 
Artushof, Friedrichsplatz 16, statt, weitere Zusammenkunft am 
16. Juni. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen der noch zurück- 
ebliebenen Mitglieder. Gleichzeitig erinnern wir auch an dieser 
teile an unsere Verbandskriegshilfe und bitten die Spenden 
hierfür an unseren Vorsitzenden abführen zu wollen. 

Neustadt (O.-Schl.). Adr : Paul Grudzienski, Niederstr. 1. 

Neuwied. Adr : Theod Roedig, Feldkircher Str. 71 a 

Offenbach a. M. Karl Horn, Bismarckstraße 27. Nächste 
Monatsversammlung Dienstag, den 1 Juni, abends 9 Uhr, im 
Kaiser-Friedrich-Hotel. 

Oldenburg i. Gr. Adr : Heinr. Noll, Damm 26. 

Posen. Kriegsvertrauensmann- Ph. Kühne, Gerberdamm 18, 
Tel. 4084. Donnerstag, den 3. Juni, abends 8V2 Uhr, Zusammen- 
kunft in der Bauhütte, Viktoriastraße 23. Um zahlreiche Be- 
teiligung wird gebeten. 



Regensburg. Koll. Fr. Greckl, Straubinger Straße 28, der 
die Geschäfte der Stellenvermittlung unserer Zweigverwaltung 
besorgte, wofür ihm hiermit die Anerkennung seiner Bemühun- 
gen ausgesprochen wird, mußte wegen Aenderung seines Dienst- 
verhältnisses die Obmannschaft leider niederlegen. Das Stellen- 
vermittlungswesen besorgt nunmehr der Vorstand der Zweig- 
verwaltung A. Bauer, Gesandtenstr. 4 1. Die Kollegen wollen 
Anfragen und Mitteilungen gefl. dorthin richten. Im übrigen wer- 
den alle Kollegen um weitere kräftige Mitarbeit, pünktliche Ein- 
zahlung der Verbandsbeiträge und Spenden zum Kriegsfonds ge- 
beten. 

Schneidemühl. Adr.: Rieh. Weißbach, Friedrichstr. 17. 

Stettin. Unsere nächste Versammlung findet Mittwoch, den 
9. Juni, abends 9 Uhr, im Restaurant „Zum Pschorrbräu", Fal- 
kenwalder Straße 129, statt. Wir bitten um zahlreiches Erschei- 
nen unserer Mitglieder. Unsere Mitglieder erinnern wir daran, 
daß bis Ende Juni die Beiträge für das II. Quartal bezahlt 
werden müssen, da nach diesem Zeitpunkt die restierenden Be- 
träge wieder durch Nachnahmen eingezogen werden. 

Viersen. Adr.: Paul Müller, Königs-Alice 11. 



Berichtigung zur Liste der Zweigstellen. 
Dortmund: Herr Müller wohnt Wittekindstraße 30 und 
nicht Nr. 28. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. 2 
Offene Stellungen. 

507 Elektrische Blockstationen G. m. b. H. in Berlin s. f. ihr. 
Betrieb ein. Zeichn., d. i. d. Lage ist, Aufmessg. v. Räumen 
u. maschinell. Anlag, vorzunehmen u. zeichnerisch z. Darsteüg. 
zu bring. Ferner kommt die Anfertig, v. sogenannten Installa- 
tionszeichnungen elektrisch. Beleuchtungsanlagen in Frage. Ges. 
m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Gehaltsansprüch. an d. Haupt- 
geschäftsstelle Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 130, einreichen. 

634 Kgl. Maschinenbauamt Stettin-Bredow s. ein. Techn. 
f. sof., d. mögl. Absolvent ein. Kgl. Maschinenbauschule od. ein. 
•solch, gleichgestellt. Schule sein muß, flott. Zeichn. u. sich. i. d. 
Ausführg. techn. Berechnung, ist. Erwünscht auch einige Kenntn. 
i. Schiffbau. Einstellg. auf Privatdienstvertrag. Geh. 175,— M, 
bei besonderer Eignung auch mehr. Gesuche m. Lebensl., Zeug- 
nisabschriften u. Gehaltsanspr. sind an die Zweigstelle Stettin, 
z.H. des H errn Borchert, Stoltingstr. 27, einzureichen. 

649 Oberpostdirektion Potsdam s. f. d. dortige Bureau ein. 
jüng., zeichnerisch gewandt. Bt. Geh. 200 M. Ges. mit Lebensl., 
Zeugnisabschrift, u. Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäftsstelle 
Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 130. 

651 Staats'bauverwaltg. in Rostock i. M. s. f. d. Baubureau 
d. Klinfkenneubaut. dortselbst zu sofortig. Antr. zwei Bt. mit 
abgeschloss. Fachschulbildg. Ges. mit Lebensl., Zeugnisabschr. 
u. Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

690 Wetzlarer Firma sucht vorübergehend eventl. dauernd 
einen Zeichner f. Marmorindustrie, welcher Werkzeichnungen 
n. Skizzen u. Angaben anfertig, kann. Es handelt sich besonders 
um Gegenstände des inneren Ausbaus (Marmorkamine, Heiz- 
körperverkleidung, Zimmerbrunnen, Altäre, auch Denkmäler). 
Genügende Fachkenntnis und die Fähigkeit, in irgendeiner 
Zeichenmanier gefällige Darstellung, zu machen, ist erforderl., 
auch muß d* betr. Herr an Hand v. sein, eigen, u. fremd. Zeich- 
nungen Massenauszüge anfertig, können. Für ein. tücht. u. zu- 
verlässigen Herrn, dl in dies. Industrie Erfahrg. hat od. sich 
schnell einzuarbeiten versteht, ist begründete Aussicht auf gute, 
dauernde Stelig. Gesuche mit Angabe des Gehaltes u. Eintr. an 
die Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

732 Eisenbahnbehörde in Senftenberg sucht f. d. Bureau sof. 
ein. tücht. Tiefbt. Bewerbg. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. 
Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin SW. 48, Wil- 
helmstraße 130. 

743/44 Militärbauamt im Bezirk Liegnitz sucht militärfreie, 
im Militärbauwes. erfahr. Techn. od. Architekten. Ges. mit 
Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Angabe d. Tagegeldes an die 
Zweigstelle Breslau, z. H. d. Herrn v. Carlowitz, Breslau X, 
Weinstraße 78. 

745 Bt. f. Bauausführg u. Abrechng. ein. Luftschiff halle u. 
mehrerer Holzbaracken ges. Beschäftigungsorte Aachen und 
Zülpich. Geh. bis 210 M. Bewerbung, mit Lebensl., Zeugnis- 
abschriften, Gehaltsanspr. u. Angab, d. mögl. Eintrittstermins 
an die Zweigstelle Aachen, z. H. des Herrn Gatzweiler, Aachen, 
Stoiberger Straße 9. 

749 Techn. Bureau s. f. mögl. sof. ein. im Werkzeug- 
maschinenbau bewandert. Techn. Geh. 150 bis 160 M. Bewerbg. 
sind an Herrn Ing. Paul Hahn, Sömmerda, Moltkestraße 7, 
zu senden. 

750 Postneubaubtireau in Frankfurt a. M. wird sof. ein Bt. 
m. abgeschloss. Baugewerkschulbildg. ges. Beschäftig, voraus- 



88 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 21/22 



sichtlich f. d. Dauer d. Krieges. Gesuche militärfr. Bewerber 
im Alt. bis zu 30 Jahr, sind einzureichen an die Zweigstelle 
Frankfurt a. M., z. H. des Herrn Walter Nehler, Frankfurt a. M., 
Postfach 45. 

751 Stadt. Behörde in Alienstein s. z. sofortig. Dienstantr. 
ein. militärfr., erfahr. Hochbt. mit Erfahrg. in Bauleitg. u. Ab- 
rechnung, sowie in d. Anfertig, u. Prüfg. v. stat. Berechnung. 
Bewerber, d. b. Behörden tätig gewesen sind, bevorzugt. Gehalt 
200 M. Gesuche an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., z.H. des 
Herrn Hch. Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56. 

752 Kgl. Wasserbauamt im Bezirk Stettin (Stralsund) s. ein. 
Tech, spätest. z. l.Juni z. Anfertig, v. Pausen, Auszügen ge- 
gebener Zeichnung, usw. Ges. mit Lebensl., Zeugnisabschriften, 
Gehaltsanspr. u. Angabe d. Militärverhältnisse an die Zweig- 
stelle Stettin, z. H. des Herrn Bordiert, Stettin, Stoltingstr. 27. 

753 54 Baubureau f. d. Justizneubauten im Bezirk Dort- 
mund s. f. d. Neubauföureau in Hagen i. W. zwei erfahrene, 
mögl. militärfr. Hochbt., vertr. m. d. Bestimmung, d. Staatsbau- 
verwaltung, zu sof. Ges. mit Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Ge- 
haltsansprüchen an die Zweigstelle Dortmund, z.H. des" Herrn 
Müller, Dortmund, Wittekindstraße 30. 

755 Kgl. Behörde in Mainz-Kostheim s. f. Schleusenneubau 
ein. Tiefbautechn. f. örtl. Bauaufsicht zu sof. Erwünscht ist, daß 
d. Bewerber d. Abschlußzeugnis einer Baugewerksch. besitz., 
doch nicht Beding. Ges. mit Lebensl., Angabe d. Militärverhältn., 
Zeugnisabschrift., polizeilichem Führungszeugnis u. Angab, über 
Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin SW. 48, Wil- 
helmstraße 130, senden. 

Bücherschau 

Luegers Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissen- 
schaften. Zweite, vollständig neu bearbeitete Auflage. Er- 
gänzungs-Band. In Halbfranz gebunden M 30. — . (Stutt- 
gart, Deutsche Verlags-Anstalt.) 
Zu dem altbekannten, in der deutschen technischen Literatur 
unerreicht dastehenden Werk ist soeben ein Ergänzungsband er- 
schienen. Seit Abschluß der letzten Auflage ist wenig mehr 
als ein halbes Jahrzehnt verflossen, trotzdem war die jetzt er- 
schienene Ergänzung des Werkes eine unabweisbare Notwendig- 
keit. Die schnell und rastlos vorwärts schreitende Technik hat 
in der Zwischenzeit so zahlreiche und wichtige Neuerungen und 
Fortschritte gezeitigt — es sei nur auf das Luftfahrwesen, Ver- 
kehrswesen, den Motorbau, die chemische Industrie hingewie- 
sen — , daß entweder eine neue Auflage oder eine erschöpfende 
Ergänzung der letzten Auflage nicht länger hinausgeschoben 
werden durfte, sollte sich das Luegersche Lexikon seinen alten 
Ruf bewahren. Man hat sich für die Ergänzung entschieden, 
ohne Zweifel wohl in erster Linie im Interesse der Besitzer der 
2. Auflage, welche nunmehr in der Lage sind, sich für einen 
verhältnismäßig geringen Preis die Kenntnis aller inzwischen 
gemachten Fortschritte, Neuerungen und Erfahrungen zu ver- 
schaffen. Wie im Hauptwerk sind auch im Ergänzungsband 
die Beiträge stets mit den Namen des Verfasser gezeichnet. Die 
Behandlung des Stoffes knüpft überall, wo es angängig ist, 
an das Hauptwerk an und erschöpft ihn bis in die Gegenwart. 
Was den Erwartungen in der Zwischenzeit nicht entsprochen, 
was sich dagegen bewährt hat, wird gewissenhaft angegeben. 
Zahlreiche neue Mitarbeiter, ohne Ausnahme allgemein an- 
erkannte Autoritäten auf den von ihnen behandelten Gebieten, 
haben neben den bereits bewährten Beiträge geliefert. Diejenigen 
neuen Errungenschaften auf technischem Gebiet, welche von 
besonders einschneidender Bedeutung sind, haben auch eine 
besonders eingehende Behandlung erfahren. Wir heben in. dieser 
Beziehung als Beispiel die ausgezeichneten Beiträge von Buhle- 
Dresden über das moderne Verkehrswesen, von Huber-Stuttgart 
über die neueste Entwicklung der Kolloidchemie hervor. Das 
gleiche gilt von der Behandlung der Flugtechnik und allem, was 
mit ihr zusammenhängt. Die Darstellungen sind knapp, klar 
und gemeinverständlich, und nur dort, wo Literatur noch nicht 
vorhanden oder schwer zugänglich ist oder wo es sich um völlig 
Neues handelt, haben sie eine etwas breitere Basis erhalten. 



SreckenpFerd-Scife 

die beste lilienmilch-Seirt 

von Bergmann & Co., Radebeul, für zarte weiße Haut und 
blendend schönen Teint, a Stück 50 Pfg. Überall zu haben. 



STERBETAFEL 

Otto Behrend, Hannover, Mitgl. 72841, feit 1. 9. 13, 

geftorben am 30. 4. 15. 
Paul Fiebig, Berlin, Mitgl. 22, feit 3.8. 84, geftorben 

am 8. 5. 15. 

Jofef Fictz, Neustadt 0.=S., Mitglied 27041, feit 

1.-10. 03, geftorben am 5. 5. 15. 
Heinrich Greller, Schmölln S.-A., Mitgl. 71 844, 

feit 1.5. 13, geftorben am 6. 5. 15. 
Karl Harenberg, Waldenburg i. Schi., Mitgl. 42 137, 

feit 1. 1. 07, geftorben am 14. 5. 15. 
Friedr. Hermberg, Zw. Kattowitz, Mitgl. 38056, 

feit 1. 1. 06, geftorben am 21. 3. 15. 
Ad. Kieß, Konftanz, Mitgl. 7855, feit 1. 5. 93, 

geftorben am 15. 4. 15. 
Emil Krufe, Hamburg, Mitgl. 28361, feit 1.4.04, 

geftorben am 29. 4. 15. 
Wilh. Lehmann, Berlin ^Friedenau, Mitgl. 45620, 

feit 1. 10. 07, geftorben am 18. 5. 15. 
Rud. Michel, Elbing, Mitgl. 7854, feit 1. 5. 93. 
Herrn. Reiffig, Kiel, Mitgl. 7546, feit 1. 2. 93, 

geftorben am 28. 4. 15. 
Karl Wandel, Swinemünde, Mitglied 1 1 265, feit 

1. 7 96, geftorben am 17. 4. 15. 
Martin Wilhelm, Augsburg, Mitglied 42 233, feit 

1.1. 07, geftorben am 2. 5. 15. 



Nachruf! 

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, allen Kollegen 
von dem am 18. d. M. nach schwerer Krankheit erfolgten 

Ableben unseres lieben Kollegen 

Wilhelm Lehmann 

Architekt und Maurermeister 

Mitgl.-Nr. 45 620, in Kenntnis zu setzen. 

Wir werden diesem pflichttreuen Kollegen ein ehrendes 
Andenken bewahren. 

Zweigverwaltung Berlin-Friedenau. 

Ernst Wiebe, stellvertr. Vorsitzender. 
Die Beisetzung hat am 21. Mai stattgefunden. 



Nachruf! 

Erst jetzt erfahren wir, daß der ehemalige 

Vorsitzende der Zweigverwaltung Myslowitz 

Herr Friedrich Hermberg (38056) 

nach langem, schwerem Leiden am 21. März d.J. gestorben ist. 

Ausgezeichnet mit seltenen Charaktereigenschaften, stand 
er weit über seinen Wirkungs- und Berufskreis hinaus in hohem 
Ansehen. Mit ihm ist einer unserer Besten dahingegangen. 
Ehre seinem Andenken! 

Für die angegliederte Z.-V. Myslowitz: 
Zweigverwaltung Kattowitz des D. T.-V. 
Jelinski. 



Einbanddecken zur Deutschen Techniker-Zeitung 

sind von der Firma Berliner Buchbinderei Wübben & Co., 
Berlin SW. 68, Kochstraße 60/61, zum Preise von 1 M für 
das Stück zuzüglich 50 Pfg. bezw. 25 Pfg. für Porto zu be- 
ziehen. Um den Anzeigenteil nicht mit einbinden zu lassen, 
sind zwei Rückenstärken (Decke A mit Anzeigen, Decke B 
ohne Anzeigen) zum gleichen Preise lieferbar. Bei Bestellungen 
ist anzugeben, ob Decke A oder Decke B gewünscht wird. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

1ERAUSOEOEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 



Schriftleitung: 
Dr. Höfle, Verbandsdirektor. 



XXII.Jahrg. 



12. Juni 1915 



Heft 23/24 



J3ekainitmaehung. 



HS 



Der Qesamtvorstand hat auf Anregung des gesehäftsführenden Vorstandes folgenden ^ 
J3esehluss gefasst: „Die Streichung der wegen rückständiger J3eiträge aus dem Jahre 
1914 gestrichenen JVCitglieder, die am JFeldzug teilgenommen haben, kann rückgängig 
gemacht werden, wenn sie sich innerhalb dreier JVConate nach ihrer Entlassung vom ^ 
JKeer wieder beim Verbände melden. Diese JVCitglieder müssen aber auf die Heit von j\\ 
6 JVConaten naehWiederbelebung ihrer JVCitglicdsehaft auf dieUnterstützungseinriehtungen ^ 
des Verbandes Verzieht leisten." Wir bitten unsere Verwaltungen darnach zu verfahren, 

Der gcsehäftsführcrxdc Vorstand: ^ 

Paul ^eifland, Vorsitzender Dr. J^Cöfle, Direktor. /j> 

Die Angestelltenversicherung im Kriegsjahr 1914 

Von P. MORDSTEIN, Düsseldorf. 



Früher als im Vorjahre erscheint diesmal der Bericht 
es Direktoriums der Reichsversicherungsanstalt für An- 
estellte. Auch ein Zeichen der vortrefflichen Organisa- 
on, die dem Deutschen eigen ist. 

Vorweg sei bemerkt, daß die Befürchtungen, der Krieg 
mrde einen erheblichen Rückgang der Beitragszahlungen 
lit sich bringen, nicht eingetroffen sind. Wohl steht auch 
ier ein großer Teil der Versicherten im Felde, um das 
Saterland zu verteidigen, doch werden von einem großen 
eil der Arbeitgeber die Gehälter und damit auch die Bei- 
äge weitergezahlt. 

Kein Zweig der deutschen sozialen Versicherung hat 
ine so weitgehende Selbstverwaltung als das Versiche- 
jungsgesetz für Angestellte. Im Gegensatz zur Invaliden- 
ersicherung mit ihrer Teilung in die Landesversicherungs- 
nstalten der einzelnen Provinzen und Bundesstaaten, ist 
ier nur eine, sich auf das ganze Reich erstreckende Zentral- 
telle, die „Reichsversicherungsanstalt für Angestellte in 
terlin-Wilmersdorf" vorgesehen. Den Unterbau bilden die 
n den unteren Verwaltungsbezirken gewählten Vertrauens- 
nänner der Arbeitgeber und Angestellten. Sie wählen die 
/ertreter zum Verwaltungsrat und Direktorium, sowie die 
Beisitzer zum Rentenausschuß, Schiedsgericht und Ober- 
chiedsgericht. Bereits in 937 Bezirken haben sich Orts- 
iusschüsse der Vertrauensmänner gebildet, die sowohl Ar- 
>eitgebern wie Angestellten Rat und Auskunft erteilen. 
3azu kommen noch Geschäftsstellen in 20 größeren Orten 
Deutschlands. 

Recht wertvoll hat sich auch die Wahl von Beauf- 
ragten erwiesen. Ihnen wurden fast die gleichen Aufgaben 
ibertragen, wie den Kontrollbeamten der Landesversiche- 
ungsanstalten. Nur ist ihre Tätigkeit eine ehrenamtliche 



und wäre es deshalb wünschenswert, sie bei Erledigung 
der Aufträge möglichst zu unterstützen. 

Die bisher in Mietshäusern untergebrachten Bureaus 
der Reichsversicherungsanstalt sollen ein eigenes Heim er- 
halten. Der Verwaltungsrat bewilligte in seiner letzten 
Sitzung dafür den Betrag von 71/2 Millionen Mark. Gegen- 
über dem Rathause in Berlin-Wilmersdorf soll sich der 
stolze Bau erheben als Wahrzeichen deutscher Sozialpolitik 
und sozialer Fürsorge. 

Die über das Vaterland hereingebrochene ernste Zeit 
machte auch besondere Maßnahmen und Aufwendungen 
auf dem Gebiete der Kriegsfürsorge erforderlich. Zu- 
nächst wurde das Sanatorium Fürstenberg mit 90 Betten 
dem Roten Kreuz zur Heilung Verwundeter zur Verfügung 
gestellt. Für die Versorgung unserer Truppen mit warmer 
Kleidung für den Winter wurden \% Millionen Mark be- 
willigt. Der Verwaltungsrat beschloß ferner im Sinne vor- 
beugender Maßnahmen die Summe von 10 Millionen Mark 
aus der für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Reserve 
zu verwenden. Zunächst genehmigte darauf das Direkto- 
rium die Ausstattung zweier Lazarettzüge, Anschaffung von 
15 Krankenkraftwagen und 80 Anhängewagen zur Fort- 
schaffung Verwundeter. Ferner nach Vorschlag des Kriegs- 
ministeriums Herstellung von zwei Feldwäschereien für 
Lazarettzwecke. Dem Verein für Sanitätshunde wurden zur 
Anschaffung und Führung von Sanitätshunden 10 000 M 
überwiesen. Nicht unerwähnt darf bleiben, daß sich die 
Reichsversicherungsanstalt an der Zeichnung der Kriegs- 
anleihe mit 40 Millionen Mark beteiligte. 

Leider bietet das Versicherungsgesetz für Angestellte 
keine Handhabe, der Anregung näher zu treten, Mittel zur 
Durchführung der Stellenlosenfürsorge zur Verfügung zu 



90 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 23 /2* 



stellen. Nachstehende Zahlen mögen einen kleinen Ein- 
blick über den Umfang des Geschäftsbetriebes der Reichs- 
versicherungsanstalt gewähren. 

Es sind zu verzeichnen: 

Eingänge .... 1 675 634, 
Ausgänge .... 420254. 

Davon allein 84 889 Kontoauszüge gesandt an Arbeit- 
geber für 418177 Versicherte. 

Dazu kommen 2 1 /* Millionen Zahlkartenabschnitte für 
eingesandte Beiträge. 

Bemerkt sei hierzu, daß im Gegensatz zur Invaliden- 
versicherung Marken nicht zur Verwendung kommen. Nur 
verschwindend wenig wurde von dem Rechte, Marken zu 
verwenden, Gebrauch gemacht. Erwähnt muß dabei noch 
werden, daß das Gesetz jedem Versicherten das Recht gibt, 
einen Kontoauszug von der Reichsversicherungsanstalt zu 
verlangen. Er bietet die Möglichkeit nachzuprüfen, ob 
auch die dem Gehalt entsprechenden Beiträge von seinem 
Arbeitgeber richtig abgeführt werden. 

In weiten Kreisen der Industrie bestehen noch immer 
Zweifel über die Versicherungspflicht der Angestellten. 
Ganz besonders trifft dies für die Textilindustrie zu. Im 
Streitverfahren und durch Beauftragte sind Grundsätze über 
die Versicherungspflicht aufgestellt worden. Es würde zu 
weit führen, sie alle einzeln aufzuführen. „Die Angestellten- 
versicherung", Amtliche Nachrichten der Reichsversiche- 
rungsanstalt, veröffentlicht regelmäßig die gefällten Ent- 
scheidungen und ist außerdem jedem Interessenten Ge- 
legenheit gegeben, durch Nachfrage bei der Reichsver- 
sicherungsanstalt direkt, oder bei den Ortsausschüssen und 
Geschäftsstellen sich Gewißheit zu verschaffen. Als Ent- 
gelt hat unter anderem die Reichsversicherungsanstalt für 
Angestellte auch den von Bureauangestellten durch An- 
fertigung von Kanzleiarbeiten außerhalb der Dienststunden 
erzielten Verdienst erklärt, ferner das Fahrgeld für Fahrten 
zu und von der Arbeitsstätte. Dagegen ist eine Entschädi- 
gung, die ein Versicherter dafür erhält, daß er vertrags- 
mäßig eine bestimmte Beschäftigung nicht ausübt, als Ent- 
gelt nicht angesehen worden. Von Interesse ist der Grund- 
satz, daß Gratifikationen, die vertraglich oder wenigstens 
gewohnheitsmäßig gewährt werden, dem Jahresarbeits- 
verdienste im ganzen nicht dem Gehalt in dem Monat, in 
dem die Gratifikation gezahlt wird, zuzurechnen sind, und 
zwar, soweit sie ziffernmäßig in bestimmter Höhe im Vor- 
aus zugesichert sind, mit dem Betrage des laufenden Ge- 
schäftsjahrs, andernfalls mit dem für das letzte Geschäfts- 
jahr dem Angestellten zugeflossenen Betrage. Nach dem 
hiernach ermittelten Gesamteinkommen bestimmt sich die 
Gehaltsklasse. Hinsichtlich der Versicherungspflicht einer 
für die Kriegsdauer angenommenen Stellung hat die Reichs- 
versicherungsanstalt für Angestellte folgenden Bescheid er- 
teilt: Das Direktorium hält diejenigen Personen, welche 
eine an sich versicherungspflichtige Tätigkeit bisher nicht 
ausgeübt haben und auch nach Beendigung des Krieges 
voraussichtlich nicht ausüben werden, hinsichtlich einer 
nur für die Dauer des Kriegszustandes angenommenen, an 
sich versicherungspflichtigen Beschäftigung, nicht für ver- 
sicherungspflichtig im Sinne des Versicherungsgesetzes für 
Angestellte. 

Durch den Krieg sind vielfach Angestellte, deren frühe- 
res Gehalt von 5000 M unter diesen Betrag gesunken ist, 
versicherungspflichtig geworden. Ihnen ist nach Beendi- 
gung des Krieges die Möglichkeit geboten, sich freiwillig 
weiterzuversichern, wenn ihr Einkommen den genannten 
Betrag nach dem Kriege wieder übersteigt. Hierbei sei 
darauf hingewiesen, daß beim Ausscheiden aus der ver- 
sicherungspflichtigen Beschäftigung, die Möglichkeit der 
freiwilligen Fortsetzung der Versicherung besteht, sofern 
mindestens 6 Pflichtbeiträge entrichtet wurden. 

[Wenig bekannt dürfte den meisten Versicherten sein, 



sich eine frühere Anwartschaft auf Ruhegeld zu erweri 
durch Abkürzung der Wartezeit durch Einzahlung der F 
mienreserve. Am 31. Dezember 1915 läuft die Frist : 
Stellung der Anträge ab. Angestellten im vorgerück 
Alter ist zu empfehlen, den § 395 des Versicherungsgeset 
für Angestellte einmal zu prüfen. 

Im Berichtsjahre wurden von 482 Versicherten : 
Abkürzung der Wartezeit 527 070 M an Prämienresei 
eingezahlt, im Durchschnitt also 1100 M. Es ist dies < 
Hälfte der im Jahre 1913 gestellten Anträge. Der Rü 
gang ist wohl einzig und allein auf den Krieg zurückzuführ 

Der Einfluß des Krieges macht sich recht deutlich 1 
der Ausstellung der Aufnahme- bezw. Versicherungskarl 
bemerkbar. Während in den ersten sieben Monaten 165 C 
Karten ausgestellt wurden, waren es in den letzten fi 
Monaten nur 62970, zusammen traten also 228 628 der Vi 
Sicherung bei. 

Die niedrigste Beitragszahlung war im Oktober l 
den Monat September mit 8 925 098 M, während der Durc 
schnitt der ersten 7 Monate 11 946 621 M und der Durc 
schnitt der übrigen 5 Monate 7 876 790 M betrug. 

Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, daß nie 
voller Ersatz der zum Heeresdienst einberufenen Angeste 
ten erfolgte. Zum Teil sind wohl auch die niedrigen B 
träge darauf zurückzuführen, daß den zurückgeblieberti 
Angestellten das Gehalt gekürzt oder Ersatz durch billige i 
Arbeitskräfte erfolgte. Immerhin sei festgestellt, daß d 
Einfluß des Krieges sich nicht in dem befürchteten Mal 
geltend machte und es deshalb ermöglichte, alle Leistung! 
unverkürzt aufrecht zu erhalten. 

Leider bietet das Gesetz nicht die Möglichkeit, dl I 
einberufenen Versicherten Beiträge während der Dien! I 
zeit gutzuschreiben. Nur auf die Wartezeit können d| 
Zeiten militärischer Dienstleistung angerechnet werden. l| 
liegt aber bereits dem Bundesrat ein Antrag auf Aenderur I 
der gesetzlichen Bestimmung vor und ist zu hoffen, daß dtl 
Einberufenen die Beiträge angerechnet werden und zw« 
in der Klasse, in welcher sie zuletzt versichert waren. 

Der Bericht klagt über die Unkenntnis des Gesetal 
bei den Arbeitgebern und bemerkt, daß jetzt das Majfl 
und Beitreibungsverfahren strenger betrieben werden scH 
Würden die in dem herauszugebenden Merkblatt bekana| 
gegebenen Bestimmungen besser beachtet, dann verefl 
fachte sich der Geschäftsverkehr wesentlich und kämen <■ 
Ersparnisse den Versicherten zu gute. 

Durch die oben erwähnte Abkürzung der Wartezen 
war es möglich, schon jetzt Ruhegeld und Hinterbliebenen^ 
rente auszuzahlen. Zur Auszahlung gelangten 
im Jahre 1913 . . . Mk. 213.77, 
„ 1914 ... „ 1934.30. 

Nach § 63 wird weiblichen Versicherten, die aus einel 
versicherungspflichtigen Beschäftigung ausscheiden, au, ( 
Antrag an Stelle der freiwilligen Fortsetzung der Versichen 
rung oder der Aufrechterhaltung der erworbenen Anwart 
schaff (§ 15) oder der Erstattung von Beiträgen (§ 62) ein« 
Leibrente gewährt. Das Schiedsgericht für Angestellten 
Versicherung hat in ständiger Rechtsprechung das Vor 
liegen eines Erstattungsanspruchs verneint, wenn der Ver 
storbene gemäß § 390 von der eigenen Beitragsleistung be 
freit war. Durch grundsätzliche Entscheidung des Ober 
Schiedsgerichts für Angestelltenversicherung ist die Un- 
zulässigkeit der Revision bei Ansprüchen auf Erstattung ge- 
mäß § 398 festgestellt worden. 

Dagegen wurden 1914 insgesamt 191 692 M auf 1936 
Anträge zurückgezahlt. Diese Rückzahlungen erfolgen aui 
Grund des § 398 an Hinterbliebene von Versicherten, die 
noch keinen Anspruch auf die gesetzlichen Leistungen 
haben, weil die Wartezeit noch nicht erfüllt ist. 

Das Heilverfahren, wohl die wichtigste Ein- 
richtung des Gesetzes, erfuhr durch Ausbruch des Krieges 



ieft 23/24 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Ol 



pfindliche Störungen. Mit Ausnahme der Fürsorge für 
ilgenkranke wurde es bis zum Ende des Jahres 1914 ein- 
stellt, ist aber seit Beginn des Jahres 1915 voll auf- 
Kommen. 

Durchgeführt wurden Heilverfahren: 
1913 .... 10464 



darunter 
und . 
1914 . 
davon 
und . 



7 127 = 68% männliche 



3 337 = 32% weibliche. 
20 187 

12 525 = 62% männliche 
7 662 == 38% weibliche. 
Eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahre trotz der 
ischränkung auf sieben Monate. Eine bedeutende Stei- 
ung der Anträge ist nach Beendigung des Krieges zu 
warten. Nicht allein daß die Zurückgebliebenen jetzt mit 
Stellung von Anträgen zurückhalten, weil jeder jetzt 
ie Kräfte dem Vaterlande opfern muß. Die zurück- 
senden Krieger werden zum großen Teil eines Heilver- 
rens bedürfen, um die durch die unerhörten Strapazen 
gegriffene Gesundheit wieder zu festigen. Daß alle be- 
ksichtigt werden können, dafür ist Vorsorge getroffen 
I ist eine bedeutende Vermehrung der Heilstätten bereits 
gesehen. 

Von den 20187 Anträgen auf Heilverfahren entfielen 

Zahlheilverfahren . ... 4 348, 
auf andere Krankheiten . .15 839. 



Es wurden durchgeführt: 

in Lungenheilstätten . . . 3 096 Fälle = 38,9% 

in Sanatorien 3 162 „ = 39,8% 

in Bädern 1 200 „ = 15,1 % 

durch Zuschußgewährung . 490 „ = 6,2% 

100,0% 

Die dafür aufgewendeten Kosten betrugen 5 005 516 M; 
die 1913 durchgeführten Fälle erforderten einen Kosten- 
aufwand von 1 542 721 M. 

Interessant ist die Feststellung, daß die Zahnheilver- 
fahren bei höherem Alter zunehmen, während die Zahl der 
Lungenkranken in den höheren Altersklassen zurückgeht. 

Daß die Reichsversicherungsanstalt auch sonst ihre 
sozialen Aufgaben erfüllt, geht daraus hervor, daß sie 
Baugenossenschaften und Heilstätten Darlehen im Werte 
von 5807 M gewährte. Zu hoffen ist, daß sie auch weiter- 
hin sich gerade auf diesem Gebiete betätigt und es er- 
möglichen hilft, unseren zurückkehrenden Kriegern Heim- 
stätten zu bieten, um sie zu entschädigen für die dem 
Vaterlande geleisteten Dienste. 

Hoffen wir, daß ein baldiger Friede es uns ermög- 
licht, weiter sozial zu wirken und unsere bestehenden so- 
zialen Einrichtungen weiter auszubauen, um unser Volk 
weiter gesund und stark zu erhalten zum Segen und Schutzo 
des Vaterlandes. 



Ausblicke in die Volksernährung 



Jetzt, wo die Vorräte der letzten Ernte zum größten Teil 
gebraucht sind und wir vor einer neuen Ernte stehen, fragt 
i ganz von selbst: Inwieweit haben sich die getroffenen Mam- 
men bewährt, welche Mängel sind zutage getreten, was 
n geschehen, um gemachte Fehler zu vermeiden. Das Ein- 
ten Italiens bedeutet unter allen Umständen eine Verlänge- 
y des Krieges. Manche Kreise sprechen sogar von einem 
en Winterfeldzug. Durch die gemeine Treulosigkeit Italiens 
l wir vom Weltverkehr und damit auch von der Nahrungs- 
:elzufuhr noch mehr abgeschnitten worden und erst recht 

die inländische Produktion angewiesen. Daß wir mit unseren 
ährungsmaßnahmen nicht immer das richtige getroffen ha- 
, beweisen die großen Kartoffel Vorräte, die auf 
nal zu einem sehr billigen Preis in die Erscheinung treten, 
irend man vor nicht allzu langer Zeit von einer Kartoffel- 
ppheit sprach. An Weizenmehl haben wir allzu sehr gespart, 
t ist relativ viel vorhanden. Man kann verstehen, daß mit 
i neuen Kriegsjahr, das ungefähr mit dem neuen Erntejahr 
»mmenfällt, die Garantie des wirtschaftlichen Durchhaltens 
rebt wird. 

Im Reichstag hat man sich bei seiner letzten Tagung, 
, ohl in dem Haushaltungsausschuß als auch in dem Plenum 
r Ernährungsfragen recht eingehend unterhalten. Sehr 
ressant ist die Stellungnahme zweier Organisationen, die zu- 
hst zur Meinungsäußerung berufen sind, nämlich des Deut- 
in Landwirtschaftsrats und des Kriegsausschusses für Kon- 
lenteninteressen. 

Die Leitgedanken des Deutschen Landwirt- 
laftsrats sind folgende : 

Durch die Kriegslage ist nacheinander den jeweilig 
ringendsten Bedürfnissen entsprechend eine Reihe von Verord- 
ungen und wirtschaftlichen Einrichtungen entstanden, die des 
wünschenswerten organischen Zusammenhanges 
ntbehren und durch eine einheitliche Regelung unserer 
esamten Versorgung und Vorratseinteilung — auch bei voller 
icherung unseres Auskommens — entbehrlich erscheinen, 
ire Beseitigung oder durchgreifende Aenderung ist umso not- 
wendiger, als sie besonders durch ihre zu starke Zen- 
r a 1 i s a t i o n vielfach eine nachteilige, d. h. erschwerende 
nd hemmende Wirkung auf die Volks- und Heeresversorgung 
nd unser gesamtes Erwerbsleben ausgeübt haben. 

Für die Neuregelung müssen folgende Grundsätze 
laßgebend sein: 1. Organisation. Die Vorratsverteilung wird 
ewirkt durch a) die Kommunalverbände, b) die Landes- 
Provinzial-) Ausgleichsstellen, c) die Zentralausgleichsstelle. 
. Ermittlung der neuen Ernte, a) Die auf Grund der Anbau- 
rmittlung bisher in Preußen und einigen Bundesstaaten vor- 
enommene vorläufige Ernteschätzung ist auf das ganze 
)eutsche Reich auszudehnen, b) Die endgültige Ermittlung 



der Ernte hat nach ihrer Einbringung möglichst bis zum 
1. Dezember zu erfolgen. Die Ergebnisse der Aufnahmen un- 
ter a und b sind dem zuständigen Kommunalverband einzu- 
reichen. Dieser stellt sie für seinen Bezirk zusammen und gibt 
sie lan die Landes- (Provinzial-) Ausgleichsstelle weiter, die sie 
wiederum, für ihre Bezirke tabellarisch geordnet, der Zentral- 
ausgleichsstelle einreicht. Die Reichsverteilungsstelle, die 
Kriegsgetreide-Gesellschaft und die Reichsstelle für Kartoffel- 
versorgung sind nach Einrichtung der Zeritralausgleichsstelle 
entbehrlieh und werden aufgelöst. (Zentralstelle für Beschaffung 
der Heeresverpflegung und Zentral-Einkaufs-Gesellschaft blei- 
ben bestehen.) 

Die Beschlagnahme ist auf die zu erntenden Mengen 
an Weizen, Roggen, Hafer, Gerste, Mengkorn (zwei oder mehr 
dieser Getreidearten) und Mischfrucht (Getreide und Hülsen- 
früchte) zu erstrecken und hat durch den Kommunalverband 
des Vorratsbezirks zu erfolgen. Die Selbstversorgung der 
Landwirte ist durch Ueberlassung von Höchstmengen ihrer 
selbsterzeugten Vorräte zu gewähren. Die Höchstpreise 
sind für alle diese beschlagnahmten Früchte, ferner für Mehl, 
Kleie, für alle Futtermittel und künstlichen Düngemittel bis 
zum Ende des Kriegswirtschaftsjahres 1915/16 festzusetzen. 
Vorverkäufe von Getreide sind zu verbieten, das Verbot der 
Brotgetreideverfütterung ist aufrecht zu erhalten, ebenso vor- 
läufig die Streckung des Brotes. Der Ausmahlungsgrad für 
Mehl und Kleie ist von der Zentralausgleichsstelle zu regeln. 
Bei der Mehlerzeugung sind die Kleinmühlen ausgiebig zu be- 
schäftigen. Angemessene Getreidevorräte sind anzusammeln 
für die Volks- und Heeresernährung. Bei allen Bestimmungen 
über die Inanspruchnahme landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist 
die Entscheidung in die Hand der bei den Landes- 
zentralbehörden bestehenden landwirtschaftlichen 
Verwaltungen zu legen. 

Der Kriegsausschuß für Konsumenteninter- 
essen hat für die deutsche Ernährungspolitik im neuen Ernte- 
jahr die nachfolgenden Richtpunkte aufgestellt: 

I. Sicherstellung auskömmlicher Menschenernährung (vor 
dem Vieh) zu erträglichen Preisen. 

a) Beschlagnahme hinreichender Mengen von Brotgetreide, 
Hafer, Gerste, Hülsenfrüchten, Kartoffeln (auf Kartoffel- 
großgütern) für den Jahresbedarf von 70 Millionen Men- 
schen; öffentliche Enteignungs- und Sicherungsbefug- 
nisse für andere elementare Massenbedarfsdinge wie 
Magermilch, Butter (bei Mangel sonstiger Fette), Fleisch- 
vieh, Zucker usw. auf Grund eines physiologischen Min- 
destbedarf splans. 

b) Fortführung und gegebenenfalls Weiterbildung des ge- 
meinwirtschaftlichen Verteilungsverfahrens nach Kopf- 
mengen für Brot usw. 



92 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 23/2 



c) Systematische Durchbildung der Höchstpreisfestsetzung 
für Produzenten und Händler (prozentuale Vermittlungs- 
vergütungen) mit zeitlich gestaffelten Lagerungszuschlä- 
gen Verkaufszwang. Vorkaufsrechte für Gemeinden, 
gemeinnützige Anstalten usw. Eisenbahntarifpolitik. 
Reichsvergütungen für Auslandsbezüge. Rücksichtslose 
Anwendung der Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetz- 
buchs (§ 138) und des Reichsstrafgesetzbuchs (§§ 263, 
302) gegen betrügerische oder wucherische Ausbeutung 
der Notlage des Reichs und seiner Bürger. 

d) Systematische Herstellung und Aufspeicherung von 
Dauerwaren, Trockengemüsen, TrockenkartoffeUi usw. 
Beschränkung der Trinkbranntwein- und Biererzeugung. 
Pflege der öffentlichen Bürgerspeisungen. Einschrän- 
kungen des „Streckens" wichtiger Lebensmittel. 

II. Oeffentliche Ordnung der Viehhaltung und der Futter- 
mittelversorgung. 

III. Voraussetzungen: Errichtung einer Reichsernahrungs- 
behörde im Zusammenwirken mit selbständigen Behörden für 
dezentralisiert verwaltete einheitliche Wirtschaftsbezirke in den 
einzelnen Reichsgegenden. Zuziehung der Konsumentenver- 
tretungen bei allen Maßnahmen der Behörden in der Ernäh- 
rungsfrage. Förderung der Ernteerzeugung und -einbringung 
mit geldlichen, technischen und organisatorischen Reichsmit- 
teln. Sorgsamste Ernteschätzungen und Bestandsaufnahmen 
für sämtliche wichtigen Nahrungs- und Futtermittel sowie 
für landwirtschaftliche Betriebsstoffe in ständiger Wiederho- 
lung, zum ersten Male sofort nach der Ernte, mit Offen- 
barungszwang bei schärfsten Strafbestimmungen für Falsch- 
meldungen und Einziehung der verschwiegenen Vorräte. Er- 
richtung städtischer Lebensmittelämter in allen größeren Ge- 
meinden. 

Gegen die Anträge des Deutschen Landwirtschaftsrats hat 
die sog. „Fraktion der Städte", das Herrenhaus, also die Frak- 
tion der Oberbürgermeister, die Einbringung einer 
Interpellation im Herrenhaus beschlossen. Auch der Hansa- 
b u n d hat einen Kriegswirtschaftsplan veröffentlicht. Von den 
Arbeitnehmerorganisationen haben die Christlichen Ge- 
werkschaften zusammen mit dem Verband kath. Arbeiter- 
vereine Westdeutschlands Leitsätze aufgestellt, die die Stim- 
mung weiter Konsumentenkreise wiedergeben. Sie lauten: 

1. Da die Ernährung der deutschen Bevölkerung nun- 
mehr ganz allein auf dem Ergebnis der kommenden Ernte be- 
ruht, sind unverzüglich Maßnahmen zu treffen und der bäuer- 
lichen Bevölkerung alle notwendigen Hilfen vorzubereiten, um 
eine rechtzeitige Einbringung der Ernte und 
deren frühzeitige Bereitstellung für die Lebensmittelversor- 
gung zu gewährleisten. 



VOLKSWIRTSCHAFT 



Die Leistungen des Kriegsausschusses für Konsumenten- 
interessen 

Preistreibereien und Kriegswuchererscheinungen aller Art 
trieben Anfang Dezember die jetzt im K.A.K.J. zusammenge- 
schlossenen Reichsverbände zu einheitlicher Abwehrorganisation. 
Nicht einseitige Billigkeitsforderungen, sondern gerechte, ange- 
messene Preise und eine soziale Ordnung der Massenversorgung, 
die auch den wenig Bemittelten das Durchhalten gegenüber dem 
englischen Aushungerungsplan ermöglichen, bildeten von vorn- 
herein die Losung des K.A.K.J. 

Seine erste Hauptaufgabe war die Bekämpfung der verkehr- 
ten Sparsamkeitspolitik, derzufolge die Massen zur Einschrän- 
kung ihres Verbrauchs durch weitere Preisheraufsetzungen ge- 
zwungen werden sollten. Es galt, die Gegner dieser verkehrten 
Politik innerhalb der Reichsregierung zu unterstützen. Das ge- 
schah in der Brotgetreidefrage durch die Einreichung 
eines technisch durchführbaren Beschlagnahmeplanes, durch eine 
Besprechung im Reichsamt des Innern und die große Zirkus- 
versammlung am 22. Januar, in der das Verlangen und die 
Empfänglichkeit der breiten Verbrauchermassen für eine zwangs- 
gemeinwirtschaftliche Getreide- und Brotverkaufsregelung nach- 
drücklich bekundet wurde: „Das Volk will es!" So kann sich 
der K.A.K.J. am Zustandekommen der weltberühmten Bundes- 
ratsverordnung vom 25. Januar ein gewisses Verdienst anrechnen. 
Zu ihrer Durchführung und der Einbürgerung des Brotkarten- 
systems in den Gemeinden hat der K.A.K.J. mit praktischen 
Vorschlägen ebenfalls in erfolgreichem Zusammenwirken mit 
dem Deutschen Städtetage beigetragen. Er hat schließlich auch 
mit ausführlichem Beweisstoff gegen die ungerechtfertigt steigen- 
den Preisspannungen zwischen Getreide und Mehl angekämpft 



2. Die Ueberführung der Ernte in den Konsum ist di 
eine umfassende Verteilungsordnung zu re| 
Für die Getreide- und Brotversorgung muß das Rationensy 
von Reichs wegen auch weiterhin durchgeführt werden. 
Getreidearten sind soweit als irgend möglich dem menschli 
Verbrauch vorzubehalten. Der Mangel an Hülsenfrüchten 
durch entsprechende Vorsorge für die Herstellung von 
lenprodukten, z. B. Grieß, Graupen, Haferflocken, sowie di 
Konservierung der zu erwartenden Obsternte ausgeglichen 
den. Auch die Ueberführung des Kartoffelvorrats an die 
braucher ist sofort nach der Ernte in Angriff zu nehmen. 

3. Der Viehbestand muß auf die inländischen Fu 
mengen eingestellt werden und zwar auf diejenigen Fu 
mengen, die für die menschliche Ernährung nicht in F: 
kommen. Bei Zuteilung der Futtervorräte ist in erster Lj 
auf die Erhaltung des Milchviehbestandes Bedacht zu ne 

4. Da nunmehr die Verteilungsordnung alle Erntevoi 
von vornherein erfassen kann, anderseits den breiten Mai 
Fleisch, Fett und Hülsenfrüchte nur in beschränktem Umfa 
erreichbar sein werden, wird man nicht umhin können, 
Brot- und Mehlrationen entsprechend zu erb 
und nach Einkommenverhältnissen sowie Art der körperlic! 
Arbeit abzustufen. 

5. Die Regelung der Preise hat bei den haupts 
lichsten Lebensmitteln nicht nur für Produzenten, sondern ai 
für Großhandel und Kleinverkauf zu erfolgen. Bei der H ö 
der Preise kann der durch die bisherige Spekulation erreii 
Stand in keiner Weise Grundlage für die neue Ernte sein, a 
dem muß dem normalen Stande wieder mehr angepaßt werd 

6. Die Kosten der behördlichen Nahrungsmitteln 
lung sind als wirtschaftliche Kriegskosten zu betrachten 
nicht auf die Warenpreise abzuwälzen. 

7. Zur Durchführung der gesamten Regelung der Leben: 
mittelversorgung ist ein Reichslebensmittelamt 
schaffen, dem ärmliche Einrichtungen in den Gemeinden zu ur 
terstellen sind. In diesen Aemtern muß insbesondere den mii 
derbemittelten Verbrauchern eine entsprechende Vertretun 
eingeräumt werden. 

8. Verteilungsordnung und Preisregelung sind möglich 
bald der Diskussion der beteiligten Kreise zugängig zu mache 
und in der endgültigen Fassung noch vor Eintritt der neue 
Ernte in Kraft zu setzen. 

An praktischen Vorschlägen fehlt es demnach nicht. M 
wollen nur hoffen, daß es der Regierung gelingt, die Mittel 
finden, um die Ernährung zu angemessenen Preisen für 
Dauer des Krieges sicher zu stellen. Dr. H ö f I e. 



und eine soziale Kontrolle der Kriegsgetreide-Gesellschaft 
ihrer Geschäftspraxis durch die Reichsbehörden unter Zuziehui 
von Verbrauchervertretern gefordert. Zweimalige Preisher| 
Setzungen für Mehl sind seitdem tatsächlich erfolgt, so 
unser Brotmehlpreis heute bereits unter dem englischen steht, 

Wie die Brotgetreideknappheit und die Notwendigkeit d 
gemeinwirtschaftlichen Verteilung eine Folge der zügellos« 
Roggenverfütterung an die Schweine war, so hing auch die Ka 
toffelkrisis mit der Schweinefrage zusammen. Ueberhau 
besteht ja das Kriegsernährungsproblem zur Hauptsache in eine 
Kampfe der Menschen mit dem Vieh um die Lebensmittelvorrät 
Für die Menschen allein würde die Frucht vollkommen au 
reichen. Als der K.A.K.J. Anfang Februar erfuhr, daß 
Regierung durch Preiserhöhungen die Kartoffeln aus den Lagei 
auf den Markt locken und auf diese Weise vor dem Viehtro 
schützen wollte, forderte der K.A.K.J. zunächst einmal eine * 
fortige Bestandsaufnahme, da nach seiner Meinung große Vo 
räte da sein mußten und nur künstlich zurückgehalten wurde 
und darauf die Beschlagnahme der Hälfte der noch Vorhände 
Kartoffeln zur Sicherstellung für die menschliche Ernäh 
Eine solche Sicherstellung ist dann, als die Bestandsaufna 
vom 15. März jammervoll ausfiel, Mitte April endlich, all 
dings im Wege einer seltsamen Preisreportpolitik erfolgt. D 
scharfe Kritik der Verbraucher (vergl. auch die Eingabe \f 
6. April, s. Anm.) hat dabei wenigstens den Erfolg erzielt, di 
die Reichskasse den Schaden des verspäteten Eingreifens gl 
sich nahm und die Kartoffeln den Minderbemittelten (der K.A.K, 
fordert: für alle Bürger bis zu 3000 M Einkommen) zu e 
schwinglichen Preisen von 50 bis 70 Pf. für 5 kg zugeteilt we 
den können. Daß statt der Marktprämienpolitik eine Beschlaj 
nähme angebrachter gewesen wäre, zeigt sich in dem Uebe 
fluß an Kartoffeln, der jetzt zum freien Verkauf angeboten wir 
Der K.A.K.J. hat also mit seiner ursprünglichen Annahm 
daß genug Kartoffeln da seien und nur herausgeholt werde 
müßten, Recht behalten. 



Heft 23/24 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



93 



In der Beseitigung der Ursachen der Brotgetreide- und 
Kartoffelkrisis, der Regelung der Schweine frage, ist der 
K.A.K.J. weniger erfolgreich gewesen. Die von ihm im Anschluß 
an die Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915 über die 
Sicherstellung der Dauerfleischwaren durch die Gemeinden ge- 
machten Vorschläge für die technische Durchführung der Ab- 
schlachtungen, die Absatzregelung im Interesse der Produzenten 
und der Verbraucher sowie für die Herstellung und Aufbewah- 
rung der Dauerwaren hatten angesichts der Gegnerschaft der 
Landwirtschaftsbehörden gegen die Abschlachtung keinen rechten 
Erfolg. Statt der vom K.A.K.J. vorgeschlagenen Höchstpreise 
wurden zwar Richtpreise vom 25. Februar 1915 festgesetzt, aber 
nicht wirksam angewandt; auch enthielten sie für das Fett- 
machen der Schweine stillschweigende Prämien, und so fraß 
dann der neunte Feind munter weiter den Menschen die Kar- 
toffeln und die Magermilch weg. Nunmehr sollen freilich von den 
Schweinebeständen 30 v. H., ja 50 v. H. abgeschlachtet sein ; 
und die frühzeitige Grünweide hilft uns aus der Futternot, so 
daß weitere Beschaffung von Dauerfleisch aus den Schweine- 
beständen den Städten nicht mehr vorgeschrieben wird. Daß die 
aufgespeicherten Vorräte der Gemeinden aber Erhebliches zur 
Linderung der durch die verfahrene bisherige Schweinepolitik 
entfachten Preistreibereien im Vieh- und Fleischgeschäft künftig 
beitragen könnten, erwartet wohl niemand. Nur entschlossene 
Fleischenthaltsamkeit jetzt zur sommerlichen Gemüsezeit könnte 
den Preistreibereien etwas das Handwerk legen. 

Die durch die Schweinepolitik gefährdete Magermilch- 
versorgung der Städte beschäftigte wie überhaupt die Milch- 
und Butterfrage gleichzeitig den K.A.K.J. mehrfach sehr ein- 
gehend. Für die Sicherung der Magermilch forderte der K.A.K.J., 
um die von der Eisenbahn zugestandene Tarifermäßigung für 
Magermilch nutzbar zu machen, eine Vorschrift für die Sammel- 
molkereien, die Hälfte ihrer (Magermilch an die Städte abzuliefern, 
statt wie bisher fast alles den Melkwirtschaften für den Schweine- 
trog zurückzuliefern. Etwas ermunternd auf die Magermilchzufuhr 
haben diese Vorstöße gewirkt, aber noch nicht entschieden genug. 

Um die Vergeudung von menschlichen Nährmitteln nach 
Möglichkeit zu verhüten, wandte sich der K.A.K.J. gegen die 
Freigabe von Zucker und Kartoffeln für die Erzeugung von 
Spiritus und forderte die Einstellung von Trinkbranntwein- 
erzeugung überhaupt, um die vorhandenen Spiritusvorräte für 
den gesteigerten gewerblichen Bedarf sicherzustellen. Es erfolgte 
auch eine Sperrung der Trinkbranntweinerzeugung, jedoch nur 
auf Zeit. Neuerdings soll wieder Zucker für Brennzwecke frei- 
gegeben werden. 

Während der Zucker zu einem Steuersatz von 2 M (statt 
14 M normal) in den Maischapparat wandern Warf, werden für (den 
menschlichen Verbrauch die Zuckerpreise seit April Schritt für 
Schritt erhöht mit der Begründung, es herrsche Zuckerknappheit 
Gewiß hat uns das Vieh aus Mangel an Futtermitteln viel Zucker 
steuerfrei weggefressen, aber Deutschland schwamm zu Anfang 
des Krieges in Zucker, der nicht ins Ausland in dem Maße wie 
sonst abgesetzt werden konnte. Statt durch die allseits gefor- 
derte Steueraufhebung den Zuckerverbrauch auch der Menschen 
zu verbilligen und um 50 v. H. zu heben — zum Ersatz der 
knappen Fettvorräte — kontingentierte die Regierung den Zucker- 
absatz und setzte Preise fest, die der Zuckerindustrie einen ge- 
nügenden Geschäftsspielraum ließen. Die gegenwärtige Zucker- 
verteuerung aber ist durch nichts gerechtfertigt, denn das für die 
menschliche Ernährung gesicherte Kontingent von 65 v. H. dürfte 
bei richtiger Verteilungsorganisation keine Knappheit aufkommen 
lassen. Der K.A.K.J. hat deshalb die Reichsbehörden um Schutz 
der Verbraucher durch Festsetzung von Groß- und Kleinhandels- 
preisen gebeten und weiterhin eine Verbilligung des gerade jetzt 
physiologisch und küchenwirtschaftlich wichtigen Zuckers durch 
Aufhebung der Zuckersteuer bis zur nächsten Ernte gefordert. 

Zur Sicherstellung der Massenernährung durch Schonung 
und Nutzbarmachung alle'r Vorräte hat der K.A.K.J. 
sich auch frühzeitig mit der Frage der zweckmäßigsten Ein- 
sammlung der Küchenabfälle, der Forstnutzung für landwirt- 
schaftliche Zwecke, der Bekämpfung des Wildschadens, der 
Organisation des Gemüsebezuges, der Einschränkung der Bier- 
erzeugung aus Gerste und Malz usw. beschäftigt. 

Zielten diese Arbeiten des K.A.K.J. auf die Sicherung von 
Lebensmittelvorräten zu erschwinglichen Preisen, so erachtete es 
der K.A.K.J. aüf der anderen Seite auch für seine Aufgabe, die 
Kaufkraft und wirtschaftliche Widerstands- 
fähigkeit der Verbrauchermassen gegenüber der 
Teuerung ,nach Möglichkeit zu stärken. Das führte ihn zur Be- 
kämpfung des sogenannten „Arbeitswuchers", d.h. der 
ungerechtfertigten Lohn- und Gehaltgherabsetzungen, die zu Be- 
ginn des Krieges vielfach unter dem Drucke der Geschäftskrisis 
aus guten Gründen vorgenommen waren, später aber oft auch 
dann beibehalten wurden, wenn Kriegsaufträge den Firmen Ar- 
beit und Verdienst in Fülle brachten. Zahlreiche Beschwerden 
sammelten der K.A.K.J. oder die von ihm begründeten Bezirks- 



ausschüsse in den Armeekorpsbezirken, um sie den Generalkom- 
mandos mit der Bitte um soziale Vermittlung zugunsten der 1 
Angestellten zu überreichen. In ähnlichem Sinne richtete der 
K.A.K.J. an Regierung und Reichstag ein ausführlich begründetes* 
Gesuch um Erweiterung des Schutzes der wirtschaftlich schwa- 
chen Kriegerfamilien zumal in Mietangelegenheiten. 

Der K.A.K.J. hat ein weites Aufgabenfeld zu bearbeiten. 
Nicht überall sind ihm bei den einzelnen Fragen glatte Erfolge 
beschieden gewesen. Aber das Erreichte rechtfertigt vollauf seine 
Bestrebungen und seinen Arbeitsaufwand. Wo er positiv nicht! 
viel erringen konnte, hatt er durch seine Aufklärungs- und Abi- 1 
wehrtätigkeit doch meistens bewirkt, daß sich die Dinge nichrJ 
noch schlimmer entwickelten. Und er hat den großen Ver- 
brauchermassen das Bewußtsein verschafft, daß ihre Interessen 
nicht vergessen werden und sie bei richtiger Organisation steigen- 
den öffentlichen Einfluß neben den Produzenten- und Händler- 
interessen erlangen. Freilich ist dazu entschlossene Weiterarbeit.' 
in noch stärkerem Maße als bisher nötig. Die Mittel und Kräfte! 
der Hauptstelle des K.A.K.J. in Berlin reichen dazu kaum aus,, 
Den angeschlossenen Verbänden und den Bezirksausschüssen» 
liegen wachsende Aufgaben ob. Nur wenn jeder Verbraucher,; 
Mann und Frau, bewußt mitwirkt, sind sie zum Besten der Ver-> 
brauchermassen und des gesamten Vaterlandes erfolgreich zu 
lösen.*) Prof. Zimmermann. 

*) Die wichtigsten Eingaben des K.A.K.J. von seiner Reichs- 
stelle aus seien kurz zusammengestellt. Sie betreffen Organisation 
der Abfallverwertung, an den Magistrat von Berlin und die Ober-' 
kommandos (13. Januar 1915); Regelung der Brotgetreidevertei- 
lung, an den Stellvertreter des Reichskanzlers (14. Januar); 
Fleischversorgung (21. Januar); kommunale Regelung des Brot- 
getreide- und Mehlverbrauchs, an die Städte mit mehr als 10 000 
Einwohner (2. Februar) ; Feststellung der Kartoffelvorräte, an den 
Hohen Bundesrat (3. Februar) ; Massenabschlachtungen (8. Fe- 
bruar); Sicherung der Fleischvorräte (12. Februar) ; Erweiterung) 
des Mieterschutzes, an den Reichstag (19. Februar) ; Sichert 
Stellung genügender Kartoffelvorräte für die Massenernährung 
(26. Februar) ; Forstnutzung für landwirtschaftliche Zwecke 
(5. März) ; Schonzeiten für Forstwild (9. März) ; Einschränkung 
der Trinkbranntweinerzeugung (23. März) ; Hebung des Konsums? 
von Magermilch (23. März) ; Regelung der Mehlpreise nach Maß- 
gabe der Beschaffungsselbstkosten des Bezirkes (26. März) ; Siche- 
rung der Kartoffelnahrung für die deutsche Bevölkerung und die 
Abschlachtung der Schweine im großen (6. April) ; Erhöhung der, 
Berechtigungsgrenze für billigen Kartoffelbezug (8. Mai) ; Ver- 
billigung und Erweiterung des Zudkerverbrauchs (14. Mai). 



SOZIALPOLITIK :l :: :: H :: ::, 



Erweiterte Unterstützung für Kriegerfamilien 

Der Bundesrat hat den Bundesregierungen neue Grundsätze 
über Familienunterstützungen übermittelt, die eine Erweiterung 
der bisherigen Bestimmungen bedeuten. Sowohl der Kreis der 
anspruchsberechtigten Personen als auch der Kreis der unter- 
stützungsberech'tigten Familienangehörigen ist bedeutend da- 
durch erweitert. Zu dem Kreise der anspruchsberechtigten Per- 
sonen gehören jetzt auch alle im wehrpflichtigen,! 
Alter stehenden männlichen Personen, die sich im 
A u s I a n d e befinden und infolge von feindlichen Maßnahmen 
nicht in das Inland zurückkehren können, insbesondere auch 
Personen im wehrpflichtigen Alter, die vom Feinde verschleppt 
worden sind; ferner Mannschaften, die sich im Auslande einem 
Marine- oder Schutztruppenteile gestellt haben; Kriegsfreiwillige; 
Mannschaften, die im Kriege ihre aktive Dienstzeit beendet haben 
(vom Tage der Vollendung ab) ; aktive Mannschaften, die als 
einzige Ernährer ihrer Eltern früher zurückgestellt, jetzt ein-' 
gestellt sind, soweit sie noch die Eltern ernährt haben. 

Als unterstützungsberechtigte Familien-, 
angehörige gelten jetzt auch: Stiefeltern, Stiefgeschwister' 
und Stiefkinder, sofern der Eingezogene sie unterhalten hat; un- 
eheliche Kinder der Ehefrau (auch wenn der Ehemann nicht ihr, 
Erzeuger ist), sofern er sie bisher unterhalten; elternlose Enkel; 
die schuldlos geschiedene Ehefrau, der nach § 1578 BGB. der 
Ehemann den Unterhalt zu gewähren verpflichtet ist; alle un- 
ehelichen Kinder; alle Ehefrauen und Kinder von aktiven Sol- 
daten. 

Den in Betracht kommenden Instanzen ist erneut zur Pflicht 
gemacht, dieFragederBedürftigkeitwohlwollend 
und nicht engherzig zu prüfen und bei den Re- 
cherchen bei den Familienangehörigen keine 
niederdrückenden Empfindungen auszulösen. 
Die Unterstützungen dürfen auch nicht abgelehnt werden mit der 
Begründung, daß noch ein kleines Vermögen vorhanden sei. 
Auch der Besitz eines kleinen Anwesens mit Acker und Vieh 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 191b 



Heft 23/24 



oder eines kleinen Geschäfts schließt die Unterstützung nicht 
aus. Auch ist unbedenklich eine Unterstützung zu gewähren, 
wenn (arbeitsfähige Angehörige infolge einer augenblicklichen 
Arbeitslosigkeit in eine vorübergehende Notlage geraten sind. 
Es wird ferner darauf hingewiesen, daß es nicht genügt, nur die 
Mindestsätze zu zahlen, der Hausstand des Kriegers und der an- 



gemessene Unterhalt seiner Familie soll erhalten werden. Im 
Falle des Todes des Kriegers müssen die Unterstützungsgelder 
so lange fortgezahlt werden, bis die Hinterbliebenenrente ge- 
zahlt ist. 

Durch die Ausdehnung der Wochenhilfe aus Reichsmitteln 
erwachsen dem Reich monatlich 5 Millionen Mark Neukosten. 



EHREN 




TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Rieh. Heine, Braunschweig, Mitgl. 34 471. 
Max Hübner, Dresden, Mitgl. 57 250. 

E. Sander, Braunschweig, Mitgl. 21 706, Mitglied des Ge- 
samtvorstandes. 
Max Verhülsdank, Berlin-Friedenau, Mitgl. 72 858. 
Wilh. Wagenbach, Straßburg, Mitgl. 67 678. 
Aug. Wiegand, Lehe, Mitgl. 40 716. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden: 
W. Nordmann, Geestemünde, Mitgl. 16 021, Oesterreichische 

Tapferkeitsmedaille erhalten. 
Paul Schmidt, Quedlinburg, Mitgl. 46 697, bisher Vors. d. 
Zweigv. Quedlinburg, erhielt unter Beförderung v. Pion.» 
Unt.-Off. zum etatsm. Feldwebel die österr. Tapferkeits- 
medaille I. Kl. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Albert Arnold, Hamborn-Bruckhausen, Mitgl. 56 336, seit 
1. 1. 10 (Zweigverw. Hamborn) Unteroffizier der Reserve 
Inf.-Regt. Nr. 57, am 1.5.15. 

Fritz Böckenkamp, Rheydt, Mitgl. 77187, seit 1.5.14, am 

22. 5.15. 

Peter Braun, Wiesbaden, Mitgl. 67 814, seit 1. 10. 12, am 7. 3. 
15 in Rußland. 

Karl Brucker, Unterzolling, Mitgl. 55 624, seit 1. 1. 10 (Zweig- 
verw. München), am 9. 5. 15 bei Arras. 
Carl Campe, Hannover, Mitgl. 76 443, seit 1. 4. 14, am 

23. 2. 15. 

Conrad Dung, Cassel, Mitgl. 41 764, seit 1.1.07, im Kriegs- 

lazarett zu Gotha infolge Lungenentzündung im Mai 1915. 
Karl Fenzlaff, Schwerin, Mitgl. 66123, seit 1.4.12, infolge 

seiner Verwundung im Felde am 30. 5. 15 im Lazarett 

Aachen gestorben. 
Emil Girr, Schlitz, Mitgl. 74 567, seit 1. 12. 13, am 14. 4. 15 bei 

Vilcey im Priesterwalde. 
Heinr. Hagestedt, Duisburg-Beeck, Mitgl. 29 967, seit 1.7. 04, 

am 27.4.15 im Aug. -Sanatorium in Debreczin (Ungarn) 

infolge seiner in den Karpathen erhaltenen Verwundungen 

gestorben. 

Wilh. Hoffschmidt, Worms, Mitgl. 34 233, seit 1.10.05, bei 
Ypern. 

Hermann Kersten, Gnesen, Mitgl. 63 291, seit 1.10.11, am 
10. 5. 15. 

Otto Laabs, Göttingen, Mitgl. 69 718, seit 1.1.13, am 24. 
5. 15 in Flandern. 

Phil. Lentes, Kürenz b. Trier, Mitgl. 69108, seit 1.1.1913 
(Zweigverw. Trier), am 5.4.1915 bei Boureuilles (Frank- 
reich). 

Willy Lindner, Glogau, MitgL 70793, seit 1.4.13, am 
25. Mai in Frankreich. 



Otto Lingenbrink, Bingen, Hosp.-Mitgl. 07 884 (Zweigverw. 

Cöln), seit 1.4.14. 
Wilhelm Mahlitz, Insterburg, Mitgl. 49 718, seit 1.10.08, 

Ritter des Eisernen Kreuzes, im Osten im Mai 1915. 
Moritz Messerschmidt, Rostock, Mitgl. 56 383, seit 1. 1. 1910. 
Jacob Moller, Offenbach a. M., Mitgl. 49 754, seit 1. 10. 1908, 

am 30. 11. 14 in Rußland. 
Rud. Müller, Apolda (Zw. Jena), Mitgl. 74 899, seit 1.1.14, 

am 2. Mai bei Gorlice-Tarnow. 
Wilh. Offermann, Aachen, Mitgl. 40 768, seit 1.10.06, am 

16. 4. 15. 

Friedrich Orlamünde, Wildenau (Zweigverw. Marktredwitz), 
Mitgl. 41 362, seit 1. 1. 07, am 10. Mai 1915 bei einem 
Sturmangriff. 

Paul Ostermann, Braunschweig, Mitgl. 33 647, seit 1.7.05. 

Rudolf Preuß, Düsseldorf, Mitgl. 74 889, seit 1.1.14. 

Jakob Schilling, Mainz, Mitgl. 73 236, seit 1.9. 13, bei Ypern. 

Albert Schucker, Pforzheim, Mitgl. 70732, seit 1.4.1913, In- 
haber des Hohenzollern-Ordens mit goldenen Schwertern, 
am 8. Mai 1915. 

Adam Schütz, Hochemmerich, Mitgl. 76 463, seit 1.4.14, am 
5. Mai 1915 bei Ypern. 

Erich Seifert, Chemnitz, Mitgl. 66 172, seit 1.4.12, am 8.5. 
1915 auf dem westl. Kriegsschauplatz bei einem Sturm- 
angriff. 

Philipp Stark, Essen-Rütt., Mitgl. 55 511, seit 1.10.09, am 
11. Mai 1915 im Feldlazarett im Argonnerwald an einer 
Krankheit, die er sich im Felde zugezogen hatte. 

Adam Vetter, Pfungstadt (Zweigverw. Darmstadt), Mitgl. 
28008, seit 1.1.04, am 7. Mai im Kriegslazarett zu Rou- 
lers infolge seiner bei einem Sturmangriff bei Ypern am 
2. 5. erhaltenen schweren Verwundungen gestorben. 

Willy Walther, Mittweida, Mitgl. 68 661, seit 1.1.1913, bei 
der Erstürmung der Loretto-Höhe am 13. 5. 15. 

Es wurden verwundet: 

Emil Jäger, bisher in Neuberg bei Asch in Böhmen, 

Mitgl. 72 007. 
Albert Ruß, Bremerhaven, Mitgl. 61 054. 
Bruno Striegewsky, Danzig, Mitgl. 40 594. 



Berichtigung. 

Die uns zugegangene Mitteilung, daß Kollege Julius 
Derdack, Mitgl. 73 249, das Eiserne Kreuz erhalten hätte, 
beruht auf einem Irrtum. Die Auszeichnung erhielt der Bru- 
der des Kollegen, der aber nicht Techniker ist. 

In Heft 21/22 muß es heißen: Cölestin Herbert (nicht 
Herbst), Regensburg, Mitgl. 62 531, erhielt das Bayer. Mil.- 
Verd.-Kreuz III. KI. mit Krone und Schwertern. 



Kriegshilfe (21. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: P. Reifland, P. Cosmus 25,00. 

Beamte und Angestellte: H. Bormfeldt, M. Buchholz, Dr. 
Höfle, L. Hofmann, A. Lenz, E. Lustig, L. Matzdorff, H. Mour- 
gues, Frl. B. Thiele, Sammlung in der Hauptgeschäftsstelle am 
25. 5. 1915 = 137,35. 

Zweigverwaltungen: Augsburg: Gruppe A 11,00, Gr. B 
40,00, Gruppe D 21,00 (= 72,00). Berlin: Vorstand der Z.-V. 
15,00, Sillier 1,00, R. Muth 1,00, R. Kmoth 3,00, St. Kausy 1,00, 
C. Winter 9,00, A. Müller 3,00, R. Hahn 2,00, O. Müller 3,00, 
O. Dolz 1,00, Rottke 1,00, Seidel 4,00, Zytowski 2,00 (= 46,00). 
Brieg: P. Kubler 5,00, Fr. Nothtroff 1,00, E. Groos 10,00 
(= 16,00). Chemnitz: 52,50. Coblenz: 15,00. Cöpe- 



n i ci k : Otto 4,00, Gruber 4,00 (= 8,00). Darmstadt: A. Rip- 
per 10,00, Ph. Rückert 20,00, Chr. Sames 5,00 (= 35,00). Dil- 
lingen: 7,00. G er a - R eu ß: 23,00. G u m b l n n e n : Hansen 
2,00, Lutz 10,00, Weller 1,00 (= 13,00). Münster: 8,00. 
Regensburg: 30,00. Reutlingen: 3,85. Riesa: 7,00. 
Rosenheim: 2,00. Solingen: 6,00. Spandau: 28,00. 
Steglitz: 119,00. Stettin: Beyer 3,00, Heynacher 3,00, 
Knoche 3,00, Zimmermann 2,00, Plume 1,00, Niethe 1,00, Bor- 
diert 1,00, Drews 1,00, Dittmar 1,00, Mucha 1,00, Carl 1,00, 
Schulze 1,00, Beckmann 2,00, Zindel 2,00, Koch 2,00, Rogge 
3,00, Naske 2,00, Schüsler 2,00, A. Stoll 1,00, W. Stoll 1,00, 
Lantow 1,00, Eiternick 1,00, R. Koch 1,00 (= 37,00). Vienen- 
burg: 1,00. Wilmersdorf: Für Vortragskarten 9,00. 



Heft 23/24 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



95 



Mitglieder: O. Bode 4,00, A. Entz 2,00, E. Fröhlich 20,05, 
K. Hartmann 23,00, A. Johnen 20,15, Kraefft 5,00, Lubenag 10,00, 
A. Moring 1,00, Näzold 5,00, Reichardt, Pyritz 4,00, P. Rubin 
8,00, J. Sattler, zurzeit Brüssel 26,00, Valentin 4,00, Unbekannt 
12,50, Unbekannt 15,00, Unbekannt 50,00, Nr. 15 885 10,00, 
Nr. 43 367 2,00. 

Zinsen: Deutsche Bank 65,95. 
Zusammen 988,35 M. 

Dazu Endbetrag der 20. Quittung 114 722,36 M. 

115 710,71 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 3 905,12 M. 

Dazu Endbetrag der 20. Quittung 87 511,55 M. 

91 416,67 M. 

Die in Heft 21/22 für den Kollegen Altendorf veröffent-. 
lichten 14,00 M entstammen einer Sammlung der Zweig- 
verwaltung Pirmasens. 

Die in Heft 21/22 für die Zweigverwaltung Darmstadt ver- 
öffentlichten 85,00 M wurden von den folgenden Kollegen ge- 



spendet: A. Ripper 20,00, W. Paulmann 20,00, Ph. Rückert 
40,00, H. Hubertus 5,00 (= 85,00). 

Die für die Zweigverwaltung Lichterfelde in Heft 21/22 
veröffentlichten 28,00 M wurden von den folgenden Kollegen 
gespendet: Materialprüfungsamt 15,00, Plewe 1,00, Buchholz 
2,00, Hensel 2,00, Erlös aus dem Kartenverkauf zum III. Vor- 
trag 8,00 (= 28,00). 

Die in Heft 21/22 veröffentlichten 86,00 M für die Z.-V. 
Geestemünde wurden von den folgenden Kollegen ge- 
spendet: Boos 5,00, Niclas 5,00, Uhde 5,00, Kattau 3,00, G.Wil- 
helm 5,00, Vahlsing 3,00, Bothas 3,00, Hoffmeyer 3,00, Wessels 
3,00, Garre 5,00, H. Sperling 3,00, Claas 2,00, Butzert 2,00, 
Fr. KnaCkstedt 10,00, Ad. Knackstedt 2,00, H. Allermann 5,00, 
H. Lenz 3,00, Ratzeburg 2,00, Seier 3,00, H. Reckeweg 3,00, 
Achgelis 6,00, Ohnesorge 5,00 (= 86,00). 

In Heft 21/22 wurden 9,00 M für die Zweigverwaltungj 
Berlin quittiert, die jedoch von der Betriebsgruppe A. E. G., 
Verwaltungsgebäude gespendet waren. 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

Berlin-Friedenau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs. : Ernst Wiebe, Arch., 
Feuerbachstr. 18 l. Kass. Oskar Kurth, Ing., Rubensstr. 31 II. — 
In der Junisitzung wurde als Stellvertreter für das Amt des 
Kriegsvertrauensmanns und Kassierers Kollege Wilhelm Bartels, 
Gutsmuthstr. 15, Mitgl. 14 576, gewählt. Durch die Haussamm- 
lung sind von 25 Mitgliedern für April bis Juni 75,00 M ein-> 
gegangen. Allen im Felde befindlichen Kollegen wurden Post- 
kartengrüße gesandt. Der letzte Kriegsfamilienabend war gut 
besucht. Der nächste findet am Sonnabend, den 12. Juni, im 
„Rheineck" statt. Nächste Sitzung Dienstag, den 6. Juli. Tages- 
ordnung wird noch bekannt gegeben. 

Berlin-Tegel. Adr.: Willy Blumeier, Ernststr. 22. 

Braunschweig. Adr.: R. Lütge, Roonstr. 25. Kass.: Hugo 
Brennecke, Landstraße 101. 

Coethen i. Anh. Adr.: H.Landsmann, Augustastraße 11. 

Datteln. Adr.: P.Müller, Amtsbautechniker, Grüner Weg 29. 

Detmold. Adr.: W.Köhler, Werrestraße 2. 

Dillingen a. S. Adr.: Fritz Frenger, Trierer Straße 30. 

Eisenach. Adr. : Paul Wieber, Waldhausstraße 22. 

Essen-Altendorf. Adr.: Heinrich Jacke, Helmholtzstraße 20. 

Euskirchen. Adr.: Emil Koordt, Kirschstraße 25. 

Gevelsberg. Adr.: Emil Böhmer, Milspe i:W., Vorder Str. 117. 

Goslar a. H. Adr.: Fritz Pfeiffer, Wohldenberger Str. 17. 

Hörde i. W. Adr.: Richard Plothe, Feldstr. 23. 

Langendreer. Adr.: Th. Beau, Südstraße 7. 

Lintfort. Adr.: Th. Huyeng, Camp P., Rheinberg (Rhld.), 
Sternstraße. 

Recklinghausen. Adr.: M. Ukena, Königswall 21. 



HHHHHH BRIEFKASTEN 



Frage 30. Fleckig gewordener Steinholzfußboden. (Wieder- 
holt.) Kann mir einer der Herren Kollegen den Grund angeben, 
wodurch ausgeführte Steinholzböden fleckig geworden sind, und 
auf welche Art dem Uebel abgeholfen werden kann? Die Sach- 
lage ist folgende: Vor zwei bis drei Monaten sind mehrere 
hundert Quadratmeter Steinholzböden in städtischen Gebäuden 
in oxyd oliver Farbe hergestellt worden. Die Mischung der 
Steinholzmasse ist gleichmäßig und sorgfältig mit der Maschine 
hergestellt worden. Beim Verlegen der Böden ist auch viel Sorg- 
falt aufgewandt worden. Etwa acht Tage später wurden die 
Böden- fleckig, und die Farbe ist stellenweise ganz verschwunden. 
Auch sind die einzelnen Bahnenansätze nach dem Streichen des 
Bodens sichtbar geworden. Durch Abreiben mit Stahlspänen 
und Oelen ist es etwas besser geworden, jedoch nicht so, wie es 
sein soll. Wir haben schon viel Steinholzböden verlegt, die immer 
sehr gut geworden sind. Allerdings ist diese Farbe, die einen 
dem Linoleum ähnlichen graugrünen Ton haben soll, zum ersten- 
mal von uns verwendet worden. Zu der Frage ergänze ich 
noch, daß der Steinholzboden auf Zementbeton aus reinem 
Rheinkies hergestellt ist. Ueber diesen Beton ist als Unterlage 
für Steinholz U/ 2 cm starker Holzestrichboden ausgeführt. Die 
Böden sind jetzt so hart, darr selbst mit der Ziehklinge nichts! 
mehr abzubringen ist. Auch haben sich keinerlei hohle Stellen 
gezeigt, was bei schlechter Unterlage vorkommen würde. 

Frage 31. Berechnung einer Stoßverbindung für I-Träger. 
Ein auf 3 Säulen ruhender I-Träger NP. 32 ist auf der Mittel- 
säule gestoßen. Die Säule soll nun entfernt und der Stoß durch 
TraglasChen verbunden werden, so daß die freie Länge = 11 m 
beträgt. Ueber dem Stoß, also in Trägermitte, wird der Träger 



durch 6000 kg Einzellast belastet. Es sollen die Stoßverbin- 
dungsbleche usw. berechnet werden und zwar abgesehen davon, 
daß der Träger, auCh wenn er nicht gestoßen wäre, schon zu 
schwach ist, da die Beanspruchung 11 m freier Länge und 
6000 kg Einzellast bereits 2100 kg/qcm beträgt; die zulässige 
Beanspruchung also erheblich überschritten wird. Am Unter- 
flansch kaum ein Flacheisen untergenietet werden, der Ober- 
flansch muß frei bleiben. 

Frage 32. Putz auf verwitterten Gebäudeflächen. An einem 
alten Fabrikgebäude (Färberei) sollen die äußeren Gebäude- 
flächen geputzt werden. Das vorhandene Mauerwerk des Ge- 
bäudes ist zum Teil 40 cm stark im Rohbau, andernteils 50 cm 
stark mit gefugten Schlackenbetonsteinen aufgeführt. Auch im 
Innern des Gebäudes ist das Mauerwerk nur gefugt und ge- 
weißt. Die äußeren Gebäudeflächen machen durch die zum 
Teil ausgewitterten Steine und die starken Ausblühungen des 
Mauerwerks (Mauerausschlag) einen ungemein schlechten Ein- 
druck auf die Umgebung. Wie ist ein Putz in diesem Falle, 
dauerhaft anzubringen oder sind andere Möglichkeiten zur Ver- 
besserung des Aussehens vorhanden? 

Frage 33. Wer liefert automatisch arbeitende Spülheber resp.' 
Spülkästen für Pissoirs? 

Frage 34. Aluminiumlöten. Kann mir einer der Herren Kol-' 
legen eine Zusammensetzung eines Aluminiumweichlots und 
dessen Gebrauch angeben? Anwendung für Reinaluminium. Gibt 
es selbst herstellbare, das teure Theomit ersetzende, ungeschützte 
Schweißmittel ? 

H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. Hj 
Offene Stellungen. 

Die Herren Bewerber werden gebeten: 

1. jede Ueberschrift auf den Gesuchen wegzulassen und die 
Bewerbungen richtig freizumachen, 

2. die Mitglieds- und Stellennummer in der oberen linken 
Ecke des Bewerbungsschreibens anzugeben. Ohne diese 
Angabe verzögert sich die Weitergabe des Gesuchs, 

3. die Bewerbungen innerhalb 5 Tagen der Vermittlungsstelle 
einzureichen. Später eingehende Gesuche haben keine 
Aussicht auf Erfolg. 

734 Eisenbahnbehörde i. Thüring. sucht f. Tätigkeit auf d. 
Baust, als Hilfskraft f. d. Bauassistent, jünger. Hochbautechn. 
Verlangt wird Gesellenzeugnis f. Maurer- od. Zimmerer-Handf. 
werk u. Reifezeugnis d. Tief- od. Hochbauabteilung einer aner- 
kannt. Fachschule. Ängeb. m. Geh.-Anspr., Lebensl., Zeugnisab- 
schrift, u. Angabe d. Dienstanti». an die Hauptgeschäftsstelle Ber- 
lin senden. 

752 Kgl. Wasserbauamt i. Bezirk Stettin (Stralsund) s. ein.| 
Techn. f. d. Bureau z. Anfertig, v. Pausen, Ausziehen gegebe- 
ner Zeichnungen usw. Antr. mögl. bald. Bewerbungen m. Le- 
bensl., Zeugnisabschrift., Gehaltsanspr. u. Angabe d. Militär- 
verhältn. an die Zweigstelle Stettin, z. H. d. Herrn Borchert, 
Stettin, Stoltingstraße 27. 

768 Kgl. Regierung i. Potsdam (Verwaltg. d. Märk. Wasser- 
straßen) s. sof. ein. Tiefbaut., sauber. Zeichn., z. Anfertig, v. In- 
ventarzeichnung, d. Hohenzollernkanals. Ges. m. Lebensl., Zeug- 
nisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, l 

797 Wasserbauamt j. d. Nähe Berlins s. auf 2 Monate ein. | 
Verm.-Techn. z. Aufnahm, v. Querprofilen. Geh. 200 M. Bewerber i 
müßte auf d. Wohnschiff wohnen. Ges. m. Lebenslauf, Zeugnis- 
abschrift, u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, Wil- 
helmstraße 130. 

798 Fabrik f. Eisenkonstruktion, i. Lichtenberg s. jünger. 
Techn. f. Feineisenkonstrukt. (Fenster, Türen, Treppen). Geh. 



96 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 23/24 



n. Vereinbarung. Stelig. f. einig. Monat. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschrift, u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin. 

803 Jünger. Baut. f. d. Post-Um- u. Erweiterungsbau Schmal- 
kalden z. Unterstützung d. örtl. Bauleiters ges. Antr. sof., späte- 
stens 1 . Juli. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. 
nebst Angab, üb. d. frühest. Eintr.-Termin — ohne Bezugnahme 
auf den Verband — einsenden an die Bauleitung d. Post-Um- 
u. Erweiterungsbaues in Schmalkalden. 

817/18 Aeltere, erfahr. Herren, welche besond. i. Bau v. Hebe- 
zeug- u. Transportanlag, bewand. sind, werd. v. Masch. -Fabr. i. 
Magdeburg gcs. Eintr. mögl. sof. evtl. 1 . Juli. Ges. m. Lebensl., 
Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Magdeburg, 
z. H. d. Herrn Bobe, Magdeburg-Ferm., Faberstraße 13. 

822 Regierungsbaumeister a.D. i. Schwerin s. f. d. Bureau f. 
Architektur u. Baujeitg. z. sof. ein. jünger. Hochbautechn., gew. 
Zeichn., erfahren i. Kostenanschläge Statik, Abrechnung. Bedin- 
gung: militärfr., f. Bureau u. Baustelle. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschrift, u. Geh.-Anspr. an d. Hauptgeschäftsstelle Berlin senden. 

823 Kanalisationsbureau i. Wilhelmsburg a. Elbe sucht sof. 
ein. Kanalis.-Techn. Geh. 150 M. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. 
u. Geh.-Anspr. an Herrn Peter Carstens, Wilhelmsburg (Elbe), 
Vogelhüttendeich 16 II. 

824 Städt. Behörde i. Blumenthal (Hannover) s. z. baldig. 
Eintr., vorläufig auf mehrere Monate, ein. Techn., d. m. all. lau- 
fend. Dienstgeschäft, ein. Gemeindebauamtes vertraut ist u. Bau- 
polizeisachen selbständig bearbeiten kann. Da der Gemeinde- 
baumeister z. Zt. i. Felde steht, kann eine Anleitg. f. d. Bearbeitg. 
d. Sachen nicht gegeben werden ; es könn. also nur Bewerb. be- 
rücksichtigt werd., d. selbständig arbeit, können. Gesuche m. 
Lebensl., Zeugnisabschriften u. Gehaltsanspr., unter Angabe, wann 
der Eintr. erfolg, kann, an die Zweigstelle Hannover, z. H. d. 
Herrn W. Lefherz, Hannover, Lutherstr. 24 D. 

825 Großröhrsdorfer Elektrizitätswerk, G. m. b. H., Groß- 
röhrsdorf i. S. s. jünger. Techn. f. Bureauarbeit. (Herstellg. v. 
Statistiken, Betriebsberichten, Ueberwachung d. Werkstattarbei- 
ten). Angebote sind an das Werk selbst zu richten. 

Nachtrag zur Liste der Zweigstellen. 
Osnabrück: An Stelle des Herrn Klare hat die Stellenver- 
mittelung übernommen Herr H. Schütte, Parkstraße 45. 



Inserate aus fremden Zeitschriften. 

„Elektrotechnische Rundschau", Berlin, Stallschreiberstr. 34/35, 
vom 2. Juni. 

Betriebsleiter für das städt. Elektrizitätswerk ges. Geh. 
3600 M, steigend von 3 zu 3 Jahren um je 300 M bis 5100 M, Woh- 
nungsgeldzuschuß 600 M und Tantiemen V-/ 2 °/o V.Reingewinn. 
Die weiteren Anstellungsbedingungen werden auf Anfordern v. 
Stadtbauamt übersandt. Bewerbungen sind unter Beifüg. v. Le- 
bensl. U.Zeugnisabschrift, bis z. 15. Juni ds. Js. an uns einzusen- 
den. Schneidemühl, den 21. Mai 1915. Magistrat. 

* 

„Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure", Berlin, Sommer- 
straße 4a. «Expedition: Jul. Springer, Berlin W. 9, Linkstr. 23/24, 
vom 5. Juni 1915. 

Wir suchen z. mögl. bald. Eintr. mehr, militärfr. Konstruk- 
teure m. Erfahr, i. Gasfach u. allgem. Masch. -Bau. Angeb. m. Le- 
bensl., Alter, Rel., Militärverhältnis, bish. Tätigk. usw., Zeugnis- 
abschrift, u. Angab, üb. Geh.-Anspr. u. frühest. Eintr.-Termin sind 
zu rieht, an: Julius Pintsch, A.-G., Gasapparate- u. Maschinenfb., 
Zweigniederlassung Fürstenwalde a. Spree. 

Wir suchen z. 1. Juli od. früher mehrere tücht. Konstrukt. m. 
Erfahrg. i. Kohlenaufbereitungsbau u. erbitt. ausführl. Angeb. m. 
Angab, d. Alters, der Vorbildung, bisherig. Tätigkeit, d. Geh.- 
Anspr. unt. Beifüg. v. Zeugnisabschrift. Maschinenfabrik Baum, 
Aktiengesellschaft, Herne i. W. 

Tüchtiger Ingenieur od. Chemiker, erfahr, i. d. Aufarbeitg. 
v. kupferhaltig. Metallabfäll., Rückständ. u. Erzen v. groß. Me- 
tallwerk ges. Angeb. m. Zeugnisabschrift., Referenzen, Eintr.- 
Term. u. Photographie u. J. 2326 an Haasenstein u. Vogler, A.-G., 
Cöln a. Rh. 

Ges. Betriebsingenieur als Betriebsleit., militärfr., v. mittl. 
Maschin.-Fabr. (Königreich Sachsen), ca. 150 Arb., z. Zt. für ein 
Jahr Heeresl. (Gran.). Stellg. dauernd, keine Kriegsaushilfei 
Außer gründl. Praxis nach neuzeitl. Grundsätzen muß derselb. 
Kalkulation i. Statistik beherrschen. Ausführl. Ang. bish. Tätigk., 
Geh.-Anspr. u. ehest. Antrittsterm. u. Z. 6374 d. d. Exped. der 
Zeitg. erb. 

Mehrere Konstrukt. m. Erfahrg. a. kleinen automatisch arbeit. 
Masch., sowie mehrere Zeichner per sof. gesucht. Off. m. Angabe 
d. bish. Tätigkeit, Geh.-Anspr. u. Eintrittsterm. erbet, unt. H. 2951 
an Haasenstein u. Vogler, A.-G., Berlin W. 35. 

* 

„Gesundheitsingenieur", München, vom 5. Juni 1915. 
Zur Beachtung! Die an die Expedition des G e s u n d h e i t s- 
Ingenieurs unter Chiffre einzureichenden Offerten bitten 



wir indoppeltemKuvert, das innere mit Frankatur (Brief- 
marken aller Länder werden angenommen) zur Weiter- 
beförderung versehen, einzusenden. Wir weisen noch 
besonders darauf hin, daß mehrere Offerten, wenn sie gleich- 
zeitig eingereicht werden, unter einem Kuvert als Doppelbrief 
(20 Pf. Porto) an die Expedition zu senden und-die einzelnen 
Offertbriefe mit je einer Freimarke, behufs Weiterbeförderung, 
zu versehen sind. Die Weiterbeförderung geschieht täglich sofort 
nach Eintreffen der Briefe. 

Expedition des Gesundheits-Ingenieurs in München. 

Tüchtiger erfahrener Heizungs-Ingenieur z. Projektierung u. 
Ausführg. v. Münchener Zentralheizungsfirma ges. Bewerb. woll. 
ihr. Angeb. unt. Beileg. v. Zeugnisabschriften u. kurzem Lebensl., 
m. Geh.-Anspr. einsenden unter Ing. 577 an die Exped. d. Blatt. 

Z. sofortig. Eintr. ein tücht. selbständig. Heizungs-Ingen, od. 
Techn. n. Mittelbad. ges. Gehaltsanspr. u. bisherige Tätigkeit 
unter Ing. 556 an die Exped. d. Blattes erbet. 

Ges. z. sofortig. Antr. v. größerer Zentralheizungsfabrik ein 
jüngerer, mögl. militärfr. Ingen, f. Projektbearbeitg. Angeb. m. 
Bild, Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. unter Ing. 580 an die Ex- 
pedit, d. Blattes. 



STERBETAFEL 

Kurt Lange, Breslau, Mitgl. 69160, feit 1. 1. 13, 
geftorben am 20. 3. 15. 

Wilh. Stange, Berlin=Lichterfelde, Mitglied 69604, 
feit 1. 1. 13, geftorben am 21. 5. 15. 




Nachruf. 

Am 11. Mai 1915 verstarb im Feldlazarett im 
Argonnerwald an einer Erkrankung, die er sich 
im Felde zugezogen hatte, unser lieber Kollege 

und Vorstandsmitglied 

Herr Philipp Stark 

Bauassistent bei der Stadtverwaltung Essen. 

Wir betrauern in dem so früh aus dem Leben Geschiedenen 
einen lieben, pflichttreuen Kollegen, der durch rastlose Mitarbeit 
im D. T.-V. sich unermüdlich in den Dienst unserer Sache ge- 
stellt hat. Sein Andenken wird bei uns immerdar in Ehren 



bleiben. 



Zweigverwaltung Essen. 




Nachruf. 

Am 24. Mai starb in Flandern den Heldentod 
fürs Vaterland unser Kollege und Mitglied unserer 

Zweigverwaltung, der 

Bautechniker Otto Laabs 

Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infant-Regt Nr. 234, 9. Komp. 

Erfüllt von hohen Idealen, eilte er als einer der ersten 
freiwillig zur Fahne. 

Sein Andenken wird bei uns stets weiterleben. 

Zweigverwaltung Göttingen. 



Nachruf. 

Hiermit erfüllen wir die traurige Pflicht, alle Kollegen 
von dem am 21. Mai d. J. nach kurzer Krankheit erfolgten 
Ableben unseres lieben Kollegen 

» W. Stange, Architekt 

in Kenntnis zu setzen. 

Wir bedauern, daß der pflichttreue Kollege so früh aus 
dem Leben scheiden mußte, und werden ihm gern ein ehrendes 



Andenken bewahren. 



Zweigverwaltung Berlin-Lichterfelde. 

I. A.: O. Senger. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 
Dr. Höfle, Verbandsdirektor. 



XXXII. Jahrg. 26. Juni 1915 Heft 25/26 



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Für die Kriegshilfe 

hat der geschäftsführende Vorstand durch Beschluß vom 8. Juni J9f5neuerdings 

10 000 Mark 

aus Verbandsmitteln bewilligt. Durch äußerste Sparsamkeit war es möglich, 
aus laufenden Verbandseinnahmen bis heute 35 000 Mark zu überweisen. Wir 
müssen mit der Kriegshilfe durchhalten 

Jedes Mitglied trage sein Scherflein bei. Unsere Opfer stehen in keinem Ver- 
hältnis zu dem, was die Kollegen zu unserem und des Vaterlandes Schutz leisten. 

Der geschäftsführende Vorstand* 

gez. Paul Reif 1 and , I. Vorsitzender. gez. Dr. Höfle, Direktor. 



Der Organisationsgedanke und der Krieg 



Von Dr. HÖFLE. 



Die Wirkungen des Krieges auf die Organisationen 
dürften in der Hauptsache folgende sein: Einwirkungen 
nach der finanziellen und Mitgliederseite, Lehren des Krie- 
ges für die Organisations-Prinzipien, die Hervorkehrung 
der erzieherischen Tätigkeit der Organisationen und die An- 
passungsfähigkeit der Organisationen an die veränderten 
Verhältnisse. 

1. Die Rückwirkung der militärischen Einziehung der 
Mitglieder ist eine zweifache. Zunächst sind die finanziellen 
Verluste durch den Ausfall der Beiträge ziemlich große. 
Die Organisationen betrachten den Erlaß der Beiträge an 
die im Felde stehenden Mitglieder als etwas Selbstverständ- 
liches. Allerdings erwarten sie von den Mitgliedern, die ihr 
Gehalt weiterbeziehen, daß sie auch ihre Beiträge während 
der Kriegszeit entrichten. Die meisten Organisationen rech- 
nen die Kriegszeit als Mitgliedszeit und gewähren den 
Kriegsteilnehmern auch die Verbandsleistungen weiter, 
wie Sterbegeld usw. Auf der anderen Seite ent- 
stehen den Organisationen durch die Fürsorge für die Fa- 
milien der im Felde Stehenden neue Ausgaben. Nach der 
neuesten Erhebung der Reichsversicherungsanstalt für Pri- 
vatangestellte beziehen über 70 Prozent der Versicherten 
Gehälter unter 2000 M. So erklärt es sich, daß es einem 
großen Teil der Privatangestellten nicht möglich war, sich 
wesentliche Ersparnisse zu machen, und sind ihre Fa- 
milien auf die Staats- und Gemeinde-Unterstützung an- 
gewiesen. Die Unterstützungen der Organisationen als Zu- 
schuß zu der öffentlichen Kriegsunterstützung wird daher 
sehr begrüßt. Fast alle Verbände haben eine sogenannte 
Kriegshilfe ins Leben gerufen, zu der die Mitglieder 



freiwillige Beiträge abführen. Um zu erreichen, daß alle 
Mitglieder zu Leistungen für die Kriegshilfe erfaßt werden, 
bleiben die Sammlungen nicht auf die Versammlungen, wie 
sie in den einzelnen Vereinen stattfinden, beschränkt, denn 
in diesem Falle würden nur die erfaßt, die am Verbands- 
leben Interesse zeigen, sondern es empfiehlt sich, durch 
Haussammlungen an die einzelnen Mitglieder heranzutre- 
ten. Einzelne Organisationen, besonders die Beamtenver- 
bände, haben auf diese Weise bereits große Summen zu- 
sammengebracht. Die Opfer, die die zu Hause Gebliebe- 
nen bringen, stehen in gar keinem Verhältnis zu den 
Opfern, die die Kriegsteilnehmer im Interesse der All- 
gemeinheit auf sich nehmen. * 

Ohne Zweifel werden die Organisationen durch den 
Krieg bis zu einem gewissen Grade erschüttert. Gar manche 
Organisation wird den Weg alles Irdischen gehen. Das 
Durchhalten der Organisation wird vor allem von ihrer 
Finanzkraft, der Struktur der Mitglieder und dem Maß des 
sozialen und staatsbürgerlichen Verständnisses der Mit- 
glieder abhängen. Die reinen Beamten-Organisationen wer- 
den den Krieg ohne besondere Schwierigkeiten überwinden 
können. 'Die Gehälter der Mitglieder gehen weiter und die 
Beitragsleistung macht keine Schwierigkeit. Auch die Or- 
ganisationen mit kräftigem, finanziellem Rückhalt werden 
leicht durch die schweren Zeiten hindurchkommen. In ein- 
zelnen Organisationen ist man zu der Erhebung von Kriegs- 
steuern als Ext r.a beitrage übergegangen. In anderen 
Organisationen will man die Erhebung einer Extrasteuer 
bis nach dem Kriege verschieben. 

Gerade heute zeigt sich der Wert der staatsbürgerlichen 
und volkswirtschaftlichen Erziehung der Mitglieder. Nur wo 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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diese vorhanden ist, ist auch ein Erfassen des Organi- 
sationsgedankens als volkswirtschaftliche Notwendigkeit 
gegeben. Leider sieht aber ein sehr großer Teil der Mit- 
glieder in der Organisation die zu melkende Kuh, der man 
möglichst viel abnehmen muß. Bedingt nun der Krieg viel- 
leicht aus höheren Gesichtspunkten, z. B. im Interesse des 
Durchhaltens der Organisation, eine Zurückhaltung bezw. 
Verringerung hinsichtlich der Organisationsleistungen, so ist 
sofort die Neigung zum Austritt aus der Organisation ge- 
geben. Ein anderer Teil der Mitglieder sagt sich, daß wäh- 
rend des Krieges die eigentliche Arbeit der Organisationen, 
die Verbesserung der Anstellungs- und Arbeitsverhältnisse 
durch die Organisation nicht möglich ist und kehrt aus 
diesem Grunde der Organisation für die Kriegszeit den 
Rücken. Die Interesselosigkeit und der Egoismus der Mit- 
glieder bildet schon in Friedenszeiten eine ständige Gefahr 
für den Organisationsgedanken, das ist im Krieg in er- 
höhtem Maße der Fall. 

Andererseits belebt aber der Krieg den Organisations- 
gedanken. Eine ganze Reihe neuer Organisationen sind 
durch den Krieg entstanden. Wir erinnern an den Kriegs- 
ausschuß der deutschen Industrie, die Arbeitsgemeinschaft 
im Baugewerbe, die Lief erungs verbände im Handwerk, den 
Kriegsausschuß für Konsumenten-Interessen. Sodann erhal- 
ten die Organisationen in ihren bisherigen Bestrebungen 
neue Anregungen. Die Bekämpfung der Gehaltskürzungen 
und Ueberstunden ist eine besondere Sorge der Organi- 
sationen während der Kriegszeit. Von der Abwehr der Ver- 
minderung der Konsumkraft gilt das gleiche. Eine beson- 
dere Kriegsaufgabe war auch die Sorge für die Weiterzah- 
lung des Gehaltes an die bei Staat und Gemeinde tätigen 
Angestellten, die auf Privatdienstvertrag angestellt waren. 
Ganz besonders erhalten die sogenannten wirtschafts-poli- 
tischen Organisationen, das sind die, die sich zur Haupt- 
aufgabe die Beeinflussung der Wirtschaftspolitik ge- 
setzt haben, neue Anregungen. Der Krieg fördert den 
Schutzzollgedanken, was leicht zu einer Ueberspannung 
dieses Prinzipes führen kann. Die Auseinandersetzung auf 
dem Gebiete der Wirtschaftspolitik, der Zoll- und Handels- 
politik, der Lebensmittelversorgung werden nach dem 
Kriege besonders starke werden. 

2. Die Diskussionen über die Organisations- 
Prinzipien waren von jeher äußerst lebhaft. Sie er- 
streckten sich vor allen Dingen auf die Frage der organi- 
satorischen Zusammenfassung der einzelnen Berufsstände. 
Die Frage, ob Arbeitnehmer- und Arbeitgeber-Organi- 
sationen oder ob paritätische Organisationen als ge- 
meinschaftliche Vereinigungen der Arbeitgeber und 
Arbeitnehmer das richtigste ist, ist wohl heute im 
Sinne der reinen Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organi- 
sation entschieden. Bei den Beamten war der Gegen- 
satz: Standes- oder Klassen-Organisation. So gibt es bei 
den mittleren Postbeamten eine Standes-Organisation, die 
die Gesamtheit der mittleren Postbeamten umfaßt. Daneben 
gibt es eine Postverwalter-, eine Assistenten-Vereinigung, 
einen Bund geprüfter Sekretäre usw. Der Krieg hat ohne 
Zweifel den Gedanken der Standes-Organisation 
gefördert. Bei den Privat-Angestellten lautet die Frage : B e- 
rufs- oder Branchen-Organisation. Die Bran- 
chen-Organisationen haben bisher keine besondere Bedeu- 
tung erlangen können. Sie verfügen über rund 20 000 Mit- 
glieder. Im Kriege zeigt sich, daß die Berufsorganisation, 
die den gesamten Beruf ohne Rücksicht auf die Branche 
umfaßt, das richtige ist. In der Berufs-Organisation wird 
das Risiko leichter verteilt. Die Gruppe, die in der Kriegs- 
industrie, die volle Beschäftigung aufweist, tätig ist, kann 
die Gruppe, die in einem schlecht beschäftigten Gewerbe 
tätig ist, unterstützen. Bei den technischen Angestellten 
spielt die Frage der Zusammenfassung der Techniker, die 
beim privaten Arbeitgeber tätig sind, und der, die bei 



Staat und Gemeinde beschäftigt sind, eine besondere Rolle. 
Hier gilt das gleiche, was wir eben von der Berufsorgani- 
sation gesagt haben. Die Interessen beider Gruppen sind 
zum großen Teile einheitliche, die in öffentlichen Diensten 
stehenden Techniker helfen den beim privaten Arbeitgeber 
tätigen Technikern das Risiko erleichtern. Die praktischen 
Erfahrungen der Organisationen während des Krieges 
beweisen, daß gerade die in öffentlichen Diensten stehen- 
den technischen Angestellten hinsichtlich der Opfer, die sie 
für die Organisation bringen, an erster Stelle stehen. Wegen 
ihrer sicheren Stellung kann das auch erwartet werden. 
Immerhin bedurfte es dieses Hinweises, um die Richtigkeit 
der organisatorischen Zusammenfassung beider Gruppen 
zu erhärten. 

Sodann hat der Krieg die Organisationen aufs neue auf 
den Weg des Wohlfahrtszweckes verwiesen. In 
den Angestellten-Organisationen überwog ursprünglich der 
Wohlfahrtszweck. Es wurden Unterstützungseinrichtungen 
für Zeiten der Not geschaffen. Mit Beginn der sozialen 
Aera trat neben den Wohlfahrtszweck der Gesetzeszweck, 
d. h. die Beeinflussung der sozialen Gesetzgebung wurde 
von den Organisationen als eine ihrer Hauptaufgaben an- 
gesehen. Die moderne Wirtschaftsentwicklung hat die Or- 
ganisation dazu gedrängt, die Interessenvertretung dem Ar- 
beitgeber gegenüber, also die Verbesserung der Anstel- 
lungs- und Dienstverhältnisse als ihre Hauptaufgabe anzu- 
sehen. Es bestand die Gefahr, daß der Wohlfahrtszweck 
vollständig in den Hintergrund trat. Einzelne Angestellten- 
Organisationen haben tatsächlich bei der Hervorkehrung des 
wirtschaftlichen Kampfes dem Wohlfahrtszwecke keiner- 
lei Bedeutung mehr beigelegt. Der Krieg hat bewiesen, 
daß eine solche Taktik nicht richtig ist. Gewiß bleibt die 
Interessenvertretung dem Arbeitgeber gegenüber die vor- 
nehmste Aufgabe einer Angestellten-Organisation. Daneben 
bedingen aber die unsicheren wirtschaftlichen Verhältnisse 
der Privatangestellten die Pflege des Wohlfahrtszweckes 
in erhöhtem Maße. Die Organisationen, die den Wohlfahrts- 
zweck nicht außer acht gelassen haben, waren auch wäh- 
rend des Krieges bequem in der Lage, den Anforderungen 
ihrer Mitglieder hinsichtlich der finanziellen Leistungen der 
Organisation gerecht zu werden. Der Krieg hat sicherlich 
die Rückwirkung, daß die Organisationen den Wohlfahrts- 
zweck mehr würdigen werden, als sie es bisher getan haben. 

3. Die Organisationen haben aber auch eine starke er- 
zieherische Seite, die jetzt dem Kriege zugute 
kommt. Der Angestellte und Beamte lernt in seiner Organi- 
sation Disziplin und Anpassungsfähigkeit. Die Organi- 
sations-Disziplin besteht in dem Sicheinfügen in die Ord- 
nung, in der Unterordnung unter die Gesamtheit. Man hat 
der Organisation den Vorwurf gemacht, sie vernichte die 
Persönlichkeit, indem sie alles gleich mache. Das Gegenteil 
ist aber der Fall. Die Organisation schafft erst die Grund- 
lage, auf der die Einzelpersönlichkeit sich entwickeln kann. 
Die Unterordnung vor dem Willen der Gesamtheit ist des- 
halb berechtigt, weil die Gesamtheit der Berufsgenossen 
eher die Garantie gibt, daß das richtige getroffen wird, als 
wenn der einzelne seinen Weg allein geht. Disziplin und 
Ordnung ist aber die wesentliche Vorbedingung für die 
Schlagfertigkeit einer Truppe. Weiter verlangen wir von 
unseren Soldaten freudige Pflichterfüllung und Hingabe an 
das gemeinsame Ziel. Die Organisation erzieht schon in 
Friedenszeit zur Pflichterfüllung und Solidarität. Immer 
wieder wird empfohlen, nicht aus äußerem Zwang, sondern 
aus Pflicht gegen den Stand und aus Erkenntnis des eigenen 
Interesses für die Ziele der Organisationen einzutreten. Mit 
dieser anerzogenen und freudig geübten Tugend zieht der 
organisierte Angestellte ins Feld. Ein Soldat muß aber auch 
opferfreudig sein. Er opfert sich ja schließlich für sein 
Volk, für sein Vaterland. Die Organisation beruht im 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNO 1915 



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Prinzip auf der Opferfreudigkeit der Mitglieder. Wir wieder- 
holen immer, daß wir Opfer bringen müssen, um den 
Stand der Arbeitnehmer geistig und wirtschaftlich voran- 
zubringen und ihm die Gleichberechtigung in Staat und 
Gesellschaft zu erkämpfen. Die sozialen Organisationen 
appellieren an die Selbstlosigkeit und Opferfreudigkeit ihrer 
Mitglieder. Der deutsche Soldat ist aber auch durchdrungen 
von dem Ziele des Kampfes. Er weiß, um was es sich han- 
delt, und ist sich bewußt, daß wir zu guterletzt Deutsch- 
lands Kultur und Deutschlands wirtschaftliche Stellung ver- 
teidigen müssen. Die Organisation hat ihn durch staats- 
bürgerliche und volkswirtschaftliche Erziehung befähigt, die 
Zusammenhänge verständnisvoll zu erfassen. Im Berufe 
hatte der Angestellte Gelegenheit, den Produktionsprozeß 
zu begreifen und die Bedeutung der Technik zu schätzen. 
Der ständige Verkehr mit dem technischen Hilfsmittel be- 
fähigt ihn, auch im Kriege der modernen Waffentechnik 
das notwendige Verständnis entgegenzubringen, um sich 
den technischen Erfordernissen im Kriege anzupassen. In 
dem heutigen Kriege spielt die persönliche Initiative des 
einzelnen Soldaten eine besonders große Rolle. Sogenannte 
Entscheidungsschlachten gibt es wenige. Dagegen fort- 
gesetzt kleinere Gefechte mit einer großen Fülle von kleinen 
Aufgaben. Der Soldat ist gezwungen, vielfach rasch und 
aus eigenem Entschluß heraus selbständig zu handeln. 
Unsere Organisationen haben auch hier vorgearbeitet, denn 
sie sehen ja ihre Hauptaufgabe darin, die Einzelpersönlich- 
keit herauszubilden und ihre Mitglieder mit Initiative und 
Selbstbewußtsein, Selbstachtung und Selbständigkeit zu 
erfüllen. 

4. Bei den neuen Aufgaben, vor die der Krieg die 
Organisation stellt, handelt es sich nicht immer um Auf- 
gaben, die vollständig neu sind. Soweit es sich um schon 
vorher gepflegte Aufgaben handelt, treten sie wenigstens 
in neuer Form entgegen. Zunächst einmal sind es Auf- 
gaben, die wesentlich zur Stärkung der Volkswirtschaft 
beitragen. Wir wundern uns darüber, in welch rascher 
Weise sich die Industrie den veränderten Verhältnissen an- 
gepaßt hat, und ihren Apparat auf die Kriegslieferungen 
eingestellt hat. Dadurch wird erreicht, daß die vielen Mil- 
liarden für Kriegslieferungen im Inlande bleiben. Die An- 
passung war aber nur möglich, mit Hilfe groß angelegter 
Organisationen. So sorgt z. B. der Kriegsausschuß für das 
deutsche Tabakgewerbe für die Berücksichtigung aller 
Tabakbaugebiete. Im deutschen Handwerk- und Gewerbe- 
kammertag Hannover ist die Zentrale für Heereslieferungen 
geschaffen, die die Arbeit an die Innungen des Handwerks 
weitergibt. 



Für die Arbeitnehmer-Organisation steht im Vorder- 
grund die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Durch 
die Bemühungen der Organisationen und der bestehenden 
öffentlichen Arbeitsnachweise war es möglich, die Arbeits- 
losigkeit auf ein Mindestmaß zurückzuführen. Die Stellen- 
vermittelung der einzelnen Organisationen paßte sich sofort 
den veränderten Verhältnissen an und hat wesentlich 
zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem Ar- 
beitsmarkte beigetragen. Auf dem Gebiete der Aufklärung 
über die Lebensmittelversorgung während des 
Krieges haben die Organisationen vieles getan. Daß das ge- 
samte Unterstützungswesen der Organisationen 
zur Stärkung des Wirtschaftslebens beiträgt, ist oben schon 
hervorgehoben worden. 

Zweitens kam es darauf an, daß die Organisationen 
ihre Mitglieder auf die Aenderung auf sozialem 
Gebiete aufmerksam machten, sie vor Nachteilen be- 
wahrten und sie in die Lage versetzten, neue Einrichtungen 
auszunutzen. So haben sich auf dem Gebiete der sozialen 
Versicherung, z. B. der Angestellten- Versicherung manche 
Aenderungen ergeben. Es sei weiter auf die Aenderungetl 
hinsichtlich der Konkurrenzklausel, des Patent- und Miets- 
rechtes verwiesen. Die Rechtsschutzabteilungen der einzel- 
nen Organisationen haben wesentlich zur Klärung gewisser 
Rechtsfragen, die durch den Krieg aktuell geworden sind, 
beigetragen. Es sei nur an die Frage erinnert, ob der 
Krieg als unverschuldetes Unglück anzusehen ist. Auf die 
Wöchnerin-Unterstützung, auf die bestehenden Gesetze 
über die Versorgung der Kriegsteilnehmer und ihrer Hinter- 
bliebenen mußten die Organisationen verweisen. Alte 
Probleme, wie die Frage der Arbeitslosen-Unter- 
stützung oder die der öffentlichen Stellenver- 
mittelung auf paritätischer Grundlage sind aktuell ge- 
worden. 

Im großen ganzen hat der Krieg den Organisations- 
gedanken gestärkt. Die Mitarbeit der Organisationen an 
allen Fragen des öffentlichen Lebens hat wesentlich dazu 
beigetragen, daß die deutsche Volkswirtschaft so leicht den 
gewaltigen Anforderungen gerecht werden konnte. Der Or- 
ganisationsgedanke hat aufs neue seine Unentbehrlichkeit 
im deutschen Wirtschaftsleben bewiesen. Möge der tech- 
nische Angestellte und Beamte daraus die Berufsorgani- 
sation schätzen und lieben lernen. Er wird sich dann rasch 
an den Gedanken gewöhnen, daß der Kampf ums wirt- 
schaftliche Fortkommen der Gesamtheit der Berufsgenossen 
übertragen werden muß. Ist doch auch der Krieg im Grunde 
genommen nichts anderes als die Zusammenfassung der 
Kräfte eines Volkes. 



:: :: :: :: :: BEAMTENFRAOEN H :: :: 



Der Minister der öffentlichen Arbeiten und der D. T.-V. 

Bekanntlich schwebten seinerzeit Differenzen zwischen dem 
Minister der öffentlichen Arbeiten und dem D. T.-V. Es handelte 
sich um das Streikrecht der öffentlichen Beamten und 
der auf Privatdienstvertrag bei den Behörden tätigen Techniker. 
Die Meinungsverschiedenheiten, die eigentlich nur auf einem 
Mißverständnis beruhten, wurden beseitigt, durch eine Erklä- 
rung des Verbandes, daß er für seine Mitglieder, soweit sie bei 
den Behörden tätig sind, auf das Streikrecht verzichte. Diese 
Auffassung war von jeher die im Verband vertretene. Es würde 
zu weit führen, die Gründe für diesen Verzicht hier nochmals 
wiederzugeben. Das ist bereits früher ausdrücklich geschehen. 

In letzter Zeit mußten wir aber die Erfahrung machen, daß 
viele unserer Mitglieder bei ihrem Eintritt in den Eisenbahndienst 
ihren Austritt aus dem Verbände erklärten. Man konnte zu der 
Annahme kommen, daß bei der Eisenbahnverwaltung die Zu- 



gehörigkeit ihrer Beamten und Angestellten zum D. T.-V. infolge 
der eingangs erwähnten Vorgänge nicht gerne gesehen wurde. 
Wir fragen daher bei dem Eisenbahnminister an, ob gegen 
die Zugehörigkeit der technischen Beamten und Angestellten der 
Eisenbahn zum D. T.-V. Einwendungen gemacht würden und 
erhielten darauf folgende Antwort: 

Der Minister Berlin W.66, den IQ. Mai 1915. 

der öffentlichen Arbeiten. Wilhelmstr. 79. 

„Wie ich unter dem 13. Dezember 1912 — IV. B. 8. 1297 — 
mitgeteilt habe, liegt nach der damals erfolgten Ergänzung der 
Verbandssatzungen kein Anlaß vor, den Bediensteten der Staats- 
eisenbahnverwaltung die Mitgliedschaft bei dem Deutschen Tech- 
niker-Vecbande zu untersagen." 

Damit hat der Eisenbahnminister aufs neue das Koalitions- 
recht der technischen Beamten und Angestellten anerkannt. Die 
Berufsorganisation der technischen Beamten und Angestellten 
kann nur der D. T.-V. sein. Nur eine Organisation, die den 
ganzen Stand auf einer möglichst breiten Grundlage umfaßt 
kann auf die Dauer praktische Arbeit leisten. Dr. H. 



100 



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H n :: :: II 8 STANDES FRAGEN :: I: 3 3 8 8 

Kriegsbeschädigtenfürsorge und Seminarkursus für 
Fortbildungsschullehrer 

Im Verfolg der Bestrebungen, die wir der Fürsorge für un- 
sere kriegsbeschädigten Berufskollegen widmen, hatten wir an 
das Königl. Preußische Landesgewerbeamt ein Gesuch gerich- 
tet, bei der Wiedereröffnung des Seminarkursus für die Ausbil- 
dung von Fortbildungsschullehrern bezw. bei Beginn des näch- 
sten neuen Kursus die kriegsbeschädigten Techniker, wenn sie 
sich im übrigen für die Lehrtätigkeit im Fortbildungsschul- und 
Gewerbeschuldienst eignen, besonders zu berücksichtigen. Wir 
hatten darauf hingewiesen, daß der Wegfall des Einkommens 
während der Einberufung zum Kriegsdienst und später wegen der 
erlittenen Kriegsbeschädigung vielen den Besuch des Kursus 
der Kosten wegen unmöglich machen würde und gebeten, in 
weitgehendstem Umfange Unterstützungen vorzusehen, um sol- 
chen kriegsbeschädigten Technikern die Ergreifung eines Be- 
rufes möglich zu machen, in dem ihre körperliche Leistungs- 
fähigkeit nicht in vollem Maße in Anspruch genommen würde, 
in dem aber doch ihre beruflichen Kenntnisse zum Nutzen des 
Schulzweckes selbst in vollem Umfange noch Verwendung fin- 
den könnten. Das Landesgewerbeamt hat erfreulicherweise eine 
durchaus zustimmende Antwort uns erteilt und zugesichert, daß 
kriegsbeschädigten Technikern, die sich für den Fortbildungs- 
schuldienst eignen, der Besuch des Seminarkursus zur Ausbildung 
für den Dienst, durch Unterstützung nach Bedarf und Kräften 
erleichtert werden wird. 

Wir geben dies unsern Mitgliedern zur Kenntnis mit der An- 
regung an diejenigen, die für diese Laufbahn sich geeignet halten, 
die Zeit ihrer körperlichen Wiederherstellung zur Ausfüllung et- 
waiger Lücken in ihrer Allgemeinbildung und in ihrer theore- 
tischen Berufsbildung zu benutzen, damit später der Besuch des 
Seminarkursus fruchtbringend werden kann. Auch für diejenigen, 
welche bei der Auswahl für die Zulassung zum Kursus das Glück 
nicht haben sollten, zu den Berufenen zu gehören, dürfte eine 
derartige Ausnutzung der Genesungszeit trotzdem von hohem 
Nutzen sein. 

Wir bitten aber gleichzeitig, nun nicht die Kriegsbeschädi- 
gung an sich als erste Gewähr für die Anwartschaft zum Fort- 
bildungsschuldienst anzusehen, sondern nach wie vor die be- 
rufliche Qualifikation und die persönliche Veranlagung für den 
Lehrerberuf als ausschlaggebendes Moment gelten zu lassen. 

Wir freuen uns aber in der wohlwollenden Stellungnahme des 
Landesgewerbeamtes wiederum ein Fenster geöffnet zu sehen, 
das unsere kriegsbeschädigten Kollegen einen hoffnungsfrohen 
Blick in ihre soziale und wirtschaftliche Zukunft tun läßt. 

Wir werden mit gleichen Eingaben auch an die zuständigen 
Verwaltungen der übrigen Bundesstaaten herantreten und dürfen 
wohl sicher sein, daß auch dort unser Gesuch eine wohlwollende 
Aufnahme finden wird. Lz. 



STANDESBEWEGUNG :: :: 



Aus dem D. T.-V. 
Ein gern gesehener Bote aus der Heimat ist bei den im Felde 
stehenden Kollegen nach wie vor die Deutsche Techniker-Zeitung. 
Es ist nicht nur die dort dargebotene geistige Anregung, die in 
das rauhe Kriegerhandwerk Abwechselung bringt, unsere am 
Kriege teilnehmenden Mitglieder haben ein hohes Interesse 
daran, aus den Spalten unseres Blattes zu erfahren, in welcher 
Weise ihr Opfermut durch die nach einer anderen Richtung hin- 
zielende Opferfreudigkeit der Daheimgebliebenen Anerkennung 
findet. Zu dieser Frage hatte unser in Heft 19/20 veröffentlichter 
Brief über die Beitragseinziehung Stellung genommen. Hierauf 
ging uns von Herrn Bruno Adamski, Mitgl. 71 097, zurzeit 
Unteroffizier am Kanal in Flandern, folgende am Pfingstsonntag 
verfaßte Zuschrift zu: 

„Mit allergrößter Freude und Interesse habe ich gestern 
nacht auch wieder die Deutsche Techniker-Zeitung erhalten, 
die einem hier draußen viel Anregung bietet, da man ja nur 
auf diesem Wege unter Umständen mit Kollegen und seinem 
Berufe in Verbindung bleiben kann. 

Ich fand in dieser nun auf der vordersten Seite die Er- 
widerung auf ein Schreiben einer Zweigverwaltung, die sich 
durch allzu schroffes Vorgehen beim Einziehen von Monats- 
beiträgen verletzt fühlte. Ich weiß selber, als früherer Schrift- 
führer einer kleineren Zweigverwaltung, wie unregelmäßig 
leider verschiedene Kollegen in dem Punkte Bezahlen einer 
kleinen Monatsrate sind, und was für Schwierigkeiten sich bei 
Verzug des Kassierers im Betreff der Abrechnung bieten. 

Wir, die wir die Ehre haben, hier draußen dem Vaterlande 
und unsern daheimgebliebenen Kollegen zu dienen, hoffen, 
daß auch nach dem Kriege der Deutsche Techniker-Verband, 



trotz der vielen Gefallenen, die die Ehrentafel aufweist, in 
alter Stärke vorhanden ist, für dessen Fortbestehen die zurück- 
bleibenden Kollegen ihr Alles einsetzen müßten. 

Wenn jene ihren Pflichten dem Verbände gegenüber pünkt- 
lich nachkommen, können wir nach einer event. Wiederkunft 
froh und heiter mit unsern lieben Kollegen daheim an einem 
Tische sitzen und unsere Standesarbeit weiter fortsetzen. 

Die Erwiderung ist daher mir und sicherlich vielen anderen 
Kollegen und Kameraden, mit Bezug auf die angeführten 
Punkte, aus der Seele gesprochen." 
Wir hoffen, daß diesen Ausführungen rege nachgeeifert 
wird. Zum Beispiel mögen sich die, die aus ihrer Gleichgültig- 
keit in Verbandssachen bisher nicht herausgetreten sind, den 
guten Willen eines früher in Berlin-Schöneberg wohnenden, 
jetzt ebenfalls im Felde befindlichen Kollegen (Mitgl. 70 52t) 
nehmen, der sich aus folgender an unsere dortige Zweigver- 
waltung gerichteten Zuschrift kund tut: 

„Ganz unerwartet erhalte ich 'heute von meiner lieben Frau 
die Deutsche Techniker-Zeitung zugesandt. Meine Freude dar- 
über ist eine große und aufrichtige, um so mehr, da ich dem 
Verbände seit etwa einem Jahre untreu geworden bin. Ich bitte, 
mich von heute ab wieder als aktives Mitglied betrachten zu 
wollen, und wäre gern bereit, den Beitrag für die Monate, die 
ich nicht dem Verbände angehörte, nachzuzahlen." 
Unser Mitglied Herr Fritz Dörnemann aus Plauen, 
der als Hilfs-Topograph zum Stabe des .... Infant.-Bat. kom- 
mandiert ist, schreibt zum Empfang der Deutschen Techniker- 
Zeitung aus der Gegend westlich von Lille: 

„Vor einigen Tagen gelangte ich mit großer Freude ire 
den Besitz der Deutschen Techniker-Zeitung und danke ver- 
bindlichst dafür. Ich habe die Zeitung gelesen und dann ar* 
Kollegen weitergegeben. Die Kollegen freuten sich alle darüber 
und lassen gleichzeitig bestens dafür danken. Es war uns 
allen eine große Genugtuung, auch wieder einmal etwas vor* 
unserer Standesarbeit zu erfahren und unseren Geist einmal 
wieder nach der Heimat versetzen zu können." 
Eine kleine aber interessante Beschreibung des Schützen- 
grabenlebens vom Standpunkte des Technikers aus sendet uns 
Herr Kollege Kettner, bisher Schriftführer der Zweigverwal- 
tung Oschatz. Sie lautet: 

„Wir liegen im Schützengraben und haben es uns, so gut 
es geht, häuslich eingerichtet. Dieser Krieg ist so richtig für 
uns Baumenschen geschaffen. Was wird da Großes geleistet, 
man braucht nur die Gräben einmal durchzugehen, was für 
herrliche Unterstände! Man arbeitet mit Lust und Liebe. So 
gerade war jetzt unser Zug als Arbeitskommando vor unseren 
Schützengräben, 200 m vor dem Feinde, bestimmt. Es wurde 
des Nachts 3 Stunden geschanzt. Es macht einem Freude, 
Beilpicke und Spaten gebrauchen zu können. Unser Handwerk 
bekommt hier Ansehen, wir arbeiten wie Pioniere vor der 
Front. Am Tage Ruhe, aber in der Nacht werden alle Kräfte 
angespannt, um Großes zu schaffen. Wir liegen hier in Ver- 
teidigungsstellung, mag der Franzmann mit seinen Turkos 
und Negern kommen, blutige Köpfe können sie sich holen, ein 
Zurück gibt es nie! . . . Wie viele Kollegen stehen denn im 
Felde?" (Ungefähr 12 000. Die Schriftltg.) 
Mit diesen Zuschriften wollen wir für heute schließen. Wir 
freuen auch uns darüber, daß die Zeitung im Felde so gern 
gelesen wird, und danken allen Einsendern für ihre freundlichen 
Zeilen und Grüße. 

Bei dieser Gelegenheit möchten wir von neuem darauf hin- 
weisen, daß die Verbandszeitung den Angehörigen von Kriegs- 
teilnehmern nur dann weiter zugesandt wird, wenn dies be- 
sonders beantragt wird. Sehr viele Kollegen sind erst in den 
letzten Monaten zu den Fahnen einberufen worden. Diese er- 
hielten bisher noch die Zeitung, wurden aber beim Abschluß 
des neuen Abonnements für das 3. Vierteljahr nicht mehr berück- 
sichtigt. Die Angehörigen werden daher gebeten, den Antrag auf 
Weiterlieferung schnellstens nachzuholen, damit keine Unstimmig- 
keiten in der Zusendung eintreten. Auf Wunsch senden wir die Zei- 
tung nicht nur ins Feld, sondern auch ein 2. Heft in die Heimat. 
Nachstehend noch einige Personalien : 

Von den Beamten des Verbandes wurde zu den Fahnen ein- 
berufen : Erich Händeler, bisher verantwortlicher Schrift- 
leiter der D. T.-Z. 

Zu Leutnants wurden befördert : Otto Hagelberg, 
Remscheid, Mitgl. 38 560, Ritter des Eisernen Kreuzes, Walter 
Kerber, Hannover, Mitgl. 54 447, zurzeit bei der Südarmee, 
Fritz Goos, Bremerhaven, Mitgl. 65 478. — Georg 
Fischer, Oberhausen/Rhld., Mitgl. 64111, wurde zum Offi- 
zierstellvertreter, Wilh. Weinberger, Hamborn, Mitgl. 
43 232, vom Gefreiten zum Vizefeldwebel, Paul Hanke, früher 
in Würzen, Mitgl. 59 323, Ritter des Eis. Kreuzes, zum Oberjäger 
befördert. 

Vermißt werden die Kollegen : Joh. SChadlbauer, 
Aue i. Erzgeb., Mitgl. 50 429, Emil Lauckner, Lauter i. Sa., 
Mitgl. 53 404, Otto Fechner, Thorn, Mitgl. 52 393. 



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EHREN- mm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz I. Klasse erhielt: 

Otto Venter, Oberhausen, Mitgl. 69 272. 

Mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse wurden ferner 
ausgezeichnet : 

Franz Boos, Offenbach a. M., Mitgl. 30001. 

Wiih. Goldmann, Kattowitz, Mitgl. 63 756. Kollege Q. ist 
jetzt nach 7monatiger Behandlung aus dem Lazarett als 
Kriegsinvalide (linker Arm steif) entlassen worden. Sein 
Körper weist 8 Schüsse, darunter auch lange Streifschüsse 
am linken Kopfe, auf. Das Kreuz erwarb er sich in den 
Kämpfen bei Tarnowka. 

Wiih. Hermann, Würzburg, Mitgl. 39 913. 

Friedr. Imboden, Fähr P. Vegesack, Mitgl. 68 245. 

Max Klien, Dresden, Mitgl. 24 366. 

Wiih. Pütger, Z. Hameln, Mitgl. 79 007. 

Ernst Reinhardt, Magdeburg, Mitgl. 70 402. 

Konstantin Rokus, Zalenze (Ob.-Schl.), Mitgl. 78 031, am 
15. Nov. v. Js. 

Karl Schmitthelm, Mannheim, Mitgl. 45 023. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden: 
Ph. Schulz, Heidelberg, Mitgl. 66 337. Badische Silberne Ver- 
dienst-Medaille. 
Max Schumann, Zittau, Mitgl. 78125, Bronzene Friedrich- 
August-Medaille. 
Walter Thiele, Zittau, Mitgl. 50 955, Silb. Friedrich-August- 
Medaille. 

Fritz Zeis, Bamberg, Mitgl. 48 802, Bayr. Militär-Verdienst- 
kreuz II. Klasse mit Schwertern, unter Beförderung vom 
Unteroffizier zum Vizefeldwebel. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Friedr. Anton, Dessau, Mitgl. 50 609, seit 1. 10. 1908, am 
7. 6. 1915 an den Folgen eines Granatkopfschusses in einem 
Lazarett im Westen. 

Paul Böcke, Leipzig, Mitgl. 77 489, seit 1.4.14, bei einem 
Sturmangriff bei Ypern. 

Wiih. Börners, Diedenhofen, Mitgl. 61 884, seit 1.4.11 am 
31.5.15 im Festungslazarett Metz. 

Arthur Brandt, Münster i. W., Mitgl. 74 462, seit 1. 12. 1913, 
Ritter des Eisernen Kreuzes 2. Kl., am 25. 5. 1915 im Hilfs- 
lazarett (St.-Georgs-Krankenhaus), Breslau. 

Max Braun, Merseburg, Mitgl. 69 894, seit 1.3.13, am 11.2. 
15 in Rußland. 

Paul Brendel, Gera, zuletzt in Chemnitz, Mitgl. 58 479 seit 
1.7.10. 

Erich Claus, Dresden, Mitgl. 66 124, seit 1.4. 12, als Einjähr.- 
Kriegsfreiwilliger bei Ypern. 



Herrn. Dieckermann, Mülheim (Ruhr), Mitgl. 74 503, seit 1. 

12.13, am 15.5.15 in Galizien. 
Heinrich Ehlers, Oldenburg, Mitgl. 58 678, seit 1.7.1910 vor 

Ypern. 

Theod. Emrich, Zeulenroda, Mitgl. 76 430, seit 1.4.14, bei 

einem Sturmangriff in Rußland. 
Karl Engelmann, Döbeln, Mitgl. 50 976, seit 1.1.09 am 21. 

4. 15 bei Höhe 60 vor Ypern. 
Jean Essel, Mannheim, Mitgl. 70125, seit 1. 3. 1913, am 

10. 5. 1915 an der Lorettohöhc. 
Alfons Hummel, Mannheim, Mitgl. 75 678, seit 1. 3. 1914, 

am 21. 5. 1915 durch Granatsplitter im Schützengraben 

bei Angres (Nordfrankreich). 
Paul Knabe, Crimmitschau, Mitgl. 70 491, seit 1. 4. 1913, am 

5. 6. 1915. 

Paul Alfred Kronschwitz, Gröba b. Riesa, Mitgl. 70 902, seit 
1.4.13, am 10.5.15 bei einem Sturmangriff im Westen. 

Emil Matt, Hohensalza, Mitgl. 73 676, seit 1.10.13 am 14. 
5. 15 auf einem Patrouillengange. 

Wilhelm Morast, Mannheim, Mitgl. 61 479, seit 1. 4. 1911, 
am 10. 5. 1915 durch Granatschuß bei Vimy unweit Arras. 

Curt Raß, Königsberg i. Pr., Mitgl. 51 475, seit 1.1.09. 

Paul Reinhold, Chemnitz, Mitgl. 59 547, seit 1. 10. 1910, Vize- 
feldwebel d. Res., am 24. 5. 1915 im Westen. 

Otto Selbmann, Chemnitz, Mitgl. 51 609, seit 1.1.09. 

Otto Steche, Braunschweig, Mitgl. 63 321, seit 1.10.11. 

Bruno Stenderup, Zwickau, Mitgl. 50 <64, seit 1. 10.08, Vize- 
feldwebel d. L., am 8. 5. 15, kurz nachdem er zum Eisernen 
Kreuz vorgeschlagen worden war. 

Walter Strewinski, Königsberg, Mitgl. 74 823, seit 1.1.1914, 
Ritter des Eisernen Kreuzes, am 13. 5. 1915. 

Konr. Wolf, Völklingen (Z. Saarbr.), Mitgl. 48 249, seit 1. 
4. 1908. 

Es wurden verwundet: 

Friedr. Böker, Oberhausen, Mitgl. 29 389, Ritter des Eisernen 
Kreuzes 2. Kl., (wieder zur Front zurückgekehrt). 

Wilhelm Branning, Oberhausen, Mitgl. 60 771 (wieder zur 
Front zurückgekehrt). 

Robert Hase, Staßfurt, Mitgl. 58 094 (Kopfschuß). 

Albert Henn, Essen (Ruhr), Mitgl. 68 937. 

Franz Kiow&ky, Oberhausen, Mitgl. 65 216, Leutnant d. Res. 

Richard Loitz, Bredeney, Mitgl. 77 795. 

Alfred Maiwald, Görlitz, Mitgl. 79 264". 

Eduard Post, Essen (Ruhr), Mitgl. 66 988. 

Paul Proost, Essen (Ruhr), Hosp.-Mitgl. 06 187, Ritter des 
Eisernen Kreuzes. 

Edwin Stoermer, Berlin-Tegel, Mitgl. 74 098, durch Gewehr- 
schuß am Kinn. 

Hans Weil, München-Berg, Mitgl. 74 859. 

Wiih. Wosch, Kattowitz, Mitgl. 71 728, durch Schrapnell- 
schuß. 

Wiih. Ziegler, Mannheim, Mitgl. 77 999. 



Kriegshilfe (22. Quittung). 



Geschäftsführender Vorstand: F. Heinze 15. 

Zweigverwaltungen : AltonaerTechn. - Verein, ehe- 
maliger Zweigverein des D. T.-V., 50,00, Annaberg: P. Leo- 
pold 10,00. Aue : 5,00. Berlin: H. Plessner 2,00, Ed. Hen- 
sel 1,00, Wehrspron 3,00, Wall 10,00 (= 16,00). Braun- 
schweig: 100,00, 100,15 (= 200,15). Breslau : Gaede 2,00, 
Rösner 2,00, Poppe 1,00, Wengler 2,00 (= 7,00). Brunsbüt- 
telkoog : 8,00. Charlottenburg: Dieter 1,00, Fliegen- 
schmidt 1,00, Eckhardt 1,00, Honske 1,00 (= 4,00). Coblenz : 
10,00. Coburg: 5,00. D a n z i g : 9. Rate Kaiserliche Werft 
42,00, Versammlung 33,00 (= 75,00). Dt. -Krone : Goede 3,00. 
Duisburg-Beedk: 12,00. Forst: 5,00. Frankfurt 
a. O. : 27,50. F r e i b e r g : 10,00. F r i e d 1 a n d : 5,00. Fried- 
richsort: 9. Rate der Techniker der Kaiserlichen Torpedo- 
werkstatt 577,37, Carstens 9. Rate 10,00, Birck 8. Rate 8,00, Ha- 
mann 7. Rate 6,00, Heitmann 7. Rate 5,00, Stöting 5. Rate 10,00, 
Ueberschuß von einem Kegelabend 1,95 (= 618,32; insgesamt 
5420,02). Gerdauen: Hoffmann 1,00. Gütersloh: 25,75. 
Hamborn : Gasseling 2,00, Herber 2,00, Lauer 1,00, Ollendorf 
2,00, Ruschenburg 2,00, Singendonk 5,00, Stommel 4,00, Weber 



4,00, Wolf 3,00 (= 25,00). Hannover: Otto 20,00, Loose 1,00, 
Alm 3,00, Lohel 1,00, Kolb 3,00, Henke 1,00, Schachtebeck 5,00, 
Howahrde 2,00, Wendt 1,00, Gissrau 1,00, Kahn 5,00, Hodum 
1,00, Kevser 1,00, Hamelmarm 1,00, Lefherz 2,00, Vorberg 1,00, 
Militärba'uamt Hannover 25,00, L. Meyer 3,00, E. Ring 5,00, 
A. Gercke 1,00, M. Gentemann 1,00, H. Lüdders 1,00 (= 65,00; 
85,00). Kaiserslautern: 12,00. Kiel: G.W. S.K. 19,00, 
G.W. 9,00, B. & K. 13,00, G.W. 3,00, K.-W.-Hafenbau 153,00, 
K.-W.-Schiffb.-Ress. 66,00, K.-W.-Art.-Ress. 38,00, Kanalamt 63,00, 
Kanalamt 53,00, Stadt Kiel 2,00, Heinitz 10,00, K.-W.-Maschinen- 
bau 52,00 (= 481,00). Landsberg: 74,15. Magdeburg: 
27,00. Mainz: Kohl 4,00. Neumünster: 12,00. Offen- 
bach a. M. : 2,00, 42,05 (= 44,05). Oldenburg: 39,85. 
Plauen: 74,00. Pirmasens: 1,00. Posen: Hintz 50,00, 
Krause 4,00, Jürgens 4,00, Beckedorf 3,00, E. König 3,00, Below 
1,00, Bock 2,00, Dorr 1,00, Mucha 20,00, Kempf 10,00, Wachs- 
mut 10,00 (= 108,00). Reistenhausen: 13,00. Rem- 
scheid: Engels 10,00, Gantz 5,00, Grote 6,00, Keidel 16,00, 
Lehnhoff 3,00, Schaulat 10,00, Speckenbach 1,00, Windel 5,00, 
Bendel 5,00, Engels 5,00, Fröhlich 5,00, Lötz 3,00, Schikowsky 



102 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 25/26 



3,00, Bätzold 1,00, Keidel 24,00, Windel 10,00, Schönherr 3,00 
(= 115,00). Schlawe : Stiebner 3,00, Waldenburger 3,00 
(= 6,00). Schmölln: 16,00. Schöneberg: 27,00, Karten 
z Vortrag 1,00 (= 28,00). Schwerin: 14,00. Spandau: 
24,00. Straß bürg : Blunk 1,00, Koch 1,00, Meyer 1,00, Oster- 
maier 1,00, Voigt 1,00, Müller 1,00, Köhler 3,00, Osterloh 1,00, 
Meyer 1,00, Kirchner 1,00, Matern 1,00, Rozek 2,00, Barun 1,00, 
Schommer 1,00, Blunk 2,00, Ihlhardt 1,00, Koch 1,00, Farny 1,00 
(= 22,00). Thorn: 182,25. Trebnitz: Spindler 4,00. 
Vacha : Hahn 1,00. Viersen: 2,00. Warm brunn : Schüß- 
ler 1,00, Hinke 2,00, Wolf 0,50 (= 3,50). Wilhelmshaven: 
921,50. Wiesbaden: 18,00. W o h 1 a u : 1,00. Würzburg: 
132,50 Nichtmitglieder, 10,00 Mitglieder (== 142,50). Zittau: 6,50. 

Mitglieder: v. Carlowitz 3,00, G. Fuhrmann 5,00, A. Gla- 
ser 10,05, F. Grützmann 4,05, E. Heyser 5,00, A. Krüger 3,00, 
O. Scharfe 22,00, K. Schiel 2,00, H. Schmitz 5,00, C. Taesler 10,00, 
M. Thimm 6,00, Tieder 5,00, G. Wayß, Chicago 40,00, H. Wolf 
4,00, Unbekannt 6,00, Unbekannt 52,50, Rückzahlung 116,50. 



Zusammen 3 919,12 M. 

Dazu Endbetrag der 21. Quittung 115 710,71 M. 

119 629,83 M. 

Gezahlt wurden seit der letzten Veröffentlichung 

an Unterstützungen 5 795,83 M» 

Dazu Endbetrag der 21. Quittung 91 416,67 M. 

97 212,50 M. 

Die in Heft 15/16 unter Kranken-Versicherungs-Verein Würt- 
temberg veröffentlichten 18,00 M sind von den Herren Merkle 
10,00 und Cescotti 8,00 gestiftet. 

Ferner die für die Zweigverwaltung Düren in Heft 17/18 ver- 
öffentlichten 20,00 M von Herrn Müller, Düren, gespendet. 

Ebenso die in Heft 23/24 veröffentlichten 23,00 M der Zweig- 
verwaltung Gera-Reuß von den Kollegen: Windisch 1,00, Nich- 
tern 1,00, Krüger 1,00, Köber 3,00, Verein vermessungstechn. 
Beamten Gera 10,00, Köhler 4,00, Regel 3,00 (= 23,00). 



SHHH VERBANDSNACHRICHTEN HH2H 

Landesverwaltung Sachsen des D. T.-V. Vrs.: Mirtschin, 
Dresden-N. 23, Burgsdorffstr. 7. — Sonntag, den 4. Juli, nach- 
mittags 1 Uhr, hält die Landesverwaltung eine Kriegstagung 
in Dresden, Wirtschaft „Zu den drei Raben", Marienstr. 18, 
ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Verbandsdirektors Dr. Höfle 
über: „Der D. T.-V. in der Kriegszeit". 2. Bericht des 
Geschäftsstellenleiters Herrn Hofmann - Leipzig über: „Die 
Lage des D. T.-V. in Sachsen". Die Hauptaufgabe soll in 
einer gegenseitigen Aussprache bestehen. Besondere Einladun- 
gen an die derzeitigen Organe sind ergangen. Die Verhandlungen 
sind für Mitglieder des D. T.-V. öffentlich. Wir bitten des- 
halb um zahlreiches Erscheinen. 



Allenstein. Adr. jetzt: Herrn. Frucht, Wandangerstr. 14. Koll. 

Ruloff ist eingezogen. 

Berlin-Friedenau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs. : Ernst Wiebe, 
Archit., Feuerbachstr. 181. Kass. : Oskar Kurth, Ing., Rubens- 
straße 31 II. — Ab 1 . Juli Kassierer: W.Bartels, Marinetechn., 
Gutsmuthsstr. 15. Nächste Sitzung: Dienstag, 6. Juli, in den 
Hohenzollernsälen. Tagesordnung: 1. Protokolle. 2. Eingänge. 
3. Kriegshilfe. 4. Besprechung über die Fürsorge für Kriegs- 
beschädigte. 5. Unser Verhältnis zum B.-Z. i. B. 6. Bericht über 
den 4. Kriegsfamilien-Abend. 7. Verschiedenes. Am 17. hat eine 
Vorstandssitzung stattgefunden, in der zwei Rundschreiben ein- 
gehend besprochen wurden. — Beiträge für die Kriegshilfe 
(1 M im Monat) sind dem Kassierer mit dem Beitrag zusammen 
einzusenden, eventl. werden die Hausbesuche fortgesetzt. Näch- 
ster Kriegsfamilienabend Sonnabend, den 10. Juli, in Rheineck. 

Berlin-Pankow. Adr.: Hch. Salewski, Schmidtstr. 23. Kass.: 
Arch. Andres, Mendelstraße 1. 

Berlin-Reinickendorf (Ost) und Umgegend. Br.-Adr.: Archit. 
C. Rauchfuß, Berlin-Reinickendorf (Ost), Amendestraße 79. — 
Unsere Hauptversammlung im Monat Juni war nicht gut be- 
sucht, wir erwarten aber von den 20 noch in der Heimat befind- 
lichen Kollegen zur nächsten Hauptversammlung am 7. Juli einen 
besseren Besuch. Vor allem gilt es, die Beiträge regelmäßig und 
im voraus zu bezahlen, um Nachnahmen zu vermeiden. Diese 
lassen sich ohne weiteres umgehen, 1 wenn die Deutsche Tech- 
niker-Zeitung richtig gelesen wird; vergleichen Sie Heft 21/22 
der D. T.-Z., erste Umschlagseite. Sodann bitten wir zu berück- 
sichtigen, daß obengenannter Kollege Kriegshilfemarken zur 
Unterstützung der Frauen und Kinder unserer ins Feld gezogenen, 
für uns kämpfenden Kollegen zum Preise von 1. — M verkauft 
und daß es eine moralische Pflicht eines jeden Kollegen ist, sein 
Mitgliedsbuch mit diesen Marken zu schmücken. Also auf 
Wiedersehen am 7. Juli im Schützenhaus zu Reinickendorf. Wer 
von den Kollegen in der Lage ist, die Krjegsadressen der Kollegen 
Steinweg-Rosenthal, Günther-Reinickendorf, Ulrich-Reinickendorf 
und Rose-Hermsdorf anzugeben, wird gebeten, die Adressen 
dieser Kollegen uns mitzuteilen. 

Berlin-Schöneberg. Stellv. Vrs. u. Kass: Karl la Haine, 
Sedanstr. 54. Schriftführer Kurt v. Hertz berg, Ebersstr. 81 II. 
Versammlungslokal Cafe Freyse, Brunhildstraße 1, nahe Bahn- 
hof Schöneberg. Unsere nächste Monatsversammlung findet Don- 
nerstag, den 8. Juli 1915, pünktlich abends 9 Uhr statt. Zu der- 
selben werden die Kollegen freundlichst eingeladen. Wir hoffen 
auf regeren Besuch der Versammlung, insbesondere der Be- 
zirks-Vertrauensmänner. Kollegen, gedenket der Frauen und Kin- 
der unserer im Felde stehenden Mitglieder, zeichnet freiwillig 
Beiträge zur Kriegshilfe, bedenket, wieviel Kummer und Not da- 
durch gelindert wird; sendet bei der Beitragszahlung eine Spende 
an unseren Kassierer ein. Kriegshilfsmarken zum Betrage von 
1 Mark sind bei dem Vorstand, den Vertrauensmännern und in 



der Versammlung zu haben. Die Tagesordnung wird in der 
Sitzung bekannt gegeben. 

Berlin-Steglitz. Adr.: Arch. Franz Füg n er, Flensburger 
Straße 7 II. Schatzmeister : Arch. Feodor Schumann, Momm- 
senstraße 45 II. — Die nächste Sitzung findet Donnerstag, den 
1. Juli 1915, abends 8V2 Uhr, im „Stadtpark-Restaur.", Albrecht- 
straße 47, statt. 

Breslau. Br.-Adr. u. stellv. Vrs.: H. v. Carlowitz, Bres- 
lau X, Weinstraße 78. Kass.: Anton Wolff, Breslau XXIII, 
Bohrauer Straße 97/99. Postscheckkonto Nr. 4407 Breslau. — 
Die Versammlungen der Zweigverwaltung finden jeden Mittwoch 
nach dem Monatsersten, abends 8V2 Uhr, im Kaufmannsheim, 
Schuhbrücke Nr. 50, statt. Nächste Versammlung Mittwoch, 
den 7. Juli, abends 8V2 Uhr. ' n der Versammlung kommen 
wichtige Verbandsangelegenheiten zur Besprechung. Wir ersuchen 
daher um zahlreiches Erscheinen. Gleichzeitig bitten wir, die 
Beiträge und die Spenden für die Kriegshilfe dem Kassierer zu 
übermitteln. 

Charlottenburg. Vrs. u. Br.-Adr.: Baumeister J. Hanske, 
Herderstr. 12 II. Kriegsvertrauensmann u. Kass.: Ing. R. Eck- 
hardt, Kaiserin-Augusta-Allee 90 II. — Unsere monatlichen 
Hauptversammlungen finden wie früher an jedem 1. Freitag im 
Monat im Vereinslokal „Logen-Restaurant", Berliner Straße 61, 
abends 8 l /o Uhr, statt. Jeden dritten Freitag im Monat finden da- 
selbst gesellige Zusammenkünfte mit Damen statt. Die Kollegen 
werden auf die von dem D. T.-V. herausgegebenen Kriegshilfe- 
Marken (zu je 1, — M) noch besonders aufmerksam gemacht. 
Ein jeder steuere nach Kräften zu dieser Kriegshilfe bei, damit 
auch wir Daheimgebliebenen unseren Kollegen im Felde an 
Opfermut nicht nachstehen, gilt es doch so manche durch den 
Krieg hervorgerufene Not zu lindern. Kriegshilfe- und Mitglieder- 
beiträge nimmt der Kassierer u. Kriegsvertrauensmann entgegen. 
Um rege Beteiligung an den Versammlungen wird gebeten. 

Culm i. Westpr. Adr.: Hans Lange, Stadtbaumeister in 
Schwetz (Weichsel), Stadtbauamt. 

Düsseldorf. Kriegsvertrauensmann : Gustav Lammert, 
Wagnerstr. 23. Kass. : H.Baumeister, jetzt Hösel b. Düssel- 
dorf, Eggerscheider Str. 42. Auskunftei und Stellenvermittlung: 
W. Stellmacher, Ikenstr. 17. — Tagesordnung der nächsten 
Hauptversammlung am Donnerstag, den 1 . Juli, abends 8 3 /iUhr, 
im „Rheinhof": 1. Erledigung der Eingänge. 2. Verlesung der 
letzten Sitzungsberichte. 3. Mitgliederbewegung. 4. Kriegshilfe 
des D. T.-V. 5. Zahlung der Beiträge und Kriegsspenden. 6. Ver- 
schiedenes. 

Großenhain (Bez. Dresden). Adr.: Max Boden, Albertstr. 105. 

(Koll. Rothe wurde zum Heeresdienst eingezogen.) 

Hamborn. Vrs.: F. W. H e r b e r , Hamborn, Bleeckstraße 28. 
Schriftf.: H. Wolf, Hamborn, Alleestraße 128. Kassierer: 
F. Ruschenburg, Hamborn, Holtener Str. 218. — Wir bitten 
unsere hier befindlichen Mitglieder wiederholt, die rückständigen 
Beiträge baldigst an den Kassierer, Herrn Kollegen Ruschenburg, 
einzusenden. Von den Mitgliedern der Zweigverwaltung stehen 
31 unter den Fahnen, 18 Kollegen sind noch hier. Der Vorstand 
ist daher jetzt erst recht auf ein tatkräftiges Mitarbeiten der Kol- 
legen angewiesen. Wir bitten daher um regen Besuch unserer 
Veranstaltungen. 

Hamburg. Vrs.: G.Heins, Banksstr. 250. Geschäftszimmer: 
Ellerntorsbrücke 10 II. Geöffnet wochentags 472—8 Uhr. Die 
nächste Monatsversammlung findet am 7. Juli, abends 8V2 Uhr, 
in den Neustädter Gesellschaftssälen, Valentinskamp 40/42, statt. 
Tagesordnung: 1. Versammlungsbericht. 2. Mitteilungen des 
Vorstandes. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Bericht des Kriegs- 
nilfeaussChusses. 5. Bericht über die Schülerwerbetätigkeit. 6. Ver- 
schiedenes. Die rückständigen Mitgliederbeiträge für das zweite 
Vierteljahr sind möglichst sofort zu bezahlen und werden im Ge- 
schäftszimmer gegen Aushändigung der Beitragsmarken ent- 
gegengenommen. — Wanderversammlung. Zu unserer diesjähri- 



Heft 25/26 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



103 



gen Wanderversammlung laden wir unsere Mitglieder der Zvveig- 
verwaltung Hamburg und besonders auch die Mitglieder, die zur 
Bezirksverwaltung Hamburg-Unterelbe gehören, auf Donners- 
tag, den 15. Juli d. J., freundlichst ein. Beginn der Zusammen- 
kunft ab 4 Uhr nachmittags in der herrlich gelegenen Elbschlucht. 
Einlaßkarten werden im Geschäftszimmer ausgegeben und berech- 
tigen zum freien Eintritt. Kürzeste Straßenbahnverbindungen : 
Linie 4, 7 und 8, sowie die gelben Bahnen (Richtung: Fischers- 
Allee). 

Hannover. Adr. jetzt: Otto Vorberg, Kopernikusstraße 18. 
Kollege Kahn wurde zum Heeresdienst eingezogen. 

Hohensalza. Adr.: Reinh. Günther, Posener Straße 11. 

Jüterbog. Adr.: W. Taubert, Grünstraße 47. Kass.: Emil 
Gallasch, Planeberg 45. 

Kattowitz. Vrs. bzw. Kriegsvertrauensmann: Jos. Jelinski, 
jetzt Charlottenstr. 31 III. Kassenadr. : Emil Grimmer, Lützow- 
straße 18 III. — Unsere nächste Versammlung findet am Mitt- 
woch, den 30. Juni d. J., abends 8V2 Uhr, i m „Fürstenbräu", 
August-Schneider-Straße, statt. Tagesordnung wird dort bekannt- 
gegeben. Wir bitten um zahlreiches Erscheinen. 

Königsberg^ i. Pr. Br.- und Kass. -Adr. : Flögel, Harden- 
bergstraße 3. Stellenvermittlung: Fr ick, Luisenallee 56. Die 
Versammlungen finden auch im Sommer Donnerstag nach dem 
1. jeden Monats in unserem Vereinslokal „Jubiläumshalle" 
abends 8 Uhr statt. Besondere Einladungen werden nicht mehr 
zugesandt. 

Lübeck. Adr.: W. Helms, Kronsforder Allee 15 b. Kass.: 
Herrn. Reinberg, Blücherstraße 8 I. 

Luxemburg. Adr.: Wilh. Blattmann, Echternach (Luxbg.), 
Luxemburger Straße. 

Lyck. Adr.: P. Redinger, Lyck. 

Mannheim. Vrs. u. Br.-Adr. : R. Kluge, Spelzenstraße 13. 
Kass.: P. Dingeldein, Rheinparkstraße 4. Stellenvermittlung: 
Friedrich Krieger, Stephanienpromenade 15. Mittwoch, den 
7. Juli, abends 8V2 Uhr, Monatsversammlung im Rest. Artushof, 
Friedrichsplatz 16, weitere Zusammenkunft am Mittwoch, den 
21. Juli. An diesen Abenden werden Kriegshilfe-Spenden entgegen 
genommen. Wir bitten um rege Abnahme der hierfür bestimmten 
Marken (1 M das Stück). 

Nürnberg. Vrs. u. Kriegsvertrauensmann: K. Polster, 
Schreyerstraße 14, Kass.: Gust. Hauenstein, Berckhauser 
Straße 1, Schriftf. anstelle von Herrn Rehle, der sein Amt nieder- 
gelegt hat: Georg Harttig, Pillenreuther Straße 20, zugleich 
Adresse für Stellenvermittlung. Kriegshilfe: Fr. Rehle, Untere 
Grasersgasse 9. 

Offenbach a. M. Vrs.: Karl Horn, Bismarckstraße 27. Leider 
ist es uns vorerst nicht mehr möglich, die Monatsversammlungen 
regelmäßig abzuhalten. Der weitaus größte Teil unserer Mitglie- 
der ist zu den Fahnen einberufen. Wir werden etwa zu erforder- 
lich werdende Versammlungen durch besondere Schreiben ein- 
laden. 

Pirmasens. Adr. jetzt: Fritz Denig, Schachenstraße 14. Koll. 
Altendorf wurde zum Heeresdienst eingezogen. 

Pirna a. Elbe. Adr.: Reinhold Seidemann, Kaiser-Wilhelm- 
Straße 22 I. Kass.: Georg Käthe, Heidenau, Bez. Dresden, Carola- 
straße 5. 

Saarburg. Adr.: Gustav Neumann, Langestraße 56. 

Spandau. Vrs. : Fritz Arnold (C), Ruhlebener Straße. Kass. : 
Paul Müller (C;, Götelstraße. Schriftf.: Richard Mahlke (C), 
Neuendorfer Straße 81. A-Gruppenführer: Koll. Witteck, Kloster- 
straße. B-Gruppenführer: Koll. Klaaßen, Siemensstadt. C-Grup- 
penführer: Koll. Zeiner, Dallgov. D-Gruppenführer: Koll. Mertin, 
Götelstraße. — Die Juli-Hauptversammlung findet am Mittwoch, 
den 7. Juli 1915, abends 8V2 Uhr, im Restaurant Konrad, Schön- 
walder Straße 2, statt. Zahlreiches Erscheinen erbeten. Die Kol- 
legen werden gebeten, die Beiträge nach wie vor pünktlich an 
unseren Kassierer bzw. an unsere Vertrauensmänner abzuführen, 
auch hierbei die Beiträge für die Kriegsunterstützung der An- 
gehörigen unserer eingezogenen Kollegen zu zahlen. Jeder nicht- 
eingezogene Kollege sollte mindestens monatlich eine Kriegs- 
marke zu 1 M kaufen. Auch größere Beträge werden gern ent- 
gegengenommen. Die Abrechnung über diese Sammlung der 
Kriegsbeiträge führt Koll. Mahlke. Von den 205 Mitgliedern un- 
serer Zweigverwaltung stehen 58 im Felde. — In der Juni-Haupt- 
versammlung berichtete Koll. Mahlke über die Verhandlungen 
einer Sitzung der A.-G. Groß-Berlin. Hier ist eine Aenderung 
der Beitragseinziehung derart beschlossen, daß die Beiträge von 
den Kassierern, den Vertrauensmännern usw. direkt an die Ge- 
schäftsstelle Berlin abgeführt werden, welche sodann die Abrech- 
nungen für die einzelnen Zweigverwaltungen aufstellt. Diese 
Maßnahmen sollen einstweilen nur während des Krieges in Kraft 
gesetzt werden. Koll. Mahlke brachte die mündliche und schrift- 
liche Zusicherung des Geschäftsstellenleiters Herrn Müller mit, 
daß die Zweigv. Spandau einschl. des dazu gehörigen Gebietes 
Siemensstadt von diesen Maßnahmen nicht betroffen wird. In- 
folgedessen wird von einer Aussprache über diese Maßnahmen 
abgesehen. Die Sammlung für die Kriegsunterstützungen ergab 



den Betrag von 52 M. Weiter wurden die Kriegsbeschlüsse des 
Verbandes besprochen. 

Stettin. Unsere nächste Versammlung findet am Mittwoch, 
den 7. Juli ds., abends 9 Uhr, im Restaurant „Zum Pschorr- 
bräu", Falkenwalderstr. 129, statt. Wir bitten um zahlreiches Er- 
scheinen unserer Mitglieder. — Am Sonntag, den 27. Juni, ver- 
anstalten wir eine Besichtigung des neuerbauten Tuberkulose- 
Krankenhauses in Hohenkrug. Die Abfahrt erfolgt von Stettin 
um 2.01 Uhr nachmittags nach dem Staatsbahnhof Hohenkrug. 
Es ergehen zu diesem Ausflug noch besondere, schriftliche Ein- 
ladungen, die alles Nähere enthalten. Wir erwarten bei dieser 
Veranstaltung rege Teilnahme unserer Mitglieder und deren An- 
gehörigen. 

Swinemünde. Adr.: Otto Zinke, Ahlbeck, Seebad, Kaiser- 
straße 8. 

Würzburg. Unsere nächste Versammlung findet Dienstag;, 
6. Juli, im Vereinslokal, Schöntalerhof, statt. Wichtige Tages- 
ordnung mit Vortrag über Kriegstechnik. Es ist Ehrenpflicht je- 
des Kollegen, sich an den Versammlungsabenden zu beteiligen. 
Diejenigen Kollegen, die mit ihren Beiträgen bis einschließlich 
Juni noch im Rückstände sind, wollen diese umgehend an den 
Kassier K. Hartmann, Domersdiulstr. 13, entrichten, da sel- 
bige sonst durch Nachnahme eingezogen werden. Wir ver- 
weisen hier auf Heft 21/22. Beiträge für die Kriegshilfe werden 
ebendaselbst entgegengenommen. 



BRIEFKASTEN 



Eine 'Veröffentlichung von Antworten Ist wegen Raum- 
mangels vorläufig nicht möglich. Die einlaufenden 
Antworten werden den Fragestellern direkt zugäng- 
lich gemacht. 

Frage 35. Bitte um Auskunft über die Ausnutzung und Ver- 
wertung von Mergelfeldern. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 



Offene Stellen. 

367 Deutsche Prismen-Industrie in Berlin-Neukölln, Berg- 
Straße 67, s. ein. Eisenkonstrukteur od. ein. Hochbautechn., d. m. 
d. in Frage kommend. Eisenkonstruktionen bewandert ist. Geh. 
200 M. Gesuche an die Firma direkt einsenden. 

421 Straßenbahn- u. Elektrizitätswerk Halberstadt s. auf 
einige Monate ein. jüng. Masch.-Techn. f. zeichnerische Tätig- 
keit. Tagegeld 4 bis 5 M. Bewerbung, sind an das Städt. Elek- 
trizitätswerk in Halberstadt zu richten. 

779/80 Bauamt f. d. Oderregulierung in Greifenhagen s. Bau- 
aufseher (Tiefbautechn.). Geh. 150 bis 180 M. Gesuche sind ein- 
zureichen an Herrn Hache, Greifenhagen, Salzstr. 209. 

781/82 Bauamt f. d. Oderregulierung in Greifenhagen sucht 
Tiefbautechn. f. d. Bureau, jüngere Kräfte Geh. bis 150 M, für 
ältere 200 M. Ges. an Herrn Rudolf Hache, Greifenhagen, Salz- 
straße 209. 

794/95 Städt. Tiefbauamt in Berlin s. zwei Tiefbautechn. m. 
Baugewerkschulbildg. Geh. n. Leistg. v. 165 M an aufwärts. Ge- 
suche m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an d. Haupt- 
geschäftsstelle Berlin, Wilhelmstr. 130, einsenden. 

847/49 Stadtbaurat f. d. Tiefbau in Berlin s. z. sofortig. Ein- 
tritt während d. Kriegszeit Hilfskräfte u. maschinentechn. bzw. 
tiefbautechn. Hilfskräfte. Die betr. Herren müss. d. preuß. höher. 
Maschinenbauschulen od. d. staatl. anerkannten Gewerbeschulen 
bes. hab. u. vollkommen militärfr. (dauernd untauglich) sein. Die 
Herren werd. als Techn. 1. Klasse beschäftigt. Gesuche an die 
Hauptgeschäftsstelle senden. 

855 Militärbehörde in Coblenz-Lützel s. z. sofortig. Antritt 
ein. Baut. f. d. Bureau z. Herstellg. v. Abrechnung. D. Bewerb. 
m. mögl. m. d. Bestimmung, d. preuß. Heeresverwaltg. vertr. 
sein. Verlangt wird Fertigk. i. Aufstell, v. Abrechnung, m. d. 
zugehörig. Zeichnung. Arbeitszeit v. 8 bis 1 u. 4 bis 7 Uhr. Ges. 
mit Lebensl., Zeugnisabschrift, u. wenn möglich selbstgefertigt. 
Zeichnung, nebst Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Frankfurt a. M., 
z.H. d. Herrn W. Nehler, Frankfurt a. M., Postfach 45. 

876 Eisen- u. Maschinenfabrik in Cassel-Bettenhausen s. als 
Zeichn. i. techn. Bureau ein. durchaus militärfr., Mitte der 20 er 
Jahre stehend, ledig. Masch.-Techn., d. flott, u. saub. Zeichner 
ist, kleinere Konstrukt. unt. Anleitg. anfertig, u. einfach. Ge- 
wichtsberechng. machen kann. Anfangsgehalt 120 M. Arbeitszeit 
8 bis 12 und 3 bis 7 Uhr. Gesuche an die Zweigstelle Cassel, z.H. 
des Herrn Thielke, Cassel, Schumannstr. 5, senden. 

877 Städt. Werke in Bremen s. ein. Elektrotechn., Absolvent 
ein. Technikums, d. einige Erf. i. Bau v. Schaltanlag, f. Gleich- 
u. Drehstrom, sowie im Betriebe v. Unterstationen besitzt. Geh. 
bis 200 M. Bewerbung, m. Lebensl. m. Zeugnisabschrift, u. Geh.- 



104 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZE1TUNU 1915 



Heft 25/26 



Anspr. an die Zweigstelle Bremen, z. H. des Herrn Krause, 
Osterstraße 45. 

898 Für eine Kgl. Behörde i. Bezirk Hamburg wird ein 
Hochbt. m. schön. Handschrift ges., d. bereits auf ein. Kgl. 
Hochbauamt tätig war und Uebung in schriftl. Ausdruck u. i. ein- 
fach, statisch. Berechnung, bes. Meldung muß enthalten: Geh.- 
Forderung (150 bis 170 M), Angabe d. frühest. Dienstantritts, d. 
Familien- und Militärverhältn., selbstgeschrieb. Lebensl. u. Zeug- 
nisabschrift. Eigenes Fahrrad erwünscht, aber nicht Bedingung. 
Gesuche an die Zweigstelle Hamburg, z. H. d. Herrn E. Natho, 
Hamburg, Ellerntorsbrücke 10. 

899 Die Marinebauabteilung, Luftschiffplatz Stolp i. Pomm., 
Arnoldstraße 1, s. f. Mitte Juli ein. Tiefbau- u. Vermessungst. 
für Geländeaufnahme u. Geländebefestigungsarbeit. Geh. 200 M, 
außerd. sollen 15 bis 25 Proz. Kriegszulage gezahlt werden. Be- 
schäftigungsdauer bestimmt voraussichtl. bis Oktober ev. länger 
od. andere Baustelle. Gesuche sind an die Firma umgehend direkt 
zu senden. 

900/1 Kgl. Kanalbauamt Lünen sucht zwei Techn. (gute 
Zeichn.) z. Anfertig, v. Bestandzeichnung, v. Brücken u. Drückern. 
Geh. 140 bzw. 150 M. Gesuche an das Kanalbauamt Lünen an 
der Lippe, Münsterstraße 33, senden. 



Für kriegsbeschädigte Mitglieder. 

894/96 Kaiserl. Behörde i. Cuxhaven s. f. ihre Bauabteilung 
Luftschiffplatz mehrere kriegsbeschädigte Bautechniker. Bewer- 
ber müssen d. Abschlußprüfg. an ein. v. Reichsmarineamt an- 
erkannten Baugewerksch. bestand, hab., gewandt i. Zeichn., Ver- 
anschlag., statisch. Berechng. u. Schriftverkehr sein. Einstellg. auf 
Privatdienstvertrag. Gesuche m. Lebensl., Angabe d. Militärver- 
hältn., Zeugnisabschrift, u. Angabe d. Vergütungsansprüche so- 
wie der Art der Kriegsbeschädigung sind einzureichen an die 
Zweigstelle Hamburg, z. H. d. Herrn E. Natho, Hamburg, Ellern- 
torsbrücke 10. 

897 Kgl. Behörde i. Halberstadt s. sof. ein. Techn. z. Erledi- 
gung d. laufend. Dienstgeschäfte. Erwünscht, jedoch n cht Be- 
dingung, ist die bereits frühere Beschäftigung b. Hochbauämtern. 
Stelle wahrscheinl. v. länger. Dauer, wenigstens b. Beendig, d. 
Krieges. Geh. bis 180 M. Dienstzeit 8 bis 1 u. 3 bis 57 2 Uhr", 
Sonnabend nachmittags frei. Die Stelle ist auch f. Kriegsver- 
letzte geeignet. Angeb. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.- 
Anspr., sowie Angabe des frühest. Antr.-Termins u. d. Militär<- 
verhältnisse umgehend an die Zweigstelle Magdeburg, z. H. des 
Herrn P. Kegel, Magdeburg, Wittenberger Straße 20. 



Stellen für Fortbildungsschullehrer. 
Hildesheim: Lehrer f. gewerbl. Fortbildungsschule gesucht. 
An der gewerblichen Fortbildungsschule zu Hildesheim ist zum 
I.Oktober d. Js. oder l.Jan. n. Js. die Stelle eines hauptamtl. 
Lehrers f. d. Klassen der Metallgewerbe, Schlosser, Maschinen- 
bauer, Mechaniker usw. zu besetz. Verlangt wird neben ein. gut. 
allgemeinen u. theoretischen Vorbildg., wenn möglich, auch prak- 
tische Fachkenntn. u. Erfahrg. i. Fortbildungsschuldienste u. i. d. 
Jugendpflege. Der Unterricht erstreckt sich sowohl auf d. grund- 
legende fachgewerbl. Zeichnen, als auch auf das eigentl. Fach- 
zeichnen d. genannt. Berufe, sowie ferner auf d. Unterricht i. Be- 
rufs- u. Bürgerkunde, Rechn. u. Buchführg. Daneb. hat d. betr. 
Lehr. b. auf weiter, auch m. ein. Teil seiner Pflichtstd. an der 
Fachabteilg. f. Metallgewerbe d. Handwerker- u. Kunstgewerbe- 
schule, sowie i. Nebenamte an d. Meisterkursen zu unterrichten. 
Geh. außer Vergütg. f. etwaigen nebenamtl. Unterricht. Grund- 
gehalt 2000 M, Mietsentschädigung 520 M, Alterszulagen 8 mal 
300 M in dreijährig. Stufen bis z. Höchstgehalt v. 4920 M. Nach 
Bewährg. i. Amte Anstellg. auf Lebenszeit m. Pensionsberech- 
tigung. Bewerbungen m. Lebensl. u. Zeugnisabschrift., sowie 
selbstgefertigt. Arbeit, b. z. 1. Aug. d. Js. an die Direktion d. 
gewerbl. Schulen, Rathausstr. 9, erbeten. Der Magistrat. Dr. Ehr- 
licher. 

Inserate aus fremden Zeitschriften. 

„Gesundheitsingenieur" vom 19. Juni 1915. 
Ingenieur od. Techniker, i. Heizungsfach durchaus erfahr, 
u. mögl. selbständig, f. sof. ges. Stellg. i. dauernd u. gefl. Angeb. 
m. Geh.-Anspr., Eintrittstermin, Zeugnisabschrift, u. Angab, über 
Militärverhältn. erbeten. Bechern & Post, G.m.b.H., Zweig- 
niederlassung Münster i. Westf. 

* 

„Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure" in Berlin, 
Sommerstraße 4 a. 

Großes Eisenwerk Mitteldeutschlands s. f. d. technische Bu- 
reau, Abteilung Hüttenbau, mehrere junge Konstrukteure. Bevor- 
zugt werden solche Herren, welche Erfahrg. im Kranbau u. d. 
dazu gehörig. Eisenkonstruktion, od. i. allgemeinen Maschinen- 
bau besitzen. Bewerbung, m. Zeugnisabschrift, unt. Angabe d. 
Geh.-Anspr. u. d. frühest. Eintr.-Term. erb. unt. Z. 6412 durch 
die Expedition der genannten Zeitung. 



Jüngerer Konstrukteur mit etwas Praxis im Zentrifugal- 
pumpenbau u. jüngerer Zeichner z. sofortig. Eintr. ges. Nur mili- 
tärfreie Herren wollen sich unt. Angabe d. Gehaltsanspr., des 
frühest. Eintr.-Term., Referenzen u. Zeugnisabschriften melden 
u. Nr. 350. Maffei-Schwartzkopff-Werke, G. m. b. H., Berlin Nr. 4, 
Chausseestraße 23. 

Gewandt. Techn., möglichst aus der Autobranche, z. Unter- 
stützung d. Betriebsleit. sof. ges. Off. unt. U 6495 durch die Ex- 
pedition d. Blattes. 

Eisenkonstruktionswerk in Südwestdeutschland s. Techn. f. 
d. Betrieb z. Unterstützg. d. Betriebs-Ing. Nur solche Herren, 
d. militär. Einberuf. n. zu erwart, haben u. eine derartige Stelle 
bereits innehatten, wollen sich melden unt. Angabe d. Gehalts- 
ansprüche u. d. Zeitpunktes d. Eintr. Angeb. unt. Z. 6511 durch 
die Expedition der genannten Zeitung erbeten. 

„Anzeiger f. Berg-, Hütten- u. Maschinenwesen", Essen, Ruhr. 

Tüchtige Konstrukteure für Eisenhoch- u. Brückenbau zum 
sofort. Eintr. ges. Gebr. Bieber, Akt. -Ges., Duisburg-W. 

Ges. z. sofortig. Eintr. militärfreier, unverheirateter Ing. 
f. Bureau u. Betrieb. Herren m. mehrjährig. Praxis im Umg. m. 
d. Meistern wollen ihr Gesuch m. Lebensl., Zeugnisabschriften, 
Geh.-Anspr. u. Bild senden an A. Wagner, Cüstrin-Neustadt, 
Spezialwerk f. Spiritusbrennereien u. Kartoffeltrocknungsanlag. 



STERBETAFEL 

Ridi. Appenfelder, Gera <Reuß>, Mitgl. 32168, 

feit 1. 4. 05, geftorben am 9. 6. 15. 
Wilhelm Gofewifdi, Emden, Mitglied 15 107, feit 

1. 1. 99, geftorben am 31. 5. 15. 
Adolf Rofe, Berlin, Mitgl. 23575, feit 1. 7. 02, 

infolge eines Unfalles verltorben. 



Nachruf. 

Erst heute erhalten wir die Nachricht, daß am 11. Fe- 
bruar d. J. auf treuer Wacht im Osten unser lieber Kollege 
und Mitglied unserer Zweigverwaltung, der 

Tiefbautechniker Max Braun 

Musketier im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 264, 12. Komp. 

den Heldentod fürs Vaterland starb. 

Wir betrauern in ihm einen Kollegen, der uns unvergeß- 
lich bleiben wird. 

Zweigverwaltung des Deutschen Techniker-Verbandes 
für Merseburg und Umgegend. . 



Am 31. Mai verstarb nach längerem schweren Leiden 
der Stadtbauassistent 

Herr Wilhelm Gosewisch 

im 40. Lebensjahre. 

Wir verlieren in dem Verstorbenen einen lieben, treuen 
Kollegen, dessen Angedenken wir stets in Ehren halten werden. 

Deutscher Technik er- Verband. 
Zweigverwaltung Emden. 



.die besfe^ßJjmmß^h- efe/jfe 
jilr Saite rcteusse fiöuE 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 



Schri ftleitung: 
Dr. Höfle, Verbandsdirektor. 



XXXII. Jahrg. 



10. Juli 1915 



Heft 27/28 




Befchluß des Gefamtvorftandes 

Mitglieder, die im Jahre 1914 und bis zum 1. Mai 1915 ausgetreten oder 
wegen rückftändiger Beiträge geftrichen worden find, können wieder 
unter Erlaß der rückftändigen Beiträge dem Verbände als neue Mit» 
glieder beitreten. Die Rechte, die fie aus ihrer früheren Mitgliedzeit, 
während deren fie ihre Beiträge bezahlt hatten, erworben haben, 
leben nach einem Jahr ihrer neuen Mitgliedfchaft wieder auf. 
Wir geben diefen Befchluß unferen Verwaltungen zur Kenntnis und 
bitten, danach zu handeln. 

Der Gefchäftsführende Vorftand 

gez. Paul Reifland, I. Vorfitzender. gez. Dr. Höfle, Direktor. 



Technik und Weltkrieg 



Ueber die Entstehung des bald ein Jahr dauernden 
[Weltkrieges ist so viel gesagt und geschrieben worden, 
daß Erörterungen als überflüssig erscheinen könnten. Hier 
indessen ist das Ueberflüssige das Notwendigste. Zwar 
zeigt der Krieg, daß die Technik und nebenbei die Tech- 
niker mehr als je zuvor in irgendeinem Krieg entschei- 
dend sind, aber es fehlt gerade bei unseren meisten Tech- 
nikern die Kenntnis, welche Rolle Technik und Tech- 
niker in England vor dem Weltkriege gespielt haben und 
welche Aufgaben uns deutschen Technikern nach dem 
Kriege bevorstehen, wenn wir unsere weltgeschichtliche 
Stellung mit Ehren behaupten wollen. Dieser Weltkrieg 
ist für England das letzte Mittel, um die Herrschaft der 
Welt zu erringen, indem es Deutschlands Industrie ver- 
nichtet oder sich dienstbar macht; denn diese meint der 
Engländer, wenn er vom Handel und Militaris- 
mus spricht. Als Militarismus begreift er auch Schulung 
und Organisation in Technik, Handel und Wandel. Dies 
.Versteckspielen mit Worten wird seit drei Jahrhunderten, 
seit der Parlamentarismus in England ausgebildet ist, dort 
mit besonderer Meisterschaft gehandhabt. Um lange Aus- 
einandersetzungen zu vermeiden, sei nur auf die Freihan- 
delsbewegung und auf den Kampf Englands gegen den 
deutschen „Militarismus" hingewiesen. Unter dem heuch- 
lerischen Vorgeben für die Freiheit der Völker zu 
fechten, hat England nur gegen die jeweils stärkste Macht 
gekämpft, um nacheinander alle gefährlichen Rivalen nie- 
derzuringen. Spanien, Frankreich, Rußland! Nun sind wir 
an der Reihe, und die Erbitterung ist gegen uns beson- 
ders groß, weil wir es an der empfindlichsten Stelle tra- 
fen, an der stärksten Quelle des Erwerbs und der Macht, 



die Adam Smith in seiner Untersuchung über den Völker- 
wohlstand aufgedeckt hatte, als „erwerbende Arbeit", diese 
ist besonders einträglich, wenn erstens Erfindungsgeist, 
zweitens Sorgfalt und Geschick in der Herstellung und 
drittens kaufmännische Schulung beim Vertrieb zusammen- 
wirken. Um diese drei Dinge haben wir old England in 
sehr kurzer Zeit überflügelt. Vor hundert Jahren hat un- 
ser Dichter und Denker Friedrich Schiller England in be- 
wundernswerter Weise „erkannt" und sein jüngerer Lands- 
mann Friedrich List hat in seinem „Nationalen System 
der politischen Oekonomie" und anderen Schriften uns 
den Weg gewiesen, vom Zollverein zum deutschen Reich. 
Die Betrachtung der Geschichte Englands kann uns dar- 
über aufklären, was wir zu tun und zu meiden haben. 
Englands größter moderner Dichter Lord Byron hat ihm 
vor hundert Jahren vorgehalten, daß es die Welt zur 
Hälfte schlachtete, zur Hälfte prellte, und den Untergang 
vorausgesagt. Den Vollstrecker sieht England in Deutsch- 
land. Weil wir uns nicht mehr prellen lassen, will es uns 
schlachten, aus bösem Gewissen, ehe es zu spät. Dies 
muß näher erklärt werden. Wenn wir eine bessere ge- 
schichtliche Darstellung unserer technischen Entwicklung 
hätten, würden wir klarer sehen. Zurzeit der Hohenstaufen 
stand das Deutsche Volk auf einer Höhe der politischen 
Macht, die wir heute kaum anstreben. Die volkswirtschaft- 
liche Entwicklung war dementsprechend und ihre gewerb- 
liche Blüte überdauerte die äußere Macht bis zum dreißig- 
jährigen Kriege, aus welchem Deutschland nur das kostbare 
geistige Gut der Freiheit des religiösen Bekenntnisses für 
die Welt rettete. Der Verfall der Hansa ermögliche Eng- 
land, die Handelsherrschaft zu erringen. Reichtümer erwarb 



106 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 27/28 



es durch Seeraub an Spanien und Sklavenhandel. 
1783/93 für Liverpool allein 304 Millionen Mark! — Diese 
förderten die Ausnutzung der Eisen- und Kohlenschätze 
der Insel, und so wurden sie „der Erde Gebieter". 

Wenn nun auch die Eisen- und Kohlenschätze nicht er- 
schöpft sind, so ist doch die geistige Kraft der Erfin- 
dung bei den Engländern seit mehreren Menschenaltern 
stark im Rückgange, und sie haben schon lange vom 
fremden geistigen Gute gezehrt, ganz besonders vom deut- 
schen. Nicht nur in Kunst und Wissenschaft, sondern 
auch an gewerblichen und kaufmännischen Kräften haben 
unsere Vettern überm Kanal uns viele entzogen. Bereits 
Newton zehrte von Kepler, Händel und Herschel wurden 
ganz Engländer, obgleich sie geborene Deutsche waren. 
Wir führten geistige Arbeiter aus und führten gewerb- 
liche Güter von Britannien in Deutschland ein, das die 
Freihandelslehre von John Bull wie ein Evangelium auf- 
nahm. Wer vor hundert Jahren als Erfinder sein Glück 
machen wollte, mußte nach England gehen. König und 
Bauers Schnelldruckpresse, welche den Zeitungen (beson- 
ders die „Times") ihre Weltmachtstellung gab, die jetzt 
zum Lügenfeldzug gegen uns dienen, ist nur ein lehrreiches 
Beispiel für viele. Kurz vor dem Kriege mußte die größte 
englische Eisenbahn-Gesellschaft ihren obersten technischen 
Leiter aus Amerika holen. Im Lande war kein geeigneter 
Ingenieur aufzutreiben. 

Die Lage für unsere Techniker und Erfinder ist seit 
der Neubegründung des deutschen Reiches ganz anders 
geworden, und jetzt mußte sich der Abstand der geisti- 
gen Kräfte mit beschleunigter Geschwindigkeit zeigen. 
Selbsterkenntnis ist eines der schwierigsten Dinge, und so 
suchte Großbritannien, dessen „Seele ihren Sitz in 
der Bank von England hat" (Lord Rothschild), 
durch allerhand Mittelchen der „Konkurrenz" zu erweh- 
ren, die nach der den Dingen innewohnenden Gerechtig- 
keit versagten, wie das made in Germany! Nicht nur 
die englische Patentgesetzgebung wurde gebraucht, son- 
dern auch die Mittel der äußeren Politik; die „Einkrei- 
sung" und zuletzt der Krieg, der ja nur eine Fortsetzung 
der Politik mit gewaltsamen Mitteln ist. Kennzeichnend ist 
hierbei, daß gleich nach der Kriegserklärung die Patente 
aufgehoben wurden, deren Inhaber Deutsche waren und 
daß die Fabriken und sonstigen Anlagen mit Beschlag be- 
legt wurden. Eine moderne Form alter Räuberei, diesmal 
ausgedehnt auf geistiges und gewerbliches Ge- 
biet. Also hier im Technischen sitzt die 
schmerzende Wunde Englands! — Die Deut- 
schen als Dichter und Denker, Erfindungen und Werk- 
meister für John Bull lieferndes, sowie gewerbliche Er- 
zeugnisse kaufendes Volk, das wollen sie gerne leben 
lassen. Nur Konkurrenz soll Deutschland dem „Lie- 
feranten der Welt" nicht machen. Auf Ausschließung dieser 
Konkurrenz lief auch die Einkreisungs-Politik hinaus. Ein 
Fall zeigt dies klar: Rußland sollte als „industrielle Pro- 
vinz" wie Ostindien, Aegypten und die Buren-Republiken 
dem britischen Weltreich angegliedert werden. Darüber 
liegt ein Zeugnis vor, das gerade am 15. Juli vor. Jahres 



:: :: :: II VOLKSWIRTSCHAFT :: 5: ü :: 



Die Organisation der Lebensmittelfürsorge für das 
2. Kriegsjahr 

In der vorletzten Nummer der D. T.-Z. behandelten wir die 
verschiedenen Vorschläge, die für die Sicherstellung der Volks- 
ernährung von den verschiedenen Interessenten gemacht worden 
sind. Dieser Tage hat der Bundesrat seine Beschlüsse über die 
Verteilung der neuen Ernte veröffentlicht. 



ausgegeben wurde (im l.Heft des 28. Bandes der in Lon- 
don seit 1899 erscheinenden Zeitschrift The Engeneering 
Rewied), also zwei Wochen vor Ausbruch des Weltkrieges. 
Dies Heft führt ein „Suplement": „Russian Engeneering", 
welches fortan vierteljährlich erscheinen sollte. Auf großen 
Folioseiten ist eine sehr gedrängte Uebersicht über die 
Entwicklungs-Möglichkeiten des gewaltigen Gebietes in 
Europa und Asien gegeben nebst Ratschlägen, wie der 
gewaltige Bedarf Rußlands durch englische Unternehmer 
zu decken sein würde unter Verdrängung der bis- 
her vorherrschenden Deutschen. Jedenfalls sind 
alle diese Mitteilungen auch für uns sehr interessant und 
wert, besonders eingehend in unseren technischen und kauf- 
männischen Zeitschriften beleuchtet zu werden. Beach- 
tenswert ist der Umstand, daß besondere Preßorgane in 
beiden Sprachen (auch doppelsprachige) geschaffen sind 
und weitere beschafft werden sollen, die das Publikum 
und die Fachleute beider Völker zu bearbeiten haben. Dies 
sollten wir uns merken! — Es zeigt sich hier, daß der 
englische Fachmann in erster Linie Engländer ist, der 
für seines Volkes Förderung sorgt, es gilt auch hier: Right 
or wrong — my country! (Recht oder nicht — mein Land!) 

Wie die Engländer in Aegypten moralische Erobe- 
rungen beim Volke durch Anwendung technischer Mittel 
gemacht haben, kann man übrigens aus den Schriften eines 
deutschen Ingenieurs zusammenlesen, der als Begründer 
der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft bekannt ist. Max 
Eyth ist selbst ein Beispiel der Ausnutzung deutscher 
technischer Kräfte, der im Dienste einer englischen Firma 
dem Dampfpfluge in allen 5 Weltteilen zum Siege half. Er 
bezeugt, daß auch der nationalste, fremdenhassende Aegyp- 
ter nicht die englischen Wasserbautechniker freiwillig gehen 
ließe, wenn sich die Engländer aus dem Lande politisch 
zurückzögen. Heute zeigt es sich, daß die Fellachen nicht 
nur, sondern auch viele Abkömmlinge der herrschenden 
Familien garnicht daran denken, die englische Herrschaft 
mit der türkischen zu vertauschen. Ebenso fest sitzen die 
Engländer in Indien beim wirklichen Volke; auch dieses 
gedenkt garnicht die einheimischen oberen „Kasten" in 
die ehemalige Herrschaft wieder einzusetzen. Im Gegen- 
teile folgen sie gern den Engländern nach den Ländern am 
Euphrat und Tigris, wo ein englischer Ingenieur wie 
Wilcox die Herrschaft seiner Rasse durch Planung und An- 
lage eines großartigen Bewässerungssystems nach indi- 
schem Muster vorbereitet hat. Gleichzeitig mit den er- 
obernden Soldaten kommt heute der Kuli, der in seinem 
übervölkerten Heimatlande hungern müßte, er verdrängt 
den faulen Nomaden, der das Land zur Wüste werden 
ließe. Das ist sein weltgeschichtliches Recht. 

Die Technik ist mit ein Mittel der Weltwirtschaft. 
Wer die elektrischen Drähte, die Eisenbahnen und Wasser- 
kräfte beherrscht, dem gehört das Land und die darin woh- 
nen, und wer die gewerbliche und landwirtschaftliche Ar- 
beit, die Nahrung und Wohlstand schaffen, fördert und 
leitet, genießt die Ehren des Regenten. Dies haben die 
Engländer verstanden. Lernen wir! — 

Mitglied 34 624. 



Zur Regelung des Verkehrs mit Getreide und Mehl wird 
eine Reichsgetreidestelle errichtet. In dieser werden die 
heute bestehenden Behörden, wie Reichsverteilungsstelle und 
Kriegsgetreide-Gesellschaft zusammengefaßt. Die neue Reichs- 
getreidestelle zerfällt in zwei Abteilungen, in die Verwaltungs- 
abteilung und Einkaufsabteilung. Die Verwaltungsabtei- 
lung ist für alle öffentlich-rechUichen Verwaltungsaufgaben auf 
dem Gebiete der Bundesratsverordnung vom 25. Januar 1915, 
insbesondere für die Durchführung der Beschlagnahme und für 
die Regelung des Verbrauchs von Getreide zuständig. Dieser 
Verwaltungsabteilung gehören außer 16 Bevollmächtigten zu 
Bundesrat je ein Vertreter des Deutschen Landwirtschaftsras 



Heft 27/28 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



107 



des Deutschen Handelstags und des Deutschen Städtetags an. 
Außerdem werden durch den Reichskanzler je zwei Vertreter der 
Landwirtschaft, des Handels, der Industrie und der Konsumenten 
berufen. 

Die Einkaufsabteilung ist eine Gesellschaft mit be- 
schränkter Haftung unter Leitung eines Aufsichtsrats von 21 Mit- 
gliedern, von denen 6 auf die Landwirtschaft, 9 auf die groß- 
gewerblichen Unternehmungen und 6 auf die Städte entfallen. 
Die Einkaufsabteilung übernimmt die Bewirtschaftung und Nutz- 
barmachung der beschlagnahmten und enteigneten Getreidevor- 
räte. Die gesamte deutsche Ernte gilt nämlich als beschlag- 
nahmt, und zwar ist das Getreide bereits auf dem Halm als be- 
schlagnahmt anzusehen. Eine Ausnahme machen nur das Saat- 
gut, dessen Verkauf dem Besitzer überlassen bleibt, sowie der 
Bedarf der landwirtschaftlichen Unternehmer für sich, ihre Fa- 
milien und Angestellten. Sie dürfen pro Kopf und Monat 9 kg 
Getreide von der Beschlagnahme zurückbehalten. Die Einkaufs- 
abteilung hat im allgemeinen die Aufgaben der bisherigen Kriegs- 
getreidegesellschaft zu erfüllen. Jedoch werden für die Beschlag- 
nahme die Kommunal verbände eingeschaltet. Denn die 
Beschlagnahme erfolgt für die Kommunalverbände, von denen 
die festgesetzten Brotgetreidemengen der Reichsgetreidestelle zur 
Verfügung gestellt werden. Die Beschlagnahme endet mit dem 
freihändigen Eigentumserwerb durch die Reichsgetreidestelle oder 
den Kommunalverband, für den die Vorräte beschlagnahmt sind, 
mit der Enteignung. Liefern die einzelnen Verbände die vor- 
geschriebenen Mengen Getreide nicht oder nicht vollständig ab, 
so kann die Reichsgetreidestelle die fehlende Menge in den be- 
treffenden Bezirken durch Kommissionäre unmittelbar erwerben. 
Der ansässige Handel ist möglichst zu berücksichtigen. Jeder 
Kommunalverband hat der Landeszentralbehörde rechtzeitig zu er- 
klären, ob er mit dem für ihn beschlagnahmten Getreide bis zur 
Höhe seines Bedarfsanteils selbstwirtschaften will, was 
nach Prüfung der Sachlage zu gestatten ist. Solche Verbände, 
die nicht selbst wirtschaften wollen, haben ihren Bedarf an Mehl 
von der Reichsstelle einzufordern. 

Das Ausmahlen des Getreides erfolgt auf Verfügung 
der Reichsgetreidestelle oder des örtlichen Kommunalverbandes. 
Die Kommunalverbände haben für die Austeilung des Mehls 
Sorge zu tragen. Zu diesem Zwecke errichten sie eine Mehl- 
verteilungsstelle und regulieren den Verbrauch durch 
Ausgabe von Brotkarten oder Brotbüchern und kontrollieren 
die Selbstverbraucher. 

Zur Herstellung von Mehl ist der Roggen mindestens bis 
iu 82 und der Weizen bis zu 80 o/o auszumahlen, doch behält sich 
die Reichsgetreidestelle Aenderungen nach dem Ergebnis der 
Ernte vor. Das Verfüttern von Brotgetreide und Mehl bleibt 
auch fernerhin verboten. 

Nachdem wir mit einem ziemlichen Vorrat an Getreide in 
das neue Kriegsjahr hinübergehen, und die Ernteaussichten zum 
mindesten nicht schlechte sind, wenigstens nicht so ungünstig 
als auf Grund gemachter Erhebungen zu befürchten war, hoffen 
wir unter Berücksichtigung der neuen Organisation für Lebens- 
mittelversorgung die Garantie zu haben, auch im zweiten Kriegs- 
jahre wirtschaftlich durchhalten zu können. Dr. H. 

* 

Die Gestaltung des Wirtschaftslebens nach dem Kriege 

Eine Umfrage bei der Berliner Geschäftswelt hat folgende 
Aeußerungen über die einzelnen uns interessierenden Gebiete 
unseres Wirtschaftslebens ergeben. Zur Gestaltung des Tiefbau- 
gewerbes macht Herr Direktor H atz ky von der Julius-Berger- 
Tiefbaugesellschaft folgende Bemerkungen: 

Nach Beendigung des Krieges werde man alle Energie an- 
wenden müssen, um eine Periode allgemeiner Erschlaffung, 
welche vielleicht unvermeidlich sein wird, zu überwinden. Eine 
solche Erschlaffung ist sicherlich nicht von dem Unternehmer- 
geist zu erwarten, als vielmehr bei der Arbeiterschaft. Und es 
ist ja gewiß auch erklärlich, wenn das Ruhebedürfnis nach den 
gewaltigen Strapazen des Feldzuges in weiten Kreisen des Volkes 
sich geltend machen wird. Die italienischen Arbeiter, welche 
bisher für Erd- und namentlich für Tunnelbauten zahlreich ver- 
wendet wurden, wird man nicht vermissen ; sie werden heute 
schon durch polnische Arbeiter ersetzt. Ob die hohen Lohnsätze, 
welche gegenwärtig auch das Baugewerbe bewilligt, sich nach 
dem Kriege werden erhalten können, ist eine Frage, die sich 
heute noch nicht übersehen läßt. Zu den Lohnsätzen, welche vor 
dem Kriege in Geltung waren, wird man schwerlich zurück- 
kehren können. 

Ueber den Hochbau spricht sich ein Berliner Architekt 
folgendermaßen aus: 

Zurzeit steht man noch ganz ungeklärten Verhältnissen 
egenüber. Der italienische Maurer ist bereits seit geraumer Zeit 
urch einheimische Arbeitskräfte mit Erfolg ersetzt worden. Und 



in den Kreisen der Berliner Bauunternehmer hofft man, man 
werde allgemein und unerbittlich fest bleiben, wenn etwa nach 
dem Kriege die Italiener wieder herangezogen kommen, um bei 
uns Arbeit und lohnenden Verdienst zu finden. Im übrigen sind 
die führenden Berliner Baufirmen augenblicklich und auf lange 
hinaus mit Hochbauten vollauf beschäftigt. Für die Zeit nach 
dem Kriege erwartet man zunächst keine starke Zunahme der 
Bautätigkeit in Berlin, wenigstens für den Wohnungsbau nicht. 
Erstens besteht durchaus kein Wohnungsmangel, sondern eher 
das Gegenteil, und sodann wird die Frage der Hypotheken«« 
beschaffung und des Hypothekenzinsfußes erst eine Neuregelung 
erfahren müssen, wenn der Wohnhausbau in größerem Umfange 
sich beleben soll. 

Für den Schiffsbau wird eine Periode des Aufschwungs 
erwartet. Herr Geheimrat Busley gibt dafür folgende Be- 
gründung: 

Es wird in erster Linie darauf ankommen, die Kriegs- und 
Handelsmarine zum mindesten auf die volle Höhe, wie sie vor 
dem Kriege bestanden, zu bringen. Weitere Entwickelungen 
lassen sich natürlich heute noch nicht übersehen. Aber die Ver- 
luste, welche die Handelsflotte durch die Kaperpolitik der Eng- 
länder erlitten, die müssen bald ausgeglichen werden, so daß 
also der deutsche Schiffbau eine starke Aufgabe vor sich hat, 
auf welche er sich zweifellos vorbereiten wird, sobald die Wie- 
derkehr des Friedens in greifbare Nähe gerückt ist. 

Zur Eisenindustrie äußert sich Herr Kommerzienrat 
Leo Lustig, Generaldirektor der Deutschen Eisenhandel- 
Aktiengesellschaft, wie folgt: 

Bestimmte Maßnahmen für die Wiederaufnahme der nor- 
malen Friedensarbeit können heute schon deshalb nicht getroffen 
werden, weil sich die voraussichtliche Dauer des Krieges gegen- 
wärtig noch absolut nicht übersehen läßt. Deswegen sind auch 
dahingehende Vorbereitungen zurzeit noch nicht im Gange, be- 
sonders nicht in technischer Beziehung. In kommerzieller Be- 
ziehung beschäftigt man sich dagegen doch schon jetzt' mit der 
zukünftigen Entwicklung: hier sind umfangreiche Vorarbeiten 
für die Regulierung von Produktion und Absatz nach Friedens- 
schluß im Zuge. Es schweben Verhandlungen, welche die Grün- 
dung eines Rohstahlverbandes zum Ziele haben. Man beabsich- 
tigt, alle Werke, die sich mit der Erzeugung von Eisen und Stahl 
beschäftigen, so zusammenzufassen, daß die Produktion, der Ver- 
kauf im Inlande und der Export einheitlich und nach feststehen- 
den Grundsätzen geregelt werden kann. Dieser Verband, zu 
dessen Zustandekommen begründete Aussicht besteht, soll seine 
Wirksamkeit unmittelbar nach Friedensschluß aufnehmen. 

Wenig geklärt erscheinen die Verhältnisse in der Elek- 
trizität s i n d u s t r i e. Dazu liegt folgende Aeußerung vor: 

An Vorarbeiten für die Zukunft kann heute noch nicht ge- 
dacht werden. Es ist dies auch begreiflich, wenn man sich er- 
innert, welch große und umfangreiche Unternehmungen unsere 
großen Gesellschaften, die A. E. G. ebenso wie Siemens-Schuckert, 
im feindlichen Auslande bei Ausbruch des Krieges halbfertig 
liegen lassen mußten. Werden sie diese Arbeiten nach Friedens- 
schluß zu Ende führen können, oder wie werden sich die Ver- 
hältnisse gestalten? Diese Frage kann heute nach keiner Rich- 
tung hin beantwortet werden, und es wird eine der Aufgaben 
der Friedensverhandlungen sein, über die berechtigten An- 
sprüche der deutschen Industrie in dieser Beziehung Klarheit 
zu schaffen, respektive diese Ansprüche sicherzustellen. Daß 
man sich im übrigen darauf vorbereitet, die gesamte Arbeit im 
In- und Auslande, selbst unter veränderten Bedingungen, sofort 
mit voller Kraft wieder aufzunehmen, ist selbstverständlich. Doch 
glauben die führenden Männer der Elektrizitätsindustrie, vor 
einem weitgehenden Optimismus warnen zu sollen. Jedenfalls 
wird unmittelbar naCh dem Kriege eine Periode einsetzen, in 
welcher mit doppelter Anspannung und vermehrter Hingebung 
gearbeitet werden muß, selbst wenn der Erfolg nicht sofort 
mit Händen zu greifen sein wird. 



SOZIALPOLITIK 



Urlaub 

„Im Krieg gibts keinen Urlaub." Diese Parole ist für manchen 
Arbeitgeber, aber auch für manche Behörde maßgebend. Leicht 
mag die Urlaubsgewährung nicht sein in Betrieben, die voll- 
beschäftigt sind, viele Angestellte eingezogen und Ersatz nicht in 
vollem Umfange möglich war. Immerhin werden die Angestellten 
bereit sein, auch sich noch die Arbeit des in Urlaub befindlichen 
Kollegen aufzubürden, wenn sie nur die Gewißheit hätten, wenig- 
stens einige Tage für ihre und ihrer Familie Erholung zu erhalten. 
Schließlich ist der Angestellte auch mit Verminderung der sonst 
üblichen Urlaubszeit einverstanden. In den Berufszweigen mit 
flauem Geschäftsgang wird mit Recht die Gewährung von Urlaub 



108 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNü 1915 



Heft 27 28 



im gewohnten Umfang verlangt werden können. Das gleiche 
gilt von den Firmen, die wegen mangelnder Beschäftigung 
gekürzte Gehälter eingeführt haben. Natürlich besteht dort, wo 
vertraglich Urlaub zugesichert ist, auch in Kriegszeiten ein 
Rechtsanspruch darauf. Bei der Würdigung der Urlaubsfrage darf 
nicht außer acht gelassen werden, daß von einem großen Teil der 
Angestellten infolge der Einziehungen zum Heer erhöhte Ar- 
beitsleistung verlangt wird und weiter ein großer Teil im 
Jahre 1914 durch den Kriegsausbruch um ihren Urlaub gekom- 
men sind. 

Ohne für alle Betriebe gleiche Forderungen aufstellen zu 
wollen, wird doch grundsätzlich auf Gewährung von Urlaub hin- 
zuarbeiten sein. 

Was die Beamten angeht, so dürften folgende Angaben 

interessieren. 

Die Justizbeamten sollen sich mit einem verkürzten 
Ferienurlaub begnügen, unter Umständen auch ganz auf Urlaub 
verzichten. Die Entscheidung soll nach örtlichen und persönlichen 
Verhältnissen gefällt werden. Der ordnungsmäßige Geschäftsgang 
ist unter allen Umständen aufrecht zu erhalten. In ähnlicher 
Weise haben das Preußische Finanzministerium 
und das Ministerium des Innern die Urlaubsfrage ge- 
regelt. Es wird empfohlen, den Urlaub in zwei Abschnitte zu 
teilen. Für die Vertretung haben die Beamten selbst Sorge zu 
tragen. Für den Urlaub der Eisenbahnbeamten ist be- 
stimmt, daß während des Krieges Urlaub in der bisher üblichen 
Ausdehnung und Dauer nicht gewährt werden kann. Ueber die 
Hälfte der sonst üblichen Dauer soll nicht hinausgegangen 
werden. Die Beurlaubungen sind auf die Monate Mai bis Oktober 
zu verteilen. Eine besondere Berücksichtigung der großen Schul- 
ferien ist nicht angängig. Das Reichspostamt hat verfügt, 
daß die Gewährung eines Erholungsurlaubs zulässig ist, jedoch 
vorzugsweise an solche Beamte, an deren Arbeitskraft während 
des Krieges besonders hohe Anforderungen gestellt wurden. 

Die Stadt Berlin gewährt ihren Angestellten und Beamten 
die Hälfte des bisher üblichen Urlaubs und zwar in zwei Ab- 
schnitten. Dr. H. 

* 

Teuerungszulagen 
Der Krieg bedingt an sich eine Steigerung der Kosten der 
Lebenshaltung. Der Angestellte und Beamte werden nicht nur 
von der Höhe der Lebensmittelpreise stark betroffen, sondern 
auch von der Preissteigerung der anderen Produkte in beson- 
derem Maße, weil sie als Mittelstandsexistenzen für die äußere 
Lebenshaltung einen beträchtlichen Teil ihres Einkommens ver- 
wenden müssen. Daß eine Steigerung der Kosten der Lebens- 
haltung vorhanden ist, ergibt schon die Tatsache, daß nach den 
monatlichen statistischen Uebersichten die Reichindexziffer, die 
den auf Grund der Ration eines deutschen Marinesoldaten be- 
rechneten Nahrungsmittelaufwand für eine vierköpfige Familie 
und für eine Woche anzeigt, um 32 Prozent gestiegen ist. Vom 
Juli 1914 bis zum März 1915 hat eine vierköpfige Familie in 
der Woche 8 Mark mehr für den notwendigen Lebensunterhalt 
aufzubringen. 

Auch die Beamten und Angestellten sind bereit, die Opfer, 
die der Krieg mit sich bringt, soweit es in ihren Kräften liegt, 
zu tragen. Wenn aber, ohne daß der Allgemeinheit besondere 
Lasten entstehen, eine Erleichterung möglich, so dürfte diese 
erstrebenswert sein. 

In diesem Sinne haben eine Reihe leistungsfähiger Firmen, 
sowie einzelne Behörden Teuerungszulagen gewährt. So die 
preußische Eisenbahnverwaltung an ihre Arbeiter, der Ham- 
burgsche Staat an seine Arbeiter und Angestellten bis 166 Mark 
Monatseinkommen. Bekannt ist die Kriegszulage der im Bereiche 
des Kriegsministeriums und Reichsmarineamts tätigen Angestell- 
ten und Beamten. Die Berliner Handelsgesellschaft hat ihren 
verheirateten Beamten bis 5000 Mark ein volles Monatsgehalt, 
den ledigen mit Gehältern bis zu 3000 Mark und den Verheira- 
teten im Felde mit solchen bis 5000 Mark ein halbes Monats- 
gehalt gewährt. 

Der D. T.-V. ist an die Reichsbehörden, die Behörden der 
Einzelstaaten und den Deutschen und Preußischen Städtetag 
wegen Gewährung von Teuerungszulagen herangetreten. Auf 
Wunsch werden Eingaben an Privatfirmen zur Verfügung gestellt 

Dr. H. 



ANGESTELLTENFRAGEN 



Burgfriede 

Zwischen dem Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband 
und dem Verein für Handlungs-Kommis von 1858 hat es vor 
dem Krieg an Auseinandersetzungen, die gar oft wenig glück- 



liche Formen annahmen, nicht gefehlt. Jetzt ist zwischen den 
beiden größten Handlungsgehilfenverbänden folgende Verein- 
barung zustande gekommen, die in den Organen der beiden Ver- 
bände veröffentlicht wird: 

„In der Erkenntnis, daß es Aufgabe aller deutschen Män- 
ner ist, die größte Errungenschaft des deutschen Krieges, das 
„Gemeinschaftsgefühl des deutschen Volkes", diesem auch 
nach dem Kriege zu erhalten und zu bewahren, haben der 
Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband und der Verein 
für Handlungs-Kommis von 1858 eine Reihe von Vereinbarun- 
gen getroffen, die ihr gegenseitiges Verhältnis nach dem 
Kriege zum Gegenstand haben. 

Das Ziel dieser Vereinbarungen ist, die Art der aus den 
teilweise abweichend gerichteten Anschauungen und Bestre- 
bungen entspringenden Auseinandersetzungen zwischen den 
Verbänden und ihren Gliederungen in Zukunft so zu beein- 
flussen, daß der Boden der sachlichen Auseinandersetzungen 
nicht verlassen wird, damit das Gemeinschaftsgefühl der deut- 
schen Handlungsgehilfen als Glieder eines Volkes und eines 
Standes nicht verloren geht und trotz aller sachlichen Gegen- 
sätze die beteiligten Personen doch auf dem Boden der 
gegenseitigen Achtung miteinander verkehren und verhandeln 
können. 

Zu diesem Zwecke unterwerfen sich beide Verbands- 
leitungen für sich selbst und für alle ihre Verbandsgliederungen 
und selbständigen Einrichtungen, soweit sie auf diese einen 
satzungsgemäßen Einfluß ausüben können, unter Ausschluß 
der ordentlichen Gerichte dem Spruche eines Ehrenrats. 

Der Ehrenrat ist nicht berufen, über rein sachliche Mei- 
nungsverschiedenheiten auf dem Gebiete der Standespolitilc 
zu entscheiden, wohl aber ist er zuständig, wenn bei der Aus- 
tragung dieser Meinungsverschiedenheiten die Wahrhaftigkeit 
oder die Form verletzt wird, ferner für die Einhaltung von 
Vereinbarungen, die zwischen beiden Verbänden getroffen sind 
oder werden. 

Bei Kaufmannsgerichtswahlen und Wahlen zu anderen 
Standesvertretungen beschränken sich die Gliederungen beider 
Verbände auf die Empfehlung ihrer Listen, ohne Angriffe auf 
den andern Verband oder seine Liste zu richten. Bei gemein- 
samen Vorschlagslisten und Wahlbündnissen der Verbände 
und Gliederungen ist für die Verteilung der Sitze der bisherige 
Bestand zugrunde zu legen, wenn nicht besondere Gründe 
eine andere Verteilung als geboten erscheinen lassen. 

Beide Verbände und ihre Gliederungen verzichten darauf, 
die Zahl der von ihrer Liste gewählten Beisitzer im Vergleich 
mit der Zahl der von der andern Liste gewählten als Sieg 
oder Niederlage der betreffenden Verbände zu bewerten." 

Auch unter den Arbeiterorganisationen macht sich 
der Wunsch" einer Annäherung bemerkbar. Nachdem der „Re-i 
gulator", ein Organ der Hirsch-Dunckerschen Gewerkschafts- 
richtimg, sich im Sinne eines Zusammenarbeitens der verschie- 
densten Gewerkschaftsrichtungen geäußert hatte, hat der Zenrral- 
rat der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine folgende Entschlie- 
ßung gefaßt: 

„Eines der erfreulichsten Ergebnisse, di,e dieser sonst so 
furchtbare Krieg gezeitigt hat, erblickt der Zentralrat der Deut- < 
sehen Gewerkvereine in dem gemeinsamen Arbeiten der ver- 1 
schiedenen Organisationseinrichtungen, wie es auf dem Ge- 1 
biete der Arbeitslosenfürsorge, des Arbeitsnachweiswesens, der- 
Hinterbliebenen- und Kriegsbeschädigtenfürsorge, der Siche- 
rung der Volksernährung und sonst bei der Vertretung der Ar- 
beiterinteressen während der ganzen Dauer des Krieges durch- 
geführt worden ist. Er spricht die zuversichtliche Erwartung 
aus, daß bei aller Wahrung der Eigenart der verschiedenen 
Richtungen auch nach Friedensschluß ein solches Neben- und 
Miteinanderarbeiten möglich ist im Interesse der Arbeiterschaft 
und des deutschen Wirtschaftslebens. 

In der Erkenntnis, daß zurzeit die einheitliche Arbeiter- 
organisation auf neutralem Boden, wie sie als Ideal den Deut- 
schen Gewerkvereinen vorschwebt, nicht zu verwirklichen ist, 
macht sich der Zentralrat die im „Regulator" vertretenen An- 
schauungen zu eigen. Da diese Anschauungen auch in der 
Presse der anderen gewerkschaftlichen Organisationen zum 
Teil völliger Zustimmung, nirgends aber grundsätzlicher Ab- 
lehnung begegnet sind, bringt der Zentralrat seine Bereitwillig- 
keit zum Ausdruck, alle Bestrebungen zu unterstützen, die dar- 
auf abzielen, auch nach dem Kriege ein erträglicheres Ver- x 
hältnis zwischen den verschiedenen Organisationen aufrecht- 
zuerhalten und in allen die gesamte Arbeiterschaft betreffenden 
Fragen ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen." 

Die freien und christlichen Gewerkschaften haben sich in 
nicht ablehendem Sinn geäußert. Dr. H. 



Heft 27/28 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



§ U II H :: :: STANDESFRAGEN 






Der Baumeistertitel in Sachsen 

In Sachsen wird immer noch viel Unfug mit dem Bau- 
meistertitelgetrieben. Das Dresdner Amtsblatt (Dresdner Anzeiger) 
sieht sich veranlaßt, nachdrücklich auf die Verordnung des Kgl. 
Sachs. Ministeriums des Innern vom 12. Februar 1903 hinzu- 
weisen, wonach zur Führung des Titels „Baumeister" nur 
diejenigen berechtigt sind, welche 



1. die Prüfung nach der Verordnung vom 12. Februar 1903 
oder 

2. die Prüfung nach der Verordnung vom 14. Januar 1842 
oder 

3. die Abschlußprüfung bei einer deutschen technischen Hoch- 
schule (erste staatliche Hauptprüfung oder Diplomprüfung) 1 
im Hochbaufache bestanden oder 

4. diese Berechtigung durch ausdrückliche Verleihung des 
Königlichen Ministeriums des Innern erlangt haben. 

Anderen Personen ist die Führung des Titels „Bau- 
meister" zur Vermeidung der in § 360 Ziffer 8 des Strafgesetz- 
buches angedrohten Strafe untersagt. 



EHREN 




TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Paul Beyer, Stettin, Leutnant d. Res., Mitgl. 11 505, Mitglied 

des Gesamtvorstandes des D. T.-V. 
Eugen Gerling, Wetzlar, Mitgl. 60021. 
Claus Göttsche, Stettin, Mitgl. 40 192. 
Paul Heyde, Leipzig, Mitgl. 64 773. 

Adalbert Kühnast, Berlin, Mitgl. 66 352, unter Beförderung 

zum Gefreiten. 
Adam Meinhardt, Wiesbaden, Mitgl. 28 042. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden: 

Rud. Dülk, Landau, Mitgl. 40 842, Verdienstkreuz mit Krone 
und Schwertern 3. Klasse. 

Heinrich Sand, Landau, Mitgl. 68131, Verdienstkreuz mit 
Schwertern 3. Klasse. 

Fritz Schönbeck, Werdau, Mitgl. 30 741, König-Friedrich- 
August-Medaille. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Ch. Ahrens, Bremen, Mitgl. 15 809, seit 1.4.99, am 7.5.15 
in Berlin an den Folgen seiner im Felde erhaltenen Ver- 
wundung. 

Fritz Assenbaum, Hamburg, Mitgl. 48 577, seit 1. 4. 1908, 
im Juni 1915. 

Karl Besselmann, Bochum, Mitgl. 24 988, seit 1.1.03, am 

10. 11. 14 bei Poel Capelle. 
E. Breitmeyer, Braunschweig, Mitgl. 40 640, seit 1.10.06. 
Hans Dahlke, Charlottenburg, Mitgl. 67 186, seit 1.7.12, am 

15. 5. 15 bei Jaroslau. 
Friedr. Griebe, Hamburg, Mitgl. 60 960, seit 1. 1. 1911, im 

Juni 1915. 



Georg Janschek, Braunschweig, Mitgl. 23 935, seit 1.10.02, 

am 15.6.15 in den Vogesen. 
Otto Richard Kästner, Obergittersee (Zweigverw. Dresden), 

Mitgl. 46 838, seit 1.1.08, am 18.10.1914 in französischer 

Gefangenschaft. 
Aug. Krauß, Frankenthal (Pfalz), Mitgl. 77 729, seit 1.5.14, 

am 24.5.15 im Feldlazarett infolge einer bei Arras er- 
littenen schweren Verwundung. 
Wilh. Kreß, früher Reistenhausen, zuletzt Frankfurt a. M., 

Mitgl. 47 645, seit 1.4.08, am 21.4.15 in Galizien. 
Georg Scholz, Königsberg, Mitgl. 45 445, seit 1.10.07, am 

5. 6. 15 im Festungs-Haupt-Lazarett zu Königsberg. 
Artur Schroeder, Stettin, Mitgl. 75 864, seit 1.4.14, am 13. 

6. 15 im Feldlazarett in Galizien an Cholera. 
F. Watzlaw, Kattowitz, Mitgl. 71 343, seit 1. 4. 13 am 28. Mai. 
Viktor Weber, Stettin, Mitgl. 64 266, seit 1. 10. 11, bei Gorlice 

(Galizien) am 2.5.15. 
Josef Wiemers, Düsseldorf, Mitgl. 47148, seit 1.1.08, am 

18.3.15 im Feldlazarett zu Vouziers. 

Es wurden verwundet: 

Oswald Ritscher, Gravenstein, Mitgl. 48 593. 

Arthur Schoof, Magdeburg-Sudenbg., Mitgl. 76 444. 

E. Steinweg, Berlin-Rosenthal, Mitgl. 71512. 

Ewald Wendler, Waidmannslust, Mitgl. 76147, zweimal 
durch Schrapnellschuß, jetzt wieder zur Front zurück- 
gekehrt. 

Berichtigung: 

Kurt Kühn, Gütersloh, Mitgl. 69 587, ist erfreulicherweise 
nicht gefallen, sondern nach einer neueren Mitteilung ver- 
wundet in russische Gefangenschaft geraten. 



Kriegshilfe (23. Quittung) 



Laut Beschluß des Geschäftsführenden Vorstandes des Deut- 
schen Techniker-Verbandes vom 8. Juni 1915 der Kriegshilfe zu- 
geführt 10 000,00 M. 

Geschäftsführender Vorstand: P. Cosmus, F. Heinze, P. 
Reifland (11. Rate) = 35,00 M. 

Beamte und Angestellte: Bormfeldt, Buchholz, Dr. Höfle, 
Hofmann, A. Lenz, Matzdorf, Mourgues, Frl. Thiele = 109,35 M. 

Zweigverwaltungen: Aachen: J.Gatzweiler 3,00, G. Bek- 
ker 1,00 (=4,00). Augsburg: 59,00. Barmen: 15,00. Baut- 
zen: G.Schneider 3,00, Reh 1,50, Muster 0,20 (=4,70). Ber- 
lin: Betriebsgruppe A. E. G.: E. Wiebe 1,00, Kuhlmann 1,00 
(=2,00). Berlin-Friedenau: Frederichs 3,00. Berlin- 
Lichtenberg: Handel 3,00. Berlin-Lichterfelde: Be- 
triebsgruppe Materialprüfungsamt 13,00, Hartwig (gesammelt) 
7,00, Bergmann 2,00, Gröschel 2,00, Kamke 2,00, Plewe 1,00, 
Buchholz 1,00, Hensel 1,00, Weber 1,00, Pirnau 1,00, Thoren 1,00, 
Goßrau 1,00, Eschenhorn 1,00 (=34,00). Bonn: 21,00. Bor- 
beck: Langenhorst 1,00, Dieckmann 1,00, Janssen 3,00, Holzer- 
land 1,00, Bahr 2,00, Habeck z. Zt. Belgien 10,00 (= 18,00). 
Bremerhaven: 3,00. Brieg: 11,00. Brohl: 14,00. Cöln 
a. Rh. : Adler 2,00, Askevold 4,00, Aust 2,00, Bolten 10,00, Breu- 
nig 3,00, Breunninger 4,00, Bunten 3,00, Biedermann 1,00, Bux 
10,00, Canzler 3,00, Denker 2,00, Dettmar 2,00, Eichelgrün 4,00, 
Feldhoff 1,50, J.Fuchs 1,00, Gattermann 3,00, Gödeke 1,00, 
Genth 5,00, Grone veld 1,00, G.Götz 2,00, HoChmuth 5,00, Hassel- 
beck 4,00, O. Hoffmann 4,00, Hillen 6,00, Heinze 3,00, W. Hirsch 



2,00, Klencz 2,00, Kuhnke 4,00, Kögl 2,00, F. König 2,00, Ledos- 
quet 3,00, Linder 2,00, Meinhardt 2,00, A. Meyer 3,00, Meis 3.00, 
Meskendahl 2,00, Naske 4,00, Nottar 2,00, Nachtsheim 3,00, 
Pellikan 2,00, G. Paul 5,00, Pikalo 4,00, Pörtje 4,00, Pröhsdorf 
1,00, Ritte 3,00, Rühlmann 2,00, Röper 5,00, H. Scholz 4,00, 
C. Schreier 2,00, H. Schmitz 2,00, Schwalbert 3,00, R. Scholz 2,00, 
Schulze 2,00, Stockmann 3,00, Sturm 1,00, Türk 5,00, R.Wagner 
2,00, A.Winter 3,00, Joh. Weber 2,50, B.Wolf 1,00, Ungenannt' 
2,00, Ungenannt 2,00, Ungenannt 2,00 (= 187,00). Cüstrin:! 
24,00. Cuxhaven: 27,00. Delmenhorst: 10,00. Dessau: 
9,00. Döbeln: 9,00. Eberswalde: 6,00. Eisenach: 1,00. 
Eltmann: 7,00. Esch weil er: Foglin 1,00, Budde 1,00, 
Schwartz 1,00, Rett 1,00 (= 4,00). Frankenthal: Aue 2,00, 
Keul 3,00, Fick, Oppau 3,00 (= 8,00). Fürstenwalde: 4,00. 
Gera: 16,00. Gießen: 8,00. Glückstadt: 6,00. Ha- 
gendingen: 17,00. Hamburg: 8. Rate 929,00, 9. Rate 822,00, 
W.Thiede 2,00 (= 1753,00). Hannover: 19,00. Haspe: 
34,00. Heidelberg : 11,00. Helgoland : 36,00. Höchst : 
4,00. Königsberg: K. Budinski 2,00, K. Flögel 10,00, W. Goltz 
2,00, R. Juraschka 2,00, A. Seyfarth 1,00, Fr. Wermke 10,00 
(= 27,00). Lippstadt: R. Heide 1,00, J. Brielmann 1,00, 
H. Arnim 1,00, H. Spiekermann 1,00, B. Plaßmann 1,00, Tech- 
nischer Verein Lippstadt 26,00, Fr. Ludolph 2,00 (= 33,00). 
Magdeburg: Konferenz der Kriegsvertrauensmänner. Papen- 
roth 5,00, O. v. Lühmann 5,00, Schelle 1,00, Schoder 1,00 
Lochmann 1,00, K. Keyser (?) 1,00, Behrendt 1,00, Vorberg 1,00, 
Berg 3,00, P. Popp 2,00, G. Dreyer 1,00, L. Göhmann 1,00, 



110 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 191b 



Heft 27/28 



Bröcker 2,00, J. Howaksch (?) 2,00, Lütge 3,00, Büssing 1,00, 
Fix 1,00, Stock 1,00, Wachenschwanz 2,00, Fr. Schmidt 2,00, 
Panzer 2,00, Börner 2,00, Rathgen 1,00, Deister 2,00, Ludwig 2.00, 
Lindemann 1,00, Schumann 1,00, Taube 1,00, Nordmann 2,00, Dr 
Höfle 3,00, Kegel 1,00, Bobe 1,00 (= 56,00). Merseburg 
2,00. Miltenberg: 8,00. Minden: 46,00. Mühlhausen 
19,20. München: 140,00. Naumburg, Bad Kösen und 
Umgegend: 6,00. Neisse: 9,00. Neuwied: W. Jassehl 1,00, 
W. Heß 1,00, Th. Rödig 1,00 (= 3,00). Oberhausen: 
Lewke 2,00, Jaklin 1,00, Demale 1,00, Falke 1,00, Kraefft 5,00 
(= 10,00) Pas sau: 20,00. Pirmasens: 1,10. Pirna: 
10,00. Plauen: 74,00. Reutlingen: 5,00. Rheine: 13,00. 
Riesa: 9,00. Rosenheim: 14,00. Sagan: 2,00. Schö- 
ningen: 20,00. Siegen: H. Dau 3,00, A. Demier 2,00, 
W. Dreisbach 2,00, W. Fischer 5,00, A. Gimbel 5,00, Th. Gräb- 
ner 3,00, O. Heinz 5,00, N.N. 1,00, Fr. Hertweck 3,00, R. Klein 
2,00, H. Lötz 2,00, J. Mader 2,00, J. Meyer 3,00, K. Oerter 5.00, 
Fr. Praekelt 10,00, Th. Schlotmann 10,00 (= 63,00). Sonne- 
berg: 5,00. Staßfurt-Leopoldshall: 10,00. Stolp: 
24,00. Tegel : Honigmann 3,00. T e m p 1 i n : Mitgl.-Nr. 43 367 
(W. K.) 2,00. Varel: 5,00. Werdau: A. Vogel 1,00, R. Wild 
1,00. W. Eisenhut 2,00, K. Eckhardt 1,00, M. Schubert 1,00, 
P. Hentschel 3,00, Fr. Drechsel 2,00, K. Martin 1,00, A.Stephan 
2,00, M. Bohn 1,00, W. Busch 1,00 (= 16,00). Werne: 4,00. 
Wernigerode: 9,00. Wesel: 21,00. Wilhelmshaven: 
119,00. 



Mitglieder: Unbekannt 10,00, Unbekannt 10,00, Unbekannt 

12,50, Unbekannt 15,00, Rückzahlungen 372,96 (= 420,46). 
Einnahmen: 13 764,81 M. 

Dazu Endbetrag der 22. Quittung 119 629,83 M. 

133 394.64 M. 



Ausgaben : 

Dazu Endbetrag der 22. Quittung 



10 271.84 M. 
97 212,50 M. 



107 484,34 M. 

Bestand: 25 910,30 M. 

Die in Heft 19/20 veröffentlichten 2,00 M., sowie die in 
der heutigen Quittung enthaltenen 8,00 M. der Zweigverwaltung 
Gießen wurden gespendet von den Kollegen Grünig 4,00, 
L. Schmidt 6,00. 

Die in Heft 25/26 veröffentlichten 5,00 M. der Zweigverwal- 
tung Aue wurden von den Herren W. Georgi 1,00, E. Sonntag 
1,00, R. Weber 1,00, O. Kühne 2,00 gespendet. 

Die in den uns zugesandten Sammellisten aufgeführten 
Namen sind oftmals so undeutlich geschrieben, daß ihre Entziffe- 
rung Schwierigkeiten bereitet oder überhaupt unmöglich ist. Wir 
bitten daher, um Irrtümer zu vermeiden, für deutliche Schrift 
Sorge zu tragen und die Listen vor Absendung nötigenfalls zu 
verdeutlichen. Zur Vermeidung von Nachträgen empfiehlt es sich, 
den eingesandten Beträgen die Sammellisten gleich immer bei- 
zufügen. 



HHHH VERBANDSNACHRICHTEN HHHH 

Der Leiter der Geschäftsstelle Bromberg, Herr Ingenieur 
Lustig, ist zu den Fahnen einberufen worden. Die Geschäfte 
werden von Frau Lustig unter Leitung vort Herrn Paul 
Schulz, Bromberg-Schleusenau, Obmann des Geschäftsstellen- 
Ausschusses, weitergeführt. 



Kriegshilfemarken. Von verschiedenen Verwaltungen ist ge- 
wünscht worden, daß auch für die Spenden zur Kriegshilfe, die 
vor der Einführung der Kriegshilfemarken gegeben wurden, Mar- 
ken ausgegeben werden sollen. Die Hauptgeschäftsstelle ist be- 
reit, eingehenden Anträgen zu entsprechen. 

Landesverwaltungen Bayern und Württemberg. Sonntag, den 
11. Juli 1915, vormittags 12 Uhr, findet in Augs du rg, „Hotel 
Augusta", Fuggerstraße, eine Zusammenkunft der Kriegs-Ver- 
trauensmänner der beiden Landesverwaltungen statt. Aufgabe ist 
Neubelebung der Verbandsarbeit. Herr Lenz -Berlin wird 
sprechen über „die Organisationen der technischen Angestellten 
und Beamten während des Krieges", Herr Bender-München 
über: „Praktische Organisationsarbeit während des Krieges unter 
Berücksichtigung der Verhältnisse in Süddeutschland". An die 
Verwaltungen sind bereits Einladungen ergangen. Niemand fehle! 



Kriegstagung der Landesverwaltungen Baden und Elsaß- 
Lothringen, sowie der Bezirksverwaltungen Hessen-Nassau und 
Saarpfalz am Sonntag, den 18. Juli in Mannheim, vormittags 
X / 2 1 2 Uhr, im „Artushof" am Friedrichsplatz. Auf dieser Zusam- 
menkunft der Kriegsvertrauensmänner wird unser Verbandsdirek- 
tor Herr Dr. Höfle über die Entwicklung der Organisationen 
der technischen Angestellten und Beamten während des Krieges 
unter besonderer Berücksichtigung des D. T.-V. sprechen. Die 
Verwaltungen, an die Einladungen bereits ergangen sind, werden 
dringend gebeten, auf der Tagung vertreten zu sein. 



Bad Harzburg. Adr.: Selmarlser, Vienenburg, Goslarstr. 145. 

Berlin. Kriegsadr.: Otto Dolz, NW. 87, Waldstr. 29. Unsere 
monatlichen Zusammenkünfte finden während der Dauer des 
Krieges für alle Bezirke regelmäßig am ersten Donnerstag im 
Monat abends 8V2 Uhr im Tiotel „Nordischer Hof", Invaliden- 
straße 126, gegenüber dem Stettiner Bahnhof, statt. Besondere 
Einladungen erfolgen nicht. Kollegen, die ihr zu Hause bleibt, 
gedenkt mehr wie bisher an die furchtbaren Opfer, die 
unsere kämpfenden Kollegen bisher gebracht haben, an die Not, 
denen ihre Familien bei der teuren Zeit ausgesetzt sind, denkt 
daran in herzlicher Dankbarkeit und Kollegialität und helft mehr 
wie bisher durch regelmäßige und laufende Zuwendungen an 
unsere Kriegshilfe die Wunden zu lindern und zu heilen, die Not 
und Entbehrungen geschlagen haben. Vergeßt aber auch nicht 
die Pflichten der Organisation gegenüber, an welche gerade 
zurzeit außerordentliche Anforderungen gestellt werden, und 
meldet euch als Mitarbeiter und Vertrauensmann. Diejenigen 
Kollegen, welche bisher im Verbandsinteresse mitarbeiteten, sind 
ausnahmslos einberufen oder sehen in Kürze ihrer Einberufung 
entgegen. 



Berlin-Tegel. Adr.: Willy Blumeier, Berlin - Borsigwalde, 
Ernststraße 22 1. 

Bernburg. Adr.. R.Grunewald, Kugelweg IIa. Kass.: Ernst 
Riedel, Steinstraße 4b. 

Bunzlau. Adr.: Oskar Leise, Logenstraße 8. 

Halle a. S. Unser bisheriger Kassierer, Koll. Fix, ist zum 
Heere einberufen. Wir bitten, alle Beiträge an Koll. Paul Lochner, 
Halle a. S., Friedrichstr. 67, abzuführen. 

Hamm i. W. Adr.: H. Künnecke, Grünstr. 5. 

Heidelberg. Adr.: Hugo Klose, Bergheimer Straße 43. 

Hindenburg (O.-S.). Adr.: L. Bischoff, Florianstraße 4. 

Könitz (Westpr.). Ernst Lehnigk, Hennigsdorfer Straße 30. 

Landau (Pfalz). Adr.: Aug. Kempf, Vogesenstraße 40 II. 

Lauban i. Schles. Adr.: Franz Horn, Moltkestraße 5. 

Tilsit. Adr.: Theod. Warnke, Stolbecker Straße 2. 



H STELLENVERMITTLUNG DES D.T.-V. H 

In Uebereinstimmung mit den Erfahrungen der Haupt- 
geschäftsstelle meldet uns die Zweigstelle der Stellenvermittlung 
in Königsberg, daß ihr in der letzten Zeit von den Behörden und 
Privatbaugeschäften auf die eingereichten Gesuche öfter der 
Bescheid zugegangen sei, daß die Bewerber im Falle beabsich- 
tigter Uebertragung der Stelle meistens schon anderweitig zu- 
gesagt haben. Es wird dies natürlich nicht immer vermieden 
werden können ; die auffallende Häufung solcher Fälle bringt 
jedoch erhebliche Unannehmlichkeiten für den StellenvermittlUngs- 
Obmann und unnütze Portoausgaben für die Stellenvermittlung 
selbst mit sich. Es ist deshalb begreiflich, wenn unser Obmann in 
Königsberg die ihm zur Verfügung gestellten Bewerbungsgesuche 
nur dann noch einreichen will, wenn ihm von den betr. Kollegen 
fortlaufend Meldung zugeht, daß auf Erhalt einer durch ihn ver- 
mittelten Stelle gerechnet wird. — Wir können heute schon mit- 
teilen, daß ein solcher fortlaufender Meldedienst in der nächsten 
Zeit allgemein für die Stellenvermittlung eingerichtet werden wird 
und bitten deshalb dringend, im Interesse des Ansehens und der 
Inanspruchnahme der Stellenvermittlung durch Behörden und 
Privatarbeitgeber derartige Meldungen gewissenhaft an die in 
Betracht kommenden Zweigstellen bezw. an die Hauptgeschäfts- 
stelle zu richten. Denjenigen Kollegen, die in Kö- 
nigsberg Bewerbungsschreiben vorgelegt ha- 
ben, noch zur besonderen Nachricht, daß diese 
Bewerbungsschreiben vernichtetwerden, wenn 
eine anderweitige Anweisung an Herrn Kolle- 
gen Heinrich Frick, Königsberg i. Pr., Luisen- 
Allee 56 I, bis zum 15. Juli nicht ergangen ist. 



Bekanntmachung für kriegsbeschädigte Techniker 

Durch den Krieg beschädigte Techniker, die sich außer 
Stellung befinden, bitten wir, ihre Adresse der „Kriegerfürsorge 
des D.T.-V.", Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 130, zum Zwecke 
der Unterbringung in geeigneten Stellungen einzureichen. 



Heft 27/28 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNü 1915 



111 



Offene Stellen. 

Die Herren Bewerber werden gebeten : 

1. jede Ueberschrift auf den Gesuchen wegzulassen und die 
Bewerbungen richtig freizumachen, 

2. die Mitglieds- und Stellennummer in der oberen linken 
Ecke des Bewerbungsgesuchs anzugeben. Ohne diese An- 
gabe verzögert sich die Weitergabe des Gesuchs, 

3. Bewerbungen innerhalb 5 Tagen der Vermittlungsstelle 
einzureichen. Später eingehende Gesuche haben keine 
Aussicht auf Erfolg. 

507 Elektrische Blockstationen, G. m. b. H J( s. f. ihr. Betr. ein. 
Zeichn., d. i. d. Lage ist, Aufmessung, v. Räumen u. maschinell. 
Anlag, vorzunehm. u. zeichnerisch z. Darsteilg. z. bring. Ferner 
kommt die Anfertig, v. sogenannt. Installationszeichnung, elektr. 
Beleuchtungsanlagen i. Frage. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, 
u. Gehaltsanspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin SW. 48, Wil- 
helmstraße 130. 

557 Baumeister i. Speyer a. Rh. s. ein. 25 bis 35 Jahre alt., 
i. Zeichn. u. i. d. Statik u. a. d. Baustelle bewandert. Techn. Stellg. 
b. gut. Leistg. dauernd. Geh. 150 bis 200 M. Ges. m. Lebensl., 
Zeugnisabschr. u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Mannheim, 
z. H d. Herrn Fr. Krieger, Stephanienpromenade 15. 

558 Fa. H. Grengel, Berlin N. 20, Koloniestr. 12, sucht ein. 
jünger. Techn., d. mögl. i. Weichenbau eingearbeitet ist u. sof. 
eintr. kann. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. 
an die Firma direkt send. 

619/21 Militärbauamt im Bez. Straßburg i. Eis. (St. Avold) s. 
als Ersatz f. z. Heeresdienst eintret. Baut, zwei Herren. Verlangt 
wird Gewandtheit i. Abrechn. u. Veranschlag, militär. Baut. Ges. 
m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle 
Straßburg, z. H. d. Herrn E. Koslowsky, Straßburg-Neudorf, Bald- 
nersweg 22. Gesuche offen senden! 

623/25 Beim Militärbauamt Trier sind mehrere Hochbau- 
technikerstellen sof. zu besetz. Bewerbg. m. Zeugnisabschriften, 
Handskizzen, Lebensl., Geh.-Anspr. u. Angabe d. Militärverhält- 
nisse einsenden an das Militär-Neubauamt Trier. Gesuche offen 
senden ! 

626/27 Maschinenfabrik i. Magdeburg s. f. d. techn. Bureau 
noch zwei älter. Techn., d. i. Hebezeugbau wenigstens einiger- 
maßen bewandert sind. Eintr. mögl. sof. Angeb. m. Lebensl., 
Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Magdeburg, 
z.H. d. Herrn P. Bobe, Magdeburg-Ferm., Faberstr. 13. 

640 Universitäts-Erweiterungsbauten Kiel s. f. sof. jünger. 
Techn. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift., Rundschriftproben u. 
evtl. kl. Skizzen nebst Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Kiel, z. H. 
d. Herrn Hugo Hahn, Kiel, Wilhelminenstr. 14 a. 

653/54 Für Sensburg (Kr. Gumbinnen)werd. f. ein. Kreisbau- 
meister z. Hilfeleistg. b. Aufstellg. v. Projekten u. Kostenanschläg. 
f. d. d. Krieg zerstört. Gebäude, hauptsächl. ländl. Baut., Techn. 
ges. Bewerbg. m. Lebensl., Zeugnisabschr. u. Geh.-Anspr. an die 
Zweigstelle Königsberg i. Pr., z. H. d. Herrn Hch. Frick, Königs- 
berg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

657 Für Orteisburg (Ostpr.) wird f. d. Bauberatungsamt ein 
Techn. od. jung. Architekt ges., der bereits b. Behörde tätig 
war. Geh. 180 M. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.- 
Anspr. an die Zweigstelle Königsberg, z. H. d. Herrn Hch. Frick, 
Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

690 Wetzlarer Firma s. vorübergehend evtl. dauernd ein. 
Zeichn. f. Marmorindustrie, welch. Werkzeichnung, n. Skizzen in 
Angab, anfertig, kann. Es handelt sich besonders um Gegen- 
stände des inneren Ausbaues (Marmorkamine, Heizkörperverklei- 
dungen, Zimmerbrunnen, Altäre, auch Denkmäler). Genügende 
Fachkenntn. u. d. Fähigkeit, in irgendein. Zeichenmanier gefäll. 
Darsteilg. z. machen, ist erforderl., auch muß d. betr. Herr an 
Hand von sein, eigen, u. fremd. Zeichnung. Massenauszüge an- 
fertig, können. Für ein. tücht. u. zuverlässig. Herrn, d. i. dieser 
Industrie Erfahrg. hat, od. s. schnell einzuarbeit. versteht, ist 
begründete Aussicht auf gut., dauernd. Anstelig. vorhand. Ges. 
unt. Angabe d. Militärverhältn. u. d. Gehalts an die Haupt- 
geschäftsstelle Berlin SW. 48, Wilhelmstraße 130. 

695 Für eine Behörde in Buchholz i. Sa. (Stadtbauamt) wird 
sof. gewandt. Techn., der bereits in städt. Verwaltung gearbeitet 
hat, und im Feldmessen, Schleusenbau (Kanalisierungen), Stra- 
ßenbau u. Beaufsicht. vollkommen selbständig ist, ges. Militärfr. 
Bewerb. werden bevorzugt, außerdem auch solche, d. bereits in 
bergigem Gelände gearbeitet haben. Stellg. zunächst nur f. d. 
Dauer des Krieges gegen vierwöchentl. Kündig. Ges. mit 
Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Gehaltsanspr. unt. Ang. d. frühest. 
Eintr. -Termins an die Zweigstelle Chemnitz, z. H. des Herrn 
F. Benndorf, Chemnitz i. Sa., Fritz-Reuter-Straße 19. 

728 Baubureau i. Liegnitz s. z. sofortig. Antr. ein. militärfr. 
tücht. Techn. (Architekt.), d. gut u. fl. zeichn. u. auch im Innen- 
ausbau genügend Erfahrg. bes. Geh. 180 bis 200 M. Ges. m. Le- 
bensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Bres- 
lau, z. H. des Herrn v. Carlowitz, Breslau X, Weinstr. 78. 

743/44 Militärbauamt i. Bezirk Liegnitz sucht militärfr., i. 
Militärbauwesen erfahr. Techn. od. Architekt. Ges. m. Lebens- 



lauf, Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Breslau, 
z. H. d. Herrn v. Carlowitz, Breslau X, Weinstraße 78. 

766 Kgl. Hof-Maurer- und Zimmermeister i. Elbing s. f. sein. 
Filiale i. Angerburg (Ostpr.) ein. jünger. Techn., d. einigermaßen 
flott n. Skizzen zeichnen kann u. i. Aufstell, v. kleineren Kosten- 
anschläg. bewand. s. muß. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, 
u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Königsberg i.Pr., z.H. des 
Herrn Hch. Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

773 Baugeschaft u. Baumaterialienhandlung i. Einbeck s. z. 
sof. ein. Techn. f. Bauleitg., Erfahrg. i. Eisenbeton erwünscht. 
Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Haupt- 
geschäftsstelle Berlin senden. 

800 Senftenberger Firma s. ein. Verm.-Techn., gut. Rechn., 
Schreib, u. Zeichn. Geh. n. Vereinbarung. Ges. m. Lebensl., Zeug- 
nisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, 
Wilhelmstraße 130. 

858, 60 Kgl. Ansiedlungskommission s. mögl. sof. zwei Hoch- 
bautechniker. Die Bewerber sollen als Expedienten bestimmten 
Baubezirken z. Erledig, d. Schriftwechsels mit Unternehmern, für 
Abrechnungsprüfung. u. sonstig, laufend. Dienstgeschäfte an- 
gestellt werden. Bewerber müss. d. Baugewerkschule besucht 
haben. Bedingung: völlig militärfrei. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschriften u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Posen, z. H. des 
Herrn E. König, Posen, Hohenlohestraße 3. 

867 Rheinische Chamottefabrik s. tücht. Techn. f. Betriebs- 
bureau, z. Anfertig, v. Zeichnung, u. Führg. d. Betriebsbücher z. 
sofortigen Antr. Geh. 150 M. Bei zufriedenstellenden Leistung. Er- 
höhung. Ges. an die Zweigstelle Wiesbaden, z. H. des Herrn 
H. Moumalle, Wiesbaden, Kiedricher Straße 9. 

873/75 Gewehrfabrik i. Spandau s. z. Abnahme v. Fahrrädern 
z. sofortig. Eintr. f. d. Dauer d. Bedarfs Techn., d. längere Zeit 
i. d. Fahrradbranche gearbeitet haben u. m. d. Fahrrad genau 
vertr. sind. Jährl. Zulage, während d. Dauer d. Kriegszustandes 
375 M bei einer jährl. Vergütung v. 1650 M. Gesuche militärfr. 
Bewerber nebst Geh.-Anspr., Lebensl., Zeugnisabschrift, an die 
Hauptgeschäftsstelle einsenden. 

910 Kgl. Behörde i. Rinteln (Bez. Minden) s. z. Erledig, d. 
Abrechnungsarbeiten d. Neu- u. Umbauten fiskalischer Gebäude 
d. Bades Neundorf ein. tücht. Hochbautechn., welch, m. d. Be- 
stimmung, d. Staatsbauverwaltg. völlig vertr. sein muß, u. bereits 
Abrechnungsarbeit, groß. Baut. z. Zufriedenheit ausgeführt hat. 
Der Dienstantr. muß sof. erfolg. Ges. m. Lebensl., Zeugnis- 
abschrift, u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin, Wil- 
helmstraße 130. 

918 Kgl. Behörde i. Neuruppin s. ein. tücht. Hochbautechn. 
z. Fertigstellg. ein. Baubestandsbuches z. mögl. baldig. Dienst- 
antr. Bewerbg. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an 
die Hauptgeschäftsstelle nebst polizeil. Führungsattest. 

934 Bauberatungsamt i. Königsberg i.Pr. s. ein. Hochbau- 
techn. (Architekt.) sof. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. 
Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., z. H. des Herrn 
Heinrich Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

942 Für eine Abwässerreinigungsgesellschaft in Wiesbaden 
wird ein Techn. ges. Bewerbg. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. 
Gehaltsanspr. an die Zweigstelle Wiesbaden, z. H. des Herrn 
H. Moumalle, Wiesbaden, Kiedricher Straße 9. 

944/46 Forstwegebauamt in Westpr. s. Tiefbautechn. und 
Zeichn. d. Tiefbaufaches f. sof. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. 
u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Danzig, z. H. des Herrn Ph. 
Scholz, Danzig, Kassubscher Markt 9/10. 

953 Reg.-Baumstr. Dr.-Ing. in Danzig s. z. 1.8.15 Hochbau- 
techniker für Bureau u. Baustelle. Selbst. Bauleiter. Kenntnis d. 
Militärbauwesens, bes. Verdingung, Veranschlagung u. Abrech- 
nung verlangt. Frühere Tätigkeit b. Militärbauamt erwünscht. 
Bewerbg. m. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Danzig, z. H. des 
Herrn Scholz, Danzig, Kassubscher Markt 9/10. 

955 Militärbehörde in Allenstein s. ein. Hochbautechn. Ges. 
m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigver- 
waltung Allenstein, z.H. d.Hrn. Frucht, Allenstein, Wandanger 
Straße 14. 

956 Städt. Behörde in Königsberg i. Pr. s. f. d. Stadterweite- 
rungsabteilung in Königsberg i. Pr. ein. Techn. f. Bureautätigkeit, 
d. im Hochbau erfajir. ist, aber auch v. Tiefbauwes. etwas ver- 
steht. Für ein. tücht. Techn. ist die Stellg. dauernd. Geh. nach 
Uebereinkunft. Bewerb. müss. militärfrei sein. Ges. m. Lebensl., 
Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Königs- 
berg i.Pr., z.H. des Herrn H. Frick, Luisen-Allee 56. 

957/58 Bauamt f. d. Masurischen Kanal s. Tiefbautechnik. 
Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. an die Zweig- 
stelle Königsberg i.Pr., z.H. des Herrn Hch. Frick, Königs- 
berg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

960 Gas- u. Wasserwerke in d. Nähe v. Liegnitz s. z. An- 
fertig, v. Zeichng. (Genehmigungszeichng.), Kostenanschläg. usw. 
f. beabsichtigte Ausführg. v. Hausentwässerungsleitungen, Auf- 
stellung v. Spülklosetts, Badeeinrichtungen usw. i. Anschluß an 
die im Bau befindl. Kanalisation ein. jüng. Techn., d. praktische 



112 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 27/28 



Erfahrg. in derartig. Arbeit, bes. Bewerbungsgesuche m. bei- 
gefügten Zeugnisabschrift., Angabe des Dienstantr. u. d. Gehalts- 
ansprüche an die Zweigstelle Breslau, z. H. des Herrn v. Carlo- 
witz, Breslau X, Weinstraße 78. 

964 Installationstechniker f. Wasserleitungs-, Kanalisations-, 
Beleuchtungsanlagen, erwünscht auch für Zentralheizungs- und 
Warmwasserbereitungsanlagen, doch nicht Bedingung, f. dauernd 
v. sof. ges. Gesuche an die Zweigstelle Danzig, z. H. des Herrn 
Ph. Scholz, Danzig, Kassubscher Markt 9 10. 

995/96 Militärbehörde in Mutzig i. Eis. s. zwei Techn. für 
Abrechnungsarbeit, usw., mögl. m. d. militär. Bestimmungen ver- 
traut. Angeb. m. Geh.-Ang. (200 bis 250 M), Lebensl., Zeugnis- 
abschriften an die Zweigstelle Straßburg i. Eis., z.H. des Herrn 
E. Koslowsky, Straßburg-Neudorf i. Eis., Baldnersweg 22. 

997 Für ein Baugeschäft im Bezirk Cassel, verbunden mit 
Zimmerei und Sägewerk, wird, da der Inhaber im Feldzug ge- 
fallen, älterer Hochbaut, als Geschäftsführer zum 1. August ges. 
Ausführl. Angeb. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Geh.-Anspr. 
sind an die Zweigstelle Cassel, z. H. des Herrn Thielke, Cassel, 
Schumannstraße 5, einzusenden. 

998 Maurer- u. Zimmermstr. in Bartenstein i. Ostpr. s. flott. 
Zeichn., selbständig arbeitend, für Baugeschäft f. landwirtschaftl. 
Bauten. Antr. sof. Bewerbg. m. Skizz., Zeugn. u. Geh.-Anspr. sof. 
an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., z.H. des Herrn Hch. Frick, 
Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

999 Maurer- u. Zimmermstr. in Bartenstein sucht selbstän- 
digen Baut. z. Leitg. seines Zweigbureaus b. d. Arbeit, z. Wieder- 
aufbau Domnaufe sof. Erfahrg. in Bauleitg. sowie einfach. Fas- 
sadendurchbildung u. Veranschlag. Bedingung, sowie gut. Um- 
gangsformen. Freie Wohnung. Bewerbg. m. Gehaltsanspr. um- 
gehend an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., z. H. des Herrn Hch. 
Frick, Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 I. 

1000 Kanalbaubehörde in Amberg (Bay.) s. ein. Tief bautechn. 
m. Kenntn. im Hochbau, etwa zwei Jahr. u. zwei Jahr, städt. 
Kanalbau, firm im Nivellieren. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschr. 
u. Geh.-Anspr. an die Hauptgeschäftsstelle Berlin SW. 48, WilJ- 
helmstraße 130. 

1001 Für Erfurt wird ein tücht., zuverlässig. Baut., Bauführer, 
gelernt. Zimm., militärfrei, bei zufriedenstellend. Leistung, in eine 
gut dotierte, dauernde Stelig. sof. gesucht. Bewerbg. m. begl. 
Zeugnisabschrift., Lebensl., Gehaltsansprüch. u. Angabe, wann 
d. Eintr. erfolg, kann, an die Zweigstelle Erfurt, z.H. des Herrn 
Schelle, Erfurt, Michaelisstraße .24. 

1092 Kaiserl. Behörde in Erfurt s. f. d. Postneubau Schmal- 
kalden i.Th. mögl. f. sof. ein. Hochbaut. z. Hilfeleistg. gegen eine 
tägl. Entschädig, v. 6 M. Erfahrene Kollegen wollen entsprech. 
Bewerbung, bei der Zweigstelle Erfurt, z.H. des Herrn Schelle, 
Erfurt, Michaelisstraße 24, einreichen. 

1093 Architekt in Gerdauen sucht f. sof. ein. gewissenh. ar- 
beitenden Techn. f. Bauführg. u. Veranschlag, i. Wiederaufbau 
Ostpreußens. Ges. m. Lebensl., Zeugnisabschrift, u. Empfehlung, 
an die Zweigstelle Königsberg i. Pr., z. H. des Herrn Hch. Frick, 
Königsberg i. Pr., Luisen-Allee 56 1. (Geh. bis 250 M.) 

1004/5 Groß. Firma d. Hartstein-Industrie s. f. ihr. Betrieb in 
Tuntschendorf, Kreis Neurode i. Schles., zwei energische u. um- 
sichtige Aufsichtsbeamte (Tiefbautechn. od. Steinmetztechn.) z. 
Beaufsichtigung d. Schotterbetrieb, u. Steinbruches p. sof. Be- 
werber, welche mögl. in Schotter- u. Steinbruchsbetrieben be- 
wandert sind, bitten wir, Gesuche einzureichen an die Zweig- 
stelle Waldenburg i. Schles., z.H. des Herrn J. Nahrendorf, Wal- 
denburg i. Schles., Fürstensteiner Straße 6 a. 

1009 Mafsch.-Techn. n. Hamburg-Altona ges., erfahr, im all- 
gemeinen Maschinenb., Kenntn. im Mühlenbaufach erwünscht. 
Geh. n. Vereinbarung. Ges. an die Fa. Huckauf & Bülle in Altona. 

1010 Masch.-Techn. f. Baudeputation Hamburg, I.Sektion, 
Abteilung Straßenreinigung u. Abfuhr (Baumeister Nasemann) 
ges. Geh. anfangs 160 M, evtl. mehr. Bewerbg. direkt an die an- 
gegebene Adresse senden. 

1011 Spezialfabrik f. Gas- u. Warmwasserapparate s. Ma- 
schinentechniker mit Kenntn. d. 'Warmwasserbereitungsanlagen f. 
Bureau. Geh. 150 bis 160 M. Eintr. z. 1. August. Bureauzeit 8 bis 
12 und 2 bis 6 Uhr. Bewerbg. mit Lebensl., Zeugnisabschrift, u. 
Geh.-Anspr. an die Zweigstelle Magdeburg, z. H. des Herrn 
P. Bobe, Magdeburg-Ferm., Faberstraße 13. 



Für kriegsbeschädigte Techniker: 
1006/08 Pulverfabrik bei Brandenburg a. d. Havel s. Ma- 
schinentechniker, d. i. Felde invalid geworden u. gewillt sind, 
dort die Zeichnungenverwaltung zu übernehmen. Geh. anfänglich 
1500 M jährlich, steigend in 18 Dienstjahren bis 3000 M. Zu dem 
Anfangsgehalt kommt noch während d. Krieges eine Kriegszulage 
v. 3 / 2 o vom Höchstgehalt hinzu, so daß d. Gehalt 1950 M beträgt. 
Gesuche an die Hauptgeschäftsstelle einsenden. 



Zweigstelle Plauen der Stellenvermittlung des D. T.-V. Adresse: 
M.Seyfert, Plauen i.V., Karlstr. 52. 



Bücherschau 

Der Landsturm auch des zweiten Aufgebots — also bis zuf 
Altersgrenze von 45 Jahren ist aufgerufen. Millionen deutscher 
Männer und Jünglinge eilen zu den Fahnen und sind stolz, nun 
noch des Kaisers Rock tragen und für das Vaterland kämpfen 
zu dürfen. Millionen müssen aber auch zu Hause bleiben als 
tapfere, unentwegte Kämpfer im harten, unermüdlichen Ringen 
um Deutschlands Fortbestand auf wirtschaftlichem Gebiete. 
Handel und Wandel, ebenso wie der Betrieb öffentlicher Ein- 
richtungen dürfen nicht still stehen. Alle Landsturmpflichtigen, 
alle Betriebe, sowie alle Behörden, welche landsturmpflichtige 
Angestellte beschäftigen, sollten daher mit den für Landsturm- 
pflichtige geltenden Bestimmungen der Deutschen Wehrordnung 
vertraut sein. Namentlich herrschen über Reklamation, Zu- 
rückstellung und Unabkömmlichkeit große Unklar- 
heiten. Alle diesbezüglichen Vorschriften sind klar und über- 
sichtlich enthalten in der soeben im rechtswissenschaftlichen Ver- 
lage von Max Galle, Berlin 17, Straulauer Allee 37, er- 
schienenen Schrift: Der Landsturm, die für ausgebildete 
und nichtausgebildete Landsturmpflichtige geltenden Bestimmun- 
gen der Deutschen Wehrordnung, nebst den Vorschriften über 
das Zurückstellungs- und Unabkömmlichkeitsverfahren, sowie 
den für im Auslande lebende Deutsche und für staatlose Per- 
sonen geltenden Bestimmungen. Preis mit Porto 65 Pf. Die Schrift 
ist auf Grund der im gleichen Verlage erschienenen Gesamtaus- 
gabe der Deutschen Wehrordnung (Preis mit Porto 4,20 M) bearbeitet. 

„Werkmeister und Privatangestellte im Wirtschaftsleben 
während des Krieges." 24 Seiten. Verlag der Werkmeister-Buch- 
handlung, Düsseldorf, Preis 30 Pfg. Als Schrift 28 gibt der 
Deutsche Werkmeister-Verband eine kleine Broschüre aus, die 
eine wertvolle Ergänzung der Kriegsliteratur ist. Diese be- 
schränkte sich bisher auf die Betrachtung der großen volkswirt- 
schaftlichen Zusammenhänge, ohne die Wirkung des Krieges auf 
einzelne Stände zu erörtern. Die kleine Broschüre macht nun 
die Gestaltung der Verhältnisse der Werkmeister und Privat- 
angestellten während des Krieges zum Gegenstand der Be- 
trachtung. Sie bespricht die allgemeine Wirkung des Krieges auf 
die Werkmeister und Angestellten, die Stellung derselben als 
Produzenten und Konsumenten, Krieg und Berufsorganisation. 
Weiter gibt sie ein Bild über die Zukunftsaussichten. In der Bro- 
schüre wird Wert auf die gemachten praktischen Erfahrungen 
gelegt. Diese Broschüre ist deshalb nicht nur für Privatange- 
stellte eine willkommene Lektüre, sondern auch eine schätzens- 
werte Ergänzung der Kriegsliteratur für alle die, welche die Ent- 
wicklung des Wirtschaftslebens mit Aufmerksamkeit und Ver- 
ständnis verfolgen. 

Vorträge für die Kriegszeit. Heft 9. Flottenvorträge. M. -Glad- 
bach 1915, Volksvereins-Verlag GmbH. Preis 30 Pfg., 
postfrei 35 Pfg. 

Inhalt: 1. Die deutsche und die englische Flotte. 2. Unsere 
Schlachtschiffe und Kreuzer. 3. Torpedoboot, Unterseeboot, See- 
minen und Landbatterien. 

Als wertvolle Ergänzung des 5. Heftes der Staatsbürger- 
Bibliothek, das die parlamentarische Geschichte unserer Marine 
behandelt (Die Kriegsflotte, 72 Seiten, Preis 40 Pfg.) erscheint 
als 9. Heft der Vorträge für die Kriegszeit eine Sammlung von 
disponiertem Material zur Aufklärung unserer Bevölkerung über 
die Bedeutung unserer Kriegsflotte gegenüber der englischen 
Flotte, unter eingehender Darlegung der Schiffsklassen, der 
Hauptwaffen des modernen Kriegsschiffes und der übrigen See- 
waffen. Während unser Volk in den Landwaffen sehr gut Be- 
scheid weiß, stößt man bezüglich der Marine noch immer auf 
unzutreffende Vorstellungen. Es gebührt sich, daß die Begeiste- 
rung, die allenthalben für unsere kühne und geschickte Flotte 
herrscht, von richtigen Vorstellungen über ihr Wesen dauernd 
getragen wird und noch lange während der Friedenszeit fort- 
dauert. Dazu verhelfen die vorliegenden Vorträge eines er- 
fahrenen Flottenredners. Sie berücksichtigen eingehend die Ereig- 
nisse zur See bis Ende April 1915 und stellen damit die neueste 
und aktuellste Flottenschrift dar. Trotz des gedrängten, reichen 
Inhaltes liest das Heft sich angenehm und leicht und ist wegen 
des geringen Preises zur Massenverbreitung sehr geeignet. 



STERBETAFEL 

Richard Baumann, Landau (Pfalz), Mitglied 68 838, 
feit 1. 1. 13. 

Wilh. Gerhardt, Wiesbaden, Mitglied 9874, feit 

11.5. 95, geftorben am 16. 6. 15. 
Johann Lau, Frankfurt a. M., Mitgl. 545, feit 1.9. 86. 
Max Wieduwilt, Chemnitz, Mitgl. 65 068, feit 1. 1. 12. 



Deutsche Techniker-Zeitung 

HERAUSGEGEBEN VOM DEUTSCHEN TECHNIKER -VERBANDE 

Schriftleitung: 
Dr. Hörle, Verbandsdirektor. 



XXXII. Jahrg. 24. Juli 1915 Heft 29/30 



Die Berufsberatung und die Berufsausbildung der Kriegsbeschädigten 



Die Fürsorge für die Kriegsbeschädigten nimmt all- 
mählich bestimmte Formen an. Die Behörden haben nach 
und nach durch entsprechende Erlasse Einheitlichkeit und 
System in die Sache gebracht. Zuletzt ist auch in Preußen 
durch einen Ministerial-Erlaß vom 15. Juni die Fürsorge- 
Organisation einheitlich geregelt worden. 

So ist man denn bald, wie in der D. T.-Z. schon öfter 
betont wurde, darüber einig geworden, daß die Kriegs- 
invalidenfürsorge nicht etwa mit der ärztlichen Hilfe- 
leistung und der anschließenden Rentengewährung zu be- 
enden ist, sondern daß das Hauptaugenmerk auf die 
Wiedergewinnung der vollen, oder eines möglichst großen 
Teiles der Arbeitskraft der Invaliden zu verwenden ist. Die 
Berufsberatung und Berufsausbildung sollen schon zugleich 
mit der Heilbehandlung im Lazarett beginnen und vor- 
bereitet werden. Es sollen schon im Lazarett — zunächst 
allerdings mehr zur Unterstützung der Heilbehandlung — 
von den Invaliden gewisse Arbeiten verrichtet werden. 
Daran soll sich die Fach- und Weiterbildung in Anstalten 
und Werkstätten anschließen. Ihr Ziel ist, den Invaliden 
möglichst wieder seinem früheren Berufe zu erhalten. Zu- 
gleich tritt die Arbeitsvermittelung in Tätigkeit und neben 
allem gebt die Renten- und Familienfürsorge einher. 

Der Ministerialerlaß vom 15. Juni gibt den preußischen 
Behörden eine Anweisung zur Zusammenfassung aller be- 
stehenden Einzelorganisationen. Die Kriegsverletztenfür- 
sorge wird danach in der Provinzialverwaltung konzen- 
triert sein. Von den Behörden sollen vor allem die Ge- 
neralkommandos mitwirken, weil sie dadurch in die Lage 
versetzt sind, die Chefärzte der Lazarette, die Bezirks- 
kommandos usw. mit den notwendigen Weisungen für ihre 
Mitarbeit zu versehen. Ferner sollen die gesetzlichen Ver- 
tretungen von Industrie, Handwerk und Landwirtschaft 
und die Organe der Angestellten- und Arbeiterversiche- 
rung hinzugezogen werden. Auch die Heranziehung von 
Vertretern der Arbeitgeber, Angestellten und Arbeiter wird 
empfohlen. Die Arbeitgeber sollen auf ihre Organisationen 
einwirken, daß die Kriegsverstümmelten möglichst wieder 
an ihren früheren Arbeitsstätten eingestellt werden. Die 
Arbeitnehmer sollen dagegen das Ziel dadurch fördern, 

„daß sie in den Kreisen der Arbeiterschaft die Erkenntnis ver- 
breiten helfen, daß nach dem heutigen Stande der Wissenschaft 
die Kriegsinvaliden in weitem Maße wieder zu voll erwerbs- 
fähigen Arbeitsgenossen hergestellt werden können und daß sich 
daher, von allen anderen Erwägungen abgesehen, unter dem Ge- 
sichtspunkte der Einwirkung auf die Lohnhöhe kein berechtigter 
Grund gegen ihre weitere wirtschaftliche Beteiligung erheben 
läßt. Für alle am Wirtschaftsleben unmittelbar Beteiligten, Ar- 
beitgeber, Angestellte und Arbeiter, bietet sich in der Fürsorge 
für die Kriegsinvaliden ein Boden gemeinschaftlicher Arbeit, auf 
dem sie sich im Wirken für ein hohes moralisches und vater- 
ländisches Ziel unbeeinflußt von sonst bestehenden Gegensätzen 
zusammenfinden können". 

Den Provinzialausschüssen werden örtliche Unteraus- 
schüsse unterstellt. Die oberste Zusammenfassung der ge- 
samten Fürsorgeorganisation geschieht in Preußen durch 
eine freie Kommission, die unter Einbeziehung von 
Direktorialmitgliedern beim Minister des Innern gebildet 
wird. Sie unterhält mit den leitenden Organisationen in den 
Übrigen Bundesstaaten die notwendigen Verbindungen. Die 



Kosten der Fürsorge gehen zu Lasten des Reiches; die 
Provinzialverbände haben sie einstweilen zu verauslagen. 

Ueber die Ziele der Fürsorge herrscht an allen zu- 
ständigen Stellen Uebereinstimmung. Es soll im Verletzten 
vor allem das beruhigende Gefühl der wirksamen Fürsorge 
geweckt und ihm das Bewußtsein der eigenen Nützlichkeit 
verschafft werden. Er soll es selbst erleben, daß durch ge- 
eignete Uebungen und mit zweckmäßigen Apparaten gute 
Ergebnisse erzielt werden können. Bei der außerordent- 
lichen Verschiedenheit der einzelnen Fälle ist es für den 
Erfolg von ausschlaggebender Bedeutung, daß die Ein- 
richtungen der Berufsberatung und Berufsausbildung recht 
vielseitig und zweckmäßig sind. Besonders bei der Berufs- 
beratung hängt fast alles davon ab, daß sie von den 
geeignetsten Personen ausgeübt wird. Die neuen 
preußischen Ministerialbestimmungen über die Berufsbera- 
tung decken sich im wesentlichen mit den auch in anderen 
Bundesstaaten getroffenen. (Siehe darüber den Artikel von 
A. Leuz in Nr. 17/18 der Deutschen Techniker-Zeitung.) 
Der Erlaß bezeichnet als die zur Berufsberatung besonders 
geeigneten Personen die 

„Leiter und Lehrer an gewerblichen, kaufmännischen und land- 
wirtschaftlichen Fach- und Fortbildungsschulen, Gewerbeauf- 
sichtsbeamte, Eigentümer und Beamte industrieller Betriebe, 
Handwerksmeister. Insoweit es sich um Invaliden handelt, deren 
Ansiedelung auf dem Lande in Frage kommt, kann es sich emp- 
fehlen, für diese als Berufsberater Beauftragte der staatlichen 
oder staatlich unterstützten Ansiedelungsorganisationen zuzu- 
lassen und durch sie unter Verwendung volkstümlicher Druck- 
schriften eine vorsichtige Werbetätigkeit in den Lazaretten zu 
entfalten, um so über Ziele und Wege der Innenkolonisation 
Aufklärung zu verbreiten und die geeigneten Ansiedelungsbewer- 
ber zu ermitteln. 

Bei der Auswahl der Berufsberater werden im übrigen 
Handels-, Handwerks- und Landwirtschaftskammer mit Erfolg 
beteiligt werden können. Zur weiteren Ausbildung für ihre 
Tätigkeit können Vorträge, Besichtigungen und Erörterungen 
über die von ihnen bei der Kriegsinvalidenfürsorge gemachten 
Erfahrungen sich als nützlich erweisen". 

Dabei ist auf die mündliche Berufsberatung beson- 
derer Wert zu legen. Es bedarf wohl keiner besonderen Be- 
gründung, daß wir vor allem auch die Vertreter der An- 
gestellten zur Berufsberatung hinzugezogen wünschen. 
Gerade die Anforderungen, wie sie im technischen Be- 
rufe hinsichtlich Vorbildung und Beruf gestellt werden, 
werden gar oft unterschätzt. 

Im engsten Zusammenhang mit der Berufsberatung 
stehen die Berufsausbildung und Berufsweiter- 
bildung. Hier ist gegenwärtig noch alles im Fluß. Wir 
haben zwar in Friedenszeiten auf dem Gebiete der Krüppel- 
fürsorge ganz Hervorragendes geleistet, aber jetzt, wo in 
ganz kurzer Zeit eine sehr große Anzahl von Kriegsinva- 
liden beraten und betraut werden müssen, reichen die 
Anstalten der Krüppelfürsorge dazu bei weitem nicht aus. 
Es müssen neue Ausbildungsgelegenheiten in großer Zahl 
geschaffen werden, für die bisher die fachmännischen 
Unterlagen an Ort und Stelle fehlten. Aber wir sind ohne 
Zweifel meistens schon über die Periode des Tastens und 
Suchens hinaus. Die in den Werkstätten der Krüppelheime 
angewandten Erziehungs- und Ausbildungsmethoden haben 
sich als recht brauchbare Grundlagen erwiesen. In den 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 29 30 



deutschen Krüppelheimen werden in 221 Werkstuben über 
50 verschiedene Erwerbsmöglichkeiten gelehrt. Unter 
ihnen sind die meisten Handwerke. Aber auch Berufsarten 
wie Bauzeichnen, Lithographie, Maschinenschreiben, Buch- 
halterei, Handelslehre, Photographie, Zahntechnik u. v. 
a. m. beweisen die Vielseitigkeit der Ausbildungsmöglich- 
keiten. Die Bemühungen, in diesen Werkstätten den Kriegs- 
verletzten mit Hilfe von künstlichen Gliedmaßen die Bei- 
behaltung ihres Berufes zu ermöglichen, sind in den ein- 
zelnen Fällen recht weitgehend. 

Im preußischen Ministerialerlaß vom 15. Juni wird 
darauf hingewiesen, daß bereits in einer Reihe von Laza- 
retten Uebungs- und Lehrwerkstätten eingerichtet worden 
sind. Die dort anzustellenden Uebungen dienen mehr der 
Unterstützung des Heilverfahrens, als der eigentlichen Be- 
rufsausbildung. Z. B. werden in einigen Berliner Lazaretten 
mit großem Fleiß und großem Interesse allerlei Beschäfti- 
gungen im Fröbelschen Sinne getrieben. Daß dabei auch 
mancherlei Dinge entstehen, die wir zu den sogen. „Gegen- 
beispielen" und „Hausgreueln" zählen, kann in Anbetracht 
des guten Zweckes der Arbeit gern übersehen werden, 
immerhin kann auch die Berufsberatung an solche Be- 
schäftigungen anknüpfen. Sie erhält davon manche wich- 
tigen Fingerzeige über bestimmte, entwicklungsmögliche 
Fähigkeiten des Invaliden, die für die Wahl des künftigen 
Berufes von großer Bedeutung sind. — Neben diesen Be- 
schäftigungen, an denen auch die Lazarettinsassen teil- 
nehmen, die voraussichtlich bald wieder völlig hergestellt 
sind, werden auch allgemeinbildende Lehrkurse im Zeich- 
nen, gewerblicher und landwirtschaftlicher Buchführung, 
kaufmännischem Rechnen u. a. m. abgehalten. Von allen 
rechtshändig Verletzten wird ohne Unterschied des Berufs 
linkshändiges Schreiben geübt. 

Diese Kurse sind eine Vorstufe für die daran an- 
schließende spezielle Berufsausbildung. Sie ist der schwie- 
rigste Teil der Fürsorge. Hierfür haben bisher noch ein- 
heitliche Richtlinien gefehlt. Für die in den Dienst dieser 
Fürsorge gestellten Fach- und Gewerbeschulen sind aber 
schon besondere Einzelvorschriften in Aussicht gestellt 
worden. An einigen Orten wurde der Versuch unternom- 
men, mit der Berufsausbildung schon bei den Verletzten, die 
noch im Lazarett sind, zu beginnen. Die organisatorischen 
Schwierigkeiten sind aber dann meist so groß, daß es frag- 
lich erscheint, ob diese Versuche mit Erfolg weiter fortzu- 
setzen sind. Da auf diesem Gebiete noch alles im Werden 
ist, kann auch noch nicht über viele greifbare Erfolge be- 
richtet werden. Eine gute organisatorische Grundlage für 
das Zusammenwirken von Lazarett und Schule wurde 
im Großherzogtum Hessen in den technischen Lehr- 
anstalten in Offenbach a. M. geschaffen. Die tech- 
nischen Lehranstalten dienen zugleich als Lazarette für 
Kriegsinvaliden aus dem Großherzogtum Hessen. Sie 
können dort gleich in den Hörsälen und Werkstätten der 
Anstalten unterrichtet werden. Diese glückliche Lösung 
dürfte zur Nachahmung ermuntern, weil gerade die räum- 
liche Trennung von Schule und Lazarett das schwerste 
Hindernis für den ungestörten Schulbetrieb ist. Wie ver- 
lautet, soll in den Bodelschwinghschen Anstalten in Biele- 
feld eine ähnliche Einrichtung getroffen werden. Im all- 
gemeinen werden die Fachschulen nur jene Kriegsinva- 
liden aus- und weiterbilden können, die als geheilt aus 
den Lazaretten entlassen wurden. 

Unser deutsches Gewerbeschulwesen ist auch für die 
praktische Kriegsverletztenfürsorge von großer Bedeutung. 
Ihm stehen erfahrene Lehrkräfte und in einer größeren 
Anzahl von Schulen auch Lehrwerkstätten zur Ver- 
fügung. Auf diese kommt es besonders an. Für die zu er- 
wartende große Anzahl von Invaliden werden freilich die 
Werkstätten der Krüppelheime und der Schulen zusammen 
noch nicht ausreichen. Darum müssen sich auch die Groß- 



industrie und das Handwerk in den Dienst dieser edlen 
Sache stellen. Das vaterländische Interesse gebietet, daß 
die Unternehmer nicht nur ihre früheren Arbeiter wieder 
in ihre Betriebe einstellen, sondern daß sie ihnen auch 
geeignete Gelegenheiten dazu bieten, sich in ihre Arbeit 
wieder einzurichten. Wenn die schwereren Fälle den 
Krüppelheimen und den Lehrwerkstätten der Fachschulen 
überwiesen werden, dürfte sich das leicht durchführen lassen. 

Den Schulanstalten wird es bei aller Bereitwilligkeit 
ihrer Leiter und Lehrer nicht leicht fallen, sich in den 
Dienst an den Invaliden einzugliedern. Sie haben alle mehr 
oder minder festgefügte Lehrpläne, in denen das Lehr- 
pensum auf eine längere Zeit verteilt ist. Sie können mit 
der Schnelligkeit, mit der private Fachschulen jetzt schon 
die Gelegenheit zum Geldverdienen weidlich ausnützen — 
ohne darüber Skrupel zu empfinden, ob die Leute mit dem 
Erlernten später auch eine dauernde Existenz finden — , 
nicht vorgehen. Es liegt auf der Hand, daß die Ausbil- 
dung nur eine persönliche Note haben darf, weil ja beinahe 
jeder einzelne Fall anders behandelt werden muß. Das 
liebevolle Eingehen auf den Einzelfall erfordert aber vom 
Lehrer ebensoviel Zeit wie Verständnis und Anpassungs- 
fähigkeit. 

Die Vielseitigkeit unseres Fachschulwesens verbietet 
von vornherein eine gewisse Schabionisierung der Schul- 
fürsorge. Für alle Arten von Schulen gilt nur die eine 
Bedingung gleichermaßen, daß die Lehr- und Lernzeit so 
kurz wie nur möglich zu bemessen ist. — Das bedingt aber 
schon eine gewisse Vorübung und gewisse Gewöhnung 
des Invaliden an seinen Zustand bei dem Eintritt in die 
Schule. 

Die Gewerbeschulmänner haben sich auch schon ein- 
gehend mit der Materie beschäftigt; sie haben zum Teil 
auch bestimmte Richtlinien festgelegt, nach denen die Für- I 
sorgetätigkeit zu handhaben wäre. U. a. haben die preußi- 
schen Kunstgewerbeschulmänner Leitsätze aufgestellt. Sie 
machen es darin zur Bedingung, daß die eigentliche Fach- 
schulbildung überall nur da eintreten soll, „wo sie sachlich 
geboten und dadurch eine Steigerung der Erwerbsfähig- 
keit möglich erscheint. Voraussetzung ist in jedem Falle 
die Arbeitsmöglichkeit in der Praxis. Die Aufnahme soll 
nach gewissenhafter ärztlicher und beruflicher Beratung, 
erfolgen. Die berufliche Beratung soll durch Schul- und 
Fachleute geschehen. Wünschenswert ist stets eine er- 
kennbare Befähigung in einer kunstgewerblichen Richtung, 
die in zweifelhaften Fällen durch eine Probezeit in der Fach- 
schule festzusetzen wäre. 

„Abgesehen von Einzelkursen für eine bestimmte Art von 
Kriegsverletzten, wie z. B. der in Dresden stattfindende Kursus 
für einarmige Zeichner, sind die Invaliden ihrem Können ent- 
sprechend in die bestehenden Hilfsklassen, Fachklassen und 
Werkstätten einzureihen. 

Der Aufbau des Unterrichts wird in den meisten Fällen zu- 
nächst auf die Erzielung sachlicher Anforderungen der Hilfs- 
arbeitsleistung hinauslaufen müssen. Nach Bedarf werflen Er- 
gänzungskurse folgen zur Weiterentwicklung und zur Steigerung 
der Arbeitsfreudigkeit. 

Empfehlenswert dürften auch Semesterkurse in bestimmten 
Techniken für solche Kriegsinvaliden sein, welche hauptsächlich 
für beschränkte Werkstattarbeit und für kunstgewerbliche Heim- 
arbeit in Frage kommt. 

Für begabte invalide Kunstgewerbler, welche bereits eine 
mehrjährige praktische und theoretische Ausbildung an Kunst- 
gewerbeschulen hinter sich haben, soll eine Erleichterung des 
Besuchs des Gewerbelehrerseminars in Berlin ins Auge gefaßt 
werden." 

Bei den Kursen an den Kunstgewerbe- und Hand- 
werkerschulen und den sonstigen Spezialfachschulen mit 
Lehrwerkstätten wird es sich überwiegend nur um die 
möglichst zweckmäßige Nutznießung der Werkstätten für 
die Arbeiter der verschiedensten Berufe handeln. Daß über 
die praktische Arbeit der Kunsthandwerker hinaus auch 
eine künstlerisch-zeichnerische Aus- und Weiterbildung in 



Heft 29/30 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



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geeigneten Einzelfällen erfolgen kann, ist nicht von der 
Hand zu weisen. Aber es wäre grundfalsch, allzu häufig 
von dem Grundsatz abzugehen, die Invaliden möglichst 
der praktischen Arbeit zu erhalten. 

Etwas anders liegen die Dinge bei den Baugewerk- 
schulen. Ihnen fehlen, da sie vornehmlich den theoreti- 
schen Unterricht pflegen, die Lehrwerkstätten. Sie können 
sich aber trotzdem auch in den Dienst der Invaliden- 
fürsorge stellen, wenn sie sich dabei tunlichst auf die An- 
gehörigen des Baugewerbes beschränken. Ob nun be- 
sondere, in sich abgeschlossene Kurse für Kriegsverletzte 
oder die Einweihung der Invaliden in die bestehenden 
Klassen, oder Einzelunterricht in Invalidenklassen ein- 
gerichtet werden, wird wohl je nach den besonderen Ver- 
hältnissen entschieden werden müssen. Es ist wohl anzu- 
nehmen, daß auch darüber näheres in den im Ministerial- 
Erlaß vom 15. Juni angekündigten Einzelbestimmungen 
über die Mitwirkung der Schulen enthalten sein wird. 
Architekten, Techniker, Zeichner, also ehemalige Schüler 
der Baugewerkschulen, dürften sich dort nicht allzu schwer 
die Anpassung an ihre frühere Tätigkeit aneignen, sich 
vor allem aber bald für eine verwandte, ins Baufach 
fallende Arbeit weiterbilden können. Wer auf dem Bauplatz 
und im Architekturbureau Bescheid weiß, kann sehr wohl 
mit der Hilfe der Schule für diese oder jene der Arbeiten 
einen entsprechend hohen Grad von Arbeitsfähigkeit er- 
langen. 

Nicht viel anders ist es bei der Inanspruchnahme der 
Maschinenbauschulen. Mit emsigem Fleiß und eisernem 
Willen kann sich der invalide Maschinen- oder Elektro- 
techniker dort auch einer seinen besonderen Verhältnissen 
entsprechenden Tätigkeit anpassen. Wie im Baufach, gibt 
es auch hier viele Funktionen, die, ohne daß sie den bis- 
herigen Angestellten degradieren, von zweckmäßig darauf 
eingeübten Invaliden verrichtet werden können. Es muß 
aber sehr davor gewarnt werden, daß die Baugewerk- und 
Maschinenbauschulen auch Nichtfachleuten in größe- 
rer Zahl zur Erlernung des Zeichnerberufes geöffnet wer- 
den. Ueber die Beschäftigungsaussichten in diesem Be- 
rufe herrschen schon recht irrtümliche Ansichten. Er wird 
häufig, gerade wie die einfache kaufmännische und Bureau- 
arbeit als ein richtiger Invalidenberuf bewertet. Die In- 
validen müssen vor den bitteren Enttäuschungen bewahrt 
werden, die ihnen in einem, besonders auch von Inva- 
liden selbst überlaufenen Beruf sicher sind. Das zu ihrem 
schweren Existenzkampf sö bitter nötige Selbstvertrauen 
würde ihnen sonst gar bald verloren gehen. 

Neben den schon genannten und den speziellen Be- 
rufsschulen kommen auch noch die sogenannten „Meister- 
kurse" als Ausbildungsgelegenheiten für Invaliden in Be- 
tracht. Die Meisterkurse verfügen über sehr gut eingerich- 
tete Werkstätten. Wenn sie auch nur einigen wenigen 
Gewerben dienen, so bieten sie gerade dafür eine besonders 
geeignete Ausbildungsmöglichkeit. Alles in allem betrach- 
tet, ergibt sich das erfreuliche Bild, daß unsere Gewerbe- 
schulen eine nicht zu unterschätzende Fürsorgemöglich- 
keit bieten. Sind doch allein in Preußen mehr als hundert 
staatliche oder staatlich unterstützte Kunstgewerbe- und 
Handwerker-, Baugewerk-, Maschinenbau-, Textil- und 
andere Fachschulen vorhanden. Dazu kommen noch die 
zahlreichen kaufmännischen Schulen. Aber auch die ge- 
werblichen Fortbildungsschulen sind für die gute Sache 
tätig. Da für sie die spezielle Berufsausbildung nicht in 
Betracht kommt, betreiben sie an manchen Orten im Zu- 
sammenwirken mit den Lazaretten jenen allgemeinbilden- 
den Unterricht, der vor der Genesung der Verletzten und 
ihrer Ueberführung in die Spezialwerkstätten nützlich und 
erwünscht ist. 

Man kann daher wohl mit Sicherheit annehmen, daß 
jetzt bei uns alles Erforderliche in der Berufsberatung und 



der Berufsausbildung der Kriegsinvaliden getan wird. Diese 
ganze, großangelegte Fürsorge setzt aber voraus, daß den 
Invaliden durch eine wirksame Arbeitsvermitte- 
lung auch dauernd die Möglichkeit geboten wird, ihre so 
erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten auch wirklich nutz- 
bringend zu verwenden. Wir haben zwar mit Genug- 
tuung vernommen, daß die großen Unternehmerorganisa- 
tionen ihren Einfluß dahin ausüben wollen, daß die 
Kriegsverletzten wieder in ihren früheren Arbeitsstätten 
aufgenommen werden. Aber eine gut und zweckmäßig 
ausgebaute und geleitete Arbeitsvcrmittclung ist trotzdem 
unentbehrlich. — Es ist auch erfreulich, zu beobachten, daß 
auch teilweise die sogenannten Kriegsausschüsse oder 
Arbeitsgemeinschaften, die im Zeichen des Burgfriedens 
von den Unternehmerorganisationen und den Arbeiter- 
gewerkschaften gemeinsam gebildet wurden, die Durch- 
führung der Arbeitsvermittelung in die Hand genommen 
haben. So veröffentlichte z. B. kürzlich der Kriegsausschuß 
für die Metallbetriebe Groß-Berlins folgende Bekannt- 
machung: 

„Die Arbeitgeberverbände der deutschen Industrie haben ein- 
stimmig eine Erklärung erlassen, daß sie bereit und willens sind, 
die kriegsverletzten heimkehrenden Soldaten, soweit sie früher 
in ihren Betrieben beschäftigt gewesen sind, wenn irgend mög- 
lich wieder in denselben unterzubringen. 

Auch der Verband Berliner Metallindustrieller hat sich dieser 
Erklärung angeschlossen. Im Verein mit den Arbeiterorgani- 
sationeTi hat er den Kriegsausschuß für die Metallbetriebe Groß- 
Berlins, der begründet war zur Behebung der während des 
Krieges entstandenen Schwierigkeiten im Arbeitsverhältnis, mit 
der Durchführung der hierzu erforderlichen Maßnahmen betraut. 

Dieser Kriegsausschuß ersucht alle in Frage kommenden 
Stellen, die aus dem Militärverhältnis entlassenen Kriegsbeschä- 
digten, welche zuletzt in Metallbetrieben Groß-Berlins beschäftigt 
waren, an die hierfür errichtete Geschäftsstelle, Berlin N., Schle- 
gelstraße 2, zu verweisen." 

Dieser Kriegsausschuß wacht auch darüber, daß der 
Arbeitsuchende an den, seinem Zustande entsprechenden 
richtigen Platz kommt, so daß er evtl., wenn er in seinem 
alten Betrieb nicht untergebracht werden kann, einem an- 
deren Betrieb zugewiesen wird. — Es ist nur zu wünschen, 
daß auch in anderen Gewerben und Industrien ein 
solches Zusammenwirken, das die beste Gewähr für den 
Erfolg bietet, stattfindet. 

Der höchste Erfolg solcher Vereinbarungen wird aber 
erst erzielt, wenn sie weit über die Dauer des Krieges 
hinaus sichergestellt werden. Denn man kann heute noch 
nicht sagen, daß, wenn das Geschäftsleben wieder seinen 
normalen Gang geht, die Kriegsinvaliden nicht doch noch 
weniger rücksichtsvoll behandelt werden. Um das zu ver- 
hindern, müßten gewisse Garantien geschaffen werden. 
Um das zu verhindern, macht A. K n o 1 1 im „Corre- 
spondenzblatt der Generalkommission der Gewerkschaften" 
den Vorschlag, diese „sozialen Verträge" nicht mit dem 
Schicksal der Tarifverträge zu verquicken. Ihre Bestim- 
mungen sollten vielmehr den jeweiligen Tarifverträgen 
als besonderer selbständiger Anhang angefügt werden. 
Eine Aenderung oder Aufhebung dürfte dann mit der 
Kündigung der Tarifverträge nicht verbunden sein, sie 
könnten nur durch die beiderseitigen Zentralkörperschaften 
erfolgen. Er verlangt noch weiter, daß sich die Kontra- 
henten an „die gesetzgebenden Körperschaften wen- 
den mit dem Verlangen, daß in die gesetzlichen Vor- 
schriften über das Submissionswesen die zwingende Be- 
stimmung aufgenommen wird, daß bei Vergebung öffent- 
licher Arbeiten und Lieferungen nur solche Betriebe und 
Firmen berücksichtigt werden dürfen, die die für ihre 
Branche zwischen Unternehmer- und Arbeiterorganisation 
getroffenen Kriegsbeschädigten-Fürsorgevereinbarungen als 
für sich verbindlich anerkannt haben." 

So greift die Kriegsverletztenfürsorge nach und nach 
tief in den Arbeitsbereich der Berufsorganisationen ein. 
Damit steigert sich das Interesse der Arbeitnehmer an 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 29 30 



der bestmöglichsten Durchführung der Fürsorge immer samtheit von größter Bedeutung. Sie können mit Recht 

mehr. Die Mitarbeit ihrer Organisationen an allen in Be- verlangen, daß sie zu allen Aktionen der Kriegsverletzten- 

tracht kommenden Stellen — angefangen bei der Berufs- fürsorge hinzugezogen werden. Ihr guter Wille, wie ihre 

beratung, über die Berufsausbildung bis zur Unterbringung Sachkenntnis und Opferfreudigkeit bürgen dafür, daß die 

in die Betriebe und darüber hinaus bis zur dauernden gute Sache durch sie am besten gefördert wird. 

Sicherung der Leistung der Invaliden, ist für die Ge- Weiß. 



:: :: :: :: :: :• SOZIALPOLITIK :s SS :: :: :: :: 



Grundsätze für ein Reichsgesetz zur Schaffung von 
Kriegerheimstätten 
Der Hauptausschuß für Kriegerheimstätten hat folgende 
Grundsätze aufgestellt: 

1. Das Reich dankt seinen Verteidigern, indem es jedem deut- 
schen Kriegsteilnehmer oder seiner Witwe die Möglichkeit eröff- 
net, auf dem vaterländischen Boden ein Familienheim auf eigener 
Scholle (Kriegerheimstätte) zu erringen. 

Die Kriegerheimstätten sollen, gemäß den Lehren dieses 
Läuterungskrieges, das deutsche Boden- und Siedlungswesen 
auf das Ziel hinlenken, einen körperlich und sittlich gesunden 
Volksnachwuchs zu sichern, die Wehrkraft des Volkes zu erhöhen 
und die Erträgnisse des heimischen Bodens zu steigern. 

2. Jeder deutsche Kriegsteilnehmer hat im Rahmen dieses 
Gesetzes einen Anspruch auf eine Heimstätte im Reich oder in 
seinen Kolonien. Unter den Bewerbern sollen die ortsangehörigen 
Kriegsbeschädigten, Witwen und kinderreichen Familien zuerst 
berücksichtigt werden. 

3. Die Kriegerheimstätten sind entweder: 
Wohnheimstätten: Kleinhäuser mit Nutzgarten, die allen 

Kriegsteilnehmern offenstehen, oder 

Wirtschaftsheimstätten: gärtnerische oder landwirt- 
schaftliche Anwesen von geeigneter, nach Bodenart und 
Bodenpreis verschiedener Größe, die nur Bewerbern mit 
entsprechender Vorbildung und angemessenem Betriebs- 
kapital verliehen werden dürfen. 
Bestehender Besitz kann in Kriegerheimstätten umgewandelt 

werden. 

4. Die Heimstätten-Versorgung geschieht durch ein Heim- 
stättenamt, das dem Reichsamt des Innern ein- und untergeordnet 
und in geeigneten Bezirken durch Heimstätten-Amtmänner ver- 
treten wird. Diese haben in Fühlung mit den zuständigen Be- 
hörden (Bezirkskommandos usw.) die Auskunftserteilung und 
Vermittelung jeder Art bei Begründung, Ausführung und Bewirt- 
schaftung der Heimstätten zu bewirken und jeden Mißbrauch mit 
ihnen zu verhüten. 

5. Das Reich kann die Ausgabe von Heimstätten übertragen 
an öffentlich-rechtliche Verbände und an gemeinnützige Ver- 
einigungen. 

Um Boden zur Errichtung von Kriegerheimstätten zu ge- 
winnen, haben die Heimstätten-Ausgeber ein Vorkaufsrecht bei 
jeder Zwangsversteigerung und bei der Veräußerung von Grund- 
stücken, die in einem Jahrzehnt zweimal freihändig ihren Besitzer 
gewechselt haben. Bei diesen Grundstücken haben sie auch ein 
Enteignungsrecht, und zwar grundsätzlich zu dem Werte, der in 
Selbsteinschätzung vor dem Kriege zum Wehrbeitrag angegeben 
und angenommen worden ist. 

Weigern sich öffentlich-rechtliche Verbände oder sonstige 
gemeinnützige Vereinigungen, die Ausgabe von Kriegerheimstät- 
ten zu bewirken, obwohl sie im Besitz von geeignetem Gelände 
sind, so ist das Reichs-Heimstättenamt berechtigt, dies Gelände 
zwecks Gründung von Kriegerheimstätten zu enteignen. 

6. Die Kriegerheimstätte wird zum Eigentum übertragen 
gegen eine unkündbare Bodenrente (Weiterbildung des § 1202 
Abs. 2 des BGB.). 

7. Eine Veräußerung der Kriegerheimstätte ist nur mit Geneh- 
migung der Ehefrau zulässig. Die Rente (§ 6) kann nur gestei- 
gert werden, wenn der Besitzer die Kriegerheimstätte freiwillig 
aufgibt, oder wenn nach dem Tode beider Eltern das jüngste 
Kind großjährig wird oder sie nicht selbst bewohnt und bewirt- 
schaftet. Für die Steigerung ist nicht der für die Heimstätte ge- 
botene Preis allein maßgebend, sondern es muß eine allgemeine 
Steigerung des Bodenwerts in der betreffenden Gegend nachweis- 
bar sein. Der Heimstättenbesitzer hat Anspruch auf Herabsetzung 
der Rente, wenn die Bodenwerte eine nicht nur vorübergehende 
Verminderung erfahren haben. Der Heimstättenausgeber hat bei 
allen Verkäufen das Vorkaufsrecht. 

8. Eine Beleihung von Kriegerheimstätten kann nur in Form 
von unkündbaren und löschungspflichtigen Tilgungsdarlehen er- 
folgen. Mindestens 10% der Baukosten muß der Heimstätten- 
bewerber selbst aufbringen. Das Reich ermöglicht die Beleihung 



der Kriegerheimstätten bis zu 90% der reinen Baukosten ent- 
weder durch Erweiterung des bereits bestehenden Reichs-Bürg- 
schaftsfonds oder durch Schaffung einer Reichs-Pfandbriefanstalt, 
unbeschadet der weitergehenden Fürsorge für die Kriegsbeschä- 
digten und Hinterbliebenen durch Nutzbarmachung des ent- 
sprechend verstärkten Reichs-Wohnungsfürsorgefonds. 

Gemeinnützige Kassen, welche für Unbemittelte die fehlen- 
den 10% der Baukosten aufbringen, ebenso teilweis kapitali- 
sierte Invaliden- oder Hinterbliebenenrenten erhalten das Recht 
der hypothekarischen Eintragung. Für alle sonstigen Eintra- 
gungen ist das Grundbuch geschlossen. 

<9. Die Kriegerheimstätte kann durch privatrechtliche For- 
derungen nicht in Zwangsversteigerung gebracht werden. Sie ist 
unteilbar und durch Erbgang nur auf einen Erben übertragbar. 

10. Zur Bestreitung der Kosten und Schaffung eines Reserve- 
fonds für etwaige Verluste erhebt das Reich eine Oedlandsteuer 
von 2°ü auf alles Privatland, das seit mehr als fünf Jahren nicht 
unter dauernder forstwirtschaftlicher, landwirtschaftlicher oder 
gärtnerischer Kultur gehalten worden ist, und zwar nach dem 
Werte, den der Eigentümer selbst angibt, der aber zugleich die 
Grundlage des Enteignungspreises bildet, wenn das Land für Krie- 
gerheimstätten benötigt wird. 



STAND ES BEWEGUNG 



Aus dem D. T.-V. 
Wir erhielten von einem Verbandskollegen, der als Oberleut* 
nant (Ritter des Eis. Kreuzes) im Felde steht, nachstehenden Feld- 
postbrief: 

An die Kollegen im Felde! 
Kollegen! Kameraden! 

Wir, die wir das Glück haben, als feldgraue Techniker für 
unser teures Vaterland eintreten zu dürfen, werden einst stolz auf 
unsere Erlebnisse, nichts von dem missen wollen, was wir im 
Dienste unserer heiligen Sache durchlebt haben. Und doch wird 
manches nach Jahren verloren gegangen sein, was wir unter der 
Wucht des dauernden Wechsels der Ereignisse geistig nicht voIF 
verarbeiten konnten. 

Unsern Kollegen, denen es durch Alter, Krankheit, oder Un- 
abkömmlichkeit nicht vergönnt war, mit hinauszuziehen, sind wir 
verpflichtet, als Techniker ein klares Bild unserer „tech- 
nischen" Erlebnisse zu bringen. Alte technische Kampf- 
mittel, die längst in die Rumpelkammer gewandert waren, sind 
aus ihrer Versenkung wieder auferstanden, vorhandene übliche 
sind verbessert worden und neue kriegstechnische Wunder haben 
in aller Welt Erstaunen hervorgerufen ; wäre es da nicht unsere 
Pflicht, zu sammeln und zu sichten? 

Eigenhändige Skizzen mit kurzen, knappen Erläuterungen, und 
Photographien von zerstörten und wiederhergestellten Kunst- 
bauten, improvisierten Maschinenanlagen, Wirkungen von Minen 
und Sprengungen, Unterständen usw. in der eigenen Linie, sowie 
der Feinde, werden in richtiger Weise zusammengestellt eine 
Sammlung ergeben, die den Teilnehmern eine dauernde, liebe 
Erinnerung, den im Lande gebliebenen Kollegen einen Ueberblick 
unserer Tätigkeit und nachfolgenden Geschlechtern vielleicht 
manches Lehrreiche bringen wird. 

Wir bitten Sie, Kollegen und Kameraden, der Verbandsleitung 
Mitteilungen schriftlicher und bildlicher Art über Ihre tech- 
nischen Erlebnisse an der Front zukommen zu lassen. Die 
Verbandsleitung wird die Eingänge sammeln und sichten, sowie 
das eingegangene Material nach Prüfung durch die Zen- 
sur-Behörde teilweise in der D. T.-Z. wiedergeben, nach 
Beendigung des Krieges aber in einem Heft herausgeben. „D i e 
Leistungen unserer Techniker im Kriege" wer- 
den uns eine liebe, dauernde Erinnerung sein! 

Mit kollegialem und kameradschaftlichem Gruß 

H. W i 1 1 m ey er. 

Herr Felix Zimmermann (M.-Nr. 78 733), der zurzeit 
einer Marine-Luftschiff-Abteilung zugeteilt ist, schreibt uns: 

„Hocherfreut, bestätige ich, hiermit den Empfang der Ver- 
bandszeitung von Nr. 1 — 19/20. Für die Uebersendung vielen 
Dank. Bin aufrichtig erfreut, daß Sie es mir trotz der schweren 



Heft 29/30 



DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



117 



Zeiten möglich machen, mit dem Verband in Fühlung 1 zu bleiben 
una aus den Nachrichten das segensreiche, unermüdliche Schaffen 
des D. T.-V. verfolgen zu können. So wünsche ich auch ferner- 
hin die Einigkeit und Zusammenwirkung des Verbandes. Wenn 



es mir nach dem Kriege vergönnt sein sollte, wieder in die liebe 
Heimat zurückzuwandern, so soll es mein Bestreben sein, mich 
durch pünktliche Beitragszahlung und durch Werbung neuer Mit- 
glieder dankbar zu zeigen." 




EHREN- mm TAFEL 



Das Eiserne Kreuz erhielten ferner: 

Gustav Bädje, Gadenstedt, Mitgl. 59 915, unter Beförderung 
zum Obermaaten (verwundet). 

Friedrich Berger, Oppeln, Mitgl. 70 590, f. 

Eugen Böttger, Bielefeld, Mitgl. 62 143 (verwundet). 

Hermann Flige, Vegesack, Mitgl. 73 510. 

August Freutet, Beuel b. Bonn, Mitgl. 51 749. 

Rieh. Friedemann, Weißenfels, Mitgl. 28 085. 

Emil Frischmuth, Berlin-Tempelhof, Mitgl. 15 624. 

Otto Gedulat, Essen a. Ruhr, Mitgl. 64 389, unter Beförde- 
rung zum Oberjäger. 

Hermann Hügin, Berlin-Lichtenberg, Mitgl. 49 314. Koll. H. 
erhielt außerdem die Großh. Badische Verdienstmedaille. 

Walter Kühling, Chemnitz, Hosp.-Mitgl. 05 141. 

Karl Lange, Dresden, Mitgl. 24 446. 

Karl Lauer, Ludwigshafen a. Rh., Mitgl. 53 472, unter Beför- 
derung zum Offizier-Stellvertreter. 

August Leipold, Seelze (Hann.), Mitgl. 61 164. 

Karl Mautz, Plüderhausen (Zw.-V. Cannstatt), Mitgl. 43181. 

Karl Meyerer, Ludwigshafen a. Rh., Mitgl. 60 622. Koll. M., 
der zum Offizier-Stellvertreter befördert wurde, erhielt 
ferner die Bayr.Verdienstmedaille m. Krone u. Schwertern. 

Wilhelm Rudolphi, Heming, Mitgl. 75 651. 

Paul Strack, Dahlen i. Sa., Mitgl. 71 758, verwundet. 

Franz Tonndorf, Berlin-Tempelhof, Mitgl. 58185. 

Wilh. Wilmsmeyer, Merseburg, Mitgl. 73 730. 

Anderweitig ausgezeichnet wurden: 

August Ken, Cannstatt, Mitgl. 50 656, Württemberg. Tapfer- 
keitsmedaille, unter Beförderung v. Feldwebel z. Leutnant. 
Adam Mackert, Oppau, Mitgl. 69 411, Bayr. Verdienstkreuz 

3. Klasse mit Krone und Schwertern. 

Emil Sander, Braunschweig, Mitgl. 21 706, Braunschweigi- 
sches Kriegsverdienstkreuz. 

Hans Schwalb, Gelsenkirchen, Mitgl. 74 681, Großh. Hessi- 
sche Tapferkeitsmedaille. 

Ferd. Severitt, Radebeul-Oberlößnitz, Mitgl. 30 046, Sächs. 
Friedrich-August-Medaille in Silber. 

Friedr. Stöhn, Dresden, Mitgl. 65 145, Ritter des Eis. Kreuzes 
2. Kl., Sächs. Friedrich-August-Medaille in Silber. 

Es starben den Heldentod fürs Vaterland : 

Friedrich Berger, Oppeln, Mitgl. 70 590, seit 1.4.1913. 
Franz Buschbell, Essen, Mitgl. 77 573, seit 1.5.1914. 
Otto Dancker, Hamburg, Mitgl. 73 759, seit 1.10.1913. 
Walter Ermisch, Halle, Mitgl. 40 958, seit 1. 10. 1906, am 

29. Juni 1915 in einem Feldlazarett infolge Bauchschusses. 
Otto Faßhauer, Darmstadt, Mitgl. 30 749, seit 1.10.1904, am 

8.11.1914 bei Ypern. 
Anton Graßmann, Berlin, Mitgl. 59 743, seit 1.10.1910, im 

Gefecht an der Bzura am 12. 6. 1915. 
Karl Gruschwitz, Hannover, Mitgl. 72 939, seit 1.9.1913. 
Peter Hoffinger, Elberfeld, Mitgl. 50 360, seit 1.10.1908, am 

4. 7. 1915 infolge einer am 3. 7. 1915 bei Ypern erlittenen 
schweren Verwundung. 



Otto Hopf, Rheydt (Zw.-V. M.-Gladbach), Mitgl. 69 520, seit 
1. 1. 1913. 

Hermann Junge, Hirschberg, Mitgl. 44 766, seit 1.10.1907, 
am 15.6. 1915. 

Heinr. Karasek, Hameln, Mitgl. 73025, seit 1. 9. 1913, am 

9. Juni 1915 durch Granatschuß. 
Wilh. Kirchhofs, M.-Gladbach, Mitgl. 54 465, seit 1. 7. 1909, 

am 15.5.1915 bei Wola Szydlowicka. 
Adam König, Ludwigshafen a. Rh., Mitgl. 69 670, seit 1.1. 

1913, am 11.7.1915, bei Ban-de-Sapt. 
Karl Kost, Dresden-Cotter, Mitgl. 32 250, seit 1.4.1905, am 

21. März. 

Hans A.Kuhn, Nürnberg, Mitgl. 70 773, seit 1.4.1913, am 

16. 6. 1915 bei Arras. 

Otto Mehnert, Dresden, Mitgl. 75 647, seit 1. 3. 1914, vor 

Ypern am 8. 1. 1915. 
Wilh. Jon. Mester, Bremen, Mitgl. 66 233. 
Arthur Mielke, Quedlinburg, Mitgl. 66 598, seit 1.4.1912. 
Franz Moser, Hannover, Mitgl. 62 645, seit 1.7.1911. 
Alfred Peibst, Liegnitz, Mitgl. 68 760, seit 1. 2. 1913, am 

20. 6. 1915. 

E. Pomy, Bremen, Mitgl. 05 711, am 17.6.1915 bei Souchez. 
Alfred Rebhan, Mitgl. 55 756, seit 1.10.1909, in Rußland. 
Ludwig Scherrer, München, Mitgl. 54 810, am 13.6.1915. 
Carl Schneemann, Düren, Mitgl. 62 609, seit 1.7.1911, am 

12.6.1915 bei einem Sturmangriff. 
Georg Schröder aus Döbernitz, Mitgl. 73 687, seit 1. 10. 1913, 

am 3. 2. 1915 bei Korabka. 
Jos. Speth, Burgstadt (Zw. Wittenberg), Mitgl. 64 603, seit 

1. 1. 1912, in Galizien. 
Konrad Tilgner, Wien, Mitgl. 45 633, seit 1.10.1907. 
Georg Ulber, Waldenburg, Mitgl. 60 369, seit 1.1.1911, am 

9.6. 1915. 

A. Weber, Konstanz, Mitgl. 41 108, seit 1. 10. 1906, am 6. Juni 

bei der Lorettohöhe. 
Otto Westphal, Leipzig 13, Mitgl. 54 062, seit 1.7.1909, als 

Res. im Jäger-Batl. bei einem Sturmangriff am 8.5.1915. 
Hans Wichmann, Harburg, Mitgl. 34 928, seit 1.1.1906, am 

17. 6.1915. 

Es wurden verwundet: 

Reinhold Bielefeld, Hannover, Mitgl. 43 005 (Beinschuß). 
Karl Frettlöh, Oppeln, Mitgl. 76 436. 

Heinr. Günther, Prenzlau, Mitgl. 33 402, d. Gewehrschuß. 
Heinr. Kresse, Hannover, Mitgl. 58 618 (Handschuß). 



Berichtigung: 

Die im vorigen Heft mitgeteilte Zahl der gefallenen 
Kollegen ist infolge eines Schreibfehlers unrichtig angegeben 
worden. Nach den uns bis zum 1 . Juli vorliegenden Mel- 
dungen haben leider bereits 559 Mitglieder den Heldentod 
fürs Vaterland erlitten, wozu bis Mitte des Monats noch 
etwa 30 Kollegen hinzugekommen sind. 



Zweigverwaltungen: Altona: 16,00. Amberg: 9,00. 
'Aschaffenburg: H. Peck 3,00. Berlin: Sillier 1,00, Vorst, 
der Z.-V. Berlin 8,00, Fr. Sieg 1,00, Dolz 1,00, Winter 4,00, 
Kansy 1,00 (= 16,00). Betriebsgruppe A. E. G. B e r 1 i n : E. Wiebe 
1,00, Fr. Kuhlmann 1,00 (= 2,00). Berlin: Dähne 3,00 H. Knüt- 
ter 25,00, Stolz 3,00 (= 31,00). Berlin-Friedenau: 
O. Kurth 3,00, O. Möller 2,00, E. Müller 4,00, O. Wenk 3,00, Fr. 
Kuhlmann 6,00, E. Wiebe 4,00, K. Frederichs 3,00, G. Mackensy 
3,00 v H. Prieß 3,00, W. Gnilka 10,00, A. Pfeiffer 2,00, R. v. Brenk 
6,00, M. Reichelt 8,00, R. Röhrich 2,00, Fr. Ringel 3,00, K. Giese 
1,00, R. Ponto 1,00, R. Muskulus 1,00, P. Merten 3,00, K. Kroll 



Kriegshilfe (24. Quittung) 



8,00, W. Bartels 1,00, P. Krepplin 3,00, J. Schützger 4,00, K. Peters 
1,00, E. Spindler 2,00, P. Böhm 2,00, G. Grohmann 15,00, G. Leu- 
plold 5,00, R. Meyer 3,00, Nobbe 2,00 (= 114,00). Berlin- 
Licht e r f e 1 d e : Wilhelm 5,00. B e r 1 i n - T e m p e 1 h o f : Un- 
genannt 3,00, Ungenannt 3,00, A. Mast 10,00, W. Baum 1,00, 
A. Sprenger 3,00, Zibale 1,00, E. Schnellbach 2,00, Zesewig 2,00, 
Mengler 1,00, Wildhagen 2,00, Keunecke 1,00, Dietzel 1,00, 
P. Schmidt 2,00, H. Moser 2,00, R. Kautz 2,00, Beilstein 3,00, 
Hauck 1,00, P. Zachariä 1,00, Müller, Nowottnick, Groß, Weber, 
Rüfener 10,00, Vortrag 5,50 (= 56,50). Berlin-Wflmers- 
dorf: Bratz 1,00, Köhler 2,00, TesChner 1,00, Untermann 2,00. 



• 



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DEUTSCHE TECHNIKER-ZEITUNG 1915 



Heft 29,30 



Zimmermann 1,00, Deiters 3,00, Güntherodt 3,00, Templin 3,00 
(= 16,00). Bielefeld: 602,00. Bleicherode: Marx 2,00. 
Braunschweig: 100,00. Bremerhaven: 3,00. Bres- 
lau: Oaede 2,00, Rotter 1,00, H. Foerster 3,00, Winck 4,00, 
Kühn 2,00, v. Carlowitz 4,00, Altwasser 2,00 (= 18,00). Brom- 
berg: K. Kretschmer 15,00, P. Schulz 15,00, W. Zühlke 11,00, 
P. Pandow 6,00, P. Wehner 9,00, W. Bruschat 9,00, P. Lorenz 
3,00, Kolozieski 3,00, Ruhnke 3,00, Eichberger 3,00, Kuklinski 
3,00, Jubel 3,00, Günter 2,00, Otto 1,00, Krause 1,00, Koppen 

12.00 (= 99,00). Bunzlau: 2,00. Burg i. Dithm.: Paaske 
7,00, Gorath 2,00, Behrens 5,00, Wicklein 1,00, Malmke 1,00, 
Frommer 8,00, Hinrichs 2,00 (= 26,00). Chemnitz: Möhle 

10.001 Cöln: Aust 2,00, Askevold 3,00, Adler 1,00, Blatz 2,00, 
Breunig 1,00, Brendel 1,00, Calmus 1,00, Canzler 1,00, Düsterhaus 
3,00, Denkinger 2,00, Denker 1,00, Eickhoff 3,00, Friedrich 2,00, 
Friedrichs 3,00, Feldhoff 1,00, Hasselbeck 5,00, Hoff mann 5,00, 
Hillen 4,00, Heinze 3,00, Hafer 1,00, Hochmuth 1,00, Kuhnke 
6,00, Krause 1,00, Klencz 2,00, Ledosquet 1,00, Leven 4,00, Lau 
1,00, Linder 2,00, Maynusch 2,00, O. Meskendahl 1,00, M. Meyer 
2,00, Meinhardt 2,00, Meis 1,00, Mertin 1,00, Nachtsheim 3,00, 
Nitze 2,00, Naske 3,00, Oleimeulen 1,00, G. Paul 6,00, Pikalo 1,00, 
Pörtje 4,00, Pohl 1,00, Preis 1,00, Prösdorf 1,00, Röper 10,00, 
Reuter 1,00, Ritter 5,00, Rabe 2,00, Stockmann 2,00, Stolle 1.00, 
Staden 2,00, Saalborn 2,00, Sturm 1,00, Simianowski 2,00, Schüller 
20,00, H. Scholz 4,00, R. Scholz 2,00, Schulze 4,00, Schwalbert 
3,00, ;H. Schmitz 1,00, Schlüter 4,00, Türk 2,00, Wiemeyer 1,00, 
Wuchert 1,00, F. Willems 1,00, A. Winter 2,00, Weber 2,00, Un- 
genannt 1,00, Nies 1,00, Knapper 1,00, Stock 1,00, Hellacke 1,00, 
Lieberda 1,00, Knauth 1,00 (= 177,00). Cöpenick : Warnecke 
3,00, Bösang 1,00, Gruber 2,00 (= 6,00). Cor b ach: 9,00. 
Crimmitschau: 10,00. Darmstadt: A. Ripper 10,00, 

H. Hubertus 10,00, Ph. Rückert 10,00, M. Hübler 14,00 (= 44,00). 
Dresden: 200,00. Elberfeld: 100,00. Eschweiler: 
Schwartz 1,00, Teglin 2,00, Rett 1,00, Budde 2,00 (= 6,00). 
Eßlingen: 50,00. Fr