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Full text of "Ein Altes Jüdisch-Arabisches Bücher-Verzeichnis"

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76 THE JEWISH QUABTEELY REVIEW 



EIN ALTES JUDISCH-ARABISCHES BÜCHER- 
VERZEICHNIS. 

Ueber den litterar- und culturhistorischen Wert derartiger Ver- 
zeichnisse, die immer häufiger zu Tage treten und die sämmtlich aus 
den Schätzen der Geniza stammen, habe ich mich bereits in dieser 
Zeitschrift (Bd. XIII, p. 324) geäussert. Seitdem hat Schechter (ibid., 
XIV, 247) neue Proben veröffentlicht und dabei eine vollständige 
Edition der in Cambridge vorhandenen diesbezüglichen Fragmente 
in Aussicht gestellt. Hiermit soll nun ebenfalls ein neues Specimen 
edirt werden, das unter den Geniza-Fragmenten der Stadtbibliothek 
in Frankfurt a. M. sich findet und die Nummer I, 34 trägt. Es 
besteht aus einem kleinen, schlecht erhaltenen Quartblatt und ent- 
hält auf der einen Seite das hier folgende Verzeichnis, auf der 
anderen dagegen einige Zeilen in arabischer Sprache und Schrift, 
die über Sokrates handeln. Der Ductus ist ziemlich alt und dürfte 
etwa dem XL, spätestens dem XII. Jahrhundert angehören. Da sowohl 
eine Auf- als eine Nachschrift nicht vorhanden ist, so ist zu schliessen, 
dass wir vor uns nur ein Fragment haben. Eine Copie des Verzeich- 
nisses verdanke ich der Güte des Herrn Dr. I. Friedländer in 
Strassburg, dann hat Herr Dr. A. Freimann in Frankfurt a. M. mir 
in recht dankenswerter Weise das Original selbst geschickt, das ich 
mit der Copie collationirt habe ; trotzdem ist aber Manches unleser- 
lich geblieben. Ich lasse nun das Verzeichnis, ganz wie es im 
Original lautet (also auch die durchstrichenen Worte), folgen und 
versehe, zur leichteren Orientirung, die einzelnen Positionen mit 
einer fortlaufenden Nummer. Ueber den zweifelhaften Worten steht 
ein Fragezeichen. 

m& 21 n-nrfo< 'nscNna *VDan m 65 (1) 
•avuiw »ajfo TDan im d (2) 

1 Die Form iwannD ist Mehrzahl von fi«?NiE, d. h. nunc, nach Analogie 
der Formen riNtwN von mw, riN-iNSV von nsv, rttrown von num, und nirtioo 
von fttwo, d. h. Mntoo (s. Revue, XL, 90). Es kommt aber auch als Mehrzahl 
von nuriD die Form to'inid vor, s. ibid., p. 55, n. 2. 

a D. h. cyva'nn d , n , 3:V«. 



EIN ALTES JÜD.-ARAB. BUCHER-VERZEICHNIS 77 

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jNipi dann min in iö (14) 

(1) 29 Teile (d. h. Bände) Uebersetzungen von Pericopen des 
Pentateuchs und 3 — Commentare. 

(2) 40 Teile Uebersetzungen von Propheten und Hagiographen. 

(3) 8 — Worterklärungen und Massora. 

(4) 45 — Halachisches. 

(5) 1 9 — Medicinisches und arabische Erzählungen. 

(6) 18 Teile Agada und Midrasch. 

(7) 4 — mit Glossen versehene ' Halachoth Gedoloth. 

(8) 31 Teile vom babylonischen Talmud und 8 vom jerusalemischen, 
darunter 4 mit Glossen. 

(9) 1 1 Teile Mischnajoth und Borajtoth, davon . . . mit Glossen, 
2 gebundene und 3 ungebundene. 

(10) 8 — Commentare und Anfragen mit Glossen. 

(ii) . . . gebundene und 11 ungebundene [Teile] Anfragen. 
(12) 1 [Band ?] liturgischer Gedichte Jannai's mit Glossen ; 4 Gebet- 
bücher und liturgische Gedichte. 

1 So ist, nach einer brieflichen Mitteilung des Herrn Prof. Goldziher, 
mVo resp. rim'jo zu erklären, also eine Schrift, die mit wrrVjn, d. h. mit 
kurzen Randglossen versehen ist. ivrpftn als Büchertitel sind häufig im 
Arabischen, so z. B. das bekannte Werk des neuplatoniachen Philosophen 
Schihäb ad-Dln Suhrawerdi. 



78 THE JEWISH QUARTERLY REVIEW 

(13) 4 Convolute, zusammengesetzt aus losen Blättern 1 . 

(14) 15 Teile Tora, Targum und Koran. 

Wie man sieht, sind die Angaben ganz allgemein gehalten, doch 
beanspruchen sie ein gewisses Interesse. So enthielten nr. 1 und 2 
vielleicht Werke Saadja's. — Nr. 3 enthielt wahrscheinlich eine Art 
Glossar zur Bibel, wie es auch in einem ähnlichen Bücher- Ver- 
zeichnis, das Bacher edirt hat (nr. 25), vorkommt, s. Revue, XL, 59, 
n. I 2 . Die Form rilDSD für Massora kommt auch sonst vor, s. J.Q.R., 
XIII, 325, nr. 7. Auf die Massora müssen sich auch die durch- 
strichenen Worte mjD e]NU7N1 "IN33 beziehen, also Massora magna 
und parva. Unerklärlich ist nur die hier gebrauchte Mehrzahl. — 
Aus nr. 5 ist wohl mit Sicherheit zu entnehmen, dass der Besitzer ein 
Arzt gewesen ist. Aehnlich war auch das soeben erwähnte, von 
Bacher edirte Verzeichnis das eines jüdischen Arztes. — Was für Com- 
mentar in nr. 10 gemeint ist, ist selbstverständlich unmöglich zu 
ermitteln. Dagegen waren die Anfragen ohne Zweifel halachischen 
Inhalts, ähnlich wie die nvNB* in dem Verzeichnis ed. Bacher, nr. 15, 
s. Revue, I.e. — Nr. 12 ist besonders interessant, denn daraus lernen 
wir, dass die liturgischen Poesien Jannai's, der ein Lehrer des Elazar 
Kalir gewesen und wahrscheinlich dem VII. Jahrhundert angehört, 
in ziemlich alter Zeit schon in einem Band gesammelt waren. 
Möglicherweise lag diese Sammlung auch dem Karäer al-Qirqisäni 
(blühte 937) vor, der die 'K3* fUtttn einige Mal citirt, s. Harkavy, 
Studien u.Mittheilungen, V, 108. Ueber den Ausdruck fUttfn s. Bacher, 
Revue, XL, 55, n. 2. — Beachtenswert ist noch, dass in nr. 14 Tora und 
Targum und Koran so friedlich nebeneinander lagern. 

Samuel Poznanski. 
Warschau, d. 9. März 1902. 

1 Diese Bedeutung dürfte hier -nruD haben. 

9 Zwar kommt in einem Verzeichnis auch ein Tio'jrftN chd 1 »» tccd, d. h. 
Worteiklärungen zum Talmud, vor (J.Q.R., XIII, p. 54, nr. 67; s. ibid., 
p. 337 ob.), und in einem anderen ein ttHDb« mvc, das wahrscheinlich 
Worterklärungen zu den Halachoth Gedoloth enthielt (s. Revue, XXXIX, 
203), doch dürfte hier das Vorhandensein der Massora in demselben Band 
darauf hinweisen, dass es biblische Worterklärungen waren.