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Full text of "M. Klumel's "Mischpâtim"; F. Kauffmann's ‮אביב‬"

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402 THE JEWISH QUARTERLY REVIEW 

to do before. Besides, it is doubtful if " on " will do as a rendering 
for ina ; or " with " either. The meaning " by " is common, " with " 
also in the sense of instrument. 

On p. 235, the obscure ribz may be for nikazu the usual Babylonian 
for " account," if the Aramaic b can be read k. 

On p. 246, the note from Dumon is not to be taken quite seriously. 
Why the medical prescriptions of the Babylonian doctors are to be 
styled "nostrums," as long as we do not know what they were, is not 
very clear ; but at any rate Ea was a god, not a " patroness," and the 
Identification with a serpent-headed god is wrong. Except as a gibe 
at the medical profession, there is no connexion of Allatu with 
doctors ; and the gibe is modern. 

But these are all mere trifles in comparison with the immense 
ainount of useful and well-digested information. The chief value 
lies in the comparative method applied so well and in the allowance 
made for critical results. The text of the Code is not perfect. 1t had 
to be cut on stone, from a copy on clay, and either scribe or stone- 
cutter made mistakes, which can be pointed out readily enough. The 
obscurities may be due in part to mistakes. In other cases, we may 
have words or ideograms which are to be taken differently. Early 
translators failed to recognize the ideogram for muskenu and so had 
to guess at its meaning. The puzzling word aldam, which, from its 
elements as an ideogram I guessed might mean " tools," or " imple- 
ments " ; others have guessed meant " seed," because they thought 
that suited the context better. They were probably right, as the 
word occurs in contracts with se, the word for " com," before it. But 
we do not yet know whether it was wheat, barley, or other grain. 

C. H .W. Johns. 



M. KLUMEL'S " MISCHPATIM " ; F. KAUFFMANN'S MK. 

MischpdUm. Ein samaritanisch-arabischer Commentar zu Ex. 21-22, 
15, von IbrähIm Ibn Jakub. Nach einer Berliner Handschrift 
herausgegeben und mit einer Einleitung und Anmerkungen 
versehen. Inaugural-Dissertation .... von Meier Klumel. 
Berlin, 1902, in-8°. 13 + (1) SS. + xxxiv SS. arab. Text. 

3'3K Jlj \j j^JÜi w>))) <j- Traktat über die Neulichtbeobachtung 
und den Jahresbeginn bei den Karäern, von Samuel b. Moses. 
Nach einer arabischen Handschrift mit dem Fragmente einer 
hebräischen Übersetzung kritisch herausgegeben und ins Deutsche 
übertragen von Felix Kaufmann. Frankfurt a. M., 1903, in-8°. 
xviii + 31 SS. + 26* SS. arab.-hebr. Text. 



CRITICAL NOTICES 403 

Diese zwei Publicationen behandeln zwar verschiedene Themata, 
doch gehören sie insofern zusammen, als sie beide interessante Bei- 
träge zur Kenntnis des Schrifttums der einzigen bisher existirenden 
zwei jüdischen Secten — der Samaritaner und der Karäer — liefern, 
und darum möge auch ihre Besprechung hier gemeinsam erfolgen. 

I. Die Secte der Samaritaner wird wohl bald in absehbarer Zeit 
zur Vergangenheit gehören, denn nach den neuesten Nachrichten 
beträgt ihre Zahl im Ganzen 220 Seelen (120 männliche und 100 
weibliche, s. Lunchs Kalender, 5663, p. 52), die alle in Nablus leben. 
Umsomehr sollte, solange noch eine lebendige Tradition vorhanden 
ist, vor Allem ihre religionsgesetzliche Litteratur, die meistens ara- 
bisch abgefasst ist, durchforscht werden, da diese auch für das 
Verständnis der Entwickelungsgeschichte der jüdischen Halacha, 
wie dies seit Geiger's bahnbrechenden Untersuchungen feststeht, von 
grosser Bedeutung ist. Einer der fruchtbarsten samaritanischen Auto* 
ren auf diesem Gebiete war nun Ibrahim, dessen äusserst umfangreicher 
arabischer Comm. zum Pentateuch wohl als B«pertorium der samari- 
tanischen Gesetzeskunde uud Glaubenslehre gelten kann. Eine 
moderne Abschrift dieses Commentars zu den ersten vier Büchern 
befindet sich in der königl. Bibliothek zu Berlin und hat sie Geiger 
vielfach benutzt und verschiedene Stellen daraus excerpirt, hier 
aber erhalten wir zum ersten Mal ein grösseres zusammenhängendes 
Specimen, das sich auf das Civilrecht bezieht. Allerdings ist es zu be- 
dauern, dass der Herausgeber in der Mitte, d. h. zu xxü. 1 5, abgebrochen 
und nicht den ganzen Abschnitt bis xxiii. 19 gegeben hat, oder wenig- 
stens bis xxü. 23, da, wie Ibrahim berichtet, nach manchen Samari- 
tanern, der eigentliche Abschnitt Mischpätim hier endet (p. i, letzte 
Zeile: m!>n «|D3 DK ja» Jl J*Sj »33K i13n Jl J~ä tföBBWl SiU'j) 1 - 

Ueber die Person des Autors ist nichts bekannt, doch ist die 
Vermutung Klumels wahrscheinlich, dass er mit einem Ibrahim aus 
dem Stamme Ja'küb identisch sei, der am Ende des VIII. Jahrh. d. H. 
in Damascus gelebt und von dem sich eine Hymne zum Versöhnungstag 
(ed. v. Heidenheim in s. Vierteljahrsschrift, V, 112-17) erhalten hat. 
Mithin gehört Ibrahim ins XV. Jahrh. und damit stimmt auch überein, 
dass er noch Autoren aus dem Ende des XIV. oder dem Anfange des 
XV. Jahrh., wie z. B. den Dichter Abischa b. Pinchas, citirt. 

Der Text ist, abgesehen von einigen Druckfehlern 2 , sehr sorg- 

1 Vgl. auch Zunz, Ritus, p. 179. 

* So z. B. p. 1, 1. 4, {jöj&\ 1. {ji>j&\ ; p. in, 1. 1, ^»JJ* ist falsch ; 
ib., 1. 7, ^Ui 1. jjUü ; p. viü, L 9, äs-Jj 1. isw-s ; p. x, 1. n, \*>\ 1. Uil ; 
p. xi, L ia, U»^ ** h*}j*> P' xiv > *• x h ciUrfKBs» 1. yLa»^ ; p. xviii, 

D d % 



404 THE JEWISH QUAETERLY REVIEW 

fältig edirt, wiewohl die Aufgabe keine leichte war. Die citirten 
Pentateuch-Verse sind mit hebräischen Lettern transkribirt, und 
es wird dabei überall auf die Abweichungen vom masoretischen 
und die Uebereinstimmung mit dem samaritanischen Text der 
Schrift hingewiesen, und nur zu Lev. xxv. 55 liest Ibrahim allen 
Versionen entgegen D'HajJ ?&OB>'' *J3 K? "O (s. die Anmerkung 
Nöldekes, p. iii, n. 1). Dafür hat aber der Herausgeber nichts für 
das Verständnis des Inhalts gethan, nur verspricht er am Schlüsse der 
Einleitung einen Anhang, in dem die Parallelstellen aus Talmud 
und Midrasch mitgeteilt und die Uebereinstimmungen oder Ab- 
weichungen der beiden Traditionen festgestellt werden sollen. Aber 
gerade diese Feststellung ist das wichtigste und dabei muss nicht nur 
die talmudische, sondern auch die karäische Halacha berücksichtigt 
werden. Auch unser Specimen, wiewohl es sich auf ein so neutrales 
Gebiet wie das Civilrecht erstreckt, ist nicht ohne Interesse, wie dies 
wenigstens an einigen Beispielen gezeigt werden möge. 

So löst Ibrahim den Widerspruch zwischen Ex. xxi. 2 und Lev. xxv. 2 
nicht wie die Talmudisten, die den ersten Fall auf T"3 ini"DÜ und 
den zweiten auf IDXJJ "131D beziehen, sondern dahin, dass in unserem 
Vers unter Haj? ein Proselyte zu verstehen sei (p. ii: J-i J-*M Ijaj 
jJI ^~/<*N ^y^ ti^L» jW ". JJj>). Der Herausgeber hebt diese 

Deutung am Schluss seiner. Einleitung (p. 13) hervor, es ist ihm aber 
entgangen, dass ihr Urheber der Karäer Jefet b. 'Ali ist (s. Aron b. 
Josef 's Mibchar z. St.).— Nicht nur das Ohr des Sklaven, sondern auch 
das der Sklavin darf durchbohrt werden (p. v-vi). — D71JJ? in V. 6 
bedeutet nicht das Jubeljahr, wie Rabbaniten und Karäer behaupten, 
sondern das ganze Lebenlang (p.vii).— Am sonderbarsten ist wohl die 
Deutung des Gesetzes xxi. 7-1 1, das nach Ibrahim sich einfach auf 
einen Vater bezieht, der seine Tochter an einen Mann verheiratet, da 
die Frau die Sklavin des Mannes ist (p. x) ; V. 8 a drückt nun dasselbe 
aus, wie Deut. xxiv. i a . — Der xxi. 14 erwähnte Altar ist nicht ein 
solcher im Heiligtume, sondern in jedem Gerichtshof stand ein Altar, 
um den herum die Richter sassen und ihren Spruch gefällt haben 
(p. xiii). — J1DN in xxi. 22-23 bezieht er selbstverständlich wie die Karäer 
auf die Kinder und V. 24-25 deutet er dahin, dass sich " Auge um 
Auge " auf unseren und ähnliche Fälle beziehe, das übrige aber nur 
auf ähnliche Fälle, da doch z. B. "Zahn um Zahn" in unserem Fall 
nicht anwendbar sei (p. xviii-xx \ vgl. dazu meine Bemerkungen in 

1. 1, *»£> 1. J«ä> ; ib., 1. 10, vy* !• sJjä« ; p. xxiv, 1. 11, Ex. xxxvi. 21 
1. Ex. xxi. 36 ; p. xxvii, 1. 4, ^j 1. ^j ; ib., 1. 7, < j^ i I. ^.j ; 
p. xxxi, 1. 15, Äaü^yi 1. ÄJÜ^JI, U.S.W. 



CBITICAL NOTICBS 405 

Kaufinann-Gedenkbuch, p. 177). — Interessant sind auch die Ausfüh- 
rungen über xxii. 3, wobei Ibrahim auf das Kitäb al-käfi des Samari- 
taners Jüsuf al-'Askari verweist (p. xxix, vgl. Geiger, ZDMG., XX, 569, 
h. 1 ; ein Abschnitt aus dieser Schrift, der sich auf die Zaraath-Gesetze 
bezieht, ist unlängst erschienen, s. diese Zeitschrift, XI, 694). 

Andererseits muss bemerkt werden, dass die Rabbaniten hier zweimal 
citirt werden ohne jedes beleidigende Epithet, wie das öfters der Fall 
ist (s. z. B. die Excerpte bei Geiger, I.e., p. 156 ff.). So heisst es an 
einer Stelle, dass nfOJ? xxi. 10 von dem talmudischen ruy "Zeit" 
abzuleiten sei (p. ix : «jiü oSj { J*> »4*^$ ^ hüj jZteJ nnjjj UÜIj) 
und an der anderen (p. xx) werden die Einwände der Halachisten gegen 
die wörtliche Deutung von xxi. 24-25 mit den Worten *fräx> uüJ Jäj 
elli' ,J eingeleitet. 

Da nun der Comm. Ibrähim's sehr umfangreich ist (die Berliner 
Copie, in der Deuteronomium fehlt, umfasst über 2000 Quartseiten) 
und deshalb wohl in absehbarer Zeit auf eine vollständige Edition 
nicht zu rechnen ist, und da das Specimen Klumel's über die Art 
und Weise dieses Commentars im Grossen und Ganzen bereits eine 
Vorstellung giebt, so wird es sich für zukünftige Bearbeiter eher 
empfehlen, nicht weitere kleinere Proben zu veröffentlichen, sondern 
lieber einzelne Partieen der samaritanischen Gesetzeskunde auf Grund 
dieses Commentars monographisch zu behandeln und so mit der Zeit 
diese Disciplin zu einem gewissen Abschlüsse zu bringen. 

II. Wichtiger als die samaritanische ist die karäische religions- 
gesetzliche Litteratur und hier ist es besonders das Gebiet der 
Kalenderkunde, das im Mittelpunkte der rabbanitisch-karäi sehen 
Polemik steht. Wir sind daher Kauffmann dankbar, dass er den 
betreffenden (dritten) Abschnitt aus dem im Jahre 1434 in arabischer 
Sprache verfassten Gesetzbuch al-Murschid des Karäers Samuel b. 
Mose b. Jeschua 1 al-Magribi veröffentlicht hat. Samuel ist zwar 
nur Compilator und, wie die meisten späteren karäischen Autoren, 
wiederholt er nur, was er in früheren Werken gefunden hat, doch ist 
auch seine Darstellung, die sich durch Klarheit und gute Anordnung 
des Stoffes auszeichnet, nicht ohne Interesse. Als Vorlage zu dieser 
Edition hat K. die Berliner Handschrift gedient, die im J. 1435, also 
ein Jahr nach der Abfassungszeit, geschrieben ist, und der Text ist 
auch, abgesehen von einzelnen wenigen Druckfehlern 2 , ein recht 

1 Und nicht Josua, wie es irrtümlich auf dem arab. Titelblatt heisst. 
Ueber die Identificirung mit dem gleichnamigen Samuel b. Mose b. Cliesed- 
El, genannt ibn '2D, s. Monatsschrift, XLII (1898), p. 189, und Steinschneider, 
Die arab. Literatur d. Juden, § 199. 

1 Z. B. p. 5*, 1. 16, rriro 1. nino ; p. 6*, 1. 3, mnx 1. rnrw ; ib., 1. t% 



406 THE JEWISH QÜAKTEELY REVIEW 

guter. Nur an einer Stelle ist dem Herausgeber ein arges Miss- 
verständnis unterlaufen. Am Anfange des XIII. Capitels (p. 16*) 
heisst es, dass die Einwohner derjenigen Länder, die von Palästina 
weit entfernt sind und demgemäss die Gerstenreife (T2H) nicht 
beobachten können, sich nach dem 19jährigen Cyclus richten mögen. 
Diesen Cyclus nämlich haben die mit Jojachin Verbannten, die da "die 
guten Feigen " genannt werden (das Bild ist Jer. xxiv. 2 entlehnt), 
festgesetzt: lyan» }K wby 33» . . . flTinfo "wblbtt bna KßNl 

{inodd^n Dni bw nö ^y paw nbi bnx mjrci nta -ronöfo 

niaiLif)« (ms. tfisritaa) ffOKrfoa. K. setzt nun dafür 'tbü DH1 
niait3?N . frwnppta und übersetzt (p. 26) : " diese werden — mit dem 
Femininum ! — die ni3"lD genannt " ! ? Ein Einblick in Aron b. Mia's 
Gan Eden, fol. 22 b , wo es heisst: i3"iy»n ^W W31 Dann "ION 

r iai ba -top» vne> niaion tfJNnn jipn «in iimon ppn »a y"j, 

hätte ihn eines besseren belehrt. Uebrigens heisst es auch in der 
hier abgedruckten hebr. Uebersetzung (worüber weiter unten) in 
einem anderen Zusammenhange (p. 22*, 1. 3 v. u.): JIEWU "UJ>N1 

trsWi vn maion o^snn pm n£nna vn '^«n^n noi« W wi> 

'131 rPWin "ins. Allerdings ändert K. hier wiederum d^Nnn in 

tttonn ? ! 

Aber auch sonst vermisst man in der Uebersetzung allzuoft eine 
Kenntnis der einschlägigen Litteratur, die K. vor vielen Entstellungen 
und Irrtümern bewahrt hätten. Ich will hier nur die wichtigsten 
hervorheben: So bedeutet yNöiKtal Dtfpfol flhn (p. 3*, 1. 4 v. u.) 
nicht "Bibeltext, Wort- und Sachanalogie" (p. 4), sondern: "Bibeltext, 
Analogie und allgemeine Uebereinstimmung (sc. der Gemeinde)." 
Demgemäss sind auch die drei Principien des Karäismus (ib. n. 4) 
nicht : N"lp pi& mW und C?p»n, da vorletztes im letzten eingeschlossen 
ist, sondern: 3?DE>D od. 3ina (=p), B>pn (=DNV) und f13p oder 
iTiy (=yxöJK), zu dem noch als viertes Princip die Vernunft 
(nyin noan) hinzukommt, s. Graetz, Band V, Note 17, iv, und Rev. des 
EtJuives, XLIV, iS2.—?ebläd?X faD (p. 4*, 1. 7) heisst nicht "manche 
Wirrköpfe " od. dgl. (p. 5), sondern " ein Häretiker." So werden die 
Karäer von den Rabbaniten genannt und umgekehrt. An unserer 
Stelle ist Saadja gemeint, der behauptet hat, Vni in Gen. i. 14 be- 
ziehe sich nicht auf die Lichter (ni"l1ND), sondern auf Tag und Nacht, 
s. diese Zeitschrift, VIII, 702 ; X, 246.— Die Stelle in Cap. XI über 

nrwtas 1. nrwfcac ; p. 8*, L 3 v. u., im 1. -na ; p. 10*, 1. 14, SxsnSsa 
1. tesn 1 )»!; ib., 1. 4 v. u., ine 1. irro; p. 12*, 1. 12, teinwte 1. ■jsiton'jn; 
p. 13*, 1. 13, id 1 »«' 1. idW' ; ib., 1. 22, rwan 1. nran, u.s.w. 



CRITICAL NOTICES 407 

Jos. v. 11 (Text, p. 15, Uebers. p. 23) hat K. total missverstanden. In 
Uebereinstimmung mit allen Karäern fasst auch Samuel die Stelle so 
auf, dass damals das Pesaeh, d. h. die Darbringung des Opfers, am 
Ausgange des Sabbats stattgefunden hat, dass demnach der erste Tag 
des Festes auf einen Sonntag fiel und dass man an diesem Tage, der 
ebenfalls nosn mrtDD genannt werden kann, das Omer dargebracht 
hat und konnte man demgemäss schon an ihm von neuem Getreide 
essen (s. meine Ausführungen in der Monatsschrift, XLI, 206) : tÖNS ' ' ' 

rbiba 1» i^dni -möj^n onp rrai vybx nv mi "imbx dv ma jtoi 
mnoi *£pi nvo nosn mnoo pxn -nayo ii>3N*i 'ipa ri-m&K 

"l^X TJ&N DV in nDSn. K. übersetzt nun : " Verhält sich das so, so 
entnehmen wir daraus, dass der letzte Tag des Passahfestes in jenem 
Jahr Sabbat, und dass der nächste Tag Sonntag war, und dies war 
der Feiertag u.s. w. " ! InW'N (p. 16*) heisst hier nicht "Städte" 
(so p. 26) und "1XD1 DKK> nicht "Damaskus und Qähira," vielmehr 
sind hier " die Länder Palästina und Egypten " gemeint. — Inbetreff 
der ib. als Merkmale angeführten Verse wäre auch zu bemerken, dass 
Gen. i. 1 aus 7 Wörtern besteht, entsprechend der Zahl der Schaltjahre 
in einem Cyclus, Deut, xxxiv. 12 aus 12 Wörtern, entsprechend der 
Zahl der Gemeinjahre, und ib. xxxiii. 29 aus 19 Wörtern, entsprechend 
den Jahren eines Cyclus, s. Gan Eden, fol. 22 b .— TVßvbx. |» Nöip |N^ 
(p. 19*, 1. 10) heisst nicht : " denn eine Anzahl von Völkern," sondern 
"denn manche, aus dem Volke (sc. Israel)" haben diesbezügliche 
Fälschungen vorgenommen (es handelt sich um die Feststellung 
von D3BT1 mriDD) u.s.w. — Auch sonst ist noch eine sehr grosse Anzahl 
Stellen falsch aufgefasst und unrichtig übersetzt, ihre Aufzählung 
würde aber zu weit führen. 

Von anderen Ungenauigkeiten bemerke ich folgende : "V'D von 
biblischen Personen (p.3, n.4) gebrauchen auch rabbanitische Autoren, 
ebenso ?1D"1 von Moses (p. 15, n. 6). Letzteres ist besonders bei Saadja 
der Fall, s. Monatsschrift, 1901, p. 565.— D3N (p. 12*, 1. 2) bedeutet 
einfach: n?D JDN, und demgemäss ist auch die Uebersetzung, p. 18, 
unrichtig. — "toyo ib., 1. 17, ist kein arab. Wort S+x* (p. 19, n. 5), 
sondern ein hebr., also einfach das oft gebräuchliche WD "in HDJJD, 
und die Verweisung auf Ex. xix. 17 überflüssig u.s.w. 

Der Murschid wurde von Samuel b. Salomo Kohen in Damaskus im 
J. 1722 ins Hebräische übersetzt, und der III. Abschnitt ausserdem 
noch von Samuel b. Abraham Hallewi in Jerusalem im J. 1757. 
Letztere Uebersetzung, die sich u. d. T. KHnn CHp pij? fragmentarisch 
in einer Pinsker'schen Handschrift im Wiener Beth ha-Midrasch be- 
findet, hat K. seiner Edition beigefügt (p. 20*- 26*). Zum Verständnis 



408 THE JEWISH QÜARTEKLY REVIEW 

des arab. Textes trägt sie wenig bei, nur scheint der Uebersetzer 
manchmal eine andere Vorlage vor sich gehabt zu haben, vgl. z. B. 
den Schluss von Cap. 5. Mit dem Anfang von Cap. 7 bricht die 
Uebersetzung ab. Eigentümlich ist, dass der Uebersetzer N^CIp (p. 24*, 
1. 6 v. u.) im Sinne von t?pTl gebraucht. Von Fehlern ist hier zu 
verzeichnen: p. 20*, 1. 3: DvJJO 1. DPJJö (es ist dies das arab. Jx* 
' Gelehrter"; die Bemerkung p. xvii, n. 2, ist überflüssig, weil 
selbstverständlich) ; ib., 1. 9, ist zu ergänzen : [n?n] H?W OHO W 

"131 Dwnn motten» [oni] bbs wn m-iiNon *iai3; P . 21*, l. 23, 
»niny 1. rmv, v- 22*, 1. 1, «an 1. lwm; ib., 1. 3 v. u., ö^wnn 
1. ooxnn (s. ob.); p. 23*, 1.6, rtrm/n 1. nvijnwi; ib., 1. 8, p"ö 

1. pi3 ; ib., 1. 9, ppl ' * * p*l 1. ppT * * * p*t ; ib., 1. 5 v. u., BJJ03 
1. OVD3 ; p. 25*, 1. 8, 00310 1. 00310 ; ib., 1. 9, ist ein i6 zu streichen. 



Samuel Poznaisjskj. 



Warschau, d. 5. Mai 1903. 



M. STEINSCHNEIDERS " ARABISCHE LITERATUR 
DER JUDEN." 

Mobitz Steinschneider : Die arabische Literatur der Juden : ein 
Beitrag zur Literaturgeschichte der Araber, grossenfheils aus hand- 
schriftlichen Quellen. 8vo, pp. liv and 348 (exclusive of indices), 
Frankfort-on-the-Main, 1902, J. Kauffmann. 

The publication of a new book by Prof. Steinschneider is always 
an event of unusual importance, and his latest forms no exception to 
this rule. One cannot, however, discuss the book without, first of all, 
congratulating the octogenarian on the achievement of such a work, 
and expressing the hope that his mental as well as physical powers 
may remain undiminished for many a year to come. 

The appearance of the book was awaited with much expectation, 
it having been announced by the author on several occasions. A pre- 
cursor to it was the detailed " Introduction to the Arabic literature of 
the Jews," published in this Journal (commenced Vol. IX). Both 
works, which Supplement one another, are the result of many decades' 
labour in collecting and sifting an enormous material. They come 
as a revelation to many scholars, Jewish as well as Gentile, who were 
not, or did not care to be, aware of the wealth and importance of 
Jewish writings in the Arabic tongue. The term "literature " is to