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Full text of "Jüdisch-Arabisches"

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384 THE JEWISH QUARTERLY REVIEW 



JÜDISCH-ARABISCHES. 

I. 
Zu den Gentzäh- Documenten aus Kairo. 

Zu den im vorletzten Hefte der J. Q. R., B. XVI, S. 573 ff. ver- 
öffentlichten arab. Documenten aus der Genizäh von Kairo gestatte 
ich mir einige Bemerkungen. 

No. XIV. Die Übersetzung von Q«n T1J3 P^CNl» durch "the agent 
of the daughter of Hayyim" ist irrig. Der Herausgeber hat 
verkannt, dass rVDNlD der Name der Tochter des Hayyim ist. Es ist 

arab. il*j-* eigentlich " die, auf die man die Hoffnung setzt." Das 
Masculinum kommt als Eigenname mehrfach vor ; vgl. Agäni, Index, 
p. 660. 

1. 9 ist für Wwbü wohl WB^N zu lesen; vgl. den Namen 
Mjity» Jäküt Geogr. Wörterb. s.v. Den Schluss des Documents hat der 
Herausgeber nicht übersetzt. Er lautet : " 6 Kailag 1 (Getreidemass) 
weniger \ ; und 5 (Kailag) weniger \ (1. jm K>$) und er hat zwei 
Dirham weniger J empfangen." 

Diese Notiz gehört wohl kaum zu dem vorhergehenden Texte. 

No. XV erklärt der Herausg. für so schlecht überliefert, dass eine 
Übersetzung unmöglich ist. Er begnügt sich deshalb mit einer blossen 
Inhaltsangabe, in der allerdings die wesentlichsten Punkte richtig zu 
stellen sind. Zunächst haben wir es hier nicht, wie der Herausgeber 
annimmt, mit einer Klageschriß zu thun, sondern das Ganze ist eine 
Quittung oder Empfangsbestätigung (nN"13=ä]^J, S. 576, 1. 22) die 
Müsä b. Jakob Käbisi dem Joseph b. Jakob aus Tripolis ausstellt. 
Dieser ist nicht der Bruder des Müsä. Die Mutter Jamäma und ihre 
zwei Söhne stellen keine Klageansprüche, sondern es liegt im 
Gegentheil von Seiten der Mutter eine ausdrückliche Verzichtleistung 
auf jeden irgendwie gearteten Anspruch vor. Von dem Versprechen, 
die Mutter weiter in Frieden zu lassen, enthält der Text kein Wort. 

Das Nähere ergiebt die folgende, nur in einigen unwesentlichen 
Dingen unvollständige resp. unsichere Übersetzung des für die Cultur- 
geschichte ganz interessanten Documents. 

Es hat Müsä mit dem Beinamen ibn 'Amrän ibn Ja'küb aus 
Käbis dem Beth Din hierselbst eine Vollmacht, geschrieben in 
Kairawan von der Hand des Hillel [b. Moseh], vorgelegt, die besagte, 
dass er, nachdem Ja'küb, der Vater des vorgenannten Müsä in Sicilien 
und sein Bruder Sahlün in Alexandria gestorben waren, zu seinem 
Bevollmächtigten über ihre Hinterlassenschaft hierselbst und über 



JÜDISCH-AEABISCHES 385 

das, wofür kein anderer berechtigter Erbe als er, Musa, vorhanden ist, 
den Jusuf b. Ja'küb aus Tripolis bestellt hatte, der sich damals in 

Kairo aufhielt. Und zu dieser Erbschaft gehörten Kleider 

und Pelze und Mäntel mit Seidenborte und die sein 

Bruder als Privatbesitz (?) hinterlassen hatte, und andere Dinge, von 
denen (?) dieser Müsä, als er in Sicilien war, dem Abraham b. David 
b. 1NDJD ein Depositum: nämlich 4 Pilzdecken aus Tälikän Stoff 
und 4 schwarze Kleider überwiesen hatte (?), und gab ihm Vollmacht, 
mit allem nach seinem Gutdünken zu verfahren, ausser dem, was bei 
Ben 1NDM deponiert war. 

Und in diesem Schriftstücke war zugleich angeführt, dass Jamäma 
Tochter des Ja'küb b. Härün b. Gäsüs v^DDPN, Mutter dieses Müsä 
und Gattin des verstorbenen Ja'küb, bestätigte, dass ihr weder ein 
Anspruch noch eine Intervention an irgend etwas von dem, was ihr 
Gatte hinterlassen habe, zustehe und sie bereits ihre Morgengabe von 
ihm empfangen habe vor dem Proviant für die Seereise (?) und dass 
dieser Müsä berechtigt ist, seine Erbschaft anzutreten und dass es 

ihm auch zustehe, Jemanden damit zu betrauen und 

sie bestätigte, dass die Hinterlassenschaft ihres verstorbenen Sohnes 
Sahlün ebenfalls dem Müsä auf Grund der Blutsverwandschaft gehöre 
und dass ihr auch für diese weder Recht noch Intervention zustehe. 
Zeugen. Datum. 

Nun wünscht dieser Müsä dem vorerwähnten Jusuf b. Ja'küb aus 
Tripolis eine Quittung auszustellen und sich der Verzichtleistung 
seiner Mutter zu versichern. So wurde nun dieses Schriftstück in 
ihrer Gegenwart vor dem Beth Din ausgefertigt. Sie schrieb nun 
eine Quittungsurkunde, an deren Beginn der Inhalt des erwähnten 
Schriftstückes stand. Darauf folgte eine abschliessende Quittung 
von diesem Müsä für diesen Jusuf ausgestellt. 

Datum. 

Da der Text der Urkunde zum Theil etwas beschädigt ist, anderer- 
seits manche Stellen gewisse Schwierigkeiten enthalten, so seien 
einige Erläuterungen gestattet. 

S. 575, 1. 2 von unt. wird [N3 kaum als arab. yjO gefasst werden 
können, allerdings ist auch die Annahme, dass es das aram. |X3 
" hier " sei, nicht ohne Schwierigkeit. — Das letzte Wort ronC^D ist 
wohl in nrOTVlD = ä£1L» (Dozy "verifier") zu ändern, cfr. o~»ü 
S. 576, 1. 23. t 

S. 576, 1. 2. 7& ist J-aJ und muss hier den Erbberechtigten 
bezeichnen. 

1. 3. 1XD3 bezeichnet nicht, wie der Serausgeber meint, Egypten. 
sondern den Ort, aus dem das Document stammt, Kairo. 

Die Erbschaft zerfällt in zwei Theile: (a) Hinterlassenschaft des 
VOL. xvir. c c 



386 THE JEWI8H QUARTERLY REVIEW 

Vaters, (b) Hinterlassenschaft des Bruders, die Richtigkeit der von 
1. 5 gegebenen Übersetzung vorausgesetzt. (Für NS?3 1. $p5=i— il»-.) 
Die Worte flirrt py D15n sind schwierig zu construieren ; doch 
scheint hier py für sonstiges (^«Jb "persönlich" (Dozy) zu stehen. 
Dem Sinne nach würde dies ja ganz gut passen. (Der Sohn, 
Geschäftstheilhaber seines Vaters, hat auch Privatbesitz.) Im Fol- 

genden ist zu lesen *^*>± <-2» 1 '^>j 2 *^lj Ju-ol. Der folgende 
Gegenstand (JjJ, (?). 

1. 6 ist vor *P '•Py sicher ein Verbum zu erganzen. Die im Texte 
gegebene Übersetzung ist natürlich nur ein Nothbehelf. 

1. 7 ist das erste Wort TU (,_£}) für VO zu lesen; ib. ist die 
Schreibung |K1p7lD für ^UJU» zu beachten. Zu dem Namen vgl. Dozy 
s.v.; ib. ist für n*SDN wohl fPDSN wie 1. 6 zu lesen {$y* v— iye äu-ol). 

1. 8 ist das unverständliche fi^Dia wohl in rCDNia zu ändern 

* 

und als wly. (Dozy s. v.) zu verstehen. 

1. 10. Ob v*DD?K einen Mann aus Marseille bedeutet, ist wohl noch 
zweifelhaft, da das Fehlen des R in dem Namen sehr auffällt. (Vgl. 
J. Q. B., XVI, 461, 1. 8 N^SPID u. Varianten.) Eher käme Mosul 
in Betracht (1. *bQ)üb& ?). 

1. 11 ist pN , S1 zu uypil l _y»>^ z *> ergänzen; darnach die Über- 
setzung. 

1. 13 ist die Übersetzung des eigentümlichen "iri3?X roiö nur ein 
Versuch. Termin, techn. für " vor Antritt der Seefahrt " (?). 

I.20 ist Planta vielleicht in "Wr^N "aus Tinnis" zu ändern. 
Oder= i#~z&\ (?) (an falscher Stelle). 

1. 24. KTTtn >B anstatt N.Y1N '•S. 

In No. XVIII ist der Ausdruck W<1 mit unseren lexicalischen 
Hilfsmitteln nicht zu deuten. Es scheint eine besondere Art von 
Dinaren zu bedeuten. An einen Zusammenhang mit dem aus dem 
Romanischen spät in das Arabische gewanderten i»ta "Diamant" 
zu denken, wie der Herausgeber vorschlägt, ist, abgesehen von der 
sprachlichen Schwierigkeit, schon aus sachlichen Gründen völlig 
unmöglich. 

II. 

Zur Geschickte des Netirä. 

In der Festschrift zum siebzigsten Geburtstage A. Berliners hat 

Harkavy einen merkwürdigen arabischen Bericht herausgegeben, der 

die Geschichte eines angesehenen Juden aus der Zeit des Chalifen 

1 Mit Imale und Auflösung des Hamza. 2 Plur. von a^i (Dozy s.v.). 



JÜDISCH-AKABISCHES 387 

enthält, und ihn durch eine hebräische Übersetzung auch weiteren 
Kreisen zugänglich gemacht. 

Da aber in dieser Übersetzung einige wesentliche Miss Verständnisse 
vorkommen, so erlaube ich mir hier ein Paar Bemerkungen zu dieser 
Publication zu geben. 

S. 38 paenult. bemerkt Hark., dass S. 35 paenult. ff. der Text durch 
die Lücke im Anfange unverständlich sei. Ich kann dem nicht 
zustimmen. Es heisst üjI NT'DJ dLio Ja oS^ll elli NTI3J ^J iLf 

J| JiOj wlül ,j»Jj Jais>X9 JiJI jjjJ.I ^"i -ö, »jjä ^^o Jj (Slll* 
»^.IßU i_*-f~Jl ^jä cJa.xj l&k«> (sie) «lyj J s^—5j .... (jlkL..!! 
s~»lc^ »-^j; 13-äj s-i-»li »LJJ ^ u~jlj 8-L*1 ?^'jj ijA^-'j JaÜs* «J\ 

"Er Hess nun sogleich den Netirä holen. Dieser glaubte nun, er 
müsse sterben — von Ibn abi Bagal wusste er aber nichts ; — deshalb 
parfümierte er sich und zog seine Leichengewänder an. Dann trat 
er bei dem Chalifen ein. Dieser verwunderte sich über das unge- 
wohnte Parfüm (?) und über das Gewand, in dem er ihn noch nie 
gesehen hatte. Da enthüllte er ihm nun den Grund und theilte ihm 
mit, dass er sich parfümiert, Leichengewänder angezogen und von seiner 
Familie Abschied genommen habe, weil er sein Leben für verloren 
hielt. Der Chalif versicherte ihn aber, dass er ausser Gefahr sei, 
beruhigte ihn und sagte ihm, dass er ihn wegen einer Sache, die ihn 
bedrücke und bekümmere, habe holen lassen." 

Im Einzelnen ist hierzu zu bemerken : Eine plötzliche Berufung 
eines Würdenträgers zum Chalifen bedeutete für diesen sehr häufig 
die Einleitung eines peinlichen Verfahrens und unmittelbar darauf- 
folgende Hinrichtung. — Der Leiche werden Spezereien mitgegeben, 
daher JaÜs* . Der Text an der von mir durch Punkte angedeuteten 
Stelle scheint nicht ganz in Ordnung. Vielleicht isol^j s_JLc li-i.1» 
" er roch nun an ihm einen Genie 1 " (zu lesen nn*t03 für HTN3). 

S. 39, 1. 19, heisst es bei Harkavy: «EW *b TTljn p nnK DJ 
CnD irrfanty DDn DK tbvh EFlWVl. Der Text aber lautet: 1! J 
f, 4. ; e - sJoji— ^j,5.::,..i\ L»j JUöj ^b J_Ju—il ,j jLjL«JI Ujl*L> 
«,iii*i l^xl^i Äjti^ *-«-*■•» (•/*->. 113V1 ; das heisst : " Dann 
werden sie in Zukunft nicht vor einem Gegenschlage sicher sein, 
indem man ihnen Unrecht thun wird für das, was ihnen vorher 
erlassen worden war, und sie zwingen wird, alles mit einem male zu 
bezahlen." — Der Sinn dieser höchst interessanten Stelle ist, wie man 
sieht, von Hark, ziemlich stark verkannt worden. Sie ist allerdings 
mehrfach arg verderbt. Für D^ND 11 ist wohl 1D?tb' 1 zu lesen l^Jliäj. 

C C 2, 



388 THE JEWI8H QUARTERLY REVIEW 

lUJöi ist grade Bezeichnung des zu Unrecht erhobenen Tributs 

o 

(Tabari Glossar s. v.). Für VOW ist zu lesen lnW) = \ytj&) ; *,£ 
gilt speciell von der Bezahlung des Tributs (Dozy s. v.). Für Lxj* 
wäre noch deutlicher «Jua-Ij Ixij. 

S. 38, 1. 7: J.*jj sajlc »ji^ U jJLlj ; Hark. D*NVD3 ni!?J?Dn »JB1K bl 
vXK. Der Satz bedeutet aber : " und Abhandlungen, die er (nämlich 
Sa'adja) verfasst hat, sind in seinem Besitze." 

über Ibn abil Bagal J-*-Jl ^y.l ^\ ist 'Arib (ed. de Goeje) S. 40, 
passim, zu vergleichen. 

Breslau. Siegmund Fraenkel. 



THE HIGH PRIEST'S PROCESSION. 

The notice concerning the High Priest's Procession on the Day of 
Atonement, published from a Corfu MS. by Dr. Belleli in J. Q. R., 
XVII, 163 ff., has long been known, particularly from Solomon ibn 
Verga's min* D3ß> (ed. Wiener, p. 107), where, remarkably enough, 
Marcus, a Roman consul in Jerusalem, figures as the informant 1 . 
The difference is that, according to Ibn Verga, the Procession took 
place before the Day of Atonement, when the High Priest transferred 
his residence to the sanctuary, and that the splendour of the Pro- 
cession was greater when the High Priest left the Temple, for on that 
occasion all the inhabitants of Jerusalem participated in the function. 
It is thus evident that the writer of the Corfu MS. did not draw 
directly on Ibn Verga, but at all events the conclusions drawn by 
Dr. Belleli are unfounded. 

Samuel Poznanski. 

1 In most editions of the Mahzor Ibn Verga's account is reproduced. 



ZU MEINER NOTIZ ÜBER "DAS GEBETBUCH NACH 
JEMENISCHEM RITUS" (oben, pp. 189-92). 

In dieser Notiz sind zunächst einige störende Druckfehler zu be- 
richtigen : 

P. 190, 1. 10, anst. spV '« 1. «)D1» ''D und anst. T'ID 1. TJ7DJ 
1. II sind die Punkte nach tpy\7\ und vpn zu streichen; p. 191,