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Full text of "Zu dem Geniza-Fragment, "J. Q. R.", XVI, 690 ff."

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l68 THE JEWISH QUARTEBLY EEVIEW 



ZU DEM GENIZA-FRAGMENT, J.Q.R., XVI, 690 ff. 

Dubch die Veröffentlichung dieses Fragments hat sich Hirschfeld 
von Neuem den Dank aller Freunde der jüdisch-arabischen Literatur 
erworben, umsomehr als es den Anfang einer bisher ganz unbekannten 
Schrift bildet. Als Autor wird genannt &X"\ b"l ITlff "13 tpV '") 
inriD?N TiDn, und die Identität mit dem gleichnamigen berühmten 
Schüler des Maimonides drängt sich sofort von selbst auf. Hirschfeld 
glaubt aber, diese Identität in Abrede stellen zu müssen, vor Allem 
darum, weil von ibn 'Aknin nur bekannt ist, dass er in Ceuta gelebt 
hat, weswegen er al-Sabti (TDDPN) genannt wird, aber nicht, dass er 
sich in Mahdijja, unweit von Kairuwän, aufgehalten hätte, so dass 
man ihn als al-Mahdawi bezeichnen könnte. Demgegenüber muss 
aber darauf hingewiesen werden, dass wir über die Lebensumstände 
des Josef b. Jehuda im Megrib nicht ganz genau unterrichtet sind, 
und ist es darum sehr wohl möglich, dass er irgend eine kurze Zeit 
auch in Mahdijja gelebt hat. Wird er ja in arabischen Quellen auch 
al-Fäsi genannt \ obwohl wir über seinen eventuellen Aufenthalt in 
Fez nichts wissen. Massgebend für die Identität muss der Titel 
"flüf) ß>&n sein, den auch ibn 'Aknin getragen hat, wie wir das aus 
einem an ihn gerichteten Brief des Maimonides wissen 2 . Es wäre in 
der That sonderbar, wenn zwei Josef b. Jehuda im Megrib zufällig 
beide diesen Titel geführt haben sollten. Allerdings finden wir in 
Kairuwän (also sehr nah von Mahdijja) einen N1TD t^l TTXW 31 "1D 
S|D1* 31 1D1 rP13, der mit Hai in reger Korrespondenz gestanden 
hat 3 , und man könnte annehmen, dass es in unserem Fragment anst. 

1 S. Jbn abi Oseibia II, 91, 1. 17 : ,«»<lftJl 1— *-<jJ {J J&3 J^ • • • 

v^JLk*. *->5Cil jJujI^.^1 ; vgl. auch ib., 213 : t-_s--jj ^IsJi y,\ 

yjj iöjj^» ^ J*>5H ( J> :/ x^ ^J^J^«»^'- In hebr - Quellen wird er 
auch »TiDDrr und TaVsron genannt, s. Steinschneider, Die ardb, Literatur d. 
Juden, § I7<fc 

a Bei Munk, Notice sur Joseph 6. Jehouda, p. 67, wo die Ueberschrift 
lautet : y*j mirr Va y'to -\iün mm fjdv 31 .... (s. auch ib., p. 59). Ebenso 
nennt ihn Harizi (ib., p. 69, n. 1) : -non msrn von '»reo. 

3 S. Harkavy, Stud. u. Mitt., IV, 96. In einer anderen Gruppe von Hai's 
Eesponsen aus d. J. 997 (ib., p. 235, 1. 1) wird er nta ibnt genannt, und in 



ZU DEM GENIZA-FKAGMENT, J.Q.E., XVI, 690 EP. 169 

"non Vtn y? min» *13 e]DV 'l heissen müsse W1 «lDV *D miiT '"1 
"non 1 , oder dass der Titel TIDn B*N"1 sich auf Jehuda, den Vater des 
Autors, beziehe, so dass letzterer ein Sohn des Jehuda b. Josef wäre, 
beides aber ist unwahrscheinlich, auch deshalb weil man von diesem 
Jehuda b. Josef nur talmudische Anfragen kennt, der Autor unseres 
Fragments aber war wohl bewandert in Astronomie, und auch dieses 
passt ganz besonders auf ibn Aknin, von dem wir wissen, dass 
Maimonides mit ihm den Abnagest gelesen und die Tafeln des ibn 
'Aflah verbessert hat 2 . Dass aber diese kalendaristische Schrift 
unter den Werken des ibn Aknin nirgends erwähnt wird, beweist 
nichts. Tauchen ja immerfort aus den Schätzen der Geniza Titel 
von "Werken gefeierter und mehr als ibn 'Aknin bekannter Autoren 
auf, von denen man früher nichts gewusst hat. Ich erinnere nur an 
derartige Büchertitel von Saadja, Samuel b. Hofni, Hai usw., die 
bisher zumeist ganz verschollen waren. 

Hirschfeld hat aber noch ein anderes Argument gegen die Autor- 
schaft des ibn Aknin, nämlich die Erwähnung des Pentateuch- 
commentars des Gaons Aron ibn Sar^ada s , der im Anfange des XIII. 
Jahrh. bereits verschollen sein durfte, so dass schon aus diesem 
Grunde unser Fragment dem XI. oder XII. Jahrh. angehören müsse. 
Nun wird aber dieser Commentar von einem noch späteren Autor 
citirt, nämlich von Tanhum Jerusehalmi, und zwar zufälliger Weise 
ebenfalls zu Deut, xxxiii. 14 (mitgeteilt von Harkavy, Ö^B" DJ IWin 
X, 22). Tanhum giebt hier die Erklärungen des Abulwalid, Saadja, ibn 
Ezra, Aron ha-Kohen [ibn Sar^ada] und Samuel ha-Nagtd zu diesem 
Verse, wobei die des vorletzten lautet : büp ND^ 3Hi pan pHN '"11 
NDD^K bü2 5>J?W KD JfiDJ »B rbW "UJ? }0 iT3tK3t3 $KP DhriK&N 

min nd »iy« 'b&obx -nno&K »s ni^n »b bysi? «o jpdj" »ai 



noch einem anderen Eesponsum, aus d. J. xon, f^N (s. o^nart rcrap,p. 106 : 
■>"i jisa wr a-m jwtp jm rpv no na cb»D ai rjrt» rmrv S ■»«) 11 rto«?), 
denn alle drei Titel bezeichnen eine und dieselbe Würde. Ebenso enthält 
Ms. Bodl. 2669^ ein Fragment eines Briefes an Jehuda, hitd «»m rybn, der 
ohne Zweifel mit dem unsrigen identisch ist. — Ueber andere Träger des 
Titels man wi s. mein "Schechter's Saadyana," p. 13, n. x, und R.&.J., 
XLVIII, 152, n. 3. 

1 Dabei gehe ich von der Vermutung Hirschfelds aus, dass unter 
Inno 1 ** auch ein Kairuwaner verstanden sein kann, was aber noch bewiesen 
werden muss. Ueber einen 'nrra 1 )« am», einen Zeitgenossen des Jehuda 
ha-Lewi, s. Jew. Encyd., VI, 538 b. 

3 S. Steinschneider, 1. c. 

3 Irrtümlicherweise übersetzt Hirschfeld (p. 694, 1. 9) naTCÖN CKl mit 
Exilarch. 



170 THE JEWISH QÜARTERLY EEVIEW 

nnn Tba ntpzbtt *1JD 'h» npt-y 1 . Also ist auch dieser Grund 
nicht stichhaltig. 

Auf den Inhalt des publicirten Fragmentes einzugehen, ist bei 
seiner Kürze unmöglich. Doch möchte ich einen interessanten Punkt 
hervorheben. Josef b. Jehuda sagt (p. 692, 1. 22 ff.), dass die Himmels- 
lichter am vierten Tage auch zur Berechnung der Tage, Monate 
und Jahre erschaffen worden sind. Darauf weise hin der Vers Gen. i. 
14, der übersetzt werden muss: "Damit sie (die Lichter) seien zu 
Zeichen und Zeiten und damit man mit ihrer Hilfe die Tage und 
Jahre zähle," und ebenso beweise dies Ps. civ. 19. Nun bildeten gerade 
diese zwei Verse eine Controverse zwischen Saadja und den Karäcrn, 
indem diese aus ihnen deduciren wollten, dass es geboten sei, die 
Himmelslichter behufs Peststellung der Jahreszeiten zu beobachten, 
jener aber dies verneinte und deshalb 1TI1 in Gen. i. 14 auf Tag und 
Nacht bezog, eine allerdings äusserst gezwungere Erklärung s . Josef 
b. Jehuda stellt sich hier unbewusst auf Seiten der Karäer, deren 
Theorie übrigens in diesem Punkte auch fast von allen Rabbaniten 
ausser Saadja geteilt wird, denn nur dieser hat das hohe Alter der 
Kalenderberechnung behauptet und es mit ziemlich schwachen 
Gründen verteidigt. Nur eine ganz kleine Zahl von rabbanitischen 
Autoren folgte ihm hierin*. 

Samuel Pozna£ski. 
Wabschau, den 7. August 1904. 

1 Wie Harkavy (I.e., p. 24) angiebt, wird Aron von Tanhum noch 
einige Mal citirt. S. mein Tanhoum Yerousehalmi (Paris, 1900), p. 7. 

3 S. meine Ausführungen in J.Q.B., VIII, 702, und Monatsschrift, XLI, 
208 ff. 

3 Zu den wenigen Autoren, welche diese Ansicht Saadjas teilen, ist in 
letzter Zeit noch einer bekannt geworden, nämlich der in der sogen. 
Ebiatar-Megilla auftretende " Dritte," Sadok b. Josia, s. B. £. J., XLVIII, 
168.