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Full text of "Einige Cleptes-Arten (Hymenoptera: Cleptidae) aus der Sammlung von Karl Kusdas"

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Opusc. Zool. Budapest, VIII, 2, 1968 


Einige Cleptes-Arten (Hymenoptera: Cleptidae) 
aus der Sammlung von Karl Kusdas 
Von 
L. MöczäAr* 


Im vergangenen Jahr nahm KARL Kvspas aus Linz wieder an den Sammel- 
Expeditionen im Burgenland und in Klein-Asien teil, wo er unter anderen 
einige äußerst seltene Exemplare aus der Familie Cleptidae erbeutet hatte. 
Für das zur Bearbeitung überlassene Material spreche ich Herrn KARL Kuspas 
auch an dieser Stelle meinen besten Dank aus. 


1. Cleptes (Cleptes s. str.) semiauratus LINNÉ 


„Burgenland: Neusidlersee Umg. Winden-Ost. 19. 7. 1967, KARL Kuspas”, 1 Ẹ. 


2. Cleptes (Leiocleptes) nitidulus F. var.? nigricans Buysson 
„Burgenland, Neusidlersee, Umg. Winden-Ost, Karı Kuspas 12. 7. 1967”, 1 g. 


Da das Exemplar in der Skulptur sowie in der Färbung mit nigricans BUYSSON 
nicht vollkommen übereinstimmt, bleibt die Bestimmung dieses Tieres, bis 
keine weiteren Angaben vorliegen werden, fraglich. 


3. Cleptes (Leioclepes) consimilis BuyYsson 
„Burgenland, er Umg. Winden-Ost, KARL Kuspas”: „8. 7. 1967”, 1 £; 


„tt. 7. 1967”, 1 2 ð; „12. 7. 1967”, 1 Z; 18. 7.1967”, 1 9; „19.7. 1967”, ld; 
„19. 7. 1967, leg. tof. PRIESNER”, 1 Q 


*Dr, LÁSZLÓ MÓOZÁR, Természettudományi Múzeum Áilattára (Zoologische Abteilung des Ungarischen 
Naturwissenschaftlichen Museums), Budapest, VIII. Baross u, 13. 


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4. Cleptes (Leiocleptes) kusdasieus nov. spec. 


Q: Länge 7 mm. Scheitel, Pronotum feurig golden, seitlich mit goldgrünem 
Schimmer, besonders die Mitte des Pronotums hinten sowie Scutellum stellen- 
weise kupferig. Clypeus schwarz (bei Paratypus mit einer breiten geblichen 
Querbinde). Gesicht nahe der Fühlerbasis hellgold, in der Mitte blaß zyklamen 
Schimmer (bei Paratypus schon nahe der Fühlerbasis mehr zyklamen Schim- 
mer), Stirn bis Ocellen allmählich dunkel blaugrün. Mandibelmitte breit, Basis 
der Fühler und Spitze des Fühlerschaftes, sowie 2—3. Glieder der Fühler fast 
ganz, weitere bis zum letzten Glied nur unten gelblich, oben schwarz. Tegulae 
schwarz. Mesonotum dunkel blaugrün, seitlich wie Postscutellum leicht kup- 
ferig. Propodeum blaugrün. Mesopleuren blaugrün, vorne goldgrün. Beine 
schwarz, Spitze der Schenkel, teilweise Vordertibien, die Mittel- und Hinter- 
tibien, 1—4. Tarsenglieder rötlichgelb. Flügel leicht rauchig getrübt. Abdomen 
rötlichgelb mit Ausnahme der schwarzen Endhälfte des 3. und des ganzen 4. 
Tergites. Die schwarze Abdomenspitze seitlich eventuell (Paratypus) mit einer 
schwachen Spur eines grünlichen Schimmers. Körper hell, ziemlich lang be- 
haart. 

Kopf von vorne gesehen quadratisch, nur am Scheitel deutlich gewölbt. 
Länge (vom Clyperusrand bis Occiput): Breite (an der breitesten Stelle mit 
Augen) = 50:50. Hinterecken des Kopfes ziemlich verdickt, von oben gesehen 
so breit wie 2. Fühlerglied lang (8:8), nach hinten nur leicht konvergierend. 
Ocellenstellung deutlich spitzwinkelig, POL-OOL=8:9, äußerer Rand der 
‘Ocellen mit tiefen Gruben, die Querfurche zwischen den hinteren Ocellen 
sehr seicht, oder kaum vorhanden (Paratypus). Die Punktierung des Kopfes 
dicht und ziemlich tief, die Zwischenräume höchstens nur stellenweise (an der 
unteren Stirne) größer als die Punkte (öfters bei Paratypus). Schmale aber 
‚deutliche Längsfurche zwischen vorderer Ocellargrube und Clypeus, ebenso 
zwei kurze längliche Seitengruben am Gesicht vorhanden. Stirnhälfte: Auge= 
15:10. Clypeusvorderrand leicht bogig, fast gerade, mit winkeligen Seitenecken. 
Wangen breit, Augenrand von der Mandibelbasis so weit entfernt wir die 
Länge des 4. Fühlergliedes. Schläfen nach unten nur leicht verschmälert. 
Schläfe:Auge (im oberen. Drittel)=9:16. Fühler normal, Geißel in der Mitte 
etwas verdickt, Länge (Breite) der Glieder 1—13 verhalten sich zueinander 
wie = 24(7):8(4):11(5):6(5):5:5,5(5,5):5,5(5,5): (5)5:5(5):5(5):4,5(4):4,5(4):7(4). 
Unterseite der 4—13. Fühlerglieder abgeplattet und granuliert. 

Pronotum normal, gleichmäßig gewölbt,; ohne eine Quer- oder Längsfurche, 
Hinterrand des Pronotums konvex. Zwischen Hals und Discus keine Gruben- 
reihe entwickelt. Die Punktierung des Pronotums noch gröber als an der Stirne, 
am Mesonotum-Scutellum und Postscutellum viel zerstreuter und mit mehreren, 
größeren, glänzenden und glatten Zwischenfeldern. Entlang des abschüssigen 
Teiles des Discus vor den Hinterrand ein bogenförmiger, schmaler, blaß gelbli- 
cher Querstreifen, am Notum weitere kleine durchscheinende Flecken vor- 
handen. Pronotum (ohne Hals): Mesonotum: Scutellum: Postscutellum: Meta- 
notum + Propodeum (und quer bei den hinteren Seitenecken) = 27:22:16: 8:20 
(42). Propodeum grob runzlig, mit stumpfen, kaum vorspringenden, von oben 
gesehen rechteckigen Seitenecken. Prothoraxseiten ausgehöhlt, die Punk- 
tierung hier fein aber noch immer dicht. Episternum, grob punktiert, teil- 
weise runzlig. Seiten des Propodeum fein runzlig. Beine normal, Klauen mit 
kleinen Klauenzahn. 


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Abdomen ziemlich gestreckt, der hintere Teil des 2. Tergits am breitesten. 
1. Tergit glatt, glänzend, nur in der Mitte fein punktiert. 2—3. Tergit sehr 
_ dicht und etwas stärker punktiert, die Zwischenräume zwischen den Punkten 
sind oft noch punktgroß. Die Punktierung des 2. Tergits gleichmäßig. 4. Tergit 
nur zerstreut aber tief punktiert. 

o: Unbekannt. 


Holotypus: „Mut 275 m, Asia min., 30. 5. 1967, leg. K. Kuspas”, 1 2 (Coll. 
Kuspas, Linz), Paratypus: mit gleichen Angaben, 1 Ẹ (Coll. Mus. Nat. Hung., 
Hym. Type Nr. 197). Die Art wurde nach ihrem Sammler, Herrn Karz Kuspas in Linz, 
benannt. ` 


Die Art unterscheidet sich von der nächstverwandten Cl. consimilis BUYSSON 
besonders durch die Skulptur des Kopfes, Pronotums, 1. und 3. Tergits (die 
Punktgröße am 3. Tergit nicht verschieden), durch die Färbung usw. 


5. Cleptes (Zimmermannia) muti nov. spec. 


9: Unbekannt. 


g: Länge 6—7 mm. Kopf und Thorax größtenteils grün,blaugrün, Gesicht 
unten, Episternum, zuweilen grünlichblau, eventuell violett wie Propodeum 
in den meisten Fällen. Im allgemeinen Scheitel, Umgebung der Ocellen, vordere 
Mitte des Pronotums, eventuell die Basis des Mesonotums mehr oder weniger 
goldgrün. Mandibelspitze dunkelbraun. Fühlerschaft blaugrün, 2. Glied nur mit 
Spuren von Metall-Schimmer, Geißel schwarz, ohne Metall-Glanz, nur die 
7—13. Glieder unten schmal gelbbraun gefärbt. Beine blaugrün, Tibien und 
Tarsen gelbbraun. Endtarsen und Mitte der Mittel- und Hintertibien mehr oder 
weniger dunkler. Flügel leicht rauchig getrübt. 1—2. Segmente gelblichbraun, 
oft nur ein schmaler dreieckige Fleck am Hinterrand des 2. Tergits selten auch 
der hintere 2/3 Teil des 2. Segmentes, sowie 3—5. Segmente schwarz. Im allge- 
meinen nur die Seiten des 3. Tergits, selten das ganze Tergit, mit starken 
goldenen, teilweise mit Kupfer-Reflexen. 4. Tergit völlig mit kupferroten 
Reflexen, die goldenen Reflexe dehnen sich manchmal auch auf das 4. Tergit 
aus. 2. Tergit selten auch seitlich gold gefleckt, besonders wenn auch 2. Tergit 
größtenteils schwarz ist. Körper hell behaart. 


Kopf rundlich, von vorne gesehen am Scheitel auch bei Augen deutlich 
gewölbt. Länge (vom Clypeusrand bis zum Oceiput): Breite (an der breitesten 
Stelle mit Augen)=44:46. Hinterecken des Kopfes (von oben gesehen) nur 
schwach verdickt, so breit wie 9. Fühlerglied lang (7:7), nach hinten leicht 
konvergierend. Ocellenstellung rechtwinkelig, POL-OOL=7:8. Äußerer Rand 
der Ocellen nur mit flachen Gruben, keine Querfurche zwischen den hinteren 
Ocellen vorhanden. Stirn mit einer schmalen Längsfurche und mit zwei läng- 
lichen seichten Seitengruben. Die Punktierung des Kopfes sehr dicht, aber 
nicht zu tief, die Zwischenräume überall kleiner als die Punkte, Stirn schwach 
glänzend. Stirnhältfe: Auge=14:9. Clypeusvorderrand gerade abgestutzt, mit 
winkligen Seitenecken. Wangen ziemlich breit, Augenrand so weit von der 
Mandibelbasis entfernt wie die Breite des 6. Fühlergliedes (5:5), Schläfen halb 
so breit wie ein Auge (7:14). Fühler dem nach Ende zu allmählich zugespitzt, 
Länge (Breite) der 1—13. Glieder = 20(7):6:12(5,5):9(5,5):8: 7,5(5): 7,5:7,5: 
7(5):6(4):6:6:(3,5):9(3). 


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Pronotum normal, gleichmäßig gewölbt, ohne eine Queroder Längsfurche, 
Hinterrand des Pronotums konvex, zwischen Hals und Discus keine Gruben- 
reihe entwickelt. Die Punktierung des Pronotums zerstreuter (aber noch im- 
mer dicht) und tiefer als an der Stirne. Mesonotum, Scutellum und Postscutel- 
lum allmählich zerstreuter punktiert als Pronotum, die Zwischenräume hie 
und da etwa so groß wie die Punkte. Postscutellum mit einer Kleinen Grube an 
der Basis. Postnotum und Propodeum grob unregelmäßig netzartig gerunzelt. 
Hintere Seitenecken des Propodeums von oben gesehen spitzwinklig, in einen 
seitwärts gerichteten, stumpfen Zahn vorgezogen. Prothoraxseite ausgehöhlt, 
Episternum, grob punktiert, vordere Teile der Seite des Propodeums glatt, 
glänzend. Pronotum:Mesonotum:Scutellum:Postseutellum:Metanotum + Pro- 
podeum (und quer hinten) = 22:20:15:7:18 (40). Beine normal, Klauen mit 
kleinen Klauenzahn. 

Abdomen länglich oval, vom 4. Segment kräftig verengt. 2—3. Segment 
annähernd gleichbreit. Abdominalseiten normal, nicht kantig. 1. Tergit nur an 
der Basis und Seiten glatt, glänzend, punktlos, vor dem Hinterrand breit dicht 
und daneben fein punktiert. 2—3. Tergit sehr dicht gleichmäßig und etwas 
stärker punktiert, obwohl die Zwischenräume stellenweise punktgroß sind. 
4. Tergit viel zerstreuter und grober punktiert als die vorigen Tergite. 


Holotypus: „Mut, Asia min., 275 m, 30. 5. 1967, leg. K. Kuspas”, 1 5 (Coll. 
Kusoas, Linz). Paratypen : mit gleichen Angaben, 1 5‘ (Coll. Mus. Nat. Hung. 
Hym. Typ. Nr. 198), 1 o* (Coll. KuspAs); mit gleichem Ort: „27. 5. 1967”, 5 5 (Coll. 
KüusDas), 2 5° (Coll. Mus. Nat. Hung. Hym. Typ. Nr. 199 — 200). 


Die Art unterscheidet sich von C7. scutellaris MOCSARY und von COl. ignitus 
FABrıcıvs durch die dichte und stärkere Punktierung des 1. Tergits, das ge- 
wölbte Pronotum (von der Seite gesehen), die spitzigen Seitenzähne des Pro- 
podeums und die Färbung des Körpers. 

Die beiden Arten wurden nach einer brieflichen Mitteilung von Herrn K. 
Kuspas ‚an einem extrem trocken-heißen Steppenboden ... von einer Cirsium 
spec. gefangen”. Auf Grund dieser Angaben kann angenommen werden, daß. 
es sich nur um zwei Geschlechter einer Art handelt. Nach den oben an gegebe- 
nen Merkmalen betrachte ich sie aber als zwei verschiedene Arten. 


SCHRIFTTUM 


1. Móczár, L.: Bemerkungen über einige Oleptes-Arten (Hymenoptera: Cleptidae). Acta. 
Zool. Hung., 8. 1962. p. 115—125. 

2. SEMENOV-TIAN-SHANSKIJ, A.: Revisio synoptica Cleptidarum faunae rossicae (Hymeno- 
ptera Proctotrupoidea). Bull. Acad. Sci. Russie, 1920. p. 303—328. 


SUMMARY 
Some Species of the Genus Cleptes (Hymenoptera) from the Collection of Karl Kusdas 
Five Cleptes species are discussed from the collection of K, Kuspas (Linz) originated 


partly from Burgenland, partly from Asia Minor. Two of them proved to be new for 
science: Cleptes (Leiocleptes) kusdasicus and Cleptes (Zimmermannia) muti n. spp. 


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