Skip to main content

Full text of "Zwei neue Arrhopalites-Unterarten (Collembola) aus Höhlen in Ungarn. (Biospeologica Hungarica, XXX)"

See other formats


Opusc. Zool. Budapest, IX, 2, 1969 


Zwei neue Årrhopalites-Unterarten 


(Collembola) aus Höhlen in Ungarn 


(Biospeologiea Hungarica, XXX) 
Von 


I. Loxsa* 


Im nachstehenden wird die Beschreibung zweier neuer Unterarten, die in 
Höhlen von Nordungarn (im Tornaer-Karst und im Bükk-Gebirge) gesammelt 
wurden, angegeben. Die bisherigen Untersuchungen haben erwiesen, daß die 
Arrhopalites-Arten stark variieren, trotzdem führte die Isolation in der Höhle 
zur Ausbildung von gut begrenzbaren Unterarten. 


Arrhopalites hungaricus intermedius n. subsp. 
(Abb. 1—16) 


Körper hellgelb oder rosa gefärbt, aber dann vollkommen depigmentiert. 

Körperlänge 1200 u, Kopfdiagonal 675 u. Gesamtlänge der Antenne 1257 u, 
davon sind die Glieder I: 76 y, II: 105 u, III: 304 u, IV: 772 u lang. Länge 
der nebeneinander stehenden Subsegmente: 380, 61, 53, 53, 53, 118 u. 

Augen zwei, depigmentiert, 11 breit. 

Von der Stammform unterscheidet sie sich in folgenden Merkmalen. Ver- 
dickung des III. Antennengliedes (Abb. 2—5) äußerst kräftig, manchmal dop- 
pelt, distale Seiten steil. Die zwei Sinnespapillen des III. Antennengliedes 
lanzettenförmig, Ende spitz (Abb. 1). IV. Antennenglied besteht aus 7, selten 
aus 8 Subsegmenten. Analgabel des Appendix und der Basalteil beinahe 
gleichlang, gabliger Teil immer fein bewimpert. (Abb. 9—11.) Untere Medial- 
borste der Analplatte sehr lang (Abb. 8 m), erreicht mindestens die % Länge 
des Appendix analis. 

An der äußeren Seite des Dens 2, an der inneren Seite 3 Dorne vorhanden 
(Abb. 12—13). Außerer Rand des Mucro uneben, der innere gezähnt (Abb. 
15—16). 

Fundort des Holotypus (3) und Allotypus (2): Meteor-Höhle (Tornaer- 


» Dr, IMRE LOKSA, ELTE Ållatrendszertani Tanszék (Institut für Tiersystematik der L.-Eötvös-Universität), Budapest, 
VIII, Puskin u. 3. 


357 


Abb. 1—11. Arrhopalites hungaricus intermedius n. subsp. 1: Ende der Antenne III mit Sinnes- 
papillen; 2—4: III. Antennenglieder verschiedener Exemplare; 5: Antenne III und IV; 6: Klaue I; 
7: Klaue III; 8: Analplatte; 9—11: Appendix analis 


358 


IS 16 


Abb. 12—16. Arrhopalites hungaricus intermedius n. subsp. 12—14: Dens und Mucro bei verschie- 
denen Exemplaren; 15—16: Mucropaar des Typenexemplars 


Karst). Die ersten Exemplare wurden 1963 von S. HorvarovicH mit der 
Äthylenglykol-Barberfalle erbeutet, später 1967 wurden von D. BAJOMI mit 
derselben Methode 4000 Exemplare gesammelt. Diese Unterart erwies sich 
in der Meteor-Höhle als absolut dominant. 

Die meisten mit den Bodenfallen erbeuteten Tiere sind schlecht erhalten 
und lassen sich so zu feineren Untersuchungen nicht heranziehen. Bei 200 
untersuchten Exemplaren konnten folgende Abweichungen nachgewiesen wer- 
den. Im Falle von 30% der Individuen ist der 2. Dorn am äußeren Dens 
gestreckt, beinahe borstenförmig (Abb. 12 b) oder vollkommen borstenförmig 
(Abb. 14 b); parallel damit sind die Dorne der inneren Seite auch gestreckt, 
aber nie gänzlich borstenförmig. Ebenfalls bei 32% der untersuchten Tiere 
konnte festgestellt werden, daß das IV. Antennenglied aus 8 Subsegmenten 
besteht; dies steht aber nicht in Verbindung mit der Ausbildung der Dorne 
am Dens. Die Analgabel des Appendix ist bei den meisten Exemplaren un- 
symmetrisch, der eine oder der andere Zweig der Gabel bildet am Ende wiederum 
eine Gabel (Abb. 10); diese Erscheinung tritt auch symmetrisch auf. 


Arrhopalites aggtelekensis buekkensis n. subsp. 
(Abb. 1727) 


Vollkommen depigmentiert, gelblichweiß. 

Körperlänge 1300 u, Kopfdiagonal 452 u. Gesamtlänge der Antenne 1020 y, 
davon sind die Glieder I: 61 y, II: 129 u, III: 228 u, IV: 602 u lang. Länge 
der nebeneinander stehenden Subsegmente: 241, 46, 49, 49, 49, 46, 46, 76 u. 


359 


Abb. 17—27. Arrhopalites aggtelekensis buekkensis n. subsp. 17: Mucro; 18: Dens und Mucro; 
19: Antenne III und IV; 20: Kluea I; 21; Klaue III; 22; Klaue II; 23: Ende der Antenne III mit 
Sinnespapillen; 24: Analplatte; 25—27: Appendix analis 


360 


Augen zwei, depigmentiert, 11 x breit. 

Von der Stammform unterscheidet sie sich in folgenden Merkmalen: IV. 
Antennenglied besteht aus 8 Subsegmenten (bei der Stammform wird es aus 
9 Subsegmenten gebildet, die distale Einbuchtung des 1. Subsegmentes deutet 
sogar auf ein neues, 10. Subsegment). Bei 3 Exemplaren befinden sich auf dem 
III. Antennenglied außer den zwei großen Sinnespapillen noch eine dritte, 
kleine, lanzettenförmige Papille (Abb. 23). Appendix analis fein bewimpert 
(Abb. 25—27). Die untere Medialborste der Analplatte kurz (Abb. 24 m), 
erreicht kaum die Hälfte der Appendix analis Länge. 

Borsten der inneren Seite am Dens kurz. Äußerer Rand des Mucro uneben. 
Die innere Seite ist zwar gezähnt, die Bezähnung jedoch unregelmäßig 
(Abb. 17—18). ` 

Fundort: Szamentu-Höhle (Bükk-Gebirge) In Athylenglykol-Barber- 
fallen wurden 12 Exemplare 1968 erbeutet. Die Tiere wurden von den Höhlen- 
forschern der Stadt Miskolc gesammelt. 


SUMMARY 
Two New Sub-species of Arrhopalites (Collembola) from Caves 


Two new Collembola sub-species are described from caves of North Hungary, namely Arrho- 
palites hungaricus intermedius and Arrhopalites aggtelekensis buekkensis n. subspp. 


12 361