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Full text of "Otto Schneid Papers--Personal Correspondence--Schneid, Otto. (Box 45, Folder 21)"

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/Itra/t/f /:>cluy*</J 'U^c^ inuitot- ~f^^ \f^i^ 



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^^-d-^ nai^y,<t^ ^/t^ ^ ^C^MjJtJU 



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ncnia VC 4jtc^ mn, ^fz^ ßc^ Q^j^^. 

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^^^^^ J^/^-^T^ 

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Alpenblume: Leberblümchen; /"^ ' 

Hepatica Angulosa 






25.111.1973 



verehrte und liebe f'rau iiaas, 

Ich hofie zuversichtlich, dal. oie bei oe^uem .ohlberinden sind 
und daii Ihr leben wieder mehr oder weniger normal verl-:ui-t. 

öie iviscen ja, daü es noch nie so lang gedauert hat, bis ich 
Ihnen für oi.u n I^rief dankte und Ihnen meinerseits schrieb. .L^och 
-jetzt bin ich mitten in den sch\;ersten Jrroble.:x-n leiner Arbeit. 
Ihnen zu erkl-^ron, worin sie eigentlich besteht, ^;vürde mehr als einen 
i^rief in imspruch nehi.ien. Aber auch ohne lange .rklarun{^- v.crdcn -^ie 
verstehen, dal; ich zu dem Resultat gelangt bin, das Cchicksal der 
.Philosophie werde für das Schicksal der Menschheit entscheidend 
werden. Und das ist der Hauptgrund, weshalb ich diesem Band solche 
Lpfer bringen muß. Ich habe nach und nach 'leine private iZorrespondeiiz 
aufgeben müssen, bin aber sicher, dal- einige gediegene /lenschon mich 
gut verstehen werden. Ich muß leider auch .meine ^'amilie und meinen 
Lörper vernachlässigen. Keulich mußte ich m TV mit ersenreckend 
lan^.ei.i Haar erscheinen und mein seltsames Außeres ging über 20 Statio- 
nen. Ich hatte zum Haarschneiden keine Zeit. 

; it tiefem Bedauern muß ich natürlich zur Ivenntnis .lenien, daß aus 
der Dr. Hermann i..aas-Gesellschaf t nichts werden kami. 

Doch in der Sache des Buches will ich Sie flber etwas aufkrlren. 
(;b die ; otivicrun£^ des Verlegers richtig ist oder nicht, kann ich 
nicht wissen. Aber heute gibt es kaum noch I«ute, die einst mit P.echt 
/erleger genannt v/urden. Die meisten sind schnöde ^'rof itnacher.sie 
sch-..'.en sich nicht, von den Autoren oder deren i-'amilien und Freunden 
Geld anzunelKien und sogar zu verlangen. Daher steckt kaum noch ein 
iiuta?eine Abweisung von einem Verleger einfach ein, im dann zu vei^ 
zichten, sondern remit noch vielen Verlegern die 'Türen ein, schickt 
das (vorvielf tätigte )-anuskript an 20, 50, 50 andere, bis es angeno:.>. 
men wird, sofortige Annahme kornr.it heute ganz selten vor. 

Ich grüße Oie selir herzlich, auch im Hamen neiner i'amilie, 

und bin rit '.■•"rnrten ■'■flnrchen 

Tür auii'iciitig ergeuener 



■ti;o ' jchncid 



KS to latGT cM-otianlty, it is diffisult to withstaiid th@ 
ta^ation to infer firm th& ciualceTs awi m&a^ othm- selfless pioneers 
of x)eaoe and humnlty back to earlior peariods, a«fl frm crueUy exjtal 
extenaJnsted minoritlua to the ruling clmrcsh» The acfairable ^^ff^ 
conslstesKy of the fjirlstlan philosophei'S, tooj, does not «^«pl^r to 
pyoblefö of abandorasfait of ^?ar« oailj Kimt woto a sianifosto ^vbic^ is 
rathor a vialon, on ©temal peac©« 

Tet the deepest, aiid certalrüy d©cislv® stj?ttg^« tdt^ the old wm 
cur so is gr^Sjig on in oor dasrs. ^jcwr, war has a diffemut ©eandng« 
"OonvfmtionalH viarfare liecaro an Invitation to t^taX destruction. 
?,Mle tlK33e lines are b®iiig «spitten, a ccrncdttee of th© u.S, is 
con^ctlng resear«^ into tli© foreseeable effaots of a nuclear ^ar« 
Por tho tim© being, we ha-ws to rejy on iir» !»c?»!ara vfho wameci his 
f ellow citis€afi3 timt sou© teas of millicms of ttos «ouM be IdlleÄ« 
m eurely di4 not «l^lJppilötÄll overeatiaate vfould haptea to 
the Piighti©fit cowntry, let alon© the incosivsaniant, irraltmat andl 
weak peoples» ?to a daiV incroeing isiovHü^t «ihose ftÄ^grownd 
topic ia VietnaSB, iinites the Eiost dlfferent rosistors isho can ao 
longer be aade ridirnilous or oalled cceminists, Tho non^'^iolent 
heroea of this sior© than historic hour are not on2y tho siiints 
who diofi in th© flasies of self-äimolation, not only the staiilonta 
beaten police, rniatroated old isen and «oissen, Professors lim 
ewlanger their bread aad priests isho risk their liiw?s, Bwt also taiQl% 
loadinß wojnbors of th© nillng party vTho louflly «tter their 
nonicnGntal disagreoer^t and fearless accsusation« 

The theoretical stmgi^lc, too, lg har«ler than mm Iraaglne, 
There «ro complioatlng factors unfavorabl^ tx) unconclitional 
pacififlii» Doas anybody absolutely renounoo selfwiefense ? 



Vereiirtc ^rcm. l-.ornelie ..aas, 
^rnel-n Danl-. für Ihr liebec Schreiben. Ich hatte gleich nach unscror 
c ehr aus : exico eine schwere Gesundheitsl-irise zu überstehen, 
v:ber deren Charakter erst eine sehr gründliche Laboratoriumsuntersu- 
chuu;: ..uf GChluI. verschaffte. .Solciie iJ-^isen haben nanchmal exn '■'■'^^^-^ 
vol.i.es Hebenproduht , lieh verbesser , cht in ih: lo^i 

^^y,^,, .^'r^teil u bessere Selbsterkenntnis. 

sorcnir inse ic .r Ihre geschwächten Au::en, finde aber, 
.• --. ."-nnr in llirer Handsclirlft reichen einer 

i j. ■■ -r'ich rate ic: '^^^ ^ -"^ 

ie irische 

Friichte^^ -so h;^.tten, u zw. diese, die viel Vitamin a enthalten; denn 

^iac^^- auptbe standteil des 

■ '--t '^:'ch"'^r, '^n er^-echnen, wie 

) von meine iablc 
-lleicht 1-.2 Jahre, wenn aJ ehj? ßut 

ich Tieber zu r.ause blei^ 
.,.,^„^^^1-^ -.2jp_e 7ill na: onat 



ZI 

kl 



:-itsf -"hig- 



i-rbeit 
rersi 

L, u daxin 



cniversit^^t 



öi-P l^ C i 



it 0.e 



17. II. 197p 



Teure t>rau Kornelie ; aas! 

.dl jedeni Brief von Ihnen freut mich i.ar.er an meisten die bloEe 
'i'atsache des hand£;eschriebenen P:;iefes selbst. Obwohl Ihre ßüci-;i-ehr zur 
Gesundheit leider nicht so glatt und geradlinig; verlaufen kann und es 
Hückf -"lie c^'bt, ist' doch unverkennbar, daB es schon sehr schlecht 
sing und doch wieder relativ gut ceht. So habe auch ich eirien guten Tag 
oder Fj.ehrere ^ute Tage, wenn ein optimistisch stiKi^ender Brief von 
limen eintrifft. i3aG einzige, v/as ich direkt untersuchen kann, ist Ihre 
Handschrift, und diese wilrde ich gesund- und sogar jugendlich nennen. 

Line i'Teudennachricht ist für mich u-nd die .ieinen das von Ihnen 
aufgefundene ;üanuskript Ihres unvergeßlichen Gatten mit seiner Auto- 
biographie, und ich bin im voraus sicher, daß es nicht eins der vielen 
überflüssigen Kemoirenbücher sein kann, sondern etwas Wesentliches, 
seinem he rrlic he n^ Charakter Gem-aßes. Lassen Sie mich bitte bald wissen, 
v/ie es mit den Aussichten auf Veröffentlichung steht. 

/on Ihrer i^'rau Tochter Brigitte habe ich gestern Antwort auf 
meinen Antrag bezüglich eines Dr. Hermann Maas-Vereins erhalten. 
Obv/ohl ich die offenbar gründlich e3?v;ogene und sogar ausf ^'^hrliche 
Antv/ort als solche zu schätzen weiß, muß ich gestehen, über den Inhalt 
tief betrübt zu sein. laeines bescheidenen i.rachtens war- durch diesen 
Plan eine Chance gegeben, die noch viel nachhaltiger hntte wiJJ^en kön- 
nen als ein zus^.tzllches Buch. Vas irnmer aus der Idee werde, bleibt 
mir der Trost, daß ich versucht habe, wozu ich mich moralisch gedr=3.ngt 
fühlte. liix^er ü'rau Tochter schreibe ich bald auch noch separat. 

Inzwischen ist das neue Buch meiner ±''rau erschienen. Ich glaube 
Ihnen schon mitgeteilt zu haben, daß^ unser älterer Junge schon eine 
gute Anstellimg. als öhef eines städtischen Planungsantes hat, leider 
nur für 4 ---onate. Er hat die Ausicht über 1^ Personen und die Verant- 
v;ortung f ür ihre Leistungen. Unser Jün^-erer spezialisiert sich als 
psychologischer Consultant, als Berater von Grupoen und Individuen. 
Ich arbeite mit eini^-e-^ '^chvamr' weiter. 

:^,±t selir herzlichen .'ünschen bin ich 
Ihr treu ergebener 



Otto Schneid 



S. 362, nach der vorletzten Zeile, 
neuer Absatz : 



Anfang Oktober 1967 scheint es mit der Hoffnung auf Frieden in 
Vietnam wieder etwas besser zu stehen. Auch diesmal bildet das 
unglückliche Land nicht einen Punkt der Tagesordnung der VN, 
aber der offiziellen Ablehnung wirkt ein vielseitiger Druck inter- 
nationaler Faktoren für Behandlung der Frage vor dem Weltforum 
entgegen; auch der Papst trägt zur Aktivierung der VN zu Gunsten 
des Vietnam-Friedens nach Kräften bei. Besonders markant ist aber 
nun die Rolle Kanadas geworden. Schon in Anbetracht des Status 
als Nato^flvlitglied war Kanada die MMIIäMg volle Ausbildung einer 



versagt geblieben. Diese und andere schwerwiegende Rücksichten, 
insbesondere ökonomische, ließen auch kräftige Auswirkung der jz[]4^ 
durch die Mitgliedschaft in der Internationalen Gontroll-Gommise± 
sion für Vietnam gebotenen Möglichkeiten bisher nicht aufkommen. 
Aus diesen Schwierigkeiten zog sich die kanadische Diplomatie in 
stille Bemühungen um den Frieden zurück, mit dem Ziel, von den 
Amerikanern Zugeständnisse zu erreichen, ohne in scharfen und 
manifesten Gegensatz zu ihnen zu geraten. Gegen diesen Kurs konnte 
sich eine herzhafte und bedeutende Initiative von i/Valter Gordon 
nicht durchsetzen. Nun war es eine UN-Rede von Paul Martin, die 
das Ende der unausgesprochenen Politik klar und kühn ankündigt, 
u.zw. hauptsächlich durch die vor aller Welt an V/ashington gerich- 
tete Forderung, den Vietnam-Krieg abzubrechen und vor allem durch 
Einstellung der Bombardements von Nord-Vietnam Veraandlungen zu 
ermöglichen. Diese Emanzipation fällt mit der Jahrhundertfeier 
Kanadas sinnvoll zusammen. Die Bedeutung der Wendung erhellt schon 
daraus, daß Kanadas offene Forderung an Amerika nicht eine ixw^irrBr' 
isolierte Aktion war, sondern durch die aktive Mitwirkung eines 
andern Nato-Staates unterstützt war, u.zw. durch die Dänemarks, 
dessen Premierminister Jens Otto Krag es ebenso höflich wie be- 
stimmt sagte. Wenn wir in diesem Zusammenhang auch die Dynamik 
Frankreichs rückblickend betrachten, ergibt sich mit einiger Deut- 
lichkeit, daß das noch andauernde Schweigen anderer Länder nicht 
ihr letztes Wort ist und daß im Nato-Lager ein Vorgang begonnen 
hat, der dem heutigen Pluralismus des Sowjetblocks entspricht. 
Wann aber werden alle Völker eiTwachen und sich unter der Führung 
ihrer Einsicht und Logik tätig allem widersetzen, was die Existenz: 
Aller gefährdet? 



immerhin 



unverkennbar vorhandenen Neutralitätstendenz lang genug 



S 




Gegenkritik war vorauszusehen, zumal sie von^SÖ^öö^ 



it-H, TJir. Ott-© SeßJirJcof 







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m Neckar_^^_^ 



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44 ^H/f 



uc etil l^an4j^ 



uiX >X«^«^ *wi.4-eA Ä^W^ 




Landeshaupt- und Universitätsstadt 65 IWainz am Rhein 
Davitiusbogem/nit Blick zur Clnristusl<lrche 

Capitale du «Land» et ville universitaire 

65 Mayence-sur-le-Rhin 
«Davitiusbogen» avec l'eglise du Christ 

Mainz 



Capital of Rhineland-Palatinate 
65 Mainz /Rhine 




bb Mainz / Mnme 
"Davitiusbogen" with Christus Church 

Vdoji /V«'/«^ Vfr^ /t^/j^^ ^ *^| 

913/139 Farbphotokafte PC 



Tlomft Sie 




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Vejrbindüfig 
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23.1.1:^73 

Teure Frau iiaas! 

Ilach so langer />e±t wieder einen von Ihnen selbst ^geschriebenen 
Brief in H Inden zu halten, ist eine {j:anz groLe Preude und rui^t ein 
Gefühl der Dankbarkeit und des Jubels hervor. Ich erneuere neine 
innigsten w'ünsche fitr Ilire Gesundheit, wenn ich weniger realistisch 
d-chte, könnte ich mir fast einbilden, daß neine Jünsche einen Linfluß 
haben und zu ihrer li.rfüllung beitragen können. 

lA'ir ist trotz den Ivlitteilungen, die ich von Ihrer -'rau Tochter und nun 
auch von Ihnen selbst bekonu.ien habe, nicht ^.anz klar, v;orin Ihre x;ranli- 
heit bestand, i3ie iiau tsache aber ist Ilire .'iederherstellun^. Auch Ihre 
Schrift ist wieder schön und klar. 

-oi uns vvar bis gestern v/ieder loststreik und ich hoffte, da£ . irgendv.'c 
in tien Riesenhaufen der angesan elten Briefe auch ein Brief von Ihnen 
auf Crönung und Zustellung v/arte. In sVirkliclü.':eit scheint Ihr Brief, 
voiii 17.d.ivi., gar ni^^L geivartet zu iiaben, sondern pünJctlich eingetroffen 
zu r^ein. 

' ir haben unsere i^rholung in x'^lorida zv/ar nicht vergessen, aber viel 
ist von ihr nicht mehr übrig, da v/ir sofort nach unserer BüclLkehr die 
schv/ere und komplizierte Arbeit wieder aufneiiraen Mußten. Inz\7ischen hat 
neine iJ'rau an der University of Toronto einen allen Anwesenden unvergeLli 
oben Vortrag über ihre eigene Dichtung gehalten. Unser -Iterer Junge 
hat heute seine erste und gute Stellung in einer unfernen Stadt ange trete 
und ich bin in meiner Schwerarbeit einigermalen weite rgekoniiiien. Unser Jür 
gerer hat außer der Fortsetzung seiner Studien hier auch sein erstes 
Lehraiat bekonraen. 

■7.ur Dr. Herraann . iaas-Gesllschaf t : Ich habe mir die ..rbeitslast, die 
das bedeutet, gut überlegt, will es aber wage, ;;eil mir die Sache am 
Herzen liegt. Natür'lich müßte einer Ihxrer lieben das Sela?etariat für 
Deutschland zumindest provisorisch übernehmen. I'is von hier aus durch 
Korrespondenz zu versuchen, hMt^.e ja gar keinen Sinn. In Deitschland 
sollte es k', inesv/egs eine jüdische Organisation sein, sondern eine 
mit christlicher iiajoritüt. Ich könnte wohl provisorisch das Selaretariat 
für Israel übernehmen« Aber ich entsinne mich keiner Adresse und weiß 
nicht, mit welchen Freunden Ihre unvergeßlichen Gatten ich mich zunächst 
in Verbindung setzen könnte, ich würde es durch einen rdruckten Brief 
tun, und dasselbe w-'ire auch f üj? Beutschland zu eni^fehlen. ^^^^^^ •/ • 



mlrde ich einen- Ihrer Lieben "bitten, mir auf Grund eines gewiß noch 
existierenden Adreßbuches oder Notizbuchs mit Adressen oder auf Grund 
hinterlaasener Briefe möglichst viele Adressen in Israel mitzuteilen. 

Die Gesellschaft in Deutschland und die in Israel sollten zwar in 
Verbindung treten, aber zv/ei unabha.ngige Organisationen sein. Die Gtatuten 
müßten von den Gründungsversammlungen beschlosren, bzhw. bestätigt v/erden. 

i^un kehre ich au meiner /Vrbeit zurück und sende Ihnen und 
Ihren lieben unsere wärmsten und aufrichtigsten Grüße 

Ihr herzlich ergebener 



Otto -chneid 

P.S. .L<'alls es aus irgend einem Grunde vmnschensv/ert erscheinen sollte, 
den zum Beitritt eing'eladenen Personen mitzuteilen, von wem die 
Initiative ausgegangen ist, bin ich damit natürlich einverstanden. 



15.IV.1975 



Sehr verelirte Frau l^aas, 

Ihren liefen Brief vom 5.d.n. halben Sie mir viel Freude 
gemacht, besonders durch Ihr feinfühliges Yerstandnxc f.x mexne 
^ nft P-enuK das Schalf engehen um 5 

hesondere -^^f ^^^'/^^//^..f^^J^.^iiere ich Ihnen zu Ihrem Urenkel, 
morsens zur I'olge hat. herzlich gratuxxc ^^.^^vni^hpn zu 

ae^; schon diese Tatsache wird öa heute ^^f ^^f^f ^ ^rteh". 
leil Ihre Klage über Ihre Augenschwäche xst wohl gut zu verstehen, 
Zr'dirungLahnlich .lare und deutliche Schrift ist doch exn 
Trost, den nan nicht übersehen kann. 

oLen hahen v.ir unser Pessachfest, und ich gedenke da wxeder 
.i;tXrae..hi Ihres teuern Oatten, .it de. wir vor J^n 
warne ..^sche auszutauschen pflegten. Ihnen vmnsche xch anla£lxch 
der komaienden Ostern frohe Feiertage. 

Herzlichst Ihr ergebener 



Otto Schneid 



P.S. Die Verspätung meiner Briefe kann zuteilen von Ihren häufigen 
L Wechsel ko..en. Ich schwanlce manchmal, wohin xcn e-en Brief 
Sessiern soll, aher i. allgemeinen dürfte äa das .achsenden 
keine sehr lange Verspätung verursachen. 



2 

1. There was a relative of Nöomi's husband, awealthy man, of the fam- 
ily of Elimelech, his name was Boaz. 2. So Ruth the Moabitess said to Nöomi: 
let me go on the field to glean ears of com after one who might be kind to me; 
and she answered her: go ahead, my daughter, 3. She went, came to a field 
and gathered after the reaper s, and it happened to be a field belonging to Bo^, 
the relative of Elimelech. 4. And look, Boaz came from Beth-lehem and called 
to the reapers: God with you, and they replied: God bless you. 5. Boaz asked 
the young man in Charge of the reapers: To whom does this girl belong? 6. The 
young Superintendent of the reapers answered: This girl is a Moabitess, it is 
she who came with Noomi from Moab. 7. She asked: May I glean and collect 
amongthe sheaves after the reapers-, and she came and persistedfrom the morn- 
ing until now, without resting a little at home. 8. Then Boaz turned to Ruth: 
As you have heard, my daughter, do not go to glean on another field and do not 
go away, but stay here close to my girls. 9, Look at what they reap and go 
after them; I have forbidden the boys to touch you, and when you are thirsty, go 
to the jugs and drink of that which the boys use to draw. 10. She took a bow 
deep to the ground and said to him: Why are you so friendly with me to pay at- 
tention to me, a foreigner? 11. Boaz replied her so: I have been told all you 
have done for your mother-in-law after the death of your husband; that you have 
left your father, your mother and your home land and went to a people which you 
never knew. 12. May God repay you for your deed, may you be given your füll 
reward from the God of Israel under whose wings you are resorting. 13. She 
said: May I attain your favor, Sir, you have comforted me and spoken to the 
heart of your handmaid, though I am even not equal to one of your maiden serv- 
ants. 14. Boaz answered her: At mealtime come to eat bread and to dip your 
piece into the vinegar; so she satwith the reapers, he passed her roasted corn 
and she ate, was sufficed and had some left over. 15. Then she rose up to glean 
and Boaz gave this order to his workers: Also among the sheaves let her glean 
and do not make her ashamed. 16. For her, pull also out something from the 
bundles and leave it so that she may gather it, and do not reproach her. 17. She 
gleaned onthe field until the evening, and when she beat out what she had collect- 
ed, it was about an ephah of barley. 18. She carried it into the city and showed 
her mother-in-law what she had gathered and took it out and gave her what was 
left after she was sufficed. 19. Her mother-in-law asked her: Where did you 
glean today, where did you do this? Blessed be he whom you know. She told her 
mother-in-law where she had done this and said: The man with whom Iworked 
today is called Boaz. 20. ThenNöomi said toher daughter-in- law: May hebe bles- 
sed by God who has not forsaken his grace with the living and with the dead. 
Nöomi added: The man is our relative, one of those who have the right of re- 
deeming for us. 21. Ruth the Moabitess said: He also told me to keep closely 
by his workers, until they finish all his harvest. 22. Nöomi said to Ruth, her 
daughter-in-law: Good, my daughter, when going out with his girls, nobodywill 



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Marc Chagall (*1887)^^% 



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